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Beschreibung von Cod. Guelf. 337 Helmst.
Die mittelalterlichen Helmstedter Handschriften der Herzog August Bibliothek. Teil II: Cod. Guelf. 277 bis 370 Helmst. Mit einem Anhang: Die mittelalterlichen Handschriften und Fragmente der Ehemaligen Universitätsbibliothek Helmstedt, beschrieben von Bertram Lesser (im Erscheinen).
Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft im Rahmen des Programms Erschließung und Digitalisierung handschriftlicher und gedruckter Überlieferung
Manuscript title: Boethius. Ovidius
Place of origin: Padua
Date of origin: 1450–1460
Catalogue number:
  • Heinemann-Nr. 372
  • Manuscripta Mediaevalia Objektnummer, 32412200,T
Support:
Extent: V, 163, VIII Bl.
Format: 28 × 21 cm
Foliation: Bleistiftfoliierung modern: 1163, vorderes und hinteres Vorsatz ungez., in der letzten Lage drei leere Bl. ungez.
Collation: II+1 (ungez.). 6 V (60). IV (68). 9 V (158). IV (163)! II+1 (ungez.). Reklamanten. Vorsatzkonstruktion, identisch mit Cod. Guelf. 319b Helmst.: Vorn und hinten je zwei Bifolia Papier, davon jeweils ein Bl. als Spiegel an den Deckel geklebt, als Schutzbl. vorn und hinten je ein Pergamentbl. eingefügt.
Page layout: 18,5 × 9 cm, einspaltig, 27 Zeilen, Blindliniierung, z. T. Liniierung mit braunem Strich.
Hands:
Display script / Decoration: Am Beginn der beiden Werke und der einzelnen Bücher der "Consolatio philosophiae" qualitätvolle Deckfarbeninitialen, 1r und 67v auf quadratischem Blattgoldgrund. Die einzelnen Vers- und Prosaabschnitte sowie die Bücher der "Fasti" sind durch abwechselnd rote und blaue Lombarden, meist über 3–5 Zeilen, mit filigranen purpurnen Fadenranken eingeleitet. Der Buchschmuck ist identisch mit jenem in Cod. Guelf. 319b Helmst.
Binding: Renaissance-Einband aus der zweiten Hälfte des 16. Jh., Gestaltung identisch mit Cod. Guelf. 319b Helmst. Auf dem VD eine geprägte, mit brauner Tinte gefüllte Inskription in Capitalis quadrata BOETIVS | MANVCRIP:[sic].
Origin of the manuscript: Zur Entstehung und Geschichte der Hs. vgl. Cod. Guelf. 319b Helmst.
Acquisition of the manuscript: Der Codex gelangte vermutlich als Geschenk des Herzogs Ernst Ludwig von Pommern-Wolgast an seinen Schwiegervater, Herzog Julius von Braunschweig-Lüneburg, in die Wolfenbütteler Hofbibliothek, wo er 1614 im Gesamtkatalog des Liborius Otho (Cod. Guelf. A Extrav., p. 23 [19]) unter Nr. 16 der Poëtæ Græci, Latini Gallici etc.als Boethius manuscriptus aufgeführt (entspricht der Inskription auf dem VD). — Seit 1618 in der Universitätsbibliothek Helmstedt, 1644 in deren Handschriftenkatalog (Cod. Guelf. 27.2 Aug. 2°, 29r) als Boëthius de Consolatione Philosophiæ. Ovidii Libri Fastorum in bretter, roth aufm Schnitt unter den Miscellanei MSSti in folio nachgewiesen. Auf dem VS die entsprechende Signatur Misc. 15, auf dem letzten Vorsatzbl. IVv Besitzvermerk der Universität: Liber Academiæ Juliæ Helmestadii. Im Handschriftenverzeichnis von 1797 (BA III, 52) unter Nr. 265 genannt.
Contents:
  1. 1r–67r Anicius Manlius Severinus Boethius: De consolatione philosophiae cum glossis. >Deo gratias. Explicit liber Boecii de consolatione philosophie<. Am Beginn der einzelnen Bücher Zusammenfassungen des Glossators. Die griechischen Zitate wurden vom Schreiber entweder entstellt oder meist ganz ausgelassen, der Glossator ergänzte jeweils die korrekte lateinische Übersetzung, 4v dazu auch den richtigen griechischen Text. 16r in 2 metr. 4 die Verse 21 und 22 vertauscht. Der gesamte Text ist glossiert, z. T. mit Anklängen an ältere Kommentare, jedoch weniger ausführlich als in anderen Hss.; vielfach, wie auch in den übrigen Codices der Reihe, nur Korrekturen und Wortergänzungen. Am Schluss setzte der Glossator ein eigenes Explicit (67r): Anicii Mallini[sic] Torquati Severini Bohecii viri consularis atque patricii philosophie consolacionis liber quintus et ultimus explicit.
    Filiation: Auch in Cod. Guelf. 560 Helmst., 1r–94r; 79.5 Aug. 2°, 2r–88v (nach 1830 aus dem Mischband 120 Quod.2° ausgelöst); 3.4 Aug. 4°, 1r–50v. Eine weitere Abschrift in Cod. Guelf. 996 Helmst. wird seit 1868 vermisst (vgl. BA III, 379); bei dem Exemplar in Cod. Guelf. 4.2.1 Aug. 2°, 448r–499v, handelt es sich um einen Druck. Exzerpte in Cod. Guelf. 698 Helmst., 191ra–192ra; 17.20 Aug. 4°, 261r–264v; 19.26.6 Aug. 4°, 76v; 789.1 Novi, 76v.
    Edition (u. a.)
    Literatur
  2. 67v–159v Publius Ovidius Naso: Fastorum libri VI cum glossis. >Finis<. 110r 3,701 wiederholt. 159r fehlt 6,778 (der Versanfang jedoch korrekt in der Reklamante am vorausgehenden Fußsteg 158v). Der gesamte Text ist glossiert, vielfach, wie auch in den übrigen Codices der Reihe, Korrekturen und Wortergänzungen. Vom Rubrikator einleitendes [I]anus stets fehlerhaft mit s zu sanus ergänzt.
    Filiation: Auch in Cod. Guelf. 318 Gud. lat., 5r–107v; unvollständig in Cod. Guelf. 56.20 Aug. 8°, 164r–209v; 58 Gud. lat., 1r–59v.
    Vgl. dazu F. Peeters, Les «Fastes» d'Ovide. Histoire du texte, Bruxelles 1939, 164 und 172f. (als codex Helmstadiensis Suecus bezeichnet); E.H. Alton, , D.E.W. Wormell, , E. Courtney, A catalogue of the manuscripts of Ovid's Fasti, in: Bulletin of the Institute of Classical Studies 24 (1977), 37–61 (61 Nr. 168 Hs. genannt).
  3. 160r–163r Kalendarium Romanum. Kalendas Januarii Encolapii[sic] et Jovis. IIII Nonas. III Nonas occidit Cancer … — … IIII Kalendas Templum Quirino factum. III Kalendas. II Kalendas. Anhang zu Ovids Text, unvollständig, weicht z. T. von den Ausgaben ab.
    Filiation: Auch in Cod. Guelf. 318 Gud. lat., 1r–4v.
    Druck (u. a.)
    • Publii Ovidii Nasonis Fasti, from the text of. J. B. Krebs, carefully revisited, London 1854, 3–5 (leicht abweichend).
    – 163v leer.
Bibliography

Revisions:
  • Manuscripta Mediaevalia Objektnummer hinzugefügt (schassan, 2019-08-20)
  • Normdaten ergänzt bzw. korrigiert. (schassan, 2015-09-04)

Abgekürzt zitierte Literatur

V. Rose, Die Handschriften-Verzeichnisse der Königlichen Bibliotheken zu Berlin, Bd. 13: Verzeichniss der lateinischen Handschriften, Bd. 2: Die Handschriften der kurfürstlichen Bibliothek und der kurfürstlichen Lande, 1. Abteilung, Berlin 1901
CALMA C.A.L.M.A. Compendium auctorum latinorum medii aevi, hrsg. von M. Lapidge u. a., Bd. 1–, Firenze 1999–
CC SL Corpus Christianorum. Series Latina, Bd. 1–, Turnhout 1954–
CPL Clavis patrum Latinorum, hrsg. von E. Dekkers, Steenbrugge u.a. 31995 (Corpus Christianorum. Series Latina)
CSEL Corpus scriptorum ecclesiasticorum Latinorum, Bd. 1–, Wien 1866–
Ebert F. A. Ebert, Bibliothecae Guelferbytanae Codices Graeci et Latini Classici, Leipzig 1827 (Die Bildung des Bibliothekars 2 = Zur Handschriftenkunde 2)
Heinemann O. von Heinemann, Die Helmstedter Handschriften, Bd. 1–3, Wolfenbüttel 1884–1888, Nachdruck Frankfurt/M. 1963–1965 (Kataloge der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel, Die alte Reihe 1–3)
Schaller/Könsgen D. Schaller und E. Könsgen, Initia Carminum Latinorum saeculo undecimo antiquiorum, Göttingen 1977, Supplementbd. fortgeführt von Th. Klein, Göttingen 2005
WZIS Wasserzeichen-Informationssystem. Landesarchiv Baden-Württemberg, Hauptstaatsarchiv Stuttgart (http://www.wasserzeichen-online.de/wzis/index.php)

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