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Beschreibung von Cod. Guelf. 426 Helmst.
Die mittelalterlichen Helmstedter Handschriften der Herzog August Bibliothek. Teil 3: Cod. Guelf. 371 bis 460 Helmst. Beschrieben von Bertram Lesser. Wiesbaden: Harrassowitz, (im Erscheinen).
Handschriftentitel: Evangeliar
Entstehungsort: Corvey
Entstehungszeit: 10. Jh., Ende
Bemerkung:
Katalognummer: Heinemann-Nr. 461
Beschreibstoff: Pergament
Umfang: 173 Bl.
Format: 28,5 × 20 cm
Seitennummerierung: Tintenfoliierung modern: 1–171, Bl. 1 ungez., nach Bl. 4 ein Bl. ungez.
Lagenstruktur: IV+2 (8)! IV (16). I (18). 5 IV (58). I+1 (61). 3 IV (85). I+1 (88). 4 IV (120). IV–1 (127). I (129). 3 IV (153). III–2 (157). IV–1 (164). IV (171). Die Bildeinzelbl. 60 und 61 sowie 87 und 88 waren ursprünglich zusammengeklebt, nach Bl. 16 und 129 wurden die Zierseiten als jeweils ein Doppelbl. hinzugeheftet. Zu dieser insbesondere in Corvey üblichen Praxis, die auch in Cod. Guelf. 16.1 Aug 2° und Trier, Domschatz, Ms. 63/135/123, zu beobachten ist, vgl. F. M. Bischoff, Systematische Lagenbrüche. Kodikologische Untersuchungen zur Herstellung und zum Aufbau mittelalterlicher Evangeliare, in: Rationalisierung der Buchherstellung im Mittelalter und in der frühen Neuzeit. Ergebnisse eines buchgeschichtlichen Seminars, Wolfenbüttel, 12.–14. November 1990, Marburg 1994 (elementa diplomatica 2), 83–110 (91, 105 Hs. genannt).
Zustand: Bl. 8 misst nur 13,5 x 20 cm, bei der Restaurierung des Buchblocks im Jahre 1962 in der Restaurierwerkstatt der HAB ergänzt. Außerdem wurde der Buchblock gereinigt und neu geheftet, die Bl. 86–88 richtig eingefügt und die Miniaturen zum Schutz mit Seidenvela versehen, vgl. dazu den Restaurierungsbericht.
Seiteneinrichtung:
  • Haupttext 21 × 13 cm, einspaltig, 27 Zeilen, Blindliniierung;
  • 158v–171r 20 × 13,5 cm, einspaltig, 27 Zeilen, Blindliniierung.
Hände: Haupttext in sehr regelmäßiger karolingischer Minuskel im Corveyer Stil auf hohem kalligraphischem Niveau von drei Händen,
  • Hand 1: Bl. 7v–8r und Capitulare 158v–171r;
  • Hand 2: Prologe 9r–16v;
  • Hand 3: gesamter Evangelientext ohne Zierseiten (19r–56r, 57r–58v, 62r–85v, 89r–127vr und 130r–157v).
  • Der Nachträge auf Bl. 171v sowie Korrekturen und Ergänzungen stammen von mehreren weiteren Händen.
  • Die Zuordnung der Hände folgt Hoffmann Schreibschulen, 31f. Die Hände 2 und 3 haben außerdem das Fragment Moskau, NBMU, Sammlung Gustav Schmidt, Mappe 1 No. 24 und das Evangeliar Trier, Domschatz, Ms. 63/135/123 geschrieben. Hand 1 und die Schreiberin oder der Schreiber des Schatzverzeichnisses (171v) weisen dagegen Merkmale des Gandersheimer Skriptoriums auf, vgl. Hoffmann Schreibschulen, 32, 74 und 78.
Musiknotationen: Auf Bl. 19v20r nachträgliche vollständige interlineare Notation der Perikope Mt 2,1–12 in adiastematischen, sog. "frühdeutschen" Neumen für die liturgische Rezitation am Epiphaniasfest, dazu Musikalischer Lustgarten, 15f. Nr. I.3 (A. Roth/M. Staehelin.). Im Capitulare auf Bl. 162r und 167r in marg. jeweils eine Zeile Neumen.
Auszeichnungsschriften / Buchschmuck:
  • Kolumnentitel in roten Majuskeln.
  • Überschriften und Explicits in roter Unzialis, z. T. auch Minuskeln, auf Bl. 16v Explicit in farbiger Capitalis rustica. Die Vorreden auf Bl. 9r–13v werden durch rote und graue Initialen mit Füllungen in der Gegenfarbe eingeleitet. 14v Initialen der Kapitelanfänge rot, grau, blau und violett. Seitentitel im Codex rot, die Satzmajuskeln sind vielfach rot gefüllt.
  • — 1v–6r zwölf Kanontafeln, jeweils ca. 21 x 13 cm messend. Sie bestehen jeweils aus Säulenstellungen von je vier oder fünf als Flecht- oder Musterband mit senkrechten Ornamenten gebildeten Säulen, die entweder auf doppelt gestuften Basen oder vereinzelt auf umgekehrten Blattkapitellen stehen, in der Mitte meist durch Intermediärknoten oder Ornamentscheiben gegliedert und von Akanthuskapitellen gekrönt sind. Sie werden jeweils zu drei- oder vierteiligen Arkaturen bzw. einem von Dächern aus Rankenlinien überspannten Architrav zusammengefasst, die ihrerseits entweder von einem weiteren Rundbogen überspannt (der vielfach zu Eck-Architraven abknickt) oder von einer aufgesetzten dreieckigen Giebelarchitektur überfangen werden (4av und 5r6r). Auf Bl. 3r an den unteren Enden des Rundbogens sowie an den auslaufenden Dachschrägen der drei letzten Canones (5r6r) jeweils zwei Akroteria in Form goldener Rankenstauden oder -wirbel mit zartblauem Hintergrund. Die Lünetten bzw. Tympana sind purpurn grundiert und mit palmettenartig gefiederten Blattranken, verschiedenen geometrischen Ornamenten in Scheiben-, Stern- oder Schachbrettformen sowie vereinzelt mit Goldranken verziert. Die Farbgebung der Arkaturen wechselt zwischen verschiedenen, mit Weiß aufgehellten und gehöhten Purpurtönen, Hellblau und Orange, akzentuiert mit Gold und Silber. — Jedes Evangelium wird von drei Zierseiten (Incipit-, Initial- und Textzierseite) eingeleitet, deren Miniaturen jeweils ca. 20 x 13,5 cm messen und in unterschiedlichem Maße von Oxydations- und Farbfraßprozessen betroffen sind. —
  • Mt (17v18v), 1. Incipitseite (17v): INITIVM SANCTI EVANGELII SECVNDVM MATHEVM in goldener Capitalis rustica und vereinzelten Unzialisbuchstaben auf dunkelpurpurnem Grund. Darauf befinden sich nach Art kostbarer Seidenstoffe in hellerem Purpur 3 x 2 runde Medaillons mit gefiederten Blattausläufern, darin einander zugewandte hunde- bzw. löwenartige Tiere, deren geschwungene Schwänze und ausgereckte Zungen in fiederförmig gelappte Blätter auslaufen. Als Zeilenbegrenzung der Schrift dienen hellblaue, von weißen Punktreihen konturierte Linien. Die Seite ist von einem purpurnen Rahmen mit goldenen Konturlinien und hellblauem Perlstab umgeben. 2. Initialseite (18r): LIBER. L als weiß und violett gefüllte Flechtbandinitiale mit goldenen Konturlinien, die Flechtbandknoten an Corona und Pes mit halbrunden Voluten sind hellblau gefüllt; die übrigen Buchstaben in Gold mit violetter Füllung stehen übereinander, sind mit Palmettenfüllungen und -enden oder schlichten Intermediärknoten versehen und von einer hellblauen Linie mit weißen Punktreihen eingefasst. Der dunkelpurpurne Hintergrund ist mit abwechselnd waagerecht und senkrecht gestellten doppelten Halbkreisen belegt, die mit den Kreisbögen zueinander stehen und aus wechselnd hellpurpurnen und goldenen Streifen bestehen. Der Rahmen wie auf der vorhergehenden Seite. 3. Textzierseite (18v): GENERATIONIS IHESV CHRISTI FILII DAVID FILII ABRAHAM. Textgestaltung und Zeilenbegrenzung wie auf Bl. 17v, Seitenrahmen jedoch ohne Perlstabornament als hellblauer Streifen zwischen den Konturlinien. Auf dem Purpurgrund der Seite 3 x 2 aneinanderstoßende Gruppen ineinandergefügter konzentrischer Kreise mit je einer großen achtblättrigen Blüte in der Mitte und kleineren Blütenmotiven in den Zwickeln. Weitgehend identisch mit der Textzierseite zu Matthäus im "Kostbaren Evangeliar", Hildesheim, Domschatz, Nr. 18, 20r, Abb. in
    • Hildesheim Domschatz, 28;
    • Brandt, Abb. 12.
  • Mc (59v60r und 61v), 1. Incipitseite (59v): INITIVM SANCTI EVANGELII SECVNDVM MARCVM in goldener Capitalis rustica ohne Zeilenbegrenzung vor einem dunkelpurpurnen, mit helleren, diagonal angeordneten Punktreihen und Swastiken teppichartig gemusterten Hintergrund. Als Rahmenmotiv dienen zwei Reihen einander zugewandter grauer Halbkreise auf einem purpurnen Band zwischen einer goldenen (innen) und silbernen (außen) Konturlinie. 2. Initialseite (60r): INITIVM. Ein zentral gestelltes I als silbern gefüllte Flechtbandinitiale mit goldenen Konturlinien, die Flechtbandknoten an Corona und Pes mit halbrunden Voluten sind hellblau gefüllt und mit weißen Punktreihen konturiert; die übrigen Buchstaben in Unzialform, golden mit silberner Füllung, Palmettenausläufern, schlichten Flechtknoten und weißen Punktreihen sind um die zentrale Initiale angeordnet, T und N dabei als Ligatur mit dem Stamm des I verbunden. Der dunkelpurpurne Hintergrund ist mit intermittierend gestellten, einander teilweise überdeckenden Halbkreisen belegt, die mit einem Blütenmotiv gefüllt sind. Der Rahmen wie auf der vorhergehenden Seite. – 60v–61r leer, zusammengeklebt. – 3. Textzierseite (61v): EVANGELII IHESV CHRISTI FILII DEI. Textgestaltung wie auf Bl. 59v, Seitenrahmen jedoch ohne Halbkreisornament als purpurner Streifen zwischen den Konturlinien. Auf dem Purpurgrund der Seite ein netzartiges, quadratisches Gitterwerk aus schwarzen Streifen, jeder Querstreifen zwischen den Eckpunkten abwechselnd mit zwei oder drei einfachen konzentrischen Doppelkreisen belegt. —
  • Lc (86v87r und 88v), 1. Incipitseite (86v): INITIVM SANCTI EVANGELII SECVNDVM LVCAM in goldener Capitalis rustica vor einem aus blauen und silbernen Streifen zusammengesetzten Zeilenhintergrund. Die übrige Seite in dunklem Purpurton ist mit einem kleinteiligen Netzwerk aus schwarzen Rauten überzogen, an deren Schnittpunkten blaue Kreuze mit weißen Punkten angeordnet sind. Als Rahmenmotiv befindet sich zwischen einer goldenen (innen) und silbernen (außen) Konturlinie ein purpurnes Band, belegt mit einer mit Goldpollen besetzten Mittellinie. 2. Initialseite (87r): QVONIAM QVIDEM. Die Seite ist durch Querstreifen nach Art der Rahmenmotive auf Bl. 59v in drei Teile gegliedert, der Purpurgrund ist durchgehend mit großen, fächerartig gespreizten Akanthusblättern in hellerem Purpur belegt. Im mittleren, breitesten Kompartiment befindet sich die QM-Ligatur in Gestalt einer doppelköpfigen, nach Art eines Ouroboros kreisförmig gewundenen Schlange, die verschlungenen Köpfe bilden die nach innen gelegte Cauda des Q. Die Schlange besteht aus einem von goldenen Konturlinien begrenzten, mit blau-schwarzen Schuppen belegten Leib mit drei kleinen Intermediärscheiben. Das Binnenfeld des Q ist mit wechselnd hellblauen und hellpurpurnen Segmenten gefüllt, die dicht mit weißen Punkten belegt sind. Über der Cauda des Q wird, ebenfalls im Binnenfeld, der Buchstabe m in Unzialform aus zwei goldenen Vögeln mit verschlungenen blauen Hälsen gebildet. In den Kompartimenten darüber und darunter verteilen sich jeweils in Dreiergruppen die übrigen Capitalis- bzw. Unzialisbuchstaben von QVIDEM, die aus goldenen, von weißen Punktreihen begleiteten Palmettenranken bestehen. Der Rahmen wie auf der vorhergehenden Seite. Sehr ähnlich ist wiederum die Textzierseite zu Lukas im "Kostbaren Evangeliar", Hildesheim, Domschatz, Nr. 18, 119r; Abb. in
    • Hildesheim Domschatz, 43;
    • Brandt, Abb. 24.
    – 87v–88r ursprünglich zusammengeklebt, jetzt getrennt, leer. – 3. Textzierseite (88v): MVLTI CONATI SVNT in goldener Capitalis rustica mit je einem hellblauen und silbernen Streifen als Zeilenbegrenzung vor einem aus waagerecht gestellten, abwechselnd nach rechts oder links gerichteten Sparren gebildeten Hintergrund. Die Sparren selbst sind wechselnd hellpurpur, rot, blau, violett und schwarz gefärbt. Der Rahmen besteht aus einfachen blauen und schwarzen Streifen zwischen einer goldenen (innen) und silbernen (außen) Konturlinie. —
  • Io (128v129v), 1. Incipitseite (128v): INITIVM SANCTI EVANGELII SECVNDVM IOHANNEM in goldener Capitalis rustica vor einem kleinteiligen, aus schwarz umrandeten Rechtecken in verschiedenen Purpur- und Rottönen bestehenden Hintergrund. Über bzw. zwischen den Textzeilen jeweils drei Bänder, die beiden äußeren jeweils hellpurpur mit einem blauen Streifen, das mittlere in der Gegenfarbe. Als Rahmenmotiv dienen zwei Reihen ineinander verzahnter grauer und blauer Dreiecke auf purpurnem Band zwischen einer goldenen (innen) und silbernen (außen) Konturlinie. 2. Initialseite (129r): IN PRINCIPIO ERAT VERBVM. Ein mächtiges, zentral gestelltes I als Flechtbandinitiale mit goldenen Konturlinien und zwei goldenen Flechtwerkteilen auf blauem Grund im Buchstabenstamm, getrennt von einem voluminösen Intermediärknoten; dieser und die Flechtbandknoten an Corona und Pes mit halbrunden Voluten sind hellblau gefüllt und mit weißen Punktreihen konturiert. Die übrigen Buchstaben in Unzialform, golden mit schlichten Palmettenausläufern und weißen konturbegleitenden Punktreihen, sind um die zentrale Initiale angeordnet, das N des IN ist als Ligatur am Intermediärknoten mit dem Stamm des I verbunden. Der dunkelpurpurne Hintergrund ist mit einer in Reihen fortlaufenden hellpurpurnen runden Blattranke belegt. Der Rahmen wie auf der vorhergehenden Seite. 3. Textzierseite (129v): ET VERBVM ERAT APVD DEVM ET DEVS ERAT VERBVM in goldener Capitalis rustica ohne Zeilenbegrenzung; die Buchstaben in den ersten anderthalb Zeilen sind mit dünnen weißen, die übrigen mit roten Konturlinien versehen. Der dunkelpurpurne Hintergrund ist durch einen senkrechten Steg mit Mäander und zwei hellpurpurnen waagerechten Bändern in sechs Felder geteilt, in denen sich drei vegetabile Motive in doppelter Ausführung gegenüberstehen: Oben entspringen aus sockelartigen Gefäßen fünf symmetrisch angeordnete Ranken, aus deren Enden je ein fünffach gefiedertes Blatt wächst. In der Mitte tragen vier Spiralranken jeweils zwei verschiedene fünffach gelappte Blätter, unten erhebt sich aus den Gefäßen je ein großes, siebenfach geteiltes Blatt ohne Ranke. Als Rahmen dient ein mit silbernen Pollen belegter Purpurstreifen zwischen einer goldenen (innen) und silbernen (außen) Konturlinie. — Die insgesamt prunkvoll-düster wirkende Farbgebung und die an byzantinische oder orientalische Textilien erinnernden Hintergründe der Zierseiten sind auch in anderen zeitgleichen Beispielen aus der Corveyer Buchmalerei zu beobachten, vgl. im Katalog Otto der Große (s. unten), 186–189 Nr. IV.12 und IV.13 (Evangeliarfragmente in Helsinki und Leipzig) sowie Schätze im Himmel, 276–278 Nr. 7 (M. Müller.).
Einband:
  • Prachteinband des 10./11. Jh. Die Deckel messen 28,5 x 20,5 cm und bestehen aus ca. 1 cm starken Eichenholzbrettern. Die Kanten sind mit umgreifenden, beiderseitig jeweils ca. 1 cm breiten Winkelleisten aus feuervergoldetem Kupfer beschlagen, die mit einem umlaufenden Perlstab verziert sind. Der VD ist mit gleichartig gestalteten flachen Leisten besetzt, die als crux decussata diagonal von den Ecken ausgehen und die gesamte Fläche in vier Trapezformen teilen und ein mittleres Quadrat aussparen. Die vier Trapezflächen waren mit leicht gewölbten dunkelbraunen Büffelhornplatten ausgelegt, die an den Längsrändern je 5 cm, oben und unten je ca. 7 cm breit sind. Ob diese zum Originalbestand gehören oder erst im 15. Jh. aufgebracht wurden und eine ältere Verzierung, möglicherweise in Analogie zum HD aus Metallbeschlägen und Gemmen o. ä., ersetzten, kann nicht mehr entschieden werden. In der zentralen Aussparung befindet sich eine mit Sicherheit zum ursprünglichen Bestand gehörende, 11 x 8 cm große Elfenbeinarbeit, bestehend aus einer 8,5 x 5,5 cm großen reliefierten Mittelplatte und vier jeweils ca. 1,2 cm breiten Rahmenleisten, die mit einem fischgrätartig gefiederten Blattstab verziert sind. Alle Elfenbeinteile wurden mit Kupferstiften auf einen separaten Holzträger montiert. Das Relief zeigt den an einem breiten Balkenkreuz mit Titulus gekreuzigten, lebenden Christus, der mit einem kurzen, auf der linken Hüfte mit einem Knoten geschürzten Perizoma bekleidet ist. Neben dem Kreuz stehen Maria und Johannes, die sich mit trauervollen Gebärden zum Gekreuzigten wenden; jede Gestalt hält einen Codex. Über den Kreuzarmen erscheinen die Personifikationen von Sol und Luna in gezackten Strahlennimben. Komposition und ikonographische Details weisen auf mittelbyzantinische Vorbilder, etwa aus der Nikephoros-Gruppe; das Blattornament der Rahmenleisten und die insgesamt schwache Qualität des Reliefs machen die Entstehung der Elfenbeinteile im sächsischen Raum wahrscheinlich. — Der Rückdeckel besteht aus vergoldetem Kupferblech mit getriebenem Blattwerk und zarter Punzierung, umgeben von einer schmalen, erhabenen Rahmenleiste mit kräftigem Perlstab analog dem gemalten Perlstabrahmen im Evangeliar auf Bl. 17v und 18r. Die Deckelfläche wird durch breite, diagonal verlaufende Bänder mit punzierten Dreieck- und Rautenmustern analog zum VD in vier trapezförmige Teile gegliedert. Diese sind mit getriebenen Blattornamenten gefüllt, die sich deutlich von den filigran punzierten Grundflächen abheben. Die sehr bewegt und spannungsreich gestalteten Ornamente bestehen aus füllhornartigen Blatttrichtern mit gekerbten Rändern und palmettenartig eingerollten Enden, aus denen weitere Schösslinge und dünne Fruchtfäden wachsen. Der Schnittpunkt der Diagonalbänder ist mit einem quadratischen Rahmen belegt, in den sich als Gegenstück zum Crucifixus des Vorderdeckels das Christussymbol einer crux decussata aus Palmettenwedeln von einem fein punzierten Grund abhebt. Die Gestaltung der vegetabilen Ornamente verrät eine freie und selbständige Verarbeitung byzantinischer Vorbilder, die eher zu den Palmettenfüllungen des Essener Leuchters als zu den Motiven der Hildesheimer Bernwardstür passt. Eine Entstehung des Deckels in Corvey ist nicht unwahrscheinlich. —
  • Im 15. Jh. wurde der Codex einer umfassenden Erneuerung unterzogen. Dabei wurden die Lagen auf drei neue Doppelbünde aus dicken weißen Lederstreifen und zwei geflochtene Kapitalbünde geheftet. Der Rücken erhielt danach einen zeittypischen Überzug aus rotgefärbtem Schafsleder. Die dazu passenden Bundkanäle des Vorderdeckels zeigen, dass zumindest der Holzdeckel selbst ebenfalls ausgetauscht und das Elfenbein wieder aufgebracht wurde. Ob die Kantenleisten des VD und die Büffelhornplatten ebenfalls zu diesem Zeitpunkt angebracht wurden, kann nicht mehr entschieden werden. Außerdem wurden die Haken der beiden Riemenschließen mit Ösenverschluss mit Dorn in der Kante des Buchdeckels ersetzt. —
  • Im Zuge der Einbandrestaurierung Mai–Juli 1962 in der Werkstatt E. Treskow, Köln, wurden die durch Wurmfraß stark beschädigten und gesprungenen Hornplatten abgenommen und mussten durch farblich ähnliches, durch seinen kunststoffartigen Glanz allerdings stark verfremdend wirkendes Schildpatt ersetzt werden. Die defekten Kantenleisten wurden durch unverzierte Stücke ersetzt, ebenso die fehlenden Rahmenteile der Elfenbeinplatte. Auf einen Rückenüberzug wurde verzichtet; die getriebene Kupferplatte des HD wurde ausgebessert und neu vergoldet. Die Schließenriemen und -haken wurden nach dem spätmittelalterlichen Vorbild erneuert. Der spätmittelalterliche Rückenüberzug, die abgelösten Bünde sowie die Reste der originalen Hornplatten, Kantenleisten und die spätmittelalterlichen Schließenhaken werden in einer separaten Kassette aufbewahrt. Für den Codex wurde zusätzlich eine gepolsterte Schutzkassette mit einem Überzug aus rotem Nigerziegenleder mit goldener Titel- und Signaturprägung angefertigt. Weitere Angaben zur Einbandrestaurierung in den betreffenden Akten (BA IV, E 199, s.v. "Treskow" und separater Restaurierungsbericht der HAB). — Literatur zum Einband:
    • A. Goldschmidt, Die Elfenbeinskulpturen aus der Zeit der karolingischen und sächsischen Kaiser, VIII–XI Jahrhundert, Bd. 2, Berlin 1918, ND 1970 (Denkmäler der deutschen Kunst 2,4,2), 38 Nr. 93 mit Abb auf Taf. XXX;
    • A. Goldschmidt, Ein sächsischer Buchdeckel aus ottonischer Zeit, in Festschrift zum 60. Geburtstag von Paul Clemen, Düsseldorf 1926, 277–280;
    • P. Bloch, Siebenarmige Leuchter in christlichen Kirchen, in: Wallraf-Richartz-Jahrbuch 23 (1961), 55–190, hier 107f. mit Abb. 66;
    • U. Storm, Die Bronzetüren Bernwards zu Hildesheim, Berlin 1966, 109;
    • Steenbock, 128f. Nr. 48 mit Abb. 66 und 67;
    • Elbern Inkunabel, 70;
    • Milde, 74f. Nr. 37;
    • V. H. Elbern, Das Engerer Bursenreliquiar und die Zierkunst des frühen Mittelalters. Teil 2, in: Niederdeutsche Beiträge zur Kunstgeschichte 13 (1974), 37–96, hier 62f. mit Abb. 90 und 91;
    • W. Arenhövel, Der Hezilo-Radleuchter im Dom zu Hildesheim, Berlin 1975, 69–72;
    • Schätze im Himmel, 277f. Nr. 7 (M. Müller.).
Entstehung der Handschrift: Nach der vorherrschenden Forschungsmeinung weisen sowohl paläographische Merkmale (Hoffmann Buchkunst, 129) als auch kunsthistorische Charakteristika nach Corvey. Die von H. Hoffmann aufgrund eines Vergleichs mit dem Hrotsvith-Codex München, BSB, Clm 14485 vorgebrachte These, das Evangeliar sei im Domskriptorium Magdeburg entstanden, vgl. Otto der Große, Bd. 2, s. unten, 357 Nr. V–32, ist von ihm selbst zuletzt erneut zugunsten von Corvey revidiert worden, vgl. Hoffmann Schreibschulen, 31f.
Provenienz der Handschrift:
  • Die paläographische Analyse hat ergeben, dass der Codex von Corvey zunächst ins Reichsstift Gandersheim gelangte, wo einige Nachträge und Ergänzungen vorgenommen wurden, vgl. Hoffmann Schreibschulen, 74, 78, 157.
  • Später gehörte er zur liturgischen Grundaustattung des Kanonissenstifts Lamspringe, wo er im Beschwerdebrief der Domina und des Konvents Lamspringe vom Frühjahr 1573 als eines von twe evangelien boyken up den halven myt sulvern vorgulden vorhawen bilden und eddeln stenen beschrieben wird. Einen im Codex selbst befindlichen Beleg für das Vorhandensein in Lamspringe gibt es jedoch nicht, vgl. Röckelein Heilige Schrift, 142f.
Erwerb der Handschrift: Im April 1572 wurde der Codex erstmals von herzoglichen Beamten registriert und inventarisiert; am 10.4.1572 mit dem übrigen Lamspringer Kirchenschatz in die Festung Wolfenbüttel abtransportiert. Offenbar integrierte Herzog Julius von Braunschweig-Lüneburg den Codex ebensowenig wie andere Cimelien, an denen er persönliches Gefallen fand, in die Bibliotheca Julia, sondern behielt ihn für sich, vgl. dazu jetzt
  • Kruse/Lesser Büchersammlungen, 112–115;
  • B.-J. Kruse, Erhaltenes Wissen, vergangene Pracht. Der Transfer von Klosterbibliotheken und Kirchenschätzen im Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel (1572/73), in: E. Schlotheuber (Hrsg.), Herzogin Elisabeth von Braunschweig-Lüneburg (1510–1558): Herrschaft – Konfession – Kultur. Beiträge des wissenschaftlichen Symposiums der Klosterkammer Hannover vom 24.–26. Februar 2010 im Historischen Museum Hannover, Hannover 2011 (Quellen und Darstellungen zur Geschichte Niedersachsens 132), 94–108, bes. 102.
Aus diesem Grunde fehlt das Evangeliar in den Katalogen von 1587 und 1614. — Seit 1618 in der Universitätsbibliothek Helmstedt, 1644 im Handschriftenkatalog der Universitätsbibliothek (Cod. Guelf. 27.2 Aug. 2°, 3v) als Quatuor Evangelia Latinè in membrana, In bretter, hinten vbergüldet unter den Theologici [MSSti] in folio beschrieben; im Handschriftenverzeichnis von 1797 (BA III, 52) unter Nr. 406 genannt.
Inhalt:
  1. Ir Niederdeutsche Notiz des 15. Jh.: Johannes vp dem rempter Lucas vp dem gange Mattheus under dem tore Marcus in den b[ade?] – Iv–1r leer.
  2. 1v–6r Canones evangelii. (s. oben). – 6v–7r leer.
  3. 7v–8r De Ⅳ evangelistis. [E]t in medio sedis et in circuitu sedis quatuor animalia plena oculis … — … homo fuit nascendo vitulus moriendo leo resurgendo aquila ad cęlos ascendendo. Der hier offenbar unikal überlieferte Text beginnt mit dem vollständigen Evangelienprolog Stegmüller RB 559 (D. de Bruyne, Prefaces de la Bible latine, Namur 1920, 183), der als Fließtext fortlaufend durch folgende Stücke ergänzt wird: Evangelium bonum nuntium … — … requiem post laborem (vgl. Quaestiones evangelii 2, in: CC SL 108B, 150); Matheus interpretatur donatus … — … quia pre cunctis diligebat eum (kompiliert aus Remigius Altissiodorensis: Expositio super Matthaeum 1, bislang nur in Novae eruditorum deliciae seu veterum anekdotōn opusculorum, Bd. 3, hrsg. von F. Fontani, Florenz 1793, XXII–XLII, hier XXIX–XXX, vgl. Stegmüller RB 7226); Quatuor evangelistę Christus sub quatuor animalium vultibus figuralitus[sic] exprimunt … — … demonstrat volasse ad cęlos (vgl. Isidorus Hispalensis: Allegoriae quaedam sacrae Scripturae 130–134, PL 83, 115D–117A). Der letzte Satz findet sich wiederum bei Remigius Altissiodorensis (s. oben, XXXVII, aus Gregorius Magnus: Moralia in Iob 31,47,94, CC SL 143B, 1615). Der gesamte, vermutlich von einer gleichartigen Vorlage kopierte Text wurde auf den leeren Bl. nachgetragen. – 8v leer.
  4. 9r–10v Prologus Ⅳ evangeliorum (I). >Beatissimo papae Damaso Hieronymus<. Stegmüller RB 595.
  5. 10v–12v Prologus Ⅳ evangeliorum (II). >Prologus quattuor evangeliorum<. Stegmüller RB 596.
  6. 12v–13r Prologus Ⅰ in Mt. >Item aliud<. Stegmüller RB 581.
  7. 13r–v Prologus Ⅱ in Mt. >Hieronymus Damaso papae<. Stegmüller RB 601.
  8. 13v–14v Prologus Ⅲ in Mt. >Explicit argumentum<. Stegmüller RB 590.
  9. 14v–16v Capitula Mt. >Incipit breviarium eiusdem<. Nativitas Christi magi cum muneribus veniunt … — … mandata et doctrina eius de baptismo. >Explicit breviarium. Deo gratias<. Stegmüller RB 11016.
    Druck
    – 17r leer.
  10. 17v–56r Mt. (17v) Incipitseite. (18r) Initialseite. (18v) Textzierseite (s. oben). (19r–56r) Textus. Explicit evangelium secundum Matheum. – 56v leer.
  11. 57r–v Prologus in Mc. >Incipit prologus in evangelium secundum Marcum<. >Explicit prologus secundum Marcum<. Stegmüller RB 607.
  12. 57v–58v Capitula Mc. >Incipiunt breves cause<. De Johanne Baptista et victu et habitu eius. De baptismo Ihesu … — … et post resurrectionem ascensio eius in celis. >Expliciunt breves cause<. Stegmüller RB 11016.
    Druck
    • Wordsworth/White, 174–186 col. 2 (CΩT Harl. 2797);
    • De Bruyne Sommaires, 282–286 col. A.
    – 59r leer.
  13. 59v–84v Mc. (59v) Incipitseite. (60r) Initialseite (s. oben). – 60v–61r leer. – (61v) Textzierseite (s. oben). (62r–84v) Textus. Am Schluss vom Schreiber nachgetragenes Explicit (keine Rubrik): Explicit evangelium secundum Marcum. Am Textbeginn fehlt Mc 1,2 (sicut scriptum est in Esaia propheta, vgl. Kuder Studien, 987).
  14. 85r–v Prologus in Lc. >Incipit argumentum secundum Lucam<. Stegmüller RB 620. – 86r leer.
  15. 86v–126r Lc. (86v) Incipitseite. (87r) Initialseite (s. oben). – 87v–88r leer. – (88v) Textzierseite (s. oben). (89r–126r) Textus. Explicit evangelium secundum Lucam. – 126v leer.
  16. 127r–v Prologus in Io. >Incipit prologus secundum Johannem<. Stegmüller RB 624 – 128r leer.
  17. 128v–157v Io. (128v) Incipitseite. (129r) Initialseite. (129v) Textzierseite (s. oben). (130r–157v) Textus. Explicit evangelium secundum Johannem. Am Textbeginn ist Io 1,2 (et verbum erat apud deum et deus erat verbum) doppelt vorhanden, vgl. Kuder Studien, 987). – 158r leer.
  18. 158v–171r Capitulare evangeliorum. >Incipiunt capitula evangeliorum per circulum anni<. In natali domini ad sanctam maiorem Mariam secundum Lucam cap. III. Exiit edictum a Cesare Augusto … — … ego sum panis vivus usque in novissimo die. Der Text gehört zur Capitulare-Fassung Σ, dazu Klauser, 93–97, Edition des Grundtextes 102–130 (ohne die Hs., LXX Nr. 419 genannt), wurde allerdings erheblich überarbeitet. Eine Liste der zahlreichen Veränderungen insbesondere im Temporale bei Bauer 2, 155f.
  19. 171v Index thesauri. VIIII Cruces. VI Calices. III Turibula … pelves. XI Casule … — … XII Altararia de pallio. VI Vizregule[sic]. V Pulvinaria de pallio.
    Edition
    • Heinemann, 333;
    • T. Gottlieb, Über mittelalterliche Bibliotheken, Leipzig 1890, 84f. Nr. 226;
    • Bischoff Schatzverzeichnisse, 48 Nr. 40;
    • R. Kroos, Niedersächsische Bildstickereien des Mittelalters, Berlin 1970, 162 (nach Bischoff).
    – 172r–v leer.
Bibliographie

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Abgekürzt zitierte Literatur

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Wolter-von dem Knesebeck Lamspringe H. Wolter-von dem Knesebeck, Lamspringe, ein unbekanntes Scriptorium des Hamersleben–Halberstädter Reformkreises zur Zeit Heinrichs des Löwen, in: Heinrich der Löwe und seine Zeit. Herrschaft und Repräsentation der Welfen 1125–1235. Katalog der Ausstellung Braunschweig 1995, Bd. 2: Essays, hrsg. von J. Luckhardt und F. Niehoff, München 1995, 468–477
Wordsworth/White Novum Testamentum domini nostri Iesu Christi latine secundum editionem sancti Hieronymi, Bd. 1: Quattuor Evangelia, hrsg. von J. Wordsworth und H. J. White, Oxford 1898

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