Butzmann, Hans: Die Weissenburger Handschriften. - Frankfurt am Main: Klostermann, 1964. - (Kataloge der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel: Neue Reihe, Bd. 10), S. 175176
co-funded by the European Union under the Seventh Framework Programme (CIP-ICT-PSP.2009.2.3) (Vorläufige Beschreibung)

Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek, Cod. Guelf. 46 Weiss.

Homiliar Winterteil [!]

Pergament — 170 Bl. — 29,3 × 22 cm — Weissenburg — IX. Jh., 1. H.

Lagen: Quaternionen, eine reduzierte Quaternio (6573), eine Binio (138141) und eine reduzierte Ternio (142146). Erhaltene Lagensignaturen IXXXII untere Mitte des letzten Blattes, einige durchsichtig gelb überstrichen (vgl. Weiss. 17, 19, 47). Die Handschrift ist unvollständig; am Schluß ging eine Lage verloren. Schriftraum: 23,3 × 17,5 cm. 29 Zeilen. Gleichmäßige, mittelgroße karolingische Minuskel. Drei geübte, regelmäßige Haupthände, mehrere Nebenhände. Waldmann-Schule, vgl. Weiss. 19, 20, 28 und 37; siehe auch Einleitung S. 42 ff. Einfache s-förmige Zitatenzeichen. 142r und 148v oberer Rand: Neumen reihe. 142 Federprobe: epedit vobis mit Neumen. 129v Eintragung in Capitalis rustica über die ganze Seite: et et RAMNHOTU(S). 144v oberer Rand Federproben: Felix namque sacra virgo marie et bm(?)Überschriften und Bibelstellen in roter Unzialis, am Anfang auch rot und schwarz wechselnd; die schwarzen Zeilen durchscheinend gelb überstrichen, vgl. die nahe verwandte Hs. Weiss. 19. Zu diesem Verfahren vgl. auch Weiss. 61. Anfangsbuchstaben rot und schwarz im Wechsel in vergrößerter Capitalis. 1r Initiale Q (4,5 cm). Schlichter brauner Körper mit ausgespartem weißem Rand; sowohl schwellende Schäfte der Rundung als auch des Bandgeflechtes, welches vom Scheitel herab durch den Innenraum bis unter den Fuß hinunter symmetrisch geführt, in einer beiderseits ausladenden Verknotung (cauda) endet. Füllungen der Zwischenräume: Gelb und Rot.

Herkunft: 1r (unterer Rand) auf Rasur: Codex monasterii sancti Petri in Wissenburg ordinis sancti Benedicti. Letztes Wort der Rasur lerusalem. Auch am oberen Rande Rasur. Wiener Liste 2°46.

Heinemann 4130. — E. Klostermann und E. Benz, Zur Überlieferung der Matthäuserklärung des Origenes, Leipzig 1931. S. IV/V.E. Lesne, Les livres, „Scriptoria" et bibliothèques du commencement du VIIIe à la fin du Xle siècle, Lille 1938, S. 707.

1r Homiliar Winterteil [!]. Von Weihnachten bis Ostern. Die Bibeltexte sind nicht fortlaufend gegeben, sondern sind Satz für Satz erläutert. Sie heben sich jeweils rot vom Text ab. Die Namen der Feste sind meist nicht eigens aufgeführt. Die Quellen der Erläuterungen sind nach hrabanischer Art am Rande durch gelb überstrichene Buchstaben bezeichnet: OR, H, B (Beda), IO, R (Hrabanus), G, AMB, VICT (Victorinus). (1ra) Hrabanus Maurus: Enarrationes in epistolas Pauli, Prologus stark abgekürzt. Praefatio. Quaeritur quare post evangelia voluit apostolus has epistolas ad singulas ecclesias destinare. PL 111, 1275 ff. Nach Hieronymus, Comm. in Matth. 1,1. PL 26, 24. In vigilia natale domini lectio epistolae beati Pauli apostoli ad Romanos. 1rb Epistola grece, latinae supermissa dicitur. Vgl. PL 117, 362 (Haymo Halberstadensis) (1rb) Paulus. Prima nobis questio de nomine ipsius Pauli videtur exsurgere … — am Rande OR. (2vb) in quibus estis et vos, id est et in vobis Romanis apostolatum praedicationis accepi. (165 a–b) Sabbatum in octava pasche lectio epistolae beati Petri apostoli. Fratres deponentes omnem malitiam … (Erl.) Qui renati estis inquit nuper et filii dei per baptisma facti. Vgl. Beda. Expositio in primam epistolam Petri, Cap. 2. PL 93,47. Folgt Bedas Kommentar bis v. 10. (168rb) Item alia expositio. Deponentes omnem malitiam (Erl.) Dicendo omnem malitiam cunctorum criminum matrem uno verbo conclusit. Bricht ab 170va mit Erl. von v. 10.


Abgekürzt zitierte Literatur

Heinemann O. von Heinemann, Die Helmstedter Handschriften, Bd. 1–3, Wolfenbüttel 1884–1888, Nachdruck Frankfurt/M. 1963–1965 (Kataloge der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel, Die alte Reihe 1–3)
PL Patrologiae cursus completus. Series Latina, Bd. 1–221, hrsg. von J. P. Migne, Paris 1844–1865