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Beschreibung von Cod. Guelf. 46 Weiss.
Die illuminierten Handschriften der Herzog August Bibliothek. Teil 1: 6. bis 12. Jahrhundert, beschrieben von Stefanie Westphal (in Bearbeitung)
Handschriftentitel: Smaragdus Sancti Michaelis, Expositio libri comitis
Entstehungsort: Weißenburg
Entstehungszeit: 9. Jh., 2. Viertel
Beschreibstoff: Pergament
Umfang: 170 Bl.
Format: 29,3 × 22 cm
Seitennummerierung: Neuere Tintenfoliierung.
Lagenstruktur: 8 IV (64). IV+1 (73). 8 IV (137). II (141). III-1 (146). 3 IV (170). Letzte Lage, hier fehlend, liegt mit dem Wolfenbütteler Fragment 404.1 Novi (12) vor (Butzmann Extravagantes, Novi und Novissimi, 202; S. Limbeck, S. Rode-Breymann (Hgg.), Verklingend und ewig. Tausend Jahre Musikgedächtnis 800-1800, Wolfenbüttel 2011 [Ausstellungskataloge der Herzog August Bibliothek 94], 87). als Lagenbezeichnungen I-XXXII in römischen Zahlen am Ende jeder Lage Blattmitte unten, einige durchsichtig/gelblich überstrichen (vgl. 17 Weiss., 19 Weiss. und 47 Weiss.).
Zustand: Guter Zustand.
Seiteneinrichtung: 23,3 × 17,5 cm, zweispaltig, 29 Zeilen.
Hände: Karolingische Minuskel mit drei beteiligten Haupthänden.
Butzmann erkennt in der Handschrift drei geübte regelmäßige Haupthände und mehrere Nebenhände, zugehörig zur Waldmann-Schule und verweist auf 19 Weiss., 20 Weiss., 28 Weiss. und 37 Weiss. (vgl. 61 Weiss.. Zu dem Verfahren der gelb überstrichenen Zeilen nennt er 19 Weiss. und 61 Weiss, wobei er bemerkt, dass sich die Hand des "Evangeliar-Meisters" (gemeint ist das Evangeliar 61 Weiss.) in 46 Weiss. nicht wiederfinden lässt, dass aber das Stilvorbild dessselben zu spüren ist (Butzmann Weißenburg, 46, 47, 175.).
Schrift: Schwarze und rot/schwarz zeilenweise alternierende Initialmajuskeln seitlich neben dem Text. Überschriften und Bibelstellen im Text in roter Unzialis und teils in Capitalis Rustica. Die Zeilen gelegentlich rot/schwarz alternierend, der schwarze Text gelb überstrichen.
Schwarze und rot/schwarz zeilenweise alternierende Initialmajuskeln seitlich neben dem Text. Überschriften und Bibelstellen im Text in roter Unzialis und teils in Capitalis Rustica. Die Zeilen gelegentlich rot/schwarz alternierend, der schwarze Text gelb überstrichen.
Auszeichnungsschriften / Buchschmuck:
    Eine Zierinitiale. Federinitialen.
  • Initialen:

    Zu Beginn des Textes (1r) eine Zierinitiale (Randbandinitiale; 4,5). Der doppelkonturig umrissene Initialstamm schwarz gefüllt. Im Binnenfeld ein eigenständiges Flechtmotiv, die Cauda ebenfalls durch ein Flechtmotiv ersetzt. Das Flechtband schwarz geädert. Die Flechtbandfelder sowie das Binnenfeld farbig gefüllt. Die schwarzen Initialmajusekln (s.o.) gelegentlich verziert und als Federinitialen vergrößert: G-Majuskeln mit auffällig eingerollten und sichelförmigen unteren Enden (s.u.), vgl. 157v. 170v der Bogen einer U-Initiale ersetzt durch Profilpalmette.

    104v eine Initialmajuskel farbig hinterlegt.
  • Farben:

    Leuchtendes Gelb, Dunkelgrün, Orange und blasses Lila.
Einband: Roter Ledereinband (Nigerziegenleder; Neubindung 1970).
Geschichte der Handschrift: Die Handschrift beinhaltet den im Jahr 812 von Smaragdus (Abt von St. Mihiel, gest. 830) verfassten Kommentar zu den Messperikopen (Divina Officia, Kat.Nr. 75, P. Carmassi). Die in der Handschrift fehlende letzte Lage liegt mit 404.1 Novi (12) vor (s.o.). Sie wurde von Butzmann zu den Handschriften der Waldmann-Schule gegeben und in die erste Hälfte des 9. Jahrhunderts datiert. Bischoff nennt ebenfalls Weißenburg als Enstehungsort und präzisiert die Datierung um die Wende des 1./2. Viertel 9. Jahrhundert. Der bescheidene Buchschmuck, die Zierinitiale auf 1r zeigt äußerst enge Parallelen zu der Randbandinitiale im Evangeliar 61 Weiss. (gleiches geädertes Flechtband bei gleicher Farbgebung). Die Initialmajuskel G mit sichelförmig aufgerolltem Ende (157v) liegt ebenfalls in 61 Weiss. vor, hier in den Auszeichnungsschriften. Die Federinitiale mit Palmettenersatz (170v) ist bekannt aus 63 Weiss., 10v; 4 Weiss, 74v; 22 Weiss., 197v, 60 Weiss., 78 und 49 Weiss., 1v, 101r. Die äußerst enge Beziehung zu 61 Weiss. veranlasst zu einer Datierung von 46 Weiss. in das frühe 2. Viertel des 9. Jahrhundert.
Provenienz der Handschrift: Kloster Weißenburg, Besitzvermerk. 1r unterer Rand (auf Rasur) Codex monasterii sancti Petri in Wissenburg ordinis sancti Benedicti. Letztes Wort der Rasur Ierusalem. 129v oberer Balttrand et et RAMNHOTU(S). Wiener Liste 2° 46.
Inhalt:
1r-144r Smaragdus Sancti Michaelis: Expositio libri comitis (PL 102, 15-552, hier bis Sp. 274.).
Bibliographie

Abgekürzt zitierte Literatur

Bischoff Katalog 3 B. Bischoff, Katalog der festländischen Handschriften des neunten Jahrhunderts (mit Ausnahme der wisigotischen), Teil 3: Padua–Zwickau, aus dem Nachlass hrsg. von B. Ebersperger, Wiesbaden 2014
Butzmann H. Butzmann, Die mittelalterlichen Handschriften der Gruppen Extravagantes, Novi und Novissimi, Frankfurt/M. 1972 (Kataloge der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel. Die Neue Reihe 15)
Butzmann Weißenburg H. Butzmann, Die Weissenburger Handschriften, Frankfurt/M. 1964 (Kataloge der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel. Die Neue Reihe 10)
Divina Officia P. Carmassi, Divina officia. Liturgie und Frömmigkeit im Mittelalter, Wiesbaden 2004 (Ausstellungskataloge der Herzog August Bibliothek 83)
Grifoni C. Grifoni, Auf Otfrids Spuren in der frühmittelalterlichen Bibliothek Weißenburg, in: Marginalien in Bild und Text. Essays zu mittelalterlichen Handschriften, hrsg. von P. Carmassi und C. Heitzmann, Wiesbaden 2019 (Wolfenbütteler Forschungen, Bd. 156), 79-101
Hellgardt E. Hellgardt, Die exegetischen Quellen von Otfrids Evangelienbuch. Beiträge zur ihrer Ermittlung, Tübingen 1981 (Hermaea; N.F., 41)
Kleiber Otfrid von Weißenburg W. Kleiber, Otfrid von Weißenburg. Untersuchungen zur handschriftlichen Überlieferung und Studien zum Aufbau des Evangelienbuches, Bern/München 1971 (Bibliotheca Germanica 14)
Lesne E. Lesne, Histoire de la proprieté ecclésiatique en France, Lille 1938
PL Patrologiae cursus completus. Series Latina, Bd. 1–221, hrsg. von J. P. Migne, Paris 1844–1865
Wolfenbüttel Weiss. Die Handschriften der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel, Abt. 3: Die Weissenburger Handschriften, beschrieben von O. von Heinemann, in: Die Handschriften der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel, Abt. 2 Teil 5, Wolfenbüttel 1903, 268–443

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