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Beschreibung von Cod. Guelf. 483 Helmst.
geplant: Die mittelalterlichen Helmstedter Handschriften der Herzog August Bibliothek. Teil 3: Cod. Guelf. 441 bis 615 Helmst., beschrieben von Bertram Lesser.
Handschriftentitel: Psalterium feriatum. Litania et Preces. Hymnarius Windeshemensis. Officium defunctorum.
Entstehungsort: Südostniedersachsen
Entstehungszeit: 1220–1230 und 15. Jh., 2. Hälfte
Katalognummer: Manuscripta Mediaevalia Objektnummer, 32412409,T
Beschreibstoff:
  • Pergament
  • Aus zwei Teilen zusammengesetzt: I 1r–39v, II 40r–98v.
Umfang: 98 Bl.
Format: 27 × 20 cm.
Seitennummerierung: Bleistiftfoliierung modern: 198.
Lagenstruktur: III+1 (7). 3 IV (31). IV–2+2 (39). IV+1 (48). IV+1 (57). IV+1 (66). 4 IV (98).
Einband: Spätgotischer Holzdeckelband mit dunkelbraun gefärbtem Lederüberzug. Streicheisenlinien. Einzelstempel Adler heraldisch, einköpfig: EBDB s000207. Blattwerk: EBDB s000651. Christuskopf (Vera icon): EBDB s004095. Lilie, Mittelblatt rhombisch, unterer Abschluss lilienförmig: EBDB s006045. Rosette, ein Blattkranz, siebenblättrig: EBDB s008215. Blütenstaude, Blüte ohne Krause: EBDB s000849. Sämtlich aus der Werkstatt Werkstatt "Christuskopf" im Hildesheimer Fraterhaus Lüchtenhof (EBDB w000207). Drei Doppelbünde. Zwei Riemenschließen mit Stiftlager in einfach geschwungener Gabelform, nur das obere Schließenlager erhalten, Schließenriemen und -haken verloren. 2 × 5 Schonernägel in Hutform wie bei Cod. Guelf. 424 Helmst. und 479 Helmst., sämtlich entfernt. In die Unterkante des VD war ein, in die Unterkante des HD waren zwei rechteckige Zapfen als Stehfüße eingelassen, ebenfalls sämtlich entfernt. An Bl. 6, 19, 21, 23, 27, 33, 59 und 86 rotgefärbte (heute weitgehend abgegriffene) Lederzungen als Blattweiser.
Zusatzmaterial: Fragmente, VS und HS: Pergament, vorn Teil eines Doppelbl., hinten ein kopfständig eingeklebtes Bl., 27 × 20 cm, beschnitten. Schriftraum: 23 × 15,5 cm, einspaltig, 25 Zeilen. Karolingische Minuskel, eine Hand. Rote Initialen, keine Rubrizierung. Südniedersachsen (Hildesheim?), um 1100. Missale. VS (Textbeginn im oberen Teil des Doppelbl.): In vigilia paschae. Enthält den Schluss des 'Exsultet', den größten Teil der Prophetia I (Gn 1,1–2,2), die Oratio Bruylants 385 und den Beginn der Lesung Ex 14,24–28. HS: Feria VI Parasceve. Mit den Orationes solemnes Bruylants 758, 763 und 777 (jeweils mit Invitatio); der Text bricht in der Invitatio zu 766 ab.
Entstehung der Handschrift: Zur Geschichte der Hs. vgl. bei Cod. Guelf. 479 Helmst.
Erwerb der Handschrift: Beide Codices wurden am 15.4.1572 in die Bibliotheca Julia in Wolfenbüttel transferiert. Cod. Guelf. 483 Helmst. ist 1614 im Gesamtkatalog der Bibliotheca Julia von Liborius Otho (Cod. Guelf. A Extrav., p. 164 [159]) separat unter Sacra Biblia et Bibliorum Sacrorum partes als Psalterium cum hymnis mit der Signatur E 4 nachgewiesen. 1618 aus Wolfenbüttel nach Helmstedt überführt, 1644 im Katalog der Helmstedter Universitätsbibliothek (Cod. Guelf. 27.2 Aug. 2°, 9r) fälschlich als Missale in bretter braun unter den Theologici in folio nachgewiesen; auf dem VS die entsprechende Helmstedter Signatur T. 188. Im Handschriftenverzeichnis von 1797 (BA III, 51) unter Nr. 81 aufgeführt.
Bibliographie
Handschriftenteil: I
Handschriftentitel: Psalterium feriatum
Entstehungsort: Südostniedersachsen
Entstehungszeit: 1220–1230
Beschreibstoff: Pergament
Umfang: 39 Bl.
Format: 27 × 20 cm.
Lagenstruktur: III+1 (7). 3 IV (31). IV–2+2 (39).
Zustand: In der letzten Lage mit dem Schluss der Cantica NT Textverlust, Ergänzungen siehe in Teil II unten. Der Codex wurde offenbar lange und regelmäßig im Chor benutzt, das Pergament ist im unteren Drittel der Blätter stark abgegriffen und dadurch mürbe und lederartig geworden.
Seiteneinrichtung: Schriftraum: 21–22 × 15 cm, einspaltig, 17–18 Zeilen. Tintenliniierung.
Hände:
  • Haupttext in früher gotischer Textualis ohne Bogenverbindungen von einer Hand; auch in Cod. Guelf. 479 Helmst., 104r–129v, 131r–140r .
  • Die auf den Rasuren aktualisierten Antiphonen und Versikel wurden von mehreren Händen in Textualis nachgetragen; die Haupthand arbeitete vor der Trennung der beiden Psalterteile auch an Cod. Guelf. 479 Helmst., 2r–140r.
Musiknotationen: Die nachgetragenen Antiphonen und Versikel sind mit gotischer Choralnotation auf vier Notenlinien, meist mit c- und f-Schlüssel, versehen.
Auszeichnungsschriften / Buchschmuck: Rubrizierung, Lombarden und Gliederungsinitiale zu Ps 109 (2v über 6 Zeilen) in identischer Ausführung und von den gleichen Händen wie in Cod. Guelf. 479 Helmst.
Inhalt:
  1. 1r–v leeres Vorsatzbl.
  2. 2r–39v Psalterium feriatum cum canticis NT ordinarioque officii secundum cursum Romanum ad usum congregationis Windeshemensis CanAug suppleto (pars diurnalis).
    • (2r) Antiphonae et versiculi in feria VI ad matutinas. Enthält einen Teil der Antiphonen und Versikel zu Matutin (CAO 1874 mit 8025 und 1328) und Laudes (CAO 1736, 1744, 3749, 2421 und 3218 mit Initium des Hymnus AH 51 Nr. 32 und anzitiertem Versikel CAO 8181) sowie der Benedictus-Antiphon (CAO 3184). Die vorstehenden Texte gehörten vor der Zweiteilung des Psalters zu Cod. Guelf. 479 Helmst., 129v.
    • (2v–6r) Psalmi in dominicis diebus ad vesperas. Enthält Ps 109–113 mit den zugehörigen Vesperantiphonen CAO 4853, 2865, 3251, 4971 und 3960. – Die sonst nach Windesheimer Usus an dieser Stelle üblichen Hymnen in communi tempore ad vesperas mit den Magnificatantiphonen fehlen hier, da sie aus Raumgründen nicht in den laufenden Text eingefügt werden konnten. Sie sind im zweiten Teil des Codex unten, 48v–50v, nachgetragen.
    • (6r–7r) Psalmi in feria II ad vesperas (pars I). Enthält Ps 114–116 mit den zugehörigen Vesperantiphonen (CAO 3319, 1944, 3586). 6r in marg. die nachträgliche Anmerkung: Feria secunda.
    • (7r–18r) Psalmi ad horas parvas diurnales. Ps 117 und 118 für die kleinen Tageshoren; die sonst nach Windesheimer Usus an dieser Stelle üblichen Antiphonen, Responsorien, Versikel, Collecten und Hymnen fehlen hier, da sie aus Raumgründen nicht in den laufenden Text eingefügt werden konnten. Sie sind im zweiten Teil des Codex unten, 44r–48v, nachgetragen.
    • (18r–19r) Psalmi in feria II ad vesperas (pars II). Enthält Ps 119 und 120 mit den zugehörigen Vesperantiphonen (CAO 1824 und 1536).
    • (19r–21r) Psalmi in feria III ad vesperas. Enthält Ps 121–125 mit den zugehörigen Vesperantiphonen (CAO 3229, 4473, 1279, 1735 und 2839). 19r in marg. die nachträgliche Anmerkung: Feria tercia.
    • (21r–23r) Psalmi in feria IV ad vesperas. Enthält Ps 126–130 mit den zugehörigen Vesperantiphonen (CAO 3885, 1587, 1732, 2116 und 4990). 21r in marg. die nachträgliche Anmerkung: Feria quarta.
    • (23r–27v) Psalmi in feria V ad vesperas. Enthält Ps 131–136 mit den zugehörigen Vesperantiphonen (CAO 2713, 2537, 4139, 4567 und 3151). 23r in marg. die nachträgliche Anmerkung: Feria quinta.
    • (27v–33r) Psalmi in feria VI ad vesperas. Enthält Ps 137–142 mit den zugehörigen Vesperantiphonen (CAO 3215, 2367, 1197, 2328, 4316 und 1329) sowie das Initium des Hymnus AH 51 Nr. 39 mit anzitiertem Versikel CAO 8018. 27v in marg. die nachträgliche Anmerkung: Feria sexta.
    • (33r–37v) Psalmi in feria VII ad vesperas. Enthält Ps 143–147 mit den zugehörigen Vesperantiphonen (CAO 1720, 3204, 3583, 2148, 1734 und 1328) sowie das Initium des Hymnus AH 50 Nr. 7 mit Versikel CAO 8240. 33r in marg. die nachträgliche Anmerkung: Sabbato.
    • (38r–v) Canticum BMV. Stegmüller RB 21h2. Das vorausgehende Canticum Zachariae fehlt (Blattverlust).
    • (38v) Canticum Simeonis. Stegmüller RB 21h3.
    • (38v–39v) Symbolum Athanasianum (prima pars tantum). Verlust von mehreren Bl. mit dem Schluss des Symbolum (Text bricht ab nach: Unus ergo pater non tres patres unus filius non … ) und dem Te deum. Die fehlenden Partien des Symbolum sind nachträglich in Teil II, 40r–v (s. unten) ergänzt worden. Zum Text vgl. CPL 167.
Entstehung der Handschrift: Der Faszikel gehörte ursprünglich zu Cod. Guelf. 479 Helmst., vgl. dort zu Entstehung und Geschichte des Codex.
Handschriftenteil: II
Handschriftentitel: Litania et Preces. Hymnarius Windeshemensis. Officium defunctorum.
Entstehungsort: Hildesheim, Fraterhaus Lüchtenhof
Entstehungszeit: 1460–1485
Beschreibstoff: Pergament
Umfang: 59 Bl.
Format: 27 × 20 cm.
Lagenstruktur: IV+1 (48). IV+1 (57). IV+1 (66). 4 IV (98). Reste von Bogensignaturen in Minuskelbuchstaben und arabischen Ziffern erkennbar, die sich auch in den anderen Codices dieser Gruppe (s. unten) findet.
Seiteneinrichtung: Schriftraum: 20 × 13 cm, einspaltig (nur die Litanei 41ra–vb zweispaltig), 26 Zeilen, Tintenliniierung.
Hände: Sehr regelmäßige Textualis von drei Händen,
  • Hand 1: 40r–58v;
  • Hand 2: 59r–97v;
  • Hand 3: 97v–98r (später nachgetragen).
Musiknotationen: Alle Gesangsteile sind über der Zeile jeweils mit gotischer Choralnotation auf einem Fünfliniensystem mit c- und f-Schlüssel ausgestattet.
Auszeichnungsschriften / Buchschmuck:
  • Rubriziert, rote Lombarden (meist über 2 Zeilen) und Satzmajuskeln, bei den Antiphonen und Responsorien des Totenoffiziums in den Gesangsteilen auch schwarze, cadellenartig verzierte Satzmajuskeln.
  • 59r rote Fleuronnéeinitiale C über 3 Zeilen mit vierblattförmiger Schaftaussparung im Buchstabenkörper und schwarzem Knospenfleuronnée als Konturbegleitung und im Binnenfeld. Mehrere parallele Fadenranken bilden einen rechteckigen Rahmen um den Buchstabenkörper, der mit einer Reihe von Perlen und bauchigen Tütenblättern besetzt ist; die Perlen sind ihrerseits mit kleinen Zwickelperlen und Fibrillen verziert. Die Fadenranken erstrecken sich entlang des linken Textrandes und laufen in gewellten Enden aus. Im Binnenfeld befinden sich an axialsymmetrischen Ranken paarweise angeordnete geschwungene und stark gelappte Tütenblätter. Die ebenfalls rote Initiale P auf Bl. 86r ist gleichartig gestaltet und verziert, jedoch fehlen hier die am Rahmen angebrachten Perlen.
Inhalt:
  1. 40r–v Symbolum Athanasianum (ultima pars tantum). Enthält den nach dem Textverlust und der Trennung der Codices im Fraterhaus Lüchtenhof ergänzten Schluss des Symbolum (vgl. Teil I oben, 38v–39v, Text setzt ein: … non tres filii unus spiritus sanctus, non tres spiritus sancti … ).
  2. 41ra–44r Litania cum precibus minoribus maioribusque. Die zweispaltig angelegte Litanei (41ra–42r) entspricht dem Windesheimer Brevier; die Reihe der Bekenner wurde jedoch mit den Hildesheimer Diözesanpatronen ergänzt (41va: Sancte Godeharde ora. Sancte Epiphani ora. Sancte Bernwarde ora); bei den Jungfrauen wurden von späterer Hand nachgetragen (42r Fußsteg: [S]ancta Anna ora. [S]ancta Monica). Auf die Litanei folgen die Rogationes (42r–v) sowie die Preces [minores] (42v), einige Collectae, die Preces maiores et sunt dicende in XL in adventu domini in quatuor temporibus in vigilia sanctorum ad matutinas et ad vesperas (43r–44v) und die Preces minores dicende ad minores horas prefatis temporibus (44r). Litanei und Preces liegen gedruckt in allen Inkunabel- und Frühdruckausgaben des Windesheimer Breviers vor (vgl. unten, 59r–86r), hier vergl. mit GW 5240, h VIIrb – i Ivb. – An den Fußsteg von Bl. 43r ist ein Schaltzettel aus Pergament (6,5 x 5 cm) angenäht mit einem Gebet an den hl. Onuphrius: Omnipotens sempiterne deus tuorum eternus amator sanctorum qui beatissmum Onofrium inter gloriosos confessorum choros velud sidus aureum prodire fecisti … — … absterge multitudinem delictorum. Per dominum. Das Gebet wurde von der gleichen Hand wie die Initien auf dem Schaltzettel in Cod. Guelf. 479 Helmst., 7r, nachgetragen und ist bislang in dieser Form nur in Graz, Franziskanerkloster, Cod. A 67/24, 180r, nachgewiesen. Ein inhaltlicher Bezug zu den Preces im Haupttext ist nicht nachweisbar, zumal Onuphrius in Südniedersachsen nicht verehrt wurde.
  3. 44r–59r Ordinarium officii hymnique communis temporis. Die folgende Zusammenstellung der Invitatorien, Antiphonen, Versikel, Psalminitien, Collectae und Hymnen zu den kleinen Tageshoren, zur Vesper und zur Matutin folgt dem Windesheimer Brevier, wo die Texte ins Psalterium feriatum integriert sind (GW 5240, f VIIra – h Vva, vergl.); da dies aus Raumgründen im älteren Teil des Codex mit dem eigentlichen Psalterium nicht möglich war, wurde sie hier geschlossen nachgetragen. Alle Gesangsteile sowie die jeweils erste Strophe der Hymnen sind mit Notation versehen. Im einzelnen sind enthalten:
    • (44r–46v) Ordinarium officii ad primam. Mit Hymnus (44r–v: AH 51 Nr. 41), nur die erste Strophe mit Notation in drei Modi: In festis maioribus duplicibus et supra nota ymnum ad horas[sic], In festis duplicibus et IX lectionum nota ymnum ad horas[sic] und In festis IX psalmorum et aliis ferialibus diebus. Anschließend Dominicis diebus antiphona (CAO 4087 mit Versikel CAO 4087a), Diebus ferialibus antiphona (45r: CAO 1589), das Capitulum Is 33,2 mit Responsorium CAO 6276 und Versikel CAO 6276b sowie im Anschluss (45r–46v) Kyrie mit Rogationes und vier Collectae für Sonn- und Wochentage.
    • (46v–47r) Ordinarium officii ad tertiam. Mit Hymnus (46v: AH 50 Nr. 18), nur die erste Strophe mit Notation in drei Modi: In maioribus duplicibus et supra, IX lectionum et duplicibus und IX psalmorum et infra. (47r) Dominicis diebus antiphona (CAO 1268), Ferialibus diebus antiphona (CAO 2137), Dominicis diebus Responsorium (CAO 6946) mit Versikeln (CAO 6946a und 8042) und Ferialibus diebus responsorium (CAO 7567) mit Versikeln (CAO 7567a und 7932).
    • (47r–48r) Ordinarium officii ad sextam. Mit Hymnus (47v: AH 50 Nr. 19), nur die erste Strophe mit Notation in einem Modus (superskribiert Nota ferialis). Anschließend Dominicis diebus antiphona (CAO 5126), Ferialibus diebus antiphona (CAO 3202), Dominicis diebus responsorium (CAO 6889) mit Versikeln (CAO 6889a und 8032) sowie Ferialibus diebus responsorium (CAO 6236) mit Versikeln (CAO 6236a und 8032).
    • (48r–v) Ordinarium officii ad nonam. Mit Hymnus (AH 50 Nr. 20), nur die erste Strophe mit Notation in einem Modus (superskribiert Nota ferialis). Anschließend Dominicis diebus antiphona (CAO 5124), Ferialibus diebus antiphona (CAO 1498), Dominicis diebus responsorium (CAO 6293) mit Versikeln (CAO 6293a und 7928) sowie Ferialibus diebus responsorium (48v: CAO 7517) mit Versikeln (CAO 7517a und 7928).
    • (48v) >Dominicis diebus ad vesperas ymnus<. AH 51 Nr. 34 mit Versikel CAO 8018.
    • (48v–49r) >Feria II ymnus [ad vesperas]<. AH 51 Nr. 35 mit Versikel CAO 8018 (der Versikel wird auch an den folgenden Wochentagen bis feria VI verwendet) und Antiphon super Magnificat (CAO 3667).
    • (49r) >Feria III ymnus [ad vesperas]<. AH 51 Nr. 36 mit Versikel wie feria II und Super Magnificat antiphona (CAO 3220).
    • (49r–v) >Feria quarta ymnus [ad vesperas]<. AH 51 Nr. 37 mit Versikel wie feria II und Super Magnificat antiphona (CAO 4510).
    • (49v–50r) >Feria V ymnus [ad vesperas]<. AH 51 Nr. 38 mit Versikel wie feria II und Super Magnificat antiphona (CAO 2149).
    • (50r) >Feria VI ymnus [ad vesperas]<. AH 51 Nr. 39 mit Versikel wie feria II und Super Magnificat antiphona (CAO 5087).
    • (50r–v) >Sabbato ymnus [ad vesperas]<. AH 50 Nr. 7 mit Versikel (CAO 8240.
    • (50v–51r) Benedictio et lectio dicenda in refectorio. >Ad completorium quando bis reficimus premittitur lectio sequens<. Jube domine benedicere (CANTUS 850351): Noctem quietam vitamque beatam tribuat nobis omnipotens et misericors deus … — … et octavis nativitatis domini et epyphanie et sacramenti et quando de beata virgine cantatur.
      Textgeschichte: Auch in Cod. Guelf. 501 Helmst., 105v–106r; 611 Helmst., 198v.
      Der Abschnitt enthält neben der Benediktion und der Kurzlesung (I Pt 5,8–9) noch die zugehörigen Psalminitien und die notierte Antiphon CANTUS 203130 mit Hinweisen, zu welchen Terminen des Kirchenjahres sie nicht gesungen werden soll. Druck: GW 5240, i Ivb–IIra (vergl.). Zum Ablauf der collatio (mit dem Text der Benediktion), vgl. die Statuten der Windesheimer Kongregation in: Vetus disciplina canonicorum regularium et saecularium… critice et moraliter expensa a D. Eusebio Amort…, Tom. I, Venetiis 1747, ND Farnborough 1971, 539–608, hier 588f. pars III,10.
    • (51r–52v) Antiphonae et Hymnus ad completorium. Die mit Notation versehene Zusammenstellung enthält in dieser Reihenfolge: In commemoracione beate Marie antiphona super psalmos (CAO 2016), Super Nunc dimittis antiphona (CAO 2952), danach Capitulum (Ier 14,9) und (51r–v) den Hymnus AH 51 Nr. 44 mit Versikel CAO 8001 zur Komplet, Notation nur in der ersten Strophe in zwei Modi (Ab epyphania usque ad quadragesimam et ab octava penthecostes usque ad adventum idem in duplicibus und In festis IX lectionum et infra), anschließend die Antiphonen In festis duplicibus et IX lectionum in primo completorio (CAO 4206), In festis duplicibus et IX lectionum et secundo completorio ad Nunc [dimittis] (CAO 2742), Ferialibus et IX psalmorum ad Nunc [dimittis] (CANTUS 204361), anschließend (52r–v) Kyrie mit Rogationes und Collecta (Deshusses 936, modifiziert und ergänzt).
    • (52v–54r) Antiphonae et Collectae BMV post completorium. Enthält die vollständig mit Notation versehenen marianischen Antiphonen Sequens antiphona cantatur tempore paschali cotidie post completorium (CAO 4597), In maioribus duplicibus et supra post completorium (CAO 1356), In duplicibus festis post completorium (CAO 1542), Ferialibus diebus post completorium (CANTUS 204367) sowie die ergänzten Collectae Deshusses 1841, 140 und 82. Ohne Notation und in modifizierter Abfolge auch in Cod. Guelf. 611 Helmst., 198v–200r.
    • (54r–58v) Antiphonae ad Canticum Simeonis per circulum anni. Die Zusammenstellung enthält folgende, vollständig notierte Antiphonen zum Canticum Simeonis im Jahreskreis: Ad completorium per totum adventum (CAO 4502), In concepcione beate Marie virginis (CAO 4591, nur anzitiert), In vigilia nativitatis domini (CAO 1862, Schluss der Rubrik radiert), In die sancto usque ad epyphaniam domini (CAO 5362), In epyphania domini per octavam ad Nunc dimittis antiphona (CAO 5022), In purificacione beate Marie virginis (CAO 3645), In secundo completorio super Nunc dimittis antiphona (CAO 2498), Dominica prima in XL (CAO 2047), Dominica III (CAO 3732), Dominica V in XL ad Nunc dimittis antiphona (CANTUS 204458), In annunciacione beate Marie virginis (CAO 2997), In secundo completorio super Nunc dimittis (CAO 2491, nur anzitiert), In vigilia pasche antiphona (CAO 1350), In die sancto pasche ad Nunc dimittis (CAO 1352), In ascensione ad Nunc dimittis (CANTUS 200200), In penthecoste ad Nunc dimittis per totam octavam (CAO 1354), In festo sacramenti ad completorium (CANTUS 205202), In nativitate Johannis [Baptistae] (CAO 3504), In festo Petri et Pauli apostolorum ad Nunc dimittis (CAO 3449), In secundo completorio ad Nunc dimittis (CAO 4284), In visitacione beate Marie virginis antiphona (CAO 2491), In assumpcione beate Marie virginis antiphona (CAO 4703), In dedicacione ecclesie in primo completorio ad Nunc dimittis (CAO 5199), In secundo completorio ad Nunc dimittis (CAO 1680). Die Anordnung der Kirchweihe zwischen Assumptio BMV (15.8.) und Augustini (28.8.) entspricht nicht den Usancen des Lüchtenhofes, dessen Kirchweihe im Herbst gefeiert wurde, vgl. Annalen und Akten der Brüder des gemeinsamen Lebens im Lüchtenhofe zu Hildesheim (s. oben), 326f. Anschließend (57v) In natali sancti Augustini episcopi ad Nunc dimittis (CAO 5421), In nativitate beate Marie virginis ad Nunc dimittis antiphona (CAO 4591), In festo Michaelis super Nunc dimittis (CAO 3756), In festo omnium sanctorum ad Nunc dimittis (CAO 3210), In secundo completorio ad Nunc dimittis (CAO 3590), In natali sancti Martini as Nunc dimittis antiphona (CANTUS 202604, entspricht nicht dem Windesheimer Usus).
  4. 59r–86r Hymnarius Windeshemensis de tempore et de sanctis. Sofern nicht anders angegeben, ist jeweils nur die erste Strophe mit Notation versehen. Im einzelnen sind enthalten:
    • (59r) In adventu domini ad vesperas hymnus. AH 51 Nr. 47.
    • (59r–v) >Ad completorium per totum adventum<. Milchsack Nr. 111 Str. 1–6 und 8.
    • (59v) >Ad nocturnum<. AH 51 Nr. 48.
    • (59v–60r) >Ad laudes<. AH 51 Nr. 49.
    • (60r) >In nativitate domini ad vesperas<. AH 50 Nr. 53 Str. 1–4.
    • (60r–v) >Ad completorium et ad laudes ymnus<. AH 50 Nr. 53 Str. 5–7 und Doxologie der Weihnachtszeit wie AH 2 Nr. 21 Str. 8. Ohne Notation.
    • (60v) >Ad nocturnum<.
      • AH 51 Nr. 50 und Doxologie der Weihnachtszeit wie AH 2 Nr. 21 Str. 8.
    • (60v–61r) >Ad primam in maioribus duplicibus et supra<. AH 50 Nr. 71 Str. 1 und 2 mit Doxologie der Weihnachtszeit wie AH 2 Nr. 21 Str. 8. Str. 1 doppelt, mit divergierender Notation; vgl. dazu bei Cod. Guelf. 501 Helmst., 41v–42r, wo die beiden Intonationen verschiedenen liturgischen Festgraden zugeordnet sind.
    • (61r) >Ad terciam<.
      • AH 50 Nr. 71 Str. 3 und 4, vollständig notiert.
    • (61r–v) >Ad sextam<.
      • AH 50 Nr. 71 Str. 5 und 6, vollständig notiert.
    • (61v) >Ad nonam<.
      • AH 50 Nr. 71 Str. 7 und 8 mit Doxologie der Weihnachtszeit wie AH 2 Nr. 21 Str. 8, vollständig notiert.
    • (61v–62r) >In epyphania ad vesperas et completorium<.
    • (62r–v) >In purificacione [BMV] ad vesperas et ad completorium<.
      • AH 50 Nr. 155, vollständig notiert.
    • (62v–63r) >In capite ieiunii ad vesperas et ad laudes usque ad dominicam Invocavit<.
      • AH 51 Nr. 57, vollständig notiert.
    • (63r–v) >In XL ad vesperas usque ad dominicam in passione<.
      • AH 51 Nr. 55.
    • (63v–64r) >Ad completorium usque ad dominicam in passione<.
      • AH 51 Nr. 22 Str. 1–6 und Doxologie wie im Apparat.
    • (64r) >Ad nocturnum<.
      • AH 51 Nr. 60.
    • (64r–v) >Ad laudes<.
      • AH 51 Nr. 54.
    • (64v–65r) >Dominica in passione domini ad vesperas<.
      • AH 50 Nr. 67 Str. 1 und 3–8, vgl. Daniel 1 Nr. 139.
    • (65r) >Ad nocturnum<.
      • AH 50 Nr. 66 Str. 1–5 und Doxologie wie im Apparat.
    • (65r–v) >Ad laudes<.
      • AH 50 Nr. 66 Str. 6–10 und Doxologie wie im Apparat. ohne Notation.
    • (65v–66r) >Dominica in palmis ad completorium<.
      • AH 51 Nr. 74 Str. 1–5 und 13.
    • (66r–v) >In octava pasche ad vesperas<. AH 51 Nr. 83 mit Doxologie der Osterzeit (s. Apparat), Str. 1 doppelt, mit divergierender Notation; vgl. dazu bei Cod. Guelf. 501 Helmst., 55v–58r, wo die beiden Intonationen verschiedenen liturgischen Festgraden zugeordnet sind. Str. 5–8 mit eigener Rubrik Ad completorium.
    • (66v) >Ad nocturnum<. AH 51 Nr. 84 Str. 1–5 und 12, Str. 1 doppelt, mit divergierender Notation zu den Sonn- und Wochentagen.
    • (66v–67r) >Ad laudes<. AH 51 Nr. 84 Str. 6–12, Str. 1 doppelt, mit divergierender Notation zu den Sonn- und Wochentagen.
    • (67r–68r) >In invencione et exaltacione sancte crucis ad vesperas<. AH 50 Nr. 223 mit vollständiger Notation.
    • (68r–v) >Ad laudes<.
      • AH 51 Nr. 80 Str. 1–4 und Doxologie wie im Apparat.
    • (68v) >Ad ascensionem domini ad vesperas<. AH 50 Nr. 143.
    • (68v–69r) >Ad completorium<. AH 51 Nr. 89 Str. 1–4 und 6.
    • (69r–v) >Ad nocturnum<. AH 51 Nr. 88 Str. 1–4 und 8 mit vollständiger Notation.
    • (69v–70r) >Ad laudes<.
      • AH 51 Nr. 88 Str. 5–8 mit vollständiger Notation.
    • (70r) >In festo penthecostes ad vesperas et ad completorium<. AH 50 Nr. 144 Str. 1–6 und Doxologie AH 2 Nr. 51 Str. 7.
    • (70v–71r) >Ad nocturnum<. AH 51 Nr. 92 und Doxologie wie im Apparat, mit vollständiger Notation.
    • (71r–v) >Ad laudes<. AH 51 Nr. 91.
    • (72r) >De sancta trinitate<. AH 51 Nr. 40 mit Doxologie (Deo patri sit gloria … ).
    • (72r–v) >In festo corporis Christi ad vesperas et ad completorium<. AH 50 Nr. 386.
    • (72v–73r) >Ad nocturnum<. AH 50 Nr. 387.
    • (73r) >Ad laudes<. AH 50 Nr. 388.
    • (73r–v) >De sancto Johanne Baptista ad vesperas usque 'Omnis' ad nocturnum usque 'Antra'<. AH 50 Nr. 96 Str. 1–4.
    • (73v) >Ad laudes<.
      • AH 50 Nr. 96 Str. 5–8 mit Doxologie wie im Apparat (Gloriam patri resonemus … ), ohne Notation.
    • (73v–74r) >Ad completorium<.
      • AH 50 Nr. 96 Str. 9–13 ohne Notation.
    • (74r) >Petri et Pauli ad vesperas per totum ad nocturnum usque 'Iam bone'<. AH 51 Nr. 188 Str. 1 und 2.
    • (74r–v) >Ad laudes usque ad finem<. AH 51 Nr. 188 Str. 3 und 4 ohne Notation.
    • (74v) >Ad completorium<. AH 51 Nr. 188 Str. 5 und 6 ohne Notation.
    • (74v) >In visitacione beate Marie ad vesperas<.
      • AH 51 Nr. 123.
    • (74v–75r) >Ad completorium<. Zusammengesetzt aus AH 27 Nr. 82.II Str. 4–6 und AH 11 Nr. 61 Str. 5 und 6 (vgl. Chevalier 6346). Entspricht dem Text des gedruckten Windesheimer Breviers.
    • (75r) >Ad nocturnum<. Zusammengesetzt aus AH 50 Nr. 72 Str. 1, 2, 4 und 5 sowie AH 11 Nr. 61 Str. 5 und 6. Entspricht dem Text des gedruckten Windesheimer Breviers.
    • (75r–v) >Ad laudes<. Zusammengesetzt aus AH 50 Nr. 72 Str. 6–8 und AH 11 Nr. 61 Str. 5 und 6. Entspricht dem Text des gedruckten Windesheimer Breviers.
    • (75v–76r) >Marie Magdalene ad vesperas et ad laudes<. AH 51 Nr. 175 Str. 1–4 und Doxologie (Deo patri sit gloria … ), vollständig notiert.
    • (76r) >Ad nocturnum<. AH 52 Nr. 285.
    • (76r–v) >Laurencii ad vesperas et ad laudes<. AH 50 Nr. 33 Str. 1–4 und 6, vollständig notiert.
    • (76v–77r) >Ad nocturnum<. AH 50 Nr. 227, vollständig notiert.
    • (77r–v) >In assumpcione beate Marie virginis ad omnes horas<. AH 51 Nr. 126, vollständig notiert.
    • (78r) >De sancto Augustino ad vesperas<. AH 52 Nr. 117.
    • (78r–v) >Ad completorium<. AH 52 Nr. 118.
    • (78v) >In nativitate beate Marie virginis ad vesperas et ad completorium<. Milchsack Nr. 24.
    • (78v–79v) >Michaelis ad vesperas et ad completorium [sic, recte: ad laudes]<. AH 50 Nr. 146, vollständig notiert.
    • (79v–80r) >Ad completorium et ad nocturnum<. AH 50 Nr. 156, vollständig notiert.
    • (80r–v) >De omnibus sanctis ad vesperas ad completorium et ad laudes<. AH 51 Nr. 130.
    • (80v) >Ad nocturnum<. AH 51 Nr. 129.
    • (80v–81r) >De sancta Elyzabeth ad vesperas et ad laudes ymnus<. AH 52 Nr. 181 Str. 1–6 und 10.
    • (81r–v) >Ad laudes<. AH 52 Nr. 181 Str. 7–10 ohne Notation.
    • (81v) >Ad nocturnum ymnus<. AH 52 Nr. 182.
    • (81v–82r) Hymnus in dedicatione ecclesiae. >Ad vesperas<. AH 51 Nr. 102 Str. 1–4, Schluss der Rubrik radiert.
    • (82r) >Ad laudes<.
      • AH 51 Nr. 102 Str. 5 und 6 ohne Notation.
    • (82r) >Ad completorium et ad omnes horas minores<.
      • AH 51 Nr. 102 Str. 7–9 ohne Notation.
    • (82r–v) >De apostolis ad vesperas et ad laudes<. AH 51 Nr. 108 mit zusätzlicher Doxologie (Gloria tibi domine … ).
    • (82v) >Ad nocturnum<.
    • (82v–83r) >De uno martire ad laudes ymnus<. AH 51 Nr. 113 Str. 1–3 und Doxologie doppelt (Deo patri sit gloria … , danach Gloria tibi domine … ), vollständig notiert.
    • (83r–v) >Ad nocturnum<. AH 51 Nr. 114a.
    • (83v) Hymnus in festo plurimorum martyrum. >Ad vesperas<. AH 51 Nr. 112 Str. 1–3 und Doxologie doppelt (Deo patri sit gloria … , danach Gloria tibi domine … ).
    • (83v) >Ad nocturnum<. Mone Nr. 733.
    • (83v–84v) >Ad laudes ymnus<. AH 50 Nr. 153 mit vollständiger Notation.
    • (84v–85r) >De confessoribus ad laudes et ad vesperas ymnus<. AH 51 Nr. 118.
    • (85r) >Ad nocturnum<. AH 51 Nr. 117.
    • (85r–v) >De virgine et martyre ad vesperas et ad laudes<. AH 50 Nr. 21 mit doppelter Doxologie (Deo patri sit gloria … , danach Gloria tibi domine … ).
    • (85v) >Ad nocturnum<. AH 51 Nr. 121 Str. 1–3.
    • (85v–86r) >De virgine non martyre<. AH 51 Nr. 121 Str. 4 und Doxologie wie im Apparat, ohne Notation.
    Textgeschichte: Das Windesheimer Hymnar mit Notation auch in Cod. Guelf. 499.1 Helmst., 17r–122r; Cod. Guelf. 501 Helmst., 12r–96r; 551 Helmst., 135r–161r; 563 Helmst., 1r–135v; mit Teilnotation (jeweils nur erste Zeile) in Cod. Guelf. 52 Helmst., 170v–182r; vollständig ohne Notation in Cod. Guelf. 621 Helmst., 211v–238v; 1344 Helmst., 94r–107r; 1370 Helmst., 247r–261v und 290r–320v sowie teilweise in Cod. Guelf. 1382 Helmst., 436v–440v und 544 Novi, 188v–190v.
    Das Windesheimer Hymnar liegt gedruckt ohne Notation u.a. in allen Inkunabel- und Frühdruckausgaben des Windesheimer Breviers vor: GW 52405245 (= Bohatta Liturgische Bibliographie 41, 544–551), Breviarium canonicorum regularium Windechimensis ordinis sancti Augustini…, Paris 1502 (= Bohatta Breviere 974); Breuiarium Canonicorum regularium secundum ordinarium Capituli de Windesim…, Schoonhoven 1507 (= Bohatta Breviere 975); Breviarium consuetudinum ad Canonicorum regularium instituti divi patris Augustini episcopi congregationis Windesimensis…, Antwerpen 1519 (= Bohatta Breviere 978) (hier vergl. mit GW 5240, k Ira–Xva).
  5. 86r–97v Officium defunctorum secundum usum congregationis Windeshemensis CanAug. >Vigilie defunctorum. Ad vesperas antiphona<. Placebo domino in regione vivorum (CAO 4293) … — … ut quorum vicem ad horam gerebat in terris eorum perpetuo consorcio letetur in celis. Per. Das Offizium entspricht zwar den gedruckten Brevieren, ist aber abweichend gegliedert: (86r–92r) Vigiliae defunctorum, vollständiges Offizium mit Antiphonen, Psalmversen, Invitatorium CAO 1131 und den 9 Lesungen mit den zugehörigen Antiphonen, Responsorien und Versikeln; 92r–96v lectiones minores, neun zusätzliche kürzere Lesungen mit den zugehörigen Responsorien und Versikeln (die beiden zusätzlichen Versikel CAO 7091x und 7091ab zum Responsorium der lectio IX fehlen in den gedruckten Brevierausgaben), anschließend die Psalmverse zu Laudes und Magnificat sowie die Collecta; die Responsorien beider Lektionengruppen sind nachgewiesen bei Ottosen, 174: 25–44–47, 138–93–83, 40–79–18, sowie 143: 14–72–24, 68–57–82, 32–58–38. Am Schluss (96v–97vr) stehen 13 alternative Collectae zum Totengedenken bei verschiedenen Anlässen (in vom Druck abweichender Reihenfolge: pro anniversario, pro tricennario, pro uno sacerdote, pro pluribus sacerdotibus, pro uno famulo, plurimorum famulorum, pro una femina, plurimarum feminarum, pro benefactoribus, pro fratribus et sororibus, Generalis, Generalis und pro episcopo = Deshusses 2818). Die Rubriken sind modifiziert; die Collecta pro episcopo fehlt im Windesheimer Brevier (die Windesheimer Chorherren waren im Gegensatz zu den Brüdern vom Gemeinsamen Leben von der bischöflichen Gewalt exemt).
    Textgeschichte: Das Windesheimer Totenoffizium mit den Zusatzversen, aber in der Abfolge gemäß den Drucken auch in Cod. Guelf. 499.1 Helmst., 1r–16v; 500 Helmst., 153r–162v; 540 Helmst., 142v–157r; 551 Helmst., 161r–175r (alle drei identisch); die korrekte Fassung nach Windesheimer Brauch ohne die beiden zusätzlichen Versikel in Cod. Guelf. 52 Helmst., 182r–189v (Collectae wie hier ans Ende gestellt); 1344 Helmst., 86v–94r (Abfolge gemäß den u.g. Drucken); sowie ohne Lektionstexte und ohne zusätzliche Orationen in Cod. Guelf. 501 Helmst., 96r–105v. Die lectiones longiores des WIndesheimer Totenoffiziums mit der ersten Responsorienreihe und den Collectae ohne Antiphonen befinden sich in Cod. Guelf. 611 Helmst., 195r–198v.
    Das Windesheimer Totenoffizium liegt gedruckt ohne Notation u.a. in allen Inkunabel- und Frühdruckausgaben des Windesheimer Breviers vor (vgl. oben, 59r–86r), hier vergl. mit GW 5242, H VIIIvaI IVvb.
  6. 97v–98r Hymni suppleti in festo sanctae Katharinae virginis.
    • (97v) >De sancta Katherina ad vesperas et ad laudes ymnus<. Milchsack Nr. 25.
    • (97v–98r) >Ad nocturnum<. AH 23 Nr. 378.
    Textgeschichte: Diese von anderer Hand nachgetragenen, für die lokale Tradition des Augustiner-Chorfrauenstifts Marienberg bei Helmstedt typischen Hymnen (der Hymnus ad nocturnum ist bislang nur aus diesem Konvent überliefert) finden sich auch in den von dort stammenden Liturgica Cod. Guelf. 501 Helmst., 120r–121r; 506 Helmst., 203v–204r; 512 Helmst., 230v; 541 Helmst., 143r.
    – 98v leer.
Entstehung der Handschrift: Der Handschriftenteil gehört nach Schrift- und Ausstattungsmerkmalen zu einer Gruppe von Psalterien und anderen Liturgica, die in der zweiten Hälfte des 15. Jh. im Hildesheimer Fraterhaus Lüchtenhof für verschiedene Auftraggeber angefertigt worden sind. Die chronologischen Fixpunkte bilden die durch Kolophon oder Besitzvermerk sicher lokalisierten und datierten Cod. Guelf. 35 Helmst. (Missale Hildeshemense, 1462), Cod. Guelf. 57 Helmst. (Windesheimer Psalterium feriatum, 1469) und Cod. Guelf. 548 Helmst. (Rituale Bursfeldense, 1502), hinzu kommen neben diesem Codex noch die für das Augustiner-Chorfrauenstift Hilwartshausen angefertigten Bände Cod. Guelf. 500 Helmst., 540 Helmst. und 551 Helmst. sowie das gleichfalls für diese Gemeinschaft bestimmte Hymnar Cod. Guelf. 499.1 Helmst. In den Umkreis dieser Gruppe gehören außerdem Cod. Guelf. 52 Helmst., 163r–189r, der Anhang von Cod. Guelf. 611 Helmst. und das Brevier Cod. Guelf. 545 Novi. Dass die Fraterherren des Lüchtenhofs noch für andere Empfänger pro pretio Psalterien schrieben, ist belegt in: Annalen und Akten der Brüder des gemeinsamen Lebens im Lüchtenhofe zu Hildesheim, hrsg. von R. Doebner, Hannover, Leipzig 1903 (Quellen und Darstellungen zur Geschichte Niedersachsens 9), 36 (Bruder Bernardus schreibt 1457 zwei großformatige Psalterien für die Hildesheimer Domkirche) und 180f. Nr. 13 vom 18.4.1487 (Herzogin Anna von Braunschweig-Lüneburg lässt im Lüchtenhof zwei Psalterien schreiben). Im Lüchtenhof wurden auch beide Teile der Hs. zusammengebunden.

Korrekturen, Ergänzungen:
  • Manuscripta Mediaevalia Objektnummer hinzugefügt (schassan, 2019-08-20)

Abgekürzt zitierte Literatur

AH Analecta hymnica medii aevi, hrsg. von G. M. Dreves und C. Blume, Bd. 1–55, Leipzig 1886–1922, Registerbd. 1–2, hrsg. von M. Lütolf, Bern u. a. 1978
Bruylants D. P. Bruylants, Les oraisons du Missel Romain. Texte et histoire, Bd. 2: Orationum textus et usus juxta fontes, Louvain 1952, ND ebd. 1965 (Études liturgiques 1,2)
CANTUS CANTUS: A Database for Latin Ecclesiastical Chant. Indices of chants in selected manuscripts and early printed sources of the liturgical Office (http://cantus.uwaterloo.ca//)
CAO R.-J. Hesbert, Corpus antiphonalium officii, Bd. 1–6, Rom 1963–1979 (Rerum ecclesiasticarum documenta. Series maior 7–12)
Chevalier Repertorium hymnologicum. Catalogue des chants, hymnes, proses, séquences, tropes en usage dans l'église latine depuis les origines jusqu'à nos jours, Bd. 1–6, ed. par U. Chevalier, Louvain u. a. 1892–1921
CPL Clavis patrum Latinorum, hrsg. von E. Dekkers, Steenbrugge u.a. 31995 (Corpus Christianorum. Series Latina)
Daniel H. A. Daniel, Thesaurus hymnologicus sive Hymnorum, canticorum, sequentiarum circa annum MD usitatarum collectio amplissima, Bd. 1–5, Leipzig 1855–1862
Deshusses J. Deshusses, Le sacramentaire Grégorien. Ses principales formes d'après les plus anciens manuscrits, 3 Bde., Fribourg 1971–1982 (Spicilegium Friburgense 16, 24, 28)
EBDB Einbanddatenbank (http://www.hist-einband.de/, besonders die Sammlung Wolfenbüttel)
GW Gesamtkatalog der Wiegendrucke, Bd. 1–, Leipzig 1925–1938, Stuttgart 1978–
Heinemann O. von Heinemann, Die Helmstedter Handschriften, Bd. 1–3, Wolfenbüttel 1884–1888, Nachdruck Frankfurt/M. 1963–1965 (Kataloge der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel, Die alte Reihe 1–3)
Milchsack G. Milchsack, Hymni et sequentiae cum compluribus aliis et latinis et gallicis necnon theotiscis carminibus … , Halle 1886
Mone Lateinische Hymnen des Mittelalters. Aus Handschriften hrsg. und erklärt von F. J. Mone, Bd. 1–3, Freiburg/Br. 1853–1855
Ottosen K. Ottosen, The responsories and versicles of the latin office of the dead, Aarhus 1993
Stadt im Wandel Stadt im Wandel. Kunst und Kultur des Bürgertums in Norddeutschland 1150–1650. Landesausstellung Niedersachsen 1985. Ausstellungskatalog, Bd. 2: Katalog der Objekte, hrsg. von C. Meckseper, Stuttgart, Bad Cannstatt 1985
Stegmüller RB F. Stegmüller, Repertorium biblicum medii aevi, Bd. 1–11, Madrid 1950–1980

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