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Beschreibung von Cod. Guelf. 584 Helmst.
geplant: Die mittelalterlichen Helmstedter Handschriften der Herzog August Bibliothek. Teil 3: Cod. Guelf. 441 bis 615 Helmst., beschrieben von Bertram Lesser.
Handschriftentitel: Psalterium feriatum
Entstehungsort: Nordharzgebiet (Diözese Hildesheim)
Entstehungszeit: 1230–1240
Katalognummer: Manuscripta Mediaevalia Objektnummer, 32412450,T
Beschreibstoff: Pergament
Umfang: 162 Bl.
Format: 21,5 × 15 cm
Seitennummerierung: Bleistiftfoliierung modern: 1163, Zählfehler, Bl. 151 übersprungen.
Lagenstruktur: 2 IV (16). IV+1 (25). 16 IV (154)! IV+1 (163).
Zustand: Zwischen 21v und 22r ein Schaltzettel (14,5 x 15,5 cm) mit Textnachtrag (s. unten). Der Psalter weist insgesamt erhebliche Gebrauchsspuren auf; am Beginn und am Schluss Blattverluste, die teilweise durch Nachträge ausgeglichen worden sind.
Seiteneinrichtung: (Haupttext) 14,5–15 × 9,5 cm, einspaltig, 19 Zeilen, Tintenliniierung, Punkturen an den Blatträndern sichtbar; die im 15. Jh. hinzugefügten Bl. mit Textnachträgen sind gleichartig gestaltet.
Hände:
  • Der Psaltertext ist in sehr regelmäßiger früher Textualis von einer Hand geschrieben;
  • die im 15. Jh. aufgrund von Auslassungen und Textverlusten ergänzten Bl. (Schaltzettel zwischen 21v und 22r sowie die Doppelbl. 133r–134v, 156r–157v und 160r–161v) stammen von einer Hand in Textualis.
  • Das marginale Ordinarium officii wurde im 15. Jh. von mehreren weiteren Händen in Textualis und Bastarda hinzugefügt.
Musiknotationen: Die nachgetragenen Antiphonen und Versikel des Ordinarium officii sind mit gotischer Choralnotation auf vier Notenlinien, meist mit c- und f-Schlüssel, versehen.
Auszeichnungsschriften / Buchschmuck:
  • Rubriziert, am Beginn der Psalmverse rote Satzmajuskeln in Unzialform.
  • 1. Am Beginn der einzelnen Psalmen (mit Ausnahme der u. g. Gliederungspsalmen und der kontrahierten Laudespsalmen Ps 149 und 150) abwechselnd silberne und goldene (Pinselgold) Initialen in Unzialform, meist über 3 Zeilen (ohne Ober- und Unterlängen) mit rot-blauem konturbegleitendem Palmettenfleuronnée. Die Palmetten sind jedoch nicht gefingert oder gelappt, sondern nach außen glatt konturiert, die Blattstrukturierung erfolgt durch Strichelung an der Innenseite der Konturlinien.
  • 2. Deckfarbeninitialen: Jeweils zu Beginn der Gliederungspsalmen gemäß der formalen Drei- und der liturgischen Achtteilung nach dem Cursus romanus zehn reich gegliederte Rankeninitialen auf Goldgrund, die von zwei verschiedenen Händen ausgeführt wurden: 1r Initiale B zu Ps 1 über 15 Zeilen. Der rechteckige Goldgrund aus dünnem Pinselgold ist oben und unten von einer roten, rechts von einer blauen und links von einer grünen Leiste gerahmt und wurde nachträglich auf die bereits mit Zeilenliniierung zur Beschriftung versehene Seite aufgebracht, der Text -atus vir fehlt daher. Der Buchstabenkörper ist aus einer Doppelranke zusammengesetzt, die in den verschiedenen Abschnitten blau, grün, rot, purpurviolett, gelblich und braun gefärbt ist; regelmäßig von außen nach innen alternierende Farbaufhellungen sorgen für Plastizität. Die beiden Teile der Doppelranke sind im Buchstabenstamm parallel nebeneinandergestellt sowie oben und unten mit einer herzförmig verschlungenen Ranke mit den Bogenansätzen verbunden; die Enden laufen jeweils in glatt konturierte Halbpalmetten aus. Die Doppelranken der beiden Bögen werden von mehreren Schnallen verbunden und weisen am Scheitelpunkt der Bögen eckig gerautete Flechtbandknoten auf. Im Binnenfeld der Bögen befinden sich je zwei Spiralranken in wiederum wechselnder Färbung in Form zweier übereinandergestellter Achten, die in glatt konturierte, nach innen geknickte Halbpalmetten mit weißer Strichelung auslaufen und von fleischigen Oktopusblättern durchflochten sind. Die Ranken des Binnenfeldes winden sich in der Mitte durch den gespaltenen Buchstabenkörper und lösen dessen feste Konturen ansatzweise auf. Dieser Transzendierungsprozess wird bei den übrigen, gleichartig gestalteten und die genannten Elemente (Spiral- und Herzranken, Flechtbandknoten aus eckigem Scherengitter, Palmetten und Oktopusblätter) phantasievoll variierenden Gliederungsinitialen von der gleichen Hand – 24r Initiale D zu Ps 26, 39r Initiale D zu Ps 38, 52r Initiale Q zu Ps 51, 52v Initiale D zu Ps 52, 83v Initiale E zu Ps 80, 99r Initiale C zu Ps 97, 101r Initiale D zu Ps 101 und 114r Initiale D zu Ps 109, sämtlich über 6–8, meist über 7 Zeilen – so weit fortgetrieben, dass der Initialbuchstabe gänzlich weggelassen wird und die ursprünglich das Binnenfeld ausfüllenden Ranken in lockerer, vielfältiger Formung selbst den Buchstaben bilden und dessen Form bewusst verunklären. Zudem durchbrechen diese Initialen mit ihren Endausläufern, Flechtornamenten oder Caudae auch den dünnen roten Rahmen des Goldgrundes, der noch den Initialbegrenzungen der Codices aus der ersten Haseloff-Reihe, etwa denen des Älteren Wöltingeroder Psalters (Cod. Guelf. 521 Helmst.) oder des Stuttgarter Landgrafenpsalters (Stuttgart, WLB, HB II 24) verpflichtet ist. — Die auf Bl. 66r befindliche zoomorphe Initiale S zu Ps 68 über 7 Zeilen wurde offenbar von einer anderen Hand angefertigt. Den Buchstabenkörper des S bildet wie in zahlreichen anderen Psalterien der thüringisch-sächsischen Malerschule ein gewundener zweibeiniger Drache mit purpurviolettem Leib, gelben Füßen sowie grünem, langohrigen Kopf und grünen Flügeln. Der Schwanz am unteren Ende des Buchstabens durchbricht als einziges Element den Rahmen der Initiale und endet in einer glatt konturierten Halbpalmette. Die beiden Binnenfelder der Initiale füllt eine zweite, an den Enden gespaltene grün-blaue Ranke; die abschließenden rötlich-gelb gefärbten Palmettenblätter winden sich um den Buchstabenkörper, außerdem hat sich der Drache in das obere Ende der Binnenranke verbissen. — Obwohl die Dekoration in der Gestaltung der Rahmen und der glatt konturierten, allein durch Binnenstrichelung gegliederten Halbpalmetten und Oktopusblätter noch Merkmale der ersten Haseloffreihe, vor allem des Älteren Wöltingeroder Psalters zeigt, weisen insbesondere die lockeren, über den Buchstabenkörper und die Rahmenelemente hinausdrängenden Rankengefüge auf spätere Entwicklungen, wie sie etwa im oberen Teil der Beatus-Initiale des Jüngeren Wöltingeroder Psalters (Cod. Guelf. 515 Helmst., 9v) zu beobachten sind und in der noch späteren Beatus-Initiale des Psalters Cod. Guelf. 989 Helmst., 4v, einen Höhepunkt erreichen. Stilistisch und wohl auch zeitlich sind die Initialen dieser Hs. daher zwischen den beiden Wöltingeroder Prachtpsalterien anzusiedeln.
Einband: Gotischer Holzdeckelband (frühes 14. Jh.), mit dunkelbraun gefärbtem Schafsleder überzogen. Sparsame Streicheisenlinien. Einzelstempel Rosette, ein Blattkranz, siebenblättrig: EBDB s008048. Aus der Werkstatt "Johannes von Brakel, Klus" (EBDB w000352). Der Stempel wurde îm späten 15. Jh. nachträglich im Kloster Clus bei der Ergänzung der Hs. angebracht, vgl. dazu Lesser Johannes von Brakel, 88f. mit dem analogen Beispiel Cod. Guelf. 238 Helmst., wo der gleiche Stempel verwendet worden ist. 3 Doppelbünde. Eine mittig angebrachte Langriemenschließe, Schließenriemen ehemals rot gefäbt, bis auf einen Riemenrest und das mit einem Vierpass durchbrochene Gegenblech verloren. An den Bl. mit den Gliederungspsalmen nach dem Cursus romanus und monasticus einfache Blattweiser aus angenähten unregelmäßigen Lederstücken oder aus Fäden, die durch die Punkturlöcher gezogen und verknotet wurden.
Zusatzmaterial: Fragmente, VS: Pergament, zwei Bl., jedes Bl. ca. 14 x 11 cm, quer eingeklebt. Schriftraum: jeweils ca. 12 × 10 cm, einspaltig, 29 Zeilen. Oberes Bl. Textualis, 13./14. Jh., unteres Bl. Carolino-Gothica, 13. Jh., 1. Viertel. Kalendarium. Beide Bl. aus jeweils einem nichtliturgischen Kalendar ohne Festgrade. Angegeben sind Goldene Zahl, Tagesbuchstaben und römische Tageszählung (beim oberen Bl. letztere rot) sowie rechts daneben die Zeitspannen der Nonen, Iden und Kalenden durch spaltenweise angeordnete rote litterae elongatae. Das obere Bl. enthält noch die Kalender des Monats Januar mit den bemerkenswerten Festen: 12.1. Eductio domini de Egipto, 21.1. Agnetis virginis, 21.1. Epiphanii episcopi et confessoris, 28.1. Octava Agnetis virginis (möglicherweie Diözese Hildesheim?). Auf dem unteren Bl. ist der Monat Dezember mit den bemerkenswerten und in den nordfranzösischen Raum verweisenden Festen 4.12. Deposicio Folquini episcopi und 30.12. Winnoci abbatis eingetragen. Beide Kalendarbl. stammen vermutlich aus Privatpsalterien. — HS: Pergament, ein leeres Bl., 22 x 14,5 cm, auf dem im 15. Jh. ein mnd. Gebet an die hl. Margareta (von einer gleichnamigen Besitzerin?) nachgetragen wurde: O Margareta du edel steyn bidde vor mi stedes | up dat wy den duvel vleyn vnd bliuen in der gnade godes Jhesu cum Maria ewighen vroliken seyn. Darunter der Versikel CAO 7091z.
Entstehung der Handschrift: Nach Ausweis der stilistischen Merkmale und des Buchschmucks wurde der Psalter um 1230–1240 im Nordharzraum geschrieben und illuminiert. Eine genauere Lokalisierung ist nicht möglich, da Besitzeinträge fehlen und das Kalendar sowie die Litanei verloren sind.
Provenienz der Handschrift: Spätestens im 15. Jh. befand sich der Codex in einem Bursfelder Benediktiner- bzw. Benediktinerinnenkonvent. Für die weitere Benutzung wurde er im Benediktinerkloster Clus mit dem Bursfelder Ordinarium officii versehen, nach dem Cursus monasticus neu gegliedert und erhielt außerdem Einbandstempel aus der Werkstatt des dortigen Buchbinders Johannes von Brakel. Zu derartigen Ergänzungspraktiken mit weiteren Beispielen aus Clus vgl. Lesser Johannes von Brakel, 110 und 113–115. Es ist sehr wahrscheinlich, dass der aktualisierte Psalter für den Gebrauch in dem von Clus reformierten Benediktinerinnenkloster Brunshausen bestimmt war, zu dessen Buchbeständen auch 15 Psalterien gehörten, vgl. dazu bei Cod. Guelf. 543 Helmst.
Erwerb der Handschrift: Sofern dies zutrifft, gelangte der Codex am 24.4.1572 mit einem Teil der Konventsbibliothek in die Bibliotheca Julia in Wolfenbüttel; im 1614 angefertigten Gesamtkatalog von Liborius Otho ist er unter den nur sehr summarisch erfassten Liturgica nicht eindeutig identifizierbar. 1618 aus Wolfenbüttel nach Helmstedt überführt; 1644 im Katalog der Helmstedter Universitätsbibliothek (Cod. Guelf. 27.2 Aug. 2°, 19v) in einem Sammeleintrag: Sechs vnd zwanzig Psalteria Latina pro Choro vf Pergamen unter den Theologici MSSti in quarto nachgewiesen; im Handschriftenverzeichnis von 1797 (BA III, 52) unter Nr. 809 aufgeführt.
Inhalt:
1. 1r–163v Psalterium feriatum cum canticis VT et NT ordinarioque officii secundum cursum monasticum ad usum congregationis Bursfeldensis OSB suppleto. Der Psalmentext war zunächst als Psalterium non feriatum angelegt, dessen Gliederung sowohl der formalen Drei- als auch der liturgischen Achtteilung nach dem Cursus romanus folgte. In der zweiten Hälfte des 15. Jh. wurde, wahrscheinlich im Benediktinerkloster Clus, das Ordinarium officii nach dem Usus der benediktinischen Bursfelder Reformkongregation ergänzt und der Text somit in ein Psalterium feriatum nach dem Cursus monasticus umgewandelt. Im einzelnen sind enthalten:
  • (1r–17v) Psalmi in omnibus diebus ad primam. Enthält Ps 1–19 mit den in marg. eingefügten Antiphonen und Versikel zur Prim (CAO 4875 mit 8072, 2333, 2824, CANTUS 200724, CAO 1890 und CANTUS 200705). – 12r auf dem Fußsteg ein im 14./15. Jh. nachgetragenes Gebet zum Totenoffizium: Obsecramus te domine pro nobis crucifixe per illam preciosi sangwinis undam quam pro mundi salute de tuo sancto corpore manare fecisti … — … introducere eas digneris ubi lux est vera et gaudium sempiternum sine fine. Kyrie eleison Christe eleison Kyrie eleison; ein weiteres 12v: Omnipotens sempiterne deus qui humanum corpus de limo terre formasti … — … omnium fidelium defunctorum. Die Gebete gehören ebensowenig wie die nachfolgend noch genannten und stets von der gleichen Hand hinzugefügten Collectae zum Totenoffizium der Bursfelder Kongregation, vgl. GW 5178, vol. I (Breviarium exceptis lectionibus), r Vr–Xv.
  • (17v–30v) Psalmi in dominicis diebus ad matutinas. Enthält Ps 20–31 mit Invitatorium (CAO 1134), Antiphonen und Versikeln zu Matutin CAO 2349, 2420, 4108 mit 8138, CAO 2404, 1290, 3300 mit 8136 und CAO 1329 mit 8061), die Laudesantiphon CAO 1332 sowie das zum Capitulum gehörende Responsorium CAO 6799 mit Versikel CAO 6799a. Der im ursprünglichen Text wohl versehentlich ausgelassene Ps 23 und die Antiphon CAO 2420 sind auf einem Schaltzettel nach Bl. 21v nachgetragen. 28r auf dem Fußsteg ein im 14./15. Jh. nachgetragenes Gebet zum Totenoffizium: Domine Ihesu Christe pro honore commendacionis qua patri … tuam commendasti pietatem tuam humiliter deprecamur … — … liberes a penis et ab omni anxietate.
  • (30v–46v) Psalmi in feria II ad matutinas. Enthält Ps 32–44 mit Invitatorium (CAO 1179), Antiphonen und Versikeln zu Matutin (CAO 4580, 2891, 4643, 3859 mit CANTUS 800088, CAO 1326, 5294, 4696, 3859, 1328 mit 8194), die Kurzlesung Lam 2,19 mit Responsorium (CAO 6236) und Versikel (CAO 6236a), die Laudesantiphon CAO 3773, das zum Capitulum gehörende Responsorium CAO 6496 mit Versikel CAO 6496a und die Benedictus-Antiphon (CAO 1717).
  • (46v–58v) Psalmi in feria III ad matutinas. Enthält Ps 45–58 mit Invitatorium (CAO 1095), Antiphonen und Versikeln zu Matutin (CAO 1278, 3680, 3680 mit 8091, CAO 1326, 1549, 3363, 3533, 1328 mit 8011), die Kurzlesung Prv 3,19–20 mit Responsorium (CAO 6421) und Versikel (CAO 6421a), die Laudesantiphon CAO 5150, das zum Capitulum gehörende Responsorium CAO 7160 mit Versikel CAO 7160a und die Benedictus-Antiphon (CAO 5473).
  • (58v–73r) Psalmi in feria IV ad matutinas. Enthält Ps 59–72 mit Invitatorium (CAO 1087), Antiphonen und Versikeln zu Matutin (CAO 2089, 1171, 323 mit 8161, CAO 1326, 4430, 2330, 5137, 1328 mit 8079), die Kurzlesung Sap 1,1–2 mit Responsorium (CAO 6939) und Versikel (CAO 6939a), die Laudesantiphon CAO 4582, das zum Capitulum gehörende Responsorium CAO 6686 mit Versikel CAO 6686a und die Benedictus-Antiphon (CAO 2664).
  • (73r–87r) Psalmi in feria V ad matutinas. Enthält Ps 73–84 mit Invitatorium (CAO 1011), Antiphonen und Versikeln zu Matutin (CAO 3620, 5203, 3318, 4394 mit 8009, CAO 1326, 2814, 5219, 1733, 1328 mit 7960), die Kurzlesung Sap 3,9 mit Responsorium (CAO 6704) und Versikel (CAO 6704a), die Laudesantiphon CAO 4994, das zum Capitulum gehörende Responsorium CAO 6508 mit Versikel CAO 6508a und die Benedictus-Antiphon (CAO 3285). – 87r auf dem Fußsteg ein im 14./15. Jh. nachgetragenes Gebet zum Totenoffizium: Domine Jesu Christe misericordie tue imploramus auxilium … — … et horroribus penarum dignanter eripias.
  • (87r–101r) Psalmi in feria VI ad matutinas. Enthält Ps 85–100 mit Invitatorium (CAO 1066), Antiphonen und Versikeln zu Matutin (CAO 3316, 1721, 2760 mit 7961, CAO 1326, 1764, 4511, 3508, 1328 mit 8110), die Kurzlesung Sap 1,6–7 mit Responsorium (CAO 7163) und Versikel (CAO 7163a), die Laudesantiphon CAO 4678, das zum Capitulum gehörende Responsorium CAO 6021 mit Versikel CAO 6021a und die Benedictus-Antiphon (CAO 4270).
  • (101r–113v) Psalmi in feria VII ad matutinas. Enthält Ps 101–108 mit Invitatorium (CAO 1064), Antiphonen und Versikeln zu Matutin (CAO 1825, 1682, 3571 mit 800511, CAO 1327, 5471, 2114, 1874, 1328 mit 7992), die Kurzlesung Sir 12,2–3 mit Responsorium (CAO 6494) und Versikel (CAO 6494a), die Laudesantiphon CAO 1736, das zum Capitulum gehörende Responsorium CAO 6148 mit Versikel CAO 6148a und die Benedictus-Antiphon (CAO 3310).
  • (114r–115v) Psalmi in dominicis diebus ad vesperas. Enthält Ps 109–112 mit der Antiphon CAO 4853 und dem Responsorium CAO 7460 mit Versikel CAO 7460a. Die Magnificat-Antiphon fehlt.
  • (115v–119v) Psalmi in feria II ad vesperas (pars I). Enthält Ps 113–117 mit den zugehörigen Antiphonen (CAO , 2837, 3319 und 1944). – 118v auf dem Fußsteg ein im 14./15. Jh. nachgetragenes Gebet zum Totenoffizium: Omnipotens sempiterne deus qui omnes fideles in tormentis exspectantes … — … resurrectionis tue auxilio in paradiso cum tuis glorietur.
  • (119v–133r) Psalmi ad horas parvas diurnales. Ps 118–127 für Terz, Sext und Non (nur wie üblich bis feria III, da die übrigen gleich) mit den Antiphonen und Versikeln in dominicis diebus (nur Alleluia mit den Versikeln CAO 8072, 8042, 8032 und 7928), in feria II (CAO 1281 mit 8072, CAO 1498 mit 8032 und CAO 5380 mit 7928) und in feria III et sequentibus (CAO 1824 mit 8072, CAO 4473 mit 8032 und CAO 2839 mit 7928).
  • (133r–v) Psalmus in feria II ad vesperas (pars II). Enthält Ps 128 mit der zugehörigen Vesperantiphon (CAO 1732), dem Responsorium CAO 6039 mit Versikel CAO 6039a und der Magnificat-Antiphon CAO 3668.
  • (133v–135v) Psalmi in feria III ad vesperas. Enthält Ps 129–133 mit den zugehörigen Vesperantiphonen (CAO 2116, 4990, CANTUS 920131 und CAO 2537), dem Responsorium mit Versikel wie feria II und der Magnificat-Antiphon CAO 3220.
  • (135v–138v) Psalmi in feria IV ad vesperas. Enthält Ps 134–137 mit den zugehörigen Vesperantiphonen (CAO 4139, 4567, 3151 und 3215), dem Responsorium mit Versikel wie feria II und der Magnificat-Antiphon CAO 4510.
  • (138v–141v) Psalmi in feria V ad vesperas. Enthält Ps 138–140 mit den zugehörigen Vesperantiphonen (CAO 2367, 1197 und 2328), dem Responsorium mit Versikel wie feria II und der Magnificat-Antiphon CAO 2150. – 139v auf dem Fußsteg ein im 14./15. Jh. nachgetragenes Gebet zum Totenoffizium: Domine Jesu Christe hos psalmos canimus ad honorem nominis tui … — … in anima ista misericorditer dissipare digneris.
  • (141v–144v) Psalmi in feria VI ad vesperas. Enthält Ps 141–144,9 mit den zugehörigen Vesperantiphonen (CAO 4316, 1720 und 4266), dem Responsorium mit Versikel wie feria II und der Magnificat-Antiphon CAO 5087.
  • (144v–147r) Psalmi in feria VII ad vesperas. Enthält Ps 144,9–147 mit den zugehörigen Vesperantiphonen (CAO 4600, 3583, 2148 und 1734) sowie dem Responsorium CAO 7118 mit Versikel CAO 7118a.
  • (147r–148v) Psalmi in omnibus diebus ad laudes. Enthält die stets gleichbleibenden Laudespsalmen Ps 148–150, dier hier nicht voneinander abgesetzt sind.
  • (148v–159r) Cantica VT. Enthalten sind die Cantica VT: (148v–149r) Canticum Isaiae: Stegmüller RB 21g1; (149r–150r) Canticum Ezechiae: Stegmüller RB 21g2; (150r–v) Canticum Annae: Stegmüller RB 21g3; (150v–153r) Canticum Moysis I: Stegmüller RB 21g4; (153r–154v) Canticum Habacuc: Stegmüller RB 21g5; (155r–158r) Canticum Moysis II: Stegmüller RB 21g6; (158r–159r) Canticum trium puerorum: Stegmüller RB 21g7.
  • (159r–160r) Cantica NT. Enthalten sind die Cantica NT: (159r–v) Canticum Zachariae: Stegmüller RB 21h1 und (160r) Canticum BMV: Stegmüller RB 21h2; das Canticum Simeonis (Stegmüller RB 21h3) fehlt.
  • (160r–161v) Te deum. Aufgrund von Blattverlusten fehlt der Text des 13. Jh.; er wurde im 15. Jh. ergänzt. Zum Text vgl. CPL 650.
  • (161v–163vv) Symbolum Athanasianum. Der aufgrund von Blattverlust verstümmelte Textanfang wurde im 15. Jh. zusmen mit dem Te deum nachgetragen. Zum Text vgl. CPL 167.
  • (163v) Kyrie cum litaniis rogationibusque. >Letania<. Erhalten ist nur der Beginn der Litanei mit dem Kyrie und den Fürbitten an Maria und die Erzengel; alles Übrige ist verloren. Auf dem Fußsteg des Bl. ein im 14./15. Jh. nachgetragenes Gebet zum Totenoffizium: O clemens et piissime Deus [oramus ut] propter ineffabilem potentiam maiestatis tue … — … et animas fidelium defunctorum.
  • Im gesamten Psalterium sind auf dem Fußsteg zahlreiche, z. T. wieder radierte und überschriebene Gebetsanweisungen in mitteldt. Sprache hinzugefügt worden, die nur noch teilweise lesbar sind, z. B.: 8v zu Ps 10: Sprich en daz dir got dine sele beware; 9v zu Ps 12: Sprich en daz din ende werde gut; 10r zu Ps 13: Sprich en als din frunt in orloge wolde … ; 13r zu Ps 17: Sprich en daz dy got helfe daz du enphast sinen heiligen licham; 16r zu Ps 18: Sprich en den zcwelfboten daz si dy helfen zcu gote; 34v zu Ps 35: Swer zu den vienden sulde vare dy spreche disen salm alle tage; 40r zu Ps 39: Sprich en so du grozer angist hast; 45v zu Ps 44: Lis en vnsir vrowen; 47v zu Ps 47: Sprich en wan du dine bicht gernst; 48v zu Ps 48: Sprich en wan du hast eynen gewaldigen vrunt; 49v zu Ps 49: Lis disen in deme adventu domini; 51r zu Ps 50: Lis en vor dyne kinde; 52v zu Ps 52: Lis den wan din vrunt gevangen wert; 56v zu Ps 57: Lis en vor ungerechte lude; 59v zu Ps 61: Lis en vor bose bekoringe; 60v zu Ps 62 Lis en des morgens vrů so get dyr heil czu; 40r zu Ps 63: Lis en vor nidin[sic] zu allen geziden; 61v zu Ps 64: Sprich en den selen; 62v zu Ps 65: Lis disen de kint geberen; 64r zu Ps 67 Lis disen sancto Laurencio; 74v zu Ps 74: Sprich disen vmme vor hohe not; 76r zu Ps 76: Lis disen dem heiligen geyste; 82v zu Ps 79: Lis en vnsis heren sele; 84v zu Ps 82: Lis disen den sunderen; 85v zu Ps 83: Sprich en wan du … (Rest unleserlich); 88v zu Ps 87: Lis en vnsis heren … (Rest unleserlich); 107v zu Ps 105: Lis en in der adventu; 112v zu Ps 108: Dit ist der … salm da der tyvel … (Rest unleserlich); 114v zu Ps 110: Lis en daz dich got lose van dine engesten; 140r zu Ps 139: Lis en zo eren allir heiligen vnd vnsir vrowen da man Liber generacionis lesit; 144r zu Ps 144: Lis en als du dine vaste hast gebrochen; 148v zum Canticum Isaiae: Lis en vnde bete got vnd syne moter daz sye dir gnedig sin; 150r zum Canticum Annae: Lis en daz dir got helfe … (Rest unleserlich); 150v zum Canticum Moysis I: Lis den zornigen luten; 153r zum Canticum Habacuc: Dit ist der salm den Adam sprach; 156r zum Canticum Moysis II: Dise salm ist von deme orteyle. Die Gebetsanweisungen weichen sprachlich und in vielen Fällen auch inhaltlich von den untereinander weitgehend identischen mnd. Gebetsanweisungen in Cod. Guelf. 885 Helmst., 999 Helmst., 1220 Helmst. und 1257 Helmst. ab. Vgl. dazu insgesamt E. Hellgardt, Deutsche Gebetsanweisungen zum Psalter in lateinischen und deutschen Handschriften und Drucken des 12.-16. Jahrhunderts. Bemerkungen zu Tradition, Überlieferung, Funktion und Text, in: Deutsche Bibelübersetzungen des Mittelalters. Beiträge eines Kolloquiums im Deutschen Bibel-Archiv, hrsg. von N. Henkel und H. Reinitzer, Bern u. a. 1991 (Vestigia Bibliae 9/10), 400–413 (ohne Kenntnis dieser Hs.).
Bibliographie

Korrekturen, Ergänzungen:
  • Manuscripta Mediaevalia Objektnummer hinzugefügt (schassan, 2019-08-20)

Abgekürzt zitierte Literatur

CANTUS CANTUS: A Database for Latin Ecclesiastical Chant. Indices of chants in selected manuscripts and early printed sources of the liturgical Office (http://cantus.uwaterloo.ca//)
CAO R.-J. Hesbert, Corpus antiphonalium officii, Bd. 1–6, Rom 1963–1979 (Rerum ecclesiasticarum documenta. Series maior 7–12)
CPL Clavis patrum Latinorum, hrsg. von E. Dekkers, Steenbrugge u.a. 31995 (Corpus Christianorum. Series Latina)
EBDB Einbanddatenbank (http://www.hist-einband.de/, besonders die Sammlung Wolfenbüttel)
GW Gesamtkatalog der Wiegendrucke, Bd. 1–, Leipzig 1925–1938, Stuttgart 1978–
Heinemann O. von Heinemann, Die Helmstedter Handschriften, Bd. 1–3, Wolfenbüttel 1884–1888, Nachdruck Frankfurt/M. 1963–1965 (Kataloge der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel, Die alte Reihe 1–3)
Lesser Johannes von Brakel B. Lesser, Johannes von Brakel – Buchbinder und Schreiber im Benediktinerkloster Clus, in: Wolfenbütteler Notizen zur Buchgeschichte 38 (2014), 77–122
Stegmüller RB F. Stegmüller, Repertorium biblicum medii aevi, Bd. 1–11, Madrid 1950–1980

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