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Beschreibung von Cod. Guelf. 63 Weiss.
Die illuminierten Handschriften der Herzog August Bibliothek. Teil 1: 6. bis 12. Jahrhundert, beschrieben von Stefanie Westphal (in Bearbeitung)
Handschriftentitel: Augustinus, Quaestiones LXXXIII et contra adversarium legis et prophetarum
Entstehungsort: Weißenburg
Entstehungszeit: um 825
Beschreibstoff: Pergament
Umfang: 154 Bl.
Format: 27 × 22 cm
Seitennummerierung: Moderne Tintenfoliierung.
Lagenstruktur: Vorsatzblatt. 7 IV (55), IV-1 (62), 9 IV (134). 2 III (146). IV (154). Bl. 1-102 Lagenbezeichnung in tintenfarbigen römischen Zahlen mittig am unteren Blattrand I-XIII.
Seiteneinrichtung: 19 × 16 cm, einspaltig, 23 Zeilen.
Hände: Karolingische Minuskel von drei Händen.
Vorblatt aus einem Legendar des 8. Jahrhunderts. Fragmente in weitere Handschriften (66 Weiss., 67 Weiss., 18 Weiss. und 77 Weiss., 63 Weiss., 404.2 Novi (4), Berlin, SBBPK, Lat. fol. 381; Zusammenstellung vgl. Bischoff Katalog 1, 369). 79r-79v (17 Zeilen) und 82r-107r die Hand Waldmanns, wie in den Handschriften 62 Weiss. (hier die gesamte Handschrift) und 10.11. Aug. 4° (hier 56v-109v; vgl. Butzmann Weißenburg, 43, 44; Kleiber Otfrid von Weißenburg, 129). In der Anlage eng verwandt und wahrscheinlich kurze Zeit vor 63 Weiss. entstanden, die Handschrift 62 Weiss.
Schrift: Incipits und Explicits in schwarzer und roter Capitalis Quadrata und Capitalis Rustica, zeilenweise wechselnd. Die Kapitelüberschriften in roter Unzialis mit Kapitelzählung in roten römischen Zahlen.
Incipits und Explicits in schwarzer und roter Capitalis Quadrata und Capitalis Rustica, zeilenweise wechselnd. Die Kapitelüberschriften in roter Unzialis mit Kapitelzählung in roten römischen Zahlen.
Auszeichnungsschriften / Buchschmuck: Verzierte Initialmajuskeln und Federinitialen.

Der Textbeginn der Kapitel eingeleitet mit 2-3zeiligen, teils verzierten Initialmajuskeln (3r-81r) und unkolorierten, unverzierten Hohlbuchstaben (83r-124). Die Federinitialen im Besatz teils mit Palmetten (10v, 11v, 81r) und dünnen, fadenförmigen Blättern (vgl. 54r).

Einband: Roter Ledereinband (Nigerziegenleder; Neubindung 1963). Oberer Schnitt in Gold mit gepunzten Sternen und sich kreuzenden Doppellinien.
Geschichte der Handschrift: Butzmann Weißenburg 42-50 gelang es in 63 Weiss., wie auch in 62 Weiss. und in 10.11. Aug. 4°, die Hand Waldmanns nachzuweisen (s.o.). Nach einer Notiz in 62 Weiss. schrieb dieser die Handschrift im Auftrag des Unterabtes Gerhoh (819-826). 63 Weiss. ist somit mit Sicherheit in Weißenburg entstanden. Die von Bischoff Katalog 3, Nr. 7409 vorgeschlagenen Datierung in das 1./2. Viertel des 9. Jahrhunderts lässt sich mit Blick auf die anderen Handschriften der Waldmann-Gruppe (63 Weiss., 46 Weiss., 4 Weiss., 19 Weiss., 20 Weiss., 37 Weiss., 63 Weiss. und 44 Weiss.) bestätigen. Die ausgefüllte Palmette (10v) ist bekannt aus 46 Weiss., 170v; 4 Weiss., 11v; 49 Weiss., 1v, 101r; 60 Weiss., 78r und 22 Weiss., 197v. Die ausgedünnten, schlanken Blätter (54r) begegnen bereits in einer Weißenburger Handschriften aus dem 2. Jahrzehnt des 9. Jahrhunderts (vgl. 67 Weiss.).
Provenienz der Handschrift: Vorblatt recto Codex monasterii sanctorum Petri et Pauli apostolorum in Wyßenburg. 3r Codex monasterii sanctorum Petri e Pauli in Wissenburg. Das Vorblatt der Handschrift gehört zu einem Legendar aus dem 8. Jahrhundert (s.u.).
Inhalt:
  • 1r-93r Augustinus: De diversis quaestionibus LXXXXIII. 1r-3r Inhalt und Capitula (PL 40, 11-96; Kurz 5/2, 530.; zur Anordnung der Kapitel, vgl. Butzmann Weißenburg, 204).
  • 93r-153r Augustinus: Contra adversarium legis et prophetarum (PL 42, 603-666).
  • 153v-154v Leer, mit Federproben, u.a. Et sui malates posumoi(?) (13./14. Jh.).
Bibliographie

Abgekürzt zitierte Literatur

Bischoff Katalog 1 B. Bischoff, Katalog der festländischen Handschriften des neunten Jahrhunderts (mit Ausnahme der wisigotischen), Teil 1: Aachen-Lambach, Wiesbaden 1998
Bischoff Katalog 3 B. Bischoff, Katalog der festländischen Handschriften des neunten Jahrhunderts (mit Ausnahme der wisigotischen), Teil 3: Padua–Zwickau, aus dem Nachlass hrsg. von B. Ebersperger, Wiesbaden 2014
Butzmann Weißenburg H. Butzmann, Die Weissenburger Handschriften, Frankfurt/M. 1964 (Kataloge der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel. Die Neue Reihe 10)
Grifoni C. Grifoni, Auf Otfrids Spuren in der frühmittelalterlichen Bibliothek Weißenburg, in: Marginalien in Bild und Text. Essays zu mittelalterlichen Handschriften, hrsg. von P. Carmassi und C. Heitzmann, Wiesbaden 2019 (Wolfenbütteler Forschungen, Bd. 156), 79-101
Hellgardt E. Hellgardt, Die exegetischen Quellen von Otfrids Evangelienbuch. Beiträge zur ihrer Ermittlung, Tübingen 1981 (Hermaea; N.F., 41)
Kleiber Otfrid von Weißenburg W. Kleiber, Otfrid von Weißenburg. Untersuchungen zur handschriftlichen Überlieferung und Studien zum Aufbau des Evangelienbuches, Bern/München 1971 (Bibliotheca Germanica 14)
Kurz 5/2 R. Kurz, Die handschriftliche Überlieferung der Werke des heiligen Augustinus, Bd. 5/2: Bundesrepublik Deutschland und Westberlin, Verzeichnis nach Bibliotheken, Wien 1979 (Veröffentlichungen der Kommission zur Herausgabe des Corpus der lateinischen Kirchenväter 10 = Österreichische Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-historische Klasse, Sitzungsberichte 350)
Lesne E. Lesne, Histoire de la proprieté ecclésiatique en France, Lille 1938
PL Patrologiae cursus completus. Series Latina, Bd. 1–221, hrsg. von J. P. Migne, Paris 1844–1865
Wolfenbüttel Weiss. Die Handschriften der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel, Abt. 3: Die Weissenburger Handschriften, beschrieben von O. von Heinemann, in: Die Handschriften der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel, Abt. 2 Teil 5, Wolfenbüttel 1903, 268–443

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