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Beschreibung von Cod. Guelf. 71 Weiss.
Die illuminierten Handschriften der Herzog August Bibliothek. Teil 1: 6. bis 12. Jahrhundert, beschrieben von Stefanie Westphal (in Bearbeitung)
Handschriftentitel: Gregorius I. Papa, Homiliae in Ezechielem/Gregorius I. Papa, Registrum epistularum
Entstehungsort: Weißenburg/Frankreich
Entstehungszeit:
  • 9. Jh., 1. Viertel
  • um 900
Beschreibstoff: Pergament
Umfang: 170 Bl.
Format: 24,5 × 16 cm
Seitennummerierung: Neuere Tintenfoliierung. Bl. 80 doppelt gezählt, daher ab Bl. 81 neue Bleistiftfoliierung.
Lagenstruktur: Vorderes Schutzblatt mitgebunden, nicht mitgezählt. IV+1 (8). 8 IV (72). II (76). IV (84). II (86). III (92). II (96). III (102). IV (110). 5 III (140). IV (148). III (154). II (158). IV (166). II (170). Bl. 1-76 Lagenbezeichnungen am Lagenende in römischen Ziffern am unteren Blattrand. Bl. 1 (Vorblatt) Sakramentarfragment, Schreiber identisch mit Hand A des Fragments 404.8 (11) Novi (Weißenburg, 2. Viertel 11. Jarhundert; vgl. Hoffmann Schreibschulen Südwesten, 306, 307, 315).
Zustand: Guter Zustand. Bl. 75 und 121 partieller Blattverlust. Falzstreifen zwischen Bl. 30 und 31. Bl. 76 Leimreste vom alten Einband
Einband: Roter Ledereinband (Nigerziegenleder; Neubindung 1968).
Bibliographie
Handschriftenteil: A
Entstehungsort: Weißenburg
Entstehungszeit: 9. Jh., 1. Viertel
Seiteneinrichtung: 22 × 15 cm, einspaltig, 39 Zeilen.
Hände: Karolingische Minuskel von einer Hand.
Von einer späteren Hand wird Hiltibodo als Schreiber genannt: 75v Hiltibodo. 76r mehrmals Hiltibodo presbiter et monachus scripsit librum istum. Darunter Requiescat in pace (9. Jh.).
Schrift: 74v Explicit in schwarzer Capitalis. Textüberschriften in roter Capitalis. Auszeichnungschrift zu Beginn der Texte in roter Unzialis. Satzmajuskeln in Rot und Schwarz.
74v Explicit in schwarzer Capitalis. Textüberschriften in roter Capitalis. Auszeichnungschrift zu Beginn der Texte in roter Unzialis. Satzmajuskeln in Rot und Schwarz.
Auszeichnungsschriften / Buchschmuck: 1 kleine Goldinitiale. 10 Zierinitialen.

Initialen:

Zu den Buchanfängen eine kleine 2zeilige, unverzierte Goldinitiale (1v) und 10 unkolorierte Zierinitialen (5v, 11r, 15v, 19r, 23r, 29r, 35v, 52v, 62v, 68v; 2-8). Buchstabenkörper gefüllt mit Flechtband (15v, 62v), Zickzack- (5v) und Wellenband (19r, 23r), Fischen (7v, 35v), randständigen Keisen (68v - hier die Initiale in Minium) und einem Wellen-Palmettenfries (29r). Im Besatz und als Buchstabenendungen knollenartige Blüten (vgl. 29r), Halbpalmetten (15v, 62v) und ein gestaffeltes Blatt (62v). Die Initiastämme durch Schnallen segmentiert. 62v der Ausläufer besetzt mit zwei Spangen. Die Füllmuster und Blattformen wirken etwas fahrig umrissen und in der Ausführung fleischig.

Geschichte der Handschrift: Teil A der Handschrift wird paläographisch in das frühe 9. Jahrhundert gegeben und nach Weißenburg lokalisiert (Bischoff Katalog 3; Butzmann Weißenburg). Der genannte Schreiber Hiltibodo (vgl. oben) lässt sich in keiner anderen Wolfenbütteler Handschrift festmachen. Für die Zeit 787-792 ist in Weißenburg jedoch ein Mönch als Urkundenschreiber mit diesem Namen bekannt (Diakon, ab 790 presbiter, cancellarius; vgl. Glöckner/Doll, 150 Anm. 113). Dieser könnte, wie Adallandus auch, weit über die Zeit als Urkundenschreiber als Buchschreiber in Weißenburg tätig gewesen sein. Die unkolorierten Hohlinitialen lassen sich mit ihren Initialformen (eingerollten Volutenenden und einstufigen Blüten als Initialstammendungen) und dem Ornament (gegenständige Halbpalmette, schlanker Fisch im Initialbogen, Wellen- und Palmettenfries) den Weißenburger Handschriften im frühen 9. Jahrhundert hinzufügen. Gleiches Ornament und sehr ähnliches Explicit (vgl. 74v) finden sich in 74 Weiss. Besondere Nähe ergibt sich desweiteren zu 17 Weiss., 10 Weiss. und 18 Weiss.
Provenienz der Handschrift: Kloster Weißenburg, Besitzeinträge. 2r Signaturenbuchstabe C. (14. Jh.). 75r oben vidit ab[bas?] und Codex monasterii sanctorum Petri et Pauli apostolorum in Wissenburg. Wiener Liste 4° 5.
Inhalt:
  • 1r Glossen.
  • 1v-74v Gregorius I. Papa: Homiliae in Ezechielem (PL 76, 786-934; CCL 142; CPL, 1710).
  • 75r Glosse.
  • 76r-76v Schreibernotiz, radierte Eintragungen und Federproben.
Handschriftenteil: B
Handschriftentitel: Registrum epistularum
Entstehungsort: Westfränkisch (?)
Entstehungszeit: um 900
Seiteneinrichtung: 10 × 7 cm, einspaltig, 27 Zeilen.
Hände: Karolingische Minuskel von mehreren Händen.
Schrift: Händewechsel am Beginn jeder Lage. Überschriften in roter Unzialis. Hervorgehoben Textabschnitte eingeleitet mit 2-3zeiligen roten unverzierten Buchstaben in Capitalis, häufig aus dem Text herausgerückt. 93v Binnenfeld farbig hinterlegt.
Händewechsel am Beginn jeder Lage. Überschriften in roter Unzialis. Hervorgehoben Textabschnitte eingeleitet mit 2-3zeiligen roten unverzierten Buchstaben in Capitalis, häufig aus dem Text herausgerückt. 93v Binnenfeld farbig hinterlegt.
Provenienz der Handschrift: Kloster Weißenburg, Besitzeintrag. 77r Signaturenbuchstabe F. (14. Jh.).
Inhalt:
77r-170v Gregorius I. Papa: Registrum epistularum (P. Ewald, L. Hartmann, Gregorii I. Papae Registrum epistolarum [MGH, Epistolae 1], Berlin 1887;CPL 1714; CC SL 140; zu den Büchern vgl. Butzmann Weißenburg, 220).

Abgekürzt zitierte Literatur

Becker G. Becker, Catalogi bibliothecarum antiqui, Hildesheim/New York 1885 (Nachdruck Hildesheim/Bonn 1973)
Cames G. Cames, Dix siècles d'enluminure en Alsace, Contades 1989
CC SL Corpus Christianorum. Series Latina, Bd. 1–, Turnhout 1954–
CPL Clavis patrum Latinorum, hrsg. von E. Dekkers, Steenbrugge u.a. 31995 (Corpus Christianorum. Series Latina)
Glöckner/Doll Traditiones Wizenburgenses. Die Urkunden des Kloster Weissenburg 661-864. Eingeleitet und aus dem Nachlass von K. Glöckner, hrsg. von A. Doll, Darmstadt 1979 (Arbeiten der Hessischen Historischen Kommission Darmstadt)
Hellgardt E. Hellgardt, Die exegetischen Quellen von Otfrids Evangelienbuch. Beiträge zur ihrer Ermittlung, Tübingen 1981 (Hermaea; N.F., 41)
Lesne E. Lesne, Histoire de la proprieté ecclésiatique en France, Lille 1938
PL Patrologiae cursus completus. Series Latina, Bd. 1–221, hrsg. von J. P. Migne, Paris 1844–1865
Wolfenbüttel Weiss. Die Handschriften der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel, Abt. 3: Die Weissenburger Handschriften, beschrieben von O. von Heinemann, in: Die Handschriften der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel, Abt. 2 Teil 5, Wolfenbüttel 1903, 268–443

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