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Beschreibung von Cod. Guelf. 74 Weiss.
Die illuminierten Handschriften der Herzog August Bibliothek. Teil 1: 6. bis 11. Jahrhundert, beschrieben von Stefanie Westphal (in Bearbeitung)

Origenes, Commentarii in epistulam ad Romanos VI-X

Weißenburg, Benediktinerkloster — um 800

Provenienz: 1r Benediktinerkloster Weißenburg, Besitzeintrag: Codex monasterii sanctorum Petri et Pauli in Wißenburg. 7r Weißenburger Signaturenbuchstabe: .E. (14. Jh.). Die Handschrift gelangte über Heinrich Julius von Blum 1690 in den Besitz des Herzogs Anton Ulrich von Braunschweig. Wiener Liste 2°49 (Butzmann Weißenburg, 3–18).

Pergament — 155 Bl. — 25,2 × 15 cm

Lagen: III (6). 5 IV (46). V-1 (55). 10 IV (134). 2 V (154). Lagenbezeichnungen: Letztes Blatt der jeweiligen Lage unten links: II-XVIII. Erste und letzte Lage ungezählt. Bl. 123 bei der älteren Foliierung übergangen. 1–122 Tintenfoliierung von jüngerer Hand. Ab 123 neue Bleistiftfoliierung. Schriftraum: 21 × 12 cm, einspaltig, 30 Zeilen. Karolingische Minuskel. An mehreren Stellen im Text Wechsel zu vorkarolingischer Minuskel. Im Text auf zwei Zeilen vergrößerte Satzmajuskeln. Einige Incipits, Explicits und Texanfänge in Capitalis - rote und schwarze Zeilen häufig alternierend (Buch XII/VIII - 62r, Buch VIII/IX - 91rv; vgl. Abb. 196) oder einfarbig schwarz (Explicit Buch X - 154r). 91v–92v rote Satzmajuskeln. Einzelne Passagen in Unzialis, auf 119v kombiniert mit Runen. Zitatenzeichen: y-förmiges Zeichen mit Punkt, ab 114v zwei s-förmige Zeichen.

Roter Ledereinband (Nigerziegenleder; Neubindung 1968).

INHALT

2r–154r Origenes: Commentarii in epistulam ad Romanos interprete Rufino , 6–10 (C. P. Hammond Bammel, Der Römerbriefkommentar des Origenes. Kritische Ausgabe der Übersetzung Rufins, Freiburg 1997-1998 [Vetus Latina. Aus der Geschichte der lateinischen Bibel 33-34]; CPG 1457; Stegmüller RB 6221).

AUSSTATTUNG

5 Initialen. Eine autonome Zeichnung.

Initialen: Zu den Buchanfängen drei unkolorierte (26v, 62r, 123r) und eine kolorierte (91v) Zierinitiale (3,5–4 cm). Initialstämme gefüllt mit Flechtband, Schlangen und Kreisen (26v, 62r). 123r gelapptes Stufenband und Flammenmuster in fahriger Ausführung (Abb. 199). Die Stammendungen mit einfachen (91v) oder mehrteiligen (26v; Abb. 198) Blüten. 2r, zum Textbeginn, eine 4zeilige unverzierte Federinitiale mit roter Punktrandung. 91v das Incipit ebenso mit roter, auf den gesamten Schriftzug ausgeweiteter Punktwolke.

Autonome Zeichnung: 155v die Darstellung eines mit Lendenschurz bekleideten Kämpfers mit Mönchstonsur oder gebundener Kappe (9 × 8 cm). Dieser zielt mit einer Lanze auf das geöffnete Maul eines sich aufbäumenden Löwen. Beide stehen auf einem plattenförmigen Untergrund. Der Löwe in der Zeichnung mit Rot nachgezogen. Die Körperkonturen des Kämpfers leicht mit Minium modelliert. Die Initiale auf 91v teils mit Minium gefüllt. Abb. 200.

Farben: Die Initialen als verzierte Hohlbuchstaben, unkoloriert. Lediglich die Initiale auf 91v mit partieller Miniumfüllung.

STIL UND EINORDNUNG

Die Handschrift wird paläographisch von Butzmann Weißenburg und Bischoff Katalog 3 nach Weißenburg (?) in die Zeit um 800 gegeben. Sie zeigt in der Ausstattung enge Parallelen zu 71 Weiss. (154r ähnliches Explicit, ähnliche Initialformen und -füllungen). Die Textgliederung in 74 Weiss. weist jedoch noch nicht wie in 71 Weiss. die rubrizierten und durch Schriftabstufungen gegliederten Textanfänge auf. Die Auszeichnungsschriften mit rot/schwarz alternierenden Zeilen und dem vegetabilen Besatz der Buchstaben (vgl. Explicit, 154r) stehen noch in Tradition der vorkarolingischen Textzierseiten. Somit ist eine Datierung um 800 angezeigt.

Wolfenbüttel Weiss., Nr. 4158 (Heinemann Nr.). — CLA IX, Nr. 1390. — Lesne, 707. — Butzmann Weißenburg, 225, 226. — Holter Buchschmuck, 77. — Kleiber Otfrid von Weißenburg, 126 Anm. 579, 127–130. — Hellgardt, 92. — Cames, 19. — Krämer, Bd. 1,1.2, 824. — Bischoff Katalog 3, Nr. 7419. — Westphal Buchmalerei Weißenburg, 361.


Beschreibung erstellt im Rahmen des Projektes Katalogisierung der illuminierten Handschriften der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel Teil I (6.–11. Jh.).
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