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Beschreibung von Cod. Guelf. 781 Helmst.
geplant: Die mittelalterlichen Helmstedter Handschriften der Herzog August Bibliothek. Teil V: Cod. Guelf. 616 bis 927 Helmst., beschrieben von Bertram Lesser.
Handschriftentitel: Guilelmus Peraldus
Entstehungsort: Zisterzienserinnenkloster Wöltingerode
Entstehungszeit: 1461
Katalognummer: Heinemann-Nr. 872
Beschreibstoff:
Umfang: I, 274, I Bl.
Format: 20,5 × 14,5 cm
Seitennummerierung: Bleistiftfoliierung modern: 1274; vorderes und hinteres Vorsatzbl. ungez.
Lagenstruktur: VI+1 (12)! 14 VI (180). V (190). 6 VI (262). VI+1 (274). Kustoden in römischen Zahlen auf dem Fußsteg der ersten Rectoseite jeder Lage (mit Ausnahme der beiden ersten und der letzten): IIIXVIII; mit dem Einsetzen der zweiten Hand werden die Kustoden durch Reklamanten ersetzt. Außerdem Lagensignaturen in römischen Zahlen (IVI), nur noch stellenweise erhalten, meist durch Beschnitt verloren.
Zustand: In den ersten Lagen des Codex erhebliche Schäden durch Tintenfraß.
Seiteneinrichtung: 15 × 9–10 cm, einspaltig, je nach Hand 21–35 Zeilen.
Hände: Regelmäßige Bastarda von zwei Händen,
Auszeichnungsschriften / Buchschmuck: Rubriziert, rote Lombarden.
Einband: Spätgotischer Holzdeckelband, mit ungefärbtem Schweinsleder überzogen. Streicheisenlinien. Einzelstempel Christuskopf (Vera Ikon): EBDB s004096. Rosette, drei Blattkränze, fünfblättrig: EBDB s006871. Rosette, ein Blattkranz, fünfblättrig: EBDB s007686. Vogelpaar gegenständig, nur Köpfe zugewendet: EBDB s009230. Sämtlich der "Hauptwerkstatt Wöltingerode" (EBDB w000260) zugeschrieben. Drei Doppelbünde. Zwei Riemenschließen mit Stiftlager in Vogelkopfform, die quadratischen Gegenbleche am HD sind am Rand regelmäßig gekerbt. Auf VD und HD jeweils 5 Hohlbuckel, die aus einer quadratischen, randlich mit einer runden Kerbe versehenen Messingplatte getrieben sind.
Entstehung der Handschrift: Der Codex wurden 1461 von zwei Schreiberinnen, darunter der sog. "Schreibhand A" (zu deren frühesten Arbeiten die Hs. gehört, vgl. bei Cod. Guelf. 620 Helmst.), im Zisterzienserinnenkloster Wöltingerode geschrieben, vgl. die entsprechenden Besitzvermerke Iv: Liber monastrii beate Marie virginis in Waltingerode dyocesis Hildensemensis und 1r (rubriziert): Liber sancte Marie virginis in Waltingherode.
Erwerb der Handschrift: Am 14.3.1572 mit den übrigen Buchbeständen des Konvents in die Bibliotheca Julia in Wolfenbüttel transportiert, der sonst übliche Wöltingeroder Einkunftsvermerk fehlt. 1614 im Gesamtkatalog von Liborius Otho (Cod. Guelf. A Extrav., p. 288 [283]) unter Nr. W 14 der Papalia cum miscellaneis unter folgender Beschreibung (Kopie des Titelvermerks) nachgewiesen: Liber eruditionis Religiosorum fratris Humberti ordinis prædicatorum qui etiam scripsit super regulam beati Augustini. 1448. Seit 1618 in der Universitätsbibliothek Helmstedt, 1644 im Katalog der Helmstedter Universitätsbibliothek (Cod. Guelf. 27.2 Aug. 2°, 18r) als Humberti ordinis prædicatorum liber eruditionis religiosorum unter den Theologici MSSti in quarto nachgewiesen; Ir die zugehörige Helmstedter Signatur T. 4to 129. Im Handschriftenverzeichnis von 1797 (BA III, 52) unter Nr. 479 genannt.
Inhalt:
  1. Ir alte Helmstedter Signatur (s. oben), Iv von einer Hand des 15. Jh. Besitzvermerk (s. oben) und Inhaltsangabe: Liber de erudicione religiosorum venerabilis patris Humberti de ordine predicatorum qui eciam scripsit super regulam beati Augustini.
  2. 1r274v Guilelmus Peraldus: De eruditione religiosorum libri VI. >Incipit prologus in librum erudicionis religiosorum<. Erudire Iherusalem ne forte recedat … [Ier 6.8]. Iherusalem secundum nominis interpretacionem que est pacifica vel visio pacis spiritualiter significat religionem que intendit paci pectoris … — … incole quieti homines nullam habentes indigenciam. O quam gloriosa dicta sunt de te civitas dei. >Explicit liber erudicionis religiosorum anno domini 1461o<. Enthalten sind wie in der vergl. Ausgabe mit identischer Teil- und Kapitelgliederung: (1r10v) Prologus mit Übersicht über die Gliederung der sechs Bücher, (10v40r) Liber I, (40r90v) Liber II, (90v111r) Liber III, (111r165r) Liber IV, (165r226v) Liber V und (226v274v) Liber VI. Druckausgaben: RETM G3260-20/5–45, hier vergl. mit De eruditione religiosorum libri quinque … Humberti totius Ordinis Fratrum Praedicatorum quinti Generalis Magistri, …, Ingolstadii 1591 (VD16 H 5888), IVv–346 (nur Liber I–V, Liber VI durch zwei andere Traktate ersetzt).
    Literatur
    • A. Dondaine, Guillaume Peyraut. Vie et œuvres, in: Archivum fratrum Praedicatorum 18 (1948), 162–236, hier 215–220;
    • Kaeppeli 1625 (Hs. genannt);
    • Bloomfield 1939;
    • CALMA 5, 142 Nr. 2.
    I*rv leer.
Bibliographie
Handschriftenteil: VS und HS
Entstehungsort: Südostniedersachsen
Entstehungszeit: 13. Jh., 1. Hälfte
Beschreibstoff: Pergament
Umfang: 2 Bl.
Format: 20,5 × 13–13,5 cm
Seiteneinrichtung: 17 × 11 cm, einspaltig, 23–24 blindliniierte Zeilen.
Hände: Frühe Textualis von einer Hand, Gesangsteile in kleinerer Schrift abgesetzt.
Musiknotationen: Über den Textzeilen der Invitatorien, Antiphonen und Hymneninitien linienlose "frühgotische" deutsche Neumen.
Auszeichnungsschriften / Buchschmuck:
  • Rubriziert, rote Lombarden und Satzmajuskeln.
  • Auf dem HS am Beginn von Ps 114 eine rot konturierte Spaltleisteninitiale D über drei Zeilen mit weißem Buchstabenkörper und roten Spaltfüllungen sowie blaßgrünen vegetabilen Ornamenten im Binnenfeld.
Inhalt:
1. VS, HS Psalterium feriatum cum canticis. Enthalten sind auf dem VS ein Teil des Canticum Moysis II (Dt 32,14–24, vgl. Stegmüller RB 21g6) und auf dem HS Ps 113,22–25 (letzter Vesperpsalm für den Sonntag nach der nichtmonastischen Gliederung) mit der zugehörigen Antiphon CAO 3960 und dem Beginn des Hymnus AH 51 Nr. 34 sowie Feria secunda mit der ersten Vesperantiphon CAO 3319 sowie Ps 114,1–9.

Abgekürzt zitierte Literatur

AH Analecta hymnica medii aevi, hrsg. von G. M. Dreves und C. Blume, Bd. 1–55, Leipzig 1886–1922, Registerbd. 1–2, hrsg. von M. Lütolf, Bern u. a. 1978
Bloomfield M. W. Bloomfield, Incipits of Latin Works on the Virtues and Vices 1100–1500 A.D., Cambridge/Mass. 1979 (Publications of the Medieval Academy of America 88)
CALMA C.A.L.M.A. Compendium auctorum latinorum medii aevi, hrsg. von M. Lapidge u. a., Bd. 1–, Firenze 1999–
CAO R.-J. Hesbert, Corpus antiphonalium officii, Bd. 1–6, Rom 1963–1979 (Rerum ecclesiasticarum documenta. Series maior 7–12)
EBDB Einbanddatenbank (http://www.hist-einband.de/, besonders die Sammlung Wolfenbüttel)
Heinemann O. von Heinemann, Die Helmstedter Handschriften, Bd. 1–3, Wolfenbüttel 1884–1888, Nachdruck Frankfurt/M. 1963–1965 (Kataloge der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel, Die alte Reihe 1–3)
Kaeppeli T. Kaeppeli, Scriptores ordinis praedicatorum, Bd. 1–4, Rom 1970–1993
Krämer S. Krämer, Handschriftenerbe des deutschen Mittelalters, Bd. 1–3, München 1989–1990 (Mittelalterliche Bibliothekskataloge Deutschlands und der Schweiz, Ergänzungsband 1)
Kreutz J. Kreutz, Die Buchbestände von Wöltingerode. Ein Zisterzienserinnenkloster im Kontext der spätmittelalterlichen Reformbewegungen, Wiesbaden 2014 (Wolfenbütteler Mittelalter-Studien 26)
RETM Repertorium edierter Texte des Mittelalters aus dem Bereich der Philosophie und angrenzender Gebiete, 2. Aufl., hrsg. von R. Schönberger u. a., Bd. 1–4, Berlin 2011
Rüthing H. Rüthing, Die mittelalterliche Bibliothek des Zisterzienserinnenklosters Wöltingerode, in: Zisterziensische Spiritualität. Theologische Grundlagen, funktionale Voraussetzungen und bildhafte Ausprägungen im Mittelalter, hrsg. von C. Kasper und K. Schreiner, St. Ottilien 1994 (Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens und seiner Zweige, Ergänzungsband 34), 189–216
Stegmüller RB F. Stegmüller, Repertorium biblicum medii aevi, Bd. 1–11, Madrid 1950–1980
VD16 Verzeichnis der im deutschen Sprachbereich erschienenen Drucke des XVI. Jahrhunderts, Online-Ressource: http://gateway-bayern.bib-bvb.de/aleph-cgi/bvb_suche?sid=VD16
WZIS Wasserzeichen-Informationssystem. Landesarchiv Baden-Württemberg, Hauptstaatsarchiv Stuttgart (http://www.wasserzeichen-online.de/wzis/index.php)

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