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Beschreibung von 8° Cod. Ms. theol. 823b
Lukas Wolfinger: In Vorbereitung: Katalog der mittelalterlichen volkssprachigen Handschriften der SUB Göttingen, beschrieben von Lukas Wolfinger.

Jean de Mandeville

Pergament — II, 60, II Bl. — 17,8-18 × 12,1-12,5 cm — Holland — 15. Jh., 2./3. V.

Pergament; Lagen: neben je zwei modernen Vor- und Nachsatzbl. (Papier) besteht die Handschrift aus folgenden Lagen: 7 IV (56). 4; die vier letzten Pergamentbl. der Handschrift sind einzeln eingebunden bzw. an Papierstreifen angeklebt und über diese eingebunden. Somit ist nicht ersichtlich, ob es sich bei ihnen ursprünglich um zwei einzelne Doppelbl., ein Binio oder von Beginn an um Einzelbl. handelte; am Lagenende teilweise Reste von Reclamanten erkennbar (nur auf 56v vollständig erhalten, sonst weitestgehend dem Beschnitt zum Opfer gefallen); neben dem Text moderne Kapitelzählung, die weitgehend der Einteilung in überschriebene Kapitel bei Cramer De reis entspricht. Foliierung (modern, Bleistift): 1-60; Schriftraum: 12,8-13,5 × 7-7,5 cm, einspaltig, 26 Zeilen; Haupttext von einer Hand in regelmäßiger Textualis (libraria); nur wenige Korrekturen; durchgehend rubriziert; Überschriften und einfache Initialen in Rot (in der Regel 2-zeilig; nur die Initiale am Beginn des Textes auf 1r 4-zeilig sowie eine auf 2r 3-zeilig); zudem Personen- bzw. Heiligennamen sowie Zitate rot unterstrichen (jene Stellen, an denen die Zitate stehe, sind teilweise auch am Seitenrand markiert; diese in Tinte ausgeführten Markierungen sind offenbar jedoch an mehreren Stellen dem Beschnitt des Buchblocks zum Opfer gefallen).

Einband des 18. oder 19. Jhs., dunkelbraunes Leder, meliert; Rücken goldeprägt: übereinander angeordnet und von den Bünden getrennt Blumen(strauß)-Ornamente - jeweils in rechteckigem, floral verziertem Rahmen; zudem die gleichfalls goldgeprägte Titelangabe [B]eschryv/ van/ [E]gipten; darunter aufgeklebt das übliche Papierschildchen mit der modernen Göttinger Signatur (Cod. Ms. hist. 823b; 'b' dabei handschriftlich ergänzt); diese mit Bleistift auch oben am VS eingetragen (Cod. Ms. hist. 823b; hier verbessert aus Cod. Ms. hist. 817); darunter am VS eingeklebt 1.: das gedruckte Formular Auch als Mikroform vorhanden unter Sign.: mit dem maschinschriftlichen Eintrag MF 8 Cod. Ms. Hist. 823b; darunter 2.: die Beschreibung von W. Meyer; auf dem HS links oben in Tinte ein unklarer Eintrag: E : h/ Dl (? Olim-Signatur?); am unteren Rand zudem mit Bleistift eingetragen Ind. Mss. 362.

Herkunft: Die Herkunft der Handschrift ist unbekannt, der paläographische Befund legt eine Entstehung des Codex im 2. oder 3. Viertel des 15. Jahrhunderts nahe, die Schreibsprache (Holländisch) spricht für eine Herkunft aus ebendiesem Raum. — Gestützt wird diese Einordnung durch die weitere Geschichte der Handschrift. Für das Mittelalter und die Frühe Neuzeit ist darüber zwar nichts bekannt (auf 1r in der rechten oberen Ecke scheint eine Rasur stattgefunden zu haben, vielleicht wurde hier der Eintrag eines Vorbesitzers entfernt; zudem könnte der unklare Eintrag E : h/ Dl links oben auf dem HS eine Altsignatur darstellen); dann befand sie sich jedoch – wenigstens kurzzeitig – in Leyden. Dort wurde sie nämlich zu einem nicht nachweisbaren Zeitpunkt für die Bibliothek der Georgia Augusta erworben (vgl. Göttingen 2, S. 275).

Göttingen 2, S. 275. — Cramer De reis, S. XXXVIII. — Schoerner Die deutschen Mandeville-Versionen, S. 54 (Nr. 2). — Bennett The Rediscovery, S. 324 (Nr. 5). — Ganser Die niederländische Version, S. 66-70. — Jansen-Sieben Repertorium. — Handschriftencensus.

Ir-IIv Vorsatzbl. (modern): leer, auf Ir allerdings eingeklebt das Formular mit dem Bearbeitungsvermerk der Preuß. Akad. d. Wiss. (Dr. Marie-Luise Dittrich, Okt. 1939); zudem auf IIr am oberen Seitenrand mit Tinte der Eintrag: Beschryving van Egypten.

1r–60v Jean de Mandeville: Reisebeschreibung (ndl. Übersetzung). Egipten is een lant niet te breet want het en mach niet widen ter wildernissen waert om tgebrec van den water dat daer is op dene zide … — … noch is die plate in der tresorie van der kerken, ende men seyt dattet was Hermes die wise. *** finis. Der Text dieser niederl. Übersetzung der Reisebeschreibung ist in der vorliegenden Handschrift unvollständig; zudem wurde er offenbar nach von einer Vorlage abgeschrieben, deren Blätter nicht in korrekter Reihenfolge angeordnet waren, sodass auch die Textfolge auch hier gestört ist (vgl. Bennett The Rediscovery, S. 324); Edition: Cramer De reis; der Text der vorliegenden Handschrift entspricht ebd. S. 36, Z. 16 bis S. 122, Z. 33 (1r, Z. 1-56v, Z. 15), S. 5, Z. 21 bis S. 7, Z. 35 (56v,16-58v,4), S. 9, Z. 28 bis S. 10, Z. 28 (58v,4 bis 59r,18), S. 11, Z. 17 bis S. 12, Z. 23 (59r,18-60r,17), S. 13, Z. 32 bis S. 14, Z. 15 (16r,18-60v,19). Zu den niederländischen Handschriften von Mandevilles' Reisebeschreibung siehe auch SchoernerDie deutschen Mandeville-Versionen, S. 54-71 (die vorliegende Handschrift als Nr. 2). (60v) am unteren Seitenrand nach dem Textende ein Eintrag radiert (mittelalterlich; beginnend mit Item ...).


Abgekürzt zitierte Literatur

Göttingen 2 Die Handschriften in Göttingen, Bd. 2: Universitäts-Bibliothek: Geschichte, Karten, Naturwissenschaften, Theologie, Handschriften aus Lüneburg, beschrieben von W. Meyer, Berlin 1893 (Verzeichniss der Handschriften im Preussischen Staate, Abt. 1: Hannover, Bd. 1: Die Handschriften in Göttingen, Teil 2)
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