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Beschreibung von Helmstedt, ehem. Universitätsbibliothek, Pgt. Frgm. 10
Die mittelalterlichen Helmstedter Handschriften der Herzog August Bibliothek. Teil II: Cod. Guelf. 277 bis 370 Helmst. Mit einem Anhang: Die mittelalterlichen Handschriften und Fragmente der Ehemaligen Universitätsbibliothek Helmstedt, beschrieben von Bertram Lesser (im Erscheinen).
Handschriftentitel: Quaestiones in libros Ⅴ decretalium Gregorii Ⅸ papae
Entstehungsort: Frankreich
Entstehungszeit: 13./14. Jh.
Beschreibstoff: Pergament
Umfang: 2 Bl.
Format: 31,5 × 20,5 cm.
Zustand: Die Bl. dienten vermutlich als vorderes und hinteres Vorsatz eines nicht mehr identifizierbaren Druckes im Folioformat. Die Rostspuren am oberen Rand von Bl. 1 deuten auf einen Liber catenatus mit einer an zwei Nieten befestigten Kettenöse, wie sie unter anderem bei den Handschriften und Drucken des Franziskanerklosters Gandersheim verwendet wurde, vgl. z. B. Cod. Guelf. 391 Helmst.
Seiteneinrichtung: Schriftraum: 30 × 20 cm, zweispaltig (beschnitten, Spalten 10,5 cm breit), noch 69–71 Zeilen erhalten.
Hände: Regelmäßige, kleine Textualis von einer Hand.
Auszeichnungsschriften / Buchschmuck: Rubriziert, abwechselnd rote und blaue Paragraphenzeichen und Lombarden, am Beginn der einzelnen Tituli mit konturbegleitenden Fleuronnée und Fadenausläufern in der Gegenfarbe.
Inhalt:
1. 1r–2v Quaestiones in libros Ⅴ decretalium Gregorii Ⅸ papae. Die beiden Bl. enthalten folgende Abschnitte einer aufgrund des erhaltenen Textbestandes nicht mehr identifizierbaren Quaestionensammlung zum Liber Extra:
  • (1r–v) (Text setzt ein) … iuramentum de indempnitate tituli ecclesie [C.8 q.3 c.1] … capitulum possit assumi … — … an monachus vel monialis possit esse … (Text bricht ab). Im fortlaufenden Text fehlt eine Rubrik; aufgrund des Inhalts dürfte es sich um Quaestionen zu X.1.6 (De electione) handeln.
  • (2r–v) (Text setzt ein) … An minor filius fuerat maiori vel patri XXXIIII q. V 'Est ordo' [C.33 q.5 c.12] … — … habiturum quoque canonicum vel … fuerit ordinatum XX q. I 'Relatio' [C.21 q.1 c.5](Text bricht ab). Es handelt sich laut den Rubriken um Quaestionen zu X.1.31 (De officio iudicii legati, 1ra), X.1.32 (De officio iudicii, 1ra), X.1.35 (De pactis, 1rb), X.1.34 (De treuga [et pace], 1rb), X.1.36 (De transactionibus, 1rb), X.1.37 (De postulande, 1rb–va) und X.1.39 ( … vel syndicis et similibus personis … , 1va–b).
Entstehung der Handschrift: Der makulierte Codex, aus dem die Fragmente stammen, dürfte aufgrund der Schriftmerkmale zwischen 1250 und 1325 in Frankreich entstanden sein.
Erwerb der Handschrift: Da nicht vermerkt ist, für welchen Band das Fragment verwendet worden ist, kann sein Weg in die Universitätsbibliothek Helmstedt ebensowenig ermittelt werden wie der Zeitpunkt der Ablösung.

Korrekturen, Ergänzungen:
  • Normdaten ergänzt bzw. korrigiert. (schassan, 2015-09-04)

Dieses Dokument steht seit dem 1.März 2013 unter einer Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz (CC BY-SA).

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