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Beschreibung der Handschrift Lübeck, Stadtbibliothek, Ms. hist. 4° 41
Verzeichnis der Handschriften historischen Inhaltes auf der Stadtbibliothek zu Lübeck, 38r40r. Bearbeitet von Anne Harnisch, 2017.
Gefördert durch die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung.
Handschriftentitel: Johann Renner
Entstehungszeit: 16. Jh.
Bemerkung: Derzeit nicht im Bestand der Stadtbibliothek Lübeck vorhanden.
Zugangsbuch 1894, 1187
Beschreibstoff: Papier
Umfang: 216 Bl.
Format: 21 × 15 cm.
Seitennummerierung: Neuere Zählung.
Zustand: Bl. 213 herausgeschnitten; Bl. 215 lose.
Hände:
  • Handschrift des Verfassers Johann Renner wohl aus der Zeit 1556–1561;
  • nachdem der größte Teil in sicherer und fester Gebrauchsschrift geschrieben ist, offenbart sich gegen Ende durch Zusätze, Korrekturen und dergleichen immer mehr der Charakter des Autographs; besonders die letzten Blätter, die Nachträge und Entwürfe enthalten, sind sehr flüchtig geschrieben;
  • die Handschrift stimmt überein mit der des Bremer Kodex, welche als die des Verfassers bezeugt ist (J. G. Kohl, Johann Renners äußere Lebensumstände, Riga, 1872. S.A. S. 20).
Spätere Ergänzungen:
  • Auf Bl. 39v des Katalogs Cat. manuscr. 102. findet sich folgender bibliografischer Vermerk: Johannes Renner: Livländische Historien 1556–1561. Zum ersten Mal nach der Urschrift hg. v. Peter Karstedt (Veröffentlichungen der Stadtbibliothek Lübeck; N.R. 2 (2) Lübeck 1953.
  • Derzeit nicht im Bestand der Stadtbibliothek Lübeck vorhanden.
  • Einband: Der Einband der Handschrift bestand aus roten Pappdeckeln mit Schweinsledernem Rücken, doch haben die handschriftlichen Blätter, aus denen die Deckel zusammengesetzt sind, das Interesse von Forschern gehabt, so dass der Einband sehr schadhaft ist.
    Geschichte der Handschrift:

    Die Handschrift kam im Jahre 1894 aus dem Nachlaß Kurd von Schlözers an die Stadtbibliothek (Zugangsbuch 1894: 1187); es scheint nicht ausgeschlossen, dass dieser sie aus dem Besitze des Großvaters August Ludwig von Schlözer bekam, des auf dem Gebiet der russischen Geschichte hervorragenden Gelehrten, denn ein Eintrag Bl. 1r könnte von dessen Hand sein. Dieser Eintrag ist schwer zu lesen, vielleicht heißt er: 57 gr constat 17.7 [die 3. Zahl ist durch Verbesserungen unleserlich geworden]; es folgt noch etwas, das ebensowohl i ostpr. als i Apr. oder etwas anderes heißen kann.

    Hauptsprache: Niederdeutsch.
    Inhalt:
    1. 1–216 Johann Renner: Warhaftiger und Grüntlicher Bericht der Krigs und anderer Handlung so vam Jare unsers Hern und seligmakers Jhesu Chri. 1556 beth thom Itzigen 61 Jahre der minder Tall In Liflande mit dem Moscowiter ock andern hern Potentaten und Stenden sich togedragen und begeuen daruth to sehende wo gantz Tyrannisch Morderisch und unminschlich der Erffiendt der Moscowiter mit den armen Christen darsuluest umbgegangen erschrecklich to lesende. 198r: lieth darmit den baden wedder theen und mochte H. Magnus den schaden, so hie geleden, beholden. – So der Titel Bl. 1r; auf dem Rückentitel heißt es … Liffland. Chron. 3 … . – Es folgt Bl. 1v–5v die Zueignung: Den Edlen und Wolgebornen hern, hern Edzarde, Christophoro und Johan, Gebrudern Grafen und hern tho Ostfriesslandt, minen gnedigen hernn ... Datum den [Tag und Monat sind ausgespart] Anno dni etc. 61 … Johannes Renner. … – Bl. 6r folgt nochmals der Titel, etwas erweitert und mit dem Zusatz: beschrieben durch Johannem Cursorem Tecelianum. – Bl. 6v–9v folgt eine andere Fassung der Zueignung … Dat. den 20. Julij Anno etc. 62 … Joannes Cursor Tecelianus … . – Nun beginnt der eigentliche Text: Bl. 10r Na der Gebort unsers leuen hern Jhu. Chri do men schref 1556 wort Im Winter eine Comete by dem Arcturo sub Libra und den schwantz na Littauwen und Ruslandt streckende, etliche weken lanck gesehen. Vergleiche die entsprechende Stelle in der Druckausgabe der Bremer Handschrift durch Hausmann und Höhlbaum, Göttingen 1876, S. 144. Nach allen Anzeichen kann es nicht zweifelhaft sein, daß dieses die Urschrift des Werks ist, von welcher die Bremer Handschrift eine erweiterte Umarbeitung ist (von Höhlbaum, Joh. Renners' Livländische Historien, 1872, S. 70 bereits richtig geschlossen); daß noch eine andere Handschrift neben der Bremer existierte, war bekannt: nach Höhlbaum, a. a. O. S. 5 Anmerkung 4 hat Lappenberg [d. i. Johann Martin Lappenberg] eine Handschrift gesehen, in welcher Renner sich als Johannes Cursor Terelianus unterschrieben habe; in dieser Handschrift heißt es zweifelsohne Tecelianus; ob nun Lappenberg sich versehen oder noch eine andere, dritte Handschrift gesehen hat, bleibt ungewiß, zumal auch das von Höhlbaum an derselben Stelle erwähnte Zitat nicht auf unsere Handschrift passen will. Diese unbekannte Handschrift wurde damals im Literarischen Zentralblatt 1872, Sp. 122 von Kohl vergeblich aufgeboten. Der eigentliche Schluß des Textes welcher der Druckausgabe der Bremer Handschrift S. 338 entspricht, findet sich auf Bl. 198r. Die Schlußschrift Bl. 198v wurde jedoch gestrichen und es folgen Bl. 199r–202r, Bl. 208r–212v Nachträge (Exzerpte aus [Russano (?)]) und Bl. 203r–207v, Bl. (213r)–214r eine Vorrede: Tom früntlichen Leser. Das lose Bl. 215 enthält einen Zusatz zu Bl. 166, Bl. 216 ist leer. – Als Kurd von Schlözer seine Arbeit über Livland und die Anfänge deutschen Lebens im baltischen Norden 1850 veröffentlichte, scheint er sie aber nicht benutzt zu haben. W. von Bippen, Renner, Johannes, in: ADB 28 (1889), 228–230.
    Bibliographie

    Abgekürzt zitierte Literatur

    ADB Allgemeine deutsche Biographie auf Veranlassung und mit Unterstützung Seiner Majestät des Königs von Bayern Maximilian II. hrsg. durch die Historische Commission bei der Königl. Akademie der Wissenschaften, 2., unveränd. Aufl., Neudr. der 1. Aufl., Leipzig 1875–1912, Berlin 1967–1971

    Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel (copyright information)