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Beschreibung der Handschrift Kiel, Universitätsbibliothek, Cod. ms. Bord. 102
Die Bordesholmer Handschriften in der Universitätsbibliothek Kiel, beschrieben von Kerstin Schnabel (in Bearbeitung)
Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft im Rahmen des Programms Erschließung und Digitalisierung handschriftlicher und gedruckter Überlieferung
Handschriftentitel: Bartholomaeus Brixiensis. Introductio decreti
Entstehungsort: Prag
Entstehungszeit: 1389
Katalognummer: Katalog von 1488, O xx
Beschreibstoff:
  • Papier
  • Wasserzeichen: Herrschaftszeichen, Kreuz, Kreuzgabel: WZMA AT4000-221_58, WZMA AT4000-221_57 (beide 1390). Dreiberg, mit Beizeichen, darüber einkonturige Stange: Piccard-Online 150633 (1390), ein weiterer Typ nicht nachweisbar. Buchstabe P, zweikonturig, mit einkonturigem Kreuz: WZMA AT5000-488_137, WZMA AT5000-488_138 (beide 1385/1390), WZIS DE0510-CodII12_143_265 (1386–1475), zwei weitere Typen nicht nachweisbar. Blatt/Blume mit Stängel, kelchförmige Blüte: zwei Typen nicht nachweisbar.
Umfang: 253 Bl.
Format: 29,8 × 21,7 cm
Seitennummerierung: Bleistiftfoliierung 1–250. Zählfehler: Drei ungezählte Bl., jetzt mit Buchstabenzusatz 64a, 199a, 227a.
Lagenstruktur: VI+1 (13). 20 VI (250)! Falzstreifen in der Lagenmitte. Lagenzählung mit römischen Ziffern II–XX jeweils auf dem letzten Bl. verso auf dem Fußsteg.
Seiteneinrichtung: 21 × 14,5 cm. 38–42 Zeilen. Zwei Spalten, Breite 6,5 cm.
Hände: Bastarda von einer Hand.
Vereinzelt Anmerkungen am Rand von Marquard Brand in einer älteren gotischen Kursive.
Auszeichnungsschriften / Buchschmuck: Rubriziert bis 72v. Rote Lombarden über zwei Zeilen. 2r Q-Initiale über drei Zeilen, Binnenraum mit halbseitlicher Ansicht eines Mannes mit Bart und Haarnetz. Auf dem Fußsteg Wappen mit einem brennenden Baumstumpf als Besitzkennzeichnung für Marquard Brand.
Einband: Spätgotischer Holzdeckeleinband mit ehemals schwarzem Lederbezug. Auf dem VD Abdrücke und Papierreste von Titelschildern, aus dem frühen 17. Jh, 4 × 5 cm, mit der teilweise lesbaren Aufschrift Lateris … / Liber VI … . 2 x 5 rosettenförmige Abdrücke von Schonernägeln. Vier Doppelbünde, an Kopf und Schwanz einfacher Kapitalbund. Eine von zwei Langriemenschließen erhalten, Dorn verloren. Abdrücke, Nagellöcher und Aussparungen von zusätzlichen Verschlüssen an den oberen und unteren Rändern von VD und HD. Restauriert 2013 von Firma PAL, Preservation Academy GmbH, Leipzig. Fehlstellen im Leder ergänzt. Schließenriemen verstärkt. Hinterklebung von VS und HS angebracht.
Zusatzmaterial: Fragmente: 1. VS. Papier. 29,2 × 14,4–15,2 cm. Zwei Spalten, die linke 23 × 7,5 cm, die rechte nur ca. zur Hälfte vorhanden. 15. Jh., erste Hälfte. Bastarda. Rubriken. Bl. aus einem Brevier. Aufgeführt sind Mt 12,35–37, Phil 2,12–18, Mc 6,1–6, Intro. Ps 30,2–4, Oratio: Preces nostras … atque a peccatorum … , I Cor 13,1–13, V: Liberasti in brachio … (Ps 76,16), Lc 18,31–36. 2. HS. Papier. 28 × 19,5 cm. Schriftraum: 21 × 18 cm. Leicht beschnitten am linken Rand. 14. Jh., Ende. Späte gotische Kursive. Auflistung von tschechischen Orten und von ihnen geforderten Abgaben. 3. Zwei Streifen, die Vorder- und Hinterspiegel teilweise überklebten, ehemals in Kapsel C der UB Kiel, Konvolut C 69 Streifen und unbedeutende Fragmente, jetzt in der Umverpackung der Handschrift mit der Signatur Cod. ms. Bord. 102-Bei-1 und -Bei-2. Papier. 29,5 × 9 cm bzw. 30 × 8–8,5 cm. 14./15. Jh.Gotische Kursive. Oben und an einer Seite beschnitten. Recto Stempel Kieler Universitätsbibliothek. Vermerk mit Bleistift 102. Einhält Abschnitte aus einem Commentum in summulas logicales Petri Hispani. Tractatus VII (De fallaciis). Edition des bearbeiteten Textes: Peter of Spain: Tractatus called afterwards Summule logicales. First critical edition from the manuscripts with an introd. by L. M. de Rijk, Assen 1972 (Philosophical texts and studies 22).
Entstehung der Handschrift: Die Handschrift wurde von dem späteren Bordesholmer Chorherrn Marquard Brand in Prag gekauft.
Erwerb der Handschrift: Im Katalog von 1488 (Cod. ms. Bord. 1a) unter der Signatur O xx mit den Titeln aufgeführt: Casus in terminis decretorum Bartholomei Brixiensis. Historie veteris testamenti que in decreto continentur Bartholomei Brixiensis. Im Verzeichnis von 1606 (Cod. ms. Bord. 2a) bezeichnet mit Bar. Brix. super decreta. Um das Jahr 1665 (Cod. ms. Bord. 1b) unter dem Titel Bartholomaeus Brixiensis tractatus super decreta.
Inhalt:
  1. 1v Eintrag des Marquard Brand. Anno domini Mo CCCCo VIIIo post festum pascheMarquardus Brand venit in nobile studium et nobilissimam civitatem Pragensem ubi hos casus in terminis Bartholomei Brixiensis emit et sequenti anno incepit heresis Hussitarum ab heresiarcha Wikleff anglico exorta et propter heresim ego Marquardus mutavi locum et transtuli me in Erfordiam. Darunter von der Hand des Jakob Smid Marquardus Brand emit hunc librum Praghe utilem circa decreta.
  2. 2ra–222vb Bartholomaeus Brixiensis: Casus decretorum.
    • Prologus. Quoniam suffragantibus antiquorum laboribus minores possunt interdum perspicacius intueri …
    • Textus. >Humanum genus<. Casus iste sic ponitur dicitur enim hoc quod sunt instrumenta … — … audire a filio quod ipse nesciat.
    Druck
    Literatur
  3. 222vb–238vb Bartholomaeus Brixiensis: Historia super libro decretorum. Licet merita scientie non respondeant ne opus aliquod sufficiant adimplere … — … aput Hebreos Nisan appellatur aput nos vero Aprilis. Ungedruckt.
    Literatur
  4. 239ra–250rb Introductio decreti. [I]n prima parte agitur de iusticia naturali et positiva … — … et an rupte post rapinam purgatam raptoribus suis licte copulari valeant. >Explicit causa decreti finite anno domini Mo CCC LXXXIX die XX mensis Marcii<.
    Druck
    • Bibliotheca Casinensis T. 2, Monte Cassino 1875, 171–196.
    Literatur
    • J. F. Schulte, Zur Geschichte der Literatur über das Dekret Gratians. 3. Beitrag, in: Sitzungsberichte der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Wien, Phil.-Hist. Klasse 65, Wien 1870, 24f.
    – 250v leer.
Bibliographie

Abgekürzt zitierte Literatur

CALMA C.A.L.M.A. Compendium auctorum latinorum medii aevi, hrsg. von M. Lapidge u. a., Bd. 1–, Firenze 1999–
DDC Dictionnaire de droit canonique, Bd. 1–7, hrsg. von R. Naz, Paris 1935–1965
GW Gesamtkatalog der Wiegendrucke, Bd. 1–, Leipzig 1925–1938, Stuttgart 1978–
HQL 1 Handbuch der Quellen und Literatur der neueren europäischen Privatrechtsgeschichte, Bd. 1: Mittelalter (1100–1500): Die gelehrten Rechte und die Gesetzgebung, hrsg. von H. Coing, München 1973 (Veröffentlichung des Max-Planck-Instituts für Europäische Rechtsgeschichte)
Krämer S. Krämer, Handschriftenerbe des deutschen Mittelalters, Bd. 1–3, München 1989–1990 (Mittelalterliche Bibliothekskataloge Deutschlands und der Schweiz, Ergänzungsband 1)
Merzdorf J. F. L. Th. Merzdorf, Bibliothekarische Unterhaltungen. Neue Sammlung, Oldenburg 1850
Piccard-Online Piccard-Online. Landesarchiv Baden-Württemberg, Hauptstaatsarchiv Stuttgart, J 340 (http://www.piccard-online.de)
Ratjen H. Ratjen, Zur Geschichte der Kieler Universitätsbibliothek. Schriften der Universität zu Kiel 1862–1863, Kiel 1862–1863 (Programm zum Geburtstage Frederiks VII.)
Schulte J. F. von Schulte, Die Geschichte der Quellen und Literatur des Canonischen Rechts … , Bd. 1: … von Gratian bis auf Papst Gregor IX. Stuttgart 1875; Bd. 2: … von Papst Gregor IX. bis zum Concil von Trient, Stuttgart 1877
Schulz Bohemica V. Schulz, Bohemica knihoven v Hamburce, Kielu, Kodani a Rostoku, in: Sitzungsberichte der Königl. Böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften, Classe für Philosophie, Geschichte und Philologie (1897), XXIX, 1–14
Steffenhagen E. Steffenhagen, Die Klosterbibliothek zu Bordesholm und die Gottorfer Bibliothek. Zwei bibliographische Untersuchungen, in: Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswig-Holstein-Lauenburgische Geschichte 13 (1883), 66–142
WZIS Wasserzeichen-Informationssystem. Landesarchiv Baden-Württemberg, Hauptstaatsarchiv Stuttgart (http://www.wasserzeichen-online.de/wzis/index.php)
WZMA Wasserzeichen des Mittelalters (WZMA). Kommission für Schrift- und Buchwesen des Mittelalters der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien (http://www.ksbm.oeaw.ac.at/wz/wzma.php)

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