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Tagebuch des Fürsten Christian II. von Anhalt-Bernburg: Juli 1635
[Inhaltsverzeichnis]
01. Juli 1635
02. Juli 1635
03. Juli 1635
04. Juli 1635
05. Juli 1635
06. Juli 1635
07. Juli 1635
08. Juli 1635
09. Juli 1635
10. Juli 1635
11. Juli 1635
12. Juli 1635
13. Juli 1635
14. Juli 1635
15. Juli 1635
16. Juli 1635
17. Juli 1635
18. Juli 1635
19. Juli 1635
20. Juli 1635
21. Juli 1635
22. Juli 1635
23. Juli 1635
24. Juli 1635
25. Juli 1635
26. Juli 1635
27. Juli 1635
28. Juli 1635
29. Juli 1635
30. Juli 1635
31. Juli 1635
|| [[Handschrift: 324r]]

Mittwoch den 1. ⁄ 11. Julij.


An hanß Ernst Börstel auch geschrieben, wegen
seiner heyrath. &cetera am heüttigen posttage.


Visite du Docteur Libenthal. M'a confiè, que le Baron Schafgotsch
sera executè, & ses biens confisquèz au Roy. De genere
necis, Regis Hungariæ & Bohemiæ conspirasse, & cogitasse, dicitur!

|| [[Handschrift: 324v]]


Gegen abendt, bin ich vmb die Stadt herumb spatziren gefahren,
weil ich mich nacher hoffe verspähtiget.

Donnerstag den 2. ⁄ 12. Julij.


heütte bin ich mitt dem Kayser, hinauß aufs
Jagen, Jhre Mayestät haben sich gar gnedigst erzei-
gett, auch mich mitt ihro, an der Tafel eßen
laßen, wie auch den Pfaltzgrafen von Neẅburgk,
welcher mich mitt kutzschen vndt pferden accommodirt.
Wir haben gar ein lustig iagen gehabt.
Es seindt 8 hirsche gefället worden, der
9te: ist durchkommen. Die Kayserjnn, die<er>
Ertzhertzog, vndt die Ertzhertzoginnen seindt
auch mitt draußen gewesen. Die Kayserinn
hat den ersten hirsch so außm iagen<in s<d>ie Stallstedte> kommen,
so wol angeschoßen, das knall vndt fall, ejn ding
gewesen. Der Kayser hat die vbrigen meistentheilß
gefellet. Der Ertzhertzog vndt dje Erzhertzoginnen
haben ie zu weilen, auch geschoßen. Bißweilen hat
der Ertzhertzog ihnen vollends einen fang gegeben,
wie ich auch geth einmal thun müßen, vndt der
Pfalzgraf einem andern.


Zeitung daß in dem Feltlin, die Kayserlichen mitt verlust || [[Handschrift: 325r]]
etwas weniges volcks, repoussirt worden.


Jtem: daß Brüssel eingenommen seye, vndt der
Cardinal Jnfante sich etwaß retirirt habe,
wiewol etzliche dran zweifeln wollen.


Les affaires de Johann Löw vont derechef le pas d'escrevisse,
pour moy, & il n'y a point de confiance en ces agents.
Glj agentj sono gentj, allequalj, bisogna parlar con
una sarbatana. <Conseil du Comte Kevenhüller que l'Empereur deNota Benemeure tousjours armè, afin d'estre respectè, comme Rudolphe qui perdit son respect apres la trefue d'Hongrie.>

Freitag den 3. ⁄ 13. Julij.


Audientz bey Kayßerlicher Mayestät heütte Morgen
vmb 9 vhr gar gnedigst: 1. wegen acceptation
des friedens. 2. wegen erklärung vndt confirmation
des Testaments, mißverstände zu verhüten.
3. Appendix der Aßcanischen sache halber erledigung. 4.
Nachmalß, con occassione, gratulation zu ihrer
Kayserlichen Mayestät geburtsTag, so neẅlich gewesen.
Risposta benigna: 1. Schriftlich<e> <declaration> wehre nöhtig, sollte
mir billjch insinuirt worden sein. 2. Jm vbrigen sollte
ich versichert sein, daß mir Jhre Mayestät nicht wollten
vnrecht geschehen laßen. 3. A quj appartient la
Contè d'Ascanie, qu'a[-t-]elle de revenu? etcetera Nota Bene
<erinnerten mich selber an vnsern Tittul, vndt belehnung Ascaniæ.>
4. Gnädigste dancksagung. et cetera gar gnedigst, vndt
höflich. et cetera etcetera etcetera <Wollen mich baldt expediren laßen.>


Mjtt dem obersten Montrichier, bekandt worden, Jtem:
den Ebrox, Obersten gesehen, welcher den Fridtländer vmbgebrachtt, || [[Handschrift: 325v]]
vndt andere cavaglierj mehr.


Jhre Mayestät sagten mir auch, es wolle der general
Banner zum frieden, sich gar nicht verstehen.


J'ay fait acheter icy de l'avoyne ein Muht,
vmb 8½ ThalerThlr: helt 30 Metzen, vndt Sie müßen
noch eine Metzen dreyn geben, seindt 31 Metzen.


Discours du Comte d'Altheimb, daß Jhre Mayestät auß
iederm Ambt, ihm wollten 33 ducaten verehren,
zur ehre des allters Christi, zu seiner militia
Christiana, andere sollten es auch thun, vndt man
sollte nicht mehr auf den <Pabst als> Antichrist schelten, Sie wollten
vnß auch nicht mehr ketzer heißen, so wehre daß dissidium
vndter den Christen, leicht componirt, vndt man köndte
junctis virjbus auf den Erbfeindt zu, gehen, vndt das heilige grab
auß der vnglaübigen händen, reißen, viel Christen erle-
digen
, vndt die Barbaros, von den Christlichen gräntzen abhalten.
Vmb Gottes willen, vngezwungen, sollte man zu dieser
militia Christiana, oder Militia Jesu Christj, oder
Hierarchia, oder andere nahmen mehr, die es hatt, (weil
man darinnen <des nahmens halber> noch nicht einig) contribujren, vmb
Gottes willen, freywillig mitt fortt ziehen, vmb
Gottes willen, fechten, vndt sein gut vndt bluht auf-
setzen, So wehre es ein Christlicher vorsatz, wie ihm dann,
der Nuncjus auch freywillig, auß seinem Bisthumb zu con- || [[Handschrift: 326r]]
tribuiren sich anerbotten, vndt so wol der Kayser,
alß der König in Polen, vndt hertzog von Mantua sich gar
wol in dieser sache, andern zur nachfolge bequehmen theten.


Zeitung daß der herr Schafgotzsch, seye Catolisch worden,
nach der Tortur.


Jtem: daß der Oberste leüttenampt Luyweeck, der
mich zu Leütmaritz, zu Mittage, zu gaste hatte, seye
von seinem Obersten, Conte di Rivara, vmb weniger
worttwechßlung willen, da er keinen degen in der
faust gehabtt, mitt vielen wunden, durchstochen, vndt
zerhawen worden.


Beßere erleütterung der <heüttigen> audientz: Ad 1. sagten Jhre Mayestät
ich thete beßer daran, daß ich Jhrer Mayestät selbst
eigene handt hette, alß das gemeine gedruckte exemplar,
in dem puncto der Kayßerlichen notification, Es hette mir es
der ChurSächsische agent billich insinuiren sollen. ad 2.
sagten Jhre Majestät Sje wollten es mitt fleiß durchlesen,
vndt mir kejn vnrecht geschehen laßen, ließen sichs wol-
gefallen, daß ich derselben copiam Testamentj zukommen
laßen wollte, vndt ihro es vertrawen. 3. Frag-
ten Sie zwar fleißig nach, sahen es aber doch gar gerne,
das ich apert gienge, vndt erinnerten mich endtlich
selber, an vnsere jura des Tjttuls, wejl ich von der
beleyhung allejne sagte, daß wir von Kaysern zu Kay-
sern, mjtt der Grafschafft beliehen worden, auch von Jhrer Majestät || [[Handschrift: 326v]]
selbsten, Mejn herrvatter wehre damitt jnvestirt.


Furberia dj due bej ferrariuolj[!], in questa nostra hosteria,
arrivata al Dottore Libenthaler ô hier sera, ô sta mattina,
dellaquale se n'accorse assaj tardj il buon huomo!
Jddio, ce ne guardj, di sjmjle ventura.


Visite Nachmittags, vom Doctor Libenthal, wegen der
acceptationspatenten, et son avis la dessus,
ce qu'auront a faire les estats neutres,
et leurs commoditèz ou incommoditèz.


Anwurf auprès du Prince d'Eggenberg in bewusten sachen.


Zeitung daß die einreümung der eingenommenen plätze in Schlesi-
en, noch nicht erfolget seye, von ChurSaxen.


Jtem: daß der, König in Engelland wieder Frankreich 25 kriegs-
schiffe, so wol armirt, fortgeschickett.


Jtem: daß das verlorne Feldtlin von den Kayserlichen
wieder erobert werde.


Jtem: daß die Frantzosen vndt holländer 60000 Mann starck
den C vber die Mase in Brabandt paßirt, vndt
der Cardinal Jnfante sich auf Gendt retirirt habe,
sich alda feste zu machen, mitt seiner armada.


Jtem: daß die zu Nordthausen verbundene Fürsten vndt Stände,
sich gegen den ChurSächsischen gesandten vernehmen laßen, Sie ver-
hoffen der Churfürst würde mitt der Kayßerlichen Mayestät
einen solchen friden geschloßen haben, daß nicht allein das || [[Handschrift: 327r]]
Römische Reich, sondern auch Sie bey dero hergebrachten frey-
heitten, gelaßen werden. Der general Banner vndt hertzogk
Wilhelm von Weymar, laßen die päße an der Elbe,
vndt auff dem Eißfelde stärcker besetzen.


Jtem: daß die Silberflotta sehr reich in Spannien an-
kommen, sambt einem præsent auf 5 million, so die
Jndianer dem König in Spannien verehren, vndt zu
Lisbona außgeladen worden, hingegen hetten die Moren
in Africa den platz Tanger, bey Gibilterra belägert.


Neẅstadt, Nienburg, vndt die meisten plätze in Nider-
Saxen, sollen von dem Lüneburgischen vndt heßischen volck
wieder eingenommen sein, <wie auch Fulda, hirschfeldt, Amœnaburg etcetera[.]>


Jtem: der Printz von Condè führe auch eine armèe in Lottringen.
Duc de Crecquy aber eine in Jtalien. &cetera


Der alte Sbubna seye zu halle gestorben.


Etzliche schreiben, die Schweden hetten dem König in Polen,
das landt zu Preüßen schon abgetretten, vndt dörfte mitt
Liflandt auch geschehen, <auch in den tractaten zu Dantzigk sjch wegen des Tittuls verglichen daß Sie ihn beyderseits führen sollten> vndt also friede werden, Andere
vermeynen, es ziehe der König in Polen schon wieder sie
zu felde. Jst also gantz vngewiß.


Nürnberg hat sich dem friedensschluß accommodirt.


Zu Breßlaw, gibt es noch confusionen wegen des frie-
denschlußes. Draben in zwey hauffen, einer will
Schwedisch, der andere Kayserisch sein. Dörffte
noch seltzame händel abgeben, vndt Meütereyen.

|| [[Handschrift: 327v]]

Samstag den 4. ⁄ 14den: Julij.

<100 ReichsthalerRthlr: in spetie: Thomas Benckendorf zu berechnen.>


hinauf nach hoff, alda den Spannischen ordinarij Ambassador
Marchese dj Castagnetta angesprochen, welcher gar
höflich gewesen, auch erzehlet, daß kein ferrner treffen,
im Niederlandt vorgegangen, sondern es hette sich der
Cardinal Jnfante mitt seinem volck so auf 23000
Mann zu fuß, vndt 8 mille pferde starck (nach dem
Tirlemont oder Thienen in Brabandt, von den
Frantzosen vndt holländern, eingenommen, geplün-
dert, vndt die besatzung darinnen, meisten theilß
niedergemacht worden) nacher Löven retirirt,
vndt sich alda in der innersten Stadt, (weil
es außerhalb der innersten Ringmawer gar zu
ein weittschüchtiges wesen, vndt größer als
Paris wehre,) gar feste gemachtt. Vndt dieses
alles wehre geschehen, nach dem Sie mitteinander,
vber die Mase gesetzt, die Frantzosen vndt Stadischen.
<Piccolominj wehre auch zu Andernach vber den Rhejn, passjrt.>


Nota Bene Der herr bischoff von Wien, Apt von Krembs-
Münster, hat von meinet wegen, meine Schrift-
liche friedens acceptation, dem Kayser vberge-
ben, wie auch andere sachen wegen Aßcanien.
Jhre Liebden der herr bischoff, haben sich zu allem guten
anerbotten. On croyt qu'il sera bien tost Cardinal.

|| [[Handschrift: 328r]]


Der Fürst von Eggenberg s'offre fort confidemment.
Jch habe den hofmarschalck, Grafen von harrach,
angesprochen, wegen der competentz mitt dem alten
Marggrafen von Brandenburg Christian Wilhelm, gewe-
senen administrator zu Magdeburg numehr aber nicht mehr,
dieweil ich mich zum frieden bekennete, vndt
er sich numehr seiner länder begeben müste,
damitt ich nicht vnordnungen vervrsachen, Meinem
fürstlichen hause, auch Jhrer Kayserlichen Mayestät selbsten
nicht præjudiziren möchte, weil Sie mich,
vor einen Regirenden herren erkennen, So hat
er dem herrn Obersten hofmeister Grafen von Megkaw
angeredet, der hat gesagt, Jhre Kayserliche Mayestät woll-
ten keinem theil, nicht præjudiziren, oder vnsern
Fürstlichen haüsern, einem oder anderm theil, zu
kurtz thun, wir möchten vns selber hierüber ver-
gleichen, oder so viel alß müglich, die competentzen
vermeyden. Ainsy le procéz n'est pas vuidè encores.


Nota Bene[:] die friedensacceptation hat mir Doctor Libenthal,
heßisch darmstädtischer Abgeschickter, concipirt,
vndt ich habe Sie mitt Johann Löẅen, vbersehen,
vndt etwaß weniges daran corrigiret, dar-
nach außfertigen vndt ad mundum bringen laßen, vndt volln- || [[Handschrift: 328v]]
zogen; Auch (wje gedachtt) dem Kayser, heütte vberreichen
laßen. Jhre Mayestät haben auch gesagt, Sje wollten es
alles fleißig lesen. Waß die intimation des frie-
dens betreffe, so würde daßelbige eigentlich, bey
ChurSaxen geschehen, daß die im OberSächsischen Krayß geseßen,
bey demselben, sich anmeldeten, aber doch, wenn
ichs begehrte, wejl jch in loco wehre, wollten mir
wol, Jhre Mayestät, ejne jntjmation zukommen laßen.


Avis, daß der Churfürst von Bayern, von des Kaysers wegen,
zu Lintz, vom herren Christoff Seyfridt Preüner,
Kayserlichen Abgesandten, vndt sonsten würcklichen
geheimen Raht, auch Stadthalter, der Nieder Oester-
reichischen landen, seye entpfangen worden. Gestern,
ist gedachter Churfürst zu Stain ankommen, heütte
losirt er zu KlosterNeẅburgk, Morgen wirdt
der einzug alhier werden, vndt man wirdt gleich
zu der Augustiner kirchen, sich verfügen, daselbst
die copulation halten, durch den Cardinal vndt
Fürsten von Dietrichstain (welchen man, hochfürstliche
Eminentz tituliret) vndt hernach wirdt die
hochzeittliche Mahlzeitt gehalten werden.
Der Churfürst alß braüttigam, heist: Maximilianus,
die Churfürstliche Brautt, alß Kayserliche Princessin; || [[Handschrift: 329r]]
heist: Marie Anna, des Churfürsten Schwester
Tochter, durch dispensation des Bapsts, wirdt djß ma-
trimonium zugelaßen. hertzog Albrecht von Bayern
des Churfürsten herr Bruder, kömbt auch mitt. So
<ist>soll auch heütte noch Printz Casimirus auß Polen
alhier ankommen, des Kaysers Schwester Sohn.
Die Kayserliche hoffstadt, die landtschafft, vndt alhie-
sige bürgerschafft, thun sich stadtlich außstaffiren,
den Churfürsten zu entpfangen. So wirdt
man sich auch mitt præsenten, sehen laßen.


Nota: der Cardinal von Dietrichstain, alß er ver-
gangenen dinstag alhier ankommen, mitt einem
gewaltigen comitat, hat er 24 kutzschen,
mitt 6 roßen bespannet, mittgebrachtt.


Zeitung daß Graf Gallaaß, general leutnant vber den Rhein gangen, vndt
hertzog Berndt sampt 6 Regimentern geschlagen, also
daß er sich mitt mühe, nach Zweybrück salviren können.
Wormbs, Germerßheim, Creützenach, vndt heydelberg,
soll sich alles ergeben haben, Nun liegen Sie vor Majntz.
Graf[!] Piccolominj aber ist zum Cardinal Jnfante fortt.
Die holländer sollen schon mitt den Frantzosen, vneins sein,
wegen ihres brennens, raubens, vndt vbelen verhaltens.


Nürnberg habe sich gewiß accommodirt. Breßlaw auch. || [[Handschrift: 329v]]
perge Der Ertzhertzog Leopoldt Wilhelm, jst heütte nach Kloster-
Neẅburgk geritten zum Churfürsten, vndt wieder hehrkommen.

<200 ThalerThlr: Thomas Benckendorf zu berechnen.>


Le Prince d'Eggenberg m'a envoyè mille DalersDal: avec excuses etcetera
fort courtoysement[.]


Des hertzogs Julij hejnrichs von Saxen Lawenburg sein Secre-
tarius, hat mich auch angesprochen, vor sejnen herren, bey
Chur Bayern, zu sollicitiren, wegen seiner relaxation.


Nachmittags vmb 2 vhr, hat man sich zu hoff versamlet.
Der Pfaltzgraf von Neẅburg hat nicht mittfahren wollen,
wegen der competentzen, mitt hertzog Albrecht von Bayern,
sondern hat heütte Morgen, seine visite absonderlich
verrichtett. Die ordnung ist schriftlich verfaßet
worden, wie man vor vndt nach, fahren sollte.


Jch bin vor dem Kayser her gefahren, (in des Fürsten
von Lichtenstein seiner kutzsche) bin oben an geseßen,
habe den Marggrafen von Brandenburg zu mir ge-
nommen, vndt die Fürsten von Eggemberg vndt Porcia<Lichtenstei[n,]>
wie auch den Grafen Porcia. hindter dem Kayser,
ist gefahren der Ertzherzog. An der Thonaw, haben wir
vom Schiff außsteigende den Churfürsten entpfangen,
der hatte von Fürstlichen personen bey sich, den herzog
Albrecht seinen herren Bruder, vndt den Fürsten von
Hohenzollern. Der Kayser hatte bey sich den Erzher-
tzog Leopoldum Wilhelmum, den Printz Casimirum || [[Handschrift: 330r]]
auß Polen, welchen ich auch angesprochen zum erstenmahl,
darnach hatte der Kayser mitt draußen Mich, vndt
den alten Marggrafen zu Brandenburg gewesenen Administrator
zu Magdeburg[,] Jtem: vorgedachte Fürsten von Eggemberg
vndt Lichtenstain, wie auch den bischoff von Wien,
vndt andere prælaten, viel Grafen, herren, vndt
geheime Rähte, et cetera[.]


J'ay tenu la preseance, par dessus le Marquis de Brandenburg
au carosse, & en saluant l'Electeur de Bavieres, &
au retour, & en <allant & sortant de> l'Eglise, & en marchant devant
l'Archiducq, & a l'Antichambre, quoy qu'il me l'aye
voulu disputer, si l'ay[-]ie obtenu.


Jm rückwege von der Thonaw, jst der Erzherzog,
mitt hertzog Albrecht auß Bayern, vndt dem Printzen
in Polen, vor dem Kayser hehr gefahren, vndt ich vndt
meine vorgenandte geferten, vor ihnen her. Jn<Vor> der
Augustiner kirche ist man abgestiegen, vndt stragks
hinein in die kirche, alda in einer kleinen cappelle,
die copulation durch den Cardinal von Dietrich-
stain, geschehen, zwischen dem Churfürsten auß Bayern,
<herzog> Maximiliano, vndt der Kayserlichen Prinzeßinn,
Ertzhertzoginn Maria Anna, Ein kurtzer sermon
des Cardinals, deßenn innhaltt, Gleich wie vor 2<3>5 Jahren
der herzog auß Bayern seine Schwester auch des Nahmens Maria Anna
dem Kayser gegeben, also hetten Jhre Mayestät an itzo daßelbige || [[Handschrift: 330v]]
mitt dero Tochter, eben des nahmens, erwiedern vndt
ihme dem Churfürsten dieselbe wieder geben wollen, darneben
hat er gratulirt, vndt glück gewünzschet, vndt
nach vollendeter copulation, ist daß Te Deum
Laudamus gesungen, vndt et die Stücke auf den
wällen loß gebrandt worden. Man ist zu fuß
vbern gang, nach Jhrer Mayestät zimmer zu, gegangen,
um vndt jm gehen, hat mjch der Ertzhertzog auß
befehlich Jhrer Mayestät, hejßen aufsetzen, vndt ich
habe dem gewesenen administrator zu Magdeburg die oberstelle
genommen, vndt bin wie vorgemeldet, vber ihm
geblieben, nach mir seindt gegangen, der Päbstliche
Nunccius in der Mitte, neben ihm aber zur rechten,
vndt zur lincken, die beyden Spannischen Ambas-
satores Conte d'Onnata, vndt Marchese de Castag-
neda, darnach der Ertzhertzogk, welcher dem
Printzen auß Polen, die Oberstelle gegeben, a<A>lß
seinem nahen vettern, vndt frembden gast, auch
königlichem Printzen, darnach hertzog Albrechtt,
Jtem: der Churfürst, neben dem gieng der Kayser zur
rechten, auch bißweilen hindter ihm, darnach
die Kayserinn in der mitten, zur rechten dje Königinn,
vndt zur lincken, die Churfürstliche brautt, || [[Handschrift: 331r]]
vndt hernacher folgeten eine große anzahl Damen.
Der Nunccius vndt die Abgesandten wahren bey
der Kayserinn vndt Königinn im Frawenzimmer,<in der kirchen>
vndt nicht mitt an der Thonaw. Es ist die
bürgerschafft; auch in viel Fähnlein distribuiret,
auf allen gaßen, jn der wehre gestanden. Vndt
nach dem man im Kayßerlichen zimmer, (dann
biß dahin, jst man flugks auß der kirchen gerade
zu gegangen) gewesen seindt abermalß die
Stücke auf den wällen vndt Pasteyen, loß
gebrennet worden, vndt etzljche salven von der
Bürgerschafft, nacheinander geschehen.


Darnach ist prjvatamente in camera, die Mahl-
zeitt gehalten worden, vndt hat niemandt dörfen
darbey sein, auch die würcklichen kammerherren
nicht, sondern das frawenzjmmer, hat darbey
dienen müßen. Der Pfaltzgraf von Neẅburg
ist auch nicht in die kirchen kommen, wegen der
stargken competentzen, die er mitt dem Nuncio,
vndt den Spannischen ambassatoren hatt. Der
Marggrafe hatt mich gebehten, ich wollte ihn doch
nicht beschimpfen, oder wegstoßen, wenn er ety<w>an
in der anticamera, eher kähme als ich, welches ich nit || [[Handschrift: 331v]]
begehrt zu thun, also grob zu sein, insonderheitt vorm Kayser.
Vndter andern, habe ich auch Graf Wolffen von Manß-
feldt, vndt dem Grafen von Schwartzenburgk vorzeitten
hofmarschalckh, an itzo general auf der Windischen
Marck, zugesprochen. Dieser sagt, der vortrab
des Türckischen Kaysers, nemlich 60000 Türcken,
vndt Tartarn, wie auch 12 mille Janitzscharen, wehren
gantz geschlagen vom Persianer, wie ihm selber
der graf Tersatz, auß dem Munde ejnes gefangenen
Türcken, berichtett hette.

Montag den 6. ⁄ 16den: Julij.

<Nota Bene[:] Bonne esperance, mais dilatoire, du Conte de Schligk.>


J'ay observè hier; que la bonne Princesse <Madame> l'espouse,
estoit extremement angoissèe, & comme pleine d'affliction
intime, & a mon avis extraordinaire[.] Dieu la vueille consoler.


heütte vormittags, mitt in die Meße gegangen, vndt
der einsegnung zugesehen, wie Sie der Cardinal von
Dietrichstain vber die Neẅen hochzeitter verrichtett,
darnach ist ein Trunck süßer wejn, herumb ge-
gangen, darvon ich auch zu kosten bekommen. Jst aber
ein geweyheter wein gewesen, wje Sje hernacher
sagten.


Nota Bene Nota Bene[:] Graff Schlick gedachte, in Lottringen, wehren
die Frantzosen bey Sankt Dionisij, wieder geschlagen, || [[Handschrift: 332r]]
also daß 3 mille Mann, auf der wahlstadt geblieben,
vndt etzliche zwantzig stücke geschützes,
erobert worden, wehre also die schaarte der
Niderländischen Niederlage, wol außgewetzet.


Zu Mittage, ist Marggraf Christian
Wilhelm von Brandenburg vndt dann der
heßische Doctor Libenthaler, wie auch herr Loẅ,
meine gäste zum güldenen Ochßen gewesen.


Doctor Libenthal hat mich hernachmalß aufs
neẅe wieder besuchtt, vndt angefangen
abschiedt von mir zu nehmen, weil er Morgen
gebe gott mitt den Kayserlichen gesandten, naher
Dresen[!], fortzuziehen gedenckett. Je luy ay
donnè, mon pourtraict d'or.


Erfahren, daß ein Schiff <die Tage> bey Melck versuncken,
auß vnvorsichtigkeitt des Schiffmanns, vndt viel baga-
ge auch die meisten libereykleider se des Churfürsten,
ins waßer gefallen, aber doch alles wieder heraußer ge-
zogen worden, es sejndt auch etzliche persohnen ertruncken.


Diesen abendt vergebens nach hof gefahren, vmb 7 vhr, weil
alle cavaglierj sich retirirt gehabtt. Darnach wieder verge-
bens auf den Comœdiensahl durch großes gedränge kommen, vndt
ezliche Stunden, mitt andern Fürsten, bohtschafftern vndt Damen, gewar-
tett. Es ist aber der angesezte Turnier, vndt comœdie abgestellet worden.

|| [[Handschrift: 332v]]


Vff dem Sahl habe ich gelegenheitt bekommen, mitt dem Pollnischen
Residenten, Vibbonj, bekandt zu werden. Er sagt sein herr der
König in Polen, habe vber 50 mille Mann beysammen, albereitt in
Preüßen zufelde. Der Stillestandt seye zwar biß in Augustum
verlängert, vndt es stünde noch auf tractaten mitt der
Kron Schweden, welche sich offerirt Preüßen abzutretten, der
König aber, will noch Lifflandt darzu haben, vndt den königlichen
Tittul vber Schweden nicht fallen laßen wie Sie begehren.
Sonst wollten Sie auf 20 iahr friede machen. Wo ferrne
aber nichts drauß würde, wollte der Könjg nicht allein
zu lande, sondern auch zu waßer, mitt starcker macht, Schweden
angreiffen, vndt müglichsten fleiß anwenden, sein Erbkö-
nigreich zu recuperiren. Es hette der König in Engellandt,
albereitt eine halbe million spendirt, dem König in Polen,
mitt einer waßermachtt zu assistiren, vndt wu hette
man auch gute hofnung von Dennemarck, wegen des paßes
durch den Sundt, vndt anderer assistentzien. Wer dem
König in Polen würde zu seinem Erbreich verhelfen, mitt deme
wollte er sich veralliiren, wie dann der König in Engellandt
gerne sehe, daß er des Pfaltzgrafen Tochter nehme.
Vndt der König in Polen, wollte alßdann, sich dahin
bearbeitten, das sein bruder, der izt alhier anwesende
Printz Casimirus, möchte das Freẅlein von Schweden, die || [[Handschrift: 333r]]
Erbprinzeßinn nehmen, wiewol Gustavus im Testament
versehen, daß seine Tochter, (vmb der päbstischen religion
willen) niemandt von dem Jagellonischen Stamm, gegeben werden
sollte, sonsten sollte Sie der Erbschafft an der Kron
Schweden verlustiget sein. Es hette der itzige König
in Polen, großen anhang, vndt großen favor in Schweden,
vndt viel mehr, als man vermeinen thete. Würde
iedermann in sejner Religion frey leben laßen,
vndt niemandt zu einiger Religion, begehren zu zwingen,
welches Gottes, vndt nicht Menschenwergk wehre. Die
Fortun so er wieder den Moßkowiter, vndt Türgken
gehabt, hette ihm großen favor, bey Jnn: vndt auß-
ländischen zu wege gebracht. Schade wehre es, daß so ein
Tapferer herr, in seiner herrschaft, nicht absolut
sein sollte, vndt von den Ständen, so sehr dependiren
müste, wiewol er es so weitt gebrachtt, daß
sie ihm vber 45 mille Mann, mitt contributionen zu halten,
versprochen, aber es soll meistentheilß Pollnisch
volck sein, oder doch der krone vndterthanen,
gestaltt er dann bey dem Fußvolck deützsche
officirer helt, welche die heyducken auf deützsche
Soldaten manier abrichten müßen, die haben dem
König in dem Moßkowitrischem kriege, gute dienste gethan,
vndt er sich sehr wol dabey befunden.

|| [[Handschrift: 333v]]


Es hat mich der Fürst von Lichtenstain zu gast geladen,
alda auch der Cardinal von Dietrichstain, der Marg-
graf von Brandenburg[,] der Bjschoff von Wien, der
Fürst von Eggenberg, vndt Fürst von Dietrichstain,
neben dem Fürsten von Lichtenstein, vndt mir, sich
befunden, vndt ansehlich, jst tractirt worden.
Der alte Marggraf, ist neben den Cardinal, gesetzt
worden, vndt ich vorn Tjsch, jedoch ohne competentz.
Vor der mahlzeitt, hat der Cardinal zimlich mitt
mir disputirt, hernacher aber nicht mehr. <Jst doch glimpflich.>


Ehe ich dahin gefahren, habe ich zu hof, jn der anti-
camera, mich sehen laßen.


Apres disner, mes gens m'ont fait un affront,
de ne m'avoir ammeinè nj carosse, nj chevaulx,
& au logis du Prince de Lichtenstein & jl m'auroit fallu aller
a pied, si l'Adm le Marquis de Brandenburg ne m'eust prins, sur
son carosse. Dieu me vueille une fois ottroyer, de bons,
& diligents serviteurs, & me delivrer de telle <nochchalente> canajlle[,]
afin que j'aye aussy du repos, en ce cas là, &
ne m'afflige moy mesmes, de si enormes execrations[,]
comme la necessitè m'impose de faire, en tel cas, tel
pechè, quj ne scauroyent me causer, que du regret.

|| [[Handschrift: 334r]]


On dit; que ce Prince Charles, a un million
de florins, de revenu annuel, <de ses biens en Moravie; Silesie & Boheme.>


Le Cardinal a 66 ans, & est fort riche, aussy.
Der herr bischoff von Wien, soll auch baldt Cardinal werden.


Der Churfürst von Bayern, hat heütte Nachmittags,
die Schatzkammer alhier, des Kaysers besehen. Jch
bin aber nicht mitt darinnen gewesen, denn man hat mirs
wiederrahten, weil man vndter so vielen, eine sache
nicht recht würde sehen können.


Jo vorrej poter partire con buona spedizione
di quà, per non spender tanto, e per <non> esser meglio<troppo ben>
veduto, forse, da moltj pretj, e fratj, che sono
troppo superstiziosj, e nemicj della nostra Religione.


Nota Bene[:] Le Cardinal dit, qu'il avoit chassè plusieurs Diables,
des Demoniaques, & qu'jl vouloit en ce cas, desfier
tous nos ministres, de chasser les Demoniaques avec luy.


Je luy dis, que nous n'avions plus besoing de miracles,
la doctrine estant desja assèz confirmèe, mais
la nation meschante & adulteresse demandoit signes,
&cetera[.] Jtem: <ès derniers Temps> Faux Christs, & faux prophetes s'esleveront,
pour faire signes & miracles, &cetera[.] Jl dit que cela s'en-
tendoit de l'Antichrist, lequel ne regneroit que 3½ ans,
& je m'estonnois pourtant de ceste confession Antichrestienne. || [[Handschrift: 334v]]
&cetera J'eus aussy moyen, de le demander de la l comme il
parloit de l'antiquitè, de l'eglise, si l'ordre des Cardinaulx
estoit <fort> ancien; a quoy il respondit que cela n'estoit point,
de la substance de la Doctrine, ainçois seulement des
ceremonies, &cetera[.] Jtem: il me voulut faire a croyre,
que l'Eglise Grecque & la Romaine estoit toute une,
qu'il y avoit encores une Eglise Grecque a Rome, &
plusieurs autres, mais que quelques fois en Turquje, il y a-
voit des Schismatiques, qui s'estoyent separèz des autres Grec[s.]
Jl protestoit aussy fort et ferme, que le Pape pouvoit
errer, mais non pas l'Eglise, & estoit en fin content
avec moy des distinctions entre l'Eglise visible & jnvisibl[e,]
& que l'Eglise estoit cœtus fidelium, mais qu'il y a-
voit eu tousjours une Egljse visible en Terre, accompagnèe
de signes exterieurs, & de miracles. perge <a quoy ie contredis>[.] Je luy dis aussy
que pour la durèe perpetuelle de l'eglise, il falloit remettre ceste
dispute, jusques au dernier jour, car entre cy & là, ils pour-
royent survenir plusieurs changemens. Jl dit aussy; Monsieur le
Cardjnal, que l'excommunication se faysoit par le Pape,
l'Eglise & ses Evesques &cetera[,] Que plusieurs Papes, auroyent estè
damnèz, sans doute. Et ie voy, par plusieurs discours, que
j'entends icy, a ceste Cour Jmperiale, que l'on est fort
mal content du Pontife d'aujourd'huy, Vrbain VIII.

|| [[Handschrift: 335r]]


Voire le Cardinal me dit aussy, que p il y avoit eu
des gens, lesquels auroyent tenu Le Pape pour Lutherien.
Je croy que ce sont, quelques Jtaljens & Espagnols, ou des
Allemands, peut estre, aussy. Jddio mj liberj da ognj fastidio,
per queste dispute e contese. Co'l Signor Cardinale solo,
voglio ben disputare, mà ce ne sono altrj, che non jnten-
dono, ne la nostra Religione ne la loro propria, e sono
inimicissimj dj noj altrj, per mala jmpressione solamente[.]


Le Cardinal dit aussy, qu'il tenoit aussy bien pour hereti-
ques, ceux quj disent, qu'il ne faut point commu-
nier sub utraque, que ceux quj le tiennent
sub una pour un[!] erreur, & sont desobeissans
aux Concjles, & a l'Eglise. Nota Bene[:] Vn mot qu'ila


Jtem: Le Cardinal croyt, que mes enfants morts, &
baptisèz sont sauvèz, & point damnèz. Quant a moy; il
Nota Bene Nota Bene
ce mot
[a]vec
[l]'asterisme.
s'immagine[!], que je ne puisse pecher* par ignorance,
estant bien versè en l'escriture Sainte & par malice
ie ne voudray pas volontiers pecher, ainsy il c ne
dit pas qu'il me condamne, mais que je me
doibs bien tost convertir; quia: Extra Ecclesiam, non
est salus. perge Et ceste eglise veulent[-]ils; que ce soit, la Romajne.


Estant fort mal content ce soir, i'ay trouvè cest: Anagramme:
Christian Prince d'Anallt, Conte d'Ascanje[,] Seigneur de Bernbourg et
Servest. et cetera General invincible, chaste probitè rend surgrand; cest
avis te secondera net. et cetera Es wehre einmal zeitt!
et cetera || [[Handschrift: 335v]]
nach so langweilig vielfältig, vergebener hofnung.
Ôh Dieu quelle miserable vie, quand on ne peut estre
en repos, & tousjours en inquietude.


Nota Bene[:] Le Cardinal disoit aussy, qu'il abhorroit ceux
quj tiennent ceste maxime: Hæreticis non est servanda
fides.


Schreiben von Madame vom 26. Junij, Jtem: von den herren-
vettern vom 25. Junij; Jtem: vom præsidenten sans date.
Present, apres plusieurs difficultèz de 2 mille ThalerThlr:[.] N'estoit be-
soing de recevoir le fief en propre personne, a cause
du retardement de la legation (weil es mitt raht vndt
vorsichtigkeitt geschehen muß) auch noch die ratification
des Kaysers, noch nicht erfolget, ich sollte wieder nach
hause kommen. Quærunt subterfugia. Jch sollte
darvor hertzog Frantz Albrecht zahlen, welcher sich
sonsten seinen dreẅworten nach, im Bernburgischen antheil
zimlich plump erzeigen möchte. Restirten also
Fürst August 1400 ThalerThlr: welche er auf künftige weih[e]-
nachten, wieder haben will, an den Senioratgeldern.
hactenus Madame[,] Patruj aber, vndt Patrueles, machen curiala
daß Sie mir wenig helfen köndten, weil Sie von Meiner rayse
nichts gewust, loben sonst meine jntention zu gesambter wolfa[hrt.]
Wollen Curt Börsteln gern fortschigken, weil aber die || [[Handschrift: 336r]]
Kayserliche publication vndt intimation des friedens, noch
nicht ankommen, vndt der abgesandte vndterwegens
zu Dresen[!] in hochangelegenen sachen des gesampten hauses,
möchte aufgehalten werden, also rahten Sie mir nicht
so lange zu warten, iedoch stellen Sie mir es anheim,
vndt bitten mich, ich wollte mich ia mitt der lehens-
entpfahung
nicht vbereylen. Machen wegen des subsidij
große difficulteten, iedoch offeriren Sie mir endtlich,
vber die lehensgebühr, vndt des gesandten zehrungs-
kosten, 2000 ThalerThlr: so ich alhier, oder zu hause zu entpfangen,
doch bitten Sie daß es geschehe, ohne einführung einiger
consequentz vndt hohem Nachtheil vnserm gesampten hause.
Præsident schreibt diese substantiala: Beklagt meine
incommoda, vndt die dilation der abschickung. Exculpirt
patruos et patrueles, Sein Sohn kan nicht eher kommen,
ehe die lehen entpfangen wirdt, muß die acceptation
des friedenß zuvorn der Römischen Kayserlichen Mayestät vndt Chur Saxen
insinuiret werden, daß aber kan nicht eher geschehen, biß
die Kayßerliche publication des friedens einkömbtt, Sein Sohn
soll mitt Chur Sachsen tractiren, wegen erlejchterung der vner-
träglichen kriegsbeschwehrden, dan wegen sicherung des
Fürstenthumbs, gegen besorgender gefahr, vndt anderer hoch-
wichtigen puncten halber, darnach nacher Wien sich begeben.
Die gefahr der lande seye sehr groß, weil die Schweden
vndt ihre assistenten, die iehnigen vor feinde halten
wollen, die Sich zu dem gemachten frieden bekennen, || [[Handschrift: 336v]]
aber meine herrenvettern würden solches alles nicht achten,
Sondern die beruhigung des Reichs allen andern respecten
vorziehen, leben darneben der Tröstlichen zuversichtt,
wann nur die sache recht angegriffen wirdt, es
werde der liebe Gott vns auch vätterlich hindurch
helfen. Das præsent der 2 mille ThalerThlr: so mir verwilliget
worden, hette höher nicht alß auff<gebracht> werden können,
auch nicht bahr erhoben, sondern Fürst Augustus
hette seinen credit einsetzen, vndt den vorschuß
thun müßen, damitt ich nicht gelaßen würde, wie
auch mitt den raysekosten, vor seinen ältisten Sohn,
damitt ich die 2 mille ReichsthalerRthlr: vollkömblich, vndt ohne abzug
behalten, vndt davon meines gefallens disponiren möge[.]
Bedanckt sich auch, wegen des guten wuntzsches zu sejner
Tochter hochzeitt, vndt der ansehlichen außrichtung,
auch dabey erzeigten vielfältigen gnade vndt ehre,
bittet Gott er wolle vnß davor mildiglich segnen. <perge> (Amen[)]


Nach der mahlzeitt, mitt dem Kayser, Kayserjnn, Königin[n,]
Churfürsten, vndt sejnem herrn bruder, hertzog Albrechten
von Bayern, zuvor aber, dem Ertzhertzog, vndt Printzen
auß Polen, de Churfürstinn, Ertzhertzogin, &cetera vndt
großem comitat, hinauß aufs iagen, bey Eberstorf,
da wir ein 24 Jagtbahre hirsch gefangen, vndt
Sie herdenweyse, zusammen getrieben worden. Zum al[ler]
ersten ist ein Wolf heraußer kommen, vndt gehetzt worden.

|| [[Handschrift: 337r]]


Der Churfürst hat gar freündtlich auf der Jagt,
mitt mir geredet, vndt ist sehr leühtselig gewesen,
wie auch hertzog Albrechtt. Jngleichen habe ich auch ge-
legenheitt gehabtt, mitt dem Pollnischen Printzen
Casjmiro, zu conversiren, welches gar ein wackerer
herr ist.


Von Fürstlichen personen, waren auch mitt draußen,
der Marggraf von Brandenburg[,] der herr bischoff von Wien,
der bischoff von Gurick obrister kammerer des Erz-
hertzogs, der Fürst von Zollern Oberster hofmeister
des Churfürsten, vndt dann der Fürst von Lichten-
stain, mitt welchem ich auf seiner kutzsche nebst
dem herrn Grafen von Wirmb, vor dem Kayser
hehr, gefahren.


L'Empereur me faysoit fort bonne & gracieuse mine.
Dieu me vueille faire ressentir les effects de sa
bonne grace & bien vueillance, par des organes
lesquels ne me soyent contraires, ains secon-
dent les bonnes jntentions de Sa Majestè[.]


Zeitung daß der Oberste heyde den Cantzler Stahl-
mann in der Margk Brandenburg gefangen bekommen,
vndt ihn wol verwahrt, naher Magdeburg geschickt,
dörffte ihm ein böser proceß alda gemacht
werden. Quilibet faber suæ FORTUNÆ.

|| [[Handschrift: 337v]]

Donnerstag den 9. ⁄ 19. Julij.


Jhre Kayßerliche Mayestät, haben mir einen hirsch
verehrt von der gestrigen iagt, von 12 enden.


Diesen vormittag ( habe ich in der anticamera
zugesehen, wie der Kayserinn Oberste hofmeister der
Fürst von Dietrichstain, das güldene vlüß, von
der Römischen Kayserlichen Mayestät entpfangen. Er entpfienge
es kniende, <vom Kayser> nach dem er die declaration des Königs in
hispanien, alß hertzogs von Burgundt, in Frantzösischer
sprache, abgelesen worden, durch einen Ehrenholdt, vndt
er es erst durch die zween iüngsten Ritter, be-
gehren laßen, vndterthänigst, auch sich erkläret, den
artickeln nachzukommen. Jhre Mayestät ließen Sich,
das Schwert, durch den hofmarschalck vortragen,
er muste aufs Evangelio<u>mbuch schwehren, etcetera<vndt wurde hernacher zum Ritter geschlagen. Drey[m]al vber die Achse[ln.]>


Alle anwesende Ritter saßen auf einer seitte
des<vndter dem> Kayserlichen Thron, der Cardinal, vndt beyde
Spannische bohtschafter aber, auf der andern.


Der Ritter, waren achte, Jhre Mayestät
mitt eingerechnet, alß: Nach dem Kayser, der
Churfürst von Bayern, Pfaltzgraf von Neẅburgk[,]
Graff von Megkaw, Graff Kevenhüller, der
Königinn Obrist hoffmeister, Graff von Schwartzenburg || [[Handschrift: 338r]]
vndt Graf Fugker Obrist kämmerer, des Churfürsten.
Den Neẅen Ritter mitt darzu geregnet[!], Fürsten
von Dietrichstain, so ist er der Achteste. War
ein schöner actus, dem ich gleichsam incognito im
gedrenge zugesehen, damitt ich niemands præju-
dicirte
, mitt vergebung meiner stelle, weil
keine session vor mich da war, vndt der Margraf
von Brandenburg nahm solches nicht in achtt.


Zu Mittage, habe ich mitt dem Margrafen von Brandenburg
gegeßen, in seinem garten. Discours bizarres.


Nachmittags mitt den Kayserlichen vndt königlichen
Chur: vndt Fürstlichen Manns[-], vndt weibsper-
sohnen, hinauß zu einem schönen lusthauß vndt
garten, der Kayserinn zustendig, la favorita
genandt, alda Jhre Mayestät mitt vorgedachten
hohen personen, vndt ich an der freytafel abendt-
mahlzeitt gehalten, et cetera[.]


Sa Majestè m'a regardè de fort bon œil.


Ehe ich mitt hinauß fuhr, habe ich noch zuvor die
hertzoginn von Sachßen besuchtt, vndt mich, wegen
hertzogk Frantz Albrechts expectorirt.
Je ne scay ce qu'[il] en deviendra.

|| [[Handschrift: 338v]]

Freitag den 10. ⁄ 20. Julij.


Zeitung daß so wol der König in Vngarn, alß der Cardinal
Jnfante, beyde kranck seyen. Es habe sich aber
numehr Gott lob, mitt dem Könige gebeßertt.


Nota: Gestern habe ich auch erfahren, daß in
dem Ritterorden des güldenen vlüßes, Allezeitt
50 personen, sejn müßen.


Avis, daß Stahlmann nicht, (wie man draußen
vermeinet) gefangen, sondern in Polen endtrunnen
seye, vndt dem Kayser, sejne dienste præsentire.


Rationes pro:
1. Instinctus Levantjnus.
2. Furor Suecicus.
3. Spes bonj exitus.
4. Facilitas itineris.
5. Purgatorio et mal-
herbe qua e là.
6. Stregaria a ca, e resistenza!
7. Favor Cæsareus.
8. Arrivo dj Börstel, loquale
guadagnerà co'l nostro danaro
glj cuorj, contra dj me.
9. Res infecta non reliquenda.
10. Authoritas apud patrueles &
subditos, si spes ipsorum ex favore
Cæsareo concepta diu in suspenso
relinquatur. || [[Handschrift: 339r]]
11. Vnitas fidej, diu exoptata,
si transactio fierj posset?
12. Gerenroda et Ascania.
13. Dentjfricium.
14. Mediterranea.
15. Lingua Boetica.
16. Astronomia. perge perge
17. Rancune du Cardinal de Dietrichstejn[.]
18. Celle du Duc Frantz Albert.
19. Malseurtè du chemin.

|| [[Handschrift: 338v]]


Rationes contra:
Preces uxoris & reliquorum[.]
Nota Bene Anna Sophia Fürstin zu Anhalt vndt Dorothea Börstel
Jmprægnatio uxoris.
Favor Electoris Saxoniæ ibj.
Nota Bene[:] Media Pecuniaria deficiunt[.]
Servi utiles identidem.
Bisogna meglio accommo-
darsi, meglio vestirsj,
in verde e nero, alloggiar-
si con tapezerie, haver
lacquay e livrèe, e ca-
rozze e cavallj, ed altr[a]
servitù. etcetera || [[Handschrift: 339r]]
Nota Bene[:] Presente al
Lione, accioche con-
servi le mie spedizionj,
in buon'istato. Nota Bene
oltre quello ch'eglj
deve custodire.
Battesimo o sepoltura.
Matrimonio d'una sorella.
Plenipotentia al Johann Löw[.]
Ablegung der Rechnung Fürst Friedrichs[.]


Zeitung daß der Churfürst von Saxen, mitt Machtt,
auf den Banner zu, gehet, vndt auf die Schwedischen.


Der hertzogin von Saxen, Geyer, vndt Löben, vom
hirschwildprät, mittgetheilet.


herr Schafgotschens Secretarius Landßperger, jst
abermals bey mir gewesen, Bittet vmb interces-
sion
beym Churfürsten auß Bayern, vndt Printzen in
Polen, damitt der Kayser, den kindern, (ejn Freẅ-
lein, vndt 4 Söhne) jhre güter vndt mobilien resti-
tuiren möge. Jl tient le Pere, pour decapitè, ou qu'il le sera
bien tost.


heütte Morgen, habe ich mich bey dem Churfürsten von
Bayern vmb ernennung einer bequehmen stunde, anmelden
laßen, vndt ist mir der gantze Nachmittag wenn der Chur-
fürst von den Carmeliten, würde wiederkommen, gegeben worden.

|| [[Handschrift: 339v]]


Abends nach dem der Churfürst wieder von den car-
meliten gekommen, vndt ich zu hof aufgewartett ge-
habt, bin ich zu Jhrer Gnaden in dero zimmer angemelde-
ter maßen kommen, Sie seindt mir biß an das dritte
gemach entgegen gegangen, haben mir die oberstel-
le
anpræsentirt, ich habe dieselbe aber alhier,
(an diesem ortt, bey solcher occasion) nicht accep-
tirt, haben mich zu ihr setzen, vndt mich aufsetzen
laßen, vndt gar leühtsehlig mitt mir conversirt.
Darnach biß zu dem vierdten gemach zu rücke
hinauß wieder begleitett. Jch habe [...] ihm
gratulirt, <zu Seinen hochzeittlichen ehrentagen> meine schuldjgkeitt, dieser visite in
etwas abgelegt, auch occasion genommen, vor her-
tzogk Julius heinrich zu intercediren, wie auch
vor herzog Frantz Albrechtt, vndt dann vor herren
Schafgotzschens kinder, damitt ihnen fama & ho-
nores, & bona, möchten in integrum restituirt
werden. Er hat gar fein drauff geantwortett,
daß crimen patris nicht excusirt, insonderheitt
das crimen læsæ Maiestatis exaggerirt, aber doch hingegen
die vnschuldt der kinder, vndt das gütige mjldreiche ge-
müht Jhrer Kayserlichen Mayestät herauß erwehnet. et cetera

|| [[Handschrift: 340r]]

Samstag den 11. ⁄ 21. Julij.


Scripsi ad patruos & patrueles, wegen eslargissement
de l'offre dell'ajuto dj costa, di 2 mille ThalerThlr: aux autres
2 mille vers Walpurge j'en ay escrit a Heinrich Börstel & a ma femme aussy.
Jddio benedica questi dissegnj incaminatj.


Mitt dem Kayser, Kayserinn, vndt Cuhrfürsten,
Churfürstinn, Ertzherzog, Ertzhertzoginn, Printzen
auß Polen, vndt herzogk Albrechten, hinauß
aufs iagen, alda wiederumb etzliche hirsch gefel-
let worden. Jch habe mitt itztgedachten Kayserlichen
vndt Fürstlichen personen, im Schirm Tafel halten
müßen, dabey sich Jhre Mayestät gar gnedigst, die
herren aber gar liebmühtig, gegen mir erzeigt.


Nach der mahlzeitt bin ich baldt aufgestanden,
vndt dem Kayser die handtsquehle geworfen, welches
nur Regierende herren thun dörfen, vndt es pflegets
der Erzherzog, der Prinz auß Polen, auch wol der
Churfürst dem Kayser selber zu geben, weil man
es vor eine große ehre helt. Jch habe vermerckt,
daß es Jhrer Mayestät sonderlich wolgefallen, daß ich mich
selber also darein gefunden. Sie haben mir auch
eines gebracht (wie Sie allezeitt, wann ich mitt Jhrer
Mayestät eße, zu thun pflegen) alß auch der Churfürst, vndt die
andern herren.

|| [[Handschrift: 340v]]


Mitt dem Printzen Casimiro auß Polen, habe ich
draußen gelegenheitt bekommen, vor herrn Schafgotzschs
kinder, zu intercediren, vndt wiewol er vermeint, es
wehre zu spähte, so hat er sich doch, zu allem guten
anerbotten.


Sonsten, bin ich mitt dem Fürsten von Lichtenstain auf
seiner kutzsche gefahren, dabey sich der herr von
Zintzendorff, sein des Fürsten vetter, wie auch der
herr von Maixelrain des Churfürsten Jägermeister,
auch befunden, vndt mittgefahren.


Artj del vecchio cacciator:


Per farsi inpenetrabile dalle spade ed arcobug[gi]
laßt einen fadem[!] spinnen, von einem Mägdlein
von 7 iahren, vndt ein Tuch drauß wircken,
in daßelbige vngebleichte tuch, primum menstru-
um virginis gethan, vndt reinlich in Taffet
oder dergleichen verwahret, thut obiges, gestaltt
es an einem hunde probirt, gut befunden, hernach-
malß aber, wieder aufgelöset worden. Jl est
bon aussy de le jetter au feu d'une mayson, quj
se prend, cela le doit ayder a esteindre.


haußw hirschwurtz (einer haselnuß groß gegeßen,)
ist gut vor die pest, abends vndt Morgends, also genoßen[.]

|| [[Handschrift: 341r]]


Eberwurtz benimbt den pferden, alle kraft zu
gehen vndt zu lauffen, wenn es ein pferdt einbe-
kömbt, vndt die andern nicht. Jst aber vnrecht <<einen> also zu vberfortheilen[.]>


Gemßwurz oder Gemßkrautt benimbt einem
den Schwindel wann man wenig davon ißett.


herr von Maixelrayn, hatt 7 schlangenherzen
in wein auf einmal außgetruncken, nach dem
er Sie klein hacken laßen, als er noch iung ge-
wesen, vndt solches vor allerley gifft. Nach dem
er aber 18 iahr hernacher gift eingekriegett,
wie er vermeinett, so hat es ihm wol geholfen, vndt
alles von sich gebrochen.


herrn Schafgotzschens, abgeordneter, jst bey mjr gewesen, beklagt sich,
vber seines herrn zustandt, bittet vmb restitutionem famæ, & bonorum,
vndt wegen sejner kjnder. Jtem: daß der Landsperger, zu kaltsinnjg seye,
<in Seines herren Sachen. et cetera>


Jhre Mayestät haben mjr bewilligett, daß ich dero Schatzkammer,
Morgen gebe gott vmb halber achte, besehen möchte.


Nota Bene Nota Bene Zeitung das ejn großer cometstern, mitt 3 langen schwäntzen, nacher
hollandt, sich erstreckende, bey Gröningen gesehen worden.


Jtem: daß hertzog Berndt, auch eine schnappe gelitten, weil er die
Kayßerlichen am vbersetzen vbern Rhein, verhindern wollen.


Jtem: daß die Kayßerlichen daß Feldtlin wieder erobertt.


Graf Kevenhüller, hat mir heütte copey, ejnes schreibens, so der Könjg
in Engellandt, an Papst, abgehen laßen, in der lottringischen sache, zugeschicktt.

|| [[Handschrift: 341v]]


Nachmittags habe ich bey den Jesuitern, einer comœdi[e]
zugesehen, vons Jsaac vndt Rebecca hochzeitt, vndt
kleine intermedia darzwischen, welches alles sehr
wol agiret worden, vndt es waren die Kayserlichen[,]
königlichen[,] <Churfürstlichen[,]> Ertzhertzoglichen, vndt hochfürstlichen personen,
auch mitt darinnen. Jhre Mayestät hatten einen
sonderlichen gusto daran, vndt sprachen mir, (weil
Sie mich ersahen, am Thor der kirchen, nach vollende-
ter comoedia) destwegen, gar gnedigst zu, vor
allen leütten, wie auch der Churfürst von Bayern,
gar leühtsehlig sich gegen mir bezeigett.


Nach dem Jhre Mayestät wieder in die burgk gefahre[n]
vndt contra stylum die cavaglierj, vor derselben
hehr, nicht gegangen, sondern geritten, habe ich audi-
entz bey der Cuhrfürstinn auß Bayern gehabt[t,]
welche mich gar gnedig vndt freündtlich gehöret,
vndt beantwortett, auch aufzusetzen gezwungen,
nach meiner gemahlin gefraget, vndt in herrn Schafgozsc[hs]
vndt Seiner kjnder suchen, (welches memorial der Bettinge[r]
dem Printzen auß Polen vbergeben) den Kayser anzu-
reden, vmb meinet willen, sich erbotten, wiewol mitt
<Jhrer Mayestät> iustitziensachen, sie eigentlich nicht sich einzumischen. Jch
insistirte wegen Chur: vndt fürstlicher verwandtnüß des || [[Handschrift: 342r]]
hauses Lignitz: etcetera Jtem: recommendatio in gratiam
Cæsaream & Bavaricam ihren herrn gemahl, wiewol
ich alda recommendirt genugsam wehre. Der Mar-
chese Palavicinj ihr Obrist hofmeister, hat mich intro-
ducirt, vndt es seindt viel Damen darbey gewesen.


Jch habe zu glück in der Kayßerlichen anticamera noch zuvor
drey vornehme Neẅburgische herren vndt offizirer
angetroffen, welche mir auch daß geleidte hi-
nauff, vor der Cuhrfürstin gemach, gegeben,
alß Conteb vndt der
Graf von Manderscheydt.


Nota Bene Nota Bene[:] der Pater Lemmermann, des Kaysers beichtvatter,
kam heütte in der Comœdie, nicht weitt von mir zu sitzen,
vndt sagte, ich sollte ihm doch gelegenheitt machen, mir zuzu-
sprechen, er wollte mich gern in meinem losament besuchen, etcetera[.]
Jch sagte, gar gerne, wenn es ihm geliebte, jedoch, wehre es
vnvonnöhten, daß er sich so viel bemühete.


Zeitung daß die Frantzosen in entzelnen[!] treffen, vndt Scharmützeln,
vber 7 mille Mann verlohren, jm Niederlande.


Mitt dem Obersten Pfejlberger, ejnem Steyermärcker, bin
ich heütte, vor der comoedia, bekandt worden. Jst
ein alter cavaglier, von guten dißcurßen.

|| [[Handschrift: 342v]]

Montag den 13. ⁄ 23sten: Julij.


heütte Morgen habe ich die Schatzkammer besichtigett. Der Oberste
Manteüffel, vndt ezliche andere, deützsche, vndt Pollnische cavaglie-
rj seindt mitt mir hinein gelaßen worden. Es sejndt
allerley schöne gemählde darinnen zu sehen, vndt kunststücke.
hat auch schön Silbergeschirr, vndt gülden geschjrr, Jtem:
hüpsche Türckische pferdezeüge mitt perlen gestickt,
andere mitt edelgesteinen jnsonderheitt schöne Sebel, meßer
pusicanen vndt dergleichen. Stadtliche schreibeTisch vndt
vhren, allerley schöne sachen darinnen. Jtem: Bezoarden
vber die 60 darundter vber 12 große stücke sejndt.
Sollen auß Spannien kommen. Jtem: Stücke von einhorn,
vndt vndter andern, ejn langes einhorn, daß ichs nicht erreichen
können. Ein groß Stück Schmaragd, wol ein Pfund (libra)℔: schwehr.
Gewaltige stücke von vndt geschirr von Agaten, lapis La-
zurj, vo vndt Jaspis, Christall, vndt andern gemmis, auch schöne
geschjrr von Silber, goldt, mitt corallen durchmachtt, vndt
getriebene Silberarbeitt von Schlangen vndt dergleichen so der Kay-
ser selber gemachtt, (wie Jhre Mayestät dann mitt goldtschmidte<gieße[-]>
vndt drechßlerarbeitt sehr wol sollen wißen vmbzugehen)
vndter andern, ejn groß vaso von Agata darinnen von Natur
eingeschnitten Bildnis Jesu Christo Jesu. Viel bildtnüß von zusamme[n]-
gesezten steinen, Jtem: vhrwerck vndt dergleichen, auch stadtliche
reliquien, vndt große Schätze, daran gewiß wol viel zu sehen[.]
Es sollen vber 8 million heraußer kommen sein, an klejnodien, Silb[er] || [[Handschrift: 343r]]
vndt dergleichen. <Königs in Schweden koller auch gesehen, Jtem: die kugel damitt der Aiazzo vor Nördlingen, nahe hinterm König geschossen worden.> Es ist auch eine große schwehre kette darinnen
von goldt, so die Maria Burgunda Maximilianj I. gemahlin
getragen. Jtem: die Kayserliche kron, Scepter vndt Reichsapfel
so Kayser Rudolphus II. hochlöblichster gedechtnüß, noch machen
laßen, Soll vber 15 Tonnen goldes gekostet haben.
Rhinoceroßhorn, jst auch darinnen. Diese Schatzkammer,
ist in dreyerley vndterschiedliche kammern abgetheilett.
Vom Albrecht Dürer seindt auch stadtliche gemählde darinnen,
vndt vndterschiedliche Mahlbücher. Da die reliquien sein,
haben wir auch ein crucifix gesehen, so in einen kohl-
struncken von Natur soll eingewachßen sein zu hamburg
vor vielen iahren, nach dem man eine geweyhete hostiam
darundter gelegt, vndt soll vnverwesen allezeitt also bleiben.
Keine kleinoter, hat man vnß gezeiget, weil die Kayserinn
bey itzjger festjvitet, dieselben zu sich genommen, vndt sie tragen
leßett, Es hat auch stadtliche sachen von ambra; in dieser Schatzkammer.


Die herren von Ehritzsch, (Geyer, vndt Polhejmb, haben
mitt mir zu Mittage gegeßen, wie auch Johann Löwen. perge perge perge


Jn der anticamera (wie gebraüchljch) zu hof, aufgewartett, vndt
vom herrn Obersten kammerer, Graf Kysel berichtett worden, das
den herren von Baar, der schlag gestern abendt, bey der Mahl-
zeitt plötzlich gerührt, also daß er an der rechten seitten,
soll lahm worden sejn, welches mir gar leidt vmb ihn ist, die-
weil ich ihn <eine> lange zeitt hero, wol gekandt, vndt gar famj-
liar mitt dem guten herren gewesen. Gott erbarm sich seiner.


Der Schatzmeister Curlandt, so mir die Schatzkammer gewiesen,
sagt der Kayser habe ihm einen gnadendenarium gegeben, den Jhre Mayestät selber gegoßen.

|| [[Handschrift: 343v]]


Der Landsperger, hat mich besuchtt, vndt mir erzehlett,
was er bey dem Printzen in Polen außgerichtett,
wegen Schafgotzschs, vndt sejner kinder, wiewol es
mitt Schafgotsch schon würde verhauset sein.


Nauwach ist auch bey mir gewesen, mitt berichtt,
daß die Frantzösische armèe vor Löven geschlagen seye,
vom Cardinal Jnfante vndt Piccolominj, vndt es sollen
2 mille Frantzosen auf der wahlstadt blieben sein, auch
in die 200 Marchesj, contj, vndt vornehme cavaglierj
gefangen, die vbrigen 9 mille Mann, welche beym treffen
gewesen, gantz zerstreẅet sejn sollen.


Gegen abendt nach hof, alda mitt dem Cardinal wie
auch den beyden Spannischen Ambassadorn discuriret, vndt
auch mitt dem bischof von Wien allerley sachen.


Nota Bene
Nota Bene
Nota Bene
Der bischof sagte vberlautt, ich müste doch <eben so wol> sterben,
wann ich gleich nichts trüncke, oder <noch> so mäßig lebete.


Conde d'Onnata sagte, alß wir von violirung der jurament
redeten, wie abscheẅlich daßelbige wehre, der Cardinal
de Richelieu hette wol 6 mal, contra pacta con-
venta gehandeltt. Cardinal von Dietrichstein sagte darzu,
man sollte auch Türgken, vndt vnglaübigen, den
glauben halten. Vndt kahmen sonsten von heyrahts sachen,
allerley dicteria auf die bahn. Der Cardinal sagte auch,
es wehre ein wunderding daß man sich zu Rom erfreẅete
wenn die Frantzosen victoria hetten<erhielten>. Sonsten wehre || [[Handschrift: 344r]]
es keine feldtschlacht, sondern nur ein Sturm gewe-
sen, welchen die Frantzosen vor Löwen verlohren
hetten, wie der Piccolominj Sie abgeschlagen hette
zu seiner ankunfft, darüber Sie die Franzosen in
etwaß confusion gerahten, vndt ihnen ezlich volck
geblieben. Jedoch erwärtet man noch mehrerer confirmation.
Dergleichen sagte auch der Spannische Ambassador Marchese de
Castagneda, wie auch hernachmalß anderswo der Graf von
Schwartzenburgk.


Jn die Comœdie so im großen Sahl gehalten worden,
von vielen Göttinnen vndt der liebe, auch andern
göttern, schöne musica, schöne ballette, ezlicher cupi-
dinum 9 in der anzahl, vndt dann ein schöner bal-
lett von 12 Dames, der Kayserinn hofdames. Alß
alleß vorüber, so wol die Täntze, alß das schöne
musicalische recitiren, wie auch das auf vndt ab-
fahren der fingirten Götter, in einer schönen zugerichte-
ten Scenâ, ist der Turnier angangen, von 18
cavaglierj (wiewol einer kranck worden, vndt
einer vor zweene turnieren müßen) vndt es
seindt durch den Marquéz de Castagneda 4 däncke
außgetheilt worden, nach vollendetem Fußturnier, der
Jungfern<erste Spieß>danck[,] <ander> Spießdanck[,] <erste> Schwertdanck vndt
Folgedanck <des Schwerts,>, dem Don Phelippe, dem Fürsten von Dietrichstein[,] || [[Handschrift: 344v]]
Fürsten von Eggemberg, Grafen von Franckemburg,
sive Kevenhüller. Don Phelippe jst des Spannischen Ambassador
Conte d'Onnata, sejn Sohn.


Jch bin vndter dem Frawenzimmer, bey herrn Otto Teüfels
seiner gemahl in zjmlich hoch geseßen, vndt habe gar wol
zusehen können. Des herrn von Sintzendorf seine gemahlin ist
hindter mir geseßen, vndt neben mir ein iunger
Bleyleben, auch hinder mir Graf von Schwarzemburg.


Beym Thurnier, wahren iudizirer, der Spannische
ordinarius Ambassador Marchese de Castagnetta,
der Obrist hofmeister Graf von Megkaw, vndt
der alte herr Preüner Stadthalter, so in seiner
Jugendt, ein gewaltiger Turnierer gewesen. So
soll auch der Churfürst von Bayern, sehr wol
im fußturnier sein in seinen iüngeren Jahren,
gevbt vndt wolversuchtt gewesen sein, also daß er
auf seiner ersten hochzeitt zu Grätz, selber
mitt mantenirt, vndt soll ihm solches extraor-
dinarie wol angestanden sein. Der Kayserinn ge-
fallen diese Ritterspiele sehr wol. Sie hat sie
auch befördern helfen, damitt gleichwol etwas solenne vorgienge[.]


L'Empereur[,] l'Electeur & l'Archiducq, m'ont fait cejour
tous trois fort froide mine.

|| [[Handschrift: 345r]]

Dienstag den 14. ⁄ 24. Julij.

<Thomas Benckendorf zu berechnen 100 ThalerThlr:[.]>


Gestern vernahme ich auch mitt schregken, daß des herrn
von Baar sein bruder, ein Oberster, <gestriges Morgends,>vor wenig Jahren
tagen
auch am schlag gestorben, vndt er der herr
von Bahr, ligt gantz sprachloß, darnieder.


Die pest fängt sich auf dem lande allmehlich
an, zu regen, vndt alhier vngewöhnliche catharren,
vndt augenwehe, etcetera[.]


An Fürst August auf morgen datirt, geschrieben, wegen der zubuße,
acceptationspatent, vngrischen mineralien, vndt copey Päpstlichen schreibens.


herr von Bemberg, (welcher mich zu Biberspurgk gesehen)
ist bey mir gewesen.


Nachmittags, mitt dem Kayser, Printzen auß Pohlen, dem
Ertzhertzog, vndt hertzog Albrecht hinauß aufs iagen, alda
wiederumb ein 12 gute hirsche gefellet worden. Nach vol-
lendeter iagt, haben ihre Mayestät zweyen Freyherren,
einem von Seraw, vndt einem von Vrßembegk, vndt
dann ein par großen pagen, Jtem: einem Jäger, vndt
einem Narren, das weydemeßer gut geben laßen,
weil sie sich verredett. Sa Majestè m'a fait un petit
peu plus douce mine, qu'hier. Je crains, que je suis en disgra-
ce pour avoir trop chaudement intercedè, pour Schafgotzsch. Car Sa
Majestè doit avoir dit a son nepheu le Prince de Pouloigne; quj a
fait de mesme, qu'elle s'estonnoit, qu'il osast prier pour un traistre,
a plus forte rayson; sera[-t-]elle faschèe contre moy.

|| [[Handschrift: 345v]]

Mittwoch den 15. ⁄ 25. Julij.

<200 ThalerThlr: Thomas Benckendorf zu berechnen[.]>


heütte auf Jacobi fest, hat der Kayser vndt
die andern hohen persohnen, ihre gewöhnliche
devotion verrichtett, vndt ich bin vergebens
nach hoff gefahren, wiewol auch der Cardinal,
von Dietrichstain, der alte Marggrafe, vndt
Fürst von Eggemberg daroben gewesen.


Disputation von der Religion, (wie mir schon öfter wie-
derfahren) mitt dem alten Marggrafen, welcher gar
vbel mjtt sich streitten leßett, wann er nicht fortkommen
kan, darzu kam der Fürst von Eggenberg, vndt Graf
von Dietrichstain, welche mitt mehrerer discretion
disserirten. Man siehet aber, solche sachen, in der anticamera
vngerne, vndt ich komme nicht gerne daran, wenn man mich
nicht nöhtigen vndt gleichsam zwingen thut.


Nachmittags vmb halbweg 4 vhr, dem Printzen Casimiro in
Polen, auf der Kayßerlichen burgk, zugesprochen, in seinem
losament. Er ist mir biß an seine erste anticamera
entgegen kommen, sich endtschuldigende, daß er nicht
gewust das ich ankähme, hat mir die oberstelle ge-
geben, gar freündtlich mitt mir discurirett,
sich zu mir gesetzt, vndt aufsetzen laßen. Wir haben
allerley mitteinander geredet, von den Moßkowitrischen
kriegen, vndt ihren Barbarischen Sitten, vndt wie der || [[Handschrift: 346r]]
itzige König in Polen, nach resignirung des Großfürstlichen
Tittuls, die Fürstenthümber Schmolenßko vndt Siverien
behalten. hetten auch so viel nicht cedirt, wann der Türgke
auf der andern seitte nicht eingebrochen wehre. Von der Pfältzischen
heyraht, mitt seinem herrn bruder, wehre es nur rumor vulgj,
vndt nichtß gewißes. Referirte etwas wie Sie es so wol
mitt dem Moßkowiter, alß Türcken kurz vndt gut gemacht
hetten. Wie vbel die Moßkowiter ihre gefangenen nicht allein
peitzschen, sondern auch peinigen, damitt Sie des Königs, oder
der generaln consilia (welche Sie doch nicht wißen
können) entdecken sollen. Von Roussels betriegereyen
vndt schelmstügken, haben wir auch geredet, vndt wie
vbel ich ankommen wehre, wann ich ihm gefolget hette.
Jtem: von intercessionen vor herrn Schafgotzschen, daßelbe
wehre zu spähte, vndt von Jhrer Mayestät selber, gar vbel
aufgenommen. Affronto del Marqués de Castagneda er sollte vmb
5 vhr Nachmittags zu ihm kommen, denn eher hette er nicht der wei-
le, sintemahl er auf ein bancquet zum Grafen von Megkau gehen müste,
da er ihm doch erst ejne andere Stunde ernennet, mais il me
dit cela en confiance, & aussy, que'[i]l n'avoit voulu ac-
cepter en ceste armèe du Roy d'Hongrie, (apres s'estre
licentiè du regiment d'Jnfanterie en Pouloigne, qu'il avoit) plus
que deux regiments, puis qu'on prennoit fort aysèment
en mauvayse part, quelque chose a l'armèe, encores que l'inten-
tion n'estoit pas, si mauvayse, & qu'on expljquoit les jnten-
tions facillement autrement qu'ils ne seroyent intentionèes[,] || [[Handschrift: 346v]]
il valoit donc mieux, ne se surcharger d'offices, afin d'en
pouvoir tant mjeux, rendre conte. Qu'il avoit aussy
intercedè pour le Duc de Brigk, mais rien obtenu, encores.
Que le Roy de Pouloigne avoit maintenant plusieurs Allemands,
a son armèe. Jl m'a reconduit, jusqu'a sa 4me. Antj-
chambre, avec force compliments & courtoysies, & c'est un
Prince fort accomply, fort gentil & de bonne mine, res-
semblant fort, au Ducq Bernhardt de Saxe, Weymar.
Ses gens m'ont accompagnè jusques au carosse. perge et cetera
Geyer, & Löben, ont aussy estè, avec moy, m'accompagner.


Jhre Kayserliche Mayestät haben heütte zu Mittage auf der Neẅen
burgk, mitt dem Churfürsten[,] dem Printzen auß Polen, vndt
hertzogk Albrechten, Mittagsmahlzeitt gehalten.


Es hat sich ein neẅer kammerdiener, auß den vngerischen
bergstädten, mir aufzuwarten, vndt zu dienen, anpræsentirt.


Diesen abendt hat mir der Printz auß Polen durch den Pollnischen
Donnerstag den 16. ⁄ 26sten: Julij;
Residenten Vibbonj, (welcher in mein losament kommen)
sagen laßen, ich möchte michs doch nicht Vermercken laßen,
waß etwan wegen des Spannischen Ambassators hoffart
gedacht wehre worden, sintemahl es nur ein Mißver-
standt wehre gewesen, vndt numehr wehre alles
wieder guht, vergeßen, vndt vergeben, weil es an
deme gelegen, der die commission verrichten sollen.
Bähte ich wollte michs doch weitter nicht mercken laße[n.]

|| [[Handschrift: 347r]]

<Difficultèz par tout.>


Somnium, wie mir Schwester Anne Sofie gezeiget,
ich sollte nach der lincken handt, zusehen, so würde ich
finden, daß mir ein großer backen zahn entzwey wehre,
Alß ich nun mitt der rechten handt in den Mundt ge-
griffen, habe ich <mir eingebildet ich hette> ein großes Stück, von einem starcken
backenzahn, ohne schmertzen, heraußer genommen.
Mitt Graf Wolfen von Manßfeldt, habe ich auch viel zu
thun gehabtt, welcher mir einen weg weisen müßen,
auf welchem mich meine eigene leütte vnrecht ver-
leyttet, vndt gar deseriret.


hertzogks Julij heinrichs Secretarius herdan bey mir gewesen, vndt
vor seinen herren, bey hertzogk Albrechtt auch zu intercediren, mich gebehten.


Avis, daß herr Schafgotzsch am Montage, offentlich zu Regenspurgk
gerichtett, vndt endthaüptet worden. On dit: qu'il est mort
fort Chrestiennement, assistè de 3 ministres Lutheriens. Mais
qu'il a criè qu'on luy faysoit tort, devant Dieu & les hommes,
citant (a ce qu'on dit) quelques uns devant le jugement de
Dieu, pour luy rendre conte de sa mort innocente. Si cela est;
nous verrons des estranges evenements. <Dieu vueille perdonner aux pescheurs.>


Zeitung daß der Obrist Fernamont, auß dem Feltlin, von den Frantzosen, geschlagen.
Jtem: daß die Schlesier, sich noch nicht, (wie man gehoft) accommodiren wollen.
Jtem: daß der Banner, dem Churfürsten von Saxen, 10 compagnien ruinirt. Solches alles,
dörffte mir, zu meiner rück rayse vbel bekommen. Gott helfe, daß ich
nicht zwischen 2 Stüle, mich niedersetze. Ô Dieu exauce, & ayde moy.

|| [[Handschrift: 347v]]


Diese Nachtt, zwischen eins vndt zwey vhr, ist ein herrendiener
alhier, erstochen worden, Man helt die Thor zu, biß man den Thäter
ertappen, oder die grundtvrsach erfahren kan. Jnterim können
die wirtte vndt haußhalter <zu> keinen victualien nicht gelangen
einzukaüffen.


Nach hoff, alda erfahren<von dem Cardinal> von Dietrichstain abschiedt genommen,
Jtem: dem Spannischen Ambassador Marchese de Castagnetta zuge-
sprochen, wie auch dem alten Marggrafen von Brandenburg
vndt Fürsten von Eggembergk. Jch habe auch erfahren,
daß der Fürst von Lichtenstein, baldt den andern
tag, nach dem Thurnier, eylends aufgebrochen, auf der post,
vndt wollen etzliche davor halten, er habe sich, wegen
der däncke, disgustirt befunden.


Jch habe Geyern zum Churfürsten vndt hertzog Albrechten von
Bayern geschicktt, vmb ernennung einer Stunde zur
visite anzuhalten. Der Churfürst hat gewaltig höflich
antwortten laßen, vndt es scheinet, alß wolle er mich
wieder besuchen, aber<weil> ich schon einmal bin bey ihm ge-
wesen, welches ich in meinem wirtzhause, nicht gerne
sähe, aber herzogk Albrecht ist auch gar höflich gewesen, vndt
wegen Kayserlicher Mayestät zusammenkunft, auch sonsten, daß Sie
nachmittags hinauß werden, scheinet es, daß heütte kejne ge-
wißhejtt, dieser visite zu hoffen.


Der herr von Bemberg, hat mitt mir, zu Mittage gegeßen. etcetera[.]
Jl semble que les Seigneurs de ce pays icy tiennent que ie me soubsmets trop Sa M[ajesté.]

|| [[Handschrift: 348r]]


Nachmittags vmb 2 vhr, hat hertzogk Albrecht von Bayern,
eilends zu mir geschicktt, ich möchte doch baldt kommen, er
müste sonst hinauß mitt dem Kayser. Jnterim weil
ich zu Pfalz Neẅburg vmb ein pferdt eilends schicke kommen
noch zween posten vom herzog Albrechtt, ich sollte doch baldt
mich da zu ihm verfügen, Es war ein Trabante. Wie ich
nun zu glück, das pferdt bekommen, habe ich mich allmählich
zur neẅen burgk verfüget. hertzog Albrechtt ist mir
endtgegen gangen, biß zur<m> 4ten: a vorgemach, hat mich
auch im heraußer gehen so weitt begleittet, die oberstelle
gegeben, vndt ein weilchen, mitt mir, von allerley discursirt,
vndter andern auch, vom Pfalzgrafen von Neẅburg vndt seinen vnzeittigen
competentzen. Offerta auf meine bitte, vor hertzogk Julius
heinrich, zu jntercediren. Bin darnach, wieder heim geritten.
hertzog Albrecht endtschuldiget sich gar hoch, das man mein losament
nicht finden können, vndt daß er sejner selbst, nicht mäch-
tig wehre, weil er dem Kayser aufzuwarten hette, vndt
sellten, in seinem losament, sonderlich des nachmittags anzutreffen.
Er stünde zwar, alle Morgen, vmb 4 vhr auff, aber so frühe
möchte er niemanden stunde ernennen, dann es würde eine
vnhöfligkeitt sein, vndt vngelegenheitt vervrsachen. perge


Schreiben von Madame, vndt von Schwester Sybille, vom
2. vndt 1. Julij, & Nota Bene le present du Bezoard, des sœurs & frere.
Dieu leur en donne la retribution.

|| [[Handschrift: 348v]]


Abends Jhrer Mayestät im Prater aufgewartett, nach
dem Sie mitt dem Churfürsten, vndt der Kayserinn, -
nigjnn, erzherzog, vndt beyden Erzherzoginn[!], auch hertzogk
Albrechten, von Eberstorf, vndt Neẅem gebeẅ wiederkommen,
der Churfürst hat alda occasion genommen, mitt mir zu
reden, vndt wegen der ejngewandten jntercession vor Herzog Iulius Heinrich von
Sachsen Lauenburg gute hofnung gemachtt. Es ist der Churfürst etwas
vnpaß worden, wie er mitt mir außgeredet. Vndt
ehe man sich noch zur Tafel gesetzet, bin ich wieder hi-
neyn nach Wien gefahren, weil es spähte worden,
vndt andere, so nicht würcklich aufzuwarten, dergleichen
gethan. Der Printz in Polen, (welcher dem heüttigen Tantz
beygewohnet, auf des herrn von Lamberg hochzeitt) vndt nicht
mitt Jhrer Mayestät hinauß gezogen) kam auch in den Prater.

Freitag den 17. ⁄ 27sten: Julij.

<Nota Bene Somnium, wie ich vber die Stirn vndt lincke seitte am kopf, 2 ma[l] gehawen worden, daß es ein † gemachtt[.]>


Der Cuhrfürst von Bayern hat einen Gesandten zu mir in
mein losament geschicktt, einen Freyherren von haßlang,
vndt mir complimenten auch excuses daß er mich nicht besuchen
können, gar sehr höflich machen laßen. Er ist gestern auch
alß ich abwesendt, vergebens in meinem losament gewesen.


Mitt dem Kayser, Kayserinn, Königinn, vndt Chur: vndt
hochfürstlichen personen hinauß nach Mawerbach gezogen, || [[Handschrift: 349r]]
ligt zwey große meilen von Wien. Man hat aber erst-
lich zu hietzingen meß gehört.


Zu Mawerbach habe ich mitt dem Fürsten von hohen-
zollern, vndt Fürsten von Eggemberg, Grafen von Megkaw,
Graf Wolfen von Manßfeldt, Grafen von Schwarzenberg[,]
herren Crivellij vndt vielen andern mehr cavaglierj,
an der Freytafel gegeßen.


Nota Bene[:] Gestern abendt, habe ich, mitt dem Kayser, im
Prater eßen sollen, vndt bin schon hinweg gewesen, a
cause que mes propres gens, m'ont seduit, a negliger
ceste sj bonne occasion, & si favorable, & que je croyois,
que Sa Majestè vouloit soupper retirèment a cause du depart
hodierne, puis que la pluspart des Cavalliers s'en alloyent.
Mais cela a offencè Sa Majestè & l'Jmperatrice, & l'Archiduc,
& en quelque façon aussy, l'Electeur, & son frere a mon avis.
Fronte cappillata est posthæc occasio calva!1


Nach dem eßen, ist man voneinander mitt Threnen geschei-
den, insonderheitt die fromme Tugendtsahme Churfürstinn,
vndt es hat bey dem Frawenzimmer, naße augen gegeben.


Der Churfürst hat sich sehr wol gegen mir erbotten, auch z<g>ar
höflichen abschiedt genommen, vndt vndter andern gedacht, ich würde
Nota Bene es schon in wercken erfahren, wie treẅlich, vndt eiferig, er
sich meiner angenommen, intercedendo bey Kayßerlicher Mayestät[.] || [[Handschrift: 349v]]
hertzogk Albrecht von Bayern, hat auch gar einen
Treẅhertzigen abschiedt von mir genommen. Also seindt die
Bayerischen fortt nach Tulln, von dannen den geraden weg,
nacher München, innerhalb 14 Tagen, zu raysen, vndt wir
seindt mitt dem Kayser, wieder nach Wien.


Der Fürst von hohenzollern, Bayrischer Obrist hofmeister,
hat sich auch zu allem gutem, gegen mir erbotten.


Der Marchese de Castagneda Spannischer extraordinar Ambassador
war auch mitt draußen zu Mawerbach, hat aber,
sich allejne jm wjrtzhauß speisen laßen.


<Die Fürstjnn in 7benbürgen durch Thomas Benckendorf besuchen laßen.>

Samstag den 18. ⁄ 28. Julij:


Der Pfaltzgraf von Neẅburg hat mich auf Morgen gebe gott zu
Mittage laßen zu gaste laden, noch gestern abends.


Doctor Kohlmann ein Medicus ist zu mir kommen, hat mir
daß Badner badt stargk wiederrahten, viel meh[e]r
zu dem Carlsbadt gerahten.


An Madame, an Schwester Sibylla Elisabeth[,] an Præsidenten geschrieben.
Diese zwey letzten a de main datirt.


Avis heütte, daß man alhier zu Wien außruffen
laßen, man sollte die gaßen, sauber vndt rein halten,
auch daß obs vermeiden, vndt solches geschiehet darumb,
dieweil es anfänget an der pest zu sterben, Gott || [[Handschrift: 350r]]
behüte vns, vndt einen jeglichen, vor allem vnglück.


Nauwach vnser gast zu Mittage, hat sich selber gebehten.


L'on cause secrettement d'un mariage, qui se doibt faire entre
le Cardinal Jnfante, & la Princesse Cæcilia Renata, mais
cela est tenu secret encore, & incertain. Jl y en a, quj
disent, que l'Electeur de Bavières a estè auparavant fort suspect a
Sa Majestè Jmperiale a cause de l'amitiè de France, mais que
par le mariage icy consumè, il s'est reduit hors de soupçon,
mais ie croy, que sans cela, il n'ait sceu approuver les
procedures de France, avec Lorraine, ayant espousè en
premier mariage une Duchesse de Lorrajne, mesmes.


Der Neẅe kammerdiener, Rudolff Kern, auß der königlich freyen
bergstadt, Schembnitz in Vngern, hat sich diesen Nachmittag,
zum dienst eingestellet, vndt eine Schriftliche caution
von Johann Loẅen, vndt Tobiaß Pestalutzen, mittgebrachtt.
Gott gebe mir glück vndt fortgang mitt ihme.


Thomaß ist gestern wieder kranck worden, baldt ist er ge-
sundt, baldt kranck, kan vbel genesen, in alhiesiger lufft.


hertzogk Julius henrich von Sachßen Lawenburg ist heütte hehr-
kommen, mitt einem leütenampt, vndt 4 Mußcketirern convoyirt.
Ligt in seiner Schwester hause. Jst von Regenspurg herundter kommen.
hat mich durch seinen Secretarium besuchen, sejne Ankunft anmelden,
vndt mich bitten laßen, ihm seine erledigung, auff parola zu wege
zu bringen. herr Schafgotsch soll 3 mal, rache vndt wehe vber die vervrsacher
Seines Todes geschrien haben, vndt er sterbe vnschuldig, nicht als ein verrähter. || [[Handschrift: 350v]]
Soll nicht zweymal, nicht eylfmal sondern wol 20 Mahl,
in 3½ stunden, exquisitissimis tormentis, sejn excrucjjrt,
vndt jämmerlich torquirt worden. Gott erbarm sich seiner
<armen> Sehle, vndt sejner hindterlaßenen elenden kinder. et cetera

Sonntag den 19. ⁄ 29sten: Julij.


Zeitung Weil der König in Frankreich alle Spannischen Schiff, wa<h>ren vndt schulden in sei-
nem lande verarrestirt, laße der König in Spannien dergleichen thun,
vndt die Frantzosen außschaffen.


Daß die Moren in 24000 starck, der Stadt Tanger in
Africa hart zusetzen.


hertzogk Geörge von Lüneburg habe vermeint, den comman-
danten zu persuadiren er sollte Wolfenbüttel aufgeben sed frustra.
Banner thue sich zu Egelen vndt Calbe stargk verschantzen,
Magdeburg proviantiren, vndt die gühter, so nach Naumburg vndt
Leiptzig wollen, aufhalten, die briefe intercipiren, vndt sich gegen
die ChurSächsische feindtlich erzeigen, general leutnant Arnheim seye auch nacher
Magdeburg endtwichen, mitt seinen besten sachen von Leiptzigk,
vndt Obrist Taube soll auch abgedanckt haben.


Jn der Schlesie, seye auch alles quittirt dem Kayßerlichen volck.


Die zeitung continuirt noch me noch, daß die Frantzosen vndt holländer
vor Löwen, gute stöße gekrieget, etlich Tausendt Mann
verlohren, 200 vornehme gefangene offizirer im Stich ge-
laßen, wie auch viel Stücke vndt munition, sambt der
kriegescassa, welche mitt Spannischen doublonen wol versehen.


Vlm vndt Memmingen, haben Sich so wol alß Nürnberg accommodirt, || [[Handschrift: 351r]]
vndt Franckfurtt, stehet jn tractaten.


Zu Mittage habe ich bey dem Pfaltzgrafen von Neẅburg
gegeßen, vndt seindt ansehlich tractirt worden. Jhre Liebden der
herr bischof von Wien war auch dabey, wie auch die Gra-
fen von Schwartzenberg[,] Dietrichstain, vndt Salm, auch
der Vibbonj, vndt etzliche Pollnische cavaglierj, et cetera[.]


Vor: vndt Nachmittags zu hoff aufgewartett.


Jch habe Jhre Mayestät laßen durch den Obrist kammerherrn
Graf Kyseln ansprechen, ob ich dörfte hertzog Julius
henrich visitiren, vndt ob Jhre Mayestät ihn wollten
auf parola loß laßen, wie er mich darumb ge-
behten. Jhre Mayestät haben mir darauff, durch
einen kammerdiener herauß endtbiehten laßen,
Jch würde es schon diesen abendt, oder Morgen frühe,
durch herrn Graf Schligken, erfahren, wann ich würde
zu hertzogk Julius heinrich kommen. Cela me met en peine:
car i'entends d'autres que Sa Majestè n'aggrèe pas de
telles intercessions. Et il me semble qu'a ce matin
elle ne m'a pas regardè de si bon œil comme d'ordinajre,
peut estre aussy que ce sont des imaginations. Mais
l'Evesque de Vienne & le Conte de Megkaw, m'ont
monstrè fort bon visage aujourd'huy ceste vespre. Ô
Dieu mon Pere ne me delaisse point, & sauve mon jnnocence.

|| [[Handschrift: 351v]]


heütte Morgen hat mir der Fürst von Eggemberg,
einen gar großen Bezoard gezeiget, ist meines
erachtens, so groß alß Jhrer Kayßerlichen Mayestät größest[er]
Bezoar, vndt Occidentalisch. <2 doses thun davon eben so viel al[ß] eine dosis Orientalisc[h.]>


Erfahren, daß Jhre Mayestät eine große vngnade auf
den Pfalzgrafen von Neẅburg sollen geworfen haben, weil
er einen Secretarium in Frankreich geschicktt, we vndt ver-
meinet, er practizire mitt seinen feinden. Er der
Pfalzgraf aber soll sich endtschuldiget vndt zu der Kayßerlichen
Mayestät satisfaction, purgirt haben. Dieu me
garde de la disgrace de mon superieur. Amen.


Die Fürstin inn 7benbürgen ist gestern eylends fortt, nach
der Steyermargk zu, gezogen, da sie mir doch am
Freytage sagen laßen, Sie wüste es nicht, wann Sie
eigentlich dahin, aufsein würde, hette auch keine wagen,
vndt pferde, wann Sie mir schon dieselbe gern leyhen woll[te,]
vndt hat mich also, in ihrem geleitte, nicht wollen mitthabe[n.]


Aux cours des grands Princes, il faut souvent teni[r]
le loup par les oreilles2, vivre en inquietude, en angoisse
& crainte, particulierement des calomniateurs, &
de ceux quj vous peuvent interpreter un mot si-
nistrement, le tordant d'autre biaix, que n'est l'intention[.]
Dieu garde mon jnnocence.

|| [[Handschrift: 352r]]

Montag den 20. ⁄ 30. Julij.


Estant bien angoissè, & ayant d'estranges imaginations,
alors le bon vieil Conte Kysel, grand chambellan de Sa Majes
& un de mes plus bons amis a ceste cour, m'a fait dire par
le valet de chambre de Sa MajesStubenvoll, que Sa Majes
s'estoit contentèe que je visse le Duc Jules Henry de Saxe,
mais que j'en devois premierement faire demander le
Conte Schligk, lequel m'en donneroit ulterieure jnformation.


Schreiben von Madame 2[,] <von Schwester Louise Amalia 1[,]> von Fürst August 2[,] von Heinrich Börstel 1[.] Miseria
des landes, wegen des Schwedischen, vndt Säxischen kriegsvolcks,
von halle biß nach Plötzka an der Sahle lang, liegen 6 Schwedische
stargke Regimenter zu roß, nebst 36 compagnien zu fuß, Auf der andern
seitte von Staßfurt biß Kalbe die vbrige Schwedische armèe,
in denen daselbst an der Bude vndt Sahle gemachten re-
tranchementen
campiren, darzu sollen noch 16 Schwedische
Regimenter, so sich von hertzog Geörgen von Lünenburg abgesondert,
stoßen. Der Schwedische Reichscantzler Ochßenstern ist in Mag-
deburg angelanget, vndt mitt dem geschloßenen frieden,
weil die Cron Schweden nominatim darinnen nicht ge-
dachtt, sehr vbel zu frieden. Den 1. Julij, styli veteris seindt die
Kayserlichen publicationspatenta deß Friedenschlußes, durch
addresse des Churfürsten von Saxen, den herrnvettern insinuirt worden,
vndt darbey erinnerung geschehen, daß man Sich noch vor ver-
fließung 10 tage, nach erlangter wißenschaft, beym Churfürsten || [[Handschrift: 352v]]
anmelden, vndt sich wegen acceptation dieses friedenschluß[es]
klar, vndt deütlichen erklären sollte, welches auch meine
herrenvettern, als welche mitt ihren personen, dero gantzen
familien, landen vndt leütten, von der Schwedischen armada vmb-
ringet, vndt in dero mächten sein, vndt sich nirgendt
anderstwohin zu retiriren vermögen, wol fug vndt
vrsach gehabt, ex justo metu, ihre erklärung zu
verschieben, (dem bericht nach) zu thun gesinnet sein.
Dann Sie haben mehr die beruhigung des Reichs, vndt dero
bißher gehabte friedensbegierde, alß die angedeüttete
gefahr bey sich gelten laßen. Börstels Sohn, ist mitt
nach dem Churfürsten wirdt wieder zu rück kommen, vndt darnach
erst nacher Wien geschickt werden, mitt instructionen
vndt vollmachten. Wegen der spesen will man die vorige
erklärung nicht vberschreitten, vndt kaum innehalten,
die landesnoht, seye in 100 Jahren, nie größer gewesen,
Mißwachs, krieg, kömbt alles zusammen, auf extraordina-
ria subsidia, weil alles außgezehret vndt consumiret,
vndt do[!] Chur Saxen mitt Schweden, wie es scheinett,
ex castris tractiren, wir aber inmjttelst in der
mitte verbleiben sollten, vollends daß garauß möchte
gespielet werden, hat man sich auch keines weges zu verlaßen. || [[Handschrift: 353r]]
Jedermann bittet, jch wolle mjch ja nicht in schulden vertieffen,
vndt wieder zu lande kommen.


Rosinj halben, vndt Johann Löws schreiben Sie mir auch, Jtem: wegen Fürst Friedrich[.]



Graf Schligk hat mir, durch meinen Secretarium (welchen
ich hin geschickt) sagen laßen, ich sollte nur dem Obrist Wachmeister
erinnern laßen, damitt mich die wache durch ließe, wenn
ich zu hertzogk Julius heinrich von Sachßen Lawenburg wollte.


Fürst Augustus, Mejn herrvetter, ist den 13. Julij, 60
iahr altt worden, Gott gebe es dem guten alten herren,
zu gute.


hertzogk Juljus henrich, hat mich zu gevattern gebehten,
zu einer iungen Tochter, welche er zu Regenspurg den, 12. Augusti
vmb 2 vhr nachmittags will taüffen laßen.


Vmb 10 bjn ich nach hof zum printzen jn Polen,
abschiedt von Jhrer Liebden zu nehmen, welches auch gar
wol abgegangen.


Jl Titolo Reale dj Savoia inviato al Signor Conte di negromonte.


Der Kayser, ist hinauß pürsten, mitt wenig leütten.


Vmb 12 wirdt der Printz Casimirus verraysen,
nach dem König in Vngern zu, gegen hailbronn.


Veit Berndt der kaufmann ist bey mir gewesen.


hertzog Julius henrich hat mir sagen laßen, er wollte
mich hertzlich gern sehen, es wehre aber der wacht verbotten
worden, niemands zu ihm hinein zu laßen. Weil es aber Jhre || [[Handschrift: 353v]]
Mayestät bewilligett, hat er sich gar höchlich darübe[r]
erfreẅet. Der Oberste wachtmeister aber, hat mir, sagen
laßen, es wehre ihm zwar befohlen, mich einzulaßen,
dieweil er A<a>ber heütte dem Prinzen in Polen zum abzuge
aufwarten, vndt in armis stehen müste, So wüste
er nicht, ob es heütte sein würde können, denn er
müste auch mitt darbey sein. Wollte mirs darnach
sagen<wißen> laßen. S'il fait ce dernier de soy mesme, il
semble que cela soit signe de<'u>ne o rudesse de
tailleur tel qu'il a estè autres fois, comme Curland[t][,]
que la fortune a eslevèe tous deux, en lieux plus eminen[ts.]


Nota Bene[:] Waß gestern der pfaltzgrafe von Engellandt sagte[,]
wje es billich von Spannien müste observirt werden, nach der
Regul des alten Königs Philippj Hispaniae Regis, die er
seinem Sohn Philippo IIIo: gegeben, in seinem letzten willen:
Hijo, por todo el mundo, haga guerra,
Mas no lo haga en Jnglatierra.
Denn Engellandt köndte ihm viel schaden, vndt wei[l]
es im waßer gelegen, sich wol wehren, aber sonsten
würde es dem König in Spannien, wenig fortheil bringen.
Er hette vorhin lande vndt leütte genugsam, vndt
begehrte nicht mehr, zu haben. etcetera

|| [[Handschrift: 354r]]


Veit Bernhardt sagte mir heütte, man kaüfte alhier das Mark (Gewichtseinheit und Münze)m: vergül-
det silber, vmb 14 ThalerThlr: ordinarie, wann es schön gearbeittet
vndt künstlich gemacht wehre, wol vmb 16 ThalerThlr:[,] das weiße
aber vmb 12 ThalerThlr: vndt minder, iedoch Wiener proba,
vndt iedes Mark (Gewichtseinheit und Münze)m: hette 2 loht zulauff am gewichte, daß das
Wiener gewichtt schwehrer wehre, alß das Augspurger oder anders.


Von den Frantzosen, sollen gewiß in die 5 mille Mann, vor
Löven getrennet, vndt geschlagen sein. Jst ein groß glück,
vor Jhre Mayestät, vndt dero hauß.


Schreiben vom hertzogk Frantz Albrechtt, ich sollte ihm
doch, die vor zween iahren versprochene 2 mille ThalerThlr: wegen Fürst Ernst
Seligem zahlen, weil ers vonnöhten.


Zum hertzogk Julio henrich, Nachmittags vmb 3 vhr ge-
ritten, derselbige hat in præsentz sejner Schwester, der
Marggräfin Gonzaga, allerley mitt mir discurirett,
vndt es ist der Oberste wachmeister[!] alhier, auß
befehlich des Grafen Schlickens, mitt hinein gegangen.


C'est un signe de fort maigre confiance, que l'on a
mis en ma personne, comme si ie n'avois meritè toute
autre chose, & ne suis pas homme, quj scache tromper, ou
faire des prattiques, nj menèes. Pacience! Dieu m'ot-
troyera quelque meilleure heure, & meilleur traittement une
autre fois, & je ne croy pas, que l'Empereur l'ait commandè.
Er wirdt gar scharff verwacht, hertzog Julius henrich von Saxen, || [[Handschrift: 354v]]
Lawenburg[.]


Es ist auch erzehlt worden, daß herr Schafgotzsch gar mascule
gestorben, habe selber gebehten, man sollte ihn offentlich ri[ch]-
ten, er wollte sterben, alß ein redlicher soldat. hat zwar
wollen rache schreyen, vndt etzliche citiren, man hat es
ihm aber heftig wiederrahten, er sollte doch sein gewiße[n]
nicht so beschwehren, so habe ers bleiben laßen. perge hertzog[k]
Julius henrich beklagt sich, er werde alhier schärfe[r]
verwachtt, alß zu Regenspurg quj scait pourquoy?

Dienstag den 21. ⁄ 31. Julij.

<200 ThalerThlr: Thomas Benckendorf zu berechne[n.]>


Memorial componirt, 1. Jn der Aßcanischen sache. 2. dami[t]
ich einen Schein auß der Kayßerlichen Cantzeley, vber die frie-
densacceptation bekähme.


Madame schrieb mir auch hier, daß Hanß Ernst
Börstel gleichwol albereitt zum haüptmann zu
hartzgeroda installirt. Cela enjambe par dessus
ma jurisdiction. Pacience! jusqu'a la decision
de Sa Majestè Jmperiale, nostre Sire.


Geyr hat mir heütte sagen laßen, er wehre ein drey
tage hero, im arrest, et cetera wegen eines Raufhandelß.


herzog Julius Heinrich von Sachsen Lauenburg hat einen von Logaw, seinen aufwärte[r]
zu mir geschjcktt, mich vmb ferrnere vorbitt || [[Handschrift: 355r]]
ersuchen, auch sagen laßen daß der Obrist Wachtmeister einen guten
filß vom Graf Schligken bekommen, daß er also
mitt mir hinein gegangen gestern ins herzogs losament.


Röder ist auch kranck worden, vndt meine alhies<leütte>
können die alhiesige luft nicht wol vertragen,
gestaltt Sie dann einer hie, der ander da, anfangen zu kroncken[!].
Die catharrj seindt auch itzundt alhier gar gemein, da
man Sie doch in vnsern landen, nur im frühljng, oder
im herbst, zu bekommen pflegett.


Weil mir die Pfaltzgräflich Neẅburgischen pferde er-
mangelt, (alß mir schon ein dreymahl wieder die zusa-
ge wiederfahren) so habe ich nicht nach hof kommen können
zu rechter zeitt, habe derowegen meinen Secretarium zum herrn
Obersten kammerherrn geschickt, vndt mich vmb audientz
anmelden laßen. Jhre Mayestät haben laßen heraußer
sagen, Morgen wils Gott würde ich Sie haben können,
heütte köndte es aber nicht sein, doch sollte ich heütte
auf den abendt mich wiederumb laßen anmelden, so wollten
mirs Jhre Kayserliche Mayestät sagen laßen, zu welcher stunde, ich kommen köndte.


An Meine herzlieb(st)e gemahlin, vndt Fürst Augustum auf Morgen datirt
geschrieben.


Abends nach hof gewoltt, weil aber die ketten, von wegen
des geheimen Rahts, vorgezogen gewesen, vndt man mich nicht
baldt durchgelaßen, bin ich sonst spatziren vmb die Stadt gefahren. || [[Handschrift: 355v]]
etcetera


habe meinen Secretarium wieder zum Obrist kammerer geschicktt[,]
derselbige hat mir sagen laßen, ich würde auch Morgen
schwehrlich audientz erlangen weil Jhre Mayestät sehr
occupirt.


Schreiben von Madame durch den ChurSächsischen kammerdiener,
Löbzelter, welcher alhier angekommen, ist vom 1sten: Julij.
changement de resolution touchant mon sejour icy.

Mittwoch den 22. Julij: ⁄ 1. Augustj:


herr von Roggendorff, mein alter bekandter, sieder
Padua, Venedig, vndt Egemburg her, ist<hat> zu mir <zu> komme[n]
sich erbiehten laßen gegen die Mahlzeitt. Jch habe es
ihm nicht zu verweigern gewust.


Nach hof vormittags, alda mitt Löbzeltern conversir[t]
vndter andern.


Zu Mittage seindt die herren von Roggendorff[,]
vndt Bemberg, wie auch Nauwach meine gäste
gewesen. Nauwach a eu dix Dalers.


Jhre Mayestät haben mir erstlich die Stunde halb
Sechße zur audientz geben laßen, darnach abe[r]
ihre allergnädigiste Resolution anticipirt, vndt || [[Handschrift: 356r]]
mir, die Stunde vier vhr Nachmittags, gegeben.


Als ich vmb 4 vhr, mich eingestellet, sejndt Jhre Mayestät
in einem kloster gewesen, vndt erst vmb 5 wiederkommen,
da habe ich baldt audientz gehabtt, vndt mein anbringen
gethan: 1. Jn genere in allen petitis, des vergleichs halben
mitt Fürst Friedrich et cetera[,] 2. Jn der Aßcanischen sache, kriegsbestallung
vndt andern ansuchungen. 2. Jn specie, in der Aßcanischen sache,
mein jus zu cediren, etcetera[.] Nur 3 loca, etcetera etcetera[.]
3. Schein wegen der <entpfangenen> friedensacceptation,
vndter Jhrer Mayestät handt, zu bitten. 4. Jntercessio
vor hertzogk Julius heinrichen.


Risposta di Sua Maes vndt versicherung der alten affection,
Jtem: Sie wollten meine sachen, in acht nehmen, vndt mir be-
scheidt geben, es läge nur am Grafen von Schligk, vndt
herren von Strahlendorf, dieselbigen müste man erinnern
laßen, das Sie es Jhrer Kayserlichen Mayestät referirten, So
köndte ich baldt bescheidt bekommen. Jn der Aßcanischen
sache, waß Sie mitt gutem gewißen, thun köndten,
wollten Sie gerne thun. Jl y apparoissoit beaucoup
de froideur, & en ce poinct fort peu d'inclination,
toute autre que je ne me promettois de ceste audience.
Scheins halber, so köndte daßelbige gar wol sein. Ad 4.
hertzog Julius henrich möchte sein böß maul ein ander mahl || [[Handschrift: 356v]]
beßer lernen im zaum halten, ce que Sa Majes disoit
avec une aspretè. Jhre Mayestät köndten mir meine
bitte nicht verargen, Sie wollten schon den sachen
recht zu thun wißen. J'ay apperceu en ceste
audience que sans doute, on tasche d'irriter
la bonne grace de Sa Majestè contre moy, &
qu'il y a des malvueillants, & mesdisants,
quj r<c>erchent[!] ma ruine & oppression tant
a cause de leur envie intolerable, que
pour la hayne intolerable, qu'ils ont conceuë[,]
contre nostre Religion. Dieu le leur pardonne.


Man hat gute fröliche zeitung zu hoff gehabt[t,]
wie nemlich Diest in Brabandt eingenommen[,]
darinnen 2 mille Frantzosen gelegen, Jtem: daß Schlo[ß]
zu heidelberg vndt Dilsperg, sich ergeben.


Allerley discurß, mitt Löbzeltern, & particu[lie]-
rement d'une belle charge, quj se presente, p[our]
un Prince qualifiè, & bon guerrier. etcetera etcetera


Belle parole e cattivj fattj, Jngannano savij, e mattj[.]


Nota Bene[:] der herr Obrist hofmeister Graff von Megkaw, (welcher mi[r]
neben andern als Graf Schlawata, vndt herr Preüner, auch || [[Handschrift: 357r]]
Graff Wolf von Manßfeldt, diesen abendt die guten
zeittungen sagte) alß ich ihm von den Schwedischen referirte,
wie Sie in vnserm lande grassireten, vndt den paß vor-
lase auß des præsidenten schreiben, wie im Nebenreceß von
der Amnistia klärlich stünde, daß dem Churfürsten
zu Saxen anheim gegeben worden, im nahmen Jhrer Kayserlichen
Mayestät alle vndt iede Stände des Ober: vndt NiederSächsischen
[Nota] Bene Krayses, ohne einigen anhang, vndt außzug, in die
[Nota] Bene im friedenschluß sanciirte Amnistia aufzunehmen,
[Nota] Bene wollte er der Graf hievon gar nichts wißen,
vndt sagte deßen wüste er sich <gar> nicht zu erinnern,
daß dem Churfürsten so gar ohne einige exception, der-
[Nota]Benegleichen freystellung sollte gegeben sein, sondern
[Nota] Bene es wehren etzliche vielmehr in der Amnistia auß-
[Nota]Benegenommen, wie der buchstabe klärlich besagte.


Sonsten offerirte sich Graf von Megkaw, vndt
Graf von Werdemberg, zu beförderung meiner
expedition, nach ihrem vermögen, wenn es nur vorkähme.


Zu Johann Löw geschicktt, mitt einem schreiben, an Meine
herzlieb(st)e gemahlin, vndt eines an Fürst Augustum zu bestellen.
Jl n'a sceu venir vers moy, a cause du jour de poste,
mais viendra de main, a la mode des longueurs de ceste || [[Handschrift: 357v]]
cour.


Löbzelter berichtett auch, daß der Churfürst von Saxen, gewiß
würde auf die Schwedischen zu, gehen, wo ferrne Sie
sich nicht accommodirten, in itzigen tractaten, vndt
es dörfte sich baldt große enderung zutragen.


Nota Bene[:] der Kayser sagte mir auch, ehe jchs ihrer
Mayestät noch sagte, daß sich numehr alle die Fürsten von
Anhaltt, albereitt zum frieden bequehmet hetten,
der Churfürst hette es derselben zu wißen gethan.
Vndt ich war eben im wergk, es Jhrer Kayserlichen Mayestät[t]
anzuzeigen, wann mir dieselbe nicht in die rede gefalle[n]
wehren.


Der Churfürst soll vber 30 mille Mann, gut volck, bey-
sammen haben, 15 Regimenter zu Roß, vndt 13 zu
Fuß. hat sie noch nicht dem Kayser schwehren
laßen, noch zusammen gestoßen, es dörfte aber
baldt in kurtzem geschehen. Der zustandt in Schwed[en]
soll gar schlecht sein, wo vndt alle Mannschaft
fast wegkommen, daß das landt wüste vndt öde
sein soll. Jn manchem dorf, soll man vber einen
alten pawren nicht finden, vndt da 20 weib[er]
anzutreffen kaum einen alten Mann oder krüppe[l.] || [[Handschrift: 358r]]
Man hat exempel, daß weiber ihren kindern die
Schenckel entzwey geschlagen, damitt sie nicht
dörften in krieg zu ziehen, gezwungen, oder nach ihrer
artt gepreßt werden. Der kupferhandel soll auch gar
darnieder liegen, wegen vbermachten aufsatzes. Der König
in Engellandt, soll 15 kriegsschiffe vor die Pilaw, ge-
schickt haben, wegen des allzugroßen zollwuchers.
Die Königin, oder Erbprinzeßjnn jn Schweden, soll sich
erklärt haben, Sie köndte es nicht billichen noch
recht heißen, daß sich die Fürsten im Reich also ließen
vom Oxenstern, oder andern vexieren, es wehre ihr
befehlich nicht, köndte es ihnen auch nicht gut heißen.
Seindt wir also vmbsonst wol tribuliret worden,
von den Schwedischen eine lange zeitt hero, vndt daß
daß allerärgste ist, so weiß es vns niemandt keinen danck.
<et cetera>


C'est pour entrer en desespoir, & perdre toute Pacience!

Donnerstag den 23. Julij; ⁄ 2. Augustj:


Zeitung daß der abgedanckte general leutnant Arnjmb, zu Dresen[!],
alß ChurBrandeburgischer abgesandter ankommen, mitt einem
stargken comitat von 60 personen, vndt daß man besor-
get
er werde vndter der Chur Säxischen Soldatesca
eine Meütterey anrichten wollen. So soll auch herzog || [[Handschrift: 358v]]
Frantz Albrecht baldt loß kommen, vndt ohne R[an]-
tzion
, des welche der Kayser, dem Churfürsten zu
ehren, fallen laßen, des reverßes wegen, stö[ße]
es sich noch etwaß. Jl fera le Diable a quattre
contre moy, lors qu'il en sortira de sa prison.


herr Loẅ, jst bey mjr gewesen, vndt habe ihm
allerley commissiones aufgetragen, jnsonderheitt wegen
beförderung meiner expeditionen beym Graf
Schligken, vndt Vicecantzlern, herren von Strahlendor[f][.]
Gott helfe mir doch einmahl, auß den verwirrung[en.]


Lista derer so den frieden biß hero acceptirt, vndt
ihre erklährungen ChurSaxen, im nahmen Jhrer Mayestät eing[e]-
schickt davon ChurSachsen durch Löbzeltern dem Kayser bericht <Vndt absendung> geth[an.]


Auß dem OberSächsischen Krayß:
1. Chur Brandenburgs interimserklährung an ChurSaxen[.]
2. hertzog Johann Philips zu Sachßen Altemburg in Origina[lj.]
3. herzog Johann Ernst zu Sachsen Eisenach versigelte er-
klärung an Kayserliche Mayestät[.]
4. hertzogs Bogislaj zu Stettin Pommern jnterims
erklährung an den Churfürsten zu Sachßen.
5. Der Fraw Aeptißinn zu Quedlinburg, erkläh-
rung an den Churfürsten zu Sachßen. || [[Handschrift: 359r]]
6. Der gesambten Fürsten zu Anhaltt, acceptation
in Originalj.
7. Der gesambten Grafen zu Schwartzburg, versie-
geltes Original an Kayßerliche Mayestät[.]
8. Graf Johann Geörgens zu Manßfeldt accepta-
tion an Churfürsten zu Saxen.
9. Graf Christoffs zu Stollberg Cathegorische accep-
tation, an Churfürsten zu Saxen.
10. Graf Albrecht Friederichs, vndt Graf Jost Gün-
therß zu Barbey erklährung an Churfürsten.
11. Der gesampten herren Reüßen acceptation
in Originalj.
12. Der herren von Schömburgk acceptation an Churfürsten[.]


13.c Auß dem Nieder Sächsischen Crayß:
13. Der Stadt Goßlar erklährung an Chur Saxen.
14. Des rahts zu Nordthausen acceptation an ChurSachsen[.]
15. Deß rahts zu Mülhausen erklärung ad eundem.


weil auch ehe daß Kayßerliche Patent insinuirt worden,
etliche Stände auf den von ChurSaxen auß Dresen[!], ihnen
zugeschickten Friedenschluß, sich erklärt, Alß hatt:
16. Marggraff Christian zu Brandenburg <seine acceptation in Originalj,>
17. Die Stadt Franckfurtt am Mayn aber, ihre inte-
rims resolution, eingesandt.

|| [[Handschrift: 359v]]


Veit Bernhardt, jst bey mir gewesen, avec mediocre
resolution, touchant la satisfaction de Franz Albrecht Duc de Sachsen [Lauenburg]
en ce que je luy doibs.


Man sagt, herzog Franz Albrecht wolle durchauß keinen reverß
von sich geben, vndt eher sein lebenlang gefangen sitzen.
Der Rantzjon ist er schon erledigett. Er soll gar
einen schönen garten, bawen, zur Neẅstadt, vndt
zur gedechtnüß alda hindterlaßen wollen. perge perge


Der Curlandt hette mich baldt hinauff, nach hoffe
gesprengt, mitt vorwandt, mir den schönen Silbernen
brunnen zu zeigen, so war niemandt droben, weil
der Kayser, jn der kirchen, wegen des fests, Portiuncula,
bin dero wegen gar von hofe weggeblieben, & suis resol[u]
de me preparer a mon depart, a cause de la froideur que
j'apperçoy, a ceste cour. Il faut, qu'il y ait quelque
malentendu, ou que l'Empereur ait conceu sinistre opinio[n]
de moy, a cause des intercessions pour Schafgotsch ou qu'il y
ait des calomniateurs quj avec leurs faux rapports[,]
taschent de me mettre en la mauvayse grace de Sa [Majesté.]
Je m'en iray doncques, s'il plaist a Dieu, Procul
a Jove, procul a fulmine, me consolant de mon jnn[o]-
cence, de ma bonne conscience, & de la grace de Die[u].

|| [[Handschrift: 360r]]


herr Loẅ; jst bey mir gewesen, nachmittags, wiederumb.
Graf Julius von hardegk, hat mich darnach auch besuchtt.


Nachmalß auch, der Oberste Manteüffel.


Jhre Mayestät haben gestern gebeichtett, vndt heütte communicjrt.

Freitag den 24. Julij: ⁄ 3. Augustj:


Vom Jubilirer, Jacob Michel ein Frantzose, einen ver-
güldten pocal gekauft, wigt 4 margk, 5 loht,
daß loht zu 10½ schilling <oder 78 kreützer, 3 Pfennige (denarii)d:>, die Mark (Gewichtseinheit und Münze)m: zu 14 ReichsthalerRthlr: er-
handeltt, macht in allem, 90 Gulden (florenus)f: vndt 33 kreützer,
zu hertzogs Julij henrichs, gevattergeschencke.


Jtem: zwey leüchter, vndt eine putzschere, vmb 48 Gulden (florenus)f:
(das loht, weiß sjlber, zu 1 Gulden (florenus)f: gerechnett.) die lichtpuze
wigt 7 loht 2 Quentchen (Gewichtseinheit)que:[,] das par leüchter 2 Mark (Gewichtseinheit und Münze)m: 9 loht, 1 Quentchen (Gewichtseinheit)que:[.]
Jch habe aber die vorigen leüchter (so ich nähermals
erkaufft,) daran gegeben. Die leüchter will ich behalten.


Der hofJubilirer, beharret darauff, daß ejn
Marck Silbers, alhier, schwehrer seye, alß in
den Reichsstedten, vndt zu Lejptzig, vmb, 3 loht, 1 Quentchen (Gewichtseinheit)que:[.]
Waß ich heütte gekauft, jst alles, nach Augspurger proba,
vndt Wjener gewichtt. Jch habe es auch anderstwo,
wägen laßen, vndt iust befunden.

|| [[Handschrift: 360v]]


Dissegno d'andar a spasso in Moravia, interrotto,
per non haver potuto ottenere carozze nè da cavagli[e]-
rj, (essendo <per> la più parte in campagna, nelle loro ville[)]
ne da nolo, essendo quasj tutte, andato <via> col Eletto-
re dj Baviera. Ergo: nil facias, jnvita Minerva.3


Die zeitung der Frantzösischen niederlage vor Löven, in die
5 mille Mann, continuirt noch immer fortt, vndt daß die Fran-
tzosen nach Franckreich zu, die holländer aber, nacher hollandt,
sich retirirt, vndt zu rück begeben haben.


Jtem: das Meintz gar stargk belägert wirdt.


Jtem: daß etzliche Reichsstädte vom König in Vngern,
zu gnaden angenommen seyen.


Jtem: daß hertzogenbusch eingenommen wehre, weil der Prin[z]
von Vranien in der Retirada sich zu stärgken die
besatzung darauß genommen, interim hette die
bürgerschafft die Stadt vbermeistert, vndt den Spannisch[en]
wieder alsobaldt eingereümet, (quod vix credo.)


Jtem: daß von 30 mille Frantzosen, so jns Njederlandt kommen,
nicht 13000 mehr vbrig blieben, die andern, wehren ge-
blieben, vndt verhungert.


Thomaß Benckendorf hat meinet wegen den pocal zum G[e]-
vattergeschencke hertzogk Julio henrich præsentirt.

|| [[Handschrift: 361r]]

Samstag den 25. Julij: ⁄ 4ten: Augustj:


Agitè des pensèes Pour,
1. Minerva terribilissima
da quella banda m'incite.
2. Resistence a casa, naturelle[.]
3. Audendum aliquid?
4. Conformitas Nota Bene in Religioned[.]
5. Spes non confundit.
6. Sto qui, a far niente, ed
a spender molto, perdendo tempo.
7. Reproche d'autres, de
ce que je veux recevoir
le fief en propre personne,
ce quj se peut eviter, par
mon absence.
8. Hanß Reußes facinora <auß>trejben.
9. Dentjfractio.
10. Malherberie; et inimitiè
des plus proches, a la mayson.
11. Armes Swedoyses, nous gastent,
nostre pays, & nos biens, & de
s'jnteresser, seroit ma rujne.
12. D'estre sous le commandement
de Franz Albrecht Duc de Sachsen Lauenburg seroit contre
ma nature, & hayne naturelle,
contre moy qui est en luy: etcetera || [[Handschrift: 361v]]
13. Sobrietatis exercitium.
14. La peste me chasse d'icy.
15. Le peu d'envie qu'ont
les Conseillers d'a present, d'obli-
ger les Princes Allemands,
16. La hayne des Protestants
est extraordinaire & en particulier
d'aucuns de ma cognoissance.

|| [[Handschrift: 361r]]


& Contre mes desseings:
1. Anna Sophia Fürstin zu Anhalts gioje.
2. Spese troppo straordinarie.
3. Imprægnatio uxoris.
4. Feudum, jn absentia, peri-
culj plenum, & aliæ expeditiones.
5. Periculum etiam illuc.
6. Gravamina Franz Albrechts Herzog zu Sachsen Lauenburg[.]
7. Inclinatio bona, Electoris Saxoniæ[.]
8. Resistentia servorum,
in animo et corpore, <& lingua.>
9. Baptismus aut sepultura.
10. Ruina domus, liberorum,
& mei ipsius si nihil exæquatur,
& de jncertis, nihil statuendum.
11. Expectatio pecuniæ, & Börstelij,
& equorum.
12. Nulles debtes payèez,
nulle argenterie &cetera[.]
13. Stollberg[,] Schwartzburg[,] Anhaltt,
Hollande, Villes Hanséatiques[,] debtes,
si je retourne a la mayson.
14. Vergogna de brouiller
sans rien faire, & aller
loing, re infecta. || [[Handschrift: 361v]]
15. Alibj etiam So-
brietas exercenda.
16. Billet du Chevalier
de Drueil, Nota Bene[.]
17. Payement de l'Electeur
de Saxe, n'est a negljger.
18. Prattiques de Curt Börstel
& de Bernhard Gese me contrequarreront.


Gestern abendt, vor Mitternacht, donner, blitz,
vndt regen. Man hat die glocken geleüttet, gar
stargk, damitt sich das wetter zertheilen sollte.


Die pest continuirt zwar noch, ist aber noch zur
zeitt, (Gott lob, vndt danck) kein landtsterben.


Veit Berndt, ist bey mir gewesen, sich mitt mir
wegen Franz Albrecht herzog zu Sachsen zu vergleichen.


Jch habe herzog Franz Albrecht destwegen, selber zugeschrieben.


herr Löw ist bey mir gewesen, saget, es habe ihm Graf
Schligk gerne vor sich gelaßen, gestriges Tages,
vndt gedacht, ich köndte noch keinen bescheidt in
meinem suchen erlangen, dieweil man noch nicht
eigentlich wüste, ob Jhre Mayestät noch mehr
volck, vndt mehr offizirer bedörffen würden, || [[Handschrift: 362r]]
Sintemahl die Schweden anfiengen, sich gar wol zu
accommodiren, hetten auch die hamburgischen gesandten, gar
gern anhero durchgelaßen, also daß er<s> vielleicht al-
lenthalben baldt friede werden dörfte. Sollte sich
aber die handlung auch mitt den Schweden zerschlagen
vndt man mehr volck haben müste, würde alß-
dann meiner nicht vergeßen werden.


Nota Bene[:] Löbzelter a dit que l'Electeur de Saxe me desiroit
pour son Lieutenant Général comme un Prince de l'Empire & Protestant,
Qu'icy on luy vouloit envoyer un Papiste,
dont il n'auroit nullement bonne envie.


Qu'on se mesfioit fort du Duc Franz Albrecht de Sachsen Lauenburg
lequel on ne relascheroit point sans revers.


Que l'Empereur mesme avoit interceptè une
lettre escrite du dit Duc de sa prison, Que le Roi de
France traittoit avec luy, & que si l'Electeur de Saxen[!]
ne luy donneroit satisfaction, par les Elements
il passeroit ailleurs, Er wollte bey dem Element durchgehen.


Der Kayser, ist nach Kloster Neẅburg verrayset. Jch
habe mittlerweyle, meine sachen expedirt, so gut,
als ich gekondt. Vltra posse, nemo obligatur.

|| [[Handschrift: 362v]]


J'ay fait inviter pour de main a disner, le Colonel
Manteüffel, le Seigneur Löbzelter, Veit Berndt, & l'Agent
d'Oldemburg.


Vmb 14 kreützer, habe ich laßen alhier von
einem Persianer zwey blawe augensteine
kauffen, Man nennet ihn Pietra celeste,
die Spannier heißen ihn caparosa, die Franzosen
Caparose, die Türcken (da er herkömbt)
nennen ihn Gustascij, die Arabier Exauraton.
Die alten Philosophj haben ihn genandt: Alramento,
Sutorio, Calchanto oder Stilhatitio. Jst gut:
vor blöde augen, in Rosen: oder brunnenwaßer
gethan, so lange alß man möchte. 2 Pater noster behten,
darnach den Stein herauß genommen, wol getrucknet,
vndt mitt solchem blawen waßer, 3 oder vier-
mahl die augen gewaschen. Macht Sje hell vndt klar.
Jtem: ist gut, wieder die Mundtfeüle vndt Scharbock,
damitt 2 oder 3 tage Morgends vndt abends, den
Mundt außgeschwencktt. Jtem: heylet auch die Man-
deln vndt bösen halß, auch die breüne sich damitt
3 oder 4 tage Morgens vndt abends gegurgeltt.

|| [[Handschrift: 363r]]


Ein wenig baumwoll in dieses waßer genetzt, vndt in
die Naßlöcher gehalten, verzehrt die flüße, purgiret
daß haüpt. Jtem: reiniget<heilet> die geschwär vndt alle
rauden, am Menschen, rejniget auch an ihm alle gesaltzene
flüße, zitrachten vndt faule schäden, wenn man sich mitt
diesem waßer laulecht drey in Sechsmal an dem
leydenden ortt wäschet, nimbt das alte fleisch hin-
weg, vndt macht ein Neẅes wachßen. Den
pferden ists auch gut zu allerley schäden. Diese Stejne
sollen Mineralia sein, vndt gegen Levante in der
Türckey, nach Persia zu, sollen Sie wachßen.


Die kleinesten kan man alhier noch wolfailer haben,
nemlich vmb 6 creützer, vndt wenn die Virtutes
alle just wehren, möchte man wol so viel hundert duca-
ten darumb geben. Jch will es an mir zum theil probiren.


Schreiben 2 von Madame vom 14den: vndt 16den: huius, eins
vom præsidenten vom 16. huius, ab eodem von Schwester Anne Sofie,
von der FrauMuhme von Schwartzburg vom 23. Junij,
addressirt vom postmeister zu Leipzig vom 19. ⁄ 29. Julij. Notanda:
Der friedenspunct wegen vnsers gantzen hauses, seye durch
des præsidenten Sohn, gantz richtig gemachtt. Den 20. styli veteris
wirdt Curdt Börstel zu Bernburg aufsein, pour venir icy, & ap-
porter le change pour moy. Aber eben Montags den 20. würden || [[Handschrift: 363v]]
die Schwedischen bey Staßfurt général randevous halten,
vndt scheinet daß es dörfte zur Thathandlung kommen,
vndt vnser Fürstenthumb hart treffen.


Der Churfürst, soll vnsere lande zu versichern
genugsam sich erbotten haben. Schweden wollen
keinen frieden eingehen. hertzog Berndt hat
30 mille Mann aufs neẅe beysammen, will mitt
Gallaaß schlagen, vndt einen rechten frieden haben,
der bestendig seye, oder gar nichts, hat auch
Landgraff Wilhelm, abgemahnet, den frieden
nicht einzugehen. Chacun veut avoir la paix a sa mode.
FrauMuhme danckt vor die salvaguardia, vndt
erlaüttert mich, wegen Kötzschawens abdanckung.

Sonntag den 26. Julij: ⁄ 5. Augustj:


herr Geyer, hat mich vormittags besuchtt, wegen eines krackeels <mitt einem Grafen von Buchheim, ist er verarrestirt gewesen, numehr aber ist die sache vertragen.>


Zu Mittage, seindt der ChurSächsische abgeordnete, Löbzelter,
vndt Löben, vndt Veit Berndt, meine gäste gewesen.
Der oldemburgische Agent hat sich einzustellen, endtschuldigett.
Nota Bene[:] Discorsj co'l Löbzelter confidentj, dj cose differentj.
Löẅen, desire que son fils demeure auprès de moy.
Nota Bene Saget, mejne sachen ließen sich wol an, vndt Jhre Mayestät hetten
befohlen, man sollte ihro, jn der Aßcanischen vndt Testamentssache,
referiren, vndt den Schein ertheilen. Gott verleye gute effecta[.]

|| [[Handschrift: 364r]]


Der alte Hortensio, (mein gewesener Tantzmeister
zu Padua, anno 1614) hat mich besuchtt, vndt mir zuge-
sprochen, von allerley dingen redende.


Nota Bene Nota Bene[:] Waß Johann Loẅ, zuvor vermeldet, kömbt vom
herren von Strahlendorff her, welcher noch kranck darnider
liegende, sich gar wol erbotten, vndt obiges berichtett,
auch die visite gar wol aufgenommen. <Dieu m'ottroye l'effect desirè.>


Nota: herr Löbzelter berichtett, inter alia, Es hette Pater
Lemmermann, des Kaysers Beichtvatter, viel gutes, bey
dem frieden gestiftett, vndt gar ein friedliches, gutes
bedencken, abgegeben.


Zeitung daß das Feltlin, nicht allein verlohren, sondern auch,
daß der Frantzose, stargk nach Italien zu, viel volcks schicke,
vndt die Jtalienischen Fürsten vndt Potentaten, (außer
Florentz vndt Modena,) sich stargk mitt dem Pabst,
wieder daß hochlöblichste Kayserliche vndt königliche Ertz-
hauß Oesterreich, daßelbige vndterzudrücken, sich verbunden.
Es wirdt aber außgehen, vber die, so dergleichen bella non ne-
cessaria, anzufangen, sich vndterstehen. Beatj Pacificj.4


An Madame auf heütte, vndt an Præsidenten auff
Morgen datirt geschrieben, mitt extraordinarij gelegenheitt.


Jtem: an die FrawMuhme zu Krannichfeldt.

|| [[Handschrift: 364v]]

Montag den 27. Julij; ⁄ 6. Augusti

<An Gottes segen, Jsts alles gelegen.>


Jncomminciata l'jmpresa, Jddio benedica, Amen.
Mà incontanente sj sono truovato delle remore!!!
Nach hoff vormittags, alda es allerley dißcurs gegeben.
Graf Julius von hardeck, vndt herr Geyer, auch
Johann Loẅ, seindt meine gäste zu Mittage gewesen.


Geyer ist mitt dem Grafen von Puchhaimb,
durch interposition derer darzu verordneten
<Kayßerlichen> Evangelischen commissarien, Grafen von hardecks,
vndt herren Jörgers5, verglichen worden.


Gestern abendt, ist ein herr von hermerstain,
nach dem er noch vorgestern abends, wol auff
gewesen, plötzlich gestorben. Etzliche dubitiren
an der pest. War sonsten luhtrjsch.


Les hallebardiers, ne m'ont pas voulu laisser
entrer au chasteau Jmperial ce mattin, n'en-
tendans nulle discretion entre les Princes, & les
communes personnes, mais Monsieur le Grandchambellan
les en a tancè & m'a fait entrer. Quand Sa
Majes est au conseil, on ne laisse pas volontiers, passer les || [[Handschrift: 365r]]
carosses & chevaux, a cause du bruit, & on tire les
chesnes devant les rues, afin que personne n'entre,
ce que j'ay rencontrè souvent, & evitè en <l'>honneur
de Sa Majestè Jmperiale, mais entrant au chasteau cela
ne m'est encores pas arrivè. J'y suis entrè toutesfois.
Mais le Cardinal de Harrach, n'y a osè entrer,
aujourd'huy, avec son carosse, se plaignant du mes-
me affront, par l'indiscretion des Trabants. Le
Prince d'Eggemberg y est entrè a pied, comme il fait
d'ordinaire, apres la mort de son pere, & i'y
suis entrè aussy fort souvent, a pied, mais
ne l'ay voulu faire aujourd'huy, afin que l'on
n'en face, une Loy de consequence.


Affronts de Ernst Dietrich Röder aujourd'huy, a la table, en
renversant les plats par 3 fois.


Johann Löw m'a apportè une pierre d'aigle, pour ½ Gulden (florenus)f: plus
grand, et gros, qu'un œuf de poule. Jl n'est pas poly,
et est jaunastre, ressemblant a une motte de terre.


Jl semble que le Conte Palatin de Neẅburg, ne me
veut plus envoyer des chevaux, & trouve tousjours des
eschappatoires, s'il a paraventure conceu quelque hayne, a l'en-
contre de moy, par les rapports, des mesdisants. perge

|| [[Handschrift: 365v]]


Einen neẅen welschen Fürsten, den Principe dj
Cardenas, auß dem Königreich Napolj, auch Jhrer
Kayßerlichen Mayestät, würcklichen kammerherren, droben
zu hoff, heütte gesehen. Soll von einem vornehmen
alten geschlecht, her sejn.


Abends nach hoff, alda es gewaltig geregenet,
gedonnert, vndt geblitzett, vndt ich habe müßen
reitten, weil mir der Pfaltzgrafe keine kutzsche
geschicktt. Bin mitt dem hofkammer Directore,
(welcher nach dem præsidenten Apt von Lilienfeldt, ist)
<herr Bertoldt> bekandt worden, einem feinen Alten Politico. habe
des Fürsten von Eggenberg, (welcher abscheidt von
mir nehmen wollen, vndt mich in die anticamera
bescheiden) vergebens erwartett. Mitt Löbzeltern
aber, bin ich zu rede worden, wegen seiner propositio-
nen, vndt abgehenden post, vndt des Mißverstan-
des, daß man ihm nicht gesagt, daß er zu mir kommen
sollen diesen Morgen.


Der herr von hermerstain obgedachtt, ist nicht alhier,
sondern zu Baden gestorben, dieweil er alda disordinj
gemachtt, Vndt selbiges selbiges badt, durchauß keine disordinj
leydet.

|| [[Handschrift: 366r]]

Dienstag den 28. Julij: ⁄ 7. Augusti

<138 ThalerThlr: Thomas Benckendorf zu berechnen, oder 207 Gulden (florenus)f:[,] Jtem: 108 ThalerThlr:e 11 Groscheng:f oder: 162 Gulden (florenus)f: 10<11> Groscheng: Thomas Benckendorf eben zu dem ende[.]>


Nach hof, alda der Fürst von Eggemberg, vor seinem verraysen
abschiedt von mir genommen, gar höflich. Johann Löw hat mir gesagt,
es wehre ein decret ergangen, man sollte meine sachen,
mitt Mejnem bruder communiciren, damitt er inner-
halb zweyer Monaten frist, köndte seine Notturfft
dargegen einwenden, welches nur eine dilatorischer
bescheidt jst, vndt daß man vnß will inejnander hetzen.


L'Evesque de Vienne, m'a regardè de mauvais œil, ce
mattin, en la chambre du Conseil, la où j'entray, pour parler
au grand chambellan, a cause de Reüsse, & il le Conte
de Megkaw aussy me regarda a travers. Tous trois
m'ont fait fort maigre mine, peut estre a cause
que j'entray la, ou on n'a accoustumè d'entrer.
Mais je scay bien, que les Princes l'osent faire.
Et il semble; que l'on voudroit bien, que je m'en allasse
bien tost d'jcy, & je ne puis le faire, mettant le cul
a terre, entre deux selles. Jo veggo manifestamente,
che mi vogliono render così disperato, in tutte le cose, ch'
accioch'io debba diventar Papalino, e dipender affatto
da questa corte, senza ricever ajuto da nissun luogo.
Jddio mj guardi da questo colpo, e ch'io non amj più la terrena
felicjtà, che la celeste. Mj può pur dare l'un e l'altro, secondo || [[Handschrift: 366v]]
jl suo santissimo beneplacito.


Zum Grafen von Althaimb geschickt, wegen seiner hierar-
chischen gemeinschafft, vndt eroberung deß heiligen grabs. Er hat
mir viel guts sagen laßen, vndter andern, er wollte mir
in wenig tagen, etwaß selber brjngen destwegen, hat auch er-
wehnet, wie Jhre Kayserliche Mayestät meiner in neẅligkeitt,
so höchstrühmlich gedacht, vndt sich erfreẅet, daß mir sejne
impresa wolgefiele, Jhre Mayestät hetten auch gesaget:
"Er dörfte sich kecklich, auf meine wortt, alß wie
"auf einen felß verlaßen, vndt wie jch so ein redlicher
"Fürst wehre, alß Jhre Mayestät ejnen in Deützschlandt kenneten,
<"hette auch meine Parole beßer gehalten, als sonst keiner.>


Jtzt schickt mir der Graf nur præliminariter, ein
Kayserliches patent vom 24sten: Julij, darinnen Jhre Mayestät
<sich> erklären, daß Sie ihme Michael Adolphen, Grafen von Althan,
alß Fundatorj der hierarchjschen Gemein, <33 Vngrische ducaten, auß iedem dero ämptern andern zum exempel der Nachfolge, Ambt verwilligen.>


Comme je me suis plaint envers l'escuyer du Duc de Neẅburg
que l'on me donnoit de son escuyrie de si meschants
chevaux & coches, jl m'a fait prier de le tenir pour ex-
cusè[,] que s'il y avoit quelque manquement en cela[,] que ce
n'estoit point sa faulte, nj sa coulpe.


Gegen abendt, in den Prater gefahren, mich zu recreiren,
in dieser schönen zeitt, noch mitt Neẅburgischer kutzschen.

|| [[Handschrift: 367r]]


Der Graf von Losenstain, hat mir einen gewaltigen Bezoar
geschickt zu besehen, dergleichen ich noch nie gesehen, wiewol
ich ihrer gar viel zubeschawen, anlaß gehabt,


Er ist so groß, das ich ihn, mitt vollen faüsten,
nicht vmbfaßen können, haben noch guter vier
quer finger, daran gemangelt, vndt war fast
dreyeckicht, doch oben stumpf, vndten breidt, <bey> ein 2
pfundt mag er wägen, vndt ist<siehet> Orientalisch <auß.> Kein
Kayser, vndt kein König, hat dergleichen <meines wißens>, in solcher perfection.


Der Alte Graff von Althaimb, hat mich besuchtt,
vndt mir gar schöne discurß gehalten, wegen seiner
hierarchischen gemeinschaft, vndt eroberung des heiligen grabs,
auch neẅen beschreibung oder schätzung, so auf künftigen
Sontag, gebe gott publicirt wirdt werden, auch wegen
vorhabender geistlicher einigkeitt, (wo müglich) in der gan-
tzen Christenheitt, wieder dje Türcken vndt Mahu-
metaner, Jtem: wegen aufhebung der wortte, Anti-
christ, vndt ketzer, beyderseits, Jtem: daß der Pabst
den bann aufheben soll, so er am grünen donner-
stag pflegt wieder vns zu fulminiren, etcetera[.] Alles soll
in der liebe, vmb Gottes, vndt des Nechsten willen freywillig || [[Handschrift: 367v]]
geschehen. Jch habe auch erinnert, man sollte keinem
vmb der Religion willen, das sejnjge nehmen, verachten,
von allen officiis, vndt digniteten removiren, oder
den brodtkorb so hoch hencken, daß ihm der Todt lieber
wehre, alß das leben. Jtem: wie weitt etwas confor-
mitet vorgehen köndte, wie weitt aber nichtt? Doch
nur gar kürtzlich<vnverfänglich>. etcetera Nota Bene Nota Bene Nota Bene[:] Er sagt wunder,
"wie höchstrühmblich, Jhre Kayßerliche <Mayestät> selber meiner gegen
"ihm gedacht<erwehnet>, in dem Sie ges<d>acht: <das müsten Sie bekennen das> vndter allen vncah-
"tolischen Fürsten, wüsten Sie keinen <wüsten> der sei redlicher<Standthafter>,
"ehrlicher vndt aufrichtiger sich wehre, vndt<auch> seine
"parola <vndt zusage> so wol <vndt bestendigerg aufrh vndt redlich> gehalten hette, alß ich, <gethan> vndt
"auf meine wortt, köndte man sich, wie auf einen
"felßen, sicherlich verlaßen. Cecy me perce les en-
trailles, & me plaist en l'ame, une si digne
& glorieuse voix, d'un si grand Empereur. perge
Dieu me confirme l<s>a bonne grace, & m'en face produire
des bons, & salutaires effects, de la perpetuelle bien-
vueillance de Sa Majestè Jmperiale, & que mes actions,
tant en temps de paix que de guerre, soyent tousjours
dignes de ma naissance, comme j'espere de m'en evertuer.

|| [[Handschrift: 368r]]


Er der Graf hat sonsten gar außführlich mitt mir
geredet, vndt fast bey ein zwo Stunden da von, wie er
so eine Christliche intention hette, vndt wie man die
Christliche liebe gegen einander erweisen, nicht verlästern,
verketzern, oder verdammen sollte, auch das vnkrautt
mitt dem weitzen aufwachßen laßen, schier geprediget.


Gott wolle alle löbliche intentiones gesegenen,
die lästermaüler, vndt blutgierigen dempfen,
vndt seiner kirchen, in lieblicher gemeinschaft
der heyligen, auch den edlen geistlichen friede beschehren.


Jl m'a visitè, <1.> pour l'honneur de Dieu, & de sa Chrestien-
, <2.> pour avoir comprins, depuis sj peu de jours, en quelle
tres grande estime, je suis auprès de Sa Majes & <3.> pour
mes qualitèz & merites, etcetera comme jl disoit luy mesme;
& je croy, que son intention soit fort bonne, & sincere,
veu mesme, qu'il ne s'a[!] voulu jamais employer,
nj engager en ces guerres civiles, contre les Chrestiens,
combien qu'il <en> ait eu de tres belles occasions, estant
un des <plus> vieils Colonels Hongrois<de la guerre d'Hongrie>, quj soyent encores
en vie. Jl semble, qu'il me veut procurer des commissions,
pourveu que je les puisse accepter, avec reputation.
et cetera

|| [[Handschrift: 368v]]


Der hertzog von Saxen, Julius henrich, hat mich auch heütte
vormittags, besuchen laßen, durch einen vom Adel,
vndt sagen, seine Sachen, wehren numehr in den geheimen
raht gelanget, vndt hofte baldt, erlediget zu werden.


Jhre Kayßerliche Mayestät sejndt heütte hinauß aufs iagen,
weil ichs aber zu spähte erfahren, habe ich mich inne gehalten.


Nota Bene[:] Le Conte d'Altheim me disoit aussy; que Löbzelter auroit
estè calomniè pour un menteur, mais il l'auroit excusè.


Le maître de cuysine du feu Baron Schafgotzsch, m'est venu voir,
protestant de l'innocence de son maistre decapitè.


Johann Löw ist bey mir gewesen, gestaltt ich dann auch Selber
hernachmalß zu ihm gegangen, zu meinen sachen zu sehen,
weil er dieberey in seinem hause gehabt. Biß dato
aber, habe ich alles vnversehrt gefunden, Gott lob,
<der helfe weitter.>


Der von hattung, königlich dennemärckischer vndt hollsteinischen
Abgesandter, hat sejne expedition erlangett, vndt wollen
Jhre Kayserliche Mayestät, dem Churfürsten von Saxen, commission ertheilen,
daß er wegen der hollsteinischen Freẅlein Steẅer, dje sache soll
schlichten. Jl Sie sollten eine iegliche, 30 mille ThalerThlr: oder Gulden (florenus)f: bekommen,
so geben Sie die landtschaft es nur den Schwestern des Regie-
renden herren, den abgetheilten Fürsten wollen Sje nichts
geben, gestaltt dann auch Meiner herzlieb(st)en gemahlin, von ihrem
herrenvatter Seliger, die ehegelder vermacht worden, nichts aber || [[Handschrift: 369r]]
von der landtschafft. Er soll gar content, mitt deß
Kaysers langmuth vndt leühtsehligkeitt, von hjnnen
scheiden, weil Jhre Mayestät auch gegen ihm gedachtt, Sie
hielten den König in Dennemarck, vor ihren besten freündt,
vndt das theten Sie, sine adulatione.


Der abgeschickte Stadtvogt von hoff, vom Margraf Christian,
ist bey mir gewesen. Saget es gehe seinem herren, wie
auch Marggraf hanß Geörgen noch gar wohl.


Es seindt heütte wieder drey haüser, wegen
einreißender seüche gesperret worden. Gott
bewahre vnß vor der pestilentz, die im finstern schleicht. <et cetera>
oder im Mittage verderbett, in Jesu Christo Amen.


J'ay fait escrire, par Thomas Benckendorf a Schwartzberger nostre joye,
a cause du bon tesmoignage, que nous a donnè l'Empereur[.]

Donnerstag den 30. Julij; ⁄ 9. Augustj:


Nach hoff, alda ich mitt dem vngrischen bischoff von Vesprin,
kundtschaft gemachtt, der referirt mir, daß sich der Türcke
movirt, vndt Klein Gomorren, (1½ meilen von Canischa
gelegen) vberfallen vndt einnehmen wollen, weil die
Soldaten, auf dem erndteschnitt, etwas zu verdienen,
außen gewesen, es hette ihm aber mißlungen, ob er wol
etzliche wenig knechte, niedergehawen, vndt gefangen genom-
men, auch weiber vndt kinder, viel pferde vndt vieh weggeführt.

|| [[Handschrift: 369v]]


Das dörfte wol wieder den friedensschluß lauffen,
wiewol Sie dergleichen Thätligkeitten auf streiffereyen,
zwar nicht mitt vberfall der festungen zu attentire[n]
pflegen. Vndter das bisthumb Vesprin, gehört auc[h]
Ofen, Stulweißemburg, Papa, Canischa vndt andere örter,
Balaton Lacus, wenn es die Türgken nicht würcklic[h]
possedirten, iedoch mögen die gehuldigten pawren, dem Stifte
contribuiren.


Graf von Manßfeldt <oberStallmeister vndt Jägermeister> hat mir kutzschen vndt pferde
geliehen.


Der Graf von Losenstein vnderStallmeister, hatt mitt mi[r]
von seinem großen Bezoar geredet, vndt gesagt: Er
wehre nicht Orientalisch sondern Occidentalisch. Man
köndte aber, weniger betrugs, als mitt den Orient[alischen]
mitt vornehmen. Vndt zween doses des Occidentalischen,
thun eben denselbjgen guten effect, den eine dosis des Orie[n]-
talischen Bezoars thut, wje Doctor Recheberg, vndt andere vornehme
Medicj alhier, affermiren. Nach dem er mir ihn gestern
zu besehen, geschickt gehabtt, hette er ihn darnach,
(weil ich so curios gewesen nachzufragen) wägen laße[n.]
So hette er 1 Pfund (libra)℔: vndt 15 loht gewogen. Er sagt, e[r]
wehre ihm viel lieber, vndt beßer, zu gebrauchen, al[s]
wenn er Orientalisch wehre. Ejn gran, gülte 4 kre[üzer.] || [[Handschrift: 370r]]
Nun wehre ein quintle 60 gran, Also würde er
im valor vndt gewicht so gar hoch nicht kommen, wo
ferrn man, die roht größe vndt rare<j>tet, nicht absonderlich
hoch schätzen wollte, weil billich, ein solcher großer
vndt schön gefärbter Stein, den kleineren vorzuziehen.


Wie ichs gerechnet, kähme er gleichwol auf 416
ReichsthalerRthlr: oder 624 Gulden (florenus)f: (welches eines ist) zu stehen, wo
ferrne man die größe vndt raretet nicht absonderlich
hoch, taxiren will. Denn das ander wehre nur nachm gewichtt.


Der Graf aber schätzet ihn nicht vber 400 Gulden (florenus)f:
hat es ohne zweifel en gros gerechnett.


Zum hertzog von Sachßen, geschickt, derselbige will
mich zwar gerne sehen, hat mir aber, die Stunde
verendert, die ich ihme ernennet, also werde ich
mich doch, nach seiner gelegenheitt accommodiren.


Discorsj alla corte, per glj andamentj, e legha d'Italia
dj tuttj Principj collegatj, maravigliandomj io dj Savoya,
ilquale mj dimostrò molta devozione alla Maestà Cesarea.


Nota Bene Jtem: del Rè dj Francia, qual haveva fatto la me-
Nota Benedesima diabolica conjurazione contra l'Jmperatore,
Nota Bene come il Rè Francesco Io. contra Carolo V: co'Turchj,
quasj nella medesima maniera, che lo fece, il
Giacomo Bastardo, Tiranno dj Cipro, co'l Sultano
pagano d'Egytto, il che leggendo, mj fece rizzar j capeglj!!!
E si vede quel horribil giuramento, nel libro del Titolo Reale || [[Handschrift: 370v]]
dj Savoya, nelle pretensionj dj Cipro. E mj pare, che
cotalj congiurazionj, faranno gran danno, alla cristianità,
Jddjo cj preservj, da ognj sciagura, e mala ventura.


hinauß gegen abendt vmb die Stadt Wien gefahren
nicht gantz, aber vom SchottenThor, biß ans Kärner-
Thor, darnach gen hoff, alda der Spannische Ambassador
el Marquez de Castagneda, darnach der herr
Preüner Stadthalter alhier, Jtem: der Graf von
Schwartzenburg, Graf von harrach vndt andere
mitt mir conversiret, von allerley, auch andere ca-
vaglierj. Der Marggraf von Castagneda sagt, es wehre
itzt extraordinarie heiß, vndt heißer als in hispanien[.]
Er ist abgefordert, vndt befehlichet vom König in
Spannien, daß er soll zum König in Vngarn ziehen.


Zeitung daß sich die holländer vndt Frantzosen, nach entpfan-
genen schlägen vor Löven, zwischen Venlo vndt Rurmondt
fest gemachtt, auch einen stargken hauffen in Ar-
tois geschickt.


Ehe ich nach hoff fuhr, habe ich hertzog Julius henrich
von Saxen Lawenburg besucht, neben seiner Fraw
Schwester, vndt SchwiegerMutter der Poppelinn,
habe ihn aber gar Melancolisch befunden.

|| [[Handschrift: 371r]]

Freitag 31. Julij: ⁄ 10. Augustj:

<Sankt Laurentij fest, stilo novo, wirdt Alhier zu Wien, celebrirt.>


Hier au soir, le Conte de Harrach Maréchal de la cour,
me monstroit a la gallerie de l'Empereur derriere la
chambre de Sa Majestè entr'autres, un portrait d'u-
ne fille, quj a vescu, environ l'an 1539 jusqu'a
1542 & n'avoit rien mangè jusqu'alors, ayant
estè veu6amp;#235; de l'Empereur alors regnant, & de plusieurs Electeurs
et Princes de l'Empire, <& n'avoit jettè nuls excrements>[.] Je n'ay sceu apprendre, com-
bien elle a encores vescu depuis, mais je m'en suis es-
merveillè, raccontant pourtant en conformitè de cela,
au dit Conte ce que j'ay veu a Galtz, en Suisse en la
jurisdiction des Bernois, de mes yeux une fille
quj n'avoit mangè, en huict ans. C'estoit environ
l'an 1609 elle ressembla, a un corps mort, si pasle
qu'elle estoit, prioit Dieu fort devotement comme on luy
en donnoit le tesmoignage, voire se faysoit souvent
porter a l'Eglise, son estomac (a ce que nous donna
a entendre nostre medicin Offredj, alors) estoit tout
enfoncè, & elle ne pouvoit flairer moins gouster nulle viande.
Elle jeusna encores depuis trois ans, & alors sa Mere malade
a la mort, confessa, de l'avoir ainsy ensorcelèe afin d'en
tirer de l'argent, & qu'elle auroit faussement accusèe une autre || [[Handschrift: 371v]]
femme de bien, laquelle fut emprisonnèe & eust la
question a tort, comme si elle estojt une telle sorcjere.
Je luy Depuis la mort de la Mere[,] la fille a derechef
commencè a manger & boire.


Je luy contay aussy au dit Conte de Harrach,
qu'a Mörs, une fille nommèe Eve Vliegen, auroit
jeusnè 22 ans, a ce qu'on m'eust raccontè,
(car ie n'ay jamais estè a Mörß) et il le scavoit.


Diesen<Gestern> abendt, <Spähte> schickt mir, der herr Graf von Schwar-
tzenburg, mein buch, del Titolo Regio dj Savoya,
eilends wieder. Leßett mir seine vndterthenige
dienste, vndt viel schöner höflicher wortt, (wie
er dann, ejn compitissimo Cavagliero, litteris & armi[s]
ist) vermelden, vndt daß er Morgen frühe, eilends
aufbrechen müste, leßett also gar einen zierlichen
abschiedt, von mir nehmen, vndt ich laß ihm wieder
antwortten, wie sichs gehört, vndt glück vndt hey[l]
auf seine rayse vermelden<wüntzschen.> Er hat sich in der anticamer[a]
noch diesen<gestern> abendt, gar nichts mercken laßen, vndt seine[n]
eilenden auffbruch, gewaltig dissimuljrt. Je croy, qu[e]
Nota Bene le Turc nous voudra jouer, quelque mauvais tour. || [[Handschrift: 372r]]
Dieu preserve sa Chrestientè de ruyne. Des
Türgken avanguardia, soll aber gar gewiß, an
etzlichen päßen, gegen Babylonia zu, in die 30 mille Mann
stargk, vom Persianer sein geschlagen worden, vndt die
Janitzscharen haben meutinirt, den Türckischen
Kayser, wegen etzlicher verv̈bter grawsamkeitten,
stranguliren wollen, wo er nicht mjtt geldt,
vndt sanfftmuth, auch durch persuasjon, sejnes
Generals, <Murtasan Bascia> eines Tapferen Mannes, sie gestillett.


Jhre Kayserliche Mayestät haben diesen Tag, ihre devotion verrichtett,
wie sie an allen Feyertagen, flejßig zu thun, pflegen.


Je me prefigure quelque desastre, quj doit arriver
au Conte de Schwartzenberg, dont Dieu l'en vueille gra-
cieusement preserver par sa grace & bontè paternelle, le
bon Cavaglier, quj est certes digne de bonne Fortune.
et cetera


Es gedachte noch gestern der Alte herr Preüner, in mei-
nem beysein, gegen den Spannischen Ambassador, das Kayser Rudol-
phus hochlöblichster gedechtnüß, nicht leyden können, daß sich
iemandt in seiner anticamera gesetzt, noch auff vndt ab,
spatziren gegangen, hette baldt, mitt Narren, vmb sich ge-
worfen, vndt es verbotten. Darauf antwortete der Ambassador etwas
seltzam, vndt sagte darnach, es dörffte Sich auch, in des -
nigs in hispanien anticamera, niemandt setzen, oder spatziren gehen, || [[Handschrift: 372v]]
müsten nur stille stehen, oder niederkniende, sich auf eine[n]
Tisch, mitt den armen anlehnen, das wehre ihnen, eine
große vngelegenheitt. perge


heütte Morgen, habe ich zum Grafen von Manßfeldt,
wjederumb, vmb sejne kutzsche geschicktt, vndt aber<zur>
antwortt bekommen, er bedörfte Sje selber, etcetera[.] Bjn
also vbel servirt, in <er>mangel<ung> mejner pferde.


Der <Chur>Bayerische resident Doctor Stickel, hat mir ein jnte[r]-
cessionschreiben
vom Churfürsten an Kayser geschickt.
Ne scay moy mesmes pourquoy, mais m'immagine[!] que
ce soit pour le Duc de Saxe Jules Henry.


Jhre Kayßerliche Mayestät haben mir heütte vormittags, in
transitu, gar ein gnediges gesichte gegeben, in der
anticamera. Jch habe zu hoffe, auch discurrirt,
mitt dem Nuncio, mitt dem Spannischen Ambassador, welc[her]
auß höflichkeitt, mais ie ne l'ay acceptè mir die oberstelle anpræsentirt,
nemlich der Marchese de Castagnetta, mjtt dem Cardina[l]
von harrach, mitt dem Pfaltzgrafen von Neẅburg,
Margrafen von Brandenburg[,] Grafen von Megkaw, land[t]-
marschalckh herrn von Traun, vndt auch mitt dem
Principe de Cardenas, welcher mich angesprochen, gar
höflich, vndt vndter andern dißcurßen gesagt, da[ß] || [[Handschrift: 373r]]
der ViceRè von Napolj, des Conte Duque
oder Conte d'Onna Olivares, Tochtermann, (welcher
sonst fac totum, beym König in Hispanien ist)
seye plötzlich verarrestirt worden, weil viel
klagen wieder ihn, von den Neapolitanern ein-
gekommen. Der Conde Duque, oder Conte Duc,
hat dem Cardinal de Richelieu, ex æmula-
tione vrsach vndt anlaß gegeben, sich Cardi-
nal Duc schelten zu laßen.


Discorsj, mitt Graf Wolf von Manßfeldt, vndt
andern, auch mitt Obersten Manteüffel, welcher
gantz disgustiret ist, weil er nicht bezahlt wirdt,
Jtem: mitt dem Setzschi, von der Türgken jntention,
allerley dißcurß gepflogen, wiewol er noch zimljch
iung ist, vndt saget, daß ihm seine gühter, itzt gar
neẅlich, von dem Türgken, sehr verderbet sein.


Cardinal von harrach, sagte, es würden die deützschen,
anderer gestaltt nicht, in das <deützsche> collegium Cardinalium<zu Rom>,
mitteingenommen, a<A>lß mitt dem bedinge: Modo sim-
plicitatem Germanam retineant, vel non amiserint.


Also lauttet der Tittul des ChurBayrischen schreibens an Kayser:
Dem Allerdurchleüchtigisten, Großmechtigisten Fürsten vndt herren,
herren Ferdinanden dem andern, Erwöltem Römischen Kayser zu allen zeitten,
Mehrer des Reichs, in Germanien zu Hungarn vndt Böhaimb, etcetera Königen,
Ertzhertzogen zu Oesterreich, hörtzogen zu Burgundj, in ober[-] vndt Nieder || [[Handschrift: 373v]]
Schlesien, Marggrafen zu Mähren, Graven zu Tyrol
vndt Görtz, etcetera Meinem Allergenedigistem lieben
herren, vndt vettern.


Mitt Johann Löw außführlich conversirt, wie ich meine
sachen anzugreiffen, vndt er hat mir sein gutachte[n]
gar vernünftig abgegeben.


Nota Bene[:] Oberste Keßler, meldet sich an, will geld
von mir haben, alß wehre es ihm mein bruder [Seliger]
Fürst Ernst, noch schuldig vndt hindterstellig blieben.


Ruente quercu; quivis ligna colligit.


hinauß in Prater gefahren, vndt abends wieder
nach hoff, alda mitt dem pfaltzgrafen von Neẅburg vndt
herrn Teüffel, auch andern conversirt, insonderheitt auch
mitt dem Neapolitanischen Principe de Cardenas,
welcher mitt den Vrsinis vnsern Stammeshaltern
verwandt, vndt große vertraẅligkeitt zu mir such[t,]
auch guten bescheidt, von vnserm hause weiß. Er
hieß mich Vostra Altezza, vndt wenn er von vn-
serm hause redete, sagte er la Serenissima casa
dj von Anhalt[.] So gab ich ihm wieder Vostra Eccellenza ein
par mahl, wiewol er kein rechter Fürst ist, vndt nur
alß ein secundogenitus, in Jtalia gehalten wirdt.

|| [[Handschrift: 374r]]


Zeitung daß zwar die stöße vor Löven, den Franzosen,
auch theils holländern zu theil worden. Sie hetten
sich aber darnach, (weil sich die Spannischen
mitt Diest aufgehalten, darinnen in die 2 mille
Mann gelegen, vndt nach dem davon 200 geblieben,
man die vbrigen abziehen laßen) mitt gar sehr
guter ordnung, nach Rurmondt zu, retirirt, also
daß man ihnen wenig in der retraitte angewin-
nen
können, außer waß der hunger zu rück ge-
halten, vndt andere miseria, die seindt von den Cra-
bahten
vndt des Piccolominj volck erdapt worden.
Die holländer aber, sollen mitt der Frantzösischen furia,
vndt vnordnung, gar vbel zu frieden sein. Es
soll auch kein geldt mehr bey den Frantzosen vorhanden
sein, weil Sie es zum theil verlohren, zum theil
vbel mesnagirt.


Jch habe dem Kayser, durch herrn Graf Kysel,
Obrist Cammerherren, das ChurBayrische schreiben,
als Jhre Mayestät zu Tische gehen wollen, laßen
ejnhändigen, damitt es nicht zu altt würde,
auch hertzogs Julij henrichs liberation nicht verzögert || [[Handschrift: 374v]]
etcetera


Der Pfaltzgrafe von Neẅburgk, hat sich auf Mor[gen]
gebe gott mir kutzschen vndt pferde, auf die iagt, mittz[u]-
geben, endtschuldigett, weil der Kayser nur hinau[ß]
pürschen würde, vndt nicht jagen. Es gienge gar
zu geschwinde fortt, köndte seine pferde nicht also
verderben laßen. Ein ander mahl, wollte er mich m[it]
hinauß führen. hatte es aber Graff Kyseln, scho[n]
zugesagt, das jch mjtt hinauß wollte, Morgen frü[h,]
habe derowegen Thomaß Benckendorf, zu ihm geschicktt
vndt ihn vmb raht, bitten laßen. Gott gebe, daß ihme[,]
Thomaßen, nur kein vnglück, diesen spähten abendt, beg[eg]-
nen möge, wie vjelen andern, zu wiederfahren pflege[t.]


Er ist vnversehrt wiederkommen, vndt hat vom Obersten
kammerer, platz erlanget, vor mich, einen von Adel, vndt
einen aufwärter.


Textapparat
a Im Original verwischt.
b Darauf folgt eine größere freigelassene Lücke in der Zeile, in die sicherlich später der Name des Grafen eingetragen werden sollte.
c Im Original verwischt.
d Auflösung unsicher.
e Über der Zahl 108.
f Über der Zahl 11.
g Verwischtes Wort über "bestendiger" nicht lesbar.
h Im Original verwischt.

Kommentar
1 Zitat aus Dist. Cat. 2,26 (ed. Duff/Duff 1982, S. 608).
2 Zitatanklang an Ter. Phorm. 506 (ed. Rau 2012, S. 162).
3 Zitatanklang an Cic. off. 1,110 (ed. Nickel 2008, S. 92).
4 Mt 5,9.
5 Entweder Hans Helfreich oder Hans Maximilian Jörger.
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XSLT: http://diglib.hab.de/edoc/ed000228/tei-transcript.xsl
Acceptationspatent
Annahmeurkunde
accommodiren
sich anpassen, sich fügen, sich (gütlich) vergleichen
accommodiren
einrichten, ausstatten
Affection
(positive oder negative) Einstellung jemandem gegenüber; meist Gewogenheit, Zuneigung
Agat
Achat
Agent
(diplomatischer) Geschäftsträger
Ambassador
Abgesandter, Botschafter
Ambra
Bernstein
angewinnen
an oder von einem gewinnen
apert
offen
Armada
Armee, Heer
Armada
Kriegsflotte
attentiren
versuchen, wagen
Aufsatz
Vorsatz, Entschluss, Gesetz
Beleihung
Belehnung
besorgen
befürchten
blöd
schwach
Bräune
Angina (Mandelentzündung)
cediren
weichen
cediren
abtreten, übereignen
Comitat
Begleitung, Gefolge, Geleit
Commission
Auftrag
Competenz
Rangkonflikt
componiren
(sich) einigen, (sich) vergleichen
componiren
einrichten
componiren
(Konflikt) beilegen
Confirmation
Bestätigung
continuiren
(an)dauern
continuiren
fortfahren, fortsetzen
continuiren
weiter berichtet werden
contribuiren
Steuern oder andere Zwangsabgaben entrichten
contribuiren
beitragen, beisteuern
convoyiren
begleiten, geleiten
convoyiren
in einem Konvoi ziehen
Copulation
Trauung
curios
neugierig
Dank
Turnierdank (Preis in einem Ritterturnier)
dependiren
abhängen, abhängig sein
deseriren
verlassen, (sich) trennen
Difficultet
Schwierigkeit
Dignitet
Würde, Standeswürde
disgustiren
missfallen, verleiden
disseriren
sich auseinandersetzen, diskutieren
dissimuliren
sich verstellen, verheimlichen
dubitiren
zweifeln, bezweifeln
Eberwurz
Gold- oder Silberdiestel
Ehegeld
Mitgift, Aussteuer, Morgengabe (Gabe des Mannes an die neue Ehefrau am Morgen nach der Hochzeit zum Zeichen, dass sie als Jungfrau in die Ehe gegangen sei)
Ehrenhold
Herold
ein
ungefähr
Einspänniger
Kriegsknecht mit Pferd, fürstlicher Bediensteter, Stadtknecht; berittener Bote, Geleit- und Meldereiter
Einspänniger
Eigentümer eines kleineren bäuerlichen Besitzes, der meist nur Handdienste leistet
erledigen
befreien, freilassen
Erledigung
Befreiung, Freilassung
exaggeriren
eine Sache recht groß darstellen, übertreiben
Exception
Ausnahme
excruciiren
martern, quälen
excusiren
entschuldigen
expectoriren
sich deutlich und aufrichtig wegen einer Sache erklären
Expedition
Beförderung, Besorgung
Expedition
Abfertigung
Expedition
Verrichtung
Fähnlein
kleinste Gliederungseinheit beim Fußvolk (Kompanie)
Filß
Verweis
Fluß
Katarrh (Entzündung der Schleimhäute)
Fluß
Rheuma
Fräuleinsteuer
bei Vermählung einer Tochter des Herrscherhauses von den Untertanen zur Beschaffung der Aussteuer zu entrichtende Abgabe
fulminiren
sich ereifern, wettern
Fußvolk
sämtliche Soldaten zu Fuß (Infanterie) innerhalb eines Heeres
Gämswurz
Kraut aus der Familie der Korbblütler
gelde
unfruchtbar, unträchtig oder als zur Zucht ungeeignet ausgesondert (etwa bei Schafen); auch gelle.
gelle
unfruchtbar, unträchtig oder als zur Zucht ungeeignet ausgesondert (etwa bei Schafen), auch gelde.
Generalquartiermeister
Vorgesetzter aller Quartiermeister
Gnadenpfennig (Gnadendenarius)
Bildnismedaille, die von Landesherren als Auszeichnung oder Geschenk verliehen wird
Handquehle
Handtuch
Hirschwurz
Kraut aus der Familie der Doldengewächse
insinuiren
(ein Schriftstück) einhändigen, übergeben, zustellen, (heimlich) hinterbringen
insinuiren
sich einschmeicheln
insinuiren
andeuten, durchblicken lassen
installiren
(in ein Amt) einsetzen
Intercession
Fürsprache, Vermittlung
intercipiren
abfangen
Interposition
Dazwischenstellung, Vermittlung
Intimation
Bekanntmachung, Mitteilung
investiren
belehnen
investiren
in ein Amt einsetzen
Jakobstag
Gedenktag für Sankt Jakobus den Älteren (25. Juli)
Judizirer
Richter
Jurament
Eid, Schwur
Kastner
eigentlich Verwalter des Kornspeichers, teils auch Amtmann über alle Einkünfte
Knecht
Landsknecht, Fußsoldat
Krabate
Kroate (Sammelbegriff für einen in der Regel aus Südost- oder Osteuropa stammenden Angehörigen der leichten Reiterei)
Landsterben
Epidemie
Laurentiustag
Gedenktag für den Heiligen Laurentius (10. August)
Lehensentpfahung
Lehensempfang, Belehnungsakt
Libereikleid
Livrée, Kleidung für Bedienstete
Lichtputze
Lichtschere (zum Kürzen des Dochts)
Losament
Unterkunft, Wohnraum
lustig
vergnüglich, anmutig, ergötzlich, von angenehmer Erscheinung
manteniren
(sich) behaupten
manteniren
in Stand und Ordnung halten
Mark
Gewichtseinheit für Gold und Silber
Memorial
Denkschrift und Information über noch zu erledigende Aufgaben, Bittschrift
Memorial
Erinnerungsschrift
menagiren
sparsam sein, sich einschränken
moviren
bewegen, verändern
moviren
anreizen, verursachen
Muht
Getreidemaß
mutiniren
meutern
Oberstelle
erste Stelle, Vortritt
Obs
Obst
occupiren
beschäftigen, in Anspruch nehmen
Patent
Urkunde über die Verleihung eines Rechts, Erlaubnisschein
Patent
schriftlicher Anschlag (meist zur öffentlichen Bekanntmachung einer obrigkeitlichen Verordnung oder Mitteilung), Befehl
persuadiren
überreden, überzeugen
Portiuncula-Fest
Fest zum Gedenken an einen Ablass, welcher in Portiuncula (lat. für "kleiner Flecken Land"), der kleinen Kapelle Santa Maria degli Angeli bei Assisi in Umbrien, erstmals 1223 auf Bitten des Heiligen Franziskus gewährt wurde
possediren
besitzen
praejudiciren
nachteilig sein, schaden
praesentiren
schenken, als Geschenk geben
praesentiren
beschenken
Publicationspatent
Veröffentlichungsurkunde
pürsten
pirschen
purgiren
sich von einer Beschuldigung rein machen
Pusican
keulenförmiger Streitkolben mit einem starken, eisernen und eiförmigen Kopf
Quartiermeister
für die Beschaffung von Verpflegung und Unterkunft zuständiger Unteroffizier
quittiren
verlassen
quittiren
überlassen
quittiren
aufgeben, beenden
Ranzion
Lösegeld
Raude
Räude (grindige Ausschläge)
recuperiren
zurückerobern
Relaxation
Freilassung
removiren
entfernen, absetzen
repoussiren
zurückdrängen, zurücktreiben
Resignirung
Aufgabe eines Amts
restiren
schulden, schuldig sein
restiren
übrig sein, übrig bleiben
Retranchement
Verschanzung
Salva Guardia
militärischer Schutz, Schutzwache
Salva Guardia
sicheres Geleit durch Soldaten
Salva Guardia
Schutzbrief für Reisende
Salva Guardia
Schutzbrief gegen weitere Kontributionen und andere Sonderzahlungen
salviren
retten
sanciren
einer Sache Gesetzeskraft verleihen, öffentlich gutheißen, bekräftigen
Schirm
leichtes hölzernes Gebäude, Hütte, Zelt
Schnappe
Niederlage, Schlappe
Session
Sitz, Platz
Session
Sitzung
sieder
seit
sollicitiren
etwas gerichtlich betreiben, um Rechtshilfe ersuchen
sollicitiren
ersuchen
Stillstand
Waffenstillstand
Stück
Geschütz
Taffet
Taft
torquiren
foltern
Tractat
Verhandlung
tractiren
(ver)handeln
tractiren
bewirten
tractiren
misshandeln
tractiren
behandeln
Treffen
Schlacht
Treffen
zu einer gemeinsamen Linie zusammengestellte Truppenverbände innerhalb einer Schlachtaufstellung
tribuliren
ängstigen, plagen, quälen
übermeistern
durch Überlegenheit überwinden
verarrestiren
beschlagnahmen
verarrestiren
verhaften
verehren
schenken
verhausen
verderben
vielfältig
vielfach, vielmalig, oft, wiederholt
Violirung
Verletzung
visitiren
besuchen
Volk
Truppen
Zeitung
Nachricht
Zitracht
Hautflechte
Abaza Mehmed Pascha

geb. 1576
gest. 1634
Anm.: Geboren in Georgien; Verschleppung und Versklavung als Kind; danach Karriere in der osmanischen Administration; 1605-1607 Beteiligung an einem Aufstand in Anatolien; ab 1617 Beylerbey (Provinzgouverneur) von Varosia; seit 1620 Beylerbey von Erzurum; 1622/23 Anführer einer Rebellion gegen Sultan Mustafa I. (1591-1639); 1628-1631 Beylerbey von Bosnien; 1633/34 Heerführer im polnisch-osmanischen Krieg.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Jacques (d') Abelin

Anm.: Um 1614 gräflicher Hofmaler in Bentheim; um 1626 Kaufmann in Amsterdam.
Graf Babo I. von Abensberg

gest. 1001/02
Anm.: Angehöriger des Adelsgeschlechts der Babonen; 975-980 Graf im westlichen Donaugau; seit 983 Burggraf von Regensburg; Stammvater der Grafen von Abensberg.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB
Graf Niklas von Abensberg

geb. 1441
gest. 1485
Anm.: Sohn des Grafen Johann III. von Abensberg (gest. 1475/76); Rat der Herzöge von Bayern-Landshut; bayerischer Pfleger von Graisbach, Riedenburg und Kehlheim.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB
Abraham N. N.

geb. 1634
Anm.: Jüdischer Junge, der am 30. Juli 1634 in Venedig beschnitten wurde.
Abraham

Anm.: Biblische Figur.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Absalom
Abschalom

Anm.: Biblische Figur.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Achates

Anm.: Figur der römischen Mythologie; in Vergils "Aeneis" der beste Freund und Gefährte des trojanischen Helden Aeneas.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Achill(es)

Anm.: Heldenfigur der griechischen Mythologie; Hauptheld der Ilias des Homer.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Actaeon
Aktaion

Anm.: Antike mythische Gestalt, die nach Ovid auf der Jagd Diana und ihre Nymphen beim Bad überraschte, deshalb von ihr in einen Hirsch verwandelt und von den eigenen Hunden zerfleischt wurde.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Adam

Anm.: Biblische Figur; Stammvater der Menschheit.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Salomon Adam

gest. 1640
Anm.: Schwedischer Hauptmann, Obristleutant und Obrist (ab 1632) schottischer Herkunft; seit 1636 Kommandant von Magdeburg (mit Hans Drake), wegen Übergabe der Stadt zum Tode verurteilt, später jedoch unter Verlust seines Regiments begnadigt.
Jürgen Aderkas

geb. 1603
gest. 1631
Anm.: Sohn des Jürgen von Aderkas (1563-1602); schwedischer Obrist.
N. N. Adler (1)

Anm.: Mutter von N. N. Adler (2); um 1636 alte Wirtin im sächsischen Königstein; früher im Dienst des Grafen Johann Kasimir von Lynar (1569-1619) und des Berliner Kurfürstenhofes.
N. N. Adler (2)

Anm.: Feuerwerker des Fürsten Friedrich Heinrich von Oranien (1584-1647).
Hendrik Adler

Anm.: Ca. 1622-1628 Schöffe (Ratsherr) sowie mehrfach Bürgermeister von Harderwijk.
Johan Adler Salvius

geb. 1590
gest. 1652
Anm.: Sohn des Strängnäser Stadtschreibers Peder Hansson (gest. vor 1609); Studium in Uppsala (1609), Rostock (1612/13), Helmstedt (1613/14), Staßburg (1615) und Marburg (1615); 1614 Magister; 1619 Promotion zum Dr. jur. utr. in Valence; ab 1621 Assessor am schwedischen Hofgericht; diplomatische Missionen für Schweden nach Kursachsen (1622), Dänemark (1623) und Norddeutschland (1624); seit 1624 Staatssekretär; 1631-1634 und 1636-1650 schwedischer Resident in Hamburg und im Niedersächsischen Reichskreis; ab 1634 Hofkanzler und Geheimer Rat; seit 1638 alleiniger Legat Schwedens in Deutschland; 1643-1648 schwedischer Gesandter auf dem Westfälischen Friedenskongress; seit 1648 Reichsrat; 1629 Nobilitierung; 1651 Erhebung in den Freiherrenstand; vgl. Heiko Droste: Im Dienst der Krone. Schwedische Diplomaten im 17. Jahrhundert, Berlin/Münster 2006, S. 378.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, Westfälische Geschichte
Adonai

Anm.: Eine der Umschreibungen für Jehova (Gottes Eigenname) im Tanach.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Valentin Adrian

Anm.: Um 1629 vermutlich Kaufmann in Braunschweig.
Königin Kleopatra VII. Philopator von Ägypten

geb. 69 v. Chr.
gest. 30 v. Chr.
Anm.: Tochter des Ptolemaios XII. Neos Dionysos (gest. 51 v. Chr.); 51-47 v. Chr. gemeinsame Regentschaft mit ihrem Bruder Prolemaios XIII. (61-47 v. Chr.); seit 47 v. Chr. faktische Alleinherrscherin in römischer Abhänigkeit; Selbstmord nach endgültiger Niederlage gegen Octavian (63 v. Chr.-14 n. Chr.).

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
König Ptolemaios II. Philadelphos von Ägypten

geb. 308 v. Chr.
gest. 246 v. Chr.
Anm.: Sohn des Ptolemaios I. Soter (367/66 v. Chr.-283/82 v. Chr.), ab 306 v. Chr. König von Ägypten; seit 285 v. Chr. Mitregent seines Vaters und ab 283/82 v. Chr. ägyptischer Alleinherrscher.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Ännchen N. N.

Anm.: Um 1630/34 Kammermagd der Fürstin Eleonora Sophia von Anhalt-Bernburg (1603-1675); im Januar 1634 Verlobte des fürstlichen Kammerdieners Johann Schumann (gest. 1636).
Aeolus
Aiolos

Anm.: Griechisch-römischer Gott und Beherrscher der Winde.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Johan van Aerssen

geb. 1579
gest. 1654
Anm.: Sohn des Cornelis van Aerssen (1545–1627); Herr von Wernhout; 1613-1625 niederländischer Drost der Baronie Breda; seit 1637 Bürgermeister von Breda.

Weiterführende Informationen in VIAF
Kaiser Fasilides von Äthiopien
Kaiser Alam Sagad von Äthiopien

geb. 1603
gest. 1667
Anm.: Sohn des Kaisers Sissinios (Malak Sagad III.) von Äthiopien (1572-1632); seit 1632 Kaiser von Äthiopien.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Kaiser Jakob von Äthiopien
Kaiser Malak Sagad II. von Äthiopien

gest. 1606
Anm.: Sohn des Kaisers Sarsa Dengel (Malak Sagad I.) von Äthiopien (1550-1597); 1597-1603 und seit 1604 Kaiser von Äthiopien.
Fernando Afán de Rivera y Enríquez
Duque Fernando de Alcalá de los Gazules
Marqués Fernando de Tarifa
Conde Fernando de Los Molares

geb. 1583
gest. 1637
Anm.: Sohn des Fernando Enríquez de Ribera y Cortés (geb. 1529); spanischer General und Politiker; zunächst Generalkapitän von Katalonien; 1619-1622 Vizekönig von Katalonien; 1629-1631 Vizekönig von Neapel; 1632-1635 Vizekönig von Sizilien; 1636 Gouverneur des Herzogtums Mailand; ebenso spanischer Botschafter und Generalvikar in Italien unter Papst Urban VIII. (1568-1644).

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Afrasiyab Pascha

gest. 1624
Anm.: Durch Ämterkauf seit 1612 Beylerbey von Basra, der weitgehend unabhängig vom Sultan regierte; Begründer der Dynastie Al-Afrasiyab, die bis 1668 in Basra herrschte.
Aglaia

Anm.: Eine der drei griechischen Göttinnen der Anmut (Grazien).

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Adam Christian Agricola

geb. 1593
gest. 1645
Anm.: Sohn des Teschener Hofpredigers und Superintendenten Johann Agricola (gest. 1609); reformierter Theologe; Studium in Leipzig und Frankfurt/Oder; 1620-1622 Hofprediger des Markgrafen Johann Georg von Brandenburg-Jägerndorf (1577-1624); 1622-1629 Hofprediger in Güstrow; 1629-1636 Dom- und Hofprediger in Berlin; seit 1636 Hofprediger in Königsberg.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Johann Georg Agricola

geb. 1558
gest. 1633
Anm.: Sohn des Amberger Arztes Dr. Georg Agricola (1530-1575); ab 1582 Studium in Heidelberg (1585 Bacc.); 1588-1593 Medizinstudium in Wittenberg; 1594-1614 und 1621-1629 Stadtarzt in Amberg; seit 1629 praktischer Arzt in Regensburg.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB, NDB
Peter Agricola

gest. 1648
Anm.: Bis 1631 fürstlicher Kanzleischreiber in Bernburg; um 1635/43 Sekretär des Fürsten Christian II. von Anhalt-Bernburg.
Heinrich Cornelius Agrippa von Nettesheim

geb. 1486
gest. 1535
Anm.: Sohn des Kölner Bürgers Heinrich von Nettesheim; deutscher Universalgelehrter, Theologe, Jurist, Arzt und Philosoph; 1499-1502 Studium in Köln; 1509 Dozent an der Universität Dole; 1509/10 Bergrat der Stadt Köln; Dozent an den Universitäten Köln (1511) und Pavia (1512 und 1515); 1512 kaiserlicher Offizier; 1515 Promotion zum Dr. med. und Dr. jur. utr. in Pavia; 1518-1520 Stadtsyndikus in Metz; 1521-1523 Arzt in Genf; 1523 Stadtarzt in Fribourg; 1524-1527 Leibarzt der verwitweten Louise de Valois, Duchesse d'Angoulême (1476-1531); 1528/29 Arzt in Antwerpen; 1529/30 Archivar und Historiograph der niederländischen Regentin Erzherzogin Margaretha von Österreich (1480-1530).

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB, NDB
Francisco d' Aguilar
Isaaco Levi Buendia

Anm.: Portugiesischer Jude, der in Brüssel erst zum Katholizismus, später in den Vereinigten Niederlanden zum reformierten Glauben konvertierte; um 1627 Sprachmeister für Spanisch unter dem Theologieprofessor Constantin L'Empereur (1591-1648) in Harderwijk; im Januar 1627 ebenso Spanischlehrer des Prinzen Christian d. J. von Anhalt-Bernburg; vgl. Klaus Conermann (Hg.): Briefe der Fruchtbringenden Gesellschaft und Beilagen: Die Zeit Fürst Ludwigs von Anhalt-Köthen 1617-1650, Reihe I, Abt. A: Köthen, Bd. 2, Tübingen 1998, S. 104-106.
Ahizade Hüseyin Efendi

geb. 1572
gest. 1634
Anm.: Seit 1632 Mufti von Konstantinopel (Schaich al-Islām); 1634 Hinrichtung wegen angeblicher Verschwörung gegen Sultan Murad IV. (1612-1640).
N. N. von Ahlefeld

Anm.: Um 1637 Rittmeister.
Sophia von Ahlefeld
Sophia von Baudissin
Geburtsname: Sophia von Rantzau

geb. 1620
gest. 1697
Anm.: Tochter des Gerhard von Rantzau (1558-1627); 1633-1646 erste Ehe mit Wolf Heinrich von Baudissin (1597-1646); 1650-1670 zweite Ehe mit Cai von Ahlefeld (1591-1670).
Ahmed Pascha

Anm.: Um 1615/17 Beylerbey (Provinzgouverneur) von Kanischa.
Hans Jakob Aichinger

Anm.: Regensburger Tuchhändler; Innerer Rat (1606-1634), Kämmerer (1614, 1616/17, 1619/20, 1622/23, 1625, 1628 und 1630/31), Ungeldherr (1620-1625) und Steuerherr (1625-1634) der Reichsstadt Regensburg; vgl. Werner Fees-Buchecker: Rat und politische Führungsschicht der Reichsstadt Regensburg 1485-1650. Studien zur Verfassungs- und Sozialgeschichte Regensburgs in der Frühen Neuzeit, Diss. München 1998, S. 214.
Foppe van Aitzema

geb. ca. 1580
gest. 1637
Anm.: Sohn des Schelte van Aitzema; Studium in Franeker, Leiden, Helmstedt und Wittenberg; 1607-1613 herzoglicher Rat in Wolfenbüttel; 1612/13 zugleich Kanzler des Hochstifts Halberstadt; Gesandter der Generalstaaten, u. a. bei der Hanse in Lübeck bzw. Hamburg (seit 1617) und am Wiener Kaiserhof (1636/37); 1637 Konversion zum katholischen Glauben.

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Lieuwe van Aitzema

geb. 1600
gest. 1669
Anm.: Sohn des Meinardus van Aitzema und Neffe des Foppe van Aitzema (ca. 1580-1637); niederländischer Diplomat, Historiker, Jurist und Staatsmann; um 1633/45 Resident der Hansestädte in Den Haag.

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Lorenzo Ajazza

geb. ca. 1590
gest. 1634
Anm.: Piemontesischer Adliger aus Vercelli; seit 1629 kaiserlicher Kämmerer; 1631/32 kaiserlicher Obristleutnant; danach lothringisch-spanischer Obrist.
Esprit Alard
Esprit d' Esplan
Marquis Esprit de Grimault

geb. 1595
gest. 1630
Anm.: Sohn des Notars Jacques Allard; Favorit des Königs Ludwig XIII. von Frankreich (1601-1643); ab 1617 Grand maréchal des logis de la Maison du Roy; um 1624 Gouverneur der Festung und Stadt Meulan; 1626 (vermutlich außerdentlicher) französischer Gesandter in Den Haag; seit 1627 Marquis de Grimault.
Charles d' Albert
Duc Charles de Luynes

geb. 1578
gest. 1621
Anm.: Sohn des Honoré d'Albert (gest. 1592); ab 1611 Falkner und bald darauf Favorit des jungen Königs Ludwig XIII. von Frankreich (1601-1643); seit 1616 Grand fauconnier; ab 1619 Gouverneur der Picardie; seit 1621 Connétable von Frankreich; ab 1619 erster Duc de Luynes und Pair de France.

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Justus Albinus

geb. 1584
gest. 1635
Anm.: Sohn des Plauener Schuhmachers Justus Albinus; 1615-1619 Pfarrer der Dessauer Georgenkirche; Diakon (1619-1622), Archidiakon (1622-1625) und Pfarrer an St. Marien (ab 1625) sowie seit 1625 Superintendent in Dessau.

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Hans Albrecht

Anm.: 1625-1628 Lakai der Fürstin Eleonora Sophia von Anhalt-Bernburg (1603-1675); 1626-1628 zudem Küchenschreiber ihres Gemahls Christian d. J.
Antônio de Albuquerque Maranhão

gest. 1667
Anm.: Sohn des Jerômino de Albuquerque Maranhão (1548-1632); 1622-1634 Gouverneur von Paraíba.
Aldobrandini, Familie

Anm.: Italienisches Adelsgeschlecht.

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Aldobrandino Aldobrandini

geb. 1593
gest. 1634
Anm.: Sohn des Gian Francesco Aldobrandini (1545-1601), ab 1597 erster Principe di Sarsina e Meldola; seit 1612 Großprior des Malteserordens in Rom; 1616-1619 Kommandeur der maltesischen Flotte; 1622/23 Admiral der päpstlichen Galeeren; ab 1623 in kaiserlichen Kriegsdiensten, zuletzt als Obrist (1631); seit 1628 kaiserlicher Kämmerer; vgl. Robert Laurentius Dauber: Johanniter-Malteser-Ritter unter kaiserlichen Fahnen 1523-1918, Gnas 2007, S. 106f.
(Giovanni) Giorgio Aldobrandini
Principe (Giovanni) Giorgio di Meldola e Sarsina
Principe (Giovanni) Giorgio di Rossano
Duca (Giovanni) Giorgio di Carpineto

geb. 1591
gest. 1637
Anm.: Sohn des Gian Francesco Aldobrandini (1545-1601), ab 1597 erster Principe di Sarsina e Meldola; seit 1601 Principe di Sarsina e Meldola; ab 1610 erster Principe di Rossano; seit 1621 Nepot von Papst Gregor XV. (1554-1623); Karriere als Komandant der päpstlichen Garde, General der Kurie und päpstlicher Botschafter in Spanien; ab 1630 Duca di Carpineto.
Graf Johann von Aldringen

geb. 1588
gest. 1634
Anm.: Sohn des Leonhard Aldringen; zunächst Schreiber in der Luxemburger Landeskanzlei; kaiserlicher (1618-1620) und spanischer Hauptmann (1620/21); 1621-1623 bayerischer Obristleutnant; kaiserlicher Obrist (1622), Generalfeldwachtmeister (1629), Feldzeugmeister (1631) und Feldmarschall (1632); seit 1624 Hofkriegsrat und Oberkommissar für das Heerwesen; 1629/30 Kommissar für die Exekution des Restitutionsedikts im Obersächsischen Reichskreis; Erhebung in den Freiherren- (1627) und Grafenstand (1632).

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Matthias Alefeldt

Anm.: Um 1628 Bauer in Reinstedt.
Johann Alemann

geb. 1596
gest. 1636
Anm.: Sohn des Magdeburger Bürgermeisters Johann Martin Alemann (1554-1618); 1611-1615 Studium in Wittenberg und Jena; 1618-1629 Ratsherr in Magdeburg; ab 1625 Wortführer der kaiserlichen Partei in der Stadt; 1626-1629 kaiserlicher Statthalter in Magdeburg; seit 1630 magdeburgischer Steuereinnehmer und Amtmann in Wolmirstedt; 1633 Kommissar bei der kaiserlichen Armee in Hildesheim.

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N. N. Alfeldt

Anm.: Um 1628 vermutlich Untertan im Amt Ballenstedt.
Ali Agha

Anm.: Im Frühjahr 1637 Leiter einer türkischen Gesandtschaft in Wien.
Dante Alighieri

geb. 1265
gest. 1321
Anm.: Sohn des florentinischen Adligen und Geldverleihers Alighiero Alighieri (gest. 1281/82); einer der bedeutendsten italienischen Dichter des Mittelalters; seit 1295 politische Karriere in Florenz; 1302 Auschluss von allen Ämtern, Konfiskation seiner Güter und Verbannung; danach Aufenthalte vor allem in Mittel- und Oberitalien.

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Alkibiades

geb. ca. 450 v. Chr.
gest. 404 v. Chr.
Anm.: Griechischer Redner, Feldherr und Politiker in Athen.

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Gräfin Maria Eva Elisabeth von Althan(n)
Geburtsname: Gräfin Maria Eva Elisabeth von Sternberg
Geburtsname: Gräfin Marie Eva Alžběta ze Šternberka

geb. 1605
gest. 1638
Anm.: Tochter des Grafen Adam von Sternberg (gest. 1623); 1627-1636 Ehe mit Graf Michael Adolph von Althan(n) (1574-1636).
Gräfin Maria Margaretha von Althan(n)
Gräfin Maria Margaretha Slawata
Gräfin Marie Markéty Slavata
Geburtsname: Maria Margaretha von Eggenberg

geb. 1607
gest. 1657
Anm.: Tochter des Johann Ulrich von Eggenberg (1568-1634); 1626-1632 erste Ehe mit Graf Adam Paul Slawata (1604-1657), die für ungültig erklärt wurde; vor 1638-1649 zweite Ehe mit Graf Michael Johann von Althan(n) (1607-1649).
Graf Michael Adolph von Althan(n)

geb. 1574
gest. 1636
Anm.: Sohn des Christoph von Althan(n) (1529-1589); um 1598/99 Konversion zum katholischen Glauben; ab 1600 Kommandant der kaiserlichen Leibgarde, später Obrist (1601), Feldmarschall (1607) und Hofkriegsrat; 1608 Landobrist des Erzherzogtums Österreich ob der Enns; 1618 Mitbegründer des kurzlebigen Ritterordens Ordo Militiae Christianae, dessen deutsch-polnisch-ungarischem Zweig er als Großmeister vorstand; seit 1627 kaiserlicher Kämmerer; 1610 Erhebung in den Grafenstand.

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Graf Michael Johann von Althan(n)

geb. 1607
gest. 1649
Anm.: Sohn des Michael Adolph von Althan(n) (1574-1636); 1610 Erhebung in den Grafenstand; ab 1624 kaiserlicher Kämmerer; seit 1644 Oberstjägermeister.

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Johann Heinrich Alting

geb. 1583
gest. 1644
Anm.: Sohn des reformierten Geistlichen Menso Alting (1541-1612); Theologiestudium in Groningen und Herborn; ab 1613 Dogmatikprofessor in Heidelberg und Dr. theol.; seit 1616 Direktor des Collegium Sapientiae in Heidelberg; 1622 Flucht aus Heidelberg in die Niederlande; ab 1623 Hofmeister der Söhne des Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalz (1596-1632) in Leiden; seit 1627 Theologieprofessor in Groningen.

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Giovanni Altoviti

gest. 1655
Anm.: Florentinischer Adliger; toskanischer Resident in Mailand (1614-1618) und am Kaiserhof (1618-1627).
Antonio Álvarez de Toledo y Beaumont
Duque Antonio de Alba de Tormes
Duque Antonio de Huéscar
Marqués Antonio de Coria

geb. 1568
gest. 1639
Anm.: Sohn des Diego Álvarez de Toledo y Enríquez de Guzmán, Conde de Lerín (1542-1583); ab 1583 Duque de Alba, Duque de Huéscar und Marqués de Coria; 1622-1629 Vizekönig von Neapel; seit 1629 Mayordomo mayor des Königs Philipp IV. von Spanien (1605-1665); ab 1599 Ordensritter vom Goldenen Vlies.

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Fadrique Álvarez de Toledo y Mendoza
Marqués Fadrique de Villanueva de Valdueza

geb. 1580
gest. 1634
Anm.: Sohn des Pedro Álvarez de Toledo Osorio, Marqués de Villafranca del Bierzo (1546-1627); 1617-1625 Generalkapitän (Kommandeur) der spanischen Atlantikflotte; ab 1625 General von Portugal und Generalkapitän der Armee von Brasilien; seit 1634 Marqués de Villanueva de Valdueza.

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Fernando Álvarez de Toledo y Pimentel
Duque Fernando de Alba de Tormes
Marqués Fernando de Coria

geb. 1507
gest. 1582
Anm.: Sohn des García Álvarez de Toledo y Zúñiga, Marqués de Coria (gest. 1510); spanischer Grande; ab 1510 Marqués de Coria; seit 1531 Duque de Alba; 1532 Befehlshaber der spanischen Hilfstruppen gegen die Türken in Ungarn; 1535 Teilnahme an der Eroberung von Tunis; ab 1541 nacheinander Mayordomo Mayor der Könige Karl I. (1500-1558) und Philipp II. von Spanien (1527-1598); Consejero de Estado; 1542 Feldherr gegen die französische Armee bei Perpignan; 1546/47 Kommandeur der spanischen Tercios im Schmalkaldischen Krieg; 1555-1559 spanischer Generalkapitän in Italien; 1555/56 Gouverneur des Herzogtums Mailand; 1556-1559 Vizekönig von Neapel; 1567-1573 Statthalter und militärischer Oberbefehlshaber in den Spanischen Niederlanden; seit 1580 Vizekönig und Condestable von Portugal; ab 1546 Ordensritter vom Goldenen Vlies.

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Alvensleben, Familie

Anm.: Altmärkisches Adelsgeschlecht.

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Christina von Alvensleben
Geburtsname: Christina von Dieskau

geb. 1589
gest. 1636
Anm.: Tochter des Hieronymus von Dieskau (1565-1625); 1613-1627 Ehe mit Gebhard von Alvensleben (1584-1627); seit 1634 Begleiterin und Hofmeisterin der Fürstin Sophia von Anhalt-Köthen (1599-1654).
Cuno von Alvensleben

geb. 1588
gest. 1638
Anm.: Sohn des Gebhard von Alvensleben (1543-1609); Erbherr auf Calbe im Werder, Neugattersleben und Randau (bei Magdeburg); ab 1610 Domherr und später Senior des Erzstifts Magdeburg; seit 1624 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Reifende").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Amalek

Anm.: Biblische Figur.

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Ambrosius N. N.

Anm.: Geboren in Bayern; um 1629 kursächsischer Rat; um 1636 Kammerdiener der verwitweten Kurfürstin Hedwig von Sachsen (1581-1641).
Heiliger Ambrosius
Erzbischof Ambrosius von Mailand

geb. 339
gest. 397
Anm.: Sohn des Aurelius Ambrosius, römischer Präfekt der Provinz Gallia Narbonensis; Jurist, Theologe und Kirchenvater; ab 365 Tätigkeit als Anwalt bei Gericht; 372/73 Präfekt der römischen Provinz Aemilia-Liguria; seit 374 Erzbischof von Mailand.

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Georg Am Ende

geb. 1572
gest. 1624
Anm.: Geboren in Dresden; ab 1598 Jesuit; seit 1619 Hofprediger von Kaiser Ferdinand II. (1578-1637).

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Amor
Cupido

Anm.: Römischer Gott und allegorische Personifikation der Liebe.

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Rostain d' Ancezune
Marquis Rostain de Caderousse (oder Codolet)

gest. 1649
Anm.: Sohn des Jean-Vincent d'Ancezune, ab 1622 Marquis de Caderousse oder Codolet (gest. 1632/33); um 1629/30 französischer Colonel d'Infanterie; spätestens seit 1633 Marquis de Caderousse (oder Codolet).
Heinrich Cornelius Anchinoander

Anm.: Deutscher Arzt und Philologe; 1615 Lehrer für die italienische Sprache in Hamburg; 1616 Promotion zum Dr. med. an der Universität Basel.

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Andreas (1) N. N.

Anm.: Um 1628 kaiserliche Kroatenschutzwache des Harzgeröder Amtshauptmannes Kaspar Ernst von Knoch (1582-1641).
Andreas (2) N. N.

Anm.: Um 1633/36 Leibkutscher des Fürsten Christian II. von Anhalt-Bernburg.
Heiliger Andreas

gest. 60
Anm.: Apostel.

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Giovan Battista Andreini
Lelio

geb. 1576
gest. 1654
Anm.: Sohn des Schauspielers, Impresarios und Autoren Francesco Andreini (1548-1624); berühmter Schauspieler, Konduktor und Stückeschreiber; zunächst Mitglied der elterlichen Comedia-dell'Arte-Truppe "Compagnia dei Comici Gelosi"; 1601 Gründung der eigenen Truppe Compagnia dei Comici Fedeli ("I Fedeli"), die große Erfolge in Italien und Frankreich feierte; Schutz und die Förderung durch die Herzöge von Mantua, Vincenzo (1562-1612), Francesco IV (1586-1612) und Ferdinando Gonzaga (1587-1626); vgl. Pierre Louis Duchartre: The Italian Comedy. The Improvisation Scenarios, Lives, Attributes, Portraits and Masks of the Illustrious Characters of the Commedia dell'Arte, New York 1966, S. 94-96; Siro Ferrone: La Commedia dell’Arte. Attrici e attori italiani in Europa (XVI–XVIII secolo), Torino 2014, S. 260-262; Robert Henke: Performance and Literature in the Commedia dell'Arte, Cambridge 2002, S. 210-215; Allardyce Nicoll: World of Harlequin. A Critical Study of the Commedia dell'Arte, Cambridge [u. a.] 1986, 171-175; Roberto Tessari: Commedia dell'Arte: La Maschera e l'Ombra, Milano 1981, S. 6; ders.: La Commedia dell’Arte. Genesi d’una società dello spettacolo, Roma/Bari 2013, S. 58f., 95, 102, 168-170 und 172-178.

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Virginia Andreini
La Florinda
Geburtsname: Virginia Ramponi

geb. 1583
gest. 1630/31
Anm.: Erfolgreiche Schauspielerin und Sängerin; seit 1601 Ehe mit Giovan Battista Andreini, mit dem sie die Schauspieler-Compagnie "I Fedeli" leitete; Künstlername nach dem von ihrem Mann verfassten, 1603 in Florenz uraufgeführten Stück "La Florinda"; vgl. Siro Ferrone: La Commedia dell'Arte. Attrici e attori italiani in Europa (XVI-XVIII secolo), Torino 2014, S. 306-308; Emily Wilbourne: Seventeenth-Century Opera and the Sound of the Commedia dell’Arte, Chicago/London 2016, passim.
Virginia Andreini
La Lidia
Geburtsname: Virginia Rotari

Anm.: Tochter des Schauspielers Baldo Rotari; bereits 1613 und 1621-1623 Mitglied ("Lidia") der Schauspielertruppe "I Fedeli", deren Leiter Giovan Battista Andreini (1576-1654) sie nach einem langjährigen Verhältnis und dem Tod dessen erster Frau Virginia im Jahr 1631 heiratete; vgl. Giulio Piccini: L’epistolario d’Arlecchino (Tristano Martinelli 1556–1631), Florenz 1896, S. 27; Pierre-Louis Duchartre: The Italian Comedy. The Improvisation Scenarios Lives Attributes Portraits and Masks of the Illustrious Characters of the Comedia dell’Arte, New York 1966, S. 96; Siro Ferrone: La Commedia dell’Arte. Attrici e attori italiani in Europa (XVI–XVIII secolo), Torino 2014, S. 261 und 307; John Rudlin / Olly Crick: Commedia dell’Arte. A Handbook for Troupes, New York 2001, S. 49.
Angern, Familie

Anm.: Im Erzstift Magdeburg ansässiges Adelsgeschlecht.
Anhalt, Haus
Fürsten von Anhalt

Anm.: Reichsfürstengeschlecht aus der Dynastie der Askanier., NDB
Fürst Bernhard von Anhalt

geb. 1571
gest. 1596
Anm.: Sohn des Fürsten Joachim Ernst von Anhalt (1536-1586) und Onkel Christians II. von Anhalt-Bernburg; 1595/96 Obrist des Obersächsischen Reichskreises im Langen Türkenkrieg.

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Fürst Joachim Ernst von Anhalt

geb. 1536
gest. 1586
Anm.: Sohn des Fürsten Johann IV. von Anhalt-Zerbst (1504-1551) und Großvater Christians II. von Anhalt-Bernburg; 1562-1570 gemeinsam mit seinem Bruder Bernhard (1540-1570) regierender, seit 1570 alleinregierender Fürst von Anhalt.

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Fürst Johann Ernst von Anhalt

geb. 1578
gest. 1601
Anm.: Sohn des Fürsten Joachim Ernst von Anhalt (1536-1586) und Onkel Christians II. von Anhalt-Bernburg; 1601 kaiserlicher Obrist im Langen Türkenkrieg.

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Fürst Otto II. von Anhalt-Aschersleben

geb. ca. 1260
gest. 1315
Anm.: Sohn des Fürsten Otto I. von Anhalt-Aschersleben (gest. 1304); seit 1304 regierender Fürst von Anhalt-Aschersleben.

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Fürstin Agnes Magdalena von Anhalt-Bernburg

geb. 1612
gest. 1629
Anm.: Tochter des Fürsten Christian I. von Anhalt-Bernburg (1568-1630) und Schwester Christians II.

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Fürstin Amalia Juliana von Anhalt-Bernburg

geb. 1597
gest. 1605
Anm.: Tochter des Fürsten Christian I. von Anhalt-Bernburg (1568-1630) und Schwester Christians II.

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Fürstin Amoena Juliana von Anhalt-Bernburg

geb. 1609
gest. 1628
Anm.: Tochter des Fürsten Christian I. von Anhalt-Bernburg (1568-1630) und Schwester Christians II.

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Fürstin Anna von Anhalt-Bernburg
Geburtsname: Gräfin Anna von Bentheim-Steinfurt und Tecklenburg

geb. 1579
gest. 1624
Anm.: Tochter des Grafen Arnold II. von Bentheim-Steinfurt und Tecklenburg (1554-1606); ab 1595 Ehe mit Fürst Christian I. von Anhalt-Bernburg (1568-1630) und Mutter Christians II.; führte gemeinsam mit ihrer Tochter Eleonora Maria (1600-1657) seit 1617 die "Noble Académie des Loyales" oder "Getreue Gesellschaft", eine Gesellschaft hochadliger reformierter Damen.

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Fürstin Anna Magdalena von Anhalt-Bernburg

geb. 1603
gest. 1611
Anm.: Tochter des Fürsten Christian I. von Anhalt-Bernburg (1568-1630) und Schwester Christians II.
Fürstin Anna Sophia von Anhalt-Bernburg

geb. 1604
gest. 1640
Anm.: Tochter des Fürsten Christian I. von Anhalt-Bernburg (1568-1630) und Schwester Christians II.
Fürst Albrecht von Anhalt-Bernburg
Bischof Albrecht I. von Halberstadt

gest. 1324
Anm.: Sohn des Fürsten Bernhard I. von Anhalt-Bernburg (1218-1287); seit 1304 Bischof von Halberstadt.
Fürst Berengar von Anhalt-Bernburg

geb. 1626
gest. 1627
Anm.: Sohn des Fürsten Christian II. von Anhalt-Bernburg.
Fürst Bernhard II. von Anhalt-Bernburg

geb. ca. 1260
gest. 1322
Anm.: Sohn des Fürsten Bernhard I. von Anhalt-Bernburg (1218-1287); seit 1287 regierender Fürst von Anhalt-Bernburg; 1316-1322 letzter askanischer Inhaber der Grafschaft Aschersleben.
Fürst Bogislaw von Anhalt-Bernburg

geb. 1633
gest. 1634
Anm.: Sohn des Fürsten Christian II. von Anhalt-Bernburg.
Fürst Christian I. von Anhalt-Bernburg

geb. 1568
gest. 1630
Anm.: Sohn des Fürsten Joachim Ernst von Anhalt (1536-1586) und Vater Christians II. von Anhalt-Bernburg; 1582 Reise nach Konstantinopel; 1591/92 Führer eines Expeditionskorps für Heinrich von Navarra; 1592 Übertritt zum reformierten Glauben; 1592/93 Befehl über die protestantischen Truppen im Krieg um das Bistum Straßburg; 1595-1620 oberpfälzischer Statthalter in Amberg und zunehmend Leiter der pfälzischen Politik; ab 1606 regierender Fürst von Anhalt-Bernburg; 1610 Unionsgeneral im klevisch-jülischen Krieg; seit 1618 Senior des Hauses Anhalt; 1619/20 Kommandierender der pfälzisch-böhmischen Truppen, nach deren Niederlage in der Schlacht am Weißen Berg durch Kaiser Ferdinand II. (1578-1637) geächtet; Flucht nach Schweden (1621) und Flensburg (1622-24); 1624 Aufhebung der Reichsacht; seit 1619 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Sehnliche").

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Fürst Christian II. von Anhalt-Bernburg

geb. 1599
gest. 1656
Anm.: Sohn des Fürsten Christian I. von Anhalt-Bernburg (1568-1630); seit 1622 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Unveränderliche"); Kurzbiographie im Rahmen dieser Edition unter http://www.tagebuch-christian-ii-anhalt.de/index.php?article_id=15.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Fürst Christian III. von Anhalt-Bernburg

geb. 1631
gest. 1631
Anm.: Sohn des Fürsten Christian II. von Anhalt-Bernburg.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Fürstin Dorothea Bathilde von Anhalt-Bernburg

geb. 1617
gest. 1656
Anm.: Tochter des Fürsten Christian I. von Anhalt-Bernburg (1568-1630) und Schwester Christians II.

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Fürstin Eleonora Hedwig von Anhalt-Bernburg

geb. 1635
gest. 1685
Anm.: Tochter des Fürsten Christian II. von Anhalt-Bernburg; ab 1673 Kanonissin und seit 1683 Dekanissin des Stifts Gandersheim.

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Fürstin Eleonora Sophia von Anhalt-Bernburg
Geburtsname: Herzogin Eleonora Sophia von Schleswig-Holstein-Sonderburg

geb. 1603
gest. 1675
Anm.: Tochter des Herzogs Johann von Schleswig-Holstein-Sonderburg (1545-1622); 1625-1656 Ehe mit ihrem Cousin Fürst Christian II. von Anhalt-Bernburg.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Fürst Erdmann Gideon von Anhalt-Bernburg

geb. 1632
gest. 1649
Anm.: Sohn des Fürsten Christian II. von Anhalt-Bernburg.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Fürst Ernst von Anhalt-Bernburg

geb. 1608
gest. 1632
Anm.: Sohn des Fürsten Christian I. von Anhalt-Bernburg (1568-1630) und Bruder Christians II.; 1626/27 Gesandtschaften nach Wien und Dresden; 1628-1631 kaiserlicher Obrist; ab 1630 gemeinsam mit Christian II. regierender Fürst von Anhalt-Bernburg; seit 1631 kursächsischer Obrist, als welcher er in der Schlacht bei Lützen tödlich verwundet wurde; seit 1621 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Wohlbewahrte").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Fürstin Ernesta Augusta von Anhalt-Bernburg

geb. 1636
gest. 1659
Anm.: Tochter des Fürsten Christian II. von Anhalt-Bernburg.

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Fürst Friedrich Ludwig von Anhalt-Bernburg

geb. 1619
gest. 1621
Anm.: Sohn des Fürsten Christian I. von Anhalt-Bernburg (1568-1630) und Bruder Christians II.
Fürst Joachim Ernst von Anhalt-Bernburg

geb. 1629
gest. 1629
Anm.: Sohn des Fürsten Christian II. von Anhalt-Bernburg.
Fürst Karl Ursinus von Anhalt-Bernburg

geb. 1642
gest. 1660
Anm.: Sohn des Fürsten Christian II. von Anhalt-Bernburg.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Fürstin Louise Amalia von Anhalt-Bernburg

geb. 1606
gest. 1635
Anm.: Tochter des Fürsten Christian I. von Anhalt-Bernburg (1568-1630) und Schwester Christians II.
Fürstin Sibylla Elisabeth von Anhalt-Bernburg

geb. 1602
gest. 1648
Anm.: Tochter des Fürsten Christian I. von Anhalt-Bernburg (1568-1630) und Schwester Christians II.

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Fürstin Sophia von Anhalt-Bernburg

geb. 1627
gest. 1627
Anm.: Tochter des Fürsten Christian II. von Anhalt-Bernburg.
Fürst Viktor I. Amadeus von Anhalt-Bernburg

geb. 1634
gest. 1718
Anm.: Sohn des Fürsten Christian II. von Anhalt-Bernburg; ab 1656 regierender Fürst von Anhalt-Bernburg; seit 1652 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Gerühmte").

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Fürstin Anna Katharina von Anhalt-Bernburg-Harzgerode
Geburtsname: Gräfin Anna Katharina zur Lippe-Detmold

geb. 1612
gest. 1659
Anm.: Tochter des Grafen Simon VII. zur Lippe-Detmold (1587-1627); seit 1657 Ehe mit Fürst Friedrich von Anhalt-Bernburg-Harzgerode (1613-1670).
Fürst Friedrich von Anhalt-Bernburg-Harzgerode

geb. 1613
gest. 1670
Anm.: Sohn des Fürsten Christian I. von Anhalt-Bernburg (1568-1630) und Bruder Christians II.; 1630-1635 gemeinsam mit Christian II. regierender Fürst von Anhalt-Bernburg; 1634/35 schwedischer Obrist; ab 1635 alleinregierender Fürst von Anhalt-Bernburg-Harzgerode; hessisch-kasselischer Generalmajor (1637-1641) und Obrist (1640/41); seit 1660 Senior des Hauses Anhalt; ab 1623 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Stetsgrünende").

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Fürstin Agnes von Anhalt-Dessau
Geburtsname: Landgräfin Agnes von Hessen-Kassel

geb. 1606
gest. 1650
Anm.: Tochter des Landgrafen Moritz von Hessen-Kassel (1572-1632); seit 1623 Ehe mit Fürst Johann Kasimir von Anhalt-Dessau (1596-1660).
Fürstin Anna Maria von Anhalt-Dessau

geb. 1591
gest. 1637
Anm.: Tochter des Fürsten Johann Georg I. von Anhalt-Dessau (1567-1618) und Cousine Christians II. von Anhalt-Bernburg.

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Fürstin Dorothea von Anhalt-Dessau
Geburtsname: Pfalzgräfin Dorothea von Pfalz-Simmern

geb. 1581
gest. 1631
Anm.: Tochter des Pfalzgrafen Johann Kasimir von Pfalz-Simmern (1543-1592); 1595-1618 Ehe mit Fürst Johann Georg I. von Anhalt-Dessau (1567-1618); seit 1619 Witwensitz auf Schloss Sandersleben.

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Fürstin Dorothea von Anhalt-Dessau

geb. 1625
gest. 1626
Anm.: Tochter des Fürsten Johann Kasimir von Anhalt-Dessau (1596-1660).
Fürstin Eva Katharina von Anhalt-Dessau

geb. 1613
gest. 1679
Anm.: Tochter des Fürsten Johann Georg I. von Anhalt-Dessau (1567-1618) und Cousine Christians II. von Anhalt-Bernburg.
Fürst Friedrich Moritz von Anhalt-Dessau

geb. 1600
gest. 1610
Anm.: Sohn des Fürsten Johann Georg I. von Anhalt-Dessau (1567-1618) und Cousin Christians II. von Anhalt-Bernburg.

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Fürst Georg Aribert von Anhalt-Dessau

geb. 1606
gest. 1643
Anm.: Sohn des Fürsten Johann Georg I. von Anhalt-Dessau (1567-1618) und Cousin Christians II. von Anhalt-Bernburg; ab 1618 gemeinsam mit seinem Bruder Fürst Johann Kasimir (1596-1660) regierender Fürst von Anhalt-Dessau (bis 1625 unter dessen Vormundschaft); 1625-1629 in kaiserlichen Kriegsdiensten; seit 1632 Inhaber der Ämter Wörlitz und Radegast; ab 1637 morganatische Ehe mit Johanna Elisabeth von Krosigk; seit 1619 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Anmutige").

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Fürst Heinrich Waldemar von Anhalt-Dessau

geb. 1604
gest. 1606
Anm.: Sohn des Fürsten Johann Georg I. von Anhalt-Dessau (1567-1618) und Cousin Christians II. von Anhalt-Bernburg.
Fürst Joachim von Anhalt-Dessau

geb. 1509
gest. 1561
Anm.: Sohn des Fürsten Ernst von Anhalt-Dessau (1451-1516); 1527-1544 gemeinsam mit seinen Brüdern Johann IV. (1504-1551) und Georg III. (1507-1553) regierender (bis 1530 unter Vormundschaft seiner Mutter Margaretha), danach alleinherrschender Fürst von Anhalt-Dessau.

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Fürst Joachim Ernst von Anhalt-Dessau

geb. 1592
gest. 1615
Anm.: Sohn des Fürsten Johann Georg I. von Anhalt-Dessau (1567-1618) und Cousin Christians II. von Anhalt-Bernburg.

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Fürst Johann Georg I. von Anhalt-Dessau

geb. 1567
gest. 1618
Anm.: Sohn des Fürsten Joachim Ernst von Anhalt (1536-1586) und Onkel Christians II. von Anhalt-Bernburg; 1603-1606 Regent des Fürstentums Anhalt (im Namen seiner Brüder); ab 1606 regierender Fürst von Anhalt-Dessau und Senior des Hauses Anhalt; seit 1617 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Wohlriechende").

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Fürst Johann Georg II. von Anhalt-Dessau

geb. 1627
gest. 1693
Anm.: Sohn des Fürsten Johann Kasimir von Anhalt-Dessau (1596-1660); schwedischer Obrist (1655-1658) und Generalmajor (1658); ab 1658 kurbrandenburgischer General und Statthalter der Kurmark sowie Obrist (1658-1660 und seit 1666); später auch Geheimer Staats- und Kriegsrat in Berlin sowie Feldmarschall (1670); ab 1660 regierender Fürst von Anhalt-Dessau; seit 1670 Senior des Hauses Anhalt; ab 1638 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Gefüllte").

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Fürst Johann Kasimir von Anhalt-Dessau

geb. 1596
gest. 1660
Anm.: Sohn des Fürsten Johann Georg I. von Anhalt-Dessau (1567-1618) und Cousin Christians II. von Anhalt-Bernburg; 1618-1643 gemeinsam mit seinem Bruder Georg Aribert (1606-1643) regierender, danach alleinregierender Fürst von Anhalt-Dessau; seit 1617 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Durchdringende").

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Fürstin Juliana von Anhalt-Dessau

geb. 1626
gest. 1652
Anm.: Tochter des Fürsten Johann Kasimir von Anhalt-Dessau (1596-1660).
Fürstin Sophia Margaretha von Anhalt-Dessau
Geburtsname: Fürstin Sophia Margaretha von Anhalt-Bernburg

geb. 1615
gest. 1673
Anm.: Tochter des Fürsten Christian I. von Anhalt-Bernburg (1568-1630) und Schwester Christians II.; 1651-1660 Ehe mit Fürst Johann Kasimir von Anhalt-Dessau (1596-1660).

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Fürstin Amalia Louise von Anhalt-Köthen

geb. 1634
gest. 1655
Anm.: Tochter des Fürsten Ludwig von Anhalt-Köthen (1579-1650) und Cousine Christians II. von Anhalt-Bernburg.
Fürstin Amoena Amalia von Anhalt-Köthen
Geburtsname: Gräfin Amoena Amalia von Bentheim-Steinfurt und Tecklenburg

geb. 1586
gest. 1625
Anm.: Tochter des Grafen Arnold II. von Bentheim-Steinfurt und Tecklenburg (1554-1606); seit 1606 Ehe mit Fürst Ludwig von Anhalt-Köthen (1579-1650).

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Fürstin Louise Amoena von Anhalt-Köthen

geb. 1609
gest. 1625
Anm.: Tochter des Fürsten Ludwig von Anhalt-Köthen (1579-1650) und Cousine Christians II. von Anhalt-Bernburg.

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Fürst Ludwig von Anhalt-Köthen

geb. 1579
gest. 1650
Anm.: Sohn des Fürsten Joachim Ernst von Anhalt (1536-1586) und Onkel Christians II. von Anhalt-Bernburg; 1600 Aufnahme in die Florentiner Accademia della Crusca ("L'Acceso"); seit 1606 regierender Fürst von Anhalt-Köthen; 1631-1635 schwedischer Statthalter der Stifte Magdeburg und Halberstadt; 1617 Mitbegründer und bis zu seinem Tod erstes Oberhaupt der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Nährende").

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Fürst Ludwig d. J. von Anhalt-Köthen

geb. 1607
gest. 1624
Anm.: Sohn des Fürsten Ludwig von Anhalt-Köthen (1579-1650) und Cousin Christians II. von Anhalt-Bernburg; seit 1617 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Saftige").

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Fürstin Sophia von Anhalt-Köthen
Geburtsname: Gräfin Sophia zur Lippe

geb. 1599
gest. 1654
Anm.: Tochter des Grafen Simon VI. zur Lippe (1554-1613); 1626-1650 Ehe mit Fürst Ludwig von Anhalt-Köthen (1579-1650).

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Fürst Wilhelm Ludwig von Anhalt-Köthen

geb. 1638
gest. 1665
Anm.: Sohn des Fürsten Ludwig von Anhalt-Köthen (1579-1650) und Cousin Christians II. von Anhalt-Bernburg; ab 1650 regierender Fürst von Anhalt-Köthen, bis 1658 unter Vormundschaft der Fürsten August von Anhalt-Plötzkau (1575-1653) bzw. Johann Kasimir von Anhalt-Dessau (1596-1660); seit 1641 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Erlangende").
Fürst Wolfgang von Anhalt-Köthen
Fürst Wolfgang von Anhalt-Bernburg

geb. 1492
gest. 1566
Anm.: Sohn des Fürsten Waldemar VI. von Anhalt (1450-1508); alleinregierender Fürst von Anhalt-Köthen (1508-1562) und Anhalt-Bernburg (1544-1562) sowie 1508-1544 gemeinsame Regierung mit seinen Dessauer Vettern Johann IV. (1504-1551), Georg III. (1507-1553) und Joachim (1509-1561) in Anhalt-Bernburg und Anhalt-Zerbst; seit 1525 Förderer der Reformation in Anhalt; 1547-1552 Reichsacht wegen Beteiligung am Schmalkaldischen Krieg.

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Fürst August von Anhalt-Plötzkau

geb. 1575
gest. 1653
Anm.: Sohn des Fürsten Joachim Ernst von Anhalt (1536-1586) und Onkel Christians II. von Anhalt-Bernburg; Verzicht bei der Landesteilung von 1603/06 für eine finanzielle Abfindung von 300.000 Talern auf ein eigenens Teilfürstentum; ab 1611 Regent im Amt Plötzkau unter Bernburger Landeshoheit; seit 1630 Senior des Hauses Anhalt; ab 1621 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Sieghafte").

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Fürstin Dorothea von Anhalt-Plötzkau

geb. 1623
gest. 1637
Anm.: Tochter des Fürsten August von Anhalt-Plötzkau (1575-1653) und Cousine Christians II. von Anhalt-Bernburg.
Fürstin Ehrenpreis von Anhalt-Plötzkau

geb. 1625
gest. 1626
Anm.: Tochter des Fürsten August von Anhalt-Plötzkau (1575-1653) und Cousine Christians II. von Anhalt-Bernburg.
Fürstin Elisabeth von Anhalt-Plötzkau

geb. 1630
gest. 1692
Anm.: Tochter des Fürsten August von Anhalt-Plötzkau (1575-1653) und Cousine Christians II. von Anhalt-Bernburg.
Fürst Emanuel von Anhalt-Plötzkau
Fürst Emanuel von Anhalt-Köthen

geb. 1631
gest. 1670
Anm.: Sohn des Fürsten August von Anhalt-Plötzkau (1575-1653) und Cousin Christians II. von Anhalt-Bernburg; 1653-1665 gemeinschaftliche Regentschaft mit seinen Brüdern Ernst Gottlieb (1620-1654) und Lebrecht (1622-1669) in Plötzkau; ab 1657 in schwedischen Kriegsdiensten; 1659/60 in dänischer Gefangenschaft; 1662 Teilnahme am venezianischen Feldzug gegen die Türken; 1665-1669 zusammen mit seinem Bruder Lebrecht herrschender und seit 1669 alleinregierender Fürst von Anhalt-Köthen; ab 1648 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Strebende").

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Fürst Ernst Gottlieb von Anhalt-Plötzkau

geb. 1620
gest. 1654
Anm.: Sohn des Fürsten August von Anhalt-Plötzkau (1575-1653) und Cousin Christians II. von Anhalt-Bernburg; ab 1653 gemeinschaftliche Regentschaft mit seinen Brüdern Emanuel (1631-1670) und Lebrecht (1622-1669) in Plötzkau; seit 1634 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Starke").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Fürst Georg III. von Anhalt-Plötzkau
Fürst Georg III. von Anhalt-Dessau

geb. 1507
gest. 1553
Anm.: Sohn des Fürsten Ernst von Anhalt-Dessau (1451-1516); 1525-1544 gemeinsam mit seinen Brüdern Johann IV. (1504-1551) und Joachim (1509-1561) Regent des Fürstentums Anhalt-Dessau (bis 1530 unter Vormundschaft seiner Mutter Margaretha); ab 1526 Dompropst in Magdeburg; seit 1544 alleinregierender Fürst von Anhalt-Plötzkau; 1544-1549 Koadjutor des Bistums Merseburg.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB, NDB
Fürstin Johanna von Anhalt-Plötzkau

geb. 1618
gest. 1676
Anm.: Tochter des Fürsten August von Anhalt-Plötzkau (1575-1653) und Cousine Christians II. von Anhalt-Bernburg; seit 1660 Dekanissin des reichsunmittelbaren Stifts Quedlinburg.
Fürst Lebrecht von Anhalt-Plötzkau
Fürst Lebrecht von Anhalt-Köthen

geb. 1622
gest. 1669
Anm.: Sohn des Fürsten August von Anhalt-Plötzkau (1575-1653) und Cousin Christians II. von Anhalt-Bernburg; 1653-1665 gemeinschaftliche Regentschaft mit seinen Brüdern Ernst Gottlieb (1620-1654) und Emanuel (1631-1670) in Plötzkau; ab 1665 zusammen mit seinem Bruder Emanuel regierender Fürst von Anhalt-Köthen; seit 1638 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Angenehme").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Fürstin Sibylla von Anhalt-Plötzkau
Geburtsname: Gräfin Sibylla zu Solms-Laubach

geb. 1590
gest. 1659
Anm.: Tochter des Grafen Johann Georg zu Solms-Laubach (1547-1600); 1618-1653 Ehe mit Fürst August von Anhalt-Plötzkau (1575-1653).
Fürstin Sophia von Anhalt-Plötzkau

geb. 1627
gest. 1679
Anm.: Tochter des Fürsten August von Anhalt-Plötzkau (1575-1653) und Cousine Christians II. von Anhalt-Bernburg.
Fürst Adolph von Anhalt-Zerbst
Bischof Adolph von Merseburg

geb. 1458
gest. 1526
Anm.: Sohn des Fürsten Adolph von Anhalt-Zerbst (1405-1473); 1489-1516 Dompropst in Magdeburg; ab 1507 Koadjutor des Bischofs Thilo von Merseburg (1443-1514); seit 1514 Bischof von Merseburg.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB, NDB
Fürstin Dorothea Hedwig von Anhalt-Zerbst
Geburtsname: Herzogin Dorothea Hedwig von Braunschweig-Wolfenbüttel

geb. 1587
gest. 1609
Anm.: Tochter des Herzogs Heinrich Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel (1564–1613); seit 1605 Ehe mit Fürst Rudolph von Anhalt-Zerbst (1576-1621); danach Witwensitz in Coswig (Anhalt).

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Fürstin Elisabeth von Anhalt-Zerbst

geb. 1617
gest. 1639
Anm.: Tochter des Fürsten Rudolph von Anhalt-Zerbst (1576-1621) und Cousine Christians II. von Anhalt-Bernburg.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Fürst Johann IV. von Anhalt-Zerbst
Fürst Johann IV. von Anhalt-Dessau

geb. 1504
gest. 1551
Anm.: Sohn des Fürsten Ernst von Anhalt-Dessau (1451-1516) und Urgroßvater Christians II. von Anhalt-Bernburg; 1516-1544 gemeinsam mit seinen Brüdern Georg III. (1507-1553) und Joachim (1509-1561) Regent des Fürstentums Anhalt-Dessau (bis 1530 unter Vormundschaft seiner Mutter Margaretha); seit 1544 alleinregierender Fürst von Anhalt-Zerbst.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Fürst Johann VI. von Anhalt-Zerbst

geb. 1621
gest. 1667
Anm.: Sohn des Fürsten Rudolph von Anhalt-Zerbst (1576-1621) und Cousin Christians II. von Anhalt-Bernburg; bis 1642 unter Vormundschaft des Fürsten August von Anhalt-Plötzkau (1575-1653); trotzdem ab 1633 Erziehung in Oldenburg unter dem Einfluss seiner lutherischen Mutter Magdalena (1583-1657); seit 1642 regierender Fürst von Anhalt-Zerbst und schrittweiser Konfessionswechsel seines Landes zum Luthertum; ab 1642 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Wohlgestalte").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Fürstin Magdalena von Anhalt-Zerbst
Geburtsname: Gräfin Magdalena von Oldenburg

geb. 1583
gest. 1657
Anm.: Tochter des Grafen Johann XVI. von Oldenburg (1540-1603); 1612-1621 Ehe mit Fürst Rudolph von Anhalt-Zerbst (1576-1621); danach Witwensitz in Coswig (Anhalt).

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Fürst Rudolph von Anhalt-Zerbst

geb. 1576
gest. 1621
Anm.: Sohn des Fürsten Joachim Ernst von Anhalt (1536-1586) und Onkel Christians II. von Anhalt-Bernburg; ab 1606 regierender Fürst von Anhalt-Zerbst; seit 1618 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Süße").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Anna N. N.

Anm.: Um 1630/32 Dienerin der Fürstin Eleonora Sophia von Anhalt-Bernburg (1603-1675).
Anna Christina N. N.

Anm.: Um 1629 lebende, davor vermutlich zum Christentum konvertierte Türkin mit sehr langen Haaren.
Anna Maria N. N.

geb. ca. 1612/13
Anm.: Stummes Mädchen aus Braunschweig; zunächst Erziehung am Schöninger Witwenhof der Herzogin Elisabeth von Braunschweig-Wolfenbüttel (1573-1626); danach Leben im Kloster Wolmirstedt; soll im August/September 1630 in Wasserleben plötzlich gesprochen haben.
Robert Anstruther

geb. 1578
gest. 1644/45
Anm.: Sohn des schottischen Master of the Royal Household James Anstruther; ab 1589 Page am Kopenhagener Hof; seit 1606 dänischer Agent am schottischen bzw. englischen Königshof; danach mehrfach englischer Diplomat (1612/13 Vermittlung des Friedens von Knäred zwischen Schweden und Dänemark, 1624/25 Aushandlung eines dänisch-englisches Bündnisses); ab 1621 Gentleman of the Bedchamber; später Privy Councillor des Königs Karl I. von England (1600-1649); 1630 englischer Gesandter auf dem Regensburger Kurfürstentag; 1633/34 Teilnahme am Heilbronner Konvent, kurzzeitig englischer Resident in Hamburg und Gesandter an verschiedenen deutschen Höfen; seit 1634 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Fleißige").

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Antenor

Anm.: Mythische Gestalt (Sohn des Aesyetes und der Cleomestra, Rat des Königs Priamos in Troja und sagenhafter Gründer von Padua) aus Homers "Ilias" und Vergils "Aeneis".

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N. N. Anthoni

Anm.: Um 1621 kaiserlicher Rittmeister wallonischer Herkunft.
Alfonso Antonini

geb. 1584
gest. 1657
Anm.: Sohn des Girolamo Antonini; seit 1616 in venezianischen Kriegsdiensten, um 1623 als Generalkommissar der Kavallerie in Dalmatien; außerdem Astronom und Mathematiker, der bei Galileo Galilei (1564-1642) studierte.
Antonio N. N.

Anm.: Um 1623 Reitlehrer in Padua.
Marcus Antonius

geb. 86/83/82 v. Chr.
gest. 30 v. Chr.
Anm.: Sohn des römischen Konsuls Marcus Antonius Orator (143-87 v. Chr.); Vertrauter von Gaius Iulius Caesar (100-44 v. Chr.); seit 50 v. Chr. römischer Augur; 44 v. Chr. Konsul; 43-32 v. Chr. Triumvir; danach erfolgloser Krieg gegen Octavian (63 v. Chr.-14 n. Chr.).

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