Text

➨ Hinweis: Zur Zeit sind geringfügige Änderungen und Korrekturen am Text und in den Apparaten noch möglich.

Nach Abschluss der Edition werden etwaige Korrekturen und Ergänzungen in einem Änderungsregister gelistet.

Tagebuch des Fürsten Christian II. von Anhalt-Bernburg: Dezember 1636
[Inhaltsverzeichnis]
01. Dezember 1636
02. Dezember 1636
03. Dezember 1636
04. Dezember 1636
05. Dezember 1636
06. Dezember 1636
07. Dezember 1636
08. Dezember 1636
09. Dezember 1636
10. Dezember 1636
11. Dezember 1636
12. Dezember 1636
13. Dezember 1636
14. Dezember 1636
15. Dezember 1636
16. Dezember 1636
17. Dezember 1636
18. Dezember 1636
19. Dezember 1636
20. Dezember 1636
21. Dezember 1636
22. Dezember 1636
23. Dezember 1636
24. Dezember 1636
25. Dezember 1636
26. Dezember 1636
27. Dezember 1636
28. Dezember 1636
29. Dezember 1636
30. Dezember 1636
31. Dezember 1636
|| [[Handschrift: 265v]]

Donnerstag den 1. ⁄ 11. December


Alß der Kayser hjnauß auf die Jagt
gefahren, ich zwar mittgewoltt, aber etwaß
zu spähte kommen, habe ich mich eilends ex
abrupto resolvirt, nacher München zu ver-
raysen, die visite bey Chur Bayern zu
verrichten, ihm mein zugestoßenes
vnglück vndt Noht zu klagen, auch zu
sehen, ob ich durch einen sonderbahren griff
(der mir eingefallen) mitt reputation
den competentzStritt[!] mitt den Churfürstlichen
Gesandten, so wol alß mitt Lottringen || [[Handschrift: 266r]]
divertiren köndte. Nota Bene[:] Mitt Lottringen ha-
ben wir zwar keine competentz, denn vnser
Fürstliches hauß gehet immediate vor, auf allen
Reichstägen, aber in dieser occasion der
königlichen krönung, wirdt darvor gehalten,
man solle ihm alß einem gast weichen,
præsertim dieweil er dem König, so
wol alß der Kayserinn naher anver-
wandter ist, <vndt sonsten ein Souverain in seinem lande.>


Meilenm.
Von Regenspurg nacher Erbarspach
auf halbem wege fra via gefüttert.
6


Einen holprichten, nur halb gefrornen
kalten bösen weg gehabtt.

Freitag den 2. ⁄ 12. Xbris:


Meine pferde wieder zu rück geschicktt,
vndt postpferde bestellet selb 7de.[.]


Meilenm.
Von Erberspach nacher Landshutt
eine feine Stadt in Bayern, alda
gefüttert, vndt ich habe den berühmbten
hohen Thurn[!] alda besehen vndt ganz oben
auff gestiegen. Er hatt 554 Stuffen, vndt leitter- || [[Handschrift: 266v]]
Sproßen. Bin auch auf dem öbersten gang
(da es gar vngewiß zu gehen) herümber
gegangen, gantz herümb, so wol alß auf
den vntern sicherern vmbgang. Der das
creütz oben auf gesetzt, soll herundter
gefallen sein, vndt den halß gestürzt haben.
3


Es hat einen feinen prospect daroben
auf die Stadt (wie sie an der Jser gelegen)
vndt auf selbjge gegendt vmbher.


An dem Thurn[!], jst eine feine kirche.
Wir haben auch oben aufm Thurn[!] eine
große glocke gesehen, die soll 200
Centner wägen. Sie ist mir aber bey
weittem so groß nicht vorgekommen,
alß die zu Erfurdt.


Von Landeshuet, (alda auch ein Schloß
aufm berge die Stadt aber im grunde gelegen)
nach Freisingen, eine Stadt vndt Stift – 4 [Meilen]
alda ein Bischoff, auch ein Reichsfürst ist.


Nota Bene[:] L'insolence de l'hoste de Landshutt.

|| [[Handschrift: 267r]]

Samstag den 3. ⁄ 13. December


Meilenm.
Von Freisingen, ferrner auf der post,
nach München
Anfangs bin ich incognito geblieben.
Nachmittags habe ich mich beym hofmarschalck
herren Kurz anmelden laßen, da-
mitt es dem Churfürsten berichtet würde.

5


Er der herr Kurz, jst baldt hernacher
zu mir kommen, hat die curialia wegen
seines herren, gar höflich abgelegt.


Darnach ist ein cavaglier, einer von
Egloff, mir aufzuwartten, zugeordnet
worden, vndt hat mich mitt <guter> conversation,
sehr wol entretenirt.


Abends vmb 5 vhr, bin ich mitt des Churfürsten
leibkutzschen, pagen, lackayen vndt Trabanten,
gar splendide in das pallatium eingeholt worden,
der Churfürst hat meiner an der Stiegen
gewartett, mir daselbsten zu mejner an-
kunft sehr höflich gratulirt, mir zum
dritten Mahl, die Oberstelle anpræsentirt, || [[Handschrift: 267v]]
wiewol ich solche (ie ne scay par quelle
stupiditè) nicht acceptirt, vndt mich also
durch vier apartamentj in sein zimmer
gar magnifice introducirt, mein anbrin-
gen vndt visite, mitteinander sitzende (da
ich dann oben an geseßen) gar freündtlich
vermercktt, mitt mir condolirt, vndt
im vbrigen sich höflich excusirt, auch
mich wieder biß zu seiner Ritterstube
hinauß begleittet.


Abends, ist mir in meiner anticamera
eine fürstliche Tafel daran ich alleine
geseßen, biß der von Egloff, mitt
mühe sich auch dran gesezt, vndt ich
gar stadtlich durch herren vndt vom
adel bedient bin worden, gehalten worden.
J'ay estè couvert a table.


Jch habe zwar in der grimmigen kälte,
nach dem postiren, lange geruhett, || [[Handschrift: 268r]]
vndt ehe der Churfürst wieder auß der Meß ist
kommen, hat mir ein iunger Graf Christian
von Ortemburg, mein pate, (so des Churfürsten
iüngster kammerherr, vndt ihme vorleüchten
vndt vorschneiden muß) graf Geörgens Sehligen
sohn in meinem losament zugesprochen.


Darnach bin ich zur Tafel geführt worden,
alda ich der Churfürstin die handt geküßt,
vndt wegen des Neẅgebornen iungen Prinzen
gratulirt. Es hat niemandt an der
<chr><Churfürstlichen> Tafel geseßen mehr als ich. An der schmalen
seitte saß der Churfürst vndt Churfürstin,
in der Mitten an der langen saße ich. Neben
mir stunde der vorschneider. Vndt es gieng
alles mitt Trucksäßen vndt schencken, gar
ordentlich, still, vndt magnifice zu. Der
Churfürst bedeckte sejn haüpt, vndt ließ
mich auch aufsetzen, hatte viel feine gespräche vber Tisch,
mitt mir, auch nach der Mahlzeitt eine gantze
stunde, da wir in seinem gemach alle drey beysammen
saßen, die Churfürstin aber redete gar wenig. Tout
alloit bien, horsmis l'inadvertence de mes gens, & || [[Handschrift: 268v]]
mon propre malheur, ou fatale destinèe, quj me
fait asseurèment croyre, que tout soit maintenant
perdu pour moy. Ô malheur inevitable!
Ô destin inexorable! Ô desesperè voyage!


Nach der Mittagsmahlzeitt, vndt genommenem
abschiedt von der Churfürstin, hat der Churfürst
mich wieder biß an die Treppe begleittet, weitter
mitt mir gehen wollen, auch meinen Junckern,
zum abschjedt, wie gestern zur ankunft, die handt
gebotten, vndt weil ich eben wie gestern gar
sehr darvor gebehten, daß er doch nicht mitt mir
in mein zimmer gehen<sich bemühen> wollte, hat er sich endtlich
erbitten laßen, vndt sehr höflichen abschiedt genommen.


Der Fürst von hohenzollern (welchen ich gestern
auch in der Churfürstlichen anticamera zu meiner ankunft
<angesprochen Vndt> gesehen) ließ mich besuchen, vndt wegen seiner
vnpaßligkeitt endtschuldigen, daß er mich nicht
visitirte.


Der Oberste kammerherr des Churfürsten, ein welscher
Graff,a genandt, begleittete mich allemahl
wenn ich vom Churfürsten gieng in mein zimmer, holete
mich auch zur Mahlzeitt, vndt accompagnirte mich || [[Handschrift: 269r]]
auff des Churfürsten leibkuzschen, neben dem von Egloff,
hinauß ein stücke weges, es ritten auch ezliche
Reütter von des Churfürsten leibguardij Vndt ezliche
cavaglierj mitt. Nota: wenn ich zum Churfürsten gieng,
stunden seine Trabanten alle an der Treppenflez
<mitt ihren hellebarten> in guter ordnung. An der Ritterstube seine ar-
quebuzirer mitt dem gewehr in händen, dar-
nach seine offizirer, cavaglierj vndt bedienten,
in beyden zimmern voll, nach deme iedern der acceß
vergönnet ist. Vor meinem dritten gemach,
stu warteten allezeitt acht Trabanten auff,
Bin also spl<vndt vor meinem gemach meistentheilß cavaglierj.>
Bin also splendide servirt gewesen, wenn nicht
meine schlechte expedition zu München, vndt daß
der Churfürst in procinctu nacher Regenspurgk
aufzubrechen ist, (welches zu Regenspurg vngewiß
gemacht wardt) mir gewiesen, daß diese meine
vngemächliche sehr kalte rayse zur vnzeitt
vorgenommen, vndt wie es scheinet, auß meiner
vocation geschritten, vbel gethan gewesen ist.
Es heißt: Præcipitantia comes pænitentiæ.

|| [[Handschrift: 269v]]


Meilenm.
Zum Residenzpallast wardt ich abermals mitt
des herzogs leibkuzschen hinauß begleittet, vndt (wie
vorgedacht) fuhre der Obrist kammerer, vndt Egloff mitt,
etwan ¼ meile weges hinauß, darnach satzte
ich mich auf die zu München bestallte postpferde,
vndt ritte darvon mitt meinen leüttlin.
Von München biß Freisingen
in kaltem wetter, wie gestern vndt
vorgestern, alda blieb ich vber Nachtt,
wegen müdigkeitt der pferde.






5


Nota: die <8> Trabanten, musten mich heütte
auch zur residentz hinauß, biß ans StadtThor
begleitten.

Montag den 5. ⁄ 15. December


Meilenm.
Von Freisingen nach Landshutt
allda andere postpferde genommen, vndt
den Neẅlich allzuvnbescheidenen wirtt
beym Fitzthumb allhier, (so ein Graf Fugker
ist) verklagen laßen, auch in einer andern
herberge gegeßen.
4


Meilenm.
Von Landshutt Nachmittags, biß gen Erberspach
Ein postpferdt von München biß gen Landshutt, || [[Handschrift: 270r]]
kostett 3 ReichsthalerRthlr: vndt von Landshutt nacher Regenspurg
eben so viel, vndt muß man ihnen darzu vndter-
wegens ein futter geben, sie auch beschlagen laßen,
wenn sie die eysen verliehren, vndt waß man-
gelhaft am Sattel oder sonsten wirdt. Wenn
aber das pferdt zu bodem, oder schadhaft geritten
wirdt, so darf man es nicht zahlen.
3

Dienstag den 6. ⁄ 16. December


Meilenm.
Nach dem zween von meinen leütten, mitt
mühe von Landshutt nachkommen, seindt wir
in Gottes nahmen forttgeritten, von Erberspach,
vndt eine meile darvon, Meinen guten
Graf Friderich Casjmir von Ortemburg ange-
troffen, mitt demselben ejne stunde lang
von allerley gesprachet, vndt weil er mich
vergebens zu Regenspurg gesucht, ihm dennoch
contento, so viel an mir gewesen, gegeben. Er ist
darnach seiner geschäfte halben nach Landshutt geritten.
Jch meine straße fortt biß nach Schirling,
alda zu Mittage gegeßen, ligt von Erberspach











3
Von Schirling nach Regenspurgk
alda briefe von hilpoltnstain vor mir gefunden, vndt || [[Handschrift: 270v]]
alles, noch in paßlichem zustandt. Dem gnadenreichen
grundtgühtigen Gott, seye davor, lob, ehr, danck
vndt preiß gesagt von nun an biß in ewigkeitt,
durch Christum Jesum in kraft des heiligen Geistes Amen.
3


Doctor Rosa hat diesen abendt müßen zu mir
kommen, wegen der pfaltzgräfin von hilpoltstain.


Alß ich heütte her postirte, in einem sehr
bösem kalten, windigen schneewetter,
waren eben Jhre Kayserliche Mayestät auf der
Schweinhatz in vollem iagen.


Mes gens que j'avois laissè icy, ont
estè tout estonnè de me voir si tost
revenus, d'un voyage, que j'avois fait avec
grand silence & taciturnitè. Dieu
m'a neantmoins fait plus de grace, que je ne merite.


Sero sapiunt Phryges!1


Tantj poenitere non emo!2 (non deberem n<v>el
debuissem)


Doctor Rosa ist heütte zu Mittage mein gast gewesen.
Je luy ay fait desbourser: 70 Gulden (florenus)f: pour la vefue de hilpoltstain.


Zeitung daß der Banner auf Caßel zu, gegangen.

|| [[Handschrift: 271r]]


Einen demantring vom Jubilirer Martin Granat,
mitt 7 demanten vmb 26 ThalerThlr: erkauft, Jtem: 3 rubin-
schenckringe, ieden mitt 7 rubin, vmb 12 ThalerThlr (iedern 4 ThalerThlr:)
darnach einen großen Tafeldemantring vmb 100 ThalerThlr:
von ihm erkauft, soll 1½ carat, oder 6 gran wiegen,
habe ihm den vorigen demantring wieder dran geben,
vndt daß vbrige vn an 37 ducaten.


Jch habe Geydern zum Churfürsten von Meintz ge-
schickt, post curialia, mitt ihm zu tractiren:
1. vmb intercession in der Aßcanischen sache.
2. Ob ich alß ein allter Sächsischer Fürst, des Churfürsten
von Saxen stelle, bey der krönung möchte vertretten?
3. Ob wir Fürsten auß der Stadt verraysen sollten,
wie zu Franckfurtt bey der wahl eines Römischen
Königs, zu geschehen pflegett?
4. Wegen Lottringen, damitt er alß der Kay-
serinn vndt des Königs freündt, mir die
præcedentz vndt dignitet meines hauses, so es
biß anhero (vnwiedersprechlich erhalten) nicht
nehme?


Er hat zwar dilatorisch aber sehr höflich geant-
wortett, wegen des 1. puncts begehrt er ein Memorjal
will das seinige thun. 2. hetten die ChurSächsischen gesandten schon
alle plenipotenz. 3. Wollen Sie die herrn Churfürsten sich noch || [[Handschrift: 271v]]
berahten, vndt mirs zu wißen machen. 4. Er wüste
nicht anderß, als dieser hertzogk von Lottringen, wehre
Bischoff zu Verdun3, iedoch wollte er der Churfürst
auf conservation der dignitet meines hauses bedacht
sein, bedanckte sich der guten confidenz so ich zu
ihm hette, wollte [als] mein diener sterben, vndt
hat nochmalß den nähermahligen errorem
gewaltig excusjrt, auch sich vernehmen laßen,
er wollte mich in kurtzem zu gaste laden.


Abends zu hoff in der anticamera mich sehen
laßen, vndt lange aufgewartett.


Mitt herren von Remßthaler geredet,
en confiance pour l'amour de Geyder. Jtem:
mitt dem Grafen von Trauttmanßdorf vndt
Don Balthasar, curialia wo ich gewesen?
Jtem: mit Graffen Montecuculj vndt herren
von Starhembergk, Jtem: mitt Obersten Regal.
et cetera
<Jtem:> Z: in der Antica<mjtt dem>b Marchese Palavicinj,
<vndt mitt herren Teüffel.>


Zeitung in der Anticamera, daß der
Monsieur in Frankreich wie auch Prince de Condè, Conte
de Soissons, Duc de Longueville vndt andere Fürsten
sich vom Könige in Frankreich retiriren, biß daß er den Car-
dinal de Richelieu abschaffet.

|| [[Handschrift: 272r]]

Donnerstag den 8. ⁄ 18. December


Somnium, wie ich am lincken arm an der
median zur ader gelaßen, vndt mir darnach
der arm an derselbigen flechßen so sehr geschwollen,
zum andern mahl wieder aufgesprungen vndt
starck blutt, aber sehr wäßerich, (da es
doch das erste mahl Schwarz vndt roht gewesen)
heraußer gesprungen.


Alß ich meinen hofmeister Geyder beym Churfürsten
von Cölln, anmelden laßen, ihm meinet wegen,
etwaß anzubringen, hat er sich laßen gar
höflich erbiehten Vndt sagen, er hette selbst
heütte zu mir kommen, vndt mich besuchen
wollen, iedoch köndte mein hofmeister gegen eilf vhr
zu ihm kommen.


Vmb eilf vhr, ist Geyder zur bestimpten audienz
gegangen. Der Churfürst von Cölln, hat sich vber alle
maßen höflich erbohten. 1. Jn der Aßcanischen sache
<ad> specialiora zu gehen, vmb memorial gebehten.
2. Wiederrahten, (iedoch sehr höflich) nichts zu moviren,
weil die ChurSächsischen gesandten allbereitt die plenipotentz
weg hetten. 3. Wegen der emigration, wehre es
zwar geschloßen, sich bey der wahl des Römischen Königs,
constitutionj Carolinæ zu vndterwerfen, iedoch
würde es dem Kayser frey stehen, ob sich Jhre Mayestät || [[Handschrift: 272v]]
eines, oder deß andern Fürsten, allhier bedienen
wollten. Jn der Aßcanischen sache, scheinet es, daß
es ihm gar wolgefallen, daß man des Kaysers
Ludovicj Bavarj, ertheilten executorialien
gedachtt, er hat auch erwehnt, Jhre Mayestät würden
æquanimiter, die justitiam causæ, ansehen, vnd
mehr alß dero herren Sohn, sejnen herrenvettern.
hat auch meine <comprobirte> fidelitet, alß eines allten Sächßischen
Fürstens, hoch gerühmet, mich vor seinen lieben
vettern gehalten vndt gelobett, auch sich sonsten
mitt schönen wortten, sehr höflich erbohten.
Vndt daß Sie wollten, wo ferrn es mir nicht
vngelegen, zwischen 3 vndt 4 vhren zu mir
kommen, mich selbsten zu besuchen.


Jhre Mayestät der Kayser sollen das podagra
bekommen haben, Gott lindere ihre schmerzen,
vndt schicke es zur gnedigen beßerung.


Alß ich Mahlzeitt gehalten, da hat der Churfürst
von Cölln, seinen Agenten (de bonne mine) hergeschicktt,
vndt nachmalß (wo es mir nicht vngelegen)
mich zu besuchen, sich anerbiehten laßen, wie
auch der Chur Cöllnische Obrist kammerer, Geyders<meinem>
zu dem ende abgeschjckten, vermelden laßen.

|| [[Handschrift: 273r]]


Den abendt h vmb 5 vhr, ist der Churfürst von
Cölln zu mir kommen in mein losament, wol ac-
compagnirt
, hat sich sehr höflich gegen mir bezaigt,
eine stunde lang mitt mir von allerley dißcurriret,
vndt ist gewißlich ein compiter feiner wackerer
herr. Er hat mir auch gesagt, er wehre ein 10 Mo-
nat[!] ällter, alß Jhre Mayestät der Kayser, welches
ich nimmermehr hette glaüben können, wann er es
mir nicht gesagt. Nous avons apres les compliments,
parlè de la chasse, de mon voyage a München, (dont
il ne scavoit rien,) des femmes, de la chertè icy, de la
constitution de l'Empereur[,] de l'affaire d'Ascanie,
de l'emigration d'icy, concluë au conseil, du change-
ment de la Religion, de Martin Lüther, Jtem:
de l'Edict de l'an 1629 & de ses mauvayses
consequences, du Duc de Fridlande & ses
mauvayses intentions, du Roy de Swede &
de sa generositè, & valeur, & magnanimes
deportemens, du Palatin Frideric & de la
rebellion de Boheme, de l'Electeur de Treves,
& de ses mauvayses maximes, & comme nous
demantelasmes Vdenheim l'an 1619[,] de la
guerre de Julliers, & de feu Monseigneur mon Pere,
<des propheties de Herman de Werve, qui est icy.>

|| [[Handschrift: 273v]]

Freitag den 9. ⁄ 19den: December


Es seindt allerley seltzame zeittungen von
Bannirischen, heßischen, Franzosen vndt Gallaaß
einkommen.


Ein kutzschzeüg auf 6 pferde, von schwarzem
leder, vmb 40 ReichsthalerRthlr: vom Riemer erkauft.
Peitzschen, halfter, Strenge, gurte, zaüme
ist alles darbey.


Bin vormittags, vergebens, nach hof geritten,
denn alles schon geschehen gewesen.


Beym bischoff von Oßnabrück gehabtt,
derselbige hat mir die stunde zur re-
visite
vmb drey vhr gegeben.


Zu Mittage hat mitt mir gegeßen:
Marggraf Christians gesandter, der von Feihlscher,
Jtem: die zween hamburgischen gesandten, Doctor
Maẅrer, vndt licentiat Ottenpusch,
vndt der von Gleißenthal.


Vmb 3 vhr, habe ich dem bischof von Osen-
brück die visite wieder gegeben vndt
gar vertraẅlich mitt ihm conversirt.


Zum Marggrafen habe ich nicht kommen können, || [[Handschrift: 274r]]
weil der Graf von Schwarzenberg zu ihm fährt. Er
hat aber doch gar höflich sich bedancktt.


Der Bischof von Oßnabrück sagt auch, es seye
die competentz discrepantz numehr decidirt,
in dem Jhre Kayserliche Mayestät den herren Churfürsten
verwilliget, daß Jhre Gesandten, sollen aller-
dings, den königlichen gleich gehalten werden,
auch so gar, daß königliche wittiben oder Respubli-
, auch die iehnigen so nicht gekröndte
haüpter wehren, keines weges sollten
ihre gesandten vber Sie gehen laßen. So
stünden auch, in den Reichsabschieden, der Churfürsten
ihre Gesandten immediate den churfürsten nach.
Darnach die Geistlichen Fürsten vndt gesandten,
postea die welltlichen. Der Pfalzgraf von
Neẅburg fienge oft händel an, die nicht
wol aufgenommen, noch ihm passirt würden.
Der Bischof von Bamberg, Wirzburgk
auch alle Geistlichen Fürsten, wichen den Churfürstlichen
gesandten, worumb es die weltlichen nicht
auch thun wollten. Der churfürsten dignitet wehre
dignitas Regia, vndt billich hoch zu æstimiren.
Daß wir Fürsten außweichen müsten, wehre
eine zimliche subjection vndt anno 1575 nicht || [[Handschrift: 274v]]
durchgehends practizirt worden, sintemahl ezliche
Fürsten dem Kayser aufgewartett. Die
Spannischen Ambassatores müsten auch hinauß,
wiewol sich der eine kranck gemachtt.
Chur Cölln sein herr hette keine jntraden,
spendirte viel. Spannien hette ihm, im
Stift Lüttich vber 200 mille ThalerThlr: schaden gethan,
mitt der armèe, nun möchte er ihm etwan
ein 10[,] 20 oder 30 mille ThalerThlr: zum ajuto dj costa,
allhier wieder geben, wehre wol eine ge-
waltige sache. Chur Cölln hette auß den
Stiftern Padeborn, Lüttich vndt Münster,
auch hildeßheim, nicht das geringste einzu-
kommen, wehre gantz depauperirt, wo man
es endtlich wollte her nehmen? müste alle
Monat[!] allhier, 10 mille ThalerThlr: spendiren. Die
herren Churfürsten möchten wol in allen
puncten die güldene bull halten, vndt
nicht allein in der Fürsten außzug, sondern
auch daß sie nur 200 pferde halten sollten,
<Sich selber> consideriren. Die Stadischen vndt Schwedischen
tractirten ihn in seinem lande beßer, als || [[Handschrift: 275r]]
die Spannischen, welche nur pro Jmperio ohne
respect vndt dißcretion handeln wollten.
Er sagte zwar auch, wie er von den Churfürstlichen
gesandten redete, S er vermeidete gemeinig-
lich ihren congreß, damitt er ihnen nicht
weichen dörfte: Ergo!


Der Marggräfliche Cantzler Fehlischer,
erzehlete mir die Wirtembergische sache.


Die hamburgischen gesandten bahten, ich wollte
vmb meines selbst eigenen jnteresse willen,
vndt abgang der commercien, auch in vnserm
Fürstenthumb, helfen interveniendo &
intercedendo die sachen dahin vermitteln,
daß dem König der<in Dennemark> der große zoll bey
Glückstadt, zu allzugroßer Theẅerung
vndt steigerung aller wahren, hinc jnde,
nach numehr verfloßenen 4 iahren, nicht
länger möge gelaßen werden, wie Meck-
lenburg, Lawenburg[,] vndt ande<Ostfrißlandt,> Brandenburg
&cetera gethan, so zölle an der Elbe haben.
Daß Tuch, die Fischwahren, getreyde, vndt
alles müste dem Reich zu hohem præjuditz
desto Theẅrer gegeben werden: &cetera

|| [[Handschrift: 275v]]


Abends nach hoff, allda mich der Graf Julius von
hardeck angesprochen. Der Duca Savelly hat mir
erzehlt, wie er heütte Morgen <cum admiratione> gesehen, auf dem
Rahthause, das Chur Meintz in der mitten, Chur
Cölln zur rechten handt, C der König aber zur
lincken handt gegangen, wie die bürgerschaft
vndt soldatesca, zu erhaltung der Churfürstlichen Frey-
heitt, bey bevorstehender wahl, ihnen schwehren
müßen. Er sagt auch, die Fürsten so in würck-
lichen diensten vndt bestallung wehren, <be>dörften
nicht auß der Stadt zu ziehen.


Alß ich auß durch herrn Caspar von Starhem-
bergk, seinen Schwäher, den herrn obristen hofmeister
Grafen von Megkaw, fragen ließ, ob es Jhrer
Mayestät belieben möchte, daß ich dörfte all-
hier in der Stadt verbleiben, bey vorgehender
wahl, da ließ er mir wieder vermelden:
Jhre Mayestät hetten befohlen, man sollte denen
iehnigen Fürsten, auch den Spannischen bohtschaftern,
so darumb angehalten, vermelden, Jhre Mayestät
ließen sie bitten, Sie wollten es ia nicht vbel
aufnehmen, daß Jhre Kayserliche Mayestät ad amussim,
der güldenen bull, nachzuleben begehrten, || [[Handschrift: 276r]]
Nun gebe dieselbige hierinnen klahre maß
würden sich derowegen die Fürsten vndt bohtschaf-
ter, auf eine kleine zeitt, außerhalb der
Stadt gedulden. Ergo: cape tibj hoc.


Der Duca Savelly sagte auch, es wollten
die großen Fürsten, alß der Kayser vndt
Spannien, nicht, daß der Cardinal de
Lion alß Frantzösischer gesandter, ihnen auf
dem convent zu Cölln sollte vorgehen,
in betrachtung das er nicht alß ein Cardinal
sondern in qualitet eines Frantzösischen Abgesandten
daselbst considerirt würde, es hette der
König in Frankreich wol andere leütte als eben ihn
abzuordnen, dannenhero verzöge sich noch die
Tagefahrt, vndt heylsame friedenshandlung.


Es ist der herzog von Sachßen, vndt Oberste
hinderßom in der anticamera auch an mich
kommen. herzog Julius henrich ist vorgestern wieder
anhero gelanget.


habe auch conversation mitt dem Grafen
von Mörßberg gehabtt, Jtem: mitt dem Visconte4.


On dit que les Polacques mutins, ont en-
vahy la Moravie.

|| [[Handschrift: 276v]]

Samstag den 10. ⁄ 20. December


Vormittags nach hof, allda den herzog von Saxen,
Vndt andere cavaglierj angesprochen.


Nota Bene Avis erlangett, daß keiner mehr alß
der allte Graf von Schwartzenberg Chur
Brandenburgischer gesandter, den frieden, vndt die
amnistiam verhindere, dieweil er die
Grafschaft Naßaw Sarbrücken, vndt
etzliche confiscirte gühter, im lande zu
Frangken außgebehten. So soll auch
der bischof von Wien, Graf von Trautmansdorff
vndt andere gantze herrschaften im lande
zu Wirtemberg erlanget haben, welche
Sie nicht gern dahinten laßen möchten.


Der allte Reichs Marschalck Graf
von Pappenheim beschwehrte sich heütte auch,
daß die ChurSäxische Gesandten, alß Sie
ihn das erste mahl zu gaste geladen, sich
oben an, vber ihn gesetzt, welches sich nicht
gebührte von denen die minderes Standes
wehren, alß einer selber ist. Das ander
Mahl aber hette er vnrecht verstanden,
Vndt sich fein selbst oben an gesezt. || [[Handschrift: 277r]]
etcetera[.] Er hielte auch davor, in actu electionis
Vndt sonsten nicht, müsten vnß die churfürstlichen abge-
sandten vorgehen.


Gestern, ist der junge Pfalzgraf von
Neẅburg ankommen. <Jl semble; qu'il recerche ma visite.>


Jch habe eine revisite dem hertzogk
Julius henrich von Sachßen Lawenburg ange-
botten. Er hat aber davor gebehten,
vndt daß ich doch möchte keine ceremonien mitt ihm
machen.


Man hat auß dem Protocoll des Rahts all-
hier zu Regenspurg befunden, daß anno 1576 alß
bey Kaysers Maximilianj secundj zeitten,
Kayser Rudolphus zum Römischen König ebenmeßig
erwehlet worden, haben dem Kayser auf den dienst
gewartett, vndt seindt nicht auß der Stadt
weggezogen nachfolgende Fürsten, alß:
hertzogk Albrecht von Bayern sampt seinen zween
Söhnen, hertzog Wilhelm vndt hertzog Ferdinandt,
wie auch Pfaltzgraf Philips Ludwig von Neẅburg,
sampt seinen zween brüdern Pfalzgraf Friederich,
vndt Ott henrichen, wie auch des Kaysers
Junger Prinz, sampt anderm comitat. perge || [[Handschrift: 277v]]
Ergo: wehre an itzo dergleichen zu hoffen, aber
es scheinet, weil es dem Spannischen Ambassador,
Conte d'Onnate, vnangesehen seiner angezogenen
leibesschwachheitt, abgeschlagen worden, wiewol
es mitt den Spannischen gesandten weitt einen an-
dern respect, (vmb des starcken anhangs, vndt
<besorgenden> factionen willen) alß mitt mir Jhrer Mayestät
devoten Fürsten vndt diener hatt, denn
ich bin zu schwach, factiones zu machen, bin
darzu gantz ruinirt, vndt Jhrer Mayestät
ist meine bestendige fideljtet bekandt.
Zu dem, so bin ich cameriero d'honor; vndt
habe den güldenen Schlüßel. Es ist auch
der hertzogk von Sachßen Jhrer Kayserlichen Mayestät
würcklicher diener, kammerherr, Oberster,
auch vndterthan im Königreich Böhmen. So ist
der Bischoff von Osenbrück geheimer Raht,
vndt Director des Churfürstlichen Cöllnischen consi-
lij, gehöret auch in seine hofstadt. Sie müßen
aber doch alle beyde auch auß der stadt
ziehen, wie ingleichen die vbrigen geistliche
vndt welltliche Fürsten. So fleißig wirdt
in diesem paß, vber der güldenen bull gehalten. || [[Handschrift: 278r]]
etcetera <Jnjuria temporis, die große kälte, verwüstung des landes, darinnen nichts zu bekommen, weil es vom krieg verheeret, die vnsicherheitt jn dörfern zu bleiben, der kammerschlüßel vndt andere circumstantzien mehr, militirten genugsam vor vnß Fürsten.>


Jch habe ein danckschreiben, vom hanß Erhardt
Wolffskehl empfangen, weil ich mich auf an-
suchen seines Bruders, Julij Albrechts, sei-
ner intercedendo bey Kayserlicher Mayestät angenommen.


Zeitung daß der iunge Graf Otto von
Schawmburgk, der letzte seines
Stammes vndt Nahmens, ein feiner wackerer
wolerzogener herr, mitt Todt abgangen.
Er ist der Reformirten Religion zugethan,
vndt Meines Bruders camerade auf der
Frantzösischen vndt Niederländischen rayse
gar vertraẅlich gewesen, vndt hatt
ein groß stadtlich landt vndt leütte gehabtt.
Jst gewißlich kein schlechter verlust, wo
diese böse zeittung sich im grunde also verhelt
perge[.]

|| [[Handschrift: 278v]]


Diesen abendt habe ich hertzogk Julius
henrich von Sachßen Lawenburg die visite in
seinem hause wieder gegeben, habe auch eben
erfahren, daß Seiner Liebden gemahlin ankommen.


Der Churfürst von Bayern, ist diesen
abendt, mitt dero Gemahlin, auf Schlitten
auch ankommen.


Der Kayser ist am podagra bettlägerig.
haben mir durch Grafen von Megkaw
sagen laßen, Sie nehmen es von mir vor
eine ehre vndt Freündtschaft auf vndt an,
daß ich ihro, bey der wahl aufwarten
wollte, es würde auch Jhrer Mayestät sehr
lieb sein, wann ich es dahin richten köndte,
allein ich müste bey dem Churfürstlichen collegio
(denen die gantze disposition der wahl
halben vbergeben) <es> dahin richten, dann
Jhre Mayestät ihnen nicht præjudiciren köndten,
erkenneten aber dennoch meine willfährig-
keitt mitt sonderbahren gnaden.


Dieweil ich aber von andern so viel ver-
standen, alß solle der Schluß vndter den || [[Handschrift: 279r]]
herren Churfürsten allbereitt gemacht sejn,
daß kein Fürst herinnen gelaßen werde, alß
will ich es dabey bewenden laßen, vndt die
Churfürsten weitter nicht ersuchen. Sonst möchte
ich einen rebuffo kriegen. So weiß ich auch
nicht, ob es mir, als einem Regirenden Reichs-
Fürsten, anstehe, mich selbsten zu erniedrigen,
vndt mich den würcklichen gemeinen kammer-
herren des Kaysers (die in der hofstadt verblei-
ben müßen,) gleich zu achten.


heütte aufn abendt, ists negirt worden, daß
der iunge Fürst von Neẅburg ankommen seye,
vndt man hat nur gesagt, er wehre zu
Neẅburg angelanget. Jl semble, qu'ils
estiment, qu'il y ait peu de reputation,
a estre ainsy forcè a sortir de ceste ville.


Zeitung daß die Polagken (so mutinirt) sich
mitt ezlichen Schlesischen, vndt Sechsstädtischen
von adeln, geschlagen, vndt deren viel er-
legt haben, bey Greiffembergk, vndter
andern, meines Nostitz, seinen nahen vettern.

|| [[Handschrift: 279v]]

Sonntag den 11. ⁄ 21. December


Schreiben vom herzog Wilhelm von Weymar,
vndt von der FrawMuhme von Schwartzburg mitt
gesteriges abends ankommener post, entpfangen.


Nach hilpoltstain an die allte Pfalzgräfliche
wittwe, wie auch an Pfalzgraf Johann Friedrich geschrieben.


Dieweil nach vielem repliciren vndt
anziehlichen vrsachen nichts zu erhalten
gewesen, habe ich mich nach Nittenaw,
auf 4 Meilenm. weges, von Regenspurg gewesen<begeben.>
Andere Fürsten haben sich vor die Stadt,
vndt wo Sie hingewoltt, retirirt, <<theils> weitt, thejlß nahe.>

Montag den 12. ⁄ 22. December


heütte ist die königliche krönung<wahl> zu Regenspurg
Ferdinandj III. Regis Vngariæ & Bohe-
miæ, in regem Romanorum, mitt großen
solenniteten vorgegangen.


Jch habe vndter deßen meine zeitt,
mitt langer weil, vogelschießen,
vndt kartenspielen zu Nittenaw,
zugebrachtt.

|| [[Handschrift: 280r]]

Dienstag den 13. ⁄ 23. December


Meilenm.
Nachmittags von Nittenaw wieder nach Regenspurg
allda erzehlen hören, wie herrlich der actus
electionis celebrirt worden.
4


Dem herrn von Remßthaler Freyherren, königlichen
Obrist kammerern, habe ich ein Memorial an den
König, wegen Geyders, (afin qu'on le voulust
faire chevallier) einlifern laßen. Weiß
nicht, ob es etwaß fruchten wirdt.


Der Graf von Ortemburg vndterdeßen
angekommen, hat auch fleißig nach mir fragen laßen,
vndt zu mir gewoltt, auch noch heütte zu mir geschicktt.

Mittwoch den 14. ⁄ 24. December


herr Loẅ, ist bey mir gewesen, von allerley zu dißcuriren.


Graf Friederich Casimir von Ortemburg ist zu
mir kommen, in mein losament, mich zu besuchen.
Darnach mitteinander nach hoff, gefahren.


Postea ist der graf von Ortemburg wie auch
der von Grünthal, der von Awer (Ortemburgischer auf-
wärtter)[,] herr Loẅ, vndt Doctor Rosa zu Mittage,
meine gäste gewesen.

|| [[Handschrift: 280v]]


Jch habe an hertzogk Wilhelm nach
Weymar geschrieben, vndt erfahren, daß
Doctor Drache, Eysenachischer gevollmechtigter,
ankommen seye.


Etzliche vermeinen, der Kayser werde alsobaldt
nach der krönung aufbrechen. Andere aber, (so es am
besten wißen sollten) halten darfür, er werde
Jhre Mayestät noch ein 4[,] 5 biß in die 6 wochen,
allhier verbleiben, weil der Ertzhertzog Leo-
poldt Wilhelm, gestern abendt erst allhier ange-
langet, vndt keine pferde noch von Wien auß,
seindt herauff geholt worden. Ezliche achten
wol gar, es werde der Kayser, biß auf
Ostern, allhier verbleiben, dieweil der Reichs-
cantzler auß Schweden Oxenstern, soll anhero
citirt werden, cum salvoconductu frieden
zu tractiren, oder doch iemandes anhero zu depu-
tiren.


Meinen hofmeister <Geyder> bey Chur Bayern gehabtt, post
curialia, 1. die Aßcanische restitutionssache recom-
mendirt. 2. Bernburgische plünderungssache satisfaction.
3. die 10 mille Gulden (florenus)f: capitalien vndt commissariat sachen, <sororum.>
4. die bergwercke am Fichtelberg vndt Neẅbeẅ.
Risposta gar höflich, mitt complimenten. <1.> Begehrt mehreren || [[Handschrift: 281r]]
bericht in der Aßcanischen sache. Offerirt sich iedoch zu aller
Freündtschaft vndt guten correspondentz. 2. Condolirt.
3. & 4. Begehrt mehrere information, vndt sagt:
Er habe titulo oneroso, die emptionis, & venditionis,
von Jhrer Mayestät die Oberpfaltz angenommen. Es
wehren der prætendenten viel. Köndte Sje nicht wol
alle contentiren. &cetera hat sich aber dennoch wol offerirt.


Von der Fränckischen Ritterschaft, gestern ein
danckschreiben bekommen, daß ich mjch ihrer sachen,
so eyferig angenommen.


Abends wieder nach hof, vndt in die vesper, alda
mir Jhre Mayestät der Kayser, (als er schon aufm
Stul geseßen, sich tragen zu laßen) gar gnedigst,
vndt leühtsehlig, die handt gebotten, im heraußer
gehen, auß der kirchen, gleichsam alß zum Neẅen
Jahres wuntzsch. So haben mir auch beyde Chur-
fürsten, Cölln, vndt Bayern, gar freündtlich zuge-
sprochen, vndt die handt gebotten, wie auch der
Ertzhertzogk, Leopoldt Wilhelm, welcher gestern
angekommen. Die Kayserlichen[,] Königlichen vndt Ertzherzoglichen
Dames, wie auch die Churfürstin von Bayern, haben
mich wegen des gedrenges, vndt windtlichter
præterirt, wie auch der König, lequel fit en passant,
fort grise mine. Nota Bene herrn Pettingers gute vertröstung, || [[Handschrift: 281v]]
Nota Bene Nota Bene wegen der Kayserlichen <doppelten> gratification. Der Ertz-
hertzog antwortete auch gar höflich, ich sollte
mich nicht so viel bemühen, ihn zu besuchen, alß
ich meine schuldigkeitt abzulegen, jhm offerirte.
Dißcorsi mitt herren Kurzen, complimentj cortesj.
hernacher mitt Grafen von Gronßfeldt, welcher
sich verwunderte, daß wir im religionfrieden
mitt eingeschloßen wehren, vndt daß ich
dörfte offentlich frey herauß, in der
Anticamera, bekennen, das ich der reformirten
Religion zugethan wehre.


Nach dem ich Chur Cölln, vndt Chur Bayern,
biß an die Scheidtgänge, des Kayserlichen pallasts
begleittet, vndt auch viel mitt dem bischoff
von Osenbrück, gar freündtlich geredet, bin
ich wieder, in die Kayßerliche anticamera hinein
gegangen, da ist gehlingen auß des Kay-
sers zimmer, die clerisey, mitt singen, vndt
wolriechenden raüchfaßen, auch weyhwaßer
damitt sie vnß besprenget, vndt gegen vns
geraüchert, durch die anticamera hindurch
gegangen, nach der Ritterstuben, weil heütte
der Catohlischen, weyhenachten ist.

|| [[Handschrift: 282r]]

Donnerstag den 15. ⁄ 25den: December Christag nachm Neẅen kalender.


Der Spannische extraordinarij Ambassador Conte d'Onnate
hat gestern abendt meinem hofmeister Geyder, die
Stunde der visite auf Morgen wils Gott, Nach-
mittage vmb 2 vhr, ernennen laßen, vnange-
sehen des fests, dieweil er vernommen, daß ich ihn
ansprechen wo laßen wollte.


Graf Fugker Reichshofrahtspresident gedachte
gestern, in der vesper, man würde schwehrlich die Aßca-
nische sache allhier vornehmen können, dieweil die
acten, darauß referirt werden müste, gar zu weitt-
laüftig, ia es wehre allhier nur vergebens. Die
Meckelburgische sache, wehre noch nicht referirt. Wollte
sonst gern das seinige darbey thun. et cetera


Man hatt diese Nachtt, wegen des fests, starck
salve geschoßen.


Zu hof habe ich aufgewartett, vndt gelegenheitt
gehabtt, mitt dem Grafen von Trauttmanßdorf
zu reden, Jtem: co'l Conte d'Ortemburg vndt seinem
vetter, Graf Geörgens Sohn, Jtem: mitt dem Jungen
Marggrafen von Anspach. Nota Bene La flatterie du
vieil Conte de Pappenheim, qui vouloit par force que
le jeune Marquis, me precedast, encores qu'il ne
soit pas majeur. habe auch mitt Voppio d'Aisma vndt || [[Handschrift: 282v]]
andern, mich vndterredet.


hofer hat mitt mir zu Mittage gegeßen.


Jch habe Geydern zum extraordinar Spannischen Ambassador
Conte d'Onnate geschicktt ihm dancken laßen,
vor die gute promotion, zum ajuto dj costa, so
ich vom Kayser erhalten, vndt vmb ferrnere
gute recommendirung gebehten. Er hat sich
gar höflich bedancktt, vndt erzeigt,
auch ferrner gar wol offerirt, vndt
Geydern alß meinen gesandten, geehrt,
vndt aufsetzen laßen.


<Principe di tanto valor, e dj tante belle partj, havrà occasione l'augustissimo Rè de' Romanj d'attirar a se per se stesso.>


Jn comitat etzlicher vornehmer cavaglierj, den
Marggrafen von Anspach, in sejnem losament
besuchtt. Wir seindt darnach mitteinander
nach hoff, vndt in die vesper gefahren, haben
allda Jhrer Mayestät aufgewartett. Le Roy
ne nous a pas veu, nj fait semblant de nous
voir. L'Empereur faysoit plus douce mine, comme
aussy l'Jmperatrice, & l'Archiduc. J'ay tousjours
precedè le Marquis, en l'Eglise & a l'Antj-
chambre. Die Churfürsten, von Meintz, Cölln,
vndt Bayern, haben mir in der Anticamera
gar freundlich zugesprochen, vndt die handt gebohten:
Chur Cölln, ist dilatorisch, gegen mir herauß gegangen.

|| [[Handschrift: 283r]]


Nota Bene[:] A cause de l'indisposition de l'Empereur le-
quel se fait tousjours porter hors de l'Eglise,
on ne va que deux pas, de l'eglise, ainsy que l'on
n'a que faire, de <se> couvrir; mais sj c'estoit plus
loing, ce seroit un prejudice. Nota Bene


Der iunge Marggraf ist wieder mitt mir in
sein<mein> losament gefahren, hat mich in Meine
stube begleittet, vndt gar cortesisch gewesen.


<Man sagt der Landgraff von Darmstadt, vndt der iunge Pfaltzgraf von Neẅburg wie auch der herzog von Lottringen, sollen baldt allhier sein.>

Freitag den 16. ⁄ 26. December


Der Thumbprobst von Meintz, herr von Metternich,
hat mir geschickt das buch Arboretum Genealo-
gicum, exhibens omnes fere Jmperij Principes,
et Europæ hodie reges, linea recta a Rudolpho 1.
Jmperatore Descendentes, ist zu Prag gedrucktt,
anno 1635.


Der vngrische Graf Wudiany, auß Vngern kom-
mende erzehlte mir gestern, daß der Türcke in
7benbürgen vom Ragozi wehre geschlagen worden,
vndt hette 7 mille Mann, auch viel gute Türckische
roß (so numehr wolfail wehren) verlohren.
Würde diß iahr wol nichts mehr attentiren.
Waß aber ins künftige geschehen möchte, wann
das graß wieder hervor kähme, stünde zu erwarten.
Der Persianer hette ihm auch 15000 Mann, seines besten volcks, || [[Handschrift: 283v]]
abgeschlagen.


Vormittags nach hof, allda Chur Meintz, vndt Chur
Cölln, mir gar freundlich zugesprochen, wie auch der
Spannische Ambassador Marquèz de Castagneda.


Bin auch mitt graf Carll von Salm, bekandt
worden, alles in der anticamera.


Discorsj, mitt grafen von Ortemburgk, grafen
von Manßfeldt, Levin von Knesebeck,
Marggrafen von Anspach, Fürsten von Eggem-
bergk, vndt andern. <Nota Bene[:] Bonne mine extraordinaire du Conte de Schligk.>


Die audientz vmb drey vhr Nachmittags ist mir
vom herrn Obersten kammerer, angesagt worden,
alß ich vormittags zu hoff war.


Le Marquis d'Anspach, commence fort a s'insinuer
icy a la cour, a cause de sa grande humilitè,
& debonnaire façon, car on veut icy, que l'on
s'abbaisse fort.


Geydern Nachmittags zum Grafen von Trauttmanß-
dorf geschickt. 1. wegen meiner hofkammer:
vndt andern prætensionen, auch schäden zu bernburg.
2. congè a cause de l'estat de grossesse
de Madame & de la chertè icy. 3. Ascania.
4. Competenz mitt Lottringen. 5. service du Roy, || [[Handschrift: 284r]]
au couronnement 6. Geyderß Ritterschlagens.
et cetera
bedanckung, vor ferrnere recommendation. <7. legatio in Engelland[,] Dennemark vnd meiner rayse.>


Responsum gar höflich vndt wolgemeint. Ad 1. die
befreyung mitt bernburg vnd Fürstentum Anhaltt, wehre
præjudizirlich dem Pragerischen Friedensschluß
insonderheitt auch die gewaltsame assignirung
den Stenden vndt freyen Reichsstädten. 2. Diese
excuse wehre relevant sonderlich si ie sers
au couronnement[.] 3. So baldt es außm Reichshofraht
in geheimen raht kähme, il feroit son devoir.
4. Nicht zu rahten, weil es ein solch hauß
daß mater Jmperatorum wehre Vndt Durchlauchtt
vor Churfürstlichen haüsern weg hette. 5. Der König
würde es gern sehen. 6. Gute vertröstung.
7. Jch sollte nicht præterirt werden, wie
auch im 1. punct man mich anderwerts con-
tentiren
P würde. &cetera


Vmb 3 vhr, habe ich audientz, beym Kayser gehabtt.
Jl me commandoit L'obbeissance <de s'asservir[?]>. Parloit honorablement non
seulement des Electeurs mais aussy de leurs Ambassadeurs[.] Recevoit
en tres bonne part, mes gratulations, a l'election de son fils,
le Roy des Romains, & amplifioit mes entamations, touchant
le bien public. Demandoit aussy; ou j'avois estè, durant
l'election, & la 1ere. fois; dont je ne m'avisay pas si promptement, || [[Handschrift: 284v]]
il fit aussy fort bonne mention du jeune Marquis
d'Anspach, & de la bonne esperance, que Sa Majes
en avoit, mais qu'il estoit encores un juven-
ceau, ein Jüngling, parlant aussy de ses freres.
Sa Majestè dit aussy; qu'jl regardoit dans la fa-
mille de Solmß, & que j'estoit<s> bon casanier,
(gar haüßlich) <ein guter wirtt> puis que Madame estoit dere-
chef grosse. Que Sa Majestè me donneroit volon-
tiers la permission de partir d'icy, apres le
couronnement, sur tout, ayant une sj iuste
excuse, mais que je me devois premierement
mentionner. Jch sollte mich erst <noch> anmelden laßen.


Mitt dem allten Grafen von Wallenstein,
Obrist Burggrafen in Böhmen, von vnserer allten
kundtschaft sieder anno 1612 vndt der Anspachischen
hochzeitt5 her, viel geredett, insonderheitt auch von
dem itzigen zustandt, vndt wie sich die zeitten
verändert. Er sagt vndter andern, es würde
kein friede, wo man nicht den kriegspræsidenten
vndt kriegsrähten die Regimenter nehme, oder
keine, die Regimenter selber hetten, vndt zum
kriege riehten, in kriegsraht nehme, auch so viel
generaln abschaffe, welche mehr kosteten, alß || [[Handschrift: 285r]]
kleine armèen, vndt doch nichts nütz wehren. Er
hette es dem Kayser selber gesagt, zu Rudolphj
II. zeitten, wehre es also nicht hergegangen.


Je trouve, que l'Empereur peut avoir quelque mes-
fiance ou mauvayse impression de moy, 1. ou a
cause de mon voyage a München, 2. & peut estre
a cause de la competence que j'ay avec les
Ambassadeurs des Electeurs, <moy> ne voulant estre le
premier, quj prejudicie aux autres.


Zeitung daß Gallaaß zun Frantzosen vbergefallen,
Jtem: daß der Götz geschlagen seye.
Vtrumque vix credo. Grünthal<er> m'a apprins:
Nota Bene Chj a diecj vintj annj non è, a trente non sà,
a quaranta non hà, maj non serà, ne saprà, ne haverà.


Grünthal m'a aussy accompagnè a l'audience.

Samstag den 17. ⁄ 27. December


J'ay un peu ruminè en ma cervelle le sinistre
visage de Sa Majes d'hier, que cela peut
proceder, ou 1. de mon voyage de München sans
congè, et que je m'oubliay a le dire, ou 2. que
l'Empereur se trouvoit mal, ou bien 3. qu'il estoit en-
dormy (Schlafftruncken) car il dormoit comme je vins a l' || [[Handschrift: 285v]]
Antichambre. 4. Mais je croy aussy que la
competence avec les Ambassadeurs des Electeurs,
auxquels je n'ay voulu ceder, & plustost
quitter l'eglise ou le service actuel de Sa Majes
afin de ne prejudicier aux autres Princes,
& la competence tresraysonnable avec
Lorraine; (puis que toutes les constitutions
de l'Empire parlent <sans contradiction> pour nous) entamèe
par ceux, quj veulent avancer les pa-
rents de l'Empereur & l'Jmperatrice & du Roy,
et de Bavieres, tout cela ayant estè
fort mal relationnè en sinistre part a
leurs Majestèz m'a mis <peut estre> en quelque disgrace.
Pacience. Je songeray a ma retraitte.
Procul a Jove!<;> procul a fulmine!


herr Loẅ der Agent ist bey mir gewesen.
Jl m'a desconseillè d'interceder pour la ville d'Hamburg
contre le Roy de Dennemark a cause du peage de
Glückstadt, pour l'abroger, veu que ce peage ne
porte, qu'un pour cent (& par an en tout 60000
ThalersThlrs:)[,] les Electeurs ont tous intercedè pour le Roy
voire y acconsenty, & maintenant le Roy est en || [[Handschrift: 286r]]
grand credit, a cause de l'interposition avec
Sweden, qu'il va entamer derechef, les marchands
de Vienne ont aussy conseillè a l'Empereur de le faire[,]
veu que cela estoit peu de chose & n'encherissoit
queres les denrèes, un pour cent, ainsy que mon in-
terest & des autres Princes, ne sera pas si grand
en cest affaire, comme les Ambassadeurs de Hamburg m'ont
voulu faire a croyre. Ainsy ie tascheray de
passer sous silence cest affaire, & de n'offencer
le Roy de Dennemark proche parent de ma femme,
& quj me peut faire plus de bien, que non pas la
ville d'Hamburgk. Cependant il faut dissimuler.


hofmeister Geydern, mitt den memorialn in Aßcanischer
sache, an Chur Meinz vndt Bayern geschickt,
auch nebensachen anzubringen. <Thomas Benckendorf aber <damitt> an Chur Cölln.>


ReichsMarschalck Graf von Pappenheim leßett
mir sagen, er habe vielerley mitt mir zu reden,
hette aber gestern, wegen vieler impedimenten,
(wie hertzlich gern er auch gewoltt,) nicht zu mir
kommen können, bittet ich wollte Geydern zu ihm schigken,
welches auch geschehen.


habe aber Geydern erst nach hof geschicktt,
sich vmb die audientz beym König, durch den herrn von
Remßthaler, zu bewerben.

|| [[Handschrift: 286v]]


Alß er wiederkommen zum andern Mahl, hat er
dennoch keinen bescheidt bekommen, biß endtlich
Nachmittags herr von Remßthaler mir 5 vhr Nachmittags zur audientz,
ansagen laßen.


Von dannen zu Chur Meinz, welcher sich gewaltig
erbotten, aufs neẅe gratulirt, vom gastladen
geredett, vndt (ob er schon Thumbprobst zu halber-
stadt, vndt also selbst mercklich interessirt
wehre) dennoch recht durch zu gehen, in der Aßca-
nischen sache sich erbohten. Wegen der de-
meure zu Erfurdt, so wohnete sein Fitzthumb
in selbigem hause. Wollte sich aber noch bedencken,
vndt selber, wenn er sein gastmahl matu-
riren
würde, mitt mir davon reden, wie
auch, wegen des Trinckentragens, am höchsten
ehrentage des Römischen Königs, <so dem Elltisten Regierenden Fürsten gebührt.>


Chur Beyerns Visite hat er Geyder auch
anbrachtt, nach dem ChurBayern, auß der
Meße wiederkommen, darauf er lange
wartten müßen. Weil herr Kurz hofmarschalk
solch mitt dem bancquet des Königs, vndt
visite Chur Cöllns, es endtschuldigett, wirdt
wol heütte nichts darauß werden, vndt Morgen
ist wieder die devotion vndt Feyertag. || [[Handschrift: 287r]]
So hat auch der Marquis Palavicinj der
Churfürstin obrist hofmeister dergleichen subterfugia,
gesuchtt, weil der König heütte allda würde zu
gast sein, Jedoch wollen sie michs wißen laßen.


Graf Fritz von Ortemburg, hat mich wieder
besuchtt, vndt gar vertraẅlich mitt mir geredet.


Ayant des quintes, depuis hier, ie n'ay
pas voulu aller a la cour, nj hier au soir, nj a
ce mattin.


Geydern zum ReichsMarschalck Pappenheim
geschicktt, weil ers begehrt, vndt mich gravirt,
daß man mir den Jungen Marggrafen von Brandenburg
wollen vorziehen (welches doch deßen discretion
selber, bißhero verhindertt)[,] Jtem: der compe-
tenz
mitt den Churfürstlichen gesandten halber, darinnen
ich andern Fürsten nichts præjudiziren wollte,
auch wegen Lottringen welches sine controver-
sia in allen Reichsabschieden nachgienge &cetera[.]
Der Kayser selber wollte haben, es sollten die
Regierenden Fürsten, andern vorgehen. Jch versähe
mich zu ihm alß meinem allten bekandten vndt
guten freündt, er werde die dignitet meines hauses,
nicht verachten laßen, sondern alß ReichsMarschalck || [[Handschrift: 287v]]
mitt den sachen, also wißen zu gebahren, daß es
nicht schiene, alß wollte iedermann in meinem
itztruinirten stande, an mir zum Ritter
werden, welches ich nicht zu leyden, gedächte.
Wüste auch wol, der Churfürst von Saxen,
würde selber die Reichsordnungen, nicht
wollen brechen laßen. Vnser hauß gienge
immediate Lottringen vor. Jch hielte auch davor,
man sollte vnß beym bancquet eine absonder-
liche Tafel hinstellen, Es würden sich Fürsten
genug finden, daß man nichts neẅes dörfte
auf die bahn bringen. Jch hielte<achtete> zwar
solche vaniteten nicht groß, vndt hette
den himmel lieber alß die erde, aber
so weitt es die würde vndt dignitet
vnsers vhralten, königlichen[,] Chur: vndt Fürstlichen
hauses, welches Ch könige, Chur: vndt
Fürsten in sich gehabtt, angienge, wollte
ich meinem hause, vndt meiner posteritet
in keinerley wege, præjudiziren, noch mir
selbsten, mitt schimpf etwaß vergeben.


Der von Görtz auß der Fränckischen
Ritterschafft, (welcher vor diesem mitt Graff Kraff- || [[Handschrift: 288r]]
ten von hohenlohe händel gehabtt) ist zu mir
kommen, vndt hat mitt mir gegeßen. hat sich
auch bedancktt wegen der Fränckischen Ritter-
schaft tam in genere: quam in specie, daß ich mich
ihrer, so treẅeyferig allhier annehme,
wollen es wieder verschulden Vndt verdancken.


Der Reichs Marschalck <allte> Graf von Pappen-
heim ist zu mir kommen, hat mich im Nahmen
Jhrer Kayserlichen Mayestät auf künftigen dinstag
invitirt, vmb 7 vhr, vndt wegen der sessionen,
oder vielmehr ehrenämpter, disputirt<curirt.> Sagt,
zu hofe werde man dem Jungen Pfaltzgrafen von
Neẅburg <wegen der Kayserlichen anverwandtnüss>, die oberstelle zusprechen, wie auch
dem iungen Marggrafen von Brandenburg <nach belieben des allten Grafen von Schwartzenberg>[.] Jch pro-
testire darwieder, weil jch ein Regierender Fürst
bin, sehe aber wol, man gehet allhier par faveur.
Nun wollen Sie, der Pfaltzgraf von Neẅburgk
solle trincken tragen, vndt der Marggraf
vorschneiden. Weiß also nicht, wie es noch
werden wirdt. Ein ander mahl wirdt man
sich von dergleichen solenniteten absentiren
müßen, damitt man den fürstlichen haüsern im Reich,
nicht præjudizire.

|| [[Handschrift: 288v]]


Nach dem man mir 5 vhr Nachmittags zur königlichen
audientz angezeigt, bin ich auf bestimpte zeitt
dahin gefahren. Der Neẅerwöhlte Römische
König Ferdinandus III. ist mir numehr, halb ins
gemach entgegen gegangen, hat mich aufsetzen
laßen, vndt meine gratulation so wol zum
Neẅen Jahr, alß zu der Römischen königlichen wahl,
sehr wol aufgenommen, sich zu allen ferrneren
gnaden vndt freündtschafft erbotten, auch
meine dancksagung vor, die mille ducaten
wol vermergkt, vndt sich offerirt meinen
hofmeister Geyder in <gute> consideration vmb
meinet willen, zu nehmen.


Aber der von Remßthaler, sagte mir,
in der königlichen anticamera inß ohr, er
köndte mir nit bergen, er hette gehört, Geyder
wehre ein patritius von Nürnberg, würde
solcher gestaltt, nicht angehen. Jch beantwortet
es also, Er hette zwar in Nürnberg gewohnet,
wie andere mehr vom Adel, wehre aber
nicht ein patritius. Denn vorzeitten vmb der
vnsicherheitt willen, wie auch noch, viel vom || [[Handschrift: 289r]]
adel vom lande, sich in die Städte retiriren
müsten. So wehre er auch in der Fränckischen
Ritterschaft, ein Mittgliedt vndt ihr abgeord-
neter. Jhre Mayestät würden sich in einer
person viel diener verobligirt machen, wel-
ches ich auch dem König selber sagte. Zu dem,
so wehre seiner vorfahren einer, Geörg Geyder,
vom Kayser Carolo V. auf seiner krönung
zu Bolonien, zum Rjtter geschlagen worden.


Er Geyder, hat nach mir, beym Kay König,
gar gnedigste audientz gehabtt.


Von dem König bin ich in die Kayserliche anticamera
gegangen, allda ich dem allten Grafen von
Schwartzenberg nur mitt einem wortt zu-
gesprochen, dem Monsieur de la cave aber, desto mehr,
mich gravirende, wegen der erregten compe-
tentz
vorzüge, so vnnöhtig wehren, vndt
bahte ihn er sollte es dem Grafen sagen.


Fürst von Eggemberg klagte auch, vber allerley
dißgustj, vndt daß allhier kein actus mehr
gelten wollte, sondern ein Fürst nach dem
andern disgustirt werden wollte, etcetera etcetera etcetera || [[Handschrift: 289v]]
etcetera[.]

Sonntag den 18. ⁄ 28. December


Nota: Puis que je voy; que les Electeurs veulent
ainsy avancer leurs maysons, je m'jmmagine un
Triumvirat; quj se rendra puissant par dessus
toutes les autres maysons. Toutesfois la bontè
de l'Empereur pourra remedier a tous ces inconvenients.


Jn die kirche <Evangelische>, allda ich meinen nähermahligen
standt eingenommen. Der Marggraf von Anspach,
hat sich in der gesandten standt gestellett,
allda sich (wie ichs selber gesehen) der
Sächsische gesandte Metzsch, vber ihn ge-
stellet, vndt er es gelitten. Der Graf von
Ortemburg aber, Oberster Fitzthumb,
vndt andere cavaglierj haben sich hjnder
mich gestellet, der ich in einem bedeckten
Stuhl, auf der bohrkjrche, vndt dem Pfarrer
viel näher geseßen. Knesebeck Chur Brandenburgischer
vndt Fehlsch Culmbachischer gesandter, haben
sich vndter den Marggrafen gesezt.


Nach der predigt gen hoff, allda es in
der anticamera gewaltige Strittigkeitten, || [[Handschrift: 290r]]
wegen der præcedenzen vndt competenzen
gegeben.


Erfahren, daß nicht so sehr, Graf von Pappenheim,
alß Knesebeck (ohne zweifel auf geheiß
des allten Grafen von Schwarzenberg) dem
iungen Marggrafen von Anspach, in kopf gestecktt,
er sollte mir durchauß nicht weichen, die-
weil sein hauß ein Cuhrhauß[!] wehre, etcetera
da er doch nicht mündig, vndt kejne compe-
tentz haben kan, auch nicht dran gedachtt.


Baldt darauf, (nach dem ich zimlich starck
destwegen, auch mitt dem Marggrafen selber
disputirt,) jst der Kayser, vndt König,
Kayserinn vndt Königinn, auch die churfür-
sten von Cölln vndt Bayern, neben dem
Erzherzog, Churfürstin von Bayern, vndt Ertzhertzoginn,
vnversehens auß der anticamera vnser
aller vnwißendt, heraußer kommen, vndt
seindt zu Chur Bayern, zum bancqueet gegangen.
Der Kayser hat sich tragen laßen. Jch vndt
der Marggrafe, vndt hertzog von Saxen giengen vorher. || [[Handschrift: 290v]]
Der Kayser, König, oder Erzhertzog, thaten
nicht dergleichen, alß ob sie mich sähen, ia man
spührte es in der ChurBayrischen anticamera
außdrücklich, das der Kayser das an-
gesicht von vnß wegwandte, damitt er
vor vns den hut nicht abziehen dörffte.
Pacientia! Aber vndterwegens, aufm
gange vergaß jch mich einmal, vndt satzte
den hut eine kleine weile von mir
selber auf. Zoh<g>e ihn aber baldt wieder
abe[!], alß ich mitt meinen beyden fürstlichen
Freünden redete.


So baldt alß der Kayser hinein war,
giengen wir drey Fürsten wieder darvon,
vndt haben bey dem hertzogk Julius
henrich von Sachßen, vndt Seiner gemahlin
gegeßen, ich vndt der Marggraf von
Anspach, wie auch der Reichs Marschalck
von Pappenheim, der graf Fugker, vndt
Graf von Schwartzenberg, auch etzliche
Damen.


Jch habe allenthalben heütte die oberstelle || [[Handschrift: 291r]]
Vndt præcedentz erhalten, so wol in
der anticamera, vndt Ritterstuben,
alß auch aufm gange, Vndt im Chur Bayrischen
quartier, wie inngleichen, im Sachßen Lawenburgischen
quartier, also daß mir der Marggraf,
die præcedentz laßen müßen, wiewol
er sje heftig prætendirt, vndt wieder-
fochten, Sje auch auf der krönung zu be-
haüpten vermejnett, alß auch der
Pfaltzgraf von Neẅburg, (welcher auf der
post ankommen) zu manuteniren, soll
im willenß sein. Pacience par force!
Gott helfe daß es nur wol abgehe. Jch habe
den Kayser vmb dero decision, durch Grafen
von Megkaw, Kayserlichen Obersten hofmeister
vndt Grafen von Pappenheim, Reichsmarschalck
bitten laßen.


Geyder hat sich vndter die iehnjgen, so da
sollen zu Rittern geschlagen werden, beym
ReichsMarschalck, auch müßen enrolliren || [[Handschrift: 291v]]
lassen. Madame la Duchesse de Saxe, a estè en Jtalie,
avec Monsieur son mary, <faysant le voyage & retour de Vienne a Loreto, en cinq semaines.>

Montag den 19. ⁄ 29. December


Geyder hat auch noch gestern, mitt dem herrn
Grafen von Trauttmanßdorf geredet, welcher
starck auf meiner seitten gewesen,
aber wegen der starcken Brandenburgischen opposi-
tion nichts erhalten können. Graf von
Megkaw, hat gar kaltt, vndt dilatorisch
geantwortett. Cela me pourroit
faire enrager.


Le Resident de Modena; me disoit avanthier,
a l'Antichambre; que l'Empereur avoit fait part
de ceste election du Roy des Romains, a tous
les Princes d'Jtalie; horsmis a Savoye,
& Parme, comme <ses> ennemis.


Jl barbadomanj6, (secondo il motteggiare
del Galateo) è venuto.


Zeitung daß die Schweden, auf ChurSaxen zu,
gehen, vndt Götz sich in Westfalen retirirt habe.


Vormittags hat mir in der anticamera der Graf
von Pappenheim gesagt, die decision wehre || [[Handschrift: 292r]]
schon ergangen vom Churfürstlichen collegio, daß die
Fürsten von den Churhaüsern, sollten vorgehen,
vndt dem Kayser dienen. Jedoch stellte
man es dahin, ob ich vorschneiden wollte,
der Pfaltzgraf von Neẅburg sollte das
trincken tragen, alß des Kaysers na-
her freündt, vndt anverwandter.
Patientia, per forza. Er sagte auch,
es hab sollte nach mir, der hertzog von
Sachßen, vndt dann, der Landgraf von
Leüchtemberg gehen. Bayern <Vndt sein Doctor Richel7>, vndt Brandenburg
(hoc est Brandenburgische gesandten) wehren sehr wieder
mich gewesen.


Jn der anticamera hat mich auch der Oberste
Gall, durch introduction des hertzogs von
Sachßen, angesprochen. Jch habe ihm die
meynung gewaltig gesagt, was ich von dem
iehnjgen hielte, welcher gedencken, will
geschweigen, sagen sollte, waß ihm schuldt
gegeben würde. Er hat sich zum höchsten || [[Handschrift: 292v]]
endtschuldiget, vndt sagt er wolle seinen
kopf dran setzen gegen den iehnigen der
es ihm nachgesagt, ia viel mehr hette
er bey leibs[-] vndt lebensstrafe seinen
Soldaten ordre gegeben, das zimmer da-
rinnen wir wehren, auf meinem hause
Bernburg bey der occupation zu ver-
schonen, ob er schon davor, wehre beschädi-
get worden. Ja man hat ihm gesagt,
ich hette es ihm schuldt geben, daß wir
also wehren geplündert worden, wehre er
doch nicht drinnen gewesen. (Jch habe
es aber nit gethan) Die ChurSächsischen hetten wol
mögen beßere ordre halten. Als ich
mich Vber seinen Bruder beschwehrte, da
sagte er, er wehre ein Narr, hette sich
in der ersten furie nicht moderirt.
Ja er der oberste hette eine ehre darinnen
gesuchtt, vnsere zimmer, in sonderheitt das
Frawzimmer zu salviren. Jch sagte || [[Handschrift: 293r]]
wenn er daß geredt hette so hette ers
nicht geredt, alß ein <ehrlicher> cavaglier <Sondern wie ein ander etcetera>c, vndt ich
müste es ressentiren[,] ich vndt mein gantz
geschlecht, vndt alle vnsere Freündtschaft
ia alle Fürsten, so lange wir eine ehr-
liche ader, oder Fürstliche blutsTropfen im leibe
hetten. Er sagte Gott sollte ihn behü-
ten, sich solcher hohen personen feindtschaft
aufzuladen, vndt offerirte seine dienste.
etcetera
Also ließe ichs bewenden, biß dahin daß meine
schwester mir sagt, wer es gewesen der
es ihr angezeigt, weil er der oberste es
nicht gestehet.


Jch habe gewaltig mich vernehmen laßen,
vndt protestirt in der anticamera wegen
des præjuditz aller Regierenden Fürsten,
vmb des iungen Pfalzgrafen vorgangs
willen, wie auch des Marggrafen.


Der iunge Marggraf von Anspach, der
ReichsMarschalck Pappenheim, nach dem Culmbachischen
abgesandten, graff von Ortemburg, der von Görtzen,
Hermannus de Werve, haben mitt mir gegessen zu Mittage[,] || [[Handschrift: 293v]]
<Jtem: der oberste Fizthumb.>


Nauwach ist an nebenTisch gekommen.


Nachmittags habe ich meinen hofmeister cum protestatione
an Graf Megkaw, neben Grafen von
Pappenheim geschicktt. Es bleibt bey
der Churfürstlichen decision sagt der Graf von
Megkaw. Graf von Pappenheim hat vor mich geredt.


Doctor Meisterlen hat mich besucht wegen
Pfalzgraf Ludwig Philipßen.


Antwortt von hilpoltstain von
der wittwe vndt dem Pfaltzgrafen.


Abends wieder nach hoff, vndt in die
anticamera alda ich mich abermalß sehr be-
schwehrt, vndt protestirt, jn præsentz des
Marggrafen, gegen den Reichsmarschalck,
nach dem ich vom Kayserlichen Obersten hofmeister,
graf von Megkaw, wegen der antwortt, an ihn
remittirt worden. Derselbe hat mir im
Nahmen Jhrer Kayserlichen Mayestät angezeigt,
dero endtlicher wille, vndt meynung
wehre, ich sollte laßen den Pfaltzgrafen
von Neẅburgk, vndt Marggrafen von || [[Handschrift: 294r]]
Brandenburg vber mich gehen, weil es die
herrn Churfürsten also gut gefunden, vndt Jhre
Mayestät nicht gerne, dero einhelligen Schluß,
sich opponiren wollten. Dieses wehre also
Jhrer Mayestät letzte decision in diesem paß.
Stelleten mirs aber frey, ob ich vorschnei-
den wollte, oder andere es verrichten laßen.
Jch mußte acquiesciren<pariren> weil es Jhre Kayserliche
Mayestät befehlen theten, wollte aber hiemitt
protestirt haben, daß ich mir meinem hause,
auch keinem eintzigen Reichs Fürsten, hiedurch
begehrte, einiges præjuditz durch diesen actum
zuzuziehen, vndt wollte diese protestation
auch schriftlich eingeben. Wüste nicht, wie
ich sonsten, bey andern haüsern, alß Pommern,
Mecklenburg[,] <Braunschweig, Lünenburgk[,]> hollstein, heßen, Baden,
Wjrtemberg, Saxen Lawenburgk,
Lottringen, Leüchtemberg &cetera würde will-
kommen sein, vndt bey allen regierenden Fürsten.


Man sagt, Chur Bayern mache nur diese
händel, weil der Kayser seinen vettern, herzogk
Albrechts Sohn nicht auffsetzen lassen.

|| [[Handschrift: 294v]]


Fürst von Eggembergk beklagt sich auch zum
heftigsten, daß da vor 6 iahren schon, sein
herrvatter zum Reichsfürsten gemacht worden,
vom Kayser, man es ihm an itzo disputiren
wolle, nemlich das Churfürstliche collegium vndt
wollen ihn vor keinen Reichsfürsten erken-
nen biß er sich begühtere, da er doch
zum Bayerischen krayß, so viel contribu-
irt
, alß der Landgraf von Leüchtemberg.


Der Kayser heist vnß nun nicht
mehr aufsezen, wie er vor diesem gethan.
Daß macht, daß Churfürstliche collegium,
welches Jhrer Mayestät selbst eigene inten-
tiones vmbstößett.


La Cave ist bey mir gewesen, endt-
schuldiget sich seinen herren den
Grafen von Schwarzenberg daß er vor den
iungen Marggrafen geredet, weil
er eines Churfürsten Sohnes Sohn wehre,
vndt der Churfürst ihm befohlen hette,
in Seiner jnstruction, sich auch des || [[Handschrift: 295r]]
gantzen hauses anzunehmen, verglimpfts
aber gar sehr, mich nicht gern zu offendiren.

Dienstag den 20. ⁄ 30. December


Den Conte d'Onnate Spannischer extraordinar Ambassador
habe ich gestern auch in der anticamera,
mitt wenigen, vndt er mir, gar höflich zugesprochen.


Es scheinet, dieweil der Pfaltzgraf von
Neẅburg, dem Kayser befreündet, vndt man
ihm den Tittul Durchlauchtt gibet, er auch Päbstisch
ist, das man jhn destwegen, also wolle hervor-
ziehen, a<A>lß auch dem Churfürsten in Bayern,
placitiren. Jtem: weil er ein einiger Sohn
ist (wie auch der Marggrafe) vndt der näheste
succeßor seines herren vattern. &cetera


Erstlich in des Kaysers, darnach in der
königlichen anticamera aufgewartett, heütte
früh, vmb 7 vhr. Contrastj mitt dem <Allten> Grafen
von Schwartzenbergk, welcher mich viel reformj-
ren wollen, daß ich vnrecht hette, mitt dem <Chur>hause
Brandenburg zu competiren. &cetera Cingendus habetur pro
cincto, die Churhaüser gehen allen andern vor. || [[Handschrift: 295v]]
Die Churfürsten wehren den Königen gleich zu
zu achten, Man sollte sehen wie es die Kron
Schweden machte, ob schon die Königinn vnmün-
dig wehre, dennoch giengen ihre Gesandten,
vor allen<r> Chur: vndt Fürsten gesandten.


Jch antwortete genug darauf, vndt wollte
mich durchauß, vom vorschneiden nicht verdringen
laßen, wiewol es der ChurBrandenburgische gesandte,
wie auch der Marggraf selbst, gern gesehen.


Der ChurSächsische gesandte Metzsch, hat auch
gar viel in der königlichen anticamera mitt
mir geredet, vndt das exempel angezogen,
mitt dem Friderico V. Electore Palatinae anno 1612
zu frankfort, daß ob er schon vnmündig gewesen,
er dennoch vber alle Regierende Fürsten,
damalß gegangen. &cetera


Chur Bayern ließ sich das schwert
vortragen, vndt holete (in seinem
Churhabit) persöhnlich den Römischen König,
begleittete ihn zum Kayser. Von dannen
giengen wir mitt dem Kayser, alle mitt- || [[Handschrift: 296r]]
einander zur kirchen, der Kayser ließ sich
tragen, der König gieng neben ihm hehr. Vor
Jhrer Mayestät, der Churfürst von Bayern, <vnd ChurSächsische vnd ChurBrandenburgische gesanten[,]> darnach
die Ehrenholde, 5. darnach der obrist hofmeister, graf
von Megkaw. Vor diesem her, giengen wir
Fürsten, Pfaltz, Brandenburg<[-]Anspach>, Jch vndt der herzog
von Saxen Lawenburg[.] Nahmen auch also <Vnsere> sessiones
in der kirchen, im Fürstenstande. Die Geistlichen
Churfürsten vndt Erzbischoffe erwarteten vnser,
in der kirchen, in ihrem geistlichen ornat mitt
vielen Bischoffen, vndt Jnfulen, &cetera[.]


Jn der kirche, wurden die bey der krönung ge-
braüchliche ceremonien gehalten, wie daß alles
von 600 iahren hehrkommen, auch beschrieben wirdt
werden. Der Kayser war in seinem habit,
vndt krone, der König auch in seinem Churfürstlichen
habit, biß er gekrönet wardt, vndt
gesalbet, &cetera vom Churfürsten von Meintz.


Auß der kirchen, giengen wir wieder
vorm Kayser her, biß aufs Rahthauß, vndt
allda wurden auch die gewöhnlichen ceremonien
mitt den gebrahtenen ochßen, mitt wejnd
rinnenden brunnen, (Man sagt von 100 eymern)
vndt dem geldt außwerfen, (man sagt von 4000 Gulden (florenus)f:) || [[Handschrift: 296v]]
güldene vndt Silberne Müntze, wie zu Franckfurtt
gehalten. So muste auch der Churfürst von Bayern,
alß Ertztrucksäß, zu pferde 2 eßen tragen<holen>, vndt
darnach zu fuß auf die Tafel hinein bringen.
Zween Grafen führten ihm daß pferdt.
Der Graf von Pappenheim Reichsmarschalck
ist an stadt des Churfürsten von Sachßen in den haber
mitt dem silbernen Meß hinein geritten.
Darnach ist er preiß gemacht worden.
Jch habe auf dem panckeet dem Kayser
vorgeschnitten, auch waßer gegeben. Der
Pfaltzgraf von Neẅburg, hat die handts-
quehle
gehalten, ich das gießbecken, der
Marggrafe (par mesgarde) daß gießfaß.
Nach der Mahlzeitt, hatt er es gar
versehen, daß er zu spähte kommen, vndt ich
allein, handtfaß, vndt gießbecken dem
Kayser vorgetragen. Mitt dem vorschnei-
den habe ich mich beholfen, so gut alß ich es
gekondt, wiewol ichs gar schlecht gemachtt,
dieweil ich es nie versuchtt. Aber Jhre
Mayestät der Kayser, wie auch der König,
seindt sehr wol mitt mir zu frieden
gewesen. Jch hatte zwar mehrentheilß || [[Handschrift: 297r]]
Reichsgrafen (so auch mitteinander, wegen des
vorgangs, competirten) zu Trucksäßen, aber die
allten speisen, <Teller[,]> lichter, vndt solche sachen, wurden
nur von den Kayserlichen pagen weggenommen,
welches ich gern anderst gesehen. Der Pfaltz-
graf von Neẅburg stunde dem Kayser alle-
zeitt vorm trjncken, vndt wir beyde haben
nichts gegeßen. Zur lincken<rechten> handt, ejne
gute ecke, vom<ns> Kaysers Tafel, ein tabulat nie-
driger, aß der Churfürst von Meinz, an einer
absonderlichen Tafel, zur rechten<lincken> handt in gleicher
distantz, der Churfürst von Cölln aß auch absonderlich.
Vnferrne von Chur Mentz, an einer eigenen
Tafel Chur Bayern auch also. Nicht ferrne
davon gegenvber, war die Fürsten Tafel,
daran saßen, die Bischoffe von Oßnabrück,
Regenspurgk vndt Brixen, der Marg-
grave von Brandenburg[,] hertzog von Saxen,
vndt Fürst von Eggembergk, welchen man
vor einen Reichsfürsten im Churfürstlichen collegio er-
kennet, oder es ihm angezeiget, alß wir eben
auß der kirchen gehen wollen. Nota: der Kayser
ist sehr wol heütte mitt mir zufrieden gewesen,
hat mir gute mine gemacht, auch mir eines vber || [[Handschrift: 297v]]
der Tafel zugetruncken, nach dem er erst
allen denen an der fürstenTafel sjtzenden Fürsten,
eines gebrachtt, darnach ejnes dem Pfalzgrafen
darnach ejnes mir. Jm rückwege
haben wir den Kayser fahrende begleittet,
vndt wir Fürsten seindt vorhergefahren,
hetten zwar fahren<reitten> sollen, aber im
gedrenge, nicht alle darzu kommen können.


Es ist ein grawsam gedrenge gewesen,
vndt viel cavaglierj seindt iämmerlich
geschlagen worden, <dem Conde d'Onnate sein Mantel wegkommen.>


Nota Bene Der König hat auch vjel cavaglierj, zu
Rittern geschlagen, vndter andern, auf
meine jntercession, meinen hanß Philips
Geyder, daran mir eine große gnade,
vndt ehre wiederfahren. Es ist der gene-
ral Major Peter Göz, auch viel ca-
vagljerj, Grafen vndt Obersten, zu
Rittern geschlagen worden, <in die 18 personen.>


Beym bancqueet hat auch der Churfürst
von Cölln <gar höfflich> mir von Seiner Tafel eines gebrachtt,
auf des Römischen Königs gesundtheitt, pro
pace & victoria, & fælicitate &cetera[.]

|| [[Handschrift: 298r]]


Zu hof vmb 5 vhr Nachmittags wiederkehrende
haben mir alle 3 Churfürsten gar freundlich
zugesprochen.


heütte Morgen ließ sich auch der König
gar höchlich endtschuldigen, daß er es wegen
der præcedentz nicht weitter bringen können,
hette es<wie er> gern thun wollen <vndt sollen>, köndte aber numehr,
des Kaysers, vndt der Churfürsten decision;
<vndt darauff erfolgte Kayserliche ratification,>
nicht mehr endern.


Das Tuch, darauf wir gegangen, ist
auch alleß preiß gemacht worden.


Alß der Kayser diesen abendt, bey vns
vorüber gegangen, in der Anticamera haben
Sie den hut vor vnß abgenommen.


Beym bancqueet vber der Tafel, hat
der König vnser keinem keines gebrachtt.
Er saß neben dem Kayser, <an der Tafel, machte gar gute mine.>


Nota: Eine stadtliche musica in der
kirchen, vndt freẅdenschall. Jst sonsten
Gott lob, alles wol abgegangen,
vndt kein Todtschlag oder vneinigkeitt gehört
worden. L'Empereur estoit bien pasle. Je suis
content de tout, horsmis que je crains, d'estre degradè. || [[Handschrift: 298v]]
&cetera[.] Dieu peut deposer & rehauser.


Nota Bene[:] der Erzhertzogk ist heütte jn der kirchen,
zwischen beyden seinen <Freundlichen> schwestern gestanden,
der Churfürstinn von Bayern, vndt der Ertzhertzogjnn.


Die Spannjschen Bohtschafter hatten auch
ihren standt vor sich, jn der kirche. Kahmen
aber zum bancqueet nichtt.


Tout est allè gayement & magnifiquement.


Man hatt nicht allein in<vor> der kirche salve
geschoßen, vndt Vjvat Rex gesungen, vndt
geruffen, sondern auch vorm Rahthause.


Zeitung daß die Schweden mitt dem Cuhrfürsten[!]
von Saxen, ejnen Stillestandt getroffen.


heütte in diesem actu; habe jch billich
müßen den Churfürstlichen gesandten, wie auch
den Churhaüsern, insonderhejtt der Churfürstlichen
decision, vndt Kayserlichen befehlich, vor
allen dingen, pariren, vndt cediren,
nolens, volens. habe mich aber gar
gern Jhrer Kayserlichen Mayestät willen submittirt,
vndt bequehmett.


Jhrer Mayestät hof: vndt kammercavaglierj,
seindt auch treflich wol mitt mir zu frieden
gewesen, bevorab Graff von Megkaw. || [[Handschrift: 299r]]
Gott gebe nur gnediglich die continuation.


Nota: Jch bjn heütte vorm Rahthause zimlich inß gedrenge
kommen, benebenst dem hertzogk von Sachßen, vndt
hette leichtlich ein groß vnheil darauß endtstehen
können, wenn vnß nicht der Graf von Megkaw,
mitt etzljchen bescheidenern heetschirern, wehre zu
hülfe gekommen.


Alß wir eben aufm Rahthause gewesen, da
hat mein eines kutzschenpferdt angefangen zu kollern,
pro malo omine. Jtem: soll neẅlich aufm
wahltage allhier, (da ich zu Nittenaw war)
ein großer Stein zwischen dem Kayser vndt König,
im heraußgehen auß der kirche, vom dach gefallen sein,
welches wol seltzame explicationes vervrsachtt.
Jst aber ein groß glück, daß solcher Stein Jhre Mayesteten
nicht beschädiget, da er ihnen doch so nahe gewesen.


Graf von Trauttmanßdorf half auch heütte
Morgen darzu in der königlichen anticamera, daß Jhre
Mayestät durchauß nicht wollten, daß den Churfürstlichen
haüsern sollte præjudizirt werden. Ainsy
la force l'emporte.


Nota Bene Nota Bene Nota Bene[:] Songe de ce mattin, de
deux dents perduës, l'une devant;
l'autre au costè droict.

|| [[Handschrift: 299v]]

Mittwoch den 21. ⁄ 31. December


J'ay apperceu beaucoup d'envie & emulation,
contre moy, & mon nouveau Chevallier Geyder,
a cause de ceste belle dignitè & honneur,
quj luy est arrivè pour l'amour de moy.


Virtutis comes invidia.8


Vt umbra corpus, ita virtutem adversarius sequitur.9


Jch habe die beschreibung des gesterigen
actus, von den ChurSäxischen gesandten, bekommen.


Ein klagschreiben von der herzogin von Wirtemberg
empfangen, durch einen Wirtembergischen Amptmann,
welcher in 4 tagen, von Straßburg hergeritten,
per Stuckgardt, vndt Donawert. perge


Der Churfürst von Bayern, hat einen kammer-
herren Welser zu mir geschickt, vndt mir die
begehrte ernennung zur visite, vmb ¼ vor
viere vhren Nachmittags wo ferrn es mir gelegen
wehre, anzeigen laßen.


Bey Chur Bayern, vndt darnach bey Seiner
gemahlin gewesen. Es war eben der Marggraf
bey dem Churfürsten. Jch satzte mich vber ihn.
Der Churfürst endtschuldigte sich, daß er mir nicht
wehre entgegen gegangen, weil er den Marggrafen || [[Handschrift: 300r]]
bey sich gehabtt, vndt war gar höflich, redete
fast allezeitt mitt mir, vndt offerirte sich gar wol.
Wir musten auch die hüte aufsezen mitt ihm.


Bey der Churfürstin, welche mir biß an
die Thür entgegen gieng, wardt ich gezwungen,
aufzusetzen, vndt offerirte sich gar höflich.


Ehe ich diese visite that, kam <Levin von> Knesebeck
zu mir, in mein losament. Jl faysoit fort
de l'entendu; & taschoit avec beaucoup de
civilitè & quelquesfois incivilitè, de rem-
barrer mes raysons, voire de les destruire;
pour monstrer, que je ne devois preceder au
Marquis de Brandenburg & Conte Palatin
de Neẅburgk, comme aisnèz, (non cadets
de la mayson) par l'exemple de Frideric V.
a frankfortt l'an 1612 a la diete de l'election,
par l'exemple du Conte Palatin Auguste
a Leiptzigk <1631>, quj precedoit tous les Princes
regnants a ceste celebre (voirement) Diete,
(ou la conclusion fut faite, de faire la
guerre a l'Empereur) blasmant les procedures
& coustumes des Ambassadeurs Palatins, &cetera || [[Handschrift: 300v]]
&cetera quj avoyent non seulement laissè preceder
les Princes, mais aussy des Contes, (a ce qu'jl
dit,) au grand prejudice de leur maistre. Que
la dignitè des Electeurs est Royale, qu'on a
fait ceste conclusjon & decision icy au colle-
ge Electoral, que les aisnèz doyvent preceder
aux autres Princes. Que le Conte de
Schwarzenberg voyant, que i'jnsistois si fort
a preceder au Marquis, auroit dit en colere:
Meine regierung, würde so gar weitt nicht
hehr sein. Voyla dont il s'excuse. Mais ie
n'ay pas entendu ce mot qu'il aura dit
entre les dents envers d'autres se destour-
nant de moy, autrement je l'aurois bien voulu
faire taire dans l'Antichambre du Roy.
Jls me veulent disputer aussy; ou es-
mouvoir une question d'estat, sj ie suis
Prince regnant ou non, a cause que
la Principautè d'Anhalt n'a qu'une
voix aux dietes, horsmis Gernrode,
& que l'aisnè de nostre mayson, a ordinairement
la session aux Dietes. Que comme Ambassadeur de mes || [[Handschrift: 301r]]
Oncles & cousins j'aurois place d'Ambassadeur apres
les autres Princes. Que Lorraine estoit souve-
rain, competant avec les Electeurs mesmes.
Mais pour quelques appartenances a l'Empire, il
auroit jusques icy marchè apres nostre mayson.
Que Hessen, Baden, & Anhalt, n'auroyent
point disputè la preseance au Conte Palatin
Auguste, seulement les Ducs de Weymar, Al-
temburg, Coburg, & Bareyt. &cetera[,] avec mille
telles impertinences,<;> que j'admire en un si sage
homme, fascinè de la crainte & frayeur du
Conte de Schwarzenberg lequel Conte est un
vray Atheiste; & ne croyt rien du tout, &
m'est a moy, comme aussy son fils ennemy mor-
tel, avec une Antipathie extraordinajre.
Jl dit aussy le dit Knesebeck, que la
Pomeranie, avoit deux voix aux Dietes.
perge


Le Conte d'Ortemburg, m'est aussy venu voir,
m'accompagnant vers l'Electeur de Bavieres.


Ce lieu de Ratisbonne m'est dangereux, ayant
aussy un R: Dieu me vueille garder de quel-
que meschant tour, traistre, trahisons, ou perfidie. || [[Handschrift: 301v]]
&cetera[.] Jl se plaignoit assèz incivilement,
le dit Levjn de Knesebeck; de ce, que je ne
luy faysois mettre son chappeau. <<Nota:> Wenn die pumpsäcke, Märcker, vndt andere watt[-] vndt dattsprecher wollen welsche possen anfangen, haben Sie kein geschicke, vndt fallen nur mitt der Thür, inß hauß. et cetera>

Donnerstag den 22. December 1636 ⁄ 1. Januarij 1637.


Apres force inquietudes souffertes ceste
nuict, hat, alß ich aufgestanden, vndt
fertig gewesen, der Meckelburgische gestern
angekommene Gesandte, Johann Milde,
von Meiner Schwester der hertzoginn
ein credentzschreiben <de dato güstero den 13. 8bris> eingeschicktt, sich
dadurch legitimirt, vndt ich habe ihm
eine stunde hernach zur audientz,
ernennen vndt ansagen laßen.


hernacher hat er sich selber eingestellet,
vndt querulirt vber hertzog Adolfs gro-
be proceduren, sich rahts erholet, vndt seinen
vertraẅlichen Raht, mir auch communicirt.


Er sagt, die Schwedischen progrediren Jmmer
weitter. Jst sjcher durchgekommen. Der graf
von Schawmburg; jst nicht todt. herzogk
Frantz Albrecht wirdt noch das Freẅlein von || [[Handschrift: 302r]]
Mecklenburg nehmen. Jl me donne des bonnes
esperances. &cetera &cetera &cetera


Zu hof aufgewartett, vormittags allda Jhre
Kayserliche Mayestät der Kayser, dem Pfaltzgra-
fen von Neẅburgk vndt mir gar mildt
vndt gnedigst die handt gebotten, vndt
ein glücksehliges Neẅes iahr gewünzscht,
welches die andern königlichen[,] kayßerlichen[,] Chur:
vndt Fürstlichen herren vndt damen nicht gethan,
nur in transitu, mitt freündtlichem gesichtt.


Der Kayser hat von vnß <Fürsten>, einen ballett
begehret, <weil sich der herzog von Neẅburg, drumb angemeldett.>


Es seindt viel neẅe Jahr, zu (nestel[,] fähnle
vndt solche sachen zu bezahlen) außgetheilet
worden.


Visite vom Grafen von Ortemburg[.]


Zeitung daß die Schweden, im lande zu Francken
eingefallen, vndt zwey städtlein geplündert.


Man sagt, der Kayser werde noch zwey
Monat[!] allhier verbleiben.


Johann Milde ist Nachmittags wieder zu mir kommen.


Zum Erzhertzog Rindorffen geschicktt vmb || [[Handschrift: 302v]]
ernennung einer stunde. Sein Obrist kammerer
hallwyl will mich Morgen anmelden, die-
weil es heütte nicht sein kan.


Der Churfürst von Bayern, hat einen kammer-
herren zu mir geschicktt, mich auf Morgen
gebe gott zu gaste laden zu laßen.


Abends, wieder zu hof aufgewartett,
allda der Pfalzgraf von Neẅburg mitt mir
vndt dem Fürsten von Eggenberg, sich des ballets
halben vndterredet. Es wartete auch
der Churfürst von Cölln, eine gute weile
in der anticamera vndt beklagte sich wie
er wegen seiner verderbten lande, auch ein-
gezogenen Stifts hildeßheim, mitt mir
in einem Spittal kranck läge etcetera[.]
Chur Bayern kahm auch in die anticamera.


Nota: On m'a fait aujourd'huy force
bons souhaits au nouvel an. Le Comte de Mörßberg
me souhaittoit quelques sacs pleins de pistoles,
ou doublons d'Espaigne. Le Baron Gaspar de Starhemberg
1000000 Ducats, ceste annèe, d'autres, d'autres
choses. &cetera &cetera

|| [[Handschrift: 303r]]


Vmb halb neüne, beym Erzherzogk gewesen,
welcher mir, biß in die<Seine> anticamera entgegen
gegangen, vndt mich wieder dahin begleittet,
gar freündtlich mitt mir dißcurrirt:
post curialia vndt gratulationes, vom
iagen des Kaysers, vom ballet, von der
krönung vndt wie es so wol darbey
abgangen. Kein ander schade seye geschehen,
alß das einem bey dem ochßen zween
finger, vndt einem andern ein arm abge-
hackt worden. etcetera[.] Sejn Obrist Kammerer
hallwyl, ließ mir die stunde heütte
Morgen ansagen. Zweene vornehme
Kammerherren empf nahmen mich an, vndten
an der stiegen, vndt geleitteten mich
im abschiedt nehmen, biß wieder an
die Kuzsche.


Discorsj mitt Gleißenthal, vndt
annehmung des Neẅen pagen Schlammerßdorff. || [[Handschrift: 303v]]
etcetera


Zween Grafen von Ortemburgk, haben
mich besuchtt.


Nach hoff, vndt von dannen zum Churfür-
sten von Bayern, allda Chur Meintz,
Chur Cölln persöhnlich alß gäste, Chur
Bayern, alß wirtt, ferrner alß
gäste, der ChurBrandeburgische abgesandte, herr
Graf von Schwartzenburgk, die
bischoffe von Regenspurgk, Oßna-
brück, vndt Brixen, der Pfaltzgraf
von Neẅburgk, Marggraf von Anspach,
Jch, der herzogk von Sachßen vndt Fürst
von Eggemberg, an der Tafel aufm
panckeet geseßen, vndt <es> ist gar
splendide mitt herrlicher ordnung,
stadtlicher tractation, vortreflicher
musica, gar moderaten, doch genugsamen
trincken zugegangen. Man hat vor:
nach: vndt vber der Mahlzeitt, gar feine
dißcurß, vndt gespräch gehalten. Der || [[Handschrift: 304r]]
Churfürst von Cölln, hat seine sonderbahre höflich-
keitt, mitt artiger manier, auch vber diesem
panckeet, gegen mir wißen an tag zu geben.


Der Churfürst von Bayern ist auch gar höflich ge-
wesen, wie auch Chur Meintz, welcher sich zu
allem guten erbotten, vndt gelegenheitt suchen
will, sich noch mitt mir zu besprachen.


Ezliche sagen, der Kayser werde noch
zweene Monat[!] allhier verbleiben müßen,
andere vermeinen, der aufbruch werde gar
baldt geschehen, dieweil Jhre Mayestät sehr
wegeilen sollen vmb dero gesundtheitt willen.


Von ChurBayern, welcher mjtt allen
eingeladenen Chur[-] vndt Fürsten, gantz
die stiege hinundter gegangen, bin ich
mitt dem Pfaltzgrafen von Neẅburg, in
sejn losament gefahren, vndt habe allda,
die visite verrichtett. Er hat sich gar
höflich erzeiget, wie er dann ein wol-
gezogener feiner herr ist.


Discours avec Saxe et Eggemberg, touchant
le desgoust que l'on donne aux Princes. Pacience!

|| [[Handschrift: 304v]]


Le plus est, que l'on nous oste l'honneur
unefois donnè, comme est: de n'oser plus mettre
le chappeau devant l'Empereur, (ce que i'ay fait
autresfois tousjours) Jtem: la competence des
maysons Elecorales, avec les Princes
regnants, &cetera[.]


Mitt dem bischof von Osenbrück gravatim
geredet, wegen der decision der competenz
Churfürstlicher haüser darüber er sich verwundert,
vnd nichts davon wißen will.


Schreiben von der allten Fürstin von
hilpoltstain, mitt 8<6> Rephüner, vndt
4 hasen, bekommen.


Abends wieder nach hof, allda wir
vnß wegen des ballets, berahten, vndt ver-
glichen, mitt Pfaltz Neẅburg, vndt dem Fürsten
von Eggemberg. Es hat aber trefflich viel
difficulteten gegeben.


J'ay notè aujourd'huy; que le Conte
Palatin de Neẅburgk, a donnè en
parlant a l'Electeur de Bavieres, le tiltre
Eẅer Durchlauchtt <mais a l'Archiducq Eẅer Lieb[d]e[n].>

|| [[Handschrift: 305r]]


Le Conte de Schwarzenberg m'a fait au banc-
quet fort grise mine, ne m'a point donnè la
main nj beu a moy, de mesmes que j'ay fait,
tout de mesme a luy, aussy, sans me soucier
de son arrogance intempestive. L'Evesque
d'Osenbrück donne a l'Electeur de Coloigne son
maistre; le tiltre: Eẅer Churfürstliche Durchleüchtig-
keitt.

Samstag den 24. December 1636 ⁄ 3. Januarij. 1637.


fDie Jenigen so von Jhrer Römischen Koniglichen Mayestät zu Ritter geschlagen
worden sindt nachfolgende:
Maximilian Wilibald Graff Truchsäß
von Wolffegla.
Johann Jacob Graff zu Zeill
Peter Graff Götz g<- dieser ist general Major, in der Kayserlichen armada.>
hLadislaus Sesiackj. i<Sie heissen ihn auch Schakj, ein vngrischer Herr.>
jWolff Veit von Mäxelrein.
Hanß Rudolph von haßlang Freyherr.
Georg Rudolph von haßlang Freyherr.
Friederich Ruprecht hußmann von Namedi Freyherr.
Wilhelm Dieterich von Seyen.
hanß Jacob von Sta<r>zhausenk
Johann Antoni Graff Kratz, l<des decapitirten Obersten graf Kratzens Sohn.>
mhenrich Ernst von Kerpen
Georg von Seyboldisdorff
Graff von Törring
Stephan Österhasi n<ein vngerischer vornehmer herr, des Palatinj Sohn in Vngern.>
oJohann Philips Geüder, p<mein Raht, hofmeister, auch der freyen Fränckischen Ritterschafft abgeordneter.>
qHenning Christoph von Flanß.
r<Der vngrische Graff Wudiany, gehört auch darzu.>

|| [[Handschrift: 305v]]


Jch habe Marggraf hanß Geörgen besuchen lasn.
Er ist auf gutem wahn. Wirdt aber ohne
zweifel von den Brandenburgischen gesandten,
(welche mitt ihm diesen vormittag tractiren)
irre gemacht werden. Gott beßere es.


herr Loẅ ist bey mir gewesen. hat
mir eine seltzame historiam erzehlet, von
einem partu supposititio: Nota Bene[:] ce quj me
fait tant plus enrager d'impacience. Nota Bene


Offerte de Johann Löw wegen 2 mille Gulden (florenus)f: von Schlackenwerdt,
par le Duc Jules Henry de Saxen.


Ein Memorial dem König einlifern laßen,
par le Baron de Remßthaler 1. wegen meiner ver-
trösteten assignationen, oder befreyung vnsers
Fürstenthumbs, auf etzliche Jahr. 2. wegen
der herzogin von Wirtemberg Meiner Fraw
Schwägerinn, damitt ihr das Amt Geppingen,
möchte eingereümbt werden.


Nota: Man hatt <vergangene tage> dem ChurSäxischen gesandten,
die session disputiren wollen dieweil er
nur einer vom adel wehre, So hat er geant-
wortett: Müsten doch die andern Churfürsten
leyden, daß einer vom adel Churfürst von Meintz || [[Handschrift: 306r]]
würde, vndt vber sie alle gienge, worumb
er dann nicht, alß ein allter vom adel, auß
einem guten allten geschlecht bürtig, seines
Churfürsten vndt herren ihm anbefohlene stelle ver-
tretten sollte. Darauf hat man acquiesci-
ren
müßen. L'orgueil du Comte de Schwarzenberg est
insupportable. Der herzog von Saxen hat
mirs erzehlet.


Der Meckelburgische Gesandte ist zu mir kommen,
vndt hat sich mitt mir vndterredet, von wegen
Meiner Fraw Schwester, ihrer sache.


Monsieur Geydern zum Pfalzgrafen von Neẅburg, (allda
die ballettäntzer zusammen kommen) geschicktt,
vndt mich wegen eingefallener geschäfte, endt-
schuldigen laßen, daß ich nicht hinkommen können,
ihn aber nebenst dem Fürsten von Eggemberg,
plenipotentziirt, gut zu befinden, waß Sie
schließen würden. Es hat vielerley consulta-
tiones daselbst gegeben, endtlich hat man ge-
schloßen, heütte Nachmittags vmb 4 vhr, noch zu mir
zu kommen, vndt sich ferrner zu vergleichen, auch
in meinem losament zu Tantzen. Gott gebe
nur, daß es wol abgehe.

|| [[Handschrift: 306v]]


Graff von Ortemburgk, ist in procinctu
aufzubrechen.


Lettre de Madame en assèz doux termes,
de dato Plöene, vom 6. December[.]


Der Meckelburgische Gesandte, vndt Gleißenthal,
seindt meine gäste zu Mittage gewesen.


Nachmittags seindt alle drey Grafen von
Ortemburg zu mir gekommen, abschiedt zu
nehmen. Graf Friedrich Casimir aber hat sich recht
wol expectorirt, pour le parentage de
ma mayson. Nota Bene Nota Bene Nota Bene[:] Present double.


Pfaltz Neẅburg hat mir sagen laßen,
aufn abendt, wollten sie vmb 5 vhr, in
meinem hause zusammen kommen.


Visite vom Nauwach, mitt liedern.


Der alte Reichs Marschalck, hat mich
fragen laßen, wegen der competentzen,
wie wir gehen würden, vns zu vergleichen,
damitt aufn Mittwoch die krönung der
Königinn nicht interturbirt werde.


Bey Marggraf hanß Geörgen von
Brandenburg bin ich selber gewesen, vndt habe
ihn besuchtt, gar vertraẅlich.

|| [[Handschrift: 307r]]


Der Churfürst von Meintz, hat mich auf künf-
tigen Montag gebe gott zu gaste laden laßen.


Der Pfaltzgraf von Neẅburg[,] Fürst von Eggenberg,
<Jch,> <Junge> Graf von Schwartzenberg, Sbubna, Graf von
Gronßfeldt, Merode, ein iunger Berka, ein
iunger Graf von Loẅenstein, ein herr
von Baar Vndts seindt in meiner<m>
losament vndt großen Stube zusammen
kommen, einen ballett zu tantzen. Es hat aber
gar vielerley difficulteten gegeben, vndt
ich habe wegen weyhenachten, nicht tantzen mögen.
haben auch raht gehalten, wie es dem Kayser
mitt guter manier abzusagen? Jl semble
que l'on a taschè de jetter sur moy, toute l'en-
vie & malvueillance, de ce refus, ou excuse!


Nota: Le vieil Comte de Schwarzenberg a dit au Marquis
Jean George; que j'avois jettè une disgrace
sur luy, & qu'il le devoit excuser envers
moy, a cause de la preseance du jeune Marquis
d'Anspach, que c'estoit pour maintenir l'honneur
de la mayson d'Anhalt. Electorale de Brandenburg[.]


Man sagt, der Kayser werde gegen
den 20. huius aufbrechen.

|| [[Handschrift: 307v]]

Sonntag den 25. December 1636 ⁄ 4. Januarij 1637.


An vnserm heüttigen Christtage in die kirche,
<dahin> gefahren, vndt das fest nach gelegenheitt der
zeitt, gefeyret.


Nach hoff, allda zettel sejndt außge-
theilt worden vor Fürsten so wol alß
andere, welche nur sollen in die comœdie <oder>
<ballett ein>gelaßen werden, aufs rahthauß.


Nota Bene[:] Graf von Pappenheim Reichsmarschalck sagte
mir heütte, er hoffte nicht daß es competenzen
beym ballet geben würde, dieweil es doch
bekandt, daß vnser hauß, ohne streitt dem
hauß Leüchtemberg vorgienge.


Es seindt heütte noch viel neẅe Jahr außge-
theilet worden, auß meinem beüttel, den
Kayserlichen vndt königlichen bedienten.


Jl semble; que nostre desseing, de faire
entre nous cavalliers, un ballet, sera
rompu, & on <en> jmpute toute la faulte a moy
innocent, comme si j'en estois la cause, &
que les Calvinistes, ne dancent pas volontiers.


Nachmittags ist ein stadtlicher ballett, aufm Raht-
hause, von Damen, vndt pagen gehalten || [[Handschrift: 308r]]
worden, auch eine schöne Scena darbey
gewesen, von allerley machinis vndt figuren.
Es ist gesungen worden, wie alle länder, dem
Ferdinando III. gratuliren. Einen gewaltigen
geschmuck von stadtlichen demanten, haben
die 22 Tantzende Damen, an sich gehabtt.
Die pagen haben zuvor getantztt. Es ist ein
Da sehr schöner ballet gewesen.


Darnach haben die Damen, vornehm-
lich die vornehmste mittTäntzerinn <Erzherzogin> Cæci-
lia Renata den Kayser aufgezogen vndt
die andern Damen, haben mitt Fackeln
vor: vndt Nachgetantztt. Darnach dem
König. Darnach ists durcheinander gegangen,
vndt hatt der König fleißig getantzt,
wir andere Fürsten auch, alß Pfalz Neẅ-
burgk, Marggraf von Anspach, vndt ich. Es
wardt vnß auch befohlen, mitt der Erzherzo-
ginn zu tantzen. Jch habe vor mich selber
mitt der Churfürstinn von Bayern getanzt.
Einmal hat auch die Kayserinn mitt dem
Marquéz de Castagneda Spannischen Ambassador getantztt. || [[Handschrift: 308v]]
es gienge darnach mitt den cavaglierj
alles durcheinander, auch ohne respect
des Königes, vndt war alles lustig,
außer die iehnigen, so von den Trabanten
ohne vndterscheidt zu rück geschlagen,
nicht hinein kommen kondten, wie
dann vielen cavaglieren begegnet ist.


<Entretenu force belles Dames.> Der Churfürst von Meintz (welcher
gar freundlich mitt mir geredet) wie
auch Chur Cölln, vndt Chur Bayern, <der Erzherzogk wie>
auch beyde Spannische bohtschafter,
nebenst dem Nuncio vndt beyden
Churfürstlich Säxischen vndt Brandeburgischen Abgesandten,
(welche beyde man nicht aufsetzen
ließ) wie auch der bischof von Osenbrück
nebst vorgedachten Fürsten <alß Neẅburg, Anspach, Jch, Eggemberg.> seindt
auch mitt bey der action vndt
Tantz zuschawer gewesen.


Abends mitt dem Kayser wieder
nach hoff, allda der Marggraf
von Anspach, abschiedt von vnß genommen.


<Nota Bene[:] On ne nous a point fait couvrir a la comedie.>

|| [[Handschrift: 309r]]

Montag den 26. December 1636 ⁄ 5. Januarij, 1637.


Jl semble que l'Empereur me fit hier grise mine, a
cause du ballet, que je n'avois voulu entreprendre.


Avanthier j'eus une assèz bonne fortune. Mais
l'adversjtè ordinaire; quj la suit de près, la va
consumant. Je la cerche[!] encores meilleure.


Förstenhaüser hatt mitt Graf Schligken
geredet wegen des einen puncts im königlichen
Memorial. Er hat sich sehr wol erbotten.
Jm andern paß, will mitt Graf von Trauttmansdorff
zu reden sein, wegen der herzogin von Wirtemberg[.]
Wegen Aßcanien vnd Meckelnburg hat
sich Graf Fugker auch gar wol erbohten.
Gott gebe vnß den erfolg. Amen.


L'Archiduchesse Cæcilia Renata, me pro-
mit hier au bal, pour asseurè le pourtrait
de l'Empereur & l'Jmperatrice. Item: la charge
que je donneay a l'Ambassadeur d'Espagne Marquis de Castagneda[.]


Jn der Neẅen kirche allhier zu Re-
genspurgk, habe ich vormittags predigt gehört,
vndt in einem absonderlich Tapizirten fürsten-
standt, vber die ChurSäxische gesandten, gestanden.
Diese kirche ist gar ein schön gebaẅde. Gleissen- || [[Handschrift: 309v]]
thal hat mich auch dahin begleitten helfen.


Förstenhaüsern habe ich zum Grafen von
Trauttmanßdorf geschicktt. Der remittirt
vnß wegen des königlichen memorials, an den
herren Kurtzen, welcher noch keine audienz gehabtt.


Vormittags nach hoff, allda vndterschiedliche
zeittungen dißcurrirt worden.


Von dannen, mitt dem hertzog von Saxen,
vndt Fürsten von Eggenbergk, zum Churfürsten
von Meintz, welcher vnß auf der Stiege
entgegen kommen, vnß die Oberstelle
angebohten, vndt vnß gar splendide
tractirt, mitt guten speisen, wein,
vndt musica.


Die eingeladenen Chur: vndt Fürsten,
welche an der Tafel saßen, waren:
1. Chur Cölln. 2. Chur Bayern.
3. der Ertzhertzogk Leopoldt Wilhelm.
4. Chur Meintz. 5. der Bischoff
von Oßnabrück. 6. Pfaltzgraf von
Neẅburgk. 7. Jch. 8. hertzogk von
Sachßen. 9. Fürst von Eggembergk.

|| [[Handschrift: 310r]]


Vor: vndt nach der Mahlzeitt, musten
wir vnß setzen, in des Churfürsten stube, dar-
nach
<mitt bedeckten> haüptern, vndt gab es allerley
dißcurß. Vber der Tafel, bedeckte
sich kein einiger.


Vber tisch brachten mir alle Chur:
vndt Fürsten eines, außer Chur Bayern,
welcher nicht gern trincktt. Der Erzher-
tzog aber, brachte mir auch eines. Vndt es
wardt genug getruncken. Die bouffons
fanden sich auch 5 in der anzahl herbey.


Nachmittags nach dem man ejn wenig
conferentz gepflogen, vndt mich sonder-
lich wegen Erfurdt befragett, ist man
allerseits voneinander gegangen, vndt
der Churfürst, biß an die kutzschen,
davor er so lange gewartett, biß
wir, ein ieglicher an seinen ortt; dar-
von gefahren.


Le Prince d'Eggenberg <quj entend tresbien la valeur des pierreries,> m'a contè, d'avoir veu
a Madril, un Diamant de 500 mille escus. Jl
a taxè le mien, a 300 Livres tournois₶: quj ne me couste que 100.

|| [[Handschrift: 310v]]


Jch habe auch heütte dem Gabrianj in der
anticamera zugesprochen, wegen des gesterigen
gedrengs, vndt daß man meine cavaglierj
so doch contra segnj gehabtt, nicht einlaßen
wollen, darauf endtschuldigte er sich,
vndt sagte, die Kayserinn hette es
zweymal befohlen mitt ernst, es sollte
kein Mensch mehr hinein gelaßen werden,
Er hette auch zweymal gute filß bekommen,
daß er noch so viel leütte eingelaßen. Bittet,
man wolle es ihm nicht imputiren.


Graf von Pappenheim Reichs Marschall
sagte abermal heütte zu mir, der
Landgraff von Leüchtemberg, müste
mir vndt Sachßen Lawenburg nachgehen,
wehre auch allezeitt auf Reichstägen,
in der vmbfrage der letzte. Er hatt
auch dergleichen, wjeder herzogk Julius henrichen
von Sachßen Lawenburg gedachtt[.]


Es haben sich viel cavaglierj darüber
beschwehrt, daß Sie gestern, im gedrenge
so gar vbel angelauffen, vndt mitt || [[Handschrift: 311r]]
schlägen gar tractirt worden, vndt man hatt
Sie darzu nicht eingelaßen.


heütte Morgen ist der iunge Marggraf
von Anspach, wieder verraysett, nach dem ihm
der muht gewachßen, weil er den von den
Brandenburgischen gesandten, vnnöhtiger
weyse, erregten præcedentzstritt erhalten,
vndt ich numehr, nicht gutwillig, sondern auß
befehlich, solch præjuditz verwilligen müßen.
Werde aber doch, auch schriftlich, dar-
wieder protestiren.


Der Reichsmarschall Graf von Pappenheim hat mir sagen laßen,
drey Fürsten vndter vnß, sollten sich ver-
gleichen, dann einer sollte dem Kayser, der
ander der Kayserinn, der dritte der<m> Römischen
König, vorm Trincken stehen, vbermorgen.


Landtgraf von Leüchtemberg hette zu ihm
geschicktt, vndt sagen laßen, er befünde
auß den Reichsconstitutionen, daß sein hauß
vnserm hause vorgienge. Jedoch wollte er
sich destwegen gern mitt mir vergleichen.


Jch werde mich bewerfen, vf vnserer allten
Churhaüser prærogativam, vf des allten Doctor Fe-
derle (vom Anhaltischen gelehrten gesandten,) selbst erzehlten || [[Handschrift: 311v]]
fehler, den ich auß Meines herrnvatters Sehliger
munde selbst erzehlen hören, wie nemlich die
landtgräflichen Gesandten ihre session nicht gewußt,
vndt eben den Anhaltischen gesandten befragt,
wo sie ihre sessjon, doch nehmen sollten, da
wehre ihnen der Anhaltische, auß vnzeittiger
ehrerbiehtung, gewichen, zu seiner princi-
paln höchsten vnwillen vndt præjuditz.


Gestern beym Tantz, hat auch der Ertzher-
tzog, wie auch der König, gar freündtlich
mitt mir conversirt.


J'ay sceu aussy, que dernierement sous peine
de la vie<grande disgrace>, auroit estè defendu, de la part de
l'Electeur de Bavieres, a tous ses serviteurs,
de ne demander point les estrenes a pas
un Prince, ce quj sent sa generositè,
& coeur magnanime.


Conversatio mitt dem Meckelburgischen gesandten.


hertzogk von Sachßen, hat heütte zu mir ge-
schicktt, vndt mich wegen der competenz mitt Leüchtemberg || [[Handschrift: 312r]]
verwarnen laßen.


Vormittags nach hoff. Es seindt aber Jhre Kayserliche Mayestät
in der kirchen gewesen. Bin aber mitt, zu Chur
Cölln geritten, alda Jhre Mayestät mahlzeitt
halten werden. Dieweil ich aber nicht
invitirt gewesen, bin ich wieder zu
rück nach meinem losament geritten.


Jn der anticamera habe ich den Land-
grafen von Leüchtemberg gesehen. Er ist
mir aber endtwichen.


J'ay fait en passant, la reverence a
Madame l'Electrice de Bavières & a Madame
sa soeur l'Archiduchesse, me faysant
fort gracieux accueil & visage.


Der visite halben, habe ich zum Landtgra-
fen von Leüchtemberg Förstenheusern geschicktt,
der hat sich gar höflich endtschuldigett, aber
nicht permittiren wollen, daß ich zu ihm
kommen sollte, sondern will mich in der
anticamera sprechen,


Marggraf hanß Geörg ist zu mir
kommen, vndt hatt mich besuchtt.

|| [[Handschrift: 312v]]


Der ReichsMarschalk hat befehl bekommen,
dem Fürsten von Eggemberg, kejne aufwar-
tung oder dienst bey der krönung, auf Morgen gebe gott
anzusagen. <Jl le tient pour un deshonneur.>


Le Quartiermaître du Reichs Marschalck
a dit que l'on auroit trouvè dans une
vieille liste, que nostre mayson n'estoyent
que Contes Principaulx, gefürstete Grafen,
& que nous suivions apres les Princes
de Leüchtembergk <puis les Contes de Wirtemberg, Arnberg, & autres Princes>. Also scheinet es,
die wellt ist verenderlich, vndt es will
iedermann fast, an mir zum Ritter werden,
in meinem vnglück.


Wegen der Ritterkette vndt daran hangenden
adler, habe ich mitt dem königlichen Obristen kammerer,
vndt dem hofmarschalck des Königs geredett,
damitt sie Geyder auch bekommen möchte, vmb
der ehre des Ritterordens willen. Es ist zur
antwortt gegeben worden, er sollte nicht vergeßen
werden, wenn es andere bekähmen, wiewol destwegen,
noch nichtß befohlen wehre. Denn sie zweifelten
daran, ob es also sollte gehalten werden, wie zu
Kaysers Matthiaß zeitten.


Die hertzoginn von Sachßen, ist darumb
nicht auf den ballett kommen, dieweil der Kayse- || [[Handschrift: 313r]]
rinn ihre obrist hofmeisterinn, mitt ihr compe-
tirt
, vndt Sie nicht voran gehen laßen will, mitt
vorwenden, Sie seye beßer, alß Sie seye, weil
Sie keine geborne Fürstin oder Reichsgräfin,
sondern nur eine Böhmische Freyfraw, eine
Poppeljn seye. Also gibts viel händel.


Aufn abendt bin ich mitt Marggraf hanß
Geörgen, nach hoff gefahren, vndt habe allda den
Landtgrafen von Leüchtemberg angesprochen.


Discorsj mitt dem Grafen von Trauttmanßdorf.
Meine sachen wehren noch nicht vorkommen, von
wegen itziger krönungs: Vndt anderer geschäffte.
Der Landtgraf von Leüchtemberg wehre allein
ein Regierender herr, hette nur eine session.
Wann Fürst Augustus alhier wehre, so würde
Fürst Augustus ihm vorgehen. Das hauß Anhaltt, hette nur
ein votum Vndt session im Reich, dieselbige be-
hielte allezeitt der elltiste in der familia.
Wuste auch das exempel mitt Pfaltzgraf Augusto
auf dem convent zu Leiptzigk anzuziehen,
der wehre allen regierenden Fürsten vorgegangen.
Es wehre von hundert iahren her, allezeitt also
gehalten worden. Wehre kejne innovation.
Mein herrvatter Sehliger wehre der andern Fürsten ihr
vatter gewesen. Daß wehre nicht anzuziehen. Jch
mochte regeriren was ich wollte, es halff alleß nichts. || [[Handschrift: 313v]]
Jedoch sagte er, wollte einer oder der ander, sjch
seines rechtens <gutwillig> begeben, so stünde es ihm frey.
Sonsten müste ich auch vb vndter Marggraf
hanß Geörgen gehen. Pacience par force!
Man will mein hauß gantz vndterdrücken,
vndt andere erheben.


Der ReichsMarschalck hat vnß abermals
angesagt, daß drey Fürsten sollten schencken,
vor Kayser, Kayserjnn vndt König. Der
hertzog von Sachßen, hat sich endtschuldigen
laßen, hette ein böses bein bekommen.
Marggraf hanß Geörge will sich auch
endtschuldigen, weil er noch nicht audientz
beym Kayser gehabtt. Mais c'est, que
d'autres mauvayses gens les font
craindre les preseances, lesquelles je crains
bien fort aussy. <Jochem Kühne, apud me fuit.>


Die Grafen haben auch gewaltig mutinirt, wer
da sollte den Churfürsten vorschneiden, vndt eßen
tragen, es scheinet, die weltt will immer
ärger werden, vndt nur waß zu zancken
vndt zu dißputiren haben.


<Er sagte auch heütte der Graf von Trauttmansdorff auf einem ReichsTage würde mjch der Landtgraff von Leichtemberg nicht vorsitzen lassen, Fürst Augustus subdelegirte mich dann, en quoy il s'abüse.>

|| [[Handschrift: 314r]]

Mittwoch den 28. December 1636 ⁄ 7. Januarij: 1637.


Le General De Boheme, Don Balthasar de Marra-
das, me confessa hier, d'avoir prins de la ville
de Zerbst 36000 Dalers, pour le sac, & pour leur
biere (laquelle dit il l'a fait tousjours plus boire).
30 mille estoyent pour le Duc de Fridlandt & pour l'armèe,
& les 6000 pour le quartiermaître quj les apporta. Jl
dit aussy, que le Duc de Fridlande le tan-
çéa, de ce qu'il ne prinst pour soy 10 mille Dalers
de la dite ville, mais qu'il ne l'avoit pas
voulu faire, ains auroit tout payè a ses
despens, mesmes la blesseure qu'il eust
au pont de Dessa.


Jl dit aussy, que Mansfeldt fuyoit
tresvolontiers, & estoit le premier
a la retraitte aux combats.


Der allte ReichsMarschalck sagte mir auch
gestern in der anticamera, es wehren Chur
Meintz, vndt die ChurSäxischen Gesandten auf
meiner seytten, darvor haltende, ich sollte
Leüchtemberg vorgehen. Waß aber Chur Bayern
darzu sagen würde, das wüste er nicht,
id est: er wirdt seinen Schwager vertretten. || [[Handschrift: 314v]]
etcetera


Wiewol sich der Marggraf hanß Geörge,
vndt herzog Julius henrich von Saxen, (contre
promesse vndt mir gegebene vertröstung)
zu erscheinen endtschuldigett, So habe ich
mich doch, (wiewol mitt angst vndt vnmuht,
wegen Leüchtemberg) eingestellet vmb be-
stimpte zeitt, 7 vhr vormittags, vndt
habe Jhrer Mayestät in der Anticamera
aufgewartett, wie auch viel andere cavag-
lierj gethan.


Graf Schlick hat mir in der anticamera
gar gute vertröstung gegeben, wegen
befreyung meines landes, vndt sonsten.


Nach dem man sich bey Jhrer Mayestät
bescheidts erholet, nemlich der Reichsmarschalk
durch den Obrist hofmeister Graf von Megkaw,
haben Jhre Mayestät der Kayser befohlen,
Jch sollte dem Landtgrafen von Leüchtemberg
vorgehen. Jhm ists auch gesagt worden,
vndt daß dieser actus niemandt sollte præ- || [[Handschrift: 315r]]
iudizirlich sein. Chur Meintz ist von Seiner
gesterigen meynung abgewichen, in diesem
paß, vndt mir abtrünnig worden. Die
ChurSn.<axischen> Gesandten aber seindt auf
meiner seytte, in diesem paß standthaftig
verharrett. Chur Bayern, vndt Chur
Cölln, (alß ich gar wol spüren können)
haben gar sawer darzu gesehen. Jch
habe aber nach des Kaysers commando allein
gefragt.


Alß Chur Bayern in die Anticamera im chur-
habit, mitt vorgetragenem schwertt, Vndt
Reichsapfel angelangett, seindt wir
Fürsten, alß Pfaltzgraf von Neẅburgk,
la Jch, vndt der Landtgraf von Leüchtemberg
ihm in des Kaysers zimmer gefolgett,
allda der Kayser vndt König in ihren kro-
nen, vndt zierrath, vnß gar gnedigst ange-
blickett. Der Kayser machte mir eine
extraordinarie leühtsehlige mine, vndt
sagte, wie ich so gar galante aufzöge,
vndt mich so hüpsch geputzt hette.

|| [[Handschrift: 315v]]


Auß des Kaysers zimmer, giengen wir
Fürsten (vor dem Obersten hofmeister, vndt
nachfolgenden herolden) mitt endtblößten
haüptern, vber die verdeckte gänge,
biß in die kirchen, geleitteten den Kayser,
biß an seinen Stul, vndt nahmen darnach
vnsern fürstenstandt ein, wie die Kayserlichen
vndt Königlichen personen, sich gesezt hatten.
Darnach giengen die ceremonien,
vndt der Königinn krönung, auch gar so-
lenniter, durch die geistlichen Churfürsten
an, nebenst den fürstlichen bischoffen, vndt
Clerisey, die Könjgjnn wurde gesal-
bett, vndt gekrönet, vndt es gienge
eine stadtliche musica mitt vndter,
auch blasen, heerpaucken schlagen,
salve schießen, &cetera[.] Es war ejne
sehr grimmige kälte darbey, daß wir
in vnsern leichten nur zur zierde, nicht
vor die kälte gemachten kleidern,
baldt hetten erfrieren mögen, vndt hatten
rechtt mittleyden, mitt der guten Königinn || [[Handschrift: 316r]]
1. daß sie in bloßen händen, Scepter
vndt apfel halten mußte, eine weile
2. daß Sie gar lange mitt dem Ange-
sichtt auf der erden liegen muste.


Sie vndt die Kayserinn waren mitt
gewaltigen edelgesteinen vndt diaman-
ten herrlich geschmücktt.


Der ChurSächsische gesandte gieng hinauß, wie
das Ambt der Meße anfienge, vndt kahm
hernacher zu ende derselbigen wieder.


Nach verrichteten ceremonien, vndt
krönung, ist man wieder in des bischofs
hof, cum proc<solenniter> gegangen, da haben wir
Fürsten, in der grjmmjgen kälte, vnß vor
vns selbst bedecktt, biß wir an die
zimmer kommen. Die Trompter bliesen
auch vorm Kayser her, wie auf des -
nigs Krönung.


Bey der Tafel, hat der pfalzgraf von
Neẅburg dem Kayser, Jch der Kayserinn, vndt
der Landtgraf dem König vorm Trincken
gestanden, herr von Limpurg alß erbschencke
der neẅgekrönten Römischen Königinn.

|| [[Handschrift: 316v]]


Das waßer hat vor der Mahlzeitt,
ich vndt der Landtgrave, dem Kayser
vndt König (welche sich mitteinander
wuschen) gegeben, vndt der Pfaltzgrave
die handsquehle, oder serviette. Nach der
Mahlzeitt, hatt ein ieder Fürst, derer
Kayserlichen oder königlichen person, deren er servirt,
die serviett geworfen, vndt der vorschneider
Graf Fucker, Ritter des gülden Vlüßes,
hat nach der mahlzeitt an Seiner stelle
waßer gegeben, vndt das becken vorge-
setztt.


Der Kayser vndt die Kayserinn,
saßen in der Mitten, der König,
saße dem Kayser zur rechten
die Königinn der Kayserinn zur lincken
handt. Vndt man wirdt in etzlichen
Nota Bene hundertt iahren vier gekröndte
haüpter, auf einer reyhe an einer
Tafel, nicht haben, im Römischen Reich, deütz-
scher nation beysammen sitzen sehen. || [[Handschrift: 317r]]
Jst gewißlich ein sehr denckwürdiger
actus gewesen.


Mittlerweile Jhre Mayesteten aßen,
vndt an ihrer rechten seitten, an einem
abgeschnittenen Tisch, Chur Meintz vndt
Chur Bayern in ihren Churhabit, nebst
der Churfürstinn von Bayern, zur lincken
aber an einem andern abgeschnittenen Tisch,
Chur Cölln in seinem Churhabit, vndt
der Sächsische gesandte Metzsch, wie auch
der Chur Brandeburgische Graf von Schwartzenberg
zu welchen Tafeln, Trucksäßen vndt vorschnei-
der vom Kayser verordnet waren, die
Mundtschencken verordneten sie selber, So
wurde vnß Fürsten auch eine absonderliche
FürstenTafel in selbigem zimmer gehal-
ten, daran saßen der bischoff von
Osenbrück, der Bischof von Wien,
Jch, der Pfalzgraf von Neẅburg[,] der
Landtgraf von Leüchtembergk,
<vndt wurden wol tractirt, biß Jhre Mayestät allezeitt trincken forderten, so stelleten wir vns ein[.]> || [[Handschrift: 317v]]
Die Kayserinn machte mir gar gnedigste
mine vber Tisch, vndt fragte mich beym
confect, worumb wir so baldt auf-
gestanden wehre. Die Königinn gab mir
auch in der kirche, ejn sehr gnedigstes
gesichtt, alß wollte Sie sagen: Es jst
gar rechtt, daß ihr eüch auf meiner
krönung habtt eingestellett.


Die Musica wartett bey der
Mahlzeitt auf, vndt es gieng alleß
gar magnifick vndt splendide zu.
Es waren viel obersten, hohe haüpter,
Grafen, herren, vndt Kriegsoffizirer
zur stelle in dem zimmer.


Darnach alß wir den Kayser wieder
zu rück begleittet in sein losament,
ist man wieder in die anticamera vndt
voneinander gegangen. Les Ambassadeurs
de Saxe & Brandenburg firent semblant
de me donner la main, & comme je pen-
sois l'attrapper ils la donnerent pre-
mierement au Duc de Neẅburg[,] puis a moy[,] || [[Handschrift: 318r]]
tous deux, le premier (comme je croy)
par mesgarde, l'autre par malice.


L'Evesque d'Osenbrück me dit, d'avoir
estè cause que nous eussions eu nostre
table a la sale de l'Empereur[,] autrement on
la nous auroit voulu donner en une cham-
bre apart, & nous faire manger avec des
Contes, au prejudice de ceste si grande solen-
nitè de l'Empereur[,] des Electeurs & Princes.


Mais cependant on nous a prejudiciè
en ce que l'on a fait asseoir par dessus
nous l'Evesque de Vienne lequel n'est
pas, Prince de l'Empire.


Tout s'est bien passè Dieumercy,
& j'ay estè fort content cejourd'huy.


Le Marquis Palavicin me dit en presen-
ce de plusieurs Cavalliers, que c'estoit non
seulement un honneur a nous autres Princes,
de servir en telle solennitè, l'Empereur & Roy
des Romains, mais aussy une jurisdiction
fondèe de nos ancestres, comme membres du
corps de l'Em[p]ire Romain en Allemaigne[.] || [[Handschrift: 318v]]
Et qu'il falloit estre jaloux; de ces
droicts; si bien fondèz, mesmes quj con-
cernent l'honneur; & la prerogative
des maysons.


L'Evesque d'Osenbrück, me dit aussy,
qu'une telle decision, ne s'estoit point
passèe touchant la preseance des may-
sons Electorales, comme l'on m'auroit
fait a croyre a l'Antichambre ou
ailleurs, me promettant de m'en specifier
les particularitèz, ce quj ne s'est point
fait encores.


La nouvelle de la prinse d'Erfurdt, par
les Swedois, nous a estè confirmèe icy
a la cour, Jtem: de l'alliance estroitte
entre la France, Swede & Angleterre.


Jn wehrender podagrams kranckheitt,
vndt absentz des herren Obersten kammerers,
Graf Kysels, habe ich den Gabrianj,
mir eine audientz zu procuriren ange-
sprochen, welcher weil Jhre Mayestät schlaffen
sich gelegt, es auff Morgen gebe gott z[u v]errichten acceptirt.

|| [[Handschrift: 319r]]


Der Römische Kayser Ferdinandus secundus
hat auch vnß dreyen Fürsten zugleich alß wir
nebeneinander hindter Jhren Mayesteten stunden,
eines gebrachtt, vndt dero angeborne gühte
vndt gnedigste leühtsehligkeitt, auch hierinnen
erblicken vndt leüchten laßen.


Der Nuncius Apostolicus, die beyden Span-
nischen bohtschafter waren auch bey dem actu
in der kirchen, aber nicht bey den Tafeln.


Wir haben vnß verwundert, daß den
Churfürstlich Sächßischen vndt Brandenburgischen gesandten, er-
laübett jst worden, an der Churfürstlichen Tafel
des Churfürsten von Cölln in actu tam solennj et
celebrj, zu sitzen, welches aber auf des Römischen
Königes krönung, nicht geschehen.


Zeitung daß der feindt habe Schweinfurtt eingenommen,
vndt andere mehr plätze jm Franckenlande.


Man hats verbotten daß der ReichsMarschalck dem
Fürsten von Eggembergk, keine aufwarttung
sollte ansagen laßen. Jl semble, qu'il soit en disgrace.

|| [[Handschrift: 319v]]

Donnerstag den 29. December 1636 ⁄ 8. Januarij: 1637


Jch erinnerte es auch gestern, beym Grafen
von Megkaw, Kayserlichen Obristen hofmeister, ob es
nicht beßer stehen würde, wenn an stadt
der edelknaben, mitt den fiolen, cavaglierj
hindter vnß Fürsten, zum trinckentragen,
bey dieser solennitet gehen möchten. Die-
weil aber der Pfaltzgraf von Neẅburg
nicht starck neben mir insistiren
wollte, schlug es vnß der Oberste hofmeister
ab, mitt vorwenden, es wehren doch die
Kayserlichen pagen, vornehmer cavaglierj[,]
Grafen vndt herren kinder, (mais ils n'ont
pas encores au costè, ce qu'un cavaglier
doibt avoir) vndt weil man es bey der
Römischen Königlichen krönung, nicht hette erinnert,
dabey mehr solenniteten alß an itzo,
wehren vorgegangen, würde es sich an itzo,
solches zu moviren, gar nicht schigken.

|| [[Handschrift: 320r]]


Jch habe es gestern observirt, daß der Erzher-
tzogk Leopoldt Wilhelm, vndt die Ertzherzoginn seine
Fräulein Schwester, sich gestern bey dem actu des pan-
keets nicht befunden haben. Jn der kirchen zwar
stunde oben die Erzherzogin bey der Churfürstin von Bayern.
Man hatt gesagt, der Erzherzog seye kranck.


Hier au festin, quand le Palatin de Neẅburg s'en
alloit je me mettois ordinairement derriere l'Empereur
& empoignois sa chaire, pour monstrer, que j'estois
principallement là, pour le service & l'honneur de Sa
Majestè[.]


On parle en secret d'un mariage entre le Duc
de Neẅburg, & l'Archiduchesse Cæcilia Renata.
C'est un des plus galants & accomplis Princes,
& des plus adroicts aux exercises, qu'ait toute
l'Allemaigne. <D'autres parlent, du Roy de Poulogne ou Cardinal Jnfante.>


Hier en l'Eglise au couronnement de la Reyne,
entre une cinquantaine de Cavalliers age-
nouillèz, il n'y eut que moy, & Geyder, quj de-
meurasmes de bout en presence de leurs Majestèz || [[Handschrift: 320v]]
&cetera[.]


Mitt Stoffeln, meinem gewesenen lackayen
geredet. Jl me dit, que Milde est fils d'un
ministre a Hamburgk, & qu'il s'y est arrestè
4 semaines, & ailleurs 8 jours, & dans la Princj-
pautè <d'Anhalt> 8 jours. &cetera Ce'Stoffel a estè aussy
en Swede y envoyè du Duc Adolfe, de Mecklenburg[.]


Vormittags nach hof, allda mir der Gabrianj,
die audientzstunde Nachmittags vmb halb viere, er-
nennet, darnach kahm er zum andern
mahl wieder, vndt sagte: Der Kayser
hette gesagt, ich sollte vmb drey nur
in Gottes nahmen kommen, der Pfaltzgraf
von Neẅburgk köndte wol nach mir
wartten, ich sollte der erste sein.


Nota Bene herr Kurz sagte, ich sollte nur laßen
die fürstliche Wirtembergische wittwe anhalten,
ihre sache wehre billich, aber das Ambt Gep-
pingen hette ihm der König selbst vorbehalten.


Wegen befreyung der contribution Bernburg so wehre
es auch billich. Wir sollten dem Friedenschluß
gemeß, die contribution dem Churfürsten abrechnen, es || [[Handschrift: 321r]]
würde gewiß nicht viel vberbleiben.


Anwürfe (so notable) des allten Reichsmarschalls
wegen verkauffung seiner herrschaft, vndt
landtgrafthumbs, weil er keine kinder hatt.


Nota: die Kayserinn hat mich gestern nie
herumb geschicktt, den Churfürsten etwas sagen
zu laßen (wie den andern Fürsten vom Kayser
vndt König beschehen) auß sonderbahrer höflichkeitt,
vndt daß Sie mich vielleicht alß einen Regirenden
herren, vor iüngern Fürsten, mehr respectiren wollen.
Sie ließ es alles durchn Grafen von Atemiß10,
bestellen, forderte nur das trincken von mir.


Gestern hat auf dem Kayßerlichen pallast, der
junge Graf von Pappenheim, einen Grafen von
Fürstemberg, die stiege hinundter geworfen, vndt
denselbigen noch außgefordertt.


Discorsj mitt dem Residenten Johann Löben.


Zeitung daß Erfurdt gewiß vber, müßen den Schwedischen 3 oder 4
Tonnen goldes geben, 3 mille Mann einnehmen, die ChurSächsischen
außschaffen. Nawmburg soll auch vber sejn. 5 Regiment[!]
Schwedische seindt auff Eger commandirt. ChurSächsische vndt
Kayserliche streiffen biß an Prag hinan, machen alles || [[Handschrift: 321v]]
preiß.


Beym Kayser, habe ich vmb 3 vhr, durch introduction
des Grafen Gabrianj, audientz gehabtt. Jhre Mayestät
seindt geseßen, haben mir aber, keinen stuel
bringen laßen, ist auch vnvonnöhten gewesen.


Mein anbringen war 1. Petitio dimissionis,
post curialia absoluta in festivitatibus, &cetera
vndt <2.> excusatio, wo ich nicht recht aufgewartett.
3. Protestatio perpetuæ devotionis, &cetera
4. Recommendation, der fraw Schwester sache,
in Mecklenburg[,] 5. der Aßcanischen sache, so
zu Wien wegen der acten allda vorzunehmen.
6. Jtem: wegen befreyung des hauses Bernburg
vndt 7. Ob mir Jhre Mayestät sonst etwas zu
befehlen, auf meiner rayse. 8. gratiarum
actio pro beneficiis exhibitis, wel-
cheß in den 3. punct, mitt incurrirt.


Risposta Cæsaris, nach dem eben wie ich hinein
kahm, Jhre Mayestät in meiner præsentz,
die proba der kälte, mitt einem becher
gefrornen eyses nahmen, vndt es mir zeigten.


Ad 1. wirdt accordirt, sonderlich wegen
angezogener ehehaffter endtschuldigung, Meiner || [[Handschrift: 322r]]
Meiner hertzlieb(st)en Gemahlin, leibeszustandes, vndt
daß mich Jhre Mayestät wieder meine gelegenheitt,
nicht aufhalten wollen. 2. Bedancken sich viel
mehr Jhre Mayestät daß ich daß meynige gar wol
verrichtett, vndt wollen es iederzeitt in gnaden
erkennen. 3. gratias agit, vndt versichert mich,
daß ihre Mayestät an meiner getreẅen standthaf-
tigkeitt, nie gezweifeltt, Jhre Mayestät hetten
mich auch allhier gar gern gesehen. perge 4. Waß
billich wehre, wollten Jhre Mayestät im Reichs-
hofraht, decretiren vndt erledigen laßen.
5. Wie ingleichen in der Aßcanischen sache, wann Sie
referirt würde worden sein. 6. Da müste
ich beym Graf Schligken anhalten laßen,
wo ferrne etwaß eingegeben worden wehre,
wo nicht, so köndte ich noch ein Memorial
eingeben laßen. 7. Wo meine rayse mich
dahin trüge, sollte dem Churfürsten von Sachßen,
ich, dero freündtlichen gruß, vndt dienste ver-
melden, dörfte aber dest wegen eigendtlich nicht,
dahin raysen. 8. Jncurrirt in die beantwortung des
3. puncts. Jhre Mayestät fragten mich auch, worauf || [[Handschrift: 322v]]
ich meinen weg zunehmen müste, Jch sagte,
auf Weymar, oder Leiptzigk zu. Da sagten
Jhre Mayestät ob ich denn auch auf den feindt zu-
kommen würde. Jch sagte, ich besorgte es,
iedoch wollte ich allezeitt Jhrer Kayserlichen Mayestät
bestendig Treẅ verbleiben. hofte nicht daß Sie
mich würden gefangen nehmen, weil ich die
waffen nicht gegen Sie führete. Jhre
Mayestät wuntzschten mir gar viel glück,
vndt heyl auf die rayse, nahmen meine
gratulationes sehr wol auff vndt an,
sagten, Sie wollten die Meckelburgischen sachen
fleißig durchlesen, vndt dimittirten mich
also, in allen gnaden. Der Kayser hatte
keinen huet, sondern nur allein sein haüblein
auff, welches er jedesmahl <fleissig> abzoge, wenn
curialia vorfielen, gar höflichst.


Darauf wurde Marggraf hanß
Geörge von Brandenburg zur audientz
wie ich, introducirt, vndt tractirt.


hernacher begehrte ich audientz bey der
Kayserinn, welche mir solche nebenst der || [[Handschrift: 323r]]
Ertzhertzoginn zu geben, Morgen vmb 10 vhr
durch anzeige der Obersten hofmeisterinn
verwilliget ist worden.


Carl Heinrich von Nostitz est devenu malade, Dieu le vueille remettre enu convalescence, & me preserver
de tout mal & inconvenient, mes bons & fidelles
serviteurs, entre lequels i'ay rayson de l'estimer.


Die jntercession deß Churfürsten von Bayern,
in der Aßcanischen sache, ist mir eingeschickt worden.


Zum kriegspræsidenten Graf Schligken ge-
schicktt, Förstenheuser[.] Der graf leßt sich mir gar schön
vndt höflich befehlen, vndt leßett mir sagen, er
hette heütte bey dem bancquet vndt solennj
convivio des Spannischen Ambassadors, Marquèz de
Castagneda sein müßen, leßet sich destwegen endt-
schuldigen, daß er mir heütte nicht aufwarten können.
Wollte ich aber Morgen gebe gott meinen hofmeister,
vmb achte oder halbweg neüne zu ihm schigken,
so wollte er ihn gar gerne erwarten vndt ver-
nehmen. Jch sollte michs nur versichern, daß worinnen
er mir dienen köndte, wollte ers nicht vndterlaßen,
vndt er begehrte mein diener stets zu sein. Amen.

|| [[Handschrift: 323v]]

Freitag den 30. December 1636 ⁄ 9. Januarij: 1637.


Jhre Mayestät die Kayserinn, haben mir proprio
motu, ohne einige meine gedancken, diesen Morgen,
durch ihren sommeillier, ein schönes geschirrlein
von Agatha, darauß ich ihr zum ersten Mahl
<auf der Königin krönung> zu trincken gebrachtt, præsentiren, vndt selber
in die hände lifern laßen. <Je luy ay donnè 6 Ducats.>


Jch habe Geydern beym Graf Schligken
Kriegspræsidenten gehabtt: Er ist gar höflich gegen
ihm, meinetwegen gewesen, hat sich offerirt:
1. zum Decret einer befreyung vnsers
Fürstenthumbs, auf ein Jahr lang[.] 2. Jch
wüste wol, wie es zu hoff zugienge,
köndte darnach weitter sollicitiren, vmb
ferrnere prorogationes. 2. Daß mich ChurSaxen
auf des Kaysers intercession so schlechtlich ac-
commodirt
, vndt noch darzu vbel tractirt,
hetten Jhre Mayestät nicht allein mitt sonderbah-
rem Mißfallen, sondern auch mitt vngnaden
empfunden. 3. Abschiedt von mir nehmen laßen,
vndt sich in optima forma, mir befehlen, wo || [[Handschrift: 324r]]
ferrn es nicht mündtlich geschehen köndte. 4.
Jch möchte doch Fürst Augusto vndt Seiner gemahlin ihn aufs
allerbeste recommendiren. Gott gebe erwünzsch-
ten effect, vndt seye gedanckt vor seinen gnaden-
reichen segen, vndt milde gühte.


Vmb 10 vhr, bin ich hinauf in der Kayserinn anticamera
(allda ich eine gute weile aufgewartett, et le tour du
jeune Conte d'Atemiß11 couvrant de soy mesme) daselbst
ich eine zeittlang aufgewartett, vndt darnach hinein ge-
fordert worden, in præsentz der Kayserinn vndt Ertzhertzoginn,
der Kayserinn audientz ist gar wol abgelauffen.
1. Curialia. 2. Excuse wo ich nicht recht aufgewartett,
<vnd dancksagung vor das becherlein.>
3. Recommendation in ihre vndt des Kaysers gnade.
4. Recommandation der Meckelburgischen sache. 5. Jtem: der von Krannichfeldt[.]
Responsum Ad 1. höflich begegnet, aber nicht aufsezen heißen.
2. Dove non è error; non c'è perdono. Viel mehr gra-
tiarum actio, gegen die meynige, wegen fleißiger
mühewaltung. Offerta ihres, vndt des Kayserß conterfect.
3. Jch bedörfte es nicht, wehre vorhin genug recommendirt.
Wollte es aber doch noch thun gern thun. etcetera 4. Wie auch
wegen meiner Fraw Schwester in Mecklenburg wollte Sie noch ein mahl
insistiren, vndt anhalten, ob Sie es schon albereitt gethan hette.
5. Jtem: gratiosi salutj der von Krannichfeld[,] Meiner gemahlin vnd ganzem
hause etcetera[.] Die Erzhertzoginn (alß ich mitt ihr redete)
hieß mich 2 mal auffsezen, offerirte sich zum conterfect,
mitt vielen höfflichen complimenten. et cetera

|| [[Handschrift: 324v]]


Der Meckelburgische gesandte ist mein gesandte<gast zu Mittage>
gewesen.


Graf von Megkaw, Graf von Trauttmansdorff[,]
zuvor aber der herr bischoff von Wien, Pfalzgraf
von Neẅburg[,] Landtgraf von Leüchtembergk,
seindt meine gäste z<vndt andere cavaglierj;> haben jhren abschiedt,
in der anticamera heütte vormittags von mir genommen.


Der König hat mir 3 vhr Nachmittags zur audientz
ansagen laßen.


heütte hat mir auch der Graf von Mörßberg
erzehlet, es hette der Kayser von hertzen gelachtt,
alß Jhre Mayestät gehört hetten, daß vnser
ballet wehre zu rück<a monte> gegangen. Sie hetten ge-
sagt, sie hetten es ihr wol gedachtt, daß es also
zugehen würde, vndt<vndt das wir vns nicht würden vergleichen können[,]> es wehre <aber> nichts dran gelegen.


Der Spannische Ambassador Marquèz de
Castagneda, soll gestern gar ein stadtliches
panckeet gehalten haben.


Der hertzogk Frantz von Lottringen,
ist ankommen.


Vmb ernandte stunde, bin ich in die königliche Antj-
camera kommen, habe nebenst Marggraf hanß
Geörgen (welcher kurtz zuvor audientz gehabtt) || [[Handschrift: 325r]]
darinnen ejne zeittlang, discurrendo gewartett,
d biß der König mich fordern laßen. Der Römische
König, hat meiner erwartett, jst mir auf ejn par
schritt, endtgegen gegangen, hat einmal mich aufsetzen
heißen, darnach aufgesetzt, wie ich es nicht gethan. her-
nachmalß, gar humaniter mitt mir geredet, vndt
baldt wieder den hut abgezogen. Mein anbringen
war 1. Curialia. 2. Gratiarum actio, vor erwiesene
begnadigungen, 3. Vndt offerten es zu demeriren. 3. Re-
commendation der kriegssachen halben, wegen der pressuren,
vndt befreyung der contributionen. 4. Recommendation
der hertzoginn von Wirtembergk, vndterhalts halben.
Ad 1. wieder gar höflich vndt liebmühtig. 2. hette
es gar gern auß treẅem hertzen gethan, vndt
offerirt sich ferrner gar milde vndt leühtsehlig.
Dancktt mir vor gehabte mühewaltung. 3. Das
müste man nur, wenn raht gehalten würde, suchen,
vndt sollicitiren laßen, bey denen, so im raht hoff:
oder kriegsraht, es haben möchten. 4. Wie inn-
gleichem das vierdte, wollte gern das seinige darbey
thun, et cetera vndt gratulirt mir, gar humanissime zu
meiner rayse, fragte auch worauf ich meine rayse
würde zunehmen. Jch würde gar einen vnsichern weg
haben. etcetera etcetera etcetera Dimittirte mich in allen gnaden. perge

|| [[Handschrift: 325v]]


Darnach fuhr Marggraf hanß Geörge mitt mir, biß vor
sein losament, vndt alß jch nach hause kahm, kriegte
ich auß der kriegs cantzeley, den vertrösteten
bescheidt, da stunde darinnen, ich sollte wegen
Meines Fürstenthumbs vndt landen, vor dißmahl
der einquartirung vndt kriegspreßuren halben,
befreyet sejn, auch jnß künftige <wegen ferrnerer anlagen> in gute
consideration genommen werden. perge[.] Gratiæ
summj Principis, benignissime & latissime
interpretandæ sunt. Gott wolle vnß ferr-
ner gnade verleyhen, vns gesegenen, vndt benedeyen.


Bey Graf Kevenhüller der Königinn Obristen
hofmeister gehabtt, vnß vmb audientz zu
bewerben. Man hat gefragt, ob ich Morgen gebe gott
weg Würde, Alß man aber erfahren quod non, ist
gesagt worden, ich sollte Morgen gebe gott vmb 10 vhr,
mich wieder anmelden laßen.


Jch habe zweymahl<zu den Spannischen> Ambassadoren indarno ge-
schicktt, der eine ist nicht zu hause gewesen,
der ander hatt geschlafen.


Somnium hesternum Nota Bene de genio quj mihj
dixit: Vita nostra nunc longilla; nunc bre-
villa est; cum aliis circumstantiis.

|| [[Handschrift: 326r]]

Samstag den 31. December 1636 ⁄ 10. Januarij: 1637.


habe nochmalß vom Grafen von Trauttmanßdorff,
durch Geydern, laßen abschiedt nehmen, vndt ihm
dancken, vor erzeigte gute officia vndt cooperationes,
ihn auch ferrner vmb continuation bitten laßen.
Jnsonderheitt repræsentirt 1. daß ich zwar mitt
höchstem danck acceptirte den gesterigen
auß der kriegscantzeley erhaltenen bescheidt,
er wehre aber nur auf meinen antheil, nicht
auf das gantze Fürstenthumb restringirt,
vndt berührte nur die itzige wintterein-
quartirung nicht aber etzliche Jahr, alß ich
drumb gebehten, würde mir wegen des feindes
jtzigen einfall, wenig helfen. Bähte derowegen
vmb assignation auf Nürnberg, hamburg, oder
Schlesien, der vertrösteten königlichen mir promit-
tirten
12 mille ThalerThlr: würcklichen genoßes.
2. Recommendatio der Aßcanischen sache. 3. Der Wirtem-
bergischen wittiben sache vndterhaltt anlangende.
Responsum Ad 1. gar curialiter. Bleibt aber in generalibus
es im besten erinnern zu helfen, wie auch ad 2.[,] ad 3.
das wehre eine gerechte vndt billiche sache, man müste helfen.
etcetera

|| [[Handschrift: 326v]]


J'ay escrit a Madame la Duchesse de Wirtemberg
soeur de ma femme & ma Cousine, la consolant.


Nach dem es diesen Nachtt in meinem losament
gar vnruhig gewesen, ist heütte Morgen, ein zimlich
großes stück Stein auf meine Tafel gefallen,
hette mir sollen den kopf zerschellen, wann
ich an der Tafel geseßen wehre.


Bey Zu Mittage ist <1.> Marggraf hanß
Geörge, <2.> der Canzler Felsch, von Bareytt,
<3.> der Meckelburgische gesandte, 4. der herr Loẅ,
5. der von Görtzen. 6. Gleißenthaler,
vndt 7. der Sindicus Wolfius, 8. des Marggra-
fen sein Juncker, meine gäste gewesen.
Le Marquis a fort beu.


Gegen abendt, habe ich vmb 4 vhr, bey der
Königinn audientz gehabtt, vndt abschiedt
genommen, auch zur krönung gratulirt, Vndt
mich in ihrer vndt des Königs gnade zu erhalten
gebehten, darauf Sie gar höflich vndt gnedigst
geantwortett, hat mich aber nicht den hut
auffsetzen heißen.

|| [[Handschrift: 327r]]


Der Graf Kevenhüller Obrist hofmeister
hat mich introducirt, vndt biß an die Stiege
begleittet.


Sparnecker, mein allter bekandter, hat
sich præsentiret.


Fürst von Eggembergk hat zu mir geschicktt
in confidentz, wegen der Landgrafschaft Stülingen,
die gewißheitt zu erfahren.


Jch habe Förstenhaüsern destwegen an den
Grafen von Pappenheim Reichsmarschalck
geschicktt, vndt er will <morgen> selber zu mir kommen.


Die Churfürsten von Meintz vndt von Cölln,
haben sich gegen mir, alles gutes erbiehten
laßen, vndt so gar höfliche wortt sagen,
wie Sie mejne <willfährige> bestendige treẅe diener
wehren, & talia, daß ich mich davor fast
geschähmett, vndt sehr bedawrett, daß ich
Sie noch zuvor, nicht ansprechen können. Durch
den hofmeister Geyder; habe jch abschiedt von
jhnen nehmen laßen, wegen eilfertiger rayse,
vndt gegen ihm selbst, haben Sie sich gewaltig
auch erbohten, daß es fast zu viel gewesen.

|| [[Handschrift: 327v]]


Mentz hat auch gebehten, ich wollte doch seines
Erzstifts bestendiger treẅer freündt bleiben.


Cölln hat sich zu allen Mensch: müglichen
diensten erbotten, vndt sehr beklagt, daß
er mich nicht noch sehen vndt sprechen
sollen. etcetera Vor meinem verraysen. perge <hielte mich vor Seinen lieben vettern.>


Auf den abendt, hatt Churfürst von Cölln,
noch zu mir geschicktt, vndt mich zur
Morgenden Mittagsmahlzeitt, durch einen
cavaglier einladen laßen. Jch habe mich
mitt dem catharr in etwas endtschuldi-
gett, doch endtlich, mich zur müglichkeitt
offerirett.


<Escrit a la Duchesse de Wirtemberg, a Straßburg[.]>


Textapparat
a Dahinter eine Lücke, in die wohl nachträglich der Name des nicht ermittelten Grafen eingesetzt werden sollte, der damals offenbar den offiziellen Amtsinhaber Johann Fürst von Hohenzollern-Sigmaringen vertrat.
b Gestrichenes im Original verwischt, Lesung unsicher.
c Einfügung verwischt.
d Tintenfleck verdeckt partiell "jn".
e Graphisch nicht darstellbares Symbol mit nicht ermittelter Bedeutung.
f Schreiberwechsel zu unbekannt.
g Schreiberwechsel zu Christian II.
h Schreiberwechsel zu unbekannt.
i Schreiberwechsel zu Christian II.
j Schreiberwechsel zu unbekannt.
k Über das "z" und das davor eingefügte "r" hat Christian II. nochmals die Buchstaben "rz" geschrieben.
l Schreiberwechsel zu Christian II.
m Schreiberwechsel zu unbekannt.
n Schreiberwechsel zu Christian II.
o Schreiberwechsel zu unbekannt.
p Schreiberwechsel zu Christian II.
q Schreiberwechsel zu unbekannt.
r Schreiberwechsel zu Christian II.
s Es folgt eine Lücke, in die wohl nachträglich ein weiterer Name eingesetzt werden sollte.
t Graphisch nicht darstellbares Symbol mit nicht ermittelter Bedeutung.
u "remettre vueille en" im Original korrigiert in "vueille remettre en".

Kommentar
1 Zitat aus Fest. S. 460-462 (nach ed. Lindsay 1913).
2 Zitat aus Gell. 1,8,6 (ed. Marshall 1968, Bd. 1, S. 55).
3 Irrtum Christians II.: Bischof von Verdun war damals François de Lorraine-Chaligny aus einer Nebenlinie der Herzöge.
4 Person nicht ermittelt.
5 Hochzeit zwischen Markgraf Joachim Ernst von Brandenburg-Ansbach und Gräfin Sophie von Solms-Laubach (1612).
6 Teilzitat des Wortspiels "Va chiama il Barbieri. E perchè non il Barbadomani?" (Geh', hol' mir den Barbier. Warum nicht den Bar-wein?) aus Della Casa: Galateo, S. 83, Z. 12f.
7 Irrtum Fürst Christians II., denn Bartholomäus Richel war lediglich Lic. jur.
8 Zitat aus Rhet. Her. 4,26 (ed. Nüßlein 1994, S. 244).
9 Fast wörtliches Zitat aus Pontanus: Oratio Isagogica, unpaginiert.
10 Vermutlich einer der drei überlebenden Söhne der Gräfin Ursula von Attems: Johann Friedrich, Johann Jakob oder Maximilian Hermann.
11 Wahrscheinlich einer der drei überlebenden Söhne der Gräfin Ursula von Attems: Johann Friedrich, Johann Jakob oder Maximilian Hermann.
XML: http://diglib.hab.de/edoc/ed000228/1636_12.xml
XSLT: http://diglib.hab.de/edoc/ed000228/tei-transcript.xsl
accommodiren
sich anpassen, sich fügen, sich (gütlich) vergleichen
accommodiren
einrichten, ausstatten
accompagniren
begleiten
accordiren
einen Vertrag schließen, sich einigen
accordiren
einen Ort mittels eines Vertrags (Akkords) übergeben
accordiren
übereinstimmen, einig sein
acquiesciren
sich beruhigen, zufrieden sein
acquiesciren
zustimmen
Agat
Achat
Agent
(diplomatischer) Geschäftsträger
Ambassador
Abgesandter, Botschafter
anziehen
anführen, erwähnen
Armada
Armee, Heer
Armada
Kriegsflotte
Assignation
(schriftliche) Anweisung, Zahlungsanweisung
Assignation
Quartierzuweisung
assignirung
Zuweisung
attentiren
versuchen, wagen
befreundet
verwandt
besorgen
befürchten
bewerfen
sich berufen, sich beziehen auf
Bohrkirche
Empore
Capitalien
verzinsliches Bargeld
cediren
weichen
cediren
abtreten, übereignen
Circumstanz
Umstand
Comitat
Begleitung, Gefolge, Geleit
Commercien
Handelsgeschäfte
Commissariat
Vollmacht
Competenz
Rangkonflikt
competiren
im Rangkonflikt stehen
competiren
konkurrieren
competiren
gebühren, zuständig sein
compit
höflich, vollendet
comprobiren
billigen, gutheißen
Confidenz
Vertrauen, Vertraulichkeit
conservation
Erhaltung, Bewahrung
Consideration
Beachtung, Überlegung
consideriren
betrachten
consideriren
erwägen
contentiren
zufrieden stellen
Conterfect
Bildnis
contribuiren
Steuern oder andere Zwangsabgaben entrichten
contribuiren
beitragen, beisteuern
cortesisch
höflich
Credenzschreiben
schriftliche Beglaubigung, Vollmacht, auch bloße Empfehlung
decapitiren
enthaupten
decidiren
bestimmen, entscheiden
Decision
Entscheidung
demeriren
sich verdient machen
depauperiren
arm machen, verarmen
Difficultet
Schwierigkeit
Dignitet
Würde, Standeswürde
dimittiren
entlassen, (förmlich) verabschieden, beurlauben, entsenden
Discrepanz
Meinungsverschiedenheit, Misshelligkeit
disgustiren
missfallen, verleiden
divertiren
unterhalten, zerstreuen
divertiren
ablenken
divertiren
abwenden
Ehrenhold
Herold
ein
ungefähr
Einspänniger
Kriegsknecht mit Pferd, fürstlicher Bediensteter, Stadtknecht; berittener Bote, Geleit- und Meldereiter
Einspänniger
Eigentümer eines kleineren bäuerlichen Besitzes, der meist nur Handdienste leistet
enroliren
in eine Liste schreiben
entreteniren
unterhalten
excusiren
entschuldigen
Executorialie
Vollstreckungsbefehl
expectoriren
sich deutlich und aufrichtig wegen einer Sache erklären
Expedition
Beförderung, Besorgung
Expedition
Abfertigung
Expedition
Verrichtung
Faction
Aufruhr, Meuterei, Empörung; (politische) Entzweiung
Faction
(politische) Partei
Fidelitet
Treue
Filß
Verweis
Freund
Verwandter
Freundschaft
Verwandtschaft
gähling
plötzlich, unversehens
gelde
unfruchtbar, unträchtig oder als zur Zucht ungeeignet ausgesondert (etwa bei Schafen); auch gelle.
gelle
unfruchtbar, unträchtig oder als zur Zucht ungeeignet ausgesondert (etwa bei Schafen), auch gelde.
Generalquartiermeister
Vorgesetzter aller Quartiermeister
graviren
(jemanden mit etwas) beschweren, belasten
Handquehle
Handtuch
Ha(r)tschier
berittene Leibgarde
Impediment
Hindernis
imputiren
zurechnen, zur Last legen
incurriren
einfließen, einlaufen
Inful
Mitra (lat. "infula"), die in der Regel ein Bischof oder (dazu vom Papst privilegierter) Abt trägt
Intercession
Fürsprache, Vermittlung
interturbiren
stören
Intraden
Einkünfte
invitiren
einladen
Kastner
eigentlich Verwalter des Kornspeichers, teils auch Amtmann über alle Einkünfte
Kriegspressur
Kriegsbedrückung, Kriegsbeschwerung
Losament
Unterkunft, Wohnraum
lustig
vergnüglich, anmutig, ergötzlich, von angenehmer Erscheinung
manuteniren
bewahren, behaupten, erhalten, handhaben
maturiren
beschleunigen
Memorial
Denkschrift und Information über noch zu erledigende Aufgaben, Bittschrift
Memorial
Erinnerungsschrift
Meß
gehenkeltes Gefäß
militiren
kämpfen, sich einsetzen
moviren
bewegen, verändern
moviren
anreizen, verursachen
mutiniren
meutern
Oberstelle
erste Stelle, Vortritt
offendiren
beleidigen, kränken
Paß
Fall, Vorgang
passiren
gelten lassen
placetiren
billigen, gutheißen, zustimmen
plenipotenziiren
bevollmächtigen
Pompsack
jemand, der in einen altmodischen Staatsrock auf tölpelhafte Weise protzt
postiren
mit der Eilpost reisen
Praecedenz
Vortritt, Vorrang
Praecedenzstreit
Rangkonflikt
praejudiciren
nachteilig sein, schaden
praejudicirlich
nachteilig, eine Vorentscheidung für künftige Rechtsfälle treffend
praesentiren
schenken, als Geschenk geben
praesentiren
beschenken
praeteriren
übergehen
preismachen
zur Beute machen, gewaltsam wegnehmen
preismachen
jemandem etwas überlassen
Pressur
Beschwerung, Bedrückung
procuriren
etwas besorgen, für etwas Sorge tragen
progrediren
fortschreiten, vorgehen, vorrücken
promittiren
versprechen, zusagen
Prospect
Aussicht
putzen
verschönern
Quartiermeister
für die Beschaffung von Verpflegung und Unterkunft zuständiger Unteroffizier
queruliren
(meist ohne Grund oder wegen Nichtigkeiten) klagen
Recommendirung
Empfehlung
regeriren
aufs neue einwenden, erwidern, antworten
remittiren
zugestehen
remittiren
verweisen
remittiren
(Geld oder Wechsel) schicken
remittiren
nachlassen, erlassen
resolviren
entschließen, beschließen
resolviren
auflösen
ressentiren
lebhaft und übel empfinden
ressentiren
ahnden
Revisite
Gegenbesuch
salviren
retten
selbsiebend
eine Person mit noch sechs anderen, zu siebt
Session
Sitz, Platz
Session
Sitzung
sieder
seit
sollicitiren
etwas gerichtlich betreiben, um Rechtshilfe ersuchen
sollicitiren
ersuchen
Stillstand
Waffenstillstand
stürzen
brechen
subdelegiren
einen Unterbevollmächtigten ernennen
submittiren
unterwerfen
Successor
Nachfolger
Tabulat
getäfelter Boden
Tabulat
Etage, Stockwerk
Tafeldemant
flacher Diamant
Tagefahrt
Termin, bis zu dem bestimmte Gelder bezahlt werden müssen
Thum(b)propst
Dompropst (Vorsteher und Vertreter eines Domkapitels nach außen)
Tractation
Bewirtung, Verpflegung
Tractation
Behandlung
Tractation
Verhandlung
tractiren
(ver)handeln
tractiren
bewirten
tractiren
misshandeln
tractiren
behandeln
Treppenflöz
Treppenabsatz
trinkentragen
Getränke reichen
Trompter
Trompeter
Vanitet
Eitelkeit, Nichtigkeit, Vergänglichkeit
verglimpfen
als passend schildern
verschulden
verdienen
visitiren
besuchen
Viztum
Statthalter, Vertreter
Volk
Truppen
Zeitung
Nachricht
Abaza Mehmed Pascha

geb. 1576
gest. 1634
Anm.: Geboren in Georgien; Verschleppung und Versklavung als Kind; danach Karriere in der osmanischen Administration; 1605-1607 Beteiligung an einem Aufstand in Anatolien; ab 1617 Beylerbey (Provinzgouverneur) von Varosia; seit 1620 Beylerbey von Erzurum; 1622/23 Anführer einer Rebellion gegen Sultan Mustafa I. (1591-1639); 1628-1631 Beylerbey von Bosnien; 1633/34 Heerführer im polnisch-osmanischen Krieg.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Jacques (d') Abelin

Anm.: Um 1614 gräflicher Hofmaler in Bentheim; um 1626 Kaufmann in Amsterdam.
Graf Babo I. von Abensberg

gest. 1001/02
Anm.: Angehöriger des Adelsgeschlechts der Babonen; 975-980 Graf im westlichen Donaugau; seit 983 Burggraf von Regensburg; Stammvater der Grafen von Abensberg.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB
Graf Niklas von Abensberg

geb. 1441
gest. 1485
Anm.: Sohn des Grafen Johann III. von Abensberg (gest. 1475/76); Rat der Herzöge von Bayern-Landshut; bayerischer Pfleger von Graisbach, Riedenburg und Kehlheim.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB
Abraham N. N.

geb. 1634
Anm.: Jüdischer Junge, der am 30. Juli 1634 in Venedig beschnitten wurde.
Abraham

Anm.: Biblische Figur.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Absalom
Abschalom

Anm.: Biblische Figur.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Achates

Anm.: Figur der römischen Mythologie; in Vergils "Aeneis" der beste Freund und Gefährte des trojanischen Helden Aeneas.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Achill(es)

Anm.: Heldenfigur der griechischen Mythologie; Hauptheld der Ilias des Homer.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Actaeon
Aktaion

Anm.: Antike mythische Gestalt, die nach Ovid auf der Jagd Diana und ihre Nymphen beim Bad überraschte, deshalb von ihr in einen Hirsch verwandelt und von den eigenen Hunden zerfleischt wurde.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Adam

Anm.: Biblische Figur; Stammvater der Menschheit.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Salomon Adam

gest. 1640
Anm.: Schwedischer Hauptmann, Obristleutant und Obrist (ab 1632) schottischer Herkunft; seit 1636 Kommandant von Magdeburg (mit Hans Drake), wegen Übergabe der Stadt zum Tode verurteilt, später jedoch unter Verlust seines Regiments begnadigt.
Jürgen Aderkas

geb. 1603
gest. 1631
Anm.: Sohn des Jürgen von Aderkas (1563-1602); schwedischer Obrist.
N. N. Adler (1)

Anm.: Mutter von N. N. Adler (2); um 1636 alte Wirtin im sächsischen Königstein; früher im Dienst des Grafen Johann Kasimir von Lynar (1569-1619) und des Berliner Kurfürstenhofes.
N. N. Adler (2)

Anm.: Feuerwerker des Fürsten Friedrich Heinrich von Oranien (1584-1647).
Hendrik Adler

Anm.: Ca. 1622-1628 Schöffe (Ratsherr) sowie mehrfach Bürgermeister von Harderwijk.
Johan Adler Salvius

geb. 1590
gest. 1652
Anm.: Sohn des Strängnäser Stadtschreibers Peder Hansson (gest. vor 1609); Studium in Uppsala (1609), Rostock (1612/13), Helmstedt (1613/14), Staßburg (1615) und Marburg (1615); 1614 Magister; 1619 Promotion zum Dr. jur. utr. in Valence; ab 1621 Assessor am schwedischen Hofgericht; diplomatische Missionen für Schweden nach Kursachsen (1622), Dänemark (1623) und Norddeutschland (1624); seit 1624 Staatssekretär; 1631-1634 und 1636-1650 schwedischer Resident in Hamburg und im Niedersächsischen Reichskreis; ab 1634 Hofkanzler und Geheimer Rat; seit 1638 alleiniger Legat Schwedens in Deutschland; 1643-1648 schwedischer Gesandter auf dem Westfälischen Friedenskongress; seit 1648 Reichsrat; 1629 Nobilitierung; 1651 Erhebung in den Freiherrenstand; vgl. Heiko Droste: Im Dienst der Krone. Schwedische Diplomaten im 17. Jahrhundert, Berlin/Münster 2006, S. 378.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, Westfälische Geschichte
Adonai

Anm.: Eine der Umschreibungen für Jehova (Gottes Eigenname) im Tanach.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Valentin Adrian

Anm.: Um 1629 vermutlich Kaufmann in Braunschweig.
Königin Kleopatra VII. Philopator von Ägypten

geb. 69 v. Chr.
gest. 30 v. Chr.
Anm.: Tochter des Ptolemaios XII. Neos Dionysos (gest. 51 v. Chr.); 51-47 v. Chr. gemeinsame Regentschaft mit ihrem Bruder Prolemaios XIII. (61-47 v. Chr.); seit 47 v. Chr. faktische Alleinherrscherin in römischer Abhänigkeit; Selbstmord nach endgültiger Niederlage gegen Octavian (63 v. Chr.-14 n. Chr.).

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
König Ptolemaios II. Philadelphos von Ägypten

geb. 308 v. Chr.
gest. 246 v. Chr.
Anm.: Sohn des Ptolemaios I. Soter (367/66 v. Chr.-283/82 v. Chr.), ab 306 v. Chr. König von Ägypten; seit 285 v. Chr. Mitregent seines Vaters und ab 283/82 v. Chr. ägyptischer Alleinherrscher.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Ännchen N. N.

Anm.: Um 1630/34 Kammermagd der Fürstin Eleonora Sophia von Anhalt-Bernburg (1603-1675); im Januar 1634 Verlobte des fürstlichen Kammerdieners Johann Schumann (gest. 1636).
Aeolus
Aiolos

Anm.: Griechisch-römischer Gott und Beherrscher der Winde.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Johan van Aerssen

geb. 1579
gest. 1654
Anm.: Sohn des Cornelis van Aerssen (1545–1627); Herr von Wernhout; 1613-1625 niederländischer Drost der Baronie Breda; seit 1637 Bürgermeister von Breda.

Weiterführende Informationen in VIAF
Kaiser Fasilides von Äthiopien
Kaiser Alam Sagad von Äthiopien

geb. 1603
gest. 1667
Anm.: Sohn des Kaisers Sissinios (Malak Sagad III.) von Äthiopien (1572-1632); seit 1632 Kaiser von Äthiopien.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Kaiser Jakob von Äthiopien
Kaiser Malak Sagad II. von Äthiopien

gest. 1606
Anm.: Sohn des Kaisers Sarsa Dengel (Malak Sagad I.) von Äthiopien (1550-1597); 1597-1603 und seit 1604 Kaiser von Äthiopien.
Fernando Afán de Rivera y Enríquez
Duque Fernando de Alcalá de los Gazules
Marqués Fernando de Tarifa
Conde Fernando de Los Molares

geb. 1583
gest. 1637
Anm.: Sohn des Fernando Enríquez de Ribera y Cortés (geb. 1529); spanischer General und Politiker; zunächst Generalkapitän von Katalonien; 1619-1622 Vizekönig von Katalonien; 1629-1631 Vizekönig von Neapel; 1632-1635 Vizekönig von Sizilien; 1636 Gouverneur des Herzogtums Mailand; ebenso spanischer Botschafter und Generalvikar in Italien unter Papst Urban VIII. (1568-1644).

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Afrasiyab Pascha

gest. 1624
Anm.: Durch Ämterkauf seit 1612 Beylerbey von Basra, der weitgehend unabhängig vom Sultan regierte; Begründer der Dynastie Al-Afrasiyab, die bis 1668 in Basra herrschte.
Aglaia

Anm.: Eine der drei griechischen Göttinnen der Anmut (Grazien).

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Adam Christian Agricola

geb. 1593
gest. 1645
Anm.: Sohn des Teschener Hofpredigers und Superintendenten Johann Agricola (gest. 1609); reformierter Theologe; Studium in Leipzig und Frankfurt/Oder; 1620-1622 Hofprediger des Markgrafen Johann Georg von Brandenburg-Jägerndorf (1577-1624); 1622-1629 Hofprediger in Güstrow; 1629-1636 Dom- und Hofprediger in Berlin; seit 1636 Hofprediger in Königsberg.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Johann Georg Agricola

geb. 1558
gest. 1633
Anm.: Sohn des Amberger Arztes Dr. Georg Agricola (1530-1575); ab 1582 Studium in Heidelberg (1585 Bacc.); 1588-1593 Medizinstudium in Wittenberg; 1594-1614 und 1621-1629 Stadtarzt in Amberg; seit 1629 praktischer Arzt in Regensburg.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB, NDB
Peter Agricola

gest. 1648
Anm.: Bis 1631 fürstlicher Kanzleischreiber in Bernburg; um 1635/43 Sekretär des Fürsten Christian II. von Anhalt-Bernburg.
Heinrich Cornelius Agrippa von Nettesheim

geb. 1486
gest. 1535
Anm.: Sohn des Kölner Bürgers Heinrich von Nettesheim; deutscher Universalgelehrter, Theologe, Jurist, Arzt und Philosoph; 1499-1502 Studium in Köln; 1509 Dozent an der Universität Dole; 1509/10 Bergrat der Stadt Köln; Dozent an den Universitäten Köln (1511) und Pavia (1512 und 1515); 1512 kaiserlicher Offizier; 1515 Promotion zum Dr. med. und Dr. jur. utr. in Pavia; 1518-1520 Stadtsyndikus in Metz; 1521-1523 Arzt in Genf; 1523 Stadtarzt in Fribourg; 1524-1527 Leibarzt der verwitweten Louise de Valois, Duchesse d'Angoulême (1476-1531); 1528/29 Arzt in Antwerpen; 1529/30 Archivar und Historiograph der niederländischen Regentin Erzherzogin Margaretha von Österreich (1480-1530).

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB, NDB
Francisco d' Aguilar
Isaaco Levi Buendia

Anm.: Portugiesischer Jude, der in Brüssel erst zum Katholizismus, später in den Vereinigten Niederlanden zum reformierten Glauben konvertierte; um 1627 Sprachmeister für Spanisch unter dem Theologieprofessor Constantin L'Empereur (1591-1648) in Harderwijk; im Januar 1627 ebenso Spanischlehrer des Prinzen Christian d. J. von Anhalt-Bernburg; vgl. Klaus Conermann (Hg.): Briefe der Fruchtbringenden Gesellschaft und Beilagen: Die Zeit Fürst Ludwigs von Anhalt-Köthen 1617-1650, Reihe I, Abt. A: Köthen, Bd. 2, Tübingen 1998, S. 104-106.
Ahizade Hüseyin Efendi

geb. 1572
gest. 1634
Anm.: Seit 1632 Mufti von Konstantinopel (Schaich al-Islām); 1634 Hinrichtung wegen angeblicher Verschwörung gegen Sultan Murad IV. (1612-1640).
N. N. von Ahlefeld

Anm.: Um 1637 Rittmeister.
Sophia von Ahlefeld
Sophia von Baudissin
Geburtsname: Sophia von Rantzau

geb. 1620
gest. 1697
Anm.: Tochter des Gerhard von Rantzau (1558-1627); 1633-1646 erste Ehe mit Wolf Heinrich von Baudissin (1597-1646); 1650-1670 zweite Ehe mit Cai von Ahlefeld (1591-1670).
Ahmed Pascha

Anm.: Um 1615/17 Beylerbey (Provinzgouverneur) von Kanischa.
Hans Jakob Aichinger

Anm.: Regensburger Tuchhändler; Innerer Rat (1606-1634), Kämmerer (1614, 1616/17, 1619/20, 1622/23, 1625, 1628 und 1630/31), Ungeldherr (1620-1625) und Steuerherr (1625-1634) der Reichsstadt Regensburg; vgl. Werner Fees-Buchecker: Rat und politische Führungsschicht der Reichsstadt Regensburg 1485-1650. Studien zur Verfassungs- und Sozialgeschichte Regensburgs in der Frühen Neuzeit, Diss. München 1998, S. 214.
Foppe van Aitzema

geb. ca. 1580
gest. 1637
Anm.: Sohn des Schelte van Aitzema; Studium in Franeker, Leiden, Helmstedt und Wittenberg; 1607-1613 herzoglicher Rat in Wolfenbüttel; 1612/13 zugleich Kanzler des Hochstifts Halberstadt; Gesandter der Generalstaaten, u. a. bei der Hanse in Lübeck bzw. Hamburg (seit 1617) und am Wiener Kaiserhof (1636/37); 1637 Konversion zum katholischen Glauben.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB, NDB
Lieuwe van Aitzema

geb. 1600
gest. 1669
Anm.: Sohn des Meinardus van Aitzema und Neffe des Foppe van Aitzema (ca. 1580-1637); niederländischer Diplomat, Historiker, Jurist und Staatsmann; um 1633/45 Resident der Hansestädte in Den Haag.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB
Lorenzo Ajazza

geb. ca. 1590
gest. 1634
Anm.: Piemontesischer Adliger aus Vercelli; seit 1629 kaiserlicher Kämmerer; 1631/32 kaiserlicher Obristleutnant; danach lothringisch-spanischer Obrist.
Esprit Alard
Esprit d' Esplan
Marquis Esprit de Grimault

geb. 1595
gest. 1630
Anm.: Sohn des Notars Jacques Allard; Favorit des Königs Ludwig XIII. von Frankreich (1601-1643); ab 1617 Grand maréchal des logis de la Maison du Roy; um 1624 Gouverneur der Festung und Stadt Meulan; 1626 (vermutlich außerdentlicher) französischer Gesandter in Den Haag; seit 1627 Marquis de Grimault.
Charles d' Albert
Duc Charles de Luynes

geb. 1578
gest. 1621
Anm.: Sohn des Honoré d'Albert (gest. 1592); ab 1611 Falkner und bald darauf Favorit des jungen Königs Ludwig XIII. von Frankreich (1601-1643); seit 1616 Grand fauconnier; ab 1619 Gouverneur der Picardie; seit 1621 Connétable von Frankreich; ab 1619 erster Duc de Luynes und Pair de France.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Justus Albinus

geb. 1584
gest. 1635
Anm.: Sohn des Plauener Schuhmachers Justus Albinus; 1615-1619 Pfarrer der Dessauer Georgenkirche; Diakon (1619-1622), Archidiakon (1622-1625) und Pfarrer an St. Marien (ab 1625) sowie seit 1625 Superintendent in Dessau.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Hans Albrecht

Anm.: 1625-1628 Lakai der Fürstin Eleonora Sophia von Anhalt-Bernburg (1603-1675); 1626-1628 zudem Küchenschreiber ihres Gemahls Christian d. J.
Antônio de Albuquerque Maranhão

gest. 1667
Anm.: Sohn des Jerômino de Albuquerque Maranhão (1548-1632); 1622-1634 Gouverneur von Paraíba.
Aldobrandini, Familie

Anm.: Italienisches Adelsgeschlecht.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Aldobrandino Aldobrandini

geb. 1593
gest. 1634
Anm.: Sohn des Gian Francesco Aldobrandini (1545-1601), ab 1597 erster Principe di Sarsina e Meldola; seit 1612 Großprior des Malteserordens in Rom; 1616-1619 Kommandeur der maltesischen Flotte; 1622/23 Admiral der päpstlichen Galeeren; ab 1623 in kaiserlichen Kriegsdiensten, zuletzt als Obrist (1631); seit 1628 kaiserlicher Kämmerer; vgl. Robert Laurentius Dauber: Johanniter-Malteser-Ritter unter kaiserlichen Fahnen 1523-1918, Gnas 2007, S. 106f.
(Giovanni) Giorgio Aldobrandini
Principe (Giovanni) Giorgio di Meldola e Sarsina
Principe (Giovanni) Giorgio di Rossano
Duca (Giovanni) Giorgio di Carpineto

geb. 1591
gest. 1637
Anm.: Sohn des Gian Francesco Aldobrandini (1545-1601), ab 1597 erster Principe di Sarsina e Meldola; seit 1601 Principe di Sarsina e Meldola; ab 1610 erster Principe di Rossano; seit 1621 Nepot von Papst Gregor XV. (1554-1623); Karriere als Komandant der päpstlichen Garde, General der Kurie und päpstlicher Botschafter in Spanien; ab 1630 Duca di Carpineto.
Graf Johann von Aldringen

geb. 1588
gest. 1634
Anm.: Sohn des Leonhard Aldringen; zunächst Schreiber in der Luxemburger Landeskanzlei; kaiserlicher (1618-1620) und spanischer Hauptmann (1620/21); 1621-1623 bayerischer Obristleutnant; kaiserlicher Obrist (1622), Generalfeldwachtmeister (1629), Feldzeugmeister (1631) und Feldmarschall (1632); seit 1624 Hofkriegsrat und Oberkommissar für das Heerwesen; 1629/30 Kommissar für die Exekution des Restitutionsedikts im Obersächsischen Reichskreis; Erhebung in den Freiherren- (1627) und Grafenstand (1632).

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB, NDB
Matthias Alefeldt

Anm.: Um 1628 Bauer in Reinstedt.
Johann Alemann

geb. 1596
gest. 1636
Anm.: Sohn des Magdeburger Bürgermeisters Johann Martin Alemann (1554-1618); 1611-1615 Studium in Wittenberg und Jena; 1618-1629 Ratsherr in Magdeburg; ab 1625 Wortführer der kaiserlichen Partei in der Stadt; 1626-1629 kaiserlicher Statthalter in Magdeburg; seit 1630 magdeburgischer Steuereinnehmer und Amtmann in Wolmirstedt; 1633 Kommissar bei der kaiserlichen Armee in Hildesheim.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
N. N. Alfeldt

Anm.: Um 1628 vermutlich Untertan im Amt Ballenstedt.
Ali Agha

Anm.: Im Frühjahr 1637 Leiter einer türkischen Gesandtschaft in Wien.
Dante Alighieri

geb. 1265
gest. 1321
Anm.: Sohn des florentinischen Adligen und Geldverleihers Alighiero Alighieri (gest. 1281/82); einer der bedeutendsten italienischen Dichter des Mittelalters; seit 1295 politische Karriere in Florenz; 1302 Auschluss von allen Ämtern, Konfiskation seiner Güter und Verbannung; danach Aufenthalte vor allem in Mittel- und Oberitalien.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Alkibiades

geb. ca. 450 v. Chr.
gest. 404 v. Chr.
Anm.: Griechischer Redner, Feldherr und Politiker in Athen.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Gräfin Maria Eva Elisabeth von Althan(n)
Geburtsname: Gräfin Maria Eva Elisabeth von Sternberg
Geburtsname: Gräfin Marie Eva Alžběta ze Šternberka

geb. 1605
gest. 1638
Anm.: Tochter des Grafen Adam von Sternberg (gest. 1623); 1627-1636 Ehe mit Graf Michael Adolph von Althan(n) (1574-1636).
Gräfin Maria Margaretha von Althan(n)
Gräfin Maria Margaretha Slawata
Gräfin Marie Markéty Slavata
Geburtsname: Maria Margaretha von Eggenberg

geb. 1607
gest. 1657
Anm.: Tochter des Johann Ulrich von Eggenberg (1568-1634); 1626-1632 erste Ehe mit Graf Adam Paul Slawata (1604-1657), die für ungültig erklärt wurde; vor 1638-1649 zweite Ehe mit Graf Michael Johann von Althan(n) (1607-1649).
Graf Michael Adolph von Althan(n)

geb. 1574
gest. 1636
Anm.: Sohn des Christoph von Althan(n) (1529-1589); um 1598/99 Konversion zum katholischen Glauben; ab 1600 Kommandant der kaiserlichen Leibgarde, später Obrist (1601), Feldmarschall (1607) und Hofkriegsrat; 1608 Landobrist des Erzherzogtums Österreich ob der Enns; 1618 Mitbegründer des kurzlebigen Ritterordens Ordo Militiae Christianae, dessen deutsch-polnisch-ungarischem Zweig er als Großmeister vorstand; seit 1627 kaiserlicher Kämmerer; 1610 Erhebung in den Grafenstand.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB, NDB
Graf Michael Johann von Althan(n)

geb. 1607
gest. 1649
Anm.: Sohn des Michael Adolph von Althan(n) (1574-1636); 1610 Erhebung in den Grafenstand; ab 1624 kaiserlicher Kämmerer; seit 1644 Oberstjägermeister.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Johann Heinrich Alting

geb. 1583
gest. 1644
Anm.: Sohn des reformierten Geistlichen Menso Alting (1541-1612); Theologiestudium in Groningen und Herborn; ab 1613 Dogmatikprofessor in Heidelberg und Dr. theol.; seit 1616 Direktor des Collegium Sapientiae in Heidelberg; 1622 Flucht aus Heidelberg in die Niederlande; ab 1623 Hofmeister der Söhne des Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalz (1596-1632) in Leiden; seit 1627 Theologieprofessor in Groningen.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB
Giovanni Altoviti

gest. 1655
Anm.: Florentinischer Adliger; toskanischer Resident in Mailand (1614-1618) und am Kaiserhof (1618-1627).
Antonio Álvarez de Toledo y Beaumont
Duque Antonio de Alba de Tormes
Duque Antonio de Huéscar
Marqués Antonio de Coria

geb. 1568
gest. 1639
Anm.: Sohn des Diego Álvarez de Toledo y Enríquez de Guzmán, Conde de Lerín (1542-1583); ab 1583 Duque de Alba, Duque de Huéscar und Marqués de Coria; 1622-1629 Vizekönig von Neapel; seit 1629 Mayordomo mayor des Königs Philipp IV. von Spanien (1605-1665); ab 1599 Ordensritter vom Goldenen Vlies.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Fadrique Álvarez de Toledo y Mendoza
Marqués Fadrique de Villanueva de Valdueza

geb. 1580
gest. 1634
Anm.: Sohn des Pedro Álvarez de Toledo Osorio, Marqués de Villafranca del Bierzo (1546-1627); 1617-1625 Generalkapitän (Kommandeur) der spanischen Atlantikflotte; ab 1625 General von Portugal und Generalkapitän der Armee von Brasilien; seit 1634 Marqués de Villanueva de Valdueza.

Weiterführende Informationen in VIAF
Fernando Álvarez de Toledo y Pimentel
Duque Fernando de Alba de Tormes
Marqués Fernando de Coria

geb. 1507
gest. 1582
Anm.: Sohn des García Álvarez de Toledo y Zúñiga, Marqués de Coria (gest. 1510); spanischer Grande; ab 1510 Marqués de Coria; seit 1531 Duque de Alba; 1532 Befehlshaber der spanischen Hilfstruppen gegen die Türken in Ungarn; 1535 Teilnahme an der Eroberung von Tunis; ab 1541 nacheinander Mayordomo Mayor der Könige Karl I. (1500-1558) und Philipp II. von Spanien (1527-1598); Consejero de Estado; 1542 Feldherr gegen die französische Armee bei Perpignan; 1546/47 Kommandeur der spanischen Tercios im Schmalkaldischen Krieg; 1555-1559 spanischer Generalkapitän in Italien; 1555/56 Gouverneur des Herzogtums Mailand; 1556-1559 Vizekönig von Neapel; 1567-1573 Statthalter und militärischer Oberbefehlshaber in den Spanischen Niederlanden; seit 1580 Vizekönig und Condestable von Portugal; ab 1546 Ordensritter vom Goldenen Vlies.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Alvensleben, Familie

Anm.: Altmärkisches Adelsgeschlecht.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Christina von Alvensleben
Geburtsname: Christina von Dieskau

geb. 1589
gest. 1636
Anm.: Tochter des Hieronymus von Dieskau (1565-1625); 1613-1627 Ehe mit Gebhard von Alvensleben (1584-1627); seit 1634 Begleiterin und Hofmeisterin der Fürstin Sophia von Anhalt-Köthen (1599-1654).
Cuno von Alvensleben

geb. 1588
gest. 1638
Anm.: Sohn des Gebhard von Alvensleben (1543-1609); Erbherr auf Calbe im Werder, Neugattersleben und Randau (bei Magdeburg); ab 1610 Domherr und später Senior des Erzstifts Magdeburg; seit 1624 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Reifende").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Amalek

Anm.: Biblische Figur.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Ambrosius N. N.

Anm.: Geboren in Bayern; um 1629 kursächsischer Rat; um 1636 Kammerdiener der verwitweten Kurfürstin Hedwig von Sachsen (1581-1641).
Heiliger Ambrosius
Erzbischof Ambrosius von Mailand

geb. 339
gest. 397
Anm.: Sohn des Aurelius Ambrosius, römischer Präfekt der Provinz Gallia Narbonensis; Jurist, Theologe und Kirchenvater; ab 365 Tätigkeit als Anwalt bei Gericht; 372/73 Präfekt der römischen Provinz Aemilia-Liguria; seit 374 Erzbischof von Mailand.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Georg Am Ende

geb. 1572
gest. 1624
Anm.: Geboren in Dresden; ab 1598 Jesuit; seit 1619 Hofprediger von Kaiser Ferdinand II. (1578-1637).

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Amor
Cupido

Anm.: Römischer Gott und allegorische Personifikation der Liebe.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Rostain d' Ancezune
Marquis Rostain de Caderousse (oder Codolet)

gest. 1649
Anm.: Sohn des Jean-Vincent d'Ancezune, ab 1622 Marquis de Caderousse oder Codolet (gest. 1632/33); um 1629/30 französischer Colonel d'Infanterie; spätestens seit 1633 Marquis de Caderousse (oder Codolet).
Heinrich Cornelius Anchinoander

Anm.: Deutscher Arzt und Philologe; 1615 Lehrer für die italienische Sprache in Hamburg; 1616 Promotion zum Dr. med. an der Universität Basel.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Andreas (1) N. N.

Anm.: Um 1628 kaiserliche Kroatenschutzwache des Harzgeröder Amtshauptmannes Kaspar Ernst von Knoch (1582-1641).
Andreas (2) N. N.

Anm.: Um 1633/36 Leibkutscher des Fürsten Christian II. von Anhalt-Bernburg.
Heiliger Andreas

gest. 60
Anm.: Apostel.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Giovan Battista Andreini
Lelio

geb. 1576
gest. 1654
Anm.: Sohn des Schauspielers, Impresarios und Autoren Francesco Andreini (1548-1624); berühmter Schauspieler, Konduktor und Stückeschreiber; zunächst Mitglied der elterlichen Comedia-dell'Arte-Truppe "Compagnia dei Comici Gelosi"; 1601 Gründung der eigenen Truppe Compagnia dei Comici Fedeli ("I Fedeli"), die große Erfolge in Italien und Frankreich feierte; Schutz und die Förderung durch die Herzöge von Mantua, Vincenzo (1562-1612), Francesco IV (1586-1612) und Ferdinando Gonzaga (1587-1626); vgl. Pierre Louis Duchartre: The Italian Comedy. The Improvisation Scenarios, Lives, Attributes, Portraits and Masks of the Illustrious Characters of the Commedia dell'Arte, New York 1966, S. 94-96; Siro Ferrone: La Commedia dell’Arte. Attrici e attori italiani in Europa (XVI–XVIII secolo), Torino 2014, S. 260-262; Robert Henke: Performance and Literature in the Commedia dell'Arte, Cambridge 2002, S. 210-215; Allardyce Nicoll: World of Harlequin. A Critical Study of the Commedia dell'Arte, Cambridge [u. a.] 1986, 171-175; Roberto Tessari: Commedia dell'Arte: La Maschera e l'Ombra, Milano 1981, S. 6; ders.: La Commedia dell’Arte. Genesi d’una società dello spettacolo, Roma/Bari 2013, S. 58f., 95, 102, 168-170 und 172-178.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Virginia Andreini
La Florinda
Geburtsname: Virginia Ramponi

geb. 1583
gest. 1630/31
Anm.: Erfolgreiche Schauspielerin und Sängerin; seit 1601 Ehe mit Giovan Battista Andreini, mit dem sie die Schauspieler-Compagnie "I Fedeli" leitete; Künstlername nach dem von ihrem Mann verfassten, 1603 in Florenz uraufgeführten Stück "La Florinda"; vgl. Siro Ferrone: La Commedia dell'Arte. Attrici e attori italiani in Europa (XVI-XVIII secolo), Torino 2014, S. 306-308; Emily Wilbourne: Seventeenth-Century Opera and the Sound of the Commedia dell’Arte, Chicago/London 2016, passim.
Virginia Andreini
La Lidia
Geburtsname: Virginia Rotari

Anm.: Tochter des Schauspielers Baldo Rotari; bereits 1613 und 1621-1623 Mitglied ("Lidia") der Schauspielertruppe "I Fedeli", deren Leiter Giovan Battista Andreini (1576-1654) sie nach einem langjährigen Verhältnis und dem Tod dessen erster Frau Virginia im Jahr 1631 heiratete; vgl. Giulio Piccini: L’epistolario d’Arlecchino (Tristano Martinelli 1556–1631), Florenz 1896, S. 27; Pierre-Louis Duchartre: The Italian Comedy. The Improvisation Scenarios Lives Attributes Portraits and Masks of the Illustrious Characters of the Comedia dell’Arte, New York 1966, S. 96; Siro Ferrone: La Commedia dell’Arte. Attrici e attori italiani in Europa (XVI–XVIII secolo), Torino 2014, S. 261 und 307; John Rudlin / Olly Crick: Commedia dell’Arte. A Handbook for Troupes, New York 2001, S. 49.
Angern, Familie

Anm.: Im Erzstift Magdeburg ansässiges Adelsgeschlecht.
Anhalt, Haus
Fürsten von Anhalt

Anm.: Reichsfürstengeschlecht aus der Dynastie der Askanier., NDB
Fürst Bernhard von Anhalt

geb. 1571
gest. 1596
Anm.: Sohn des Fürsten Joachim Ernst von Anhalt (1536-1586) und Onkel Christians II. von Anhalt-Bernburg; 1595/96 Obrist des Obersächsischen Reichskreises im Langen Türkenkrieg.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Fürst Joachim Ernst von Anhalt

geb. 1536
gest. 1586
Anm.: Sohn des Fürsten Johann IV. von Anhalt-Zerbst (1504-1551) und Großvater Christians II. von Anhalt-Bernburg; 1562-1570 gemeinsam mit seinem Bruder Bernhard (1540-1570) regierender, seit 1570 alleinregierender Fürst von Anhalt.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB, NDB
Fürst Johann Ernst von Anhalt

geb. 1578
gest. 1601
Anm.: Sohn des Fürsten Joachim Ernst von Anhalt (1536-1586) und Onkel Christians II. von Anhalt-Bernburg; 1601 kaiserlicher Obrist im Langen Türkenkrieg.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Fürst Otto II. von Anhalt-Aschersleben

geb. ca. 1260
gest. 1315
Anm.: Sohn des Fürsten Otto I. von Anhalt-Aschersleben (gest. 1304); seit 1304 regierender Fürst von Anhalt-Aschersleben.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Fürstin Agnes Magdalena von Anhalt-Bernburg

geb. 1612
gest. 1629
Anm.: Tochter des Fürsten Christian I. von Anhalt-Bernburg (1568-1630) und Schwester Christians II.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Fürstin Amalia Juliana von Anhalt-Bernburg

geb. 1597
gest. 1605
Anm.: Tochter des Fürsten Christian I. von Anhalt-Bernburg (1568-1630) und Schwester Christians II.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Fürstin Amoena Juliana von Anhalt-Bernburg

geb. 1609
gest. 1628
Anm.: Tochter des Fürsten Christian I. von Anhalt-Bernburg (1568-1630) und Schwester Christians II.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Fürstin Anna von Anhalt-Bernburg
Geburtsname: Gräfin Anna von Bentheim-Steinfurt und Tecklenburg

geb. 1579
gest. 1624
Anm.: Tochter des Grafen Arnold II. von Bentheim-Steinfurt und Tecklenburg (1554-1606); ab 1595 Ehe mit Fürst Christian I. von Anhalt-Bernburg (1568-1630) und Mutter Christians II.; führte gemeinsam mit ihrer Tochter Eleonora Maria (1600-1657) seit 1617 die "Noble Académie des Loyales" oder "Getreue Gesellschaft", eine Gesellschaft hochadliger reformierter Damen.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Fürstin Anna Magdalena von Anhalt-Bernburg

geb. 1603
gest. 1611
Anm.: Tochter des Fürsten Christian I. von Anhalt-Bernburg (1568-1630) und Schwester Christians II.
Fürstin Anna Sophia von Anhalt-Bernburg

geb. 1604
gest. 1640
Anm.: Tochter des Fürsten Christian I. von Anhalt-Bernburg (1568-1630) und Schwester Christians II.
Fürst Albrecht von Anhalt-Bernburg
Bischof Albrecht I. von Halberstadt

gest. 1324
Anm.: Sohn des Fürsten Bernhard I. von Anhalt-Bernburg (1218-1287); seit 1304 Bischof von Halberstadt.
Fürst Berengar von Anhalt-Bernburg

geb. 1626
gest. 1627
Anm.: Sohn des Fürsten Christian II. von Anhalt-Bernburg.
Fürst Bernhard II. von Anhalt-Bernburg

geb. ca. 1260
gest. 1322
Anm.: Sohn des Fürsten Bernhard I. von Anhalt-Bernburg (1218-1287); seit 1287 regierender Fürst von Anhalt-Bernburg; 1316-1322 letzter askanischer Inhaber der Grafschaft Aschersleben.
Fürst Bogislaw von Anhalt-Bernburg

geb. 1633
gest. 1634
Anm.: Sohn des Fürsten Christian II. von Anhalt-Bernburg.
Fürst Christian I. von Anhalt-Bernburg

geb. 1568
gest. 1630
Anm.: Sohn des Fürsten Joachim Ernst von Anhalt (1536-1586) und Vater Christians II. von Anhalt-Bernburg; 1582 Reise nach Konstantinopel; 1591/92 Führer eines Expeditionskorps für Heinrich von Navarra; 1592 Übertritt zum reformierten Glauben; 1592/93 Befehl über die protestantischen Truppen im Krieg um das Bistum Straßburg; 1595-1620 oberpfälzischer Statthalter in Amberg und zunehmend Leiter der pfälzischen Politik; ab 1606 regierender Fürst von Anhalt-Bernburg; 1610 Unionsgeneral im klevisch-jülischen Krieg; seit 1618 Senior des Hauses Anhalt; 1619/20 Kommandierender der pfälzisch-böhmischen Truppen, nach deren Niederlage in der Schlacht am Weißen Berg durch Kaiser Ferdinand II. (1578-1637) geächtet; Flucht nach Schweden (1621) und Flensburg (1622-24); 1624 Aufhebung der Reichsacht; seit 1619 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Sehnliche").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB, NDB, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Fürst Christian II. von Anhalt-Bernburg

geb. 1599
gest. 1656
Anm.: Sohn des Fürsten Christian I. von Anhalt-Bernburg (1568-1630); seit 1622 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Unveränderliche"); Kurzbiographie im Rahmen dieser Edition unter http://www.tagebuch-christian-ii-anhalt.de/index.php?article_id=15.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Fürst Christian III. von Anhalt-Bernburg

geb. 1631
gest. 1631
Anm.: Sohn des Fürsten Christian II. von Anhalt-Bernburg.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Fürstin Dorothea Bathilde von Anhalt-Bernburg

geb. 1617
gest. 1656
Anm.: Tochter des Fürsten Christian I. von Anhalt-Bernburg (1568-1630) und Schwester Christians II.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Fürstin Eleonora Hedwig von Anhalt-Bernburg

geb. 1635
gest. 1685
Anm.: Tochter des Fürsten Christian II. von Anhalt-Bernburg; ab 1673 Kanonissin und seit 1683 Dekanissin des Stifts Gandersheim.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Fürstin Eleonora Sophia von Anhalt-Bernburg
Geburtsname: Herzogin Eleonora Sophia von Schleswig-Holstein-Sonderburg

geb. 1603
gest. 1675
Anm.: Tochter des Herzogs Johann von Schleswig-Holstein-Sonderburg (1545-1622); 1625-1656 Ehe mit ihrem Cousin Fürst Christian II. von Anhalt-Bernburg.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Fürst Erdmann Gideon von Anhalt-Bernburg

geb. 1632
gest. 1649
Anm.: Sohn des Fürsten Christian II. von Anhalt-Bernburg.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Fürst Ernst von Anhalt-Bernburg

geb. 1608
gest. 1632
Anm.: Sohn des Fürsten Christian I. von Anhalt-Bernburg (1568-1630) und Bruder Christians II.; 1626/27 Gesandtschaften nach Wien und Dresden; 1628-1631 kaiserlicher Obrist; ab 1630 gemeinsam mit Christian II. regierender Fürst von Anhalt-Bernburg; seit 1631 kursächsischer Obrist, als welcher er in der Schlacht bei Lützen tödlich verwundet wurde; seit 1621 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Wohlbewahrte").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Fürstin Ernesta Augusta von Anhalt-Bernburg

geb. 1636
gest. 1659
Anm.: Tochter des Fürsten Christian II. von Anhalt-Bernburg.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Fürst Friedrich Ludwig von Anhalt-Bernburg

geb. 1619
gest. 1621
Anm.: Sohn des Fürsten Christian I. von Anhalt-Bernburg (1568-1630) und Bruder Christians II.
Fürst Joachim Ernst von Anhalt-Bernburg

geb. 1629
gest. 1629
Anm.: Sohn des Fürsten Christian II. von Anhalt-Bernburg.
Fürst Karl Ursinus von Anhalt-Bernburg

geb. 1642
gest. 1660
Anm.: Sohn des Fürsten Christian II. von Anhalt-Bernburg.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Fürstin Louise Amalia von Anhalt-Bernburg

geb. 1606
gest. 1635
Anm.: Tochter des Fürsten Christian I. von Anhalt-Bernburg (1568-1630) und Schwester Christians II.
Fürstin Sibylla Elisabeth von Anhalt-Bernburg

geb. 1602
gest. 1648
Anm.: Tochter des Fürsten Christian I. von Anhalt-Bernburg (1568-1630) und Schwester Christians II.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Fürstin Sophia von Anhalt-Bernburg

geb. 1627
gest. 1627
Anm.: Tochter des Fürsten Christian II. von Anhalt-Bernburg.
Fürst Viktor I. Amadeus von Anhalt-Bernburg

geb. 1634
gest. 1718
Anm.: Sohn des Fürsten Christian II. von Anhalt-Bernburg; ab 1656 regierender Fürst von Anhalt-Bernburg; seit 1652 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Gerühmte").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Fürstin Anna Katharina von Anhalt-Bernburg-Harzgerode
Geburtsname: Gräfin Anna Katharina zur Lippe-Detmold

geb. 1612
gest. 1659
Anm.: Tochter des Grafen Simon VII. zur Lippe-Detmold (1587-1627); seit 1657 Ehe mit Fürst Friedrich von Anhalt-Bernburg-Harzgerode (1613-1670).
Fürst Friedrich von Anhalt-Bernburg-Harzgerode

geb. 1613
gest. 1670
Anm.: Sohn des Fürsten Christian I. von Anhalt-Bernburg (1568-1630) und Bruder Christians II.; 1630-1635 gemeinsam mit Christian II. regierender Fürst von Anhalt-Bernburg; 1634/35 schwedischer Obrist; ab 1635 alleinregierender Fürst von Anhalt-Bernburg-Harzgerode; hessisch-kasselischer Generalmajor (1637-1641) und Obrist (1640/41); seit 1660 Senior des Hauses Anhalt; ab 1623 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Stetsgrünende").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Fürstin Agnes von Anhalt-Dessau
Geburtsname: Landgräfin Agnes von Hessen-Kassel

geb. 1606
gest. 1650
Anm.: Tochter des Landgrafen Moritz von Hessen-Kassel (1572-1632); seit 1623 Ehe mit Fürst Johann Kasimir von Anhalt-Dessau (1596-1660).
Fürstin Anna Maria von Anhalt-Dessau

geb. 1591
gest. 1637
Anm.: Tochter des Fürsten Johann Georg I. von Anhalt-Dessau (1567-1618) und Cousine Christians II. von Anhalt-Bernburg.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Fürstin Dorothea von Anhalt-Dessau
Geburtsname: Pfalzgräfin Dorothea von Pfalz-Simmern

geb. 1581
gest. 1631
Anm.: Tochter des Pfalzgrafen Johann Kasimir von Pfalz-Simmern (1543-1592); 1595-1618 Ehe mit Fürst Johann Georg I. von Anhalt-Dessau (1567-1618); seit 1619 Witwensitz auf Schloss Sandersleben.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Fürstin Dorothea von Anhalt-Dessau

geb. 1625
gest. 1626
Anm.: Tochter des Fürsten Johann Kasimir von Anhalt-Dessau (1596-1660).
Fürstin Eva Katharina von Anhalt-Dessau

geb. 1613
gest. 1679
Anm.: Tochter des Fürsten Johann Georg I. von Anhalt-Dessau (1567-1618) und Cousine Christians II. von Anhalt-Bernburg.
Fürst Friedrich Moritz von Anhalt-Dessau

geb. 1600
gest. 1610
Anm.: Sohn des Fürsten Johann Georg I. von Anhalt-Dessau (1567-1618) und Cousin Christians II. von Anhalt-Bernburg.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Fürst Georg Aribert von Anhalt-Dessau

geb. 1606
gest. 1643
Anm.: Sohn des Fürsten Johann Georg I. von Anhalt-Dessau (1567-1618) und Cousin Christians II. von Anhalt-Bernburg; ab 1618 gemeinsam mit seinem Bruder Fürst Johann Kasimir (1596-1660) regierender Fürst von Anhalt-Dessau (bis 1625 unter dessen Vormundschaft); 1625-1629 in kaiserlichen Kriegsdiensten; seit 1632 Inhaber der Ämter Wörlitz und Radegast; ab 1637 morganatische Ehe mit Johanna Elisabeth von Krosigk; seit 1619 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Anmutige").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Fürst Heinrich Waldemar von Anhalt-Dessau

geb. 1604
gest. 1606
Anm.: Sohn des Fürsten Johann Georg I. von Anhalt-Dessau (1567-1618) und Cousin Christians II. von Anhalt-Bernburg.
Fürst Joachim von Anhalt-Dessau

geb. 1509
gest. 1561
Anm.: Sohn des Fürsten Ernst von Anhalt-Dessau (1451-1516); 1527-1544 gemeinsam mit seinen Brüdern Johann IV. (1504-1551) und Georg III. (1507-1553) regierender (bis 1530 unter Vormundschaft seiner Mutter Margaretha), danach alleinherrschender Fürst von Anhalt-Dessau.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Fürst Joachim Ernst von Anhalt-Dessau

geb. 1592
gest. 1615
Anm.: Sohn des Fürsten Johann Georg I. von Anhalt-Dessau (1567-1618) und Cousin Christians II. von Anhalt-Bernburg.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Fürst Johann Georg I. von Anhalt-Dessau

geb. 1567
gest. 1618
Anm.: Sohn des Fürsten Joachim Ernst von Anhalt (1536-1586) und Onkel Christians II. von Anhalt-Bernburg; 1603-1606 Regent des Fürstentums Anhalt (im Namen seiner Brüder); ab 1606 regierender Fürst von Anhalt-Dessau und Senior des Hauses Anhalt; seit 1617 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Wohlriechende").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Fürst Johann Georg II. von Anhalt-Dessau

geb. 1627
gest. 1693
Anm.: Sohn des Fürsten Johann Kasimir von Anhalt-Dessau (1596-1660); schwedischer Obrist (1655-1658) und Generalmajor (1658); ab 1658 kurbrandenburgischer General und Statthalter der Kurmark sowie Obrist (1658-1660 und seit 1666); später auch Geheimer Staats- und Kriegsrat in Berlin sowie Feldmarschall (1670); ab 1660 regierender Fürst von Anhalt-Dessau; seit 1670 Senior des Hauses Anhalt; ab 1638 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Gefüllte").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB, NDB, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Fürst Johann Kasimir von Anhalt-Dessau

geb. 1596
gest. 1660
Anm.: Sohn des Fürsten Johann Georg I. von Anhalt-Dessau (1567-1618) und Cousin Christians II. von Anhalt-Bernburg; 1618-1643 gemeinsam mit seinem Bruder Georg Aribert (1606-1643) regierender, danach alleinregierender Fürst von Anhalt-Dessau; seit 1617 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Durchdringende").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Fürstin Juliana von Anhalt-Dessau

geb. 1626
gest. 1652
Anm.: Tochter des Fürsten Johann Kasimir von Anhalt-Dessau (1596-1660).
Fürstin Sophia Margaretha von Anhalt-Dessau
Geburtsname: Fürstin Sophia Margaretha von Anhalt-Bernburg

geb. 1615
gest. 1673
Anm.: Tochter des Fürsten Christian I. von Anhalt-Bernburg (1568-1630) und Schwester Christians II.; 1651-1660 Ehe mit Fürst Johann Kasimir von Anhalt-Dessau (1596-1660).

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Fürstin Amalia Louise von Anhalt-Köthen

geb. 1634
gest. 1655
Anm.: Tochter des Fürsten Ludwig von Anhalt-Köthen (1579-1650) und Cousine Christians II. von Anhalt-Bernburg.
Fürstin Amoena Amalia von Anhalt-Köthen
Geburtsname: Gräfin Amoena Amalia von Bentheim-Steinfurt und Tecklenburg

geb. 1586
gest. 1625
Anm.: Tochter des Grafen Arnold II. von Bentheim-Steinfurt und Tecklenburg (1554-1606); seit 1606 Ehe mit Fürst Ludwig von Anhalt-Köthen (1579-1650).

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Fürstin Louise Amoena von Anhalt-Köthen

geb. 1609
gest. 1625
Anm.: Tochter des Fürsten Ludwig von Anhalt-Köthen (1579-1650) und Cousine Christians II. von Anhalt-Bernburg.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Fürst Ludwig von Anhalt-Köthen

geb. 1579
gest. 1650
Anm.: Sohn des Fürsten Joachim Ernst von Anhalt (1536-1586) und Onkel Christians II. von Anhalt-Bernburg; 1600 Aufnahme in die Florentiner Accademia della Crusca ("L'Acceso"); seit 1606 regierender Fürst von Anhalt-Köthen; 1631-1635 schwedischer Statthalter der Stifte Magdeburg und Halberstadt; 1617 Mitbegründer und bis zu seinem Tod erstes Oberhaupt der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Nährende").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB, NDB, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Fürst Ludwig d. J. von Anhalt-Köthen

geb. 1607
gest. 1624
Anm.: Sohn des Fürsten Ludwig von Anhalt-Köthen (1579-1650) und Cousin Christians II. von Anhalt-Bernburg; seit 1617 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Saftige").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Fürstin Sophia von Anhalt-Köthen
Geburtsname: Gräfin Sophia zur Lippe

geb. 1599
gest. 1654
Anm.: Tochter des Grafen Simon VI. zur Lippe (1554-1613); 1626-1650 Ehe mit Fürst Ludwig von Anhalt-Köthen (1579-1650).

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Fürst Wilhelm Ludwig von Anhalt-Köthen

geb. 1638
gest. 1665
Anm.: Sohn des Fürsten Ludwig von Anhalt-Köthen (1579-1650) und Cousin Christians II. von Anhalt-Bernburg; ab 1650 regierender Fürst von Anhalt-Köthen, bis 1658 unter Vormundschaft der Fürsten August von Anhalt-Plötzkau (1575-1653) bzw. Johann Kasimir von Anhalt-Dessau (1596-1660); seit 1641 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Erlangende").
Fürst Wolfgang von Anhalt-Köthen
Fürst Wolfgang von Anhalt-Bernburg

geb. 1492
gest. 1566
Anm.: Sohn des Fürsten Waldemar VI. von Anhalt (1450-1508); alleinregierender Fürst von Anhalt-Köthen (1508-1562) und Anhalt-Bernburg (1544-1562) sowie 1508-1544 gemeinsame Regierung mit seinen Dessauer Vettern Johann IV. (1504-1551), Georg III. (1507-1553) und Joachim (1509-1561) in Anhalt-Bernburg und Anhalt-Zerbst; seit 1525 Förderer der Reformation in Anhalt; 1547-1552 Reichsacht wegen Beteiligung am Schmalkaldischen Krieg.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB
Fürst August von Anhalt-Plötzkau

geb. 1575
gest. 1653
Anm.: Sohn des Fürsten Joachim Ernst von Anhalt (1536-1586) und Onkel Christians II. von Anhalt-Bernburg; Verzicht bei der Landesteilung von 1603/06 für eine finanzielle Abfindung von 300.000 Talern auf ein eigenens Teilfürstentum; ab 1611 Regent im Amt Plötzkau unter Bernburger Landeshoheit; seit 1630 Senior des Hauses Anhalt; ab 1621 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Sieghafte").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Fürstin Dorothea von Anhalt-Plötzkau

geb. 1623
gest. 1637
Anm.: Tochter des Fürsten August von Anhalt-Plötzkau (1575-1653) und Cousine Christians II. von Anhalt-Bernburg.
Fürstin Ehrenpreis von Anhalt-Plötzkau

geb. 1625
gest. 1626
Anm.: Tochter des Fürsten August von Anhalt-Plötzkau (1575-1653) und Cousine Christians II. von Anhalt-Bernburg.
Fürstin Elisabeth von Anhalt-Plötzkau

geb. 1630
gest. 1692
Anm.: Tochter des Fürsten August von Anhalt-Plötzkau (1575-1653) und Cousine Christians II. von Anhalt-Bernburg.
Fürst Emanuel von Anhalt-Plötzkau
Fürst Emanuel von Anhalt-Köthen

geb. 1631
gest. 1670
Anm.: Sohn des Fürsten August von Anhalt-Plötzkau (1575-1653) und Cousin Christians II. von Anhalt-Bernburg; 1653-1665 gemeinschaftliche Regentschaft mit seinen Brüdern Ernst Gottlieb (1620-1654) und Lebrecht (1622-1669) in Plötzkau; ab 1657 in schwedischen Kriegsdiensten; 1659/60 in dänischer Gefangenschaft; 1662 Teilnahme am venezianischen Feldzug gegen die Türken; 1665-1669 zusammen mit seinem Bruder Lebrecht herrschender und seit 1669 alleinregierender Fürst von Anhalt-Köthen; ab 1648 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Strebende").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Fürst Ernst Gottlieb von Anhalt-Plötzkau

geb. 1620
gest. 1654
Anm.: Sohn des Fürsten August von Anhalt-Plötzkau (1575-1653) und Cousin Christians II. von Anhalt-Bernburg; ab 1653 gemeinschaftliche Regentschaft mit seinen Brüdern Emanuel (1631-1670) und Lebrecht (1622-1669) in Plötzkau; seit 1634 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Starke").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Fürst Georg III. von Anhalt-Plötzkau
Fürst Georg III. von Anhalt-Dessau

geb. 1507
gest. 1553
Anm.: Sohn des Fürsten Ernst von Anhalt-Dessau (1451-1516); 1525-1544 gemeinsam mit seinen Brüdern Johann IV. (1504-1551) und Joachim (1509-1561) Regent des Fürstentums Anhalt-Dessau (bis 1530 unter Vormundschaft seiner Mutter Margaretha); ab 1526 Dompropst in Magdeburg; seit 1544 alleinregierender Fürst von Anhalt-Plötzkau; 1544-1549 Koadjutor des Bistums Merseburg.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB, NDB
Fürstin Johanna von Anhalt-Plötzkau

geb. 1618
gest. 1676
Anm.: Tochter des Fürsten August von Anhalt-Plötzkau (1575-1653) und Cousine Christians II. von Anhalt-Bernburg; seit 1660 Dekanissin des reichsunmittelbaren Stifts Quedlinburg.
Fürst Lebrecht von Anhalt-Plötzkau
Fürst Lebrecht von Anhalt-Köthen

geb. 1622
gest. 1669
Anm.: Sohn des Fürsten August von Anhalt-Plötzkau (1575-1653) und Cousin Christians II. von Anhalt-Bernburg; 1653-1665 gemeinschaftliche Regentschaft mit seinen Brüdern Ernst Gottlieb (1620-1654) und Emanuel (1631-1670) in Plötzkau; ab 1665 zusammen mit seinem Bruder Emanuel regierender Fürst von Anhalt-Köthen; seit 1638 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Angenehme").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Fürstin Sibylla von Anhalt-Plötzkau
Geburtsname: Gräfin Sibylla zu Solms-Laubach

geb. 1590
gest. 1659
Anm.: Tochter des Grafen Johann Georg zu Solms-Laubach (1547-1600); 1618-1653 Ehe mit Fürst August von Anhalt-Plötzkau (1575-1653).
Fürstin Sophia von Anhalt-Plötzkau

geb. 1627
gest. 1679
Anm.: Tochter des Fürsten August von Anhalt-Plötzkau (1575-1653) und Cousine Christians II. von Anhalt-Bernburg.
Fürst Adolph von Anhalt-Zerbst
Bischof Adolph von Merseburg

geb. 1458
gest. 1526
Anm.: Sohn des Fürsten Adolph von Anhalt-Zerbst (1405-1473); 1489-1516 Dompropst in Magdeburg; ab 1507 Koadjutor des Bischofs Thilo von Merseburg (1443-1514); seit 1514 Bischof von Merseburg.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB, NDB
Fürstin Dorothea Hedwig von Anhalt-Zerbst
Geburtsname: Herzogin Dorothea Hedwig von Braunschweig-Wolfenbüttel

geb. 1587
gest. 1609
Anm.: Tochter des Herzogs Heinrich Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel (1564–1613); seit 1605 Ehe mit Fürst Rudolph von Anhalt-Zerbst (1576-1621); danach Witwensitz in Coswig (Anhalt).

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Fürstin Elisabeth von Anhalt-Zerbst

geb. 1617
gest. 1639
Anm.: Tochter des Fürsten Rudolph von Anhalt-Zerbst (1576-1621) und Cousine Christians II. von Anhalt-Bernburg.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Fürst Johann IV. von Anhalt-Zerbst
Fürst Johann IV. von Anhalt-Dessau

geb. 1504
gest. 1551
Anm.: Sohn des Fürsten Ernst von Anhalt-Dessau (1451-1516) und Urgroßvater Christians II. von Anhalt-Bernburg; 1516-1544 gemeinsam mit seinen Brüdern Georg III. (1507-1553) und Joachim (1509-1561) Regent des Fürstentums Anhalt-Dessau (bis 1530 unter Vormundschaft seiner Mutter Margaretha); seit 1544 alleinregierender Fürst von Anhalt-Zerbst.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Fürst Johann VI. von Anhalt-Zerbst

geb. 1621
gest. 1667
Anm.: Sohn des Fürsten Rudolph von Anhalt-Zerbst (1576-1621) und Cousin Christians II. von Anhalt-Bernburg; bis 1642 unter Vormundschaft des Fürsten August von Anhalt-Plötzkau (1575-1653); trotzdem ab 1633 Erziehung in Oldenburg unter dem Einfluss seiner lutherischen Mutter Magdalena (1583-1657); seit 1642 regierender Fürst von Anhalt-Zerbst und schrittweiser Konfessionswechsel seines Landes zum Luthertum; ab 1642 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Wohlgestalte").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Fürstin Magdalena von Anhalt-Zerbst
Geburtsname: Gräfin Magdalena von Oldenburg

geb. 1583
gest. 1657
Anm.: Tochter des Grafen Johann XVI. von Oldenburg (1540-1603); 1612-1621 Ehe mit Fürst Rudolph von Anhalt-Zerbst (1576-1621); danach Witwensitz in Coswig (Anhalt).

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Fürst Rudolph von Anhalt-Zerbst

geb. 1576
gest. 1621
Anm.: Sohn des Fürsten Joachim Ernst von Anhalt (1536-1586) und Onkel Christians II. von Anhalt-Bernburg; ab 1606 regierender Fürst von Anhalt-Zerbst; seit 1618 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Süße").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Anna N. N.

Anm.: Um 1630/32 Dienerin der Fürstin Eleonora Sophia von Anhalt-Bernburg (1603-1675).
Anna Christina N. N.

Anm.: Um 1629 lebende, davor vermutlich zum Christentum konvertierte Türkin mit sehr langen Haaren.
Anna Maria N. N.

geb. ca. 1612/13
Anm.: Stummes Mädchen aus Braunschweig; zunächst Erziehung am Schöninger Witwenhof der Herzogin Elisabeth von Braunschweig-Wolfenbüttel (1573-1626); danach Leben im Kloster Wolmirstedt; soll im August/September 1630 in Wasserleben plötzlich gesprochen haben.
Robert Anstruther

geb. 1578
gest. 1644/45
Anm.: Sohn des schottischen Master of the Royal Household James Anstruther; ab 1589 Page am Kopenhagener Hof; seit 1606 dänischer Agent am schottischen bzw. englischen Königshof; danach mehrfach englischer Diplomat (1612/13 Vermittlung des Friedens von Knäred zwischen Schweden und Dänemark, 1624/25 Aushandlung eines dänisch-englisches Bündnisses); ab 1621 Gentleman of the Bedchamber; später Privy Councillor des Königs Karl I. von England (1600-1649); 1630 englischer Gesandter auf dem Regensburger Kurfürstentag; 1633/34 Teilnahme am Heilbronner Konvent, kurzzeitig englischer Resident in Hamburg und Gesandter an verschiedenen deutschen Höfen; seit 1634 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Fleißige").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Antenor

Anm.: Mythische Gestalt (Sohn des Aesyetes und der Cleomestra, Rat des Königs Priamos in Troja und sagenhafter Gründer von Padua) aus Homers "Ilias" und Vergils "Aeneis".

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
N. N. Anthoni

Anm.: Um 1621 kaiserlicher Rittmeister wallonischer Herkunft.
Alfonso Antonini

geb. 1584
gest. 1657
Anm.: Sohn des Girolamo Antonini; seit 1616 in venezianischen Kriegsdiensten, um 1623 als Generalkommissar der Kavallerie in Dalmatien; außerdem Astronom und Mathematiker, der bei Galileo Galilei (1564-1642) studierte.
Antonio N. N.

Anm.: Um 1623 Reitlehrer in Padua.
Marcus Antonius

geb. 86/83/82 v. Chr.
gest. 30 v. Chr.
Anm.: Sohn des römischen Konsuls Marcus Antonius Orator (143-87 v. Chr.); Vertrauter von Gaius Iulius Caesar (100-44 v. Chr.); seit 50 v. Chr. römischer Augur; 44 v. Chr. Konsul; 43-32 v. Chr. Triumvir; danach erfolgloser Krieg gegen Octavian (63 v. Chr.-14 n. Chr.).

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Heiliger Antonius

geb. 1195
gest. 1231
Anm.: Portugiesischer Franziskaner, Kirchenlehrer und Prediger in Padua.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
N. N. d' Antrevar et Lissare (1)

Anm.: Französischer Adliger und Bruder von N. N. d'Antrevar et Lissare (2).
N. N. d' Antrevar et Lissare (2)

Anm.: Französischer Adliger und Bruder von N. N. d'Antrevar et Lissare (1).
Georg Anwander

gest. nach 1634
Anm.: Um 1610/12 Pfarrer in Kaufbeuren; später Exulant in Anhalt.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Jeremias Apfel

Anm.: Geboren in Waltershausen/Thüringen; um 1614 Studium in Erfurt; 1623 Kantor in Neunburg vorm Wald (Oberpfalz); 1624/25 Pfarrer in Dürnsricht und Schmidgaden; 1626 Emigration nach Nürnberg.
N. N. Apfelmann

Anm.: Kaiserlicher Hauptmann, welcher 1620 dem Heer der böhmischen Konföderierten unter Fürst Christian I. von Anhalt-Bernburg seine Dienste angeboten hat.
Apoll

Anm.: Griechisch-römischer Gott des Lichts, der Heilung, des Frühlings, der Sittenreinheit und Mäßigung sowie der Weissagung und Künste.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Appiani, Familie

Anm.: Italienisches Adelsgeschlecht.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Caecus Appius Claudius

geb. ca. 300 v. Chr.
Anm.: Römischer Politiker und Redner.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Graf N. N. von Arco (1)

Anm.: Angehöriger des Trientiner Adelsgeschlechts.
Graf N. N. von Arco (2)

Anm.: Angehöriger des Trientiner Adelsgeschlechts.
Graf Johann Baptist von Arco

geb. 1588
gest. 1628
Anm.: Sohn des Grafen Prosper von Arco (gest. 1607); seit 1622 kaiserlicher Kämmerer.
N. N. Ardenhofer

Anm.: Um 1628 kaiserlicher Obristwachtmeister.
Ludwig Arendt

Anm.: Anhaltischer Untertan.
Wilm Arendts

Anm.: Geboren in Harderwijk; um 1626 niederländischer Schiffer, der früher in Ostindien gelebt hat.
Felipe de Areyzaga y Avandagno
Felipe de Areyçaga y Avendano

Anm.: Geboren an der Biskaya; spanischer Obristleutnant (1620), welcher in der Schlacht am Weißen Berg den Verwundungsschuss auf den Prinzen Christian d. J. von Anhalt-Bernburg abgegeben haben will, und Obrist (1621-1628).
Ludovico Ariosto

geb. 1474
gest. 1533
Anm.: Sohn des italienischen Adligen und Militärs Niccolò Ariosto (1433-1500); italienischer Dichter und Humanist; ab 1484 Besuch der Lateinschule und seit 1489 Rechtsstudium in Ferrara; 1493 Beitritt zu einer Schauspielgruppe, die am herzoglichen Hof von Ferrara Stücke aufführte; 1500-1503 Hauptmann und Kommandant einer Grenzfestung bei Canossa; 1503-1517 Sekretär des Kardinals Ippolito d'Este (1479-1520); ab 1518 in Diensten des Duca Alfonso I. di Ferrara, Modena e Reggio (1476-1534); 1522-1525 Gouverneur der Provinz Garfagnana; 1525 Intendant des Hoftheaters in Ferrara und kurz danach Rückzug ins Privatleben.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Aristarchos von Samothrake

geb. ca. 216 v. Chr.
gest. 144 v. Chr.
Anm.: Griechischer Philologe und Direktor der Bibliothek von Alexandria.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Aristophanes von Byzanz

geb. 257 v. Chr.
gest. 180 v. Chr.
Anm.: Griechischer Philologe und Direktor der Bibliothek von Alexandria.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Aristoteles

geb. 384 v. Chr.
gest. 322 v. Chr.
Anm.: Griechischer Philosoph und Universalgelehrter.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
N. N. von Arnim

Anm.: Um 1622/23 Hauptmann.
Hans Georg von Arnim

geb. 1583
gest. 1641
Anm.: Sohn des Bernd von Arnim (1550-1611); 1613-1617 schwedischer Obrist; 1621 Wechsel in polnische Kriegsdienste; 1624/25 erneut schwedischer Obrist; kaiserlicher Obrist (1627-1629) und Feldmarschall (1628/29); 1631/32 kurbrandenburgischer Obrist; 1631-1635 kursächsischer Obrist Feldmarschall; 1637/38 in schwedischer Gefangenschaft; 1638 erneuter Eintritt in kaiserlich-kursächsische Dienste; seit 1635 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft ("Der Gepriesene").

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB, NDB, Mitgliederdatenbank Fruchtbringende Gesellschaft
Katharina Dorothea von Arnim
Geburtsname: Katharina Dorothea von Hoym

geb. 1619
gest. 1660
Anm.: Tochter des Christian Julius von Hoym (1586-1656); seit 1638 Ehe mit Wolf Christoph von Arnim (1607-1668).
Andreas Arnold

gest. nach 1628
Anm.: Holländer; im Frühjahr 1624 Kammerdiener des Prinzen Christian d. J. von Anhalt-Bernburg; um 1627 fürstlicher Kammerdiener in Bernburg.
Matthias Arnoldin von Clarstein

geb. ca. 1575
gest. 1649
Anm.: Geboren in Böhmen; Dr. jur.; ab ca. 1605 kaiserlicher Appellationssekretär; seit 1612 Hofkammersekretär; ab 1618 Hofkammerrat; seit 1626 erster Sekretär der Reichskanzlei und Protokollführer des Geheimen Rates; ab 1628 Reichshofrat; nach 1639 schrittweiser Rückzug aus seinen Amtsgeschäften; 1623 Verleihung der Hofpfalzgrafenwürde.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, NDB
Arnsberg, Familie
Grafen von Arnsberg

Anm.: Im Jahr 1371 ausgestorbenes westfälisches Reichsgrafengeschlecht.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, NDB
Wolf von Arnswaldt

Anm.: Thüringischer Adliger; 1630 Abgesandter der Gräfin Anna Sophia von Schwarzburg-Rudolstadt (1584-1652) auf der Beerdigung des Fürsten Christian I. von Anhalt-Bernburg (1568-1630).
Sebastian Arthofer von Schützenberg

Anm.: Österreichischer Adliger; kaiserlischer Obristwachtmeister (1627) und Obrist.
N. N. von Aschersleben

Anm.: Pommerischer Adliger; um 1626 Student am Gymnasium Illustre Harderwijk.
Johann Gottfried von Aschhausen
Bischof Johann Gottfried von Bamberg
Bischof Johann Gottfried von Würzburg

geb. 1575
gest. 1622
Anm.: Sohn des bischöflich-würzburgischen Amtmanns Gottfried von Aschhausen (gest. 1581); Domherr in Bamberg (1593) und Würzburg (1596); ab 1604 Dekan des Ritterstifts Comburg; seit 1609 Bischof von Bamberg; ab 1617 auch Bischof von Würzburg.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche, ADB, NDB
Gaspare Aselli

geb. 1581
gest. 1625
Anm.: Geboren in Cremona; Medizinstudium in Pavia; danach Chirurg in Mailand; 1612-1620 leitender Feldchirurg der spanischen Armee in Italien; 1622 Entdecker der Lymphgefäße; seit 1624 Professor für Anatomie in Pavia.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
John Ashburnham

geb. 1603
gest. 1671
Anm.: Sohn des Adligen John Ashburnham (gest. 1620); ab ca. 1622 im Dienst der Kurfürstin Elisabeth von der Pfalz (1596-1662); seit 1623 Hofmeister der Söhne des Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalz (1596-1632) in Leiden; ca. 1626-1628 Vorsteher des Haushaltes von Kurfürstin Elisabeth; 1628 Groom of the bedchamber (Kammerjunker) des Königs Karl I. von England (1600-1649) und Parlamentsmitglied; 1643 Ausschluss aus dem Parlament und Konfiskation seiner Güter als Parteigänger der Königs; 1644 Schatzmeister der königlichen Armee; 1646 Flucht nach Paris über die Niederlande; 1647 wieder in Diensten von König Karl I.; ab 1648 mehrfach in Gefangenschaft und erneute teilweise Enteignung als Royalist; nach der Restauration Diplomat für König Karl II. von England (1630-1685); 1661-1667 erneut Parlamentsmitglied.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Askanier, Dynastie

Anm.: Deutsche Herrscherdynastie, die vor allem das Fürstentum Anhalt, die Markgrafschaft Brandenburg sowie die Herzogtümer Sachsen-Lauenburg und Sachsen-Wittenberg regierte.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Asmodi
Asmodäus

Anm.: Dämon aus der jüdischen Mythologie.
N. N. Aspan von Haag

Anm.: Um 1621/22 kaiserlicher Rittmeister.
Esther Aspan von Haag
Geburtsname: Ester von Gera

gest. nach 1645
Anm.: Tochter des Christoph von Gera (gest. 1609) zu Arnfels; seit 1610 Ehe mit Hans Joachim Aspan von Haag (gest. 1645).
Hans Joachim Aspan von Haag

gest. 1645
Anm.: Sohn des Landrats Jakob Aspan von Haag (gest. 1610); Herr auf Lichtenhaag, Hartheim und Wimspach.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Asseburg, Familie

Anm.: Niedersächsisches Adelsgeschlecht.
Agnes von der Asseburg
Geburtsname: Agnes von Schauroth

gest. 1652
Anm.: Erste Ehefrau des Bernhard von der Asseburg (1593-1657).
Bernhard von der Asseburg

geb. 1593
gest. 1657
Anm.: Sohn des Ludwig d. Ä. von der Asseburg (1546-1633); Erbherr auf Wallhausen.
Busso von der Asseburg

geb. 1586
gest. 1646
Anm.: Sohn des August von der Assenburg (1545-1604); Erbherr auf Falkenstein (Unterharz), Neindorf und Peseckendorf.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Eleonora Elisabeth von der Asseburg

geb. 1637
gest. 1664
Anm.: Tochter des Johann August von der Asseburg (1611-1660).
Johann von der Asseburg

geb. 1578
gest. 1651
Anm.: Sohn des Ludwig d. Ä. von der Asseburg (1546-1633); Erbherr auf Schermcke.
Johann August von der Asseburg

geb. 1611
gest. 1660
Anm.: Sohn des Christoph Johann von der Asseburg (1580-1651); Erbherr auf Ampfurth und Eggenstedt.
Ludwig d. Ä. von der Asseburg

geb. 1546
gest. 1633
Anm.: Sohn des Johann von der Asseburg (1511-1567); Erbherr auf Wallhausen, Schermcke und Hinnenburg.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
Ludwig d. J. von der Asseburg

geb. 1583
gest. 1669
Anm.: Sohn des Ludwig d. Ä. von der Asseburg (1546-1633); Erbherr auf Wallhausen und Hinnenburg; 1597-1602 Edelknabe des Grafen Georg Eberhard zu Solms-Lich (1568-1602); danach Teilnahme am Langen Türkenkrieg; 1611-1613 in dänischen Kriegsdiensten als Leutnant und Rittmeister; 1613/14 braunschweigisch-wolfenbüttelischer Rittmeister; 1618-1620 Rittmeister der böhmischen Konföderierten; ligistischer Obristleutnant (1622-1625) und Obrist (1625-1627); ca. 1627-1634 kaiserlicher Obrist.
Maria Elisabeth von der Asseburg
Geburtsname: Maria Elisabeth von Erffa

geb. nach 1593
gest. 1639
Anm.: Tochter des Hans Hartmann von Erffa (1551-1610); seit 1616 Ehe mit Ludwig d. J. von der Asseburg (1583-1669).
Sophia Dorothea von der Asseburg
Geburtsname: Sophia Dorothea von Lützow

geb. ca. 1615
gest. 1641
Anm.: Tochter des Joachim (2) von Lützow; ab ca. 1626 Kammerjungfer der Fürstin Eleonora Sophia von Anhalt-Bernburg (1603-1675); seit 1635 Ehe mit Johann August von der Asseburg (1611-1660).
Pierre Asselineau

gest. vor 1634
Anm.: Sohn eines hugenottischen Arztes in Orléans; Flucht vor den französischen Religionskriegen nach Italien; vermutlich Medizinstudium in Padua; danach Arzt in Venedig.
König Sanherib von Assyrien
König Sanherib von Babylonien

geb. ca. 745 v. Chr.
gest. 680 v. Chr.
Anm.: Sohn des Königs Sargon II. von Assyrien (gest. 705 v. Chr.); ab 705 v. Chr. König von Assyrien; 705–703 v. Chr. und seit 688 v. Chr. auch König von Babylonien; biblische Figur.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
António de Ataíde
Conde António de Castro Daire
Conde António da Castanheira

geb. 1567
gest. 1647
Anm.: Sohn des António de Ataíde, Conde da Castanheira (gest. 1603); ab 1587 militärische Karriere als General der spanischen Galeeren, General der Küstenarmada, Infantrieobrist, Kapitänmajor der Indischen Flotte (1611/12) und Generalkapitän der portugiesischen Flotte (1618-1621); Kämmerer des Königs Philipp IV. von Spanien (1605-1665); Hofmarschall der Königin Isabel von Spanien (1602–1644); portugiesischer Staatsrat; Ratspräsident von Aragon; seit 1625 Conde de Castro Daire; 1629 außerordentlicher spanischer Botschafter in Wien; 1631-1633 Gouverneur von Portugal; ab 1637 Conde da Castanheira; 1641 kurzzeitige Verhaftung wegen prospanischer Haltung.

Weiterführende Informationen in der MWW-Personensuche
N. N. Athenäus

Anm.: Ehefrau des Meisdorfer Pfarrers Valentin Athenäus (gest. vor 1628) und um 1628 Hofbesitzerin in Reinstedt.
Valentin Athenäus
Valentin Athen

gest. vor 1628
Anm.: Geboren in Aschersleben; Studium in Leipzig (1601), Helmstedt (1603) und Wittenberg (1604); 1608 Mag. (Leipzig); seit 1615 Pfarrer in Meisdorf (bei Falkenstein/Harz); Hausbesitzer in Reinstedt.
Graf Johann Friedrich von Attems

geb. 1593
gest. 1663
Anm.: Sohn des Hermann von Attems (1564-1611); kaiserlicher Obrist und Kämmerer; später auch Hofkriegsrat; seit 1643 Oberststallmeister der verwitweten Kaiserin Eleonora (1598-1655); 1630 Erhebung in den Grafenstand.
Graf Johann Jakob von Attems

geb. 1598
gest. 1670
Anm.: Sohn des Hermann von Attems (1564-1611); kaiserlicher Obrist; ab 1625 kaiserlicher Kämmerer ; seit 1667 Landesverweser des Herzogtums Kärnten; 1630 Erhebung in den Grafenstand.
Graf Maximilian Hermann von Attems

geb. 1604/07
gest. 1684
Anm.: Sohn des Hermann von Attems (1564-1611); Kämmerer und Geheimer Rat des Erzherzogs Leopold Wilhelm von Österreich (1614-1662); 1630 Erhebung in den Grafenstand.
Gräfin Ursula von Attems
Geburtsname: Ursula Breuner

geb. 1568
gest. 1641
Anm.: Tochter des Kaspar Breuner (1530-1570); 1588-1611 Ehe mit Hermann von Attems (1564-1611); 1623-1624 Obersthofmeisterin der Erzherzoginnen Maria Anna (1610-1665) und Caecilia Renata (1611-1644); 1624-1637 Obersthofmeisterin der Kaiserin Eleonora (1598-1655); 1630 Erhebung in den Grafenstand.
Théodore Agrippa d' Aubigné
Théodore Agrippa d'Aubigné

geb. 1550/52
gest. 1630
Anm.: Sohn des Richters Jean d'Aubigné, Seigneur de Brie en Xaintonge (gest. 1563);