Samstag♄ den 1. November 1645.
Risposta von Schöningen, daß der Wrangel, mit 16
Regimentern, im lande zu Braunschweig vndt Lüneburg logire, vndt so
baldt nicht wieder, außziehen dörfte. Das hette
der dänische friede zu wege gebracht. Ob
schon die Regimenter vnvollkommen, vndt schwach,
wolten sie doch vor voll verpfleget sein.
Der König in Dänemark corradirt geldt, auß hollstein,
in die 16 Tonnen goldes, nimpt 80 ThalerThlr:
von einem ieglichen pfluge, deren in die
20000 sein sollen.
Avis von Krannichfeldt, das der hertzog Julius
henrich von Sachßen Lawenburg alda gewesen,
auß hollstein wiederkommende. Jtem: der be-
trübte herr von Wartemberg, vndt andere,
graven, vndt grävinnen, von Schwartzburgk.
Avis von Werningeroda, daß es darauf stehe, daß
die Wrangelische Regimenter, in die nähe, vndt nacher
Blanckenburgk kommen sollen. Gott verhüte alle
verwüstung, vndt landesverderben!
Avis von Blanckenburgk, das Doctor Calixtus
in hoher estime zu Osenbrügk vndter den leütten
gehalten, vndt seine scripta hoch admiriret werden.
|| [[Handschrift: 16r]]
Es stehe auch darauff, daß eine gleichmeßige ver-
einigung, wie zu Toren, (mit bewilligung der
Kayserlichen gesandten,) in Geistlichen vndt weltlichem Stande,
vor seye. Gott wolle es zu seinen ehren verleyhen!
A spasso Nachmittags, zu fuße, in den hartz hinein. et cetera
Avis von Krannichfeldt, das Meiner herzlieb(st)en gemahlin
Schwester Sohn, hertzogk Iulius Peregrinatius von Wirtem-
bergk, zu Gohta todes verblichen. Jst ein feiner iunger
herr, vndt der sich zum studieren, sehr wol ange-
laßen, gewesen. Gott genade den verstorbenen,
vndt tröste die v̈berbliebenen leydetragenden
betrübten. perge <Jtem: daß hertzogk Joachim Ernst von holstein,
seine elltisten Söhne, nacher Leyden geschigkt.>
Sonntag☉ den 2. November 1645.
Er Peter Goht, hat vnß heütte <eine schöne Concionem> vorgeprediget,
aufm Sahl alhier zu Ballenstedt. et cetera <Jch habe ihm zugesprochen.>
Avis von Berlin, das der Oberste Borgßdorf,
herr Meister worden.
Avis von Strelitz, das es sich mit Schwester, Sibylla Elisabeth,
Gott lob, in etwaß gebeßert. Gott wolle continuation
geben! J'ay apperceü tout plejn de mesentendüs. perge
Nos enfans, ont iouè l'apres disnèe, tout plein
de beaux petits ieux, avec les Damoyselles & gentils-
hommes, sür la sale du chasteau. Il est bon; de se diver-
tir quelquesfois, sür tout la jeünesse. et cetera
Avis vom Caspar Pfau daß General DorstenSohn, hette Pardo-
witz vndt hernacher Königsgrätz, zwar stargk beschoßen,
daß viel haüser darinnen abgebrandt, wehre aber
durch große gegenwehre ab, vndt auf Gitschin, zu-
rügka gezogen worden, damit er sich der päße
Leütmaritz vndt Melnigk bemächtigen köndte,
vndt darnach auf Prag, oder auf die Oberpfaltz <zu>, gehen,
General Königsmarck sol Glatz belägern. Die Kayserlichen
hielten bey Pilsen, rendevous, vndt formirten ein ge-
waltig corpus, machten auch præparatoria Krembs, vndt
Korneẅburgk zu attacquiren. Der Ertzhertzogk
mit den Kayserlichen völckern, (worzu etzliche Bayerische
Regimenter commandirt worden) ist in die 20 mille stargk im
herauf marchiren, gegen Nürnberg, nach der Oberpfaltz
oder Böhmen, vmb dem general DorstenSohn zu resistiren.
Die Frantzosen, haben sich nun, in die winterquartier,
begeben, wie auch die Bayerischen. General Türenne
lieget am Rhein, auch an der Mosel, vndt die heßische
haben Putzbach v̈berstiegen. Hülst in Flandern sol
vnerhörter weyse von den Stadischen beschoßen, vndt
mit neẅen inventionen, geängstiget werden, also
das es scheinet, es seye damitt, auffs höchste gekommen. perge
Dienstag♂ den 4ten: November 1645.
Mir hat getraẅmet, wie ich mit Meiner herzlieb(st)en gemahlin,
kindern, vndt theilß befreündten, in einen niedrigen garten
spatziret, vndt darnach in ein lußt: oder gartenhaüßlein
tief hinundter durch treppen gegangen, vndt darinnen
vnß an eine Tafel gesetzt, malzeitt zu halten.
Mich deücht die schwestern von Meckelnburg, sonderlich
Schwester Sybille, wehren auch darbey gewesen.
Da wehre ich gewahr worden, daß <die> vettern
von Plötzkaw, Ernst Gottlieb, vndt Lebrecht, hetten
schwartze Trawermäntel, (wie ich vndt andere
zwar auch) angehabt, vndt hette sie starr
angesehen, endlich zu ihnen gesagt: ob wiSie vndt wir
andere nicht die schwartzen TrawerMäntel able-
gen wollten? es schickte sich nicht wol in gar-
ten, weder zum spatziergange, noch an die <Schmahle> Tafel
in einem engen gartenhause, (wiewol es sonsten
hüpsch genung gebawet wehre) im gedrenge,
vndter so vielen Manns: vndt weibspersonen.
Sie hetten es aber (mit Meiner verwunderung)
gar nicht thun, noch die Mäntel ablegen wollen,
Sondern gesagt: Sie theten mirs zu Schuldigem respect
vndt ihr herrvatter hette es ihnen also befohlen.
Avis: daß die Wrangelischen trouppen, sollen nach
dem Stift Cöln zu, gegangen sein.
Je me suis pourmenè en ce temps beau, mais froid
selon la sayson, mais point extraordinairement. perge
Caspar Pfaw bittet mich, zu seiner hochzeitt, mit hofrahts
Keppen Sehligen <zu Zerbst> wittwen, so des alten Wendelinj Tochter,
gegen Sontag, den 9ten: huius, zu Hartzgeroda.
Jtem: Man avisiret mich, wie der Ertzbischof von
Magdeburg (den der Kayser zwar nur noch Jnn-
haber des Ertzstifts nennet) hertzogk Augustus
von Sachßen, vnß citiret auf einen landttag
gen Halle, gegen den 11ten: huius, zwar gar
höflich, iedoch, weil es vnserm alten Fürstlichen
hause, vndt immediat ReichsStandt, ein præju-
ditz ist, alß opponiren sich die herrnvettern
billich, protestiren darwider, vndt schigken das
citationschreiben höflich wieder <neben Mir> dem bischof zu. perge
Meine Söhne seindt heütte auf den alten Anhalt
geritten, denselben alß ihr Stamm[-] vndt Nahmen-
hauß zu besehen.
Die avisen bringen mitt:
Daß der Frantzosen Sachen in Spannien hingken,
vndt nicht mehr fortwollen. Der König in Spanien
|| [[Handschrift: 18r]]
hingegen hette Jndianische flotten bekommen.
Printz Tomaß von Savoya, wehre im stado di
Milano, von den Spannischen geschlagen worden, mit
großem verlußt. <An Gallaas Stadt sol Hatzfeldt kommen.>
Printz de Piombino wehre vnverrichter sachen,
auß Candia wiederkommen mit der liga galleren, weil
die Türgken zur waßerschlacht, nicht zu bringen gewesen.
Die Königin in Polen würde zu Paris, magnificq
tractiret, von der Königin in Franckreich.
Pfaltzgraf Edouard ihr schwager hofte aber reconciliation.
Pfaltzgraf Ruprecht sein bruder wehre in Engel-
landt, noch in vngnaden, vndt der König (so sich
mit den Jrren, verbunden, vndt ihnen gewißens:
vndt Parlamentsfreyheit verstattet) wieder
geschlagen worden. Jedoch proponirte man frieden!
Graf von Trautmanßdorf zöge solenniter
nacher Osnabrück vndt Münster frieden in Kayserlicher Mayestät
nahmen zu schließen.
Hülst, würde sehr bedrenget, vom Prinzen von Vranien[.]
Feldmarschall DorstenSohn, gienge vor Prag.
Der von Wahusch hat mit Mir conversiret. perge
Mittwoch☿ den 5ten: November 1645.
Dieweil es heütte Monatlicher behttag ist,
habe ich Ern Peter Gohten, heroben aufm Sahl
predigen laßen, welcher mit sehr schönen gebehten,
vndt einer lehrreichen predigt, vnß gute
satisfaction gegeben. Gott stärgke, vndt erhalte ihn.
J'ay fait present, d'üne bonne harquebüze, a
Monsieur Wahusch, dont il a estè fort satisfait, <& content.>
Der Amptmann Märtin Schmidt alhier zu Ballen-
stedt, bittet, vndt invitiret mich schriftlich, zu seiner
Tochter Dorotheæ hochzeitt, mit dem neẅen pfarrer
zu Padeborn, <Ern> Andrea Knochenhauero, gegen den
11ten: huius, am Tage Martinj, wie auch meine
familiam alhier, er gleichsfalß eingeladen. perge
Es seindt viel acta von Osnabrügk vom Cantz-
ler Milagio ankommen, so zu<mir spähte> communiciret worden.
Jn etzlichen begehret er mehr befehlich, alß wegen
der session Pfaltzgraf Ludwig Philips, so ihm
aufgetragen wirdt, Jtem: wegen der Tittul Excellentz
so die Churfürstlichen gesandten, noch prætendiren, nur an
itzo, interimsweyse, vmb deß Venezianers willen.
Jtem: wegen exemption der Contributionen ferrner
ansuchung zu thun. perge
Donnerstag♃ den 6ten: November 1645.
Meine gutachten, vndt votum, in Milagij desideriis, vndt
erinnerungen, habe ich, Fürst Augusto v̈berschrieben.
Avis vndter andern vom Milagio, es wehre der Türgke
an vndterschiedlichen orthen, dem Kayser inß landt gefallen. perge
Dannenhero die consilia zu Münster vndt Osnabrück desto mehr zum frieden inclinjrten. perge
Avis vom Caspar Pfawen, das die Regimenter des Wrangelß
im lande zu Braunschweig, noch stille lägen, hertzogk
Christians Ludwig von Lüneburg lande aber, wehren
quittirt, vndt der laßt entlediget.
A spasso in gutem wetter, a piedj, post expedita
negocia.
Es ist diesen abendt, abermal ein pacqueet von Osnabrügk
vom Cantzler Milagio, ankommen, darinnen gemeldet wirdt,
daß zimliche Mißhelligkeitten vndter den Ständen vndt legatis,
in den consilijs sich eraignen! perge
hertzogk Ernst <von Weymar> schreibt mir hertzogk Julij Peregrinatij
von Wirtembergk <absterben> an Masern, vndt hitzigem fieber, zu.
Gott wolle alle betrübte trösten, vndt erquigken!
Er ist vnß zimlich nahe verwandt, Meines vettern, vndt
Schwagern, hertzogk Julij Friederichs Liebden Sehligen Sohn, vndt
Meiner freundlichen herzlieb(st)en gemahlin Liebden leiblichen Schwester Sohn gewesen!
Jch habe ihm, vndt mir billich wieder condoliret, vndt
geantwortett, ut stylj, & moris est inter Principes Germaniæ.
Freitag♀ den 7ten: November 1645.
<10 hasen Rindorf gehetzt, heütte, vndt gestern.>
Post expedita negocia, & post preces matutinas, & exer-
citia sacra, bin ich, in den waldt, spatziren gegangen.
Avis: daß sich die hartzschützen im Oberhartz zimblich
wieder sehen laßen, vndt die leütte plündern. Jtem:
daß Wrangel noch im Braunschweigischen, stille lieget,
vndt auf die Magdeburger tractaten, ein auge hat. Item:
das die ChurSäxischen, auß Sangerhausen zimblich
mausen, vndt selbige parthien, vmb Endorf herumb, es
sehr vnsicher machen. perge
Conversatio mit dem Amptmann Schmidt, in Justitzien[-] vndt
haußhaltungs:sachen.
Schreiben von Plötzkaw, auf Cöhtens erinnerung, da mir
communiciret abermals wirdt, waß nacher halle, auf das
citationschreiben, dem Erztbischoff, mascule zu antworten,
vndt seine vermeinte citation, wieder zurügkb zu senden,
welches ich ohne alles bedengken, vollnzogen. perge Dann es
betrifft, vnser höchstes recht, vndt ist præiudicirlich,
sich also von seines gleichen vexieren zu laßen.
Schreiben vom Caspar Pfawen, in höflichen terminj di rin-
graziamento, per lo presente inviato.
Samstag♄ den 8ten: November 1645.
Ein Somnium gehabt: wie alle meine sachen, in hollandt hetten
den krebsgang gewonnen, Man hette daselbst v̈ber die
armuht, vndt große contributionen ia so wol lamentirt,
vndt mich in die Schlesie verwiesen. perge
Avis von Bernburgk, das Obrist Trandorff
die execution wieder sie vollstrecken wolle, oder
sie sollen ihme itzt die helfte zahlen, vndt aufß
Neẅe Jahr die andere helfte, oder Reichardt,
Döhrjng, Paul Ludwig, hilliger vndt die reichsten
in arrest geben. et cetera
Mangolt Schulmeister von Aldenburgk, ist von
Weymar wiederkommen, hat daselbst eine collecte
nebenst Ern Jonjo, erhalten, vor die kirchen zu
Palbergk, vndt zu Dröbel, wiewol aller
orthen, wie auch zu hartzgeroda (allda man die
versprochene abkündigung von der Cantzel, nicht
thun, noch sich, des allerneẅlichsten versprechens,
erinnern wollen) es gar sparsam hergegangen! perge
Er Sachß, pfarrer zu Rider, hat geprediget, auf vn-
serm Sahl alhier, den Text: Date Cæsari1, etcetera etcetera
gestern wahren es 25 Jahr, daß wir ihn auf dem
weißen berge vor Prag, studierten, vndt die Theoriam,
vndt Praxim zugleich exercirten!
heütte Nachmittags, haben meine Söhne Erdtmann
Gideon, vndt Victor Amadeus, zum ersten mal geschoßen,
vndt vom Maior halcken, mit büchßen schießen gelernt.
Mon petit Charles, a estè malheureux, avec cheütes!
A spasso dopò desinare, in tempo chiaro e sereno.
Fürst Augusto wieder geantwortett, wegen einer doppelten
anlage zu Obrist Trandorfs præsent, semel pro semper zum abzuge.
Avis vom Caspar Pfaw, daß <er> Daniel von Rindtorf haüptmann
zu Groß Alßleben, meine Stelle auftragen würde,
weil ichs ihme frey gestellet. Jtem: daß man darvor
hielte, die Wrangelischen völcker, würden zu Tanger-
münde v̈ber die Elbe paßiren.
<1 hase, 2 Schweine, vndt 1 Rehe.>
A spasso, & au maneige, vormittags post negotia.
Nachmittags cum filiis primogenitis hinauß hetzen geritten,
vndt einen hasen einbracht.
Oberlender ist von Deßaw wiederkommen, mit 2 Schweinen
vndt 1 Rehe, so mir Fürst Johann Casimirs Liebden verehret,
weil er gut glück eine zeitlang hero im Jagen gehabt.
Thomas Benckendorf hat mir auch allerley <tam> in publicis quam Oecono-
micis zuentbotten. Il y a dequoy s'appeiner! Die
Werder erzeigen sich, sehr wiederspenstig in Steẅer:
vndt contributionssachen. Obersten Trandorf droẅet scharff.
Nota Bene Der Raht zu Bernburg, hat in der cantzley zu Bernburg
16 brawen, iedes vor 16 ReichsthalerRthlr: verkauft, vndterm
vorwandt zu Trandorfs contentirung. Jnterim
müßen die bürger, vndt Riegenbrawen zurügkc stehen.
Preiß, der bekehrte Münch zu Deßaw, hat sich v̈bel
gehalten, seine Fraw, die hofiungfraw, eine Böhmin,
zu zeitlich aufm Schloß geschwängert. Jst auch darumb
|| [[Handschrift: 21r]]
(vnangesehen der Fürstin solche schärfe mißfallen)
des landes, vndt des hofs, verwiesen worden. Mon
cousin et sa femme, sont en mesentendü pour cela!
Mit Schwester Sibille Elisabeth Liebden sol sichs zu
Strelitz, gebeßert haben, Gott lob! der wolle gute
continuation geben. perge
Dienstag♂ den 11ten: November 1645.
Mit dem großen Kersten, geredet, vndt allerley bericht
eingenommen, von Sandaw, Pirn, Dresen[!], Torgaw, Wjttemberg
vndt andern orthen, wie eine fehre zu bawen, oder zu bestellen?
Risposta von Fürst Augusto in publicis. Scopæ dissolutæ!
Die hochzeit des Amptmanns alhier zu Ballenstedt Tochter,
mit dem pfarrer zu Padeborn, Knochenhauero, ist heütte cele-
briret worden. Gott gebe zu glück vndt Segen!
Die hofofficirer, vndt bediente, seindt mehrentheilß mitt
dahin gegangen, erbehtener maßen. halcke maior
hat meine, vndt der Meynigen, stelle, vertretten. perge
Mittwoch☿ den 12ten: November 1645.
Avis: daß Wrangel hüxer an der Weser, belägert.
Item: daß 6 Mauseköpfe zu Bernburgk angehalten worden,
auf Obrist Penß begehren, welche vndter dem Nahmen der
Soldaten, pferde geraubet, vndt verkaufft.
Schreiben auß Preüßen, daß selbiges beylager (Gott
lob) wol abgelauffen, des hertzogs in Curlandt, vndt
Stadtliche præsenten, Königliche vndt ChurFürstliche.
Item: Iakob Ludwig Schwartzenberger schreibt auss Regenspurg gott lob, die glückliche v̈berkunft.
|| [[Handschrift: 21v]]
seiner vndt Ern Thülemeyers, den 26. October Gott helfe
weitter mit gnaden. Item: der Kayser, wehre noch
zu Lintz: wolte zwischen dato vndt Ostern friede haben.
Der alte Graf von Trautmanßdorf, wehre solenniter
forth <nacher Münster zu>, mit aller Plenipotentz. wolt hette eine stadt-
liche suitte, von 6 iungen graven, 20 vom Adel, 24 pagen,
so viel lackayen zur aufwarttung, dann ansehliche
Rähte, vndt biß in die 150 personen, bey sich,
aber gantz keine pfaffen. Dieser train soll noch
zu Cölln beßer gekleidet, vndt vermehret werden.
Es stehe darauf, daß der Churfürst von Bayern, der letzte
vndt 5te. weltliche Churfürst, bleiben, hingegen den Pfältzischen
Erben, das ihrige restituiret werden solle etcetera[.]
Gott gebe doch auß gnaden, einen beharrlichen frieden!
Die avisen geben:
Daß es mit Hülst in Flandern, in extremis versire,
wiewol der Gouverneur darinnen sich tapfer wehret.
Die herren Staden, haben einen vollkommenen frieden,
mit dem Könige in Dennemarck, zu waßer vndt
zu lande, aufgerichtett, in vndterschiedlichen ar-
tickeln, so die alte zollgerechtigkeit im Sundt,
vndt in den Königreichen Dennemargk vndt Norwegen,
mehrentheilß concerniren. Es ist vom König,
von dem Printzen, vndt den ReichsRähten eines theils,
anders theils aber von der Staden Ambassadoren zu Christianopel
|| [[Handschrift: 22r]]
vndterschrieben worden. Gott gebe bestendige aufrichtigkeit.
Der friede zwischen Dennemarck vndt Schweden ist noch
nicht recht klahr gemacht. Es dörfte aber auch erfolgen.
Feldmarschall DorstenSohn, erweittert sich in Böhmen, Generalleutnant Königsmarck
aber, in Schlesien.
Ertzhertzog Leopoldt ist zu Nürnberg gewesen, vndt
stadtlich empfangen vndt beschenckt worden vom Rath,
wie auch kurtz zuvor, mutatis mutandis dem graven
von Trauttmanßdorf Kayserlichem Extraordinario Ambassadorn
gleich einem Churfürsten des Reichs, wiederfahren.
Der Ertzherzog aber, gehet zu seiner armèe, nach dem
er sich von den Bayerischen separiret, vielleicht
die winterquartier zu erweittern.
Die heßen haben Putzbach, occupiret, bemäch-
tigen sich noch anderer mehrer ortten.
Die infection graßiret noch in Oesterreich.
Der Türgke armiret noch gewaltig, wieder
Candia vndt Malta, die letzten aber, wie
auch Venedig, nebst den Jtalienern, rüsten sich gleichs-
falß gewaltig, so wol offensive als defensive zu gehen:
wiewol verlautten will, alß wehre der Persianer
in armis, vndt hette schon Bagdet, oder Babylonien eingenommen[.]
Ballaquier hetten die Frantzosen noch mit accord, er-
langet, im stato di Milano aber wehren Sie geschla-
gen worden.
Der Ragozzj, hat auch einen erwüntzschten
frieden, vor sich, vndt die seinigen, nebenst den 7 Span-
schafften, erlanget, vndt seindt die Artickul
auch aufgesetzt bey den avisen gewesen.
Lennart DorstenSohn, soll abdancken, vndt Wrangel
Feldmarschall an seine stelle kommen.
Der von Wahusch Jungfer Helena ihr bruder, hat
heütte, seinen vndterthänigen abschied genommen, vndt wil wie-
der nach Annaberg. Gott wolle ihn geleitten!
Er ist ein frommer Mann, vndt verstehet die hauß-
haltung, vndt daß weydwerck gar wol.
Wehre in vielen sachen, nützlich zu gebrauchen. perge
Donnerstag♃ den 13den: November 1645. böser/gefährlicher/schädlicher/unglücklicher/unglückseliger Tag (tatsächlich oder befürchtet)ꘉ
Er Sachße pfarrer von Ridern, hat heütte die wochen-
predigt verrichtet, vndt den 123. psalm2, wol außgeleget.
Vnsere leütte haben heütte noch, alß den dritten
Tag, den alten brauch gehalten, vndt der hochzeitt,
des pfarrers, von Padeborn, mit deß Amptmanns
Tochter, ihr recht gelaßen. Sie freẅen sich, in dem
herren, ergetzen sich mit schönen gesprächen, vndt
tringken gar nicht viel v̈bermäßig, werden
auch nicht darzu genöhtiget, Sonst ein 4 Tafeln
vndt Tische, herrlich tractiret. perge
Diesen abendt, hats zum ersten mal, in diesem
winter, geschneyet.
Freitag♀ den 14den: November 1645.
<1 Rehe der Oberlender geschoßen.>
Jn Oeconomicis, vndt Politicis, habe ich allerley
zu travagliren gehabt, vndt præparatoria ge-
macht, a cose gravj, che Iddîo voglia benedire!
& far succedere! <La giovane sorella s'è andata.>d
Samstag♄ den 15den: November 1645.
Der Schnee hat continuiret, nach dem es gestern
Schlackicht wetter gewesen. <Schreiben von Fürst Johann Liebden[.]>
Conferentz mit dem Amptmann Märtin Schmidt. et cetera perge
Avis auß Ascherßleben, daß 16 Regimenter,
Bayerische vndt Westphälische völcker, im an-
zuge begriffen, vndt inß Stift Halberstadt,
wollen, welches cito: nacher Leiptzig avisiret
sein sollen. Je croy, que c'est üne feinte. perge
Jch habe es alsobaldt gegen abendt, nacher
Schöningen avisiret, mich des rechten grundes zu jnformjren. et cetera
Ernst Dietrich Röder, ist beschriebener maßen,
auch herkommen, berichtett, daß die Weymarischen
geschlagen, vndt 8 Regimenter Bayerische vor Halber-
stadt, sollen. heütte ist Wahusch noch bey ihm, gewe-
sen, vndt erst von Quedlinburgk, weggezogen.
Sonntag☉ den 16den: November 1645.
Schreiben vndt visite von Fürst Johann Liebden[.]
Abermahliger avis vom Cantzler Milagio, vndt
vndter andern diß, das es noch gar verwir-
ret zu Münster vndt Osnabrück ratione excludendorum daher gehet.
Gott gebe Eintracht, friede, vndt ruhe!
Vnser alter Diaconus alhier, <Er> <Christoff> Jahns, hat
vnß aufm Sahl geprediget. Alß er, (dem
gebrauch nach) heroben bey der Mittagsmahlzeitt,
behalten worden, habe ich noch zuvorn, allerley confe-
rentz in geistlichen vndt Oeconomysachen, mit ihm gepflogen.
Agitation de mes pensèes, & desseings,
quj me poussent, a ne rien negliger:
1. A cause de l'amnestie püblièe par commendement
Jmperial, & insinüation Electorale.
2. Envoy, dü C<onte> de Trauttmansdorff extraordinaire pour faire la Paix.
3. Ün membre Principal de l'Empire doibt estre
en consideration, pour cela, s'il incline a la Paix?
4. Acheminement & sauf passage a üe<une> plüs rele-
vèe entreprinse.
5. Püretè de ma conscience, & de mes jntentions.
6. Ma grande necessitè, & extreme misere.
|| [[Handschrift: 24r]]
7. Tourmens de mes plüs proches, quj
m'inquietent tant, qu'il me faut enfin
süccomber, sous tant d'afflictions, sans la
forte main dü Grand Dieu, quj me soustient,
& sans assistance.
8. L'occasion, (comme il semble,) assèz favo-
rable, me convie, a l'embrasser.
9. La bienseance & salüt de mes fils,
quj sont en aage de s'avancer aux
estüdes, & exercices, ou a se corrompre, se-
lon l'indüction de leur nourritüre.
10. La neütralitè de Magdebourg, monstre
bien, qu'on ne doibt apprehender aucün
scandale, ou offence, dü Souverain chef.
11. Exemple des Ducs de Lünenbourg, & autres.
12. Frayeur, & estonnement de l'an passè,
en ce lieu champestre désnüè de deffence,
& enviè dü propre frere mesmes.
13. Arrest deshonorable, que mon frere
mesme a occasionnè sans rayson a la Haye.
14. Froideur de l'Electeur de Brandebourg & d'autres,
qui pourroyent bien, s'ils vouloyent ayder.
|| [[Handschrift: 24v]]
15. Violences de Trandorf[,] Pens, & Wrangel
& d'autres à craindre.
16. Exemption Jmperiale obtenüe pour
3 ans, donnera exemple á d'autres,
qui me lacessent dedans & dehors le Pays.
17. Jl faut penser au Terme fatal Nota Bene[.]
18. Aider à disposer, tout à <une> Bonne paix.
19. Collectes. 20. Pension de Zeeland & d'Ütrecht[.]
21. Mes meilleurs serviteurs sont de loysir,
comme Thomas Benckendorf & Tobias Steffeck von Kolodey[,] <Hans Albrecht von Halck[,] Ernst Dietrich Röder> après non plüs.
22. Comte Moritz de Nassau & autres aux congregations
d'hyver, puis toute l'annèe m'eschappe.
23. Oldenbourg, Schrahtembach, taccjcasa[,]
aspettavita, &cetera buonj cavallj. Osnabrück & Münster[.]
Fürst Johann. Bestail & attellage, avoyne &cetera[.]
24. Bains chauds, pour Madame au printemps,
& pour ma seur puisnèe. 25. Pantalon.
26. Debtes grandes & petites, à pretendre.
27. Habits & livrèe de dueil a ceste heure.
28. Pahtenpfennig (Geldstück als Geschenk des Paten oder der Patin an den Täufling)Pahtend: hier vndt dar abfordern.
1. Jl est facile, de gaster, ce qui a estè si
difficillement basty, tant d'annèes a cause
de la hayne de notre religion, <de feu Son Altesse> & l<d>es soupçons.
2. Le procèz contre mon frere, pourroit estre
gastè, par les mesmes occasions recerchèes[!].
3. L'expedition, de Jakob Ludwig Schwartzenberger accrochèe.
4. On se mèsprendroit, a Münster & Osnabrück[.]
5. Les calomnies, de mon frere, & de ses adherents
s'accroistroyent, si mon expedition ne les devance?
6. Malherbe mesme pourroit me nujre?
Montag☽ den 17den: November 1645. Graphisch nicht darstellbares (spiralartiges) Symbol mit nicht ermittelter Bedeutung.[...]
Jtzt kömbt wieder avis von volck, daß da
marchiren soll. Je l'estime derechef üne feinte
de Caspar Pfaw, afin d'empescher mes desseigns
èspièz, par la secrete opposition de mon frere,
& de ses adherents! Difficilia; quæ pulchra!3
A spasso vormittags, in windigem bösem
wetter, vndt holprichtem wege.
Avis: daß Wrangel in voller marsche begriffen,
vndt das die heßischen, Marpurg occupiret. perge
Gott bewahre vnser landt, vndt leütte!
J'ay eü plüsieurs particülaritèz de Blanckenbourg
entre autres, que les Swedois de Wrangel,
sont a l'entour de Hanover. Le Baron de Geleen
avec les Imperiaulx, 5000 a l'entour de
Höxter. C'est pour attirer sedem bellj, au
pays de Brunswig. Les Swedois avoyent en-
vie de se ioindre a DorstenSohn, en Boheme,
prenans leur passage, par l'Eveschè de Halberstadt
mais cela est changè maintenant.
Avis vom Caspar Pfau daß keine Bayerische völcker,
im hereinzuge, begriffen, die warnung, wehre
allein, wegen der Wrangelischen völcker,
geschehen, dann solche gewiß aufgebrochen,
vndt gestern, vmb Elrich gelegen, geben vor:
Sie wollen v̈ber den hartz auf Quedlinburgk,
wiewol keine müglichkeit dahin durchzukommen.
Er vermeinet, die marsche dörfte durch die
Awe auf Manßfeldt, vndt so forth auf Ascherß-
leben, fallen, destwegen die dorfschaften alhier
in zeitten zu verwarnen. Die bohten können
wegen des bösen weges, nicht forttkommen.
Douglaß, Goldtstein, vndt der Landgraf Fritz,
seindt zu Leiptzig, ankommen. General Major Giese, hat Mar-
purg beschossen, vndt par accord, erobert.
Schreiben vom Raht zu Bernburg, da Bürgemeister
vndt Raht vmb ihre dimission anhalten, dem
alten gebrauch nach, vmb Martinj. Jch gebe
ihnen aber zum bescheidt: Sie wüßten wol, daß
sie vorm Jahr, nicht auf Martinj, sondern im
Februario eligiret worden. Sie solten das Jahr
außhalten, hernacher sich wieder anmelden vndt
ferrneren bescheidts, der wahl halben, erwarten.
An itzo müßten sie erstlich, rechnung, ihrer
Administration thun, vndt Obersten Trandorf
contentiren, inngleichem vor andere onera
vndt solvenda, (so zeitt ihres währenden
Regiments gemacht) hafften, Sonst würde es
eben stehen, alß refugiirten sie, die labores. etcetera
Dienstag♂ den 18den: November 1645.
Remoræ! impedimenta!, difficultates! ut
solet, in rebus magnis, & arduis. Nihil est ab omnj
parte, beatum!4
Avis von Bernburgk, daß ein bürger, nahmens
heinrich Rudolff, nacher Preüßen, Pommern, vndt
Holstein, in Meinem Nahmen, abgefertiget worden,
vndt ich weiß nichts darumb! Wil nicht hoffen, daß
iemands, meine handt, werde nachmahlen. perge
Die avisen von Leipzig bringen mitt:
Daß Jhre Kayserliche Mayestät noch zu Lintz seyen. Der Ertzherzog
Leopoldus bey deroselben. Graf von Trauttmansdorff wehre schon
zu Franckfurt am Mayn, angelanget, die tractaten
zu facilitiren zu Münster, vndt Oßnabrück.
DorstenSohn, Eschken, Landgraf Fritz, Douglaß
vndt viel hohe Officirer, kähmen zu Leiptzig an.
Die Schwedische armèe läge in winterquartieren
in Böhmen, vndt die Königsmärckische in Schlesien.
Venedig, würbe stargk wieder den Türgken,
derselbe aber, hette, (vnangesehen seiner armatur)
die commercia wieder stabiliret, vndter ihnen.
Hülst in Flandern, hette sich nach tapferer gegen-
wehr, endlich par accord dem Printzen von Vranien
auf gewiße capitulationes, ergeben.
Lamboy hingegen hette Bergcaßel wieder einge-
nommen, vndt geschleifft.
Die Frantzosen nehmen auch viel plätze dortt ein.
Zu Rom gibts verwirrung, weil der Cardinal Antonio
Barberinj, heimlich außgerißen.
Die heyrath des Königs in Polen, soll zu Dantzigk
auf den 8ten: December vollnzogen werden, mit der
Frantzösischen Brautt. Die Curlendische, jst zu Königs-
berg Stadtlich celebriret worden.
Mittwoch☿ den 19den: November 1645.
<4 hasen gehetzt vndt geschoßen.>
Jch habe ein Somnium alhier zu Ballenstedt gehabt,
wie ich einen, von Meinen vndtersten eckzähnen, mit
dem finger außgeruckt, ohne sonderbahre schmertzen.
Der zahn wehre schön, aber doch innwendig etwas
wurmstichig gewesen. Vndt alß ich recht zugesehen,
wehren alle meine vndtersten zähne, mir auß-
gefallen, welches nichts gutes zu bedeütten pfleget.
Jch hette mich sehr davor geschähmet. Gott
wolle alles arge verhüten, vndt Mir, vndt den
Meynigen, viel mehr gutes, vndt barmhertzigkeitt,
wiederfahren laßen. perge
Schreiben von Bernburg wie der Oberste Werder,
(auf erinnern Fürst Augustj,) conventicula anstellet,
vndt Einsideln, Stammern, Krosigk, wie auch 3
Bürgemeister zu Bernburgk, genandte außschuß-
Stände, darzu convociret, zu rahten, wie
doch mit durchdringenden Mitteln, Meinem
einbrechendem absoluten Dominat, zu re-
mediiren, vndt waß gewilliget worden
zun abschickungen, an DorstenSohn, vndt
Axel Lillien, einzubringen? Es ist auch ab-
schrift, meines handtbriefleins, an die herrnvettern
(darein ich mich zu deme, was ich nicht gewilliget,
nicht verstehen können) mitt beygeleget worden. perge
Avis vom Caspar Pfawen, daß die Wrangelischen Regi-
menter gegen Tangermünde geführet werden,
sich mit dem andern Wrangel, General Feldtzeüg-
meister, zu coniungiren, vndt auf Leütmaritz
zu gehen, dahin die Schwedische haüptarmèe gelangen
solte, DorstenSohn vndt Eßken aber, würden auf
Leiptzig, kommen, mit dem Churfürsten eine Nähere
alliance zu treffen. Berge hat nicht weitter
alß nach Leiptzig kommen können, hat aber vom
Douglaß vndt Axel Lillie gute vertröstung
der recommendation, erlanget, Er Bergen aber
wirdt nun mit Douglaß, oder der Wrangelischen
marsche fortgehen, wo fern nicht die Kayserlichen
so bey höxer ankommen, wie auch der verzö-
gernde Magdeburger außzug, diese marche nicht
verhindern, oder etwas neẅes causiren.
Der landTag zu halle, (woselbst der iunge Cüno
hahn, von einem von Lüttich, leyder! im Duell erstochen)
wirdt numehr seine endtschaft haben. Vndter
andern Propositionspuncten, ist dieser gewesen,
Nota Bene wie die benachtbahrten, wegen eines beytrags,
zu erhaltung der künfftigen Magdeburgischen Gar-
nison, zu vermögen? Der General Major Douglas heyrathet
|| [[Handschrift: 28r]]
General Major Axel Lillie haußfrawen Schwester5, wirdt
wol 3 wochen, zu Leiptzig verharren, vndt hat in-
mittelst 50 pferde ins Fürstenthumb geschickt,
darbey bittende, solche so lange zu verpflegen,
maßen auch Axel Lillie, deßwegen geschrieben,
vndt neẅe beschwehrung vervhrsachet.
General Major Goldtstein, neben 13 Schwedischen Obersten seindt
auf Leiptzig auch gelanget, vndt wol mit 1500
pferden begleittet worden. Jehner wirdt wieder
Commendant in Erffurdt, die andern Obersten aber,
gehen mit Douglaß, zurügkee. Landgraf Fritze
ist bey dem Churfürsten, auf der Jagt. Der
pfaltzgraf Carll Gustaff, (welcher baldt in Schweden
mit dem Landgraven will) ist an itzo, mit
1000 pferden, auf Berlin gegangen.
Mes enfans sont allèz pourmener a cheval, dehors. perge
& ont tirè deux lievres, par leur gens, & prins
deux lievres, avec les levriers.
Jch habe Einsidel, Werdern, Krosigk, Stammer,
vndt allen <vasallen vndt vndterthanen> in gemein, vndt insonderheit inhibirt,
keine seditiosa conventicula einzugehen,
wieder die pflichte, herkommen, vndt Reichsabschiede,
sondern mir zu gehorsamen, vndt nicht zu urgiren,
was ich nicht gewilliget, sub pœna & confiscatione bonorum. perge
|| [[Handschrift: 28v]]
Dann ich wehre ihre von Gott vorgesetzte <ordentliche> hohe O-
brigkeitt, deme sie zu pariren vndt zu gehorsahmen
schuldig, sonst keinem Ober: noch vndterDirectorio,
(welches eigentlich in landSteẅer sachen, also hieße
vndt sonst par in parem non habet imperium
diese regel im Reich gehalten würde)[.]
Schreiben vom Raht zu Bernburgk, wegen
der Trandorffischen contentirung, wie sie solche
eingerichtett ? anders, alß ichs angeordnet.
Bitten vmb ratification, propter summum
periculum in mora, vndt das auf die erste
weyse der Rechenb<r>awen, (ihrer meynung
nach,) nichts zu erheben. Also verkauffen sie
nun, 17 brawen, vor, 16 ReichsthalerRthlr: damit sie
baldt geldt kriegen, die impetuositet des Obersten
Trandorf zu stillen. Jch werde mich bedengken!
Ein bohte, so gestern nacher Bernburg geschickt
worden, ist von einem Fendrich, vndt Quartier-
meister zu Ermßleben, aufgefangen worden,
vndterm vorwandt, er hette vor diesem der
Kron Schweden, geschworen, vndt gedienet.
Vnsere briefe haben Sie durch einen andern bohten,
nacher Bernburgk fortgeschickt, vndt es anhero avisiret.
Avis von Schöningen, das sie aldar von den
Kayserlichen völckern, vor hüxer, vndt von dem Wrange-
lischen aufbruch, noch nichts wißen, wol aber von
der conjunction so vorgehen solle, mit dem general
Feldtzeügmeister Wrangel, dann Helm Wran-
gel ist nur der Oberste, so vor Rendeßburg gelegen,
vndt commandirt an itzo, alß General Major. perge
Donnerstag♃ den 20ten: November 1645.
Der alte Diaconus Jahnus, hat die wochenpredigt
gehalten, von dem alter der Altvätter.
J'ay envoyè Tobias Steffeck von Kolodey vers Henning Stammer, pour
luy monstrer l'inhibition, & pour le divertir des con-
seils seditieux des autres, quj se sont laissè se-
duire dü Prince Augüste, ou de ses mauvais Conseillers[.]
Dieu vueille, que chacün considere le vray jnterest
d'Estat, & de conscience principallement!
Schreiben von Fürst Augusto[,] Fürst Ludwigen, vndt Fürst Johann
Casimirn, vom 11ten: huius, alß ob Sie vnsinnige
Teüfel wehren, wollen mit gewaltt, die
140 ThalerThlr: von mir, erpreßen, oder den Obristen Penß
mir v̈bern halß weisen, mit vielen imperti-
nentzien, vndt vngültigen rationibus.
Es hat sich henning Stammer, gegen Tobias Steffeck von Kolodey
vndt Martin Schmidt gar wol erklähret. Gott gebe linderung!
Avis von Blanckenburgk daß die Kayserlichen oder Baye-
rischen, vndter des herren von Geleenß conduicte
sich ienseyt der Weser, nach: vndt nach, nähern.
Helm Wrangel hingegen, zeücht seine vndter-
habende Regimenter zusammen, wil bey Steinbrügk
posto faßen, vndt der Artillerie sampt dem
succurrirenden Fußvolck so zu Bleke v̈ber-
gangen, erwartten. hertzog Augustus hat seine be-
satzungen zu Blankenburg vndt andern orthen, vor wenig
tagen, erleichtert, vndt mehrentheils ab, vndt
nacher Wolfenbüttel, fordern laßen. Zu waß
ende, ist vnbewußt? Es wil zwar verlautten,
es solten zu besetzung der Stadt Magdeburg einige
völcker, auf gewiße zeitt, hertzogk Augustus darge-
liehen werden. Gott gebe mir, gute resolution!
Avis vom Falckenstein, daß der General hatz-
feldt in voller marche, begriffen wehre, auf das
Stifft hildeßheim zu.
Jch habe Fürst Augusto[,] Fürst Ludwigen vndt Fürst Johann Casimir
ein hönisches recepiße, auf ihre impertinentzien
geben laßen, weil sich solche iniurien vndt
Calumniæ liederlich nicht vergeßen, noch
beantworten lassen können.
Freitag♀ den 21. November 1645.
<1 Rehe Oberlender geschoßen.>
J'ay estè fort angoissè & tourmentè en mon
esprit, & plein d'inquietüde genereuse, a cause
des meschancetèz & hayne de mes Oncles
& parens, contre moy, ou plüstost de leur mes-
chans Conseillers. perge <A spasso mein gemüht zu erleichtern.>
lettres de Cöhten & de Bernburg nichts rechtes.
Avis von Fürst Augusto[:] Es hette der Cantzler Milagius geschrieben,
keiner nehme sich recht eyverig, vnserer religions-
verwandten, im friedenschluß an, außer die Land-
grävin von heßen, welche darinnen zu animiren,
vndt sollen die geistlichen in Schweden, wie auch
viel lutterische ReichsStände, stargk darwider
sein, Man solle die reformirten, nicht also nude
et simpliciter, in den frieden, einschließen, Sondern
ihnen verbiehten, das sie weitter nicht reformiren,
noch die lehre (der warhejt) einführen sollen. perge
Avis, par Madame vom Doctor Pichtel, daß Milagius,
böse nachreden, zu Münster vndt Osnabrück von ihme führe, es
würde aber die vntreẅ seinen eigenen herren
schlagen, vndt er endtlich schlechte Ehre davon haben.
Fürst hanß, wehre verrayset, sich bekandter zu
machen. hertzogk Ernst Günter, von Hollstein, hette
ein Regiment, vndter dem Könige in Dennemargk.
Gegen abendt, habe ich gegen Mejner freundlichen herzlieb(st)en gemahlin,
in vielen sachen, mich expectoriret, vndt mein hertz gegen
Jhre Liebden außgeschüttet. Gott gebe vns dienliche consilia,
guten succeß, glück, vndt fortgang.
Samstag♄ den 22ten: November 1645.
Les inquietüdes hesternes, ont encores dürè.
Dieu vueille allegerir le faix de la croix, qui
nous aggrave si fort, & nous fera süccomber, sj
Dieu n'y met la main paternelle, benignement!
Eine Jämmerliche lamentirende supplication,
habe ich, von der gemeinen Bürgerschaft zu
Bernburgk, wieder den Raht, vndt die bösen
Administros, bekommen, daß sie alle Nahrung,
haüser, brawen, vndt publica Commoda an sich
ziehen, hingegen den armen Mann vndterdrügken,
mit wachten, collecten, einquartirungen, Schutz:
vndt Miehtegeldt, vndt allen publicis oneribus,
also daß ihrer viel, das Thor suchen müßen,
auch die handelß: vndt handtwergksleütte,
das T außgetrieben werden. hingegen bekommen
die geistlichen, <die> kirchen vndt Schulen, auch die
ministrj publicj, Medicus, vndt dergleichen, das
ihrige nicht. Wann schon die armen klagen,
so werden Sie von den reichen, opprimiret. Wann Sie
|| [[Handschrift: 31r]]
ihre gelder erlegen, werden sie nicht subleviret, die
gelder werden vndtergeschlagen, verpartiret, Meine
Fürstlichen befehliche vndt commissiones illudiret (wie auch
mit dem fleischscharren geschehen, vndt mit Neẅer
anlage) die Rahtspersonen, gehen mit ihren resten
durch, darnach, muß man, in geschwinden Nohtfällen
die Anlagen erhöhen, vndt die armen mit ge-
fängnüßen, harten bedroẅungen vndt dergleichen
preßen, damit sie die reichen v̈bertragen.
Die verkaufte (in der cantzleyen ratificirte) 20
freybrawen, wehren vnbillich, dann ein ieder
lucrirte daran: 40 ReichsthalerRthlr: vndt die armen
büdener vndt handtwerger lucrirten nichts,
auch arme brawer, vndt Büdener, (welche
gleichwol zu 3[,] 4[,] in 8 vndt 10 ThalerThlr: eben so wol
contribuiren müßen, zur Trandorfjschen conten-
tirung) hetten weder fortheil, noch gewinst, vndt
müßten darzu, mit ihrer brawerNahrung
zurückf stehen, dann die reichen hetten die 20
brawen nur vndter sich getheilet, geben nur 16
ReichsthalerRthlr: vor eines, vndt gößen doch 48 faße.
Bähten vmb remedia, gleichheit, vndt billigkeit,
in den oneribus, vndt das man die Rahtspersonen, eher
nicht erlassen wolte, biß sie in rechnungen, satisfaction gethan. etcetera
Jtzt schreibet Fürst Augustus es habe die landtschaft
<gar alleine> an den Stadischen geldern zu prætendiren, vndt
ich solle ihnen wieder darzu verhelfen, welches
noch nie begehrt, noch <in 40 Jahren> prætendiret worden,
auch gantz keine rayson hatt.
Avis: daß General leutnant Königsmarck hette Teschin, Weiß-
kirchen, vndt Lippena, mit gewaltt, Freẅdenthal
mit Sturm, vndt Jägerndorf mit list, erobert.
Das feste Schloß Lischnitz belägert, Olmitz vndt
andere örther, proviantiret, vndt seinem volck
mehrentheils, in die Quartier erlaubet.
Bey der Schwedischen hauptarmèe, wie auch in
gantz Schlesien, continuiret die pest, vndt
grassiret auch, vndter der Kayserlichen armèe.
Es scheinet, der liebe friede wolle anbligken,
zu Münster vndt Osnabrück erwartett man des Graven
von Trauttmanßdorff. Die Spannischen haben
Trier quittiret, auf selbigen Churfürstens begehren,
vndt die Frantzosen, sich vollends nach dem
Rhein, in die quartier, gewendet. Jn Flandern
wirdt die Spannische Macht, sehr geschwächt,
dannenhero den Ständen in Flandern vndt
|| [[Handschrift: 32r]]
Brabandt, frey gegeben, selbst völcker zu
werben, vndt sich zu defendiren, doch das die Macht
ins gesampt, sich auf 30000 Mann, erstrec-
ken möchte. Die Kayserlichen gesandten haben
sich numehr erkläret, die heßen Caßelischen
zu den consiliis kommen zu laßen. Von den
Ertzbischoflich Magdeburgischen ist ein schwehrer re-
verß begehret, auf der weltlichen banck für
eines weltlichen Fürsten, gesandten zu sitzen. perge
Avis: daß die Wrangelischen auf die Ogker,
zu gehen, vndt die hertzogin von Schöningen,
albereit vor ihnen gewarnet worden.
Ein anderer avis vom Falckenstein, vndt halberstadt
daß Iean de Werth, gegen den Wrangel avanciren
wollen hette sich aber wieder retiriret. Die Wrangeli-
schen liegen noch stille vmb hanover. Das geschrey
kömbt wegen der auß hollstein, anziehenden
völcker her. Die Magdeburgische außwechße-
lung, bleibt stecken, weil die Schweden,
mit ihrer ratification zurügkeg halten
ob schon die Kayserlichen vndt ChurSächsischen gerne ratifi-
ciren wolten. Es gebe auch difficulteten zu
Magdeburg wegen einnehmung der Ertzbischöflichen garnison.
Sonntag☉ den 23ten: November 1645.
Ne pouvant reposer ceste nuict, dürant
mes inquietüdes ie füs tout èspris, si ce-
jourd'huy seroit peut estre le dernier
bon iour de ma vie?, & si au voyage, de-
mainh ou aprés, ie serois pillè ou massacrè
par des parties sübornèes par mes
ennemis? Et ces pensèes ne me dès-
laisserent pas. Dieu nous en garde
benignement par sa Sainte & Paternelle grace!!
Er Martinus Reinhardus pfarrer zu Opperoda, hat
vnß heütte vorgeprediget, den gewöhnlichen
Text6, am 25ten: Sonntage☉tage nach Trinitatis. J'ay
conversè depuis avec luy, ou il loua fort, la modera-
tion de feu Monsieur Wieterßheim, au fait de la religion,
& comme il se seroit bien accordè avec luy.
Daß hertz ist mir heütte den gantzen Tag, sehr
schwehr gewesen. Gott gebe, das mirs nichts böses
bedeütte, vndt daß der mjr gefährliche Novem-
ber, nicht abermahls, ein Tücklein beweise.
Fata possunt præviderj! non evitarj. et cetera
Mein Sohn Victor Amadeus hat zu seinem ersten mal, eine
weindroßel, vndt einen Sperling geschoßen. Dieu
le face bon Archier, apres qu'il scaura meilleures choses.
Jch habe mit verwunderung vernommen, wie
Märtin vnser lackay, durch courtoysie des Rittmeister
Oesterlings, die neẅlichst ihm geraubte 15 ReichsthalerRthlr:
von Reüttern, (nicht ohne glück), wiederbekommen.
Dieu vueille, que cela nous omine aussy, üne
bonne fortüne! & que tout malheur soit chassè!
Avis vom haüptmann Keüdel vom Stiege,
daß man nichts allda höre von der hatzfeldischen marsche.
| deutsche Meilenm. | |
| Jch bin, im Nahmen deß herren, mit meinen beyden
Ellteren Söhnen, auch dem Maior halcken, Ernst Die- trich Röder, vndt Abraham von Rindtorf, in allem 23 pferde, vndt 25 personen, (ohne 6 mußcketirer, vndt der vorspann, vor den andern wagen) stargk, aufgewesen, von Ballenstedt, vndt per Neinstedt, dem Thale, nacher Blanckenburgk zu Mittage, alda der Fürstliche Secretarius, Simon Finckius bey vnß gewesen, vndt mitt kalte küche gehalten. |
3 |
Von Blanckenburg welches eine grafschaft, ist,
vndt 5 Aempter hatt, (alß Blankenburg[,] Heimburg,
Westerburg, Stiege, vndt Westerhausen)
auch die besten intraden, in die 6000 Thaler
alleine von 3 eisenhütten, vndt an itzo, in gemein-
schafft, von Zelle vndt Wolfenbüttel, beschwehrlich
administriret wirdt, nachmittags, gen Werningeroda
|| [[Handschrift: 33v]]
<2 Meilenm:> auf das hohe Schloß, zu Meinem (sieder Böhmen
vndt Prag her) alten bekandten, Graf heinrich
Ernst von Stollbergk, welcher mich gar höflich
aufgenommen, wol tractiret, vndt anmuhtige
conversation alter vndt neẅer geschichte wieder-
fahren laßen. Wir haben die Stadt Weninge-
roda vndten liegen laßen, vndt seindt den berg
hinauf, geritten, aufs feste Schloß, durch 4 Thore,
die kutzsche hat wol, durch 8 Thor,
(beschwehrlich) fahren müßen. Wir haben
den gantzen Tag zu reitten vndt zu fahren ge-
habt, weil die Tage kurtz, der weg am hartze
her, böse vndt bergicht, sonderlich hinder Blankenburg
gewesen, weil auch der schnee sich sehr ge-
ballt, vndt die pferde zu gehen, verhindert hat.
Das böse Nebelichte vndt Tuftige wetter
hat auch von Morgen an, biß in die Nacht
continuiret, also daß man v̈bel von sich sehen
können, vndt viel redens von den parthien
(sonderlich denen Wrangelischen gewesen)
wie dann auch heütte noch drey vndterschied-
liche partien vor der Stadt Weningeroda
|| [[Handschrift: 34r]]
pferde außgespannet haben. Der graf
hat 12 Mußcketirer zur garnison aufm hause,
darauf kein waßer ist, Muß alles mit eseln
herauf geholet werden. Er stehet zimblich, hat
getheilet mit seinem iüngeren bruder, graf
hanß Märtin, welcher die Cantzeley zu Stoll-
berg, vndt etzliche (mehrentheilß versetzte)
Aempter, vndt<auch> kinder vndt Erben hat. Dieser
aber, ist cælebs, zwischen 50 vndt 60 Jahren, altt.
Er hat mich gar höflich respectiret, vndt
wol dreymal repetiret, das er mich vor
seinen gnädigen lehenherren agnoscirete, vndt
zu pariren <vndt vndterthan zu sein> etcetera sich schuldig erkennete.
Mit der Stadt Werningeroda, welche vndter
ChurBrandenburgischer protection lieget er im
streitt. Sie schützen große privilegia vor,
vndt wollen sich nicht wol commandiren laßen.
Er wil sich auch nicht <gern> præiudiciren. Jl a
aussy eu des mesentendüs avec son frere.
Der Blockersbergk, <Kayserliches lehen> (so nur eine meile von
hinnen) gehöret auch diesem herren zu. Er
hat wenig agkerbaw, aber feine Jagten,
holtz, Stühtereyen, vndt andere einkünften.
Dienstag♂ den 25ten: November 1645.
Alhier zu Werningeroda, an<vor> der Tafelstube besehen,
ein gemälde eines seltzamen Rehes, welches anno 1639
im forst geschoßen worden, deme der kopf, Sampt den geweyhen
mit dickem haar<cartilagine>, wie eine weinTraube, biß
v̈ber die augen, gantz v̈berdeckt gewesen, vndt zöpfe
an der seitte gehabt, wie a la mode die haar pflegen
zu stehen den Frantzosen, oder Frantzisirten. etcetera
Jtem: das bildt einer schwartz vndt weißen, wilden
großen Saw, Jtem: eines schwartzen Wolfs,
auch hierselbsten gefangen.
Jn meinem schönen großen gemach, den Stammbawm
der graven zu Stolberg abgemahl[!] contempliret, von
anno: 566 Christj an, da ein Edler Römer Otto, von
der Seüle (colonna) genandt, mit dem Kayser Justino
dem andern, aufm hartz, auf der Jagt gewesen, vndt
hette einen Schwartzen hirsch gefangen, im zeüge auf
dem Stollberg, mit d verwunderung des Kaysers,
welcher ihm den hirsch zum wapen gegeben, neben dem
hartzwaldt, das er da bawen solte ein Schloß, da
hette er das alte hauß Stollberg gebawet, vndt
wehre Graf Otto zu Stolberg genennet worden.
Daßelbige Schloß lieget itzo wüste, im hartze,
auf dem allten Stollberg, da man noch Mawerstücke
|| [[Handschrift: 35r]]
findet. Deßen Ottonis gemahlin, ist gewesen, Christina
von Hennenbergk, vndt wehre also dieses gräfliche hauß,
v̈ber 1000 Jahr altt. Die Colonna, oder Colonneser
seindt zu Rom, wol bekandt, vndt ein vralltes berühmb-
tes geschlecht, neben den Ursinern, ihren æmulis. perge etcetera
Die Stügke so der grave hieroben gehabt, seindt von den
Kayserlichen vor Jahren hinweg geführet, vndt zu Goßlar, zu ihrem
beßern gebrauch, vmbgegoßen worden.
Er der herr graf, ist mit mir, zimlich weitt, hinauß geritten,
vndt hat mir, das geleitte gegeben, auch mit guter conver-
sation entreteniret, darnach höflich abschied genommen,
vndt vnß mit convoy von 8 Mußcketirern vndt Schützen,
nebenst seinem bestalten leütenampt zu roß, versehen.
| Meilenm. | |
| Wir seindt also forth im nahmen des herren, vndt
auf Jlsemburgk, ein kloster dem graven noch gehörig: |
1 |
|
Avis gehabt einer stargken partie von 100 pferden
so zur seitte gegangen. Wir wißen nicht obs Kayserliche oder Schwedische seyen. |
|
| Fortgeritten, durch etzliche dörfer, vndt einen
langen waldt, biß wir endlich an eine schmeltz- hütte bey der Goßlarischen landtwehre sicher kommen, alda wir gefüttert, vndt darnach hineyn in die ReichsStadt Goßlar, von Jlsemburgk allda ich außgelöset, mitt wein, mit Gose, vndt mit etzlichen Sägken haber, vom Rath begabet worden, weil es das erste mal ist, das ich anhero komme. Die Stadt scheinet zimlich groß zu sein. Es hat allein 300 brawhaüser darinnen. || [[Handschrift: 35v]] Das waßer, die Gose genandt (darvon auch das bier den Nahmen hat) rinnet hindurch, An itzo liegen 60 lüneburgische Soldaten, <vndt ihre eigene geworbene völcker, in die 100 Mann> ohne die bürgerschaft, darinnen. Goßlar, sol so groß als Wien im vmbfang sein. |
3 |
Mittwoch☿ den 26ten: November 1645.
J'ay escrit a Madame vers Ballenstedt, mit dem
Werningeröder leütenampt vndt convoyern.
Vor Goßlar da wir gestern herkommen, lieget
der Rammelberg, darinnen der hertogk Christian
Ludwig von Braunschweig vndt Lüneburg silberbergwerge hatt.
Es sollen auch goldtbergwercke da herumb vorhanden
sein, aber nichts darvon der Stadt zugehören.
Die herren von Goßlar, ob sie schon frey, vndt eine
vhrallte ReichsStadt, müßen doch aliquo modo, den
hertzog von Braunschweig vndt Lüneburg vor ihren Schutzherren,
agnosciren. Sie haben die Jesuiter vndt Mönche,
so ihre klöster, vndt des Kaysers hauß, eingezogen,
durch die Schwedische verenderung alle außgeschafft.
General Banner hat des Kaysers Fridericj 2dj.
schönen Stab von Einhorn, wie auch andere rariteten
hinweg bekommen. Das Tuftige wetter, die
kürtze der zeitt, vndt winterTage, haben vnß
dißmal verhindert, etwas sonderlichs von kirchen, vndt
andern raris alhier zu besehen. Es scheinet sonsten, eine
alttFränckische Stadt, in gebeẅden zu sein. perge
| Meilenm. | |
| Von Goßlar, nacher Zellerfeldt, in bösem bergichtem
waldt vndt hartzwege, auch tieffem Schnee, bey den Schifer- bergwercken, vndt ferrner durch |
2 |
| Zellerfeldt gehöret den gesampten hertzogen zu
Braunschweig zu. Es gibt allda schöne, Silber:[,] kupfer[-], vndt bleybergwergke. Der zehender hat vnß zur kalte küche etwaß an fischen, forellen, vndt dergleichen contribuiret, vndt außquittiret. Die Braunschweigischen wilden Männer, sollen alhier gemüntzet werden. |
|
| Von Zellerfeldt, alsobaldt auf ClaußThal ge- kommen, vndt vollends nach Osteroda Jst eine stadt vndt schloß vndterm hartz gelegen, dem hertzogen Friederich zu Braunschweig vndt Lüneburg zuständig. Der Oberste Wurmb sein landß- droßt, hat vnß aufm Schloß logiret vndt tractiret, gar höflich, ohne mein begehren. Vndt weil er ein alter versuchter krancker Soldat, hat es gar kein Trincken, Sondern gute discours, auß Schweden, Moßkaw, Laplandt, Finlandt, Dennemargk, Niederlandt, Böhmen, Venedig, vndt dergleichen gegeben, v̈ber Tisch, vndt zuvorn. <hertzberg ligt 1 Meilem. hiervorn, ein leibgeding, hertzog Geörgens wittwen.> |
2 |
Der heüttige weg von Goßlar, biß hieher, v̈ber
den grawsahmen hartz, waldt, vndt gebirge,
auch MannesTieffen Schnee, (da gleichwol die bahne <in etwas>
zimlich gemacht gewesen) vndt gar bösen weg zu fahren,
hat wol den pferden sehr wehe gethan, berg auff, berg abe!
Noch ist zu notiren, daß im Zellerfelde 2000 Menschen
in den bergwergken, arbeitten sollen, vndt in die 10 mille
Seelen im Zellerfelde vndt Claußthal wohnen. Die berg-
werge seindt vnzertheilet, vndt es haben alle drey hertzo-
ge, Friderich, Augustus, vndt Christian Ludwig, part
daran. Ein ieder, soll zur außbeütte, vndt v̈berschuß,
alle quartal bekommen, in die 8000 ReichsThaler.
Donnerstag♃ den 27. November 1645.
| Meilenm. | |
| Von Osteroda (allda ich die 8 Goßlarische convoyer,
auch die mitgegebene <wagenleütte vndt> pferde abfertigen laßen, donnant a chacün, ün quart de Daler pour homme) bin ich nacher Göttingen, heütte gezogen einen sehr bösen, grundtlosen, weitten, vndt bergichten weg, gehabt. Vndterwegens, zu Nerdten gefüttert, alda lüneburgisches volck zwar lieget, auf Salvaguardia, ein corporal mitt 12 Mann. Es gehöret aber der flegken, dem Churfürsten von Meintz zu, wiewol das Territorium vndt die geleittstraßen lüneburgisch sein, vndt nacher Hanover, gehören. haben also heütte viererley herrschaften durchwandert, alß zu Gö Osteroda, des herzog Friederichs zu Zelle landt, vndt Osteroda, gehöret inß Fürstenthumb Grubenhagen, zu Nerden, des Churfürsten von Meintz gebieth, vndt vnderthanen, || [[Handschrift: 37r]] zu Ferner, kahmen wir auf ein heßisch dorf zu, in die grafschaft Pleße gehörig, vndt also in das landtgräflich heßische territorium, darnach nacher Göttingen, welches eine Stadt vndt Festung, so hertzog Christian Ludwig zu- stendig. Es liegen 5 compagnien zu fuß, vndt 1 compagnie zu roß, an itzo in besatzung, darinnen. Der Oberste leütenampt Oppermann commandiret sie, Jst aber an itzo abwesendt zu Münden. Sie haben fleißig auf alles, auch auf meine intentiones inquiriret, vndt seindt gar argwöhnisch, vndt behutsam, zumahl ihr Fürst scharf ist, dann er den Commendanten in Eimbeck, (der sich doch wol defendiret, keinen entsatz gehabt, vndt fast die halbe Stadt durch feẅerballen damals vom Ertzhertzog vndt Picco- lominj abbrennen laßen, endlich aber der macht weichen, vndt es aufgeben müßen) alsobaldt iustificiren laßen, hingegen, hat Oppermann alhier, sich biß aufß eüßerste gewehret, die Feẅerkugeln, vndt geschütz nichts geachtet, vndt selbige armèe, vor diesem orth Göttingen, abzuziehen, verahnlaßet. |
4 |
Vndterwegens, haben wir, zur rechten handt, zwey meilen
von Osteroda, eine Stadt, Nordtheim genandt, (darinnen
auch lüneburgisches volck lieget) liegen laßen. Darnach auch
zur lincken, auf drey<½> meilen ohngefehr, auf einem berge
das heßische Schloß Pleße, <vndt auf eine meile, das hauß Gleichen.>
Avis: daß der Wrangel schon vor etzlichen Tagen aufge-
brochen, auß dem lande zu Braunschweig.
Freitag♀ den 28ten: November 1645.
Diesen Morgen, haben meine Söhne die feẅerballen vndt
granaten, (deren Piccolominj, anno 1641 in Göttingen
in die 45 werfen laßen) einer oder 8 am Rahthause
besehen in zimlicher größe. Es ist seltzam, das ein
Jude alle 45 sol besprochen vndt gesegenet haben,
also daß Sie der Stadt keinen schaden zufügen können.
hertzog Christian Ludwig von Lüneburg hat derentwegen
selbigen Juden hoch privilegiiret, vndt seine kinder
nach ihm, weil er gestorben. Je ne scay, si cela
est bienfait, d'estimer telles imprecations illicites,
nonobstant qu'elles ayent conservè la ville.
Der Obrist Wachmeister Steimbach, <so von Cölln bürtig> hat mich besucht.
| Meilenm. | |
| Nachm frühestück, bin ich fortt, nacher Münden, an
der Weser, in sehr bösem holprichten bergichtem wege. Münden ligt von Göttingen Die Werre, die Fulde vndt die Weeser kommen aldar zusammen, vndt es hat eine feine bedegkte brügke v̈ber die weser daselbst, v̈ber welche wir gefahren, alß wir in die Stadt gewoltt. |
3 |
Der Obrist leutnant Schwartz, ein Rittmeister vndt
cornet haben mich besucht. Schwartz ist commendant
darinnen, & tout estoit yvre.
Das Schloß ist hüpsch anzusehen, aber sehr verderbet.
Auf halbem wege, zwischen Göttingen vndt Münden,
kahmen wir auf Günen, ein schönes guht, dem Rittmeister
Adelepsch zustendig zu. Er sol gar reich sein, vndt deßen[!]
Obersten Sohn, welcher anno 1615 mitt vor Braunschweig
gelegen, vndt in großem ansehen gewesen.
Samstag♄ den 29ten: November 1645.
| Meilenm. | |
| Von Münden (ou il faut perdre aux Dücats, comme en toute
la Basse Saxe) nacher Caßel vndterwegens, zu Landtwehrhagen gefüttert. Diß dorf ist noch lüneburgisch, darnach gehet baldt die gräntze der heßischen, an. |
2 |
Der weg ist heütte eben so wol bergicht,
vndt böse gewesen.
Dieweil nur eine ½ stunde vor Meiner ankunft,
die landtgräfliche wittwe, vormünderinn, vndt
landeßregentin, es erfahren, hat sie sich hoch endt-
schuldiget, meiner ankunft sich erfreẅet, mir
ihren Sohn, vndt landeßfürsten, Landtgraf Wilhelm,
mit einer schönen leibkutzsche, biß auf die Fulda-
brügke, entgegen geschickt, vndt weil ich ihme
alda begegnet, bin ich vom pferde abgestiegen, vndt
haben vnß mitteinander, nach beschehenen complimenten
auf die kutzsche gesetzet, wie auch sein hofmeister
ein hover, vndt ein graf von Isemburg gethan,
vndt seindt also auf das Schloß gefahren.
Jn dem Schloß empfieng mich, der Marschalck,
der Oberste Güntherot, vndt die hofiungkern
neben einem iungen graven von Witgenstain.
Jch wurde wol logiret, vndt tractiret. Ließ
mich bey der Fraw Landtgrävin Liebden anmelden, noch vor
der mahlzeitt, Sie ließe sich sehr höflich endtschuldigen,
daß sie lieber hinauf in die Tafelstube, nahe an Meinem
losament kommen wehre, (damit ich mich nicht so sehr
zu bemühen) weil es doch baldt zeit zur mahlzeit
sein würde. Jch gienge doch hinundter, that
meine complimenten, vndt gebührliche dienstofferten,
vndt wurde sehr höflich beantwortett. Darnach
giengen wir mitteinander hinauf zur Tafel, vndt
ich führete Jhre Liebden an der stiege vndt an bösen päßen.
Nach der mahlzeit, gieng ich wieder mit ihr hinun-
dter, vndt conversirte lange zeitt, mit Jhrer Liebden afin
de la persuader <1.> a la Paix, <2.> a bon conseil, para los hijos,
<3.> a Salva Guardie pour notre seuretè, & intercession aux Swedois pour avoir
meilleur traittement & n'estre tant grevè. 4. assistance
contre Fürst Friedrich en cas, qu'il me voulüst violenter, & afin d'ü-
ser de precaution, contre ses faussetèz & menteries,
dont il veut persuader chacün, afin de l'attirer à soy,
& l'inciter contre moy, comme font aussy aulcüns de
ses adherents. 5. conseil en cas de peril ou de mortalitè
pour faire deuement, la derniere disposition.
Ceste sage, & Vertüeuse Princesse, m'a respondü
avec tant de prüdence, affection & gravitè, a chasque
poinct, si pertinemment, que i'ay admirè sa capacitè
grand iügement, eloquence, & courtoysie, extraor-
dinaire, & elle merite certes toutes louange,
comme elle en est digne, üne si belle & presentable
Regente, digne veritablement de tout honneur!
que ie luy doibs dès sa ieünesse, & dèz l'annèe: 1613.
Cependant, elle scait bien deffendre son party,
& ses actions, n'aimant qu'üne paix generalle,
& point particüliere, en laquelle elle dit, avoir estè
trompèe, par tant des variations, a elle rapportèes
par l'Electeur de Mayence, de la part de l'Empereur & qu'elle
a veu perir tant d'autres (indigetant moy mesme)
& faire naufrage, par les vaines esperances,
qu'on a donnè après leur soubsmission, qu'elle auroit
estè contrainte d'accepter l'offre du Roy de France
& d'autres, qui luy ont aydè à conserver son estat,
& sa dignitè, &cetera ce qu'elle raccontoit avec tresbonne
maniere, & reietta courtoysement mes repliques.
Au second poinct, elle me fit tant d'offres spiritüel-
les, & temporelles, avec üne maniere si grave & con-
scientieuse, que i'auray a en attendre toute ayde
& des montagnes d'or, comme on dit.
Au 3me. elle estoit fort portèe, comme raysonnable.
Au 4me. elle fit mine de croyre mes veritables
rapports, mais ie m'apperceus bien, que Fürst Friedrich a-
voit desja taschè a abbattre la balance, par ses
persuasions. Toutefois ie croy, qu'elle a bien
comprins mes raysons, & qu'elle sera plüs de mon
costè, que non pas dü sien, nonobstant ses servi-
ces, qu'il luy a rendüs, & ses correspondances feintes.
Veritas premitur, non opprimitur!
Au 5me. ses conseils & avis, estoyent sages,
& equitables, mèslèes d'üne prüdence fort Chrestienne.
Jn Caßel (weil es die haüptfestung) liegen
an itzo zwey Regimenter zu fuß, in besatzung,
daß eine commandirt der Oberste Güntherot,
das andere ist das leibregiment, deß General Maior
Geyse, welcher an itzo vor Marpurg lieget, vndt
hat die Stadt, das schloß aber noch nicht occupiret.
Es sol nur eine verweigerung der einlogirung,
nicht aber eine gewaltsahme blocquade heißen,
vndt daß er nur darvor lieget, sie die Marpurger
inne zu halten, vndt zu sehen, ob sie herauß ziehen wollen.
Dann man wil den Nahmen nicht haben, das man
dieses orts Marpurg mit gewalt antasten wolle, weil
|| [[Handschrift: 40r]]
es eine rechthängige sache, am Kayserlichen hofe ist, ob
sie schon sagen, daß Landgraf Geörge zu Darmstadt,
ihnen nebenst dem Marpurgischen auch die graf-
schaft Catzenelnbogen, mit großem tort, entzogen habe.
Le Roi de France donne par an 200 mille DalersDal: & rien
plüs a Madame la Landgrave pour la guerre, a ce qu'elle
m'a dit, & elle dit, que les Estats dü pays-bas,
ne luy donnent rien dü tout, & qu'elle entre-
tient 30 mille hommes, quj consüment cela & beaucoup
plüs avec les Contributions, des pays. Elle ne
m'a pas voulü confesser, qu'elle donnoit<recevoit> 8 mille DalersDal:
par mois, de l'Electeur de Brandebourg de la Principautè
de Bergen, ains seulement 3 mille plaignant ses fraix
& ses debtes, auxquelles il faut, qu'elle se plon-
ge necessairement. perge Deux de ses Conseillers chacün
doibt avoir dü Roi de France par an, 600 Livres tournois₶: de pension.
La derniere battaille luy couste beaucoup
de recreütes, & elle dit, qu'il luy faut em-
prünter de l'argent pour sa table, qu'elle ne re-
çoit rien, pas ün sold en sa chambre des con-
tribütions.
Die Obersten Landtgraf Fritz Schwedischer vndt Land-
graf Ernst, (so sich in neẅlichster Schlacht bey Allers-
heim, sehr wol gehalten) hessischer, haben mir auch zugesprochen.
|| [[Handschrift: 40v]]
Es seindt zweene tapfere berühmbte helden, in-
maßen Landgraf Fritz auch schon etzlichen Schwedischen
Schlachten beygewohnet, vndt sich sehr signalirt
gemacht, durch sein wolverhalten.
Sonntag☉ den 30ten: November 1645. <Der erste Advent.>
Landtgraf Herman, (so an itzo auch alhier vndt
ein hauß in der Stadt hatt) hat mich auch besucht,
vndt hat mir zugesprochen.
Darnach, mitteinander, zur Fraw Landtgrävin <Liebden>,
vndt in die Schloßcapelle, den herrn Theophylum
Superintendenten vormittags, predigen hören.
Die 4 Landtgraven, Herman, Friderich, Ernst,
vndt Wilhelm, seindt auch mitgegangen, wie
inngleichem, Freẅlein Magdalena der ersten
dreyen Landtgrafen Freẅlein Schwester, Jtem: die
drey Töchter der Landtgrävin, alß Freẅlein
Æmilia, Fraülein Charlotte, vndt Fraülein Lyßchen,
seindt auch ihrer FrawMutter zur predigt
gefolget, vndt mittgegangen nebenst meinen Söhnen. et cetera
Bey der Tafel, saßen vormittages zur malzeitt,
eytel Fürstliche personen, gestern aber, saß Meüri-
nier, des Frantzösischen Ambassadeurs Conte de Servient
vetter, (so von Münster anhero geschickt worden)
|| [[Handschrift: 41r]]
neben Halcken, vnd auch mitt an der fürstlichen Tafel.
Nachmittags, wieder in die kirche, da ein
Diaconus fein geprediget, vndt nach der predigt
die kinder außm Catechismo, examiniret.
Die Landtgrävin, hat heütte durchauß nicht
leiden wollen, das ich mit ihr hinundter gehen
dörfen, (außer zu den predigten, durch ihr gemach)
sondern in der Tafelstube haben wir nolentes vo-
lentes voneinander scheiden müssen.
Landtgraf Herman hat mich viel entreteni-
ret, wie auch etwas Landtgraf Ernst, ein lieber
wagkerer herr. Landtgraf Wilhelm der
iunge herr, (welcher numehr: 16 Jahr altt ist)
ist auch ofte zu mir kommen, ein feiner wolgezo-
gener Printz. Gott gebe ihm vndt allen anver-
wandten befreündten, gesundtheit, vndt langes leben!
Zu abends, hat man die<zur> Tafeln gefordert, einen
hanawischen, neben dem Frantzösischen gesandten7,
vndt nach der Malzeitt, hat die Landtgrävin
die Tafeln vndt stüle, auf die seitte rügken
laßen, da haben die Jungen herren vndt freẅlein,
auch theilß graven, vndt vom adel lustige spiel
angefangen. Jch bin aber bey der Landtgrävin zur
conversation sitzen blieben, & ie l'ay trouvèe toute
changèe, toute alterèe, & froide en ses offres. &cetera
