Jch habe mit dem iungen Printzen, hertzogk Rudolff Augustus,
diese festung wolfenbüttel, vormittags vmbgangen, in 2½ stunden,
(wiewol wir ofte stille gestanden) nemlich das Schloß, welches
vier bollwergke, vndt drey pfortten hatt. Es ist keine regu-
lare festung. Auf den bollwergken, oder pasteyen, stehen hohe
katzen, vndt es seindt hjn: vndt wieder, schöne Stügke groß vndt
klein, zu sehen, in die Sechtzig, auf den wällen, vndt pasteyen.
Die gräben seindt auch breitt, vndt mehrentheils, die Ogker hi-
neyn geleittet. Man siehet auch von weittem, wo das Schwedische läger ge-
wesen, vndt den dam, wormitt Sie das wasser, die Ogker, geschwellet.
|| [[Handschrift: 332v]]
Der Marschalck Knesebeck, vndt Obrist leütnant Rentzsch Cavag-
lier dj Sankt Marco, vndt Commendant in Wolfenbüttel, neben
vielen andern Jungkern, seindt auch mitgegangen.
Jm gießhause, seindt wir auch gewesen, vndt es werden
schöne Stügke gegoßen, in demselbigen.
Die bollwergke haben alle casematten. Die Cortinen
seindt eines theilß, zimlich lang, vndt disproportionable.
Theilß bollwerke seindt gefüttert. Zun contrescarpen,
ist zwar ein anfang gemacht, aber nicht absolviret.
Nachmittags, ist der hertzogk Augustus (nebenst
seinen dreyen Söhnen, Rudolpho Augusto, Antonio
Ulrico, vndt Ferdinando Alberto, wie auch dem
Pommerischen Abgesandten, vndt großem comitat,)
mit Mir außgefahren, die Bibliothecam, vndt
zeüghauß, mir sehen zu laßen. Jn der ersten,
sollen in die 80000 bücher, von allerley scientiis, vndt
faculteten sein, wie wir dann eine große
Menge in guter ordnung, darinnen gesehen, vndt
dergeleichen Bibliotheca in Deützschlandt itziger
zeitt schwehrlich zu finden. Jm zeüghauß,
stunden nicht viel Stügke, weil die meisten
auf den wällen stehen. Dennoch war es ein
fein erbawetes Arsenal, vndt etzliche stügke,
darunter zweene lange eiserne eines 20
|| [[Handschrift: 333r]]
ellen lang, das ander 5 fuß kürtzer, in dem zeüghauß.
Viel kugeln seindt darinnen. Oben auf stehen conterfecte
der alten Sächsischen Braunschweigischen Fürsten. Es hatte
auch Feẅermörsel darinnen, wie auch auf den wällen.
Nach dem man zu Mittage sich geschonet (vielleicht
darumb, weil mein Rindtorf, heütte das fieber bekommen,
vndt ich gewaltig wieder das Tringken, protestiret)
hat man auf den abendt, desto beßer poculiret, vndt den
Pommerischen gesandten, in hofnung der einnehmung in die
Fruchtbringende gesellschafft, gehänselt. Er der gesandte
ist sehr Treẅhertzig darüber, vndt mein großer Freündt
geworden.
Zu abends spähte vmb 1 vhr in der Nacht, hat man
einander a Dieu gesagt. Der hertzogk Augustus,
hat mir gewaltige vertröstungen, inß künftige, vor
sich gegeben, vndt durch den Marschalck geben laßen,
wie er mir proprio motu assistiren, vndt ex abrupto,
helfen wollte, dermal eines, &cetera[.]
Promissis dives, quilibet esse potest!1
Der Junge hertzog Rudolff, vndt Marschall Knesebeck
haben frühe, ihren abschied, von Mir genommen.
auch im Nahmen deß allten hertzogs.
| Meilenm. | |
| Bin also forth nacher Schöppenstedt, mit kalter küche: | 3 |
Nota Bene[:] le Pomeran disoit: Euer fürstliche gnaden haben <ein> löblich, vndt hochrühmliches
wergk vor, das Sie ihre herren Söhne nacher Leyden, verschick[t.]
Le Düc Augüste approuvoit fort aussy cest'envoy, et le
Düc de Hanover, de mesme, comme aussy Madame a Schöningen,
le Conte d'Oldenburg, & presque tous mes amis, d'üne &
d'autre religion.
Die Stügke zu Wolfenbüttel so neẅ gegoßen werden,
haben hinten die zündtlöcher am Stücke nach der länge
hin, desto geschwinder das pulver fortzutreiben, vndt
nicht wie andere stügke, das zündloch in der Mitte haben,
da erst das pulver vndter sich schlagen, darnach
erst nach der länge fortgetrieben werden muß,
vndt also keinen so stargken schuß thun kan, alß
die zündtlöcher von der neẅen invention.
| Meilenm. | |
| Nachmittage von Schöppenstedt, nach Oßchkersleben,
allda pernoctiret, nach dem wir erst bey Schöningen vorüber, darnach auf Odeleben, darnach auf hornhausen zukommen, vndt alda vom heylbrunnen abermalß getrungken. Seindt also heütte Sieben meilen gefahren, gute meilen. |
3<4> |
Ochersßleben ist halberstädtisch. Aufm Schloße lieget
ein Schwedischer Sergeant, mit 10 Mann, dißmal.
Der himpe rogken alhier, gilt an itzo 6 gute Groschengg: der
gersten, 7 Groscheng:[,] der haber 5 Groscheng: Das maß ist kleiner
alß daß Quedlinburgische. Es ist aber wenig Nahrung
alhier, vndter den leütten, wegen vbriger preßuren.
Die Bude, fleüßt alhier, vorüber.
Es hat heütte den gantzen Tag, stargk geregenet, vndt
die wege werden tieff, vndt böse.
| Meilenm. | |
| Von Oschkerßleben, nach Staßfurth
Wir seindt zu Oßerleben v̈ber die Bude gezogen, bey heimerßleben, Groppenstedt, etcetera auf hegkling zu, weil man den weg, vor näher, vndt beßer, alß auf Germerßleben geachtet. Jch habe aber einen schlechten vndterscheidt gefunden. Zu Staßfurt habe ich noch genung, von der Stadtlichen kalten küche, die man vnß, zu Wolfenbüttel mittgegeben, zu zehren, gehabt. |
4 |
| Von Staßfurth, nachmittage gen Bernburgk
allda ich Meine herzlieb(st)e gemahlin, kinder, vndt Schwestern, Gott lob, wol gefunden, nebenst Rähten, Officirern, vndt hofdienern. Der liebe Gott, wolle ferner mit gnaden, hindurch helfen. |
2 |
Es seindt auch schreiben ankommen, an Mich, auß
hollandt, vom herrn von Schrahtembach, (welcher
mit meinen Söhnen, biß nacher Leyden, vollends
gutwillig, das geleidte gegeben,) Jtem: vom
Ern Spanheimio, (welcher vndter andren berichtet,
daß die Zeeländische post, Gott lob, durch herren
Voßbergen cooperation sich wol eingestellet habe)
vom hofmeister Schweichhausen, vndt andern Officirern.
Der liebe Treẅe Gott, seye auch vor diese gnade ge-
preiset, vndt gebe meinen Söhnen glücklichen fort-
gang, in pietate et Virtute, mit völligem Segen.
Es ist Rittmeister Vhester, an itzo alhier zu Bernburg,
fordert im nahmen seines Obersten Kannenbergs, 300
ReichsthalerRthlr: von dieser armen ruinirten Stadt, allte
resta, (so doch des Feldtmarschalls DorstenSohns, <eigenen> an-
deütten nach vnß erlaßen worden)[.] Mit
diesem hat man es abgehandelt, biß auf 100
ReichsthalerRthlr: vndt ein pferdt. etcetera
Der convent zu Cöhten, ist zimlich abgelauffen.
Die genandten landtstende, oder Schände, haben
diesem Bernburgischen Antheil, viel mehr contribution
aufdringen wollen, alß recht, vndt billich ist,
vndt alß sie zuvor gegeben, da doch die ruin
vor augen, vndt alleß endtlauffen will.
Sie haben sich auch einer Macht zu dictiren
vndterfangen. Es sol ihnen aber schon gesteẅ-
ret, vndt (ob Gott will) begegnet werden.
Occupat gewesen, mit publicis, vndt Privatis,
Jtem: mit depeschen, nacher Cöhten vndt Deßaw.
heütte habe ich erfahren, das Tobias Steffeck von Kolodey
seine confirmationem nobilitatis im Reich,
vom Kayser, durch deß alten Johann Loẅens
cooperation, vndt meine intercession, wol
entpfangen, welches dem Treẅen Menschen, wol zu gönen.
|| [[Handschrift: 335r]]
Darneben berichtet er mir aber auch der gute Tobias
Steffegk, wie er vorgestern, meinen großen Fuchß ge-
ritten, zwischen Schöppenstedt, vndt Odeleben, bey horn-
hausen, da der heylbrunnen ist. Alß er nun absitzen
wollen, vndt meiner Nachkunft erwartten, ist er
im lingken bügel behengen blieben. Jnndeßen gehen
meine neẅe hanoverische Stuhten vorbey, nach denen
tobet mein fuchß so sehr, das darüber der fromme
Tobias baldt seinen rest bekommen, dann er springt
vndt fängt an, eine carriere forthzulauffen vndt
schleift Tobiaßen immer mitt, also daß er im bügel
hengende vndter das pferdt kommen, vndt sein haüpt
zwischen den hinterschengkeln des gauls gehabt, da
er dann besorgt, es würde ihm den kopf, mit den
eisen zerschmettern, vndt derowegen beyde hände vmb
den kopf geschlagen, (seine hände vorß haüpt preiß
gebende) welches aber fast v̈bel gerahten. Dann weil
der gaul kitzelicht, vndt er es zwischen den Schengkeln
angerühret, hat das pferdt solches nicht leiden können,
sondern geẅlich nach ihm geschlagen, vndt ihn leicht
verderben oder zu nichte machen können. Gott hats
aber gnediglich verhütet, vndt es väterlich geschickt,
daß er noch endtlich sich loßgerißen, alß ihn eben
der gaul vndter einen hauffen Steine nach sich
schleppen wollen. Darauf ist der gaul auß vollem
bügen, bey den Stuhten, hindurch gelauffen, hat ihnen nichts
gethan, sondern auf Märtin han, vndt Geörge Petzen zu
|| [[Handschrift: 335v]]
geeilet, vndt sich neben meinen Schwartzbraunen
(welchen mein Sattelknecht Märtin hahn geritten) stock
stille gestellet, nicht mehr getobet, Sondern auf
allen vieren, gezittert, alß wie ein Espenlaub,
vndt alß er so stille gestanden, hat Tobiaß
leichtlich wieder aufsitzen, vndt sich beßer
vorsehen können. Gott seye gelobet, vndt ge-
preiset, das Seine Göttliche Allmacht, ihn so gne-
diglich erhalten. Er wolle ferrner segenen,
vndt vnser Schutz, vndt beystandt sein. Man
solte schier vermeynen, es gienge nicht mit
rechten Stücken zu, vndt wehre diese ge-
schichte, mit zaüberey vndtermenget.
Obgenandte mein Sattelknecht, vndt Furirer
seindt so erschrogken, alß Sie diesen erbärmlich
anscheinenden handel, angesehen, das sie
aller erblaßet, vndt nur die hände gefalten,
den herren Jesum vmb hülfe angeruffen, vndt
nicht gewußt, waß sie dem armen Tobiaß,
v̈ber diesem geschwinden zufall, vor eilen-
de hülfe thun, vndt wie sie ihre pferde stehen
laßen sollten? Die Mußketirer inngleichen,
(derer zweene mit den<je> <6> Stuhten zu führen.
vollauff zu thun gehabt) haben keine hülffe ihm
|| [[Handschrift: 336r]]
thun können, alß mit endtsetzen, seüftzen, vndt beklagen!
Da hats recht geheißen: Wo Menschen hülfe auß ist,
da fänget sich erst Gottes wunderbahre hülfe an.2
Sein Nahme seye gerühmet, vndt gebenedeyet, von nun
an biß in ewigkeit. Der wolle ferrner, Mich, vndt
die Meynigen, gnediglich vndt väterlich bewahren!
vndt vnß alle, an leib, vndt Seele segenen, Amen!!!
heütte haben sich wieder officirer anpræsentiret
von halle, Calbe, Sangerhausen, vndt anderen orthen,
mir völcker zuzuführen, wieder den Türgken, zu 50[,]
zu 25 Mannen, viel volcks vndt gesindeß will,
darüber kein guht mehr thun, in hofnung der Anhal-
tischen, außgesprengten bestallung. C'est ün cas
estrange de la renommèe, quoy que non veritable!
Halcken habe ich nacher Deßaw vndt Cöhten,
abgefertiget. Gott gebe zu glück!
Avis: daß der vornehme gelährte Mann, Er
Hofmeisterus Superintendens, im Deßawischen An-
theil, mit Tode abgegangen. Er ist ein vortrefliches
licht der kirchen Gottes gewesen, vndt wir haben
viel an einem solchen Theologo, verlohren. Gott
genade ihm, vndt laße ihn leüchten, alß des him-
mels glantz, vndt alß die Sternen, immer, vndt ewiglich!
Den 30. May ist Feldtmarschall DorstenSohn zu Cöhten
gewesen, mit 300 pferden. I'ay escrit a Berlin. et cetera
Dieu benie ceste depesche!!!!!!!
Zu abends, hat extra; Doctor Mechovius, vndt Ernst Röder,
wie auch, der Caplan Jonius, so bey mir audientz
gehabt, mit mir gegeßen.
Ein Obrist leütnant hat sich alhier angemeldet
bey vnß zu Bernburgk, frey quartier zu haben.
hat päße vom Feldmarschall DorstenSohn vndt Axel Lillie.
et cetera
böser/gefährlicher/schädlicher/unglücklicher/unglückseliger Tag (tatsächlich oder befürchtet)ꘉ Freitag♀ den 5ten: Junij: 1646. et cetera
<2 hasen hetzen lassen.>
Ernst Dietrich Röder, ist von hinnen verrayset,
nach deme ich ihn, in gnaden dimittirt, vndt er
nicht allein, auf der großen rayse, in heßen,
Westphalen, vndt die Niederlande, Sondern
auch, auf der kleinen neẅlichten rayse,
inß landt zu Braunschweig, mir fleißig,
vndt wol aufgewartett, vndt in allem, gar
willig gewesen.
Jch habe heütte den gantzen Tag, neẅe depeschen verfertiget,
vndt neẅe anschläge gemacht. Gott gebe zu glück vndt Segen!
Andere depeschen wieder verfertiget. perge <gebe Gott, zu segen, vndt glück:>
Die zerfallenen rudera im Forwergke, garten, vndt
andern Oeconomy angelegenheit, spatziren gehende, conside-
riret, vndt auf remedia, (wiewol sie schwehr fallen wollen)
bedacht gewesen. Gott gebe seine gnade, vndt gedeyen!
Etzliche stügken bawholtz habe ich heütte mit
Meinen, vndt der bürger pferden anführen laßen.
Mon frere fait semblant de se vouloir accommoder, avec
moy, pour veu qu'il ne me trompe davantage.
Avis von Märtin lackay, daß er den 1. Junij,
schreibet, er hette schon 16 tage lang zu Brehmen, auf
den Freyherren von Schrahtembach gewartett,
derselbige bliebe v̈ber verhoffen, außen, Præceptor
hangkwitz, wehre wol zu Bremen, den 29ten: May
ankommen, vndt gienge nach hollandt zu. Gott wolle
ihn geleitten! Er der Märtin, wehre beraubet vndt
geplündert worden, vndterwegens. perge
Märtin lackay, welchen wir vor verlohren ge-
achtet, ist vnversehens, diesen Morgen wiederkommen,
mit vndterschiedlichen briefen von Brehmen, vom herren
von Schratembach, (auf welchen er 2½ wochen
warten müßen, biß derselbige auß hollandt,
wiederkommen,) vndt vom Præceptore Hangkwitz,
neben etzlichen andern allten schreiben. perge Er gibt
vor, der lackay, er seye bey Bre Langenweddel
von 4 Reüttern angegriffen, vndt geplündert worden.
Tout est Dieumercy en bon estat. Le bon Dieu
vueille tout conserver de bien en mieux, benir les
bons desseigns, & divertir les machinations, & menèes
secrettes, a l'encontre, dèscouvertes de nouveau!
halcke ist von Deßaw, vndt Cöhten, wiederkommen,
mit vndterschiedlichen schreiben, vndt höflichen
erbiehten.
Jn die kirche vormittags, da dann
beyde Schwestern, Sofia Margrethe vndt Dorothèe
Bathildis, neben andern communicanten, die Commu-
nion gehalten haben. perge
Avis: daß der Churfürst von Brandenburg Pommern mit Macht,
durch den König in Polen, attacqiren wolle, weil
selbiger König schon 30 mille Mann beysammen hette, alß
der venezianer general contra Turcam,
500000 Ducaten, Monatlicher gage. perge
Extra: war bey vnß zu Mittage, der Maior halcke,
CammerRath, Doctor Mechovius, vndt der iunge Geörg Friedrich
von Börstel.
Nachmittags wieder in die kirche <in>, des Diaconj Jonij, predigt.
Es hat greẅliche händel gegeben, zwischen etzlichen,
von der hofpursche, vndt des Rittmeister Vhesters leütten.
Er hat mirs klagen laßen. Jch habe remediirt,
vndt gestraft. Jst sonst contentiret, wegen deß
Obersten Kannenbergs, seiner gelder.
Avis: daß der Oberste Werder, schöner Sechß kutzschen-
pferde vom Obersten Borgßdorf, sous main, vom Chur-
fürsten von Brandenburg verehret bekommen, mais moy, on m'oublie,
depuis deux ans, de pacience, nonobstant la promesse a l'encontre.
Jn publicis, et Oeconomicis zu schaffen, vndt zu travagliren, gehabt.
Die allte Bella, des Secretarij Paulj Ludwigs, Eheweib, ist
diesen Morgen, bey Meiner freundlichen herzlieb(st)en gemahlin gewesen, vndt alß ich
zu ihr gekommen, ohngefehr, hat mich auch, die Bella angesprochen,
alß die Elltiste dienerinn vnsers hauses, (welche mich vngeboren
gekandt,) vndt in einem Jahr, mit Meiner FrauwMutter
Sehliger, iung worden.
Nach verrichteten laßtbahren negotiis, habe ich mit Meiner freundlichen herzlieb(st)en
gemahlin Liebden einen Spatzierweg, jn den garten, vorgenommen, vndt
laße denselbigen, durch den neẅen hollsteinischen gärtner3, wieder anrichten.
Die avisen von Leiptzigk, brachten mitt: das der König in
Engellandt, sich den Schotten ergeben, Newargk quittiren laßen,
vndt das wol ein krieg darüber, zwischen den Engelländern vndt
Schottländern, endtstehen dörffte, wo nicht friede wirdt.
Die große Frantzösische Schifarmada hat Orbetello, Porto
Hercole, Telamone vndt andere örther, occupiret, vndt
der Großhertzog, soll sich neütral erklähret haben.
Der Kayser ist noch zu Lintz, gedengkt auf hohe
consilia vndt assistentzen, im fall der friede wolte zu
waßer werden. Der frommen Kayserinn leichnam,
wirdt nach Wien geführet werden, nach dem man
ihn zu Lintz, solenniter beygesetzet, vndt die betrüb-
nüß Jhrer Mayestät ist sehr groß. Gott wolle Sie,
vndt alle Trawrigen trösten!
Zu Münster vndt Osnabrück hoffen Sie baldt, baldt desperiren Sie an
dem frieden, vndt wollen die Pfältzischen sachen außsetzen.
Der Türgke continuirt seine feindtsehligkeitten,
wieder die venezianer, hingegen rüsten sich diese
auch tapfer darwider, vndt hoffen, mit zuthun des
pabsts, den Polen, vndt Moßkowiter, mitt in har-
nisch, zu bringen. Der König in Polen soll
Monatlich 500 mille ducaten, alß der Liga wieder den
Türgken, ihr General gewiß haben, aber
etzliche vermeynen, weil er albereitt 30000 Mann
beysammen, vndt graf Woldemarn, mit etzlichen
völckern, nach hollstein zu, geschickt, welches
nicht der weg, nach der Türgkey zu, ist, es
dörfte ein verdegktes eßen, oder ein Reütter-
dienst4, darundter, verborgen liegen, vndt
vielleicht auch, also: en passant, Pommern gelten.
Die Coßagken, sollen auch im Schwartzen Meer,
nicht feyren, dem GroßTürgken händel zu machen.
Deß Ragozzi abgesandter, ist mit disgusto,
vom DorstenSohn, von Leiptzig, abgeschieden.
Eine große Mußkowitrische legation ist
durch Liflandt, von Riga zu waßer, nach
Stogkholm, ankommen.
<Generalleutnant> Königsmargk nach eroberung etzlicher West-
phälischer plätze gehet zur haüptarmèe, in
Heßen, wie auch vermuhtlich, der Ertzhertzog.
Es hat daß ansehen, die verbitterung, wolle sehr groß
werden zwischen heßen Caßel, vndt Darmstadt.
Jn Catalonien, sollen die Spannier, wieder prævaliren.
Jn Flandern, hat Gassion, ein Regiment Jrrländer
v̈berfallen, vndt gantz geschlagen. Man rüstet sich
daselbst stargk auf Frantzösischer seytten. Von holländischer
seitte aber, hoffen die Spannischen, noch, ein armistitium,
wiewol sich dennoch auch diese, zu felde rüsten.
Der König in Dennemargk, hat in die 50000 ReichsthalerRthlr:
zum pahtenpfenning voran nacher Flenßburgk, seinem
Sohn, dem Ertzbischof von Brehmen, zugeschickt, wirdt
baldt mit mehreren folgen, vndt es sollen, in die
30 fürstliche personen, auf daß kindTaüffen, kommen.
On y boira, (a ce que ie crains) extraordinairement.
Korneẅburgk hoffen die Kayserlichen baldt einzukriegen.
Die FrauwMuhme von Krannichsfeldt schreibet,
des Gonzaga völcker, hetten erschregklich dort-
herumb gehauset, sonderlich in der grafschafft Henneberg,
Sie hetten den luttrischen predigern, die zungen auß dem
halse, geschnitten, Nasen, vndt ohren, ab, die arme bawren
an die baẅme, die hände, auf den rügken, gebunden,
vndt die zungen, an die baẅme, genagelt, vndt so stehen
laßen. Sie beklaget das wenige glück, so darauf
erfolgen werde. Gott erbarme sich vnser aller, bevorab
der v̈belgeplagten armen leütte, vndt gebe einem ieglichen
Seine Mißethat, zu erkennen, zu bereẅen, vndt buße darvor zu thun.
Jch habe einen diebischen Drescher, Daniel hintze,
(welcher mir viel iahr gedroschen) ertapt, daß er gestolen,
vndt hindten zu Scheüne hinauß, viel korn gewor-
fen (welches durch seinen hundt wunderlich an Tag
kommen) Gott gebe beßere treẅ, vndt daß
man durch Strafe der v̈belthäter, erleichterung
haben möge!
hinauß spatziren geritten, auf meine breitten.
Melchior Loyß, der Alte diener, hat
mich besucht, vndt sein anliegen anbrachtt.
perge
Der Rittmeister Vhester, ist forth, mit contento,
vndt satisfaction, von diesem Orth, Bernburgk.
Avis: daß zu Brehmen, ohne mein ansuchen,
in den Stadtkirchen, vor meine verraysete
Söhne, gebehtet wirdt. Gott erhöre die guten
leütte, vndt verdangke ihnen ihre gute affection!
Je me suis accordè, avec Jacques Louys Schwartzen-
berger, affin de le retenir, tant que je puis, en mon service.
Jl est bon, et conseillable de ne se dèsfaire pas, de bons,
& fidelles serviteurs. Dieu m'en vueille fournier, ün
bon nombre continüellement!
J'ay recommendè halcke, a la cour, de Madame
la landgrävinne, a son desir; & recerche[!].
Mit Madame, in garten, zu abends spatziret.
Schreiben vndt antworth von Fürst Augusto, in publicis, bekommen.
Jn die wochenpredigt conjunctim, da dann der hofprediger
Theopoldus, den 23. Ψalm5, gar schön außgeleget. perge
Extra zu Mittage, Doctor Brandt den Medicum, bey mir gehabt,
vndt von dieser armen Stadt Bernburgk, Noht, vndt anlie-
gen, geredet vndt conferiret. Gott wolle remedia zeigen!
halcke, ist Nach<Vor>mittages auch zur predigt, vndt
zur malzeitt, aufwartend sich einstellende gewesen.
Der Junge Börstel, Geörg Friderich hat sich
nachmittags, præsentiret. perge wegen künftiger mitt
aufwarttung zur rayse nacher Krannichßfeldt, gebe gott[.]
Avis vom Cantzler Milagio, das numehr, nach
langwierigen Tractaten, auch Briesach, den Frantzösischen
gesandten, bewilliget seye, Oßnabrügk, vndt Minden,
soll dem Ertzbischof von Brehmen, zu theil werden ad dies
vitæ, Staden vndt Spannien, tractirten friede, oder
Stillstandt gewiß mitteinander. Jn Engellandt hette
man auch hofnung zum frieden, nach deme der
König zun Schotten, getretten. StadtBergen,
haben die Schweden, vndt heßen, occupiret,
die vnterste Stadt, durch Sturm, da alle bürger
niedergehawen worden, die Oberstadt aber,
durch den abschnitt deß waßers mit accord
vndt seindt in die 600 Mann, vndtergestellet
worden. Die Kayserlichen vndt Bayerischen, moviren
|| [[Handschrift: 340v]]
sich auch. Die größeste verhinderung am frieden, sol
Spannien sein, weil sie mit Franckreich, sich
nicht vergleichen können. Die Schweden dörften
halb Pommern, noch annehmen, weil Franckreich vndt
Staden, gar beweglich vor Chur Brandenburg jnter-
cediret. hingegen, wollen die Schweden, noch 6
Aempter auß dem Münsterischen haben. Bran-
denburg dörfte die Stifter Magdeburgk
oder Halberstadt erwischen. Die Catolischen
wollen endlich noch auf 100 Jahr, die geistlichen
gühter, den Evangelicis, in handen laßen.
Der Kayser, reformirt6 aufß neẅe, in Oester-
reich, wil lieber, ein armer, alß verdambter
Kayser sein, (wie man referiret) vndt will
nicht zulaßen, sondern hats bey strafe inhibirt,
daß die vncatohlischen, nicht mehr, in Vngarn,
zu ihrem exercitio, abraysen sollen.
Jn der Ascanischen Sache hat Milagius die Chur Mein-
tzischen angesprochen, nostro nomine: Sie haben sich wol offe-
riret, aber vor eine alte abgestorbene Sache es gehalten.
Die Schweden, haben sich auch gar schlecht, darinnen
erklähret, doch wil er weitter sollicitiren.
Die Chur Brandeburgischen haben sich wol erklähret, auch wann
|| [[Handschrift: 341r]]
gleich das Stift Halberstadt, dem Churfürsten zukommen sollte,
zu aller assistentz, in vnsern desiderijs mehr alß einigem
anderem, die Kayserlichen können das meiste, vndt beste thun,
wann Sie die grafschaft nur exjmiren, Es wirdt alles
auf des Graven von Trauttmanßdorf ankunft nacher
Osenbrügk, verschoben. Er will die ChurSäxischen vndt
Chur Brandenburgischen nochmalß vnsertwegen ansprechen, vndt
er Milagius ist der Meynung, man möchte sich mit Ascherß-
leben, vndt ein par guten Aemptern, alß Gaterschleben,
vndt Schnettlingen, genügen laßen, ce quj ne sièd
pas bien a ün serviteur, de priver son maistre de
l'esperance de sa plüs grande portion. Ün maistre
peut donner en voye, ce qu'il veüt, ou peut, mais
le valet ou ministre n'a pas tant de pouvoir!
A spasso hinauß in meine Felder, allerley zu besichtigen,
da dann die wintergerste, vndt Rübesaht durch Gottes segen,
baldt will rejff werden.
Nacher Zerbst, an Fürst Johannsen, vndt Iehna ablegiret.
Jn Oeconomicis, vndt Justitziensachen, allerley angeordnet,
vndt zu Meiner gemahlin Liebden rayse praeparatoria gemacht. perge
Vmb Mittage, ist mein vetter, Fürst Johann Casimir
alhier vorüber paßirt, v̈ber die fehre. hat 12 Reitt-
pferde, bey sich gehabt, eine kutzsche, mit 4 pferden, eine
Calesche mit 2 pferden, vndt 20 wagen, so korn führen sollen.
Diesen abendt, habe ich Bürgermeister Weylanden, vmb kahler
zweene ReichsthalerRthlr: willen, (so er nicht geben wollen, zu
deß Rittmeister Vhesters abefindung, vndt dahero der
gantzen Stadt vngelegenheit verahnlaßet) ein par
faß außm keller, durch Bürgermeister Seesen, vndt Rahtsherrn
Geörge heßlern, mit zwang, müßen nehmen laßen.
Jst zu erbarmen, das sich die leütte selber also
im lichte, stehen! perge
Meine freundliche herzlieb(st)e gemahlin, ist mit meinen beyden
Elltisten Töchtern, nacher Krannichfeldt verrayset,
Gott gebe zu glück, vndt gedeyen!
Mit dem CammerRaht, Doctor Mechovio, deliberiret, vndt
allerley commissiones, vorgehen laßen.
Paulus Secretarius ist auch bey Mir gewesen, allerley
zu referiren, in publicis, vndt sonsten.
J'ay travaillè a faire trois depesches jmportantes,
vers Caßel, Westphalie, & aux pay-bas. Dieu
nous y vueille ottroyer, les effects, de sa Sainte benediction.
Avis: daß 1000 pferde bey Brandenburgk, die generalin
DorstenSohnin, (welche mit vielen wagen, vndt großen
Schätzen, in Pommern gewoltt, vndt 400 Mußketirer,
zur convoy, bey sich gehabtt) attacquiret, mit ihrer
|| [[Handschrift: 342r]]
convoy gefochten, also daß ein officirer mit 8 Mußcke-
tirern, todt blieben, endlich aber, dem fußvolck im felde
zu starck worden, daß sich daßelbe in ein nahe ge-
legenes höltzlein, zu ihrem glück, retiriren müßen,
vndt also die Reütter, (welche sich vor Kayserliche außgeben)
alle wagen, vndt beütte, hinweg bekommen haben sollen.
Jndeßen aber, weil die Mußcketiere mit ihnen schar-
mützelt, hat die Fraw generalin luft bekommen,
auf ein pferdt zu sitzen, vndt in die Stadt Brandenburg
zu endtrinnen. Viel meynen, es seyen nicht Kayserliche
sondern <Chur>Brandenburgische reütter, so darzu commendirt gewesen
sein möchten. Die zeit wirdt alles klahr machen. perge
Meine Oeconomj berichten, das sehr viel maüse
im getreydig sich sehen, vndt schaden thun sollen.
Gott wolle auch diese plage, in gnaden, von vnß wenden!
heütte seindt meine lackayen forth mitteinander[.]
Gott wolle sie sicher, vndt vngehindert, mit guter
verrichtung, hin: vndt her, geleitten. Zu Wolfenbüttel
wilß Gott, sollen sie sich scheiden. Oberlender gehet
nacher Westphalen, vndt in die Gülische lande,
große Kersten, nacher Caßel, Märtin, nebenst einem
kochgesellen7, nacher Brehmen vndt Oldenburg, von dannen
der koch nacher Leyden, zu meinen kindern, gehen soll. Gott
geleitte Sie alle glücklich, wie auch meine bohten, nach Dresen[!], vnd Berlin[.]
Jch bin hinauß geritten, meine felder alhier, vndt vmb
Zeptzigk herumb, zu besichtigen. Vmb Zeptzigk finden
sich mehr Maüse im korn, alß hier herumb.
Christoph Wilhelm Schlegel, (welcher in seiner Jugendt
vnser page gewesen) ist auß der Schlesie, vndt von
Dresen[!], wiederkommen, da ihme, meine recommendation
schreiben wol geholfen, dann ihn der Churfürst von
Saxen, auf meine intercession vornehmlich,
mitt in eine belehnung genommen, darinnen<welche>
50[,] 60 Jahr, verseßen gewesen. So ist er auch
zu Breßlaw, sehr wol tractiret worden,
vndt hat mir briefe gebracht, vom alten hertzog
Georg Rudolph, zur Lignitz, Kayserlichen Oberamptß-
verwallter, Jtem: von hertzogk Geörgen, zum Brigk,
Jtem: vom Nostitz, meinem gewesenen Stallmeister,
(welcher landt commissarius ist, vndt gute sache bey
den seinigen hatt, auch bey den armèen wol bekandt)
Jtem: vom Obersten Kreüselwitz alten bekandten,
sieder anno 1613 auß Jtalien hero. perge Le dit Schle-
gel, a estè honnorè, de presents de chevaux, chiens, argent. perge
Daselbst haben sich viel leütte, offeriret, zu
Meiner vermeinten venezianischen werbung, wieder
den Türgken, weil sie wieder den Kayser, alß
ihren herren, vndt wieder ihre Religion, auch nicht
|| [[Handschrift: 343r]]
dienen mögen. J'ay retenü Schlegel á disner.
Jtzt Nachmittage schickt Bergen der contributionseinnehmer
einen brief herauf, da die Anhaltische contribution einem
Rittmeister Melchior, angewiesen wirdt, vndt also execu-
tion, vndt Contributionsassignation zugleich kömbt. Sie
haben gestern schon zu Cöhten, exequiren wollen, seindt aber
abgefunden worden. heütte kommen sie nun, mit einem
Sturm hieher. Dieser modus exactionis, est vere tyrannicus.
Schlegeln, habe ich, mit gelde c<v>ndt wein, contentiret,
weil ihn, Fürst Iohann Casimir an mich, verwiesen.
Abermahlige schreiben, vom Milagio, vom 27ten: May,
vndt abermahlige special erkundigung, wegen der Ascanischen
Sache, vndt allerley Postulata begehren sollte?
Der friede scheinet, mit Frangkreich, richtig zu sein,
die Schweden wollen auch, (wegen der verlängerten, oder
außgesetzten ChurPfältzischen sache) in keinen neẅen
krieg, sich einflechten. Spannien, vndt Staden, hoffen
eines zu werden. Frangkreich aber, kan mit Spannien,
noch nicht accordiren, wiewol Spanien viel offeriret.
Jn heßen, vndt in Westphalen, ist an itzo, der größeste
kriegesschwal. Die Schweden stellen sich sehr gut heßisch,
vndt wolten Heßen, gerne größer machen. hingegen,
begehren dieses, die Päbstischen nicht. Cölln, ist wieder
Trier, wegen Ehrenbreittstein, dann Trier diese
Festung wieder begehrt. Etzliche Catolische so wol als Evange-
lische, imputiren Franckreich; es sehe mehr auf den Staad, als Religion.
Risposta von Zerbst, wie auch schreiben von Ballenstedt
bekommen, von Meiner gemahlin, vom Amptmann, vom Jakob Ludwig Schwartzenberger[.]
<1 Rehe von Ballenstedt.>
Jn die kirche vormittags et cetera cum sororibus &a
perge
Nachmittags, wieder zur kirchen, cum liberis, & sororibus.
Extra zu abends, den hofprediger, Theopoldum;
bey mir gehabt. Chascün plaint sa necessitè.
perge
Risposta von Berlin, vom Churfürsten, wie auch von
seinem Obersten Borgßdorf, plat refüs. perge Pacience!
Promissis, dives; quilibet esse potest.8 perge
Tel refüse; quj apres müse! <Nota Bene{:] Oberste Werder, <mon antagoniste> ist zween tage,
vor des bohten abfertigung,
zum Berlin, ankommen. perge>
A spasso in die ruinirte Mühle, (welche gar langsam,
wieder aufgebawet wirdt) vndt an andere verdorbene
örther, nach müglichkeit, zu remediiren, vndt die la-
mentationes allenthalben verdrießlich anzuhören.
Ach Gott, hilff doch, auß den vnordnungen!
Der CammerRaht, Doctor Mechovius, ist bey mir gewesen,
hat vndter andern mit mir conferiret, wegen der wüsten
brawen, in der Stadt, das ich solche alß Dominus Territorij
wol an mich nehmen, vndt dem publico darvon, die
onera abtragen möchte, wann nur die reye vndt ordnung
gehalten, vndt sonsten niemanden, præjudicirt würde,
denn es fehlen wol 66 brawer, vndter der<n>: 124 in
|| [[Handschrift: 344r]]
der Stadt, welche sonst der Raht, oder die monopolisten, auß
ihrem Mittel, an sich zu raffen pflegen, verkauffen, vndt
vertuschen dieselben, vndt machen schlechten proffit, dem publico.
Jch habe, ohne daß, wenig dienste, kan mein getreydig nicht
verführen, vndt köndte es also nützlich verbrawen, vndt Meine
kinder darvon, erhalten. Die armen brawer, würden mirs
dangk wißen, wann ich ihnen, ihre gefäße, vndt reyhe, noch er-
hielte, vndt dem publico darmit gratificirte. Sie werden
doch bey den Einquartirungen schlechtlich in acht genommen, Sie
mögen brawen, oder nicht brawen. Thomaß Benckendorff,
Geörg Reichardt, vndt Bürgemeister[!] Weylandt, seindt eben
dieser meynung, wiewol sich die monopolæ heftig darwider
setzen, nur vmb ihrer schinderey vndt eigenNutzes willen,
auch Paul Ludwig welcher vor diesem selber gesagt, wann ich die vn-
pflichte darvon tragen wollte, köndte mirs keiner
wehren, wann ich aber lautter freybrawen, darauß
machen wollten, müsten alle brawer darvon lauffen.
An itzo opponirt er sich, nude, et simpliciter, auß neid,
vndt eigenNutz, seines alten weibes, da sie doch keine
kjnder, mitteinander, haben.
Abermalß bohten, nacher Wolfenbüttel vndt Caßel, geschickt.
Gott wolle sie hin: vndt her, wol geleitten.
Der CammerRaht, Doctor Mechovius, wie auch der Maior
Halcke, seindt zu Mittage, extra gewesen.
Avis: daß darundten in der Stadt, der Præsident Börstel
sehr schwach, vndt kranck am stein ist. Jch habe ihn
etzliche mahl die Tage v̈ber, besuchen lassen. Gott beßere ihn[!]
Nachmittags, bin ich hinauß spatziren geritten, vndt
weil numehr Rindtorffen, sein tertian fieber, (so
er vom Braunschweigischen Sauffen bekommen) verlaßen,
ist er auch mittgeritten gen Pfuhle, mein heẅ,
darnach auch meinen weitzen zu besehen, darnach
wieder zurügkeb am Dröbler wege, die rübe-
saht, so Sie heütte abgebracht, Jtem: aller-
ley getreydig, an den andern breitten, auch
besehen. Vndt alß ich zurückc ritte, traf
ich ohngefehr, herrnvetter Fürst Ludwigen, an, bey
der Fuhne, da er hergefahren kahm, vndt hatte den
Obersten leütnant Knochen, bey sich. herrvetter, conversirte
mancherley, mit mir, vndt erzehlete vndter andern,
wie es nicht DorstenSohns, sondern Axel Lillie
Fraw gewesen wehre, welche geplündert, vndt
gefangen worden, auch sich rantzioniren müßen,
mit 100 oder 200 Ducaten, von 200 Kayserlichen Reüttern,
so Sie vnferrne von Brandenburgk, attacquiret,
vndt vndter andern auch, den Einnehmer Herlin
erschoßen.
Die avisen, von Leiptzigk, referiren:
Daß der Principe Thomaso, mit der Frantzösischen Schiffar-
mada, Porto Telamane, Orbetello, Porto Hercole ein-
genommen, mit Toscana vndt Genua, die neütralitet
geschloßen, vndt dem Pabst zu Rom, bange mache.
|| [[Handschrift: 345r]]
hingegen rüstete Pabst vndt Spannien, auch wagker.
Es schien, der Frantzose wollte gerne daß herzogthumb
Meylandt wegnehmen, <wann er köndte?>
Jn Spannien, gehet der krieg in Catalonien, tapfer forth.
Lerida ist aufß neẅe belägert.
Jn Flandern gehen die Frantzosen stargk, vndt die
Spannischen hoffen friede oder stillestandt, auf 30 Jahr
lang, mit den holländischen zu machen. Der Printz
von Vranien stellet sich, alß wolte er, zu felde ziehen,
ist aber nur, biß auf Ütrecht, avanciret, wiewol
die kriegespræparatoria, sonst gemacht werden.
Zu Münster vndt Osnabrück ist iedermann embsig in friedenß-
tractaten, gleichwol lawren die parten, auf den
außschlag, den es in kurtzem, nehmen möchte, in heßen,
vndt vmb Hanaw, vndt Francfurt herumb,
da an itzo, sedes bellj ist, <vndt alle armèen fast concurriren.>
Des Königs in Polen, stargke werbungen, sollen
wieder den Erbfeindt, angesehen sein, Theilß völ-
cker, marchiren in Podolien, andere, nach Schlesien
zu, andere nacher hollstein. Man kann sich nicht wol
darein richten. Die venezianer vndt Pabst, geben geldt her.
Jnterim sol es vor Canea schlecht hergehen, vndt der
venedigische General Cornaro, hette den hertzog de la
Valetta, weil er ihme nicht obediren wollen, in ar-
rest nehmen, vndt ihn auf das casteel zu Retimo
setzen lassen. Eine schöne ehre, vor einen Fürstlichen General!
Es stunde auch in gestrigen avisen, daß der
Moskowiter, mit dem Polen, in den bundt
getretten, vndt den Türgken zugleich mitt,
angreiffen, auch die Tartaren anhetzen vndt
aufreitzen wollte.
hingegen, ist eine große Legation auß
der Moßkaw, zu Stogkholm, mit gewaltigen
præsenten, von Persianischen Teppichen, güldenen
stügken, auch vielem Moßkowitrischen peltzwergk,
vndt zobeln, angekommen, die sollen eine alliantz
mit Schweden mitbringen, Sonderlich aber, die
manutenentz, des friedens zwischen dem
itzigen Jungen Großfürsten, vndt der Jungen
Königinn in Schweden.
Der König in Engellandt hat ialousie
angerichtett mit seinem v̈bergang zu den
Schotten, vndt man vermeinet beyde nationes
dörften <darüber> einander in die haare gerahten.
General Feldtmarschalck leütenampt
Mißlich, bey den Kayserlichen ist wieder relaxirt,
seines arrests, vndt frey gesprochen vom
kriegsrecht, das er den Bassompierre im Duel
|| [[Handschrift: 346r]]
erstochen. C'est üne chose pitoyable entre les
Chrestiens, de voir massacrer ün amy l'autre
& qu'on n'estime plüs tel pechè! perge
halcken habe ich heütte nacher Wolfenbüttel
laßen reysen. Gott gebe gedeyen, vndt besten-
digen guten vorsatz, zu rechtmeßigen intentionen. perge
Es haben sich Comedianten angemeldet, so auß
Preüßen kommen. Jch habe ihnen aber sagen laßen,
man wehre an itzo, in der Trawer, vndt hette ih-
rer nicht von nöhten, darzu wehren solche comœdien
oder viel mehr Tragœdien, alhier gespielet worden,
das die rudera vndt steinhauffen, dieseß orths,
solches genungsam außwiesen. Man müste an itzo
nicht comœdien agiren, sondern im Sagk, vndt in
der asche liegen, vndt buße thun. perge
Avis: daß vorgestern in die 400 pferde, (so Sich vor
Königßmargkische außgegeben) bey Oscherßleben,
ein 18 wagen von hamburgk, welche hieher,
vndt nacher Leiptzig, gewoltt, angegriffen, vndt
geplündert, mit vieler Spezerey, vndt andern
sachen, also: daß daß öel auf der erde herümber
geschwommen, vndt viel schade geschehen, weil sie
die pferde hinweg genommen, vndt die wahren aufgehawen.
|| [[Handschrift: 346v]]
Bald hernacher kahm avis, das es nur 60 pferde
gewesen, zwar vndter dem Königßmargk, von
hollsteinischen, vndt Pensischen Reüttern, die fuhr:
vndt kaufleütte, mögen sie wol, auß furcht, vor
400 pferde, angesehen haben, vndt weil sie sie außge-
kundtschaft, verhoffen sie das ihrige, wiederzuerlangen.
Nota Bene[:] weil ich außer landeß gewesen, ist
vndter dem Falckenstain, ein luchß geschoßen worden,
welches eine raretet, in diesen landen ist.
Am hartz ist großer schade den wintter v̈ber,
an Rehen, (so die Wölfe gefreßen) geschehen, vndt
es vermeinen die holtzförster, es werden sich kaum
in 20 iahren so viel Rehe, auf dem hartz,
wieder finden, alß vorm iahre noch gewesen.
hingegen ist das heẅ, in eilf iahren so schön
nicht gestanden, alß ichs gestern noch gesehen. perge
wegen vieler feüchtigkeit, schnee, vndt regens,
im Erdtreich. perge
Die Lindawische lehenssache, ist von Zerbst
auß, an die v̈brige herrschaft, gesendet, vndt
von Sanderßleben, anhero kommen. Jch habe es
vollnzogen, alß mittbelehnter, vndt die vollmacht
wirdt auf Dietrich Krahen gerichtet. Derselbe
darff nicht schwehren, sondern empfänget nur
|| [[Handschrift: 347r]]
die lehen, durch einen handtschlag, Es ist auch endthalten
im lehenbrief, das es kein Fürst in der person, Sondern
durch einen Adelichen im lande geseßenen lehenmann,
von Chur Brandenburgs Liebden soll empfangen. Der
Churfürst, hat vnß, den<vom> 11ten: May, schon citiret,
zur lehensempfahung, nacher Cölln an der Spreẅ,
auf den 20ten: Junij, zu erscheinen, vndt heütte
empfange ich erst, solche acta, mit vollmacht
vndt mit allem, da dann die sachen, sehr præci-
pitiret werden.
Der Præsident henrich von Börstel, ist so
krangk am Stein, daß er in 4 Tagen vndt Nachten
seine urin (salva venia) nicht laßen können, vndt wann
gleich etzliche tropfen erfolgt, ist es doch ohne blut
nicht geschehen, vndt sehr schmertzlich gewesen.
Er hoft aber der beßerung. Gott lindere seine
schmertzen, vndt bewahre vnß vor dergleichen!
Jch habe außschreiben an Meine Aempter,
wie auch Adel vndt vnadel ergehen laßen,
zum Mühlfuhren. perge <Gott gebe schuldige erkendtligkeitt!>
Mittwoch☿ den 17den: Junij: 1646.
Gestern, hat der iunge hübner, mit Rittmeister
Bertram, vor deßen hause zu Grehna, händel ge-
habt, vndt ist von ihme, durch vndt durch geschoßen worden.
Quj amat periculum; peribit in eo.9
Jn die wochenpredigt, deß Theopoldj, cum sororibus
et liberis, da der 23. Ψalm10, ferner erklährt worden.
Es ist wegen einer neẅen fehre, mit einem von
Creützbergk, gehandelt ferrner, vndt
Davidt von Bergen, weil Creutzbergd außfal-
len, vndt die fehre vertheẅren will, inß
landt zu Meißen, zu ihm geschickt worden.
Mit dem Caplan Jonio, conferiret, von allerley
Ecclesiasticis, auch von remediis, zu etwaß wieder
aufhelffung, der zerfallenen kirchen, vndt
pfarrgebeẅde.
habe ihn auch extra zur Mahlzejtt, zue
Mittage, behalten.
Avis: daß zu Zerbst, der neẅe luttrische hofprediger,
ein gewaltiger clamant wirdt, vndt in Neẅ-
ligkeit offentlich, auf der Cantzel, geprediget
haben solle: die Calvinisten, wehren die ergsten
ketzer, man sollte mit ihnen keine gemein-
schaft halten, sondern so viel müglich, sich ihrer
enteüßern, vndt nicht mit ihnen eßen, noch
tringken, auch nicht auf die Evangelischen
kirchhöfe, sie begraben, vndt dergleichen,
da er doch anfangs, in lambskleidern aufge- || [[Handschrift: 348r]]
zogen, vndt geprediget, an itzo aber successive ein
reißender wolff worden ist. Da heißt es: Auß
ihren früchten, sollet ihr sie erkennen.11 Dann Sie
erweysen, solche vngegründete diffamanten,
welches Geistes, kinder sie seindt?
Avis von Strelitz, daß Schwester Sibille Elisabeth,
noch gar schwach, vndt krangk ist. Gott wolle alles
beßern! Jtem: daß die hertzogin Meine Schwester
Eleonore Marie, (weil ihr hofprediger krangk gewesen)
in die luttrische kirche, zu Strelitz fahren wollen, So
wehren die kutzschpferde von der zugbrücke zu
Strelitz, in den graben gefallen, die Schwester, hette
mit Mühe, auß dem Schlage kommen können, vndt es
hette wenig gefehlet, daß nicht alles, mit der kutzsche,
hinundter gefallen, vndt ersoffen wehre. Gott lob!
der noch alles größere vnglügk abgewendet.
Es hette an itzvergangenen Sontage, alhier zu
Bernburgk, fast dergleichen begegnen können, Sin-
temahl durch liederliche bestellung, vndt aufsicht,
des Rindtorfs, ein neẅer kutzscher, sich auf ein
Schmahles eisen, am kasten, (mit zwey vnbändigen
pferden vor der kutzsche) gesetzt, vndt weder kasten,
noch Sitz, war vorhanden, also: das er, weder sich selbst, noch
die pferde, recht regieren kondte, vndt vnß bey nahe
|| [[Handschrift: 348v]]
in den graben, geworffen hette, da es dann halß oder
arm vndt beine hette kosten dörfen, wo Gott nicht
sonderlich behütet, vndt das vnglück abgewendet
hette, zumahl da sich vnsere vorgänger, nicht
vmbsehen wollten, außer daß vnß halcke,
wie auch der page Biedersehe, vndt Sattel-
knecht Märtin hahn, noch zu hülffe kahmen,
vndt die pferde nach dem rande des grabens
zu, erhielten. Meine beyde Schwestern,
Sofia Margaretha, wie<vndt> Dorothea Bathildis,
wie auch mein kleiner Carolus Ursinus,
saßen in der zugemachten fensterkutzsche,
bey mir. Gott seye lob, vndt dangk gesaget,
vor seine väterliche gühte, vndt gnadenreiche
beschirmung. Er wolle vnß ferner gnädiglich
bewahren, vnser Trost, Schutz, vndt Nohthelfer sein!
J'ay escrit á Amsterdam, & á Paris. perge
Risposta von den Trothen, welche sich w gar wol
erbotten, mit 6 gespann pferden, nacher Ballenstedt
zu fahren, bawholtz abzuführen, zur Mühle,
wann ichs <oder das Ampt> begehren würde. Gott gesegene sie
davor. Sie offeriren sich auch noch, zu mehreren diensten.
Die Krosigk zu Erxleben aber, haben sich mit
abwesenheitt, durch <ein> recepisse endtschuldiget.
Je suis allè pourmener á cheval, en mes vignobles,
& estant auprès d'üne presse ruinèe (in der kelter,
am Zigelberge,) tout seul, parceque mes gens fürent
tous constraints, de tenir par la bride, les chevaux malicj-
eux, ie m'embarrassay, dans les espines, & autre her-
bage forte, quj y estoit creüe, en sorte que je per-
dis mon èspee de la gaine, sans y penser. Revenant
donc a mon bidet, pour remonter a cheval, ie m'ap-
perceüs d'estre sans èspèe, ie laisse alors le cheval
là, & les aultres chevaux avec mes gens, & vay cercher[!]
mon èspèe nüe, perduë, au lieu, que ie devois sca-
voir seul. y retournant adonc & cerchant[!] avec
diligence ma perte, & regardant par tout, ie
ne prends pas garde, parmy ces chardons, herbages
espaisses, & espines, que mon èspèe nuë gist en
ün coin iüstement la pointe abbaissèe contre
mon ventre, que ie pousse moy mesme, en mar-
chant, (parmy cest embaras) si fort contre mon
ventre, qu'il füst heurtè de l'espèe comme d'ün
baston, & sans la robbe de chasse que ie portois
en ce temps de pluye, (laquelle nous mouilla
tous bravement) & sans les longues tassettes
de mon pourpoint, ie croy que la pointe de l'espèe
m'auroit traversèe, jüsqu'aux boyaux. Au moins
|| [[Handschrift: 349v]]
la pointe s'est fort courbèe, de ce aheurtement; &
estant fort aiguë, l'on n'a sceu aulcün
pertuis, Mais il eust estè fort aysè, de me tüer
ainsy moy mesme, sans y penser. Dieu
nous monstre quelquesfois, comme nous sommes
quasj toujours, près de la mort, & qu'il
faut tousiours estre prest a la derniere
heüre, nos soings, & nos diligences, ne pou-
vans resister a la fatale destinèe, voire
nous precipitans souvent nous mesmes
a la mort, sans y penser, sj Dieu, ne nous
soustenoit, par sa main puissante, & misericordieüse.
A luy en soit; honneur, & gloire, perpetüellement; Amen.
Die Aeptißin zu Quedlinburgk, hat an mich
geschrieben, vndt Mir einen Tag angesetz[!], den
13. Iulij, zur empfahung der lehen, v̈ber der
Burgk zu hoym.
perge
Schreiben, vndt gratulationes, wie auch communicationes
von Zerbst empfangen, in publicis, & privatis.
Die Krosigkin von Erxleben, hat sich excusiret
mit der absentz ihrer Söhne, vndt daß Sie wegen
großer vorgangener ruin, v̈bel bespannet wehren,
|| [[Handschrift: 350r]]
gleichwol wollte sie sehen, daß ich mit 3 gespann,
auf mein begehren, versehen werden sollte. Gott helfe ferner gnädig[.]
Conradus Reinhardus Notarius publicus sonst bürger alhier, zu
Bernburgk, an itzo aber, der pagen Præceptor zu Berlin,
in diensten der Churfürstlichen wittibe, ist von dannen
anhero kommen. Jch habe <von> ihm allerley bericht eingenommen,
nach verstatteter gnädiger audientz, wie es in der Margk,
vndt bey den hofhaltungen, stehet? Plaintes par tout
perge
Raht gehalten mit Doctor Mechovio, den ich zum
eßen behalten, <wie denn auch halcke darzu gekommen.>
Jtem: Paulum Ludwigen Secretarium gehöret, wegen
der Quedlinburgischen lehenssachen, neben deß Præsidenten bedengken,
vndt ich habe selber daß convolut der lehensacten,
durchlesen, vndt allen præiudiciis vorgebawet. perge
Der Major Halcke, ist von Schöningen, vndt Wolfenbüttel,
wiederkommen, mit grüßen, vndt recommendationen.
Jch bin in die Mühle, vndt zu meinen gebeẅden spatzi-
ren gegangen, die beförderung derselben pro posse, zu ma-
turiren.
Halcke avisirt vndter andern, daß der cornet12 zu Wolfenbüttel
welcher nähermalß sterben sollen, (dieweil er einen, in der
Nohtwehre, endtleibet) auf meine alleinige vorbitte,
endtlich relaxiret worden, Jedoch damit er nicht gar,
vngestraft durchgienge, wehre ihm poenæ loco auffer-
leget worden, in den krieg, wieder den Türgken,
mitt zu ziehen, vndt deßen beglaubten Schein, einzuschicken.
perge
Die Werder haben mir Sieben bawfuhren, die
bürger in der Stadt alhier 23 bewilliget.
Anitzo mangelts an vnsern eigenen leüttlin, vndt an
beschlagung der baẅme!
Nacher Plötzkaw, geschrieben, wegen einer Conferentz.
Die bürger vorm berge werden 8 wagen außrüsten,
Weylandt einen, Panse13, vndt hofmeister Einsidel
einen, Erlach einen. perge zun bawfuhren. perge Jtem:
Der CammerRaht, Doctor Mechovius, hat sich auch zu einer
Fuhre, erbotten.
A spasso vormittags, in meine felder, nach meiner
wintergerste, vndt nach dem heẅ zu, solches
in den alten Teichen, in augenschein zu nehmen.
perge
Risposta noch vormittags von Plötzkau vndt ersuchung, vmb
2 vhr, dahin zu kommen, nacher Grähna.
Die conferentz hat Fürst Augustus so wol begehret, alß
ich, vndt weil vnsere Vota zusammen concurrirt, ists
desto beßer abgegangen, in einem garten, vndter dem
hause Grähna, an der Sahle. Die Fraw-
Muhme, kahm auch dahin, mit 3 Söhnen, vndt
3 Töchtern, vndt in dem Sie mit meinen Schwestern,
vndt kindern, redete, die iungen herren aber,
|| [[Handschrift: 351r]]
mit vnseren, vndt ihren Jungkern14, gieng der alte herrvetter,
mit Mir, in den bawmgartten alleine. Da gab es, viel:
vndt Mancherley gespräche, auch communicationes in publicis,
& Privatis.
Meiner rayse wurde zwar glimpflich gedacht, iedoch
gab es erinnerungen, von beyden Theilen. herrvetter hatte sich gar
impertinenter eingebildet, meine cession, von herrnvater
Sehligem, wehre nur ein mißgebraucht blancquet, (welche
falsification, Mir doch niemalß, in Mein redlich hertz,
gestiegen) es gehörte auch die Summa der landtschafft
zu, vndt nicht der herrschaft, vndt mein herrvater Sehliger hette
nicht Macht gehabt, darvon zu disponiren, alß ob man
nicht wüßte, daß die anderen herrenvettern, Fürst hanß
Geörge, Fürst Rudolph, Fürst Ludwig, darein consentiret,
Meinem herrnvater Sehligen die originalia tradiret, vndt
Jhre Gnaden mir hernacher alles väterlich cediret hetten?
welches alles Fürst Augustus nicht leügnen können, nur allein
regerirte er, er hette nicht darein consentiret, sonderlich
waß die 10000 ReichsthalerRthlr: (welches doch gülden sein) anlangen
thete. Von den 5000 ReichsthalerRthlr: wüste er gantz nichts,
hette auch niemalß darvon gehöret. Cependant,
parmy ces rèsveries, Messieurs les Estats, m'ont
fort bien sceü payer, ce qu'ils n'eussent fait, si
i'eusse eu nül droict, a pretendre iüstement,
ce que mes propres parens, m'ont voulü aneantir!
Er verschnapte sich aber doch einmal, in dem er sagte,
Mein herrvater Sehliger hette einmal mit ihm, wegen
|| [[Handschrift: 351v]]
der 10000 ReichsthalerRthlr: (oder gülden) geredet, vndter andern diese
verba formalia: Wie wirdt es? bruder Augustus, wenn
ich die Stadische schulden, mit vnkosten sollicitiret habe,
vndt mein bruder, hat dareyn nicht consentiret,
wie doch meine andere brüder gethan, vndt mirs
abgetretten haben, alß Euer Liebden in Schlesien gewesen?
Darauf hette er Fürst Augustus geantwortett: Ô
Mein lieber Bruder, wir wollen vnß derentwegen,
leichtlich vergleichen. Er sagte auch noch, wann
ich ihm ein par tausendt gülden, darvon geben
wollte, thete ich ihm einen großen dienst,
weil er an itzo, sehr dörftig wehre, vndt oft
nicht eines Thalers, in seinem hause mächtig!
er wolte sich im v̈brigen wol mit mir vergleichen.
Comme s'il falloit dispüter de nouveau, üne
chose desja faite, & donner pour loyer de mes
travaulx, & persecütions non necessajres,
de l'argent a celuy, qui m'a aydè a affliger
contre toute rayson & equitè, si mal a propos?
Voyla a quoy nous reduit l'envie & avarice?
Jch antwortete gleichwol gelinde, vndt mit
lächelndem Munde: Wann ich die 6000 ReichsthalerRthlr:
im beüttel behalten hette, so man mir vnnöhtiger
weyse, neẅlichst zu verzehren, vrsach gegeben,
|| [[Handschrift: 352r]]
auch die vorigen vnkosten, (so in 40 iahren, Mein herrvater
Sehliger vndt ich, auf die Sache spendiren müßen, welche spesen
wol noch einmal daß capital vndt die zinßen, v̈berstiegen,
deß verdrußes, verseümnüß, vndt anderer schäden, zu
geschweigen) wieder hette, köndte ich wol etwaß weg-
schengken, vndt ich wolte gerne 2000 gülden darumb geben.
Jch sahe, daß die Jnvidia vndt Avaritia <dem guten alten> herrn, die sinne
verblendet hatten, das er nicht wißen wolte, wie die Sache
an sich selbst beschaffen? vndt sich ofte contradicirte. Er
meinte auch, die landtschaft dieseß Fürstenthumbs, hette
es Chur Pfaltz vndt nicht vnß contribuiret, den herren
Staden, diese, vndt noch viel mehrere Summen, zu leyhen,
(von denen aber, mir nichts bewußt, noch einigem andern)
vndt ich würde wol sehen, ob mirs nicht Fürst Johannes,
wagker disputiren, vndt alles wieder fordern würde?
Mais ie n'en voy nülle apparence. Jch fande den
guten alten, gantz confüs, in der Sache, vndt wie ich
sahe, daß er so sehr, auf der landtschaft interesse drunge,
(welche ihm heimlich diese Summen promittiret,
id est: ludere de alieno corio) sagte ich, ob Jhre Gnaden dann
gedächten, daß die landtschaft ein eigender Standt vor
sich selbsten wehre, vndt ob sie nicht vnsere Vasal-
len vndt vndterthanen, schuldig vnß vndter die ar-
me zu greiffen, vndt vnß in nöhten beyzuspringen,
es seye mit abnehmung der Schulden, oder dergleichen,
vndt ob wir ihnen vnsere iura regalia, vndt Freyheitten
|| [[Handschrift: 352v]]
verkauft hetten: da Sagte herr vetter, ia: in etwaß,
secundum pacta, alß Sie den Schuldenlaßt, v̈ber sich ge-
nommen, hetten, anno: 1611. Jch regerirte, ich köndte
ein solches nicht befinden, sondern viel mehr, daß in vie-
len Sachen, vnsere hoheitt bestetiget, vndt nicht also
restringiret wehre, wie es etzliche, an itzo, restrin-
giren wollten? Jch fragte weitter, ob herrvetter
vermeinte, das die Freẅlein Steẅer, wann
sie zurügke fiehle, der landtschaft gebührte? Da
sagte herrvetter, impertinantissime, & con-
tra propria commoda: Ja; welches aber kein
anderer Fürst sagen wirdt, die erfahrung
auch selber, ein anders bezeügen soll, wann
herrvetter seine FrawSchwester zu Krannichs-
feldt v̈berleben möchte. Er klagte gar sehr,
daß die Freẅlein Steẅern, den Schuldenlast
sehr haüfften, da ich doch nur eine eintzige
Schwester außstatten, vndt darzu das geldt
nicht erlegen sehen, sondern die Schwester selber
hat endlich daß capital, nach langer ver-
drießlicher sollicjtation, ad pias causas legiret.
Jn der deßaẅischen vndt Zerbster linea seindt
mehr Freẅlein außgestattet worden.
Von dieser verdrießlichen materia ist nicht fluchß im an-
fang, inciviliter geredet worden, sondern auf die letzte, da
mich der herrvetter bahte, alleß im besten aufzunehmen, vndt
ihme zu helfen am Kayserlichen hofe, da er in die 18000 ThalerThlr: zu
fordern, welche ihm Gallaaß bekandt vndt angewiesen.
Er hette aber nur 3000 ReichsthalerRthlr: darauf entpfangen. C'est
üne bonne portion, outre le blèd de Wittemberg, & de Qued-
linbourg? Er fragte mich fein erst auß, wie viel ich vom
Kayser bekommen hette, vor meine schäden, so Mir der
Kayser zu restituiren schuldig, vermöge des Reichstages-
Schluß, de anno 1640 oder die ReichsStände. Jch sagte
500 ThalerThlr: vndt die wehren, wegen des disputirten Römer-
zuges, also von mir <an einem orth> empfangen worden, daß es mehr ei-
ner discretion, alß einer assignation (welche gar
nicht acceptirt, noch agnosciret werden wollen) ähn-
lich gewesen. Mehr hette ich nicht empfangen.
Jch erinnerte ob der herrvetter, (welcher sich so gar arm
machte) nicht zu von Weymar, vndt auß der Schlesie,
ein ansehliches bekommen? herrvetter sagte, 13 wispel von <herzog>
<ernst von> Weymar, vndt auß der Lignitz, eine anweysung, an eine
allte Apoteke, mais i'en ay d'autres nouvelles. perge
Daß holtz, so auß Düringen, herab geflößt würde,
müste er bezahlung<en>, ein schock baẅme, vor 60 ReichsthalerRthlr:
ließe es mehrentheils, seinen vndterthan zum besten
kommen, vor welche er auch sein Forwergk anfienge zu
bawen, damit Sie sicherer darinnen sein vndt sich aufhalten,
|| [[Handschrift: 353v]]
köndten. Er klagte sehr, v̈ber den vnbillichen gewaltt, welcher
ihme von Fürst Johansens Liebden in seinem hohen allter, angethan
würde, in dem ihn derselbe diffamirte, seine actiones
denigrirte, alß ob er nicht recht in der administration
ihme vorgestanden, vndt sich zur vormundtschaft einge-
drungen hette, welche ehre er doch lieber einem
andern von seinen Ellteren brüdern, sonderlich Meinem
herrnvater Sehligen gerne hette gönnen mögen.
Fürst Johannsen, wehre gleichwol zuerkandt,
daß er Jährlich herrvettern 4500 ThalerThlr: an zinßen,
zahlen sollte. Daßelbe hette nun, in 4 Jahren
seiner, des iungen herren, Regierung, außgetragen,
18000 ThalerThlr: Dieselbigen zahlete er ihm, eben so
wol nicht. Es würde ein arctius mandatum
Cæsareum müßen einkommen. Der grave von
Oldenburgk, (welchen ich sehr wol recommendirte
daß er mitiora consilia amplectirte) wehre
nicht wenig schuldig, an allem, daß er Doctor Pichteln
permittirte, lose händel anzufangen, vndt
seine Agenten am Kayserlichen hofe besoldete,
wieder den herrnvetter, Fürst Augustum selbst
zu negociiren. Er meinte auch, die gra<herrschaft>
Jever, würde wol, dem graven von OostFrieß-
landt zuerkandt, vndt durch die Staden, manuteniret
|| [[Handschrift: 354r]]
werden, Fürst hanß würde wol thun, deß graven zu OostFriesland
Tochter zu heyrathen, vndt dadurch sich, in dem poßeß der
herrschaft Jever zu stabiliren. Er wehre herrvettern
Fürst Augusto in die 150000 ThalerThlr: schuldig, herrvetter wolte gern, das
v̈brige fallen laßen, wann sie nur 100 mille bekähmen, oder Lindaw,
so deroselben gleichwol verhypotheciret wehre.
Vndter andern gedachte herrvetter auch, es wehre Mir, vndt
ihme, mit Plötzkaw, wehe geschehen, Sintemahl herrvetter
hette 100000 ThalerThlr: davor geben müßen, da es doch kawm
80000 ThalerThlr: werth wehre. Er hette sein geldt wol beßer
anlegen, oder beßer darvon leben wollen. (Pourquoy ne
l'at il pas fait<?>, & ne nous a point laissè Plötzkaw, qu'il a
recëu, avec tant d'hümilitè & actions de graces comme
les Actes, que ie tiens encores en main, le monstrent
clairement[?]) Jch opponirte mich aber diesem wahn, vndt
brachte ihn so weitt, den guten alten herrnvetter das er
selbst sagen mußte, das es v̈ber 6000 ThalerThlr: nicht
ertrüge iährliches einkommens. (Es hat aber wol eher,
7[000,] 8000 getragen, nach dem der agkerbaw, vndt
weinwachs gerahten, vndt korn vndt wein, gegolten.)
Nun ist 6000 die zinse von 100 mille[.] An itzo glaübe ichs wol,
wie ichs selbst in dem Meynigen, erfahre, das es
kaum, den dritten Theil, nemlich 2000 ertragen mag.
Seine Söhne wolte er gern verschicken, wüßte aber
keine Mittel darzu, verhoffende ich würde ihnen gerne
selber, zu ihrer wolfahrt, beförderlich sein.
Jn Fürsts Johann sachen, sagte er auch, daß die commissarien
zu Wittemberg, partheylich wehren, sonderlich der hofrichter,
daselbst, welcher ihm selbst, wieder Fürst Augustum, gedienet.
Es wehren keine solche Fürsten, im gantzen Reich,
wie wir, welche mehrentheilß Sonnenlehen, von
v<h>ralten zeitten her, gehabt, vndt Niemanden vndter-
thenig gewesen, dahero vieler invidia herrührete,
welche anderer lande, geschenckt bekommen, oder
sonst per fas, et nefas, an sich gezogen. Die Alte
Margk köndten wir noch, vmb 300000 Märgkische
gülden an vnß lösen, welches 60000 Goldtgulden (Goldflorin)goldtf: damalß
möchte gemacht haben, vndt wir hetten vnser ius
nicht cedirt. Wir wehren aber, mit gewaltt,
so wol, von der Chur Saxen, alß Chur Brandenburg
abgedrungen worden. Die restitutio der
grafschaft Ascanien, würde an itzo sehr ur-
giret, zu Münster vndt Osnabrück durch Cantzler Milagium,
vielleicht möchte Gott gnade geben. herrvetter
sähe aber zweyerley große difficulteten,
1. das viel hader, zangk, Streitt, vndt
zwytracht, auß dieser Sache, werden dörfte,
vndter vnß selber, dann ein ieder, würde
wollen, den besten partickel wegnehmen.
2. Das der Cantzler Jordan, im nahmen des
|| [[Handschrift: 355r]]
Ertzhertzogs Leopoldj, alß bischofß zu Halberstadt,
wieder solche recuperation stargk protestiret
haben solle. Vndt wehre zu besorgen, ein ander Jnn-
haber, wann es auch gleich Chur Brandenburgk wehre,
dörfte sichs auch vngerne nehmen laßen. Jedoch,
müßte man sehen, wie es der liebe Gott, schigken möchte.
herrvetter begehrte einen convent zu Deßaw, gegen
den: 29ten: huius, doch hette Fürst Johann Casimir, (welcher
Montags, gebe gott zu mir kommen würde) dargegen protestirt,
es solte reyhe herumb gehen, vndt nicht auf deß
landeß, sondern der herrschaft kosten. Cela est im-
pertinent, & vise, a me destruire, & n'a pas estè
ainsy prattiquè de 10 ou 12 ans, en çá, horsmis
de feu Son Altesse mon bon Pere, lequel a cause de
ses maladies, & dü Seniorat, a tout dèsfrayè icy,
ou il estoit sürchargè des conve<assemblèes>, & on luy fit
a croire, qu'il estoit obligè a cela, puis que, il te-
noit Gernroda et Großen Alsleben, biens dü Seniorat.
La prüdence de Son Altesse luy faysoit bien voir, que
cela n'estoit point de necessitè, qu'il faysoit
cela, mais sa bontè et courtoysie estoit si
grande, qu'il aymoit mieux se faire tort, que
d'estre en [cha]rge, a personne, tandis qu'il vivoit,
ce grand [& v]ertueux Prince, si renommè. perge
Man meynet, ich hette platz genung, alhier zu Bernburgk,
welches doch gantz zerstöhret ist, vndt die leütte seindt
so blindt im lande, eines theilß das Sie meine ruin nicht
sehen, noch mergken können, noch wollen. Pacience!
Die mjlitarische contributions execution, excusirt
der herrvetter, gar hoch, vndt wil sie vngerne
extendirt haben, weitter, alß waß die soldaten thun.
Milagius berichtett, vom 10ten: huius, daß er in der
Ascanischen sache daß manifestum v̈bergeben, vndt die
Kayserlichen[,] Frantzösischen vndt Schwedische gesandten, auch die Chur
Brandenburgischen vndt andere darumb ersucht habe,
ob selbige Grafschaft, vom Stift halberstadt zu sepa-
riren, vndt vnß wieder einzureümen? müglich.
Die erklährungen, seindt zimblich guht. Gott
gebe erwüntzschten effect, vndt daß wir nicht
in frembde hände gerahten, sondern vom Kayser,
vndt vom Reich, alles behalten mögen.
Es scheinet, der krieg, wolle sich von der Weeser
ab, in daß landt zu Braunschweig ziehen,
dörfte vnß eine böse erndte bringen.
Frangkreich, colludirt mit Beyern. hat auch
die coniunction der armèe mit Schwed[en] getrennet.
Spannien, inclinirt zur restitution [d]er Pfaltz,
vndt sich bey den Evangelischen, bel[iebt] zu machen,
|| [[Handschrift: 356r]]
auch bey den Staden, mit denen sie stargk tractiren.
Jn puncto gravaminum, ist der bogen hart gespannet,
so wol auf Evangelischer, alß Catolischer seitten.
Vndt es siehet ein ieder, wo es hinauß will! mit den
armèen, ihre consilia habende darnach zu reguliren.
Man will daß dritte Kayserliche gericht, (nach dem
Cammergericht zu Speyer, vndt hofraht zu Wien[)],
auch in beyden Säxischen kraysen, absonderlich, zu
Halberstadt haben.
Fürst Augustus meinet, graf Gallaaß, seye geköpft,
weil man briefe intercipiret, das er mit Dorsten-
Sohn heimlich correspondiret, alß er alhier zu Bern-
burgk, anno 1644 campiret. Mà non lo credo. perge
Die Spannischen, sollen in Flandern, geschlagen sein.
Die partien gehen schon stargk hereynwartß, sinte-
mahl heütte ein 50 pferde, bey Möhringen, einen<m>
bohten begegnet, so nach Cöhten gewoltt, vndt ihm
einen brief zusampt den<r> Schachteln <so darbey gewesen> abgenommen.
Alle briefe, so an itzo Milagius per Erffurdt,
schigket, gehen auf Hartzgeroda, vndt kommen aldar
am [allere]rsten an, ainsy que mon frere, est le pre-
mi[èrement] [aver]ty, de toutes choses.
[...]enburg vndt Brehmen, hat ein ieder vor
si[ch selbst gean]twortett, contra datam fidem. perge
|| [[Handschrift: 356v]]
also muß ich nun, mit Schimpf bestehen.
Fürst Johannes, s[a]gte Fürst Augustus hetten in 4 iahren
seines Regiments 80000 ThalerThlr: von den Steẅren
im Zerbst[isch]en antheil, bahr eingenommen, welches
gleichwol dem landtschaftwergk15, zum præjuditz,
gereichte. Er inhibirte den seinigen,
nicht zu compariren, auf den landtTägen,
Jch thete den meynigen inngleichen. Solcher
gestaltt, würde das landtschaftwergk,
(id est: der profit so der Ober[-] vndt vndter
Director, neben 3 oder 4 vndterm Nahmen
der landtStende, auß vnserm estat, mit
speciosen prætexten, artig zu ziehen wißen)
gehemmet, vndt Sie würden vnß den Schulden-
laßt, wieder anheim weysen, dann diese
onera hetten sie mit großen Privilegiis, vndt
Commodis (waß dann vor welche?) auf sich ge-
nommen.
Der Kayser selber, hette zu Regenspurg die nobiles
mehr privilegiirt als die Fürsten, mit [be]freyung
von Einquartirungen, vndt derglei[chen nu]r
sagte Fürst Augustus zu vndterdrügkung [der Fürs]ten,
Vndt ihnen, wehe zu thun.
Er erwehnete auch, er wolte s[...]ern
|| [[Handschrift: 357r]]
hengen, dann Bayern hette 250 mille ThalerThlr: vom Ertzhertzog er-
preßet, als derselbe durch die Oberpfaltz marchiret, die
Schweden, auß Böhmen, zu expelliren, wie auch geschehen,
vndt waß einem Fürsten, vndt Standt recht wehre,
daß müste dem andern, auch also sein. perge Wehre auch
den Reichßconstitutionibus, gemeß. perge
Jn die vormittagspredigt, da dann der hofprediger
Theopoldus, den Text: Seidt Barmhertzig16, perge gewaltig
außgeleget. perge <Ein begken ist gesetzt worden, zur wiederauffbawung des Todtengräbers hauß am Gottsacker.
et cetera>
Eine arme Fraw, eines pfarrers von Ecklenföerde
auß hollstein17 wittwe, ist vor die kirche gekommen, hat
mir eine supplication mit einem fußfall v̈berlifert,
vndt vmb eine Mitleydige hülfe, gebehten, weil
ihr Mann, (weil er daselbst den Wrangelischen, die kirche
nicht eröfnen, vndt plündern laßen wollen) wehre von
desselben Soldaten, v̈bel tractiret, gemartert,
mit abschneidung Nasen, vndt ohren, gepeiniget, vndt
verspottet wo<auch> endtlich durchschoßen, endtlich
aber mit einem kleinen kinde, (nach dem sie die
kirche, mit gewaltt, eröfnet vndt sampt der
pfarre [au]ßgeplündert <auch angesteckt>) gantz verbrandt worden.
Der bra[nd] hatte das weib so beschädiget, das
man die [...]zeichen an ihrer brust sehen können, vndt
der [...], ihr zimlich abgenommen. Sie beklagte
[... absentz ...]rdt i[...]er doc[h ...]
Nachmittags in deß Jonij, catechismuspredigt, cum
sororibus, & liberis.
Die expeditiones, nacher Berlin, an Königliche[,]
Chur: vndt Fürstliche personen <auch an obersten Borgißdorff>, wie auch nacher
Zerbst, an vetter Fürst Johannsen, verfertiget,
damit der Maior Halcke, diesen abendt,
darmitt depeschiret werden könne. Gott gebe
zu glück vndt succeß, mir zum besten!
halcke ist forth, nacher Berlin. Gott wolle ihn geleitten!
Mein vetter Fürst Johann Casimir, ist vnversehens, von
Sanderßleben diesen Morgen anhero kommen, hat
mir Milagij relationes, Numero 24 mitgebracht,
ich habe ihm hingegen, Numero 25 communiciret, so er
mit sich genommen. Er hat auch meinen consenß
begehrt, v̈ber der zusammenkunft zu Deßaw,
gegen den: 29ten: huius, vndt vorgeschlagen, die
contribution außzuschreiben, nach dem vorigen ansatz,
noch diesen Julium, gegen den: 10ten: Julij. Jtem:
erinnert, ob nach der alten Steẅer[roll]e, oder
nach dem bierbrawen, vndt agker[au]ßSaat,
oder nach dem ersten ansatz der c[ontr]ibution,
dieselbe anzulegen sein möchte [vngle]ichheit
|| [[Handschrift: 358r]]
zu ve[rmeiden.] Daß Mittelste wehre vielleicht rahtsam-
er, die b[esten] [ex]trema taugen nichts, bey denen, so ruinirt,
vndt fund[amental verder]bet sein. Jedoch wirdt man darvon reden.
Ein ma[ß] [bier] sol zu Deßaw, nur 2 Pfennige (denarii)d: z gelten, anitzo.
Alhier [gilt] es noch 5 Pfennige (denarii)d: Er proponirt auch, es solten
die zusammenkunften reyhe vmb, bey der herrschaft,
vndt nicht v̈ber daß landt, gehen. Hoc non approbo!
Man mache es aber leydlich. Officium neminj debet
esse damnosum. Vorzeitten, hatte man Gernroda vndt
Großen Alßleben, zu solchen Sachen, gewidmet.
Jtem: kahm in consideration die hoymische,
vndt Roßlawische lehenssache, so man von Qued-
linburgk zu entpfangen, daselbst meinet Fürst
Ludwig, mit Fürst Augusto der Senior hette die
lehen zu muhten, vndt zu empfahen, beschwehren
sich v̈ber præjidicia so Fürst Johann vndt ich ge-
macht. Jch werde mich aber alß possessor
eines Jnnländischen lehens, auß Meinem recht,
nicht treiben laßen. Die außwärtigen lehen,
gehören vor [den] [S]eniorem, auf gewiße maße.
Wir m[... b]edörffen keine vormünder.
Er w[... e]in schreiben von ChurBrandeburg
an vn[ß ... ge]nawere correspondentz
ihres [...d]dem [vnsr]ige[n ge]halten,
|| [[Handschrift: 358v]]
vndt vnß darzu ersuchen. Jch habe es a[uch bew]illiget,
vndt eine freundliche antwortt helfen mitt [v...]hen.
Mein vetter erzehlete gleichfa[lß,] [ehe]rgestern,
zu Sanderßleben, einen alarm geha[bt zu haben,] wehre
ein Königßmargkischer Leütenam[pt mi]t 100
pferden, (so die kornwägen von Querfurth nach
Magdeburgk, convoyiren sollen) vor das Städtlein
Sanderßleben, in wehrender predigt, ankommen,
hette mitt gewaltt quartier vmb Mittages-
zeit nehmen wollen. Mein vetter, hette Zan-
thieren, zu ihm geschickt, vmb abwendung ange-
halten, den hetten sie mit einem pistol
v̈ber die Nase geschmißen, das der rohte
Saft hernacher gegangen wehre, vndt mit harten
droẅwortten, (vnangesehen man ihnen bier
vndt proviandt, hinauß zu schaffen, offeriret)
alß vnsinnige, toll: vndt volle leütte,
daß städtlein angefallen, des eüßersten
Thores, sich bemächtiget von dem innersten
aber, abgetrieben wor[den. Ein R]eütter
ist Todtgeschoßen word[en, ein ander]er, neben
dem leütenampt, ist ge[... v̈]bel zer-
schlagen worden, andere [...]diget
sein. [D]er b[...]
|| [[Handschrift: 359r]]
Der [vetter] [Fürst] Johann Casimir, eilet destwegen nacher Deßaw,
damit d[ie andere]n, nicht mit der vorklage kommen möchten.
Av[is] [daß Feldmarschall] DorstenSohn, in den heylbrunnen, nach
hornh[ausen] will, hat 1000 dragoner zur convoy bey
sich, [welche in] die vmbliegende städtlein, biß nach
Ermß[leb]en, sollen geleget werden.
Schreiben von Wolfenbüttel vom hertzog Augusto, in
höflichen, aber abschläglichen terminis. Non hà con-
tantj, ne frumentj, vndt klaget neẅe beschwerden.
Lamentj, da per tutto! Tel refüse, quj apres müse. perge
Schreiben vom Marggraven von Anspach, derselbige
notificiret mir, die geburt einer Jungen Tochter. perge
Gott gebe, vndt bestehtige, seinen Segen v̈berall!
Nachmittags bin ich an die fuhne, in großer hitze spatzirt.
Seltzamen avis, vom Adolf Börstel bekommen, Seiner person halben[.]
Die avisen geben:
Mit großen freẅden, den frieden in Engellandt. [...]
daß der König, viel eingewilliget.
Die difficulteten des friedens i[...] [D...]
Die consideration ChurB[randenburgs] [...]
Dje stargke armatur[en ...]
[D]ie accommoda[tion ...]
[weil d...]
|| [[Handschrift: 359v]]
mit den Schweden vndt Bayern m[...]
Vor Canea haben die Venezi[aner] [es] vermei-
nende zu endtsetzen, zimlich ein[gebüß]et.
Den Pollnischen werbungen, wirdt ni[cht re]cht ge-
trawet, so wol von den Schwedische[n, alß] von den
Pollnischen Ständen selbst. Vndter dem nahmen deß
Erbfeindts, möchte man einen andern feindt suchen.
Ein graf vndt ein Doctor18, der ein Neapolj-
taner, der ander ein Mantuaner, sollen erdapt
sein, daß Sie zu Staffelstein, den Ertzhertzogk
Leopoldum Wilhelmum, hetten wollen, mit
gift, durch den dampf der lichter in seiner
Schlafkammer, hinrichten. Sie hetten auch die
liechter angezündet. Alß nun der Ertzhertzog
hinein, in die kammer, gehen wollen wehre
[sein] hundt, zu großem glück, voran gegangen,
[... ba]l[d] todt niedergefallen. Der Ertz-
[hertzog] [... e]ndtsetzende zu
[... d]urch Gottes So[...]
[...]
Je me suis ressouvenü, que Monseingeur mon Oncle, le Prince Auguste
me disoit aussy Sammedy passè, Que <feu> le Prince Jean
George mon Oncle, de bienheüreüse memoire, luy au-
roit confiè, & a ses freres, Que le Pere dü Conte d'Ol-
denbourg luy auroit offert sa fille en mariage, avec
ün dot, de 300000 Reichsdalers, afin de rachepter l'ex-
pectance de ses freres, & delivrer leurs portions, & par
consequent, pouvoir retenir le pays, tout seül, mais
il ne l'auroit pas voulü faire. Il adjousta le Prince
Augüste, qu'ordinairement les grands mariages,
auroyent plüs ruinè, que soustenü ceste mayson.
Meine Fuhren nach Ballenstedt, seindt forth,
Gott wolle sie begleitten, vndt meinen vorgenome-
nen baw, fortgängig machen. perge An stadt ihrer 30,
haben nur 19 gefahren, auß allerhandt endtschuldigungen.
Schreiben von Madame, vom 19ten: huius, auß
Krannichfeldt, empfangen, wie auch von der Fraw-
Muhme. Sie wirdt nach Gohta gebehten, bittet
vmb vrlaub, durch intercession der Fraw Muhmen.
Jch kan es leichtlich bewilligen, wie ich auch gethan.
Sie inclinirt sehr, den heylbrunnen zu Hornhausen,
zu gebrauchen, vndt vermeint dadurch, gar gesundt zu
werden. Wil auch die kjnder dorthin haben.
|| [[Handschrift: 360v]]
Jch befahre aber, die vnsicherheitt itziger zeitt, in so ei-
nem offenem dörflein, vieler leütte bresthafte vn-
gesunde confluentz, denn es sollen wol 3000
Menschen, an itzo daselbst sich befinden, auch
ihrer viel sterben, so wol iunge alß allte
von der hitze, vndt waßertringken, also daß
viel rationes, in contrarium, militiren.
Jn die wochenpredigt mit den Schwestern, gezogen. et cetera
Extra den CammerRaht, Doctor Mechovium, zu Mittage
gehabt, vndt allerley deliberanda, conferiret. perge
Meine fuhren von Ballenstedt, seindt glücklich
wiederkommen, daß bawholtz mittbringende.
Jtem: der große Kersten, vndt bohte von Caßel
mit gefahr, weil die Schwedische armèe, jn heßen, sehr
v̈bel hauset, vndt alles, capot machet.
Jch bin hinundter, an die Mühle, gegangen, die Fuhre[n]
zu besehen, vndt befunden, das die bürger die geringst[en]
baẅme aufgeladen, vndt wol beßer, hetten aufladen
können. Es ist vnwillig volck! Doch ists ein anfang.
Gott gebe ferner glück vndt gedeyen!
Jn dem ich diesen abendt, meine gewöhnliche[n]
Fasten gehalten, bin ich vndter wehrender mahlzeit
|| [[Handschrift: 361r]]
alleine, niemands hindter mir, alß Tobias seyende,
in die Mühle, vndt von dannen, in einem kahn v̈ber-
fahrende, nach dem Krumphalß zu, in selbiges Thor
gegangen, vndt vnversehens, zum Præsidenten, durch
daß enge gäßlein, also das mich fast niemandt
gesehen, in sein hauß kommen. Er saß v̈ber der
Mahlzeitt, mit seiner haußfraw, kindern19,
vndt theilß kindßkindern20, kondte aber nicht
eßen, vndt weil ich einen vnvermuhteten
aufstandt, (zwar vngerne) machete, führete
er mich, in daß nebengemach, spraachete mit
mir, vndt redete sehr krängklich. Dann er
Sechß wochen her, gar krangk gelegen, 4 wochen
am podagra, vndt 14 Tage lang, am Nieren[-], vndt
blasenstein, welcher ihm noch schmertzlich zusetzet.
Gott beßere es, vndt lindere seine Schmertzen!
Er entdegkte mir, seines 55iährigen bruders
Adolffs, vornehmen, daß derselbe heyrathen wolte,
eine reiche, vndt schöne Baronne. Gott gebe ihm glügk[!]
Er mißriehte die zusammenkunft zu Deßaw,
weil wenig præparatoria darzu gemacht wehren.
Fande gut, das man heßen, Brehmen, vndt Olden-
burgk conjunctim beantwortten sollte.
Vermeinte, der friede wehre noch ferrne, vndt
die großen, suchten einander mit Tractaten zu be-
triegen. Chur Brandeburg würde keinen krieg mit
Schweden anfangen, wehre zu fuß, die Schweden
aber zu pferde, dem Frantzösischen proverbio nach.
Er sähe so viel Variationes, daß der Todt,
mehr zu wüntzschen wehre, alß daß leben,
sonderlich ihme, der numehr im 65. iahr wehre.
Jch consolirte ihn, vndt nahm einen gnedigen
abschied, von ihm. Er offerirte sich mir wieder
desto fleißiger aufzuwartten, wann es
beßer mit ihm würde?
Er klagte sehr, daß an itzo, die wolfaile
zeitt, einen haußwirtt mehr drügkte,
alß vorzeitten die Theẅrung nicht gethan hette[.]
Schreiben diesen abendt noch, vom graven Ludwig Gün-
ther, von Schwartzburgk entpfangen, der gibt mir
den gebührlichen Tittul Durchleüchtig, ich hette ihm
sonst seinen brief schimpflich wiedergeschickt, (wenn
ers auf den Barbyschen Schlag, hette machen
wollen) schlägt mir aber, das begehrte holtz, platt
abe, weil er wenig an der Sahle habe, vndt seinen,
|| [[Handschrift: 362r]]
durch den krieg verderbten, vndt abgebrandten vndterthanen,
außhelfen müßte. Weitter ist mein Cammerdiener, Jacob
Ludwig Schwartzenberger, nicht gekommen, alß nacher Rudel-
stadt, wiewol er billich weitter hette ziehen sollen, nem-
lich nach Gera, Aldenburgk[,] Weymar, etcetera er förchtet
sich aber, vor der vnsicherheitt der parthien, welche ihn
albereitt geiaget. perge
J'ay rèscrit a Adolf Börstel, luy felicitant le iour de ses nopces.
Avis: daß die Schweden, mit den Frantzosen, sich ge-
zweyet, vndt v̈ber halß, v̈ber kopf, auß heßen,
nachm Thüringer lande zu, giengen, vndt v̈bel
hauseten. Meine herzlieb(st)e gemahlin, dörfte einen vnsicheren
weg haben.
Nachmittags, bin ich mit beyden iüngsten Schwest-
tern, nacher Cöhten, gezogen, dahin ich oft gebehten
worden, vndt bin daselbst gar willkommen gewesen,
bey dem herrn vetter Fürst Ludwigen, vndt Seiner gemahlin.
Es hat allerley gute conferentzen gegeben.
herrvetter Fürst Ludwig, hat mich in seinen gärten
herümber geführet, vndt darbey, wol Conversiret[.]
Nachmittags, seindt wir wieder voneinander gezogen,
vndt es seindt 20 Mußcketirer vom Axel Lillie
mit einem Capitain, auff 6 tage zu verpflegen, gen Cöht[en]
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heütte geschickt worden, mit bericht, es würde nacher
Deßaw, dergleichen ordre kommen sein. Cela deno-
te, quelque desseing, perilleux pour nous.
Dieu vueille benignement divertir de nous,
tous jnconvenjents!
Avis von Ballenstedt das eine partie von 150 pferden
vorüber paßiret, in den hartz hinein gegangen,
vndt den vndterthanen, bey Radißleben, 10 pferde
ab: vndt hinweggenommen. Pacience!
Christianus Herdesianus, Raht, vndt Secretarius zum
Berlin, sonst von hinnen (Bernburgk) auß der Stadt,
bürtig, hat sich anmelden laßen. Jch werde ihn, auff
Morgen, geliebt es Gott, gegen 9 vhr, zur audientz bescheiden[.]
Alß ich Meinem bruder, Fürst Friedrich die Tagefarth, so auf
den 29ten: huius, angestellet gewesen, absagen laßen,
durch Caspar Pfawen, hat er geantwortett, wie
ein kindt, oder verrückter, in canicularibus, er<s>
wehre nicht styli, durch bediente mitteinander
zu tractiren, vndter fürstlichen personen. Er wolte aber
die Sachen in berahtschlagung ziehen, vndt die Not-
turft darauf ferner bedengken. <Jst ein bloßer avis <nur> gewesen.>
Avis: daß seine adoptirte Schwieger Mutter zu
Bickeburgk, der Fürstin zu Cöhten Schwester, gestorben.
Wirdt Trawren, vndt alteration, leyder! vervhrsachen. perge
Paulum Ludwig Secretarium, habe ich diesen abendt
noch bey mir gehabt, vndt ihme ein punct oder eilfe aufgetragen.
Der Herdesianus, hat sich bey mir eingestellet, vndt
einen Churfürstlichen gruß, vndt schreiben mittgebracht. perge
auch allerley gute discours, mit Mir, gehalten.
Jch habe der Churfürstinn wieder geschrieben.
Extra: seindt Doctor Herdesianus21, vndt Doctor Mechovius, bey mir
gewesen, zur Mittagßmahlzeitt. perge
Schreiben von Schöningen, desideria vndt addreßen.
Jch habe nacher Schöningen, wieder geschrieben, vndt
den diener mit der caleße fortgelaßen, Meine
herzlieb(st)e gemahlin, zu suchen, wegen der hertzoginn Liebden[.]
Jn die vormittagspredigt deß Theopoldj, vom
reichen fischzug22.
Herdesianus, hat nachmittag, abschied von Mir, genommen.
Jch habe ihm schreiben mitgegeben, an die Churfürstinn,
vndt den Obersten Burgßdorf.
J'ay donnè a Herdesianus mon pourtrait d'or,
pour m'avoir prìè a ses nopces autres-fois.
Nachmittags wieder in die predigt des Jonij.
Der Rittmeister Volradt von Krosigk, hat sich bey
mir præsentiret. Kömbt vom heylbrunnen zu horn-
hausen her, von deßen Virtutibus, er miracula erzehlet. perge
heütte seindt wir mit vnsern Rähten, nacher Deßaw, auf die an-
gestellte zusammenkunft, Gott gebe zu deß landeß bestem.
Fürst Augustus, Fürst Ludwig, Fürst Johann Casimir seindt alle
persönlich gegenwärtig. Fürst Augustus hat auch meinen bruder
Fürst Friderich, vndt seinen Sohn, Fürst Ernst Gottlieb, mitgebrachtt.
J'ay tèsmoignè a mon frere, (puis qu'il ne recognoist point
ses faultes) mon ressentiment, ne parlant point a luy, ne
luy donnant <pas> la main, ne beuvant point a luy, quoy
qu'il se presenta quelquefois, afin de m'amadouër.
heütte ist eine partie von 80 Mußcketirern, vndt 40 pferden
bey Wolfen gewesen. Sie sollen, (dem vorgeben nach) auf Bernburgk
zu, gegangen sein. Gott bewahre vor vnglück!
On me veut rendre süspect, le bon Spanheim à Leyden, comme
s'il auroit des sentimens contraires, a la bonne opinion. Mais je
tiens tout cela, pour püres diffamations, ou faulte de iügement.
perge
Die avisen geben:
Daß die Frantzösische Schiffarmada, bey Orbetello, von den Spannischen,
gantz geschlagen seye. Jtem: in Artois, wehren die Frantzen,
auch getrennet, vndt geschlagen.
Die Spannischen, hielten es numehr, mit den protestirenden23, ad
plenariam restitutionem der Pfaltz, vndt Chur:dignitet.
Sie die Spannischen tractirten auch treves, auf 30 iahr mit den
Staden, vnangesehen, das der Printz von Vranien, dißmal zu felde
ziehen muß, (wiewol spähte) ad instantiam der Frantzosen.
Des Türgken große armaturen, zu waßer vndt lande, sollen
noch immer fortgehen, wie auch viceversa des Königs in Pohlen.
König in Engellandt, wehre fast verglichen, mit dem Parlament,
vndt schickte eine große armèe nach der pfaltz zu, denen die
Spannischen durch Flandern den durchzug gönnen, vndt alle
gute beförderung, vndt hülfe leisten wollten.
Pfaltzgraf Philips, hette den Obersten leütenampt, de
l'Espine, im haag, erstochen, weil er den Tag zu vor, von
ihm wehre vnversehens angefallen worden, alß sie nach
dem busch zu, spatziren gegangen.
Es hat heütte stargke dispütes gegeben, wegen vergleichung
der contribution, vndt v̈ber etzliche puncta werden die vom
außschoß, vernommen. Jn vnserm Fürstenraht alhier
zu Deßaw, seindt geseßen, Fürst Augustus[,] Fürst Ludwig, Fürst Johan
Casimir, ich Fürst Christian vndt mein Bruder, Fürst Friedrich[,] Jtem: Fürst Ernst
Gottlieb, welcher aber, nur zugehöret, darnach, der
Oberste leütenampt Knoche, Mein Raht vndt hofmeister,
Einsidel, Mein Raht Doctor Mechovius, vndt Caspar Pfaw.
Man deliberirt von der Ascanischen Sache, vndt von des
general commissarij Fußens petitus, von Milagij spesen, etcetera[.]
Die von der landschaft können sich nicht vergleichen,
remittiren alles wieder an vnß, wollen nach dem Fuß
der landt: vndt Trangksteẅer gehen, gezängke zu ver-
hüten, oder nach dem vermögen, vndt Nahrung, oder aber
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grosso modo durchgehen, alß welches der leichteste,
vndt geschwindeste weg, oder nach der vorigen revision-
rolle, darbey vndter denen, so gelitten, vndt nicht ge-
litten, zu distinguiren. Privateigennutz, vndt alleß
gezängke sol man vermeyden. Ein fixum zu machen,
iedoch also, wann einquartirungen vndt durchzüge kommen
zu decurtiren, vndt in iederm antheil, die revision an-
zustellen. Obrist leutnant Knoche, Doctor Müller cantzler zu Deßaw
erachten, grosso modo, seye der beste weg, auf ein jnterim.
Börstel. Landtsteẅren seyen fixa. Trangksteẅren
nicht. Die revision auf daß vermögen zu setzen. Die
gravirten, nicht zu opprimiren. Grosso modo, der
geschwindeste weg, auf 3 oder 4 Monat lang, oder
so lange die Schwedische contribution währet.
Caspar Pfaw. BierSteẅren, vndt Commercia zu belegen.
Ag<k>erbaw, trägt an itzo wenig. Vorzubawen vor
neẅe quid. Jnterim. perge Fürst Iohann Casimir[:] Es würde Zerbst
herbey gebracht werden, wenn man es nach der
Steẅer anlage machet. Fürst Ludwig repetit priora.
Nach dem die relation vnserer deputirten (die wir der
landschafft, auf ihr begehren, adiungiret) abgehöret,
haben wir endtlich, vndter vnß selbsten, daß quid
auf drey Monat lang, verglichen, vndt geschloßen.
Bey der landschaft ist, mein Einsidel, den ich selber dahin
forthgetrieben, Jtem: Bodenhausen, Winckel, Walwitz,
Krosigk von Erxleben, Schlegel, vndt der oberste Werder,
(alß vnderDirector,) ist gegen abendt erst, vom Berlin,
darzu gekommen. Jtem: seindt darbey die Städte,
oder dero deputirten. Abgeordnet hatten wir zu ih-
nen, sie zu vernehmen, den Obrist leütnant Knoche, Caspar Pfawen,
Doctor Mechovium, vndt Secretarium Geesen, Sie remittirten
es, auf der herrschaft Schluß, bevorab die Meynigen,
auf Meine resolution. Meine herrenvettern
aber, wolten, man solte Sie vndtereinander sich vergleichen
laßen, damit sich Niemandt v̈ber vngleichheit zu beschweh-
ren. Endtlich haben wir doch den schlüßel gefunden,
vndt zu verhütung zangks, vndt wiederwillens, Mei-
nen antheil, in voriger anlage behalten. Car ie
voyois des animositèz & dés paroles düres, de quelquesüns. perge
Vndter 4 columnis, deren eine, die landtstende, die
andere Berge, die dritte, Caspar Pfaw, die gemacht,
die vierdte zuvor gewesen, zur contributionsanlage, habe
ich die letzte, (weil sie schon außgeschrieben, gegen den
10ten: Julij,) bewilliget diesen Monat, künftige drey
Monat aber, Pfawens aufsatz in seiner columna
approbiret, mutatis mutandis perge
Roßlawische lehensSache gen Quedlinburgk, wirdt re-
solviret, die vollmachten verlesen, Fürst Johann Liebden be-
antwortett.
Gymnasium zu Zerbst will zergehen, communitet inn-
gleichem. Die lutheraner, nehmen zu. Rector Wendelinus
der vortrefliche Mann, kriegt keinen vndterhalt.
Total reformation der lutheraner wartett darauf.
Remedia wie zu helffen?
Cantzler Doctor Müller. Vorschläge von seinem Eidam,
dem Wendelino, zu vernehmen, wie ein par Tische, in
der communitet, wieder anzurichten. Knoche, erin-
nert, das viel Brehmer, dahin kommen, des Großherren-
vatters, vndt Fürst Wolfgangs stiftungen, zu conser-
viren. Jntraden der Empter, vndt der kirchen, darzu
gewidmet, die Superintendenten, v̈ber dem letzeren zu
vernehmen. Fürst Johann hat die Fundation des Gym-
nasij, in handen, wie auch Fürst Wolfgangs Testament.
Sol es zum gesampten Archivo, wieder hergeben.
Fürst Iohann Casimir[,] Fürst Ludwig[,] Fürst August mutatis mutandis finden alles guht.
Je propose, man solle Heßen, Oldenburgk, vndt
Brehmen, inßgesampt, beantwortten. Approbatur.
Bambergische lehensSache, wegen BurgkScheidingen
|| [[Handschrift: 366r]]
vndt Rockhausen.
An Cantzler Milagium, wirdt wegen der Ascanischen sache, wie
auch in puncto pacificationis, heütte verglichener maßen geschrieben.
