Donnerstag♃ den 1. October 1646.
<2 Schockßo: lerchen vndt 9.>
heütte hat sich wieder ein seltzamer casus al-
hier zu Bernburgk zugetragen. Jn deme die
neẅerkauften vier Rappen, einen wagen
hinauß führen sollen, ist das Sattelpferdt
vor der brügke hinundter gefallen in graben,
mit dem Stalliungen, so darauf geseßen,
weil er zu kurtz gewendet, vndt die Teißel
das pferdt an kopf gestoßen. Wehren die
strenge nicht baldt abgerißen, so wehre das
vnglück noch größer worden. Es ist wunder, daß der
iunge vndt das pferdt, nicht mehr beschädiget
worden. Ergo: semper vigilemus, & oremus!
J'ay escrit en France a Adolf Börstel et son nepheu Friedrich Börstel perge
Freitag♀ den 2. October 1646.
Der küchenmeister Philip Güder, ist von Magdeburg
vnversehrt wiederkommen.
Risposta vom Advocaten Jehna von Zerbst, süperficielle.
Meine kinder haben dem lerchenstreichen zugesehen,
vndt 33 lerchen gefangen, in den klebegarn.
J'ay travaillè en mes Actes, & ay poussè les
affaires de mon mèsnage.
Noch 3 lerchen, mit dem Nachtnetze.
Samstag♄ den 3. October 1646.
<3 Mandel kleine vögel.>
Der Feldtherr Conte Jacobus de la Garde,
hat mir von halberstadt auß durch Doctor Brandt
meinen leibmedicum wieder geschrieben,
vndt sich bedangkt vor die bewilligte, vndt
gratulirte leibescur, auch alles gutes
promittirt, in Schweden zu negociiren, wegen
gesuchter moderation. etcetera
Paulus ist auch bey Mir gewesen, wegen
bevorstehender zusammenkunft zu Cöhten,
deß landtrechnungTages. perge
Doctor Brandt hat nachmittags selber bey Mir au-
dientz gehabt, vndt viel referiret, von deme, waß
er zu Halberstadt, gehöret, vndt gesehen.
A spasso, die Oeconomica, zu poussiren.
Mein kleiner Carl, hat 2 hasen, von der hatz, in den
Gröhnischen feldern, (dahin er gefahren) einbrachtt.
<3 Mandel lerchen, die Nacht gefangen.>
Alhier auf dem Sahl, hat Magister Enderling, ge-
prediget.
Extra zu Mittage, ist der medicus Doctor Brandt
gewesen, vndt Magister Enderling.
Doctor Brandt, vndt Hanß Christof Wischer, seindt
zum Conte de la Garde. Gott wolle Sie begleitten!
|| [[Handschrift: 4r]]
vndt alle <gutgemeinte> expeditiones, wol gerahten laßen!
Melchior Loyß, mein Elltister Raht, vndt
diener, hat mich besucht, vndt mir seine anliegen,
Noht, vndt desideria entdegket. perge
Nachmittags cum sororibus, in die kirche, vndt predigt,
Ern Bartolomej Fridericj, pfarrers zu Palbergk, welcher
den gantzen 32. Ψαλϻ1 schön außgeleget.
<Ernst Gottlieb von Börstel, hat mit Ernst vogelsteller vndt hanß Dappen, 1 schock vndt 4 lerchen, wie auch 4 Räphüner, mit dem Nachtnetze gefangen. <Auceps, 1 schock kleine vögel[.]>>
Peso 259 Pfund (libra)℔: ein Rindtvieh zum
schlachten vor die hofstadt. perge
Rindtorf 2 hasen gefangen.
Jch habe heute mit Oeconomicis,
zu thun gehabt.
Ma petite fjlle Marie, figlieule de l'Im-
peratrice Marie, est devenüe estrangement malade.
Dieu la vueille remettre, reguerir, & soulager! perge
Ün petit oyseau en mon poile, mort ce mattin,
sans apparence, a donnè mauvais presage. Mais il
ne faut point, s'attacher, aux jmaginations süperstitieuses.
perge
Avis: daß der gute Ritterhaüptmann Geüder, an
dem Tage da er nach heroldtßberg kommen, vndt eben
Tobiaß Steffeck von Kolodey alhier <zu Bernburgk>, mein aufwärter,
vndt Cammermeister hochzeitt gehalten, alles habe in
confusion, durch total außplünderung der Kayserlichen
partien gefunden. Jtem: die Türgken samleten sich in die
7<4>0000 Mann starck vmb Canischa, vndt hetten in die
700 ChristenSeelen, albereit hinweg geführet. perge
Traßkowitz, ein Reicher Croahtischer herr, ist
vngrischer Palatinus worden, weil die meisten
Stimmen der vngrischen Stände, dahin votiret.
Sol viel sprachen können, vndt gute qualiteten
haben. Jst Kayßerlicher Stadthalter in Croatzien
gewesen, vndt Catohlisch päbstisch, also daß
deß Esther Hasy, stelle numehr ersetzt
worden. Die vngarn sollen einen gewaltigen
pracht, mit pferden, libereyen, vndt großem
comitat, auch andern vnkosten, auf diesem
landTag zu Preßburgk, getrieben haben,
wiewol man sich vor einem Türgkischem Ein-
fall befahret. Gott bewahre die Christenheitt!
Vor Augspurg liegen die Schwedischen
vndter dem Feldtmarschal<c>k Wrangel.
Setzen dem orth, mit canoniren vndt feẅer
einwerffen, heftig zu, wolten es gerne ero-
bern, ehe der anmarchirende Kayßerliche
vndt Chur Bayerische secours, darzu kähme.
Diese haben alle Officirer in arrest nehmen
laßen, welche den Schweden, den festen paß
Rhein v̈bergeben.
General leütnant Königßmargk, hat eine cavalcade
|| [[Handschrift: 5r]]
in die Jser gethan, aber kein volck von seinem
wiederparth angetroffen. Die Schwedischen capj
haben verbotten, Man solte den bawren vndt
landtleütten, kein vieh, oder gut mehr abnehmen,
wann sie sich stille hielten, vndt kein gewehr
hetten, wovor sie verwarnet worden.
Die pest sol in Steẅermargk einreißen.
General Maior Reichßzeügmeister Wittemberg,
hat 5 Regimenter geschlagen, alß Tran-
dorf, Götzen, vndt noch drey Sächsische,
welche General Maior, hanaw, commandiret.
Sol darauf nach Mähren, vndt Böhmen zu, ohne
resistentz, gegangen sein.
Vmb Zürich, in der Schweitz, continuiret die
pawrenrebellion, vndt es wirdt dargegen, geworben.
Der Frantzösische friede, mit Kayserlicher Mayestät
continujret auch, iedoch also: daß die Schwedischen vndt
heßischen, auch sollen darinnen eingeschloßen sein.
Rabenhaüpt, hat Zonß belägert, Melander,
Kayserlicher General, gehet es zu endtsetzen.
Duynkirchen, wirdt noch von den Frantzosen,
zu lande, vndt von den holländern zu waßer, stringiret.
Des Königes partie in Engellandt, fänget an ihre
cristas wieder zu erigiren, vndt sous main, des Jrr- || [[Handschrift: 5v]]
ländischen stargken endtsatzens, (davor auch den
Schotten bange ist, weil die Jrren die protestanten
geschlagen, vndt numehr den meister spielen, auch
viel armèen richten, vndt auf des Königes
gezwungenen befehl, die waffen, nicht Nieder-
legen wollen) vielleicht zu erwartten.
Lerida in Spannien, ist von dem Conte
de Harcour, noch blocquiret. Die Frantzosen
bringen abermalß eine Mächtige Armada
zusammen, in marj Mediterraneo.
Die Pollnische werbungen, continuiren,
vndt es scheinet, das daß Mißtrawen,
zwischen selbigem Könige, vndt den Ständen,
ie länger, ie größer wirdt.
Auß Schweden, sol eine gewaltige legation
in die Moßkaw, gehen, vndt des Frosts, v̈ber
daß eiß, mit Schlitten, zu kommen, erwartten.
Graf Woldemar, deß Königes in Denne-
margk Sohn, sol beym General Melander,
oder graf Holtzapfeln sein, vndt Kayßerlicher
General Maior werden. Der König in Denne-
margk ist auff dem landtTage, zu Renßburgk.
<Der Landgraf Fritz, hat stadtlich beylager, in Schweden gehalten.>
Monsieur l'Electeur de Saxen, m'a envoyè le
passaport desirè, sür la riviere de la Sale,
pour la libertè, & franc passage (zoll: vndt
geleittefrey) de: 1200 Stügke bawholtz,
20 schogk Spundebreht, vndt 80: schock latten,
successive hieher anzuflößen, gegen
vorweysung dieses paßes, vndt befehlichs,
an alle Churfürstlichen zoll einnehmere, an der Sahle,
wirdt also allen Gleittsleütten, vndt zollinnha-
bern, intimiret, wann sie diesen paß, vndt
meine vndterschriebene vndt besigelte specification
sehen würden v̈berall, zoll: vndt geleittefrey
paßiren laßen sollten, alß Fürstenguht. etcetera
War datirt zu Dresen[!], den 8ten: September
besigelt, vndt vom Churfürsten Johannß Geör-
ge selbst vndterschrieben. perge Gott gebe, daß
mirs nutzen schaffe. hat 2 ReichsthalerRthlr: Sportuln
in die Renthkammer, gekostet, ohne daß bothenlohn.
Mein kammerdiehner Jacob Ludwig Schwartzenberger,
ist gar krangk, an catharren, heftigem zahnwehe,
vndt geschulsten an augen, vndt stargkem Nasebluten,
auff der rayse nach Leiptzig worden, darüber er so
baldt nicht wiederkommen kan. perge Gott beßere es, mit ihm!
<hänsel copiist cum sociis, 1 schock, vndt 6 lerchen.>
<3 Mandel kleine vögel der auceps.>
Depesche vers Brehmen, avec lettres a mes fils, au
Baron de Schrahtembach, a Monsieur Hotton, au Gouverneur
Schwechhausen, au Precepteur Hangkwitz, & a
Monsieur Spanheim. Dieu la vueille bienheurer!
J'ay aussy eu fort bonne rèsponce, dü
Prince Jean, de Zerbst, luy ayant réscrit.
perge
Avis de Strelitz, que (Dieumercy,) ma seur
Sybille commence ün peu, á se remettre, mais
mon lacquay avec l'argent si necessaire,
n'y est pas encores comparü, dont i'ay ün
grand dèsplaysir, aux grandes necessitèz
de ma dite seur, & ayant eu tant de peine, a
ramasser ces deniers, pour elle. C'est le
petit Kersten, quj est envoyè en Pomeranie, ayant
apprehension, qu'il ne soit assommè, ou pillè en chemin,
car ie ne doute pas, de sa fidelitè, èsprouvèe tant de fois.
Dieu nous face la grace, d'en entendre meilleures nouvelles!
Jch habe die bawsachen, mit ernst vndt eyver, selbst
treiben müßen. Es ist zu erbarmen, daß die leütte so
schläferig, vndt Nachläßig, träge, vndt faul, in meinen
Sachen sein. Sie practiciren das Sprichwortt wol recht:
|| [[Handschrift: 7r]]
An herrendiensten, arbeittet sich keiner, zu tode.
Es ist aber vnrecht, daß man die Obrigkeit, also vilipendiret.
et cetera
Jch hingegen, befinde mich wol, bey dem Proverbio:
Oculus Dominj; saginat equum2, wiewol es eine
schwehre verdrießliche mühesahme arbeitt ist,
Ein ding selber zehen, zwölf mahl zu befehlen,
vndt doch noch in zweifel zu stehen, obs geschehen seye?
Werde also v̈bel secundiret, vndt muß das
meiste selber <an>treiben, andere beßere vndt höhe-
re gedangken, darbey hindansetzen! Patientia!
Le monde est trop restif; & pervers, en plüsieurs choses. perge
& le desespoir, les rend fort confüs, & obstinèz.
Dieu vueille par sa grace amender telles contra-
rietèz, & en oster la cause & la racine!
Deliberatio, mit dem CammerRaht, Doctor Mechovio, nach dem
er allerley Commißiones expediret gehabt.
perge
<1 Mandel fingken.>
Jn die predigt, mit den Schwestern, am
heüttigen behtTage, in die kirche vorm berge.
Jakob Ludwig Schwartzenberger ist von Leiptzigk wiederkommen.
Jch habe Geörg Glaun, den alten Schützen,
welcher von Zerbst kommen, wegen der grentzge-
rechtigkeitten, im Jagen, vndt schießen, examiniren laßen,
vndt allerley gute Nachrichtt bekommen.
Nachmittags, bin ich hinauß in die weinberge, ge-
ritten, vndt den schlechten zustandt, mitt angesehen.
Postea in die kellter, in der stadt. Endtlich aufß
provisionhauß, auch daselbst die angegebene be-
schwehrung, in augenschein zu nehmen.
Jm rügkwege, ist ein kleines Männlein, auß
dem gesundtbrunnen kommen, welches nur 5/4
ellen lang, vndt gar gebrechliche beine hatt.
Er kan wo singen, vndt redet heßisch, wie sie zu
Franckfurtt am Mayn, reden, dannenhero er bürtig.
hat eine große fraw, vndt ist in die 9 wochen
lang, zu Hornhausen, gewesen. Seine hände, vndt
finger, seindt gar klein, vndt stumpff. Er ist
schon v̈ber 40 iahr altt, hat stargk haar
vndt bart. Es scheinet daß ihm die hüften
in einander gezogen, vndt nicht außgewachßen
sein. Vielleicht hat sich seine Mutter, alß sie
mit ihm, schwanger gegangen, erschregkt, vndt
also, einen vnvollkommenen, oder vnförmblichen Men-
schen, zur weltt, geboren. Man hat wol vhrsach,
desto mehr, Gott dem Allmächtigen, zu dangken,
vor gesunden leib, vndt gerade gliedmaßen, vndt
mit solchen armen gebrechlichen leütten, gedult zu haben,
vndt Gott vor Sie zu bitten, vndt anzuruffen.
Die avisen continujren, daß der Türgke in
Vngern sich movire, daß er auch die venezianer,
sehr beängstige, vndt die Christen von<in> Candia von-
einander abgeschnitten, daß keiner den andern,
endtsetzen kan. Gott bewahre, die armen Christen!
Jtem: des General Maior<s> Hanaw, niederlage vndt
gefängnüß, continuiret auch.
So dann, daß Frangkreich, hette 6000 Mann,
den Schweden, zu hülf gesandt, vor Augspurgk,
vndt der friede sol vor nicht geschloßen gehalten
werden, es seye dann, daß Frangkreichs alliirte,
alß Schweden, vndt Heßen, auch satisfaction
erlangen. Augspurgk sol v̈ber sein, weil der
General Feldtmarschalck Wrangel, ihren de-
putirten, eine mine, so fertig <zum Springen> gewesen, gezeiget,
neben 12 wagen, mit steinen beladen, auß Böhlern3,
vndt FeẅerMörseln <hinein> zu schießen<werfen>, welches alles, sie
dermaßen erschreckt, daß Sie des gewaltts,
nicht erwartten wollen.
Jtzt erfahre ich, das das Männlein vorgemel-
det, Oßwaldt Niclas heist, hinder Frangkfurt zu
hause ist, vndt noch drey brüder, deren einer,
der Oberste Niclaß, vndter den Schwedischen ist.
|| [[Handschrift: 8v]]
Diß Männlein, hat noch schöne gühter, an
vier haüsern, vndt weinbergen, vndt stünde wol,
wann es nicht durch den krieg, so gantz ruinirt
wehre, vndt nichts<auch etwas> erwerben köndte?
<1½ schock, die lerchenstreicher.>
<1 Mandel, vndt 12 fingken der vogelsteller.>
Avis: vom Cantzler Milagio,
mit vielen difficulteten, im Pa-
cifjcationswesen, wegen heftiger replicq, der Catolischen
contra Evangelicos, in puncto gravaminum et cetera[.] Jtem:
daß die Stadischen Legatj, am 13den: September von
Münster, verrayset, vndt sonderlich viererley wol
reommendiret, 1. die maturation deß friedenß-
wergks in Deützschlandt, darumb sie noch etwaß
in armis wieder Spannien, verbleiben wolten, damit
die völcker nicht den Ständen bevorab den Evange-
lischen, v̈bern halß, geführet werden möchten.
Aber in die länge, köndten sie das werck nicht auf-
halten. 2. Einen freündtlichen vergleich, zwischen
den luttrischen, vndt Reformirten, worbey sie sich
in ihren Provintzien wol befünden. 3. Moderation
wegen Pommern, vndt vertraẅliche einigkeit, zu
pflantzen, zwischen Schweden, vndt Chur Brandenburg,
darvon das Evangelische wesen, einen großen fortheil
haben würde. 4. Die beförderung, der Heßen:
Casselischen satisfaction.
Die Staden wollen sich der bedrengten Evangelischen
in der Stadt Aach, numehr eüßerst annehmen, haben
derentwegen, so wol mit den Kayserlichen plenipotentiarien,
alß mit den Aachischen Gesandten, vielmalß ge-
sprochen, welchen eiver sie nicht würden haben
spühren laßen, wann Sie nicht, durch die Chur:
Sächsische scharfe erinnerung, in puncto gravamj-
num, neẅlichst erhitzet worden wehren.
Doctor Schütze, landtgräflich darmstädischer abgesandter,
ist vnlengst bey den Gallicis Legatis gewesen,
welche, alß Sie ihn mit der hostilitet bedroẅet,
hat er repliciret: Wann schon Frangkreich
sagen würde: Sic Volo, So würde sein gnediger
herr doch antwortten: Nolo, Sie aber ihn darauf
angefahren, vndt gesagt: Er solte seinem herren,
schreiben, wann er nicht abstehen würde, So hette
Frangkreich noch Mittel wieder einen landgraven,
auß einem Nolo, ein Volo, zu machen. Weil nun die
Sveones auch fast auf die arth reden, ist er selber
nach Gießen, zu Landgraf Geörgen, eilendß
verrayset, die endtliche resolution einzuholen,
ob man sich mit heßen Caßel, in gühte vergleichen
will, oder nicht. Frangkreich schickt etzliche Tausendt Mann
der landtgrävin zu hülfe, weil General Melander, heßen
Darmstädt secouriret hat. Dje Neẅburgischen gesandten reden
mascule, vndt seindt passionirt in der Chur Pfältzischen Sache.
heütte kömbt mir allererst zu, das Axel Lillie,
das<es> getreidichß abliferung, heütte haben soll,
wie kan ichß dann, so geschwinde commandiren.
Zu Deßaw, vndt Cöhten, (von dannen es mir ohnge-
fehr, durch meiner Mußcketirer einen, zukommen)
ists muhtwilliger weyse, hindterhalten worden.
Fürst Augustus, begehret auch, ich solle die Contribu-
tion dreyfach außschreiben, zu den solvendis,
vndt Nebensolvendis. Fürst Johann Casimir, opponirt sich,
damit man die vndterthanen, nicht auf einmal des-
perat mache. Jch falle ihm bey. Mais la force,
& la violence predomine[!], On est menacè d'execü-
tions, puis que nos voysins, sont si dèsraysonnables.
Dieu nous vueille delivrer de ce joug, de servitüde!
car je trouve cest communion (gesamptung)
la plüs grande de nos servitüdes, puis que l'on
nous y fait tousiours, le plüs grand tort dü
monde. Pacience! Je plains les pauvres süjets!
perge
<½ schock lerchen[,] 1 schock fingken.>
J'ay sceu, qu'avanthier, la nuict, a onze
heures, on a veu icy á Bernbourg, ün arc en ciel
tout blanc avec estonnement, & crainte d'ün
Prodrome de mortalitè, que Dieu vueille benignement
|| [[Handschrift: 10r]]
divertir. Ce n'a point estè la via lactea cog-
nuë aux Astronomes, ains ün arc comme dit est. perge
J'ay escrit, & depeschè vers Zerbst, et Dessaw, par mon
copiiste. Dieu luy vueille donner bonheur, & seur passage,
car avanthier, les paysans, a l'entour de Dessaw, ont
pillè üne Contesse, la dèspouillant, iusqu'a la chemise.
J'ay prins la peine, de parcourir les Actes, de
plüsieures annèes, afin d'avancer l'œuvre
encommencè. Dieu nous soit en ayde! & propice!
J'ay aussy poussè les affaires de mon Oeconomie.
Man hat viel zu thun gehabt, wegen des magazin
getreydigß, nach Leiptzigk. General Major Axel Lillie
endtschuldiget sich, daß er die fuhre nacher Landß-
perg, versprochener maßen, nicht entgegen schicken
könne, ist aber numehr zufriedena, daß innerhalb
drey Monaten, die abliferung, nach Leiptzigk ge-
schehe, oder das gedreydig, vmb geldt, erkauft werde,
damit man die vndterthanen, durch die fuhren,
in dieser sahmzeitt, vnsicherheit, vndt dürftigkeitt,
nicht auf einmahl, zu grundt richte. Der Obrist leutnant
Knoche, hat wol hierinnen cooperiret, wirdt noch
einmal dahin ziehen, dann Axel Lillie, von ihm
versicherung begehrt, welche er ohne vnsern befehl
vndt vorbewust, nicht <zu> præstiren vermag.
|| [[Handschrift: 10v]]
Erholet sich diesem nach, bescheidts, vndt
thut allerley gute vorschläge darneben,
cerchant[!] nostre bonne grace, & üne espece
de recompence, a quoy i'adviseray!
General Major Axel Lilie, hette auch gern, ein hüpsch
weißes pferdt, wegen seines Nahmens, der
lillien, wie hanß von Bergen, auß Knochens
munde, berichtet, iedoch, hat ers, mit großer
moderation, nur zu erkaüffen, gesucht.
Obrist leutnant Knoche sol hart deützsch, wegen des
Armuhts dieser lande, mit Axel Lillien,
geredet haben, mais les interests de son maistre
luy ont estè tousjours le plüs a coeur!
hanß von Bergen, vndt Paulus Ludwig,
haben sich bey mir, diesen<r> sachen halben,
angemeldet, vndt bescheidts erholet.
Rindtorf hat 3 hasen, ejnbracht.
J'ay receü lettres, dü Baron de Schrah-
tembach, & dü Precepteur Hangkwitz.
Tout va bien encores. perge Dieumercy. et cetera perge
harte wechßelschriften, von Fürst Ludwigen,
bekommen. Se l'jnvidia fosse febbre, tutto'l mondo l'haverebbe.
<39 lerchen, die lerchenstreicher.>
Er Hesius, Rector vndt Diaconus alhier zu Bernburgk,
hat hieroben geprediget, aufm Sahl, vndt eine Doctis-
simam concionem de prædestinatione, gethan.
Postea: habe ich ihn, extra behalten, zur
Mahlzeitt, wie auch, Geörge Friderich, von Börstel,
den CammerRaht, Doctor Mechovius, & alios.
Nachmittag, mit den Schwestern, in die kirche,
da dann, der Angelocrator, pfarrer von Tondorf,
eine zimliche predigt gethan.
<34 lerchen.>
Jn Oeconomicis, wie gemeiniglich, am Montage, alhier
zu Bernburgk, zu thun gehabt.
Eine grävin von Waldegk, ist alhier durchpaßiret.
Obrist leutnant Knoche, hat mir wieder geschrieben, sich erklärende,
daß er heütte in vndterthenigkeit, wieder nach Leiptzigk
vndt daselbst, vnser bestes, beym General Major Axel Lillie negocijren
wollte. Gott gebe! daß es geschehen möge!
hänßel copiist, ist mit schreiben von Deßaw,
vndt Zerbst wiederkommen, Gott lob, vnversehrt!
General Major Axel Lillie hat mir gar höflich geschrieben,
wegen des magazingetreydichs, vndt auf 3
Monat die abliferung successive zu thun bewilliget.
|| [[Handschrift: 11v]]
Sein vetter4 ist zwischen Wittemberg, vndt
Leiptzig, selb Sechßte reittende, von zehen
Reüttern attacquiret, abgesetzt, vndt ihme
viel geldt abgenommen worden. Man trachtet
ihnen, sehr nach, vndt er hat schon etzliche
Mauser sitzen, welche andere betrübet haben.
Avisen geben:
Daß die Frantzosen Duynkercken, vndt
die Holländer Venlo, per accordo erobert
haben, welches schlechte apparentz zum frieden.
Jn Jrrlandt, ist friede gemacht zwischen
den Papisten vndt Protestanten, wieder des
Parlaments in Engellandt willen, vndt da
es schiene, daß der König durch mißiven, solchen frieden,
improbiret, aber es hat der Graf von Or-
mondt, vndt herr Digby (königlicher diener)
alles disponiret, vndt die meisten plätze einge-
nommen, vndt also den Protestanten entzogen.
Daß Engelländische Parlament, beütt den Schotten an,
wann sie das landt raümen, den 28. September
zu geben 1200000 Gulden (florenus)f: vndt dann auf den 28. December
nechstkünfftig, noch 600000 Gulden (florenus)f: Jtem: anno: 1647 in ei-
nem Termin 600000 Gulden (florenus)f: vndt dann ferner in einem
|| [[Handschrift: 12r]]
anderm 1200000 Gulden (florenus)f: so Sie damit content sein wollen,
im wiedrigen, würde man die rechnungen durchsehen,
vndt den Schotten alßdann mehr nicht, alß waß auf
die kriegskosten liquidirlich, paßiren laßen.
Der junge Graf Magnus de la Garde hat
alß Schwedischer Ambassadeur zu Fontainebleau
beym Könige in Frankreich <in præsentz> dem<s> hertzogk<s> von Orleans,
vndt anderer großen, solenniter audientz gehabt,
die complimenten lateinisch abgeleget,
(ich weiß nicht, worümb, weil er wol Fran-
tzösisch kan) vndt eine suitte von 200 edelleütten
gehabt, ohne anderen comitat. etcetera
Mareschal de la Milleraye, ist, alß Königlicher
Admiral, in marj Mediterraneo zu Toulon, zu
schiffe gegangen.
Mademoyselle de Rohan, des lieben sehligen
hertzogs Henry schwester, ist gestorben. Sie
war ein spiegel aller Tugendt vndt Gott-
sehligkeit. Jch habe sie anno 1617 wol ge-
kandt, zu Paris. Sie hieße Mademoiselle Anne de Rohan.
Lerida in Catalogna sol in extremis versiren.
Duc d'Anguien, will in Flandern sein winterquartier
haben. Jn Duynkirchen, hats an munition gemangelt.
Weil sich die herrschaft Witterweyler gegen die Zürcher
vngehorsam vndt obstinat erweysen, alß ziehen wieder sie
auß, 7000 zu Fuß, 600 pferde mit 7 großen, vndt 24 kleinen Stücken.
Jn Polen gibts noch Mißverstände, zwischen dem
Könige, vndt den Woywodschaften wegen der werbung.
Man meinet aber, es zu sopiren, auf schierstkünfti-
gem ReichßTage, vndt sol der Moßkowiter,
vndt Persianer auch wieder den Türgken,
mitt angehen wollen, welches den bedrengten
venezianern, wol zu statten, kommen dörfte.
General Melander gehet mit Graf Wol-
demar auf die heßen zu, welche vor Zons, liegen.
Die Züricher haben ihre pawren v̈ber-
wältiget, vndt sie gezwungen, sich auf gnade
vndt vngnade, zu ergeben. haben aufs neẅe
huldigen müßen, vndt durch diese rebellion
ihr eigenes hochgericht, auch alle andere ge-
rechtigkeitten, verlohren. Die Zürcher
haben: 100 gefangene von den Rädlinßführern
mit sich bracht, theilß am leben, theilß
mit gelde, abzustraffen.
Deß hanaw niederlage an den Schlesischen
gräntzen, gegen Böhmen zu, wirdt confirmirt,
hanaw ist aber nicht selber gefangen worden.
Wittembergk dominirt in Schlesien, wie er will.
Augspurgk helt sich noch. Mit dem frieden,
zu Münster vndt Osnabrück will es noch nicht forth.
<½ schock kleine vögel.>
Depesche vers Braunschweig[,] Wolfenbüttel & Ballenstedt. perge
Dieu donne par tout bonne fortüne!
Jn die wochenpredigt, cum sororibus.
Nachmittags, post lectiones varias, den Wolfgangum Sutorium,
des verstorbenen Superintendenten Sohn, bey mir, gehabt, welcher
mir in Oeconomicis, vndt sonsten mancherley Nachricht gegeben.
Geörg Rußt, ist von Deßaw, auch erschienen, vndt auch das
seinige in allerley referiret, car i'ay affaire de
tels Oeconomes, & de leur jnformation, d'autant que je ne
puis me passer, de mes voysins.
C'est üne pitiè d'entendre comme nos cousins illecq,
sont entre les mains tyranniques dü boureau,
voir de deux bourreaux, lesquels les doyvent redresser,
& rendre adroictes, avec beaucoup de tourmens de
leurs bosses. On fait peschè, de vouloir corriger les
creatüres, contre l'ordre fait dü Createur. Jl
ne faut pas hazarder le corps, & l'ame, pour la
vanitè mondaine. Djeu vueille consoler les pauvres
pacientes, en leurs tourmens & affliction, & remettre
au bon chemin de recognoissance leurs parens!
Vnsere Jungfer Eleonora Elisabeth von Dütten,
Meiner herzlieb(st)en gemahlin Liebden CammerJungfer, ist sterbekranck
worden, von Ohnmachten vndt blut außwerfen, welches zu-
gemeßen wirdt, dem nähermahligen vmbwerffen, mit der
kutzsche, an der kirche, da sich das gerunnene blut, mag gesamlet haben.
<3 lerchen, nicht mehr. ½ schock kleine vögel.>
Die 40 zigeüner, welche gestern, anhero kommen,
vndt vor ihr geldt, quartier gehabt, auch anders
nicht zu zehren begehrt, (wiewol sie niemandt
gerne aufgenommen, iedoch weil sie vorgeben,
Sie gehöreten hertzogk Julio henrich zu, vndt
vielerley päße ihres friedlichen wolver-
haltens, so dann auch eines deützschen<corporal oder> Officj-
rer, bey sich gehabt, vndt ihnen zu Zerbst, Koß-
wigk, vndt an andern orthen, guter wille wieder-
fahren,) haben heütte, gegen 9 vhr, ein frühe-
stügk begehren dörffen. Jch habe es ihnen aber
platt abgeschlagen, ob sie gleich vorgegeben, es
wehre zu Zerbst, ihnen wiederfahren. Gestern
abendt, haben die ankommenen fuhrleütte von
Leiptzigk, sie auß dem Stalle, vndt herberge,
vertrieben. Alß dem wirth bange gewesen,
sie würden mit dem feẅer schaden thun, haben
sie ein bundt Stroh genommen, ein groß
feẅer <darauff> gemacht, vndt ihre künste, also ge-
braucht, das das Stroh, vnangesehen, es, vndter
dem feẅer gelegen, nicht brennendt worden.
perge
Nach diesem, habe ich erfahren, das Sie Soldaten sein,
vndt vndter den Schwedischen Obersten Gruppach5, gehören,
|| [[Handschrift: 14r]]
es sollen ihrer vndterschiedliche, in vielerley hauffen,
sich getheilet haben. Gott bewahre vnß vor vie-
len solchen gästen! vndt daß sie nicht gar Egyp-
tische kundtschaffer, der Türgken, sein mögen. perge
Der Medicus, Doctor Brandt, ist von Garleben, vom Conte
de la Garde, alhier wieder ankommen. Saget: es habe sich zimlich
mit ihm, gebeßert, sonderlich wegen des Steins, vndt quartan-
fiebers. Er ziehe nacher Wißmar, vndt gedächte von dannen,
wieder in Schweden, mit gutem Winde, durch Göttliche verleyhung.
Es ziehet, hanß Christoph Wischer mit jhme. Gott gebe zu vn-
serm glügk! Sonst hat sich, der Graf la Garde, treflich,
gegen mir, offeriret, vndt gegen dieseß verarmte Fürsten-
thumb, wie auch die Reichßrähte, welche bey jhm gewesen,
alß Horn, vndt Sparr. Dieu nous en face voir, les effects!
Fürst Johann, mejn vetter, ist zu Oscherßleben, (alß er
v̈ber die brügke herauß gefahren) vnversehens, auf ihn
gestoßen, vndt hat eine ½ viertel stunde, mit ihm geredet,
darnach ist Seine Liebden mein vetter Fürst Johann, weitter
mit<vor> sich, zum Churfürsten von Brandenburgk gen Wolfenbüttel
gezogen, alda man selbiges abends, stargk salven
schießen hören. Jl a estè mal informè, aux affaires
discrepantes de mon frere, mais Docteur Brandt, l'a mieulx
instruit, en esperance, que cela ne nuiroit point.
Nil nocet tentasse! &cetera
Doctor Brandt, haben wir zur mahlzeitt, behalten, zu Mittage.
heütte ist viehemarckt alhier, zu Bernburg, morgen der rechte Jahrmarckt.
et cetera
Der Conte de la Garde, hat zweymal an <General Major> Axel Lillie,
geschrieben, vnß mitius zu tractiren, wegen abforderung des
magazingetreydichs, dahero ist die moderation kommen,
vndt nicht so sehr, durch Obrist leutnant Knochens, cooperation.
Sic vos non vobis,! vellera fertis oves!6 etcetera
Mein Carlchen, ist hinauß hetzen gefahren, vndt hat
einen hasen einbracht. Die hasen, verliehren
sich gewaltig, alhier, vmb Bernburgk herumb.
Zu Deßaw klagen sie auch, daß die wölfe
viel rehe gefreßen, vndt vndter dem iungen
wildpreth, großen schaden gethan.
De Zerbst, on nous mande, que le gymnase,
y va en decadence, & que les estüdiants, ou èsco-
liers, ne s'en vont pas seulement, ains<en> d'autres
bons lieux, ains aussy aulcüns des mieux in-
struits, se bandent ensemble, pour se veautrer,
comme des pourceaux, en la premiere souilleure,
& apostasie, que leurs Peres, ont tant eu en hor-
reur, & en telle abomination, qu'ils en sont sorty
avec peril de leurs vies, & perte de leurs biens,
qu'ils ont quittè en exil volontaire, pour l'amour
de Dieu, & ces ieunes frippons, oublient tout cela,
afin de <s'en> retourner a la vie charnelle, & aux pots d'Egypte.
C'est üne pitiè! que plüsieures abhorrent tant la croix, & tribulation
|| [[Handschrift: 15r]]
laquelle est neantmoins le vray chemin au Royaul-
me des cieux, & la vray livrèe, dü Christianisme, sans
ceste marque, on ne recognoistroit pas, les enfans de Dieu.
Freitag♀ den 16den: October 1646. böser/gefährlicher/schädlicher/unglücklicher/unglückseliger Tag (tatsächlich oder befürchtet)ꘉ Gallj; termin perge
<Rindtorf 2 hasen gehetzt. perge>
Avis, daß gleich wie die Maüse alhier vmb Bernburgk,
diß iahr, also die Schnegken <in großer anzahl>, vmb hall vndt
Leipztigk, daß liebe getreydig verderben,
vndt aufzehren, welches eine seltzame Neẅe plage ist.
Gestern hat sich abermahl ein seltzamer casus,
alhier zu Bernburgk zugetragen, in dem ein holtzwagen
herein aufß Schloß, v̈ber die brügke gefahren,
vndt Meiner elltisten diener einer, der Trabant,
Geörge Petz, ein scheidt holtz, herauß langen
wollen, das scheidt aber, etwas dichte vndt
feste gelegen, mittlerweile der wagen fortgegangen,
so hat ihn der wagen an die Mawer des Thores
gepreßet, vndt die brust, fast zerschmettert.
Der gute alte, ist kawm mit dem einen
bein, auß dem rade gekommen, sonst w hette
er sich selbst gar gerädert. Gott wolle ihm
seine schmertzen lindern!
Jl semble, que mes gens soyent enchantèz ou en-
sorcelèz, (si ie ne me trompe,) pour tant de stüpiditèz,
quj se commettent. Dieu vueille confondre les œuvres de Sathan!
Samstag♄ den 17. October 1646.
<Zum ersten Mal froßt.>
Reichardt nach Cöhten, en ün affaire de justice, vndt
Philipp Güder, nacher Deßaw vndt Zerbst, ablegiret,
Gott gebe zu gar glücklichen expedition!
J'ay fait tüer par deux mousquetaires,
(mes gens d'èscuyrie leur aydans avec les pistolets,)
ün bon cheval morel, quj estoit rompü au corps, par
la cheute au fossè, dernierement dèscripte.
Jls luy ont donnè deux coups de mousquet, & u
cinq<trois> de la pistole, a la teste, avant le pouvoir
achever de tüer, & voyla derechef ün dommage pour moy,
la perte d'ün bon cheval, n'estant pas si aysèe
a reparer, comme celle d'üne poulle. perge
Er Jonius Diaconus, hat sich bey Mir præsentiret,
vndt vnangesehen seiner zugestoßenen Schwachheit,
eine zeitlang hero, vndt das er heütte zum ersten
mal außgegangen, eine feine predigt auf vnserm
Sahl, auß dem Ordinarij Text: vom Königischen7,
gethan. Gott gebe vnß allen, zur beßerung,
vndt erbaẅlichen lehre, vndt Trost. perge
Extra: ist zu Mittage hieroben gewesen, <Doctor Mechovius,>
Doctor Brandt, Georg Panse, der caplan Ionius, &cetera perge
hanß Baltzer Oberlender, mein lackay, ist von
seinem gefährlichem schaden, (da er sich selbst ge-
schoßen) wieder aufgestanden, vndt durch Gottes
Segen, zimlich restituiret worden.
heütte hat der Jahrmargkt ein ende.
Die Nachmittagspredigt, hat der pfarrer von Kermigk
in der kirche vorm berge gehalten, der ich ne-
ben den Schwestern, beygewohnet.
Vnsere Jungfer Eleonora, ist sehr krangk, wirft viel
blut auß, vndt mag sich, in dem kutzschenfall, sehr
verderbet, etwan eine ader zersprenget, vndt daß
gerunnene geblühte, bey ihr so lange, sich verhalten haben.
Gott beßere allen v̈belstandt, vndt gebe gnade vndt gedeyen!
zu den medicamenten!
Der Cantzler Milagius, schreibt abermal von
Osnabrück daß die Tractaten, des friedens, in Deützschlandt,
sich schwehr anlaßen, vndt spannen die Päbstischen ihre
petita, sehr hoch. Jnndeßen nehmen sich die außwärtigen,
in acht. Der stillestandt, zwischen den Spannischen, vndt
Stadischen, wirdt auf 30 iahr geschloßen, vndt vielleicht
gar ein stetß wehrender friede tractirt. Die Staden,
brauchen sich auch, alß mediatores, zwischen Spannien, vndt
Frangkreich. Zwischen dem Kayser vndt Frangkreich, ist
alles geschloßen, ermangelt nur an den Ständen, in Deützschlandt.
Augspurgk sol vom Ertzhertzogk, endtsetzt sein, vndt
man murmelt von schlägen, welche die Schwedischen
darvon empfangen.
Obrist leutnant Knoche, ist von Leiptzigk wiederkommen,
hat auf geldt, daß getreydich, zum magazin
erhandelt. Es scheinet, mein bruder Fürst Friedrich habe sich
eximiret, oder wolle sich vom Bernburgischen Antheil
eximiren, vndt á part tractiren, nur ex odio, meiner
ihme vorgesetzten Direction.
<Ein hasen Bidersehe geschoßen. <Drey hasen Rindorf gehetzt et cetera[.]>>
A spasso, meine bawsachen, zu poussiren. perge
Schreiben von Wien, vom guten alten Johann Loẅen,
mit welchem sichs, in etwaß gebeßert (Gott lob)[.]
Jtem: vom Berlin, von der lieben frommen Chur-
fürstin, welche gerne alles, in gutem stande, sehe.
Der Churfürst, ihr herr Sohn, ist forth, nacher Cleve
zu. Gott geleitte ihn! hertzogk Frantz Carll,
zeücht mitt, biß nach Hanover. Oberster Borgiß-
dorf, ist nachm Niederlande zu, per Hamburgk.
Gott gebe heilsahme consilia!
Die avisen confirmiren die v̈bergabe Duyn-
kergken, mit großer reputation des Düc d'Anguien.
Vor Venloe ist zwar der Printz von Vranien, ge-
rügkt. Die v̈bergabe aber, wil noch nicht continujren.
Der Schwedische gesandte, sol alß ein Printz, gar magnj-
ficq zu Fontainebleau tractiret, vndt caressiret werden,
auch im procinctu, seiner wiederkehr sein.
Lerida meinen die Frantzosen, noch zu gewinnen.
Jhre Schifarmada haben sie nach der Jnsel Elba zu,
gesendet, vndt wollen zum theil Spannien bekrie-
gen, (iedoch, wo ferrne die tractaten, zu Münster,
krebsgängig würden) zum Theil den Pabst zum
accord mit den Barberinj zwingen, vndt auch
ein auge auf Parma (alda der hertzogk Eduardus
gestorben) schlagen.
<General> Melander hat Zonß endtsetzt, vndt den general Maior
Rabenhaüpt, abgetrieben. hingegen pressiret
General Maior Geyse, die darmstädtischen.
Der Ertzhertzogk, hat Augspurgk endtsetzt,
die wergken8, schleifen laßen, vndt Wrangel
hat sich, nacher Lawgingen zu, retiriret.
Zu Preßburgk, wil der landTag, nicht recht forth,
wegen etzlicher Vngarn wiedersetzligkeitt.
Jn Polen scheinet es, der König vndt die
Stände dörften noch, aneinander, kommen. Es
beruhet ferner auf dem angesetzten ReichßTage.
Der convent zu Rendeßburgk in Schlesien9 laüft
auch zum ende, vndt der König in Dennemargk
eilet nach Coppenhagen, daselbst auch einen Dänischen
|| [[Handschrift: 17v]]
ReichßTag, zu halten. Der Printz von Dennemargk
sol in verfolgung eines hirsches, einen gefährlichen fall
gethan, vndt etzliche stunden vor Todt gelegen,
auch noch nicht wieder restitujret sein. Gott
wolle es, mit ihme, zur beßerung, schigken!
Jn Engellandt stehet es in solitis, der König
wil nach Londen in der person, zum Parlament.
Die Schotten: vndt Engelländer disputiren mitteinander
darüber, wie auch v̈ber dem außzug, der
Schottischen Soldaten, vndt derer vergnügung,
auß dem Königreich Engellandt. Der alte
Conte d'Essex, gewesener voriger General,
des Parlaments, vorm Fairefax, ist gestorben,
alß er auch einen hirsch zu hitzig nachgesetzt,
vndt baldt krangk darauf worden. Sie wollen
ihn zu Londen, gar herrlich begraben, weil
ihnen auch, 10000 Pfund (libra)℔: Sterlin, so sie ihm ad dies
vitæ, iährlich verordnet gehabt, wieder
anheim fallen, wie sie in zeittungen avisiren.
Ein wunder ding ists, daß man numehr, in
etzlichen wochen, von dem Türgkenkrieg, wieder
die venezianer, auß Jtalia, nichts vernehmen können.
Etzliche besorgen sich, es müße sehr v̈bel dort stehen.
Gott gebe das alles in beßerung möge kommen!
<41 kleine vogel.>
Jn den gesterigen zeittungen, stundt auch, daß der
Züricher krieg, mit ihren rebellischen pawren gestil-
let wehre, in deme sie 7000 Mann, vndter denen
Obersten Pöblitz vndt Escher, (welcheb beyde vndter
meinem commando, in Böhmen gewesen, nemlich
Pöblitz, alß mein Obrist leutnant zu fuß, vndt Escher
alß capitain, nach dem er erstlich, alß mein
Capitain leütenampt, auf des König Fridericj
eigene bestallung, gedienet) auf sie zugesandt,
sie vmbringen, vndt auf gnade vndt vngnade,
annehmen laßen, darvon viel eingezogen,
die v̈brigen pardonirt worden, nach dem sie
eine große geldtbuße gegeben, vndt aller
Privilegien, sjch, verlustig gemacht. Jhrer
vier, sollen schon bekandt haben, das sie an-
gehetzt worden, feẅer einzulegen in Zürich,
vndt wann die Stadt brennen würde,
alßdann solte der hinderhalt einbrechen,
an vndterschiedlichen orthen, anfallen, vndt die
Stadt plündern, die bürger ermorden, vndt der-
gleichen Tragoedie anrichten. Man weiß noch nicht,
wer der anstifter dieses vnheils, eigentlich sein mag?
Sonst wurde auch avisiret, daß im nahmen des
Königes in Frangkreich, wehre begehrt worden,
von der Stadt Basel, ihre Privilegia zu sehen.
Alß sich nun der Magistrat v̈ber solchem begehren
verwundert, vndt die vrsache dieser fragen,
hinwider zu wißen begehret, haben die
Frantzosen, zur antworth, gegeben, es geschähe darumb, damit man sie bey ihren freyheitten,
schützen, vndt manuteniren könne, darauf
haben die von Basel, ihre Privilegia gern ih-
nen vorgezeiget, vndt die Frantzosen, zur handt-
habe ihrer gegebenen vertröstung, fleißig erinnert.
Philip Güder, ist von Zerbst wieder-
kommen, hat daselbst zimliche verrichtung ge-
habt, zu Deßaw aber, niemandt ange-
troffen, weil die herrschaft auf Wörlitz,
zum iagen, verrayset. Rien sans peine,
et difficültèz. Er hat ein par Pollnische
ochßen, vor 30 ReichsthalerRthlr: gekauft, ein wispel
hopfen vor 6 ThalerThlr: Meinen landtwein, ist er
vmb, vndt vor 6 ThalerThlr: den Eimer, loß worden,
vndt meine gerste, den wispel Bernburger maßes,
zu 10 ThalerThlr: gerechnet.
Er Philippus Beckmannus, hat sich abermalß, bey
Mir, præsentiret, vndt referenda referiret.
Jn die kirche, mit den Schwestern, die
wochenpredigt anzuhören, zu singen, vndt zu behten.
Nachmittags, præparatoria zu neẅen vorschlägen,
gemacht, que Dieu vueille fortüner!
Nonobstant plüsieurs empeschemens, & difficültèz
interiectèes, ie me suis avancè, au nom de Dieu,
vers Ballenstedt, ayant avec moy, le maistre
d'hostel Einsidel, & George Frideric de Börstel,
& Tobie Steffeck de Kolodey, en mon carosse,
a Ermsleben, ie prins aussy Ernst Thierry de
Röder. Mais a cheval, estoyent: mes pages, Bie-
dersehe, Ernst Gottlieb de Börstel, item: le maistre
Palafrenier, ün copiiste, ün garçon d'èscuyrie,
& le fourrier ou courreur.
Avis vom Cantzler Milagio, daß Staden mit
Spannien, vndt Spannien mit Frangkreich ver-
glichen. Die deützschen mögen vor sich sehen. Chur
Brandenburgs ankunft, wirdt den sachen ein appuy geben,
als man meinet. Die Frantzosen attacquiren Ipre in
Flandern, vndt die Schweden, Memmingen in Schwaben.
J'ay trouvè cejourd'huy, beaucoup de resistance.
Car ma femme, mon petit Charles, & aultres de mes
gens, me donnoyent des indices, que ie ne devrois
pas, m'avancer, ou bien retourner au plüstost.
Mais mon esprit, trouve d'autres instincts.
Dieu vueille, que ie ne me trompe!
En chemin, beaucoup me traversoit, La calesse
füt rompuë, a üne lieuë de Bernbourg, presque
en toutes ses roues, tellement, qu'il la fallüt
renvoyer, ün flascon, dü meilleur vin, se rom-
pit, & füst èspandü, aulcüns des serviteurs
tristes, & contraires a nostre desseing, &cetera[.]
Fata possunt præviderj; non evitarj!
Risposta von Wolfenbüttel, von dem alten,
vndt iungen hertzoge, en bons termes.
<5 hasen Rindtorff gehetzt.>
<Depesche vers Wolfenbüttel[.]>
Avis: daß 6 puschklepper, vndt 12 hartz-
schützen, sich an, vndt in dem hartz, sehen laßen.
Es hat heütte gar andere resolutiones,
in meinen consiliis gegeben. Circumstantiæ,
variant ius. Gott gebe, daß wirs treffen mögen!
Conferentzen, mit dem hofmejster Einsidel,
so dann auch mit dem Amptmann Märtin Schmidt.
Mais le dèsfaut, est par tout!
heütte bin ich nach dem frühestügk wieder forth
nacher Ballenstedt10, mit meinem comitat. Vndterwegens
habe ich Ernst Rödern, zu Ermschleben, gelaßen.
Meine freundliche herzlieb(st)e gemahlin vndt kinder haben mich, zu
Bernburgk, mit freẅden, gewillkommet.
Avis vom Cantzler Milagio, welcher bittet, ich möchte
auch, in seine avocation, willigen, vndt darzu contri-
buiren, weil er numehr 5/4 iahr, von den seinigen,
absens gewesen, viel in privatis, verseümet, vndt
auch sehr schwach, vndt vnpäßlich worden.
Avisen: daß gantz Candia, leyder! in des Tür-
gken hände, gerahten, vndt stehen der Venezianer sachen,
sehr schlecht, weil von den Christlichen Potentaten,
diese herrschaft, keine hülfe hat, vndt die Christen
einander heftiger, alß die Türgken, bekriegen.
Chur:Bayern, hat an Wrangeln, stillestandt
begehret auf 2 Monat, vndt die beförderung deß
friedens, vndterdeßen, versprochen. Wrangel hat seiner
kirchen gleichmeßige intention prædiciret, vndt ver-
heißen Bayern, vndt alleß zu quittiren, so baldt der frieden
erfolgete, zu Münster vndt Osnabrück darbey Chur Bayern cooperiren
sollte. Jn Duynkirchen, (v̈ber deßen eroberung
die Frantzosen sehr frologken) sollen Sie 180 Stügke be-
kommen haben. Augspurgk ist verlaßen. Venloe
noch nicht gewunnen, geweßen. Zwischen heßen Caßel,
vndt Darmstadt, gibt es, große verbitterungen. perge
Die conditiones, wegen restitution der pfaltz sollen
anfangen erleichtert sich zu erweisen.
Schreiben von Albrecht Schultheß von hamburgk
en bons termes, sonderlich wegen Louis de Geer in puncto der
Collecten, vnsere geistlichen zu erfreẅen!
Gott gebe es!
Johann Sternbergk, heißt der hollsteinische
agent zu Wien.
Extra, zu Mittage, Doctor Brandt, den medicum, gehabt.
Milagius berichtet, daß der graf Magnus de la Garde,
in Frankreich vndter andern sachen, im Nahmen der Königinn
in Schweden, fleißig, vndt eiverig, vmb die restitution
der pfaltz sampt der Chur dignitet, sollicitiret, vndt
mit vielen rationibus, wieder Bayern, remonstriret,
also: das große hofnung, zu solcher recuperation, auch
erfolglich, zu dem lieben frieden, vorhanden. Gott gebe es!
Chur Bayern, sol selber lust zum frieden, bekommen,
wiewol sich, die tractaten zu Münster vndt Osnabrück noch sehr schwehr
anlaßen, vndt die discrepantzen, zwischen den
Päbstlichen vndt Evangelischen in puncto gravaminum, noch
groß sein. Sonderlich wil auch das Pommerische
wesen, lose händel machen, vndt kan man
|| [[Handschrift: 21r]]
sich dareyn nicht wol mengen, sonder den Kayser, oder
die Schweden, oder den Churfürsten zu Brandenburg zu offendiren.
Dann spricht man es dem Churfürsten, im votiren ab,
wie kan es ihm gefallen? Erkennet man es ihm
zu, offendirt man den Kayser, vndt Schweden zugleich,
vndt Schweden stellet sich an itzo, alß wolte es nit
leyden, daß ohne consenß deß Churfürsten, Sie
daß landt annehmen solten. Churfürst von Brandenburg
hat auch weitaußehende consilia. Gott gebe,
daß alles wol abgehe! vndt baldt zum guten
friedensschluß, gelangen, vndt wir vnß recolli-
giren mögen!
A spasso, in vnlustigem regenwetter, die Oeco-
nomica zu urgiren.
Er Marggravius pfarrer zu Waldal[!] hat hieroben
geprediget, aufm Sahl. <Nachmittags in des Jonij predigt,
cum sororibus.>
Extra zu Mittage, Doctor Mechovius, der Junge Börstel,
vndt Marggravius, zur malzeitt geblieben.
Schreiben vom Freyherren von Schrahtembach,
vndt vom hofmeister Schwechhausen empfangen.
Es gehet Gott lob, meinen Söhnen wol, da-
malß den 29ten: September stilo veterj aber der Præceptor
ist krangk worden. <Gott beßere allen v̈belstandt!>
J'ay visitè nostre Damoyselle malade, que l'on
croyt estre si foible de la cheüte encores dü ca-
rosse devant le temple, avec les enfans, ou elle
peut avoir rompü une veine au corps.
Dieu la vueille reguerir bien tost!
An die Churfürstin, nacher Berlin, wieder
geschrieben, wegen des herrn von Schrahtembach.
Gott gebe zu glück vndt gedeyen!
<Ce mattin en la sombre nuict, i'ay songè,
que quelquesüns de mes dents, en haut
& en bas dans la bouche, me seroyent tombèz
fort facillement, & <auroyent> estè fort petits, les tirans
avec le doigt, hors de la bouche. Je n'en ay
pas bien retenü de nombre, mais il me semble,
cinq ou six, sinon devantage. Apres cela ie
serois party malcontent, de ma Patrie, & allè
iusqu'a Constantinople, la ou i'eusse veu la
|| [[Handschrift: 22r]]
plüspart des Chrestiens, & peu ou point de Türcs.
Mais j'estois perplex, si ie devois me retirer, au logis,
de l'Ambassadeur des Estats dü Pays-bas, ou bien des Ambassadeurs
de France ou d'Angleterre. Mais en ces entrefaites, sans y penser nous avançasmes (me sembloit)
vers le quartier de France, insensiblement,
& c'estoit ün tres-magnifique Palais, ou nous
abordasmes, ainsy sür l'eau, ün bras de mer,
comme les ruës sont a Venise. Ün no vieil nain,
ressemblant á ün bouffon, nous y donna la
bienvenuë, riant au commencement mais changeant de visage tout aussy tost, en üne mine
tres-melancolique & triste, & me trouvant
en quelque angoisse & perplexitè, ie m'èsveillay
sür ces entrefaites. Pleüst á Dieu, que
ce songe, sür tout la cheüte des dents ne me
puisse denoter, nül sinistre presage!>
Eine Axel Lillische partie, ist v̈ber die
Saale gegangen, 40 pferde stargk, einer Mause-
partey nachzustellen, wiewol ein ander ge-
schrey außgebracht, alß solte eine armèe, sich
abermalß näheren.
Jch habe heütte allerley præparatoria ge-
macht, zu einer Neẅen abschickung. Gott gesege-
ne gnediglich, Meine Raht: vndt anschläge!
Jakob Ludwig Schwartzenberger ist nacher Zerbst, Gott wolle ihn geleitten!
Die bawsachen zu maturiren, bin ich heütte zwar in
bösem wetter, außspatziret. perge
Dienstag♂ den 27. October 1646.
<3 hasen, vndt 1 Fuchß Rindtorff gefangen. <1 hasen der Schütze Teichmanns.>>
J'ay envoyè Tobias Steffeck von Kolodey vers Leiptzigk, Dieu le vueille
conduyre, & reconduire heureusement!
Mit Doctor Mechovio conferiret, in Polizeysachen.
Postea in Oeconomicis, hanß Tappen, allerley
anbefohlen, <wie auch dem küchenmeister.>
Wolf Sutorium, so bey Mir gewesen, zum verwal-
ter zu Zeptzigk angenommen, vor 30 ThalerThlr: gage
iährlich, vndt 1 ThalerThlr: kostgeldt wochentlich,
von schierstkommenden Martinj an. Gott gebe
mir darzu, glück, segen, vndt gedeyen!
Mein Schütze Ludwig, hat einen hasen ein-
bracht, den er Teichmanns knechten, abgenommen,
so ihn, im Altenburgischen felde, muhtwillger weyse, ge-
schoßen.
Die avisen geben:
Daß der Kayser noch zu Preßburgk seye,
vndt das es wegen außschaffung der Jesuiter
große discrepantzen gebe.
Jnngleichem wehre zu Dantzigk
wegen selbiger Stadt, vndt dem König in
Polen, wegen der Jesuiter cassation mißhelligkeit.
So wehre auch zwischen dem König in Polen,
|| [[Handschrift: 23r]]
vndt selbigen Stenden vneinigkeit, wegen der wer-
bungen, wieder den Türgken, welches die Stände, oder
Senatores in den Woywodschaften, nicht gestatten,
sondern mit dem Türgken, durch interposition
der Kron Frangkreich, den frieden, confirmiren wollen.
Der Papst ist verglichen mit den Barberinj,
doch also daß sie etwaß strafe geben müßen.
Frangkreich tractirt friede mit Spannien,
durch interposition der herren Staden. haben
ypere in Flandern, berennet, nach eroberung
Duynkercken. Die Staden belegen Ostende zu waßer.
Jtem: der Printz von Vranien liegt vor Ostend
Venloe, der Printz von Ligny aber hat v̈ber 1000
Mann, in angesicht der holländer, hinein gebracht.
Es scheinet, man laße es zu, weil trefues
oder friede tractiret wirdt.
Der Frantzose hoffet Lerida zu emportiren,
in Catalogna, durch Comte de Harcour.
<Conte> <de> La garde helt sich prächtiger in Franckreich,
alß noch kein Schwedischer gesandter iemalß gethan.
Der Maréchal de la Milleraye, ist
wiederumb, in der Jnsel Elba, angeld<a>ndet, vndt eingefallen.
Der Türcke bedrenget Suda in Candia, vndt
will vor Zara in Dalmatia gehen.
Der Printz von Dennemargk, ist zwar von seinem
pferdefall restituirt, aber nicht vollkömblich.
Die Schweden haben sich zurügkc, vor Augspurgk
nacher Law<g>ingen gezogen, viel officirer vndt Sol-
daten seindt in Vlm.
Die Grawbündtner, haben dissensjones,
wegen der Capuziner.
Churfürst von Brandenburg ist mit großem pracht,
zu Hanover eingezogen, vndt gehet, nach Cleve zu.
Gott geleitte ihn.
König in Engellandt, wil mit seinem Parla-
ment friede machen. Es ist hohe zeitt. Gott gebe es!
Mittwoch☿ den 28. October 1646.
<3 hasen die pagen geschoßen.>
Iakob Ludwig Schwartzenberger ist wiederkommen von Zerbst, gestern
abendt noch, mit zimlicher expedition, vndt schreiben
vom Wendelino, etcetera[.]
Der Ambtmann, Tomas Benckendorf, jst heütte
fort, mit der contribution, nach Lejptzigk.
Gott wolle ihn sicher, hin: vndt her, geleitten!
Jn die wochenpredigt, cum sororibus, mane.
Nachmittags, habe ich, mit haußhaltungs: vndt
Regierungsachen, zu schaffen gehabt. Gott wolle
erleichterung, meiner beschwerden, geben!
<Nix zum ersten mal diß Jahr, oder diesen wintter.>
J'ay apprehension pour quelqu'ün de mes envoyèz.
Dieu les vueille dre[!] tous benignement preserver!
Risposta von Plötzkau auf mein gestriges, en bons termes.
Jn Oeconomicis, habe ich auch zugesehen, meine beschwehr-
liche bawsachen, zu treiben. Gott gebe glügk, segen,
vndt gedeyen! <On est curieux; d'èsplücher mes intentions,
en des choses, plüs relevèes.>
<3 hasen Rindtorff.>
Es wirdt dem Ertzbischof geantwortett, welcher
vnß citiret<ersuchet> gegen den 5. November nacher Calbe,
vnsere deputirten zusammen zu schigken die
Straßenraüber, zu verfolgen. Wir werden
es nicht vor vnbillich halten, iedoch also, damit
keine gerechtigkeit hierundter gesucht werde,
vnß zu citiren, wieder die Compactata, wie
vor diesem, eingeführet werden wollen, vnß
alß lehenleütte zu beschreiben, auf die landt-
Täge, darwider wir allezeit protestiret, vndt
nie erschiehnen, dann wir haben vnser Fürstenthumb
vndt Erblande von besatzung der lande zu Sachßen an,
vndt lengst zuvor gehabt ehe ein Ertzbischof zu Magde-
burg gewesen. Endtlich, alß die vicinj potentiores, vnß
haben begunt vndterzudrügken, haben wir gutwillig
dem ErtzStift vnß adiungiret, vndt ihre assistentz gesucht,
|| [[Handschrift: 24v]]
auch pacta oder compactata mit ihnen aufgerichtet.
Vndt ob schon, vnsere allte vorfahren, sehr andäch-
tig gewesen, vndt nicht gerne die Geistlichen
offendiren wollen, sondern vielmehr, vmb des
vermeinten Purgatorij willen, den pfaffen,
offtermalß viel cediret, vndt nachgegeben,
So findet man doch nicht, daß sie die lehen,
von den Ertzbischoffen, solten iemalß gesucht,
oder empfangen haben. Gleichwol wollen sie
vnß, wegen etzlicher stügke, (so Sie etwan
einmal in einer alten fehde, beschützen
helfen) vnß alß vasallos tractiren vndt be-
schreiben, so wir ihnen doch niemalß gestendig,
dann Bernburgk ist Sonnenlehen gewesen,
vndt ander örter mehr, welche sie prætendiren.
Vndt die Ertzbischoffe haben oft auch sich sehr
schlecht, vor alters gegen vnser hauß, gehalten,
Agken, Calbe, Staßfurth, vndt andere örter,
dem Fürstenthumb, entzogen, sich zu vnsern
feinden mehrmals gesellet, vndt großen schaden
zugefüget. Waß vom Reich zu lehen herrühret,
in vnserm Fürstenthumb, ist eben so wol von vhral-
ten zeitten, demselben, gutwillig, vndtergeben, vndt
gleichsam conferiret worden, wie Pommern, Meckeln- || [[Handschrift: 25r]]
burgk, vndt andere alte Fürstenthümber mehr,
dann wir haben vnsere lande gehabt, ehe noch
ein Kayser gewesen. Also ists ein anders, einem,
ein patrocinium ad tempus nur, welches ein perso-
nale vndt baldt wieder cessiret, auf gewiße maße,
zu conferiren, ein anders ists, eine servitutem
perpetuam, oder Erblehensgerechtigkeit, sich auf-
dringen, vndt aufbürden zu laßen.
Der Oberste Werder, vndt sein vetter, machen
mir auch ein disputat, in den außgeschriebenen
Steẅern, erachten sich nicht schuldig, zu haften, vor
ihre verderbte vndterthanen, wollen den landt-
Tagsschluß, de anno: 1611 invertiren, vndt
gar anders deütten, alß er gemeinet,
begehren neẅe receß aufzurichten, vndt
meinen sie haben viel gethan, daß sie durch
compensationes ihren beüttel, so wol gespickt,
dem lande zum besten, wers glauben köndte?
Extra zu Mittage, ist Doctor Brandt, bey vns geblieben.
J'ay tenü beaucoup de propos; avec luy. perge touchant
l'estat de ce pays, & nos divisions, non necessaires.
Mit Oeconomicis, habe ich, zu schaffen, gehabt, vndt
zu den bawsachen, gesehen, in der Mühle, garten, For-
wergk, vndt dergleichen.
Schreiben vom Cantzler Milagio. Die religionssachen
wollen hingken, vndt es machen es die lutheraner fast ärger
mit vnß, alß die Papisten[.] Gott erbarme es.
Tobias Steffeck, von Kolodey ist fœliciter
von Leiptzigk, wiederkommen. Gott lob, vndt dangk!
Die avisen geben:
Daß die Schwedischen noch vor Augspurgk haben abziehen
müßen, weil der entsatz ankommen. Sie hetten
sich an die Thonaw, gegen Lawgingen, retiriret.
Es bestünde aber doch, auf einer haüptaction.
Zu Preßburgk hat es alteration gegeben,
weil der Ertzbischof von Tyrna, deß vngrischen
Palatinj Stelle, vertretten wollen, vndt baldt
wehre auf Böhmisch, zum fenster hinauß, geworffen
worden, wann der Kayser sich nicht interponirt hette?
Jn Polen gibt es diversa studia, weil der
König die Stügke auß Warschaw, nacher Reüßischen
Lemberg zu führen befohlen, wieder den Türgken,
welcher an den grentzen stargk solle sein ein-
gefallen, hingegen wollen solches, die Senatores
regnj, vor angesteltem, vndt geschloßenem Reichß-
Tage, nicht concediren. Es sollen auch die Königischen
albereit auf die andern an einem paß, chargiret,
|| [[Handschrift: 26r]]
vndt die aufrührischen Polen, welche die Stügke
aufhalten wollen, geschlagen haben. Zu Dantzigk
hat der Raht, ein Nunnenkloster, den Jesuitern,
auf Päbstlichen befehl, nicht einreümen wollen,
darüber die Stadt, a Senatu Regnj Poloniæ,
bandisiret worden.
Frangkreich sol mit Jhrer Kayserlichen Mayestät
pacisciret haben, darüber auch der General
Touraine in Bayern, nichts feindtliches atten-
tiret, sondern von den Svecis, sich separiret.
Vmb Vlm, Donawerth, vndt Augspurgk
herumb, sol große verwüstung vorgegangen sein,
wegen der daselbst gelegenen völcker.
General Wittembergk, sol nach Mähren zu, gehen.
Risposta von Weymar, vom hertzog Wilhelm, en
termes courtois, mais declinatoires! perge
Ein Fuchß von den Hanoverischen, ist mir heütte
abermalß vmbgefallen. habe also kein glück,
weder zu den Oldenburgischen noch Hanoverischen pferden!
Schreiben von Ballenstedt, mit eigentlicher
description, etzljcher contribution: vndt Steẅersachen,
wie dieselbigen stehen? Jtem: haselhüner, großvogel
& talia! ohne die Austern so Tobias von Leiptzigk gebracht.
