Es hat viel gratulationes zum Neuen Jahr gegeben,
wiewol auch verdruß, rancor, vndt wiederwertigkeitt,
cum mala herba, nicht außen geblieben. Patientia!
Er Marggravius pfarrer zu Waldal[!] hat hieroben
geprediget, vndt das neẅe Jahr publice & priva-
tim gratuliret. Gott erfülle die guten wüntzsche,
<mit gnaden.>
Extra: den Doctor Mechovium, iungen Börstel,
vndt Marggravium gehabt. Discorsj con tuttj. perge
Risposta: von hartzgeroda, von Meines bruders Fürst Friedrich ge-
mahlin, gratulando zum Neẅen Jahr.
J'ay escrit a Docteur Lentz, vers Quedlinburgk, a Jehna
vers Zerbst, & a Wogaw, vers halle, pour frayer le
chemin, a la consültation proposèe. perge Dieu nous vueille
assister, de sa Sainte benediction!
Die Jungfer Wirleben, ist forth, nacher Quedlinburgk, mit
meiner kutzschen, vndt pferden. Gott geleitte Sie, hin: vndt her!
Nach Zerbst habe ich auch eine Calesche geschickt, den
Advocaten Jehna, abzuholen, gleich wie ich Doctor Lentz
von Quedlinburgk, mit vorgedachter kutzsche, erwartte.
Nach hall, habe ich vmb die acta geschickt.
Dieu vueille! que mes affaires aillent bien!
& point le pas d'èscrevisse, comme il semble,
par les fausses menèes, de mes malvueillans. <perge>
Jch habe im Pfaffenpusch, iagen laßen, aber,
meine leütte, haben nichts gefangen.
Jch habe etzliche abrechnungen, mit Meiner gemahlin, in
Ordinem redigirt.
Schreiben von Brehmen, vndt Leyden, da
Gott lob, noch alleß, wol stehet.
<2 hasen, Oberlender geschoßen.>
Der pfarrer von Körmigk, hat alhier zu Bernburgk, vnß
aufm Schloße geprediget.
Avis: daß gestern eine partie dißeyt zu Wirschleben,
von 12 pferden stargk, gehalten, vndt heütte ienseyt
eine von 10 pferden, im felde, sich sehen laßen. Es würde
auch numehr dißeyt der Sahle, der parthien halber
etwaß vnsicher. General Maior Loẅenhaüpt läge zu Er-
furdt, mit seinen völckern, der Oberste Wrangel, wehre
gestern zu Staßfurth, gelegen, mit 150 pferden, vndt gienge
nach Pommern zu. Wehre neẅlichst mit 1000 pferden
v̈bern hartz, gegangen. Die dismontirten Regimenter,
|| [[Handschrift: 79r]]
kähmen auch auf die nähe sich zu recruytiren.
Also haben wir keinen friede im lande zu hoffen. perge
Avis von Ballenstedt, das Christoph von hagen,
vmb eines allten grolls willen, den leütenampt
Stahl, selb vierdte angetroffen, zwischen Opperoda,
vndt Meistorff, des Stahls bruder niedergschoßen,
seinen cörper zu Opperoda gelaßen, vndt den leütenampt
selber gefangen darvon geführet. Er sol ihn vor diesem
beym Churfürsten von Saxen, fälschlich angegeben haben,
alß hette er v̈bel vom Churfürsten geredet, so doch nichts
gewesen, darüber er lange zeitt, verfolget worden,
vndt flüchtig werden müßen, biß er durch seine vorneh-
me freünde, beym Churfürsten außgesöhnet worden, vndt
seine vnschuldt dargethan. Darauf er sich an Stahlen
zu vindiciren, geschwohren sol haben.
Nachmittags, wieder mit meinen Schwestern, in die
kirche vorm berge, aldar der Caplan, Er Jonius
geprediget.
Der gewesene Cantzler zu Quedlinburgk,
Doctor Lentz, ist von Quedlinburgk, vndt der Advocat
Jehna, von Zerbst, (citirter maßen,) erschienen.
Meine pferde, haben nicht können, wegen des
grundteyses, v̈ber die Elbe kommen. Der Raht zu
Zerbst aber, hat ihn, biß an die Elbe, gegen Dochum,
v̈ber, führen laßen.
Jch habe heütte raht gehalten, wegen der brüderlichen
differentzien, mit dem Cantzler, Doctor Lentz, mit Doctor Mechovio,
vndt Jehna, vndt ist in consideration kommen, 1. die
quæstio An? ob der gütliche vergleich einzugehen, oder dem
rechten, sein lauf zu laßen? 2. Quomodo? ratione Directionis,
Jtem: der Regierungskosten, vndt 3000 ThalerThlr: loco præcipuj,
Ballenstedter forsts, confirmation der ehrpacten, meines
bruders, liquidation der rechnungen, vndt vindicirung
der angethanen injurien, oder satisfaction davor.
3. durch wen es Fürst Friedrich anzubringen, wer zu jnter-
ponenten zu adhibiren? Vndt wie sich bey der Kayserlichen
commißion zu bezeigen. Es seindt stadtliche conside-
rationes, auf die bahne kommen, sonderlich vom Doctor Lentz
vndt hat Tobias Steffeck von Kolodey alleß absonderlich, prothocollirt.
Derhalben ichs, alhero zu setzen, vor vnnöhtig, ge-
achtet.
Zum Mittageßen, seindt extra geblieben:
Doctor Lentz, der CammerRaht, Doctor Mechovius, der von Jehna,
Jtem: am NebenTische, der iunge Börstel, der
Amptmann Märtin Schmidt, vndt andere.
Schreiben von Deßaw, da ich beschrieben
werde nacher Cöhten.
Drey relationes, vom Cantzler Milagio, seindt ein-
kommen, sub numeris, 54[,] 55 vndt 56[.] Der friede
stehet noch in hofnung. Die gravamina sollen
erörtert werden. Schweden scheinet nachzugeben, von
wegen Pommern, iedoch sub conditione æquipollentis. <perge>
Ascania wirdt nicht attendiret. Wer nicht
zu Münster oder Osnabrück terriren kan, kümbt in keine
consideration. Patientia. ChurBayern
vndt Wirtzburgk partrociniren vnß in dieser
Sache, wie auch viel Evangelicj. etcetera
Gott helfe daß wir vnß nicht selber, im
licht stehen!
Jch habe dem Amptmann zu Ballenstedt Märtin Schmidt,
commission gegeben, den von haagen, weil er in Meinem
Territorio gefrevelt, fest zu machen, wann er
ihn darinnen antreffen kan, vndt mirs alßdann
ferner zu referiren.
Schreiben von Wien, Prag, Stugkardt, vndt andern
orthen, gratulationes, zum Neẅen Jahr. etcetera
Oberlender hette abermalß baldt ein vnglügk ge-
habt, durch Ludwig1 den Schützen, welcher ihn
halb im scherzt, halb im ernst, erschießen wollen,
ihn mit wortten voller weyse erstlich ange-
tastet, darnach aber vor ihm niedergeschoßen,
vndt hat darzu scharf geladen gehabt. Gott lob
daß es nicht ärger abgelauffen! Jch habe ihn incarceriren lassen.
<Frost, vndt Sonnenschein. 2 hasen Bidersehe. perge>
A spasso, in gutem frischen wetter. perge
Die Rähte Doctor Lentz, Doctor Mechovius, vndt der<mein>
consulent Jehna Syndicus von Zerbst, haben
weydlich laboriret, in vnsern differentzien.
Der hofmeister Einsidel, Doctor Brandt, vndt
die Amptleütte, haben in ihren Commißionen,
auch vollauff zu schaffen gehabt. Gott gebe gedeyen!
Dat Deus omne bonum; sed non per cornua Taurum!
Avis: daß drey Rotten, Mußcketirer, zu Ermßleben,
ejngefallen, daß hauß, darinnen hagen gewesen,
aufgeschlagen, besetzt, ihn heraußer genommen, den
gefangenen leütenampt Stahl, liberiret, vndt
nach Manßfeldt geführet, auch den Todten Cörper,
des erschoßenen leütenampts, bruders, weggebracht.
Avis: daß eine partie Reütter, diesen abendt,
dem Schäfer Abel Rigkmann 2 pferde vorm
wagen, außgespannet, an der Dröbler brügke,
wie auch, 2 pferde einem schenkgen von Paschleben2. <perge>
Mittwoch☿ den 6ten: Januarij: 1647. Trium Regum.
Der hofprediger Thepoldus, hat vnß, aufm Sahl ge-
prediget, vndt nach der predigt, habe ich wieder
raht gehalten.
Extra: Doctor Lentz, Jehna, der Junge Börstel,
|| [[Handschrift: 81r]]
Doctor Mechovius, Amptmann von Ballenstedt[,] Paulus Secretarius[.]
Nachmittagß, habe ich wieder raht gehalten, mit
Cantzler, vndt Rähten. etcetera
Schlegel ist anhero kommen, pour prendre des perdrix.
heütte nachmittage (alß die Schwestern in die kirche
gefahren) habe ich abermalß, mit Doctor Lentzen, Doctor Mechovio,
vndt Jehna, raht gehalten, vndt daß project resolviret.
Man hat die gestrigen pferde, durch hülfe deß
von hagen, bey Leppendorf wieder bekommen. Gott lob.
heütte ist der Cantzler, Doctor Lentz wieder
verrayset, nacher Quedlinburgk, mit meiner
kutzschen, vndt pferden. Gott gebe ihnen glück!
Daß grundteiß fängt an zu gehen, auf der
Sahle, wiewol es auf der Elbe, schon vor-
lengst gegangen. perge
Der Amptmann von Ballenstedt ist auch wieder
dahin gezogen.
Risposta zum Neuen Jahr, von Delmenhorst vndt
Sonderburgk, in höflichen terminis.
Allerley gute gespräche mit Jehna gehalten,
vndt der Zerbster allte Privilegia gelesen. <perge>
La sentence contre Horenburgk prisonnier adültere
est venuë, qu'on le doibt fouetter par la Ville, & rele-
guer. Mais si sa femme continuë a jnterceder pour luy
|| [[Handschrift: 81v]]
& desire, de cohabiter derechef, avec luy, on le
doibt èspargner avec la füstigation, & le releguer
neantmoins, dü pays, a perpetuitè, sj ce n'est
que ie luy vueille faire grace, & le pünir
d'üne grosse amende pecüniajre. perge
Jehna hat seinen abschied genommen.
Jehna ist fortt, im nahmen Gottes, nacher Zerbst
wiederumb.
Gratulationes zum Neuen Jahr, von Zell, Oldenburgk et cetera
wie auch auß der Schlesie.
A spasso in schönem wetter. perge
Des endtleibten Stolls von Manßfeldt, wittwe, hat
mir kläglich, den fall ihres Mannes, vndt wie
er von Christoff von Hagen, frevendtlicher weyse,
wehre auf freyer straßen, ermordet worden,
<zu erkennen gegeben, nemlich> Alß er seinem bruder, den leütenampt Stoll,
aufhelfen wollen, weil derselbige durch flüße
in augen, fast erblindet, zweymal v̈bern
hauffen, gefallen mit dem pferde, vndt hat gebeh-
ten, es zu vindiciren, weil sie die Mittel nicht
hette den proceß, z außzuführen, vndt hette
4 vnschuldige kleine kinder. Der commendant
|| [[Handschrift: 82r]]
zu Manßfeldt hette zwar den gefangenen wieder
loß gemacht, vndt den cörper abholen laßen. Jch wehre
aber schuldig, daß vnschuldige blut, auf meinem
Territorio beg vergoßen, zu rächenen. perge
Krosigk von Erxleben, ist anhero kommen, wegen
der schuldtsachen, die er hat mit hanß Berndts. Jch
habe den hofmeister Einsidel, Doctor Mechovium, Doctor Brandt,
vndt Geörg Banse, zu commißarien, verordnet, sie
zu vergleichen, wenn es nur helffen wollte?
Extra: zu Mittage, vndt zu abends, Christof
Wilhelm Schlegel, gewesen, wie auch gestern
abendts, gewesen, weil er anhero gekommen, Räp-
hüner zu fangen, gestern, hat er, 5 Räphüner
mit der tirasse, gefangen, heütte aber 2 Räphühner.
Dem CammerRaht, Doctor Mechovium, habe ich, zum Præsidenten
geschickt, ihm zu regratuliren, die haberfeldts,
vndt sache zu recommendiren, Fürst Augustum vmb assistentz
zu ersuchen, vndt ihn seines rests halben, zur Pa-
cientz, zu weysen. Il a respondü, selon sa coustüme en termes ambigüs, mais modestement. perge
Hanß Horenburgks, weib, continuirt, vor ihrem Ehemann,
oder viel mehr ehebrecher, eyverig, vndt innstendig zu bitten.
Adam Bidersehe vndt ein Quartiermeister, haben der-
gleichen gethan, wie auch andere mehr, nebenst dem gan-
tzen Raht, vndt Bürgerschafft zu Bernburgk, ne pereat!
A spasso Nachmittagß, in gutem wetter.
Conversationes, mit Doctor Mechovio, vndt Doctor Brandt.
Schreiben von Fürst Friedrich sehr picquant perge voller jnvectj-
ven, jmputationen, vndt losen händeln, in einem
sehr arroganten stylo. Gott wolle es beßern!
<Regen, vndt gelinde wetter.>
Schreiben von Schöningen, darinnen die hertzoginn
intercedirt, vor den gefangenen Bader homicidam,
da sie doch vndterschiedlich an mich geschrieben,
ihn zu bestrafen, vndt kein blut auf mich zu
laden, auch vrtheil an vndterschiedlichen orthen,
selber einholen laßen. Souvent femme varie!
Jch habe nacher halle geschickt wagen vndt pfer-
de, ein par gute leütte, von dannen, abzuholen.
Gott gebe zu glück.
Der Superintendens, Er Plato; hat hieroben
aufm Sahl, geprediget.
Extra zu Mittage gewesen, Er Plato, Schlegel
vndt der alte Ambtmann, Thomas Benckendorf. <et cetera>
Schreiben von Churfürst von Brandenburgk, welcher
mir seine heyrath höflich zu erkennen gibet, auß
dem Gravenhaag, vom 11ten: December[,] Jtem: gratu-
lationes, zum Neẅen Jahr, vom hertzogk Ernst
von Weymar, vndt Seiner lieben gemahlin.
Nachmittags in die kirche, vndt Catechismuspredigt deß
Jonij, cum sorore Sophia Margaretha, weil die
iüngste schwester, kranck ist. Gott helfe ihr wieder auff!
Deß horenburgks altes Eheweib, hat einen
fußfall gethan vndterwegens, ihres Ehebrecherischen
Mannes halben, vndt vmb sein leben, gebehten. <perge>
Es laßen sich ein 6 Tage hero, gegen abendt,
zweene große helle Sternen sehen, am firmament
des himmels die stehen klafterweitt voneinander
in einer linien, (des Menschen augenmaß nach,
ohngefehr zu rechnen) vndt gehen vom Morgen
gen abendt. Stehen, (nach Menschlichem augenmaß)
v̈ber dem Dröbelischen holtz, vndt wandern
gegen Staßfurtt, alda sie pflegen sich zu ver-
liehren, wann der Mond vndtergehet, vndt
andere Sterne, sich verliehren. Sie seindt größer
alß andere sterne, wie ein ReichßThaler, ohnge-
fehr größer ist, alß ein groschen. haben sehr
große klarheitt in sich, vnt lange Strah-
len, fast wie Cometen, aber nicht solche Schwäntze.
Die Bedeüttung ist Gott bekandt.
Diß iahr, seindt in gantz Bernburgk,
50 kinder mehr gebohren, als leütte gestorben.
<1 hasen Schlegel gehetzt. perge>
Songe: de la mort dü Conte d'Ortembourg,
mon ancien amy, ce que Dieu ne vueille pas,
nj pour luy, nj pour ses pauvres süjets.
Jtem: dü retour de mes fils, de Leyden, icy,
lesquels m'eussent fait beaucoup des plajntes,
sür tout Victor Amadis. Dieu les garde, &
garentisse, par ses Saints Anges, Amen!
Avis: daß Niemandt zu Deßaw, von
herrschaft vorhanden, sondern die Fürstin wehre
nach Goldwitz, der vetter Fürst Johann Casimir
aber, nacher dem hänichen, mit den iungen vettern
von Plötzkaw, dem Churfürsten von Sachßen,
wieder aufzuwarten, vndt den iagten, beyzu-
wohnen. perge
Jch bin in Meiner Oeconomia, etwaß vnglück-
lich, in dem mir die kühe sterben, die meisten
aber verkalben. Solches kan von den vielen
Maüsen, so im felde in der weyde gewesen,
vndt an itzo im Stroh sein, herkommen.
Gott wolle beßer gedeyen geben!
Maximilian Wogaw, vndt der Syndicus<Senior> von
Hall, <Er> Friederich Kühne, seindt anhero, gekommen.
Dem Wogaw, (alß bekandten) habe ich noch heütte
audientz gegeben, vndt arcana von ihm erfahren.
Gott gebe zu meinem besten! Dem andern habe ich
durch hofmeister Einsidel, vndt Doctor Brandt zusprechen
laßen. Nach dem abendteßen aber, audientz verstattet.
Schreiben vom Berlin, Culembach, Breßlaw,
vndt andern orthen, auch von Wien.
Die beyden Sterne hab ich diesen abendt
gesehen. Es seindt aber keine neẅe Sterne,
sondern Jupiter, vndt Mars. Dieser klein
vndt roht, der ander größer vndt weiß,
sehr helle. Sie folgen dem Mond, vndt
daß sie sich, so nahe coniungiren, darinnen
bestehen, daß rarum contingens.
Gestern abendt, vmb 8 vhr, ist auch
eine Mondfisternüß gewesen. Die Wolgken
haben wegen ihrer trüben verfinsterung,
vnß nicht zugelaßen, es zu besehen. Die Astronomj
schreiben, ihrem gebrauch zu wider, diese finster-
nüß bedeütte etwan gutes, id est: friede.
Gott gebe gnade, daß es wahr werde!
Christof von hagen, hat auch an Mich suppliciret
vndt gar anderst berichtet, als die Stollen.
<4 Räphüner Schlegel.>
<Frost, auf voriges gelindes wetter perge 3 hasen>
Die gestrigen avisen brachten:
Daß der Kayser, noch in Vngarn zu Preßburgk
aufm landtTage wehre, vndt 25 kirchen den E-
vangelicis, eingereümet hette. Sie wollten
aber noch, v̈ber 100 haben, vndt die Jesuiter
wollten sich nicht außschließen laßen, præ-
tendirende, daß Sie ein Standt im König-
reich mitt wehren. Gegen Ostern würden
Jhre Kayserliche Mayestät erst wieder nacher Wien
kommen, alda wehre noch die alte Kay-
serinn, sampt dem iungen König in Böhmen
vndt die v̈brigen Kayserlichen Kinder.
Zu Münster undt Osnabrück machte die restitution
des Pommerlandeß, viel intriguen. Der
Churfürst von Brandenburg wolte nichts mißen.
Die Kayserlichen hetten es den Schweden verheißen.
Die Staden vndt andere dörften mitt in daß
Spiel gerahten, im fall kein temperament
zu treffen, vndt zu erfinden.
Franckreich offerirt noch den Staden die ge-
wunnene lande in Belgio, im fall es<Sie> 4
Jahr noch, den krieg wieder Spannien continujren.
Die Staden erinnern sich hingegen ihrer promesse
so sie Spannien gethan, haben aber noch nicht ratificirt.
Chur Brandenburgs heimführung geschicht mit großer
pomp, gleich wie das beylager in der stille abgangen.
Gott gebe zu allem glück, segen, vndt succeß!
Mit Pfaltz Neẅburgk hat er auch zu thun,
wegen der Jülichischen lande, &cetera
Jn Frankreich ist der alte Printz von Condè gestorben,
Pfaltzgraf Ruprecht General v̈ber 8000 Mann
in Engellandt zu führen, mit gutem tractament
vom Könige in Frankreich worden, vndt man suchet, die
Catalonische Niederlage, außzubüßen.
Es stehe darauf, das der Kayser, des
Düc d'Orleans Tochter heyrathen solle.
Er der Düc d'Orleans aber hat itzt noch ein Freẅlein
bekommen.
Der Pabst stellet sich alß wolle er Fran-
tzösisch werden, hat die Barberinj resti-
tuiret, vndt bemühet sich den Venezianern
durch große bündtnüß zu helfen, weil
Sie zu schwach, dem Türgken zu resistiren,
vndt zu besorgen, die Stadt Venedig
selbst, dörffte attaquiret vom Türgken, werden.
Engelland vndt Schottlandt, trawen einander nicht,
also ist dannenhero, schwehrlich friede zu hoffen. Jn
Jrrlandt fomentirt der pabst die Papisten.
Die Engelländer haben zwar den Schotten, eine
große Summa geldes, vor ihre geleistete
dienste, erlegen müßen. Aber die diffidentz
bleibet, deren der König in GroßBritannien
sich artig weiß zu bedienen, wie auch an-
dere benachtbahrte Potentaten.
Der Pollnische ReichßTage ist zum ende.
Der König in Polen hat zwar sein meiste
volck abdangken müßen, hingegen aber
von den Senatoren dafür, 7 Tonnen
goldeß, vndt die bezahlung aller seiner
schulden, leibgeding seiner gemahlin,
vndt promeße erhalten, im fall der Noht
ihme wieder den Türgken, oder andere feinde,
1000 mille Mann, ohne sein zuthun, inß feldt zu lifern.
Die Schweitzer armiren sich auch,
weil ihnen die Frantzosen, vndt Schweden
zu nahe kommen, ihr landt zu verderben perge
haben schon daß vffbott ergehen laßen. Also will
kein landt, verschonet bleiben. perge
Schwester Dorothea Bathildis, ist gestern vndt
heütte, sehr krangk gewesen. Gott wolle sich ihrer
erbarmen, vndt die schmertzen lindern! Amen!
An Fürst Augustum geschrieben, in der Ascanischen,
vndt Fürst Friedrich sache, wie auch wegen des haberfeldts.
Eine commission, dem hofmeister Einsidel, dem Seniorj
von halle, Ern Kühnen, dem Doctor Brandt, Georg
Pansen, vndt anderen aufgetragen, wegen der bürger-
schafft gravaminum. Gott gebe zu friedlichem,
vndt billichmeßigem succeß!
Caspar Pfaw, hat sich bey Mir præsentiret
vndt hat mir allerley referiret. Jch habe ihn zur
malzeitt behalten. perge darnach ist er forth, gen Plötzkaw.
Fürst Augustus hat mir höflich wieder geant-
wortett, theilß sachen auch præteriret. perge
A spasso die Oeconomij sachen zu treiben. perge
J'ay expediè ce soir üne depesche
vers mes enfans. Dieu la vueille fortüner!
& divertir de nous & de tous les nostres, tous mal-
heurs, & inconvenients! Ainsy soit il!!
J'ay aussy èscrit tout ensemble a Monsieur
l'Electeur de Brandenburg luy felicitant son
mariage, que Dieu vueille benir, & rendre heureux!
<1 Räphun.>
Jn die wochenpredigt, cum sorore Sofia
Margaretha.
Extra: Zu Mittage, Senior Kühne,
Wogaw, Schlegel, Doctor Brandt, Diaconus Jonius.
Gratulationes zum Neẅen Jahr, vom landt-
graf Herman, vndt Seiner Lieben gemahlin. perge
Den gefangenen, vndt etzliche wochen hero,
biß dato, in eysen gehaltenen, lackayen, (so
auf der rayse nacher Wien, sich verbrochen,)
Märtin haugk, habe ich heütte, auf Fürstlichen
vndt anderer vornehmern leütte, vorbitte,
dimittiret, mit vngnaden von hofe geschaft,
vndt eines wenigen rests, so er zu fordern
gehabt, priviret, weil er ohne daß, wieder
mein wißen, vndt willen, geldt aufgenommen.
Der gestrigen Commißion halben, hats
heütte viel deliberationes gegeben. perge
Schreiben vom Milagio, daß es scheinet, man
wolle die ReichsStände dahin halten, daß
Sie contra Chur Brandenburgk, sich hostiliter
erklähren, vndt der Kron Schweden, Pommern gewehren sollen.
Extra: Zu abendts, der Senior, Kühne, Maximili-
an Wogaw, Schlegel, Doctor Brandt, Geörge Banse perge
Jch habe ienen nach den andern, post cænam in
meine stube kommen laßen, vndt diversa mit
ihnen tractiret. perge
Donnerstag♃ den: 14den: Januarij: 1647.
Schreiben, von Stollbergk, wegen alter rechnungen. perge
Der Senior Kühne, vndt Wogaw, seindt wieder
nach hall, Schlegel ist auch wieder verrayset.
J'ay contentè chascün. Gott geleitte
sie, auf wegen, vndt stehgen. perge
Amptmann von Ballenstedt, ist wiederkommen. perge
Avis auß Schweden, vom Hans Christoph Witzscher (welcher zu Stock-
holm, mit gefahr ankommen, vndt 3 wochen, auf der
See gewesen) an Meine herzliebste gemahlin, daß Jhrer
Liebden sachen, biß dato sehr krebsgängig. Die Königin
vndt der Alte Feldtherr la Garde, sein krangk.
Oxenstirn, der hat wenig lust zur exemption,
davor die Generals, in Deützschlandt, bitten,
vndt keine consequentz, einführen laßen wollen,
hoffen viel mehr, hülfe von vnß, die friedenstracta-
ten, zu erleichtern. La Garde gemahlin, kan kein deützsch
hat nur eine kleinen iungen, zum dollmetzscher.
Die Königinn, vndt ihre leütte verwundern sich, das
ich nicht selber, Sondern nur Meine gemahlin, vmb die exemp-
tion angehalten. Die herrnvettern, vndt Mein
bruder, haben nachgeschrieben, vndt protestiren
wieder vnsere Bernburgische verlangte exemption,
recht bößlich: vndt heimtügkischer weyse.
Worümb verfolgen sie doch, meine Seele?
La gentile aloutte, avec son tirelire, &cetera &cetera
a desja chantèe, il y a huict jours. C'est:
pour chanter taire (peut estre) apres la
chandeleurre aultant de temps, & nous ap-
porter l'hyver, au Printemps, & a la fayson
de la semence.
Den CammerRaht, Doctor Mechovium, bey Mir ge-
habt, wegen hanß Horenburgß, welcher sich zu
500 ThalerThlr: Strafe, auf terminen zu geben, endt-
lich anerbotten, wolverdienter maßen, vmb
seines wiederholten adulterij willen. perge Gott gebe!
daß er sein leben beßere, vndt wahre buße thue!
Paulum Secretarium in Stollbergischen vndt andern
sachen, bey mir, gehabt.
Schreiben vom hertzogk Jochem Ernst, meinem
|| [[Handschrift: 88r]]
Schwager, zum Neẅen Jahr, gratulando. E
Seiner Liebden gemahlin, ist sonst einer Todten frucht genesen.
Jst ein freẅlein gewesen. Gott stärgke die fromme
hertzoginn! Vndt helfe Jhrer Liebden wieder zu voriger
gesundtheitt, vndt zu leibeßkräften?
Zu Mittage habe ich extra den Medicum, Doctor Johann
Brandt gehabt, mit welchem ich postea allerley
conversiret. perge
Gegen abendt, habe ich wieder, wie gestern,
Schwester Dorothea Bathildis besucht, in ihrer
krangkheit, so der Medicus vor ein kaltes fiber helt.
Gott wolle ihren zustandt beßern, vndt die
große gedultt, so Sie Christlich erweyset, erhalten!
<2 hasen habe ich gehetzt.>
Meine pferde vndt caleße, (welche den Seniorn
vndt Wogaw nacher hall wieder gebracht) seindt
gestern abendt spähte, in tiefem bösem wege,
sampt der convoy, vnversehrt wieder
ankommen wiewol sie im hinwege, zwey-
mahl von Reüttern angesprengt worden,
vndt die guten leütte sehr erschregkt.
Gott seye es gedangkt, der sie vor vn-
glück vndt mich vor schaden, bewahret hat!
er wolle ferner seine gnadenhandt v̈ber vns halten!
Diesen Morgen, bin ich v̈ber die Sahle durch
die Stadt, nach dem Kayserlichen läger zu, geritten,
daßelbe zu besehen, vndt haben 2 hasen
gehetzt. perge <Es hat geregenet, vndt geschneyet. et cetera>
Schreiben vom hertzogk Augusto zu Braunschweig
gratulando zum Neẅen Jahr.
Der caßirer von Manßfeldt, dringet
auf die 300 Malder holtz, so er begehrt außm
Ampt Ballenstedt, auf General Major Axel Lillie
befehl, will daß holtz vndt die fuhren, diese
woche von Ballenstedt haben, keine excüses
gelten laßen, vndt droẅet mit der milita-
rischen execution. Leget also, den knüttel
bey den hundt, wie die Soldaten pflegen. perge
Er Peter Goht, pfarrer von Ballenstedt
ist diesen Nachmittag bey Mir gewesen.
Darnach, der Obereinnehmer, Bergen.
Schreiben vom Doctor Lentz, auß Sangerhausen,
en bons termes, ayant conferè avec
Berlepsch, des differends fraternels. Dieu
vueille! que mon frere, me traitte sincerement!
Gestern hat sich, eine partie, von 20 pferden
nachmittags, im felde, wie auch in den püschern
sehen laßen, v̈ber der Sahle, vndt haben bey-
pferde gehabt. perge
Diese Nacht, hats gar hart gefrohren, vndt
hat heütte v̈bergetragen.
J'ay expediè derechef üne depesche bien esperèe.
Der Rector Hesius hat geprediget auf vnserm
Sahl, gar erudite: von der hochzeitt zu Cana3.
Extra: zu Mittage: Doctor Mechovius, Doctor Brandt,
der iunge Börstel, Hesius, &cetera
Rector schluge mir hacken zum conrecto-
re vor. Wil 60 Gulden (florenus)f: fallen laßen, an Seiner besoldung,
vndt ihme 1½ hufen landeß, cediren. Der
Raht möchte darzu noch 20 Gulden (florenus)f: legen. perge
Erlach, ist vor 3 wo<tag> kurtz vor Altenburgk
von 3 Reüttern, angesprengt, vndt attacquirt worden.
Er hat aber seine haußfraw laßen vollends hinein
fahren, er vor seine person ist abgeseßen, hat 2 Rohr,
in die Faüste genommen, mit einem feẅer gegeben,
|| [[Handschrift: 89v]]
Sie hinwider, mit ihren carabinern, biß er das an-
dere geladene Rohr, auch ergriffen, vndt angeschlagen,
darauf sie reiß auß, genommen. perge
Nachmittagß, bin ich in die Catechismus predigt
deß Jonij allein gefahren. perge
Der gute alte Wendelinus schreibet mir,
mit<vndt> dedicirt, vnserer Jugendt, seine jnsti-
tutiones Theologicas, gleich wie er vor die-
sem, die institutiones Politicas, ihnen dediciret.
Gott gebe zu gutem succeß! vndt gedeyen!
Conferentz mit dem CammerRaht, Doctor Mechovio.
Es hat heütte gar hart gefrohren.
Der iunge Börstel Geörg Friederich, hat sich
præsentirt, abschiedt zu nehmen, weil er nach der
Margk zu, in seinen Privatis, zu verraysen, ge-
willet. Jch habe ihm, eine recommendation an die
Churfürstinn mitgegeben, auch an Jehna ge-
schrieben. On dit icy de tresmauvayses
nouvelles, ascavoir: que Monsieur l'Electeur de Bra<n>-
denbourg, a estè empoissonnè a Cleves,
& son principal Ambassadeur a Münster,
le Conte de Witgenstain, poignardè. Dieu
vueille que ces nouvelles, soyent controuvèes.
Nachmittagß spatziren gegangen, in kaltem
iedoch schönem wetter, vndt Sonnenschein.
Schreiben von Altemburgk vom hertzogk
vndt hertzoginn, gratulationes zum Neuen Jahr. Jtem: von
Berlin, Wien, vndt andern orthen. perge
Die avisen, melden nichts böses, vom Churfürsten von
Brandenburgk, hingegen, das er im haag lustig ge-
wesen, viel feẅerwergk probirt, vndt neẅe jnven-
tiones, auch neẅe werbungen angestellet,
vndt glücklich zu Cleve, ankommen, daselbst er,
Graf Moritzen von Naßaw, zum Stadthalter, in-
stalliren wolle. Gott gebe, longævitet, glück,
heyl, vndt gedeyliche consilia!
Sie melden ferner, daß der friede zwischen Spannien
vndt den Stadten, gewiß geschloßen.
Jn Engellandt hat man 38 wagen, mit geldt
beladen, den Schotten zugeführet, vndt die tracta-
ten des friedens, gehen forth, zwischen dem
Könige, vndt dem Parlament. Jn Jrrlandt,
befahren die Protestanten, sich abermahl, einer
persecution. Gott wende es, in gnaden ab!
Zu Münster vndt Osnabrück hoft man friede perge[.]
Jn Vngern continuirt der landtTag, nicht zu
des Kaysers, bestem contento, weil die Stende,
noch mehr kirchen begehren.
Ein Türkischer gesandter, hat sich præsentiret,
begehret den rest etzlicher Tonnen Schatzes, hindter-
stelligen Tributs, vndt den paß durch Friaul,
wieder die Venezianer, oder will den krieg an-
kündigen. Gott bewahre die Christenheitt!
Die Kayserliche armèe, ist herüber, v̈ber die
Thonaw, die Schwedische graßiret vmb Bre-
gantz herumb, welche festung sie fæliciter
mit Sturm erobert, vndt alle schantz herumb
eingenommen, den Obersten Escher, (meinen ge-
wesenen capitain leütenampt, in Böhmen)
gefangen, vndt den paß in die Schweitz, so wol
alß in Tirol, eröfnet haben.
General Wittembergk, sol in Schlesien,
in die 6000 Mann, von den Pollnischen abgedanck-
ten völckern, angenommen haben, vndt den General
Montecuculj, persequiren.
Pater Casimir, des König in Polen bruder, hat
wieder den Jesuiter orden quittiret, vndt ist
weltlich worden.
König in Dennemargk, hat viel geldt auß
Norwegen bekommen, armirt, vndt leßet Schiffe
bawen, wiewol die Reichsrähte, sawer sehen!
Der Türgke hat die Stadt vndt Schloß Rhebimo
in Candia erobert, wiewol es an munition, proviandt
vndt volck, den Venezianern nicht gemangelt.
Drey Stürme haben sie davor verlohren. Endtlich
nach dem der Commendant verwundet, ist ihm daß
hertz endtfallen, vndt hat accordirt. Darauf
ihn der Venedische general Cappello, in arrest
genommen, in welchem er der commendant, Minottj
genandt, baldt hernacher, gestorben. Die Türgken
haben selber den accord gebrochen, vndt viel Solda-
ten niedergehawen, vndt außgezogen. perge
Der Bassa von Bosna, rüstet sich, mit 50000
Mann, aufs voriahr, inß feldt wieder zu kommen,
in Dalmatia vndt Friulj.
Die Venezianer bitten alle Potentaten der
Christenheitt vmb hülfe. Erachten sich zu schwach,
einem solchen möchtigen feindt, zu resistiren.
Spannien bemühet sich, die festungen Porto
Longone, vndt Piombino, (in welchen eine malig-
nische haüptkrangkheit graßiret, vndt viel
Frantzosen aufgerieben) zu recuperiren,
weil auch Frankreich in Catalogna succumbiret.
Die Stadt Lüttich zerfället mit Spannien,
vndt Lottringen, suchet assistentz bey Frangkreich
vndt Staden.
<Große Kälte.>
Jakob Ludwig Schwartzenberger ist forth, selb ander, nacher A.4 ...a
Gott wolle ihn hin: vndt her, sicher begleitten!
J'ay fait sürprendre mes Bergers, & conter les
brebis, ou i'ay trouvè assèz de fourberie.
Es ist sehr kalt heütte, vndt das grundteiß
gehet mit macht. Es hat heütte niemandt
in der Fehre v̈ber die Sahle geführt werden können.
Jch habe meinen rogken besehen, wegen des
geklagten schadens der Maüse. etcetera vndt
deß itzigen frosts.
Rindtorf vndt meine hofpursche haben im
Keßelpusch geiagt, aber nichts gefangen.
Schwester Bathilde habe ich besucht, wie
voriger Tagen. Sie ist heütte, nicht so matt
gewesen, alß gestern. Gott beßere ferner
alles mit gnaden!
Gebhardt Loyß, hat sich, bey Mir, præsentirt.
Vndt seine dienste offeriret. perge
<Große Kälte.>
Jn grimmiger kälte, mit Schwester Sofia
Margretha zur kirchen, in die wochenpredigt,
so Er Marggravius gehalten ex Jeremia: capitel 305.
Conferenze mit dem hofmeister Einsidel, mit
dem CammerRaht Mechovio, vndt mit Ern Margravio,
in diversj tempj, wie auch mit Geörg Pansen. perge
Der accord ist getroffen, mit hornburgern.
| Er gibt bahr | 200 ReichsthalerRthlr: Jtem: anweisung an |
| hilliger auf Ostern: | 114 ReichsthalerRthlr: Jtem: auf Johannis |
| wilß Gott | 50 ReichsthalerRthlr: vndt auf Michaelis gebe gott |
| wiederumb: | 136 ReichsthalerRthlr: thut zusammen: |
Jn Summa 500 ReichsthalerRthlr: neben 27 ThalerThlr:
verlegten gerichtßkosten, vndt 17 ThalerThlr:
allerley gebühr, welche gelder, zu refundiren,
gleichßfalß, von ihme, stipulirt worden.
hingegen behält er sein hauß vndt hof,
ägker, vndt pferde, wirdt pardonnirt,
in verhofter beßerung, seines lebens, thuns
vndt wandels, nach wahrer reẅ, vndt
buße, die ihm Gott, hertzlich, verleyhen wolle!
Le President Henry de Börstel, est party
hier d'icy, sübtilement, aulcüns croyent
de peur, qu'on ne luy fouille ses pappiers
á l'improviste, comme on a fait, au Stadtschreiber
Peügke perge[.] Recte faciendeo; neminem timeas!
et viceversa.
Avis: daß der General Major Loẅenhaüpt in
einer marche, v̈bern hartz zu gehen, mit etzlichen
Regimentern begriffen. Gott bewahre vor vnheil!
Donnerstag♃ den: 21ten: Januarij: 1647.
Vnsere Commißarien, seindt mit abhörung
der allhiesigen contributionsrechnung fertig worden,
haben sich verwundert, daß der gewesene Amptmann
Thomaß Benckendorf, diese verweilte confusion
noch in solche richtigkeit, bringen können.
heütte ist meines Sohns, Erdtmann Gideons,
geburtsTag, an welchem er, 21<15> iahr, seines
Allters, erlebet. Gott wolle ihn ferner laßen
aufwachßen, an allter, weißheit, vndt gnade,
in gesegnetem wolstande, bey Gott, vndt
bey den Menschen!
Die Commissiones in den Amptßrechnungen, seindt
continujret worden, darzu wahren deputirt,
der hofmeister Einsidel, Doctor Brandt, Geörg Panse,
Paul Ludwig, vndt Geörge Cnüttel.
A spasso in zimlichem wetter, nach der Mühle,
vndt andern bisognj.
Briefe geschrieben, vndt schreiben laßen, nacher
Berljn, Leiptzigk, Wien, vndt Nürnbergk.
<Kälte.>
A spasso, in gutem, hartem, kaltem wetter.
Jn Oeconomicis vndt justitziensachen, vielerley zu
schaffen, gehabt, wie auch mit den anbefohlenen
Commißionen perge[.] Gott gebe succeß, vndt gedeyen!
Gebhardt Loyß, ist heütte wiederumb zum
Kammerdiener von mir angenommen worden. Er ist
numehr 34 iahr altt, vor 12 Jahren, hat er eben
diesen dienst, bey Mir gehabt, hat aber damalß
abgedangkt, weil er von seinem vatter, in die Ober-
pfaltz, zur selbigen zeitt, avocirt worden. perge
Gott gebe mir glück zu diesem neẅange-
nommenem diener, wie auch zu allen andern.
Je luy donne 30 Dalers, par an. perge
Schwester Dorothea Bathilis, ist heütte wieder,
gar schwach, Matt, vndt krangk gewesen.
gott wolle sich ihrer, in gnaden erbarmen,
vndt die Schwachheit lindern, wie er weiß, daß
es seinem Nahmen rühmljch, der Pacientin
aber, sehliglich, vndt gut ist, vmb Christj willen. perge
Die letzte Relation in vorigem Jahr, Numero
58 ist vom Cantzler Milagio, einkommen. Der friede
will hingken, weil die Kayserlichen vndt Schwedische sich
schon mitteinander verglichen, v̈ber Pommern, ohne
|| [[Handschrift: 93v]]
einwilligung Chur Brandenburgs daß nemlich die Schweden
sollen Pommern behalten, (im fall der Churfürst von Brandenburg
keinen gühtlichen vergleich eingehen wollte) vndt
der Kayser vndt daß Reich, sollen ihnen die evic-
tion præstiren, vndt die Pommerischen Stände, vom
jurament absolviren. hingegen, bittet der
Churfürst von Brandenburgk, man wolle ihn nicht
v̈berreilen, es wehre eine wichtige sache, die
er mit seinen agnaten, sonderlich denen in Frangken
so etwaß ferrne endtlegen, communiciren, vndt
zeit darzu haben müste. Beklaget sein vn-
glück, daß er alß ein getreẅer, vndt gantz
vnschuldiger Churfürst solle vnerhörter dinge
von dem Seinigen, depossediret werden.
Offerirt sich zu gütlichen tractaten höflich.
Jnndeßen beklagen auch die Pommerischen landt-
Stende, durch ihre deputirten zu Münster und Osnabrück ihr
großes vnglügk vndt anliegen. Bitten man wolle
sie vom Churfürst von Brandenburg nicht trennen,
man köndte auch ihre vhrallte juramenta
homagij nicht dissolviren, es seye dann sache,
daß der Churfürst darein willigte mit
seinem hause. Sie bitten eiverig, das Sie eben
|| [[Handschrift: 94r]]
nicht, daß lytron des friedens sein müsten, vndt
daß man ohne consens des Churfürsten nicht sie verschen-
gken möchte, ermahnen die Evangelischen Stende
per omnia jura, religionis, vicinitatis, vndt der-
gleichen sie nicht in dieser affliciton zu abban-
doniren, vndt viel mehr, neben ihnen vmbzutretten.
Sie bitten auch, (es falle endtlich, mit Pommern
hinauß, wie es wolle) vmb abschaffung ihrer
gravaminum, licenten, Zölle, erbawung
vnnöhtiger festungen, schantzen, vndt deren
garnisonen, kostbahrer erhaltung, vmb
aufhebung, etzlicher donationen, so die kron
Schweden, etzlicher kriegßofficirern, zu wider
des landeßfreyheitten, v̈bereignet, vmb erhal-
tung des Stapels zu Stettin, vndt hanseatischen
bundeß, freyen navigation, vndt dergleichen. <perge>
Jtem vmb bestettigung deß hertzogs von Crouy
alß Bischofs zu Camin, etcetera etcetera etcetera hingegen
ziehen die Kayserlich Catolischen, vndt Sächsische
an: die vnumbgengliche Nohtwendigkeit
des friedens, in Deützschlandt, die gewaltt
der Schweden, vndt iher adhærenten, das eigene
Exempel des Römischen Kaysers, welcher sich selbst
v̈berwunden, vndt vmb des lieben friedens willen
|| [[Handschrift: 94v]]
einen guten Theil, seiner Erblanden, denem[!]
Frantzosen, v̈berlaßen, so doch dem hause Oester-
reich von allters hero, gehörig gewesen,
vndt machen endtlich eine vnvmbgengliche Noht
darauß. Also: scheinet der friede, noch ferrne
zu sein. Jedoch, kan die rechte handt, deß
höchsten, alleß endern!
Die Frantzosen, offeriren sich, dem Chur
hause Pfaltz, die plenariam restitutionem
dignitatis, & terrarum, zu wege zu bringen,
wann die herren Staden, noch eine Campagne
mit ihnen, wagen wollten? alleine die
Staden wollen ihre parole, so Sie Spannien
gegeben, nicht brechen, vndt tractiren an
itzo, einen ewigen frieden, mit Spannien.
Die Päbstischen zu Münster vndt Osnabrück sollen sehr frölich,
vndt gutes Muts sich erzeigen, weil Sie vermey-
nen ein großes erhalten zu haben. Chur Bran-
denburgk klaget sehr, v̈ber Altenmburgk, Weymar, Braun-
schweig, vndt Lüneburgk, das es von ihnen
abbandonirt, vndt v̈bereilet worden, weil Sie
mehr der Cron Schweden, als dem Churfürsten, beygefallen.
Avis von der herbeyrügkung des General Majors Löwen-
haüpts. Gott gebe! daß er vnß verschone!
Schreiben von Leyden per Brehmen, in vier
packeeten. Meine Söhne seindt beym
Churfürsten von Brandenburg in transitu
vnferrne von Leyden, vndt Gott lob, wol
auf gewesen. Jm haag, hats gewaltige
præsenten, an goldt, silber, gießbegken,
Ketten, ringen, vndt kleinodien, geregnet.
hingegen: die dürftigen seindt nicht be-
dacht worden. Quo plus sunt, potæ! Plus
<sitiuntur aquæ!>6
Meine Söhne, haben die neẅlichste v̈bermachten
200 ReichsthalerRthlr: entpfangen. Overijßel, hat seine
quotam gezahlet. Gelderlandt macht
difficulteten, wegen allzuhoher cottisation.
Die Staden machen friede mit Spannien. Offeriren
dem Churfürsten alle hülfe wieder Neẅburgk, etcetera[.]
von Zeelandt vndt Ütrecht, ist etwaß
(wiewol kaltsinnige) hofnung. Waß haber-
feldt anlanget, wil alles mit der licentz
in hollandt, bücher zu schreiben, auch wieder den Prin-
tzen von Vranien, ia die Staden selbst, excusirt werden.
Mais üne ame genereuse, s'en veut ressentir,
sj l'on ne nous en fait jüstice? Dieu l'en benie!
Dem alten Graven Kinßky zu Leyden, ist
sein iunger vetter7 endtlauffen, vndt in den
haag gezogen, weil er ihn allzurigoureux
tractirt gehabt. Ob er auch schon, durch
interposition Ern Spanheimij wieder außge-
söhnet gewesen, so hat er doch zum andern
mahl die escappade gethan, vndt sol nun,
neben seinem bruder8 im haag, in voller dès-
bauche leben, da er doch so fein studiert gehabt?
Gott gebe einem ieglichen Christen, beßerung
des lebens, reẅ: vndt leyd, v̈ber began-
gene Sünden, vndt schanden!
Der alte Printz de Condè, in Franckreich
hat: 16 Tonnen goldes, iährliche einkommen,
hindterlaßen, seinen dreyen Söhnen, Düc d'An-
guien, Prince de Conty, vndt Düc d'Albret9,
wiewol der Elltiste, das meiste behelt.
Seiner gemahlin, der wittwe hat er 2 Tonnen
goldes, iährliche einkunften, verlaßen.
Er hat dem Nuncio des pabsts, auf seinem
Todtbette, sagen, vndt versichern laßen, er
|| [[Handschrift: 96r]]
stürbe, alß ein guter Catolischer Christ, vndt hat
seinen Söhnen, den segen endtwandt, im fall sie
nicht wolten, im Römisch Catholischen glauben, bestendig
verharren? Viel vermeinen er seye sonst ein
Atheus gewesen. Gewiß ists, daß er die re-
formirten Religionsverwandten, heftig verfolget,
vndt gleichsam ihr abgesagter feindt gewesen,
also das sie wol einen großen opponenten
vndt antagonisten, numehr verlohren.
Der Cardinal Mazarinj, sol auch nicht gar Trawrig, v̈ber
seinem Tode sein, weil er ihm
sehr zu wieder, vndt aufsetzig gewesen.
Alle gnaden vndt gubernamenten die er
auf seinem Todtbette, von der Königinn begeh-
ret vor seine Söhne, hat er erhalten.
Der iunge hertzog von Rohan, Tancre-
dj lebet auch noch, vndt gehet in deß Monsieur
de Vaux, seine wolbestellte Academie
zu Paris. Der selbige ist auch Orthodoxus.
Dieses iungen Tancredj FrawMutter,
hat gern den proceß wieder den Chabot verloh-
ren, weil Sie den Printz von Condè vndt andere
Königliche adhærenten nicht offendiren dörfen, der zuver-
sicht, wann Tancredj mündig, Seine Sachen, durch mutationes
|| [[Handschrift: 96v]]
zu verbeßern.
<Ferrner frost, vndt kälte.>
Daß liebe getreydich, sonderlich vmb Zeptzigk
herumb, ist sehr erfohren, vndt hat schaden ge-
litten, weil es nicht mit schnee bedegkt gewesen.
Er Jonius hat aufm Sahl geprediget.
Extra: Zu Mittage Doctor Mechovius, vndt Er Jonius. perge
Jo mi sono accordato co'l Hebreo Abraham Benedix
per 60 questo anno; 1647 e dipoj, 60 Talarj, per 1648
e dipoj: 60 Talari per 1649 se viviamo, etcetera
o per glj heredj. etcetera Parlando istesso con luj,
sperando, che questo furbo non m'inghannerà,
e oltre a questo; mj deve pagare l'ultimo anno
300 Talarj, di capitale, per Cardinale Orsino[.] Jddîo
cj faccia vivere frà tanto, lietj, e contentj.
Der Amptßraht Banse, <vndt> Märtin Schmidt,
haben Mündtliche, Sie beyde aber, neben dem
Superintendenten, schriftliche relation gethan,
wie kahl sie gestern, mit dem neẅen
Vocirten pfarrer zu Hegklingen, von
den Troten, vndt ihren pawren, entpfangen
worden? auch derentwegen den pfarrer nit installiren kön- || [[Handschrift: 97r]]
nen. Cela est sandaleux. perge
Schreiben von Wien, Berlin, Leiptzigk, vndt
andern orthen. perge
Die Rechnungßcommissionen laße ich continujren.
Bergen, ist von Leiptzigk fæliciter wiederkommen,
hat erhalten, daß Axel Lillie die holtzprætensj-
on inß Ampt Ballenstedt, dem Manßfeldischen caßirer,
aufzuheben, anbefohlen. perge
Die avisen bringen: daß hollandt vndt
Spannien friede geschloßen, iedoch mit reservat
Frangkreich auch leidliche condition zu verschaffen.
Zu Münster vndt Osnabrück hofft man friede.
Jn Engelland vndt Schottlandt dergleichen, zusampt
dem nationalbündtnüß. Jrrlandt aber,
wehre sampt der haüptstadt Dublyn von
Papisten v̈bermeistert. Der König laviret,
vndt helts mit denen, so ihm assistiren.
König in Polen, förchtet Türgken vndt Tattern,
suchet hülfe, noch mehr die Venezianer, deren
sachen in Candiâ schlecht stehen, nach deme
Rhetimo verlohren, auch etzliche Schiffe.
Kayßerlicher gesandter Grevenklaw sol
zu Constantinopel, in eisernen ketten vndt banden
sein, weil er einen vornehmen Türgken, erstochen,
|| [[Handschrift: 97v]]
ohne Zweifel, auf sonderbahre gegebene große vrsache,
der Türckische gesandte10, welcher an itzo zu Preßburgk
ist, suchet reparation, vndt rantzion deßelben
auf 10000 Ducaten, oder er sol justificirt werden.
Die arme kleine Respublica zu Ragusa,
wil auch bekrieget werden, weil der großTürgke
vhrsache zu derselben suchet, vndt doppelten
tribut, einfordert.
Die Schweden haben vndter den Generaln
Wrangel, vndt Mortaigne, in die Alpen
hinein penetriret, vnwegsahme clausen,
nebst der festung Bregantz erobert, vndt
gleichsam miracula gethan. Die Schweitzer
erzeigen sich höflich, seindt aber jaloux,
v̈ber ihrer Nachtbarschafft, vndt stehen
auf ihrer huet. Lindaw am Bodensee,
wirdt nun auch belägert. Jn den Alpibus,
vndt Clausen, seindt viel bewehrte bawren
v̈mbkommen.
Der Admiral Tromp, gehet nach Brasilien
zu, selbiges landt, dem Könige von Portugall,
abzunehmen.
König in Polen, hat seine völgker, in die 12000 Mann,
wieder seinen willen, abdangken müßen.
Jch habe, sehr vjel, zu schreiben, vndt zu correspondiren
gehabt, vndt bin einmal auch in die luft gegangen.
Meine Oeconomica stegken, vndt verzögern sich
sehr, vndt ich treibe mich, aller Müde. L'infidelitè
des gens, est extreme, sür tout, auprès dü bacq!
Gott gebe zu meinen correspondentzen, Oeconomicis,
vndt anderm vorhaben, glück, heyl, vndt gedeyen!
Jn die wochenpredigt, cum sorore, Sophia Margaretha[.] Er Jonius,
hat vor den krangken hofprediger, geprediget.
Extra: Doctor Mechovius, mit dem ich viel conferiret.
Die Commissiones haben continujret.
A spasso v̈bers eiß, due volte. perge
Conferenze mit Secretario Paul Ludwig vndt mit Pansen perge
Briefe von Brehmen alda Heinrich Einsiedel wol v̈berkommen
Gott lob, vndt dankg! der helfe ferner mit gnaden!
Donnerstag♃ den 28. Januarij:
<Nebel.>
Meine correspondentzen, habe ich ferner, nicht
ohne Mühe, continujret, in hollandt, nacher Wien,
nach Halle, nach Leiptzigk. Gott gebe zu glügk!
Jakob Ludwig Schwartzenberger ist von A.11 wiederkommen,
avec expedition mediocre, mais encores jncertajne.
Schreiben von Deßaw per Geörg Rußt.
Vetter hanß Geörg, hat eine glückliche
rayse (Gott lob) auß Frangkreich in Jtalien
gehabt, hat nicht allein die edelsten Städte
in Frankreich sondern auch Genua, Florentz, Rom,
Venedig, etcetera gesehen, schreibt an seine elltern
fein Frantzösisch, vndt Jtaliänisch, hat an-
schläge, die ich noch nicht penetriren kan.
Jch halte aber darvor, er wolle sich in be-
stallung bey den Venezianern wieder den Türgken, ein-
laßen, oder an Kayserlichen hof, gehen. Gott gebe
ihm, heylsame consilia!
Zu Lichtemberg, ist mein vetter Fürst Johann Casimir,
beym Churfürsten gewesen, haben weidlich geiagt,
vndt gepoculiret. Etzliche pawren, seindt da-
rüber, todt geblieben. Wochentlich, sollen
dem Churfürsten 14 mille ThalerThlr: aufgehen, vndt v̈ber
100 Tische täglich gespeiset werden, auf diesen
iagten. Täglich gehen 1½ Ochßen, 10 hammel[,]
5 faß bier, viel fische, federvieh, wildpreth[,]
brodtkorn, etceterain großer menge auf. Der
Churfürst hat in kurtzer zeit, in die 500 schweine[,]
60 wöffe, vndt eine gute anzahl rehe gefangen.
Ces Potentats, ne ressentent pas, la guerre. et cetera
<2 Räphüner. 2 hasen.>
<Schnee. Froßt.>
Nach gestrigem regen, ist abermalß frost einge-
fallen, vndt es hat darzu geschneyet.
Er Benjamin Kikelßberger, den ich neẅlich
nacher Hecklingen, setzen wollen, hat sich bey Mir
præsentiret, vndt jnnstendig gebehten, ich möchte
ihn nicht, nacher Hecklingen setzen (alda er
bey den verstogkten leütten, seines lebens,
nicht sicher wehre, vndt nichts zu bawen
vermöchte) sondern nacher Reinstedt, vociren.
Jch habe ihm dilatorische antworth gegeben. <perge>
Der Oberste Werder schreibt an Mich,
sollicitiret vmb einen consenß vf 1200 ReichsthalerRthlr:
(so ihm seine haußfraw, die itzige geborne
von Pöblitz geliehen, zu wieder anbaw,
seiner zerfallenen haußhaltung) von Mir
auf daß gut Werderßhausen. Erkennet
mich allein, auf<vor> seinen landeßfürsten, deme
solche Macht, vndt gewaltt zustünde. <et cetera>
<2 Räphüner.>
<Nix.>
An Præsidenten geschrieben in geldtsachen.
Schwester Bathilde ist sehr krangk, vndt Matt.
Gott erbarme sich ihrer! vndt helfe ihr
vndt der krangken Schwester Sibille zu Strelitz wieder auf!
Der graf Kinßky Schwedischer Oberster, ist vn-
vorsehens, mit seinem herrn vatter, vndt 60 pferden,
anhero nacher Bernburgk, von Staßfurth auß, kommen,
hat quartier begehrt, vndt will nacher Leiptzigk.
hat sonst höfliche complimenten gemacht, vndt
sich sehr endtschuldiget, daß er hieher marchiren müßen,
an diesen rujnirten orth. A
Avis vom Caspar Pfaw, das die Schweden, mit
Chur Brandenburgk, sich allerdings, wegen Pommern,
verglichen, vndt wegen VorPommern, auch etzlicher
örther, in hinterPommern, wehre Chur Brandenburg Liebden
neben halberstadt, daß ErtzStift Magdeburgk,
post obitum modernj Archiepiscopj, offeriret,
doch daß die 4 Aempter dem Churfürstlichen hause Saxen,
verbleiben, vndt soll das Stift Minden, auch
darzu kommen. Jedermann hoffet numehr, auf
den völligen friedensschluß, weil dieser knote
aufgelöset. Gott gebe bestendigen, sicheren,
vndt erwüntzschten frieden!
Mit dem Ertzhertzog tractiren die Spannischen,
das guberno in den Niederlanden, anzunehmen.
Der Türckische jnternuncius zu Preßburgk,
hat im Nahmen seines Kaysers, der Römischen Kayserlichen Mayestät
ein schönes pferdt, stadtliche Teppich, vndt andere sachen
|| [[Handschrift: 100r]]
verehret, hingegen auch, kostbahre præsenten,
wieder bekommen.
Vor Weißemburgk im Nordtgaw, (agro Norico,)
seindt viel Soldaten auch vornehme Officirer ge-
blieben, vndt verwundet worden, vndter andern der
General wachmeister Sporgk an bagken verletzt,
hertzog Vlrich von Wirtemberg, an halß ge-
streifft, Obrist Leutnant Crailßheimer, welcher sehr
reich, vndt dem Kayser 29 iahr lange, gedieh-
net haben soll, ist davor, durch vndt durch, ge-
geschoßen, vndt neben vielen gemeinen Soldaten,
geblieben. Jn diese Stadt sollen 2200 schöße12
auß Stügken geschehen sein, vndt numehr accordjren.
General Wrangel, wehre zu waßer, mit
acht Schiffen, vor Lindaw, kommen, aufm Bodensee,
beschöße selbige Stadt, zu waßer, vndt lande.
General Türenne aber läge vor V̈berlingen.
General Königßmargk, wehre in Francken ge-
schlagen, vndt hette, 36 cornetten, vndt standarden
verlohren.
Der Türckische bohtschafter13 begehre vom
Römischen Kayser, continuation des friedens,
vndt außwechßlung des arrestirten Resi-
denten zu Constantinopel, Grevenklawens
welcher einen Türcken erstochen.
Der Frantzösische Ambadssadeur14, hat vom Römischen
Kayser, eine güldene kette, vndt bildtnüß,
vf 1000 Ducaten geschätzt, vndt Silber, auf
eine Tafel verehrt bekommen, ist ebenmäßig, von
Preßburg, wol content, abgereyset.
Der Römische Kayser, wirdt zu wienWien, erwartet,
den exequien des Spannischen Printzen, beyzuwohnen.
Wrangel, vndt die Schweitzer, halten gute
Nachtbarschafft. Graf Loẅenhaüpt kömbt,
mit der Reüterey, auß Frangken, wieder zurügkb.
Die herren General Staden, haben der Churfürstin
zu Brandenburgk eine Jährliche pension von
20 mille holländische Gulden (florenus)f: auf Zeit ihres lebens, versprochen,
auch dem Churfürsten, verheißen, die Clevische
Städte, alß: Wesel, Rees, Emmerich, vndt andere,
ihm zu restitujren, auch wieder Pfaltz Neẅ-
burgk, zu assistiren, im fall die dissidia in der
gühte, nicht beyzulegen? Monsieur Servient Frantzösischer
Ambassador ist im haag, bemühet sich sehr, zwischen
hollandt, Portgual, vndt Brasilien, die Sachen
zu vergleichen, vndt den krieg, in den Niederlanden,
zu continuiren.
Conferenze mit Meinen Rähten, hofmeister Einsidel,
Doctor Mechovio, vndt Doctor Brandten. perge
<1 hasen. Werders schütze.>
Predigen laßen, aufm Sahl, <Magister Enderling. Darnach, mit ihme, conversirt. perge>
Ceste nuict mes pages, (quattre qu'ils sont,
couchants en deux licts, dans la sale devant
mon poile) se sont plaints, qu'ün grand fan-
tosme noir, est allè pourmener vers la
table, ou i'ay accoustümè de manger,
& a remuè fort la table, puis vers la pe-
tite table, ou les pages & valets mangent
il a remuè non seulement la table, mais aussy
les gobelets dessüs, mettant l'ün dans
l'autre, & versant la biere quj estoit
encores dedans, (depuis hier au soir) d'ün
gobelet dans l'autre, puis se pourmenant
derechef vers leur lict, comme a pieds nüds,
& faysant ainsy dü tintammarre. Les
pages Bidersehe & Krosigk, en ont estè fort
inquietèz, car le premier en füst èsveillè
a l'abord, & ce bruit düra trois heures
dürant environ, puis le fantosme disparüt.
Le page Börstel n'en a estè point èsmëu
ne pouvant se rèsveiller, mais le page Baron de
Roggendorf s'en estèsmëu, comme d'ün, quj le<ui> vouloit rompre le sommeil. perge
Je ne suis point accoustümè, de tels hostes.
Extra zu Mittage, Doctor Mechovius, Monseigneur Enderling, vndt
Thomaß Benckendorf.
Zweene pacqueet, vom Cantzler Milagio:
derselbige avisiret die friedensbegierde, die tractaten
wegen Pommern, zwischen Schweden vndt Chur Brandenburg
durch interposition Franckreich, Staden, vndt
aller Evangelicorum daselbst, vndt große difficulteten
derselbigen. Jtem: die schlechte apparentz, zur
grafschaft Ascanien. Jtem: die kaltsinnige
proceduren, zur restitution der Chur Pfaltz. perge
Gott gebe vnß, einen bestendigen, sjchern frieden!
Risposta vom Præsidenten, en bons termes, & mediocres,
pour quelques poincts perge, ambiguës, pour aulcüns, selon son style.
