<Kälte, froßt.>
Die wagen seindt nacher Ballenstedt mit Iakob Ludwig Schwartzenberger holtz
zum bawen, abzuholen. Gott wolle sie hin: vndt her,
sicher begleitten!
Avis: daß Landtgraf Ernst, von heßen Caßel, am dinstag
albereitt, zu hartzgeroda ankommen. On dit, qu'il doibt
èspouser, la sœur de la femme de mon Frere. Si cela est?
Dieu y donne sa benediction!
Schwester Bathilde, jst wieder, sehr Matt, vndt
krangk. Gott erbarme sich ihrer, vndt stärgke sie!
I'ay fait moderer la prison dü maistre des baings.
Die avisen melden:
Daß der Kayser, mit den vngrischen Stenden noch nicht verglichen,
vndt wol weittlaüftigkeit daselbst zu befahren.
Die Venezianer verliehren einen platz nach dem
andern, in Candia, vndt bitten vmb secours, die christ-
liche potentaten. haben ihren besten recours zu Gott,
geben Allmosen, vndt stellen behtstunden an. Geben
ia vor, daß sie eine Victoria vor Zara erhalten.
Jn Engellandt wirdt friede tractiret, zwischen
dem Könige, vndt seinem Parlament.
An der Staden frieden, mjt Spannien, wirdt nicht
mehr gezweifelt, wiewol Frangkrejch, sjch stargk
darwjder setzet, durch Monsieur Servient.
Frangkreich, vndt Spannien, tractiren auch mitt
einander, wiewol selbige tractaten, etwas weitt-
laüftig noch sein, vndt die stargke<n> armirungen,
vndterdeßen hin: vndt wieder, nicht nachbleiben.
Die Schweden, vndterm Feldmarschall Wrangel, vndt
die Frantzosen, vndterm general Türenne, bemächtigen
sich, so viel sje mögen, des Bodensehes, vndt der örther
vm<b>her. halten gute Correspondentz mit den
Schweitzern, welche auch Vigiliren. Wrangel
hat Lindaw, zu waßer, vndt lande, belägert.
Polen leßet die werbung vor Venedig suspendiren.
Landtgraf Fritz helt seine heimführung, zu Caßel.
Die Chur Brandeburgische satisfaction continuiret. et cetera
<große kälte.>
Avis: daß die wittwe die zaunschleifferinn
zu Deßaw, ein Mandat vom Kayser erhalten,
daß man sie innerhalb 2 Monaten, alhier in der
landtschaft, mit 20 mille ThalerThlr: capital vndt zinßen,
bezahlen solle, vndt <Sie die wittwe> rügkt mit ein, das theilß
herrschaften in die Steẅern, greiffen, vndt
daß sonst der landtschaft gefälle, wolvervoll
einkähmen, wieder alle warheit.
Der Oberste Werder vndterDirector, schreibt
auch an Einsideln, vndt die vom außschoß
Meines antheilß, Sie sollen sich Niemandt
abwendig machen laßen, persöhnlich zu
erscheinen auf dem Tage zu Cöhten, die-
weil diß neẅe emergens, einfiehle. perge
hette ichs ihnen, nicht befohlen, ich wolte
es noch inhibiren. perge Die landtschaft bildet
ihnen viel ein, oder nur etzliche wenige. perge
jm nahmen derselben.
Nachmittags bin ich hinauß schießen gegangen,
nach Goldtamern.
Avis: daß die Schweden, numehr 1500 ThalerThlr:
Monatlich von vns fordern, im Januario, anzufangen,
weil sich der Kriegsestat, solle geendert haben!
Ein wenig Weitzen, vndt Erbßen von Ballenstedt
entpfangen. perge sampt den bey bawfuhren. et cetera
Avis: daß der graf Loẅenhaüpt, mit 8<1>200
pferden, vndt 800 Mann zu fuß, auf Manßfeldt
vndt diese örther zu gehet. Sol sehr vndis-
ciplinirt volck, bey sich haben. Gott bewahre
vnß, vor ihnen, vndt allen anderen!
<große kälte.>
Es werden viel leütte krangk, an itzo
in Bernburgk, (vnangesehen der großen kälte,)
daß sich auch der Medicus, darüber verwundert.
Etzliche sterben baldt hinweg. perge Gott be-
wahre vor ferrneren landtplagen!
Am heüttigen behttage, in die kirche. Er
Jonius, hat vorn hofprediger Theopoldum (weil derselbe
noch krangk) geprediget. Der Text wahr:
Deß gerechten gebeht, vermag viel, wann
es ernstlich ist.1 Er hats zwar kurtz, wegen
großer kälte, iedoch wol außgeleget.
Extra: wahren zu Mittage, freẅlein Jo-
hanna von Plötzkaw, Jhre Jungfer, vndt Matz
Bidersee. Das freẅlein ist kommen, Schwester Bathjlde,
zu besuchen. Mein vieh stirbet, vndt verkalbet sehr.
|| [[Handschrift: 103v]]
Jst auch eine landtStrafe Gottes. Patientia!
Risposta von Deßaw, en termes mediocres,
de Monsieur, & de Madame. &cetera
A spasso, al molino, per vedere, i legnj, e arborj
arrivatj hier sera, dj Ballenstedt alle fa-
briche di detto molino.
Ein Rehe, ist mir von Deßaw geschickt worden,
wegen der Jagthunde. perge
<Nix.>
Extra zu Mittage, die Commißarien2 gehabt,
vndt allerley conferiret, sonderlich mit Doctor Brandt.
Schwester Bathilde ist sehr Matt, vndt krangk
gewesen. hat numehr, febrim quotidianam.
Sie hat vor ein par Tagen, einen Trawm gehabt,
alß wann sie zu Schwester Anne Sofie
Sehliger gekommen wehre, vndt sich beklagt,
daß das hauß wieder voller Soldaten wehre.
Schwester Anne Sofie, hette, zu ihr, gesagt: Sie
Nota Bene[:]sollte zu ihr, in jhr Cämmerlein kommen, oder cabinet,
so würde sie schon, sicher sein. Ô ame saincte!
J'ay èscrit au Magior Halcke, & a
Kühne, item: a Docteur Lentz, j'ay fait èscrire. perge et cetera
Schreiben auß Schweden an Madame, gesehen,
an Hans Christoph Witzscher im Ianuario, datiret, daß Meine herrn- || [[Handschrift: 104r]]
vettern, die Sämptliche Fürsten zu Anhaltt,
eine total exemption suchen, darwider aber
protestiret, daß man Mir, keine particular
exemption, bewilligen sollte, &cetera &cetera &cetera
vndt daß alles, was man zu sollicitiren,
gar schläferig zugienge vndt sehr langsam.
Wer auch nicht schmieren köndte, der
führe nicht wol forth. Fürst Ludwig suchte
den rest, seiner gages, (also? muß er ia
pension von Schweden, haben) der alte
General Conte de la Garde wehre so
bawfällig, daß mit seiner hülfe we-
nig außzurichten, wann nicht sein Sohn, graf
Magnus de la Garde baldt kähme. hertzog
Julius heinrich von Sachßen, hette auch gesan-
dten alldar, darzu mit præsenten, wie
auch andere Fürsten, vndt köndten doch
kaum, in langer zeit, audientz erlangen.
Der Fürst Ragotzj, hette auch einen gesan-
dten aldar, der wehre splendide eingeholet. perge
Neẅe Jahrs briefe habe ich empfangen,
von dem Ertzbischof von Brehmen, auß Flenßburg
vndt 2 auß Norburg, von Meinem Schwager, vndt
Schwägerinn. perge
Auß hollstein, wirdt avisiret, daß die
reichsten vom Adel, anfangen zu falliren,
auch ihre gühter zu verkauffen, weil
sie nicht allein viel schuldig, sondern auch,
vom Könige in Dennemargk, mit so hoher
contribution, beleget werden. perge
Jch habe meine fromme, Matte, krangke
Schwester besucht. Sie stellet ihren willen,
in Gottes willen, ist sehr gedultig, vndt seh-
net sich <recht>, aufgelöset zu werden, vndt bey Christo,
ihrem heylandt, ewiglich zu sein!
Ein freundliches gratulationschreiben zum Neuen Jahr vom
Churfürsten von Brandenburgk, entpfangen.
A spasso, bawsachen, anzuordnen.
Avis: daß wir leyder! dem General Königßmarck
geben sollen, Monatlich 1500 ReichsthalerRthlr: von
dem Ianuario, anzufangen. Das landt
ist alarmirt darüber, vndt man
bedenckt billich remedia. Mülhausen,
Nordthausen, das Eichfeldt, ErtzStift Mag-
deburgk vndt wir im Fürstenthumb Anhaltt,
sollen numehr Königsmarck contribuiren,
|| [[Handschrift: 105r]]
alles dreyfach höher alß vorhin. Der Stadt
Quedlinburgk, ist auch ein vfsatz geschehen,
v̈ber die 400 ThalerThlr:
On a tüè, üne Vache, qui a pesèe: 214 livres℔
de chair, & 25 livres℔ de suif, at elle euë. Ie
mets icy, ces petites affaires de mèsnage, a cau-
se des comptes, & pour ne rien perdre, nj oublier.
Schwester Bathilde, alß ich Sie heütte be-
sucht, ist beßer alß gestern gewesen.
Gott wolle sie ferner stärgken, gnedig-
lich fristen, vndt erhalten! Jhm ist leicht,
baldt zu helfen, mit geringen Mitteln.
Avis: daß zu Eißleben, ein kerll außgegan-
gen, welcher nach Sanderßleben zu, gehen wollen.
Alß ihm nun, vnferrne von der Stadt, ein wolf
begegnet, setzt er seine büchße beyseitß,
vndt nimbt den degen, in die handt,
der wolff gehet auf ihn loß, vndt der
kerl haẅet ihn v̈ber die förderpohte,
da hat sich befunden, daß der Schengke
in Eißleben, ein solcher gast, nemlich: ein
bärwolff gewesen, vndt v̈ber die handt
gehawen. Jst eingezogen worden, vndt sol schon,
auff viel andere, bekandt haben.
<4 hasen 1 Fux Rindorf gehezt.>
J'ay escrit au Chancellier Milagius,
par ün expréz, & a Madame Anna Elisabeth Princesse d'Anhalt,
Comtesse de Bentheim Tecklenburg &cetera Dieu vueille! que ce messa-
ger, puisse passer seurement! & que j'en
reçoyve bonne rèsponce!
A spasso, v̈bers eiß, vndt zugesehen, wie sie
langst an der Sahle hinundter, vom bawmgarten,
biß in den Mühlhof, mit großen bawstügken,
vndt Eichbaẅmen, gar bequehmlich, gefahren.
Gott gebe! daß meine gebeẅde wol von statten
gehen, vndt ich genugsahme Mittel, darzu be-
komme, auch nicht von Meinen Neidischen Nachtbarn
daran verhindert werden möge!
Mit dem Amptßraht Panse, conversiret.
Gar ein annehmliches handtbrieflein, von Kayserlicher Mayestät
zum Neuen Jahr, gratulando, vndt offerendo entpfangen.
Dieu vueille que tout soit a bon escient!
Die avisen beiahen, das Weißemburgk von den
Kayserlichen eingenommen, vndt vmb Nürnbergk herumb,
große vnsicherheit vorgehe.
Jn Candia progrediren die Türgken, vndter
denen zwar, wie auch, vndter den Christen, die pest
sehr grassiret. Sie wollen nun die festung Candia
wie auch Suda, angreiffen.
Die Schwedischen parthien, seindt den Schweitzern etwaß
nahe kommen, vndt von denselbigen, zurügka getrieben worden.
Lindaw wehret sich, die Schweden setzen ihnen
stargk zu. Die Schweitzer wollten gerne, die
festung Bregantz, ihnen abkaüffen.
Königßmarck wil sich mit Loẅenhaüpt,
conjungiren.
König in Spannien hat seinen Natürlichen Sohn,
Don Iuan d'Austria zum Admiral General
zur See, erklähret in Italien.
Der Frantzösische general Türenne, liegt im
Wirtembergischen landt.
Ertzhertzog Leopoldt, sol noch daß Spannische
guberno in den Niederlanden annehmen.
Melander kömbt an hatzfeldts stadt, zur
Kayßerlichen armèe.
König in Spannien, wil an stadt seineß
verstorbenen Printzen Infante, die Kayserliche
Princeßinn Maria Anna, heyrathen.
Der Kayser sol den Evangelischen in Vngern,
an stadt der begehrten: 180 kirchen, 100 einzu-
raümen, verwilliget haben.
Der iunge Pfaltzgraf von Neẅburgk,
suchet neben Seiner gemahlin schutz bey dem Könige
in Polen.
Conte de Servient droẅet den Staden, mit krieg, wo
ferrne Sie die von Franckreich offerirte conditiones, nicht annehmen.
Vnser Medicus, Doctor Brandt, ist auch gar krangk
worden. Gott gebe, das sichß baldt beßere!
Er Marggravius, pfarrer zu Waldaw, hat
hieroben geprediget.
Extra zu Mittage: Doctor Mechovius, Panse,
Marggravius, vndt Tobias Steffeck von Kolodey item: Thomas Benckendorf
Avis: daß in Westphalen, (welches seltzam
zu hören) so wol daß gesaltzene, alß
gereücherte fleisch, zusehens, verdirbet,
vndt verfaulet, vndt also einer großen
landtplage gleich, zu achten, in selbigen
landen, da deßen, ein großer vorrath ist.
Es sollen wegen der faülung, vndt ge-
stangks deßelben, viel armer leütte, dar-
von, hinfällig werden, vndt sterben. perge
Nachmittage, cum sorore Sophia Margaretha in die
kirche, allda Er Jonius geprediget.
General Maior Axel Lillie schreibet
an Fürst Augustum[,] Fürst Ludwig, Fürst Johann Casimir,
vndt Fürst Friederichen, wir möchten die contri-
bution, so wir biß dato, ihm nacher Leiptzigk
gegeben, hinforth nacher Halberstadt geben,
|| [[Handschrift: 107r]]
dieweil General Wrangel, solche verenderung
gut befunden. Darauf wirdt hanß von Bergen
nacher Leiptzigk geschickt, die vnmüglichkeit
vorzuschützen, vndt das böse abzukehren.
Jch habe aber sein creditif nicht subscri-
biren mögen. Dann so es hilft, so kömbt mirs
auch, mitt zu statten. hilfts nicht, so ist
meine mittsubscription doch vergebens.
Worumb sol ich aber einem antwortten,?
der mir nicht schreibet, vndt der mich doch
so gar wol kennet. Die Schwedischen haben
mich öfters schon præteriret, auß böser inten-
tion, vndt vorsatz. Gott verzeye es ihnen!
Jch habe heütte, Rindtorf, Panse, Iacob Ludwig Schwartzenberger[,]
Philip Güder, den page Bidersehe, <wie auch Börstel> vndt andere zu roß,
vndt zu fuß, außgeschigkt, den (vorm Jahre, muht-
williger weyse strittig gemachten, vndt von den
Plötzkawern, in Meinem, vndt der Meynigen abwesen,
abgehawenen) pusch, in einem werderlein in der
Sahle, aufß neẅe, bey itzigem frost, zu visitiren,
das v̈brige an holtz, so noch darauf stehet, abzuhawen,
vndt also die posseß in Meinem Nahmen, zu manutenjren.
Gegen die vorige turbation, ist schon vom Amptmann vorm
Jahr, protestiret, worden<vndt> die anthung[!] Mir vorbehalten worden.
Die Sahle sol sonst vnsere gräntze sein. Die Plötzkawer aber
|| [[Handschrift: 107v]]
bekennen Mir nur, die halbe Sahle, quo jure?, weiß
ich nicht, nec quo titulo? Wann nun schon deme also
wehre, so hette ichs doch immediatè zu erstreitten,
weil die alluvion deß Werders, v̈ber die helfte
herwarts, gegen Meine gräntze zu, ist. Aber
die weltt, will zu hadern, vndt zu zangken haben.
Thomaß Benckendorf, mein gewesener Ampt-
mann, so vergangene weyhenachten, außgedienet,
ist lange bey mir gewesen, sich zu endtbrechen
der vielen Nachreden, so er, alß ein 20iähriger
Alter diener, hat leyden, vndt außstehen müßen,
da ihme, in den meisten auflagen, zu viel geschehen,
vndt er sich wol verantwortett hat. perge
Hüte dich vor der That: (heißt es)
der lügen wirdt wol raht!
Avis vom Cantzler Milagio: Numero 3 in diesem Jahr, daß
nach vielfältigen difficulteten, der friede endtlich
(Gott lob) richtig worden. Chur Brandeburg behelt
12 Empter in hindterPommern, Magdeburg[,] halberstadt,
Minden, et cetera. Schweden krieget gantz v̈brige
Pommern, vndt die anwartung, nach absterben
der Chur Brandeburgischen lineæ auf das v̈brige, Jtem: eine
million goldes, vndt etzliche Aempter in Schlesien,
vor die leibgedinge, so noch in Pommern sein.
Der Frantzösische gesandte, Conte d'Avaux
hat sich diese sache, sehr eyverig, angelegen sein
|| [[Handschrift: 108r]]
laßen, auch durch seine jnterposition es so weit gebracht,
also daß Chur Brandeburg numehr content ist, wiewol die
Schweden viel difficulteten gemacht. Staden, vndt
Spannien seindt verglichen. Die Staden tractiren
gleichmeßigen accord, zwischen Spannien vndt Franckreich
Gott gebe friede, in der werthen Christenheitt!
General Mortaigne, vndt Douglaß, haben vnß
von Bregentz auß geschrieben, compliment zum
Neẅen Jahr, gemacht, vndt sich zu allem guhten,
bevorab zu abwendung aller einquartirung, er-
botten. Interim, dupliret general Commissarius Schmidt,
die lateres, oder tripliret vielmehr dieselbigen,3
von halberstadt auß, auf befehl General Wran-
gelß, deßen gute inclination, Mortaigne
vndt Douglas loben. 1500 ThalerThlr: Monatlich,
an stadt 500 ThalerThlr: zu geben, ist eine schlechte,
vndt gar vnansehliche erleichterung!
Mein hofmeister vndt Raht, henrich Friderich,
von Einsidel, alß ein außschußverwandter,
wie auch der CammerRaht Doctor Mechovius, vndt
Amptßraht Banse, alß meine deputirte
auf den landtrechnungßTag nach Cöhten,
seindt diesen Nachmittag, dahin abgerayset,
Gott gebe glück, segen, vndt succeß!
Fuhren von Ballenstedt, mit gersten
anhero kommen.
Briefe von hall, Berlin <Paris>, Wien,
vndt Nürnbergk, empfangen. perge Die
hofnung deß friedens, wirdt von allen
orthen, ie länger, ie größer. Gott gebe es!
Die avisen schreiben vom vergleich mit Chur
Brandenburg fast eben daßelbige, waß heütte
Milagius v̈berschrieben, auch andere nova.
Item: daß die protestanten in Irrlandt, succum-
biren, hingegen in Engelland vndt Schottlandt, die
sachen, auf einem vergleich, stehen.
Jn Franckreich, meinet man, friede, mit Spannien
zu machen, wo nicht; so wol in Jtalien, Cata-
logna, vndt Sp den Niederlanden, offensive,
alß in Deützschlandt, defensive zu gehen.
Die Schweitzer, haben, mit den Schweden,
zu Bregentz, die neütralitet geschloßen.
Venedig, wirdt in Candia, vndt in Dal-
matia vom Türgken, sehr vndtergedrügkt.
König in Polen, hat nicht allein, seine geworbene
völgker, baldt abdangken, Sondern sich auch, offent-
lich verreversiren müßen, keinen krieg mehr
anzufangen, ohne der Stände raht, vndt willen,
auch alle Außländer, von sich, vndt auß seinem Raht zu schaffen.
Graf Magnus de la Garde gewesener Gesandter
in Frangkreich, ist zu Stogkholm solenniter wieder
eingezogen.
Die Spannier, die Venezianer, vndt Grisons
seindt jaloux, v̈ber der Schweden heranrügkung,
an die Italiänischen päße, vndt verwahren dieselben
aufß allerbeste, mit volck, proviandt, munition,
gewehr, vndt geschütz, auch anderer fortification. perge
Ein 12 gute fuder holtz haben Meine
leütte, vom strittig gemachten werder, in
meinem vnstreittigem Territorio, heüte ab-
hawen, vndt einführen laßen, quasj armata
manu. Es hat sich aber kein Plötzkawer dörfen
bligken laßen.
Avis vom Berlin, daß die iunge Churfürstin
(vom hause Vranien,) einem ieglichen Raht, so
bey ihrem herren, mitt zu Cleve gewesen,
1000 ducaten, vndt einem ieglichen gemeinen
von Adel 200 Ducaten verehret habe, welche
liberalitet denen, so Sie genoßen, sehr wol
angestanden, denen aber so von der rayse zu
rügk, vndt zum Berlin geblieben, große ialou-
sie erwegket. Fortuna; ut luna.
<harter frost.>
I'ay èscrit a Madame l'Electrice de
Brandenbourg, par ün messager de Madame. perge
Kleiner Kersten ist von Stollbergk, mit schreiben
vom Doctor Lentz wiederkommen, dahin ich ihm mit
Meinem goldtbildtnüß verschickt gehabt.
Er hats sehr wol aufgenommen. perge
Er Benjamin Gigkelßberger ist wieder
bey Mir gewesen, vndt hat die pfarre
Reinstedt anzunehmen, sich resolviret. perge
Gott gebe glügk vndt heyl darzu!
Des General Wrangels höfliche antworth, auf
vnser gesamptes schreiben, wegen verschonung
vnserer lande, ist mir auch zugefertiget
worden, heütte durch Doctor Mechovium, welcher
sich beschwehret, daß er vndt sein collega,
der Amptßraht, keine creditif haben
von Mir. Bittet vmb nachschickung deßel-
ben. Fürst Augustus, vndt Fürst Ludwig, befinden
sich in der person zu Cöhten, auch sehr viel
leütte. Der præsident Börstel, ist auch
aldar. Il n'est pas malade, quand il me
doibt faire dü mal ou prejüdice! Dieu
vueille confondre tous conseils pernicieux!
Das begehrte creditif, an Fürst Augustum vndt Fürst Ludwigen
habe ich in der nacht, nachgeschickt, auf Doctor Mechovium
vndt Pansen, meine Rähte, gerichtet.
An Fürst Hans geschrieben, wegen haberfeldts. perge
Den Oberlender nacher Agken, Zerbst, vndt Deßaw,
geschickt. Gott gebe succeß allenthalben.
<Nebel. Kälte.>
Jn die wochenpredigt, mit Schwester Sophia Margaretha. Er
Marggravius hat geprediget, weil vnser
Caplan, so wol alß der hofprediger krangk worden.
Gott beßere den zustandt, vndt wende
in gnaden, alle landtplagen väterlich abe!
Die krangkheitten sollen sehr alhier
zu Bernburgk, an itzo grassiren, welches in
so grimmiger kälte, zu verwundern. perge
Eine partie von 20 Reüttern, ist heütte
Morgen, im digken Nebel vor der Stadt
gespühret worden. Sie werden ohne zweifel, von
den Loẅenhaüptischen, sein. perge
Risposta von Leiptzigk, en termes mediocres.
J'ay fait traitter en negoces d'Oeconomie
avec ce drolle de Iuif, Abraham Benedix.
Briefe vom Doctor Lentz, de tres bon anchre, mais
Fürst Friedrich reiette la composition. Beatj Pacificj!4
<Schnee. Thauwetter:>
<2 hasen Rindorf>
Hò Scritto parechier lettere, e all'Arciduca Leopoldo Guiglielmo
ed altre preparatorie. &cetera Jddîo cj feliciti!
Avis von Cöhten, daß der Oberste Werder, vndt
sein vetter, darmit vmbgehe sich von der execution,
in Steẅersachen, gäntzlich zu befreyen, vndt dahin
zu trachten, daß seine Steẅern, nur nach der landt-
renterey zu, gegeben werden, vndt nicht mehr hieher
inß Ampt Bernburgk. Wer wil dann mir die
hoheit, vndt pflichtbarkeit des lehens gewehren?
wann es nacher Cöhten, zur landtrenterey, gegeben
würde. Es liefe wieder meine hoheit, wieder die
observantz, wieder meine Regalien. Werder würde
sich allgemächlich, auch in andern sachen, eximiren.
Vndt als vndterDirector mit dem landtrent-
meister, nach seinem willen, gebahren, vndt
dahin trachten, mehr steẅern, an sich zu bringen,
vndt alles zu compensiren, vndt mir also,
Mein ius quæsitum, zu vernichten.
Caspar Pfaw schreibt, er habe mit Commissario Schmidt,
tractiret, derselbige wollte, von der stargken
anforderung, nichts fallen laßen, beriefe sich auf
ordre vom general Wrangel, welcher dieser lande,
sampt der Nachtbarschafft, dem Königßmargk v̈berlaßen.
|| [[Handschrift: 111r]]
Königsmarck ließe vngerne etwas zurügkeb. Man hat Schmi<e>den
100 ThalerThlr: verehret, sich begühtigen zu laßen, biß antworth
vom Wrangel einkömbt, dahin man schreiben wirdt
durch die ordinarij post, vndt bohten, wiewol es schwehr
durchzupaßiren. Dann die Kayserliche armèe liegt vor,
vmb Sultzbach, vndt hindert ohne daß, die conjunction
deß General Königsmarcks mit Loẅenhaupt.
An itzo, hat man zu Cöhten, die landtrechnungen vor.
Jn ein tagen oder Sechßen, dörften die Mugken, der landt-
schände oder genandten Stände, erst hervor kommen.
Gott dempfe alle wiedrige consilia!
J'ay donnè la visite a ma bonne soeur, Bathilde malade.
Elle se trouve encores, en mediocre estat, Dieumercy!
horsmis la fievre, & lassitüde, avec üne toulx quj l'at-
tacque quelquesfois! perge Dieu la vueille bien tost remettre!
<Thauwetter.>
Avis von Ballenstedt, daß graf Loẅenhaüpt biß an
Stollbergk, vmb sich greifft. Es müßen alle örter
droben, geldt, vndt Victualien, beytragen. hartz-
geroda, Rammelburgk, vndt Falckenstein stehen in
sorgen. Gott verwehre allem ferrnerem vnheyl.
Die Fürstin von häringen, sol haben vor die Ein-
quartirung 500 ReichsthalerRthlr: baar außgezahlet.
So baldt daß geldt erleget gewesen, seindt ihre
dörffer alle bequartieret worden, welches sonst
nicht leichtlich den wittwen zu begegnen pfleget.
Avis: daß Meines bruders Fürst Friedrich gemahlin, gestern in die
wochen kommen, mit einer Jungen Tochter. Gott tröste, stärgke! vndt
|| [[Handschrift: 111v]]
erfreẅe! die liebe Fraw, sol sonst gar v̈bel auf
sein, vndt einen harten standt außgestanden haben.
Es wirdt von Cöhten confirmiret, daß nicht
allein geraüchert, vndt gesaltzen fleisch, Spegk
vndt dergleichen in Westphalen verdirbet, sondern
auch das liebe brodt, mehl, getreydich, sol alles
zu staub werden, auch der wein im keller verderben.
Wehre eine große Strafe Gottes, vndt
mag wol zauberey sein. Viel hundert
Menschen, welche von solcher verdorbener
speise gegeßen, sollen schon gestorben sein.
Oberlender, ist von Deßaw, Zerbst,
vndt Cöhten, wiederkommen, avec peü de
süccéz. Pacience.
<Nebel. Frost, frühe, Thauwetter zu Mittage>
I'ay continüè mes correspondances. Dieu,
les vueille bienheurer!
Meine leütte, haben vndter dem eiß, im Bläsius,
bey Altemburgk, gefischet, aber nur 3 Pfund (libra)℔ fische
gefangen, weil der See sehr mit holtz, vndt
schilf verwachßen, auch sonsten vermodert ist. perge
Avis von Meinen abgeordneten, zu Cöhten,
das man mit den landtschaftrechnungen, sehr
occupat, nach vollbringung dieses, solte mit
den creditoren, von Stillung derselbigen, vndt
|| [[Handschrift: 112r]]
redreßirung deß Sinckenden landtschafftwerks5
gehandelt werden. Die landtschaft, will sich
nicht theilen laßen, noch trennen, sondern eher
die gantze Schuldenlaßt, der herrschaft wieder
aufweltzen. Sie wollen mit Jehna confidenter
communicjren. Die præterita wegen der eingriffe,
meynen Sie, werden wol nicht moviret werden,
die futura aber, werden sie also faßen, daß
nicht mehr dergleichen geschehen solle. Wegen
deß Werdischen desseings, werden sie sjch
opponiren, die vorhabende liferung zur
landtrenterey, abzuwenden wejl solches
wieder meine hoheit, laüfft. perge
Schreiben von Bentheim, vndt vom Fürst von Eggemberg,
gratulationes zum Neẅen Jahr. perge
Avis von Ballenstedt daß sich die Loẅenhaüptischen ge-
waltig dahin ziehen, vndt in dem hartz, außbreitten.
Gott bewahre <vor> vnheyl.
Wir schreiben ia, an die Generals, Wrangel,
Königßmargk, Mortaigne, Douglaß, die große
gravaMina abzukehren. Gott gebe es!
Vergangenen Donnerstag haben die Plötzkawer
eine Protestation durch etzliche Richter vndt
bediente einschicken, vndt Iakob Ludwig Schwartzenberger in Pansens
abwesen, insinuiren wollen, wieder den Neẅlichsten
actum, mit dem holtzhawen im Werder. Er hats aber nicht acceptirt.
<1 hasen Oberlender.>
Der pfarrer von Palberg hat heroben geprediget.
Extra Doctor Brandt, vndt schwester Bathilde
(so ich gestern Nachmittage besucht, vndt noch
zimblich wol befunden) ist in der Nacht
sehr krangk wieder geworden. Gott erbarme sich
ihrer. Es ist seltzam, daß so baldt Sie
nur außm bette aufstehet, Sie gantz Matt,
kraftloß, vndt hinfällig wirdt. Man
kan ihr den großen vndt geschwinden
motum cordis, eüßerlich, am fleich[!] sehen,
welches gar eine eigene syncrasia vndt
rarissimum contingens ist. Ie crains;
si ie ne me trompe?, qu'il y a de la sor-
cellerie en ce fait. Dieu vueille
destrajre les œuvres des tenebres!
& nous consoler des œuvres de lümiere!
Cantzler Milagius schreibet Numero 4 vndt 5
dieseß Jahrs, tröstet wol wegen des friedens,
in puncto gravaminum, Schwedischen[,] heßischen, vndt Chur-
Brandeburgischen satisfaction, durch vermittelung,
redlicher interponenten. Gott gebe zu glück!
progreß, vndt gedeyen!
Extra neben Doctor Brandt, Er Bartolomeus Fridericj perge
zu Mittage.
Nachmittags in die kirche, Meinen landßmann auß der
Oberpfaltz Ern Benjamin Gigelßberger zu hören, welcher
eine schöne predigt gethan, vndt schade wehre, wann er
sein talent länger also, verscharren müßte? Er ist vmb
eines exceßes willen, das er einen Soldaten erschlagen
zu Niemburgk removiret worden vom predigampt etzliche
Jahr lang. Wann man aber betrachtet, daß er ein grundt-
gelehrter Mann, ist, vndt ein treflicher linguist, auch der-
gleichen leütte an itzo v̈bel zu bekommen, er aber seinen
fehler bereẅet, vndt gleichwol ein communis error
gewesen bey vielen, nach ergangenen Königlich Schwedischen,
vndt Churfürstlich Säxischen, auch des Schwedischen Stadthalters,
Fürst Ludwigs selber, intimirten vfbotts, die Soldaten
niederzuschlagen vndt zu verfolgen, so man vor feinde ge-
halten, (wiewol mirs allezeit, zuwieder, vndt ein
greẅel gewesen) daran aber er alß ein Geist-
licher nicht recht gethan, vndt gleichwol daß ministe-
rium vndt Superintendens zu Cöhten, darvor gehalten, Man
köndte ihn wol zur schule gebrauchen, habe ich ihn, auf
einrahten Meiner geistlichen vndt weltlichen, zwar erst
frustra nacher hecklingen, hernacher aber, gen Reinstedt
vociret. Gott gebe ihm darzu glück, segen, vndt ge-
deyen! vndt daß er mit seinem leben vndt wandel,
so wol als mit seiner lehre, die gemeine Gottes,
wol ædificiren, vndt erbawen möge!
Correspondentzen, Oeconomijsachen, vndt dergleichen
vorgenommen.
Conferentz mit Doctor Brandten, weil der Præsident
seiner begehret, nacher Cöhten, vndt am Podagra
vndt Stein, sehr krangk worden. Gott beßere ihn!
vndt seinen zustandt!
Ordre gegeben, aufß neẅe, dem Doctor Mechovio,
vndt Geörge Pansen, in etzlichen dingen.
J'ay tramè ün beau desseing, s'il vouloit,
ou pouvoit reüssir. Dieu le vueille benir!
Die avisen: von halle vndt Leiptzigk:
confirmiren, die hofnung zum frieden, zu Münster vndt Osnabrück
Die außrüstung Franckreichs in Italien vndt Cata-
lonien offensive, in Deützschlandt, vndt Flandern
aber, defensive zu gehen. Frankreich bemühet sich noch
den Stadischen accord, mit Spannien, zu brechen.
Staden deliberiren, wollen parole halten.
Rüsten sich stargk zu waßer, contra Portugall
wegen Brasilien. Der Kayser wirdt
affligiret, von den vngrischen Ständen in Preßburgk.
Cediret viel kirchen den Evangelischen. Sie
wollen aber die Jesuiter außgeschaft wißen.
Ragozzi movirt sich. König in Engellandt
tractirt auch noch, mit seinem Parlament da Rè
|| [[Handschrift: 114r]]
vndt nicht, alß ein gebundener König. Jrlandt
wirdt v̈berwältiget, von den Päpstischen. Der
Türgke beüt den venezianern, den fortgang der
commercien an, begehret nicht wieder die vnderthanen,
sondern nur wieder die herrschafft, krieg zu führen, doch
daß sie dergleichen thun. Die Obersten vndt commendanten
welche Canea, Rhetimo, vndt Novigrod, liederlich
aufgegeben, werden eingezogen, vndt gestrafft.
König in Dennemark wirgkt sich auß, aus seinem
labyrinth, in seinem Reich. Moßkaw wirbt,
wieder den Türgken. perge <Der Kayser (wirdt avisirt) solle die iunge
hertzogin von Orleans, der König in Spannien,
der Ertzhertzoginn zu Jnsprugk Tochter, der iunge
König in Böhmen, die infantin von Spannien
heyrathen, vndt der Ertzhertzogk Leopoldt
Wilhelm, das guberno, der Spannischen Niederlanden annehmen wollen. perge>
Von Altenburgk gute, von Cöhten, lose briefe bekommen.
Mit Paul Ludwig conferiret, wegen des Cöthnischen außschoßtages.
Avis von Ballenstedt das die völcker des grafen Loẅenhaup-
tes vfn Stiga vndt haselfelde, schon legen, wolten
herundter, vndter den hartz, sich logiren. Graf Loẅenhaupt
hat sein haüptquartier zu Nordthausen. Gott erbarm sich vnser!
A spasso zweymal. vormittags hats gefrohren,
Nachmittags hats gedawet.
Die entzelnen[!] bawfuhren, der wiederwertigen
schwührigen bürger seindt von Ballenstedt wieder-
kommen, vndt haben schlechte zeittungen, wegen der
vndisciplinirten Loẅenhaüptischen völcker mitt-
gebracht. Gott wende alles vnheyl, in gnaden abe!
Jn die wochenpredigt, mit Schwester Sophia Margaretha
da vnß dann Er Benjamin gute satisfaction
auß dem 123. 23. Ψalm6 (erudite concio-
nando) gethan. Schade wehre es dieses Mannes
Talenta, zu verscharren, vndt zu vergraben.
Jch habe ihn darnach, herauf laßen
holen, mit den Jungkern, vndt officirern malzeitt
zu halten, vndt habe zuvor selber, mit ihme
conversiret, von seinem exilio, vndt mancherley
sachen. perge Vndter andern erzehlet er auch, wie er
anno: 1639 zu seinem vnglück, oder viel mehr anderer
scandalo kommen. Es wehren die Morzinischen völcker
alhier herumb, in meinem abwesen, vndt also auch vmb
Niemburgk gewesen, vndt parthienweyse, grassiret.
Fürst Ludwig hette salvaguardien bekommen, auch con-
cession solche raüber, niederzuschlagen, wie dann
solche patenta angeschlagen, auch graf Morzin selber
|| [[Handschrift: 115r]]
patenta auf solche parthien, ertheilet. Nun hetten
200 Mann abgestreifte gesellen, Nienburgk daß städtlein
attacquirt, wehren aber, zurückc vndt abgetrieben worden.
Den Tag hernacher hetten sie sich gestärckt, vndt wehren
mit 500 wiederkommen, hetten die Stadt geplündert,
eingenommen, viel volcks, niedergeschlagen, auch das Schloß
attacquirt aber durch stargke gegenwehre repoussirt worden,
in deme auch der præsident, in meinem abwesen, von hin-
nen auß 200 armirte bürger, mit Trommeln, dorthin zum
secours geschickt, vndt Fürst Ludwig von Cöhten auß, in die
20 wolbewehrte Mußcketirer. Ein par Tage hernacher
wehren sie die Mauser, dennoch wiederkommen, das
städtlein zu plündern, kisten vndt kasten, aufzu-
schlagen, <die kirche zu berauben> vndt die leütte niederzumachen, vndt v̈bel
zue tractiren, zum Theil auß geitz, des raubes, zum
Theil auch, auß rachgier, weil in vorigen anfällen,
etzliche von ihnen geblieben, vndt verwundet worden.
Da wehren sie zwar eintzeln zerstreẅet worden,
iedoch hette einer die Mühle geplündert, vndt andere
beütte, auß den haüsern, weggeholet. Darüber hetten
ihn etzliche vnderthanen, mit stößen, wol abgedroschen.
Da wehre er der pfarrer ohngefehr darzukommen,
vndt weil er seiner frawen Mütze, brustleibichen,
vndt seines vaters andere sachen von hobeln, vndt dreßel-
wergk (so gezeichnet, vndt kendtlich gewesen) bey ihm
gefunden, hette ers ihm auß handen gerißen, vndt mit
|| [[Handschrift: 115v]]
der hobel auch einen Streich, alß einem Straßenraü-
ber auf den kopf gegeben, der Soldat, wehre inß
waßer gefallen, in die bude, zu Niemburgk, vndt
hette sich darnach an der brügke anhalten wollen,
an einen bawm, So hette er ihm, auß eifer vndt zorn,
als deme der ihm das seinige endtwandt,
nach vielen andern stößen, welche ihm andere gege-
ben, einen stoß mit einem ruder von der brügken,
an die handt damit er sich anhalten wollen, gegeben,
das er hette müßen gehen laßen, vndt inß
waßer fallen müßen. Wehre darauf
ertrungken, da hette er müßen alle schuldt
haben. Es wehre ihm leidt, das er, alß ein geist-
licher, iemands durch solche action geergert,
hette vermeinet, an einem solchen Straßenraüber,
(den der graf Morzin selber, vndt herrvetter
Fürst Ludwig, gleichsam vogelfrey gemacht,
vndt der ihme das seinige geraubet) sich nicht
versündiget zu haben. Jedoch wehre es ihm leidt,
weil es seiner Vocation nicht gemäß. hette
schon viel Jahr davor büßen, vndt dienst-
loß sitzen, auch gleichsam sein pfundt, vergraben
müßen. Samuel hette auch wol seine
feinde, vndt darzu einen albereit ge-
fangenen König Agag, vmbgebracht, vndt
|| [[Handschrift: 116r]]
Seinen Sohn7, darzu gereitzet. Dergleichen exempel, hette
man mehr, in der heiligen schrift, von Königen, vndt priestern.
Jedoch wolte er seinen exceß, nicht endtschuldigen.
Meinet aber wenn sie sich zu Niemburgk, nicht geweh-
ret hetten, so wehren sie doch alle selber erschlagen
worden. Er hette schon in seinem exilio, in der pfaltz,
mit seinem vatter viel außgestanden, vndt
große offerten, vndt güldene berge, vmb der
reinen religion willen, außgeschlagen. hette
darnach in diesem lande, viel außgestanden,
vndt wehre zu Ilverßdorf, vndt Preißlitz,
alda er pfarrer gewesen, (alß sein vater Sehlig
Er Melchisedeck Gigelßberger, noch gelebet,
vndt pfarrer zu Niemburgk, gewesen) reine
außgeplündert auch worden, also daß er armsehlig
bloß vndt elendt, mit einem kinde aufm
arm, vndt seine fraw mit einem andern kinde,
sich tragen, vndt neben andern zwey auf der
erde gehenden kindern, gantz beraubet, in höch-
stem elendt vndt dürftigkeit, darvon gehen
müßen, daß ihn also die vielfältigen depræda-
tiones, ad iustum dolorem, incitiret,
vndt er sich, gegen solche latrones, nicht mehr endt-
halten können. Die länge hette die ferrne.
Wolte wüntzschen, daß solche vndt dergleichen gäste,
nie wehren in das landt gekommen, & talia perge
|| [[Handschrift: 116v]]
Wil doch gern, durch sein exemplarisches gutes
leben, vndt wandel, die geärgerten hinforth
beßern helfen, so wol als durch seine lehre,
vndt den Trungk meyden.
Avis: von Tecklenburgk; daß ein grave,
von hollach 8, außgeritten gewesen, vndt eine
partie Reütter, (dem Schein nach) ihme be-
gegnet. Da wehre der vermeinte Rittmeister
derselben angesehenen partie auf ihn loß ge-
gangen, vndt hette pferdt zu wechßeln, ihm
angebotten. Der graf aber hette darzu nicht
verstehen wollen, sondern wehre auf seinem
pferde sitzen geblieben. Endtlich, wehre der ander
zufriedend gewesen, daß er seinen knecht
nur solte absitzen laßen, welches geschehen.
Des knechts pferdt aber, hette nicht auß der
Stelle gewoltt, alß er abgeseßen gewesen,
darüber der graf schregklich angefangen
zu fluchen, vndt zu lästern. Drauf
wehre alßbaldt, die parthie, mit sampt
dem graven verschwunden. Die diener
hetten es der grävin 9, seiner FrawMutter
angezeiget, welche nachschicken, vndt
ihn lange vergebens suchen laßen. Am
dritten Tage allererst, hette man den graven
|| [[Handschrift: 117r]]
auff einem hohen berge, sitzende gefunden, da wehre
er 10 aller verendert, vndt zerkratzt im gesicht gewesen,
hette auch eine andere außsprache gehabt, alß zu-
vorn, vndt wehre den Tag hernacher gestorben.
Jst ein schreckliches, vndt greẅliches exempel,
der Gottslästerung, vndt strafe so darauf er-
folget, wie auch der großen Macht, des Sa-
thanß, auß gerechtem gericht, vndt verhengnüß
Gottes. Ergo: Time Deum! & mandata eius observa.11
Avis von Cöhten: daß die landtStände, viel
Mugken haben, sich der herrschaft, zu opponjren.
Daß die Ascanische sache, gar kaltsinnig atten-
diret wirdt, vndt Milagius nur protestjren
<vnd iura reserviren> solle. Daß die friedenstractaten zu Münster vndt
Osnabrück noch intricat, vndt vngewiß seyen.
Die Rähte schreiben von Cöhten, daß sie die zeitt, biß
dato, mit discussion vndt examination der landt-
schaftrechnungen zugebracht. An itzo aber wolle
die landtschaft mit ihren prætendirten gravami-
nibus weittlaüftig, in schriften einkommen.
Sie müßen waß sonderliches vorhaben, weil sie
drey vornehme consulenten von halle berufen,
So sol auch die landtschaft von Kayserlicher Mayestät so viel
erhalten haben, daß Sie bey bevorstehender commission,
auch solle gehört werden, mit ihren gravaminibus.
heütte habe ich Meinen küchenmeister,
Philipp Güder, nacher Zerbst, Deßaw, vndt
Cöhten, geschickt. Gott gebe gute expedition!
Schreiben abermalß, von der lieben Churfürstin,
von Berlin, bekommen. Gott gesegene ihre gute
vota, zu meinem, vndt der meynigen Trost, vndt
bestem! halcke hat auch geschrieben. perge
Nota Bene[:]Nova: de balsamo vitæ, Comitissæ Nassou:
in Dillenburgk, miræ virtutis. Pro aureo
nummo vasculum venundatur. perge et cetera
Abermalß eine depesche nacher Cöhten geschickt.
Gott wolle die dissentirende gemühter vereinigen!
Doctor Brandt, ist von Cöhten wiederkommen, vndt hat
dem Præsidenten zimblich, contra calculum geholfen.
Gli disparerj sono grandj de' statj di quattro paese,
o de' sudditj contra noj. Iddîo confonda glj di subidientj!
Schreiben von Erdtmann Gideon, per hangkwitz bekommen.
I'ay retenü extra a disner, Doctor Brandt, quj
m'a averty, comme les Estats dü pays, me
veulent diminuër, mon Obligation, des 100 mille
DalersDal: de 15000 & mesme me defalquer, ce,
que i'ay gaignè au Pays-bas.
Jch bin Nachmittags hinauß geritten, den streittigen
werder, so ich neẅlichst, wieder die Plötzkawer,
manutenjret, zu besichtigen, vndt befunden
daß er mir zugehörig, vndt mir durchauß nicht,
(von rechts wegen,) disputiret werden kan.
Meine fuhre, ist (Gott lob,) von Zerbst, vnan-
getastet wiederkommen. Sie haben vor 1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: weitzen
Zerbster maßes, 15 ThalerThlr: bekommen, wehre
17½ ThalerThlr: Bernburger maßes, weil 4 Schefel (Scheffel)schfl:
zulauf aldort ist. Ein par faß bier,
haben sie auch mitgebracht.
Eilender avis von Ballenstedt, es hette Commissarius
Schmidt, dem Amptmann Jahn, zuentbotten, er solte
seine Sachen, ejlends, von Ballenstedt, wegschaffen,
vndt waß ihm lieb wehre. Graf Loẅenhaüpt
dörfte dahin sich legen, Quedlinburgk bekähme
150 Mußcketirer, So daß quartier vor die
halberstädtische garnison manuteniren
sollten. Es hat ein seltzam ansehen. Loẅenhaüpt
sol nichts schonen, den Obersten Bürgemeister12
in Nordthausen, sol er haben prügeln laßen,
vndt greẅlich Tyrannisch sein. Es ist ein
großer auflauff, vndt alarm zu Ballenstedt. perge
Gott erbarme sich, der armen leütte!
<Frost vndt kälte.>
Jch bin diesen Morgen aufgewacht, in deme
mir eine liebliche musica singende getraẅ-
met hat, nachfolgende worth bescheidentlich
hörende, auß dem 27. psalm deß Lobwaßers:
Dann er wirdt mich in schwinder schwehrer zeitt,
Jn seiner hütt, etwan verstegken fein,
vndt heimlich bergen, in ein winckelein,
Heben auf einen felß der Sicherheitt.
Er wirdt mein haüpt v̈ber mein feindt erheben,
die vmb mich her seindt, vndt mir thun gedrang,
drumb wil ich ihm, in seiner hütten geben,
Ein jubelopfer, vndt ein lobgesang!13
Gott gebe! daß mir dieser liebliche Morgenan-
blick mehr Trost, vndt freẅde, alß
angst vndt wiederwertige beschwerden,
bringen, vndt wirgken möge!
Panse ist von Cöhten wiederkommen, vndterthänig zu referiren,
vndt etzliche Amptßgeschäfte zu verrichten, contre mon grè.
Jch hette lieber gesehen, er wehre drüben geblieben,
weil die gravamina dörften itzt hervorbrechen!
hanß von Bergen, ist auch bey mir gewesen, wegen
der Loẅenhauptischen gefahr vndt sorge etcetera Er sol nur
1000 Mann, dismontirte völcker, von etzlichen Königsmärckischen
geschlagenen Regimentern bey sich haben, welche Sich recruy- || [[Handschrift: 119r]]
tiren wollen. Sollen v̈bele disciplin halten. Der
general Feldtmarschalck Wrangel, hat vnß wieder general
Maior Axel Lillie willen, dem General Königsmargk
vndtergeben, deme so wol Axel Lillie, alß Loẅenhaüpt,
pariren müßen. Vndt also ist wieder des Axel Lillie willen,
vnsere contribution, in triplo erhöhet, von Leiptzigk
genommen, vndt nacher halberstadt, transferiret, worden<auch>
vom Königsmargk dem Loẅenhaüpt assigniret worden.
Gott helfe vnß doch auch, diesen schwehren Stein, heben!
Eilf Regimenter, sol Iean de Werth, dem Königßmarck
geschlagen, vndt rujniret haben.
Pansens deß Amptßraht relation, ist mir doch
lieb gewesen, weil er in etzlichen zweifelhaftigen
sachen, sich bescheidts zu erholen, benöhtiget gewesen.
Gott gebe! das die dissentirende gemühter, vndter
der herrschaft, vndt landtschaft, näher zusammen kommen!
A spasso, in die Mühle, vndt zu andern ædificiis. perge
Der elende avis von Ballenstedt, Gaterschleben,
Gernroda, hartzgeroda, etcetera wegen Graf Loẅenhaüpts,
contjnuiret immerforth. Gott seye vnß gnedig!
Jch habe nacher halberstadt, an Obrist Borgßdorf
geschrieben. Gott helfe zu beßerung! auch
leütte nach Ballenstedt verordnet.
heütte seindt etzliche meiner bawfuhren
von Ballenstedt, ohne anstoß, (Gott lob) wiederkommen.
Item: Philipp Güder von Dessaw, mit einem Schwein, vndt 1 frischling.
Diesen Morgen, hat eine partie Reütter, dem Richter
von Dröble, drey pferde außgespannet.
Avis von Cöhten, wegen protestation, vndt
pralerey, der landtschaft, auf den landtTagsab-
schied, de anno: 1611 den sie in reprobum sensum,
außlegen, vndt die herrschaft, noch mehr, vinculj-
ren wollen, in vnbillichen sachen, darwider
doch, Doctor Mechovius, masculè protestiret.
Item: in der Ascanischen sache, haben die herrn-
vettern, ein feines schreiben, an Milagium, auf
mein, vndt Fürst Johannsens erinnern, laßen abgehen.
wiewol ich dennoch, præjudicia darbey finde!
Risposta von Zerbst bekommen, in ambiguis.
Iddîo, cj Voglia, benedire!
Panse, ist diesen abendt, wieder hinüber, nach Cöhten.
J'ay donnè ordre, a mon Oeconomje pourme-
nant aux champs.
On a veü Ieudy au soir, ün Dragon volant,
icy au chasteau de Bernbourg, quj a passè
par dessüs la place, & a ésclairè toute la
cour, comme si elle eust estè toute, en feü.
Cela s'est fait entre 11 & 12 heures, lors
qu'il faysoit obscür. Jl y a dü larcin, &
de la sorcellerie. Dieu vueille confondre Sathan!
Vnsere Mußcketirer, nebenst etzlichen Bernbürgern,
seindt gestern vergebens den Mausern nachgeritten,
dann sie zu spähte pferde bekommen, die Reüt-
ter, oder Raüber aber, (derer nur drey gewesen)
haben nicht allein einen großen vorsprung, erlan-
get, sondern seindt auch noch bey Cünnern, an
andere zwey gute pferde kommen, welche sie
gleichßfalß, außgespannet, vndt mittgenommen. perge
Der pfarrer von Kermigk hat hieroben aufm
Sahl geprediget: Text: Lucæ 8 vom Sahmen im agker.14
Jch habe den anfang heütte machen laßen, der vorbitte
vor Meiner <herzlieb(st)e> gemahlin liebden in itzigem dero gesegnetem
abermahligen leibeßzustandt. Gott wolle vnß
in gnaden erhören, vndt Jhre liebden mit einem fröhlichen
anblick, neben Mir, vndt allen lieben anver-
wandten, vndt zugehörigen, zu rechter zeitt,
erfreẅen!
Abermahlige schreiben vndt avis von Cöhten,
da dann die von der landtschaft etwaß von ihren
vermeinten gravaminibus, eingegeben, es ist aber,
nicht alles acceptirt, Sondern biß auf andere
zeitt, verschoben worden. Gott gebe daß ein
ieder, seinen schuldigen gehorsam erkenne! Sie haben
sehr hohe händel, vndt gäntzliche exemptiones, vor.
Avis von Ballenstedt, daß noch alles, in forchten, vndt in
vngewißheit, schwebet, wegen der Loẅenhaüptischen
völcker, vndt daß sie v̈bel hausen, auch ihre partien,
in die 40 pferde, bey Werningeroda, außgespannet.
Gott gebe! daß sie ihren marsch, anderstwohin
nehmen, vndt vnß nicht berühren mögen!
Jch habe Jakob Ludwig Schwartzenberger hinüber nacher Cöhten
geschickt. Gott gebe zu meinem glück vndt succeß!
Avis von Ballenstedt daß den armen leütten, zu
Hoym, alß sie von Magdeburgk wieder zurügk
kommen, mit ihren kornfuhren, (etzwaß geldt zu lösen)
am hackel, von einer partie Reütter, in die 20
pferde außgespannet worden, welches ihnen ein
gewaltiger schade, sonderlich itzt gegen bevor-
stehende sahmzeit ist. Gott tröste sie wieder!
Schreiben von Tecklemburg vndt Osnabrügk,
in guten terminis, durch eigenen bohten, den ich
dahin geschickt gehabt. <Chur Brandeburg sol sich Erbfürst in denen Ertz: vndt
Stiftern, schreiben, Magdeburg vndt Halberstadt. Vom Thumbcapitul, bekömbt er daß Ampt Egeln,
vndt das vierdte Theil, ihrer intraden, an stadt
|| [[Handschrift: 121r]]
der vier Aempter, welche der Churfürst von Saxen,
hinweg bekommen.>
Risposta vom Obersten Borgßdorf, mit guter hof-
nung der abwendung der Loẅenhauptischen marche Gott
gebe es!
Die Schweden wollen sich <oder ihre Königinn> hertzogk zu Bremen, vndt
Verden, schreiben, vndt alle pfaffen, vndt canonicos
auß dem ErtzStift Brehmen, platt abschaffen.
Chur Brandeburg hette gerne gesehen, daß Chur
Saxen, auf innstendiges anhalten, wehre mitt in die
succeßion der Jülichischen lande, gezogen worden,
Es hats aber Schweden nicht zulaßen wollen, weil sie
vermeinen, ihre Königinn, alß eine Tochter, einer
Churprinceßin, von Brandenburgk, werde doch heütte,
oder morgen, nach absterben, der Churlineæ, können mitt
eintretten, in die succeßion, nicht allein der Jü-
lichischen, vndt Clevischen lande, sondern auch deß hertzog-
thumbs Preüßen.
In causa Palatina, soll der iunge Pfaltzgraf,
Carolus Ludovicus, der 8. vndt letzte Churfürst, sein,
vndt die vndterpfaltz behalten, iedoch also: daß
die Bergstraße Chur Meintz verbleibe, vndt die
clöster, vndt orden in der vndterpfaltz in esse
vnverendert gelaßen werden sollen. Die anwar-
tung, auf die Oberpfaltz, vndt Bayerischen lande,
wirdt ihme auch gegönnet, in defectum
lineæ Bavaricæ, vndt alßdann sol die ordnung
der Sieben Churfürsten, vor: wie nach, gehalten werden[.]
Interim bleibet Chur Bayern vndt seine linea der erste
weltliche Churfürst, vndt behelt die Oberpfaltz erblich
|| [[Handschrift: 121v]]
an stadt der auf den krieg verwendeten, vndt verhy-
pothecirten: 13 millionen. Wolte Churfürst Carl Ludwig,
solche conditiones nicht annehmen, sagen die Bayerischen,
so werde sich schon ein anderer auß seinen brüdern
darzu gerne bequehmen, id est: pfaltzgraf Edoua-
ard, welcher Päbstisch worden, vndt in Franck-
reich, geheyrathet, der Königin in Polen Schwester.
Mit heßen wirdt auch tractiret wegen ihrer
satisfaction.
Die Stadt Basel, wird eximiret, von deß
Reichß, vndt Cammergerichts jurisdiction.
Eine alliantz, ist vor, zwischen dem Kayser,
Spannien, Staden, Schweden, vndt Chur:Bran-
denburgk.
Frangkreich interponirt sich, mascule,
vndt sehr discrete. Leßet alle geldtpræ-
tensiones wegen des krieges, fallen, welches
Schweden aber, noch nicht thun will.
Der graf von Trauttmanßdorf leget
große Ehre, vndt reputation ein, das er
seinem Kayser, seine jura so wol ver-
wahret, vndt die Erblande frey er-
halten, auch sonst den frieden, befördern helfen.
Das St Thumbcapitul zu Halberstadt
hat gewaltig protestiret, wieder die
|| [[Handschrift: 122r]]
Chur Brandeburgische verenderung, wie auch der Ertzbischof
von Magdeburgk, vndt hertzoge von Braunschweig gethan.
Es wirdt aber wenig geachtet.
Cantzler Milagius, hat auch eine solennem protestatio-
nem, wegen der grafschaft Ascanien, eingegeben.
Das Stift Ratzeburgk, da mein vetterlein,
hertzogk Gustavus von Mecklenburgk, bischof ist,
wollen die Schweden, neben Wißmar, auch hinweg
nehmen, vndt sich allenthalben außbreitten. perge
Fragen nichts nach protestationen vndt contra-
dictionen, sondern adiiciren minas.
halberstadt das Stift vndt Thumbcapitul
ist v̈bel mit vnserm hause vmbgegangen,
dann sie in der capitulation mit dem Ertz-
hertzogk Leopoldo Wilhelmo vorgegeben, Sie
hetten Anhaltt auch zu lehen. Der vorige vndt
itzige Kayser, hat ihnen versprochen, ihnen wie-
der darzu zu verhelfen. Solche importunæ
preces, seindt vnß eine injuria manifestissima!
Gott helfe vnß doch, auß so vielem vnrecht!
Die Kayserischen Bayerischen vndt andere
Catohlischen, geben vnß an itzo recht in der As-
canischen sache, vndt Jhre Mayestät begehren
vnß, nicht zu præjudiciren, wie berichtet wirdt.
Gott gebe vns das vnserige wieder!
Jch habe schreiben, von Berlin, vndt Strelitz,
auch von Wien, bekommen. perge
Iakob Ludwig Schwartzenberger ist von Cöhten wol wiederkommen, dahin
ich ihn, diesen Morgen geschickt gehabt.15 Er hat mir
auch bey den größesten refractariis, fuhren zum
Mühlenbaw <in promissis> zu wegegebracht. Es haben
die genandten landtStende, ihre hitzigen
consilia moderiret, waß Sie wieder mich gehabt
in particularj, daßelbe fallen laßen. Auch endtlich
erkandt, daß die Niederländischen Summen mir, von
der v̈brigen herrschaft v̈berlaßen worden.
Es wehre aber, auß der landtschaft her, gekommen,
darumb wolten sie, die gesampte herrschaft,
vmb solche refusion anlangen, damit daß
Schuldenwergk16, erleichtert würde.
Jtem: begehren sie numehr nicht, daß die
Freẅlein Steẅren gantz cassiret sein sollen,
sondern nur auf eine zeitlang. Meine Töchter
wehren noch iung. Es köndte ihnen, nicht schaden.
wann aber heyrathgelder zurügkee fiehlen,
bähten sie das es dem schuldenwergk, zu
guhte, vndt nicht der herrschaft, in ihre kammern
kähme. Mein ius quæsitum an Meinen
Steẅern wollen Sie mir nun auch nicht mehr
disputiren, es wehre aber schriftlich versichert
|| [[Handschrift: 123r]]
von ihnen, am besten.
Einsidel mein hofmeister, alß auch der Syndicus
Jehna, von Zerbst, haben mir große dienste gethan,
wiewol sie viel lose verdrießliche wortt, von
theilß ambitiosis, vndt malitiosis, theilß aber von
vnverstendigen Eseln, einfreßen müßen.
Die avisen geben:
Daß die Insel Meinaw im Bodensee, von Schweden
occupiret, Lindaw aber, noch nicht v̈ber seye.
Das armistitium zu Vlm, wirdt tractiret,
so wol alß der friede zu Münster, vndt Oßnabrügk.
Die Frantzösischen deputirten in hollandt,
bemühen sich mit offerta Flandern vndt 8 millio-
nen den frieden mit Spannien, zu vernichten,
gleichwie die Spanischen deputirten in Amsterdam
das contrarium versuchen, vndt daß
man nicht brechen solle, was versprochen.
Dennemargk lawert auf den eventum
der tractaten zu Münster vndt Osnabrück sich in Postur zu stellen.
Polen helt einen ReichßTag zu Warschaw.
Der Mußkowiter hat seinen eigenen legatum
zu lohn bastoniren laßen, weil derselbige
dem König in Pohlen zwingen wollen, (da er doch
krangk gewesen) einen brieff stehende, von
ihm anzunehmen, vndt einen andern höflichern
legatum, zu ihm geschickt.
In Irrlandt, obsiegen die Papisten, wieder die
Protestanten.
Der Türgke bedrenget die Venediger.
Die satisfactiones, seindt denen gleich,
wie sie Milagius v̈berschrieben.
Kayser reümet den Vngern v̈ber die
100 kirchen ein, den vncatohlischen.
Ertzhertzog Leopoldt, wirdt noch guberna-
tor im Niederlande.
Der Printz von Vranien sol Todtkrangk
sein. Gott wolle ihn bewahren!
<Windig. Schnee.>
Der Fastenmarckt so sich heu vorgestern,
alhier zu Bernburgk, angefangen, hat heütte
noch gewähret, vndt ist zimlich schlecht.
Jch habe meine correspondentzen continujrt.
Bin auch meine<mit> Oeconomicis bemühet gewesen,
vndt habe meine leütte außgeschickt
nacher Cörmigk, vndt Sixdorf, vmb baw-
holtz, vndt dergleichen necessaria.
Es ist eben ein hauß zu Sixdorf im feẅer
angegangen, als sie hingekommen, vndt
leschen helffen.
<Regen.>
J'ay sceu que la Landtschaft agite des conseils
pernicieux & honteux, de nous faire mettre
par leurs plaintes à l'Empereur ün sequestre aux
tribüts, afin de ne les divertir ailleurs, qu'au
payement des debtes, & deprimer nostre authoritè.
Dieu confonde leur malicieuse audace, temeritè
grande obstination, & desobeissance! si rebelle!
heütte hat man die wochenpredigt, wegen
des Jahrmarckts, eingestellet.
Meiner gemahlin Liebden geburtsTag, jst heütte,
an deme sie 44 iahr, durch Gottes gnade, absol-
viret, vndt wir numehr einander, in die
22 iahr lang, gehabt. Gott wolle
vnsern Ehestandt ferner gesegenen, vndt
mit beßerem friede, ruhe, vndt ver-
gnügung, alß biß dato geschehen, ersetzen!
Meine freundliche herzlieb(st)e gemahlin, ist anno: 1603 iung
worden. Tempora labuntur, tacitisque senescimus
annis!
Et fugiunt freno; non remorante dies!17
wiewol Jhre Liebden Gott lob, noch gar frisch, ge-
sundt, wolgestaltt, vndt wol auf sein. Er
wolle sie ferner gesegenen, zu rechter zeit, entbinden,
vndt mit einem frölichem anblick, erfreẅen!
Avis von Ballenstedt, daß man hofnung hat, zu
deß Graven Loẅenhaüpts, aufbruch, vndt
marche gegen Duderstadt zu, item: zur
recuperation der 18 abgenommenen hoy-
mischen <(18)> pferde. Gott gebe, daß eines vndt
das andere wahr werde. Graf Loẅenhaupt
sol die Quedlinburger deputierte, noch nicht
haben wieder zurügkf gelaßen,
vndt den Rammelburger Amptmann18, vmb
der contribution willen, mit 5 Mußcke-
tirern verwachen, vndt sehr tyrannisjren. et cetera
Gestern hat mir der hebreer Abraham Benedix durch vndter-
handlung Tobias Steffecks von Kolodey einen großen Pollnischen Ochßen, vmb,
vndt vor 40 ReichsthalerRthlr: verkauft, doch also: er sollte
6 Centner fleisch, vndt 6 Steine Talck haben.
Er hat aber nur, (wiewol es ein vngeheẅer Thier
wahr) 533 Pfund (libra)℔ an fleisch gehabt, ohne den kopf,
vndt die Schengkel. Der Jude hat ihn auf seine
arth, mit einem langen Meßer geschlachtet,
vndt die kehle <dem Thier> abgestochen, weil sie kein blut
eßen dörffen. 150 Pfund (libra)℔ hat er wieder zurügkg ge-
nommen, zu 1 Groscheng: vndt ich habe ihm 15 Pfennige (denarii)d: vor
das v̈brige, iedes pfundt, bezahlen müßen. Die
grosse vngeheẅre hautt, hat er auch vor 4 ThalerThlr:
|| [[Handschrift: 125r]]
wieder ein<an>genommen. En somme ces gens là trompent
tousiours, qu'on s'en donne de garde comme on vouldra?
sür tout quand ils sont secondèz par des igno-
rans, ou par des malicieux, quj contrefont
les simples. An Talck hat daß Thier auch nur
4 Steine gehabt. Jst doch genung. Jn der hautt seindt
Jngerlinge gewesen, wie in den hirschhaütten,
welches ich zuvor nie gehöret. Ein haußhalter
muß solche vndt dergleichen Dinge, in der Oeconomia,
auch wißen, vndt erfahren. perge <Risposta von Altenburg de neant. perge>
Meine Rähte, Einsidel, Panse neben Doctor Mecho-
vio, seindt von Cöhten, zu Mittage, wiederkommen. perge
vndt haben, Doctor Mechovius a part, auß der Fürstenraht,
wie auch Einsidel, â part, auß der landtschaft zusammen-
berahtschlagung, mir referiret, wie sich die sachen
hin: vndt wieder angelaßen? Il y a apparence,
qu'on veut restraindre la puissance, & la force
des Princes, & qu'on tasche, a se fortifier, parmy les
particüliers, sous ombre de redresser le pays. Mais
il faut, que nous soyons vigilans, & adroicts, pour
confondre les prejüdices, & pour conserva<e>r les Princes,
et le pays, tout ensemble. On a remis les
poincts les plüs serieux, au 14me. de Iüing,
Dieu aydant, quoy que le 3me. de May, ait estè pro-
posè au commencement.
Avis von Ballenstedt, daß man den aufbruch, der
Loẅenhaüptischen völcker, auß der güldenen Awe,
verhoffet. Gott gebe es! vndt daß es gewiß seye!
Avis von der Aeptißin von Quedlinburg daß die völcker
schon ordre zu marchiren haben, vndt daß sie sich gegen
die Fürstin zu häringen, noch wol erzeigt hetten.
Avis von Plötzkaw, daß die gute fromme Fürstin,
Meines bruders, Fürst Friedrichs gemahlin zu hartzgeroda, in
ihrem kindtbette, sehr schwach, vndt krangk ist,
also daß man an Jhrer Liebden leben desperiret.
Gott wolle ihr gnediglich wieder aufhelffen!
Jnndeßen, begehren meine beyde iüngste
Schwestern, dorthin zu raysen, da doch Schwester
Bathildis selber, noch sehr Matt, vndt krangk
ist. Gott gebe! das alles wol ablauffe!
<1 hasen, Oberlender>
A spasso zu fuße, in gelindem Thauwetter. perge
I'ay grande apprehension, pour Hanß Eckardt,
lequel i'ay envoyè á Leyden, qu'il n'aye paty,
quelque desastre, ou inconvenient. Dieu
me le vueille rammener; sain & sauf!
Il demeure longtemps, en chemin, oultre mon
esperance, & attente!
Der Amptßraht Panse, ist bey Mir gewesen, vndt
hat Mir viel: vndt mancherley referiret, vom Cöthnischen
convent, wie auch: daß Graf Hanß Geörge von
Mansfeldt, gestorben wehre, deßen abgang billich
zu beklagen. perge Es sollen viel plötzliche Todeßfälle
hin: vndt wieder, sich ereügen. Gott helfe daß ein
ieder frommer Christ, parat erfunden werde!
Es begibt sich auch ein seltzamer casus alhier, nemlich:
Daß der Stadtknecht der Tage einen abends spähte,
einem greẅlichen Wolf, auf der gaßen, alhier
zu Bernburgk, begegnet, welcher wolf greẅliche
feẅerige augen gehabt, vndt ihn dermaßen erschregkt,
das er Todtkrangk darvon worden, auch an itzo
sprachloß darnider lieget. Die hunde auf den
gaßen, haben sehr gewinselt, vndt geheület, als
sie daß Thier gesehen, haben es aber nicht an-
zufallen begehret. Jst zu vermuhten, daß es
ein spectrum, vndt Bährwolff, gewesen. perge
Schreiben vom herrn von Schrahtembach, vndt von Mei-
nen Söhnen, so Gott lob, gute progreß thun. Die
schreiben, seindt etwas altt, dann der bohte hat
in die 14 Tage zu Brehmen, wartten müßen,
dieweil es gar vnsicher vmb selbige Stadt,
wegen derer, durcheinander gehenden parthien, gewesen.
Trawriger avis von hartzgeroda, von Meinem bruder,
Fürst Friedrich das sein Töc elltistes Töchterlein, Anna Ursula
vorgestern plötzlichen, durch einen Stickfluß, Todeß
verblichen, vndt daß Seiner Liebden gemahlin, Schwach,
vndt Todtkrangk, in ihren wochen, noch darnieder
lieget. Gott erbarme sich ihrer, vndt tröste
diese Trawrigen, vndt bringe einen ieglichen,
der es bedarff, zur wahren buße, vndt er-
kendtlichkeitt! Die armen kinder krongken
alh<ier> zu Bernburgk auch sehr, sonderlich, an
einer Seüche, die ihnen wie pestdrüsen
an den halß machet. Gott beßere den
zustandt, vndt bewahre vnß alhier!
wie auch zu Leyden!, vndt v̈berall vor bösen
zufällen! Amen! herr Jesu, erbarme dich
vnser! vndt vergib vnß, vnsere Sünden, Amen!
Zu Zerbst sollen die Schwangeren weiber
sehr krongken, vndt sterben! Nulla calamitas sola!19
Jddîo cj guardj, di mala congiuntura!
A spasso in die luft zu schöpfen.
I'ay sceu auiourd'huy, que le Dragon volant,
qu'on a pensè voir, Donnerstag♃ le 18. de ce mois, icy au soir,
n'a pas estè tel, (quoy que mes gens asseurent
de voir souventes fois icy ün Dragon) ainçois ün
grand feü quj est tombè dü ciel entre Aldenburg
|| [[Handschrift: 127r]]
& Leiptzigk en ün village, ou il a fait ün grand
trou dans la terre, & èsclairè toute la contrèe,
frappant mesme les gazons, dans la terre en sorte
qu'ils tomberent dessüs les toicts dü village, ou les
paysans s'imaginoyent l'apparition dü dernier jour.
Je l'avois notè selon le rapport dü Sonntag☉ 21. de ce mois.
Schwester Dorothea Bathildis, ist wieder alles
vermuhten, vndt verhoffen, heüte wieder aufgewesen,
vndt durch die gemächer zu Meiner herzlieb(st)en gemahlin gegan-
gen. Gott stärgke ferner, vndt beßere mit gnaden!
Jhm seye dangk vor seine gnadenreiche gühte!
Der pfarrer von Dondorf, Angelocrator hat ge-
prediget, aufm Sahl alhier. Text: vom blinden
Bartimeo, vndt prodromo der Paßion.20 etcetera
Doctor Brandt, ist bey Mir gewesen, mit mir zu
reden, wegen seiner rayse, vndt sich gnedigen bescheidts
zu erholen. perge
Jn die Nachmittagspredigt des Jonij.
Avis: vom Cantzler Milagio, das in negotio religionis, die
sachen gar wol stehen (Gott lob! der helfe ferner, mit gnaden!
zu erwüntzschtem effect!) daß die Kayserlichen gegen die heßen-
Caßelische sich vernehmen laßen, wie Jhrer Kayserlichen Mayestät
gnedigster wille, vndt Meinung wehre, daß die reformirten,
so wol als die Lutheraner im friede versichert sein sollten.
Die Cronen Frangkreich, vndt Schweden, nehmen sich nun
|| [[Handschrift: 127v]]
der Pfältzischen Restitution beßer an, alß vorhero.
Jn Engellandt, wie auch in Vngarn, hat es auch das
ansehen, alß wann der Allerhöchste, seiner kirchen,
wieder etwas ruhe gönnen wollte, derselbe schicke
alles, zu seines heiligen nahmens ehre, vndt derselben
besten! Die herren Staden, vndt Dennemargk,
sollen eine alliance, beschloßen haben.
Avis von einem andern orth: daß der grave
von Trauttmanßdorf in einer Nacht zu Mün-
ster, eine große angst außgestanden, in deme
er, vndter seinem bette, etwaß zischen hören,
vndt darüber, an das fenster gegangen,
sich darnach wieder niedergeleget, vndt
baldt wieder also sich engstigende, an ein fenster
gegangen, vndt nicht bleiben können. Endtlich
hette er seinem page geruffen, er solte doch
bey ihm bleiben, er wüste nicht wo er vor
angst hin solte. Der page hette nichts gesehen,
noch gehöret, biß ihn der graf heißen vndter
das bette sehen, da hette er eine einbrennen-
de lunte gefunden, welche da sie noch ein
halbes stündlein zu brennen, zeit gehabt
hette, würde sie auf eine große feẅer-
kugel gekommen sein, vndt den graven
mit sampt den Seinigen, vndt dem gantzen
|| [[Handschrift: 128r]]
losament apparendtlich zerdrümmert haben. Man
gibt vor, es seye eine Iesuitische practica, welche
den Graven gerne wollten, auß dem wege raümen,
weil er in den friedenßtractaten den Evange-
lischen, zu viel nachgegeben. Jst ein glück, daß es noch
also entdegkt worden. <Er hat 1000 Ducaten <nebst der impunitet> dem ansager
promittiren lassen, vndt wann es gleich der Thäter selbst wehre?>
Zu Wien, sol auch ein iung, in einem Thurm,
eingesperret sein worden, von den Jesuitern, die
ihm zu eßen geben, vndt durch einen heimlichen
gang hinein gebracht, darvon sonst niemandt
gewußt, auch große promissa gethan,
wann ers zu wergk richtete, was ihm befohlen.
Jn diesem Thurm an der stadtmawer hat der
iunge etzliche mal geruffen in der nacht. O wehe
ô weh, v̈ber den Münsterischen frieden. Den Tag
hat er sich aber verstegkt vndt nicht sehen laßen.
Weil nun, die vndterobrigkeit von diesem
heimlichen gange, nichtß gewußt, haben sie
suchen laßen, vndt nichts finden können, wer?
oder waß? in dem vermawerten Thurm sein müste.
Endtlich aber, als das Nächtliche geschrey continuj-
ret, hat man es das gemaẅer aufgebrochen, vndt
den iungen also gefunden, vndt<welcher> alles bekandt,
darauß zu ersehen, daß den Loyolisten21 der friede vnanstendig.
Gestern seindt 2 wagen voll Schiffbawens verstendige
von der großen See zu Cöhten ankommen, gehen nach Bregantz an BodenSee,
|| [[Handschrift: 128v]]
zun Schwedischen. Ob sich nun die Schiffe, so auf dem
Meer, vndt der offenbahren See, gebawet worden,
auch auf den Bodensee raümen, vndt schicken,
wirdt die zeitt lernen.
Die herren Schwedische, sollen vor Lindaw,
schon aufgebrochen sein, vndt in die winter-
quartier (an itzo, allererst,) gehen.
Die Frantzösische armèe lieget im
Wirtemberger landt, vndt machet
reine Tafel, attacquiret Tübingen.
Daß armistitium mit Chur Bayern,
sol zu Vlm, geschloßen sein.
Die Schweitzer werben 12000 Mann, zur
defension ihrer päße. Wollen Costnitz
nicht attcquiren laßen, auf ihrem grundt
vndt bodem, dahin haben auch die Spannischen
auß Meylandt, etzliche 1000 Mann, zum
endtsatz geschickt.
Die Jnsel Meinaw, hat General Wran-
gel, erobert, jm Bodensee.
<Die> herren Staden, sollen mit dem König in Dennemargk,
eine alliance geschloßen haben. Polen
Moßkaw, Engellandt, Chur Brandenburg,
vndt andere, mögen auch wol mitt jnteres-
siret sein.
