Avis: daß die OostJndianische compagnie noch auf
25 iahr ottroy erhalten, zu traffiquiren, wie zuvor,
davor sie den herren Staden 15 Tonnen goldes, verehren,
vndt contribuiren müßen, solch ottroy, zu erhalten. perge
J'ay èscrit a Madame la Landgrävinne a
Caßel, Dieu donne bon süccez!
Avis: daß die Schwedischen zwar, die Jnsel Meinaw
im Bodensee, eingenommen, sonst aber alle Schantzen
vndt gemachte neẅe fortificationes, an den
päßen, demoliren, vndt auf die retirada
gedengken, weil Lindaw ihnen, einen allzu-
harte nuß, aufzubeißen. Jn Meinaw, sollen
Sie, ein 100 Metalline stücke bekommen haben,
vndt sonst gute beütten, welche sie wol
mit sich nehmen werden wollen. perge
Von hartzgeroda ist heütte gar schlechter be-
richt einkommen, alß ob Meines Bruders gemahlin Liebden
in Todeßgefahr, wehre, vndt bißweilen delirirte.
Gott helfe, das alles wol abgehe, vndt außer
gefahr sein möge! Die Fürstin zu Plötzkaw, ist
daselbst, vndt thut MutterTreẅe, nach vermögen,
an dem Patienten. Der zustandt ist betrüblich.
Das kindtTäuffen, soll in der Stille gehalten werden.
|| [[Handschrift: 129v]]
Die Churfürstinn, von Brandenburgk; jst die
vornehmste gevatterinn. Daß kindt, soll
auch, Eljsabeth, Charlotte genennet werden.
Meine Schwestern, wollen, Morgen (wilß Gott!,)
hinaus, nacher hartzgeroda. <Gott geleitte sie!>
A spasso, in schönem wetter, vndt die Oecono-
mica, pro posse, forthzutreiben. perge
Schreiben von Wien, Erfurdt, Krannichfeldt,
vndt andern orthen, auch von Leiptzigk Vom B. C.a
Die ordinaravisen:
Bestehtigen, die güldene hofnung deß friedens,
zu Münster vndt Oßnabrügk.
Die niederlage des Montecuculj in Schlesien.
Die Victoria der Maltheser, so 3 Türgkische
große schif geschlagen, mit verlust der
Maltheser generals1, vndt 200 Mannen,
hingegen hetten die Türgken: 400 Mann,
vndt 2 große gallionen, verlohren.
Die venezianer werden noch sehr geängstiget.
König in Pohlen sucht wieder motus gegen den Türgken.
<general> Wrangel, ist vor Lindaw, abgezogen.
Das armistitium zu Vlm helt man vor geschloßen.
Staden vndt Dennemargk seindt veraccordirt,
also: daß wegen Norwegen, die herren Staden,
|| [[Handschrift: 130r]]
dem Könige [...]<drey> Tonnen goldes geben, damit
die Norwegische Schiffe sicher vndt vnverzollt
hin vndt wieder durch den Sundt paßiren mögen,
semel pro semper, vor Dennemargk aber
geben sie iährlich 150000 Gulden (florenus)f: ich verstehe die
Niederländische schiffe, so in beyde königreiche
hin: vndt wieder gehen, sollen also ein gewißes,
vndt genandtes geben.
König in Engellandt, ist numehr, in der En-
gelländer hände, die Schottländer haben sich nach
empfangener bezahlung, in ihr landt retjrirt.
Wittembergk Schwedischer general Maior,
hat sich gestärgkt, mit 1000 Mann, von
den abedangkten Pollnischen völckern. Die
v̈brigen, haben die Moßkowiter angenommen.
Die Königinn, in Schweden, macht, den Dor-
stenSohn, zum graven, vmb seiner großen dienste
willen. <Staden vndt Spannien schließen friede.
et cetera>
Der Ertzbischof von Brehmen, protestiret
wieder die occupation seines Stifts. Seine Ge-
sandten aber, kommen zu spähte, nacher Münster vndt Osnabrück[.]
Der Pabst hat mit Threnen, seines vettern deß
Cardinals Pamphilio wieder geschickten Cardinalshut,
angenommen, dann derselbige verheyrathet sich.
Mit OostJndien, wegen verlängerung deß
Octroy, dieselbe zeitung, wirdt confirmiret.
<Reif. froßt, nach gesterigem gelinden wetter.>
Beyde schwestern, seindt forth, nacher Ascherß-
leben zu. Gott wolle sie begleitten, sonderlich
Schwester Bathilden bewahren, daß sie in dero
Mattigkeit, nicht wieder krangk werde!
Meine Ballenstedter wagen, seindt mit gersten
<5 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: 12 Schefel (Scheffel)schfl: Ballenstedter maß aber 5 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: 1 Schefel (Scheffel)schfl: Bernburger maßes> anhero kommen, weil es numehr vor den
Loẅenhaüptischen, Gott lob, vndt dangk,
sicher ist, dann sie aufgebrochen sein sollen.
Avis: daß vnß der General Königßmarck
den Obersten Penß, mit seinem gantzen Regi-
ment assigniret, ohne alle gnade, vndt
barmhertzigkeit. Wo ist Christliche
liebe? wo ist mittleyden! wo ist hertz-
liches erbarmen? v̈ber vnserm elenden zustandt?
Ach Gott vom himmel, siehe dareyn? vndt
laße dichs doch, erbarmen!
J'ay songè, que ma femme ait enfantè
ün fils, (quoy que ie m'immagine, par quelques
indices jncertains, que ce sera üne fille)
|| [[Handschrift: 131r]]
& que ce fils auroit estè baptizè (contre mon
grè,) par des prebstres papistes, par commendement
de l'Jmperatrice defüncte, en presence de l'Empereur,
dü Roy de Pouloigne, & de l'Electeur de Bavieres.
Mais ce n'est; qu'ün songe.
Spatziren in schönem wetter, denn gleich
wie es vormittages frühe hat gefrohren,
so hat es nachmittags, alß die Sonne wieder
empor kommen, aufgethawet, vndt die Sahle
wächßet sehr, wiewol daß eiß noch nicht
alles, hinweg gegangen. perge
hanß Eckardt, ist (Gott lob) von Leyden
wiederkommen mit schreiben, von Meinen Söhnen.
Jst iämmerlich, im Stift Münster, spoliiret,
außgezogen, vndt geplündert, vmb seine
kleider, vndt geldt, geplündert worden!
Gott helfe doch mit gnaden ferrner
zu glück, das mein glück nicht ersterben,
sondern wieder floriren möge!
Es ist heütte ein greẅlich rennen, lauffen,
vndt hin: vndt her, schigken, wegen bevorste-
henden Pensischen einquartirung.
Gott wende doch, die bösen gäste, von
vns, in gnaden abe!
Rindtorf ist gestern abendt noch, mit vnseren
kutzschpferden (welche meine Schwestern biß
nacher Ascherßleben, zwar in bösem Wege, fælicj-
ter geführet) wiederkommen, mit bericht, daß
Freybergk vndt andere, (welche zu Ascherßleben,
den schwestern entgegen kommen, Sie vollends
nacher Ascherß Hartzgeroda abzuholen) avisirt
hatten, es hette sich Gott lob, mit der Fürstin
daselbst, zur beßerung, angelaßen.
Gott wolle ferner, mit gnaden helfen!
Nacher Zerbst, an Wendelin[,] Beckmannb vndt Jehna
geschrieben, mit des Hottons exemplarien,
de Christiana concordia. habe auch
meine briefe nachm Berlin, dahin gesendet.
perge
Am heüttigen behtTage in die kirche.
Der hofprediger, hat wieder geprediget,
nach seiner langwierigen Schwachheit.
et cetera
Christian henrich von Börstel, Raht
vndt hofmeister zu Deßaw, hat mich
gegen den 18den: huius, zu einem iungen Sohne,
zu gevattern gebehten. Jst selber
meines herrnvatters Sehligen pahte gewesen.
Es ist heütte viel v̈bersetzens, v̈ber die Sahle,
der Reütter gewesen, wegen besorgender einquartirung.
Gott wolle doch vnser, vndt der armen vndterthanen,
Schutz, vndt Nohthelfer sein!
Meine herzlieb(st)e gemahlin, hat heütte gebeichtet,
wil Morgen c<i>hre communion halten. Gott gebe zu
liebe! friede! eintracht! vndt Sehligkeitt.
<Stargker regen, vndt Thauwetter. perge>
Risposta von Ballenstedt, vndt vom Doctor Lentz, en
assèz bons termes. Dieu face reüssir le reste!
heütte hat meine freundliche herzlieb(st)e gemahlin, ihre
predigt gehöret, vndt ihre communion in der Mittel-
sten leüchte gehalten, bey Ern Otto, priester zu Alßleben.
Gott gebe daß diß liebesgedechtnüß, friedensge-
dangken stiften! vndt alle verbitterung einstellen möge!
Extra zue Mittage, apud nobiles: der
pfarrer Otto, so dann Geörg Panse, vndt
Thomaß Benckendorff. Panse hat aller-
ley relation gethan, von dem gesterigen
congreß, mit den Cöthnern, Deßawern,
vndt Plötzkawern. Jl n'a pas creü
auparavant l'injüstice, & inèsgalitè
disproportionnèe, trop notoire. perge <ô Dieu, excite, <la> charitè!>
hanß von Bergen, ist auch bey Mir gewesen,
mais ou trouve on? de la consolation?
J'ay beaucoup eu, a èscrire, en Hollande, a
Mon fils, Viktor Amadeus, a Docteur Spanheimius; a Monsieur Hotton, Rulitius,
Voßbergen, & ay fait èscrire a Schwechhausen.
Risposta von Zerbst, vom Syndico Jehna, So dann
auch vom guten allten Wendelino. perge
J'ay songè ceste nuict, comme ma seur Sybille
se seroit noyèe, & dü tout perduë navigeant dans
ün batteau, si qu'on n'auroit peü retrouver
son corps, & ie me füsse saulvè en üne may-
sonnette, avant ce delüge. perge
heütte zu abendts, ist Meines bruders hofmeister der
von Freybergk, anhero gekommen, vndt hat schreiben
von Meinem bruder, wie auch avis, an Mich ge-
bracht, daß dinstags, frühe zwischen 9 vndt 10 vhren,
Seiner Liebden gemahlin Liebden die fromme Fürstin, Fraw
Johanneta Elisabeth, geborne Gräfin zu Naßaw,
ihrem neẅlichst verstorbenen Töchterlein, auß
dieser zergänglichkeit baldt nachgeeilet,
vndt vnzweifelich, in den himmel versetzet
worden. Gottes wille jst allein der beste.
Er wolle trösten, stärgken, vndt erquigken
|| [[Handschrift: 133r]]
waß recht zerschlagenes, vndt betrübtes geistes
ist, vndt anderwerts wieder erfreẅen.
Der bruder sucht hülfe, raht, vndt Trost. Jch
werde ihm mit willen, derer keines versagen. perge
Der Præsident Börstel, sol auch Todtkrangk, sein.
<3 hasen, hetzen lassen. perge>
Avis: daß hertzogk Augustj von hollstein (Sonderburgk)
gemahlin, so ich vorm iahr zu Oldenburgk, noch in gutem
zustande gesehen, eine geborne Grävin von Delmenhorst,
in kindesnöhten, mit Todt abgangen. Dergleichen
fälle, sollen diß iahr, mit schwangeren Damen,
gemeine sein. Gott bewahre ferner gnediglich!
Freybergk ist weitter nach Deßaw, hat keine
audientz bey mir gehabt, noch mit ernst gesucht,
sondern viel mehr occasion ergriffen, forthzueilen,
ob ichs schon an Mir, nicht ermangeln laßen.
Er hat zwar durch Meinen Raht, vndt hofmeister
den von Einsidel, sein anbringen, in seines herren Nahmen
mir thun laßen, war 1. die Trawrige notification,
Vndt beziehung, auf die Schriftliche. 2. Bitte vmb guten
Raht, consolation, vndt assistentz. 3. Abkündigung von
den Cantzeln im Bernburger antheil, weil es eine haüptTrawer.
4. Abstellung aller freẅdenfest, musicken, vndt Täntze.
5. Außhelfung mit Trawerzeüg, leichtücher, Tapezereyen,
Tischteppichen, vorhängen, vndt dergleichen. 6. Abschrift communication
voriger leichproceßionen, insonderheit Meiner gnädigen herzlieb(st)en Fraw Mutter Sehliger.
Jch habe hertzlich condoliret, v̈ber doppelt erfolgten
hertzensriß. Die abkündigung von den cantzeln ange-
stellet, (iedoch difficultiret, in Meinem gebieht,
diese Tiefe Trawer, eine haüptTrawer
zu nennen) die v̈ppigkeitten der musicken
vndt Täntze, eingestellet, die Trawer-
gereitschaft, so viel vorhanden, darzuleyhen,
versprochen, die abschriften, nicht verwei-
gert, vndt das Fürstliche leichbegängnüß, pro
posse, zu favorisiren, auch sonsten, mit gutem
raht, nach müglichkeit Meinem bruder zu
assistiren, vndt an hand zu gehen, mich gerne
erklähret, vndt erbotten. perge
Jl messo per Brema, è partito. Jddîo l'accom-
pagnj, e mi faccj rihaverne bramata risposta.
Le lettere tutte hanno la data dj hoggidì.
Hò ancora scritto a Sua Maestà Cesarea
rispondendo alla sua benignissima del nuovo anno.
Avis: daß schon die Bagage, von dreyen Regimen-
tern, zu Staßfurth ankommen, vndt zu besorgen
stehet, Sie dörften alle hieher nach Bernburgk
gehen. Jch habe ihnen des Amptßrahts
Panse, bruder, entgegen geschickt. Gott
gebe! daß er etwas fruchtbarliches schaffen,
vndt außrichten möge!
heütte Morgen hat Magister Enderling, aufm Sahl ge-
prediget, vndt darnach, die Trawrige abkündigung
gethan.
Extra: zu Mittage Doctor Mechovius, vndt Magister Enderling.
perge
Nachmittags in des Jonij predigt, gezogen.
Avis: daß ein Quartiermeister mit 12 pferden, zu Ballen-
stedt ankommen, mit bericht, es kähme, ein Rittmeister
mit aller bagage hernacher, welche so lange zu
Ballenstedt, bleiben sollten, biß die eintheilung
der quartier im Fürstenthumb gemacht wehre.
Jst eine verhörte grawsahme disproportion!
vndt greẅliche Tiranney.
Jch habe erst mit dem Amptßraht Panse ge-
redet. Darnach seinen bruder, Rudolph Panse, nacher
Ballenstedt, geschickt, die compagnien zu zertheilen,
vndt angehörige örther anzuweisen. Der
Regimentsquartiermeister, ist mitt geritten.
Gott gebe erwüntzschte expedition!
Das vrtheil, jst von Leiptzigk kommen, außm
Schöppenstuel, in deß gefangenen Baders
sache. Jst nicht zum besten vor ihn. Bestehet
auf ferrnerer examination, gütlicher außage,
oder territion, vndt peinlicher Frage.
<Abermal froßt vndt Schnee, nach sommertagen.>
Eine von den hanoverischen Füchßen, hat gefohlet,
der Schweißfuchs, vndt ein fahles stuhtenfohlen
diesen Morgen gebracht. Gott gebe zu glück
vndt gedeyen! Es ist schon gestern abendt
geschehen, heütte aber erst berichtet worden.
perge
Christof von hagen, hat einen von Schkelen,
vndt Matthiaß Krosigk, (seine befreündte)
an mich geschigkt, Schrift: vndt Mündtlich,
seine defensionalen, wieder die Stollen, an-
bringen, vndt mich vndterthenig, ersuchen
laßen, daß scharfe decret, so ich wegen
seiner verhaftung, an den Amptmann von
Ballenstedt, abgehen laßen, zu cassiren.
Schickt auch den Stegkbrief in Originalj
mitt, welchen der Churfürst von Saxen, wieder
die Stollen ihm ertheilen laßen.
Jch habe ihnen, dilatorische antworth,
gegeben, vndt die Violation, Meiner jurium
Territorij, beklaget. Wil alles, in
weittere deliberation, ziehen. etcetera
Er wil auch alß ein Anhaltischer Vasall,
vndt das die Stollen infames homines seyen,
sich einer beßeren sententz getrösten.
Gestern, haben eben auch, die Stollischen, ihr
recht bey Mir scharff, prosequiret, vndt gebehten,
ich möchte Stegkbriefe ihme Nachschigken,
vndt ferner mit hagen der iustitz gemeß ver-
fahren laßen. Es ist eine schwehre sache, dann
viel Schwedische officirer, nehmen sich der
Stollen an, weil er vndter ihnen diehnet,
der noch lebendige bruder, alß ein leütenampt[.]
hingegen General Königßmargk vndt viel Chur
Säxische sollen dem von hagen, patrociniren.
hagen hat auch vornehme freünde, vndt bekan-
dten, ist bey hohes, vndt niedrigeß Standes,
personen, wol angesehen. Ein Mann von
großer resolution vndt erudition, auch
guter reputation, da hingegen den Stollen
(welche nur Metzger sein sollen) wegen ihrer
vndthaten, puschklepperey, endtfliehung
von den Fahnen vndt auß herrendiensten,
v̈bel nachgeredet wirdt, vndt weil Sie den
hagen selbst vor diesem, in seinem hause
Mörderischer weyse, v̈berfallen, vndt geplündert.
Es heißt aber v̈berall: Audj; et alteram partem!
herr Benjamin Gigelßberger, ist von Rein-
stedt wiederkommen, ist daselbst gar gerne
gesehen, vndt gehöret worden, von 63 personen
vndt haben noch, in die 25 ermangelt.
Gott bestehtige seine heylsahme gnade!
Der landtrendtmeister Herre, vndterstehet
sich, auf befehl deß Ober: vndt vndterDirecto-
ris dem schluß zu Cöhten, (vnangesehen Meiner
contradiction vndt protestation der meynigen)
stricte zu inhæriren, Mir mein ius quæsitum,
auß händen zu nehmen, mich von den Steẅren,
zu depossediren, vndt recta zur landtrente-
rey, die SteẅerEinnehmer, zu verweisen,
auch die bereiteste media zu den spesen,
nach ihrem gefallen, zu prætendiren,
auß dem Bernburgischen Antheil, vndt also,
einen condominat zu usurpiren, vndt
durch meine ruin, vndt verderben, etzliche
ambitiosos, zu erhöhen. Gott sehe dareyn!
Paulum Secretarium, habe ich bey Mir
gehabt, in vndterschiedlichen Regierungssachen.
|| [[Handschrift: 136r]]
Jtem: die Rähte, alß hofmeister Einsideln, Doctor Mechovium
vndt Doctor Brandt beysammen gehabt, zu deliberiren,
wie hagens, vndt Stollens sache, ferner anzugreiffen?
Avis von Ballenstedt, daß die Cöthner sich be-
mühen, vnß zu v̈berfortheilen, in der ejnquar-
tirung, vndt daß heütte die völcker vndt
bagage, ankommen sollen.
Gegen abendt, ist daß Regiment zu roß,
mit dem Obersten leütenampt Pfuhle, in Fürst
Augustj dorf Wirschleben, ankommen, der
General Königßmarck; hat eine compagnie Drago-
ner, mit vndtergestegkt, weil daß Regiment
etwas schwach ist. Sie wollen den Zerbster Antheil
mitt darzu nehmen. Jst es nicht zu erbarmen?
daß vns diese leütte, ein Regiment zuschantzen,
vndt dem Ertzstift Magdeburgk, auch eines,
welches wohl 6 Regimenter, haben köndte,
wann wir nur eines einnehmen. Man
helt aber, keine proportion mehr, Sondern
wo der zaun, am niedrigsten ist, da steiget
man, gemeiniglich v̈ber. Potentior opprimit
infirmiorem! Ach Gott vom himmel siehe dareyn!
vndt laß dich des großen elends erbarmen!
|| [[Handschrift: 136v]]
Jch habe Geörg Pansen, vndt Tobias Steffeck von Kolodey hinundter
zum Obrist leutnant geschickt in die Stadt, denselben,
(so viel alß sichs leyden will) zu compljmentjren.
Er hat sich discret erwiesen, vndt zu haltung
guter ordre erbotten. perge
Gleich wie ich gestern in der Nacht ein Somnium hatte
von dem Könige Henrico IV. auß Frangkreich,
daß derselbe mich sehr caressirte vndt 36000
Livres tournois₶: jährliche pension mir offerirte, wann ich
ihme folgen, vndt obediren wollte? ich habe
die ehre, dignitet, vndt Treẅe, der deützschen
Reichßfürsten, allem andern respect vorzoge,
(vnangesehen, er endtlich 36 millionen, mir
zu geben versprach, ichs aber vor eine Frantzö-
sische, nicht zu halten mügliche promeße
hielte, vndt desto mehr auf meinem redlichem
vorhaben, vndt haß, des schnöden geldes, bestunde)
darüber er böse wardt, vndt nur auß seinem
Reich hinzuziehen, mir befahl, vndt alle zuvor
erwiesene gnade, in eine feindtschaft verkeh-
ren thete, ichs auch nicht groß achtete, So hette
sich die itzige Königinn Regentin, Ludovicj XIII.
wittwe, (in welche sich baldt die Maria des
Henricj IV. wittwe, welche mir auch sehr gnedig
|| [[Handschrift: 137r]]
vndt freündtlichst zugesprochen, vndt mich animiret,
verkehret, vndt verwandelt hette) betrübet, daß
ich so kurtzen bescheidt bekommen, vnangesehen Sie mitt
angehöret, wie Henricus IV. die laudes vndt große
dienste meines herrnvaters Sehligen so Jhre Gnaden der
Kron Franckreich, vndt sonderlich ihme geleistet,
gewaltig herauß gestrichen, vndt sich zur schul-
digen immerwährenden erkendtlichkeit, vndt
nimmer genungsam müglichen dangkbarkeit,
gegen Mir, auch meine kinder, vndt kindßkinder,
treflich erbotten gehabt, so gar kurtz zuvor,
vndt so baldt darnach, sich geendert. Sie aber
die Königin, hette zu mir heimlich gesaget, ich solte
nur gutes muts sein, vndt dem grimm des Königes,
ein wenig weichen, vndt ihn nicht mehr irritiren,
es solte baldt anderst werden. Jnndeßen, würde
ich löblich thun, das ich gut Spannisch, vndt
Oesterreichisch bliebe, sonderlich aber gut Kayse-
risch, dann das andere würde den stich nicht halten.
Sie rühmete sehr meine großmühtigkeit, das
ich dem Könige, so vnerschrogken geantwortett,
vndt die hoheit der Reich<s>fürsten, vndt deützsche frey-
heit, so mascule defendiret hette. Offerirte mir
etwaß heimlich, einen beüttel voller pistoletten
vndt Goldtkronengoldt₶: wie auch ein 4eckicht Stügk goldes.
|| [[Handschrift: 137v]]
Daßelbige hette sie mir bloß gegeben,
wehre so groß, alß ein zugemachter brief
ohngefehr gewesen, vndt wol ein drey
ReichsThaler digk. Die gute Königinn, hette
mich gebehten, damitt, vor lieb, zu nehmen,
vndt inßkünftige wolte sie mir schon
beßer sich erweisen, vndt die alten Schulden
bezahlen laßen. Alleine, ich solte nur,
gut Kayserisch bleiben.
Also habe ich nun ein ander Somnium
diese Nacht gehabt, wie ich nemlich, mit
meinen Söhnen viel zu reden gehabt, auch
sie etzlicher liederligkeitten halber, so
ich nicht schreiben mag, zu corrigiren.
Darauf wehre ich nacher Leiptzigk kommen,
vndt hette ohne wegweyser, alle gaßen
fast, an end' vndt orthen, da ich zuvor nie
gewesen, wol durchritten, nach des Kaysers
landen zu, da Tobias Steffeck, darzu
kommen, vndt mich vollends, darinnen, confir-
miret. Jch hette aber wieder an den hartz
gemußt, vndt mich deücht, von Stollbergk
nacher Hartzgeroda, durch eine große Schluft
zwischen dem holtz vndt bergen, da ich mich
|| [[Handschrift: 138r]]
dann, mit Meinen Söhnen, embarquirt, auf einem
stargken fließenden bach, vndt gählingen hinundter
geschift, fast geschwinder alß mirs lieb gewesen.
Vndt wehre endtlich, in die grafschaft Schwartz-
burgk, (wieder meinen willen, vndt dangk) gekom-
men. Da wehre am ende des bachs, das schiflein
an einem Forsterhause angefahren. So wehren wir
außgestiegen, vndt hetten alsobaldt im eingang
des hauses an der stuben Thür, innwendig ein
schwartzes stargkes Schwein angetroffen,
auf welches ich mich geschwungen, wie auf ein
pferdt, in meinung darüber zu schreitten, vndt
also recht ins gemach zu kommen. Jch hette aber
müßen sitzen bleiben, vndt die schengkel zu-
rügkec ziehen, dann der Forster vndt seine leüttlein
rieffen mir zu, mich vorzusehen, dann es wehre
ein wildt hawendt Schwein, vndt da stünde
noch eines darneben, auch an einer ketten ange-
leget, v̈ber daßelbe würde ich auch müßen,
wenn ich recht in die stube kommen, vndt mich
wärmen wollte. Jch würde mich betrogen finden,
wann ich gedengken solte, das es zahme Schweine
wie in Jtalien, an ketten wehren, Sondern es wehren
wilde böse hawende Schweine, so ihm von seinem
|| [[Handschrift: 138v]]
herren, anvertrawet, vndt ernstlich anbefohlen
wehren, er wolte der sorge, vndt mühe, sonst
gerne v̈berhaben sein, solche bösen Thiere, (da
er, vndt sein weib, vndt kinder selbsten, sich
vor förchten müßten, vndt sie sich immer
wegelagerten) zu wartten. Jtem: er
verwunderte sich, daß ich ohne schaden mich
also: dem Thier, auß dem Schif steigende,
auf den halß setzen dörfen. Möchte nun
wol mich in acht nehmen, wie ich wieder
herundter kähme, damit mich auch das
ander Schwein, (welches nahe darbey
stunde, vndt mich immer angruntzte)
nicht etwan schlagen oder beschädigen möchte.
Er wolte zwar gerne helfen, mit den
seinigen, wann er nur köndte? wie
er dann auch den Thieren sehr gute
wortt gab, vndt zu eßen vorwarf sie zu
stillen, vndt fromm zu machen. Sie fraßen
zwar, schnaubeten vndt gruntzten
aber, immerforth weitter auf mich, vndt
alle meine leütte hatten sich hindter mir
verlohren, vndt verlauffen, vndt ließen
|| [[Handschrift: 139r]]
mich alleine bey den Schweinen, vndt bey dem Jäger
deßen weib vndt kinder sich sehr vor den Thieren
förchteten, vndt immer weitt von ihnen wichen,
daß sie Sie nicht erreichen sollten. Der Jäger oder
Forster aber, gieng vmb meinent willen, zimlich
getrost herzu, vermeinte ein gut Trangkgeldt
zu bekommen, wann er mich auß der Noht er-
rettete? allein er kondte wenig thun, alß nur
anschreyen, vndt eßen vorwerfen, vndt mir auch
zurufen, ich solte die beine zurückd ziehen,
vndt fest zusammen drügken, auch das Thier
bey den ohren halten mit beyden händen fest
so köndte es nicht vmb sich schlagen, noch mir
schaden thun. Weil mir aber die hände,
vndt beine darvon müde wurden, in die
länge, daß großköpfichte Thier, also zu zwin-
gen, in dem es den kopf immer wenden wolte,
so deliberirten wir, ich vndt der Forster, (da
dann sein weib, von weittem etwaß zuplau-
derte) wie ich herundter kommen köndte ohne
gefahr? Da wahr guter Raht theẅer, zwischen
beyden vngeheẅren bestien vnversehrt durchzugehen.
Jn der angst kömbt ein liebliches schönes Rehelein
vndt läuft in der stube vmbher. Siehet mich an, vndt
spricht auf Frantzösisch zu mir: Jch solte es doch
|| [[Handschrift: 139v]]
alß ein pferdt gebrauchen. Es wolte mich wol
wegtragen. Jch hette mich verwundert, v̈ber
der lieblichen sprache, dieses Rehes, vndt an-
fangs darüber gestutzt. So wehre es
zu mir kommen, vndt die Schweine hetten
ihm nichts gethan, So wehre ich behende,
auf mein Schwein, in die höhe, auf den
rügken, gestiegen, vndt von dem rügken,
hette ich mich auf das fromme Rehlein
geschwungen, vndt wehre darauf darvon
geritten, vnverletzt, vndt ohne schaden,
in dem die Schweine, nach dem Rehe gesehen,
vndt verstummet. V̈ber eine weile aber
darnach, hetten sie wieder angefangen, zu
schnauben, vndt zu schnarchen.
Schreiben, vom Milagio, von Osnabrück
daß sich die tractaten, wol anlaßen,
zum frieden, Gott gebe es!
heütte ist Freybergk von hartzgeroda,
bey Mir gewesen, vndt ich habe ihm
ein recreditif, mittgegeben an seinen herren
condolendo. &cetera <auch andere offerten gethan.>
Obrist leutnant Knoche, ist hergekommen, die eintheilung
zu machen, wegen der einquartirung.
Mein Panse hat auch das seinige darbey gethan.
Die compagnien haben gespielet. Zwey
bleiben im Bernburgischen. Zwey im Deßaw-
ischen, vndt zwey nehmen die SenioratAempter,
wieder meinen willen, vndt dangk, mitt darzu,
in ihre beyde antheil, vnangesehen, ich dar-
wider protestire. Nach D Zerbst kommen
2 compagnien vndt der Stab. Das Regiment, ist
diesen Morgen, gantz alhier ankommen,
vndt macht vngelegenheit, etwaß.
Man hat sich endtlich verglichen, daß iede com-
pagnie, dißeyt der Elbe, höher nicht, alß
auf 40 pferde, sol verpfleget werden.
Eine halbe compagnie lege ich inß Ampt, vndt
auf die vom Adel. Eine halbe in die Stadt.
Eine halbe, vndt etwaß darüber, nach Bal-
lenstedt, vndt eine halbe, vn<oder> etwaß weni-
ger, nach Hatzgeroda[!]. Jm Zerbster antheil,
soll iede compagnie auf 50 pferde verpfleget werden.
Jch habe den Obrist leutnant zu gaste laden
lassen, durch Rindtorf. Er hat sich aber endtschuldiget
vndt eilet forth nach Zerbst zu. Erweiset sich gar discret[,]
|| [[Handschrift: 140v]]
vermeinet, wegen Meiner freundlichen herzlieb(st)en gemahlin zustandt,
vndt wegen der Tiefen Trawer, mich nicht zu jn-
commodiren, weil schon ein ander mal, die
rechte zeitt, mir aufzuwartten, treffen.
Daß gantze Regiment, ist kawm
100 pferde stargk, vndt schlecht montiret.
Wil sich alhier im lande, wieder
erholen, vndt recruytiren. perge
Diesen nachmittag, in schönem wetter, bin ich
auß spatziren gegangen, vndt habe die Oeco-
nomica inndeßen zu consideriren, vndt
große errata in rechnungssachen, sonderlich
wegen der begker, zu deprehendiren, nicht
negligiret. Gott wolle vnß doch die schwehre
laßt, in allen dingen, durch beßere assistentz,
vndt secondirung, erleichtern!
Fürst Johann hat seinen Secretarium Anthon
Günther Böschen, an mich, abgefertiget, mit
schreiben, vndt Mündtlichem anbringen, daß
doch die Pansische erben, die vorenthaltene
Sahlbücher, von Lindaw, v̈berschicken, auch
darzu gütlich, oder gerichtlich compelliret
werden möchten, dann es seindt irrungen endt-
standen wegen der gräntze, mit dem Magdeburgischen
|| [[Handschrift: 141r]]
Ambt vndt Städtlein Loburgk, iedoch nicht
v̈ber dem Ertzstiftischem, sondern Chur Brandenburgischen
lehen. Jch habe es Geörg Pansen, intimirt,
welcher, (gegen genungsahmer recognition vndt
vnbeschadet seines rechtens, vndt führenden
proceßes, am Kayserlichen Kammergericht,) gar
willig darzu gewesen.
Jch habe ihn Böschen, nach verstatteter
audientz, So dann auch erlangter reso-
lution, logiren, vndt tractjren laßen,
der hofmeister Einsidel, Doctor Mechovius, vndt
Rindtorf, Tobiaß, etcetera seindt auch mitt
darbey gewesen.
Mein vieh, verkalbet sehr, wie
auch der bürger ihres. Malum omen!
Madame commence a se trouver mal, c'est a dire
en bon poinct, pour accoucher. Dieu luy vueille
assister, de sa Sainte grace! & benediction!
Vnsere Reütter, haben zum willkomb,
sich wagker geschmißen, vndt stöße vom
Rittmeister Hänßgen, vndt ihren officjrern,
gekriegt, vmb ordre zu halten. perge
<Nachtfröste, wie etzliche Tage hero. Den Tag thawets.>
Es haben sich etzliche Tage hero 5 große schwartze
vögel, mit rauchen füßen, sehen laßen, am
Tannen werder, da sie pflegen auf den baẅmen
zu sitzen, auch wol sich, jn daß waßer
zu tauchen, Sie seindt so groß wie vnsere
gänse, vndt seindt gar schüchtern, also:
daß man mit der büchße, noch nicht hat können
an sie kommen. Gemeiniglich halten ihrer
zweene Schildtwacht, auf den baẅmen,
wenn die andern sich, in die Sahle begeben.
Es ist auch in neẅligkeit, eine große
Seekrähe, von dem lackayen Oberlender ge-
schoßen worden. Solche vndt dergleichen frembde
vögel, pflegen nichts gutes mitzubringen,
noch zu bedeütten. Gott wende alleß
vnglück, in gnaden von vnß ab!
Avis: von Ballenstedt, daß sich der da-
selbst einquartierte Rittmeister, sehr wieder-
spenstig erzeiget, vndt das quartier,
des Obersten leütnants leütten, nicht reümen will.
Dörfte also, den orth, baldt fertig machen.
Jch habe die Krosigkinn von Erxleben, in der
Nacht, müßen zu Meiner gemahlin Liebden holen laßen.
Alß ich vormittags, hinauß spatziren gegangen,
zu Meinem weinberglein, vndt hernacher bey Fußens
hause, vorüber, kömbt mir ein fuhrmann entgegen
gelauffen, mit bericht, daß ihme die Reütter
in der Straße, bey heinrich Schmidts hause,
ein pferdt außgespannet. Jch habe ihnen ge-
schwinde nachgeschigkt. Alß man aber ver-
meint, es wehren andere Raüber, so ist es ein
Cornet, vndt Officirer selber gewesen, welcher
aber, verdrießliche wortt, schießen laßen,
nach Mir selber, nichts gefraget, vndt
daß pferdt behalten, in Meinung, einen ReichsthalerReichsthlr:
von einem ieglichem wagen, zu nehmen,
vndt also, die commercia zu hemmen. Der
Rittmeister, hänßgen genandt, ein partien
führer) so alhier lieget, hat ihm patrociniret,
vndt fast eben so lose wortt gegeben. Jch
werde es an Obrist leutnant pfuhl gelangen laßen.
Der Secretarius von Zerbst, ist mit gu-
tem contento, wieder abgefertiget, wie-
wol er vnserer leütte etzliche, in discursu,
offendiret, in causa Palatina, So dann auch,
die Böhmische nation. La langue est ün
petit membre, mais süjet a grands inconvenients,
si on ne s'en sert, bien á propos?
Jch habe an Obrist leutnant pfuhl, geschrieben, nicht
allejn, waß alhier, sondern auch, waß zu
Ballenstedt, vor exceß, vorgegangen? Gott
gebe, dienliche Remedia!
Diesen Nachmittag, habe ich laßen, zum
erstenmahl dieses iahr, gerste auß-
seen, 1½ wispel, auf der langen breitte,
Gott gebe zu glück! vndt Segen!
Es ist zwar zimlich windig, iedoch bey
lieblichem sonnenschein. perge
Paulum Secretarium bey Mir gehabt allerley
anzuordnen, vndt zu befehlen.
Der avisenbohte von Leiptzigk, ist heütte
allererst, ankommen, wegen nebenverhinderungen.
Die ordinarij geben:
Das die Schwedischen Bregantz vndt andere örther,
demolirt vndt verlaßen, hingegen im Bodensee
sich noch vmb Lindaw, vndt Costnitz herumb,
sich aufzuhalten mine machen.
Es würde ein Stillestandt zu Vlm, zwischen
Chur Bayern, vndt beyden krohnen tractirt,
da dann der Franckische vndt Schwäbische Krayß
mit zum besten gegeben, vndt alle hostiliteten
cessiren sollen. Chur Cölln, sol auch darinnen
mitt begriffen sein, vndt vom Kayser, absetzen.
Jn Vngern gehe es noch alles schwührig daher.
General Wittemberg, wehre auch wieder zurügke
nach Schlesien zu.
Polen ließe sich in alliantz mit Frankreich ein. Der Kayser
hette zum Könige den Marchese della Grana
geschickt, ihn bestendig in coniunction zu erhalten,
vndt die hindterstelligen gelder, wegen Oppeln, vndt
Ratibor, zu sollicitiren.
König in Engellandt, würde vom Schotten den
Engelländern v̈berlifert. Æstimirte mehr
die iehnigen so ihn erkauft, alß die so ihn
verkauft hetten. Tractirte numehr friede
mit dem Parlament in Engellandt, vndt
residirte zu Homby, vnweitt von Londen.
König vndt Königinn in Franckreich wollten
nach Lion, den kriegen desto näher zu sein.
Der neẅe Prince de Condè solte nach
Jtalien, der Harcour zu waßer, vndt
andere generals mit ihren armèen den
krieg, fortsetzen, auch in Catalonien, vndt Flandern.
Die Staden wehren vneins v̈ber den tracta-
ten, mit Spannien, vndt Frantzösischen offerten:
dann hollandt, Frießlandt vndt Gröningen
begehrten den Frieden, Zeelandt aber, neben
v̈trecht, Gelderlandt, Vndt Overyßel, den krieg.
Zu Coppenhagen, wehre durch verwarlosung der
Feẅerwergker, das schöne zeüghauß ver-
brandt, vndt großer schade geschlehen,
auf viel Tausendt werth.
Ragozzj wehre wieder, in wer-
bung, begriffen.
Der Türgke hette Suda in Candiâ
auch eingenommen. Die venezianer
tractirten mit ihm friede. Wollten
im, das gantze Königreich Candia, vndt
etzliche kleine Jnsulen v̈berlaßen,
weil sie doch von den Christlichen potentaten,
keine hülfe, noch assistentz, zu hoffen.
Diese Nacht, ohngefehr gegen 2 vhr, ist
ein großes feẅer in der Stadt endtstanden,
vndt des Præsidenten hauß, Frühvffs
hof genandt, abgebrandt, vndt weitter
(Gott lob) kein schade geschehen. Man
hat spähte zum waßer vndt zum
leschen kommen können, wiewol zeitlich
gestürmet worden. Der windt war groß.
Der Rittmeister, tumultuirt noch immerforth.
Wil meinen Fehrmann todtschießen, weil er in
neẅligkeit, einem vollen Soldaten, der ihn der<n>
armen Mann, erschießen wollen, das pistohl außge-
schlagen, vndt seinen insolentzen, gesteẅret.
Jch laße es ihm verweysen, durch Rindtorf,
vndt Tobias Steffeck von Kolodey[.] Jnndeßen, verbirgt sich,
der Fehrmann, welchen der Ambtsraht, in schutz
hette nehmen sollen, allein auß forcht der Soldaten
gesaget zum Rittmeister er wolte ihn laßen, jn
einen Turm werffen. Welches ich aber, vor
dißreputirlich, mir halte, weil er mein
diehner ist. habe zu dem ende hinundter
geschickt, den Rittmeister, der billigkeit zu
erinnern.
Gestern sollen zweene Merodebrüder, (wie
sie in diesen kriegen den Nahmen bekommen,
die heimlichen diebe, vndt raüber) in Cautij
behausung kommen sein, bier vollauff begehret,
vndt bekommen haben, endtlich aber alß der
haußwirth nichts mehr auftragen wollen,
haben sie es mit vngestümb begehret, vndt
zu brennen gedroẅet. Seindt baldt darnach
hinweg gegangen. Da hat die Fraw, ohngefehr,
eine brennende lundte, mit Feẅerschlägen, im Stroh,
gefunden, ehe noch schade geschehen.
heütte (wil man sagen,) sollen auch die Soldaten
heimlich, Früvfs hof, angestegkt haben, weil
man kein quartier, darinnen, ihnen geben wollen.
Andere aben<r> sagen, weil viel armer leütte
darinne wohnen, hetten die alten weiber
durch den flachß, (so sie außtrucknen wollen)
das hauß angestegkt. perge Gott bewahre
vor ferrnerem vnheyl!
Rindtorf vndt Tobias Steffeck, seindt
gar wol vom Rittmeister entpfangen
worden. Er hat sich zu allem gutem aner-
botten, vorige Mißverstände bereẅet,
v̈ber schlechte tractamenten geklaget,
des cornets groh<b>heit getadelt, des
Fehrmanns wiederligkeit, improbiret,
gleichwol aber auch, zu Meinem respect,
vndt seiner leütte bestraffung, sich anerbotten.
Er weiß schon, daß ich ihn bey dem Obrist leutnant
verklagt habe, vndt siehets vngerne.
Es sol eines Balbirers Sohn, auß Breßlaw
her sein. perge
Der Obrist leutnant Pfuhl, hat scharfe verweiß
geschickt, an den Rittmeister alhier, wie auch
|| [[Handschrift: 145r]]
an den zu Ballenstedt, welcher aber schon
aufgebrochen. Jch hoffe, Sie sollen zum creütz
kriechen. Gott gebe es!
Geörg Panse hat mir vielerley referiret
von der soldatesca, vom feẅer vndt andern sachen.
Es sol ein bär, an der Stadtmawer vmbgehen,
vndt sich dem Stadtknecht ofte[!] zeigen.
perge
<4 hasen hetzen laßen.>
A spasso in schönem, wiewol frostigem wetter.
Dem Rittmeister hänßgen, habe ich seinen vnfug
durch Geörg Knütteln, vndt Jakob Ludwig Schwar-
tzenberger remonstriren, ihme auch deß Obrist leutnants
brief zustellen laßen. Er hat sich zjmlich
vngeberdig <an>gestellet, vndt schlechte lust, zu parj-
ren, waß noch darauß, werden will?
Briefe vom Milagio. Die Ascanische sache,
bleibet stegken. Die ChurPfälzische sache wirdt
von den Schwedischen mit ernst urgiret.
General Königßmarck will, man solle Bernburg
in consideration nehmen, weil es
am allermeisten gelitten. <Wer thut es aber?>
Jn landtschaftsachen, wil man Fürst Johanns
praetendirte 27000 ThalerThlr: ins Schuldtbuch nicht
einrügken lassen.
Sonst kommen wüste händel, vom Ober: vndt
Vndter Directore ein, vndt solche difficulteten,
dadurch sie, (vndter dem Schein dem landtschaft-
wesen aufzuhelffen) der herrschaft, vndt
sonderlich meine ruin suchen, vndt darauf
sichten, vndt trachten. Gott verheyhe es ihnen!
vndt laße mich nicht, zu grunde singken!
Die Fuhrleütte, seindt forth, nach dem Sie
ihr contentament vom Rittmeister erlanget.
Er hat dem fuhrmann, vor daß außgetauschte
vndt hinweggerittene pferdt, 8 ThalerThlr: müßen
nachschießen. Also höret er nun auf zu schnarchen.
Avis von Ballenstedt daß Caspar Pfaw, den all-
hiesigen accord; jmprobiret, vndt eine præcipitantz
ihn nennet, weil man nur, die effective vorhandene
Soldaten, solle verpflegen, nicht aber 40 pferde,
auf eine compagnie da nur 12 Reütter oft vorhanden.
Er weiß aber nicht, das es ein gesampter
Schluß ist, mit dem Obrist leutnant aufgerichtett,
vndt das sie sich nicht alle Tage, wollen
mustern laßen, viel weniger recht ansagen,
wie stargk sie sein? sondern oft viel, oft
wenig an sich ziehen, vndt darauf wollen
verpfleget sein, in höchster vngewißheit.
herr Benjamin Gigelßberger, hat geprediget, auf
vnserm Sahl alhier aufm Schloß. Meine freundliche herzlieb(st)e gemahlin
hat auch noch mitt zugehöret.
Drey trouppen Reütter, seindt in wehrender predigt
herüber paßirt, vndt haben den hofprediger, neben
den leütten, in der kirche zu Sankt Ægidij, vorm
berge, sehr erschregkt, vmb eines bohten
willen, so ihr Maior, der von hacke, begehrt,
vndt (weil ihm Bürgermeister Fuß nicht helfen mögen)
denselben auß der kirche durch 6 armirte
Tragoner, holen laßen. perge
Extra zu Mittage, Doctor Mechovius, Doctor Brandt,
vndt der pfarrer, so geprediget. Der Rittmeister
(so auch invitieret) hat sich excusiren laßen.
perge
Conferenze, co'l Dottore Meccovio, Dottore Brandt, Bengiamino,
ed altrj, in diverse cose; e<d> occorrenze.
Nachmittags, bin ich wieder in die kirche gezogen,
da Jonius, geprediget. perge <Von der paßion.>
Es ist klage gekommen, daß heüte die durch-
paßirte völcker, die leüte geschlagen, schaden
gethan, brodt geplündert, auch die leütte in der
kirche geschlagen, biß sie bohtenweise geloffen.
Jn der Stadt, hat man Sie herüber gewiesen. perge
Alß ich gestern dem Præsidenten, henrich von Börstel,
etzliche acta (in hagens sache,) zugeschigkt, vndt sein
gutachten begehret, hat ers remittiret,
vndt sich endtschuldiget, mit dem abgang seines
gedechtnüßes, dann wann er vier wortt
redete, vergäße er die ersten. Cependant;
il m'a engouffrè dans ce labyrinthe.
Risposta von Caßel, in höflichen, aber gantz
abschlägigen terminis. Die landtgrävin
ist eben krangk, vndt bettlägerig gewesen.
Meinen bohten, haben die Königßmargkischen
v̈bel tractirt, vndt erschießen wollen,
weil sie ihn, vor einen Heßen, angesehen,
vndt daselbst nicht gute quartier genung
gehabt. Die landtgrävin, hat Mir
nicht, mjtt eigenen handen, geantwortett.
Elle excüse, l'ülterieure assistance, a
mon fils Victor, a cause de ses debtes, &
craint, que mon exemption, aussy peu, que
son intércession, ne sera point considerèe,
en Swede, & s'oblige, de m'envoyer
dü precieux baulme de vie, tenant la
commünication dü secret de la Contesse, pour
|| [[Handschrift: 147r]]
incommünicable, <á Dillembergh.>
A spasso, zu fuß, in schönem wetter, auf
meine ägker, ein wenig der außsaht zuzusehen,
Gott gebe zu glügk! vndt gedeyen!
Jn landtschaftsachen, habe ich die addres-
se an Fürst Augustum mit einer vorantworth, re-
mittirt, vndt mich, v̈ber die præiudicia, zimlich
beschwehret.
Die Commission wegen rahtsrechnungen
alhier renoviren laßen. perge
An Doctor Lentzen, geschrieben, vndt ihme die
acta, vom Cöthnischen convent, communicjret,
vndt sein gutachten, begehret. Gott gebe!
daß der bohte, zusampt den actis, wol
durchkommen möge!
Die ordinar avisen: berichten daß armistium
zu Vlm, zwischen Schweden, Chur Bayern, wie
auch Frangkreich, mit etwas disgusto Kayserlicher Mayestät[.]
Jtem: die quittirung Bregantz, vndt Lindaw.
Die praeparatoria zum Türckenkriege zu Venedig,
vndt daß der General Grimanj, die Türckische
Schifarmada, so nach Canea gewoltt, bey
Negroponte geschlagen.
Jtem: daß die Maltheser Galleren den Admiral2
|| [[Handschrift: 147v]]
von Algierj, mit 2 galleren bekommen,
(combattendo) Sie hetten 250 Türgken
von 400 niedergemacht, die v̈brigen gefangen.
Es wehre aber auch der Sieg, auf ihrer seitte
bluhtig gewesen, sintemahl sie ihren general3,
einen Frantzösischen cavaglier, durch 5 Muß-
ckeetenschüße verlohren, vndt in die 200
Mann, weil sich die Türgken, tapfer ge-
wehret. Jn die 45 Christen Schklaven,
hetten sie liberiret, (Gott lob.)
<General> Sperreütter, gienge auch, nach Venedig,
condition zu erlangen.
Graf Woldemar, würbe stargk, vor heßen,
Darmstadt, gebe 100 ReichsthalerRthlr: auf einen
Reütter, vndt also 100 mille ReichsthalerRthlr: auf 1000
pferde, oder 200 mille auf 2 mille[.] Dem Landtgraf
Geörgen, wehren auch 50000 ReichsthalerRthlr:
auf die Stadt Frangkfurth, zur werbung,
angewiesen. Die Stadt wolte es aber nicht
acceptjren.
heßen Caßel, würde große conditiones
angebotten, versicherung der religion, daß
Marpurgische Fürstenthumb, etzliche
Aempter, in der grafschaft Schawenburgk[,]
|| [[Handschrift: 148r]]
das Stift hirschfeldt, 20000 ThalerThlr: iährlich,
von den ejnkommen, der Catolischen Stifter, so Sie
occupiret, vndt andere dinge mehr.
König in Engellandt tractiret friede, mit
seinem Parlament. Wil sich doch nicht darzu
zwingen laßen. General Fairefax hat
ihn, auf den knien, willkommen geheißen,
vndt sich also vor seiner hohen obrigkeitt,
dennoch submittiren müßen, vnangesehen
seiner großen verrichteten heldenThaten, wieder
deß Königes armèe. Das seindt mirabilia!
Gott helt gleichwol, v̈ber krohnen, vndt
herrschafften, Fürstenthumben, vndt Obrigkeitten,
wann gleich rebellen sich darwider setzen.
perge
Der Ertzhertzogk Leopoldt Wilhelm zeücht
nach Brüßel, daßelbe guberno, mit 15000
krohnen, Monatlicher pension anzutretten.
Sol den König in Böhmen, vndt des Kaysers
Tochter, alß Brautt des Königs in Spannien,
mittnehmen, vndt viel seguito.
Spannien bemühet sich noch, mit den Staden
den frieden zu schließen, gleich wie Franckreich
es zu verhindern. Der alte Printz von Vranien,
sol Todtkrangk, andere meinen er solle Todt
sein. Gott wolle sich des lieben Printzen erbarmen!
Polen streittet heimlich, mit dem Schwedischen General
Wittembergk, weil derselbige die Fürstenthümber
Oppeln vndt Ratibor, (so ihme vom Kayser
versetzet) von Kayserlichen völckern will mit
macht evacuiren, es scheinet aber, der
general Wittemberg, werde sich bedengken
müßen, vndt der König in Polen, sol aufs
neẅe wieder werben, wiewol die
Soldaten, so sich neẅlichst gebrandt,
sehr scheẅen.
Jn Dennemargk hat der König,
das vnglück mit dem zeüghause
gehabt, durch verwahrlosung etzlicher
feẅerwergker Jungen. hat aber
den bestalten Obersten4 darüber ein-
ziehen, vndt vors kriegsrecht stellen laßen.
Jn Schweden, ist der General Dorsten-
Sohn, wiewol er krangk zu bette gelegen
wegen seiner meriten, oder großen
glücks, zum graven solenniter gemacht,
vndt seinem Sohn diese ehre, im Nahmen
des vatters, aufgetragen worden.
Mein küchenmeister Philipp Güder, ist re in-
fecta von Zerbst wiederkommen, (außer waß
er in andern angelegenheitten, beym Wendelin
verrichtet) saget wunder, wie der Obrist leutnant
Pfuhle, die guten Zerbster, schätzen vndt
plagen solle? Gott erbarme sich ihrer!
<2 hasen, hat Rindorff gehetzt. et cetera>
Jch habe Ern Hesium; bey Mjr gehabt,
allerley mit ihme, wegen des Wendelinj,
vndt Calixtj, zu conferiren.
Zu Zerbst, wirdt sehr lamentirt, v̈ber die
vielfältige contributiones, vndt daß in zweyen
iahren, zeitt währender exemption der Schwedischen,
v̈ber 24000 ThalerThlr: contrjbution, zu selbiger
Cammer genommen wehre worden, also das
man die armen leütte, nicht verschonet hette!
An itzo, müsten sie es endtgelten, vndt ver-
meinet iedermann, sie wehren durch solche
befreyhung, gar reich, geworden, vndt
solcher gestaltt, köndten sie desto beßer,
in die büchße blasen, vndt geldt hergeben.
Den Fehrmann, habe ich heütte, mit dem Solda-
ten, vergleichen laßen, vndt allerley Amptßsachen,
vornehmen.
A spasso auf meine felder. Gott vnßf
wolle die außsaht gesegenen, vndt alles
wol, vnß gedeyen laßen!
Diesen abendt, ist der Amptmann von Ballenstedt
Märten Schmidt, anhero kommen, allerley zu
referiren, vndt wegen eines pachts zu hoym,
mit Meiner gemahlin Liebden sich zu vergleichen. perge
Es ist noch zimlicher friede droben Gott lob!
Jn die kirche, da dann der hofprediger
Theopoldus (welcher Gott lob, wieder gesundt
worden) auß der passion eine schöne predigt
gethan.
Antonius Krosigk von Erxleben, ist alhier
gewesen, vndt hat mahlzeit mit vnsern
leütten, gehalten. perge Darnach habe
ich ihm, audientz verstattet. perge
Schreiben von Brehmen, vndt Leyden, vom Baron
dj Schrahtembach, verglimpft die zeitung, mit
dem dürren fleisch daselbst, vndt in Westphalen.
Meldet die brunst des Königlichen Stalls, vndt Ar-
senals zu Coppenhagen, Jtem: das General Sper-
reütter, solle vom Türgken sein gefangen, vndt le-
bendig geschunden worden, weil er in einer
|| [[Handschrift: 150r]]
Stadt, sich Tapfer gewehret, etzliche Stürme abge-
schlagen, aber doch endtlich v̈bermannet, vndt gefangen
worden. Wann deme also? wehre es greẅlich zu
hören, vndt eine erschregkliche grawsamkeit.
<Nota Bene Nota Bene Nota Bene[:]> hofmeister Schwechhausen meldet, der liebe allte
Printz Henrich Friederich von Vranien, wehre den
4. ⁄ 14. dieses Monats Martij, des Morgens zwischen 4 vndt
5 vhr, alß er 63 iahr, vndt 6 wochen altt gewesen,
mit todt abgangen, in deß Graven haagen. Alle
großen herren vndt Damen, seindt bemühet, daß leidt
der Princeßin zu klagen, wie auch Printz Wilhelmen.
Der Churfürst von Brandenburg sol auch im haag sein.
Meine Söhne (Gott gebe zu glügk) werden auch dahin,
ihre geziehmende condolentzen, abzulegen.
Spanheimius schreibt, er habe numehr (Gott lob) die
Geldrische post, derselbigen Provintz, auch empfangen,
nach vielfältiger Mühe vndt arbeitt. Die auß-
zahler haben Mir doch 7 Gulden (florenus)f: 15 Stüber (flandrisch-burgundische bzw. niederländische Münze)st: 5 Pfennige (denarii)d: darvon ab-
gekürtzet, weil ich daßelbige, von den andern
Provintzien, zu viel bekommen, Gilles van der Heck,
ein pfältzischer Cantzeleyschreiber, hat sich sehr da-
rinnen bemühet. Jst also numehr, der Staden voll-
kommener abtrag, gantz richtig. Gott lob! Der wende
alles, zu seinen Ehren, vndt vnserm allerseitß besten!
Der gehofte friede im Niederlande, macht auch
hofnung, zur wolfailen zeitt, zu Leyden.
Gott bewahre vor infection, vndt vngesundtheitt.
|| [[Handschrift: 150v]]
Spanheim lobt meine kinder sehr, vndt daß er sie
bißweilen examinirende, also befinde, daß er
allezeit mit freẅden, von ihnen scheiden müßte.
Gratuliret mir sehr, derentwegen. Gott
gebe in gnaden, ferrneren progreß, vndt succeß!
Spanheim beklaget sehr den alten Printzen, von
Vranien, welcher den 14den: diß [Monats], zwischen 4 vndt
5 vhren, deß Morgens, verschieden im haag, da
er von den Mühesehligen Schwachheiten seines
abgemergelten leibes, wehre liberiret worden,
vndt von vieler quahl, angst, vndt pein.
Seine Sehle wehre in guter disposition
gestanden, vndt Gott hette ihm die gnade ge-
than, daß er sein hertz von diesen irrdischen
dingen, abgewendet hette, ehe die Sehle vom
leibe abgeschieden wehre. Er hette seinem
Sohn, vndt Töchtern, den respect gegen die
Princeßinn, ihre FrawMutter, sehr recom-
mandiret, vndt die einigkeit, vndter ihnen.
Er hat inngleichen, so wol die General
alß particular Staden, zu solcher
schönen <Tugendt der> Eintracht vermahnet, vndt hat
ihnen seine hindterlaßene befohlen.
Gott hat ihm, kurtz vor seinem ende
eine v̈bergewöhnliche animj præsentiam
|| [[Handschrift: 151r]]
verliehen, vndt ist eben der Churfürst von Brandenburg
noch vor diesem Trawrigen fall, recht darzu
kommen, in den haagen. Gott verleyhe diesem
großen Printzen, eine sehlige auferstehung,
zum ewigen leben, an iehnem großen Tage!
Jch habe einen großen freündt, vndt Patron,
vor Mich, vndt meine kinder, an ihm verlohren!
Gott ersetze die Stelle, in gnaden!
Die herren Staden werden sehr von Frangkreich
molestirt, wieder ihren willen, den frieden mit
Spannien zu brechen, oder doch bürgen zu sein, vor
den v̈berfall, der nechsten Provintzien.
Sie deliberiren hierüber mit sorgen vndt
bekümmernüß. Jn Zeelandt seindt vndter
der Erden vhrallte antiquiteten gefunden worden
mit der v̈berschrift: Deæ Nehalenniæ.
Das exercirt die köpfe vieler gelehrten,
welche diese Göttin, in keinen büchern,
nennen hören. Des Königs in Engellandt,
sachen, stehen schlecht. Er wil des Parlaments pro-
positiones, nicht vndterschreiben, vndt die Bischoffe
restabiliret wißen. Zwelf Schottische commissa-
rien deliberiren mit den Engelländischen, waß
man mit dem Könige, anfangen solle? Er will
weder die prediger, noch andere officirer vom Parlament
|| [[Handschrift: 151v]]
hören. Schläft allein in seiner Cammer, vndt
versperret sich daselbsten selber ein. Jst
ein groß exempel der elenden verände-
rungen aller weltlichen Stände, zu vnsern
zeitten. Gott wolle ihn trösten, auch gute
consilia ihm suggeriren!
Frangkreich droẅet Italien. Wil daß
conclave in seiner Macht haben, vndt dem
Cardinal Mazarinj, anleittung geben,
(sede vacante) alßdann pabst zu werden,
weil er ein Römer, vndt durch daß pecca-
tum Originis der frembden, nicht verhindert
wirdt, zum stuel zu gelangen, zumahl
da die wieder aufhelffung der Barbarinj,
vndt die restitution ihrer clienten,
viel zur sache thun können.
Printz von Condè sol die armèen in Ca-
talogna, oder in Jtalien, commandiren.
On craint, ün temperament chaud, et
bilieux, en ce climat. Dieu conserve les
siens!
Diesen abendt hat der Amtmann zu Ballenstedt seinen
abschiedt genommen.
Allerley correspondentzen, am heüttigen
postTage, expedirt, darnach aber zur
fischerey spatzirt, vndt eine lachßfohre,
auch hecht, vndt Neünaugen, gefangen.
perge
Michel der Jungfrawknecht, ist vom
Berlin wiederkommen, mit schreiben an vnß,
vndt mit vergenügung Meiner gemahlin Liebden
Gott lob, vndt dangk!
Die Relation Numero 11 wirdt mir auch
communicirt, deß Milagij. Die hofnung zum
friede, wehret noch, in restitutione Palati-
natus, et octavo Electoratu, vndt restric-
tion, der gravaminum, biß in den Standt,
de anno: 1624[,] reluition der Oberpfaltz
vor 13 millionen, contentirung der landt-
grävin, zu Caßel, mit geldt, vndt landt,
erwehlung deß Ertzbischofß zu Bremen,
zum bischof von Oßnabrügk, contentirung
des hauses Braunschweig, mit Stiftern,
abfindung der Frantzosen, vndt Schweden,
vergleich dieser mit Brandeburg etcetera[.] Die Asca-
nische sache kömbt aber in geringe consideration.
<3 hasen.>
Abermahlige schreiben von Leyden in haberfeldts-
sachen. perge Tout se change, apres la mort dü Prince d'Orange[.]
Schreiben von Deßaw, alldar Börstelß
kindttaüffen, wol abgelauffen, vndt der
Cantzler, Doctor Müller, meine stelle vertretten.
Fürst Johann Casimir vndt seine gemahlin, haben Mir, in
baẅ: vndt mèsnagesachen, auch geschrieben.
J'ay veü mes poullains icy. perge. Dieu
me les vueille garder!
Panse hat allerley referiret, von Amptß:
vndt Gerichts:sachen. <Il y a quantitè de grües
aux champs.
perge>
<Stargker windt.>
Diese Nacht, vmb gegen 11 vhr, hat Gott der
Allmächtige, gnediglich geholfen, vnser gebeht
erhöret, vndt der hochgebornen Fürstin,
Meiner freundlichen herzlieb(st)en Gemahlin Liebden dero banden
gnediglich endtladen, vndt mit einem
frölichen anbligk, einer Jungen Tochter, vns
erfreẅet, Seine gnadenreiche milde gühte
seye vor solche gnadengabe hertzlich ge-
lobet, vndt gepreiset. Er wolle ferner
Sein wergk, in vnß vollenden, vndt alles
zu Seines heiligen Nahmens ehre, gedeyen laßen!
Es ist diesen Nachmittag, wie ein Erdtbeben
gewesen, vndt grawsahmer Sturmwindt,
daß es an der Scheünen dach, vnd schaden gethan,
die biehnenhütte eingeworfen, vndt vnser
Schloß bebendt gemacht, welches auch Meine
gemahlin im bette also empfunden, daß sie
vermeinet, es solte das bette v̈bern
hauffen fallen. Gott bewahre, vor bösen
præsagiis!
Meine leütte haben dennoch in Zeptziger
feldern, etwaß gerste vndt haber geseet.
Gott gebe zu gedeyen!
Jch habe viel geschrieben diesen Tag.
Gott gebe zu glück! vndt succeß!
Jn die kirche, da dann der hofprediger Theopol-
dus, nach verrichteter predigt, Gott gedangkt
vor Meiner gemahlin glückliche endtbindung,
vndt ferner vmb seinen Segen, auch erhal-
tung Mutter, vndt kindes, angeruffen.
Gott wolle vnß erhören!
Des baders Fraw, hat mir einen fuß-
fall gethan, wegen ihres Mannes. Gott
helfe, daß gerechtigkeit, vndt Barmhertzig-
keitt, beysammen stehen mögen!
Extra zu Mittage, der CammerRaht, Doctor Mechovius,
der hofprediger Theopoldus, wie auch die Krosigkinn
von Erxleben.
Nachmittags, singillatim in die kirche vndt
Catechismus predigt, Ern Jonij. Vormittags
waren, vier meiner Töchter, vndt der kleine
Carll mit mir, in der kirche. etcetera
Gott erhöre vnsere seüftzen! gebeht!
flehen! vndt dangksagung!
heütte hat der Rittmeister hänßgen,
ohne einige vrsache Matz Vrlob durch
seinen knecht, prügeln laßen.
Jch habe noch viel geschrieben, in
hollandt, an Doctor Lentz, hin: vndt wieder.
Der Rittmeister, hat lose händel gemacht,
vndt den excusirt, gegen Jakob Ludwig Schwartzenberger durch
den ichs ihm verweysen laßen, daß er gestern
Matz Vrlob geschlagen. heütte haben
sie auch nachmittags, mit Meinen Muß-
cketirern lose händel angefangen, wie
sie auch dem küchenmeister, vndt Geörg
Petzen, in die zaüme, (ohne vrsach) gefallen,
als Sie von Ballenstedt wiederkommen,
|| [[Handschrift: 154r]]
vndt haber, weitzen, vndt Victualien, mitgebracht.
Nota Bene[:] General Königßmargk, soll Winnungen
von Fürst Ludwigen in pacht annehmen. perge
Endtlich hat der Rittmeister hänßchen, die
iehnigen gestraft, mit prügeln, vndt gefäng-
nüßen, welche Matz Vrlob, geschlagen vndt
vnsere leütte molestiret. <Viel köpfe viel sinne!>
Caspar Pfaw, ist beym general Königsmarck zu halberstadt
gewesen, mit zimlicher verrichtung. Fürst hanß,
geneüßt doch, seiner Schwedischen exemption,
zimlicher maßen. Mundus regitur opinionibus!
Die avisen geben:
Daß dem Türckischen Kayser, in einem Monat
7ben Söhne gebohren, vndt derhalben zu Con-
stantinopel große freẅde seye.
Die armatur, zu waßer, vndt lande,
continuirte, gegen die Venezianer, weil
der Türcke das Königreich Candia gantz
haben, oder sonst keinen frieden schließen
wollte.
Die Genueser, armiren gewaltig,
dem<n> venezianern zu hülfe, weil sie
mit Tittul[n] vndt andern avantages,
[begab]et [wor]d[en].
Chur Bayern, ist gut Frantzösisch worden.
hingegen redet Schweden, vor Chur Pfaltz.
Jm haag, gibts alteration, wegen abster-
ben des Printzen von Vranien, vndt daß der
Frantzösische Ambassadeur Conte de Servient, die Stadische
Ambassadeurs von Münster vndt Osnabrück sonderlich Monsieur Cnuyt
vndt Paw, verklagt, daß sie sich, durch
Spannische doublonen, corrumpiren laßen,
da sie doch nichts gethan, alß: waß
ihnen commißionsweyse, anbefohlen worden,
welche anklage, böse geblüht setzet.
Am Bodensee, ist mehrentheilß, alleß
verlaßen, vndt quittiret, von Schwedischen.
Die Vngern, seindt wiederjg noch.
Die satisfactiones, zu Münster undt Osnabrück werden
mit eiver, tractiret.
Jn Engellandt, wil der König, seinem
Parlament, noch nicht nachgeben.
Zu Coppenhagen, sol Standtrecht v̈ber
den Obersten5 deß zeüghauses, gehalten,
aber nicht exequiret werden, weil er vn-
schuldig, an dem brande, ist.
Wegen des zolls, im Sunde, vndt visitj-
rung, der durchpaßirenden S[ch]iffe [g]ibt
es abermal neẅe hä[ndel] z[wischen] [Denne]-
margk, vndt Holl[and.]
<5 hasen, Rindtorf.>
Die K[ro]sigk seindt anhero kommen.
hofm[eister] Einsidel ist hinweg gezogen, mit sei-
ner Frawen, zu seinem Schwager, Rittmeister
Schierstedt, nach der hundtsburgk auf ein kindt-
taüffen.
<AmptsRaht> Panse, hat mir allerley referiret.
Oberlender ist forth, Gott wolle ihn
geleitten, wie auch St. F.g einer nach
Westen, der ander nach Osten. perge
Ein Pollnischer Ochße hat 464 Pfund (libra)℔: gewogen
vndt 2 Stein Talck gehabt.
Ein kalb hat 58 Pfund (libra)℔: gewogen alhier[.]
Jst ein rarum contingens.
A spasso, auf meine felder, gegangen.
[J]ch habe heüte viel negociiret, pour a-
[van]cer Le bien, de mes affaires, si Dieu veüt?
Avis: daß Königsmargk Winnungen, von
[Fürst L]udwigen, bekömbt, vndt Mortaigne, heßen:
[Caß]elischer General wirdt.
Der Præsident, Henrich von Börstel,
[ist To]dtkrangk. Gott tröste ihn!
Gestern abendt, den: 24. Martij, 1647
ist ein schreiben von Fürst Augusto einkommen
an Bürgermeister Döhring, zum landtrechnungßTage, sich
einzustellen, neben andern deputirten, vndt im
Majo, darmit fertig zu sein.
Ein ander schreiben, ist an die genandten
landtStende, des Bernburgischen Antheilß, von dem O-
bersten Werder, vndt dem landtrentmeister,
gestern Nachmittags allererst, alhier zu
Bernburgk, einkommen, mit begehren, es solten
dieselben zu Acken, den Tag erscheinen, alß den
25<4>ten: Martij, id est gestern. Wie kan es aber
solcher gestaltt sein? Die Kayserlichen commißarien,
Chur Saxen, vndt Chur Brandenburgk, haben
ihre subdelegirte Rähte, zwar dahin
geschickt, nacher Agken, in sache, Fürst Augustj,
Fürst Ludwigß, Fürst Johann Casimirs, vndt Fürst Frie-
derichs, contra Fürst Johannsen, vndt die landt-
schaft, adhærirt den vier Fürsten. Jch aber,
der ich nicht accusirt, noch citiret bin, auch
mich biß dato neütral gehalten, habe den
Meynigen tacite inhibirt, nicht zu erscheinen.
Einsidel, vndt Krosigk6 seindt verrayset,
die Troten so auch invitirt, gehören nicht zu der
landtschaft. Die Bürgemeister[!] alhier7, reguliren si[ch]
[...] nach Mir.
Am heüttigen Festo Conceptionis Christj, hat
vnß vormittags, der hofprediger Theopoldus,
eine schöne predigt, in der kirchen gethan. Meine
kinder, seindt auch mitt dari mir darinnen
gewesen. Gott gebe, zu ihrer erbawung!
Der kleine Kersten, hat sich wieder einge-
stellet von halle vndt Leiptzigk, re infecta
hat mir ein kaltsinniges schreiben vom bischof
von hall mitgebracht, wegen des Juden, etcetera
der daß geleitte soll verritten haben. <On
ne respecte nüllement mes jntercessions!>
Extra den CammerRath zu Mittage gehabt,
<Anton> Krosigk ist nun, wie ordinarius; neben Rindorf,
in abwesen, deß hofmeisters Einsidels.
Der Amptmann Benckendorf, hat sich wol
gegen mir, expectorirt. perge <en ses commissions.>
Nachmittagß, wieder in die kirche, seül.
Avis: daß vmb Cöhten herumb, eine partie Reütter
im pferde außspannen, einen pawer Todtgeschoßen[.]
Nach gestrigem schönem wetter, war heütte
windt, vndt regen. Post nubila Phœbus!
Paulus ist bey Mir gewesen. perge
Avis von Zerbst das es seltzam daselbst daher
gehet. Der Obrist leutnant pfuhl ist biß in den dritten
|| [[Handschrift: 3r]]
Tag, in der vorstadt zu Anckun, logiret, vndt aufgehalten
worden, in einem krug, darüber er sich beschwehret, vndt
daß man ihn in die Stadt Zerbst, nicht einlaßen mögen, hat
auch den krug, vor ein hurhauß gehalten, vndt die schlüßel
endtlich, dem Raht abgefordert. Der Bürgemeister[!], Lucas
von Bergen, hat sich endtschuldiget, das er ohne vorwißen,
vndt befehl des Rahts, wie auch seines Fürsten, solches
nicht thun dörfte. Darauf hat der Obrist leutnant selber
etzliche Soldaten in die Stadt hineyn commandiret, des
bürgemeisters[!] losament, durchsuchen, ihn, vndt sein
iunges weib, (daß er neẅlich geheyrathet) schlagen,
vndt viel im hause, zu nichte machen laßen, (wie
berichtet wirdt) darbey großer exceß, im aufschla-
gen, der kisten, vndt kasten, fenster, vndt öffen,
wie auch, plünderung der mobilien, mag vorgegangen
sein, Alß sie nun die Schlüßel aldar nicht gefunden,
vndt gedachter Bürgemeister[!] Sie auf daß Schloß
gewiesen, haben Sie auch aldort, im vorhofe sehr
gepoltert vndt geschnarcht, mit vermelden,
Sie wolten die Schlüßel, auß des Fürsten kammer,
selber holen, wann man sie ihnen, nicht gutwil-
lig hergebe, also hat man ihnen vom Schloße, die
Schlüßel abfolgen laßen, vndt darnach hat sich,
der Obrist leutnant ejnquartirt, wie er selber gewoltt.
Will also, Meinem vetter, Fürst Johannsen, die er-
haltene Schwedische exemption, nicht viel helffen. et cetera
Avis: daß die Kayserlichen wiederkommen, vndt schon auf der
nähe, sejn sollen, diese Soldaten zu persequiren. Gott
bewahre vor mehrerem vnheyl! vor vnß, vndt
vnsere arme, schon ruinirte vndterthanen!
heütte seindt allerhandt Commißiones, durch Meine
Officirer, vndt Beampten, hieroben tractiret worden,
in der Amptstuben. Gott gebe, daß alles leichter
werde!
Matz vndt Lüdlof[!] von Krosigk seindt diesen abendt
anhero kommen, vndt (nach gehaltener abendtmalzeit
mit Meinen kindern,) wieder verrayset. Der
iüngste Lüdlof[!] sol deß E Königßmargks,
aufwärter werden. perge
Vom Doctor Lentz, wieder antwortt bekommen. perge
Es laßen sich so treflich viel kranniche sehen,
verderben die Saht im felde, wühlen die
ägker auß wie schweine, vndt seindt
gar v̈bel zu schießen, vndt anzukommen.
J'ay achevè ün grand pacquet,
Dieu vueille bienheürer mes depesches!
expeditions, & desseings! & ne laisser re-
tarder mes bonnes jntentions, par les meneès,
& machinations, de mes adversaires!
<Froßt.>
<3 hasen Rindtorf.>
Die Commission zwischen den Krosigken, vndt
hanß Berndts, ist vorgenommen worden. Gott gebe
guten vergleich!
Tobias Steffeck von Kolodey ist forth im nahmen deß herren,
auf eine nöhtige rayse, Gott gebe mir! vndt
ihm, in meinen verrichtungen, glück, heyl, guten
succeß, vndt glückliche expedition! Amen! Amen!
A spasso, in meinen garten, vndt ich finde hin:
vndt wieder, viel zu schaffen, vndt zu renoviren,
wie auch in der Mühle, vndt anderen meinen
gebeẅden! Sehe leyder! mehr alß zu viel,
daß das Sprichworth verificirt wirdt:
Man kan in einer Stunde, mehr verderben,
ruiniren vndt einreißen, alß in vielen iahren,
wieder bawen, vndt aufrichten. Patientia!
Vnser Rittmeister hänßgen alhier, plackt
die leütte, vndt pocht gewaltig. Will
seinen vndterhalt, vndt verpflegung haben,
mit commination sich selbst einzulogiren,
vndt bezahlt zu machen. Jch habe endt-
lich auf 40 pferde die compagnie stargk
accordiren laßen, zu verhütung anderer
vngelegenheitten, nebst den Officirern.
|| [[Handschrift: 4v]]
Sie kosten über 700 ReichsthalerRthlr: Monatlich,
diese compagnie vndt ihre Officirer. Gott wolle
vnß auch, von dieser bedrengüß erlösen!
Nota Bene Avis: daß gestern Nachmittage, der
Nota Bene vornehme Mann, vnser alhier gewesene
Nota Bene Præsident, geheimer, vndt Cantzeley Raht,
heinrich von Börstel, zu Plötzkaw, Todes
verblichen, im 66. iahr, seines alters.
Jst ein stadtliches, erfahrnes, wolquali-
ficirtes subjectum gewesen, welches die
seriem consiliorum verstanden, der herrschaft
vndt landtschaft gelegenheit kündig, vndt
viel, vndt große dinge præstiret, vndt
præstiren können, zumal er die authoritet
gehabt, (weil er auch gesampter Raht, vndt
von allen Regierenden Fürsten, bestalt gewesen,)
durchzudringen, vndt ohne sonderbahre con-
tradictiones, mit seinen consiliis, hohen ge-
dangken, vndt conclusis, zu penetriren.
Gott gebe, daß er sehlig gestorben seye!
vndt wolle seiner Stelle wiederumb, mit
einem qualificirten subjecto, (welches nicht
|| [[Handschrift: 5r]]
allein die sufficientz <vndt capacitet>, sondern auch die fideli-
tet im hertzen habe, Treẅlich, vndt aufrichtig
zu dienen) mir ersetzen!
Herr, ich warte auf dein heyl!8
harre des herren! Seye getrost, vndt vnverzagt!
vndt harre deß herren.9
Es jst ein köstlich ding, gedultig sein, vndt auf die
hülffe deß herren harren!10 etcetera
Die drey gebrüder von Krosigk,
Matthiaß, Antony, vndt Lüdlof[!], haben zu Mittage
mit Mir, gegeßen, vndt es hat allerley gute
discours, mit dem Elltisten, gegeben.
Die handlung, mit hanß Berndts, hat sich gar
schlecht, vndt beschwehrlich angelaßen. Wann
man vom rigore juris, nicht weichen will, so
ist es schwehr, zu tractjren.
Lüdolf von Krosigk, der jüngste, gehet zum General
Königßmargk, vndt will daselbst aufwärter
werden, den krieg zu versuchen.
Jacob Ludwig Schwartzenberger, hat 4 flößen
holtz, auß der Grafschafft Schwartzburgk,
herundter bekommen, vndt weil er einen paß von
Mir gehabt, hat er keinen zoll, geben dörfen. Sie
sejndt von Salfeldt, in: 10 Tagen, anhero gelanget.
A spasso diesen abendt, die flößer zu besehen
vndt dem fischfang in Strohmkörben, beyzuwohnen.
Es ist sich zu verwundern, daß eine zeitlang
hero, wie auch heütte, vndterschiedliche forel-
len, in der Sahle, gefangen werden, Sie kommen
mehrentheilß auß der Wipper, in welcher
dergleichen fische sehr viel an itzo, sich eraig-
nen, vndt gefangen werden, da man sonst
vor diesem, wenig darvon gehöret.
Es gibt verenderung, in allen dingen! perge
Vetter Lebrecht, hat hergeschrieben,
vndt acceptirt die gevatterschaft, sehr
wol. Gott gebe<!>, daß vnser angestelletes
kindtTaüffen, wol ablauffen möge!
On dit; que les traittèz, de paix, se
rompront tout a fait, & que nous aurons les
enlogemens, non deux mois, mais plüsieurs.
J'en ay estè averty, de bonne part, mais ie
ne le scaurois croyre. perge <Dieu nous en garde!>
Avis von Agken, da die Zerbster Rähte es
sehr wol aufnehmen, daß Tobias Steffeck von Kolodey sie avisiret,
waß zu Agken, vor händel, vor sein, vndt
vmb ferrnere communication, bitten.
<Windig wetter[.]>
Jn die kirche vormittags, cum liberis.
Extra: Krosigk, vndt Doctor Brandt, al pranso.
Der hofmeister Einsidel, ist gestern abendt
wiederkommen, von Schierstedts kindttäuffen.
perge
Doctor Brandt hat mir referirt, von des præsidenten Seligen
ende, vndt wie er sich fein recolligiret, ob er
schon per intervalla, seinen verstandt verlohren?
Gott gebe einem ieglichen, gesunde vernunft,
an seinem Sterbestündlein!
Meine kinder, sindt hinauß, nach Palbergk,
spatziren gefahren, Nachmittages, vndt von dannen,
wol wiederkommen.
Antony von Krosigk, hat seinen vndterthänigen
abschiedt genommen, diesen abendt.
Antony von Krosigk ist heütte wieder forth, nach
Erxleben. Er sagte mir vndter andern, wie sich
sein iüngster bruder, in neẅligkeit, mit Capitain
Hagken, zu Staßfurth gebalget, vndt es wehre
v̈ber der fischerey in der Bude, herkommen. Alß
nun der Raht aldar (welcher auf[!] lautter edel-
leütten, bestehet) ihn in arrest nehmen wollen, hette
es der daselbst logirende Schwedische Rittmeister Waeren,
|| [[Handschrift: 6v]]
verwehret, vndt gesagt, Man solte ihm, seine
eingeladene gäste, in seinem quartier, vnmolesti-
ret laßen, hette auch, armata manu, alle
Thätligkeitt verhindert, so wol in der Stadt,
alß an den Thoren, dahin die Staßfurtter, an-
staltt gemacht hatten. Alß aber die
drey gebrüder von Krosigk, Matthias,
Antony, vndt Lüdlof[!], vorß Thor hinauß,
inß feldt, gekommen, mit zweyen raysigen
knechten, wehren 20 feẅerröhre, von
Staßfurth auß, hindter ihnen hergelauffen,
hetten feẅer auf sie gegeben. Sie hetten
aber doch ihre fischerey in der Bude,
(welche ihnen die Staßfurter strittig machen
wollen, ohne Noht, wieder alles herkommen,
vndt der Krosigken, ihre von Mir gegebe-
ne, auch vhrallte confirmirte lehenbriefe)
manuteniret, auch zuvor, vndt hernacher,
den Staßfurtern, ihre Watten abgenommen,
vndt also ihren nutzen, vndt meine regalien,
vndt jura superioritatis, manutenjret.
Gott gebe ferrner darzu glücklichen succeß!
Er sagte auch, es gebe v̈ber den kuppel:
|| [[Handschrift: 7r]]
Vndt weydetriften, auch bißweilen streitt,
wiewol billich ein ieder das seinige, vnperturbirt be-
sitzen solte, vndt sie verließen sich auf die Macht.
Es hette sie der Ertzbischof nacher halle citirt[.]
Sie hetten aber, in dieser Erxlebischen Anhaltischen
sache, nicht compariren wollen, noch sich (wie billich)
dorth sistiren, sondern mich nicht zu offendiren, oder
mir zu præjudiciren, sich fleißig gehütet.
Gleichwol aber weil er sich seiner Staßfurter
angenommen, vndt besorget, er möchte ihnen, auf
ihrem gut, zu Marwitz, im Stift, händel machen,
hetten Sie dem Ertzbischof geschrieben, in ant-
worth, ihre endtschuldigung gethan, sich auf
mich, vndt Meine lehenbriefe geworffen, auch
solche Documenta copialiter, ihm eingeschickt.
Darauf wehre die sache in suspenso verblieben.
Alß ich erwehnte, daß Agken, Calbe
vndt Staßfurth, wol ehermalß vnser ge-
wesen, sagte er: es hetten ihm Staßfurter edel-
leütte selber erzehlet, ich hette daß Jus
Patronatus in der kirche zu Staßfurth, vndt
vnser Anhaltisches wapen, stünde hindter
dem Altar, ce qu ie ne sacois pas aupa-
ravant, par fidelle relation, de mes Conseillers[.]
Nota Bene[:] Diese Nacht zwischen 11 vndt 12 vhr, hats
aufm Sahl vor meiner stube, zimlich rumoret,
vndt alß ich nicht schlafen kondte (wiewol
in meiner kammer, vndt stube, alles still wahr)
gieng ich ohnegefehr mit dem licht, hinauß
aufn Sahl, da liefe es an der Stiege hin:
vndt wieder, vndt war doch niemands
vorhanden. Jch hörete auch bescheidentlich,
drey winselklagen, vnlengst nacheinander,
dergleichen ich gar nicht gewohnt bin.
Nach: 12 vhr, wardt es wieder stille,
vndt alß ich meine briefe vndt sachen ex-
pediret, legte ich mich wieder zu bette,
vndt schlief gar wol. Die beyden pagen,
Bidersehe vndt Krosigk, welche aufm
Sahl schlafen, horten[!] es auch an, mit Mir.
Die andern pagen aber, alß Roggendorf,
vndt Börstel (so in wehrenden Sechß
wochen Meiner freundlichen herzlieb(st)en gemahlin Liebden in Meiner
kammer liegen müßen) haben nichts gehöret,
weil sie geschlafen, vndt die Stube dar-
zwischen ist. Gott bewahre vnß vor
|| [[Handschrift: 8r]]
bösen spectris, vndt daß es keine mehrere böse
omina, mehreres vnglücks, oder mortaliteten, sein
mögen! Der Teüfel hat an vnß keine Macht, wenn
wir vnß in wahrem vertrawen, an Christum Jesum
halte, vndt mit dem Schilt des glaubens, wapenen?
J'apprehends neantmoins grandement, quelque
malheur & danger, pour mon Tobie Steffeck de
Kolodey, (dont la femme enceinte, veut enra-
ger de dèspit et d'affliction, Dieu la console)
item: pour mes lacquays, sür tout l'Oberlender,
& les messagers depèschèz. Dieu les vueille
tous contregarder, par ses Saints Anges, & les
rammener heureusement á sons temps, avec sou-
haittable expedition. J'ay aussy encores
plüs grande apprehension, pour mes fils, á
Leyden, & pour celuy-cy, avec tous mes en-
fans. Dieü les ait en sa Saulvegarde &
tousiours benigne Protection! Nous
sommes tous, en la main de Dieu, par tout.
Jl vueille estre, nostre Saulveur, & Protecteür.
Es hat der Oberste Burckerßdorf, comman-
dant in Halberstadt, gestern 5 puschklepper
in hoym suchen, zweene<drey> aber, darvon ertapt, vndt
holen lassen, zweene seindt außgerissen, darundter ein
|| [[Handschrift: 8v]]
beschriehener böser bube, ejn corporal gewesen,
vmb deßen erlangung, der Oberste gerne, 100
ReichßThaler, gegeben hette. Er sol gut
Regiment halten, derselbe Oberste, vndt die
herrenlose puschklepper, sehr verfolgen,
auch vndterschiedliche, vmb ihrer vnthaten
willen, haben rädern, auch theilß, spießen
laßen. Qualem te invenio; talem te judico.
J'ay receü des lettres de Vienne, qui ne
sonnent pas, en trop bons termes, contre
droict, & rayson. Summum ius! summa injuria!11
J'ay èscrit a Zerbst. Jtem: a Quedlinburg,
a Docteur Lentz, datè pour demainh, mais a Jehna & a
Sieur Wendeljnus, tout de mesme.
Bonne sentence, de Leipzig en mes affaires.
heütte ist etwaß weniges, an rogken, vndt
haber, von Ballenstedt, alhier ankommen. perge
Jl y en a qui iügent par plüsieurs circomstan-
ces, que le feü President Heinrich de Börstel ait eü cognois-
sance de la Magie, & que son Dragon son idole
estant sorty d'icy, en inquietüde apres sa
mort, vole maintenant entre Erxleben, &
Gatersleben. Dieu garde qu'on ne luy face tort!
Nota Bene[:] J'ay sceü auiourd'huy, qu'il a dit, il n'y a
pas ün an, encores, qu'il falloit, qu'[...]<qu'on> me mist,
en ün bon lieü, & qu'on me donnast 500 Dalers
par an a dèspendre, qu'aultrement ie ne ferois
rien qui vaille, & je ne deviendrois pas meilleür.
Et bien<?> sa sentence n'est pas encores execü-
tèe contre moy? Dieu m'a preservè iüsqu'icy
& pourra me preserver encores!
Tes Jügemens Seigneur, sont admirables!
Jn den avisen stunde nichts extraordinarij,
alß: daß die Schweden geschloßen hetten, auf
10 iahr lang, den krieg zu continuiren,
wo an itzo nicht friede würde?
Ragozzi wolte den vngrischen Ständen, wieder
den Kayser, beyspringen.
Der Türgke, hette krieg, mit dem Moscowiter,
vndt wollte darumb nicht, daß der Pohle,
in alliantz mit Moßkaw, bleiben sollte.
hette auch darumb, einen abgesandten12 hinge-
schickt, welcher aber, auf den ReichßTag, verwiesen
worden.
Jn Jrrlandt, hette daß waßer, alles inundirt,
also: das man, den Protestanten, nicht wol zu hülfe,
kommen köndte.
Der König, in Engellandt, wil dem Parlament, nichts willigen.
Frangkreich, vndt Spannien, tractiren friede.
Spannien, vndt die Staden, inngleichem.
Dennemargk, vndt Staden, haben auch tractaten,
von wegen deß Oresundts.
Jn Jtalien, gehen die kriegspræparatoria, so wol
der Spannischen, alß der Frantzosen, stargk
forth.
Die Silberflotten auß Jndien, sollen sehr reich,
in Spannien, ankommen, <zwey nacheinander.>
Der Ertzhertzogk Leopoldus, ist vnversehens, nach den
Niederlanden zu, gegangen.
Der Churfürst von Bayern, ist mit vnwillen deß
Kaysers, mit den Schweden, vndt Frantzosen, eines
worden, vndt der Kayserliche gesandte, Doctor Gebhardt, zu
spähte nach Vlm, ratione Armistitij, ankommen.
Der König in Dennemargk, bawet sein
Arsenal wiederumb.
J'ay sceü de bonne part, que le President
peü de iours, avant sa mort, a brüslè plüsieurs
èscrits, & pappiers, sans doute, de consequence.
Son Pere aussy bien que luy, ont estè accü-
sèz de sorcellierie. Dieu scait? S'il est Vray.
Jl nous garde de pechè, & que l'on ne donne faulx
tèsmoignange contre son prochain. On ne peut
|| [[Handschrift: 10r]]
pas regarder aux coeurs des personnes, mais on
peut beaucoup iüger par les circomstances de
leurs actions. Le bon ou mauvais Arbre est
recognü par les fruicts, qu'il porte.
La soudaine mortalitè de six de mes pau-
vres enfans, la perpetuelle discorde qu'il
fomentoit entre les Princes, voir entre nous
propres freres, incitans l'ün contre l'Autre,
& ne laissant paix apersonne, l'arrogance
de son port, de son style, & de ses procedüres,
la hayne irreconciliable, & desir de van-
geance insatiable contre qui il avoit üne-
fois entreprins, de se vanger & roidir,
(nonabstant les sübmissions, que grands
& petits luy faysoyent) les dissensions qu'il
semoit aussy entre la noblesse, & la bourgeoisie,
son envie, ialousie, ambition & avarice,
de vouloir s'attribuër a luy seül toutes choses,
de mèspriser tous les aultres, de vouloir domi-
ner seül sans concürrent, ni Süperieur,
de n'estimer, que ses conseils üniques, de faire
tort, a tout le monde, de mèsdire & calomnier
de grands et petits, d'estre faulx, & Athèe au dernier
Degrè, & menteur extraordinairement tout cela n'estoyent
|| [[Handschrift: 10v]]
pas indices, nj en partie bons tèsmoignanges, (avec
quelques Ciromstances, que je tais sciemment)
de preud'hommie, de crainte de Dieu, de probitè,
ains plüstost fruicts d'ün mauvais arbre
pourry & maultdit, produit de Sathan dü plüs
proffond abysme des tenebres, & qui obscürcis-
soyent, (avec son avarice insatiable racine
de tous maulx) toutes les belles qualitèz que
sa science, authoritè[,] <eloquence>, & experience aux affai-
res, faysoyent (par fois) reluire en luy, lors
que ses tresgrandes & intolerables passions,
ne predominoyent en luy. Et i'ay monstrè
beaucoup de tolerance, a souffrir tant d'injü-
res de sa malice, laquelle auroit meritèe
üne pünition exemplaire! Mais ie n'ay
pas voulü prevenir les jügemens de Dieu,
lequel ie prie de cœur, de l'avoir voulü
mener avant sa fin, a sa vraye cognoissance
& repentance, & de vouloir destruire maintenant
& a l'avenir aussy le Regne de Sathan, &
abbattre ces ascendants pernicieux, en ceste
nostres Tresancienne & Tresillüstre Principautè.
Quant a la mort de mes enfans, ie croy fermement qu'il
y ait eü, dü venefice & sorcellerie, mais ie veux sürseoir
en cela mon iügement, priant Dieu, de le manifester, &
|| [[Handschrift: 11r]]
de contregarder les aultres, qui restent encores
en vie, par sa Sainte grace. perge
<2 hasen Carolus Ursinus einbracht.>
Lamentj von Deßaw, wegen schwehrer aufbringung,
<der> contribution da sie es doch weniger, alß wir vrsach haben.
Relatio Numero 12 dieses iahres vom Cantzler Milagio.
Der Octavus Electoratus wirdt gewilliget zu Münster
vndt Osnabrück, aber mit vielen clausulen. Franckreich
hetzt die ChurPfältzischen brüder, selbst ineinander.
Die gravamina, werden den Ständen, im Reich,
mehr, alß dem Schwedischen, jmputiret, vndt bey
den Kayserlichen v̈bel aufgenommen. Der Kayser wil
sich in justitziensachen nichts vorschreiben laßen, noch
in seinen Erblanden, vor vnrecht halten, waß andere
Chur: vndt Fürsten, in ihren Erblanden, vor recht er-
kennen. Es scheinet, die Catolischen halten (zwar nicht
in allen iedoch in vielen) Sachen eiverig zusammen, vndt
wollen sich nicht trennen laßen. Gott gebe friede!
Jn allerley Polizeysachen, vndt Oeconomicis,
habe ich fleißig travagliiret.
Zeitung auß Schweden, daß allda auch stargk
contraminiret wirdt, vnsere verschonung nicht
zu permettiren[!], Mich vndt die meynigen zu persequiren. perge
Ach herr gedengke doch, an Mich, vndt dempfe meine bitterbösen,
argen feinde! dempffe Sie, mit Macht! Amen!
|| [[Handschrift: 11v]]
hilf aber, gnediglich, daß sie sich beßern, in sich
gehen, vndt sich bekehren mögen, auf daß der
Geist, sehlig werde am Tage deß herren! et cetera
Des Præsidenten heinrich von Börstells Seligen
wittwe vndt elltister Sohn, so noch am leben,
haben mir seinen Todeßfall notificirt, vndt
zugeschrieben, auch durch Secretarium, Paulum
Ludwigen vndterthenig, insinuiren laßen.
Mein<en> fuchß vndt die iunge wachtel, habe
ich zusammen gelaßen, Morgends vndt abends,
Gott gebe zu gutem glügk! vndt gedeyen!
Er Beckmannus, pfarrer an itzo zu Quahlendorff,
ist bey Mir gewesen, berichtet, daß zu hornhausen,
ein Schengke habe in die 25 personen, in einem keller
ermordet, mit Schweinenfleisch, eingesaltzen, vndt
verspeiset, auch ihnen, das geldt abgenommen. Ein Stu-
dente wehre einmal hinkommen, vndt hette einen
bohten gebehten, <bey> ihme zu bleiben. Der bohte, hette wollen
mit in die Schengke gehen, der wirtt aber, es nicht
zugeben wollen, mit vorwenden, er herbergte so gar
geringe leütte nicht. Der Studente aber, hette ihn doch
gebehten, im finstern zu ihme zu kommen. Alß es nun
finster worden, vndt daß licht lange gebrandt,
hette der Schengke gefraget, worumb der Stu- || [[Handschrift: 12r]]
dente so lange licht hette, er geantwortett, weil
ihn grawsete, so im finstern zu sitzen. Der bohte wehre
aber spähte darzu kommen vorß fenster, alß eben der
gastgeber weggegangen gewesen, da hette der Student
das fenster aufgemacht, vndt der bohte wehre in der
stille hinein gestiegen, bey ihme zu bleiben, vndt
hette sich, hindter den ofen, geleget. Baldt darnach,
wehre der wirth mit einem beyl, vndt die wir-
tin, mit dem licht kommen, vndt hetten den Studenten
erschlagen, eilends weggebracht, in keller getragen,
vndt eingesaltzen. Der bohte hette nachgeschlichen
mit forchten, vndt alles angesehen. Baldt hernacher
aber, sich wieder zum fenster hinauß gemacht,
weil die Mörder, im keller, gewesen. Alß er nun
nach Halberstadt kommen, hette ers dem commendanten
erzehlet, derselbige hette ihn mit 12 Mußcketirern
nach hornhausen geschickt, den wirth, vndt die
wirttin, gefangen nehmen, vndt alles außsuchen,
(da man dann noch eine handt im keller, bey dem
prætendirten Schweinenfleisch, gefunden zum war-
zeichen) auch viel geldt finden, vndt die Thäter
iustificiren laßen. Jst eine schrecklich That gewesen.
Es continuiret; das viel leütte gestorben seyen,
So von dem brunnen zu hornhausen, getrungken.
On dit; que le Colonel de nostre regiment enlogè aura
la teste tranchèe, pour avoir donnè deux soufflets, a son
|| [[Handschrift: 12v]]
Prince natürel le Düc Adolphe de Meckelnbourg, &
le dit Colonel doibt estre prisonnier, son regiment cassè,
& dèslogera (peut estre) promptement; d'icy. Dieu le vueille.
Königßmarck doibt commander, üne armèe en West-
phalie, au nom des Palatins, si la paix, ne se fait?
Auprès de Hambourg, on parle aussy d'ün massacre,
mais l'on n'en a nülle certitüde encores, & le
Monde, est fort perverty.
Le dit ministre, me disoit, que quand les phantosmes
des ours, ou loupgarous, (comme on dit, que cela se
fait maintenant icy, a Bernbourg) se sont voir,
que cela signifie, que le Diable est las des sorci-
ers, ou sorcieres, & qu'il faut qu'ils se manifestent
afin d'estre chastièz selon leurs merites.
A Zerbst (dit il) que maintenant le Dragon
Volant, se monstre fort, par dessüs la Ville, a-
vec des gestes, & virevoutes estranges. Dieu
scait; ce; que cela signifiera?
Pansen, habe ich, bey mir, gehabt.
Mein bruder Fürst Friedrich hat mich zur leichbegengnüß,
seiner gemahlin, vndt Töchterleins, gegen den 6. May,
invitiret.
Risposta von Deßaw, vndt Wittembergk, en termes
mediocres.
Avis von Ballenstedt daß Caspar Pfaw, ein gut patent, vom
general Königßmargk erhalten, so wol wegen versicherung
deß agkerbawes, alß nachiagt der raüber, vndt captj-
virung derselben, auch verschonung der Müller, Schäfer,
vndt anderer plackereyen, vndt abschatzungen, etcetera[.]
Gott gebe! daß es nur gehalten werden möge!
Schreiben von Schwester Sofie Margaretha, in guten
terminis von Hartzgeroda.
Jn die Wochen: vndt passionspredigt, Ern Theopoldj.
Daß erste schreiben von Tobias Steffeck von Kolodey durch Joachim
Einspenniger von Braunschweig entpfangen. Er klagt v̈ber
sehr große vnsicherheit. Gott lob! der biß dahin
geholfen! <vndt der mir Mann vndt pferdt wiederbringen
lassen, er helfe ferner mit gnaden!>
Den kleinen Kersten auch abgefertiget, vers Quedlinburg & Cassel perge
Gott gebe zu glück, vndt segen!
Mon petit Charles, tomba auiourd'huy, au presche,
d'ün banc en bas, moderant son cry, à merveilles.
Dieu le vueille d'oresenavant, contregarder, de sembla-
bles cheütes, par sa Sainte grace & benignitè,
& de tous mauvais accidens! Jl est assèz sage,
pour son aage, & donne de soy, fort bonne esperance,
d'ün tresbon natürel, & de bonnes qualitèz, si
Dieu luy donne bonne vie, & longue, comme ie l'en adore?
combien que i'aye souvent apprehension, pour cest enfant, & pour les aultres.
heütte ist die küchenkammer eingefallen, alhier
aufm Schloß. Jn der scheüne ist auch neẅlichst, ein einfall
geschehen, vndt man hat v̈berall, zu repariren.
Briefe vom Jehna, vndt Wendelino.
A spasso, diesen abendt, in die Mühle.
