Lettres de Leyden, de Simon heinrich Schweichhausen & de Mon Cher,
& fidelle1. etcetera
Panse ist wieder bey mir gewesen, wegen
deß Rittmeisters, wie auch gestriger inven-
tur allerley bericht zu thun. perge
Avis: daß zu Zerbst, die Soldaten, vndt bürger
scharf aneinander gewesen, von wegen etzlicher
exorbitantzien, welche, bey der militarischen exe-
cution, vorgegangen.
Je n'eusse jamais creü, que la perte
d'ün animal, me seroit si sensible, comme m'a
estè, & est encores, celle de mon pauvre petit Türcq, &
|| [[Handschrift: 52r]]
ce, en consideration des Circomstances. perge
J'ay rèscrit, a Leyden, & ie ne scay, quel mal-
heür, ie me prefigüre encores, mon coeur estant
tendrement attaint, de ie ne scay quelle compassion?
Dieu me Vueille consoler! en toutes mes afflictions!
heütte Nachmittagß, ist Rittmeister hänßchen,
oder Johann Eiser, mit seiner compagny, vom Pentzischen
Regiment, zu roß, von hinnen, aufgebrochen,
vndt hat gewaltige protestationes, gegen mir,
mit großer demuht, thun laßen, sonderlich, wegen
des vorgangenen exceßes. Zwey von den Thätern,
habe ich behalten, einen iungen aber habe ich ihm
abfolgen laßen, welchen er an einen pfahl
binden, vndt iämmerlich geißeln laßen, noch
vor seinem aufbruch. Gott gebe, daß dergleichen
gäste, lange von vnß, bleiben mögen!
J'ay oubliè de mettre hier au Panegyrique
de mon cheval, qu'il estoit de moyenne taille, bay,
& bien proportionnè, portoit la teste en haut, a
la Türque, mais de tresbonne grace, avoit üne
belle teste, beau col, beaux yeux, grands, &
pleins de fougue, belles jambes, qu'il relevoit
de bonne façon en marchant, en trottant
& de courrant, tresasseurèment, ioly corps
|| [[Handschrift: 52v]]
& en somme <bien proportionnè, & tres> parfait, a ma phantasie. Tèsmoing
de sa dèsmarche si asseurèe füst encores
l'annèe passèe, comme nous allasmes de
Tecklembourg à Bentheim, & qu'il falloit
passer plüsieurs glaces, tous les aultres
chevaulx grands, & petits tomberent
souvent á terre, mais ce genereux
cheval, seul, (quoy qu'il n'estoit de
rien mieux aiguisè, que les aultres)
s'asseura tellement, avec ses belles
petites jambes, & füst si prevoyant, mes-
mes de nuict, laquelle nous sürprint,
qu'il ne tomba point á terre, <& porta son homme
Tobie Steffeck de Kolodey, assèz pesant & robüste,> avec ad-
miration de tous les assistans, ce jour la.
C'est ce cheval, qui en presence de
l'Empereur, & de trois Princes, porta de-
vant peü d'annèes, ün gentilhomme dü Prin-
ce Charles Eusebius de Lichtenstain, deva<nommè>
Berk (flamand) en pleine course a devan-
cer les levriers, & ün lievre, qu'il tuä
de son èspèe, la tirant avec le fourreau
|| [[Handschrift: 53r]]
dehors, & donnant au lievre sür la teste ün
coup, avec admiration de Sa Majestè & d'üne grande
quantitè de Cavalliers, devant le carosse de l'Em-
pereur. J'ay souventesfois icy á Bernbourg
courrü au lievre, que i'ay devancè aussy bien
que les levriers, sür ce cheval brave, &
vigoureux. Mais tout cela ne me console
point, nj excüse ma laschetè, de l'avoir ain-
sy abbandonnè <miserablement>, comme ün pauvre Orphelin
estranger, venü dü mitan de la Türquie,
se ranger sous ma protection, sous laquelle,
il pensoit finir ses iours, avec quelque repos,
& gayetè, mais a estè <bien> infortünè, d'avoir
estè livrè a des gens inhümains, quj ne
vouloyent avoir pitiè de luy, nj recognoistre
ses vertüs, & ie plains mon malheur, de
l'avoir si tost perdü, & si ingratement.
Puis donc, que c'est üne perte irreparable;
il faut croyre, que tous les biens, de ce monde,
sont transitojres, & ne s'attacher trop, a ces
choses changeantes, & corrüptibles, & s'en
servir, comme en passant, ne perdant iamais
l'esperance, de recouvrir[!], & d'obtenir, quelque chose meilleure.
Sonntag☉ den 2. May: 1647.
Jn die kirche, mit Meiner freundlichen herzlieb(st)en gemahlin
vndt kindern, Gott zu dankgen, vor seine
gnade vndt segen, vndt ferner vmb conti-
nuation anzurufen, in dem Jhre Liebden nu-
mehr zum: 15ten: mal dero kirchgang
glücklich gehalten. Gott seye davor gepreiset.
Der Text: Johannes capitel 10 vom guten hirten2,
am heüttigen Sontage, Misericordias Dominj,
ist schön expliciret vndt appliciret worden,
vom hofprediger Theopoldo, vndt wie man
seine Schäflein, wol beschützen, vndt
nicht verlaßen solle<?>, welches mir doch
auch erinnerungen, vndt schwehre gedangken
wegen Meines Trostlosen, verlaßenen,
Schäfleins, deß Türgkleins, <endtlich> gegeben!
Gott verzeyhe mir, meine weltliche
gedankgen! im fall sie zu irrdisch sein?
Cependant i'ay encores ün mot a dire;
c'est que i'eüs üne inflüence, soit en songe ou autrement[:]
Poena luenda tibj est!
Affert Jniuria cladem!3
|| [[Handschrift: 54r]]
Dieu vueille, que ceste sentence horrible (prononcèe en
Plütarque contre Pausanias, lors qu'il tüa contre son
grè, a Constantinople, aux tenebres, üne vierge) ne soit veri-
fièe, nj se puisse execüter, contre ma personne, in media
Turcia, nj ailleurs: Fata possunt præviderj; non evitarj!
Extra zu Mittage, gehabt Doctor Mechovium, Geörge Frie-
derich von Börstel, vndt den hofprediger Theopoldum. perge
Nachmittagß, mit Meiner herzlieb(st)en gemahlin, vndt kindern, in
die kirche wieder, da Jonius außm catechismo, geprediget,
vndt die lehre, von den heiligen Sacramenten, tractiret. perge
Allerley anordnung, wegen künftigen festiviteten, tam in
luctu, quam in gaudio subsecutivo, zu disponiren gehabt.
Gott gebe! daß alles wol abgehe!
Die Cöthnischen einquartirten Reütter, seindt auch
heütte alhier vorüber, vndt durchpaßiret. Gott gebe!
daß wir so baldt, dergleichen gäste, nicht wieder kriegen!
Die Mayenfröste, wollen numehr, (dem ansehen nach,)
aufhören. Gott gebe,<!> daß sie außenbleiben, vndt der
wein, wol gerahte vndt vnß zu gut komme, wie auch
daß liebe getreydich, welches wol einen guten
fruchtbahren regen, bedörffte! inmaßen auch auf den
Cantzeln, davor, gebehten worden!
En passant, il faut que ie dye, à propos dü cre-
vecoeur & dèsplaysir, pour la perte sensible de mon cheval,
que depuis ce temps là, que ie l'abbandonnay injüstement,
le Progrèz de ma bonne fortüne, s'accrocha, a veuë d'œil, &
i'ëus üne difficültè, en mes affaires, & ün malheur; apres l'autre!
Diese Nacht, ist ein Stügk, von Mejner Scheüne,
eingefallen.
hanß von bergen, ist bey mir, gewesen, in
militaribus vndt contributionssachen, zu referiren,
waß ihme zu Plötzkaw, anbefohlen worden.
Postea: hat sich: Er Benjamin Gigelßperger
bey mir angemeldet, vndt wandert mit seiner
suppellectilj, nach Rejnstedt zu. perge Gott gebe ihm glück!
Segen, vndt gedeyen!
Tout ce que je fay, ne me contente pas, si
ie n'ay quelque satisfaction, de mes désplaysirs?
Dieu le vueille!
Numero 4 ist wieder bericht einkommen, daß man gar
fleißig ist, an den friedensTractaten zu Münster vndt Osnabrück[.]
Die herrnvettern, schlagen eine zusammen-
kunft der Rähte vor, wegen der vndecidirten
puncten, vom neẅlichsten landtrechnungßTage.
Schreiben, vom Adolf Börstel auß Frankreich mit allerley
bericht. Jtem: gratulationes von der Churfürstin
zu Saxen, von hertzog Georg, vndt hertzogk
Christian zur Lignitz, vndt Brigk, vom
hertzogk Eberhardt zu Wirtembergk, von
|| [[Handschrift: 55r]]
den Fürsten zu Lichtenstein, vndt Dietrichstain,
welcher letzere, die gevatterschaft wol aufgenommen,
Jtem: so hat mir auch, der allte Johann Löw allerhandt
bericht, geben laßen.
Jn den avisen stehet:
Des Römischen Kaysers schwachheit, am podagra.
Des Gallas Todt am Stein.
Die intrighj, im Darmstedtischen, wegen darinnen
eingefallener, Frantzösischen völcker, werden ie länger, ie
größer, vndt das landt, wirdt sehr, verderbet, vndt rujniret.
Darmstadt die residentz, ist vom Visconte de Türenne, occupjret.
Der Prince de Galles, leßet in Paris, wie auch zu
Saint Germain, wann er anwesendt, in Englischer
sprache, seine reformirte predigt thun. Printz Robert
sein vetter, ist in seinem train, vndt darf nicht
mit ihm, malzeit halten, sondern bleibet der Öberste,
an der andern Tafel. Der König, so wol alß
die Königinn in Franckreich geben die oberstelle, der
Königin in Engellandt, wenn sie zu ihnen kömbt,
(welches aber selten geschicht) vndt bekömbt diese
Königinn, von England, gut tractament, in abschlag, der restj-
renden Königlichen Ehegelder, so noch nicht bezahlt, vndt Sie
ihrem herren, dem Könige, in Engeland, hette zubringen sollen.
Jn Engellandt, gehen noch, vielerley incerta & ambigua vor.
Polen schlägt Cardinäle zu Rom vor, Franckreich zu gefallen.
Der friede zwischen Spannien, vndt den Staden, hemmet
sich noch, vndt es hat daß ansehen, alß dörfte derselbe
sich, wol gar, zerschlagen.
Die Venezianer, wollen abermalß, in Croatien, vndt
Dalmatien, wieder den Türgken, victorisiret haben, wie
auch zu waßer, im Archipelago.
Der Neẅe Prince de Condè, will Tarracona
in Catalonien, belägern et cetera[.]
Die holländer, in Brasjlien, haben etwaß schaden,
von den Portughesen, erlitten, welcher vmb so viel
höher, zu achten, weil ihnen 300 Mann daselbst, zu
verliehren vndt zu vermißen, schwehrer ankömbt,
(in mangel, deß Europeischen volcks) alß in
ihrem vatterlande, 3000 Soldaten.
Dienstag♂ den 4ten: May: 1647.
A spasso, auf meine felder, mich zu divertiren.
Ein capitain (Blumentrost genandt,) welcher vorzeitten,
Meinem Schwager, dem hertzogk von Meckelnburgk
Sehligen gediehnet, seidterho aber, dem Könige in
Dennemargk, vndt gute paßporten, vndt
kundtschaften gehabt, hat sich bey mir ange-
meldet, allerley discouriret, vndt eine zehrung
bekommen. perge
Schreiben von Brehmen, daß General Königßmarck die Vecht
belägert, vndt die neütralitet Chur: Bayern, vndt
Chur Cölln, mehr vor, als wieder den Kayser seye. perge <etcetera>
<GeneralMajor> Sperreütter, ist auch nun wieder, lebendig worden: Jst
in Bayern, 5000 Mann, vor die venezianer, zu werben,<erhalten,>
vndt jhnen zuzuführen, wieder den Türgken. perge Jn
Brehmen, gibt es viel abschatzungen, der Officirer. etcetera
Die graven, zu Oldenburgk, vndt Delmenhorßt,
haben schöne pferde, dem General Königsmarck geschigkt. perge
An proviant, geldt, vndt andern abliferungen,
will es auch in selbiger stadt, kein ende nehmen.
perge
heütte sindt die Schafe gezehlet worden,
aufm Forwergk, durchn kornschreiber Tappe,
in præsentz meines page, Ernst Gottlieb von Börstels,
vndt deß Amptßcopiisten, hanß Eckardts. Es
wahren 530 meiner schafe, (darundter des
Schäferß 5ter. Theil, nicht aber der knechte schafe<vieh>
mittbegriffen) vndt 228 lämmer. Gott gebe gedeyen!
Nostitz, ist auß der Laußnitz, anhero kommen
diesen abendt, wol a propos, vndt in 3 Tagen
eilends her geritten. Gott gebe zu glügk!
Mittwoch☿ den 5ten: May: 1647.
Es hat diese Nacht, Gott lob, gar schön geregenet,
vndt also daß lechtzende dürre erdtreich erquigket.
Gott wolle ferrner segen geben, vndt vnß mit
seinem gnadenThaw, in geistlichen, vndt welttlichen
dingen, mildiglich v̈berschütten, vndt weitter gesegenen!
Darnach, bin ich mit meinen leütten, (darundter auch Nostitz,
vndt <Geörg Friederich von> Börstel gewesen) gen hartzgeroda aufß Fürstliche leichbegeng-
nüß. Fürst Augustus vndt seine gemahlin, dero drey
Söhne, vndt Elltiste Tochter, seindt auch dahin kommen,
vndt in die 60 vom adel, vndt mein bruder hat alles
gar splendide angeordnet. Graf Moritz von Naßaw
sein Schwager, jst auch alldar.
Wir haben billich, dem Bruder, alß kläger,
in seinem losament, das leidt geklaget, vndt
er hat sich zwar betrüblich, iedoch heroisch,
vndt Großmühtig, erwiesen. Gott stärgke
ferrner, mit seiner gnadenkraft!
heütte ist eine Kayserliche partie von 80 pferden
eine stunde nach mir, bey Warmstorf
vorüber paßiret. Sie seindt zu halvenßleben
dem Obersten Tannenberg, eingefallen, haben
denselben Todtgeschoßen, vndt ihm, in die
12000 ThalerThlr: bahr geldt genommen.
Diesen abendt, hat man zu hartzgeroda
Tafel gehalten, vndt magnificq tractiret.
Der kläger ist allein in seinem gemach ver-
blieben. perge
Es hat greẅlich gewittert, vndt gedonnert zu hatzgeroda[!]
diesen abendt.
Die Kayserlichen partien, darundten im lande haben auch den
Obersten Frölich, mit den Seinigen, gefangen bekommen.
Donnerstag♃ den 6ten: May: 1647.
Zu Mittage, haben Jch, die Schwestern, Graf Moritz von
Naßaw, vndt daß Freẅlein von Naßaw, bey Meinem
bruder malzeitt gehalten. Nachmi Fürst Augustus vndt
die seinigen, seindt in seinem gemach, gespeiset worden.
Nachmittags ist die leichproceßion angegangen,
vndt wurden die Särge nacheinander getragen,
alß erstlich deß verblichene freẅleins, Annæ
Ursulæ Sehlige, darnach<von 6 vom> adeln, darnach der Fürstin Seligen
von 14 vom adeln, der erste war ein blecherner,
der ander, ein zinnerner Sargk, beyde wolgemacht.
Auf die große leiche, folgten, Mein bruder,
in der Mitte, zu seiner rechten, der kleine vetter
Wilhelm, sein Sohn, (welchen, Gebhardt Paris,
von dem Werder, Trug) zur lingken, graf Moritz
von Naßaw. hindter denen, Jch, vndt Fürst Augustus,
darnach die vettern von Plötzkaw, so theilß ge-
sandten stelle vertratten, alß auch die gesandten,
von Fürsten, vndt Graven, Oberster Werder,
Caspar Pfaw, hanß Ernst Börstel, Milagius,
vndt so fortahn. Vornehmlich aber, war
würgklicher gesandter, von Fürst Johannßen,
vorhanden, Licentiat Keppe. Die ordnung
des conducts, wirdt anderstwo beschrieben specifice.
Die ordinarie Marschälcke wahren, hofmeister Freyberg,
vndt capitain Berlepsch4, darzu wurden auch andere
|| [[Handschrift: 57v]]
noch extraordinarie gebraucht, sonderlich Keydel vom Stieg
vndt andere mehr, so wol vor die Fürstliche herrschafft, alß daß
Frawenzimmer. Daß freẅlein von Naßaw,
folgete am nähesten, auf den Sargk, vndt wurde
geführet, von zweene vom adeln, darnach Meine
Schwestern inngleichem geführet, So dann
auch die Fürstin von Plötzkaw, vndt dero freẅlein[.]
Der pfarrer Leüthnerus (wiewol allt, schwach,
vndt vnvermögen) that den leichsermon, vndt
lase ab die personalia. Wir blieben in
der kirche, biß die leiche beygesetzet, vndt
alles vermauwert wahr. Darnach
fuhren wir auf kutzschen, wieder aufs Schloß,
vndt aufn abendt, wardt in des brudern
losament, mit den nechsten anverwandten,
(darbey auch Fürst Augustus vndt die Seinigen) Tafel
gehalten.
Freitag♀ den 7ten: May: 1647.
Jn Fürst Augustj losament haben wir gefrühe-
stügkt, vndt etzliche von den principalsten Rähten,
darzu gezogen. Mein bruder hat sich absentiret,
biß nach der malzeitt. Darnach ist er kommen,
vndt man hat einander, im Schloßplatze vale-
diciret. Jch bin mit Fürst Augusto gefahren,
|| [[Handschrift: 58r]]
biß nach Endorff, alda hat man lerm gehabt,
wegen einer partie. Es seindt aber nur kaufleütte gewe-
sen, dißmal, wiewol vnß Obrist leutnant Knoche schriftlich
gewarnet, vnß wol vorzusehen. Zu Endorff,
seindt wir von einander gescheiden, ich nacher Ascherß-
leben, herrvetter Fürst Augustus mit den Seinigen aber, auf
den Tschackenthal zu, gegangen. Meine beyde
iüngste Schwestern, freẅlein Sofia Margaretha,
vndt Dorothea Bathildis, seindt auch mit mir
gezogen. Bey Warmstorf haben wir
viel kundtschaft eingezogen, von den Kayserlichen par-
tien, wie auch von den Schwedischen, vndt neben
dem das Oberste Tannenberg erschoßen, hetten
sie auch den Obersten Frölich, mit vielen beütten,
bekommen, vndt gestern, vndt heütte herümber
vagiret, stelleten auch Wrangelß kindern
nach, welche zu Calbe gewesen.
Es ist abermalß eine relation von Oßna-
brügk, einkommen, vom Doctor heger.
Oberlender ist (Gott lob! vnversehrt) mit vielen
briefen, auß hollandt, vndt Westphalen,
wiederkommen. Mein Sohn Erdtmann, hat die
Maßern gehabt. Gott helfe v̈berwinden. Victorio
Amedeo hat die gevatter invitationes im haagen
wol verrichtet.
<5 hasen Rindtorf gehetzt. 2 hasen von Ballenstedt. 2 hasen Carolus Ursinus gehetzt.>
Der Zerbster abgesandter, Licentiat Köppe, hat diesen Morgen alhier
zu Bernburgk, seinen vndterthänigen abscheidt von Mir, genommen,
vndt expedienda zu expediren, sich anerbotten.
Secretarius Paulus, hat sich præsentiret.
Allerley praeparatoria zum Fürstlichen kindttaüffen, habe ich gemacht.
perge
Schreiben von Brehmen, daß die Vecht, noch belägert
seye, wiewol zu hartzgeroda vorgegeben wardt, alß
sollte Königßmargk von den Spannischen, darvor
aufgeschlagen worden sein. Man helt auch den frieden,
zwischen den Spanniern, vndt Staden, vor gantz richtig.
perge
Je crains, que je n'auray point d'argenterie,
veü les difficültèz qui se presentent par tout
& ainsy l'honneur de la mayson sera chetif. perge
Nihil est ab omnj parte beatum!5
Silber ist begehret worden von Zerbst, (weil
Deßaw, vndt andere orth Nein sagen:)
6 dutzent Schüßeln.
6 dutzent Teller.
2 dutzent confectschalen.
2 dutzent leffel
2 dutzent speisebecher groß, vndt klein.
2 handtbegken, sampt den gießkannen.
4 leüchter.
2 Saltzfäßer.
Gott gebe willige abfolgung! auch Sichere
durchpassirung! hin: vndt wieder!
Mon petit Charles, crie horriblement toutes les
nuicts, & fait mine, de voir quelque chose, fait
ses exclamations & sanglots a Dieu, avec
des petites prieres, puis parle des choses en
criant, qu'on ne scauroit entendre,
& cela düre ordinairement près d'üne
heure, entre 11 & 12 la plüspart. Dieu
vueille delivrer le bon enfant de tels tourmens.
Jch habe nach hamburgk, an Tobias Steffeck von Kolodey geschrieben. perge
Gott gebe gnedigen succeß.
Mit dem Somnio, bin ich heütte frühe aufgewacht,
alß ob ich hette mit meinen Söhnen an einem Tisch
sitzende, abgeschmackten Speck gegeßen, welcher
baldt süße worden, in einen lieblichen confect
saft, wie quittensafft, baldt wie <in> dürren lachß
(weil alles einerley ansehens vndt gleichheit)
verwandelt worden, vndt baldt wol, baldt
v̈bel geschmeckt, also daß wir vnß darüber
verwundert. Drauf hette ich, in lieblicher
harmonia singen hören: vorauß, wann
ich muß hier darvon, etcetera etcetera[.]6
Vormittags, in die kirche, cum sororibus, et
filiabus perge <Extra: Doctor Mechovius, Doctor Brandt, vndt andere. perge>
Schreiben von der Aeptißinn von Quedlinburgk,
daß Jhre Liebden Morgen (wilß Gott) anhero, persöhnlich
erscheinen wollen, Sie v̈berschigken Mir den fur-
rirzettel, vndt bringen mitt: 19 pferde, seindt in
allem: 23 personen stargk.
Doctor Brandt, mein Medicus, ist von Strehlitz, mit contento,
vndt satisfaction, wiederkommen, vndt hat mir briefe
von den Schwestern mitgebracht, auch allerley gute
relation abgeleget. Der hertzogk Ludwig, von
Lignitz Brigk, ist auch aldar gewesen. perge
Conferenze mit Tomaß Benckendorf, welchem
ich eine kleine dilation, bey den rähten zu Berlin
zu wege gebracht. perge
Nachmittags, cum sororibus wieder in die kirche,
vndt catechismuspredigt, <des Jonij.>
<Wildtpret> <Vndt> Victualien sejndt von Deßaw, vndt
Ballenstedt, ankommen. Gott helfe ferner, mit gnaden!
Von hall ist wein, in salvo angelanget,
non sans beaucoup de fraix.
Diesen abendt, hats Tolle händel, gegeben in der Stadt,
in dem der große Kersten, (so doch abgeschaft) Jtem:
der Bötticher, vndt andere, beym sauffen, mit schläge-
reyen sjch sehr vergriffen. Jch habe sie incarceriren
laßen.
Mein grawer klepper, hat sich im Stall loßge-
macht, vndt ist vndter die kutzschStuhten kommen,
da er dann Jämmerlich geschlagen worden, noch mehr
|| [[Handschrift: 60r]]
aber, ein vorreütter, der sie voneinander bringen wollen,
vndt die Stuhte nach dem hengst schlagende, ihme einen
arm zerschmettert. Also ist vnglück allenthalben.
Patientia! C'est ce petit grison, que i'ay trocquè &
eschangè contre mon tant aymè Türcq, & n'ay point d'heur
avec ceste rosse, l'apparence delaquelle m'a si lamen-
tablement fait abbandonner, l'autre si favory cheval,
que ie ne puis jamais oublier!
Montag☽ den 10ten: May; 1647.
Geörg Petz, ist in dieser Nacht, von Zerbst wiederkommen,
dieweil sie difficulteten machen, mit dem Silberge-
schirr, vndt sich, vor der vnsicherheitt, besorgen. Jch
schreibe wieder, an Fürst Johannßen, vndt ermahne ihn,
daß die gefahr nicht mehr so groß seye, als man sie
machet, vndt schicke Nostitz, mit etzlicher convoy,
ihnen endtgegen. Gott gebe zu gedeylichem glügk,
vndt bewahre vnsere temeriteten, vor vnglück!!!
Diesen Morgen schreibt mir Fürst Augustus, wieder
alleß verhoffen, vndt Muhtmaßen, seine, vndt der
Seinigen, ankunfft abe. perge Jch befinde allenthalben,
impedimenta, vndt remoras. Gott helfe v̈berwinden!
Es gibt viel zu bestellen, vndt nicht gar viel außzurichten.
Jch habe auch nach Cöhten, geschrieben. Gott gebe beßeren succeß!
Doctor Mechovius ist bey Mir gewesen, allerley zu referiren,
vndt gehörigen bescheidts, sich zu erhohlen.
Dieu vueille! que nostre Baptesme, süccede heüreusement!
Avis: daß Erlach, vndt 2 seiner kinder, am fieber
hart darnieder liegen, wie auch, theilß von seinem gesinde,
vndt also nicht aufwartten kan. perge
Nostitz ist glücklich wiederkommen, nach dem er den
Oberlender mit dem Silbergeschirr zu Rosenberg7, begegnet.
Geörg Petz aber, hat mit der entgegen geschickten
convoy, sie zu Dochum angetroffen. Es wahren schreiben
darbey, von der Fürstinn, vetter Johannßen freundlicher Mutter:
| Sie schicken vnß: | 2 | dutzent Teller, mit dem Anhaltischen
wapen, vndt signatur Johann Fürst zu Anhalt[,] wigen: 32 Margk, 13 loht. |
| 22 | Silberne Teller mit den Wirtembergischen
wapen, vndt signatur, <Eleonora Landgräfin Zu Hessen Geborene Herzogin Zu Württemberg> wigen 24 Mark (Gewichtseinheit und Münze)m: 13 loht. |
|
| 11 | Silberne Schüßeln, mit Anhaltischen
wapen, vndt signatur Rudolf Fürst Zu Anhalt wiegen 34 margk, 8 loht 2 Quentchen (Gewichtseinheit)que. |
|
| 14 | Silberne Schüßeln, alß 13 mit Wir- tembergischen vndt 1 mit Anhaltischen wapen, außwendig mit Zerbst signirt, wiegen: 46 Mark (Gewichtseinheit und Münze)m: 20 Lotl: |
|
| 12 | Mittel Silber mit Wirtembergischen wapen,
vndt signatur Eleonora Landgräfin Zu Hessen Geborene Herzogin Zu Württemberg wiegen: 27 Mark (Gewichtseinheit und Münze)m: 15 lot. |
|
| 10 | Silberne Schüßeln, mit gleichen
wapen, vndt signatur, wiegen 26 Mark (Gewichtseinheit und Münze)m: 15 lot. |
vndt außwendig mit Zerbst signiret.
Ein vergüldet gießbegken mit der kanne,
wieget: 19 Mark (Gewichtseinheit und Münze)M: 5 lot. || [[Handschrift: 61r]]
Zwey vergüldete kleine viereckichte Saltzfäßer,
vndten mit der weintraube, vndt Jägerhorn, 1 Mark (Gewichtseinheit und Münze)m: 1 lot.
Eilf hofbecher innwendig, vndt an Mundtstügken, ver-
güldet, wiegen - - - - - 8 margk 10 lot, 3½ Quentchen (Gewichtseinheit)que.
Zwey hohe leüchter, mit Anhaltischen wapen, vndt
signatur Rudolf Fürst Zu Anhalt wiegen 6 margk.
Noch ein dergleichen leüchter, mit dem Wirtembergischen
wapen, vndt Zerbst wiegen: 3½ Mark (Gewichtseinheit und Münze)m:
Noch ein dutzent MittelSilber, mit dem Oldenburgischen
wapen, vndt Anton Graf Zu Oldenburg[.]
Sechs Silberne becher, mit Magdalena Fürstin Zu Anhalt[.]
Noch 6 becher, etwaß kleiner, mit dergleichen signatur.
Ein dutzent löffel, mit dergleichen Nahmen.
Noch ein klein gießbegken, vndt kanne, am rande vergült.
Ein dutzent Teller mit dem Oldenburgischen wapen,
vndt Magdalena Geborene Gräfin Zu Oldenburg Fürstin Zu Anhalt[.]
Vier vndt zwantzig Silbern vergüldete confectschalen,
mit allerhandt figuren, vndt bildern, von getriebener
arbeitt, wiegen - - - - - 56 Margk, 2 loht.
Signatum ut supra, (id est:) Zerbst am 9 May:
anno 1647 Illustrissimo Fürsten Christian, zu Anhaltt, an Silber-
zeüg, auß der Zerbst[isch]en Cammer, abgefolget worden. perge
Arnoldt Johann Sigmund Rephuh. perge
Die Fürstin schreibt darbey, daß sie es gerne möchte
vnversehrt, vndt ohne einigen abgang, wieder haben.
Gott bewahre unß, vor vnfall, vndt vnglück! || [[Handschrift: 61v]]
heütte z Nachmittags zeitlich, ist die Aeptißinn von
Quedlinburgk, fräulein Anna Sophia geborne Pfaltzgrävin
bey Rhein alhier ankommen, hat ein freẅlein
von Schwartzburgk, drey vom Adel, vndt
eine hofmeisterinn, vndt Jungfern, nebst
anderm comitat, bey sich gehabt. Jch habe
ihr drey vom adel entgegen geschickt, welche
Jhrer Liebden nicht zeitlich genung an der gräntze
occurriren können. Diesen abendt, hat
Man in der Tafelstube gespeiset. Meine gemahlin
aber, ist nicht mittgegangen. Einsidel,
Zerbst, vndt Nostitz, seindt Marschälcke
gewesen.
Schreiben von Meinem bruder Fürst Friedrich der
difficultiret die Tagefarth, wegen vnsers
brüderljchen vergleichs.
Die drey iunge vettern, von Plötzkaw, seindt
anhero kommen, wie auch der Oberste Werder, vndt
noch theilß <landt>Jungkern. perge. Sie haben mir, einen Urias
brief von Fürst Augusto, mitgebracht, welcher sich höchlich
endtschuldi<beschwehret,> daß ich nicht, nach Deßaw schigke,
vndt denselbigen convent besuche, eben alß wann ich
nicht ehehafte endtschuldigungen genung hette, an
Meinem Fürstlichen kindtTaüffen, vndt absentz, des Obristen Werders,
<neben andern excüses, besorgender Præiuditzien, iuris quæsitj, etcetera[.]>
Schreiben von vndterschiedlichen orthen, entpfangen, gratula-
tiones, theilß auf Meine notificationes, theilß auf die
invitationes. Jtem: das Diploma nobilitatis, Tobias Steffecks von Kolodey
hat sich auch eingestellet. perge <Jtem: vom Johann Sternberg.
perge>
Man hat in den losamentern, gefrühestügkt, dar-
nach aber ist daß angestellte Fürstliche kindttaüffen, Meines
iüngstgebornen Töchterleins, in der Tafelstube, durch
den Superintendenten, Ern Platonem, gehalten, vndt daß
kindlein Anna Elisabeth, nach gehaltener predigt, in
der heiligen Tauffe genandt worden. Gott laße es, in allen fürstlichen
Tugenden, aufwachßen, nebst der wahren Gottsehligkeitt,
vndt erhalten sie zu seinen ehren. Die Eptißinn, repræ-
sentirte die Königinn Regentin von Franckreich,
vndt die Churfürstinn von Brandenburgk, dje iunge
nebst der Princesse Royalle im haag, vndt vertratt
sonderlich ihre der Aeptißinn, eigene stelle. Fürst Lebrecht
vertratt deß Königes Ferdinandj IV. in Böhmen stelle
neben seiner eigenen. Fürst Ernst Gottlieb, vertratt
Chur Pfaltz, vndt den hertzog in Curlandt. Schwester
Sofia Margaretha vertratt, die hertzogin von Saxen
Altenburgk, vndt die hertzogin von hollstein <zu> Eütin.
Schwester Dorothea Bathildis, vertratt, die hertzogin
zu Sonderburgk, hertzoginn von Crouy, vndt die
Madame Elisabeth. Vetter Jmmanuel stundt vor
hertzog Ernst Günther von hollstein, vndt vor den hertzog
von Crouy. Mein elltistes Töchterlein Eleonora hedwig
|| [[Handschrift: 62v]]
muste stehen, vor Freẅlein Æmilia zu Caßel, vndt
vor Freẅlein Juliana zu Deßaw. Oberster
Werder, stunde vor den Fürsten Max zu Dietrich-
stain, vndt den graven Maximilian, von Trautt-
manßdorff. Vor die grävinnen zu Bentheim, zu
Rheda, wie auch graf la Garde gemahlinn, vndt
Madame de Brederode, nebenst Freẅlein Charlotte
von hanaw, stunde freẅlein Clara Sabina
von Schwartzburgk. Vor den General graf la
Garde, vndt Reichßcantzler Oxenstiern,
stunde der alte Zerbst, vor die graven von
Tecklemburgk, Stirumb, Ritterschaft in
Preüßen, vndt herr Achatius von Donaw, stunde
Rittmeister Volradt von Krosigk, vor die Städte,
Frangkfurth am Mayn, Amsterdam, vndt Dantzigk
stunde mein alter Raht, Melchior Loyß.
Die gesänge wurden musiciret. L'enfant
crioit estrangement, & continüellement.
Mein Töchterlein Eleonora hedwig, wu<trug> das kindt
zur Tauffe, vndt wurde von 2 vom adeln
geführet. Darnach alß alle action
vollbracht, gieng man in die Fürstliche 6 wöchnerinn
stube vndt theilete die geschencke auß.
Doctor Mechovius that die dangksagung. etcetera
Aufn abendt ist daß panckeet gehalten, vndt
zimlich poculiret worden. Gott laße solche hilaritet,
vnß nicht zur Sünde gedeyen! noch gereichen!
Avis, von einer stargken partie Reütter, welche
sich diesen abendt auf dißeyt der Sahle, sehen laßen,
in die 100 pferde, ob es Kayserliche oder Schwedische sein mögen?
Man ist in gartten spatziren gegangen.
Bey der malzeitt, haben die Musicanten, wieder aufge-
wartett. Nach derselbigen, vndt gehabter conver-
sation, seindt die vettern, alle drey, wieder
nach Plötzkaw, gezogen, auf ihres herrnvaters, befehl.
Wir haben mit der Eptißinn, vndt dem
Obersten Werder, zu conversiren die zeitt
mehrentheilß paßiret. Tantzen hat sich
wegen der Trawer zu hartzgeroda, nicht
schigken wollen.
Diesen Morgen, ist die Aeptißinn von
Quedlinburgk, mit dem freẅlein von
Schwartzburgk, vndt ihrem Comitat, nachm
frühestügk, wieder verrayset, vndt auff
Plötzkaw zu, gezogen. Jch habe sie, biß an
die gräntze, durch drey vom Adel, begleitten laßen.
Der Oberste Werder, ist heütte frühe auch
weggezogen, nach dem er gestern abendt, abschiedt
genommen. Diesen Morgen, aber, alß die Eptißinn
schon hinweg gewesen, habe ich die beschriebenen
landtJungkern, dimittirt, alß nemlich:
<Rittmeister,
Schierstedt.
perge> Die drey Krosigk, von Erxleben, <Geörg Friederich
von Börstel.>
Die drey Trotten, von hecklingen, vndt Gensefurth.
Gebhardt Paris von dem Werder, ist gestern
mit den vettern von Plötzkaw, hinweg, wie auch
Mattheß Biedersehe, vndt der allte Zerbst.
<Raht,
Krahe,
Schlegel[,]> Albrecht Bidersehe, habe ich auch, djmittirt.
Nostitz, vndt die beyden Röder, bleiben noch alhier.
Einsidel vndt Rindtorf, seindt ordinarij.
Drey Junckern, als hofmeister Cachedinir, der von
Bjnaw, vndt einer von hoym, wahren bey der Aeptißinn.
et cetera
Vnser Mundtkoch, Andreas Große, hat gestern
abendt, mit der küchenfraw, hochzeit gehalten,
vndt es ist ihme, in die begken, ein ansehentliches
verehret worden.
Jch habe die musicanten, nacher Cöhten mit
20 ReichsthalerRthlr:[,] die extraordinarios köche mit 8 ReichsthalerRthlr:
vndt den Trompter, mit 3 ReichsthalernRthlrn: abfertigen
laßen, ohne waß ihnen die Eptißinn, vndt
die vettern, verehret vor sich. et cetera
Vom Tobias Steffeck de Kolodey Numero 4 per hamburgk, Jtem:
vom General Conte de La Garde, Jtem: vom
Doctor Lentz, alles, in terminis ambiguis.
Der neẅe page, Geörg Friederich vom Künsperg
hat sich præsentiret. Gott gebe, mir, vndt
ihme zu glügk! hanß Philipß Geüder
der Ritterhauptmann ist sein vormundt,
vndt hat mir ihn recommendiret, wie
auch sein großvatter Joachim Christoph
von Segkendorff, vor ihn intercediret.
Gott gebe media, zu allen Theilen.
Die beyden Röder, seindt heute frühe,
wieder forth, nacher hartzgeroda per pedes
Apostolorum, nach gethaner fleißiger auf-
warttung. Gott segene sie!
Nostitz, vndt Börstel, seindt nacher Plötzkaw,
baldt wiederzukommen, gerayset.
Je continuë tousiours, a estre en peine
& a plaindre mon cheval Türcq, & de l'avoir si pitoya-
blement abbandonnè, contre toute
rayson, & apparence, ab la rage des gens,
incapables de rayson, & indignes, d'avoir
ün animal, de la sorte, si bon, si doux, & si genereux!
Je ne m'oseray desormais, plüs fier, a moy
mesme, nj a chose aulcüne, m'estonnant, de telle
|| [[Handschrift: 64v]]
varietè sürnatürelle!
Gott hat vnß dißmal, die gnade, vndt
daß glück, verliehen, daß in währenden der
kindttaüffe festiviteten, nicht daß ge-
ringste vom geliehenen Silbergeschirr, ver-
mißet, oder verlohren worden, welches vor
diesem, gemeiniglich, geschehen. Gott helffe
daß wirs wieder, wol vndt vnversehrt
an sichere orth, lifern mögen!
Carll Ursinus, hat 4 hasen, von der hatz
einbracht, dahinauß er gefahren.
Avis: daß der brunnen, zu hornhausen,
wieder in schwang komme, vndt in die 300
personen, sich albereit aldar, wieder befinden sollen.
J'ay èscrit au Baron de Schrahtenbach, a
Tobias Steffeck de Kolodey, comme aussy a mes fils.
Dieu face le tout, passer seurement!
Samstag♄ den: 15den: May: 1647.
<1 hasen, Rindtorff, vndt Bidersehe.>
A spasso meine ägker zu besehen. Gott
wolle vnß gesegenen, vndt alle male-
diction von vnß nehmen!
Postea: in garten con Madama, post expe-
dita negocia.
J'ay èscrit au Docteur Lentz, avec son gage.
Abermahliges schreiben, vom Tobias Steffeck von Kolodey per Bremen
empfangen Numero 5 vom 24. April ⁄ 6. May: vndt an ihn, rescribiret.
perge
Nostitz ist diesen abendt, von Plötzkaw, wiederkommen,
alldar diesen Morgen, die Eptißinn von Quedlinburg,
abgerayset, vndt wol content, geschieden.
Sonntag☉ den: 16den: May: 1647.
Jn die kirche, mit Meiner freundlichen herzlieb(st)en gemahlin, Schwestern,
vndt kindern. perge
Extra: zu Mittage, Nostitz, Doctor Mechovius &cetera[.]
Nachmittags wieder in die predigt, des Jonij, mit
meinen Schwestern, darinnen beyde Krosigk von
Erxleben, Volradt, vndt Antony mit gewesen, vndt
hernacher audientz gesucht, in hanß Berndts sachen.
perge
Nostitz hat diesen abendt seinen vndterthänigen abschiedt
genommen, in meinung, Morgen wilß Gott, wieder in
sein vaterlandt, die Laußnitz zu verraysen,
Gott geleitte ihn! Jch habe ihn beschengkt
mit einer pahten verehrung, wegen der gevat-
terschaft zu seinem Sohn, meo nomine et uxoris,
darnach habe ich ihm eine obligation, bey
denen von Feltheim zu Ostra abgetretten,
vndt darnebens 30 ThalerThlr: bahr geldt, zur zeh-
rung, verehret. Jch verspühre bey diesem
Menschen, eine dangkbahre erkendtlichkeitt,
vndt bestendiges, guthertziges gemühte.
Montag☽ den 17. May: 1647.
Nostitz, vndt Ludwig Schwartzenberger seindt
forth, nacher Leiptzigk. Gott wolle sie geleitten!
vndt meine jntentiones gesegenen, auch
Mich nimmermehr abbandoniren!
Eine abermahlige depesche nach Zerbst,
an Fürst Johann, vndt Licentiat Köppen.
perge
A spasso, zu fuß, in meine weinberge.
Ein Secretarius von Plötzkaw, kömbt
herüber, vndt wil mir, eine Kayserliche Com-
mission insinuiren. Jch habe Doctor Brandt
vndt Thomas Benckendorf darzu deputiret, sie
anzunehmen, mit vorbehalt, meines
rechtens vndt befugnüß, vndt der Ap-
pellation a Cæsare male jnformato
ad melius informandum!
Numero 5 schreiben von Osnabrück vndt Münster vom
Doctor heger, daß der friede sich wol anleßt.
Gott gebe es!
Jnformat von Rostogk, darinnen
mir die Direction8, vndt de primogenito
ad primogenitum, (Gott lob), zuerkandt wirdt.
Schreiben, vom Ertzhertzogk, Leopoldo Wilhelmo
von Brüßel, in guten terminis, entpfangen,
sampt einer beylage.
Jtem: vom Düc de Longueville höflich gratu-
lando zur iungen Tochter, vndt wol aufnehmende
die condolentz, wegen seines verstorbenen
Schwähers, des Printzen de Condè.
Jtem: gute antworth, von der Stadt
Frangkfurth, am Mayn, nebst oblation
eines pocals zur gevatterschafft.
Jtem: vom B. C.c lequel rend graces, pour le
present, qu'il a eü.
J'ay rèscrit á Leipsic à Jacques Louys Schwartzenberger
& a d'aultres, a Sa Majestè Jmpériale accompagnèe d'üne lettre
de l'Archidücq, intercessoire. Dieu vueille donner
moins de difficültè, que par le passè!
Die avisen melden, von dem begräbnüß, des
allten Printzen von Vranien, welches magnifice im
Delfft, gehalten worden.
Den frieden zwischen Spannien vndt Staden
disputiren, die Provintzen Zeelandt[,] Ütrecht,
Geldern vndt Overyßel, aber hollandt vndt
die Stadt Amsterdam, wollen kurtzümb
friede haben, wie auch Frießlandt, vndt Gröningen.
Endtlich, werden Sie sich, vergleichen müßen.
König, in Engellandt, lebet noch wol, zu Homby.
Frankreich rüstet sich zum feldtzuge, wieder
Spannien, im Niederlande.
Die Staden, haben stargk armiret, gegen die
Portughesen, in Brasilien, zu waßer.
Jn Jrrlandt, gibts auch viel zu kriegen.
Jnngleichen in Catalonien, vndt Italien.
Der König in Portugall, wirdt mitt in
den frieden eingeschloßen, zu deme man,
große hofnung, zu Münster vndt Osnabrück hatt.
J'ay prins peine ceste nuict, avec
quelques bons compagnons, a bastir ün
desseing, pour faire fortüne, mais nos
travaulx ont estè inütiles, & ie crains,
oultre cela, que le secret de la Messe,
ne s'èsvente! Voyla ce que c'est,
de l'infirmitè hümaine!
Dienstag♂ den: 18den: May: 1647.
Date de mes lettres hesternes, a Vienne.
A spasso, auf Meine Mühle, wie sich bawen?
vndt andere Oeconomica, zu bestellen.
Diesen Nachmittag, hat der landtrent-
meister abermal eine vollmacht anhero
|| [[Handschrift: 67r]]
geschickt, auf Bodenhausen, vndt Rittern
Juris Consultum, gerichtet, im nahmen der gesampten
landtstende, dieselbige sollen, Mein Raht,
vndt hofmeister der von Einsidel, Jtem:
meine Bürgemeister[!] Sese[,] Dehring, etcetera vndter-
schreiben, wegen des Tages zu Agken,
contra Fürst Johannßen, auf heütte da ge-
richtet. Dieweil ich aber neütral bin, in
der Sache, vndt viel impertinentzen,
darinnen befinde, alß habe ichs ihnen
inhibirt, auch mich verwundert, daß
solches Volradt von Krosigk, ohne Mein
vorbewußt, wie auch beyde Trohten,
(welche doch niemalß, in den außschuß
gehöret) vndterschrieben. Der hofmeister
Einsidel hat viel difficulteten gemacht,
wegen der calumnien die er oft hören muß
alß hielte ers zu viel mit der herrschaft
iedoch endtlich sich accommodiret meinem
willen, vndt bescheidtserholung, auch ge-
behten vmb seine dimission, auß meinen,
oder der landtschaft dienstend. Es ist keine
addresse darbey gewesen. perge <nur eine schedula.>
A spasso con Madama, et sorore9, in garten,
vndt zur Mühle, wie auch in pfaffenpusch.
Risposta vom licentiat Köppen, von Zerbst.
Avis vom Amptmann von Ballenstedt, daß er nacher Radisch-
leben zu, einen hetzer, mit 5 hunden, angetroffen,
die er, biß in die Quedlinburgischen gerichte, verfolget,
weiln ihn aber hanß Riehmann abbandoniret, vndt
außgerißen, vndt nur zwey vnbewehrte pawren,
bey ihm, gewesen, der hetzer aber wol montirt, vndt
armirt, hette er ihn, nach gelöseter einen pistohle
reitten laßen müßen, ihm doch 3 stadtliche hunde,
abgeiaget. Endtlich hette er erfahren, daß
solche winde, dem Obersten hotenschleben, der sich
an itzo in Quedlinburg aufhelt, zustendig, vndt
daß derselbe etzliche mal schon gehetzet, in
Meinem Territorio. perge Jch befehle ihm, dem Obersten
hundert goldtgülden Strafe zu dictiren, wegen
violation meines Territorij, (im fall er nicht
völcker zu commandiren, vndt noch in würgk-
lichen Schwedischen diensten, begriffen) vndt
ihm die abgenommenen winde, gegen auß-
stellung eines gewöhnlichen reverßes, sich
solcher eingriffe, hinführo gäntzlich zu endthalten,
wieder abfolgen zu laßen. Gott gebe glück.
Jn einem andern schreiben, berichtet der Amptmann,
daß hagen sich vmb die acten, (so ihme communicirt
zu werden, begehret worden) gantz nichts mehr an-
nehme, vndt auch mit keinem recipiße ihn ge-
würdiget, also: das er sich einbildet, groß
recht zu haben.
J'ay rèscrit a mon frere Fürst Friedrich en rèsponce
de la sienne d'hier.
Jtem: á Zerbst, avec communication importante.
Jn die wochenpredigt conjunctim.
Den CammerRaht, Doctor Mechovium admittirt,
in Justitzien sachen, zu referiren.
Briefe von Fürst Ludwigen in Fruchtbringende gesellschaftsachen.
Deux de mes gens, assavoir Philipp Güder & Hans Balthasar Oberlender ont
essayè toute ceste nuict, avec des èspèes,
& longues perches de fer, a sonder, ce que
ie cerchois[!] avanthier, en vain, mais ont
aussy peü trouvè. Dieu vueille manifester
la Veritè, & me garder de gens, quj me
trahissent, ou peschent, avec mon hameçon!
J'ay receü lettres de l'Advocat Jehna, lequel
ne veut point brüsler ses mains, aux affaires
èspineuses, mais entoure la marmite, avec digressions.
Donnerstag♃ den 20ten: May: 1647.
Post preces matutinas, ac expedita negocia,
bin ich mit Madame, vmb meine Bernburgische
breitten, spatziren gegangen, vormittages.
Geörg Panße, hat sich, bey mir, præsentiret,
vndt allerley referiret.
Madame, ist mit meinen Schwestern, vndt
Theilß kindern, hinauß nacher Pfuhle gefahren,
nachmittages, in die Spargeln.
Er Philipp Beckmannus, hat sich bey Mir,
præsentiret, vndt allerley referiret.
Abermals schreiben vom Tobias Steffeck von Kolodey Numero 6
vndt 7 bekommen, wie auch, von Meinem Sohn,
Erdtmann Gideon, welcher die ehre ge-
habt, bey der magnificentz des vorge-
gangenen begräbnüßes zu Delft, des
Printzen henrich Friederichs, von Vranien,
löblicher memorie, <den 10. May: stylo novo> vom iungen Printzen
Wilhelmo invitiret, vndt stadtlich
eingeholet zu werden. Mein Sohn, hat
auch die ehre gehabt, beym leichbegäng-
nüß, den Churfürsten von Brandenburg,
neben dem Printzen Radzivil, zu führen,
vndt man hat sich sehr freündtlich, gegen
|| [[Handschrift: 69r]]
ihm, comportirt, wiewol er in dem allzuvnge-
heẅren gedrenge, leichtlich hette zu vnglügk
kommen können, da ihn Gott nicht sonderlich be-
schützet hette, durch seine heiligen engell, Seiner
Allmacht, seye davor lob, ehr, vndt dangk gesagt
in ewigkeit, vndt wolle ihn laßen, neben
seinen brüdern, aufwachßen, an allter,
weißheit, vndt gnade, bey Gott, vndt den
Menschen! Victor Amadeus aber, ist zu Delft,
in einem fenster, gestanden, neben seinem
Præceptore, der pompe, zuzusehen. Tobias
Steffeck von Kolodey, hat meinem Erdtmann
en gentilhomme servant, Treẅlich gediehnet,
vndt gefolget. perge Die pompa funebris,
ist sonsten, stadtlich, vndt wol, angeordnet
gewesen, vndt viel vnzehliche menge perso-
nen seindt auß Frangkreich, Engellandt,
vndt andern orthen, auch auß den Span-
nischen Niederlanden, mitt zuzuschawen,
dahin kommen, vndt weil alles in drugk ver-
fertiget wirdt, mag ichs nicht weitt-
laüftig, anhero setzen, vndt laße mich mit
der Ehre contentiren, welche Meinem Sohn, wiederfahren.
Les bons compagnons, qui me suivirent,
le 17me. de May, au desseing cachè, & dont
je retiray silence, par serment solemnel,
fürent: Rindtorff mon gentilhomme de chambre,
mes deux grands pages, Biedersehe, & Börstel,
mon maistre de cuysine Philippe Güder,
mon èscrivain de la Chancellerie, George
Knüttel, le chappelain Jonius, le fourrier
George Petz, le lacquay Jean Balthasar
Oberlender, l'èscrivain ou copiiste dü
baillage, Jean Frideric Eckardt, le mous-
quetaire Andrè Girßbeck, le jardinier
Gaspar, le gouverneur de ma mestairie,
Andrè Münch, le portier Jean Preüsse,
douze personnes, dont les üns avoyent
meilleüre addresse & volontè, a travailler,
que les aultres. perge Nous fismes la priere,
remettans le tout a la volontè & provi-
denee divine, & ne desirans point d'attacher
trop, nos coeurs, a ces choses transitojres
& terriennes, ains languissans devers
les choses celestes. etcetera
Jakob Ludwig Schwartzenberger ist von Leiptzigk, (wiewol re
infecta) wiederkommen. Pacience!
Die Stadt Frangkfurth am Mayn, meine
gevattern, haben Tringkgeschirr præsen-
tirt zu 80 ReichsthalerRthlr: wiegen 7 margk, 6 loht.
perge
Nostitz, (deme ich meine obligation cediret)
hat von dem von Feldtheim, zu Ostra, auf
40 ReichßThaler, vndt ein schönes par
pistohlen accordiret, (nach vielen tergi-
versationen, vndt fast animositeten)
wege der Strafe, so sein vetter, Johann Friede-
rich, an einem guten pferde, wegen eines
gehetzten hasens, in meinem gehege, vor
Sechß iahren, mir schuldig geblieben, also
ist diese Sache numehr auch richtig.
Freitag♀ den 21ten: May: 1647.
Ein abermahliges schreiben vom 5ten: huius, von
der Churfürstinn von Brandenburgk, entpfangen.
Vndter andern meldet sie, daß etzliche Städte
ihrem Sohn dem Churfürsten, mit fleiß,
durch angelegte vndterschiedliche
Feẅer, angestegkt, vndt abgebrandt worden,
vndter andern Landßbergk vndt Drißen. Gott
dempffe alle muhtwille v̈belthäter!
Die Korsigkinn von Erxleben, war heütte
zu Mittage, extra, bey vnß.
A spasso auf meine felder.
Aufn abendt, mit Meiner gemahlin in garten,
da wir seltzame discours von der kuhehirtin
Trawte, vndt ihren visionen, gehöret.
Vnser gefangener kuhedieb, vndt kirchen-
raüber, nach dem er voriger tage terrirt,
vndt etwas torquirt worden, hat sich diese Nacht
im gefängnüß selbst an einem nagel, mit
seinen zusammen geknüpften Nesteln, erhengkt.
Mag wol noch mehr böse vnthaten, auf
sich gehabt haben. Gott bewahre alle Menschen,
vor solcher verzweiffelung!
Jn gartten, mit Madame gegangen.
perge
Mit Pansen geredet, wegen weitterer anord-
nung, mit der erwürgeten malefitzperson.
Risposta von Zerbst, dilatorisch, vom Cantzler,
vndt Rähten, in abwesenheit ihres Fürsten,
welcher nacher Wittembergk, zum Königlichen
dennemärgkischen Cron Printzen verrayset.
perge
Sonntag☉ den 23. May: 1647.
Avis von Ballenstedt, daß des Obersten hotenschle-
ben fraw, in Quedlinburg die hunde in abwesen
ihres Mannes, wieder begehret, vndt weil er
in würgklichen diensten, So hette sie ihme der
Amptmann, wieder abfolgen laßen, wiewol
sie zimliche droẅwortt, außgestoßen.
Die Schweden vndter General Wittemberg, wollen
Lignitz, oder Schweinitz, belägern. Jn Frangken,
lieget die Schwedische haüptarmèe, noch still.
Augspurgk hette sich Kayserlich erklähret.
Costnitz, vndt Lindaw, haben die neütralitet
nicht erhalten. General Mortaigne, hat
die Stadt Friedebergk, mit sturm erorbert,
vndt die burgk, auf discretion, durch einge-
<wohrfene>legetes feẅerkugeln. Der Ertzhertzog
Leopoldus hat Armentiers, belägert, vndt
Bethüne berennet, ist mit 20000 Mann
zu felde, die Frantzosen gehen defensive
weil die Staaden nicht zu felde wollen,
Sie auch ihre größeste Macht in Catalonien
wenden, Tarracona zu belägern. Die
Vechte helt sich noch. perge
Die Friedenßhandlung sol biß auf die Kayserlichen
Erblande geschloßen sein, vndt wirdt daß
gantze Churfürstliche collegium, auch Jnsprugk
die Neütralitet annehmen, wann in den
Erblanden allein, krieg geführet werden sollte?
Die luttrischen erzeigen sich itzo, viel härter
gegen die Reformirte, alß die Päbstischen.
Gott wende, vndt dempfe, alles vnheyl!
Extra zu Mittage, den CammerRaht, Doctor
Mechovium, den hofprediger Thepolodum,
vndt Thomaß Benckendorf gehabt.
perge
Es hat allerley conferentzen, nach der mahlzeitt,
mit ihnen, gegeben. perge
Der hofprediger, hat in privato colloquio,
wie auch vormittags, auf der Cantzel,
sehr invehirt auf die MordtThat deßen
v̈belthäters, welcher sich selber erhengkt,
vndt an seiner sehligkeit sehr gezweifelt,
auch andere, vor solcher verzweifelung,
gewarnet, iedoch hat er dem Allwißen-
den Gott, in seiner gerichte, nicht greiffen
wollen, sondern daß judicium charita-
tis prævaliren laßen. perge
Zweymal in die kirche, vormittagß den Theophol-
dum, nachmittagß den Jonium zu hören, vormittags
conjunctim, cum uxore, sororibus, et liberis, Nach-
mittags aber singillatim, cum sororibus et filiolo
Carolo Ursino, tantum. Gott gebe zur erbawung!
Postea: in garten, con Madama. perge
Befehl, an Amptmann <et cetera> zu Ballenstedt, deß Obersten
hotenschleben, Jäger, nachzustellen, vndt
ihm, seinen vnfug, nicht ferrner zu permittiren. perge
weil er in Meinem gehege hetzet. perge
Montag☽ den 24ten: May: 1647.
Die ordinaravisen: confirmiren, deß Ertzhertzogs
Leopoldj anzug, vndt belägerung, vor Armentiers,
in Flandern, mit 20 mille Mann zu fuß, vndt 12 mille zu roß,
vndt daß 1500 Frantzosen, darinnen liegen.
Daß die größeste Frantzösische Macht, nach Cata-
lonien, vndt Jtalien zu, gehe, wiewol der König
nacher Amiens, sich begebe, vndt der Düc d'Orleans,
die armèe gegen Flandern, commandiren solle?
Gouverneür von Meylandt, hette Nizza
della Paglia, vnvorsehens, belägert.
Der Pabst, vergönnete den Spannischen, den
durchzug, durch sein landt.
König in Engellandt, wollte sich noch deß Parla-
ments reformation, nicht vndterwerffen.
Jn Jrrland vndt Schottlandt, continuirt der krieg.
König, in Dennemargk, armirt aufß neẅe.
Die Staden liegen im Armbrust, vndt Trawen
ihrem reconciliirten feinde, in Flandern,
nicht allzuviel. Darumb dann der iunge
Printz von Vranien, 60 compagnien zu fuß, vndt
20 compagnien zu pferde, auf selbige gräntzen,
vndter dem Commando des herren von Dhona
schigket.
Chur Brandeburg hat einen Gesandten, nacher
Brüßel, geschickt, Willich genandt,
zum Ertzhertzogk, vndt zum Marquèz
de Castel Rodrigo, mit geheimen anbringen.
Meine base zu hanaw, sol den itzt-
regierenden graven zu hanaw, wieder
freyen, (welches ich, auß den avisen, erfahren muß.)
Darmstadt, stehet in gefahr, wegen
außplünderung, der Frantzosen.
General Mortaigne, alß heßen Caßelischer
general, hat Friedebergk, in der
Wetteraw, eingenommen.
Zu Münster vndt Osnabrück machen die Frantzösischen, vndt
Braunschweigischen, die größesten difficulteten,
in deme diese etzliche stifter haben, vndt
iehne gar keine Catolischen Stifter mehr, (obs
gleich der Kayser approbirt) den weltlichen
quittiren wollen.
Die venezianer sollen Rhetino in Candiâ
recuperiret haben, mit verlußt des Gene-
rals Gili de Haaß, vndt 3 proveditoren10,
des general Degenfeldts Sohn, ein Ritt-
meister, sol in Dalmatia, geblieben sein.
Der venedische General per mare, soll Negro-
ponte belägern.
Der Türckische Kayser, wil keinen frieden
eingehen, armirt aufß neẅe 120 galleren,
vndt ein 3000 kleinere Schiffe. Wil 80 mille
Mann, inß feldt bringen.
König in Portugall, assistiret der Cron
Frangkreich, mit seinen gallionen.
Zu Münster vndt Osnabrück mangelts noch an der Chur-
Pfältzischen restitution, heßischen satisfaction,
abfindung der soldatesca, vndt an vielen gra-
vaminibus tam in Ecclesiasticis, quam Politicis,
gleichwol sol hofnung, zum bäldisten frieden sein.
Die Vechte in Westphalen, defendiret, der graff
von Arch, noch Tapfer, wieder den Königsmargk[.]
General Wittembergk, hat vndter den Stügken
vor Lignitz, leütte vndt vieh hinweg genommen.
Dominiret in der Schlesie.
Die Wrangelische haüptarmèe lieget
noch im lande zu Frangken.
Am Bodensee bemühen sich die Schweitzer,
die Stadt Costnitz, vndt andere in die Vl-
mische Neütralitet zu ziehen.
Dienstag♂ den 25ten: May: 1647.e <2 hasen
Rindtorf.
perge>
Schreiben von Brehmen, vom Freyherren,
von Schrahtembach, daß die Vechtte
mit accord v̈ber seye, vndt der Commen-
dant darinnen, Graf von Arch, sich
selber vergeben hette. Er hat meiner
basen eine, von Bentheim, gehabt. Gott
bewahre, vor solcher verzweifelung!
Der Graff von Delmenhorst, ist
tödtlich krangk gewesen. Gott beßere
seinen zustandt! Tobias Steffeck von Kolodey ist noch zu
Leyden, vndt Amsterdam. General Maior
Douglaß, ist zu Brehmen, durchpaßiret, nacher
Schweden zu. Der Friedensschluß wirdt
gewiß gehofft, Gott gebe! das es wahr werde!
Chur Brandenburg gedengkt wieder nachm
Berlin, nach dem der conduct des Printzen von
Vranien, Sehliger, vorbey ist, welchem meine
Söhne sollen beygewohnet, vndt vielleicht viel
gute ordnungen, auch wol vnordnungen,
(alß der freyherr wolmeinendt gedengket)
observiret haben, vndt Mir, v̈ber dieser
Ehre meiner Söhne, gratuliret. Er schickt
Mir auch, deützsche, vndt lateinische carmina
gratulatoria, v̈ber dem Chur Brandenburgischen
vollnzogenem beylager, so ein Clevischer
vndterthaner, seiner herrschaft zu ehren, fein
stylisiret, vndt Anagrammata elaboriret.
Jch habe Rindtorf, vndt Jakob Ludwig Schwartzenberger in meine
weinberge geschickt, sie zu besichtigen. Es
mangelt aber, an allen egken vndt orthen,
das man keinem, das seinige zu geben weiß.
Jl semble, que ie soye abbandonnè, de
tout le Monde, & que mon bonheur
soit entierement aneanty. Pacience!
Gestern hat sich ein gespenste, wie ein klein
schwartz Männlein, inn: vndt v̈ber dem gerichte
sehen laßen, sol herümber gehüpft sein, biß-
weilen gethan, als ob sichs erhienge etcetera[.]
Zu Deßaw, höret man die weheklage, etzliche wochen
|| [[Handschrift: 74v]]
her. Gott laße es nichts böses bedeütten!
An Fürst Johannsens Liebden geschrieben, co'l sopra-
paese, et l'argentaria. Jddîo glj conduca!
Schreiben vom Licentiat Köppen, vom Advocaten Iehna
von Meinem bruder Fürst Friedrich perge
Jch hab an meinen Bruder, wieder, vndt
dann, an Licen Doctor Lentzen, geschrieben, a
cause de ses propositions.
La femme de Tobias Steffeck de Kolodey se despere a cause de
l'absence de son mary, & de son prochain accouche-
ment, avec des paroles injürieuses & intolerables,
mais il faut pardonner, a son estat, a son sexe,
a ses passions, & a ses boutades de femme.
Numero 6 ist vom Doctor heger, von Osnabrügk aber-
mals, wegen gehoften friedenschlußes, in zim-
lichen guten terminis, einkommen.
Gott gebe, bäldiste beßerung, im Römischen Reich!
Die große hitze, so numehr, eztliche
Tage hero continuirt, macht vnß ein dürres
iahr, besorgen. Gott bewahre vor Mißwachß!
vndt Theẅerung!
Daß vrtheil vom Schöppenstuel zu hall,
ist ankommen, wie man mit dem v̈belthäter
so sich selbst erhengkt, wie auch mit dem andern zu verfahren?
Briefe von Braunschweig, vndt vom Obersten
Werder, re infecta, & cum repulsa.
Panse ist bey Mir, gewesen, allerley zu
referiren, auch wegen der Todten vndt lebendigen maleficanten.
Risposta von Maximilian Wogau von halla, en termes mediocres,
mais repulsa, touchant l'òrge, seigle & avoyne,
comme de Werder. perge <A spasso con Madama.>
Mittwoch☿ den 26<ten:> May: 1647.
Es ist etwaß kühler heütte geworden, vndt verlan-
get man den regen! Gott gebe! waß heylsam ist!
Den caplan Jonium habe ich bey Mir gehabt,
vmb etzlicher relationen willen. perge
Auch sonst andere Commissiones ertheilet.
perge
Daß vrtheil von halle ist vollnzogen worden,
der strangulirte maleficant, ist aufß radt
geleget, der andere dieb aber, nach geleiste-
tem vhrfrieden, ewig des landeß verwiesen.
Fiat Justitia!11
Mein küchenmeister, Philip Güder, vndt
Oberlender, so daß Silbergeschirr, nacher Zerbst,
vnversehrt wiederbracht, seindt glücklich
(Gott lob, vndt dangk) zurügkf kommen.
Jm hinwege, haben sie gar keine, im herwege
aber, eine partie von 20 pferden, gesehen. Sie
|| [[Handschrift: 75v]]
hatten nur, 4 Mußcketirer, vndt 2 armirte
bürger bey sich. Es sollen noch hindter den 20en.
mehr Reütter, gewesen sein, vndt hetten
leichtlich einen anschlag machen können.
Gott lob, der s<vndt> dangk, der sicher vndt
vnversehrt, Menschen vndt pferde,
gerähte vndt Silber, durchgeführet!
Er wolle mich ferner nicht verlaßen!
Avis von Zerbst, daß die Stadt Brehmen,
dem Graven von Trauttmanßdorff,
Kayserlichen Plenipotentiario, 50 mille ReichsthalerRthlr solle
verehret haben, nur damit sie eine
freye ReichßStadt bleiben möge!
Jtem: daß die Cron Schweden, dem General
Königßmargk, die Vechte verehret,
vndt er gedächte Meppe auch zu occupiren.
Den frieden hielte man vor geschloßen!
Donnerstag♃ den 27ten: May: 1647. <himmelfartsTag.>
Jn die kirche, vormittags, Theopoldj predigt
anzuhören, conjunctim cum uxore, liberis, & sororibus.
Extra: zu Mittage, Doctor Mechovius, Doctor Brandt,
vndt der Caplan Jonius.
Nachmittags wieder in die kirche, cum sororibus.
Gegen abendt, briefe geschrieben, dieweil
es postTag gewesen, nemlich: an die Stadt Frangk-
furth am Mayn, ringraziando, per il presente, ô
donativo, Jtem: an die Churfürstinn von Brandenburg
vndt an Madame Elizabeth.
Gott hat vnser allgemeines, vndt absonderliches ge-
beht, erhöret, vndt vnß, einen gnedigen schönen regen
beschehret. Seine Allmacht, vndt gühte, seye davor
gepreiset! Er wolle nicht ablaßen, vnß zu sege-
nen, hier zeitlich! vndt dorth ewiglich!
Je ne puis encores cesser, a plaindre, le cas la-
mentable, de mon pauvre innocent cheval Türcq,
pour l'avoir abbandonnè ainsy sans rayson,
m'ayant si fidellement servy, & suivy en
plüsieurs perils bravement, sans demeurer
en arriere <tant d'annèes>, en aulcüne necessitè & ie m'es-
tonne presque en cela, de moy mesme, ne pou-
vant oublier cest'animal, craignant;
que cela, ne me prefigüre encores, üne singü-
liere, & insigne calamitè, outre les souffertes.
Dieu vueille divertir, tous mauvais presages,
& leurs effects (quoy que meritèz) de nous, & de nostre mayson!
Tobias Steffegk von Kolodey, ist diesen
Nachmittag, glücklich, (Gott lob) von Leyden,
wiederkommen. hat mir gute zeitung von Meiner Söhne
gesundtheit gebracht, vndt das sie beyde, an
den Masern, (Gott seye gedangkt) genesen,
vndt leicht darvon kommen. Der alte Medicus,
Doctor Scrivelius, hat großen fleiß bey ihnen gethan.
Victor Amadeus hat glügk gehabt, das
er noch des alten Printzen von Vranien,
leichconduct, auß den fenstern zu Delfft,
sehen können, dann er eben an demselbigen
abendt, an gedachten Masern, krangk geworden,
vndt in wenig Tagen, genesen. Sie haben
beyde mir geschrieben, wie auch Er Spanheimius,
Hotton, Rulitius, la Riviere, vndt andere mehr.
Jnsonderheit aber auch außm haag, die Königinn,
die Churfürstin von Brandenburgk, die Princesse
Royalle, Madame de Brederode, freẅlein
Charlotte von hanaw, vndt auß Londen
der Churfürst Pfaltzgraff, sehr höflich.
Die Stadt Ambsterdam aber hat sich
sehr grob, vndt vnhöflich, erzeiget, vndt
eben, als wann Sie solcher angetragenen
ehre, nicht werth wehren?
Das leichbegängnüß des Printzen, soll 167 mille
ellen Tuch vndt be<o>y, hinweg genommen,
vndt 200000 ReichßThaler, gekostet haben,
darzu die herren Staden die helfte verehret.
Der friede mit Spannien, ist geschloßen.
Königßmarck nach eroberung der Vecht, hat
Fastenaw berennet. Der graf von Arch,
lebet noch, ist zu Tecklenburgk, vndt hat
nicht vhrsach, (weil er sein eüßerstes de-
voir, in der Vecht gethan, vndt schöne
stratagemata gebraucht seine<m> feindt,
abbruch zu thun,) an des Kaysers, viel weni-
ger an Gottes gnade, zu verzweifeln, vndt
sich selbst zu ermorden.
Der graf von Delmenhorst, ist darumb
Todtkrangk darnider gelegen, vndt sprach-
loß gewesen, auch schon vor Todt, gehalten worden,
weil er, mit dem General Königßmargk so stargk
gesoffen.
Au reste Tobias Steffeck von Kolodey n'a rien peü obtenir, pour
ma satisfaction, auprés de ces coeurs endür-
cis, & grossiers, lesquels ne respirent que le
gain, n'ayans ni charitè, nj religion,
& irritans la pacience divine, contre eux mesmes,
en cest Villasse d'Amsterdam, particülierement.
Pfaltzgraf Philips, ist zu Hamburgk, in meinung
volck vor die venezianer zu werben, dieweil er
sich nicht darf sehen laßen, im haag, wegen deß
endtleibten Frantzösischen Obrist leütenampts.
perge
Les Barons de Dhona, ont eü des competences,
a l'enterrement du Prince d'Orange, ayans voulü
passer pour contes, a cause dü tiltre de Burggrave,
qu'ils possedent anciennement, & (a ce qu'ils
disent, & que l'on m'a rapportè) depuis 800
ans, dü temps de Charles Maigne. Mais Monsieur
l'Electeur de Brandenbourg, ne voulant pas
entendre cela, les auroit rayè de la liste
des contes. Cela les offençant, ün d'iceux,
seroit allè parler, a l'Electeur, èstallant
l'Alliance, qu'ils avoyent maintenant avec
luy, et deduissant en sorte le tiltre de Burg-
grave, qu'iceluy estoit tiltre plüs de Prince
que de Conte, tèsmoing l'Electeur mesme, comme
celuy de Nürenberg, & l'Electeur de Saxe, comme
Burggrave de Magdebourg & de Meissen, (mais
i'ay veü des Bourggraves nobles & ignobles
porter ce tiltre d'Office aux baillages, au
Palatinat, & en Austriche) se recommendans a la bonne
grace de l'Electeur, & le priant de ne croyre au con-
seil de leurs ennemis, & mèsdisans, & leur laisser leur
|| [[Handschrift: 78r]]
Samstag♄ den 29ten: May: 1647.
rang, estans si proches allièz, dü Prince d'Orange,
& de Son Altesse Electorale mesmes. L'Electeur auroit rèspondü
qu'il scavoit fort bien, quj ils estoyent, & ce que le
tiltre de Burggrave, en quelques lieux, signifioit.
Qu'il ne desiroit point, a la Haye, leur contester
leurs avantages, mais s'il estoit en son pays, á
Berlin, ou en Prüsse, il scavoit bien, ce, qu'il au-
roit a faire ou non? Que chascün devoit se
recognoistre. Qu'il croyoit bien, qu'anciennement
ils auroyent eü plüs de terres, & plüs de pays,
(car ils ont aussy parlè de cela a Son Altesse) mais
les changemens estoyent evidents, & l'hümi-
litè tousjours louable! Que comme personne
de coeur noble, ne mèspriseroit volontiers leur
pauvretè, aussy on ne les estimeroit autre-
ment, que selon leur degrè & rang convenable.
Ün autre des mesmes freres, seroit allè con-
tester avec le Colonel Borgsdorf, pour le mesme süjet,
desirant d'accorder avec la pointe de son èspèe,
tous ceux, quj ne le vouldroyent recognoistre pour tel,
ou donneroyent süjet a l'Electeur de les mèspriser.
Mais Borgsdorf, luy a rèspondü vertement,
& monstrè ce quj seroit convenable. Ainsy on
a laissè faire le rest, pour les competences, au Prince d'Orange[.]
Samstag♄ den 29ten: May: 1647.
<Regen abermalß.>
Risposta vom Fürsten Friedrich, vndt vom Doctor Lentz, avec des
choses, dont ie m'ésbahis merveilleüsement,
c'est a dire dü changement, & variation des jügemens
hümains, corrompüs, par dons, & injüstice!
ou par preconceües opinions! Malheür!
Ein abermahlig schreiben per Cöhten, vom Tobias Steffeck von Kolodey
Numero 8 empfangen. Nun ist er aber (Gott lob) selber da.
perge
Conferentzen, mit dem CammerRaht, Doctor Mechovio.
Parvam ferendo injuriam; invitas magnam!
Abermahliges handtbrieflein von Zerbst, en
termes negatifs, touchant mon maistre d'hostel.
Sonntag☉ den 30ten: May: 1647.
Jn die kirche, vormittags, conjunctim.
Extra: Doctor Mechovius, vndt der hofprediger.
Abermahliges von Jehna. Terminj ambidextrj.
perge
Nachmittags, wieder in die Catechismuspredigt, cum sororibus.
Numero 7 Schreiben von Oßnabrück hofnung zum friedens-
schluß: 1. in puncto religionis, & libertate conscientiæ.
2. in puncto Justitiæ & gravaminum. Jch wollte
aber wir hetten, im 1. punkt einen legatum Orthodoxum,
noch bey dieser handlung!
Mes pages, & lacquays, en partie, ont assistè á
ün baptesme de deux jümeaulx, d'ün fils, & d'üne fille.
Dieu y donne sa benediction!
Montag☽ den 31. May: 1647.
A spasso con Madama in gartten.
Schreiben, von dem Fürsten von Dietrichstain,
von dem herren von Roggendorf, vndt von Mei-
nem Agenten zu Wien, Johann Sternbergk, in optj-
ma forma! Dieu vueille maintenjr la veritè!
Märtin Schmidt ist herkommen, <con speranze.>
Krahmer hat sich auch præsentiret, vndt
auß Frangkreich, viel referiret perge von Adolf
Börstel, vndt andern Frantzösischen sachen.
perge
Die iungen Aßeburger, zum Falckenstein,
fangen an, sich zu spreitzen, vndt nicht in ihres
vaters, zimliche <friedsahme> fußstapfen zu tretten, in deme
sie mir, vndt meinem bruder, an den gräntzen,
mit huten, Triften, vndt andern iurisdictionalien,
allerley händel machen.
Die avisen geben:
Daß der letzte hertzogk von Münsterbergk
zur Ölße, Carll Friederich, mit Todt abgangen seye.
Das der Ertzhertzogk Armentiers, baldt inne haben werde.
Daß der Printz von Condè Lerida, in Catalonien, belägert.
Daß Königßmarck vor Fastenaw liege, vndt Meppe inngleichem
zu erobern vermeine.
Das der König in Engellandt sich opinastrire.
Mit dem FriedensSchluß, gute hofnung seye!
Die Spannische flotte, soll eilf millionen reich,
abermalß zu Cadis angelanget sein.
