<Regen>
Nacher Deßaw, vndt Cöhten, in publicis, &
privatis, geschrieben. Deus Avertat Mala Nostra perge[.]
Vorgestern ist vergeßen worden, aufzunotiren,
das denselbigen Tag, zweymal vndt den
Samstag♄ vorher einmal die hanoverische
Stuhte, so selbiger hertzogk zu reitten
pflegen, von einem schönen hengst
zu Erxleben, berößet worden. Gott
gebe zu glück! vndt gedeyen! Mais
ie ne peux encores oublier mon Türcq!
Je n'ay rien obtenü, de ces coquins
brasseürs, qui sont icy, à Bernbourg,
pensant, qu'ils m'avanceroyent, üne petite
somme d'argent, iusqu'apres la moisson,
mais ils me l'ont refüsè tout plat, ces
ingrats, & malhëureux.
A spasso, vndt gesehen, wie die pawer-
hunde, in meinem weitzen, gerste, rübesaht
vndt wintergerste, so alles mit mühe er-
bawet gewühlet, vndt schaden gethan.
Der Frantzösische pfarrer zu Delfft
heißt: Samuel de Lecherpiere Escuyer
Sieür de la Riviere, ist einer vom Adel. perge
Jn die kirche, conjunctim; am heüttigen behtTage,
vndt es hat der hofprediger, den Text: von der Sündt-
fluht1, continuiret. Gott gebe bußfertige hertzen!
Je suis en peine, n'ayant moyens de con-
tinuër l'entretenement de ma cour, tout
estant en dèsfaut, & confüsion. Dieu nous
vueille ayder, de son assistance benigne!
Der hofmeister Einsidel, ist von Plötzkaw,
wiederkommen, mit Vertröstung, wegen Seiner assig-
nationen, von Fürst Augusto aber dilatorisch.
Belle parole; e cattivj fattj;
Jngannano savij, e mattj.
Der angesetzte LandtrechnungßTag,
gegen den 14. oder 24. huius, zu Cöhten, ist aber-
malß differiret worden, weil der Ober-
ste Werder, verraysen muß. perge Je
le voy tresVolontiers. perge
A spasso a cavallo, nacher Zeptzigk mein ge-
treydig, zu besehen.
Execution wieder die refractarios, Döhring, vndt Othmar.
<Regen.>
Schreiben von Leyden, vom 16⁄26 Maij: vom Martin hanckwitz.
Conferenze mit dem Ambtmann zu Ballenstedt vndt
postea mit Panßen Ambtßraht. Tout est en confüsion. perge
Schreiben von Cöhten, vndt Deßaw. perge
Jn garten, avec Madame, spatzirt, vor abendts.
Mein vieh, wil alhier gar schlecht stehen, sonder-
lich daß Oldenburgische, vndt krongket sehr.
Gott gebe beßerung! Vndt daß es der
weyde, gewohnen möge!
On nous conte d'Osnabrück et Münster des mauvayses nouvelles,
touchant la restitütion dü Palatinat, que l'Electeur
Palatin est abbandonnè de tous, et qu'on le mena-
ce, de mettre en sa place, le Prince Edouard,
son frere. Qu'il y a des gens, qui tiennent,
que le Prince Robert, soit prest aussy, a se
revolter. Dieu l'en garde benignement!
Avis: daß eine stargke partie gestern abendt,
zu Wedegast, sich aufgehalten, vndt nacher
Agken zu gehen, gesinnet gewesen.
Theilß halten sie vor Kayserliche andere vor
Schwedische.
J'ay èscrit en Hollande, par Brehmen.
Dieu vueille fortüner mes intentions!
J'ay dèscouvert derechef des meschancetèz
& menèes, malherbesques. Dieu vueille chastier
l'authëur, & me preserver, par sa Sainte grace!
Jn garten mit Madame plaignant nos
malheürs, & difficültèz. Dieu vueille remedier!
et amender, nostre estat! par sa misericorde!
Mein bruder Fürst Friedrich schreibet mir, in terminis
ambiguis, also: das es apparentz hat, er refu-
giire die gühtliche tractaten. Jedoch schützt
er ejne Schwedische marsche, vndt der
seinigen absentz vor.
Die Meüße sollen sich abermals, in
großer quantitet im getreydig sehen
laßen, Gott dempfe daß vngezifer,
vndt bewahre vnß, die frommen creaturen!
Ah! que n'ay ie encores, mon gentil Türcq!
Ein digker Nebel ist diesen Morgen eingefallen.
Ceste nuict, il y eüt beaucoup de bruit
en mon poile, & le pourtraict de Madame
ma Cousine Anne Elisabeth, tomba a terre,
sans cause apparente. Cela denote quelques-
fois dü malheur a la personne. Dieu l'en garde!
Sür la sale, devant mon poile, il y a eü,
ün fantosme, que le nouveau page, a entendü
fort souspirer. Tels presages; me dèsplaysent. perge
Mee<j>ne freundliche herzlieb(st)e gemahlin, ist mit den iün-
geren Töchtern, Angelica, vndt Anna Sophia,
nacher Zerbst verrayset, die pfingsten aldar
zu halten. Gott bewahre vor vnglück!
Mein guter alter hofmeister, vndt Raht,
heinrich Friederich von Einsidel, kan weder
zu Zerbst, noch zu Plötzkaw, noch beym
Obersten Werder, seine wolverdiente
Landtschaftbesoldung erlangen. C'est üne
pitiè. Tout cela arrive en hajne de moy!
Diesen Nachmittag, bin ich mit den Schwestern,
zur præparationpredigt, so der Caplan Jonius
gehalten. Gott laße vnß würdige Tischge-
noßen, jn seinem Heiligen Abendtmahl erfunden werden!
Sonntag☉ den 6ten: Iuny: 1647. Pfingsten.
Risposta von Hall, vndt Erfurdt, in terminj
mediocrj.
Jch bin heütte, mit meinen schwestern, vndt
dem hofmeister Einsidel, vndt Seiner Frawen,
zum Nachtmal gegangen, in feiner frequentz,
Gott Lob,! der vermehre seine kirche, vndt
alle wahre gliedtmaßen derselbigen!
Verdrießliche händel, von Fürst Augusto Fürst Ludwigen,
vndt Fürst Johann Casimirn, stragks nach der mahlzeitt
bekommen, <1.> wegen der wiederkaüflichen zinßen, <2.> wegen
der zusammenkunft zu Deßaw, auf den 16den: huius
vndt 3. von Münster vndt Osnabrück welches letzere, in religions-
vndt justitziensachen, noch zimblich ist.
Vor- vndt Nachmittags, hat der hofprediger Theopoldus,
vndt also zweymal, geprediget, am heüttigen
Pfingstfest, deß Heiligen Geistes.
Montag☽ den 7ten: Iuny: 1647. PfingstMontag.
Je suis fort exagitè iour et nuict, non
seulement de ceste horrible sentence:
Pæna luenda tibj est,
Affert injuria cladem.2 perge
Mais aussy, du dueil de Jacob le Patriarche
quj disoit: Jch werde mit leydt hinundter
fahren, zu Meinem Sohn; et cela m'afflige
incessamment, en consideration de mes
pertes passèes, grandes, et petites, (en
apparence au moins). Dieu ne me vueille
plüs pünir en son ire, ains continuër a
me benir, avec les miens, par sa Sainte grace,
avec toute bonne fortüne, quoy que l'jmpacience
de tel crevecoeur, souvent me fait desirer la Mort!
Schreiben von Wien, vom Johann Löw vndt Johann Stermberg[.]
Jn den Ordinarij avisen stehet:
Der klägliche fall, des Printzen Christianj
Vtj: von Dennemargk welcher den 1. Junij,
in der Nacht vorhero vmb 11 vhr, auf seiner
vorgehabten hinrayse, nach dem Warmen
badt, eine halbe meile von Dresden,
auf einem Forwergke, Todes verblichen.
Jst billich zu bedawren.
Jtem: daß auch Graf Christian, zu Del-
menhorst, mit Todt abgangen, hat keine
gemahlin, noch kinder, hindterlaßen.
Aufm ReichsTage zu Warschaw, haben
sie mit Fürst Radzivil lose händel
vor, wegen vmbgefallener vndt abge-
hawener crucifixen, in suo Territorio.
Das beste ist auf selbigem convent, das Sie
die Arrianer, wollen außschaffen.
Der graf von Lodron, Kayserlicher General Wacht-
meister, ist perdoniret, wegen v̈bergabe
Schweinfurth, auf intercession seines vettern,
des Ertzbischofs von Saltzburgk, welcher 2 Tonnen
goldes, hergegeben, damit er vor den Kayser, auß
Seinem beüttel, werben könne 8 companien zu pferde,
300 FreyReütter, vndt 200 Dragoner.
Die Schwedische armèe ist vor Eger, gerückt.
Chur Bayern, stärgket seine armèe, dangkt
nicht ab, nimbt auch die abgedangkte wieder
in dienst an. Wil den Venetis, nichts v̈berlaßen.
General Mortaigne hat den Darmstädtern,
das Schloß Blanckenstain, abgenommen,
nach eroberung Friedeberg, vndt Reiffenberg
wie auch Königsberg, auf discretion.
Armentiers hat sich dem Ertzhertzogk
Leopoldo in Flandern ergeben auf discretion
den 30. Mayen stilo novo denen darinnen gelegenen
Deützschen, vndt Wallonen, ist quartier
gegeben, die Frantzosen, vndt Schweitzer
aber, seindt alß kriegsgefangene
tractirt, in der Stadt seindt v̈ber 2000
Artillerie vndt bagagepferdt, viel
munition, proviant, geldt, vndt andere
bereitschaft, auch 1900 Soldaten, ge-
funden worden.
Printz von Condè hat Lerida belägert.
Das hauß Braunschweig, hat zu Osenbrück
das privilegium de non appellando,
wie die Churfürsten, erhalten.
Die Engelländer vndt Schweden, haben wegen
des seigelstreichens vanitet, einander
zu waßer, chargiret.
<Graf> Melander, ist Kayserlicher general
worden, also: 1. Das er alle Generals-
personen, vndt officirer, absolutè comandire.
2. Daß die Kayserliche armée hinführo, durch
gewiße commißarien, bezahlet werden
solle, vndt nicht auß der officirer händen,
denen auß allen craysen, etzliche deputirte
zu adjungiren, vndt abrechnungen zu halten.
3. Daß Melander schlagen dörfe wann
er wolle, vndt occasion darzu ersehe,
ohne erholung Kayserlichen special befehlichs,
hat darauf 3 Monat Soldt empfangen,
darzu alle, auch die geistlichen contribuiren
müßen.
General Mortaigne helt Gießen blocquirt.
Königßmargk hat die Fürstenaw, occu-
piret.
Der friede zwischen Staden vndt Spannien
ist richtig, vndt es bekommen die Staden, noch
das Oberquartier von Gelderlandt.
Jn Dennemargk, wirdt geworben, vndt geldt gemacht.
Auß der vnderpfaltz, sollen auch die Spannischen,
ihre völcker abführen, wollen sie anderst friede
haben, vor den Spannischen, nebenst reunion
des gantzen hertzogthumbß Geldern.
Des Don Juan d'Austria flotte, in marj
Mediterraneo, hat etzliche holländische
Schiffe bekommen, sie hernachmals aber,
höflich tractiret, vndt relaxiret, alß
man sie eigentlich, vor holländer erkandt.
König in Frangkreich, hat dem Marechal
de la Milleraye scharf verweisen laßen,
daß man die holländischen kauf- vndt Schif-
leütte zu Nantes, so v̈bel tractiret.
Jn Jrrlandt ist großer krieg, wie
auch in Schottlandt.
Pfaltzgraf Robert, ist zum feldtmarschalck
vndt General, v̈ber die in Frangkreich,
vor Engellandt, geworbene völcker worden.
Schreiben von Paris, von Adolf Börstel mit allerley
particulariteten.
Predigt gehöret, vormittags, den Superintendenten
Ern Platonem, vndt ihn extra, neben dem Doctor
Mechovio zu Mittage behalten.
Nachmittags hat Er Jonius, geprediget.
Jnflüence! estant ce mattin, au presche:
laß fahren, die vnnützen gedangken, vnmügliche
dinge, wieder zu begehren, du wirst wol zu
ihm fahren, Es kömbt aber, nicht wieder zu dir. perge
Ah! paroles cuysantes, & penetrantes
mon coeurs, mes os, & mes entrailles!
Avis von hanß von Berg daß Fürst hanß,
seine exemption erhalten, vndt Königßmarck
von vnß, die gantze contribution fordere.
Pacience! Also eximirt sich Zerbst. perge
Den Rectorem Hesium, bey mir gehabt.
vndt allerley conferiret. Jtem: Pansen.
Schreiben von Hartzgeroda, dilatorisch, wegen
Perlepsch absentz, kan vnser Tag, nicht vor sich gehen.
Zum abendteßen, habe ich extraordinarie,
den Amptßraht Panse, vndt den Rectorem
vndt Diaconum Hesium behalten, nach ge-
haltenen conferentzen.
Die anhaltende hitze, vndt große Dürre
vervhrsachet großes weheklagen, vndter
den haußwirtten, vndt daß Gott der
herr, die Fenster des himmels so lange
verschleüßt, auf vnser allgemeines, vndt
sonderbahres gebeht, vndt nicht regenen laßen will
|| [[Handschrift: 85r]]
auf erden. Das graß verdorret sehr. Daß getrey-
dich wirdt gelbe. Man besorget große Noht,
vndt abermahlige Theẅrung. Gott verhüte es in
gnaden! Vndt gebe Nottürftige Mittel, zum vndterhalt!
J'ay èscrit a Vienne, en France & en Hol-
lande, sür divers süjets. Dieu nous donne succéz!
Rèsponce de Madame, en bons termes.
Je luy ay rèscrit, vers Zerbst. perge
Jch bin hinauß geritten, auf meine
felder, vndt weinberge, den segen Gottes
anzusehen. Gott laße vnß doch auch,
denselben genießen!
Je plains, la douceür perduë! Ô Dieu!
Avis von Zerbst, daß in geldtsachen Jakob Ludwig Schwartzenberger
eben so wenig auszurichten vermag, alß zu Leiptzigk
oder alhier, vndt daß alles, in ein stegken, ge-
rahten dörffte! Pacience! La lamentable
perte de mon Türcq, m'a assèz denotè
la decadence de beaucoup, de bonne fortüne!
Diesen abendt, hat Gott der herr, seine brünn-
lein aufgethan, vndt daß dürre lechtzende erdt-
reich, mit einem lieblichen regen, in etwas erquicket.
Er wolle ferner, mit seinem gnaden Thaw vnß v̈ber-
schütten, vndt die LebensNotturfft vnß gesegenen!
Ne pouvant encores oublier la perte si miserable &
sensible de mon chery Türcq, me vint ceste in-
fluence ferme, en Allemand: Laissèz moy en
repos, i'ay desia souffert mon angoisse, mes
peines, & mes tourmens, quoy que fort inno-
cemment. Souffrèz aussy, ce, qui vous est
imposè en vostre estat hümain, &
Chrestien, & vous en payerèz la folle enche-
re de Vostre temeraire desertion, stüpiditè
& oubliance de moy, quoy que ie plains
ou ay plaint extraordinairement les re-
grettes, & attaintes sensibles, de vostre
coeur, que Vous m'avièz donnè, comme
mon cher, & incomparable Seigneur, &
auparavant si doux, & bon maistre!
Ne m'inquietèz plüs ni troublèz mon repos
maintenant. Je ne souffre plüs rien.
Voire tous hommes, ne seront pas si bien,
comme ie suis, quand mesmes, ils le sou-
haitteroyent, avec plëurs, cris, & gemissemens.
Prennèz garde Vous mesmes, a Vostre salüt.
Vos souspirs & tourmens pour moy sont mainte- || [[Handschrift: 86r]]
nant inütiles, & trop tardifs, il falloit apporter
au saulvement de ma vie, l'annèe passeè un
plüs prompt, facile, & point si lent remede! Je
ne regrette plüs rien, mais si ie pouvois avoir
des regrets encores,? ie plaindrois, les grands
malheurs, quj vous attendent, & qui Vous per-
cent iusqu'aux entrailles, car ie scay: que
c'a estè, contre vostre grè, qu'ün si mauvais
genie, Vous a fait m'abbandonner, aux tirans
inhümains, quj m'ont depeschè si rüdement,
& ne Vous aiment pas trop, Vous mesmes.
C'est donc pour vostre temeritè & stüpiditè, que
i'ay tant paty, & aulcüns de vos gens, y
ont contribüè, par envie, & par ennuy,
qu'ils avoyent de moy. Mais aulcüns s'en
sont repentis, & s'en repentiront <encores> avec Vous,
car ie n'estois pas ün simple cheval, ni
bidet de page, moins üne rosse de charruë!
Ceste grande injüre, non meritèe, m'a estè
jnsüpportable, & la peine, en mon aage a-
vancè, (apres 8 annèes de bon gouvernement)
intolerable! Mais il n'y a plüs de pitiè,
au monde, & ie suis delivrè <a ceste heüre> de mes souffrances.
Mon coeur, a tousiours pensè a Vous, mon jadis
si cher, & bon maistre! Ah! qu'avèz vous fait!?
perdre ainsy tout a coup, sa bonne fortüne!
Jch bin hinauß spatziret, die Rübesaht, abbringen
zu laßen, wiewol sich die leütte, gar vngehorsam,
vndt vnfleißig einstellen, vndt kawm die helfte
erschienen, so bestellet gewesen. Jnterim: thun
die Tauben, vndt Sperlinge, großen schaden!
Gebhardt Loyß, vndt Hanß Friederich
Eckardt, beyde scribenten seindt heütte,
in eydt, vndt pflicht, genommen worden. Gott
gebe mir zu ihnen, glück, succeß, vndt gedeyen.
Gebhardt, hat mir zwar vor iahren, auch aufge-
wartett, wie inngleichem hänßel mir numehr
etzliche Jahr hero, gediehnet, die Jugendt
aber hat mirs verwehret, sie sehr, mit eydes-
pflichten, zu beschwehren. Gott gebe, das sie
ihren eydt, Treẅlich, fleißig, vndt eyfrig halten!
Conferenze, co'l Dottore Mechovio.
Zue Mittage, extra gehabt: Doctor Brandt, vndt
den Caplan Ionius.
Schreiben von Madame entpfangen, von Zerbst.
Avis: das die pocken, oder kindsblattern, zu
Cöhten, vndt zu Zerbst, stargk regieren.
Caspar Pfaw, ist, mit<von> meinem bruder, Fürst Friedrich
anhero kommen, mit creditif, hat aber morgen
allererst, audientz begehret.
Donnerstag♃ den 10ten: Iuny: 1647.
Inquietüdes noctürnes, & songes èspouvantablès.
Schreiben von Leyden vom Victorio Amedeo, vom
hangkwitz, Jtem vom Schwechhausen von Paris.
Gott lob, vor gesundtheit! Er wolle ferner
glügk beschehren.
Schreiben vom Wendelino.
Caspar Pfaw hat audientz gehabt,
wegen Meines bruders Fürst Friedrichs gütlichen
vorhaben. Gott gebe! das es ernst seye!
Gestern haben Meine Leütte alhier zehendehalb
Schogk rübesaht abbracht, vndt also einen anfang
zur lieben erndte gemacht. Gott gebe darzu
seinen Segen! Vndt erfreẅe mich doch wieder,
nach so vielfaltigem leydt, Melancoley, elendt,
vndt Trawrigkeit! Schwehrmuth, vndt verdruß!
A spasso, in den Pfaffenpusch, gegangen.
Meiner pagen, ejnes thejlß, (nicht alle, dann
Roggendorf, Börstel, vndt Kinsperg, ihr devoir
wol gethan) nemlich Bidersehe, vndt Krosigk, nach
dem sie mit theilß lackayen, vndt andern bedienten,
sich wol besoffen, vndt auß ihrem beruf geschritten,
hat Krosigk (meiner gemahlin page) ein pferdt in
die Trengke geritten, ist herundter gefallen, vndt den <c>aren <rechtezo 2 mal> zerbrochen.
Le malheur de nostre petit Krosigk, m'a derechef
admonnestè, de mediter ün peü les malheurs
extraordinaires & consecütifs, si ceste annèe,
avec chevaulx, depuis la perte de mon pauvre
Türc, laquelle si elle ne m'a causèe tant
des accidens, (presque incroyables & estran-
ges,?) au moins, elle me les a denotèes particü-
lierement & ce bon Türcquet m'estant comme
üne figüre des bonnes brebis, que nül n'eüst
deü arracher de mes mains, ie n'avois pas
fait l'office de bon, & fidelle berger, ains d'ün
infidelle berger emprüntè, qui n'estime nüllement
sa prep<sa brebis> èsgarèe, & ne l'assiste pas, comme
il faut, constamment! Aussy ie ne pouvois
attendre par ceste procedüre, que plüsieurs malheurs,
apprennant; que c'est Dieu seül, quj a parfait
soin de ses creatüres, sur tout des hommes fidelles,
ses èsleüs, & que nostre ayde, hümaine, que nous
nous proposons souventesfois, de faire, iüsqu'a la
mort, a ce, que nous aymons de coeur, n'est pour-
tant asseurèe, voire chetifue, & mensongere souvent,
& nous ne nous pouvons certainement fier, de nous mesmes!
Dieu me vueille reguerir! et tous ceux de ma suitte
de tous accidens, & malheurs, prevenant par sa
grace & assistance paternelle, nos necessitèz,
& me delivrant de ce malheureux soucy,!
quj trouble mon cœur jncessamment, quoy que
je me l'aye attirè inconsiderêment, moy
mesme, & suis a la veille, de plüs grandes
calamitèz? si Dieu ne benit nos travaulx,
divertit nos afflictions, combat luy mesme,
nos tentations, soulage nos infirmitèz,
& <ne> nous impüte, la mültitüde de nos pechèz,
les nous pardonnant, par sa bontè gratuj-
te, au nom de nostre Seigneur, & Saulveür
Jesüs Christ, & nous renouvellant a meilleüre
vie, par la force <& efficace> de son Saint esprit, Amen.
heütte ist ein schöner lachß alhier zu Bern-
burgk gefangen worden, hat in die 41 Pfund (libra)℔ gewogen.
Jch laße ihn abmahlen. Die fischer haben ihn,
(neben einem kleineren von 18 Pfund (libra)℔) vndter dem
Tham3 gefangen, vndt die größe ist eine raritet. perge
Nachmittags bin ich hinauß geritten mein getreydig,
vndt wiesewachs zu besichtigen. Gott gesegene alles!
Je ne puis encores dèsfaire de mes tristes pensèes
touchant la lamentable desertion de mon tant chery
|| [[Handschrift: 88v]]
cheval. Nül aultre que ie monte, a present,
me donne telle satisfaction, & ie l'oublie
moins, quand ie vay ainsy a cheval? Je le
vouldrois volontiers oublier, si ie pouvois?
& me dèspéstrer de telles pensèes, s'il estoit
en ma puissance,? trouvant moy mesme estran-
ge! de prendre tant á coeur, la perte, d'üne
beste brüte, (encores que, ce gentil animal,
n'estoit pas trop brütal) quoy qu'occasion-
nèe par mon inadvertence, stüpiditè, orgueil,
avarice ou chichetè, & toute sorte de vices!
Je pense bien, s'il y avoit moyen de le ravoir,
que ce me seroit üne tresgrande joye, mais
ayant veü de mes yeux, (avec compassion,
quoy que sans effect d'assistance reelle) comme
les pages, dü Düc George Friederic, de Hollstein,
l'ont rüdoyè, & pouvant m'immaginer le pëu
de dürèe de ce gentil animal, en la chaleur,
en continuëlle course & action, sans repos,
montè de gens indiscrets, & qui n'ont nülle
pitiè, item: la derniere misere de l'avoir
attelè, avec ses delicates, & chattouilleüses
iambes a üne charruë, mal aultant incompa- || [[Handschrift: 89r]]
tible, qu'ignominieux pour luy, ses battüres,
non accoustümèes en tant d'annèes, le peü
de soing, de ces Barbares & paysans, <a le penser> voire : la
lettre qu'on m'a escrite de Sonderburg, qu'il
n'est plüs, apres avoir consümè son corps telle-
ment, qu'ün paysan l'eüst harcelè (abgetrie-
ben) devant une charruë, ces termes exprés
ne me font plüs doubter, de sa mort lente, tour-
mentable, & deplorable, laquelle me füst
predite, avant sa fascheuse & pitoyable se-
paration, long temps auparavant, en mon
voyage de l'annèe passèe. Et ce, que i'en
escris, si souvent, & avec telle esmotion,
ne doibt scandaliser personne, car ie scay
bien, qu'il faut eviter tout excéz, & ie m'en
abstiens encores beaucoup plüs, que ne re-
cercheroyent[!] les mouvemens passionnèz de
mon ame, mais ie le fay, pour monstrer mon in-
firmitè, aussy bien, que d'aultres hümains,
süiets a errer, & a faillir en beaucoup de choses.
Ein schreiben vom herren von Schrahtembach,
wegen henrich Schnelle, so schulden zu fordern alhjer.
Der Todt, des Graven von Delmenhorst, wirdt confirmirt.
Extra: der iunge Antonij von Krosigk, so von Erffurdt kommen.
Samstag♄ den 12ten: Iuny: 1647.
Oeconomica anzustellen gehabt.
Auf meine felder, vndt ägker, spatzirt.
Der Schwedische Assistentzraht, Eßke, ist alhier-
durch passirt, von Osnabrück, kommende,
vndt nacher Leiptzigk, eilende.
Mein geheimer Secretarius, vndt Amptmann
alhier, Thomaß Benckendorff, hat seinen vndterthänigen
sehnlichen abschiedt, von mir genommen, nach deme
er mir, in die 20 iahr lang, Treẅlich gedienet,
vndt allerley functiones, verrichtet. Das ab-
scheiden, hat auf beyden theilen, wehe gethan.
Gott wolle ihn gesegenen, vndt sein glück ver-
mehren! auch seine stelle wol wieder ersetzen!
Er will morgen, (gebe gott) aufsein, mit seiner Frawen,
vndt zum Berlin, bey den Churfürstlichen rähten,
sich sistiren, von dannen seinen neẅen
Amptßdienst, zu Witstogk, anzutretten.
Gott gebe ihm glück, vndt segen, zu solchem
neẅen beruff, in seinem vaterlande!
Seine Gottsehligkeit, frömmigkeit, recht
Christlicher eyver, in der warheit, seine Tugendt,
aufrichtigkeit, Treẅe affection, verstandt,
grosse verschwiegenheit, manierliche dexteritet, vndt
|| [[Handschrift: 90r]]
geschickligkeit, <beredtsamkeitt>, erudition, wißenschaften,
<feine> erbare Sitten, vndt wandel, ist aller ehren,
lobs, vndt ruhmes werth. Seines gleichen, werde
ich wol schwehrlich, so baldt wieder finden!
Noch hat ihn gleichwol die Invidia & æmulatio
in aulis frequens, et usitata, persequiren
können, sed recte faciendo, neminem timuit. perge
Er hat gewißlich, nicht allein sehr wol studiret,
sondern eine schöne experientz, vndt praxim
auf so vielen stadtlichen, vndt ansehlichen
raysen, vndt verschickungen, an Kayserliche, Königliche
vndt andere höfe, compariret, in dem er
fleißig, Treẅ, vndt gar eigentlich, in seinen
Sachen, gewesen, vndt viel observiret, also:
daß er, (meines ermeßens) gar füglich,
einem herren, vor einen Raht, würde diehnen,
auch damitt, wol bestehen können! die Frantzö-
sische sprache, ist ihm auch bekandt. Die Griechische
inngleichem, neben der Lateinischen, vndt er
hat die fundamenta juris, sehr wol innen.
Köndte mit fug, den gradum führen. Jst
sonst von guten ehrlichen leütten, endtsproßen,
vndt hat vornehme freündtschaft, in der Margk.
Gott wolle ihn erhalten! leitten! vndt führen!
Doctor Brandt, ist extra: zu Mittage bey vnß
geblieben, vndt es hat allerley conferentzen gegeben.
Schreiben von Zerbst, in zweyen pacqueeten,
von Fürst Johannßen, wegen seiner anforderungen.
Avis: daß Eßken (gestriges Tages) gute hofnung,
zum frieden gegeben, wann nur die soldatesca,
zur billigkeit, zu bequehmen, vndt zu vermögen,
dahin er dann zur haüptarmèe verrayset?
Die exemptiones sollen alle cassiret, vndt
aufgehaben4 sein, in contribution sachen.
Je suis en peine, en mon mèsnage, mes
chevaulx, n'ayans dequoy s'entretenir,
& la stüpiditè de mes gens, qui en doyvent
avoir l'inspection, m'estant jnsüpportable.
Il y a mesme, de la malice parmy! Dieu
vueille pünir, & amender, les autheurs!
lesquels me chargent les moindres choses, &
presque tout le faix, sür le dos, comme s'il
falloit; que je füsse le serviteür des serviteurs!
Jn sudore vultus; comedes, panem tuum!5
Avis: das Doctor Ritter, nacher Wien gesendet wirdt, im
nahmen, eines graven von Manßfeldt, iedoch in Fürst Augusti
nahmen auch, mir vndt Fürst Johann, etwas einzubrogken.
Gott zerstöhre vndt confundire alle böse rahtschläge.
Am heüttigen festo Trinitatis in die kirche conjunctim
Ern Winsij Theopoldj predigt anzuhören.
Extra: zu Mittage gehabt: Doctor Mechovium, Jtem:
Den Amptßraht Panse, Secretarium Paulum Ludwigen
&cetera &cetera &cetera
Thomaß Benckendorf, hat noch einmal, vndt
also, zum dritten mal, (weil es gestern,
zweymal geschehen) seinen vndterthänigen abschiedt,
von mir, genommen. Gott wolle ihm in gnaden beystehen!
J'ay sceü, des grandes persecütions,
dont on attacque, sür son lict, de maladie,
le bon Süperintendant Beckmannus,
á Zerbst, l'affligeant tellement a cause
dü Breviaire Übiquitistique, qu'il a ès-
crit, en très bons termes, non de sa cer-
velle, mais comme ün extraict, des autheurs
Lütheriens mesmes, en grand nombre, qu'on
craint, qu'il en mourra. Dieu le vueille preser-
ver,! & rigoureusement pünir, & chastier, tous
les faulx, & pervers autheurs, de telles per-
secütions, soit dü sexe mascülin; ou feminin!
Schreiben von Madame Elisabeth, bekommen, da-
rinnen Sie sich bedangkt, vor die gemachte
anstaltt, zum vorgegangenen kindttaüffen. et cetera
Jch habe Jhrer Liebden wieder geschrieben, vndt wir
seindt Nachmittags, in des Jonij Catechismus predigt,
wieder gezogen.
Jn garten, avec Madame, spatziren gegangen.
Geschrieben, an den Churfürsten, vndt Churfürstin von
Brandenburgk, an Madame Elizabeth, etcetera
Montag☽ den 14den: Juny: 1647.
Nach dem gestern, zweymal auf den Cantzeln,
vndt sonsten in particularj, vmb einen gnedigen
regen, gebehtet worden, hat vnß Gott erhöret
vndt in gnaden angesehen, vndt also diese nacht
vndt <vormit> Tag, continuè regenen laßen. Er gebe
vnß segen vndt leben,! sampt allen zejtlichen,
vndt geistlichen wolthaten, zu genießen, Amen!
Secretarius Paulus, ist bey mir gewesen, vndt hat
allerley acta, mjtgebrachtt.
J'ay veü auiourd'huy, par üne lamen-
table lettre, qu'il semble impossible de revoir,
& ravoir, mon tant chery cheval Türcq, &
qu'il a estè tresmal traittè. Dieu le
pardonne; a ces barbares inhümains!
Les Recteurs Hesius, de l'èscole icy, et
Wulstorpius, de l'èscole a Zerbst triviale
m'ont saluè & visitè, & ie me suis informè
de beaucoup de choses, confidentes. Dieu leur ayde!
Es seindt 300 Schüler, in der trivialschule
zu Zerbst, vndt 8 classen, im Gymnasio aber, befinden
sich an itzo, mehr nicht, alß 24 studiosj.
On a proposè vendredy passè, par le Se-
cretaire Pöschelt, & le Baillif6, a Zerbst au bon Süperin-
tendant Beckmannus, gisant malade au lict,
& destituè de memoire & entendement, en sa haulte
vieillesse, 7 questions difficilles, sür lesquelles
demandant temps, a y penser, & qu'on l'a-
voit desja acconsenty, pour peü de jours, on a
rechangè & revoquè ce consentement revenant
incontinent au midy, pour entendre ses
resolütions, sür ces poincts: 1. S'il confesse,
d'avoir composè le Breviaire Übiquitistique,
en Allemand, inprimè par cy devant a Franck-
fort, l'an 1620 & maintenant a Zerbst,
l'an: 1643. (quoy que plüsieurs Lütheriens,
ne soyent pas Übiquitaires, & n'approuvent
pas mesmes, leurs rèsveries estranges, & ex-
travagantes) 2. Si c'est luy mesme, qui a livrè
l'exemplaire, a l'inprimerie? 3. S'il a payè
ou avancè les fraix, a l'Inprimëur? 4. S'il n'a
eü l'intention, & le scope, de rendre son Prince odi-
eux, auprès des süjets? 5. S'il a encores l'exemplaire
a inprimer, chèz soy? 6. Ou sont demeurèz tous les exem- || [[Handschrift: 92v]]
plaires? 7. S'il a encores des exemplaires,
qu'il les doibt livrer a la cour, sous peine de
disgrace extraordinaire?
Voyla üne persecütion extraordinajre,
& tres meschante au dernier degrè.
Dieu vueille confondre & pünir! les autheurs!
Avis von Brehmen, daß die Staden,
vndt Schweden, auch in schlechter intelligentz,
miteinander leben, vndt daß vertrawen,
sehr schlecht seye. Gott gebe friede! Der
König in Dennemargk, soll auch wieder
stargk werben. Man weiß nicht, worümb?
Jch habe an selbigen König, geschrieben,
wegen des iungen Biedersehens, Geörgen
Sohnes, erbschaft, damit er von seiner
Mutter bruder dem lampen, deßen
erbschaft, ohne abfe<o>rderung des zehenden,
vndt Sechsten pfennings, genießen
köndte, weil derselbe in des printzen
Sehliger diensten, verstorben.
Jnngleichem, habe ich vor Geörg Friederich
von Börstel intercediret, damit derselbe
dienst bey <dem> Churfürsten von Brandenburgk
|| [[Handschrift: 93r]]
erlangen, vndt seine in der Margk stehende
schulden, bezahlt bekommen köndte. habe derent-
wegen, so wol an die Churfürstliche wittwe,
alß an den Churfürsten geschrieben. perge interce-
dendo, vndt recommendationsweyse. perge
Jn hagens sache, hat die Stollin abermalß
große apologien, eingegeben. Je suis bien
tourmentè avec ces gens la!
A spasso, diesen abendt, auf meine ägker,
vndt kleine weinberge.
Meine bawfuhren, seindt von Dochum wiederkommen.
Die Wesembegkinn, (halckens Schwester,)
weil sie sich so gar Thöricht angestellet, habe
ich ein drey Tage her, im Spittal, an eiserne
ketten legen, vndt also arrestiren laßen,
damit andere leütte friede vor ihr, haben
möchten. Dieweil sie aber, in itziger abkühlung
des wetters, sich gebeßert, alß habe ich sie, zu
liberiren, befohlen. Gott gebe ihr wieder rechten
verstandt! Vndt bewahre vor wahnwitz!
Briefe von hartzgeroda, vndt Quedlinburg.
Es stopt sich mit vnserer zusammenkunft,
vndt kommen viel remoræ vndt impedimenta
dareyn. perge
<Abermahliger Regen.>
Briefe von Wien, vndt auß Schlesien, notificationes
des hertzog von Münsterbergk, Carll Friderichs Seliger
Todt, so wol von Seiner gemahlin, itziger wittwen,
alß von seiner Tochter, der hertzoginn von Wirtemberg.
Die avisen geben:
Das zu Preßburgk v̈ber 70 haüser, abge-
brandt, durch eines kochs verwahrlosung
Jtem: daß die krönung in vngern, vor sich gehe.
Das die Spannische Silberflotta 11 millionen
Reich, zu Calis Malis, in salvo arrivirt.
Das die holländer gute freündtschaft, mit
Spannien hielten.
Das die reformirten, so wol des friedens fähig,
vndt deßen genießen sollten, als die Lutheraner.
Daß die gesandten, zu Münster vndt Osnabrück sich,
zum abzugk, rüsteten.
Daß Ertzhertzogk Leopoldus, nach eroberung
Armentiers, noch vndterschiedliche kleine städte
vndt plätze, erobert hette, vndt wehre
meister zu felde, in Flandern. Die Frantzo-
sen berieffen zu ihrem secours, den Visconte
de Türenne, auß Deützschlandt.
Der Printz von Condè, läge noch vor Lerida.
Zu Napolj wehre der gallion des Admirals
mit 50 stügken, vndt aller gereitschaft ver-
brandt, vndt in die 100000 Ducaten, schade geschehen.
Des pabsts galleren, giengen mit den Mal-
thesern, vndt andern schiffen, auf eine jmpresa
wieder den Türgken.
Jn Dalmatia hetten die Venezianer Clissa
belägert.
Jn Engellandt, accommodirte sich der König,
etwaß näher zu friedensgedangken.
Pfaltzgraf Robert gienge in Flandern,
mit etzlich Tausendt Mann, zum hertzogk
von Orleans, oder deßen substituten, die Mare-
schaulx de Gassion, vndt Rantzow.
General Königßmargk hette die Fastenaw auch occupiret,
vndt er würde, wie auch General Wittembergk
zum Wrangel stoßen, conjunctim, in die Erb-
lande zu gehen, vndt vor Wien, zu pacificiren.
Zu Warsaw in Polen, fienge man an
den Fürsten Radzivil, etwas mitius zu tractjren.
Der Moßkowiter begehrt die conjunction
der waffen, vom König in Polen, wieder den Türgken.
König in Dennemargk wirbt abermal stargk.
Der klägliche fall, seines Printzen, wirdt continujret. perge
Steffan der Cantzeleyenbohte, ist wiederkommen,
mit schreiben von Dantzigk, auß Curlandt,
wie auch vom herren Achatio, von Dohna.
Gott lob vndt dangk, der ihn sicher
durchgeführet, vndt auß der Curländischen,
bawren, vndt Soldaten, händen errettet,
welche ihn gleichwol etwas geplündert haben. perge
Die Stadt Dantzigk, hat ein schönes goldt-
stügk, in die 100 Ducaten werth, zum pahtende
geschickt, so Sie vor ihren König, müntzen
laßen. Die v̈brigen gevattern, in Cur-
landt, Preüßen, vndt Pommern, haben dilato-
rische antworth, gegeben. perge
Der hertzogk von Curlandt, hat den bohten,
sehr gnedig tractiret, vndt ihn auf seinen
Aemptern7 herumb geführet, vndt sich sehr
wol, gegen Mir, offeriren laßen.
Doctor Mechovium, habe ich, bey mir gehabtt. perge
Vormittags, ratione deliberandorum. Nachmittags
aber, Ern Marggravium. &cetera
Es hat diesen Nachmittag, nicht alleine stargk
geregenet, sondern auch gedonnert.
Ein Schreiben von der Churfürstinn von Brandenburg
entpfangen.
Avis: daß vmb Dresen[!] herumb, auf
3 meil weges, das getreydig vom hagel
verderbet, vndt vmb Erffurdt herumb hette
es alles die hitze außgedörret, vndt zu
nichte gemacht. perge
Mittwoch☿ den 16den: Iuny: 1647.
Schreiben von Jehna, en bons, & en mauvais
termes, le 1er: a cause de son envoy, a Dessaw,
le second, a cause de la persecütion tresmali-
cieuse, d'ün ancien serviteür de Dieu.
Dieu vueille chastier, & amender les autheürs!
Jn die kirche, vndt wochenpredigt conjunctim.
Der Text war: Es seye dann eẅere gerechtig-
keit beßer, alß der phariseer vndt Schriftgelehrten,
so könnet ihr nicht in das Reich Gottes kommen.8 perge
Gott gebe nur! Das wir zuhörer allesampt
vnß darauß beßern mögen! vndt daß
das wortt des herren, frucht bringe!
Mala herba, s'estant mocquèe de moy hier,
avec des paroles picquantes, si ie serois bien
si avisè,? de me pouvoir accorder, avec mon
frere, sans l'ayde dü Doctor Lentz, (düquel ie
pensois me passer, en ceste occasion) & cela
|| [[Handschrift: 95v]]
me dèspitant, elle dispüta encores ce matin
avec moy, ne voulant en façon quelconque,
que j'allasse avec elle, nj a Zerbst, nj á
Berlin, & s'opiniastra mesmes, a ne Vouloir
pas partir le iour que ie voulois, quoy que
plüs tard d'ün jour ünique seulement,
ie me faschay enfin, & dis: (Sür tout, apres
avoir leü la lettre de Jehna) Et bien
allèz vous en bien loin, & ne retour-
nèz iamais, si Vous ne voulèz point de-
meürer auprès de moy, nj Vous accommoder,
a mes Volontèz? Elle print cela fort
sinistrement, & s'en servira <peut estre> comme les serpens,
dü Venin, afin de me denigrer par tout.
Mais combien que ie l'aye dit en colere
si est ce que je l'ay dit conditionellement
Elle me rèspondit: Ah ie voy bien, que
Vous souhaittèz ma mort, peüt estre
que ie mourray au Voyage? Je luy
rèpliquay sür le champ: Je ne desire pas
cela, Dieu Vous en garde, mais ie desire,
que vostre Volontè s'assüjettisse a la mienne!
Noch Mittwoch☿ den 16den: Iunij: 1647. Regen.
Jch bin in meine weinberge, vndt auf die ägker, geritten.
Curt Christof von Börstel, hat sich præsentiret.
hofmeister Einsidel hat vndterthenig valedicirt,
in meinung, Morgen (gebe gott) nacher Ballenstedt, vndt
in die grafschaft Schwartzburgk, zu verraysen,
mit Doctor Mechovio, in meinen anbefohlenen commissionen,
wie auch, in seinen privatis. Gott gebe ihnen glück!
J'ay apprehension, de plüsieurs calamitèz encores,
le bon Dieu les vueille benignement divertir!
Le presage, que me donna, l'annèe passèe, mon
tant chery d Türcq, que i'abbandonnay si vilai-
nement, a la rage, de gens inhümains, et qui
me perce encores le coeur, ne se monstre pas en vain.
Dieu nous vueille consoler, fortifier, & amender!
I'ay èscrit a Sang- & a Walhausen. perge
Jtem: a häring; pour avoir ün maître d'hostel pour Madame.
Risposta von Erffurdt. perge vom Postmeister. perge
Meine freundliche herzlieb(st)e gemahlin vndt Schwestern, seindt
hinüber, nach Plötzkaw, vndt kommen gegen abendt wieder!
Alhier zu Bernburgk seindt Sechß Schock
wintergerste, eingeerndtet, vndt eingeführet.
Gott wolle ferner alles gewächs gesegenen.
<J'ay> Escrit, a Madame l'Electrice de Brandenbourg Douariere
Item: au Baron Achatius de Dhona, item aux Düches-
ses de Münsterberg, (vefue & fille) avec condo-
leance, sür le trèspas dü Düc Charles Fride-
ric, dernier de sa famille, item: au Conte d'Ol-
denbourg <avec> condoleance sür la mort de son cousin
le dernier Conte Christian de Delmenhorst,
qu'il m'a avisè, item: a Frideric Kühne
Senior a Halle, mon Advocat, & consülent. perge
Avis: auß Schweden vom hanß Christof
Wischer, das alle expeditiones daselbsten,
langsam, wiederwertig, vndt dilatorisch
sich anlaßen.
Schreiben, von Leyden, das meine Söhne, (Gott
lob!) noch wol aufgewesen. Gott wolle
sie, ferner erhalten!
Avis: daß der hoff, stargk belägert, vndt mit
feẅereinwerfen verderbet wirdt, von den
Schwedischen, vndt das die armèen, zusammen
ziehen, vndt zu schlagen, begierig seyen.
Jtem: das die Deützschen, so vndter dem General
Türenne diehnen, als: 10 Regimenter zu pferdt,
vndt 1 Regiment Dragoner, in Flandern nicht
|| [[Handschrift: 97r]]
marchiren wollen, also das selbige armèe, wieder
zurückea muß, vndt können dem Könige in Franckreich
wieder den Ertzhertzogk Leopoldum, keine as-
sistentz leisten.
General Königßmargk will Warendorf vndt
Wiedenbrügk in Westphalen, attacquiren.
General Wrangel, gehet vor Eger, (dem bericht
nach) General Melander wil es endtsetzen.
Jhre Kayserliche Mayestät vermeinet man, wollen selber
persöhnlich, zu felde gehen.
Die Spannische Silberflotta operiret
schon, vndt machet die Soldaten, in Flandern
vndt Oesterreich, muhtig.
Die Türgken, werden auch zimblich von
den Venezianern, zurügkb gehalten. perge
Die Schwedische militia, begehret 32 millionen,
zu ihrer satisfaction, theilß wollen von doppelt
so viel, sagen. Jst baldt genennet, aber vnerschwinglich.
Avis, auß Osnabrück das Savoye, will An-
halt, vndt andern Ständen, einen competentz-
streitt, erregen. Vanitas Vanitatum9!
Jtem: das Chur Bayern inhibirt habe, keine fugiti-
vos, oder refugiirte, in seine lande, auß Böhmen, einzulaßen.
Mein bohte, welchen ich nacher Erfurdt geschickt,
hat den rechten arm, vndterwegens, außgefallen.
Es ist ein seltzam ding, daß an itzo erzehlet
wirdt, daß diesen Monat, an vndterschiedlichen orthe[n]
in diesem lande, die leütte mit fallen die
arme verletzen, brechen, oder außfallen, eben alß
wann eine sonderbahre fatalitet darinnen stegkte.
Man höret vndterschiedliche exempel darvon perge
vndt benandtlich auf einen Tag, da der kleine
Krosigk, vnser page, den arm alhier zerfallen,
sollen Sechße dergleichen fälle, zu Plötzkaw,
Güsten, vndt an andern orthen auf der nähe,
sich zugetragen haben.
Man höret auch von Wolckenbrüsten, so
in newligkeit, gefallen sein, vndt schaden
gethan haben sollen. Gott wende alles böse!
Depesche nacher Zerbst, vndt Deßaw. Deus in adiutorium meum intende
Das hejßt: Deus in adjutorium meum jntende[!]10
heütte, ist allererst, mejn Raht, vndt hofmeister
Ejnsidel, neben Doctor Mechovio, nacher Ballenstedt
verrayset, seine commissiones abzulegen, vndt
seine privata, in der Grafschaft Schwartzburgk
|| [[Handschrift: 98r]]
zu verrichten. Gott gebe ihm glück! Vndt mehr glügk
alß mir, in meinem elenden, vnglücklichem, vndt
gleichsam, von Gott verlaßenem, bösen hiobszustande.
Peü de chose süffit a nous inquieter, & contrister
toute nostre Vie, mais beaucoup est requis a nous
contenter, & resjouir! Fy de la misere hümaine!
Jch habe schreiben von Meinen Söhnen, per Halberstadt
entpfangen. Es gehet ihnen, Gott lob, noch wol.
Ach daß ich Mittel hette! zu continuiren!
vndt Treẅe rechtschaffene leütte, mich zu secundiren!
A spasso auf meine felder, vor abendts.
Avis: daß General Königsmarck wil Gensefurth, vndt
hecklingen kauffen, welches auch Mortaigne
im willens gehabt hat. O Dieu,! aydes moy!
Sonst hat Königsmargk wenig glügk
mit winnungen. Daßelbige sol ihme meh-
rentheils, abgebrandt sein.
Schreiben vom Rectore Wendelino. etcetera
Bande, vndt Trübsall, warten vnser v̈berall.
Cela me fait encores ressouvenir; comme
mon tant aimè Türq, estoit figure des bonnes
brebis, & comme le chastiement, & la pünition talon-
ne ceulx, qui les abbandonnent pitoyablement?
Schreiben von Zerbst, vom Jehna, daß die
zusammenkunft, zu Deßaw, geendiget, vndt
zjmlich schlecht, (vor mich,) abgelauffen. Pacience[!]
A spasso con Madama, in gartten.
Schreiben, vom Wendelino, abermalß entpfangen perge
Avis: daß vetter hanß Geörge zu Deßaw,
glücklich wieder ankommen, vndt hat mir bücher
vom Spanheimio geschickt, de gratia Universalj
wieder den Amirault. perge
Meine Schwestern, seindt hinüber, nach Cöhten.
<Ein Rehe von
Ballenstedt.>
<Regen.>
Der vielfältige regen, schlägt das liebe
getreydich, numehr, sehr nieder, vndt macht
naße erndte. Dominus dedit! Er wirdts wol
machen! vndt wirdt vnser bescheiden Theil, vnß geben[!]
Jn die kirche, im regen, vndt kaltem wetter.
M'esbahissant moy mèsme, bien fort, comme ie
pouvois (contre ma coustüme,) plaindre si
long temps la perte d'ün animal, avec
üne melancolie et tristesse si longue & sj
extraordinaire me vint la pensèe, ou inflüence
que ie ne m'en devois point estonner, quand ie
|| [[Handschrift: 99r]]
le plaindrois & regretterois encores davantage,
1. parce que ce auroit estè ün cheval extraordinaire,
& üne perte inestimable, de ma bonne fortüne, dont
j'avois eü des indices manifestes, avant que l'avoir
abbandonnè & tost apres, Car puis que Dieu m'avoit
concedè la grace, d'avoir en moy mesme, quelque
piece de la magie licite, & natürelle, & par mes
procedüres, i'avois conservè cherement, ce thresor;
ut creaturæ mihj inservirent
plüsieurs annèes, ie l'avois maintenant perdü
si chetifuement, & seroit malaysè a recouvrir.
2. parce que Dieu mesme avoit eü, en abomina-
tion, ceste mienne procedüre, d'abbandonner
en la rage inhümaine, de gens cruëls, ün <si> bon
animal, qui ne m'avoit nüllement nuy, & fi-
dellement servy tant d'annèes, sans faire
mal, à personne, et ie l'eusse deü nourrir
iusqu'a sa mort, en recompence de sa fideli-
tè, au lieü de le tuër <ou faire mourir> comme cela, car le
meurtre estoit si abominable à Dieu,
qu'il vouloit mesme que nous le hayss<i>ons
mesme a l'endroict des bestes innocentes,
& ütiles a l'homme, Dieu estant le Dieu de tout chair.
Dieu ayant aussy pitiè des animaulx, & ayant
en horreür, la destrüction de <la> natüre, & de
toute creatüre, lors qu'elle se fait, sans
necessitè, & sans üsage de l'homme, ains par
caprice, ou insolence, & contre toute rayson.
Il faut donc, que ie, me paye, d'üne triste
souvenir, dü thresor perdü,! & si d'autres
plüs grandes Calamitèz, (dont i'ay quelque
apprehension, & indices) ne m'a accablent?
il fauldra cheminer, avec crainte, & reserve,
d'oresenavant, & a l'avenir, en toutes choses!
Je crains aussy, que le lacquay, nommè
le petit Christian, ne soit asommè, en chemin
de mesme, que Michel Weile, mais Dieu, quj
les peüt <rammeiner &> conserver, le vueille faire benignement
par sa Sainte grace, & protection! & me Vueille
rendre, & continuër, le progréz de ma bonne fortüne!
heütte habe ichs erfahren, daß alß ich neẅlich
hinauß geritten, mein page, Geörg Ehrenreich
Freyherr von Roggendorf, auf der brügke von
einem grawen pferdtlein herundter geworfen
worden, vndt gar bey nahe, in den graben hinun-
ter, gefallen wehre, wo ihn Gott nicht sonderlich
|| [[Handschrift: 100r]]
behütet hette, deme billich vor seine beschirmung
vndt väterliche providentz, zu dangken! Jnterim
kommen mir so viel vndt mancherley casus insolitj,
innerhalb Jahres frist, seltzam vor! Gott wende
alles vnheyl! vndt böse præsagia, gnediglich!
Nachmittags wieder in die Catechismuspredigt, singulatim
J'ay Escrit, diverses lettres, a Brehmen, Leyden,
en Prüsse, & ailleürs. Dieu me vueille rendre le
bonheur, & la liesse perduë!
A spasso auf meine felder, wie auch meine pferde
zu besehen, en plaignant tousiours la miserable
perte de mon gentil Türc, quj n'a nül semblable.
Schreiben vom hertzog Ernst Günther von hollstein,
en la matiere ores dite, de mon jadis chery cheval,
qu'il n'en scait rien, nj de son frere.
Jtem: schreiben, vom Geüder, entpfangen, wie
auch, von dem allten Sternbergk, von Wien,
Jtem: vom herren von Roggendorf.
Die avisen beiahen fast alles das iehnige,
waß in den Niederländischen couranten gestanden,
vndt daß eines theils, der friede zu hoffen, anders
theils aber, die armèen auf einander loß gehen,
vndt General Melandern, der Graf Schlick
adiungiret ist, ohne seinen willen, nichts zu tentiren.
Die stadt Eger, seye blocquiret.
Königßmargk, hette in Westfalen progreß
Jn Engellandt würde friede. Dem Könige wehre
vom Parlament sein exercitium frey bewilliget,
Sonst aber, die Presbyterial direction dem
Parlament, auf 3 Jahr, wie auch die militia
auf 10 Jahr lang v̈bergeben. Die Jrrländer wollen
dem Könige, gehorsam verbleiben, vndt alles zusetzen,
wie auch andere provintzien, neben der Jnsel, Iarsey[.]
Printz von Condè, findet vor Lerida zu schaffen,
hat volck vndt officirer verlohren. Continuiret
aber dennoch gewaltig davor.
Ertzhertzogs Leopoldj, waffen, prosperiren in
Flandern, vndt Comenè ist erobert, nach
Armentiers, auch andere örther mehr.
Franckreich begehret geldt, von Staden.
Jn der See, mögen Zeeländische, vndt Spannische
Schiffe, an einander gewesen sein, welches mißver-
stände, in der Staden pacification, mit Spannie[n]
vervhrsachet.
Jn Polen scheinet es, daß vf verweigerung des
donativj, an die Tattern, auf vollem ReichsTage
zu Warschaw, ein Türgkenkrieg endtstehen
möchte, wie auch die Dantzigker, disgustiret worden
|| [[Handschrift: 101r]]
wegen der commercien, vndt andern kleineren Städten
æquipariret.
Die gesandten, zu Osnabrück vndt Münster wolten gerne den
General Königßmarck abweisen, auß Westpfahlen vndt
begütigen, wegen desto sicherer friedens-
tractaten. Derselbige aber, endtschuldiget
sich, wegen vndterschiedlicher attentaten, seines
gegentheils, wil sein glück prosequiren,
vndt alles, in einen beßeren standt setzen.
Ermahnet auch die herrn gesandten, ihren frie-
densschluß zu befördern, alßdann köndte
er eher außweichen.
Visconte de Türenne, hat die mutinirten
deützschen, so nicht forthgewoltt, gestraft,
vndt eilet nach Flandern zu.
Ein Mußkowitrischer Gesandter ist zu Venedig,
eine alliance, mit selbiger Signoria, wieder
den Türgken, zu schließen.
Clissa ist belägert, von Venezianern, vndt
im Archipelago sollen sie auch obgesieget haben.
Die krönung, des Königes Ferdinandj, IVti in
Vngarn, sol wol abgegangen sein.
Dienstag♂ den 22ten: Iuny: 1647.
hinauß spatziren geritten, in schönem wetter
auf meine felder. Es ist aber, der liebliche Sonnen-
schein, baldt darnach, in ein<en> windt, vndt regen,
degeneriret.
Gestern haben 5 Reütter, auf dem Meynigen,
gehetzt, vndt einen hasen gefangen.
hingegen hat ihnen mein lackay, der Ober-
lender, einen schönen rohten windthundt
Todtgeschoßen, welches sie zwar gesehen, ihme
aber nicht aufn leib gehen dörfen.
Avis: daß man gestern zweene frische cörper
in einem keller, zu Wedegast, gefunden, muß
also Mörder, da herumb haben.
Philipp Zepper, Juris consultus, vndt Bürgemeister[!]
zu Cöhten, hat mir exemplaria geschickt von
der Anhaltischen Landßordnung, welche er illustrirt
auß den Mosaischen, Römischen, vndt beschriebenen
rechten, vndt allen Regierenden Fürsten zu
Anhaltt, also auch mir, dediciret.
Schreiben vom Thomas Benckendorf wie auch, von der Churfürstlichen
wittibe von Berlin, empfangen. Poco speranza alla pace.
Depesche vers le lieu, que ie fay recercher[!] par mois.
Dieu vueille conduire! mon envoyè!
Mein Oldenbürgisch vieh, wil nicht gedeyen, vndt
seindt wieder welche gestorben. Nulla calamitas sola!11
Mittwoch☿ den 23ten: Juny: 1647.
Mein bruder Fürst Friedrich ist alhier vorbey paßiret. perge gar frühe,
auf Cöhten zu, nach dem er zu Plötzkaw pernoctiret.
hat sein Söhnlein, nebst dem graven von Naßaw,
seinem Schwager, sampt deßen Schwester, bey sich.
Jm vorüber reitten, hat er mich, durch
Freybergen begrüßen, vndt seine vorüberrayse,
excusiren laßen, das es frühe wehre, vndt er,
zu eilen hette.
Jn die wochenpredigt, cum filiabus natu maximis.
Die gedangken, wollen mich noch nicht quittiren,
wie kläglich, mein liebes Türgklein mich zu Ol-
denburgk, gleichsam anflehete, alß ichs so
schändtlich abbandonirte: Ach Euer fürstlich gnaden verlaßen
mich doch nicht, ach sie behalten mich doch!
Es ist <doch> nur vmb ein einiges wörtlein zu thun,
Jn Euer fürstlich gnädigen handt, stehet <1.>mein <2.> Todt <3.> vndt <<2.> auch> <5.> mein <6.> Leben. <7.> Ach! ich armer trostloser, von aller
weltt verlaßener wayß! Ach Mein aller-
gnedigster Schutzherr; mein einiger Trost,
hülfe, vndt zuflucht. Jch habe Eeuer fürstlich gnaden <noch> kein vn-
glück bracht, Sie verlaßen mich <ia> nicht, mich armen
allten d treẅen diener, vndt Mittknecht, vmb Gottes willen.
<Jhre hertzliche barmhertzigkeit helt sich hart gegen mir, Sie erbarmen sich v̈ber>
|| [[Handschrift: 102v]]
<Nota Bene[:] gleich wie Gott sich oftermals v̈ber Euer fürstlich gnaden erbarmet hatt.>
vndt per intervalla! Ach ich armer <elender vndt trostloser> wayse, bin ex
media Turcia einen so weitten weg gewandert,
vndter Euer fürstlich gnaden alß eines so frommen hertzen<ren> Schutz
gerahten, vndt habe Euer fürstlich gnaden so treẅlich nachgefol-
get, vndt sie vndt ihre officirer, niemalß in
keiner Noht, verlaßen, Ach sie verlaßen
mich an itzo, in dieser angst, vndt Noht doch
wieder nicht! Gott wirdt Euer fürstlich gnaden davor <wol reichlich> gesegenen!
Jtem: Ogni indugio porta pericolo! Sie verzie-
hen, vndt cunctiren ia nicht! Vmb Gottes willen!
Jtem: alß ich occasion suchte, mit manier
ihm zu helfen, kam mir die influentz ejn:
Ey! worümb schicket sichs nicht? es schicket
sich iedesmal wol, einem armen diehner,
auß angst, vndt nöhten zu helfen. Item:
<Ach der vnverdienten, so heftigen, bitteren Strafe!>
Jtem: Ach wie wirdt Euer fürstlich gnaden als meines ge-
wesenen lieben frommen herren, hertz, nach
meinem verlust, so iämmerlich gekrängkt
werden? Waß hilft Euer fürstlich gnaden doch mein, alß eines
armen, vnschuldigen, frommen Thierleins, vndter-
gang? vndt verderben, der ich das v̈berrestlein
meines lebens, gerne in Euer fürstlich gnaden treẅen diensten
zugebracht <Nota Bene[:] vndt das wenige futter, wol bezahlet> hette! Jtem: Ach ach, des Trawrigen
|| [[Handschrift: 103r]]
Scheidens,! welches mir oft wiederholet wurde,
vndt die klage, daß er numehr vndter so böse leütte
kähme, vndt so vielen vnbarmhertzigen herren, vndter-
worffen sein müßte! Gott solte mirs verzeyhen!
et talia, vndt andere <zuvor aufgezeichnete> worth mehr, welche mich
Dauchte, ich hette sie gleichsam, gehöret, <ich> wahre
<darüber> hertzlich, betrübet, vndt nahm mir vor, (weil
sichs so baldt, anderer curialien, vndt distrac-
tionen halber, nicht schicken wollte?,) von
Delmenhorst, oder von Brehmen auß, mein liebes
Türgklein, schriftlich wieder zu begehren.
Es war aber, die<Meine> stupiditet, vielheit anderer
occupationen, vndt v̈bele secundirung, meiner
leütte, neben andern bösen vhrsachen, schuldig da-
ran, daß man des Türgken vergaß, <es> nicht recht
wieder suchte, vndt also sein verderben, selbst
erbärmlich, vndt elendiglich, præcipitirte,
<(wiewol per intervalla, ich wol offt an ihn gedacht,)>
welches ich, vor ein recht groß hertzeleidt,
vnglück vndt Strafe Gottes, halten muß!
Er wolle mich anderwerts, contentiren, trösten, vndt
vergnügen, vndt des diensts der creaturen, mich hin-
führo, nicht berauben, noch ferrne sein laßen!
Je presage encores des malheurs, que Dieu vueille
benignement divertir, par sa Sainte grace!
<Jtem: Euer fürstlich gnaden hertzliches erbarmen, helt sich hart, gegen, mir vnschuldigen.>
Ah malheureux animal, quj a estè si ingrate-
ment recompencè, de tes fidels services! par stüpidi-
tè, & retenuë, par orgueil, par avarice & par
inadvertence de ton maistre, que tü aymois,
auquel tu confiois, & quj devoit estre
ton garand & protecteür, mais t'a laschement
& vilainement abbandonnè, comme ün pau-
vre agneau, a la boucherie, & a la rage des
loups ravissants, et mèscognoissans!
Dieu me vueille pardonner, ceste lourde &
tousiours deplorable faulte! & precipitatio[n!]
Tobiaß Steffeck von Kolodey haußfraw,
ist nach vieler außgestandener angst,
vndt schmertzen in partu, endtlich durch
Gottes gnadensegen, eines iungen Sohns genesen.
Gott stärgke, segene, vndt erfreẅe ferner
in vnserm Schloß, alles, waß in seiner handt ist
vndt seye gelobt, vor seine gaben!
Doctor Brandt der medicus, ist extra zu Mittage bey
mir gewesen, klaget v̈ber daß tertianfieber
vndt andere böse ascendenten, invidos, & æmulos.
Rector Hesius ist bey Mir gewesen.
Abendts spatziren, mit Meiner freundlichen herzlieb(st)e Gemahlin. et cetera
<2 hasen, von Ballenstedt. Regen, windt perge>
Weil heütte schreibtag, vndt correspondentzTag
ist, alß habe ich allerley zu expediren gehabt.
Postea auf meine felder spatzirt, vndt
allerley zu thun gehabt.
Die Regierung von hall hat an mich geschrieben,
wegen des Kläfhähns, zwar höflich, vndt begehrt
restitution, seines angesprochenen pferdes, in der beylage,
seiner supplication aber, an den Ertzbischof,
bittet er, dem MüllenVogt zu Magdeburg befehl
zu ertheilen, damitt die Bernburger wagen
vndt pferde daselbst in ihren commerciis verar-
restiret werden möchten, biß er satisfaction
vom Werder zu Gröptzig erlange, vndt
er hette beweiß genungsam beygebracht, der
Bohte von hall auch, hat mündtlich dörfen
sagen, wann man ihm nicht resitution thete,
wollte man zu hall, oder Magdeburgk, schon
pferde genung verarrestiren, welche verbotte-
ne repreßalien, mich gleichwol schmertzen müsten,
zumal, da keinem alhier, die justitia denegirt wirdt.
On m'attacque de tous costèz, afin de m'achever
a rendre malheüreux!
Es ist abermalß Numero 11 eine relation einkommen, vom
Doctor heger. Es hat competentzstreitt gegeben, mit Savoy,
vndt andern. Sonderlich auch, hat Chur Bayern, stargk der Cron
Schweden, contradicirt, wegen des prætendirten vorzugs,
wegen Brehmen, vndt Verden, mit scharfer contradiction,
vndt andere mindere, seindt auch rege gemacht worden,
præcedentzStreittigkeitten, zu erregen. Saxen hat
gewaltig wieder Sophoy, invehiret, wegen der præcedentz,
wiewol sie von einem hause, sein wollen, vndt So-
phoyscher gesandter, diesen behelf, zum meisten angezogen,
daß ein hertzogk von Savoye, anno 1541 auf einem
ReichßTag, zu Regenspurgk, baldt neben zweyen
Pfaltzgraven12, geseßen, vndt hingegen Saxen Altenburg
beweisen wollen, es würde Savoya nur alß
ein Graf, im Reich, consideriret. Die Prælaten
die graven, vndt andere Stände, haben auch disputiret,
vndt allte neẅerungen anziehen wollen.
Gleichwol wirdt vnangesehen aller dieser Va-
niteten der friedensschluß noch gehofft, in Kurtzem[.]
Gott wolle es geben! & que mon coeur soit content.
Ein Somnium gehabt, wie wir in des præsidenten
hause alhier zu Bernburgk, eine zusammenkunft
|| [[Handschrift: 105r]]
gehalten. Es wehren viel vom adel auch beschrieben
gewesen, vndt alles schwartz gegangen, in Trawer-
Mänteln, wie auch die herrenvettern. Der Præsident
Börstel, hette noch gelebet, vndt wehre vndter den
Jungkern, vndt Adelichen Rähten, noch vor vnß hergegan-
gen, darüber ich mich verwundert, vndt besorget,
er möchte auf dem convent vndt LandtTag, noch et-
waß böses, wieder mich erdengken vndt practiciren.
Alß man nun schlafen gehen sollen, wehren oben viel
verwirrete irrgänge, zu den kämmerlein vndter
dem dache gewesen, (in deren eines ich gegangen,
durch nachforschung bey anderen leütten) da ich dann
auch, ein schlechtes Losamentlein gehabt, vndt durch
enge krumme stiegen, hinauf gehen müßen. Als ich
nun gar alleine gewesen, vndt hinein gegangen,
hette ich nicht schlafen können, wehre einmal vors
gemach hinauß gegangen, vndt hette vor einem
nahen kämmerlein (gegenv̈ber des meynigen) einen
vnbekandten kerll, stehen sehen. Deme hette ich zu-
geredet, vndt alß er gesaget, er wehre Pansens
bruder, vndt wartete vorm gemach auf, (dahin er
vom Præsidenten bestellet wehre) hette ich allerhandt
mit ihm geschwatzt. Da hette er vndter andern auch
erwehnet, ob ich auch wüßte? daß Sein bruder Geörg
Panse einen Schatz hette, von schönen goldtstügken,
|| [[Handschrift: 105v]]
damit köndte er mir wol außhelfen. Er wolte sie
ohne daß, außthun, vndt verleyhen, vndt wenn ich sie
sehen wollte, köndte er mir sie wol vorzeigen.
Welches auch geschehen, vndt wehren nahe bey ein
200 große vndt kleine goldtstügke, Frantzösi-
sche, vndt Spannische sorten, von +kronen, goldt-
&<kr>onen, pistoletten, vndt allerley seltzame gattung
gewesen, er hette auch gesagt, er hette noch mehr,
vndt einen andern, vndt größeren Schatz,
vndt wolte meinent wegens, mit ihm reden,
Damit er mich in itziger Noht, nicht ließ.
Darüber kahm ich durch viel irrwege, vndt enge
treppen, wieder hinundter, in Fürst Augusti losament,
fandt aber niemandts, alß ein par Trabanten,
Dieselbigen sagten, es wehre alles hinweg,
vndt Niemandts mehr vorhanden. perge
Jch, vndt Meine herzliebste gemahlin, haben heütte Morgen,
wiederumb, vom Balsamo Vitæ, gebraucht. Gott gebe zur ge-
deyligkeit, vndt vermeinen die præparation deßelbigen,
in der Medulla Distillatoria des Kunrahts, gefunden
zu haben, Gott gebe zu großem glück vndt segen[.]
A spasso auf meine breitten, plaignant mes pertes,
& malheur en attendant la benediction de Dieu, avec
souhaits, & meilleure esperance! Spes (sæpe) non confundit.13
Der kleine Kersten, mein lackay, ist glücklich wieder, von
Jngolstadt, Ortenburgk, vndt Nürnbergk ankommen.
Sed re infecta, en mes destresses! Pacience, par force!
Er hat auch schreiben vom Grafen von Ortenburgk,
vndt Ern Thülemayern, an mich, mittgebracht. perge
Samstag♄ den 26ten: Juny: 1647.
Es hat gestern, vndt heütte vielfältig, geregenet,
wirdt das getreydig, noch mehr niederschlagen. perge
Daß obst, so gestern, Rindtorf, vndt Philip Güder
auf meinen befehl, besehen, in den alhiesigen püschern,
wirdt auf 40 ThalerThlr: angeschlagen, in allen gehöltzen
zu Pfuhle, zu Grähna, zu Aderstedt, Jtem:
im Dröbelischen holtze, Tannenwerder, vndt
Krumphalse. Darauß siehet man, den
großen abgang, sieder der Kayserlichen vndt Schwedischen
armèen, vorgegangenen ruinirung. Dann auß
dem Krumphalß alleine, vor diesem, wol
100 ThalerThlr: vor obst, einkommen können, manches iahr.
Die baẅme wachßen, so schnell nicht
wieder, als sie vmbgehawen werden! Proh dolor!
Jm Dröblschen holtze sol sonsten an itzo viel Eichel-
mast vndt haselnüße zu befinden sejn. Gott zeiget
segen, wer es recht köndte genießen! hier, vndt dar!
L'èstrange impression d'esperer tousiours de re-
voir & ravoir encores, mon chery cheval, se perd,
quand ie pense 1. Comme il estoit assèz vieil,
pour ne pouvoir endürer, & souffrir les tracas,
des mains saulvages, & inexorables, de ceux,
auxquels il parvint contre ma volontè,
& qui ne luy ont laissè, aulcüne relasche,
com<comme> s'ils l'eussent voulü tuër, mal á propos?
2. Que non seulement les courses jmmoderèes, a
la chasse, mais depuis l'inquietüde, de le faire
labourer aux champs, & a la charruë sans
intermission, en la chaleür & aultrement, l'ont
accablè indübitablement. 3. Les lettres de Son-
derbourg, me mandent en termes expréz,
qu'il n'est plüs en estre, & qu'il est devenü
si miserable, maigre, et chetif, qu'il a fallü
atteller a üne charruë, il y a desia long temps.
Ouy da? mais quelle Tirannie l'a occasionnè?
Le meilleur cheval dü monde, n'est pas de fer, ni
de pierre, ains de chair et d'os. Si on l'eust èsparg-
nè & laissè reprendre ses forces & vigueur, il se
füst sans doute encores long temps conservè, &
n'auroit pas manquè de faire service, à propos.
|| [[Handschrift: 107r]]
4. De Brehmen l'on me mande pareillement qu'il est
devenü fort chetif, a la fin. Peut estre; qu'il a estè tres-
mal pensè, & non seulement fort rüdoyè de coups, & de
carrieres hors de propos, par des gens pesants, & cor-
pülens, quj l'ont montè avec brütalitè, sans l'e
avoir pitiè d'ün si genereux & bon cheval, & sans re-
cognoistre sa Vertü. Peüt estre aussy, qu'il s'est
contristè, de m'avoir perdü, & d'estre ainsy lamen-
tablement abbandonnè de moy, sans son merite,
car je l'ay apperceü de ceste iolye beste, qu'elle
estoit fort avisèe, & devenoit triste & maigre,
lors que ie m'en allois quelquesfois, sans elle,
nonobstant qu'elle n'eust faute de rien, cependant.
Mais ie ne puis cesser, de la plaindre! & ie di-
ray donc avec ün grand regret: Je ne te reverray jamais
plüs, mon cher favory Türcq! qui me rendois de si
grands services, & m'estois si aggreable, me cog-
noissant si bien, & m'estant plüs fidelle, que ne
peüt estre le meilleur serviteur, en plüsieurs choses.
Tü ne sentiras maintenant plüs de mal, en
ayant souffert seulement trop, innocentement:
Tü me courrois apres, comme ün chien, & ie n'ay pas
voulü te suivre, ou faire suivre á temps, d'üne pauvre
mot, quj eüst peü saulver ta vie. Ah malheureux; & ingrat
que ie suis, &<je> detesteray ceste malheureuse heüre toute ma Vie!
Avis: daß die Bude, vndt Lythe, sich sehr ergeüßen
vndt man an itzo, gen Staßfurth, nicht kommen kann.
Zu Quedlinburgk vndt an andern orthen, sol groß
gewäßer sein, sonderlich zu Gaterschleben, an deßen
man vermeinet, es komme von wolckenbrust her.
Die Sahle ist alhier nicht groß, aber hindter
Nienburgk wol, so baldt die Bude hinein
kommen. Viel getreyde sol v̈berschwemmet
sein. Zu Altenburgk sollen auch Todte pferde
mit Sattel, Zeüg, vndt pistolen, geschwummen
gekommen sein. Gott bewahre einem ieglichen das seine.
Sonntag☉ den 27ten: Juny: 1647.
Jn die kirche vormittags, conjunctim, Text: vom großen
Abendtmahl14. etcetera
Nach der mahlzeitt, ist Schwester Sofia Margrit<h>e
alhier ankommen, mit schreiben, vndt begrüßungen,
en assèz bons termes, et cetera.
Augustus Ernst von Erlach, hat sich beschriebener
maßen, eingestellet, zur aufwarttung, et cetera.
Nachmittags, conjunctim wieder in die kirche,
des Diaconj Jonij catechismjpredigt anzuhören. Darnach
ist Tobias Steffegk von Kolodey, sein Söhnlein getauft,
vom hofprediger Theopoldo, aufm alltar, in der kirche,
|| [[Handschrift: 108r]]
worden, vndt ich habe es selbst, auß der Taufe gehoben.
Man hat es Christian Erdtmann, genennet, nach
Mir, vndt meinem elltisten Sohn. Die gevattern,
darzu, erbehten, wahren, 1. Jch, 2. Schwester Sofia
Margaretha. 3. Mein Sohn Erdtmann Gideon, deßen
stelle, vnser allter Raht, sein vndt seines bruders
gewesener hofmeister, Melchior Loyß, vertretten,
4. des hofmeisters Einsidels haußfraw, stunde
persöhnlich. 5. Abraham von Rindtorf, Mein
CammerJungker stunde auch selbst. 6. Jtem:
Jungfraw helena von Wahusch, Meiner herzlieb(st)en gemahlin
hofiungfraw 7. Item: der Superintendens alhier,
Er Plato. 8. Jtem: deßen haußfraw. 9. Secretarius
Paulus Ludwig, an stadt, des allten Reichsagenten,
Johann Loẅ zu Wien, welcher Meinem Tobias
verschwägert ist. Gott Lob, das dieser Christliche
actus wol vollnbracht ist, er gebe ferrner
gehörigen segen, vndt gedeyen! Zeitlich, vndt ewig!
Alß wir wieder nach hof gefahren, ist baldt
darnach, aufm Schloße, in der wöchnerinn
zimmer, die gewöhnliche glückwüntzschung,
vndt præsentirung, verrichtet worden. Jch habe
mein geschengke, vndt meines Sohns, zugleich, durch Mel-
chior Loyß, v̈berlifern laßen, vndt Sie haben vndter
sich hernacher eine collation gehalten, vndt damit beschloßen. et cetera
Extra geg<zur> abendtmalzeitt: Erlach, wie auch die
Krosigkinn zu Erxleben, vndt jhre Tochter15. perge
<Regen.>
Der pfarrer von Reinstedt, ist alhier gewesen. Klaget
daß sich die Selcke alda gählingen ergoßen, ihm einen
stall eingerißen, vndt großen schaden, auch andern
leütten gethan, wehre aber gar baldt, mit solcher
impetuositet, wieder verfloßen. Die lihte, die
Bude, die Wipper, die Ogker, vndt andere waßer,
so auß dem hartz entspringen, sollen sich auch gewaltig
ergoßen, an getreydig, graß, theilß auch an Menschen,
vndt vieh, schaden gethan haben. Jn der güldenen
awe, vndt andern niedrigen orthen, thälern, vndt gründen,
sol daß getreydich, mächtig verderbet sein.
Gott beßere den zustandt! vndt gebe vnß alles,
waß vns nützlich sehliglich, vndt gut ist! Vmb Christj
willen, Amen!
Mein bruder, Fürst Friederich ist mit seinem Schwager, dem
Graf Moritz von Naßaw, beynebens deßen freẅlein
Schwester, wie auch seinem Söhnlein, anhero kommen.
hat seinen hofmeister Freybergk; des grafen hofmeister
Sally, vndt noch einen vom Adel Remont, mittgebracht.
Seindt zu Mittage, alhier geblieben, vndt haben sich
laßen wol sein, darnach seindt Sie auch gen Plötzkaw
|| [[Handschrift: 109r]]
mitteinander gezogen.
Extra: war bey Mir: Erlach, wie auch die Krosigkinn, vndt
ihre Tochter16.
Mein bruder brachte mitt, schreiben in publicis: 1. wegen
außschreibung der contribution, 2. wegen abschickung an
General Maior Königßmargk. 3. wegen der Bambergischen
Lehenssache. Jch habe mich in allem, pro libitu[!], erklähret[.]
Bürgermeister Döhring, vndt Othmar, haben sich an Fürst Augustum
gehengkt, vndt sich v̈ber mich beschwehrt, daß ich sie
solte v̈bereilt haben, mit dictirter Strafe, (quod
non est sic) vndt ejne bewegliche jntercession
außgewürckt. Mais ie ne crains point, telles
impertinences. Gleichwol ist der gute Doctor Brandt,
sehr vnwillig, bestürtzt, vndt perplex darüber worden,
also daß von zorn, vndt vnmuht, in so vnbillichen
vngerechten dingen, sein fieber, sehr zunimpt. perge
Gott wolle ihm linderung, vndt beßerung verleyhen!
Mein Bruder, hat gar freündtlich, mit Mir conversirt,
vndt mine gemacht, alß ob ihm, brüderlicher accord,
sehr anstendig wehre? Gott gebe! Das es ernst seye!
Je luy ay dit; que ie craignois, perdre la Vie eter-
nelle, sj ie continuoï, a vivre, en telle dèsfiance,
& mesaise, a l'occasion de nos differends. Il l'a èscoutè,
faysant semblant, de le prendre á coeur!
<Regen, windt die gantze Nacht.>
Der windt hat diese Nacht, ein gantz fach, in der
Mußcketirer quartier, eingeworfen, vndt in dem
Frawenzimmer, <auch sonst hin- vndt wieder> hats eingeregnet, also das die Jungfern,
in den betten, nicht bleiben können. Solcher gestaltt siehet
vndt spühret man noch, die reliquien, der verwüstung
der armèen, vndt wie die stügke, daß hauß erschüttert,
vndt heimliche brüche vervhrsachet? Gott
bewahre, vor mehrerem vnheyl! vndt vnglück!
Avis von Strehlitz, das daselbst, schwester
Sybille Elisabeth, sehr v̈bel auf seye, J'en
apprehends, des mauvayses nouvelles! Dieu
la vueille consoler! & l'assister paternellement!
Mit dem Amptßraht Panse, conversiret. perge Darnach
ist Secretarius Paulus Ludwig Geörg Reichardt, Geörg Knüttel an
stadt Melchior Loyß, <vnd> Iakob Ludwig Schwartzenberger kommen, haben sehr
mit Pansen contestirt, (weil ich die monopolia einzustellen,
vndt gleichheit zu halten mit den brawen gesinnet,
die reichen aber alles vermögen, an sich ziehen möchten)
vndt viel einstreẅens gemacht. Difficilia! quæ pulchra!17
Paul Ehling, ist von Hamburgk wiederkommen, mit
schlechtem Trost, wegen meines verlornen Türgkleins,
deßen Vndtergang vndt Trawriges <ab>scheiden, mich in Mei-
nen gedangken, fort vndt forth, exagitiret. Gott erbarme es[!]
|| [[Handschrift: 110r]]
Er Andreas Hesius, ist nachmittags, bey mir gewesen,
hat mir sehnlich valedicirt, accingendo se adjter,
ipsi injunctum. Gott gebe ihm glügk, vndt segen!
Succeß, vndt alle gedeyliche wolfahrt, zu vn-
serß ministerij, Nutz, vndt aufnehmender beßerung.
Faxit Deus Omnipotens! Amen! Amen! Amen! perge
Avisen von Leiptzigk, berichten des Kaysers
ankunft zu seiner armèe in Böhmen, vndt daß
General Wrangel, großen ernst, vor Eger gebrauche.
General Melander, soll ein Süpplein, bekommen haben.
Gott bewahre ihn davor gnediglich.
Jn Engellandt, sol <general> Fairefax, den König, haben
mit 1000 pferden, auß seinem arrest, geholet, vndt
die gantze Parlamentarische armèe, mutiniret,
vndt dem Könige, beygefallen sein.
Der Ertzhertzogk continuirt seine progreßen
in Flandern, hat etzliche plätze noch occupiret.
Die Frantzosen, rüsten sich zum secourß.
Printz von Condè, lieget noch vor Lerida, vndt es
gehet daselbst, noch scharf her.
In Italien prosperiren die Spannischen wapen,
nach deme sie Nizza della Paglia, eingenommen.
Die Venezianer, defendiren sich wol; wieder dem
Türgken, zu waßer, vndt zu lande!
Die Staden vndt Spannischen stellen sich zwar friede-
fertig an, rauben aber einander leütte, vndt Schiffe,
wo sie nur können, vndt mögen.
In Brasilien, prosperiret die WestIndianische
compagnie, wieder die Portughesen, in der
Bahia de Todos los Sanctos; nach deme Sie,
die Insel Tabarica, eingenommen, vndt manuteniret.
Der herrenTag, zu Coppenhagen, sol sich,
ohne Schluß, geendiget haben. Die Schwedische
Schiffarmada, sol durch den Sundt, paßiret sein.
Der Pollnische ReichsTag, sol auch zu ende,
gebracht sein.
General Königßmargk, lieget vor Wiedem-
brügk in Westphalen, theilß vermeinen auch,
vor Meppen.
General Mortaigne, continuiret seine progreß,
in heßen. Lieget an itzo, vor Rheinfelß.
Es continuiret, daß die Deützschen trouppen,
dem Visconte de Türenne, v̈bern Rhein, nicht
folgen wollen, sondern beruffen sich, auf ihre capitula-
tion, darinnen Sie nicht, in Flandern, bestellet,
sondern auf des deützschen boden, zu kriegen,
also: das ihm diese vnordnung, sehr perplex macht.
<Buon tempo.>
Jn die wochenpredigt, da dann viel von der brüder-
lichen versöhnlichkeit, geprediget worden, Gott gebe
eintracht! vndt friedtfertige gedanken!
Extra: zu Mittage, den hofprediger Theopoldum
vndt viel mit ihm conversirt perge
A spasso hinauß nach Pfuhle, auf meine wiesen,
so dann auf meine ägker geritten, dieselben zu besehen.
Böse briefe wegen des Deßawischen convents be-
kommen. Die herrnvettern, vndt Mein Bruder, haben
sie mir zwar addressiret, vndt es ist der rähte
gutachten. Fürst hanß aber, hats nicht subscribiren
wollen, vnangesehen man ihn darzu, invitiret gehabt.
