Montag☽ den 1. May; 1648.
<3 hasen>
Diese Nacht, haben wir auf dem Schloß
alhier zu Bernburgk, einen stargken
alarm gehabt, in deme die Soldaten
in der Stadt, einen Mayenbawm, vor
ihres officirers losament aufgerichtet,
vndt viel Freẅdenschöße1 gethan.
|| [[Handschrift: 432r]]
Man ist lange in dem wahn gestanden,
alß wehren ihnen, die Kayserlichen eingefallen,
biß man es v̈ber das waßer herüber,
recht erfahren.
Jch bin hinauß hetzen geritten, vndt
haben 2 Rämmeler, vndt 1 häsin gefangen[.]
Die häsin hatte 5 iungen im leibe,
welcher schade vngerne geschahe.
Wir hetzten auch einen wolff,
zwischen Wedegast, vndt Poley.
Die windthunde kahmen gar von
weitten an ihn, stießen ihn dennoch
zweymahl v̈bern hauffen, kondten
ihn aber nicht v̈berwältigen, also
gienge lupus durch, weil auch die
winde sehr müde, vndt solcher hatz
vngewohnet wahren, wehre sonst
ein feines wildpreth, auf Walpur-
gis, den ersten May, gewesen.
Extra zu mittage, neben Wahusch,
Doctor Mechovium gehabt. et cetera
|| [[Handschrift: 432v]]
MeineSöhne, seindt Nachmittags mit ihren Schwester-
lein, nacher Palbergk, gefahren.
Schreiben von Wien, vndt Berlin,
mit der ordinarij.
Die avisen von Leiptzigk, confirmi-
ren meistentheilß die avisen von
Erfurdt, vndt amplificiren dieselben.
Dienstag♂ den 2. May: 1648.
Tobias Steffeck von Kolodey ist gestern abends Gott lob,
noch, nicht ohne gefahr, glügklich
wiederkommen. Deus det progressus!
Avis von Ballenstedt daß der Obristleutnant
Israel gesinnet, daselbst rendevous
zu halten. Nulla calamitas sola!2
Die Reütter hausen auch dorth, wie
Sie wollen, reitten hetzen, biß an
Ballenstedt hinan, plagken die
Schäfer, Schmide, wagener, vndt
Müller, maßen Sie den Triftschäfern
am Hartz, sondlicher zu Ballenstedt v̈ber
die 200 ReichsthalerRthlr: abgeplagkt haben,
von denen ich nicht habe 20 ThalerThlr: er- || [[Handschrift: 433r]]
langen können.
Schwester Sofia Margretha ist hinüber nacher Plötzka.
Der Oberste Kinßky, ist hiedurch paßirt,
nacher halla zu. Jch habe ihn invitiren
laßen, er hat sich aber dißmal excusiret.
Avis: das sie zu Cöhten, einen vnglügksehligen
schubkärner ertapt haben, die Schwedischen Soldaten,
welcher ein Kayserlicher kundtschafter sein solle.
Gott erbarme sich seiner!
Der cornet alhier, sol noch gestern gesagt
haben, er hielte sich an seine ordre, sein
kopf stünde ihm darauf, wann er sich sol-
te iemands anders, (er seye auch, wer
er wolle!) irr machen laßen. Er müßte sich
vorsehen, vndt verschantzen, aufß beste als er
köndte, vndt solte er auch, alle häuser,
vmb daß rahthauß herumb abbrechen,
vndt einreißen laßen. Er hette auch ordre,
sonst nach niemandt, alß nach seinem Obristleütnant
zu fragen, vndt deme, zu pariren.
Jm lande zu Lüneburgk auf der heyde,
sol vnlengst eine partie Reütter, viel
Fuhr: vndt kaufleütte angegriffen haben
vndt als dieselben, sich wol gewehret, haben Sie zweene
Feldtstügken herbey bringen lassen, vndt
|| [[Handschrift: 433v]]
damit die wagenburgk beschoßen, viel beschä-
diget, vndt alles v̈berwältiget.
Jtzt, in dieser währenden Leiptziger
Meße, sollen viel fuhrleütte von
Cöln, vndt Franckfurt, dahin gehende,
vmb Erffurdt herumb, angetastet sein,
die gühter aufgehawen, vndt preiß
gemacht worden.
Sonst vermeiden die wagen, vndt
fuhren, diesen orth, vmb der Soldaten
willen, vndt es sollen v̈ber 150
fuhren, auf Nienburgk, vndt Calbe
derentwegen zu, gegangen sein.
Noch wollen mich die Soldaten v̈ber-
reden, es bringe mir die Einquarti-
rung, keinen Schaden, an meinen
intraden! Sic mundus vult decipi!3
Die Maykäfer thun in den gärten,
vndt weinbergen, großen schaden,
So hat mir die kälte, vndt vergange-
ne fröste voriger etzlicher Tage,
vndt nächte, daselbst, (der wintzer
bericht nach) nicht geringen schaden zugefüget.
|| [[Handschrift: 434r]]
Gegen abendt, ist ein stargker windt kommen,
regen, donner, wetterleüchten. Gott seye vnß
gnedig! Kirie Eleison; Christe Eleyson; Kyrie Eleyson.
Vnsern neẅen bereütter, habe ich meinem Bruder,
Fürst Friderich zugeschigkt, weil derselbige, iunge
pferde itzt hat, ich aber, mit schulpferden,
nicht versehen bin, ob er Jhrer Liebden anstendig sein
möchte? Gott gebe v̈berall glügk, vndt
segen, vndt waß vnß sehliglich, vndt gut ist!
Vmb Christj Iesu willen, Amen! Amen! Amen!
Ô Dieu, rends moy la liesse perdüe, deli-
vres moy de mes tribülations, & afflictions,
comme aussy des grandes adversitèz& ten-
tations adversantes; qui m'accableroyent
sans doubte, si ta bontè ne sübvenoit a
mon infirmitè & grande misere? Ô Dieu!
Meinen Schafen, habe ich heütte die
winterwolle abnehmen laßen, in præsentz,
Hanß Tappen, vndt Hanß Fritz Eckardts,
es ist aber wegen des vngestümen windes,
vndt regenwetters, kawm die helfte abge-
schnitten, vndt nur darauß 2 große Sägke
voll geworden. Die weiber von Palberg, seindt auch
aussen blieben.
|| [[Handschrift: 434v]]
Ich habe nachfolgende species:
| 13 | alte Bögke. | |
| 342 | alte Schafe. | |
| 5 | iährlings bögke. | |
| 85 | iährlings zibben. | |
| 90 | iährlingß hammel | |
| 306 | lämmer | |
| Summa | 841 | Stügke |
| 210 | knechte schaffe darzu. Faciunt | |
| 1051 | in meiner weydetrifft. et cetera |
Mittwoch☿ den 3. May: 1648.
Am heüttigen BehtTage coniunctim
zur kirchen Text: noch von der Sodomis Historia4.
L'alto signor; dinanzi a cuj non vale,
Nasconder, ne fuggir, ne far diffesa,
D'un bel piacer m'havea la mente accesa
Con un'ardente, ed amoroso strale.
E ben che'l primo colpo aspro mortale,
Fosse da sé, per avanzar sua impresa
una saetta di pietate hà presa,
E quincj, e quindi, il cor punge et m'assale.
|| [[Handschrift: 435r]]
L'una piagha arde; e versa fuoco, e fiamma;
Lagrime l'altra; che'l dolor destilla,
Dagli occhi miej, del vostro stato rio,
Nè per due fontj sol'una favilla,
Rallenta dell'incendio; che m'infiamma;
Anzi per la pietà; cresce il desio.5
Nachmittags bin ich hinauß gefahren mit Meiner
herzlieb(st)en gemahlin, vndt Schwester Bathilde, nacher
Palbergk, aldar die iungen fohlen besehen,
collation gehalten, vndt also wieder nach hauß.
Meine Söhne (so mitgeritten) haben vn-
dterwegens 5 hasen gehetzt, 3 darvon,
mitgebracht, 2 seindt in fuchslöcher kommen.
Risposta von Plötzkaw, wegen des bereütters.
Die Mußcketirer habe ich examinieren laßen,
vndt in großem Jrrsahl befunden.
Diesen abendt hat mir, mein cosulent
der Syndicus Jehna zugesprochen, vndt man-
cherley referiret. Er zeücht nacher Cöthen.
Iddîo consolj' tuttj quantj son tribolatj!
heütte seindt wieder, in præsentia hesternorum
2 große Sägke, vndt 1 kleiner, mit
wolle, gefüllet worden. Gott gebe glügk!
heütte ist der alhier zu Bernburgk, auf exe-
cution liegende Axellillische Fendrich6,
hinauß hetzen geritten, mit einem Tür-
gkischen pferde, ist gefallen, vndt hat
einen arm gebrochen. Ist ein Vnglügk!
victualien, vndt ein hase von Ballenstedt
Avis: daß der iunge Marggrave zu Bareyt,
zwar noch lebe, aber schwehrlich ver-
wundet seye! Gott verleyhe zeitliche,
vndt geistliche beßerung!
Donnerstag♃ den 4ten: May: 1648.
Ie suis sorty, voir les flèds, en mes
campagnes. Dieu les benie!
Risposta, von Cöthen perge Riscritto dahin.
A spasso, zur Mühle in die Fischerey,
vndt haben drey kaapen gefangen.
48 Stein, 20 Pfund (libra)℔ hat die wolle
gewogen. Matz Vrlob, kaüft sie mir ab,
gibt 2 ThalerThlr: vorn Stein, der Schäfer
zeücht seinen 5ten: theil, darvon abe,
alß: 9 Stein 11 Pfund (libra)℔: restiren Mir 38 Stein:
machen 76 ThalerThlr. in præsentz Hans
Tappen, vndt Oberlenders. et cetera Deus benedicat!
Freitag♀ den 5ten: May: 1648.
Jch habe mit großer verwunderung, des
Thomaso d'Aniello seine geschichte gelesen, wie
er vorm Jahr, in der <Königl(ichen)> großmächtigen Stadt
Neapolis, auß einem armen fischer <24 iahr altt> ein
großer herr, regent, General, vndt
Tirann, eines großen volcks worden,
anfangs zwar, mit großem verstandt,
vorsichtigkeit vndt bescheidenheit; daß
commando erhalten, vndt geführet,
Nachgehends aber die schrangken der
moderation v̈berschritten, das große
glügk (so ihn, vnerhörter weyse, im
absoluten commando v̈ber 600000 Seelen,
vndt darundter, 200000 kriegsleütten,
gar zu hoch, erhaben7,) gemißbraucht,
tirannisirt, eyd, vndt zusage vergeßen,
vndt sich selber nicht mehr zu gubernj-
ren und zu moderiren gewußt, vndt
also, auß befehl des ViceRè, von 4 Edel-
leütten erschoßen, vndt das volck von
ihme, wendig vndt abfällig gemacht worden.
Darumb heißt es allezeit: Respice finem!8
|| [[Handschrift: 436v]]
Zu verwundern, ist gleichwol seine dexteritet,
ein so mächtiges großes volck im gehorsam eine
lange Zeit, zu erhalten, vndt in solchem gehor-
sam, dergleichen ein türckischer Sultan kawm
zu prætendiren. Item: das er allezeit, bey
solchem vnwesen, vndt aufruhr, des Königs in
Spannien person in hohem respect, vor sich,
vndt bey dem Volgk, erhalten, wie
auch den ViceRè, vndt Ertzbischoff, sehr
geehret, keine Schätze begehret, son-
dern endlich gar dem Könige von Spannien,
ein donativum oder gabe, von fünff
millionen, offeriret, welches er vom
Volgk, erhalten hette, wo er nicht
umbkommen wehre? Den Adel, vndt
die Zölle einnehmer, (worumb ge-
stritten worden, vndt die confirmationes
Privilegiorum Carolj Vti et Regis Ferdinandi
begehret) hat er sich sehr zuwiedera
gemacht, viel haüser verbrandt, eingeäschert, zerstöhret, andere graw-
samkeitten verv̈bet, sonst aber
allerley artes imperandj, an sich gehabt,
|| [[Handschrift: 437r]]
wann er nur seyn großes glügk mäßigen, sich
darin schigken, auch zu rechter Zeit, aufhören
können!
Ô mille volte fortunato; e mille;
Chi sà por meta; a'suoj pensieri;
in tanto, che par vana speranza immoderata;
Di moderato ben, non perda il frutto!9
Gestern abendt spähte, ist vnser Obrist Leütnant Israel,
Isaacs Sohn, wieder anhero kommen, vndt diesen
Morgen, ehe er wieder forth gezogen, nach werninge-
roda hin, vier der besten Bürgerpferde, durch den
cornet, zum vorspann, nehmen laßen, vndt nicht der
reyhe nach, (wie vndter den bürgern braüchlich,)
solches concediren wollen. Zu dem, hat er der Obristleutnant
diesen morgen frühe, mein provision hauß, vnbefragt
meiner, durch den Schlößer, eröfnen, vndt daß vor-
hengeschloß, darvon abschlagen laßen, vndt erwiesen,
daß er nichts nach mir fragete. Er hat auch den
Bürgermeister Sehse zwingen wollen, ihme 40
baẅme, steine, vndt andere materialien,
darzu, zu schaffen, weil er daß provisionhauß,
befestigen müste. Weil ihm darneben der arme
Schmidt, nicht sagen können, wie digke die maw-
ren, vndt gewölber am hause, vndt im Keller daru-
ndter, hat er ihn zu prügeln <undt zu hawen>, gedroẅet, vndt auff
der Bernburger, ihre vntreẅe (Nota Bene: gesuchte vhrsach)
geschmähet, vndt das man ihm, in keinem Dinge helfen wollte.
|| [[Handschrift: 437v]]
Er hat auch gesaget: er hette an einem orth, wol
gehöret, daß ein einiger Bürger alhier, wol so
reich wehre, alß 1⁄4 der gantzen Stadt Cöthen, vndt
daß man alhier, nicht so sehr verderbt wehre,
alß man vorgebe, worinnen vnsere recht
vntreẅe vnchristlich nachtbaren, oder
verleümbder, vnzweifelich, der warheit
gespahret, vndt vnß vervnglimpfet haben,
mit wißentlichem, vorsetzlich, falschem,
boßhaftigen, verleümbderischem hertzen!
heütte seindt die Mußcketirer, mit
Girßbegken, confrontiret worden. Jch habe
befohlen, den casum zu verschigken.
Gestern ist der brawer, heütte der
Große Kersten, vndt dieser letzte, auff
meiner Ellteren Söhne vorbitt, auß dem
gefängnüß des Eülenspiegelß10, mit gewalti-
gen correctionen heraußgelaßen worden.
Gott gebe buße, vndt beßerungen!
Extra zu Mittage, den CammerRath, Doctor Mechovium
gehabt, vndt allerley expediret.
Zu abends, spatziren, gegangen.
Der Obristleutnant sol auch diesen Morgen gedroẅet haben, in
kurtzem, das gantze Regiment alhier zusammen zu führen
|| [[Handschrift: 438r]]
Vielleicht gedengkt er, durch solche minas mehr geldt zu schneiden!
Am Dinstage hat das schwehre wetter zu halle vndt
zu Wettin, eingeschlagen, vndt häuser, vndt scheünen angezündet
mit großem schaden, auf etzliche Tausendt Thaler, geschätzt.
Gott bewahre vor fernerem vnheyl, allda, vndt alhier!
Es scheinet daß solche vielfältige nacheinander fol-
gende wetter, fast vnnatürlich seyen, vndt große
verenderungen, wo nicht, gar daß ende der welt
denotiren, vndt andeütten. Gott gebe, das wir
seine erscheinung, lieb haben, vndt er vnß berait erfinde!
ihn, mit freẅden, vndt sehnlichem verlangen, auf=
vndt anzunehmen, vndt gerne zu erwartten!
Samstag♄ den 6ten: May; 1648.
A spasso, con Madama, in garten, post expedita negocia.
Jch habe abermalß, seltzame visiones, vom hirten zu
Dondorff, durch den pfarrer von Kermigk, mir referiren laßen.
Gotte gebe gute zeitten! vndt wende alle Landt-
plagen, vndt Strafen, in väterlichen gnaden, von
vnß abe! vndt helfe vnß, ad pristinam fortunam!
Meine Söhne seindt hinauß, Schwester Sophia Margaretha
von hinnen, anhero zu begleitten.
Il mio cordoglio, per la morte d' bue <grande bellissimo> innocentissimo
ed a me aggradevolissimo s'accresce giornalmente,
io non posso sbrigarmj di quest'affanno, e credo senz'
altro, che dinoterà a me, una mala ventura, e
forse la morte mîa medesima, se Iddîo non mi fà grazia?
|| [[Handschrift: 438v]]
di testficarmj, per un'altro segno;(havendo
miseramente disprezzato questo!) che vuole
divertire da me, e della mîa casa, la pena
meritata per l'inobedienza, ed errore
commesso, in questo medesimo, ed ogn'altro
fallo, rinuovando e rialzandomj, il solito
vigore della già continoua felicita!
Lo supplico, di farlo paternamente, e dj
non castigarmj, con più afflizzionj!
Di far morire, un bel animale, capo
d'un armento, nel fiore della sua età,
senza cagione apparente, solamente
per forza delle bugie Donnesche<di Donne, ragazzi, e bassa Plebe>, nonostante
il diletto ch'io havera sempre di vederlo,
che mi fù confirmato, per le ultime ca-
rezze che mj fece, lamentandosj <inusitatamente> a me,
come <come per instinto a Divino> suo vero Padrone, della sua mala
ventura quale antivedeva prudente,
mente chie'dendomi aiuto, e soccorso! Call'hora così facile; e si governava cosi saviamente,
come se fosse stato un huomo ragionevole,
facendomj stupire, di queste circonstanze,
del tutto insolite, e da me all'hora non bene <comprese>
|| [[Handschrift: 439r]]
tutto questo <havendolo vilmente dismenticato all'hora> mi fà credere & temere a me,
ed agli miej, veramente, con cordoglio gradissimo
una straordinaria sciagura, meritata da me solo!
Mà la pietosa misericordia del sommo Dîo, soprabonda
et sopravanza, gli nostrj errorj, e misfatti, pur
vuol essere lunghamente preghata, accioche
riconnoschiamo tanto meglio, li nostrj fallj commessj!
Sua grazia semperiterna sia lodata e celebrata
infinitamente, e voglia accompagnarcj sempre! Amen!
liberandocj di tanti affanj, e fastidij! Amen! Amen! perge
Vor der abendtmahlzeit, seindt meine Söhne, wieder-
kommen, haben zweene hasen gehetzt, vndt Schwester
Sofia Margretha, (deren auch Schwester Dorothee
Bathildis, entgegen gefahren) von Grähna,
(alda sie die iungen vettern, undt bäßgen, von
Plötzkaw gesprochen), mitgebracht. Gott gebe
ferner glügk! Liebe! vndt Eintracht!
Da pater augustam; mentj, conscendere sedem!
Da fontem lustrare bonj! Da luce reperta!
In te, conspicuos, animj defigere sensusa.11
Avis daß mir wol geschehen, daß in neẅligkeit, Graf
Kinßky, alß er hierdurch paßirt, nicht bey mir, eingela-
dener maßen, zur mahlzeit geblieben, Sondern forth, auf Halle
zu, paßiret, Sintemahl auf ihn vndt seine convoy der blinde
Valtin, sol auf der nähe einen anschlag gemacht haben, vndt da er
|| [[Handschrift: 439v]]
sich ein wenig aufhalten laßen, oder verspähtet, hette er
leichtlich ertapt werden können< vndt ich>, in großen verdacht
gebracht werden können. Gott sorget vor Vnß.
Wir wißen oft selber nicht, wie wir Vnser
vnglügk acceleriren, oder auch abtreiben sollen!
Gott wolle ferner, Vnser gnediger Schutz sein!
Jhm seye Lob, ehr, vndt dangk gesagt, allezeit,
vor seinen herrlichen beystandt, vorsorge,
vndt gnaden Regierung. Er wolle hinführo ferner
stets bey vnß, vndt Vnser Schirm sein!
Sonntag☉ den 7.: May: 1648.
I'ay sceu, que le Düc George Rudolphe de Lignitz
a donnè au Prince Augüste, l'an 1628 eststant en ce
pays icy, üne obligation, sür 10000 Dalers,
laquelle <a> estè payeè parfaittement, en diverses
annèes consecütifues, a cause dü bon service,
que le dit Prince a fait a ceste mayson là
apparentèe lors qu'il estoit leur Tüteur,
& maintenant, a ceste foire, il luy a pre-
sentè de nouveau, 800 Reichsdalers. C'est
üne grande bienvueillances, & amitiè,
oultre d'autres donatifs & minieres en
Silesie, & offres de faire dü bien a ses fils,
s'ils venoyent là? Ou trouverois ie pour moy,
|| [[Handschrift: 440r]]
ün tel parent, & üne telle fortüne? Ie suis trop mal-
heüreux, & d'aultant plüs, que ie vis en perpetuelle
esperance d'ün grand bonheur, mais tout gist en la
volontè paternelle, & souveraine, dü Toutpuissant,
lequel a ses heüres destinèes a la vraye occasion!
Se'l mio destino, non mi fece degno di gioire,
Non t'invidio nò, il tuo, mà piango il mîo!
Klagen, vndt supplicationes auß der Stadt, wegen des Obristleutnant
Israels scharfen hindterlaßenen befehlichs, zu einreißung
der haüser, vndt fortification des Rahthaußes.
Bitten vmb hülfe, Schutz, vndt zuschuß, von den
andern Aemptern, vor welche sie auch die execut-
ion leiden müßen. Der Axellillische Fendrich,
so numehr hinweg, hat v̈ber 200 ThalerThlr: gekostet.
Andere nebenspesen auf kleine aufwendungen,
v̈ber daß, machen 43 ThalerThlr: ohne die große
erschregkliche, vndt vnerschwingliche contribu-
tion. Gott mag vnß hindurch helffen!
vndt vnß, vndt vnsern armen leütten, gnedig sejn!
In die kirche vormittags conjunctim Dominica Vocem jucunditatis..
Gott wolle mein, vndt aller Christglaübigen gebeht,
im nahmen Iesu Christj, in kraft des heiligen Geistes,
gleichßfalß gnediglich erhören! vndt vnß gnedig sein!
Extra zu Mittage, nebenst Wahuschen, den Cammer-
Rath, Doctor Mechovium, gehabt perge
Nachmittags, cum sororibus & filiis, wieder in die kirche,
vndt Catechismuspredigt et cetera
A spasso con Madama in gartten.
Die Mußcketirer habe ich auß dem gefängnüß,
auf vielfältige vorbitte, sonderlich Meiner kinder,
liberiret, mit scharfer correction, remonstration
ihres groben verbrechens, Meineydes, vndt vnver-
nünftigen boßtheit, auch wolverdienten Kopfs:
oder finger abhawens, wie ich dann gewillet
gewesen, nach vrtheil vndt recht, zu schigken,
aber daßelbe dißmahl, eingestellet, auf
beschehene intercession. Darneben, habe ich
sie, vmb ihrer vntreẅ willen, mit vngnaden
abschaffen, ihnen ihren restirenden soldt einziehen,
die oberwehren abnehmen, den gerichten
ihre verfallene degen bezahlen, vndt Sie
also fortiagen laßen perge
Montag☽ den: 8. May: 1648.
<Naß, vndt kühle wetter>
Meine plage, ist alle Morgen neẅ!
Muß nicht der Mensch, immer im Streitt sein,
auf erden, vndt seine Tage seindt, wie eines
Tagelöhners. Ô Gott! gib mir, das verlohrne glügk
wieder, vndt laße mich, mein glügk, nicht ferner ver-
schertzen!
|| [[Handschrift: 441r]]
Extra zu Mittage, Doctor Brandt, gehabt, neben Wahusch,
vndt Doctor Brandt, ist von Leiptzigk; wiedergekommen.
Diesen vormittag, haben die Mußcketirer, einen Vhr-
frieden, in der Amptstube, schwehren müßen. Gott gebe,
daß sie ihn treẅlich halten!
Mein sohn, Erdtmann Gideon, ist forth, vndt forth,
mit seiner Krangkheit, des hustens, geplaget.
Gott gebe, Linderung! vndt beßerung!
Diesen Morgen, ist der Obristleutnant Israel, mit der Blan-
ckenburgichen compagnie ankommen, welche convoy
sich baldt wieder zurügk, auf den weg gemacht,
Er aber, sol zu Alßleben, v̈bergangen, vndt nach Cöthen,
marchiret sein. Der blinde Valtin, sol mit
den Kayserlichen parthien zimlich herümber schwärmen perge
Depesche nach Zerbst, vndt Werningerode[.]
Ün espervier <fort ioly>, qui a fait son nid, sür nostre
tour, ayant, perdü (par violence) son compagnon,
ou sa compagnie, que nostre gouverneur, Simon Heinrich Schweichhausen
a tirè, a criè, avec üne voix lamentable,
desia trois iours dürant, plüsieurs: fois, devant
ma fenestre, & aussy ailleurs, plaignant la
perte de sa chere compagnie, devant quelques
semaines, le semblable arriva, par le mesme,
& cela a accoustümè d'apporter dü malheẅr; Dieu nous en garde!
|| [[Handschrift: 441v]]
Diesen Morgen, frühe, hat Abraham von Rindtorf,
auf meinen befehl, meinen hengst den Fuchß, (so
ich selber gezogen, vndt numehr, im siebenden Jahr ist)
springen laßen, vndt zu der füchsichten hanovrischen
Stuhte, (welche vor diesem, das schöne Isabelchen
gefohlet) zugelaßen, den abendt wieder,
Gott gebe zu glück! vndt zu guter fortzucht!
Meine Söhne haben mitlerweille den ballon
geschlagen, wie sie bißweilen pflegen, außer
Erdtmann, welcher nach seiner krangkheit,
heütte zum erstenmahl diß spiel versucht.
Gott wolle ihn ferner stärgken!
Quousque Jehova? oblivisceris mej, in aeternum?
quousque abscondes faciem tuam, a me? Quosque re-
positurus sum consilia in animo meo, moerorem
in corde meo, de die, in diem? quousque attollet se
inimicus meus, contra me? Intuere! exaudj
me Jehova Deus mjhi illustra oculos meos
ut non dormian dormitione mortis: Ut non dicat
inimicus meus, preavaluj ei: hostes mej
exsultent quum dimotus fuero. Ego enim,
in benignitate tua fiduciam habeo, exsultet animo
|| [[Handschrift: 442r]]
animus meus in salute tua: cantabo Jehova
quum bono affecerit me! Ψαλμ 13.12
Schreiben an Vnß in gesampt, von vnseren abge-
ordneten Obrist Leütnant Micrander, an die Schwedische
Generalitet, welche er, (per varios casus, & multa
discrimina,) endlich zu Geppingen, im wirtemberger
lande angetroffen, anfangs, beym General Wrangel
wegen vieler geschäfte, vndt anderer vmbständen,
schlechte vertröstung bekommen, endlich aber, beßere
hofnung, zu guter expedition, geschöpfet, der
General Königßmargk, hat auch gute officia vor
vnß præstiret, vndt vnser bestes geredet, wie
auch Douglaß, wegen gegenwärtiger vnerschwing-
licher Einquartirung. Gott gebe! daß er sicher
wieder, vndt mit erleichternder expedition, zu-
rügk kommen könne! Der hertzogk von Wirtem-
bergk, sol auch beym Wrangel gewesen sein, vndt
die officirer sehr caressiret vndt beschengkt haben,
mitlerweile sein landt verdorben wirdt. perge Die
Kayserliche vndt Bayrische hauptarmèe sol bey, Donawert
v̈ber die Thonaw, wiewol beyde kriegende
Theile, nahe aneinander, gewesen. Dieser brief
war der<n>4ten: Aprilis datirt, Er referirt sich
auf seine vorige schreiben, von Krailsheim auß, so vns
noch nicht zugekommen. perge
Dienstag♂ den 9ten: May: 1648.
<wo sol ich hingehen, vor deinem
Geist? wo sol ich hinfliehen
vor deinem Angesichte?>
Führe ich gen himmel? so bistu da, bettet ich mir, in
die Helle, Siehe so bistu auch da! Nehme ich flügel
der Morgenröthe, vndt bliebe am eüßersten Meer,
Siehe: so würde mich deine handt daselbst finden
vndt deine Rechte, mich halten. perge
<Spräche ich finsternüß mögen mich degken, so muß
die nacht auch licht vmb mich her sein<Denn auch>Finsternüß <nicht finster>ist bey dir,
<Finsterniß ist> wie das Licht, vndt die nacht,
leüchtet wie der Tag. Es wahr dir mein gebein
nicht verhohlen, da ich im verborgenen gemacht
ward, da ich gebildet wahr, vndten in der Erden!
Deine augen sahen mich, da ich noch vnbereittet
wahr, vndt wahren alle Tage, auf ein buch geschrieben,
die noch werden sollten, vndt derselben keiner da wahr.
<Aber>; wie köstlich, seindt für Mir, Gott, deine gedangken?
Wie ist ihr, so eine große Summa? Solte ich sie
zehlen, so würde ihrer mehr sein, alß des Sandes?
Wann ich aufwache, bin ich noch bey dir! Ach
Gott! Das du tödtest den Gottlosen, vndt die bluhtgierigen, von dir weichen müßten! Dann sie reden,
von dir lästerlich, vndt deine Feinde erheben
sich, ohne vhrsach. Ich haße Herr, die dich haßen,
vndt es verdreüßt mich auf Sie, das Sie sich wieder dich setzen perge> Ψαλμ 139 perge13
|| [[Handschrift: 443r]]
A spasso auf meine felder. Gott wolle alles ge-
segenen, genießen, vndt mir wol gedeyen laßen!
Er wolle mich auch väterlich trösten, vndt er-
quigken, in anderem elendt, adversiteten, afflic-
tionen vndt Tentationen! vndt alle meine heim-
liche vndt offenbahre feinde, zu schanden machen!
Die ordinarij avisen, von Leiptzigk geben:
daß die armèen, die länder, Schwaben, Frangken,
Bayern, sehr zunichte, vndt zu schanden machen.
Der Kayser, werde sein beylager forthstellen,
zu Paßaw, Lintz, oder Prag.
Jn Schlesien, wirdt auch, alleß verderbet.
Jn hollandt, hat sich die Provintz Ütrecht, numehr,
zum Spannischen Frieden, accomodiret.
Der König in Engellandt, kriegt beyfall, bey
den Gemeinen Mann, zu London, so dann auch von
den Schotten, vndt in etzlichen Engelländischen provintzien,
hat sich auch, mit dem Gouverneür zu Wyght, sehr
gezweyhet, biß auf das degen außziehen,
worinnen sich gleichwol der Gouverneür, mit dem
Könige, nicht vergleichen sollen, alß ein diener!
Frangkreich armirt gewaltig, wieder Flandern,
Catalonien, vndt Italien, auch sol Deützschlandt
General Maior Erlach, eine armèe, von 5 in 6000
Mann, den Schweden zu hülffe führen, vndt Graff
Magnus de la Garde, auß Schweden, mit Volgk, heraußer kommen.
|| [[Handschrift: 443v]]
Die Venezianer tractiren friede, mit dem
türgkischen Kayser, durch hülfe, deß primo
Vezir, deme sie 2000 Zecchinj, geschengkt
interim aber, ehe alles geschloßen, vndt ratificirt
wirdt, beißen, vndt zausen sie sich weydlich
zu waßer, vndt zu Lande.
Den Bassa von Ofen, sol der Türckische Kayser, haben
stranguliren laßen, weil er die christen nicht ge-
nungsam tribuliret, vndt sol einen andern, an deßen
stelle, haben installirt, welcher vermeinet, mehr ge-
huldigte pawren, zu recuperiren, vndt hin: vndt
wieder, in Vngarn, vmb sich, zu greiffen. Er sol auch
Mordbrenner, schon haben nacher Preßburgk, vndt wien
geschigkt, also: das man sich wol vorzusehen.
Der Kayser, leßet wien, stärgker fortificiren.
Mit dem Fürsten Ragozzi ist guter friede.
Zu Münster, vndt Oßnabrügk, währet die hofnung
noch, außer, 3 oder 4 wichtiger puncten, darinnen
kein theile, dem andern nachgeben will.
Zu Caßel, ist alles (pro tempore) componirt, mit
Darmstadt, vndt auch der Prince Talmond ankommen,
wiewol die heyrath, etwaß protrahirt sejn mag,
wegen absterbens, der Alten grävin zu hanaw, der Landt-
grävin Fraw Mutter Sehliger.
Zu Napolj, ist alles in vorigen Standt reducirt, durch
weißheit, des ViceRè, Conte d'Ognate, vndt resolution des
Don Juan d'Austria, welchem die noblesse, vndt alles
Volgk beygefallen, der Duca dj Guisa gefangen, vndt
die Frantzösische faction, außgeiaget worden, also:
das daß Sprichworth verificirt wirdt, daß
die Frantzosen, baldt acquiriren, wenig aber conservi-
ren können, sonderlich in dissitis, longinquis, & remotis
regionibus et cetera Der Kayser, hat deßentwegen, trium-
phiren, salveschießen, vndt zu Prag, Freẅdenfest anstellen
laßen, come congiuntissimo dj Spagna et cetera
Schreiben, vom herrn von Stubenbergk; in geselschaftsachen.
Er heißt, der vnglügksehlige, vndt mag wol viel der-
gleichen gesellschafter haben. Ô fortuna! detestabile
che sej, per la tua volubile inconstanza!
Ein triftschäfer, hat sich, durch Hanß Tappen,
bey mir, anmelden laßen, wil mir, von 400
Schafen, 100 eigenthümblich, præsentiren, vndt
darzu: 25 setzen, ohne andere, 300 darvon
er mir 10 pro cento, Triftgeldt, vor die
weyde, geben, vndt im winter, vor daß futtergeldt,
4 Groscheng: vor das Stügk bezahlen will. Er begehret
zwar, in Valtin Butzmanns, hauß, freye wohnung,
vndt wil draußen zu Zeptzigk die ägker bedüngen.
Nachmittags, ists windig, kalt, vndt vngestümb
wetter gewesen. Ich habe etzliche Frangkreichi-
sche bezahlungßacta, percurriret, vndt auch
in vier Osenbrückischen relationibus (so von Zerbst, ohne
addresse, anhero gelanget, weil Fürst Hanß nacher
Oldenburgk verrayset) mich zu ersehen zeit ge-
nommen. Die herrliche apparentz, des friedens, ist
so klahr nicht, das sie nicht, vmb der exulanten
willen, in den Erblanden, vndt wegen des assi-
curationpuncts, wie auch satisfactionis
militiæ, nicht solte zergehen können. Je trouve
que le poinct de la religion reformèe, n'est pas
bien affermy; sür tout, en ceste nostre Princi-
pautè! Ô Dieu! ayes pitiè de nous!
Gegen abendt, ist vnser einquartirter cornet,
auf befehl seines Obristleütnants v̈ber halß, v̈ber
kopf, aufgebrochen, nacher Cöthen, zu gehen, daselbst
sich das gantze Regiment, versamlen solle,
weil sie alhier sich nicht sicher mehr wißen,
auß beysorge des blinden Valtins, welcher
auff der nähe sein, vndt in die 400 pferde, an
sich gezogen haben solle. Sie haben 8 wagen, von hinnen,
mitgenommen, vndt den AmptsRath, vndt Bürgermeister mitbegeh- || [[Handschrift: 445r]]
ret, ohne Zweifel, wegen restirender contribution, vndt
recruytengelder. Gott bewahre, vor vnheyl, vndt vnfall!
in vnserer residentz, vndt Stadt, vndt landt!
Ho'desiderato qesto giorno svisceratissimamente la
morte, contro mîa usanza! Forse ch'ella mi
potrà arrivare facilmente. Fiat; voluntas Dominj!
Mein page, Geörg Ehrenreich, Freyherr von Roggendorf,
ist zwar eine zeitlang an der krätze (salva venia)
sehr krangk darnider gelegen, so er vermeinet, von
der Pommerischen rayse, grober kost, vndt bösem bier,
contrahiret zu haben, alleine heütte lamentirt
er, es habe ihn dreymahl hart aufß hertz geschla-
gen, alß ob es, (Gott genade!) der schlag wehre,
vndt das ihm deüchte, wie seine schengkel,
sich mit gewalt außdehneten, vndt gleichsam
<gezogen, vndt> verlängert würden. Dürfte wol ihme, eine
mortalitet, bedeütten. Gott bewahre gnediglich!
Schade wehre es, vmb diesen jungen Menschen!
Jedoch, gebühret es vnß nicht, dem willen Gottes,
zu widerstreben. Sein wille ist vnerforschlich,
vndt dennoch allezeit gut, gerecht, vndt heylsam perge
Hanß Christof Wischer, ist von Ballenstedt
vndt Halberstadt, (dahin ihn, Meine gemahl ver-
schickt gehabt) wiederkommen.
Mittwoch☿ den 10ten: May: 1648.
Non posso ancora acquietar l'animo mîo, il
grande Iddîo, mj voglia ajutare, e cosolar-
mj per la misericordiosa pietà sua, ch'e senza
nummero, e senza fine! O Dîo mîo!
Psalm 39Mein Leidt, ich bergen, vndt verbeißen mußt,
das mir dann bringet, kleinen lußt,
Me[j]n hertz endtbrandt, wann ich gedacht der Sach',
Erhitzet ich, drumb also sprach:
Ô herr zeig mir, das end meines lebens an,
wie lang ich daß noch haben kan!
Zeig mir die Tag, die mir seindt zu bereit, <abgezehlt,>
zu leben, hier, in dieser weltt.
Dann meine Tag kawm einer handt sein breitt,
Für dir, ist nichts, meins lebens zeitt!14
A spasso, in garten, Stall, Forwergk, etc:
Der Obrist leutnant sol Fürst Ludwig vmb die retirade, in seinem
gartten, angesprochen haben.
Gestern, hat ein corporal, meinen Cammerdiener
Schwartzenberger, hawen, vndt stechen wollen, ihm auch
gedroẅet, ihn in ein par tagen gebunden zum Obrist
-
leütnant zu führen, weil er ein verrähter wehre,
vndt 3 bürger pferde, sich vorzusehen gewarnet
|| [[Handschrift: 446r]]
hette, damit alles, dem feinde (wie sie reden) zum
besten kähme. Nun haben sie vor die 8 wagen, deß
Superintendenten, des Secretarij , sein Schwartzenbergers
vndt anderer bürger, vorspann, mitgenommen.
Gott gebe! Das es die armen leütte, wiederkriegen!
Gestern abendt, sol der Obrist Leütnant mit nawer
noth, dem blinden Valtin, welcher ihn im felde at-
taquiret, in Cöthen, endtrunnen sein. Vier von
seinen Reüttern, sollen im stich, geblieben, vndt todt-
geschoßen worden sein. Fürst Ludwig, hat ihm daß
wirtzhauß zum Schwartzen Bähren, in Cöthen,
eingeräumet. Ein Schäfer, so bey der wolle-
schahr neẅlichst, in Cöthen, lustig gewesen, vndt
ihrem brauch nach, getrungken, auch aufm Marckt
geiuchtzt, sol der Obristleütnant Israel (dieweil es
vor seinem quartier geschehen) selber haben geprü-
geln laßen, vndt darzu vmb: 40 ReichsthalerRthlr: gestraft.
A spasso con Madama, nel giardino, e poj al bosco.
Schreiben von Zerbst, gar höflich, vom Fürsten Johannsen, mit
einem Blawschimmelichtem Beschähler.
Egualmente mi spiace morte, e vita; in tale stato sono!15
|| [[Handschrift: 446v]]
Risposta von Werningerode, che non val niente!
Mein Amptßraht Panße ist von Cöthen, wiederkommen.
Man hat ihm aldar, ehre angethan. Der Obristleütnant
hat die alhiesigen Völgker, nach Wettin verleget.
Doch also daß man die servicen, v̈ber die recruyten:
vndt ordinarij verpflegungßgelder dahin schaffen
vndt an stadt solcher servicen, 3 Groscheng: von einem
dienstpferdt, einem Reütter, vor ein Stabspferdt
aber, 2 Groscheng: geben solle.
Donnerstag♃ den 11ten: May: 1648.
Alto motor del cielo; Mira ti pregho, il nostro
dubio stato, e con paterno zelo, Tempra la fiamma,
e'l gielo! Chi dè goder; non fugga; e non disamj!
Chi de fuggir, non amj. Deh fà! che l'empia,
e cieca voglia altruj! La Promessa pietà, non tolga a noj!16
La conscienza è potentissimo flagello,
di, chi fà male;17 (ô pensa di far, e operar male!)
Iddîo cj aiutj sempre, à operar bene! in perpetuo!
Der avis ist irrig, daß Vnser Obristleütnant solte sein
verfolget worden biß in Cöhten hineyn. Er hat viel-
mehr, die Kayserlichen partien verfolget, biß an Halle.
Am heüttigen Himmelfahrtstage, zur kirchen,
mit meinen Schwestern, Söhnen, vndt Töchtern.
Meine freundliche herzliebste Gemahlin, hat Artzney gebrauchtt perge
Schreiben vom herrn von Schrahtembach et cetera
con diversj rimedij.
Nachmittags, wieder zur kirchen, ut hodiè!
Schlegel , ist herkommen, extra: au soupper.
Mein Sohn Erdtmann hustet sehr. hofmeister
Einsidel, ist in ohnmacht gefallen, also: das
man ihn kawm wieder aufquigken können,
märtin hahn, mein Sattelknecht, hat 4 stunden
lang, gebluhtet, mein page Ehrenreich ist
auch noch v̈bel zu paß, <wie auch geörge Petz > also: daß wir das hauß,
voller krangken haben. Gott beßere es!
Nota Bene: Gestern, ist eine partie Reütter im Pfaffenpusch, gespühret <worden>.
Freitag♀ den: 12ten: May: 1648.
Depesche, nach Zerbster Bier. Gott begleitte sie!
Signor, della mia vita; e del mîo fine,
Prima, ch'io fiacchi, il legno, tra glj scoglj,
Drizza a buon porto; l'affannata vela!18
An Landtgraf Herman, habe ich geschrieben, vndt
ihme, begehrte visiones zugeschigkt. Jhre Liebden werden
solche, dero beywohnendem verstande nach zu æstimiren,
vndt zu ponderiren wißen! Probandj sunt spiritus
|| [[Handschrift: 447v]]
an ex Deo sint? Nec ne?19
Avis von Ballenstedt: daß vnvermuthend vorgestern ein Obristleutnant20
von Minden her, in die 500 pferde stargk, ohne die baga-
ge in voller marche auf Ballenstedt, begriffen gewesen,
weilen nun die voran gesandten Quartiermeister,
die Gernröder schätzen, auch etliche pferde, abnehmen
wollen, haben sich iehne zur wehre gestellet, darüber
ist der marchirende Obristleutnant darzu kommen, vndt so
per forza, wegen angeregten vnfugs, sich in Gernroda
logiret. Sie hetten v̈ber alle maßen v̈bel gehandelt,
die leütte verwundet, auch 24 pferde, (dem bericht
nach) sampt etzlichen wägen, mit darvon geführet.
Caspar Pfaw wehre zwar, bey diesem Obristleutnant gewesen,
hette aber nichts, bey ihme außrichten können,
gestaltt sie auch einen Einspenniger von hartzgeroda
der ihn convoyiret, biß aufß hembde außgezogen,
vndt ihme sein pferdt, darzu genommen. Alß er
der Obristleütnant gestern frühe vorüber vor Ballenstedt
marchiret, schigkete er seinen Regimentsquartiermeister21
voran, vndt ließ 18 Sägke hafern, 400 Pfund (libra)℔ brodt
vndt 3 Faß bier fordern. Der Amptmann Märtin
Schmidt prætendirte, dieser orth, müste an itzo
dem Obristleutnant Israel IsaacsSohn contribuiren
|| [[Handschrift: 448r]]
wehren v̈ber vermögen, beschwehret, et talia. Der Regiments
-
quartirmeister aber, hette gepocht, vndt geprahlet, auch viel
beschwehrliche Droẅworth außgestoßen, endtlich aber
doch abziehen müßen. Zu hoym hetten vorgstern den
gantzen Tag, biß gestern, 36 Reütter gelegen,
sampt 3 officirern, so auf General Königsmarcks liebste
gewartett, hetten erst die Burgk zu hoym,
aufhawen, vndt sich darein logiren wollen,
wehre ihnen aber endlich verwehret worden. Darauf
hetten Sie sich auf deß von hoym22 hof, geleget,
die vnderthanen haben müßen Futter vndt Mahl
dahin schaffen, gestaltt sie dann v̈ber alle maßen
v̈bel gehauset hetten. Die armen leütte werden
wegen des vielen v̈berfallens, vndt allzugroßen contribution-
beschwehrung desparat. Man hat den Tag kein viehe
noch pferde außtreiben dörfen, weil alles voller
Reütter im felde geschwärmet, weil die
Königsmargkinn gerayset.
Ich bin hinauß nach Aderstedt, vndt etzliche
andere meiner weinberge, geritten. Der Froßt
voriger nächte, hat zimlichen schaden gethan.
Gott wolle den Weinwachß vns gesegenen, vndt
ebenmäßig, wie das liebe getreydig, wol gedeyen lassen.
Gestern, seindt viel Hamburger wägen, durch,
250 Kayserliche Reütter, hinter Magdeburg attacquirt, vndt geplündert worden.
Am Montage sollen: 400 Kayserliche Reütter, von des
Harrants Regiment, alhier vor der Stadt gehalten
haben. von diesen, sollen gemeldte 250 abgangen sein.
Von Ballenstedt seindt drey hasen, vndt 2 Schuhuse
einkommen. perge
Nachmittags, seindt meine Söhne, hinauß geritten
vndt haben noch zweene hasen, von der hatz bekommen,
wiewol, die Zeit, zum hetzen, von dem fasten an, biß
Bartolomej; pfleget eingestellet zu werden,
außer der Osterhasen, vndt Pfingsthasen perge
Samstag♄ den: 13ten: May: 1648.
Mes tourmens, se redoublent! iusques a quant! ô Seigneur[!]
Philipp Güder, ist nacher deßaw, mit Fürst Johann Casimir zu tractiren,
Gott wolle ihn, vndt seine mittgeferten begleitten!
Schlegel ist zugleich auch mitt dimittiret worden.
Avis: daß die Schwedischen, so zu Werningeroda gelegen,
von den Kayserlichen seyen aufgeschlagen worden.
heütte frühe, vndt heütte abends, ist mein
Fuchß zur Sattelstuhte des Lorentz, (so ich von hano-
ver bekommen) zugelaßen worden, vndt der
Blawschimmel von Zerbst zur braunen handt-
stuhte, im Obergespann perge Gott gebe zu glügk!
A spasso, in schönem warmen Wetter. et cetera
Mein Bruder Fürst Friedrich begehret den Eilardt Detderdt Roßbe-
reütter, von Mir, in bestallung würgklich zu nehmen, darin
ich willige, vndt ihme glück vndt succeß, wüntzsche. Habe
also gar einen kurtzen Diehner, von wenig Tagen, an diesem
guten Kerll gehabt, wie der beruf vndterschiedlich ist.
Avis von Münster vndt Osnabrück daß der Paragraphus: Tandem omnes etc.
id est: die völlige amnistia vndt restitution der exulanten in Böh-
men, vndt Erblanden, noch lose händel macht, sonderlich der heimliche
accord so vorm iahr schon die Svecj cum Cæsaris vmb die e-
vacuation der innengehabten plätze ibidem, vor 60000
ReichsthalerRthlr: vndt gäntzliche außtilgung aller praetensionen
daselbst, geschloßen. Gott gebe! den wahren frieden!
Oberlender, ist mit zwey Faß, Zerbster Bier, diesen
abendt, glügklich, von dannen wiederkommen, Gott lob!
Vier große pacqueet, noch diesen abendt einkommen,
1. Jn der Lawenburgischen expectantzSache, an hertzog Julij hein-
richs von Saxen Lawenburgks liebden zumahl wir zu vigi-
liren, weil Chur Brandenburg vndt Meckelnburg ein Auge darauf
haben. 2. In einer præiudicirlichen Sache, da der commendant
zu Querfurdt23 , in einer Adelichen Schuldtforderungssache
sich interponirt, vndt vnsere landtschaft, gleichsam
nöhtigen will, wir aber solches glimpflich ableinen.
3. wegen Obristleütnant Knochens gesampten bestallung, in publicis
von 300 Thalerthlr: vndt 6 wispel hafers. 4. wegen einer
replica so Sie mir <vndt meinem Bruder> geben, von wegen meiner excüse, das
ich die Zerbster neẅlichsten Pacta, nicht subscribiren wollen.
Sonntag☉ den 14den: May: 1648.
So vnß vnser hertz, nicht verdammet, So haben wir eine
Freẅdigkeitt, &c: (et vice versa!) Tröste mich wieder mit
<deiner hülfe> vndt der Freẅdige Geist, enthalte Mich!
Il rimorso della coscienza, è durissimo, e potentissimo flagello 24
Extra: zu Mittage, nebenst Wahusch, Doctor Mechovius, vndt
Der hofprediger, Theopoldus, gewesen, nach deme
ich nebenst meinen Schwestern, Söhnen vndt Töchtern
der vormittagspredigt, beygewohnet.
Nachmittags, ist ein wetter kommen, mit
regen, vndt donner. Gott bewahre, vnß vndt
die Früchte des feldes perge
Il n'y a rien qui düre; que le tourment;
Que le pauvre homme endüre; tourmentè incessamment
D'üne longue, longue peine;
L'üne suit l'autre pejne!
Nachmittags, wieder in die Kirche, cum sororibus & liberis
Philip Güder, ist von Deßaw, wiederkommen, mit
schlechter Resolution, vndt expedition.
Avis: que les ieünes Dücs de Weimar qui ont estüdiè
a Gohta, se sont fort changèr de bien en mal,
leur seur a Eütin , devient, comme insensèe. Dieu
vueille les remettre en bon estat, & divertir tous scandals
Der Corporal, so an itzo noch alhier liegt, vom
Obristleutnant Israel, mit weib, kindt, knechten, Iungen, vndt
dreyen pferden, hat 15 wagen durch seinen iungen,
verarrestiren, vndt vmb einen groschen höher, alß be-
williget, iegliches pferdt, schätzen laßen, darü-
ber die Fuhrleütte, alteriret, <worden> größere vmbwe-
ge vorzunehmen, gedroẅet, vndt ich habe mühe
gehabt, die Sache, zu meinem besten, zu schlichten.
Vielleicht, hat der corporal seinen Schnitt auch
darbey haben wollen: perge Also tractiret man
Reichßfürsten, vndt greifft in ihre Cammerjntraden!
ohne respect, ohne scheẅ vndt ohne hindterdengken.
Abendts, mit den Schwestern, in garten, nach den
gewöhnlichen visiten, so wir bey meiner herzliebsten gemahlin ab-
geleget.
Mein Sohn, Carolus Ursinus, ist unpaß, gestern vndt
heütte gewesen, hat vomitus und hitze
gehabt, Gott wolle ihn vor Fieber, vndt anderen
zufällen gnediglich bewahren, vndt baldt wieder
restituiren! auch Vnß trösten, in allem elende!
Il est difficille de devenir sage, avant le coup!
le devenans ordinairement contre nostre grè apres le coup!
Mit Doktor Brandt, habe ich allerley, von Medecinalien
conversiret, auch sonsten andere dinge, erörtert perge
Montag☽ den 15den: May: 1648.
Avis: daß zwar Meiner Schwester tochter, zu Güsterow
mit solenniteten begraben, auch mit einer predigt, zu
Strehlitz, vndt mit der anderm zu gedachtem Güsterow
zum leichconduct geehret worden, iedoch hette hertzogk
Adolf Friederich seine tügke, nicht laßen können,
Sondern auch darinnen sehen laßen müßen: das er
meiner Fraw Schwester Gesandten25, nicht agnoscirt,
weil sie kein creditif an ihn gehabt, Sondern an ihren
zwar annoch vnmündigen Sohn, iedoch herren zu Güstero,
vndt die antworth darauf, zwar in seinem Nahmen,
abfaßen, Jedoch nur die Rähte zu gemeldetem Güstero
vndterschreiben laßen, den Gesandten meiner
Schwester, ist also ihre gebührliche Stelle, nicht gege-
ben, hertzog Adolfs, iüngster Sohn, (welchen sein
herr vatter, aufs begräbnüß, abgeordneter)
ist beym conduct v̈ber vetter Gustavus, gegangen,
allem stylo, vndt observanz zuwiederb, dann
der vetter, alß nechster Bruder, vndt blutsfreündt
des verstorbenen Freẅleins, billich, immediatè
oben an gehen, vndt also der leiche folgen sollen.
Der lutterische priester26, hat keine personalia abge-
lesen, Sondern nur kürtzlich vermeldet, das
verstorbene Freẅlein, wehre von vornehmen hause
gewesen, vndt hat darbey greẅlich auffgeschnitten
|| [[Handschrift: 451r]]
so wol in excessu, alß in defectu, nemlich darinnen,
das das hauß Meckelnburgk, wol 2000 iahr altt,
wehre, das haus Anhaltt aber nur 200 iahr, eine
offenbahre kundtbahre, land: vndt Schandtlügen!
Die predigt, sol darbey, gar schlecht, gewesen sein,
die zu Strehlitz aber, etwaß beßer. Vetter Gustaff,
sol härter, vndt strenglicher, alß iemalß, gehalten werden,
ohne zweifel, der armen, verwittibten Schwester, zum
verdruß, vndt propter spem successionis, ( dieselbe (besorg-
lich, durch v̈bertreibung des armen iungen herren, vndt
accelerirung seines todes, in deme man ihn allzu sehr obruj-
ret, vndt scharf helt) zu befördern. Gott wolle es aber in
gnaden, väterlich verhüten! vndt solche fernere graw-
samkeit nicht verhengen! Sondern des lieben iungen herren
<wie auch Seiner betrübten, verfolgten, gleichsam verlaßenen FrawMutter,>
Trost, Schutz, vndt wahrer, bestendiger, Nothhelfer sein!
Es heist, in Heiliger Schrifft: Ihr sollet wittwen vndt waysen,
nicht beleidigen, wirstu sie beleidigen, so werden Sie
zu Mir schreyen, vndt ich werde ihr schreyen erhören.
Alßdann wirdt mein Zorn ergrimmen, das ich eüch, mit
dem Schwert tödte, vndt eẅere weiber wittwen, vndt
eẅere kinder waysen werden!27 Diß seindt Zentnerworth,
deren anhörung, billich Steinharte Adamantische hertzen, erweichen solte!
Aber: waß seindt wir arme elende menschen, vndt Crea-
turen? wann Gott der allmächtige seine gnadenhandt
von vnß, nur ein wenig abzeücht, vndt vnß singken leßet,
das wir in verkehrten Sinn, dahin gegeben vnsere hertzen selbst,
recht williglich verhärten, verstogken, vndt vns selbst, vnglügklich machen!
Secretarius Paul Ludwig ist bey mir gewesen, mir allerley vor zu tragen,
in contributions: steẅer: kaufhandlungs: Polizey: vndt Justi-
tziensachen. perge
Io hò sempre dinanzi gli occhj, il rammarico, e cordoglio
grandissimo ch'io mj sono attirato, senza causa pregnante
nel mese di Febraro passato, con la morte del gran bue,
capo apparente e bellissimo deglj armentj, che mj domandi
con tanta humiltà e preghiere, il dono della sua misera vita
laquale era in mano mîa; e<mà> il Diavolo m'indusse (con false
persuasionj,) a farlo morire, dist dismenticando <come instupore> la prudentis-
sima e per innanzi, non mai vista, amorevolezza, di
questo <generosa> animale, dove concorreva la volontà manifesta
d'Iddîo, con la mîa, nella sua conservazione, mà io
non seppi oppormi <dapoj> a dette false persuasionj <come se fusse nocivi> e fui, come
rapito in stupidità, sprezzando quello, ch'io doveva
apprezzare, non communicando ad altrj, quel ch'io dove-
va partecipar con loro, ed accelerando la mîa mala
ventura <e pentimento perpetuo senza rimedio humano> in luogo, d'una grandissima benedizzione,
ch'io son sicuro, che m'havrebbe arrecato, la conserva-
zione in vita, di questo buono <amorevole> et savio animale!
E questa perpetua tribolazione, giorno e notte, mj fà
bramar il fine della mîa misera vita, ed afflizzionj
non potendo sbrigarmj, di tantj affannj, e fastidij. et cetera
|| [[Handschrift: 452r]]
Jddîo cj liberi, di tante tentazionj, e mi dîa ben presto,
un miglior riposo! per gloria sua; e per l'edificazione del prossimo!
conservandomj nel suo timore, e nelle destra, et nelle vie di santità et honestà!
sempre maj, senza declinazione, ne alla destra, ne alla sinistra!
e accumulando d'un altro canto, non pensato, ne antiveduto;
le sue immense bontà, co'l thesoro, delle sue ampie
benedizzionj! E questa rappresentazione potrà co'l
tempo (forse!) diminuire, il cordoglio sensibile, che m'ar-
reca, quella perdita grande, e molto inconsiderata!
Non bisogna scherzare, con gli doni evidentj, che Iddîo,
ci dà, e ci mostra! Nota Bene:Fortunam reverenter habe!28 etcetera
Mein Fuchß, ist heütte morgends, vndt abends, zugelaßen
worden, zur Hanoverischen Stuhte, die der hertzogk, hat pflegen
zu reitten, vndt der Zerbster Blawschimmel, zu der brau-
nen RiehmenStuhte, im Obergespann. Gott gebe, zu glügk!
vndt gedeyen!
Ach! jch Armer vnglücksehliger! Ach! ich armer, vnglügksehliger!
Ie ne me contenteray point; iusqu'a ce que Dieu me
retire, de ceste peine; de ce tourment! ou de ceste
pauvre, calamiteüse, & et miserable vie!
Gestern, hat ein hagel, in den Palbergjschen
feldern, großen schaden gethan. perge Gott bewahre,
vor fernerem vnglügk! vnheyl! vndt verderben!
Ô Deus mj! Libera me, â mala herba! libera me! ab
omnj mala<o>. Da <veram> pænitentiam omnibus <aiquitatis fuisset> peccatoribus!
Avis von Ballenstedt: daß vorgestern abends 150 pferde, vorbey
marchiret, vndt in Riedern eingefallen, vndt 2 Tage darinnen,
gelegen, die armen leütte sehr tribuliret, haben zu Ballenstedt
tabagk gefordert alibj alia!! Die leütte wollen endt-
lauffen, zu hoym ist auch alles verderbet. Es scheinet,
man wil mir mit fleiß, das Ampt, zu nichte machen.
Die avisen von Leiptzigk, geben:
Daß der Churfürst von Brandenburg mit einem iungen Sohne,
durch gesegnete niederkunft Seiner gemahlin liebden zu Cleve, erfreẅet, worden
Gott gebe zu glügk, wolfahrt, vndt gedeyen!
Item daß der König von Engellandt, in seiner Insel Wyght,
numehr, mehr lufft, alß zuvor, bekomme, vndt durch
die Schotten vndt Jrrländer, mit mächtigen armèen,
dörffte liberiret werden.
Der neẅe König, in Dennemargk, Fridericus
Tertius, wehre zwar erwehlet, iedoch, mit schwehren
conditionen, wie neẅlichst, die Erfurter avisen gegeben.
Der Kayser, hette numehr, die rayse nacher
Paßaw, vndt Lintz, ein: hingegen zu Prag, das Bey-
lager, auff den: 16 den: Junij, angestellet.
Frangkreich, rüste sich, mit 40000 Mann,
gegen Flandern, dargegen, der Ertzhertzogk, vndt
die Spannischen, auch nicht schlieffen.
Zeelandt, separirte sich, von den v̈brigen 6 provintzien,
wegen des friedens, mit Spannien, vndt difficultirte noch
die begehrte ratification. Hette ein auge, auf Frangkreich.
Zu Napolj; continuirte die enderung, vndt oberhandt,
der Spannier, gegen die Frantzosen.
Zu Palermo, wehren auch conspirationes wieder den
ViceRè entdegkt, vndt die Rädliesführer gestraft worden.
Auß Schweden sollen noch, 5000 Mann, ankommen.
Der Paragraphus: Tandem Omnes macht viel
verwirrungen, zu Münster, vndt Osnabrügk, im frieden.
Der König, in Polen, ist (Gott lob,) wieder wol auff perge
Der Moßkowiter rüstet sich, gegen Pohlen.
Die Haüptarmeen, drehen sich noch, vmb die Donaw, herumb perge
Schreiben, von Wien, vom Johann Sternberg item vom Berlin, & aliis locis.
Nota Bene: Nota Bene: Nota Bene: impresa di questa notte, se riuscirà? Iddîo sia benedetto!
Dienstag♂ den 16den: May: 1648.
Post sacra peracta; bin ich hinauß, durch die Stadt,
in meinen weinbergk, den Zigelberg, geritten, vndt gese-
hen, daß doch der froßt, etwaß schaden gethan, der Rogken, <blühet>!
L'impresa di questa notte, cj hà fallito, e non cj ha arrichito.
Pacienza! Jn niente si perde più, ch'in dissegnj,
evane imaginazionj! Mà non bisogna perder l'animo,
per questo, anzi sperar sempre meglio, ed ajutarcj!
Iddîo ci dara quello; che ci sarà salutifero! Amen! cosi' sia!
heütte, ist der BlawSchimmel, abermalß <zweymal> zugelaßen
worden, vndt hat, die iunge Marike, besprungen. Gott
gebe, zu gutem glügk! vndt gedeyen!
Extra zu Mittage, den CammerRath, Doctor Mechovium, gehabt et cetera
Der cornet, ist mit etzlichen Reüttern, wieder anhero gekommen, wil
nicht eher forth, er habe dann seine verpflegungsgelder völlig hinweg,
Nun ist Sattler: Schuster: vndt andere arbeitt, vor ihn, verfertiget,
worden, die träget auß, etzliche Sechtzig Thaler. Solches wolten
die armen leütte, (wie billich,) gerne abziehen, er aber wil
durchauß nicht. habe derowegen, an den Obristleütnant Israel Isaac
Sohn, deßwegen geschrieben, vmb andere ordre. Dieses Israels vatter,
sol ein pfarrer in Schweden sein. On ne le croyroit pas, car il
iüre bravement, et blaspheme, a ce que disent nos depüte!
Vormittags, war es gar heiß wetter, nachmittags hats gereg-
net, vndt gedonnert.
Mittwoch☿ den 17den: May: 1648.
<Regen, windt, vngewitter>
Jn die kirche, vndt wochenpredigt.
Extra zu mittage, Wahusch, wie auch, den caplan Jonium, gehabt.
Avis:das die Schwedischen, vndt nicht die Kayserlichen, in
neẅligkeit, die Hamburger angegriffen, darnach aber
vorgegeben, alß ob es Kayserliche gewesen. Es sollen auch, von
deme jm Fürstenthumb Anhaltt, einlogirten Regiment, etzliche
(so man gekandt) darbey gewesen sein. Sie haben eine partie <von anderen Schwedischen, in Megkedern29> ermordet
Der Obristleütnant Israel, hat mir auf gesteriges, wieder geantwortet
wil seinem cornet, ordre ertheilen, damit ich ferner vnmo-
lestiret bliebe, vndt das iehnige, waß abgearbeitet worden,
(der billigkeit nach,) decurtiret werde, Mais il ne me donné
|| [[Handschrift: 454r]]
que le tiltre, dedans la lettre, de hoch: vndt wolgeborn,
m'ayant donnè, a l'inscription: durchleüchtig & hochgeborn, comme
il faut; & m'ayant desia escrit, par deux fois, comme il s'appar-
tient, ainsy qu'il semble, que ce lourdaut, fils de prestre,
me veüt offencer, contre tout rayson & apparence. Je
luy avois donnè, Edler, vndt Mannvhester, besonderß lieber
herr oberster leütnampt, ce qui est encores trop,
par ceste beste indiscret. Les plüs nobles colonels
de Sa Mayestè Imperiale, eüssent creü estre trop honorèr
de ce tiltre par ün Prince, car ils scavent, ce que c'est:
estre ün Prince de l'Empire, mais ces paysans, Swe-
dois, en partie, n'ont nülle discretion. Si je luy
eüsse donnè, le tiltre, d'Ehrenvhest & Mannhaft, ce la
n'auroit estè, que trop de sübmission, a ceste beste brüte.
Dernierement aussy, le commissaire de guerre, Schmidt, s'est fort scanda-
lizè et faschè, de ce que ie luy aurois èscrit: Ehrenvhest & Mann-
haft, comme si cela luy estoit üne injüre, desirant scavoir, ce
que ie m'immagineois? et que d'autres Princes, voire la
couronne de Swede mesmes, luy donnoyent Edel, ce que
ie ne croy pas, voire l'estime üne menterie provenan-
te d'ün orgueil insüpportable de ce dit commissaire
& il a eü d'aultres meschantes paroles alors,
mais il semble, que ces canailles des Swedois
(ie parle non de tous, mais de quelquesüns seulement
car ie recognois ceux, qui me recognoissent, & sont des
gens honnestes) me veülent achever, de ruiner entierement.
Donnerstag♃ den 18den: May: 1648.
< 2 hasen von der hatz 3 lächße, deren voriger Tage vndterschiedliche <gefangen>>
A spasso, inß Feldt, vndt in transitu, den caplan, be-
sucht, vndt sein gebeẅde, in der caplaney, besichtiget pergele sou-
lageant, de quelque ayde; & assistance!
Man hoffet, in 8 tagen, sollen vnsere gäste, aufbrechen,
weil der pfaltzgrave, in der heraußerkunft, vndt
sie sich mehrentheilß schon muntiret, auch vom aufbruch,
(deme ich doch noch zur Zeit, wenig trawe) selber schwatzen
sollen. Die pferde so der cornet, auf geheiß seines Obristleütnants
vor 8 wagen außlesen, vndt von hinnen hinweg
mit gewalt genommen, auch zum reitten theilß behalten
wollen, hat er gleichwol nach genungsahmer remonstration
wiedergeschigkt. Jst doch vnfreündtlich genung gewesen.
Nachmittags bin ich mit meinen Söhnen, hinauß hetzen geritten
(wiewol die intention, in itziger vnzeitt, solches eigentlich
nicht wahr) vndt haben an der grentze, gegen legaw zu
2 hasen gefangen.
Meiner braunen Stuhten eine, im Obergespann,
nemlich die handtwilde, ist heütte zweymal zugelaßen
worden, mit dem Blawschimmel von Zerbst, Morgends, vndt Abends.
Gott gebe zu gutem glügk! vndt gedeyen!
Avis: daß der iunge hertzogk Sveno Martialis, Egenolphus
von Wirtembergk, Meiner freundlichen herzliebsten gemahlin Schwester Sohn,
in die acht Tage lang, zu Cöthen, aufgehalten, hat eine
compagnie vom Obristleütnant Israel, zu haben, prætendirt, aber
nicht bekommen, weil der Pfaltzgrave, viel Stellen schon
|| [[Handschrift: 455r]]
mag vergeben haben, vndt viel officirer, vndt expectanten
mitbringen wirdt. Er ist aber, zu seinem herrn bruder, Silvio
Nimrodt, (welcher die hertzogin von Münsterbergk gefreyet)
in die Schlesie, verrayset, vndt wirdt in wenigen wochen,
(gebe gott) wiederkommen. die alzu harte zucht, zu Gohta, mag
ihm nicht angestanden haben, neben dem vielen studiren,
ohne einjge andere exercitzien, Dieu vueille! qu'il se'gouver
ne bien, et sagement, & qu'il soit bien gouvernê! car on est en
doubte, de l'ün, et de l'autre! Der Obristleütnant, sol ihme,
ein schön pferdt, verehret haben, dont on fait grand cas, comme si ce
Leutenant Colonell seroit ün grand Sejgneur & point fils de Prebstre!
Escrit a Paris, Vienne, et au Landgrave Hermann perge
Avis von Münster vndt Osnabrügk das man noch viel, mit dem friedensschluß,
zu schaffen, vndt allerley schwährigkeitten, (welche in ab-
sonderlichen relationen specificiret:) vorfallen. Gott lindere es!
Die malignischen fieber, fangen auch an, aldar zu regieren,
vndter andern, lieget Salvius, der Schwedische Gesandte,
sehr krangk daran, darnieder, nach dem er erstlich am
podagra sehr laboriret. Conte d'Avaux, ist von der
Kron Frangkreich, disgraciiret, weil er die Papisten, allzu-
viel in deützschlandt geküntzelt, vndt denen beförderlich
sein wollen, darüber aber, den frieden aufgehalten.
V̈ber der außgewechßelten Spannischen vndt Stadischen ratifi-
cation deßelbigen Friedens, hat man auch zu Münster
triumphiret, mit Freẅdenfeẅer, vndt salveschießen.
Zwischen Frangkreich, vndt Spannien, werden die Trac-
taten des friedens, auch stargk getrieben, vndt urgiret.
Avis von Sangerhausen, Cöthen, vndt Plötzkaw,
das bey Augspurgk, nicht allein anfangs, der Oberste
Sporgk, sondern auch hernach, 12 Kayserliche Regimenter,
sampt 1000 Mußcketirer, ruiniret, General
holtzapfel sive Melander selbst geblieben, vndt
7 stügke geschütz, erobert, von den Schwedischen,
worden, Sje meinen, solcher streich, solle den
§ Tandem omnes; auch befördern. Tempus
demonstrabit
Freitag♀ den: 19den: May: 1648.
A spasso in tempo sereno, mà fresco.
Meine felder <begehen> vndt die Oeconomysachen, non senza difficoltà, ur-
giret, vndt getrieben.
Ein Rehe, sampt andern victualien, vndt kohlen, ist von
Ballenstedt, anhero kommen.
Avisen von Erffurdt, per Hercyniam sylvam:
Das der Oberste Ermeß, gouverneür vndt Com-
mendant daselbst Sehlig verstorben, vndt ein gar gutes
lob, hindter sich verlaßen. <General Lamboy, wehre im arrest, weil er vor Bredebendt abgezogen.>
Das General Königsmargk in die Stifter, Brehmen, vndt
Halberstadt, wieder kommen solle.
Das Prince Talmond, mit Fraẅlein Æmilia zu
Cassel, in der Stille beylager gehalten, wegen der trawer
derer von Hanaw, der Landgrävin Fraw Mutter.
Gott gebe ihnen glügk! vndt Segen!
General Wittemberg, hat die 3 Regimenter <so> nahent bey Glatz quar-
tirt gewesen, ruiniren wollen, alß hanaw, Greütz, vndt
Nerßj, Sie haben sich aber noch kawm in Glatz, salviret.
General Wittemberg hat Braunaaußgeplündert, Graf
von Buchhaim, vndt Iean de Werth, verfolgen ihn. Oberste
Mohr30, vom Wittemberger hat daß dewagkische Regiment
vndt 2 compagnien Tragoner vor Troppaw in der Vorstadt
überfallen, theilß gefangen, theilß erschoßen, 4 Stan-
darden, 2 Tragoner fahnen vndt 600 pferdt bekommen,
der Oberste sampt theilß officirern, seindt kümm-
erlich, in die Stadt, entwischt. § Bey Vlm, befinden
sich die Schwedischen, die Kayserlichen vndt Bayrischen aber bey
Lippen31, eine Schifbrügke zu verfertigen angefangen.
Es continuirt, daß 12. Regiment zu pferde, vndt 1000 Mußcketirer
geschlagen seyen, wie von hartzgeroda, vndt andern
vielen orthen, confirmiret wirdt.
Der hertzogk von yorck ist auß Engellandt, im haag
glügklich arriviret. Der König, ist in der Insel
Wight, noch wolgemuth. Hoffet secours der Schotten.
Der Spannische vndt Stadische friede, ist mit
solenniteten, publiciret, vndt beschwohren worden
zu Münster, wiewol Seelandt sich noch sperret.
In Candia, seindt die Venezianer, noch getrost, vndt
haben sich wol fortificiret, wieder den Türgken. haben
auch nunmehr, fast gantz Dalmatia innen.
Fraw Wibbike, des Königs in Dennemarck gewesene
Concubin, ist vor trawren, vndt hertzeleidt gestorben,
so wol wegen ihres königes vndt herren todt, (deme
sie sehr treẅ gewesen, vndt viel machinationes
wieder seine person, von der Fraw Kersten, entdegket)
alß wegen anderer persecutionen, so Sie von ihrem
wiederparth, erdulden, vndt außstehen müßen. Sie
sol etzliche tonnen Schatzes, hindterlaßen haben.
Dem neẅen Könige Friderico tertio, sollen, aller-
handt schwehre conditiones, præscribiret werden.
Zu Napolj sol alles gut Spannisch wieder
sein, vndt dem gefangenen Düc de Guise, auf
dem Castel Sant Elmo, sein proceß, gemacht werden,
wegen allerhandt practiken, vndt bey gefu-
ndener Schrifften.
Eine mächtige Frantzösische Schifarmada, sol
sich der örther hin begeben, ob die recuperation müglich.
Wenig feste örther, aufm lande, sollen noch, vor
die Frantzosen, sich halten, in selbigem Königreich.
Jn Flandern, gehen die armèen, iede in die 30 <mille>
Mann stargk, aufeinander.
Die Milord Inchequin, ein großer General, ist
in Irrlandt, dem Parlament ab, vndt dem Könige
zu, gefallen.
Jn Sicilien, seindt auch conspirationes, entdegkt worden.
Samstag♄ den 20ten: May: 1648.
<4 hasen (Rämmeler) Rindtorf gehetzt 1 hasen (Rämmeler) Oberlender geschoßen.>
A spasso (post expedita negocia) in schönem, warmen wetterperge
Passando il malé; sperando il bene; La vita passa; la morte viene!
Dum spiro; spero!32
Avis: daß zu Körmigk, Biendorff, vndt Palbergk,
das neẅlichste hagelwetter, am Sontage, in den feldern,
den größesten schaden gethan, auch gantze stargke
Schilfrohr, eingeknickt, zu Zeptzig aber, ist Gott lob,
(wiewol wir es besorget), in meinem getraydig,
kein schade geschehen.
Der Zerbster Blawschimmel, ist zur kleinen blaw-
schimmelichten Stuhte, heütte 2 mal zugelaßen.
Gott gebe zu glügk! vndt gedeyen! Fortuna ist
mir, ohne daß, in diesem, nemlich der pferdezucht, wie auch
in vielen andern sachen, eine zeitlang hero, zur Stiefmutter worden.
Ô Dieü; que ie serois heüreux! si i'eusse sceü em-
poigner, les benedictions, par toy; a moy, presentèes!
Mein Sohn Erdtmann Gideon, ist heütte abermahl
v̈ber der Tafel, gar bleich, vndt vnpaß worden. Nous
l'attribüons a ün fatras des medecines, que
l'on luy donne, au Gynecee. Dieu le vueille amender!
Nach der mahlzeit, ist er mit meinen beyden
iüngsten Schwestern, in die præparationpredigt ge-
fahren. Gott verleyhe ihm seinen gnadenreichen Segen,
das er ein würdiger Tischgenoße im abendmahl
des Herren, nicht allein Morgenden Tag, sondern allezeit sein! vndt bleiben möge!
Der Schwedische cornet, vom Obristleütnant Israel, ist aber-
malß anhero gekommen, auf execution, am heyligen
pfingstabendt, wegen etzlicher hinderstelliger wenig
restanten. Gott erlöse vns doch, auß der Drangsahl.
In negocio religionis, ist gar eine schlechte erklährung
eingeschigkt worden, von etzlichen genandten Evangelischen
zu Osenbrügk, welche einseittig, Vnß, keine satisfaction,
zu geben, begehren, vndt in ihrer hartnägkigkeitt,
zu vnserm præjuditz, forthzufahren, gedengken perge Gott
erweiche, die verstogkte, obstinate hertzen!
Chur Brandenburg, Heßen , vndt andere, seindt gar
nicht, mit solchem procedere zufriedenc.
Jn die kirche, mit meinen Schwestern, vndt Kindern.
Mein Sohn, Erdtmann Gideon, vndt meine Schwester
haben communicirt. Gott laße sie ferner, zu
pflantzen, seiner gnade, vndt zu sehligen
früchten seiner gerechtigkeit, werden!
Extra: zu Mittage, ist neben Wahusch
gewesen, Christian Henrich von Börstel (welcher
mitt communiciret) vndt Doctor Mechovius perge mit
denen ich in prandio, et post prandium conversiret
|| [[Handschrift: 458r]]
Nachmittags wieder wie heütte zur kirchen, in Ern Theo-
poldj predigt, welcher heütte beyde conciones verrichtet perge
zu abendts, in garten, cum sorore & liberis
Conversatio con Madama, che stà ancora, in letto.
Schreiben vom Berlin, daß die Zeitung wahrhaftig
von dem iung gebornen Chur Printzen zu Cleve.
Gott gebe! das selbige Freẅde, vollkommen seye!
vndt bestendig!
Madame Elizabeth, vndt Halgke haben mir
geschrieben. Item: Adolf Börstel ex Galliâ perge
die avisen continujren:
daß das treffen bey Augspurgk infæliciter, auf
Kayserlicher seitten, vorgegangen, vndt Melander geblieben.
Item daß in Schlesien, der Oberste Dewagky auch
erschlagen seye, vom Wittembergk:
Die solennis publicatio des holländischen vndt spannischen
friedens, zu Münster, vndt waß in denen Erfurdter
zeitungen, befindtlich gewesen.
Die heraußkunft, des Pfaltzgraven, ex Sveciâ.
die wahl in Dennemargk, vndt duræ conditiones.
Die bevorstehende Kayserliche hochzeit, wiewol die Zeitung,
von Augspurgk etwaß verenderung, causiren solle.
Der krieg in Flandern, sol scharf angehen.
Polen, vndt Moßkowiter, coniungiren sich, contra Tartaros.
Venezianer haben glügk wieder den türgken, außer das ihr
General Grimanj mit vielen Schiffen vndt galeren zu scheitern, gegangen perge
Montag☽ den 22ten: May: 1648.
<Pfingstmontag>
Ein Morgensprung der braunen <Sattel>Stuhte im Mittelgespann
geben laßen, wie auch zu abendts, durch den Zerbster
Blawschimmel. Gott gebe! zu glügk! vndt gedeyen!
Jn die kirche cum sororibus & liberis. Der Superindendent
Er Plato, hat geprediget vormittage. Jch habe ihn
extra, neben Wahusch, zur tafel, behalten, vndt
mit ihm allerley conversiret.
Nachmittags wieder in die kirche, wie heütte. Er Ionius
Diaconus vorm Berge, hat geprediget.
Gegen abendt, in garten, vndt anstalt, zum grentz-
zuge gemacht. Gott gebe zu glügk! vndt succeß!
<2 hasen, meine Söhne gefangen.>
Meine beyden Ellteren Söhne, seindt hinauß geritten,
die grentze, mit zu besehen, wie sie gezogen wirdt,
vndt an der gräntze zu hetzen, vndt vndterwegens
zu schießen, nach belieben, auch zu Palberg zu füttern perge
Gott gebe zu glügk! vndt succeß!
Conversation gehabt, mit dem CammerRaht, Doctor Mechovius
vndt in wichtigen angelegenheitten, an Fürst Ludwig
geschrieben.
Hans Meyer ist <(Gott lob)> auß Hollandt wiederkommen,
avec une maigre satisfaction & lettres de Monsieur le
Baron de Brederode, des Seigneurs Spanheim, Rulitius, la Riviere,
Colonel Mario, Baron de Schrahtembach &cetera
Doctor Camerarius. Ie ne trouve nül süccez. Pacience.
Meine Söhne, haben auf dißeyt der Sahle, den
grentzzug, Gott lob, glügklich vollbracht, Gott
gebe dergleichen fortgang, auch anderstwo!
Mittwoch☿ den 24ten: May; 1648.
<Schön warm wetter, wie gestern.>
Meine Söhne, ha seindt abermals forth, zum grentz-
zuge ienseyt der Sahle, Gott gebe! das es so wol
alß gestern, vndt noch beßer, (nicht aber ärger,)
abgehen möge!
Risposta von Fürst Ludwig en termes mediocres.
Schreiben von Tecklemburg durch eigenen Bohten.
Il semble, que la paix ne se fera pas encore
en 2 ans, a Münster & Osnabrügk, car la France a renouvellè,
l'alliance avec Swede, pour aultant & se dès-
pite de la paix faite et püblièe, entre l'Espaigne,
et des Provinces unies.
an Vetter Johann Casimir geschrieben, vndt vor vetter Moritz
von Tecklemburg intercediret, wegen deßen ehegelder,
weil der Obristleütnant Diepholt ihn exequiren will,
in Schuldtsachen.
Gegen abendt, seindt meine Söhne, vom grentzzuge
wiedergekommen, welcher noch zimlich, ohne erhebliche
disputat abgegangen, dißmahl! (Gott lob!)
Donnerstag♃ den 25ten: May: 1648.
Briefe geschrieben, nacher Berljn, vndt Wien.
Der Blawschimmel hat wieder gesprungen, vndt
die braune Stuhte, so vorne bey, gehet, im
Obergespann, besprungen. Gott gebe gut gedeyen!
Man hat abermahl, einen vergleich, treffen
müßen, mit dem Obristleütnant Israel, durch den
Obristleütnant Knochen, auf den Iunium, wie
auf vorige monat, im fall er nicht, vor dem
ersten Juny, solte abgefordert werden.
Gott helfe doch auch, auß dieser beschwehrung
undt drangsahl!
Avis von Ballenstedt: daß die compagnie von Blancken-
burgk vndt werningeroda zusammen ziehen,
vndt nach Quedlinburgk, sich logiren.
Jch habe eine schöne Frantzösische declaration gelesen
von einem Pierre Jarrige gewesenen vornehmen,
und hochgeachten Jesuiter in Frangkreich,
welcher alle seine stadtliche bequemligkeiten,
ansehen, reichthumb, Ehre, vndt digniteten,
verlaßen, zur warheit des Evangelij, und
reinen wortt Gottes, getretten, die wahre
reformirte religion, angenommen, und darvon ein
schönes bekandtnüß gethan auch sich in hollandt
|| [[Handschrift: 460r]]
begeben. Gott wolle ihn ferner segenen, stärgken;
vollbereitten, kräftigen, gründen! und die wahre
rechtgläubige kirche Gottes, wie den Sand,
am Vfer der See, vermehren! vndt daß bey einem
ieglichen, sein Gottesdienst, keine heücheley, Son-
dern ein rechter christlicher ernst, vndt eyver,
sein möge! Seine allmacht, güte, vndt wun-
derbahre Regierung, seye allezeit, in seinen
wergken, gelobet, vndt ewiglich gepreiset!
8 Lächße,
haben die fischer, alß 7 im gehege, vndt 1 im heütte gefangen.
im freywaßer, vndt noch 2 in Strohmkörben, Gott lob, der
wolle seinen Segen gnediglich vermehren! Amen!
<es ist auch ein carpe von eilff pfund im mühlengerenne gefangen worden.>
die avisen von Erfurdt, melden, daß nur 700 Kayserliche
vndt Bayrische im iüngsten treffen, vor Augspurgk,
geblieben, mit dem General, holztapfel, deßen
cantzeley, bagage, vndt kriegscassa auch
solle im Stich, geblieben sein. Die haüptarmèen
gehen wiedereinander, in Nieder Bayern, der
Königßmargk aber in die <Ober> Pfaltz.
Daß Kayserliche Beylager, sol noch im Iunio zu Prag
gehalten werden. Der Kayser, wirdt die brautt,
auf Drey meil weges, entgegen ziehen, darnach
sol ihre kröhnung celebriret werden, darzu die
Böhmischen Stende 200000 gülden zu contribuiren, bewilliget.
Das vnglück der Venezianer, mit den Schifbruch
ihres Generals Grimanj, auch vieler galleren, vndt
Schiffe, im Archipelago, sol gewiß sein. hingegen
hoffen Sie auf secours vom Kayser, vndt
andern Christlichen potentaten. Spendiren viel
geldes, werben in der Schweitz, vndt anderstwo.
Fürst Ragozzi; sol auch werben, weil der groß-
türgke, doppelten tribut, von ihme fordert,
Dann er hat ihm, 7 pocal, in ieglichem, 1000
Ducaten, geschigkt, (welches der ordinarij tribut
iährlich sein soll) darauf hat der Soldan, noch
so viel, vor seinen Sohn, auch begehret, aber nicht
erlanget.
Es continuiret, daß der Duc d'yörck, auß En-
gellandt, in hollandt entrunnen. Die herren Staden
wollen ihm, vndt seiner Fraw mutter der
Königin, monatlich, (auf eine zeitlang) 1000
zum ajuto di costa geben. Schottlandt
undt Irrlandt, sollen sich, vor ihren König
declariret haben.
Die Spannischen, hetten Cortrigk in Flandern
mit Stürmender handt, eingenommen.
hingegen wehren die Frantzosen, vndter dem
Printz von Condè, vor yperen abgezogen.
König in Dennemargk, wirdt in kurtzem, seinen
Königllichen herrn vatter, begraben laßen, undt darnach<noch>
zuvor selbst, gekröhnet werden, dann biß dato,
hat er nur die wahl, eines Printzen, erlanget.
König in Pohlen, wirdt baldt, einen Reichstag,
zu Warschow, halten.
Jn Schweden sol wieder eine Moßkowitische ambassade
ankommen, vndt neẅ volck nach deütschlandt
abgeschiffet sein.
Zu Paris, wehre der Düc d'Aniou, des
Königs herr bruder gar solenniter getaufft,
undt Philippus genandt worden.
Nach Catalonien, Flandern, vndt Neapolis,
geschähen stargke Kriegsrüstungen, zu
waßer, undt zu Lande, von Frantzösischen seitten,
hingegen wehren die Spannischen auch nicht
schläferig, daß ihrige zu manuteniren.
An der publication des getroffenen Frie-
dens, zwischen Spannien, vndt Staden, wil gar
kein Mensch mehr zweifeln.
Piccolominj, oder Rauschenbergk, sollen an Melan-
ders Stelle kommen, weil Hatzfeldt, das Generalat recusiret.
Der Churfürst von Brandenburgk, hat mir
die fröhliche notification eines neẅgeborenen iung[en]
Printzen, angekündiget. Gott gebe ihm, seinen Segen!
undt erhalte diesen Printzen undt Churerben
viel undt lange iahr, seiner Kirchen zu trost,
undt seinem gantzen geschlechte, undt treẅen
anverwandten, zur Freẅde! Hò risposto,a Son Altesse
Avis: das die völcker von werningeroda, vndt
Blangkenburgk auch aufgebrochen, vndt sampt 50
Mußcketirern auß halberstadt, in Quedlin-
burgk, gerügket seyen. Man meinet, die
auß wettin, sollen auch dahin kommen.
Meinem Bruder Fürst Friedrich habe ich einen Lachß,
von 19 geschickt, und verehret perge
Dieu vueille! qu'il soit tres aggreable!
Mes tourmens, & mes peines, ne cessent
pas encores, & ie suis l'homme le plüs affli-
gè, & le plüs malheüreux dü monde, Dieu mesme
m'estant en quelque façon, crüel.
Ie süpplie hümblemt: sa Misericorde, a
me vouloir estre derechef propice! &
de pünir tous mes ennemis, et abversaires,
iüsqu'a ce, qu'ils se repetent, & convertissent.
Samstag♄ den 27ten: May: 1648.
<1 hasen gehetzt.>
Die Cantharides, oder Spannische fliegen, im garten al-
hier zu Bernburgk, nach deme sie gestern, von meinen
Söhnen, mit Feẅer zimlich außgeschmaüchet worden,
haben sich vindiciret, vndt alß giftige thier,
an meinen Sohn Victorem Amadeum sich ge-
setzet, undt zweene große blasen, am schen-
kel undt oberbein, ihm aufgezogen, also
daß man den Bader33, zu ihm, gehen laßen müßen.
Gotte gebe! das es ihme, nicht schaden möge!
Meine pagen, haben auch ungelegenheit darvon
gehabt.
Der Fuchß, hat heütte, die vierdte Stuhte, zu diesem
iahr, besprungen, nemlich eine, von den Hanoverischen.
Gott gebe, zu glügk! vndt gedeyen!
Jch bin hinauß geritten, mein getreydig zu bes<ehen>,
undt habe auch einen Rämmeler hasen gehetzt. habe
zum ersten mal, mein liebes türgklein, (nach dem
ichs zu Oldenburgk, so schändlich verlaßen ge-
habt, und mit großer mühe, vndt kosten, endlich
halb todt, wiederbekommen) wieder geritten. Es gehet
noch wol, hat einen frischen Muht, siehet auch nicht
mehr also einem agkerpferde gleich, also wie es auß,
Hollstein wiederkahm, alleine: der hußten und eng-
brüstigkeit, wil es noch nicht (nach vielen gebrauchten mitteln) quitiren[.]
Facilis descensus Avernj; sed revocare gradium
superosque adire pennates; Hoc opus, hic labor est!34
Ein Vnglügk, ist leichte anzurichten, aber sehr schwehr, wieder
zu ersetzen, vndt zu verbeßern.
Doctor Mechovius, ist bey mir gewesen, allerley iustitziensachen,:
mir undterthenig vorzutragen, und resolution, einzuholen.perge
A spasso in tempo sereno; piangendo (solo soletto,)
glj miej infortunij, e sciagure! Iddîo m'ajutj!!!
Sonntag☉ den 28ten: May: 1648.
<Regen.>
Am heutigen Festtage Trinitatis, conjunctim, mit
Madame, zur kirchen, mit meinen Schwestern, und Kindern
Der hofmeister Einsidel hat auch wieder aufgewartet,
nach seiner langwierigen Schwachheit. Gott
wolle, den guten alten, 66iährigen Mann,
ferner stärgken, segenen, vndt fristen!
Extra: ist sonsten, zu mittage, niemandt gewesen,
alß Wahusch, zu mittage, mit den Vnserigen.
Nachmittags wieder conjunctim zur kirchen.
Schreiben von wien, Prag, Hall, hartzgeroda
Avis: daß die Kayserlichen aufs neẅe geschlagen seyen,
im Bayerlande, ärger alß zuvor.
Item: das der liebe löbliche König in Pohlen,
Vladislaus IVte den 10/20 diß, mit todt abgegangen.
Gott genade ihm! Jch habe einen großen patron, an die-
sem herren verlohren, wie auch alle reformirte!
|| [[Handschrift: 463r]]
Ist es wahr, so ersetze Gott baldt diese stelle!
Die Venezianer, wollen Canea, wieder erobert
haben, Gott gebe, das es wahr seye! leider ist es
wahr, das General Grimanj, vndt seine meiste
armada schifbruch erlitten, auch mit hagel-
steinen vom himmel, wieder sie gestritten worden.
Die Niederlage der Bayerischen undt Kayserlichen
continuiret bey Augspurgk, wie auch das
sie noch einmahl seidthero, geschlagen worden.
Zu Münster, triumphiren die Spannischen,
undt Stadischen, über ihrem getroffenem friede.
Jndeßen, können unsere arme, deützschen, sich,
in puncto satisfactionis militï, nicht vergleichen,
noch in anderen schwehren puncten, so gleichwol nachden-
gken erfordern, vndt nicht v̈berhin, zu præcipitiren.
Königsmargk; dominiret in Frangken, und Oberpfaltz.
Graf Moritz, von Naßaw, ist von Prag, nacher
wien, vndt in vngern, gerayset.
Zu Napolj; gibts noch zu thun, undt zu strafen.
Zu Copenhagen, wirdt die wahl, confirmiret.
Jn Engellandt bleibet die vnruhe, wiewol vor
des Königes partie, hofnung ist, als neẅlichst gemeldet.
General wittemberg gehet auß der Schlesie, nach Böhmen. perge
<3 hasen meine Söhne gehetzt. vndt 1 Dachs, außgegraben.>
Meine beyde Schwestern, Sophia Margaretha vndt Dorothea Bathilde seindt nacher
hartzgeroda. Gott wolle sie geleitten!
Meine Söhne Erdmann Gideon vndt Victor Amadeus seindt mitgeritten, spazi-
ren biß an die gräntze. Gott bewahre sie gleichßfals,
vndt den gantzen comitat. Rindtorf reittet mit
biß nacher Ascherßeben, dahin frische pferde, mit Mei-
nes bruders leütten, vom hartz ankommen sollen.
Jch habe auch drey fohlen, in die weyde hinauf
geschickt, nemlich einen Rohtschimmel wallachen,
ein braunes Stühtlein, vndt ein füchslein,
welches letztere ein hengstlein, undt Meiner gemahlin
zustendig. Gott behüte sie <in ihrer arth> ebenmäßig, vor
vnglügk! und laße sie wol gedeyen!
Man hat sich ins gesampt resolvirt, den Obrist leutnant Knoche
alß unsern Gesambten geheimen raht, zum neẅen
Schwedischen Generalissimo, Pfaltzgraven Carolum
Gustavum abzuordnen, vmb verschonung der
lande, abwendung der contributionen,
undt anderer beschwerden, wie auch vmb
dislogirung des Regiments zu bitten,
undt vnsere große noht, zu remonstriren.
Darneben wirdt auch mutatis mutandis
an Graf Magnum de la Garde, vndt an
|| [[Handschrift: 464r]]
General Maior Forbusch geschrieben. Gott
gebe vnß segen, erleichterung, undt friede!
Meine Söhne haben den Dachß, (welchen sie auß-
graben laßen) alhier im Schloß, gehetzt.
Rindtorf ist von Ascherßleben wiederkommen, dahin er
meine Schwestern, convoyirt gehabt: alda seindt
Sie von meines bruders leütten, undt von dem
Freẅlein von Naßaw, angenommen worden.
Gott geleitte sie ferner in gnaden!
Mein alter gewesener Præceptor, Magister Marcus
Fridericus Wendelinus, b Rector Gymnasij
Anhaltinj, zu Zerbst, bekömpt numehr auch, mit
unserer einhelligen bewilligung, die Professio-
nem Theologicam; welche der Superintendens ,
Beckmannus Sehliger, gehabt hat. Gott gebe ihm
glügk! vndt succeß darzu! auch vitam e sanitatem longævam!
Meine Fraw Schwester, die Hertzogin von Megk-
lenburgk, schreibet vnß, und bittet vmb rath,
weil so wol wegen oc verschengkung des stifts
Ratzeburgk, als occupation des Zolls zu Warne-
münde, dem iungen vetter, hertzogk Gustavo,
großmächtiges tort, vndt unrecht geschicht, undt
einem pupillen <billich> nicht also solte mitgefahren,
werden. Post vulneratam causam quæruntur remedia!35
Hertzogk Adolf Friderich, stellet sich, alß nehme
er ungerne, das Stift Ratzeburgk an vor die Empter,
so er muß im Stiche laßen, und gleichwol hat ers
schon acceptiret, da doch seine leütte zu Osnabrück
daß Güsterowische votum geführet, und
meine schwester turbiret. Die Plenipoten-
tiariij Cæsari Schwedische vndt andere, haben es
schwehr zu verantwortten, daß sie also conclusa
machen wollen, in præiudicium Tertij. Meine
Schwester, wie auch ihr Sohn, schreiben zwar
an itzo, klägliche, vndt bewegliche briefe
dorthin, an die Plenipotentiarij alleine nimis serò.
In summa, in vnserem seculo, siehet man viel
threnen derer, so da vnrecht leiden. vndt
obt in der weltt, keinen helfer haben.
Gott ist aber der größeste höchste Schutz!
und wahrer Nohthelffer! Er seye es immer-
dar, und ewiglich! Amen! Amen! Amen!
Mit Doctor Mechovio, habe ich consultirt, vndt deliberirt.
Gott gebe! das vnsere consilia, gleich wie sie wolgemeinet
allezeit wol außschlagen, gerahten, undt gedeyen mögen
Malherberies insupportables!
Nota Bene:: Quj stat; videat, ne cadat! 36
Dienstag♂ den 30ten: May: 1648.
Avis: das unser Abgeordneter zum Wrangel, der
Obristleütnant Micrander, zwar nicht ohne große gefahr,
hin: vndt her, doch Gott lob, vnverletzt, durchkommen,
dennoch aber, bey der Generalitet, nichts verrichten,
können, weil sich weder der General Feldtmarschalck
Wrangel, noch andere vndterstehen wollen, dem
königlichen Leibgregiment, zu commandiren, noch dem
einkommenden Pfaltzgraven, undt Generalissimo
vorzugreiffen. Interim, seindt wir gefreßen,
vndt thun die Israeliten, waß ihnen beliebt.
Potentia! etsj iam acerba! immò acerbissima!
Ich bin hinauß, nach Pfuhle, geritten, mein getreydig,
so geseet, zu besichtigen, wie auch vmb Zeptzigk herumb.
Gott vermehre vnß, seinen Segen!
Er Philipp Beckmannus, ist nachmittags bey mir gewesen,
hat mir außführlich referiret, von dem sehligen ende,
vndt absterben, seines bruders Ern Christianj Superintendens
zu Zerbst, vndt von dem itzigen statu daselbstperge
Gott verbeßere den zustandt! und erhalte sein haüflein,
der rechtglaübigen, wieder aller hellenpforten persecutiones!
vndt aller derer, die unsere glaubensgenoßen, beengstigen,
betrüben, anfeinden, undt verfolgen!
Mittwoch☿ den 31ten: May: 1648.
<Regen, den gantzen Tag.>
Jn die kirche conjunctim: da die Bitte, vergib
vnß unser Schuldt, alß auch wir vergebn unsern
Schuldigern, vom hofprediger Theopoldo, wol außgeleget worden.
Jch habe einen Rothschimmelichten hengst, vom Schwedichen
cornet eingetauscht, gegen dem Klepper, dem Schwartzen-
berger, undt gegen 10 ThalerThlr: Gott gebe zu glügk!
Der gewesene hofmaẅrer Geörge Bawmgarten, welcher
am schloß vor diesem <vor langen iahren>, wie auch zu Zeptzigk, bawen, vndt
mawern helfen, ist gestern, an der Breüne verstorben.
Gott gebe ihm, die ewige ruhe! Er ist sonst ein frommer,
christlicher Mann, und fleißiger arbeitter gewesen, von
vielen iahren hero, zur hofarbeitt, gebraucht worden.
Nascentes morimur, finisque ab origine pendet!38
Ergo vive, memor lethj!39 Memento morj!
