Donnerstag♃ den 1. Junij: 1648.
<Windig wetter.>
Utique inaniter purifico animum meum,
& lavo in munditia
manus meas: Quum sim plaga
affectus quotidie, et
castigatio mea præsto sit,
matutinis singulis!
1
Si dixerim, narrabo talia; ecce
generationj filiorum
tuorum, perfidus fuero; Si cogitem
cognoscere hoc, labo-
riosum
visum est in oculis meis, Donec ingressu
m
<s>
essem, in sanctuaria Dej fortis, animadvertissem finem
istorum, utique in lubricis ponis eos, deijcis eos, in
Vastitates!
2
Quomodo abeunt<?> in desolationem, quasi momento: desinunt,
consumuntur terroribus? Tamquam somnium, postquam evigi-
lavit quispiam? Domine
quum expergisceris, imaginem
eorum contemnis. Quum
exacerbabatur animus meus,
& in renibus meis, me
ipsum exacuebam, Tum eram
brutus, quj ignorarem: velut
jumenta eram apud te.
Jtaque ego iugiter, futurus sum
tecum: prehendistj ma-
num dexteram
meam. Consilio tuo, deduc me, ut
postmodum in gloriam,
recipias me! Quis esset
mihj, in cælis,
præter te? & præter te nullo delector,
in terra. Deficiente carne mea, & animo meo; ru-
pes animj mei, & portio
mea, Deus est in seculum!
3
Er
Bartolomeus
Fridericj, pfarrer zu Palbergk, ist bey mir gewesen,
Mir seine
Noht zu klagen, wegen mangel der Scheüne. Ie
l'ay
consolè, au possible.
Particülier avis: Que le Roy d'Angleterre est delivrè.
Que le Düc
d'yorgk, s'est saulvè, en habit de femme,
vers la Hollande. <Que les Escossois, et Irlandois,
recerchent[!], le gouvernement
Presbiterial.>
Que les Zeelandois, se sont accommodèz a la
paix
Espagnolle avec les aultres Provinces.
Que quelques navires, se sont
allèes à fonds,
en Hollande, avec beaucoup de peüple! helas!
Que le chasteau Reciff,
ayant estè attacquè; par
les Portugais en Bresil; ils auroyent estè
fort battüs,
par les Hollandois, auquel combat, le jeüne
Einsidel, se seroit singalè,
& vivroit sain &
sauf illecq. Que Naples est perdü, pour la France.
Que le Prince de Condè
attacquoit la Flandre, avec 3000 hommes.
Den abendt, ist Tobias
<Steffeck> von
Kolodey glücklich wiederkommen, avec difficültèz
de ceux, qui m'ont deü
faciliter, mes esperances. perge
Risposta von Cöhten; vom Fürst Ludwigen.
Von Osenbrück jst
abermahl, eine Relation eingkommen. Die
Stände biehten, 2 millionen gülden, auf der Schwedischen,
ihre Stargke
anforderung. Caßel
heßen, wil absonderlich,
contentiret sein. Es gibt noch allerley remoras, jm negocio
Pacis.
Jtem: So jst einkommen, eine erinnerung, vom
Reichsagenten,
<Johann
Löwen> wegen seiner hindterstelligen besoldungsprætensionen,
vndt
gethaner vorschöße4, von vielen Jahren hero.
Gott helfe doch
überall, zu richtiger befriedigung!
Avis: daß abermals vndterschiedliche pferde
zu Ballenstedt
vndt hoym, auf den Feldern, den
vndterthanen, außge-
spannet worden.
Gott ersetze gnediglich, allen schaden!
Notification vom hertzogk
von Curlandt,
des absterbens, seines iungen Sohnes. Jch
habe
ihm wieder geantwortett.
Jch bin mit meinen Söhnen, hinauß, jn die weinberge,
geritten, dieselben
alle zu besichtigen.
Postea: habe ich, mit Ern
Hesio, conversiret.
Notificatio vom hertzogk Ernst
von Gohta, der Neẅge-
burt, eines iungen Sohnes, welcher Albrecht
genen-
net worden. Gott gebe ihm, seinen
Segen!
Mit Madame, in garten spatzirt.
Meine Söhne haben abermals Täxe außgraben
laßen, vndt im
Schloßplatz, gehetzet, <zweene.>
<Kühle wetter, vndt etwas regen.>
Avisen von Erffurdt: das der Kayser noch inten-
tioniret, sein Beyläger forthzustellen.
Daß der Ertzhertzogk Leopoldt Wilhelm, anfangs die
Stadt Cortrigk in Flandern, hernachmalß auch
daß
stargke Casteel daselbst, mit sturm ero-
bert, vndt waß im gewehr
gefunden, niederhawen laßen.
Der König in
Pohlen, wehre in Littawen, gestorben.
Christian
Rantzaw, würde in einer ansehenlichen
Legation, nach dem Kayserlichen
hofe verraysen,
die lehen, v̈ber hollstein, im Nahmen des Königlichen
Printzen zu suchen, vndt vor sich selbst, den Graven-
standt, im fall derselbe zu
erhalten.
Der Moßkowiter sol
gewaltig, an den Poll-
nischen gräntzen,
armiren.
Die Schwedischen sollen Rhain eingenommen haben.
Piccolominj, Duc
d'Amalfj, sol General des Kaysers
werden, an General Melanders stadt.
Das hauß Bredebendt
wehret sich noch.
Graf
Woldemar sol iährlich, zu seinem vndter-
halt, von den Dänischen Ständen, numehr 10000 ReichsthalerRthlr: haben.
Diesen abendt, bin ich mit Meiner freundlichen
herzlieb(st)en
Gemahlin,
hi-
nauß nacher Roschwitz, meinen weitzen zu besehen,
So
dann auf andere meine ägker, gefahren, vndt
haben beyde Elltiste Töchter mitgehabt. Gott
erhalte vnß seinen
Segen, vndt laße vnß, den-
selbigen wol
genießen!
Jn die kirche, conjunctim, cum uxore,
& liberis.
Zu Mittage, extra gehabt, neben Wahusch, die Doctores,
Mechovium, vndt Brandt.
Die Dyssenteria vndt rohte Ruhr, sol anfangen zu
Plötzkaw zu regieren. Gott
bewahre vor mehr vnheyl!
Nachmittage, seindt meine <3> Söhne, vndt
<4> Töchter,
zur kirchen gegangen, vnd
haben nach der predigt
zugesehen, wie mein verwalter zu Zeptzigk, Wolf
Sutorius, sein
neẅgebornes Söhnlein, taüffen laßen,
deme mein Nahme, gegeben worden
in der heiligen Tauffe,
weil ich der vornehmste Gevatter,
und meine stelle
vom Cammerraht, Doctor Mechovio,
vertretten worden.
Gott laße ihn, im wahren Christenthumb, wol
aufferwachßen, Vndt gedeyen!
Mein fünftes Töchterlein, Maria ist an
einem bösen
hußten, abermal sehr krangk.
Gott beßer es, vndt restituire Sie baldt. Amen.
Jch habe nach der Niemburgischen gräntze sehen laßen, ob sie
das creütz gegen dem Barbyschen wingkel wieder
aufgeworfen. Biß dato aber ist noch
alles stille,
vndt in gutem stande!
Mit Meiner herzlieb(st)en
Gemahlin,
in den garten spatzjrt.
<Regen, donner, Blitz, hagel, nachmittage.>
Der Rittmeister Plüschaw, so gestern anhero kommen,
(ein Meckelburgischer vom Adel,
sol aber weder lesen, noch
schreiben können, sondern im kriege
geboren, vndt er-
zogen sein), so gewaltig
geschnarchet, seine
abermahlige
gelder auf 14 Tage, vorauß begehret,
vndt einen rüstwagen, vor 30 ThalerThlr: gemacht haben
wollen. Er hat auch die
Fuhrleütte alhier, ge-
schätzet, vnangesehen, das sie zu Cöhten, ihr geldt
abgestattet,
vndt frey paßiren sollen. <Seine captivitet beym blinden Valtin, hat ihn nicht frömmer
gemacht! et cetera>
Neẅlichst, hat er meinem Bürgemeister[!]5,
gedroẅet, ihn zu prügeln, wo fern er sein geldt
nicht
bekähme. Jl semble que ces gens là,
font le
maistre par tout, & vueillent gourmander
toute la terre
habitable!
Panße, hat vom
Sutorio, alda er
als ein
<zu>
gevatter gestanden,
eilends, vom Convivio, hinweg gemußt, vndt dem
Rittmeister,
gleichsam, zu gebott stehen, und aufwarten müßen[.] || [[Handschrift: 468v]]
Jddîo cj liberj; da tantj fastidij, e
affannj!
Tobias Steffeck de Kolodey
m'a raccontè, comme dernierement en son petit Voyage,
il a estè en grand danger, près d'üne petite forest, vers
Thale, auquel s'estoyent
cachè des Reitres Voleurs, &
il pensoit d'entrer en ce
bois, avec son compagnon de
Voyage, l'Einspenniger
Jochem, si Dieu Toutpuissant, &
Tout bon, par sa
Sainte grace & Providence, ne l'eust
averty,
par ün pauvre petit garçon, quj portoit
une corbeille,
& avoit estè attacquè d'eulx,
l'admonestant, de prendre
promptement üne autre
route. Sa bontè infinie & Divine,
soit louèe eternellement
et il me vueille garder
aussy, a l'avenir, avec
les miens benignement &
garentir, de tout Malheür!
Jn die Mühle, zun gebeẅden spatziren gegangen Es ist ü-
berall zu beßern, vndt zu fligken, Noht,
mangel, gebrechen!
Der gute alte Rector des Gymnasij zu Zerbst,
Er
Marcus, Fridericus
Wendelinus, so schon vor 40 iahren,
mein Præceptor gewesen, ein hochgelährter, weitberühm-
ter Mann, vndt der
Elltisten Anhaltischen diener einer,
numehr, hat mich
gegen Sontag, (gebe gott) zu gevattern
gebehten,
zu einem iungen Sohne, welchen ihm der lie-
be Gott,
in seinem hohen alter, beschehret. Gott gebe
ihm, viel
Freẅde, glügk! vndt Segen darzu! Amen!
Schreiben vom herrn von Starhembergk, vndt Roggendorff,
entpfangen.
Die Ordinarij
geben, daß General Wrangel in Bayern,
undt Königsmargk in der Oberpfaltz,
gewaltig dominjren.
Der Kayser, sol
sich eilends, von Prag, hinweg begeben
haben.
V̈ber dem Spannischen vndt Stadischen Frieden, gibt es
triumph
undt große freẅdenszeichen.
Der Ertzhertzog, hat Cortrygk, so wol die citadelle
alß die Stadt, mit Sturm
erobert, vndt auch ein Frantzösisches
quartier vor ypere,
aufgeschlagen, wiewol der
Prince de Conde, dieser Stadt ypere stargk zusetzet.
Jn Engellandt, hat
man gute hofnung auf des Köni-
ges seitten.
Königs in Pohlen
Todt, wirdt confirimiret, vndt daß
man derentwegen, große alterationes
besorget.
Die Freẅde zu Cleve,
wegen des Brandenburgischen
Chur-
Printzen, wirdt
gleichßfalß confirmirt.
Jtem: die werbungen, des Moßcowiters.
Daß vorseyende Kayserliche
Beylager, zu Lintz.
Die venezianer,
sollen wieder, so wol in Dalmatia,
alß gegen Candia, den Türgken, obgelegen haben.
Düc d'Aniou, ist zu
Paris getaüft, vndt Philips
genandt.
Zu Napolj, sol es neẅe
motus geben, wie auch, in
Catalogna.
Jn OostJndien, sol der Spannische
vndt Stadische
friede, inner
Jahres frist, in WestJndien aber, in einem halben Jahr,
publiciret werden.
Zu Osembrück wil
sich die satisfactio
Militiæ, noch nicht schigken.
Der Cantzler Milagius,
ist bey mir gewesen, von Fürst Augusto
ge-
schigkt, in
transitu mir zuzusprechen, undt allerley anzu-
bringen, vndter andern auch, mich
zur subscription des
leibgedings
Wolfen
Translation, auf Warmstorf
zu bewegen, so auch geschehen. Jch habe ihn darnach
dimittiret, vnd forthgelaßen, gen Cöhten.
hinauß mit meinen elltisten Söhnen, daß liebe getraydig
zu besichtigen,
welches (Gott lob, undt dangk) vom
hagel, vnbeschädiget blieben,
vndt haben darneben
2 hasen, gehetzt.
Extra zu Mjttage, den Georg Friderich von Börstel
(neben Wahusch) gehabt, welcher vom Berlin, wiederkommen.
Nachmittagß, bin ich mit Meiner freundlichen
hertzlieb(st)en
Gemahlin,
nacher Zeptzigk
hinauß, spatziren gefahren, sampt beyden Elltisten Töchtern, undt
Carolo Ursino, welcher
geritten.
Philip Güder, ist mit
12000 weinpfählen, auß der Quah-
lendorfer heyde, wiederkommen. Aldar ist
neẅlich, meinem
vetter, Fürst Johann
Casimir, in die 10000 ThalerThlr: an holtz,
schade geschehen, durch böse leütte, so
durch lunten,
undt pulver, in der heyde, feẅer angeleget.
Gott bewahre vor mehrerem vnheyl, undt Ungemach!
<1 Rehe und 1 hase von Ballenstedt neben andern Victualien. perge>
J'ay eu avis hier; comme üne partie de
Reitres Brigands,
auroit espiè l'estè et annèe passèe, le
voyage de ma femme
en Pomeranie,
& l'auroit attenduë en allant & en
revenant, entre
Brandenbourg, et
Zerbst, près de
Zigesar, la faillant tousiours
les deux fois, par
singüliere Providence de Dieu, lequel en
soit
louè sempiternellement! Il nous Vueille
continuër ses graces, & benedictions! & di-
vertir de moy, & des miens,
comme aussy de nos
bons prochains, & patriotes, tous
malheürs & desastres,
d'oresenavant! & tousjours! A
luy; en soit la gloire!
Voyla; comme la mort, et les fünestes
accidens, (quj sont
parfois pires, que la Mort) nous talonnent
presque
incessamment, & sans y penser, si Dieu ne nous
gardoit,
par sa Toutepuissance infinie! par sa bontè
Paternelle!
Ein loses, weittlaüftiges schreiben, von Fürst Augusto,
Fürst
Ludwigen Vndt Fürst Johann
Casimirn, abermalß entpfangen,
wegen vnsers iuris quæsitj, an den
Steẅren,
darvon sie vnß abdringen, vndt die
Steẅren,
mit gewaltt, zur landrenterey gelifert haben
wollen. Suchen allerley
subtiliteten, auch Violentzen
hervor, per
vim et fraudes, mich darvon, gantz
vnbefugter weyse, zu
removiren, und meinen Bruder.
<Sticheln aber, am
allermeisten, auff meine Person. et cetera>
Am heüttigen BehtTage zur kirchen, cum duobus filiis.
Der Schwedische
Cornet, hanß Falgke, (welcher etzliche Mahl
die
handlung, wegen des Schwartzenbergers, gegen
den
Rohtschimmel, hindterzogen,)
hat heütte geschrieben, an
seinen corporal, Mir berichten zu laßen,
ich möchte
ihm vor 37 ThalerThlr: seinen Rohtschimmel, abkaüffen.
Droẅet
darbey, dem AmptsRaht, vndt
Bürgermeistern6, mit der execution, wo sie nicht
restirendes geldt, vndt futter einschaffen,
welch
procedere, mir schlechte lußt zur
erhandlung
eines blinden, oder einaügichten pferdes,
machet.
Jch wil es auch nicht thun, weiß nicht,
waß dem pferde, sonst
mangelt, oder was ich
vor glügk, darzu haben möchte. Jch wil ihm
aber,
den klepper, den Schwartzenberger dargegen laßen,
wenn
er noch zehen ReichsthalerRthlr: zugeben wirdt. perge
Geschrieben nach Tecklemburgk, an Meinen vetter
Graf Moritz, wie
auch an Meine Base, die wittwe zu Grönaw.
A spasso con Madama, nel bosco de'
Pretj.
An Fürst
Ludwig geschrieben, wegen des leidenden wapen,
etcetera[.]
Jtem: an
Wendelinum,
meinen lieben allten
Præceptorem,
cum gratulatione, et honorario.
Jch bin hinauß, auf meine breitten, geritten, zuzu-
sehen,
wie sie die Rübesaht abbringen, undt dann,
wie
die winter: vndt Sommergerste, weitzen, vnd rogken,
haber,
undt Erbßen, durch den Segen Gottes, wol
im felde stehen. perge Gott laße vnß alles, durch
seinen Segen,
reichlich genießen, undt bewahre,
vor dieben, vndt diebsgenoßen!
vor hagel, undt
andern vnfällen! undt erstatte mir Mildiglich,
alle schäden, verlußt, undt wiederwertigkeitten!
ists sein
Göttlicher wille! vndt ists mir Sehlig vndt guht?
Nachmittags geschrieben, am heüttigen postTage,
nacher Wien, Vndt anderer Orthen.
perge
Madame ist abermahl hinauß, mit den Töchtern,
auf ihrem kutzschwägelein. perge
Nach gestriger hitze, hats diese Nacht, gewehet, und geregnet.
General Axel
Lillie schreibet, numehr, selber an vnß,
wegen verpflegung
des Pfaltzgrävischen
Regi-
ments, vndt thut aufs Neẅe,
hohe postulata,
vor d
[...]
<a>
ßelbe. Gott ermbarme sich, des armen landes!
Die exagitationes, wollen bey Mir,
noch nicht nach-
laßen. Jch thue dargegen,
waß ich Thue, vndt meine
Strafe, oder plage, ist alle Morgen, Neẅ7.
Gott wende es!
Jch bin auf die krahenhütte, so an itzo, sieder dem
Gallaaßischen, undt DorstenSohnischen
congressu
alhier
wieder, nach der zerstöhrung, aufgebawet worden,
gegangen,
undt habe zum erstenmahl, eine
krahe, undt großen Raben, geschoßen.
Mit Madame, nachmittage, hinauß,
nach Palbergk, gefahren, nebenst beyden
elltisten Töchtern, vndt Carlchen.
Große Kersten, ist
von Goßlar, vndt
werningeroda, (re infecta) wiederkommen.
Depuis que i'ay fait assommer mon
boeuf,
ce bel animal, innocent, tous mes desseings
vont le
pas d'èscrevisse! Helas! las! helas!
Meiner gemahlin bohte, ist von
Prag, wiederkommen, re
infecta, mit gefahr. Die Schwedischen
partien, streiffen,
biß an Prag hinan.
Der Kayser, ist
eilends
hinweg, nacher Lintz, das
beylager verschoben,
große
confusion vorhanden, wegen der vnglügklichen
rencontre des Melanders Sehligen, in Bayern, vndt
alle expedienda blieben
darüber stegken. Zu
Wien, sol die
pest heftig graßiren. Gott beßere
alles vnheyl! und erbarme sich
der Seinigen!
Mit Meiner herzlieb(st)en
Gemahlin,
bin ich in garten gegangen,
nach dem ich zuvor, mit schmertzen
angesehen, wie vnfleißig,
die leütte alhier, meinen erwachsenen Rübesaht ab-
bringen,
vndt numehr in den dritten Tag, die wenigsten
dienstleütte darin
sein, auß muhtwilligen vngehor-
sam, da
sie doch, in einem Tage, solch getreydig, billich
abbringen sollen,
und wegen besorgenden regens,
alles
verderben köndte, auch was überreiff ist,
schon sehr außlauffen thut. Gott laße mich
doch, seiner gaben genießen, und laße nicht
zu, das ich das
gute vor augen sehe, vndt
nicht ergreiffen könne! wie mir schon
viel-
fältig, leyder! wiederfahren.
Meine Elltisten Söhne, vndt Töchter, seindt
hinauß, nacher Altemburgk, mit theilß Jungfern,
und Jungkern, sich zu recreiren. Gott bewahre
sie gendiglich,
auf dem hin: vndt herwege!
Gegen abendt, seindt Sie glügklich wiederkommen g.l.a
Die avisen von Erffurt geben: daß der König in Pohlen
ge-
wiß Todt seye, wie auch der Pollnische
Feldtherr,
der Regent
im interregno, der Ertzbischof von Gnesen,
wehre Todtkrangk, die Coßagken rebelliren,
Moßkowiter armiren, Printz Casimirus
wirdt
von etzlichen, von andern sein bruder, von andern der Pfaltz-
grave von Neẅburg begehret, grosse
alterationes besorgt[.]
Jn Flandern, hat
zwar der Ertzhertzogk, daß
schloß vndt Stadt Cortryk, der Printz von Condè
aber, ypere die große Stadt,
welche noch eines
so importirlich,
eingenommen. Dieser Printz
hat im antritt der campagne, auß courtoy-
sie, dem Ertzhertzogk, einen degen, mit
goldt
vndt diamanten 20000 ReichsthalerRthlr: werth, ge-
schigkt, hingegen ihm der Ertzherzog Leopoldt Wil-
helm, wieder gesondert, 6 schöne
pferde.
Die Spannischen
vndt Stadischen
triumphi-
ren, noch immerforth,
v̈ber ihrem frieden,
und der Spannische Ambassador
Conte de Pigneranda
sol in haagen kommen.
<Die>
Frantzosen, haben
einen anschlag, auf Genua
gehabt, welcher ihnen mißlungen.
hingegen hat der pabst, Florentz, vndt Genua
mit ihren galleeren, auf Porto Longone
vndt Piombino, einen anschlag
gehabt, so
ihnen ebenmäßig mißlungen.
Die venezianer, haben
durch Schifbruch,
ihres Generals Grimanj, in die 4 mil- || [[Handschrift: 473r]]
lion Ducaten, im Archipelago schaden gelitten.
Zu Calis malis ist die Jndianische
Sil-
berflotta,
14 millionen reich ankommen.
Zu Napolj, seindt viel Guisische Officirer,
undt diehner, iustificiret worden.
König in Engellandt
hat gute hofnung.
König in
Dennemargk, muß sich seinen
ReichsStänden, submittiren, ihre vor-
geschriebene
capitulationes
vollnziehen,
undt daß Erbrecht, auf
Norwegen, quittiren,
wie die zeittungen klingen. Gott beßere es!
Königßmargk hat die gantze Oberpfaltz
in seiner Contribution, gleich wie Wrangel
das Bayerlandt.
Der secourß auß Schweden, sol stargk
anziehen,
vndt ankommen.
Die Kayserlichen retiriren sich, auß Böhmen, die
Schwedischen oder
Königsmargkischen aber, streiffen
biß an Prag hinan.
Die Schwedischen gesandten, contentiren sich
nicht, zu Münster
vndt Osnabrück mit den
gebottenen 2 millio-
nen, wollen 6 millionen
ReichsthalerReichsThlr: oder 9
millionen
gülden haben.
Auri sacra fames!
8
Der hertzogk von Meckelnburgk, sol zu Rhene
sein durch ein söller gefallen, und sich, am haüpt,
arm, und
Schengkel, sehr beschädiget haben.
Kein Mensch, ist sonst mit ihm
gefallen, da doch
ihrer viel bey ihm im gemach sollen gewesen,
sein, welches zu verwundern!
Der gute König,
Vladislaus IVtus. Sehliger,
in
Polen, sol trefliche schmertzen, am blasen:[,]
lenden: vndt
NierenStein, vor seinem ende,
erlitten haben, Gott gebe ihm, die
ewige ruhe!
Visconte d'Arpaiou, Frantzösischer Gesandter,
lieget vergebens, noch
zu Dantzigk, mit großen
unkosten. hat dem Sehligen Könige, den Fran-
tzösischen Ritterorden bringen sollen, wiewol
es ihrer viel wiederrahten, undt sich opponi-
ret, weil es wegen des Burgundischen
ordens,
nicht sein köndte, zweyerley zu tragen.
Monsieur de la Tuillerie
Frantzösischer Gesandter
im haag, ist wol abgefertiget, und beschengkt
worden.
Prince
Thomas von Savoye, sol wiederumb,
Frantzösischer
Generalissimus, in Jtalien werden.
Printz Casimir von
Pohlen, ist in Jtalien,
dörffte sich also, an seiner
gehoften wahl, selbst hindern.
<Regen, windt vormittags[.] Nachmittags schön wetter.>
Vor: vndt Nachmittags, mit Meinen Söhnen,
in die kirche, Meine
herzlieb(st)e
gemahlin,
sampt den Töch-
tern haben sich, inne
gehalten. perge
Nach den predigten, haben sich meine Söhne,
mit den pourmenades, ballonschlagen, undt
dergleichen recreiret.
<Regen. Windt.> <Es haben von der hatz 3 hasen, meine Söhne einbracht.>
Daß vnbestendige wetter, der vielen platzregen,
undt winde
diesen iahrs, denotiret, das wir
eine
Naße erndte haben dörften. Das liebe
getreydig leget sich sehr
darnider. Gott
gebe daß der schöne gezeigte segen, nicht
undter vnsern händen, verschwinden möge!
Die pawerregulen,
undt alter hauß-
wirtte, wollen nicht mehr
gelten. Es endert
sich die witterung, undt neiget sich alles, dem
ansehen nach, zum undtergang, vndt ende der welt!
Gott
erscheine mit gnaden!
Vor ein par Tagen, ist in der Aeptißin hofe,
die Stadtmawer,
darauf eine Scheüne ge-
standen, in die
drey Ruhten lang, eingefallen,
also das
man Compagnien weise, kan hereiner, in || [[Handschrift: 474v]]
die Stadt rügken.
Fürst
Augustj leütte, haben
sich beschwehret, es wieder zu
bawen, mit vorgeben,
es gehörte Bürgermeister vndt Raht, die Stadtmawren
zu
erheben. Man hat ihnen aber doch endlich die bil-
ligkeit
remonstriret, und es dahin vermittelt,
das es der pachtmann, Galle
weber, bawen
wirdt, nur das man die Maẅer,
propter
summum periculum jn
mora, auß aller
andern arbeit, hinweg nehme,
und sie
mit lieb, oder leid, durch Amptßzwang,
zur reparation anhalte, so auch
anbefohlen.
Jnndeßen wirdt eine stargke, beschwehrliche
Bürgerwache, an demselbigen gefährlichen
orth, so lange, biß
es zugemawert, gehalten.
Tels accidens, ne
presagent, rien de bon;
(me semble) Pleust a Dieu! qu'ils presageas-
sent tout seuretè, en
nostre ville, la
paix
dorèe, & qu'on n'eust plüs affaire
de mürailles, ni de
tours & bastions, pour se
contregarder, & deffendre,
conter les voleurs,
et picoureurs, Dieu estant, nostre ünique
saulvegarde!
Avis von Strehlitz, das hertzogk Adolf
Friderich
von Meckelnburgk am pfingstdinstag zu Rhenen
durch ein losament gefallen, vndt sich
gar gefährlich
beschädiget, Sol ein bein gebrochen, eine rippe
im leibe, vndt das haüpt sehr beschädiget haben,
deßwegen dann
seiner Schwester, Freẅlein Anne
Sofie
Sehliger begräbnüß, so aldar gestorben, in der
Stille
nur vor sich gegangen, zu Schwerin, da
vetter Gustafchen, auch
hingezogen ist, vndt
wirdt vollends nacher Rhene kommen, den alten
herrn vetter, in seinem fall zu besuchen.
Die liebe güldene
Schwester, beklaget
diesen alten hertzogk Adolf, alß ob
er ihr
vater, (vndt nicht verfolger, wittwen vndt
waysen,
darinnen ich gleichwol die justa
iudicia
Dej, admiriren muß) gewesen
wehre,
wüntzschet ihme beßerung, langes leben,
vndt
glückliches Regiment, biß ihr Sohn, mündig,
besorget große verenderungen, auch bäßgen
Anna Sophias heyrath, mit herzog
Ludwig von der Lignitz, wil da-
durch in ein stegken gerahten. Gott
schigke alles
zum gesegneten, Nützlichen, sehligen wolstande!
vndt bessere auch Schwester Sibillen,
vnpaßligkeit!
Die Ordinar: vndt extraordinarij
avisen, geben:
Daß der Kayser,
gar nacher Wien, sich retiriret.
Piccolominj,
wehre General leütenampt.
Jn Bayern, wehre
große furcht. Churfürst von
Bayern, hette sich, nacher Brauna, mit dero
gemahlin, vndt kindern, salviret, die Schwedischen
vndt ihre alliirten, wehren schon über die Jser,
paßiret, Theten, mit brennen, undt
sengen,
großen schaden. Der Churfürst wehre krangk,
hette den Schwedischen Generaln, schon 800000 Gulden (florenus)f:
brandtschatzung offeriret, tractiret
zwar
die neütralitet wiederumb, und hette sich
dennoch, nicht
getrawen wollen, auch zu
Brauna, sondern sich gar nacher Saltzburg begeben,
und zu München den General, Graven von
Gronßfeldt, von wegen seines vngleichen
commandirens,
in stargken arrest, nehmen laßen.
Zu Münster vndt Osnabrück hetten die
tractaten fast ihr
ende, weil die
Stände erstlich 2[,] endlich 4 millio-
nen
gebotten an gülden, die Schweden aber, biß auf 5
millionen ReichsthalerRthlr: sich hetten
behandeln laßen.
Es ist viel schreibens, vom Schwedischen secours, so General Lamboy
heraußer kommen sol.
General Lamboy, wehre,
nach eroberung Bredebendt,
so er geschleift, von den heßischen, totaliter ruiniret,
undt geschlagen.
ypere hetten die Frantzosen, gleich
wie der Ertz-
hertzogk
Cortryck hinweg, vndt wehre dieser
von
iehnen, auß dem felde geschlagen, si
vera sunt nova?
Die alteration in Polen, wegen besorgender
motuum der wahl, undt einfall der Tartarn,
so sich mit den Cosagken,
vereiniget, continujret
nicht allein, sondern auch das der Pohlen General
mit dem gantzen kriegsheer, ihnen in die hände
kommen wehre,
welches greẅliche zeittungen sein.
Jm interregno, wil es erst
händel setzen.
Der Ertzbischof von Gnesen, sol krangk, vndt
gantz kindisch
worden sein, der doch Primas
Regnj,
vndt vice
Regis stelle, an itzo vertretten sollte.
Königßmargk, sol in der Oberpfaltz, dominiren,
vndt
Weyda fortificiren,
alles in contribution bringende.
Zu Paris, gibt es auch motus, wegen der vielen
schatzungen, undt imposten, so
dem volgk vnerträglich,
vndt vom selbigen Parlament, dem Könige, remonstriret worden.
Jn Engellandt ist
der status
confirmirt, wie die Erfurter brachten.
Zu Amsterdam, triumphiret
man gewaltig über dem
Hispanischen Frieden.
Der Moßkowiter, armirt
gegen Polen, oder gegen Schweden.
Zu Napolj, ist alles gestillet,
undt der Düc de
Guise, gefangen in Spannien, geschickt. Der Frantzosen
anschlag, auf Genua, mißlungen.
General Maior Erlach, stößet mit 6000
Mann zu den alliirten,
in Bayern.
Die venezianer sollen
4 millionen Ducaten
schaden erlitten haben, durch Schifbruch, im
Arcipelago,
ihrer
galleeren, undt Generals Grimanj.
Die Türgken setzen Candia hart zu, vndt
gedengken
selbige Stadt, auch zu emportiren.
Jn Dalmatia aber, stehen der Venediger sachen, noch wol.
König in Pohlen,
hat den Stein 4 Tage lang,
gehabt, mit großen schmertzen, (non potendo uri-
nare) endtlich, ist febris maligna, darzu geschla-
gen, vndt hat, in wenig Tagen, ihn hinweg genommen.
Die Königin, sol
auch krangk, undt Trostloß sein.
Gott gebe dem lieben Könige <Seligen> die ewige ruhe!
undt der
Königjnn, erwüntzschten Trost!
Der herr von Rauschenberg, ist der Nechste, nach
dem General Piccolominj, Duca
d'Amalfi, in dem
commando, der Kayßerlichen armèe.
Düc d'Espernon, sol
im Königreich Navarra
eingefallen sein, vndt Palames erobert haben.
<Regen.>
Den CammerRaht, Doctor Mechovium, habe ich bey Mir gehabt,
zu deliberiren, publica & Privata. et
cetera Wir haben
auch
billich beyderseitß, die Magnalia Dej,
et
iusta iudicia, suæ divina Omnipotentiæ;
admiriret, wie wir diß iahr vielfältig
erfahren, ohne waß vor iahren auch mannig-
faltig geschehen. Er seye gelobet, undt ge-
preiset, in allen seinen wergken! und
wundern!
Risposta vom guten frommen Wendelino, von
Zerbst, welcher mit Meiner
erweisung, gar
content gewesen, meine
gevatterstelle
bey seinem Sohn, durch meinen Raht,
den von
Jehna,
StadtSyndicum in Zerbst, wol ver-
tretten laßen, undt so wol die
gratulation
alß præsent sehr wol aufgenommen, mir
sein
kindt im besten recommendirende. perge
Gott wolle es gesegenen! vndt die wahre
kirche, sampt deren
Mitgliedern, lange erhalten!
fristen, erbawen, vermehren, wachßen,
und grünen laßen! Faxit Deus Omnipotens!
& Misericors! Amen! o Deus mj; Amen! Amen!
<Regen, windt, donner!>
Jn die wochenpredigt, cum filiis. Er
Marggravius
hat geprediget. Jch habe denselben, contentiret,
und mit ihme, conversiret, ihn auch zur
Mahlzeit,
behalten laßen. Er legte den Text: auß:
Jch habe dich ein
klein augenbligk verlaßen, aber
mit großer Barmhertzigkeit, wil
ich dich samlen!9
et cetera
Magister Erhardus
Ursinus, ein redlicher Bidermann,
so viel vndt lange iahr,
alhier gewohnet, undt
Rahtscämmerer gewesen, (weil er die angetrage-
ne Bürgermeisters Stelle, vmb seines hohen
alters
willen, recusiret) auch sich
Treẅ, vnverdroßen,
willig, undt vndterthenig wol affectioniret,
gegen Seine
Fürstliche Herrschaft, allezeit
erwiesen,
ist diesen Nachmittag, zur erden,
bestehtiget worden, nach dem er neẅlichst
verstorben. Gott laße ihn Sanfte ruhen, undt
verleyhe ihm,
eine sehlige aufferstehung, zum
ewigen leben, mit allen
Außerwehlten, Amen!
<3 hasen, haben meine Söhne gehetzt.>
Se di dolor, e rammarico, io potessi
morire,<!> morto sarej!
mà io
muoro già, frà me medesimo, dj lenta morte,
non potendo
dismenticare glj segni mortalj datimj da
Cielo, se Dio pietoso
non divertisce tali stralj! || [[Handschrift: 478r]]
Lo faccia <benignamente>, per
mera grazia, e misericordia,
essendo eglj infinitissimamente,
più Pietoso dj noj
miserj mortalj crudelj, incostantj,
volubilj, ignorantj!
Questa notte, glj spiritj, cj
hanno tormentato assaj,
con picchiare, alle porte, e strepitare
nelle camere
dj Madama indisposta,
più ancora, che nella mîa,
Mi maraviglio di questa
novità, mà non credo che
siano spiritj malignj, mà bene che
dinotano qual-
che accidente, e funeste
cose. Iddîo ci liberj, da
tantj fastidij! in questi
tempj, calamitosj!
Fürst
Augustus ist heütte von Plötzkaw
verray-
set, nacher Weymar, und andern befreündten.
Gott gebe dem guten alten herren, glück!
vnd succeß!
Auf die krahenhütte, (post expedita
negocia) aber
nichts diesen Morgen, schießen können.
Nachmittags seindt meine Söhne, mit theilß meiner Töchter,
vndt Jungkern, hinauß geritten, und gefahren, nacher Pal-
bergk, sich zu recreiren. Jch bin zu fuß nach Roschwitz,
zu meinem
weitzen, und sonst auf meine ägker gegan-
gen. Gott lob, ich befinde noch wenig schaden!
Avis: daß Königßmark mit
seinem volgk bey Bischof-
taintz in Böhmen angekommen, erwartet seine
infanterie
die parthien gehen biß an Prag. Groß schregken ist
in Pilsen, alles zeücht sich, gegen
Böhmen, auch der General
Wittembergk. Lamboy hat sein fußvolgk, und
Stügke verloren.
Avis von Oßnabrügk, das der friede krebßgän-
gig wirdt, weil die Schweden von 6 millionen,
ReichsthalerRthlr: nicht abstehen
wollen.
General Axel
Lillie, schreibt wieder an vnß,
vndt begehrt an vnß,
postulata, wegen ver-
pflegung des pfaltzgrävischen Regiments,
so etwaß dem vorigen getroffenem vergleich,
mit
Obrist leutnant
Jsrael,
zimlich zuwiederb
lauffen. Patientia!
per forza!
heütte hat man observirt, daß von meinem
kleinen Carl, bluht
in der Urin, mit hinweg
gegangen, vndt solche darumb, weil er im
reitten,
durch vnvorsichtigkeit, mag etwaß versehret
worden
sein, wjewol er sonst frisch, vndt
munter ist. Gott helfe, dem
lieben kinde
in gnaden, undt daß ihm nichts schaden möge!
Er
ist sonst gar melancolisch, wer weiß, waß ihm vorgehet?
Gott seye
sein gnediger Schutz,<!> helfer, undt Erretter
allezeit!
Diese nacht, vmb 2 vhr, bin ich, mit meinen beyden Elltisten
Söhnen,
Erdtmann Gideon, undt Victore Amadeo,
aufgewesen, auf dreyen zusammen
gebundenen kähnen, auf der Sahle, vndt seindt heütte aufm
waßer,
heimlich von Bernburgk, biß nacher Magdeburgk, gefahren, thun
— — 7 [Meilen.]
Wir haben Gott lob, gut glügk, vndt weder zu kalt, noch zu
warm wetter gehabt. Gott helfe ferner, mit gnaden! undt
gebe
succeß zu meinem vorhaben.
Jacta sit alea!
10
inter
spem, et metum! Nihilominus iuvat
audaces fortuna,
(sæpiissimè) timidosque repellit! Dat
Deus omne bonum! sed non per Cor-
nua
Taurum! Das bin ich rechtschaffen gewahr
worden!
Nebenst meinen Söhnen, habe ich bey mir, Simon heinrich
Schwechhaußen, ihren hofmeister, Meinen CammerJungker Abra-
ham von Rindtorff, so dann, meinen Aufwärter, Tobiaß
Steffegk von
Kolodey, meine pagen Ernst Gottlieb von Börstel,
Geörge
Friederich, von Kinspergk, meiner Söhne, kammerdiehner,
hanß Geörge
Horenburgk, den lackayen, hanß Balthasar
Oberlender, item: Matz, so des Kinßky kammerdiener gewesen, und
mit meinen Söhnen, auß hollandt, heraußer gezogen, einen
koch-
gesellen, welche zweene
letzten, in ihren geschäften raysen. Seindt
also: 12 personen,
stargk; und zu Magdeburgk am
ElbeThor, einge-
zogen, in einer zwar
schlechten, iedoch wolgemeinten, undt
nahe am waßer, gelegenen
herberge. Magdeburgk, wirdt
allmählich wieder zu bawen, angefangen,
und vmb den Thumb
herumb, stehen noch feine haüser. So hat auch Trandorf, die
alte Stadt,
fein fortificiret. <Wir haben vmb 21 ThalerThlr: ejn Schiflein gedinget, nacher Hamburgk.>
Jch habe nirgends heütte große hindernüß gefunden, alß da
wir
vnß selbst, mit der kalte<n> küche, etwas
aufgehalten,
ist vnß darnach bey Schömbegk, eins targker contrariewindt
entgegen gegangen, doch endtlich haben wir diese
traverse überwunden.
J'ay èscrit, pour la seconde fois,
a Madame (car la 1:ere. a
estè de Bernbourg
mesme, afin de ne l'inquieter) par les batteliers, & ay
donnè ordre a mes
affaires, Mes fils, luy ont aussy
èscrit.
Jn Gottes Nahmen, frühe forth, von Magdeburgk, vndt heütte
biß nach Tangermünde, gefahren —
— — — — 11 meilen
zu waßer. Vnferne von Magdeburg, an
einer waßermühle,
hat man vnß gewiesen, wie vor wenig wochen,
etzliche vor-
nehme herren, auß Böhmen, kommende,
darwider gefahren,
heraußer gefallen, und viel verloren, auch bey
nahe, er-
trungken wehren, wenn man ihnen,
nicht zu hülfe
kommen wehre? Jtem: an
andern orthen, in der Elbe,
hat man vnß auch örter gewiesen, darauf
auß vnvor-
sichtigkeit, leütte mit
schiffen vfgefahren, also; daß Gott
dem herren, billich zu dangken,
wann er einem, gut wetter,
gute leütte, vndt waß sonst zur
glügksehligen fortkommung,
erfordert wirdt, beschehret und
verleyhet. Er seye davor
gepreiset, vndt helfe ferner, zu glügk,
mit gnaden!
Tangermünde, ist sehr ruiniret, von der soldatesca,
Jch habe diese rayse, vor iahren, albereit beschrieben, mag mich
derowegen, an itzo, alles zu particularisiren, nicht bemühen.
Man hat avis, daß des Königs in Polen, Bruder, der iüngste,
so
Bischof zu Breßlaw
gewesen, auch gestorben, auch ihme mit
Gift, vergeben worden, damit sein bruder Printz Casimir, als
ein Jesuiterfreündt, desto eher, ohne
competitorn, zur krone
gelange.
Jtem: daß der Churfürst von Bayern, Todt seye.
| Meilenm. | |
| Von Tangermünde, nacher Schnakemburgk
Die gantze rayse zu waßer, ist vor iahren, beschrieben worden, vnnoth zu wiederholen. Tangermünde vndt Snakemburg ist Brandenburgisch11. et cetera heütte ist wieder ein orth in der Elbe, gezeiget worden, darauf ein Schiff vfgefahren. |
13 |
| Meilenm. | |
| Von Schnackemburgk, gar frühe auf gewesen, und
gerayset, biß nacher hitzgker im lande zu Lünenburgk |
9 |
Wir seindt erst auf Lentz, so
noch Märgkisch,
vndt dann, auf Dämitz, so Meckelnburgisch,
zugekommen.
Zu Dämitz, in der Festung, liegt Schwedisch
volgk.
Vndterwegens, aufm Schiffe, pflegen wir, alß zu
Mittage, kalte
küche zu halten.
heütte, ist vnß, der windt, contrarij
gewesen, anfangs,
Südwestlich, darnach gar westlich, hat vnß sehr
gehindert, am fortgang vnßerer fahrt, neben
den
vndterschiedlichen anfahrten der zölle, undt auch der
Soldatesca
auffenthalt bey Dämitz, alda vnß im anlegen,
anß vfer, eine Fehre
bey nahe, in dem vngewitter,
durch vnvorsichtigkeit selbiger
leütte, v̈bersehgelt
hette, (wann es nicht noch, mein Sohn
Victor
wehre kaum
zue zeitlich wehre gewahr worden, und vnß vndter dem
hüttlein vnsers schifleins, vor dem regen verborgen
ligende,
gewarnet,
hette
<und>
auch den dummen fehrleütten
zugeschrien hette, So leicht
möchte ein vnglügk einem zu,
handen, stoßen)[.] Wir haben aber
dennoch Gott dem Aller-
höchsten, zu
dangken, das wir noch, in solchem wiederwertigen
winde, regen, und
Sturm, so weitt, forthkommen können.
Er helfe vnß ferner, mit
gnaden! und bewahre vor Unglügk!
gnediglich! und väterlich. Die
wellen haben etzliche mahl in
vnßer Schiflein geschlagen, iedoch
Gott lob, und dangk, ohne gefahr.
Wir haben nur einen
Steẅermann, vndt zwey Ruderknechte.
Mein Sohn Erdtmann
hustest sehr. Gott wolle ihn, darvon liberiren! || [[Handschrift: 481r]]
Alß ich ihm zu Bernburgk, von
meiner jntention nur
etwas weniges sagte, bahten Sie mich alle beyde, sie
ia mitzunehmen. Jch regerirte, Erdtmann, würde
müßen, seines bösen hustens
halben, zurückec bleiben,
er blieb aber, auf voriger instantz, mit vermelden,
ich würde sehen,
daß er weniger, auf der rayse, alß
zu hause, husten würde, welches
ich auch mit ver-
wunderung meiner, und
anderer, in der That erfahren,
biß auf heüttigen Tag, an deme die
kälte, der windt,
der regen, item:
die continuirliche kalten speisen,
undt das man heütte die
Segeldegke, wegen besorg-
lichen auffenthalt des sturmwindes, mehrentheils
von vnß, abnehmen müßen, wol einem anderen,
als meinem, so
neẅlich krangk gewesenen, vndt
stetß hustenden Sohn, einen
catharr, oder hußten,
vervuhrsachen mögen. Gott bewahre ihn doch in
gnaden
sampt seinen brüdern! undt vnserer gantzen familia.
Zu hitzgker, (alda man, wie
fast in der gantzen
Margk, mühe gehabt, wegen
vnfreündtligkeit
der leütte, beherberget zu werden) leßet auch
aufm Schloß, hertzogk Augustus von
Wolfenbüttel,
alles eingehen also daß die gemächer
einfallen, undt
vndterschiedliche Menschen, noch kurtz verwichener
zeit,
durchgefallen sein sollen. Jst schade vor die artigen zimmer,
alda eine geraume zeit,
gedachter hertzogk, sein leben, zugebracht, || [[Handschrift: 481r]]
er
gedengket aber vielleicht: Altrj tempi; altre
cure! vndt
Olim hæc meminisse
juvabit!
12 oder aber:
Fuimus Troas
13, etcetera[.]
(Zu Bernburgk ist vergeßen
worden, vor wenig Tagen, einzu-
schreiben, das vor meinem verraysen, die probsprünge
ge-
schehen. Etzliche Stuhten, haben
die hengste zugelaßen,
etzliche nicht. Gott gebe glügk! das Jch
gute arth,
darvon ziehe!)
Zu hitgker lieget auch etwas
Schwedisches
volgk, vndt
man erwartet noch mehrere
sanguisugas!
Alhier zu hitzgker, ist
alles außgerißen, vndt hat
zeitlich,
weggeflehnet, von wegen der
ankommenden völgker.
| Meilenm. | |
| Jch habe mich mit meinen beyden Söhnen, undt comitat selb 12te. auch aufgemacht, zu rechter zeitt, vndt seindt heütte gefahren, biß nachm Tollespigker alß nacher Plögke, so Lünenburgisch, alda Schwedische Soldaten liegen, |
4 |
| von dannen, nach Boitzemburgk, so Meckelburg
vndt vetter Gustafgen zugehörig |
1½ |
| Von dannen, nach außgeharreter abermahliger
bourrasque, vndt vngestümmen regen, undt windt, gen Lawenburgk Wir seindt auch, ejn stügk weges, zu fuße marchiret. |
1½ |
| Vollends, nachm Tollenspiker, spähte Man hat heütte, Morgends, undt abends, kälte, regen, undt windt, außgestanden. Omnia conando v[ictor]ia paratur! |
4 |
| Meilenm. | |
| Vom Tollenspiker, nacher hamburg, vollends in regen, windt undt vngewitter. Gott seye lob, und dangk, welcher vnß bißhiehero, durch mehrentheils, seltzames wetter, undt wege, wol geholfen! er helfe vnß ferner, mit gnaden,! vndt setze vnß zum Segen, immer vndt ewiglich. Wir seindt der fluht, zu eben rechter zeit, zuvorkommen, undt haben vnß mit der Elbe, vnangesehen bösen wetters, durchgearbeitett. |
4 |
Jch habe wollen vnbekandt sein, und alles wol
darzu ordiniret, es hat mich aber, ein Musicus, so
vor 2 iahren, mit seinen kindern, zu Brehmen
gewe-
sen, undt wol musiciret, gekandt,
(wiewol er
es, nach anmergkung meiner aversion, dissimu-
liret) und bey der Tafel <nebst
seinen kindern>, mir aufgewartett,
und schön musiciret, ob
mirs schon, solcher gestaltt,
etwaß wiederlich gewesen.
Wir seindt in der herberge, die Stadt Lübegk genandt,
eingezogen. Man gibt: 12 schilling, von denen, so an
der
herren Tisch eßen, vndt 8 Schillinge (solidi)schill: von ieglichem diehner,
bier, losament, betten, lichter, undt alles, mit ein-
gerechnet, wie auch das Hamburger
Bier. Das frembde || [[Handschrift: 482r]]
bier aber, undt der wein, muß absonderlich gezahlet
werden,
wie auch, die extra, zwischen den Mahlzeitten, alß:
| Reinischer wein, gilt daß maß, oder quartier | 14 Schillinge (solidi)schill: |
| Zerbster bier, gilt das maaß, 6 Groscheng: oder | 12 Schillinge (solidi)schill: |
| Braunschweiger Mumme | 4 Schillinge (solidi)schill: |
| Frantzen: oder Frantzösischer weißer wein | 5 schilling. |
alß Zerbster bier, mehr, alß vmb die helffte.
Dann ein Eimer Zerbster bier, würde solcher gestaltt,
16 ReichsthalerRthlr: alhier in Hamburgk, gelten,
und ein Eimer (Hohlmaß für Flüssigkeiten)E. Frantzenwein, nur 6 ThalerThlr: 16 Groscheng:
Mes serviteurs, sans doubte boiront volontiers ce vin,
quoy qu'a bon marchè, mais bon, au lieu de la biere de Zerbst,
si chere, et pas si aggreable a leur goust, trop coustümier.
La reigle demeüre tousjours: Quod rarum; carum!
Ringrazio Dîo, di tutta la nostra fortuna
in Viag-
gio, insin quì, non havendo
havuto nissuno sinistro
intoppo, dj momento, (ben che
preveduto, ô antipensato,)
mà non posso consolarmj, nè quietare
l'animo
mîo, della perdita grande, fatta (contra ragione,)
l'inverno passato amaramente. E ben ch'io pensavo,
che;
secondo 'l Pastor
Fido, La lontananza ognj grande
piagha saldarebbe,
niente di meno, la perturbazione
dell'animo mîo, non
s'acquieta, mà più tosto s'accresce,
Iddîo benedetto, non
volendo scusare glj nostrj determinatj errori! || [[Handschrift: 482v]]
La Fortuna cj abbandona, anzi cj fugge, quando
noj stessj
l'abbandoniamo, anzi quando Jddîo ce l'ap-
presenta chiaramente, e noj con le nuvole del
senso abbagliato, non possiamo, ne vogliamo
abbracciarla,
nè accettarla convenevolemnte
lasciandosj un pentimento,
affanno e cordoglio
grandissimo di tal inhumana
stupidità, per mercede,
e meritamente! Jddîo cj consolj! d'un
altro segno,
della sua Benignità, e perpetua cura, che hà di
noj,
senza abbandonarcj, alle tenebre, del nostro stupido,
ed offuscato senso, e intelletto, più, che depravato,
ed
inutile ad ogni bene! Meglio saria! essere cento,
volte, mort
e
<o>
, e sotterrato, che d'essere così infelice,
di non
potere conservare ne se stesso, ne altre
creature, che hanno
vita mortale! e niente
di meno, cj servono bene, e fedelmente!
e quel ch'è
peggio, vorriamo ajutarlj volentierj, e non
possiamo!
Ô troppo imperfetta natura! oh resistenza inhumana!
Ô forza Diabolica! troppo forte, e che non fà, che
contristarcj!
La procrastinazione dannevole è ancora un vizio
impatibile a quellj
che vogliono esser fortunati, e di fidarsi
troppo a se stesso, ed alla
sua capacità credendo che sîa
ancora tempo assaj, per ben operare,
dove si perde tempo spesse
volte, nel aspettar il tempo, già scampato!
Das die Stadischen, in westJndien, die Portughesen gewaltig
geschlagen, in Brasilien, undt in die 40 schiffe erobert.
(Dörfte
also vnser iunger Einsidel, der
Capitain, auch beütten bekommen haben)
Cest avis, vient d'ün particülier: Sanuel le
Conte
jtem: de L. W.d
Sonst sol der Frantzösische Feldtmarschalck Rantzow, einen anschlag auf
Ostende gehabt haben, welcher ihm
mißlungen, undt er darüber,
in die 1500 Mann, eingebüßt, durch den
ankommenden Spannischen
secours.
hingegen, hat der Ertzhertzog eine cavalcade in Frangkreich gethan, vndt
Chastelet in Picardie belägert.
Die Frantzösische
Schifarmade, im Marj Mediterraneo, sol Salerno
eingenommen, und sonst den Spannischen, schaden gethan haben.
Es gibt differentzien, noch zu Paris, wegen der imposten.
Der Kayser ist
zu Lintz, leßet scharf inquiriren, auf die fugitivos.
Die Schwedischen sengen vndt brennen in Bayern, wollen noch
800 mille
Gulden (florenus)f:
brandt-
schatzung haben. Belägern Waßerburgk. Der Churfürst ist noch zu
Saltzburgk, befindet sich
v̈bel auf, vndt malcontent. Piccolo-
minj sol beyde armèen, commandiren, weil Gronßfeldt, noch
im arrest ist.
Die päße am Lech, vndt an der Jser, seindt liederlich abbandonirt worden.
Der commendant in Rhain, sol auch, nicht einen einigen schuß,
auf die vorüber paßirenden allijrten
armèen, haben thun laßen!
perge
Königßmargk sol vor Ellnbogen in Böhmen, liegen.
Die Türgken, sollen
abermal, vor der Stadt Candia, vndt
im Archi-
pelago, eingebüßet haben.
Jn Engellandt,
gibts neẅe motus, vndter den
armèen, vndt es hat
das ansehen, alß stärgke sich die Königliche partey.
Zu Osenbrügk, sol das
quantum der 4 millionen ReichsthalerRthlr:
ratione
satisfactionis
militiæ, (auf gewiße maße) verglichen sein.
Die Lamboysche
Niederlage continuiret, wiewol die
Heßischen
auch darbey keine seide mögen
gesponnen haben.
Meine Söhne, haben alhier zu Hamburgk, allerley besichtiget,
die kirchen, die Börße,
das zuchthaus, Rahthauß, et talia.
Jch habe geschrieben, an Meine Gemahlin
<par
Albrecht
Schultz>, an Baron de
Brederode, an
Monsieur Hotton, par Samuel le
Conte, item: an
Obristen
Mario, undt Rulitium, schreiben laßen,
par Tobias Steffeck de
Kolodey[.]
Gott
gebe in allem, glügkliche expedition, undt succeß!
Je suis tourmentè de beaucoup
d'inquietüdes. Le
bon Dieu! et grand Dieu! vivant! vueille
addoucir, mes
amertümes, & afflictions! car elles me sont
presque
insüpportables. Ô Dieu ayde moy! ô Dieu! exauce moy!
ô Dieu, s'il est possible? rens moy, la perte irreparable!
& delivre moy, de mes ennuys languissants! Rends moy, ün
signe extraordinaire, de ta grace, et que ie le reçoyve,
non avec stüpeür, ou stüpiditè insensèe, (comme n'a gueres,)
ains avec actions de graces, & rayson prüdente et cir-
comspecte! afin de ne tirer le
miel de ta bontè, en ün
Venin de extraordinaire aversion, et
comme a contrecœur
pour ne me priver, de tes benedictions,
& d'üne fortü-
ne inesperèe! & me
rendre odieux, a Dieu, & aux hommes,
comme aussy a tant
d'Anges bienheüreux, qui m'as-
sistent
& accompagnent journellement, contre les
efforts, de ce
malin, & pervers Sathan, quj s'en aille
dèz aussy tost, en
abisme; & soit damnè avec tous les ma-
licieux pervers, incorrigibles, et determinèz pecheürs,
eternellem[ent!]
<Regenwetter.>
| Meilenm. | |
| Von Hamburgk, nach Elmßhorn, einem flegken, zu Mittage aldar der Cantzler Reventlaw, undt ein Thumbdechant, auch in einerley krug, gewesen. Wir haben ihnen aber, nicht zuge- sprochen. Der weg ist zum theil, sandicht, und guht, (weil es sehr geregenet) zum Theil böse gewesen, theils in der heyde, theils in tieffem Morastichen wege, sonderlich |
4 |
| Meilenm. | |
| nachmittage, von Elmßhorn, nach der mahlzeit,
gen Jtzehoe
und haben schön getreydich an vielen ortten stehen, auch viel pferde, undt vieh, in der weyde, gesehen. |
3 |
Christians
Rantzow, festes hauß, Bredebergk, lieget
nur eine halbe stunde, von Jtzehoe.
Wir haben es zur
rechten handt, liegen laßen, Crempe blieb zur lingken
hand auf 1 meile
weges, von Itzehoe, Glügkstadt
aber,
2 meilen. Der Rantzow, vnser gevatter aber, sol an itzo,
zu Drage sein, auf 1 Meilenm. von Jtzehoe. Das waßer
die Stöer, ein arm auß der
Elbe, fleüßet vmb Jtzehoe,
fast ringß herumb. Wir sahen von weittem, die, durch den
windt, eingefallene Thürme zu Crempe vndt Glückßburgk14, gleich wie
zu Hamburgk, so im Februario, geschehen. Jn Dennemargk aber, sollen Sie
damals kejnen windt, empfunden haben.
| Meilem. | |
|
Christian
Rantzow, Reichßraht, und Amptmann zu Rendeßburgk,
hat mir, (auf erfolgte notification) kutzschen, undt pferde nacher Jtzehoe geschigkt, mich und meine Söhne, abzuholen, gen Drage, || [[Handschrift: 484v]] Sein hofmeister Preißer, und ein anderer Officirer, wurden auch mitgeschigkt. Rantzow kahm vnß entgegen, auf ein stügk weges. Begleitete vnß hinein, <tractirte vns wol> und that vnß, große ehre. hatte einen von Waldaw, Königlich dänischen kriegscommissarium, (so vor zeitten Marschalgk zum Berlin wahr,) bey sich, wie auch einen Königlichen oder Printzlichen raht, Licentiat helm genandt. Der Cantzler, Doctor Reihing, (welcher de iure publico geschrieben, undt mich vorzeitten, zu Regenspurg am Kayserlichen hofe gesehen) wahr auch alda, zog aber, vor der mahlzeit, noch hinweg, nach dem er mich gesprochen. Des von Waldaw Fraw, war auch v̈ber der Tafel <mitt>, nebenst des von Rantzow liebsten, vndt <neben> vnß, vndt vnsern leütten, auch vorgenandten personen. Drage, ist ein feines lusthaüßlein, so er mit seiner Frawen, (welche auch eine Rantzawinn ist) erfreyet. Jst artig gebawet. hat einen wol disponirten, kleinen, iedoch artigen graben <garten,> mit feiner gallerie, vndt dann auch bedegkter Sommerlaübe, vndt sonst hat das hauß, feine wol meüblirte gemächer. |
1 |
Dieser Rantzaw hat viel gühter, in diesen Fürsten-
thümbern
Schleßwygk, vndt holstein, wie auch in
Dennemargk[.]
Man schätzet er habe v̈ber die 1000 vndterthanen, undt habe
in 50[000] biß 60000 ReichsthalerRthlr: einzukommen, wiewol er kaum 30 mille gestehet,
vndt sich arm machet an gelde, von
wegen schulden, vndt,
bürgschaften, auch verlag vor die krone, vndt erlittene ruin der
Schwedischen, wie auch
bevorstehende Legation an Kayserlichen hof, die
lehen, im nahmen des
Neẅen Königes, (welchen man nur noch
zur zeit, vor der
huldigung, Vndt krönung, den erwehlten Prjntzen,
nennet)
v̈ber Holstein, zu empfahen, vndt vielleicht, vor Seine
perso[n]
|| [[Handschrift: 485r]]
den Grafenstandt, vom Kayser, zu erlangen. Es hat allerley gute
discurß
gegeben. Man hat aber greẅlich getrungken, biß in die Nacht!
Es continuirt zu regenen, wie
gestern, vndt fast alle Tage hero, sieder
wir auf der rayse, sein. Dörfte der erndte, wenig fortheil bringen.
On me traitte courtoysement; mais ie puis
bien dire, que pour cela
je me suis
grandement trompè en mes esperances, & imaginations,
n'ayant nüllement obtenü, la satisfaciton attenduë,
m'appercevant
fort bien, des mauvayses menèes, &
machinations, de Malherbe,
a
l'encontre, afin de precipiter ma fortüne, si on pouvoit?
Le
bon Dieu, qui par sa providence, m'a permis, cest soudaine
resolütion, de ce Voyage sübit, me vueille garentir, a
l'encontre
de toutes mauvayses prattiques, & me rammeiner
de ce pays,
bien tost, en bonne santè, avec mes fils, afin de celebrer sa gloire,
en ün tranquille,
& Pacifique estat, & condition, apres les expe-
ditions desirables
obtenuës! <divertissant toute chose
nuisible!>
Nachm Frühestügk, vndt allezeit, allzuguter Tractation, se hat Licentiat
Helm, abschied von mir
genommen. Der Königliche herr Amptmann Rantzaw
aber, ist mit vnß forthgereyset, auf Bredebergk zu, vndt also wieder
zurügkee, daßelbe sein haüpthauß, zu besehen, lieget
5⁄4 meilen von Droge,
oder eine stargke meile, Jtzehoe zur <rechten> seitten, liegen
laßende. hat
hohe stargke wälle, in die 18 metallene, und eiserne
stügke darauff,
waßergraben ringß
herumb, so vndten gefüttert. Jm Schloß,
seindt
feine gemächer, Sähle, vndt Capelle, mit einem feinen
Oratorio, vndt
kirchstüblein, auch gruft zum
erbbegräbnüß, (darinnen ich auch ge-
wesen,
vndt seines elltisten Sohnes Christianj Seligen schönen
kupfernen,
mit silber beschlagenen, <vnd
mit wapen> außgearbeiteten Sargk stehen gesehen)[.]
Man
hat alhier wieder, eine gute collation
gehalten. Der Königliche
Commissarius, der von Waldaw, nebst seiner
liebsten, wie auch
Rittmeister Clüver, || [[Handschrift: 485v]]
der holländische kaufmann Wawer, undt andere, haben alhier,
vnß valediciret.
Die Fraw Rantzowinn,
hatte schon zu Drage,
alwor sie
geblieben, ihren abschied von vns, genommen.
Zu Bredeborch, hats auch einen feinen garten, die Schweden
aber, haben in neẅlichstem kriege übel darinnen gehauset,
wie auch im gantzen hause, die mobilien spoliiret, und eine
verwüstung angerichtet, iedoch eben
nichts sonderlichs, im hause,
viel weniger, in der kirche,
zerschlagen. Die Tapezereyen
aber, undt waß sonst nicht weggebracht werden können, von
schönen gemählden, Silberzeüg, haußraht, und andern Sachen,
alles mit hinweg genommen, wiewol Rantzaw selbst gestehet,
das er
seine kleinodien, Juwelen, und bestes Silbergeschirr,
schon in Dennemargk, zuvorn
hinweg geflehnet gehabt, undt
alles
daßelbe versetzet, auch die ringe von fingern, seinem
Könige, auß
vndterthäniger Treẅer devotion, 50000 ReichsthalerRthlr: bahr,
zum
kriege, (da er noch in voller flamma
gewesen, und man
deßen, keinen außgang gewußt) vorzuschießen, davor
ihm
hernachmalß die Jnsel Langelandt verpfändet worden.
Man hat vns, mit drey
Canonschößen15, vom hause, Bredeburgk
willkommen
geheißen, und im abzuge, mit eben so viel vale-
diciret, darbey allezeit der höfliche cavaglier Rantzow,
in der kutzsche, mit
hutabziehen, in die kutsche, seine complimente
gemacht, undt vor lieb also zu nehmen, gebehten. Es hat auch das
landtvolgk, oder außschoß, so darauf gelegen, nachm abzuge,
drey salven gethan. Mein herrvatter Sehliger
ist auch vor
iahren, alhier, vndt sonsten, auf Rantzow gühtern, <sonderlich zu Bütten16 und Freyen willen
alle spese dj Son
Altesse> bey seines
vaters Gerdt Rantzow lebezeitten
gewesen, estant en disgrace
de l'Empereur vndt hat seinen vatter,
vnd Großvatter, heinrich Rantzau
|| [[Handschrift: 486r]]
Sehligen wol gekandt. Man hat sichs fleißig erinnert.
perge
| Meilenm. | |
| Von Bredeborch, forth nacher Rendeßborch, gereyset
Vndterwegens, hats gute conversation gegeben. Vndter andern hat Rantzow erzehlet, daß er in die 50 meil weges, (in Terra ferma nur,) auf seinen gühter, raysen köndte. Das hauß Rantzow, ihr vhrallt Stammhauß, gehöret ihnen auch zu. Die 50 Meilenm. meinet er, von hamburgk (alda er ein hauß hat, vndt Thumbprobst ist,) biß in Norder Jutlandt hinein. |
7 |
Sie kommen von den alten Graven von
Lechnich,
<Leißnich,>
(Lisnicenses)
auß Meißen her.
Ce Cavallier est fort aimè, et respectè, de
tout le monde. Jl fait mine, de ne desirer point ce degrè,
mais on croyt neantmoins, qu'en ceste Ambassade, Sa Majestè
Imperiale, le fera Conte de l'Empire, comme a estè fait,
le
Conte Ulefeldt,
Holgko, Penß, Conte
Woldemar, & aultres
en ce Royaume, & Principautèz. Il vouldroit ravoir de l'E-
lecteur de Saxe, la Contè de
c
<s>
es ancestres, et ie voy, que
le tiltre, ne luy sera pas
assèz sans sübstance, m'ayant
parlè assèz confidamment[!], là
dessüs.
Rendeßburg, Stadt, vndt Schloß <als ein Ampt>, ist ihm vom
Könige, schon
lengst
anvertrawet worden, hat feine wälle, und im
neẅlichsten
kriege, wieder die Schweden, in die 6 Monat lang, sich
Tapfer
defendiret, also: daß sie
ihnen nichts angewinnen können.
Der
Strohm Eider, fleüßt daran hin.
Wir haben aber, im
finstern, nichts rechtes, sehen können.
Bey langwierigen gesprächen, und guter conversation,
auch
wegen Müdigkeit meiner, und meiner Söhne, habe ich
dem Treẅhertzigen Rantzow, Meinem
Gevattern, versprechen müßen,
noch morgen (gebe
gott) alhier zu bleiben, und außzuruhen, contre mon propos.
<Regen.>
Wir haben alhier zu Rendeßburg außgeruhet. Zu Mittage, habe
ich mich
innegehalten, weil ich mich nicht wol befunden. Gegen
den abendt
aber, bin ich mit meinen Söhnen, vndt Rantzaw, auß-
gefahren, durch
die Stadt, einen hauffen steine zu besehen,
welche auf dem Margkt
liegen, so herein geschoßen worden.
Darnach nach dem wall zu, da
man etwas von Schwedischen
approchen,
noch observiren können. Die
Fraw Rantzowinn, ist auch
herkommen.
Sie haben auch ihr Söhnlein, und Töchterlein, unß gezeiget.
Da So
habe ich auch, in seinem losament, allerley gemälde besehen.
Aufn abendt, hat man conversiret, und poculiret.
Rantzow hat 1000 vnderthanen, iedern zu 1000 ThalerThlr: werth, gerechnet,
Thut eine million, en fonds, darauf er
sein vermögen zu schätzen.
<Der Gottorffische
Cantzler, Doctor Kilemann, ist auch alhier gewesen,
senza parlamj.
et cetera>
<Regen. windt.>
Zu Rendeßburg
gefrühestügkt, (Rantzau m'a regalè, et
mon maître d'hostel)
La satisfaction plüs grande, a estè, sinon
aneantie, au
moins, dilayèe, peüt estre
ad Kalendas Græcas, nisj
annuas!
Rantzau m'a dit, que le Düc de Gottorp, a onze baillages, & 200 mille
DalersDal: de rente
annuelle, deductis, deducendis.
Jls recognoissent ce Prince, apres le Roy, comme
leur Princes
regnants, les autres Dücs de
Holstein, sont abgetheilet
divisèz, & n'ont rien a regner, par
dessüs la Noblesse.
Rantzau se fera faire conte, a la
cour Jmpériale avec le consen-
tement, de ce Düc de Gottorff.
Rantzau ne veüt pas, que le Royaume de
Norwege soit heredi- || [[Handschrift: 487r]]
taire aux aultres Dücs de
Holstein, nonobstant leur
tiltre, et pretension, ains,
que ces Royaumes tous deux,
Dennemargk, et Norwege, soyent
tellement incorporèz
que l'ün ne puisse, ni doive
estre, sans l'autre, par
confederation, & par rayson
d'estat, de leur conservation.
Que toutes les charges principalles, et les
ports, &
forteresses, estoyent entre les mains, des Danois,
& les Norwegiens, autant sübiects aux dits Danois,
comme le Royaulme
d'Jrlande, aux Anglois.
Qu'on ne scauroit separer, ni partager, en
façon
quelconque la dite Norwege, <quoy
qu'on vouldroit.>
Le Prince Royal, fütür Roy,
auroit bien conservè,
son droict Hereditaire, & a tous ceux
de sa mayson,
contre ceux, (qui le vouloyent faire quitter ce droict,
á
son election mal convenablement) mais en cela il se
seroit desja preiüdiciè, qu'il auroit concedè, la nomj-
nation, de six conseillers, (en
la place des morts)
dü Royaulme aux estats, ou Conseillers au
lieu, que le
feü Roy, auroit obtenü & maintenü tout sa vie,
non seulement la confirmation, mais aussy, la
nomination.
Abschied, von der Frawen Rantzowinn, vndt ihren kindern,
auch
etzlichen haüptleütten, genommen.
| Meilenm. | |
| Darnach, mit seinen pferden forth, da er vnß,
biß an die Königliche gräntze, das geleidte <mit schönem train> gegeben, vndt höflich valediciret. Wir seindt forth, auff Gottorff [a]lda der hertzogk Friederich, mit zweyen Söhnen, vnß im platze || [[Handschrift: 487v]] des Schloßes, mit vielem comitat, solenniter empfangen, undt hat es nur eine stunde vorhero erfahren, wiewol ichs ihm drey stunden vorhero, zu avisiren gemeint gewesen, auch zu dem ende voran geschigkt, car il n'y avoit point d'ap- parence, à sürprendre ün grand Prince, que ie n'avois veü, en 27 ans. Jl s'est monstrè fort affectionnè, á moy, et a mes fils, qu'il avoit veü a Plöene, il y a onze ans. Er hat mich, in mein gemach, beglei- tet, darnach auch selber wieder zur mahlzeit, geholet, zu der hertzoginn, geführet, alda mich die hertzoginn mit zweyen Töchtern, freündtlich salutirten, undt daselbst in einem schönen, großen Gemach, Tafel gehalten wurde. |
3 |
Jch mußte alleine, oben an sitzen, der hertzogk, undt
hertzoginn, saßen einander, gegen über, darnach meine
Söhne,
über seine Söhne, undt Töchter, (vnangesehen vieler
verweigerungen, undt
prangens,) gesetzt wurden.
Meine Jungkern, alle drey, Schwechhaußen, Rindtorff,
undt <Tobias> Steffegk
von Kolodey, seindt mit, an die fürstliche
Taffel, gesetzt worden, wie auch ein Lytzaw von geschlecht[,]
der jungen herren hofmeister, So dann ein Wjlstorf,
welcher zuweilen,
gar eines lustigen humors, sein soll.
Der hertzogk, hat allerley schöne discours
geführet,
von dem itzigen statu Germaniæ, Daniæ, et Sueciæ,
vom
kriegßwesen, von Friedenstractaten,
von seiner
Legation in die Moßkaw, vndt Persien, von
alten || [[Handschrift: 488r]]
Unionssachen, da
auch etwaß, wiewol gar moderate, das
Böhmische wesen, mit berühret
worden.
Die herztoginn,
ist auch gar demühtig, undt human, ge-
wesen,
bey der mahlzeit, vndt nach derselbigen. Gegen 10
vhren, hat man
gute Nacht, gegeben. <Der hertzogk
begleittete mich wieder gar höflich inf mein losament.>
Der hertzogk, so noch 5 Söhne, vndt 5 Töchter, am leben
hat, von den 15 so ihm Gott, gleich wie mir, biß dato
be-
schehrt gehabt, (wiewol die väterliche,
vndt gnedige
heimsuchung, vndt Theilung, mit mir, etwaß anderst ge-
fallen, undt meistlich, v̈ber
die Söhne außgegangen)
hat den Tittul Durchleüchtigkeit,
neẅlichst, vom Kayser,
empfangen, vndt das ius
primogenituræ, neben solchem
Tittul, auf seinen
Elltisten Sohn, wann er ihme wirdt
succediren, und regierender herre werden.
Jl me dit aussy, que Rantzow l'avoit recerchè[!]
d'estre
content, qu'il füst fait conte, de Sa Majestè
Jmperialle.
Jl dit: que les paysans, en Dennemargk, ont
des ser-
vices limitèz, et qu'ils ne
servent pas, comme en Hol-
stein, en toutes choses,
tant qu'on veüt, ainsy qu'ün
paysan Danois, ne vaut pas mille
Dalers, comme en Holsace[.]
Que Rantzow peüt avoir 700 paysans
en Holsace
& Schleßwygk, et Jütlande, & en Dennemargk: 300.
Qu'il y a des
gentilshommes Danois, qui ont a 2[,] 3
voire iüsqu'a 8 ou 10
mille paysans, ainsy que le dit Rantzau
n'est point le premier, et le plüs riche de tous, comme
on
se l'immagine, & comme plüsieurs sont de cest
opinion.
<Regen, windt.>
Jch bin alhier, zu Gottorf, still gelegen, und gleich wie
gestern, schön
wetter gewesen, also hat sichs heütte auch
angelaßen, hat doch
darnach, etwaß geregenet.
Gottorf, ist eine schöne residentz, lieget an einem arm
der OostSee, daran
ge auch die Stadt Schleßwig, zwar ein
canonschuß weitt, von der residentz
gelegen. Das schloß
Gottorf ist mit einem wall, und graben, wol
versehen,
und liegt eine compagnie fußvolgk, in garnison, hieroben.
Das Schloß, hat einen
doppelten hof, vndt platz, ist in die
vierung, gebawet, ansehlich,
wiewol altvätterisch,
mit schönen gemächern, undt einer kirchen,
auch zeüghauß,
Ställen, vndt dergleichen, (diese beyde letzere,
vorm Schloße,) wol
versehen.
Nach der mahlzeit, hat der höfliche hertzogk, mir
die Ehre
gethan, vndt mich selbst herümber geführet, theils zu fuße
theilß zu kutzschen. Vndt haben besehen, den schönen großen
gartten, draußen v̈ber der brügke, am Rendeßburger
wege
zu, welcher mit schönen großen bedegkten allèen
vndt compartementen, reichlich geziehret ist.
Es stunden
auch, Pomerantzen, vndt citronenbaẅmlein
darinnen, sampt
allerley andern Jndianischen vndt
deützschen früchten, schönen
blumen, vndt dergleichen. Meritirt; gesehen zu werden.
Es stehen
auch statuæ darinnen, des Neptunj, Acteonis,
&cetera[.]
Postea: den Stall besehen, darinnen schöne pferde,
in der
Menge, vndter andern, ein Türckischer Brauner, so mit auß
Persia
|| [[Handschrift: 489r]]
gekommen. <Die kirche im Schloß, nahe an meinem gemach, <hat man> zuvor auch besehen.>
Jm zeüghauß, stunden viel schöne Stügke,
große, vndt
kleine, wie auch viel vndt mancherley gewehr, fußvolgk, vndt
Reütterey, außzurüsten. Der hertzogk sagte, er hette wol
100 metalline Stügke,
darinnen gehabt, aber viel auf die
Festungen, vertheilet, wie auch,
vom gewehr, etzliche Tausendt
Mann, armiren laßen, alß der status, turbatus gewesen.
Vnßere pursche, ist zu Mittage, sehr trungken geworden,
weil
sie ein groß cristallen glaß, in der herztoginn
gemach, mit gutem wein, ein ieder, zum willkommen,
außtringken
müßen. Man hat mich aber, auß höfligkeit,
vndt weil ich wol eher,
alhier gewesen, darmit verschonet,
zumahl, da ich davor gebehten,
vndt protestiret, daß ich
nicht also, wie vor 27 iahren, (da ich
alhier drey hertzoge
von Hollstein17, wegsoff, in stargkem, allezeit
voll einge-
schengktem reinwein, vndt
sie trungken nur Frantzen-
wein, nicht so voll eingeschengket, in ansehung,
daß ich einem
Blumen von
geschlecht, welcher mir, vorm Tringken,
stunde, nichts zu
commandiren hatte) mehr tringken möchte.
Bin derowegen, nüchtern geblieben, und habe zwar viel
genung, an gesundtheitten, vndt sonsten, in
gesottenem waßer,
getrungken, vndt bescheidt gethan. Es ist ein lieber,
frommer,
höflicher, gelehrter, wagkerer, discreter Printz,
dieser Hertzogk
Friederich, zu Schleswigk; hollstein,
undt hat einen guten
verstandt, erfahrung, undt geschigklig-
keit, in Staats: vndt Regiments: Sachen. Gott erhalte ihn
lange!
<Regen.>
heütte habe ich des hertzogs
gemach, feine gemälde,
schöne vhrwergke, ein Einhorn, auß Gröenlandt, undt
seine
bibliotheca (welche in seinem
gemach, undt noch
in dreyen kammern abgetheilet ist,) besehen, undt
allerley
rara gefunden, vndter
andern, ein camelæon, ein Arma-
dillo, ein steinern brodt,
so einer, vor wenig iahren, dem
andern <alhier im
lande>,
auß boßheit, verwüntzschet gehabt, undt es also,
zu stein,
geworden, ein steltzam doppeltes alhier, gelegtes
Ey,
Elefantenzähne, walruschenhaüpt,
& talia.
Darnach, im langenSaal, die alten Säxischen Könige
gemahlet, wie
zu Dresen[!], da stunde auch ein
sehr schönes
vhrwergk, mit <gehenden>
figuren, astrolabio, <schreyenden> hanen undt klingel-
wergk geziehret, wol ordiniret, undt abgetheilet,
eine fortuna oben darauf, alles außwendig vergüldet,
innwendig mit vielen rädern, so in lautter
ketten hängen,
wol gearbeitet, von einem alten: 77jährigen
Straßburger.
Bey der hertzoginn,
haben wir in ihrem cabinet, viel schöne
sachen gesehen, von Silbern vndt güldenen kästlein, undt geschir-
ren, wie auch von Agtstein, agatha,
iaspis, cristall,
undt andern geschirren, büchlein, gemälde, und
allerley
köstlichen rariteten,
ührlein, undt dergleichen DamenSachen[,]
Onixstein, einhorn, krötenstein, et
talia.
Le gouverneür Litzaw des jeünes Princes, m'a annocè quelque chose[.]
Ein Thumbprobst von Lübegk, Winterfeldt, ist auch an-
hero gekommen, Saße mit, an der Tafel.
Diesen abendt, nach genungsahmer
conversation, habe
ich, von der hertzoginn,
vndt ihren beyden Fraẅlein,
meinen abschiedt genommen.
Der hertzogk hat
mich wieder, in mein Gemach, begleitet,
wie er allemahl von der
mahlzeit wiederkommende, gethan,
auch wann ich etwaß besichtigen
wollen, undt hat mir
auch durch die Seinigen fleißig aufwartten
laßen,
vndt alle ehre, mir erwiesen, Gott dangke ihm davor.
