<Regen.>
Olearius, Mathematicus alhier, ist gestern auch bey
Mir gewesen, ein Ascherßleber, so die schöne rayse
in die Moßkaw, vndt Persiam, mitgethan, undt
beschrieben1. Jch habe gerne mit ihm, conversiret.
perge
| Meilenm. | |
| Darnach, haben wir gefrühestügkt, darzu der hertzogk
auch endtlich gekommen, undt habe abschiedt genommen. Er hat mich wieder, mit seiner noblesse in den platz, biß an die kutzsche, (so er mir geliehen,) convoyiret, vndt ich bin, mit derselbigen, wie auch, mit noch vier gelie- hener köerwagen, biß nach Glücksburgk, gefahren nach dem wir, eine meile von Glücksburg zu Flenßburgk durchgefahren. Der weg, von Gottorf biß Flenßburgk wahr sehr gut, durch Sandichte heyde, vndt holtz, von Flenßburg aber biß Glügksburg etwaß tief vndt Morastich. Der anblick zu Glücksburg wahr schlecht, weil niemandt im Schloße || [[Handschrift: 490v]] vorhanden wahr, sondern alle herrschaft nachm Grawenstain gezogen, vndt der anwesende Amptschreiber2, vnß endtweder wieder zurügka, nach Flenßburgk, oder in den krug alhier wiese, weil er sagte, er köndte sich nichts bemächtigen, weil alle gemächer versperret, vndt alles<r> vorrath, verschloßen wehre. Endtlich, nahm er doch, des hertzogs von Gottorf, pferde auff, vndt ich bliebe, jm kruge. Gott gebe! beßeren succeß, als der anfang, erscheinet! <Jch habe an hertzogk Philips geschrieben. et cetera> |
5 |
Le Düc a Gottorff me dit aussy confidemment, Que
le Prince Royal, de Danemark estoit fort mal, accommodè, a
cause des debtes, & prèst a faillir, c'est a dire qu'on a mena-
cè a ses respondants, quj ont mis caution pour luy, á
Kiel, de les mettre en arrest, in die einlage, s'ils
ne payent l'vmbschlag prochain, ce quj seroit ün tres-
grand affront, au Prince mesmes. Jtem: Que le
dit Prince estant encores Archevesque de Brehmen,
auroit prins le tiltre de Serenitè (Durchlauchtt)
contre l'avis, dü Roy son Pere, & dü Prince son
frere, lequel alors estoit encores en vie, & de-
voit seül avoir ce tiltre. Le Düc de Gottorff, l'a
obtenü, sans le desirer, quoy qu'il soit issü de sang
royal par Pere & Mere, et on l'a mesmes
offert a tous ses fils, mais<a la> cour Jmperiale, mais
il ne l'a <pas> acceptè, que pour son aisnè, lors qu'il
|| [[Handschrift: 491r]]
seroit maieur, & regnant, <cela ne luy couste; que 2000 florins d'or> & l'Empereur luy a aussy ac-
cordè la maioritè au 18:me. an, de son aage, et ainsy conse-
cütivement, de Pere, en fils etcetera[,] le Düc haissant les partages
èsgaux, comme üne peste des familles, & de leur Dignitè.
Aux nopces, dü feü Prince Royal, de Dennemargk, ce Düc
a estè Ambassadeur de l'Empereur & a eü des contestations, avec l'Ambassadeur
de France, qu'il a neantmoins dissipèes, comme üne nüèe, l'au-
tre luy voulant prescrire des formalitèz, et celuy-cy, ne
les voulant recevoir. L'Empereur a donnè alors, ün present
de perles, de la valeür de dixmille Dalers Jmperiaulx,
& tous les Roys, de la chrestientè, ont fait des beaux presens,
aux nouveaux marièz, horsmis la France, laquelle si fort
celebre aultrement en courtoysie, n'a rien donnè, le Conte
d'Avaux <Ambassadeur> alleguant, de donner ün village de 3 ou 4 mille escüs
ou Dalers, vaillant, seroit trop de petite valeur, pour ün
Roy, & de presenter des villes <entieres>, ou Provinces, son Roy,
n'en avoit point a donner comme cela, en voye.
Le Düc de Gottorff, accompagnè alors, de 300 chevaux
d'üne quantitè de Noblesse, entr'autres, de 3 Princes,
a estè receü tres solemnellement alors, en Dennemargk,
& plüs de 1500 chevaux, l'ont rencontrè, avec le fils
puisnè dü Roy, en campagnge, devant Coppenhagen.
Jl a estè traittè, tresmagnifiquement, en ceste legation.
Mais le Roy, de glorieuse memoire, n'a point voulü ceder,
a aulcün Ambassadeur & pourtant, n'est pas venü a table. perge
<Regen.>
Jn die kirche alhier zu Glügkßburgk, da der pfarrer
den Text: von Mariæ heimsuchung3 genommen, vndt den Jung-
fern, viel feine vermahnungen gegeben.
| Meilem. | |
| Darnach, ist einer vom adel, ein Seidlitz ankommen, vom
hertzogk Philips von hollstein, meinem Schwager, gesandt, mit offerten, vndt Complimenten, vndt invitation nacher Grawenstain <vollends> zu kommen, auch excüsen, daß er selber mir nicht entgegen biß dahin, kommen können. Jch habe aber- malß im krug, malzeit gehalten, darnach haben wir eben die pferde, so vnß in die kirche geführt gehabt, bekommen, vndt seindt, nebenst etzlichen andern Dänischen köerwagen, vor die vnßerigen, forthgefahren, biß an die Flenß, das waßer, so nacher Flenßburgk, gehet, durch holtz, alda v̈bers waßer, mit rudern geschift, vndt wieder durch holtz, nach Bruagker, ein dorf, vndt Meyerhof, so hertzog Philips zustendig. Die holtzungen haben schöne Mast, vndt Eichbaẅme, auch etwaß Schweinewildt, und ander wildpreth. Darnach wieder, v̈ber ein gesaltzen waßer, darinnen hertzog Pilips ein groß Schiff, von vngefehr 40 lasten, zur negociation vndt traffic, stehen hatte. Von dannen, empfieng vnß die kutzsche, vndt wurden vollends biß nach Grawen- stain geführet, alda vnß der alte 65iährige hertzogk Philips, mit dreyen Söhnen, im Schloßplatz empfienge, vndt darnach, (nach vollendeter begleittung, einlogirung vndt Complimenten) an der Tafel nebst seiner gemahlin, und Töchtern, || [[Handschrift: 492r]] auch übrigen bedienten, wol tractirte. |
1 |
| Meilenm. | |
| Rechnet man also, in allem, von Glügßburgk, biß nachm
Grawenstain, (welches ein hauß, vndt Forwergk<edelmanns>- gut, so er neẅlichst, vmb, undt vor 90 mille ThalerThlr: von einem von Alefeldt, erkaufft, vndt schöne gelegenheitten hatt, er hat es aber mehrentheils, mit briefen vndt Sigeln, bezahlt, undt assigniret bey der Crone, vndt zu Sonderburgk, theilß auch, mit bahrschaften) Sie seindt aber guht, vndt köndten wol vor drey mit dem doppelten trajectu, (darbey vnß Gott lob, das wetter, dißmahl favorisiret,) paßiren. |
2 |
Es wahr auch ein parc, oder Thiergartten, vndterwe-
gens. Jtem: süße S innländische Seen, darinnen
stadtliche Fischereyen sein sollen. 400 kühe werden
gehalten, bey diesem guht. Je trouve ce Prince,
assèz bien affectionnè, mais grand mèsnager, chiche, et
retenü. A la mode Nordlandoyse, on a beü, un peü,
avec excèz, & fait boire les aultres, crüellement.
J'ay dèscouvert au Duc Philippe la fourbe de mes ioyaulx, & il
l'a fort improuvè avec dèsdaing, s'excüsant, d'en estre in-
nocent, et de n'en avoir rien sceü, croyant, que ces pieces
là, appartenoyent Veritablement a ma femme, comme elle l'avoit
persuadè, avec son frere, à Norburg, & que ie le devois seule-
ment dire & manifester, a iceluy, il m'en pri[...]
Heütte seindt wir alhier, zu Glügkßburgk4, stille gelegen.
Man hat vnß wol tractirt, aber stargk getrungken.
Le Düc Philippe, m'a satisfait, en quelque façon cordialement et cetera[.]
Er hat mich Nachmittage, in sejnen gartten alhier, zum
Grawenstain, geführet, welcher schawwürdig, vndt
es hat im lusthaüßlein daselbst, etwas trungk, vndt
dann auch absonderlich vertraẅliche discurß, Nota Bene gegeben.
perge
Des hertzogs Stallmeister, ist ein Schlesier, ein Worgowitz.
Die <iungen> hertzoge heißen, der elltiste Frantz Philip, der andere:
hertzog Christian, der dritte, <herzog> Adolph.
Avis: daß große Theẅrung des getreydichs in Polen,
undt Preüßen, seye, vndt derohalben, wehre auch zu
Dantzigk verbotten, kein getreydich heraußer zu schiffen.
Jl y a des secrettes fievres, quj regnent en ce pays
& plüsieurs meürent promptement de telle malignitè, en-
tre autres, est sübitement trespassè, ce celebre mede-
cin, Docteur Zobel, á Gottorff, au terme de 5 jours! Guarda!
Diesen abendt, nach genungsahmen Trungk, vndt
gesellschaft, haben wir vom hertzogk Philipßen, ei-
nen Treẅhertzigen abschied, genommen, wie auch, von seinen Söhnen,
Gemahlin, undt Töchtern. <Nota Bene le nozze del Principe Giovanni a Gottorff, e che'l
Conte d'Oldenburg gli lascia 100000 TaleriTal:i. contantj, con le
Signorie di Jever, e Kniphausen, che verriano altrove,
senza queste nozze[.]>
Jl a eü honte, avec moy, des exorbitantes aus-
[...] a demandè á mon desceü, & preiüdice, de<s>
[...]. Mà quel mal non hà rimedio! ohibò!
| Meilenm. | |
| heütte frühe forth, in Gottes Nahmen, von Grawenstein, nacher
Norburgk in der Jnsel Alsen, gelegen Vndterwegens im Meyerhof Bellegart, vnß aufgehalten. <Viel wildpreth in der weyde gesehen.> V̈ber den kleinen Sundt mit bohten,<Booten,> geschjfft. |
2 |
Norburgk, ist ein fein Schloß, mit einem breitten
waßergraben, vmbgeben, hat feine zimmer, vndt Sähle,
auch einen großen vorhof, vndt Forwergk, <vndt einem feinen flegken.
perge>
Meine Muhme, geborne Fürstin zu Anhalt, hertzogk
Friederichs, zu Schleßwick holstein Liebden gemahlin, hat in
abwesen, ihres herren, mich im Schloßplatz, willkommen
geheißen, mit dreyen Töchtern, vndt mich wol tractiret.
Der hofmeister, <von> Offenbergk, ein Pommerischer vom Adel,
wahr auch alhier. Vndt nach dem wir malzeitt ge-
halten, in hertzog Friderichs, meines Schwagers, zimmer,
habe ich den gantzen Nachmittag, mit der hertzoginn,
geredet, meine Söhne aber, haben mit den Freẅlein,
auch Jungkern, undt Jungfern, (darundter eine Rindtorfin,
meines Rindtorfs bahße) gespiehlet. <Madame la Düchesse, m'a
raccontè ses adversitèz!>
On a pareillement dèsapprouvè, 1. L'engagerie secrette de
mes joyaulx. 2. Les [...]
meschin[...]
dèes sous mon nome, (sans mon sceu [...]
grand damn deshonneür, & preiüdice extraordinaire.)
hertzog Philip, hat 3 Söhne, vndt 6 Töchter, hertzogk Friderich aber,
hat 3 Söhne, darvon der elltiste, ist von voriger Gemahlin, einer hertzogin von Saxen,
vndt 3 Töchter, (welche alle nebenst 2 Söhnen, dieser gemahlin, kinder sind.)
hertzog Philips 2 Söhne, haben, mit ihrem hofmeister5,
vndt sonst in allem, 8 personen stargk, in einem iahre,
durch verlag des Königes, (welcher alles dirigiret, vndt
auch die bestallung, dem dähnischen hofemeister, gegeben)
6000 ReichsthalerRthlr: in frembden landen, verzehret.
hertzog Friderichs Elltister Sohn aber, sol nur, mit
1500 wo nicht mit 1000 jährlich zukommen, welchen,
die Elltern verlegen, undt nicht der König.
Jch habe heütte die kirche alhier zu Norburgk, besehen,
mit der hertzoginn.
N Gegen die<Nach der abendt>mahlzeit, ist der alte <68iährige> hertzogk Friderich,
anhero gekommen, hat sich zu bette niedergeleget, undt sehr
über die rechte seitte geklaget. Jch habe ihn, zum
allerersten Mahl, gesprochen, undt er hat wenig geredet,
sich aber höflich, (seiner arth nach,) bezeiget. Apres deux
ou trois bonnes paroles, ie luy ay dit: a Dieu, luy sou-
haittant <le> bon soir, & bonne santè. J'ay taschè, par l'en-
tremise de la bonne Düchesse, ma cousine, d'obtenir mes
desirs, mais il s'est monstrè fort dür & restif, a mes
[...] luy
[...]ourner encores icy, demainb,
[ce] que je feray, pour voir, si Dieu me fera quelque grace,
afin de parvenir, en quelque façon au bout de mes desseings.
<Sturmwindt, regen.> <Nota Bene[:] Cordoglio continouo, dì e notte, dell'animale innocente, ammazzato, (cosa strana! e stupenda!)>
Avis: daß vor wenig Tagen, etzliche bohten, nahe an der fahrt, da
wir gestern Morgens, v̈bergefahren, vndtergangen. Vndt das einer
vom Adel, nebenst seiner Frawen, vndt andern leütten,
gleichsfalß im v̈berpaßiren, <nach Assens zu> ertrungken. hat man sich also wol
vorzusehen, vndt Gott den herren, nicht zu versuchen, sondern
vielmehr, vor rettung auß gefahr, vndt nöhten, in kindtlicher
demuth, mit hertzensandacht, innbrünstig zu dangken, vndt
vmb ferneren Schutz, vndt begleittung der heiligen lieben Engel, vndt
Frohngeisterlein, inniglich anzuruffen.
Es sollen auch neẅlichst, auf der rechten, offenbahren Oost-
See, nach Dennemargk zu, im sturm, drey Schiffe, vndtergan-
gen sein, also das die Segelation dahin, sonderlich diß iahr,
zimlich gefährlich sein soll. Gott bewahre einen ieglichen,
vor unglügk, vndt vor einem bösen, gefährlichen Stündelein!!!
Quj stat; videat; ne cadat!!!7 Omnia, cum DEO; et die!!!
perge
heütte zu Mittage, hat der Hertzogk Friederich, mit vnß,
Tafel gehalten, vndt ist zwar still, iedoch höflich gewesen,
hat mich auch, (auf hochbenöhtigtes erinnern,) mit dem Trungk
verschonet. Nach der mahlzeit aber, alß ich mit ihme, in sein
losament, gegangen, undt mein anbringer<n>, mit großer mode-
ration, bester maßen, verrichtet, in gegenwarth der frommen
hertzoginn, welche auch, ihr bestes, darzu geredet, hat er mich
zimlich mit wortten angefahren, sich darneben vngeberdig
angestellet, und sehr schlechte complimenten gemacht, also:
das ich Gott dem Allmächtigen gedangkt, das ich noch ohne
weittere anmuhtung, vndt vnordnung, auß der Stube darvon gehen
|| [[Handschrift: 494v]]
können. habe selber darüber, weitterer complimenten, undt abschiedt
nehmen, vergeßen. Der hofmeister Offenburgk, so wol als die
gühtige Hertzoginn, nebenst andern, meinen vertrawten
diehnern, seindt in großen Sorgen, angst, vndt bekümmernüß
vor Mich, gestanden, recognoissans cest estrange hümeür,
& sa teste bizarre, & capricieüse. Dieu me delivre
de cest homme, avec honneür; & me garde d'affronts!
afin que ie n'en reçoyve, nj en donne! Si nous beüvions
ensemble, nous nous prendrions sans doute, par les collets.
Dieu vueille! que mesmes cela ne se face, aussy sobrement!
A ses nopces, avec la presente bonne Princesse, le
second jour, il s'est battü avec les mains, avec le Düc
Frantz Carll de Saxe Lawenburg assistant de la Düchesse,
apres avoir repoussè rüdement, Warnstedt, gentilhomme du
Düc François Charles, & quj parloit pour l'honneür d'elle,
& de sa mayson, il y a 16 ans. N'a gueres, il a me-
nacè, de faire pendre, ün Commissaire, dü feü Roy, de
Dennemargk, ün Alefeldt, gentilhomme principal, qui se
devoit entremettre, de la part de Sa Majestè entre luy, &
le Düc Philippe, son frere. Devant quelques annèes,
il a voulü faire massacrer le Düc Julius Frideric de
Wirtemberg, son beaufrere & le mien, pour rien, ayant
beü avec luy, & s'immaginant pour neant, ou en vain,
qu'il l'auroit affrontè, ce qui n'estoit point, lors qu'il
dormoit, & ses süiets, sans s'enquerir davantage le pen-
soyent ayder a assommer l'autre, si a temps, quelques gens
|| [[Handschrift: 495r]]
de bien, & d'honneür, ne l'auroyent averty, a se saulver
promptement. En sa jeünesse, estant a Zelle, il a
chargè, estant yvre, quelques personnes nobles, quj l'hono-
royent & respectoyent, mais parmy le vin ou la biere, se
dèsfendirent quelquesfois des jnsolences, non meritèes.
Son Pere l'avoit desheritè, iüsqu'a l'expectance, d'üne
des portions, laquelle luy escheüt pourtant, bien tost, par
la mort, dü Düc Jean Adolphe son frere, mort, sans heritiers,
qui estoit ün Docte, vaillant, chaste, et gentil Prince,
ayant estè a la battaille de Flandres, encores, & ayant
servy, aux guerres, au Roy de Swede, contre Dennemargk.
Mais feü Monsieur mon Beau Pere, desherita, ce Düc Frederic,
a cause de sa vie dèsbordèe & dissoluë, & d'autres dèsbauches,
avec grande desobbeissance qu'il tèsmoigna a son Pere. Je
ne mets pas volontiers, sür ce pappier telles impietèz spe-
cifiquement, & le couvrirois volontiers plüstost, avec le
manteau charitable, mais sa Perseverance a mal faire,
(n'ayant fait la commünion en dix ans) ses dèsbauches,
a boire avec les paysans, le mattin, de l'eau de Vie,
le iour de la biere & dü vin, ses excèz, avec les concübi-
nes, ioints au mauvais traittement, qu'il fait a sa
femme, (üne genereuse & Vertüeuse Dame,) tout cela
avec beaucoup d'iniüstice, qu'il exerce a l'endroit de
ses serviteürs & süjets, en ce pays esclave, & ioint aux male-
dictions qu'il èslance, contre son Pere en<au> cercueil, tout cela,
me fait abhorrer, ceste compagnie, & souhaitter amendement de sa Vie.
Ce que j'en èscris donc icy, n'est pas, pour me chattouiller avec ses Vices,
ains servira d'instrüction, a ceux, quj liront ces miennes me-
moires, affin que ils se donnent de garde, de tel blasme, & ne
facent rien, contre Dieu, souverain, <qui est> au Ciel, & contre leur
Pere en terre, nj contre la moindre personne, irregülierement,
& contre rayson. Aussy, ie ne pense pas, que horsmis
Nota Bene mes chers fils, d'autres personnes verront ces memoi-
res, qui ne servent; qu'a soustenir ma memoire, devenuë
ün peü fragile, par tant d'afflictions, croix, & tribüla-
tions, que le comble d'adversitèz, m'a occasionnèes.
Ein stragker wolff, ist auch alhier zu sehen, vor meinem
Fenster, an einer kette, ligende, hat iunge wölpe<hunde schon offt> geworfen.
Die erste Schatzung, so der Erwöhlte Printz, zu Denne-
margk, vndt Norwegen, alhier angeleget, ist zur landeßdefension
von iederm pflugk: 4¼ ReichsthalerRthlr: Die Fürsten von hollstein,
müßen auch darzu contribuiren, weil Sie viel adeliche
gühter haben.
Diesen Nachmittag, hat mich, die Hertzogin besucht,
vndt viel vertraẅliche discurß, mit Mir gehalten.
Aufn abendt, hat hertzogk Friederich, auch wieder mit
vnß, mahlzeit gehalten. Jst lustig, vertraẅlich; <guter gespräche> undt
höflich gewesen, nach<hat> etzlichen gläser mit mir, in gesundt-
heitten, getrungken, darnach, als das Spiel, am besten
wahr, habe ich aufgehöret, undt meinen abschied vom
Hertzogk, hertzogin, undt ihren kindern, genommen.
<Le Düc de Gottorff, donne a chasque fille, 30 mille Dalers, en dote 20 par
l'aide des Estats, dü pays, & 10 de ses finances, les aultres Dücs,
donnent a leur filles, 12000 et le geschmuck[e.]>
Le Düc Frantz Carll doibt avoir eü 600000 Dücats
en argent comptant, avec sa derniere Femme, et ün
precieux thresor, avec sa der<tout cela dissipè,> en voyages, festins,
habits, livrèes, pütasserie, dèsbauches, etcetera etcetera etcetera[.]
Le Düc Philippe, son BeauFrere, luy a prestè n'a
gueres, 40000 Dalers, pour des ioyaulx engagèz,
quj valoyent 100000.
Le Prince Auguste a promis a Madame d'avoir soing d'elle,
comme de sa propre fille, apres la mort de son frere
le Prince Rudolphe & comme il souhaittoit, que Dieu eust pitiè
de son ame &cetera mais ceste ardeur se monstre raffroidie.
La haute ambition, de Rantzau vient fort, a estre blasmèe.
Die Eider thunen8 (<Eider9 seindt> Norwegische Vögel zun betten) sollen
treflich köstlich, weich, delicat, und gesundt sein.
Die hertzoginn, wie auch Rantzow zu Rendeßburg
sagten, man köndte mit einem pfundt viel stopfen,
ein Pfund (libra)℔: kostete 2½ ThalernThlrn: Seindt bey leibsstrafe
verbotten zu fangen in Norwegen. Dennoch, sollen es,
viel bürgerweiber zu Copenhagen, haben, vndt dem
Könige, vndt Königlichen personen, alles nachthun wollen.
Jn Alsen, gibts Adelwildt, auch rohtes, vndt
weißes dahmwildt, hirsche, hasen, kranniche, wilde
endten, <viel kranniche, Schwahnen[,]> wilde gänse, Feldthüner, Füchße, etcetera aber
keine wölffe, noch wilde Schweine.
<Regen.>
Die einkommende avisen geben: daß der Ertzhertzogk Leopoldt Wilhelm,
gewaltige beütten, in Frangkreich gemacht, vndt einen großen
schregken eingeiaget, durch seine cavalcade, zumahl das volck
von wegen der vielen imposten, neben selbigem Parlament, gar
aufrührisch sein solle.
Der Kayßer, ist zu Lintz, in salvo arriviret, wil aldar,
Beylager halten, wiewol Königßmargk, in Böhmen, progreß
hat, vndt mit Wittemberg, zu coniungiren, sich gedengket.
Wrangel sol zwar vor Waßerburgk, abgezogen sein, iedoch
einen andern paß v̈ber den Jnn, zu Müldorff, im ErtzStifft
Saltzburgk, erlanget haben, vndt dominiret noch, in Bayern.
Zu Napolj, gehen aufs neẅe große schatzungen an, vndt
trachtet Frangkreich die motus zu continuiren, vndt das volgk
wieder die Spannischen, zu stärgken, welche zwar wieder prævaliren.
Am BodenSee, wil es wieder vnruhe geben, weil die Schwedischen
darauff, viel Schiffe verfertigen laßen.
Die venezianer, befestigen, Clissa in Dalmatia,
vndt belegen die Dardanellj, im Archipelago, alleine in
Candiâ scheinet es, alß dörften Sie vndten liegen, die
Türgken, haben Canea endtsetzt, undt setzen der
Stadt Candia hart zu, dörften sich wol, der gantzen
Jnsel bemächtigen, wo Gott nicht miraculose ihnen<den venezianern> beystehet.
Zu Constantinopel, sollen in kurtzer frist, v̈ber die
120000 Menschen, mehrentheilß Schklaven, an hunger,
undt Pest, gestorben sein. Gott wehre allen landtplagen,
|| [[Handschrift: 497r]]
insonderheit denen, so die armen Christen, betreffen.
Jn Polen, gibts große dissidia, motus, vndt empörungen, theilß,
wegen der Königlichen wahl, theilß auch, wegen der Tartarn einfall,
vndt Victoria, denen man zu begegnen, bemühet ist, zumahl,
weil die Cosagken, mit den Tartarn, sich coniungiret. Der
Bischof von Breßlaw, hat 3 Tonnen goldes, hergeliehen, undt
wil noch 4 Tonnen, zu den werbungen herleyhen, wo ferne
man seinen Bruder, Printz Casimirum, zum Könige, erwehlen
wirdt. Des Moßkowiters werbungen, kan man noch nicht
penetriren, wo hinauß dieselbigen gemeinet sein mögen?
Le mie speranze, sono cascate nel pozzo intieramente!
| Meilem. | |
| Jch habe noch mahlzeit gehalten, mit der hertzoginn, der
Hertzogk aber, ist weggeritten. Vndt nach der mahlzeit, hat die gute hertzoginn, vnß daß geleidte biß nach Osterholm, gegeben, ihr leibgedinge, ein feines hauß im waßer gelegen, hat feine zimmer, vndt einen lustigen gartten. Postea valedicirt; vndt es hat die gute Fürstin meine Söhne, undt Jungkern, beschengkt. |
1 |
| Von dannen, vollends, gen Sonderburgk
aldar man meiner ankunft zu spähte, gewahr worden. Bin derowegen, (weil alles fast abwesendt aufm Schloße) beym weinschengken, eingekehret. hertzogk Ernst Günther, welcher noch anwesend hat mich complementiren laßen, und mich heütte nicht, incommodiren wollen, sich aber gegen Morgen, (gebe gott) höflich offeriret cum fratribus. et cetera |
1 |
Wir haben heütte vndterwegens, sonderlich im Norburgischen,
roht, vndt Schwartz dahmwildt, etzliche Mahl, gesehen.
hertzogk Ernst Günther, Schwedischer Oberster, ist zu vns,
in die herberge gekommen, ein wagkerer, ansehlicher,
beredter, erfahrner, vndt wol qualificirter herr.
Darnach hat der elltiste herr, hertzogk hanß Christian,
seinen hofmeister Lytsaw, zu mir geschigkt, mich
complementiren, vndt in einer carosse hinauf
holen laßen, im platz neben seinem Bruder,
hertzogk Geörge Friderich vns entpfangen,
vndt ins losament begleitet. Es hat gut
discurß <gegeben>, vndt stargke Trüngke bey beyden
Mahlzeitten, gesetzt, (ob ich schon bißweilen waßer
getrungken, vndt daß viele Tringken, abhorrire,
auch darvor gebehten) wegen des greẅlichen
willkombs vor die Jungkern, auch wegen vieler
gesundtheitten, welches honoraria sein sollen.
Jch habe aller dreyer herren, Ställe, schöne
pferde, item: den gartten alhier zu Sonderburgk,
die kirche, vndt Fürstliche begräbnüß darinnen,
das gemach, darinnen sich ein Königliches Fraẅlein10
vmbgebracht, weil ihr amoureux decolliret werden
sollen, item: Königs Christiernj gefängnüß, item: der
hertzoginn alhier, ihr zimmer, vndt schönes cabinetlein
|| [[Handschrift: 498r]]
darinnen, consideriret, vndt besehen.
Sonderburgk ist eine schöne residentz, mit allen ne-
cessariis wol versehen. Die OostSee stößet daran,
vndt ist ein guter sicherer haven, vor die Schiffe.
Die hertzoginn, geborne zu Delmenhorst, ist
beyde mahl mit zur Tafel gegangen. Sie hat, mit
ihrem herren, 2 Söhne, vndt 2 Töchter.
<Von> Nach Norburg, keine gute resolution bekommen,
vndt freddamente wieder geantwortett.
Nach Gravenstein, schreiben laßen.
Die drey wagkere herren, haben mich sehr höflich
vndt wol tractiret, inmaßen ich auch, in hertzog
Ernst Günthers gemach gewesen, vndt ihn auf der lautte
spielen hören, wie auch in der Ducissæ cabinet.
perge
Eine kleine musica vocalis gehabt, vnd instrumental.
et cetera
<Sturmwindt. Regen.>
| Meilenm. | |
| heütte, hat man gefrühestügket, vndt stargk poculiret,
darnach haben vnß alle drey herren bjß an das waßer, begleittet, da hat man recht abschied genommen, vndt wir seindt v̈ber das fretum gefahren, vndt darnach vollends gen Grauenstein, in zimlich tiefem, bösem wege alda wir abermal, hertzogk Philips, undt den Seinigen, willkommen gewesen. Il a entendü malvolontiers, les refüs de Norburgk. Es ist auch heütte Morgen, das gestrige schreiben, beantwortet worden. || [[Handschrift: 498v]] hertzogk Hanß Christian, hat heütte Morgen, meine Söhne beschengkt, den einen, mit einem par pistohlen, den andern, mit einer flinte, item: alle beyde, mit einem guten, raschen, wjindspiel, (welches aber wieder, darvon gelauffen)[.] |
2 |
Hertzogk Ernst Günther, Schwedischer Oberster, ist
in neẅligkeit, in Schweden, vndt in Dennemargk gewe-
sen. Jst in beyden königreichen, sehr gerne gesehen worden.
<Sturmwindt, regen, wie fast numehr, 4 wochen hero, mehrenteilß. perge>
hertzogk Philips, ist nebenst
Seiner Liebden gemahlin, vndt kindern,
in bösem wetter, zur kirchen, gefahren, vndt haben
meiner vergeßen, vielleicht auß höfligkeit.
<Nota Bene[:]> Es ist eine zeittung spargirt worden, alß sollten
die Schweden, der Lübegker Schiffe, attacquiren,
vndt die Stadt Lübegk, wegen etzlicher alterationen,
angreiffen, hingegen, die Staaden, sich derselben annehmen,
die Cron Dennemargk aber, sich neütral halten,
vndt dem Spiel, zusehen wollen. Dörfte große
verenderungen geben. Zu Sonderburgk wußte man
nichts darvon, alleine sagten Sie, sie hetten stargk
schießen gehöret, vndt meinten, es wehre daß freẅ-
denschießen, der huldigung halben, gewesen. hertzog Philip
aber sagt, das könne nicht sein, es wehre zu weitt,
|| [[Handschrift: 499r]]
vndt helt darvor, solch schießen, seye auf: vndt von
den Schiffen, vielleicht in diesem cragkeel, geschehen.
Gott gebe! das die Christenheit, sjch vertragen möge!
vndt daß nicht immer, ein Feẅer, auß dem andern, aufgehe!
On a crüellement beü, a table, & i'ay estè yvre,
(contre mon grè!) comme ün Templier. Dieu, nous pardonne nos pechèz!
| Meilenm. | |
| Von Grawenstein, nacher Flenßburgk
<nach genommenem höflichen, vndt vnhöflichem abschiedt,> mit hertzog Philjps pferden, welche in einen andern gasthof, eingekehret. wir aber, seindt in dem Printzen von Dennemargk, eingekehret. |
3 |
Flenßburgk ist mir ein lieber orth, weil
mein herrvatter Sehliger aldar, iahr, vndt Tag sich
aufgehalten, vor 26 iahren, als Sie in des Kaysers,
vngnade gewesen, biß Sie außgesöhnet worden.
perge
Die avisen bringen mitt: daß endlich der vergleich zu Münster vndt Osnabrück
also gemacht, daß 2½ millionen alsoforth, nach dem Schluß bahr
erleget, eine halbe million, auf landgühter, assigniret, die
vierdte in 12 vndt die letzte in 24 Monat, bezahlet werden sollen.
Jnndeßen begehret der Kayser, dergleichen satisfaction,
vor seine militiam. Chur Bayern bestehet noch, auf die Fräng-
kisch: vndt Schwäbische Krayße. Lottringen fordert satisfaction
vff 12000 Mann. Der Mareschal de Turenne vor seine deützsche
völcker, vndt die Fraw Landgrävin, vor die Jhrigen. Die Stände
wißen noch zur zeit, keinem deren, ichtwaß zu willen.
|| [[Handschrift: 499v]]
Chur Saxen, hat wieder die Reformirten protestirt, daß sie nicht
in den Religionsfrieden, solten genommen werden, worüber
neẅe Streittigkeitten zu besorgen, wo ferne andere modera-
tere Evangelische, nicht ins Mittel tretten.
General Lamboy ist zu Brüel bey Chur Cölln, deßen
ramassirte völcker liegen noch ienseit Reins.
<General> Feldtmarschalck Wrangel lieget noch zu Mühldorf,
am Jnn, suchet noch v̈ber zu paßiren, daran ihn
zum Theil, die große ergießung der waßer, vom gebirge
herab, zum Theil die große resistentz der Kayßerlichen
vndt Chur: Bayerischen verhindert. Sie canoniren einander
gewaltig, dörft harte stöße setzen. Saltzburgk
helt sich zwar neütral, iedoch paß, vndt repaß,
proviant vndt andere Notturften, vmbs geldt, werden
keinem Theil, versaget. Das gewäßer, hat 2 mahl
der Schwedischen brügken zerrißen.
General Königsßmargk hat vndterschiedliche Schlößer, in
Böhmen erobert, helt itzo Ellnbogen blocquiret. Seine
partien, sollen gewaltig streiffen.
General Wittembergs völgker, marchiren auf Jawer,
zum rendevous, ihrer armèe.
Die Kayserliche brautt, ist zu Saltzburgk ankommen,
mit dero FrawMutter, Schwester, herren Bruder, seiner
gemahlin, vndt großem comitat, von Jnsprugk auß,
der Ertzbischof zu Saltzburgk, hat Sie herrlich entpfangen,
mit etzlichen compagnien zu roß, vndt Fuß, auch lösung der Stügke. perge
Das Beylager sol in kurtzem, zu Lintz, gehalten werden.
Der Oberste Stallmeister, Graf Max von Wallenstain, ist
mit Graf Leßel, vneins worden, haben harte wortt, miteinan-
der gewechßelt, also: daß Sie des arrests erlaßen, vndt beyde einander
im spatziren reitten, ohngefehr angetroffen, hat der Obriste
Stallmeister den andern, mit einer pistol ohngefehr
herundter geschoßen, also: das knall, vndt fall, ein
ding gewesen, vndt der Thäter sol endtritten sein.
Die pawren im lande ob der Enß, wehren wieder
rebellisch, schlügen drauf, auf Officirer vndt Soldaten,
wolten keine einquartirung, noch durchzüge leiden,
weder von einer, noch der andern partey. Jhre Kayserliche
Mayestät haben ein wachendes auge darauf, vndt laßen
die päße, wol verwahren.
Der Prince de Galles, bricht von Pariß auf, mit
vielen Summen geldes, so er entpfangen, die Königin
aber, Seine FrawMutter, wirdt noch aldar verharren.
Des hertzogs von Orleans Tochter, wil das Fürstenthumb
Piombino kauffen, vndt aldar regieren. Maréchal de Schom-
berg, gehet nach Barcelona, mit vollmacht vom Könige.
Zu Napolj hat der ViceRè Conte d'Ognate die haüpter
des volcks, alß den Gennaro Annese, Pepo Palombo, vndt
andere vorsteher des herr Omnes gesindlein, mit 40
andern, vndt 8 Geistlichen, stranguliren laßen, weil man
bey ihnen Frantzösische briefe, vndt corruptiones ge-
funden vom Cardinal Grimaldj. Pepo Palombo, einer
von ihren capj hette dem ViceRè, alles entdegkt, wie große
verheißungen, ihnen von Frangkreich geschehen. Jn des Gennaro
|| [[Handschrift: 500v]]
hause hette gedachter ViceRè 227000 cronen bahrschafft
gefunden, welche nebenst andern gühtern, auf 500000
krohnen werth, confisciret worden. Den Hertzogk Colle-
pietra vom hause Caraffa, vndt andere, so wieder Spanien
gediehnet, hette man vor rebellen erklähret. Die
Spannische Schifarmada so nach Napolj soll, ist in Sardegna
ankommen, die Frantzösische armada hat ihnen wieder
etzliche Schiffe, mit öel, vndt getreydig, beladen,
abgezwagket.
Die Morlacchj in Dalmatia haben die Stadt Licca11
v̈berfallen, etzliche 100 Türgken gesebelt, 200 gefangen
bekommen, vndt in 10000 stücke vieh, zu Clissa eingebracht.
Die Frantzösische armèe so nach Jtalien destiniret,
lieget im Monferrat.
Die Cron Pohlen sol in solcher gefahr stehen, alß
nicht in hundert iahren, geschehen, Sintemal die Sapo-
roffsker Cosagken, so alle Griechischer religion zugethan,
nebenst andern solchem glauben, zugethanen subditis,
sich mit den Tartarn, coniungiret, die Pollnischen völgker,
also geschlagen, das beyde Feldtherren geblieben. Der
aufstandt kömbt daher, das diese Cosagken, in vielen
iahren, nicht seindt gezahlt worden, sondern sich selber con-
tentiren vndt inzwischen, ihre dienste, einen weg, als den
andern, versehen müßen, biß man ihnen endlich, neben andern
molestien, die kirchen auch genommen, vndt den Jesuitern, einge- || [[Handschrift: 501r]]
reümet. Sie haben auf etzliche ReichßTäge, ihre deputirte
abgeschickt, vndt beweglich angehalten, das man doch ihre Treẅe
dienste wieder den Erbfeindt geleistet, erwegen, ihnen ihre kirchen
wieder geben, vndt sie bey ihrer religion vndt deßen freyen
exercitio, bleiben laßen wollte. Sie haben aber nichts erhalten
mögen, darauf diese violentz erfolget. Sie sollen mit rau-
ben vndt Morden v̈bel hausen, vndt ihren marsch recta in
Polen nehmen. Vmb Reüßische Lemburgk, sollen Sie alles
ruiniret, rein außgeplündert, vndt sich darauf, gegen
Lublin, gewendet haben. Furcht vndt schregken,
ist groß in Pohlen, weil Sie kein haüpt haben.
Dem Feldtmarschalck Wrangel, ist sein haüptquar-
tier, an 6 orthen zugleich, angestegkt worden, hat darüber,
großen schaden gelitten, vndt auf die offenbahrung
des Thäters, 1000 Ducaten, gesetzet. Also, ist noht,
vndt sorge, allenthalben.
Diesen Morgen, seindt wir in vnsers wirts alhier
zu Flenßburgk, hüpschen garten, biß an Seehaven
spatziren gegangen, vndt haben etzliche <große> Schiffe, neẅe
undt allte, stehen sehen, in demselbigen haven.
Gefrühestügkt, vndt vom spiritu Vitriolj, ge-
braucht im Tringken, auf die gesterige vngesundheitten.
Gott wolle es vnß allen, wol bekommen laßen!
Jch habe hertzog Philips pferde, wieder zurügkc geschickt,
et avec eux, üne lettre de complimens au dit Düc!
Wir müßen in der herberge, 12 schillinge, durch die bangk;
vor iegliche person, geben, so wol vor diehner, alß herren, vnd Jungkern.
| Meilenm. | |
| Von Flensburgk mit 6 köerwagen nacher Gottorff <vndt>
<gegeben von ieglicher meile: 1 margk, kähme ieglicher wagen, auf vier margk.> || [[Handschrift: 501v]] 1 Mark (Gewichtseinheit und Münze)m: thut 8 Groscheng: oder 16 schillinge, 3 margk; thun 1 ReichsthalerRthlr: |
4 |
Nota Bene[:] J'ay oubliè de noter ce mattin, a Flensburgk, que
i'ay songè la nuict, d'avoir perdü une petite piece,
assèz large, d'üne dent maxillaire, dü costè gauche,
& que le Düc Joachim Ernest, mon beaufrere, a Plöene,
Nota Bene m'auroit regardè, de gros yeux, fort austerement,
Nota Bene & m'auroit tancè vilainement & rabbrouè, en tous
Nota Bene mes desseings, (ce qui me fait presque craindre
son abbouchement de peür, qu'il ne soit preoccupè
des menèes contraires, & secrettes, de ma femme.)
Nota Bene Nota Bene
Nota Bene Hier a Grauenstein, songea mon page, Börstel,
que la tempeste auroit abbatü la piece dü
chasteau, á Bernbourg, que l'on nomme, le nouveau
bastiment, <(Nota Bene[:] ou sont les chambres, de mes deux fils aisnéz)> & la Tour principalle, de la vieille
ville, près de l'Eglise Cathedrale, & que ie luy,
aurois commandè d'en ramasser les briques, ou
tuiles, & de me les apporter, mais la tour n'est
pas couverte de tuiles <zigelsteinen>, ains d'ardoyses, Schifersteine.
Mais nonobstant cest èsgarement, ie ne veux pas
mèspriser ce songe, arrivè a ün compatriote noble An-
haldin, mon page de chambre, & quj est, de ma religion.
Le Düc Philippe mesme, (auquel ie le dèscouvris,) me
pria fort, d'observer ce songe, & d'y prendre de près garde,
Nota Bene au iour, que tels songes, n'estoyent pas, a mèspriser.
Jch habe mich heütte, nicht mögen angeben laßen, wegen
müdigkeit von der rayse, vnpaßligkeit von gestern hero,
vndt daß wir erst, gegen 5 vhren, (da man præcise
zu hofe, zu speisen pfleget,) angelanget, also: das es hette
ungelegenheit, undt interruption geben dörffen. Meine
officirer vndt Jungkern, haben auch gerne, <mit> dieser ruhe,
oder respirament, vorlieb genommen, vndt sjch zu Schloße,
des tringkens, befahret. Mais cela a estè mal prins!
Gleichwol haben wir, auf den Abendt, vnß anmelden,
vndt vmb ruhe bitten laßen, welche vnß auch wiederfahren.
Der liebe höfliche herr, hertzogk Friderich, hat
mich durch 2 vom adel, einen blum, vndt einen
Marschalck, complimentiren, vndt mich hinauff
bitten, auch zu kutzschen, aufs Schloß führen
laßen, vndt im Schloß, mich gewillkommet, sich
beklagende, das ich in der herberge eingekehret.
Man hat mich, sehr höflich tractiret, vndt
allen guten willen erwiesen, so wol der hertzogk,
alß die Hertzoginn, vndt die ihrigen. Dieu
les en benie! J'ay dèscouvert de mes desseings!
Zu Mittage, sprach mich, der Oberste Schißbogen.
Darnach führte mich, der hertzogk in seinen kleineren,
schönen garten, mit compartementen, Teiche, lusthause,
statuen, vndt gemälden darinnen, artig geziehret, nebst
einem Thiergartten darneben.
Auff den Abendt, habe ich der hertzoginn, schöne Tafel,
wie auch den großen Spigel, beydes mit Silber
eingeleget, besehen.
Zum abschiedt, hat man mir, viel ansehliche grüße,
committiret.
Le Düc a, a pretendre de Sa Majestè Jmperiale
des services, de feü son frere le Düc Adolfe 280 mille florins (Gulden)f:
& il se paye, dü Römerzug, par permission Jmperiale.
Il croyt; que la Contè d'Ascanie, sera
perduë, par üne conclüsion de l'Empire,
a Münster & Osnabrück, puis que les Eveschèz, & chappitres
mesmes, s'y perdent, & que l'Electeur de
Brandenbourg, l'aura, avec l'Eveschè de Halberstadt,
que les Protestations, a l'encontre, ne serviront
de rien, aussy peü, que celle de l'Electeur de
Saxen, contre Erffurdt.
Ce Prince est fort cordial, & me veüt dü bien.
Jl est Prüdent, & genereüx! Dieu le conserve!
Jn Dennemargk, hats: 1200 Ritterpferde, gehabt, welche
gestärgket worden, biß in die 3000 lehenpferde, numehr.
Le Düc de Gottorf se rembource soupplement, en Swede,
des 120000 Dalers, qu'il luy a fallü, contribuër aux
Swedois, en la derniere guerre contre Dennemargk.
| Meilenm. | |
| Von Gottorf, mit des hertzogs kutschen vndt pferden,
nacher Eckelförde |
3 |
| von dannen nachm Kiel
alda, der berühmbte vmbschlag, vmb Trium Regum pfleget zu sein, so viel erfreẅet, und viel betrübet |
3 |
| Wir haben des hertzogs schönen gartten zum
Kiel, besichtiget. darnach, auf des hertzogs, freyen paß, frische pferde, vndt kehrwagen, genommen, 6 wagen, ieglicher, auf eine meile, gibt 12 10 schillinge, vndt seindt gefahren, biß Plöene vnterwegens auf ½ wege durch Bretzsch, gefahren, worselbst ein <Jungfern>kloster ist. |
4 |
Weil hertzogk, Joachim Ernsts, meines Schwagers
Liebden nicht zu hause, alß bin ich, in einer herberge,
eingekehret.
Wir haben heütte, heyde, holtz, undt Sandt, vndt
auch kornlandt gehabt. et cetera <Diß iahr, ein Rarum contingens; das,
einmahl, Es ist gewesen, Fein,
Gut, wetter, ohne regen,
wie ejn par Tage hero.>
Die Hertzoginn alhier, zu Plöene, hat mich laßen, durch
beyde anwesende Officirer, den Stallmeister vndt Jäger-
meister, beyde brüder, Gramm, von geschlecht, auß der
herberge, abholen, ist mir selber, im hofe, mit dreyen
Söhnen, entgegen gegangen, vndt da sich, die gallerie scheidet,
hat Sie mich, in mein gemach, (höflich abscheidende,) gehen laßen, mit
Meinen <2> Söhnen. Jch habe in ihrem Gemach, darnach, Tafel mitt gehalten.
J'ay estè averty, en chemin, de prendre garde, a mes affaires
que mes joyaulx a Norburgk, estoyent desja brisèz, & rompüs,
ou dü Düc Fideric <mon Beaufrere>, ou bien de sa femme mesmes, & attribuèz
a aultre üsage, nonobstant la bonne mine, & les courtois
offres, que m'a faites, ceste Dame, & cest avis, estoit
d'üne personne, estimèe fort sincere, & confjdente,
attribüant aultant á elle, la coulpe, qu'a luy.
(Ergo: Fide; sed cuj; Vide!) Mais ce seroit, üne Pitiè,
& ün maigre affaire, afin de ne se fier plüs a aulcün.
Jch habe, an Meine freundliche herzlieb(st)e Gemahlin, numehr, zum vierdten
mahl geschrieben, vndt noch nichts, von Jhrer Liebden gesehen. Jst
mir also dieser Nachmittag, mit schreiben, hingegangen.
dPlöene ist ein wohlgebawetes schönes hauß auf einem berge
gelegen, von hertzog Joachim Ernsts Meines Schwagers Liebden vor wenig
Jahren von grundt auß gantz new erbawet[.] Drey seiten, seindt
Voller schönen gemächer, zwey Sähle, vndt Gallerien auch anderer
zubehör, die Vierdte seite ist mit einer Steinernen Mawer von ge-
brandten ziegelsteinen Verzogen, gestalt dann daß gantze hauß von
Steinen auffgeführet, Vndt 2 Thürme an der lengsten seiten, darauff
gesetzet seindt, Es lieget an einem schönen lustigen Vndt fischreichen großen
See der Plöener See genandt, Welcher an dreyen orthen daß Schloß
Vmbringet, die vierdte seite aber deß Schloßes gehet gegen der
Stadt zu vndt es hatt auch eine Ecke darvon einen lustigen schönen garten.
Jch bin alhier in einem wohlmeublirten, schönen losament stadtlich
logiret vndt accommodiret worden.
Sonderburg ist auch eine schöne Residentz, zwar auff alte manier, Je-
dennoch gantz in die Vierung auch von gebackenen Steinen gebawet
es hatt 4 runde Thürme daran, schöne gemächer, Capelle, vndt andere
zubehörungen darinnen, Stallungen, Rennbahn, garten, Vndt andere
Commoditeten ermangeln daselbst auch nicht, Vier runde Basteyen von
ziegelsteinen hattes vnten herumb, vff drey seiten ist die Ostsee, auff
einer aber ein graben, vndt daß schöneste, vndt denckwürdigeste darbey
ist, daß die großen Schiffe biß an daß Schloß in der tieffe segeln
Vndt anfahren können, auch die Segel streichen müßen, Jst eine
alte Residentz der Könige vndt Fürsten zu Schleßwigk hollstein,
Vndt hatt in der Jnsel Alsen andere schöne Commoditeten vndt pertinentien.
Nordburg gleichsfals in Alsen gelegen ist in einer innländischen See
auffgeführetes Schloß, Vnden mit steinen, oben aber mit holtzwerck
gebawet, lieget in einer Vierung vff einer ieden ein Viereckicht ge-
bewde einem Thurm gleich, darinnen schöne gemächer zu befinden,
nebenst 2 Sählen, schöne Capelle, Vndt anderen bequemligkeiten,
hatt einen schönen großen Vorhoff, vndt Wohlverwahretes euserstes Thor.
Die lust deß Wildprets, fischerey, vndt anderer dinge seindt
neulich genugsahm beschrieben worden. Osterholm ist auch in
die Vierung gebawet, aber kleiner alß Norburg hatt auch 4 Thürme
an den ecken, Vndt ist Vom hertzog hannß sehliger Meinem herrn
Schwieger Vater erkaufft, von den holcken, vndt erbawet worden
hatt feine gemächer vndt garten, sambt allerley Opportuniteten
Vndt einem Waßergraben.
Grawenstein ist ein Adelich hauß, zimblich gebawet, hatt eine sehr
große Scheune, vndt feine pertinentien. Darumb es auch vmb 90000
ReichsthalerRthlr: gekaufft worden durch hertzog Philipps Meinem Schwager von
den Alefelden, lieget an einem fischreichen See, hatt stadtliche höltzung[,]
Mast, Kornwachs, vnterschiedtliche Seen vndt fischereyen, auch die Navigation
in die Ostsee, evndt dergleichen Commoda.
Glügkßburgk, lieget auch in einem Fischreichen Sehe,
ist aber schön gebawet, von Meinem Schwiegerherrvatter
Sehliger in die vierung, mit schönen losamenten, <T> 4
Thürnen[!], <einer> kirchen, vndt allerley bequehmligkeitten,
hat auch, einen feinen gartten. fJm Schloß ist lauter
stein: vndt gewölbwerck,
Man hat heütte, alhier zu Plöene, zu Morgends, gepredi-
get, so ich auß meiner schlafkammer, durch ein viereckicht
loch, hören können.
Der Oberste Schießbogen, hat sich vnvermuhtend an-
gemeldet, ist zu Mittage bey vnß geblieben, & mon beaufrere, le Düc
Ioachim Ernst a tenü des propos fort scandaleux, & mal convenables,
contre sa propre conscience, en haine de la religion. Dieu
le luy pardonne! & le vueille corriger!
Madame sa femme, a prüdemment sceü moderer, ma
iüste colere, imitant en cela, la temperance, & de bon-
nairetè de Monsieur son frere, a Gottorff.
Nach genommenem, a Dieu; von Obersten, bin ich mit
Meinem Schwager, (contre mon grè, & mordant les dents)
in seine schöne gärtten, vndt weinbergk; spatziret.
Da haben wir zimlich miteinander gesprachet, combien
que son aspretè dü Midy intempestive, m'ait ostè,
toute envie, <de confidence.>
Aufn abendt, hats viel sauffends gegeben, a la mode
Nordlandoyse. Darnach, alß man zu bette, gehen sollen,
seindt die kinder, (contra tempo!) hervor gebracht, vndt
ist gespielet worden, kinderspiele. Estant fort désgoustè,
ie n'ay pas iouè avec, ains ay parlè, avec la
bonne Düchesse, puis <ie> m'en suis allè, me trouvant mal.
& me mettant coucher. Dieu me vueille faire sortir
de ce maudit lieu icy, avec mes gens, sain, & sauf!
heütte ists 4 wochen, daß wir von Bernburgk, aufgebrochen
seindt. Gott bewahre vnß, vor ferrnerem vnheyl.
gefahr, vnglügk, vndt wiederwertigkeitten!
hertzog Joachim Ernst ist zu mir, ins gemach kommen, vormittags.
Es hat allerley conversation gegeben. La fürie d'hier, s'est
grandement attrempèe, des deux costèz. Dieu, nous en
vueille ottroyer; la continüation!
<Von einem Scheffel gersten Halberstedter [Maßes], haben Sie 15 Schefel (Scheffel)schfl: geerndtet. et cetera>
Nachmittags, ist man in garten, wieder spatziren gegangen
in die allèes, lustgarten, bawmgarten, vndt boscage
darbey, wie auch, in das feldt, nach den 4 Aalfängen,
zjmlich weitt hinauß, welches ein ansehliches einbrin-
get, weil die Plöhner Aale, sehr berühmet sein.
Es wahr auch, schöner weitzen, wie auch gersten, mit
doppelten strichen, von Halberstadt, vndt alhiesig[er]
mit 6 strichen, [...]
Le soupper a estè moderè comme le disner, en la
conversation, & l'on a taschè de temperer de plüs
en plüs, les fautes d'hier, par üne confession toute
contraire, quoy que l'astüce, et les picquante-
ries, soyent imperscrütables. Nota Bene Nota Bene Nota Bene
Jn die kirche alhier zu Plöene, conjunctim, da sich dann
der pfarrer 12 beflißen, im Text: von den 7 brodten,
vndt 4 mille Mann13, nihil odiosj, vorzubringen.
V̈ber der Tafel, hat man poculiret.
Nachmittages, haben wir gespielet, darbey auch,
die alhiesigen 3 F herrlein, vndt 3 Fraẅlein,
gewesen. Darnach, ist man conjunctim, auf die
Plöener See, spatziren gefahren, vndt in einem lustigen,
befloßenen lande, außgestigen, vndt spatziren gegangen, auch die fohlen
|| [[Handschrift: 505v]]
besehen, vndt wieder zurügkeh gerudert. Der Hertzogk[,]
die Hertzoginn, ihre 6 anwesende kinder, hofmeisterin14[,]
Jungfern, vndt Jungkern, neben mir, vndt meinen
Söhnen, undt Jungkern, wahren beym Spiel,
vndt navigation, in gutem warmen Sonnenschein.
Briefe von Hamburgk entpfangen, von der
Churfürstin, vom Berlin <[...]>, undt 2 nichtswerdige
[...]a nos Domine! <cito!>
3 von vnsern hündlein, sollen zu Bernburgk
vnvermuhtend seyen todt gebißen worden,
Nota Bene[:]
malum
signum! endtweder von einem Tollen hunde, oder Wolf, so
inß Schloß gekommen. Der hertzogk von
Curlandt, wehre Toll geworden durch zaüberey.
Gott helfe denen nohtleidenden, wieder zu rechte!
undt dempfe die boßheit, aller vorsetzlichen,
Muhtwilligen, beharrlichen, v̈belthäter!
Le cœur me pese extraordinairement a cause
dü Voyage a Reetwisch, & d'aultres sollicitüdes,
& menèes secrettes de Malherbe. Dieu me vueille
delivrer des pattes dü Lion rougissant! & confon-
dre tous conseils pernicieux, quj se trament, a l'en-
contre de moy, & des fidelles enfans de Dieu!
Nota Bene[:] Guarda la gamba: <Dux Ioachim Ernst in os, & faciem mihi dicebat[:]> Ein Maul voll erde, sol
man denen geben, die sich nicht wollen genügen laßen!
On a beü a soupper, a la mode b Nordlandoyse,
puis i'ay pris congè de Madame la Düchesse. Le
Düc, lequel m'a tousiours accompagnè au logis, (vou-
lant encores iouer & boire) s'est en fin contentè,
sür les ounze heüres, qu'ayions donnè le bon soir.
Jl veüt aller demaini devant, vers sa seur
a Reetwisch, & nous le devons suivre.
<Regen, donner, blitzen, vndterwegens.>
| Meilenm. | |
| Nachm frühestügk, vndt genommenem abschiede von beyden
Grammen, oder Krammen, wie auch Bibo, bin ich, mit meinen Söhnen, vndt Comitat gefahren, von Plöene, nach Reetwisch vndterwegens, auf eine meile von Reetwisch, lag Rheinfelden, ist auch ein Ampt, herzog Joachim ernst zustendig. Jtem: auf ejne ½ meile, musten wir v̈ber die Trave. Das landt wahr meistentheils holtz, von Eichen, bißweilen auch, getreydigfelder, vndterwegens. |
7 |
Zu Reetwisch, bin ich bey der lieben Freẅlein
Eleonora, Meiner herzlieb(st)en gemahlin, Schwester, (so vmb 15
iahr älter ist, alß Sie) sehr willkommen gewesen.
Elle me receüt a la cour, comme aussy son frere,
le Düc Joachim Ernst, fort honorablement & me fit
traitter, & loger tresbien. hofmeister Goltzsch, vndt sein
vetter15, ein Rittmeister, wahren auch darbey, zur vffwartung.
heütte bin ich alhier, zu Reetwisch, stille gelegen,
vndt es ist mir, alle Ehre, vndt gutes wiederfahren.
habe den garten besichtiget, item: die kupfer-
mühlen, darauß der Meßing, gemacht wirdt.
Bin auch mit dem Schwedischen Obersten Jenß, welcher
frühe, von Oldeßloe, anhero gekommen, bekandt worden.
J'ay beaucoup conversè & parlè familierement,
avec ceste genereuse & vertuëuse Princesse,
la Princesse Eleonore, aagèe de 59 ans, & celebrèe
par tout l'Empire Romain. <Dieu la benie; ceste herojne!>
Der Oberste, hat diesen abendt, seinen abschiedt, genommen.
Diß hauß Reetwisch, lieget lustig. Jst wol meüblirt,
vndt accommodiret.
Die avisen, (so allerley gegeben,) haben wir noch zu Plöene, be-
kommen, alhier aber, die Sicherheit, das den 6ten: huius, die huldigung,
<Königs Fridericj tertij> zu Coppenhagen, vorgegangen, vndt der König numehr angenommen
worden. Gott gebe ihm glügk, vndt Segen! Es ist alles,
mit guter ordnung zugangen, außer, daß die Reichß-
rähte, ihr haüpt bedegkt, (tanquam Condominj,) bey
diesem actu cor solennj, so baldt es der König gethan. Es
ist zwar alles, in der Trawer, iedoch ordentlich, vndt stadt-
lich, bestellet gewesen, bey solcher solennitet, mit auff-
wartung, salveschießen, vndt dergleichen.
<Jch habe Abschied von der frommen, Fraẅlein Eleonora genommen.
mit beyderseits hertzenssehnlicher bewegung.>
| Meilenm. | |
| Diesen Morgen, nachm frühestügk, [haben wir]
abschiedt, von der<m> hertzogk Joachim Ernst, meinem Schwager, Treẅhertzig genommen. Gott bewahre ihn, vndt alle seine fürstlichen angehörige, gnediglich! Jhre Liebden giengen mit mir, biß an die kutzsche, dahin sie mich, auß meinem gemach begleiteten, vndt valedicirten mir sehnlich, vndt höflich, lehnten mir, dero kutzschen, vndt pferde, biß nach Hamburgk vndt haben auch kalte küche, mitgegeben, welche wir, zu Oldenhorn, gehalten. Diß ist ein dorf, vndt schön Schloß darbey, einem Rantzow, zuständig, an deme der stargke windt, im Februario drey Thürme herundter geworfen, welche er itzundt, wieder bawen leßet, wiewol er nicht anwesend, sondern Rittmeiste[r] in Frangkreich ist. <Oldeshorn lieget auff halbem wege.> |
6 |
Mein Sch[wager, hat ..., daß in] [Reet]-
wisch, Plöne, vndt diesen gegenden, vorm iahr,
im Monat Julio; große feẅerkugeln, vom himmel
wehren gefallen, vndt solch fallen hette wol
drey, in vier stunden lang, gewehret, grawsam
vndt erschregklich anzusehen. hette zwar den
Fürstlichen Schlößern, keinen schaden, gethan, wehre
aber in etzliche pawerhütten gefallen, vndt hette die
Strohdächer, angezündet. <Jl y a beaucoup de sorciers, en ce Pays.>
[...]s coeurs, (dont i'avois soupçon
[...] auroit persuadèz, a sa fantasie)
qu'ils m'ont traittè non seulement amiablement & avec
honneür, mais aussy, m'ont protestè, & tèsmoignè
le grand dèsplaysir, qu'ils avoyent, de nos malentendüs,
& que ma moitiè m'est à tort, si contraire, desirans
qu'elle s'accommodast, tout aultrement qu'elle n'a fait,
iüsques icy; & qu'elle n'augmentast point, mes
croix, & tribülations! Je rends graces á Dieu,
de ceste evasion, & benediction, car ie croyois, (& non
sans cause,) que i'estois si noircy des calomnies,
non meritèes par ma femme, en ce Pays icy, que
personne ne m'oseroit donner ün morceau de pain,
& que tous les parens, de mon party adversaire,
m'abhorreroyent, en quoy elle s'est fort abüsèe,
me disant en la face, que ie serois le bien venü en
[... e]n la mayson
d'ün Juif, (belle offre; & digne, d'üne personne de
qualitè revelèe relevèe?) ce quj s'est trouvè faulx
pourtant, nonobstant les efforts de Sathan, a l'encontre.
Le Düc Jean (frere dü Düc Frideric de Gottorff) Evesque
de Lübegk, resident a Eütin, nous monstre, par son
exemple, comme il faut rendre sages, les femmes insensès
veü que la sienne, s'estant si estrangement èsgarèe, qu'elle
a monstrè des gestes scandaleux, plüs a taire, qu'a püblier,
|| [[Handschrift: 508r]]
& sür tout, se monstre revesche, a Monsieur son bon Mary,
elle est contrainte maintenant, de garder la chambre, &
d'estre comme en prison, par sa propre obstination, & par le
iüste iügement de Dieu, lequel la vueille amender,
& rammeiner, au bon chemin de Pietè, et de respect, en-
vers ce bon Prince, qui l'a honorèe, & enrichie, en sa
misere, & pauvretè, & neantmoins, elle se monstre trop
ingrate, desirant mesme le Divorce d'avec son legi-
time Mary, & luy souhaittant avec outrage, mille
maulx! C'est üne grande pitiè! Jl vouldroit mainte-
nant bien luy mesme, de ne l'avoir jamais èspousèe,
nonobstant l'amour intime, qu'il luy porta. Mais son in-
domptable fiertè, & farouche façon, de faire, gaste tou-
tes les douceurs precedentes de ce bon Seigneür.
Je luy suis aussy, fort obligè, pour mon particülier,
puis qu'il est allè exprès, a Stinikeburgk, & a Schwerin,
afin d'y redresser, les affaires, touchant le mariage,
de Madame la vefue dü Düc Frantz Albert de Saxen,
Lawenburg belle fille de Madame ma seür, la Düchesse de
Meckelnburgk, Douairiere, avec le Düc Christian, de Megk-
lenbourg, fils dü Düc Adolphe, auquel le Pere s'oppose contre rayson.
Mais cependant, ie me souviens aussy fort bien, des
estroittes alliances, que i'ay avec sa femme, elle, estant fille
de la seur de ma femme, & de mon cousin germain, & mon
BeauFrere, le Düc Jüles de Wirtembergk, & vouldrois
bien, que les affaires, füssent en ün meilleür estat. Dieu nous
en face la grace! & nous delivre dü malin, de toutes parts!
Die avisen geben: daß die Englischen Schiffe, worauf der hertzogk
von yorgk, vndt Printz Moritz Pfaltzgrave, sich befinden,
bey Gorèe noch warten, nacher Calis zu gehen, daselbst mit
dem Prince de Galles, sich zu coniugiren, vndt von
dannen nacher Schottlandt zu seigeln.
Die Schwedischen sollen bey Neẅkirchen, eine meile ober-
halb Paßaw, den Jnn, par force paßiret haben, vndt
man habe stargk schießen, gehöret, wiewol andere
melden, die Schwedischen, hetten den kürtzern gezogen.
Zu Münster vndt Osnabrück ist große hofnung, zum Friede, vndt
dringen fast alle Gesandten, numehr selbst darauff.
Jm Niederlande, vervursachet der strenge regen,
groß vngemach, vndter den armèen. Die lebenßmittel,
seindt auch schmahl worden.
Jn Catalogna, hat der Frantzösische Vice Roy, Mareschal
de Schomberg, Tortosa belägert, vndt die festung
Flix, welche Don Francisco de Melo belägert, entsetzt.
Der Marquèz de Carazena, Gubernator von Meylandt,
h ist von dem Duca di Modena, vndt von den Frantzosen,
bey Cremona, aufß haüpt geschlagen, sol in die 6000
Mann verlohren haben, mit vielem bagage vndt geschütze,
da derer Modeneser, vndt Frantzosen, kawm 800 geblieben
sein sollen. Darauf hat der Duca di Modena, Cremona belägert.
Zu Napolj, sollen alle dinge restabiliret, der Raüber,
vndt banditen halber aber, die landtstraßen, sehr un-
sicher sein. Die Spannische Schifarmada befindet sich, in Sardegna,
|| [[Handschrift: 509r]]
die Frantzösische aber, zu Porto Longone.
Die venezianer, sollen sich ermannet, vndt die
Türgken zu waßer, bey den Dardanellj angegriffen,
geschlagen, vndt 20 galleren erobert haben, welche
zeittung über Livorno berichtet wirdt.
J'ay èscrit üne lettre au Düc de Gottorff, ce soir, Dieu
vueille bienheürer, mes jntentions, & nous ottroyer bonne fortüne!
Demainj, Dieu aydant! mon lacquay; Oberlender, s'y en ira! Le
bon Dieu, le vueille bien conduire, & reconduire heüreüsement!
en donnant tresheüreüse issüe a mes expeditions! Ainsy soit il! Amen! Amen!
heütte Morgen, habe ich vergeßen aufzuzeichnen, alß wir auß
Reetwisch, gefahren, da ist vnß, das Rehnthier, so Freẅlein Eleonora
hat, gar nahe an der kutzsche, sich weidende, zu gesjchte kommen,
vndt sehr zahm gewesen. Jst eine raritet, in diesen gegenden,
vndt kömbt auß Laplandt her. perge
Alhier in Hamburgk: bin ich stille gelegen, habe allerley ex-
pedienda, bestellet, vndt in meine sachen, vigiliret. Gott gebe
ferneren guten succeß! segen! vndt gedeyen!
Der Oberste Schießbogen, ist zu Mir, gekommen, hat mit
Mir, viel conversiret, vndt malzeit mit vnß, gehalten, zu
Mittage, in vnserer herberge, d Zur Stadt Lübegk, genandt.
| <ReichsthalerRthlr:> | <Schillinge,> | <groschen> | ||
| Ein Pfund (libra)℔: Jngwer, kostet alhier | — | 10 | oder | 5 |
| Ein Pfund (libra)℔: pfeffer | — | 14 | oder | 7 |
| Ein Pfund (libra)℔: canneel, oder zimmet | 2 | — | — | — |
| ½ Pfund (libra)℔: Mußcatenbluhmen | 2 | 6 | oder | 3 |
| Neglin, das pfundt | 2 | 3 | oder | 1½ |
| 1 Pfund (libra)℔: Mußcaten | 1½ | — | — | — |
| 1 viertel Pfund (libra)℔: Saffran | 2 | —<12> | —<oder> | —<6> |
| || [[Handschrift: 509v]] | ||||
| ReichsthalerRthlr: | Schillinge, | oder | groschen | |
| Große Rosinen, kostet das pfundt | — | 3 | 1½ | |
| Kleine Rosinen, kostet das Pfund (libra)℔: | — | 3 | oder | 1½ |
| pflaumen das pfundt | — | 2 | oder | 1 |
| Reiß, das Pfund (libra)℔: | — | 4 | oder | 2 |
| Zugker, daß pfundt | — | 18 | oder | 9 |
Die holländischen avisen, continuiren die Niederlage der
Spannischen, vor Cremona, item: der Türgken, in den Dardanellj.
Der Schwedischen progreß, in Bayern, des Königßmarcks succeß, in
Böhmen. Jtem: wirdt berichtet, daß die Königischen, vom Parlament
in Engellandt, aufß neẅe geschlagen worden seyen. Jtem: daß der
Artickel, Tandem Omnes, et cetera zu Münster vndt Osnabrück zu rechte gebracht würde.
Der Prince de Galles, Prince Robert, vndt Lord Jermyn, wehren
auß Frangkreich in Goerèe ankommen, zur See, vndt mit dem
Geschütz, vndt salven, triumphirlich, entpfangen worden. Der
Kayser, hette sein läger, in seiner gegenwarth, mustern, vndt
ihnen geldt geben laßen, den 12ten: Julij; die Cosagken, sollen
gantz Rußenlandt v̈bermeistert haben, vndt willens sein,
mit 40000 Mannen, nebenst den Tartaren, Reüßische Lemberg,
zu belägern. Der Printz Casimir, wil solches zu verhindern,
mit 40000 Mann, zu felde ziehen, vndt damit solches läger, keinen
gebrechen, oder Noht leide, So ist alle zufuhre, von korn, vndt
munition, nacher Dantzigk, verbotten. Hamburgk inhibirt alle werbungen.
Jddîo cj guardi, da spionj, e traditorj! Mi pare; d'haver letto, si-
mile cosa; nel viso, di qualcheduno hoggidì. Jddîo, ce ne guardì, benignamente!
Es ist allerley volgk, alhier in Hamburgk; buoni, e cattivi, Kayserliche[,]
Spannische, Frantzösische, Schwedische, vndt andere, che hanno la mira, dapertutto.
heütte ist alhier, ein BehtTag gehalten worden, in hamburgk,
sowol bey den luttrischen, alß reformirten, welche letzere, ihre
exercitia, offendtlich in dieser Stadt, vndt vor derselbigen,
haben, alß beym Stadischen Residenten, auf Niederländisch,
im Englischen hause, auf Engelländisch, gegen der Frantzö-
sischen Meße v̈ber, auf gut refomirt Frantzösisch. Vor
der Stadt aber, zu Altena, haben es die hochdeützschen.
Der Graf Penß, ist gubernator, zu Glügkstadt, vndt
gar vneins, mit deme daselbst wohnenden general Commissario
waldaw. Le Conte est pauvre, nonobstant la fille qu'il
a dü Roy, en mariage, & ayant demandè de l'argent, a em-
prünter, dü dit Waldaw, il le luy a refüsè, ce quj a faschè
l'autre, quj, en son dèspit, a fait tuër, au dit lieu de
Glückstadt, ün beau petit chien blanc, par le bourreau,
sür les ruës, auquel, il dit, que Waldaw, soit courrü
apres, le poursuivant, avec l'espèe, & le bourreau se seroit
defendü avec son èspèe d'execütion, ce qui le feroit denigrer
& luy seroit fort honteüx, de s'estre mis, au pair dü bourreau,
mais Waldaw, (quoy que bien courrouce;) dit; que c'est,
üne calomnie; & diffamation, qu'il a bien chassè, le bourreau
en colere, luy ayant tüè, ün beau chien, & ravy son bien,
(ce que personne n'endüre paciemment) mais que l'autre
n'a pas osè nüllement se mettre, en dèsfence, contre luy.
perge
Mundus universus, exercet histrioniam!16
Les fils[!] dü <feü> Roy, de Fraw Christina, obiectent, aux fils[!], de
Fraw Wibbeke, qu'ils sont nèz Paysans, & illegitimes, & ceux cy, aux
aultres, que les indignes comportemens, de leur Mere l'a degradèe, & fait place, a l'autre.
Es sol ein treflicher Medicus, vndter andern, alhier in
Hamburgk, sein, Doctor Dietrich genandt. Derselbige, sol ein
gewaltiges wäßerlein, vor den husten, vndt Schwindsucht,
haben. Jch habe, nach ihm, geschigkt, wegen meines Sohns,
Erdtmann Gideons, alleine, er ist nicht, zur stelle, Sondern
zum Churfürsten, von Brandenburg verrayset. Dienet, pro jnformatione.
Die Portughesen alhier, so Juden sejn, sollen auch vortref-
liche Medicos, vndter ihnen haben. Mais ie ne me fie pas,
en ces choses, quj entrent dans le corps, aux Iuifs.
et cetera
Albrecht Schultheß, ein alter: 73iähriger Mann, vndt
diehner, alß Factor des hauses Hollstein, von Meinem
Schwiegerherrvatter Sehliger her, ist diesen abendt, zu
mir gekommen, vndt hat, nach gehaltender conferentz,
(en laquelle, ie luy ay fait assèz de remonstrances,
benignes, & ün peü ameres) mit mir, zu nachts gegeßen.
Le voyant saoul, & ün peü remply des esprits de vin,
(quoy que le boire füst fort mediocre, a ma mode)
ie le mis sür des propos, pour le sonder, auxquels il me donna
quelque satisfaction, & ie taschay de l'addoucir, &
de le contenir aux termes, de la mediocritè convenable.
Jl me fit de fort bons offres, carosse[,] chevaux, & d'autres
contentemens, qui ne coustent rien, en quoy il m'obli-
ge neantmoins, grandement, <m'ayant fort desobligè autrement[.]>
Jl dit aussy, entr'autres, que c'estoit certain, que la
Ville de Brehmen, auroit perdü son procéz, contre le
Conte d'Oldenbourg, en l'affaire dü dèsbat, pour le peage, en
la Weser, a la Cour, de l'Empereür.
<Bel tempo; e sereno, hoggidì.>
Jch habe an die Hertzoginn von Norburg, geschrieben, wegen Paul Ludwig[.]
Non posso ancora sbrigarmj, (nonostante l'allontananza
da Bernb[urgo]!) dell'a[ff]anno e cordo[g]lio c[h]e m'arreca [la morte]
[...]
male innocentissimo e prudentissimo che pareva essere humano,
(non mancandoglj altro, che la spetie, e la parola humana,) ed io
all'incontro, trovandomj all'hora talmente stupefatto de' sensj,
ch'io mi trovava molti giorni, di quella Tragedia, più brutale,
e certo mi meraviglio sempre di me stesso, d'haver potuto
essere così stupido, non in un'istante mà quasi 4 setti-
mane continoue, (che ogni cosa <e la natura istessa> segretamente, s'oppose, a
quella crudele intenzione!) di dismenticare quel gran segno,
<indubitatamente celeste> della bontà e misericordia Divina, quale <il sommo> Dîo, mi diede così
manifestissimamente, e d'indurare il mio cuore, così contro
Natura, essendomj addesso, dì, e notte <pur troppo>, dinanzi gl'occhi,
quel segno, che mi fà lagrimare, una così gran perdita,
co'l felice successo, d'una grandissima fortuna insieme,
della quale vengo meritamente, a temere! Il sommo
Dîo, m'aiuti anche da questa miseria! e mj restituisca
l'allegrezza, la Fortuna, e la contentezza perduta! Amen!
Meine Söhne, haben daß zuchthauß alhier in Hamburgk,
besehen, vndt zettel darzu, haben müßen.
Ein gaügkler ist bey vnß gewesen, hat mjt zweyen
seiner kinder, seltzame Sprünge, gemacht, darnach aber,
auß der Taschen, wunderseltzam, gespielet, <vndt illudiret.
et cetera>
Meine Söhne, haben theilß vor Mich, theilß vor sich selber, an
mejne freundliche herzlieb(st)e Gemahlin geschrieben, auf meine anordnung. J'ay
moderè tant que i'ay peü, ceste lettre, & me suis vaincü
moy mesme, a fin de pouvoir induire a pacience, & a
[...]
perge
Le bon Dieu, la vueille süffisamment hümilier! &
me donner paix, & relasche; de tant d'adversitèz!
Questa sera, (nonostante le resistenze pruovate) hò
fatto, un nuovo tentativo, per Tobias Steffeck di Kolodey[.] Jddîo, mi dîa, a
questo, e a molte altre, ben intenzinate imprese, la sua
santa benedizzione! e felice successo! Amen! Amen! Amen!
Mà pensando, che questo tentativo, s'intimarebbe sta sera,
per il sudetto; appresso dello Borgomaestro, Molinaro, Reggente,
eglj non s'è truovato in casa, anzi essendo uscito fuori, per
andare a spasso, in una carozza, per non tornar<s>ene, senon,
molto tardi, su'l chiuder delle Porte, bisognò che'l mîo
deputato se ne tornasse indietro, senza far niente hoggidì.
Questa prima apparenza, e impedimento, non mj piace, an-
zi hò truovato altre considerazionj, in luogo d'intoppo, il
che m'hà <anche> impedito, dj non scuoprire, più tosto, le mie inten-
zionj, in questo punto. Mà l'huomo, propone; e Dîo dispone!17
Künste von Nordburg, von der Frommen Hertzoginn daselbst.
Erstlich, vor den hußten, ein krausemüntzenwaßer.
Man nehme krausemüntze, So viel in ein brennzeüg nöhtig, hacke es
klein, gieße darauf, so viel Frantzenwein, daß betaubet, also ein-
gesetzet, abgezogen wie ein gemeiner Brandtwein. Jn dieses waßer,
aufs neẅe, krausemüntze gethan, vndt wie vorhin, abgezogen, wann
|| [[Handschrift: 512r]]
das geschehen, ists fertig. Morgendß, vndt abendß zwey
oder drey leffel voll mit zugkercandij süße gemacht, So
nützet es gar sehr, gegen den husten, inngleichem ists gar
dienlich, gegen den Stein. <Nota Bene[:] 1 quartier kostet 20 schillinge.>
Zum andern, ein waßer, für den Trugkenen hußten,
kurtzen Athem, vndt Seytenstechen.
Man Nehme Schleeblühte, Stopfe einen waldenburgischen
krug voll. Giße darauff So viel wein, das es einen gu-
ten daumen breitt, darüber stehet, alß dann den krug
wol vermacht, in ein keller, in Sandt gesetzet acht Tage,
am 9ten: Tag, wieder herauß genommen, vndt in einem
Balneo Mariæ, abgezogen. Von diesem waßer, abendß,
vndt Morgendß, einen kleinen Römer voll getrungken,
Jst bewehrt. <Nota Bene[:] 1 quartier, kostet in hamburgk, 20 schillinge.>
Für den stein: das dritte Norburger recept:
Man nehme, einen guten Rheinischen Brandtewein, Thue
darein, wol gedörrete heidel: oder Bigkebeeren,
in die Sonne gesetzet, daß er in derselbigen distilliret.
wann eß nöhtig, kan man diesen Brandtewein, vndter daß
oben beschriebenen krausemüntzen waßer, vndt wie oben
gemeldet, gebrauchen, mit zugkerCandij, ist neẅlich,
an einer Fürstlichen person, (c'est a dire le Düc Frideric de Norburg)
probiret, vndt bewehrt erfunden.) ½ quartier kostet 12 Schillinge (solidi)ß:
Jch habe es, vor meinen Sohn, Erdtmann, zum Theil auch vor Mich,
præpariren laßen, Jl semble, qu'il toussit fort, non tant par les
desordres des courts, & des Voyages, mais de la fümèe bleüe, & venimeü- || [[Handschrift: 512v]]
se, qu'il a englouty s'approchant trop près, de ceste
flamme bleüe & Arsenique, aux moulins de loutton
& de cuyvre a Reetwisch, par cüriositè, ou les arti-
sans mesmes se contregardent, tenans leurs
mouchoirs, devant ces vapeürs, a leurs nèz &
bouche afin d'eviter ceste malignitè, & de conser-
ver, tant qu'ils peüvent, leur santè! Dieu nous
vueille benignement preserver, & garentir par sa Sainte grace,
de tels, & semblables accidens fünestes, et malencontreux!
<Vormittags, schön wetter. Nachmittags Regen gehabt.>
J'ay rechargè le meüsnier Bourgmaître qu'on a de vray rencontrè
ce mattin, mais mon envoyè Tobias Steffeck de Kolodey n'a rien sceü encores
effectuër, auprés de luy, a cause de ses sübterfüges, & evasions,
qu'il a recerchè[!] de tous les coins dü monde, faysant encores
difficültè, de proposer a ses collegues, les affaires entamèes,
ce quj m'a èsmeü de le recharger ce mattin, encores ünefois,
& de reietter, ses complimens, & offres, de me faire donner la
bienvenuë accoustümèe de leurs presens de vin, á moy con-
traires, & de peü de proffit, veü; que ie veux estre <icy> incognü,
& suis ün eü estroittement logè, pour recevoir des Am-
bassades. Dieu vueille ammollir, & fleschir; ces coeurs Nordlan-
dois, endürcis! & m'ottroyer par sa benediction, la satisfaction
desirèe! sür tout, en mes propositions treshonnestes, & convenables!
La seconde fois, il s'est monstrè ün peü plüs soupple, a mes recerches[!],
et fort plein de civilitè, & de courtoysie, mais la rèsponce essen-
tielle, a estè entierement dilatoire, & sent plüs son refüs; que l'ottroy!
<Patientia! Il ne faut pas perdre courage, pour cela!>
Nota Bene[:] Der Conte de Pigneranda, alß caput Legationis His-
panicæ ist den 19den: Junij, von Münster, nach Brüßel, aufgebrochen,
hat bey genommenem abschiede, mit der Neẅen, in Spannien
inventirten güldenen, vndt Silbernen Müntze, ihrer viele, regalirt,
darauf in una superficie, Quadriga, mit zweyen gekröhne-
ten löwen, deren einer, more Hollandico, ein bundt pfeile,
(darvon vndterschiedliche iudicia fallen) der andere ein<en>
Scepter in der Tatzen gehalten, von dem Frieden, geführet,
vndter dem zügel.
Pax Hispano-Batava.
Jn Circuitu Versiculus ex Virgilio, libro 3 Æneidis[:]
Et iunctj currum Dominæ subiere Leones.18
Jn altra superficie stehen folgende Heroica Verba,
Pacis Fœlicitas.
Orbj Christiano, qua restituta,
Qua ad incitamentum demonstrata,
Tot Regnis, et Provincijs,
Ad utrumque Solem, utrumque Oceanum,
Terra marique parta securitas,
Tranquillitatis publicæ,
Spe; et Voto,
Anno M.DC.XLVIII.
<heütte Nachmittags gehet die
Post ab, nach Leiptzigk,
Meine Söhne, vndt Tobias Steffeck von Kolodey
haben, nach hause, geschrieben.>
Nachmittags, bin ich, mit meinen Söhnen, hinauß gefahren, vmb den wall,
item: an die Elbe, item: nach Altena, die Neẅe deützsche, vndt Frantzösische
kirchen, zu besehen, item: jn hertzogk Philips, hauß, vndt garten, spatziret,
item: in eines kaufmanns, Müllers, hauß, vndt lustgarten, vorm Thore.
|| [[Handschrift: 513v]]
<Solch Thor, wirdt das DyckThor genennet, vnfere von der Elbe.>
Es hat artige waßerspiel darinnen, vndt das lusthauß, ist
auch fein geziehret. hertzogk Philips hauß, lieget
in der Neẅstadt, hat feine zimmer, vndt einen schönen gartten.
Er sol vors hauß, vndt garten, 7000 ReichsthalerRthlr: gegeben haben,
damit er auf allen Nohtfall des krieges, sich, vndt die
Seinigen, herrein salviren könne! Sonst sehen es die
Städte nicht gerne, wann die Fürsten, häuser darinnen
kaüffen, vndt wehren es ab, so viel sie vermögen, in-
maßen mir dann auch, hertzogk Joachim Ernst, mein Schwager,
klaget, daß ihm dergleichen, in Lübegk, geschehen, vndt wann
er ia ein hauß, kauffen wollte, müste es, in eines andern
Bürgers, nahmen, geschehen. Antipathia! inter plures Urbes,
& Principes Jmperij!
Die avisen alhier zu hamburgk, geben, das es gewiß, daß
im treffen, vor Cremona die Frantzosen contra Spannien,
victorisiret, vndt vornehme Spannische Officirer, gefangen.
Die Tartarn hetten sich, von den empörten Cosagken
separiret. Diese wehren vneins worden, vndt hetten ihren
General Chmielnitzky niedergesebelt, vndt einen andern
Kitzwanoß erwehlet, auch sich wiederumb zu der Cron Polen
diensten erbotten, mit folgenden conditionen: 1. Daß man ihnen
die Freyheit ihrer Religion laßen, vndt die abgenommene
kirchen wiedergeben solte. 2. Die Jüden, so ihnen die Nahrung
entzogen, vndt sehr schädlich wehren, abschaffen. 3. Die
alte Freyheit (darundter die reformation der iustitz, vndt
bezahlung ihres verdienten Solds, begriffen) restituiren, alßdann
wolten Sie content sein, vndt wie vormals treẅ verbleiben.
|| [[Handschrift: 514r]]
Jnndeßen stärgken sie sich, biß in die 50000 Mann,
versehen sich mit gehörigen waffen, vndt munition.
Fürst Ragozzj, erbeüt sich, ihnen zu resistiren mit
vielem volck, in hofnung, man werde seiner, undt der
seinigen, bey künftiger wahl, gedengken. Die Königin
in Polen, sol von bekümmernüß, sehr krangk sein.
Der Pfaltzgrave Carll Gustaff, alß Generalissimus
in Deützschlandt, ist von Stogkholm, solenniter abge-
sehgelt, wie auch graf Magnus de la Garde.
Visconte de Türenne hat ordre, von den Schwedischen
sich zu separiren, vndt diversiones in Flandern, zu machen. Die Floßbrügke v̈ber den Jnn, bey Müldorf, ist den
Schwedischen verderbet, vndt zu grunde geschoßen worden.
General Königßmarck dominiret noch, in Böhmen, vndt in der Oberpfaltz.
General Lamboy ist resolvirt [sich] <am Rhein>, cum Svecis, de novo [zu] schlagen.
Zu Paris, wirdt denen, so mit des Königes geldern, v̈bel
haußgehalten, ihr proceß gemacht, gleichwol seindt 98 ge-
fangene, auß der conciergerie, (in dem sie die freyheit
bißweilen in hof zu gehen, gemißbraucht, vndt ihren
kergkermeister selber eingesperret, inndeßen
aber, ein loch durch die mawer, gebrochen) bey hellem
lichten Tage endtrunnen, vndter andern ein freyherr,
welcher da er gemergkt, daß er seinen beüttel mit gelde,
in carcere vergeßen, zum andern mahl, hinein gegangen,
und dennoch mit dieser kühnheit sich, vndt sein geldt zu salviren,
zeit gehabt.
Zu Prag klagen sie auch v̈ber neẅe Schatzungen,
undt daß sie völgker außrüsten müßen.
Die Kayserlichen vndt Schwedischen haüptarmèen gedengken
zu schlagen.
Königßmarck hat Falgkemberg erobert, vndt dem
Commendanten19, mit Sagk, vndt pagk den abzug vergönnet.
Weil aber derselben in der capitulation den orth
vergeßen, wohin er zu convoyiren, Alß hat man ihn
zwar abziehen laßen, hernacher aber, biß auf weitteren
bescheidt, gefänglich angenommen.
Der friedenßschluß, zu Münster vndt Osnabrück wirdt gäntzlich verhoffet.
Zu Antorf ist der gemein Mann, sehr unwillig, wollen alle
zölle abgeschafft haben.
General Königsmarck hat das feste berghauß Waldegk, bey Kem-
nat in der Oberpfaltz gelegen, schleünig erobert, großen
vorrath, vndt viel eingeflehnete gühter drauf findende.
General Wittemberg, gehet auß Schlesien, in Böhmen
vmb sich mit Königßmargk zu coniungiren.
Ein Stadischer Gesandter20, rayset zum Kayser, vmb
mit ihrer Mayestät, eine neẅe alliance zu machen, wie
auch, mit dem gantzen hause Oesterreich.
Mit den assecuration: vndt executionspuncten, ist
man zu wergk zu Münster vndt Osnabrück[.] Gott gebe redlichen Friede!
heütte, bin ich, zweymahl, nemlich vor: vndt Nachmittags, mit Meinen
Söhnen, vndt Officirern, nacher Altena, zur predigt, gefahren.
Der StadtOberste alhier, Niset, (so reformirter religion
zugethan, vndt auf der herren Staden recommendation, diese
charge bekommen) wahr auch vormittags, in der Predigt,
wie auch andere Cavaglierj, vndt Officirer. Nachmittags wahren
keine Officirer, viel darinnen, aber die gemeine wahr
doch groß genung, an Manns: vndt weibspersonen, vndt es
wahr mir lieb, durch solche occasion beyde reformirte
prediger, zu hören, vndt dem wahren Gottesdienst abzu-
wartten, nach intermission etzlicher wochen.
Vor wenig iahren, alß die Schweden, im lande graßirten,
vndt dem Könige in Dennemargk, wo sie kondten, schaden
zufügten, ist auch Altena geplündert, vndt sonderlich
die kirche der reformirten, durch böse buben angesteg-
ket worden, vndt in wenig stunden zeitt, verbrandt,
nemlich die deützsche, vndt Frantzösische, nebeneinander.
Sie die reformirten guthertzigen Christen aber,
(darundter die Niederlendischen reichen kaufleütte,
ihr bestes gethan) haben in kurtzem, in die 40000
Margk geldes, zusammen geschoßen, vndt vnsere
kirche <nur in 4 Monat frist>, höher, größer, vndt ansehlicher, gebawet,
alß zuvorn, vndt wenig schritt darvon, die Frantzösische
kirche, auch absonderlich, eben vor das geldt, weil es alles,
eine gemein sejn will, vndt auch brüder in Christo,
alle sein. Die Frantzösische kirche, ist zwar ein gut Theil
kleiner, als die deützsche, weil in dieser, in die 800
Communicanten, in iehner aber, nur 100 zu sein, pflegen.
<Die Verstorbenen <refomirten> Christen, werden zu Altena, begraben.
perge>
<Regen, vormittags. Schön wetter, Nachmittages.>
Jch habe alhier in hamburgk; Andreas den koch; (des alten
Sohn, zu Bernburgk) in Hollandt zu raysen, dimittiret. Gott gebe ihm
glügk, vndt daß er etwaß guts, lernen, vndt wol gerahten möge!
J'ay fait recharger le Licencié Meüsnier, par Tobias Steffeck von Kolodey[.] Ses offres,
ont estè courtois, & pleins de Complimens. Dieu nous face la
grace d'en voir, les vrays effects, encores cejourd'huy!
& que l'enfant perdü, le lacquay Oberlender, revienne bien tost!
in salvo, avec desirable expedition!
Er Johannes Freherus, (welcher gestern vormittags, zu Altena,
geprediget, der andere so nachmittages heißet Milius)
hat mit mir, conversiret, vndt zu Mittage, gegeßen,
ist zuvorn zu Leiden, mit meinen Söhnen, vndt ihrem hofmeister
bekandt gewesen. Jst erst 2 Jahr alhier. hat Jährlich,
400 ReichsthalerRthlr: besoldung, vndt frey losament, von der gemeine.
Er erzehlet vndter andern, wie Pfaltzgraf Philips,
alhier, in der Frantzösischen kirchen, (darinnen er Fre-
herus auch, alle 14 Tage prediget, in Frantzösischer Sprache)
nach verübtem exceß, vndt Mordt im haage, kirchen-
buße thun müßen, bey ihme, ehe er, ad Sanctam Cænam
admittiret werden können. Bey solcher kirchenbuße,
sollen in die 100 personen, gegenwärtig gewesen sein.
Jst erst vorm Jahre, geschehen.
Der Cantzler Doctor Teichmann, so Meinem herrn Schwager,
Seligen vndt meiner Fraw Schwester, Liebden in Meckelnburgk
vor iahren gediehnet, an itzo aber, krangk ist, hat sich mjr
auch recommandiren laßen, durch Freherum, deme er communion gehalten.
Die Hamburger, (welche zwar PortughesenJuden, vndt
andere Juden Secten leiden) haben inhibirt, das nicht so
promiscue man solte in des holländischen residenten kirche
oder predigt in der Stadt lauffen. Er solte nur, vor sich, vndt
sein haußgesinde, das exercitium haben, vndt solches
nicht weitter extendiren. An itzo zwar, ist er
der resident Schraßer, nacher Amsterdam verrayset.
Die Frantzosen, haben kein reformirt, sondern ein
Päbstisch exercitium in der Stadt. Jn Die Engelländer
aber, haben ihr exercitium darinnen, a cause
de leur grande estaple, & de leur langue
peü cognuë! <Alle ¼ iahr helt man numehr BehtTag alhier, wegen
des vnglügks, so im Februario mit den Sturmwinden, ihnen begegnet.>
Nachmittags, haben die herren des Rahts alhier, einen
Secretarium zu mir geschigkt, Schröhter[,] auf ihre Rahtsherren mode,
gar erbar gekleidet, der hat mit<mir> Müßen compljment machen,
vndt 1. wegen des Kayserlichen privilegij, der zollfreyen navigation
mir, wie billich, dem herkommen nach, concediren, frey, waß
Fürstengühter, zu meiner hofstadt, seyen. Waß aber korn,
vndt anders wehre, so zun commercien dienlich, solches
müßten alle Fürsten verzollen, auch andere hohes vndt Nie-
driges Standeß, der zuversicht, ich würde es mich auch
nicht waigern, weil mein Privilegium, andern vnschäde-
lich, gegeben wehre. 2. Die Kayserliche assignation, betreffend, So
köndte dieselbe, nicht wol gegeben werden, weil Sie mehr
abzurechnen, alß ihr Römerzugk vndt bewilligung, außtrüge.
Bedangkten sich gleichwol vndterdienstlich, das ich Sie darüber
erstlich hören, vndt nicht beschwehren wollen. 3. L'imprestito
|| [[Handschrift: 516v]]
betreffend eglino hanno fatto, molte difficultà, rifiutandolo
affatto, per le incommodità, del thesoro loro, per la scarsità
de' traffichj e commercij, <che loro arreca la pace Hollandese con Spagna> e perche bisognarebbe radunare
tutta la moltitudine popolare, se si volesse havere
qualche cosa dj rilievo, da loro, che senza questo, lor
consenso, non si potrebbe ottenere, e incorrerebbe
contra le leggj. Tra tanto, io, volendo stare incog-
nito, en non volendo gran strepito nè apparato,
(in che, farîano volentierj, il loro dovere, s'io lo per-
mettessj, con farmi ricevere honoratamente, con
Senatorj, e farmj offerire, il vino consueto, etcetera)
non potevano sodisfarmj, celando una cosa, che
bisognava necessariamente essere manifestata.
Mà tuttavia, per dimostrare il loro affetto,
e buon animo loro, essendo vietato, di non pagar
più, in modo alcuno, le spese de' Signori forastierj, nelle
hostarie (per l'abuso troppo grande deglj hostj, intro-
dotto) m'inviavano cento [scudi] Jmperialj, per dare all'
hoste, essendos<m>i io, tanto affatticato, di venir quà, e
d'offerire loro, come a' miej Compadrj, la benivolenza mîa
e benigno favore, pregandomj humilmente <d'essere contento>, <e> dj raccomman-
darlj, e la loro Città, a Sua Maestà Cesarea, al Rè
di Danimarka, ed altri Signori grandi, di dentro, e di
fuori, l'Jmperio Romano. Jo risposi, dopò glj complimentj,
|| [[Handschrift: 517r]]
che l'Jmperatore manterrebbe glj suoj privilegij, che
non erano datj, per niente, e ch'io non era quì, per con-
testare con loro, sopra questo particolare, mà che'l senso
del Privilegio lo mostrarebbe, il vero contenuto di quello.
Quanto all'imprestito, io non harej sperato, un tal
ribuffo, nè anche quanto all'assignazione Jmperiale.
Ch'io lo lasciarej al luogo suo, ed ad altra conside-
razione più matura. Mà non essendo venuto quì,
per molestarlj, questo molto savio Senato, nè sapendo
dove hoggi, ô domanj, glj miej figliuolj, potrebbono ricorrere,
io mi contentarej, insino ad a miglior tempo, bench'io
credeva, che le cose loro non erano <de>cadute in tal
rouina, che non potessero fare, qualche cosa dj rilievo.
Ch'io farej difficoltà, in altro tempo, dj ricevere
glj cento Talarj, mà poiche l'hoste glj doveva havere,
io non glj toccarej altramente, ringraziandolj della
loro buona volontà, e non volendo mancare, a ricer-
care le Occasionj, per ricompensarglj, facendo le mje
raccommandazionj, tam in genere, quam in spetie
a tuttj quellj, del Senato, che procuravano il mîo
bene, ed offerendo loro, la mîa benivolenza, e benigno
Favore, come a' miej carj Compadrj, etcetera a' qualj non
è stato da me, maj attirato addosso molestia alcuna,
desiderando la Pace Universale, e fioritissimo stato. etcetera
J'ay encores renvoyè le Tobias Steffeck de Kolodey vers le Consül, Licentié
Müller, me plaignant avec douceür, de la chetifue reso-
lütion, & desirant üne recharge, & addition. Jl s'est
excüsè, avec beaucoup de civilitè, protestant; qu'il ait
fait, ses derniers devoirs, pour me complaire, & scachant
mes notoires rüines, non meritèes, il auroit plüs
parlè, qu'il ne falloit, se rendant dèsplaysant, a ses
collegues. Que voirement ceste offre estoit petite,
& si ie l'entendois comme ün present a moy, ils en
auroyent grandissime honte, & le reprendoyent Volon-
tiers, afin de payer l'hoste eux mesmes, ce que le
Senat, auroit voirement conclü, mais luy seul,
leur auroit contredit, iügeant bien que l'hoste
transgredieroit, le scachant, les bornes de l'equitè,
(comme cela s'estoit desja prattiquè souvent, en ceste
ville) & que i'en serois peü servy. Ainsy, ie pour-
rois disposer, pour l'hoste, de cest argent, moy mesme.
Qu'a l'avenir, ils tascheroyent, de me tèsmoigner
leur treshümble affection, aux Occasions. Qu'il me
süpplioit, de me contenter, & pacienter, pour ceste fois,
alleguant les grandes dèspences, rüines, & fraix de
ceste Ville, & ce qu'il falloit encores contribuër. perge Qu'il
ne scavoit rien, d'üne collecte deshonorable, faite en mon nom
l'an 1644. mais si quelque chose se seroit commise, ce auroit
|| [[Handschrift: 518r]]
estè fait, au nom dès pauvres süjets rouinèz en la
Principautè d'Anhalt, sans mentionner aulcün Prince,
& que ie devois avoir la confiance en luy, & en ses
Collegues, que s'ils apprenoyent le moindre preiüdice,
qui devoit arriver en mon damn, ou deshonneür,
ou disrepütation, ou a celle d'aulcün de ma Tresillüstre
ancienne mayson, et famille, qu'il s'y opposeroit
luy mesme, avec ses Camerades, sans estre recerchè[!]. <etcetera>
se recommendant, avec Beaucoup de civilitè, a mes
bonnes graces, & s'offrant a mes Commandemens! <etcetera>
Car ie m'estois plaint, d'üne collecte, qu'on avoit
püblièe des chaires aux Eglises, sans mon sceü,
et consentement en mon nom pourtant, avec beau-
coup de deshonneur, & de preiüdice. Aussy ie n'en
ay pas tirè un solds perge ne desirant rien qu'avec
repütation, honneür, & bonne conscience et cetera[.] Jl me fit
dire aussy, qu'il avoit obtenü cela, d'extraordinaire,
(contre les nouveaux statüts, de ceste ville, de ne dèsfrayer
plüs Personne, qui que ce soit,<!> a quoy ont grandement
contribuè les tromperies de Jacques Roussel, l'an 1632
Ambassadeur dü Roy de Sweden) qu'on m'auroit dèsfrayè.
En somme, ces gens veülent, que ie demeure leur Amy,
en quelque façon, & maniere, que ce puisse estre!
Ün des plüs anciens Consüls, Eitzen, eüst peü beaucoup
faire, si on l'eüst sondè premierement[.] Luy, et Meüsnier, prevalent,
Mais les Vieillards, sont d'ordinaire, assèz chiches, & retenüs. et cetera
Die Niederländischen courranten bringen:
Daß der friede zu Münster vndt Osnabrück richtig wehre, auch in Deützschlandt.
Daß die alliirten, sich vmb den Jnn, noch zögen, den-
selben zu paßiren.
Daß General Wittemberg, noch in Schlesie wehre.
Der iunge Hertzogk von Savoye, ist mündig worden.
Es geschehen ihm, viel gratulationes, zum antritt,
seiner Regierung. <Er confirmirt seiner FrawMutter Regentin decreta.>
Die Niederlage der Spannischen, vor Cremona,
continuiret, vndt wirdt groß gemacht.
Jtem: der erbärmliche Todt, des Neapolitanischen
Generals, Gennaro Annese, worüber sich viel
verwundern, vndt die Spannier vnzeittiger Tiranney
beschuldigen, weil sie meinen, Sie hetten es ihm zu
dangken, das sie in die poßeß selbiges Königreichs,
wieder gekommen wehren. Sie sollen, ehe sie ihn,
enthalsen laßen, ihn sehr haben torquirt, er hat
aber nichts bekennen wollen. Mag convincirt sein.
perge
Dieselbige rebellion, füngkelt noch, vndter der Aschen.
Jn Frangkreich, coniungiren sich, die Parlamenta,
laßen ihre edicta, verificiren, die andern, so ohne
sie gemacht, annuliren, vndt wollen das volgk subleviren,
vndt gleichwol dem Könige Mittel zum kriege
noch auf 5 iahr lang, verschaffen, ohne sonderbahre
molestie, vndt beschwehrung, wann Sie authoritet behalten.
In Engellandt, prævalirt des Königes parthey.
Die Schifarmada vndter dem Düc d'yorgk, einem Sohn,
fället ihm mehrentheilß zu, wie auch etzliche Privat-
personen, vndt gemeinen. Ein capitain, Rolph, hat
ihn ermorden, vndt erschießen wollen, ist darüber,
vom Parlament, eingezogen. Es stehet darauf,
daß der König, sol nach Londen, vndt auf die Nähe,
kommen, vndt den frieden, befördern helfen, durch Tractaten.
Die Cosagken, sollen greẅlich hausen, in Pohlen,
vndt dje gefangenen, nach der Tartarey zu, schigken.
Man meinet, es werde noch, wegen der königlichen
wahl, gefährliche motus in Polen geben. Gott wolle
sein rechtglaübiges haüflein, beschützen! vndt beschirmen!
<Schön wetter mane; Regen, nachmittags[.]>
<Nota Bene[:]> Jl me fit aussy dire, le bon Bourgmaître Meüsnier, que pour
maintenir le Privilege Jmperial, si ie Voulois envoyer
dü blèd, la riviere d'Elbe en bas, ie pourrois tousjours
leür èscrire üne petite lettre, il coopereroit a-
lors, a ce que le Magistrat, fist son devoir, en-
vers moy, c'est a dire qu'il laissast passer librement,
ce, quj m'appartient. Dieu le vueille!
Diesen Morgen, habe ich alhier in Hamburgk 4 loht Manna
in fleischbrühe, gebraucht, meine Söhne aber ein ieglicher, 3 lot, Gott laße
es ihnen, vndt Mir wol bekommen.
Hanß Geörg Horenburgk, vndt Matthias Hermann, Meiner Söh-
ne kammerdiehner, seindt in Eydt, vndt Pflicht, genommen worden. Gott gebe zu glügk, vnd segen!
Nota Bene Nota Bene J'ay songè ceste nuict, d'avoir couppè moy mesme, avec
beaucoup de facilitè, & sans douleür, (comme par maniere
de raillerie, en basteleür) de la main droicte, ma main
gauche, laquelle auroit estè plüs grande, plüs san-
Nota Bene
Nota Beneguine, & mieux coulorèe, que de coustüme. Ie l'eusse
monstrèe a aulcüns, entr'autres, a Monsieur Pierre de
Sebottendorff, jadis mon Gouverneür. Jl m'eust fait
üne remonstrance, de ceste faute, & perte irrepara-
Nota Beneble, me souvenant, que quoy que ie ne le sentois pas,
Nota Bene á ceste heure, comme par stüpiditè, ie le sentirois pour-
tant bien a l'avenir, me repetant ce dicton Italien:
Nota Bene <Nota Bene Nota Bene> A tempo; il sentiraj! che tempo non havraj!21
Je l'eüsse èscoutè, en ses admonitions, & m'en füsse
fort repenty, estant bien ayse, qu'en me rèsveillant,
i'avois encores ma main entiere au bras, & que ce
n'estoit (maintenant encores,) qu'ün songe. Dieu me vueille
preserver d'oresenavant, de tous malheürs, & inconveniens!
Nota Bene Nota Bene Jl y avoit d'autres personnes mortes encores, de mon amitiè
& cognoissance, outre mes chers parens, mais ie ne me sou-
viens pas bien dü reste, de ce songe extraordinaire. Au moins,
Nota Bene tant y a, que feü Son Altesse Monseigneur mon Treshonnorè Pere, m'en
Nota Bene tança aussy, & d'üne membre principal n'eust deü estre
ainsy vilement retranchè, par üne <si> legere & simple
gausserie, que ce sëul playsir & passetemps, m'apporteroit
bien, mille douleurs, repentir, & Crevecoeur! Tout cela, me
donna bien, d'arrierepensèes. perge
Nachmittags, alß die Manna genungsam operirt gehabt,
seindt meine Söhne in das zeüghauß der Stadt alhier,
gegangen, es zu besehen. Jch habe mir, wegen der Artzney,
nicht noch Trawen mögen, wie auch, weil ich vnbekandt sein will,
mich nicht also allenthalben, prostituiren wollen. perge
Er Freherus, ist diesen abendt, wiederumb bey Mir gewesen,
gibt gute vertröstung, wegen der Collecten, vor daß Mi-
nisterium, (Gott gebe es!) recommendirt <mir> den Cantzler,
Doctor Teichmann, so krangk alhier ist, vndt mir gewaltig,
sich recommendiren laßen, vndt sagt: derselbe hette gewiße
Nachrichtung, daß der General Königßmargk,
die Stadt Prag, auf der kleinen seitte erobert hette,
vndt die alte Stadt, numehr beschießen thete. Wehre
eine seltzame Metamorphosis, vndt vielleicht remora,
zum æquilibrio, des Friedens. perge Gott beschehre vnß,
den erwüntzschten sehligen Frieden, vndt wehre doch,
allen vnchristlichen Bluhtstürtzungen!
Die reformirten zu Altena, haben heütte Morgen, predigen
laßen, wie auch am donnerstag geschicht, in der woche also zweymal.
Je suis en peine, pour le retour, de mon lacquay l'Ober-
lender, de ce, qu'il demeüre si long temps, sans revenir,
& le temps me tarde trop, a l'attendre. Dieu benie bien
tost paternellement, son retour, & le süccéz d'iceluy!
Nota Bene[:] Solo soletto; m'è stato detto; in questo viaggio, che Mala Herba, ha-
vesse supplicata la Vecchia Regina di Svezia di volere intercedere per lej, ap-
presso della giovine Regina per havere, il bosco Rugiano, dopò la morte della
sorella Vedoua, il che sapendo ella Vedoua, s'è messo in stizza, abbandonandocj!
| ReichsthalerRthlr: | Groscheng: | Pfennige (denarii)d | |
| Die laßt weitzen, (sol 3 wispel sein) kostet: | 78 | — | — |
| Die last rogken — — — — gilt: | 46 | — | — |
| Die laßt Gersten, alß sie neẅlichst gemahlt,
so aber schon geschehen, vndt an itzo nicht mehr kauffen, hat gegolten, 44 auch wann er gar guht, biß in |
46 |
— |
— |
| Die last haber, gilt zu 30 biß in die
Thut hamburger Maßes, drey wispel, sol bey vnß zu Bernburgk fast einerley sein, wie- wol zu Magdeburg nur von 2½ Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: gesaget worden, das eine last, außmachen sollte. perge |
36 | — | — |
<Schön hell vndt warmes wetter, vndt baldt auch wieder regen darzwischen.>
Mein Oberlender ist von Gottorf, zeitlich wiederkommen,
hat mir eigenhändige antworth wiedergebracht, alleine
Sie wahr, senza frutto! Man verleüret, in dieser weltt,
an nichts mehr, alß an vergeblichen anschlägen, wiewol man
dennoch, (wil man anderst forthkommen,) auch daran, nichts
muß ermangeln laßen, noch hände vndt füße, gehen laßen.
Christian Rantzow, ist forth, nach Dennemargk zu,
darmit er seine legation an Kayserlichen hof, befördere, ehe
der Neẅe König Fridericus III. zur huldigung, in Norwegen,
aufbreche, welches doch mit ehistem, geschehen soll.
La playe cuisante, dü mal commis, l'hyver passè, me
tourmente sans cesse, & m'est continuellement devant les
yeux, nonobstant l'èsloignement de Bernbourg! Dieu me
vueille delivrer de ces exagitations, bien tost! & me rendre,
au plüstost, par sa Sainte grace, la liesse perduë! Mais il me
|| [[Handschrift: 521r]]
semble, (si ie ne me trompe?) que ce tourment, continuël,
(dont ie ne puis me dèsfaire, nj me deporter de ces pensèes
fascheuses, combien que je le vouldrois de bien bon coeur)
qui me travaille nuict & jour, me presage quelque
insigne malheür, & que ie le rencontreray peüt estre
bien tost, soit au Voyage, <Nota Bene Nota Bene Nota Bene> soit a la mayson. Cela me
rend triste, & pensif, ne l'osant dèscouvrir a personne,
& me consümant & rognant en moy mesme, nonob-
stant les divertissemens, de la lectüre, des corres-
pondances, & aultres choses, que j'entreprends, sür tout;
des prieres, & oraysons intimes, a mon Dieu, &
au Souverain moteür, de toutes ses Creatüres,
en l'Ünivers, Pere Toutpuissant, Bening, & Mise-
ricordieux, quj par sa bontè infinie, & par sa Toute-
Puissance, me peut delivrer, & garentir de tous
maulx, & me conserver, selon sa Sainte & Divine Volontè.
I'adore ses iügemens, & implore son ünique, & puissant
ayde et secours, en toutes mes afflictions, le süppliant,
ardemment, qu'il me delivre dü malin, & de tous maulx,
inconveniens, & fünestes accidens! avec mes fils, & avec
tous mes bons, & fidelles serviteürs.
Da Pater! augustam, mentj, conscendere sedem!
Da Fontem, lustrare boni! Da luce reperta,
In te conspicuos, animj defigere sensus!22
heütte morgen, ist der gute Freherus, noch einmal zu mir ge-
kommen, vndt hat mir valediciret.
| Meilem. | |
| Nachmittags, (demnach die wirtin, richtig bezahlet worden)
bin ich mit meinen beyden Söhnen, vndt wenigem comitat, zu waßer v̈ber die Elbe, nach Harburgk gefahren, mit zim- lichem winde, gegen die fluht, v̈ber breitte vndt schmahle waßer der Elbe, vndt durch die Jnsulen, hinweg ist wiewol es wegen der krümmen, wol vor zwey meilen kan gerechnet werden. Alß ich vnferne von Harburgk gewesen, haben vnß die wachten, scharf examiniret, wer wir wehren, darnach, alß man ihnen, mehr nicht, gesaget, alß mir gefallen, seindt wir, in eine herberge, vorm Schloße, eingekehret. Da hat man vnß wol wartten laßen. Der Maior so v̈ber das volgk commandiret, hat vertröstet, vnß bey der hertzoginn, anzumelden, man würde baldt herundter schigken, ihr hofemeister Freytag, wehre in die Stadt gegangen. |
1 |
Als mir aber das wartten zu lange worden, habe ich meiner
Aufwärter einen, zur hertzoginn (alß Meiner freündin, anver-
wandtinn, Muhme, Schwägerinn, Schwester, Gevatterinn,
vndt alten bekandtinn, von kindt auff, deren Fraw
Schwester23, Fürst Rudolfs zu Zerbst Seligen erste gemahlin gewesen,
vndt der hertzoginn zu Norburgk FrawMutter, eine alte Fürstliche wittwe,
welche sich vor Mir nicht zu scheẅen) geschigkt, mich anmelden
laßen, vndt das ich grüße persönlich abzulegen, hette, vndt
Jhre Liebden gerne sprechen möchte, wenn ich das glügk haben möchte,
Jhrer Liebden sagen laßen, mit andern gehörigen complimenten.
Man hat aber, meinen aufwärtter, nicht aufs Schloß hinauff
|| [[Handschrift: 522r]]
laßen wollen, Sondern er hat den hofmeister Freytag (am heüttigen
Mittwoch), <gar> weitt am andern egk der Stadt, suchen müßen. Vndt
da er ihn, beym Pastor, vndt Seiner Frawen, gefunden, hat er ihn
mit Mühe, dahin persuadiren können, daß er zur hertzoginn, hi-
nauf gehen wollen, vndt mein anbringen thun, weil er vorge-
wendet, die hertzoginn würde schon zu bette vndt außgethan
sein, alß eine alte Schwache Dame, da es doch noch nicht
vmb fünff vhr, wahr. Endlich hat ihn mein abgeordneter
Tobias Steffeck von Kolodey dennoch noch persuadiret, hinauf zu gehen.
Nach genungsahmen verweilen, ist er wiederkommen, hat mir
compliment gebracht, von Seiner Hertzoginn, wie leidt
es ihr wehre, daß sie alß eine alte schwache Dame, mir
nicht köndte zusprechen, vndt zu mir in die herberge kommen,
(Berichtete darbey, Sie hette offt daß Podagra, man
dörfte es aber, nicht wol sagen) Aufs Schloß dörffte
Sie niemandt bitten, es wehre ihr, mit dem bedinge,
nur die wohnung eingeraümet, das Sie vor ihr geldt,
(so ihr gegeben würde) alles einkaüffen, vndt niemandt
frembdes, hinauf laßen<bitten> möchte. Sie wolte es sonsten
hertzlich gern sehen, daß sie mich, vndt meine Söhne
bewirtten köndte. Der Oberhaüptmann Peterßdorff
aber, ließe niemandt ein, ohne expreßen befehl von Zell
auß, wie dann dergleichen hertzogk Philips von Hollstein, auch
vorm Jahre begegnet, vndt hertzogk Julius heinrich von
Saxen Lawenburg, welcher der hertzogin am garten ohngefehr
begegnet, Sie hette ihn aber, nicht einladen dörffen, Sondern wehre
mit ihm in die herberge spatziret, ihm eine kleine zeit, zuzusprechen,
|| [[Handschrift: 522v]]
Sie hielte sich gantz retirat, vndt hette nichts zu befehlen,
hette nur, die bloße wohnung, auf dem Schloße, ihr leibge-
ding wehre sonst auf 3 meilen von hinnen, so Sie der
vnsicherheit, vndt besorgender vnruhe halben, in ihrem hohen
Alter, vndt erlebten iahren, nicht beziehen mögen. Sie
hette nur, ihn den hofmeister, einen page, einen lagkeyen,
einen koch, vndt gar wenig Frawenzimmer in ihren diensten.
Bähte, sie zum besten excusirt zu halten, vndt sie schigkte
mir hiermit, zu bezeügung, ehrenfreündtlicher affection
zweene flaschen mit wein, bähte darmit vor lieb zu
nehmen, vndt Sie hette gemeint, ich würde meine freundliche
herzlieb(st)e Gemahlin, auch mitgebracht haben. Jch rege-
rirte gehörige curialia, fande mich gleichwol etwaß
beschwehret, das ich alß ein freündt, anverwandter,
vndt neütraler Fürst, meine freündin nicht an-
sprechen, noch besuchen dörfte. Weil aber die schuldt
auf andere geweltzt würde, müßte ich es an seinen
orth gestellet sein laßen, vndt mein vnglügk beklagen.
Bedangkte mich vor die offerten, vndt that mich ehren-
gebührlich wieder recommendiren.
Es liegen 300 Mann, auf diesem befestigten hause,
die der Maior, hollstein commandiret. V̈ber ihn ist
noch vorgenandter Oberhaüptmann Peterßdorf, deme
ist die aufsicht scharff befohlen, die wachten seindt auch
|| [[Handschrift: 523r]]
scharff bestellet. Man hat stragks vor mein hauß eine Schildt-
wacht gestellet, vnangemeldet, ob michs (wie ich hoffe) zu
ehren, vndt nicht gefangen zu halten, angesehen. Ce sont
en fin, des bons Lünebourgeois, qu'on appelle pumpsagk,
c'est a dire quj ne scavent pas donner convenable façon, a leurs
affaires, & tombent avec la porte dans la mayson, quand
ils pensent trop bien faire.
J'ay donc souppè, a mes fraix & dèspens, pas trop
splendidement, selon la volübilitè des choses süblünaires.
Avis: daß 60 pferde, auf die nähe ankommen
seyen, peüt estre, pour m'èspier, & me sürprendre,
ou piller, si ie vay a Zelle, la ou d'aller, on me
vouloit faire a croire, qu'il y faysoit fort seür.
Die avisen continuiren festiglich, daß general
Königßmargk die kleine Seitten, vndt den Retzschin
zu Prag, v̈berrumpelt, große beütten bekommen,
vndt das Kayserliche Archivum, auch viel Kayserliche bediente
vndt officirer, theilß in den betten ertapt hette.
Beschöße numehr, die alte Stadt, vndt General Wittem-
berg, kähme auß Schlesien, von der andern seitte her,
die alte vndt Neẅe Stadt Prag, gleichßfalß zu attacquiren.
Der Schwedische Generalissimus der Pfaltzgrave ist in
Pommern, ankommen, wie die avisen Verificiren.
Die Niederlage der Spannier, bey Cremona sol so groß nicht
sein, als man Sie außgesprenget. perge
J'ay songè, d'avoir estè prisonnier, de l'Empereur, & d'a-
voir estè meinè, d'ün lieü, a l'aultre, avec danger, de
devoir perdre la vie, dont ie me füsse angoissè, me recog-
noissant jnnocent! Cependant, on me vint conter,
qu'ün Prince, (me semble, le Prince de Lichtenstain)
auroit eü la teste tranchèe, & que peüt estre,
il m'arriveroit le semblab<l>e; si ie ne prennois bien
garde, a mes affaires? Cela m'eüst fort troublè en
mon esprit, mais me rèsveillant Dieumercy, i'èsprouvay
par experience, que les songes, sont souvent, mensonges,
et que il n'y a, que les fouls, qui s'y fient, si ce
n'est, que ce soyent, des songes divins, ou admonitions
Divines, qu'il faut bien scavoir discerner, & <ne> rien
mèspriser, quj vient de Dieü, dèslaissant autrement,
tout ce quj est süperstitieux, & fantastique! Neant-
moins, ce songe de Harburgk, me fait prendre garde
a mes affaires, afin d'eviter ce, qui me pourroit
estre nuisible, la tirannie dés grands d'auiourd'huy,
estant quelquesfois, extraordinaire, & impervestigable.
Dieu soit nostre garand, Pere, Tüteür & reconfort!
Mit contrarijwindt von harburgk, in zweyen Stunden,
wieder nach Altena, geseigelt, vndt gerudert, vor 1½ ThalerThlr:
so wir eben dem Schiffer, gegeben, welcher vns gestern, vor 3 ThalerThlr:
von Hamburgk, nach Harburgk, gelifert.
Die fromme hertzoginn, zu Harburgk, hat vnß einen lauffenden
nachgeschigkt, welcher vom vfer gerufen, daß wir anfahren möchten,
(alß wir schon eine viertel meile, fast, von harburgk <ab>gefahren
gewesen) vndt hat viel gute recommendationes, vndt endtschuldi-
gungen, Mir thun laßen, vndt das geldt, so wir in der her-
berge verzehrt, wiedergeschickt, mit vermelden, es wehre ein
Mißverstandt, wir hetten sollen außquittiret werden, vndt
die herztoginn, hette derentwegen, eine große vngnade,
auf den wirth geworffen. Jch habe regeriret, es wehre
solches, gantz vnvonnöhten, gewesen, vndt wieder gehörige
complimenten <machen>, vndt vor den guten willen, dangken laßen,
auch mein vnglück nochmalß beklaget, das ich meine
anverwandte Freündinn, nicht ansprechen, noch besuchen
dörffen. Ein ander mal, möchte ich glücksehliger sein.
Zu Altena, am eüßersten ende des flegkens,
gegen der See zu, an der Elbe, haben wir eine feine
lustige herberge genommen, darinnen neẅlichst, der
General King, selb 12:te. in die 14 Tage lang, gelegen,
auch andere Obersten, Obrist leütnante vndt Officirer, welche
sich recreiren wollen, zu thun pflegen. Wir haben accor-
dirt, auf 10 Schillinge die Mahlzeitt, vor die personen
so an vnserer Tafel, sitzen, vndt 6 Schillinge (solidi)Schill: vor die diener,
vndt Nacheßer, ohne den wein, vndt die extra.
Gott gebe vnß segen, gedeyen, auch ruhe vndt Sicherheitt!
an diesem bloßen, offenem, vndt endtlegenen orth vor bösen
Buben, vndt Raübern, auch vor verrähtern, zu waßer, vnd zu lande!
Jch bin Nachmittags, zu Altena, die quehre, vndt die länge,
hindurch, spatziren gegangen, zu besehen, die grentzscheidung
eines bachs24, da des Königs Territorium, sich scheidet, von der
Stadt Hamburgk, vndt der König, (ratione der grafschaft
Schawemburgk oder herrschaft Pinnebergk) viel mehr,
in Altena, zusampt der kirche hat, alß die Hamburger.
Jch habe auch eine windtmühle gesehen, welche vndter-
schiedliche Saigen25 treibet, also daß man viel vier
große beẅme, mit einem rade in bohlen, schneiden
kan, vndt in mancherley, dann es seindt, zu 12 saigen
<nebeneinander> an einem, zu 7 am andern, zu 8 am dritten <orth>, vndt
so forthan, nebeneinander, welche gar geschwinde
so viel bohlen saigen können. Er bawet auch eine loh-
mühle, vndt ist ein vermögender mann, hat vndter-
schiedliche häuser, vndt gebeẅde.
Schreiben, von Madame; en termes entortillèz.
Wir haben auch noch ejnquartirung, <im lande. perge>
Zwischen hier, vndt Altena<Harburg>, sejndt fruchtbahre
Jnsulen, vndt gut weidelandt, mehrentheils verpachtet.
Man verkaüft die fette ochßen, zu 50[,] 60 ThalerThlr: ins ge-
mein, (auch wol zu 100 ThalerThlr: wann sie 10 zentner wägen,
wie vnß einer heütte noch erzehlet, von einem Ochßen,
welcher 1100 Pfund (libra)℔: gewogen, vndt an Talgk, einen zentner
gehabt.)
Die avisen bringen heütte abermals, die Continuation
|| [[Handschrift: 525r]]
von eroberung Prag, durch General Königßmargk, welcher
eine partie von 300 Kayserlichen (so auf ihn kundtschaft einzuholen,
außgeschigkt gewesen) ertapt sie sich schwehren laßen, vndt
also mit ihnen, vndt ihrem paß, bey Nacht in Prag, hinein
gedrungen, vndt als ob sie verfolget würden, eingelaßen
worden, da sie dann gewaltige beütten, vndt vornehme herren
bekommen, auf der kleinen seitten, im Schloß Retzschin, vndt
dißeit der Moldaw, Königliches Archivum, documenta,
munition, 80 stügke geschützes. Beschießt numehr, die
Alte Stadt. General Wittemberg, kömbt von der andern seitte.
Der Friede, sol, zu Münster vndt Osnabrück geschloßen sein.
Der Türgke hat seinen General zur See, vndt 3 Bassa26
endthaüpten laßen, weil sie, wieder alle rayson
nicht mit der Schifarmada, nach seinem willen auß-
lauffen, vndt dieselbe ruiniren laßen wollen. Die
venetj sollen zimlichen progreß wieder in Candia haben.
Des Königs in Engellandt partie, sol wieder greẅlich
geschlagen sein, mit ihrem haüpt, dem Düc de Boucquingham,
von Parlamentischen.
Der Großfürst in der Moßkaw, sol viel große herren
haben endthaüpten <vndt den hunden vorwerfen> laßen, welche wieder ihn, sich empöret,
vndt die tirannischen mores, des Basilij, anziehen.
Die Tartern, seindt vom GroßTürgken, avociret, wieder
die rebellirten Babilonier. Die Cosagken, tractiren mit den Pohlen.
Von Tortosa, vndt Cremona, continuiret, das vorige.
Zu Rom gibts auch empörung, wegen Theẅrung, vndt brodtmangels.
Jn der NordtSee, sollen die Spannischen, den Schwedischen
Schiffen, stargk aufpaßen, wegen der commercien, also:
daß viel Schwedische Schiffe, im Sundt, liegen sollen, welche
sich nicht hinauß wagen dörffen, metu Hispanorum.
Der Pfaltzgrave, alß Generalissimus, sol zu Anklam
in Pommern, angelanget sejn, vndt gehet inß Reich, zur
Schwedischen armèe.
<Nota Bene verbum Dominj, ad me
super Bovem adhuc tunc
viventem erat: <Ψsalm 4>>
Jch liege, vndt schlafe, gantz mit frieden, dann du
alleine herr hilfst Mir, daß ich sicher wohne!27
Cela m'a estè fort en fantasie <tout
de mesme, comme
dormant
a l'hostellerie de Sonderbourg>, ceste nuict, & aux
gardes, de ce lieu ouvert, a estè mieux pourveü,
que l'on n'eüst pensè. Dieü nous garde, d'ores en
avant, encores de tous malheürs, & me rende
benignement par sa Sainte grace, & Benediction, la ioye
dü coeur, & la Liesse perduë! Ô Dieu! exauce moy!
Tobias Steffeck de Kolodey a derechef trottè devers, & par la
ville de Hambourg, en mes affaires comme hier. Dieu
les benie, & me donne heüreüx süccèz! <par sa grace!>
Preiße, der Rantzowische hofmeister, der Oberste
Kinßky von Halberstadt, vndt ein iunger Graf
Kinßky, seindt in hamburgk, vndter andern gesehen worden.
Schreiben von Osnabrügk, vom Doctor Pichtel das das instrumentum
Pacis Germaniæ richtig, verhofte das instrumentum Pacis Gallicæ
solte auch baldt richtig werden, wann nur nicht Neẅe motus alles ver- || [[Handschrift: 526r]]
derben, vndt annulliren, alß: die plötzliche impresa mit
Prag, item: daß der Kayser, von den Stenden, auch 100 Monat Römer-
zug begehret, item: die Caßeliche prætensiones, Jtem: die
nicht allzurechte versicherung, der Reformirten, zu ge-
schweigen, waß insonderheit vnser hauß, wegen abgang
der vhralten Ascanischen prætension, zu besorgen.
Avis: daß Freẅlein Louißgen zu Deßaw, eine brautt
ist, mit einem hertzogk von Brigk. Gott gebe zu glügk!
Jl ne puis rien penetrer, dü Prince Jean!
Tobias Steffeck von Kolodey ist wiederkommen, noch vormittages, auß Hamburgk
hat das seinige gethan, aber der succeß meiner spe-
rantzen, wegen der Niederlendischen Collecten, vor das Ministerium
bleibet in suspenso, vndt wil in ein stegken, gerahten. perge
Les Hambourgeois, detestent ce lieu d'Altena,
et nous veülent persuader, que toutes les hostel-
leries icy, ayent le nom des bourdeaux, comme si dans
la ville, & ailleürs, il n'y en auroit point! <des Pütains!>
J'ay èscrit a Madame & au Docteur Pichtel, lequel
m'a donnè a entendre d'Osenbrügk, que la paix
estoit faite, touchant l'Allemaigne. Mais
ie n'en tiens plüs rien, pour asseurè jüsqu'a ce, que j'en Voye
par les effects, plüs qu'en paroles la finale Veritable Conclüsion.
Es ist ein Seltzam ding, das der west: vndt auch Nordt-
westen windt, fast ein viertel iahr her, Täglich wehet,
vndt gegen abendt, ists recht contrarij Südwindt
alhier am: vndt auf der Elbe. Viel vornehme leütte,
fahren per spasso, die Elbe hinauff, wann sie schon pferde, vnd wagen haben.
Nachmittags, bin ich, an die Neẅe Mühle, spatziren
gegangen, aldar die Orlogsschiffe, der hamburger,
in der Elbe liegen. Jst nachmittags, zimlich stille,
vndt schön wetter gewesen. perge
Piangendo il male, sperando il bene, la Vita passa,
La Morte viene!
| Meilenm. | |
| heütte vmb 8 vhr vormittags, seindt wir, mit der Ebbe,
von hamburg vndt Altena, nacher Glügkstadt, mit dem ordinarij vrachtschiff gefahren, mit <gelindem> gutem winde, vndt wetter, seindt vndterwegens Blanckenese, Bilemberg[,] Stade, Wedel, vndt andere örther liegen laßen. Zu abends, vmb 4 vhr zu Glügkstadt, angelanget, vndt bey dem Königlichen kriegscommissario, dem von Waldaw, gewesenen Marschalck zu Berlin, eingekehret. hat ein fein, wol meüblirt lo- sament, vndt hat vnß nebenst seiner liebsten, gar gerne gesehen, logiret vndt tractiret, inmaßen er mich auch gebehten gehabt, zu Drage, ihn zu besuchen, vndt ichs ihme versprochen. |
7 |
Er hat mich, (nach genungsahmen discourßen)
herümber geführt, in seinen losamentern, (deren
wol in die 12 vndt mehrentheils, wol meübliret sein)
vndt garten, welchen er, hindter dem hause hat. perge
Glügkstadt, ist eine lustige neẅe Stadt, vndt
Festung auch mehrhaven, so der König Christianus
IV.tus löblicher memorie, erbawen, vndt viel daran
einteichen laßen, mit großen unkosten, Sieder dem
aber, daß der zoll niedergeleget worden, ist wenig
Nahrung mehr hierinnen. Viel leütte seindt
hinweg gezogen, vndt die schönen neẅen haüser,
stehen vielfältig, vnbewohnet.
Ein Morgen landeß, (man sehe darauf, waß
man wolle!) träget, 12 ReichsthalerRthlr: iährlich, so die
pawren, gerne geben, welches ein hohes ist, <in hac Terra.>
<Sonntag☉ den 30. Julij: anno 1648.>
Jn die reformirte predigt, bin ich gezogen,
vndt der <Königliche> General <Commissarius> waldaw, hat vnß auch accompagnirt,
alhier zu Glügkstadt. perge
Darnach ins gießhauß, da wir vndter andern
4 zwelfpfündige kugeln schießende Stügke
gesehen, so 3000 ThalerThlr: kosten, item: etzliche schöne
Meßingene seülen, so in eine Neẅe kirche nach
Coppenhagen sollen, Jtem: die rüstkammern, da-
rinnen armaturen auf 260000 Mann, an harnisch,
cüriß, Mußckeeten, picken, etcetera etcetera[.]
Darnach, den garten aldar besehen. Diß gießhauß
hat 30000 ThalerThlr: gekostet.
Graf Penßen, habe ich <nachmittags durch Tobias Steffeck von Kolodey> complementiren laßen,
vndt vmb besichtigung des Schloßes, vndt gartens,
auß Waldawen raht, ansprechen. Jl s'est absentè, &cetera[.]
Darnach, ist der General Commissarius Waldaw, mit Mir in
der Glügkstadt, vmbher gefahren, vndt hat vnß anfangs, des
Königes hauß, vndt losamenter, kirche, vndt garten darinnen,
von dannen, den großen schönene garten, des Königes,
(weitt darvon) vndt das lusthauß darinnen, item: Christian
Rantzow ansehliches hauß zu besehen, anleittung gegeben.
Der wall, jst zimlich hoch. Die festung hat 14 Boll-
wergke. Die Stügke, stehen auf den wällen.
Es liegen 600 Mann, in besatzung, darinnen, ohne die
bürgerschaft, welche auch wol, ein 800, außrüsten
können. V̈ber die Schloßkirche, ist noch eine
luttrische kirche, So dann, eine reformirte, (welche
gemeine, an itzo zwar geringe, vndt v̈ber 100 nicht
stargk, auch das gehaüse, <wie wir heütte Morgen sahen> gar schlecht, gebawet ist)
Es hat auch, eine Juden Synagoga alhier, vndt die gantze
Stadt, hat nette polite gaßen, vndt ist mit reinlichen
haüsern, auf Holländische manier, gebawet. Wir sahen
in haven, ein Jßländisch Schiff, ejnfahren. Das lusthauß,
im gartten, ist mit bley gedegket. Vor des Königes
hause, oder Schloße seindt Figuren, Thiere von kupfer.
<als ein pferdt, vndt loẅe, so sich bejßen.>
Es stehet allezeit, eine Schildtwache, vorm Schloße, wie
auch, vor der hohen Officirer, haüser.
Le Roy de Pouloigne, Vladislaus, IV. a prestè au Roy de Dennemargk
en ses necessitèz a la guerre derniere, contre Swede 50 mille DalersDal:
tres a propos, par la cooperation de Waldaw, envoyè là, en Ambassade.
Le Roy a tousiours tenü bon credit, & a bien payè les siens.
Je parle dü Roy de Dennemark Christian IV., de glorieuse memoire
que le dit Vladislaus d'aussy, glorieuse memoire, souloit
appeller le Pere des Roys, a cause de son grand aage, &
de l'estime, qu'il en faysoit.
Le Roy d'aujourd'huy, Frideric III:me. doibt a la
foire prochaine de Kiel, (vmbschlag) 600000 Dalers, & on
attacquera les Respondants, gentilshommes Prin-
cipaux de ces pays, s'il ne paye? Mais on croyt,
que le Royaulme de Norwege, l'assistera puis-
samment, d'üne collecte extraordinaire.
Le feü Roy de Poulogne battit d'ün baston, ün gentilhomme
Polonnois principal, pour avoir voulü calomnier les
Allemands, & ne leur faire place. Ce feü Roy Vladislaus
estoit genereux, vaillant guerrier, sage prüdent,
bien intentionnè, moderè, affectionnè a nostre
nation, & tout plein de bonnes & belles parties.
Jl battit le dit noble, en presence de feü Electeur de
Brandenburg & dü Prince Radzivil, & d'üne quan-
titè de noblesse. L'autre receüt les coups,
avec des profondes reverences, & s'en alla
tout confüs, pour avoir estè tellement rüdoyè, au
lieu qu'il pensoit offencer, & faire tort aux Allemands[.]
Monsieur le Commissaire Waldaw, a eü üne grande que-
relle diffamatoire, avec les Estats de Prüsse, & en est sorti
avec honneur, par le iügement dü feü Roy de Dennemark a quj on s'estoit sousmis.
<Windt, Regen, vndt baldt darnach, schön wetter.>
Jch habe diesen Morgen, allerley vertraẅliche discurß,
mit deme von Waldaw, (solo soletto!) gehalten.
Nous avons beü, comme des Templiers, a disner, &
apres disner, par <ma> trop grande cordialitè. Dieu nous
vueille pardonner, nos pechèz! & faultes commises!
Darnach, bin ich, an daß Schiff, gefahren, so nacher
Hamburgk, gehet, da hat vnß, der höfliche ca-
vaglier, der von Waldaw, valediciret, nach dem
wir, von Seiner Frawen, vndt Jungfern, im hause,
nach dem eßen, abschiedt genommen. Bin also, mit
meinen Söhnen, vndt comitat, mit der fluht, vmb 3
vhr, nachmittag, auß der Glügkstadt abgefahren,
der windt ist aber, so contrarij gewesen, das
wir nur auf halben weg, zwischen dar, vndt
Hamburgk, nemlich in ein schlechtes dörflein <zur Lühe>, im
Stift Brehmen, nacher Stade, gehörig, kommen können,
vndt alda, pernoctiren müßen. Sonst, kan man wol,
in 4 oder 3½ stunden, wann der windt gut ist, mit der
fluht, hinkommen. J'ay estè fort malade dü boire!
