Diesen Morgen mit contrarij windt, forthgefahren,
er ist aber baldt so worden, daß wir mit halben winde,
weitter kommen können, vndt haben also, eine zeitlang,
laviret, biß endtlich, der windt, guht worden, vndt wir
mit der Fluht, noch vmb 7 vhr, des Morgens, vor Hamburgk; kommen.
|| [[Handschrift: 529r]]
Gott lob! das diese rayse, nach Glügkstadt, auch glügk
lich, (wie ich hoffe, ! vndt wüntzsche!) abgegangen sein mag!
Es war der windt heütte, gar stargk, vndt im laviren,
kam es denen, so es vngewohnt, etwaß frembde vor, (wje
ich dann selber vom gesterigen vnnützen Tringken, sehr
krangk, vndt v̈bel auff, mich befande) allein,
es hatte doch, keine gefahr, auf sich, vndt wir kahmen,
bey den OrlogsSchiffen, lustig vorüber. Gott wolle ferner,
vnßer Geleidtßmann, zu waßer, vndt zu lande sein!
vndt meine anschläge, undt expeditiones, väterlich gesegenen!
Zu Hamburg bin ich dißmal, (vmb vnbekandt zu sein, vndt
nicht ferrne, vom waßer, zu gehen, nöhtig zu haben) zum
Engel eingekehret, a l'Ange, auch in der Cron Dennemargk.
Nachmittags, bin ich, in Albrecht Baltzer Berndts, des Königlich
Dennemärgkischen Factorn, behausung lusthause, zu Wanß-
begk, eine halbe meile, von hinnen, gewesen. Es hat
feine gemächer, vndt Schildereyen darinnen, auch einen
hüpschen lußtgartten, darneben, wie auch einen
Thiergartten, darinnen, danwildt[!], vndt roht Adel-
wild, zu sehen. Er wahr aber nicht zur stelle. Jst sonst
ein reicher Mann, reformirter Religion zugethan,
vndt mit einer Holländerinn, befreyet. Die Schweden
haben zwar, im letzten kriege, diß guht
v̈bel zuegrichtet, vndt verderbet. Er hats aber, vor
dreyen iahren, an sich gebracht, vndt wieder auffgebawet perge
Jch habe trefliche remoras; in meinen dissegni gefunden. Gott beßere es!
|| [[Handschrift: 529v]]
vndt wehre gnädiglich, vndt kräftiglich, allen Obstaculis!
Die avisen geben, daß der Kayser vndt die Stände, zu
Münster vndt Osnabrück in der Weserzoll sache, dem Graven von
Oldenburg, wieder die Stadt Bremen, favorisiren, die
herren Staden aber, wollen es durchauß nicht zugeben
vndt Brehmen, nicht vndterdrügken laßen.
Der neẅe König in Dennemargk, sol im anfang
des Augustj, gegen Norwegen, zu selbiger huldi-
gung absehgeln, gegen außgang des Septembers aber,
in hollstein anlangen, vndt den 2. October zu Flenß-
burgk, die huldigung annehmen. Die Königliche leichbe-
gengnüß ist auf den 18den: November vndt die Crönung
auf den 23ten: angesetzet.
Zu Prag gehet alles v̈ber vndt v̈ber, durch den Kö-
nigßmargkischen Einfall, vndt außplünderung der kleinen
Seitten, vndt einquartirung der Kayßerlichen in der
alten vndt neẅen Stadt. <V̈ber 2 millionen wirdt Königßmargks beütte æstimiret>.
Die alliirten, sollen in Bayern, den Inn paßiren,
vndt gewaltig brennen, weil man ihnen, die brandt-
schatzung, nicht geben will. hingegen sollen die Kayserlichen
ihnen eingefallen, aber v̈bel angelauffen sein, vndt
12 Standarden, im Stich gelaßen haben. <Piccolominj wil schlagen perge >
Die Lamboyische, vndt Heßische, gehen aufeinander.
Die Frantzösische Schifarmada <von 45 Schiffen, 20 galleren, 5 brandschiffen, 60 Tartanen> trachtet noch, ins Königreich Napolj.
In Dalmatia, seindt 2000 Morlachj, von 4000 Türgken v̈berfallen,
vndt geschlagen worden, auch ihr General gefangen.
<Schön wetter, undt regen Durcheinander, wje eine Zeit hero.>
Nuovj dissegni, nuove imprese, ben però intenzionate.
<Rationes pro Rege Fridericum>
1. Bisagnin' fa' trottar la Vecchia.
2.E tutto questo con modo necessismo
convenevole, e Honorevole, in
giuste, e legitimj pretensionj.
3. L'Occasione facile,
adesso, potrebbe rendersi più
difficile, in altri tempj.
4. L'essere cognato, giova.
5. L'haver seco i figliuoli.
6. L' occulto dissegno,
e congiunzione.
7. Habbiamo danarj.
8. Curiosita, di fa vede-
re, ün regno, a' figliuoli, e
per ricordarsi delle bi
zarrerie Academiche
Donnesche.
9. Nel habito bruno, non
spendiamo tanto, come
in altri habitj.
<Rationes contra Regem Fridericum>
1. Beneficium accipere; est liberta
tem vendere.1
2. Ben che'l modo sîa lecito, pero' è
intempestivo, in tantj carichj, e potreb-
be essere da alcune bocche, biasimato!
3. L'Occasione pare facile, mà potria
essere più malagevole che si pensa, ed a
che giovarebbe la spesa, in cose incerte?
4. Per ragion di stato, non si guarda parentato. E che hà giovato, ad altrj?
5. Quel medesimo punto, incorre, nel
primo, è degno di considerazione, e
non si debbe arrischiare tanta cosa.
6. Altri tempi; altre cure. Hora e fuor
di tempo affatto, e nuocerebbe.
7. Si hà ottenuto qualsche poco, non per esserne,
prodigo, in cose niente sicure, mà per ri
farsi un poco di danni pertiti.
8. Jvi, non si vede l'Italia, nè Francia, e il
finale incorre, sempre nel principio, anzi per
questo, io sarei molto male veduto, nè aggradito.
9. E vero, che'l vestito di duolo, costa manco,
má se ne strascia peró molto, nel viaggio.
10. Ritrosita della maggior parte de miej Uffizia
li, e servitori, a'quali duole l' a[s]se[n]za dj casa,
il tavaglio del vaggio, e del troppo bere, e
che rompono gli vestimenti loro, senza guadagno.
11. La grandissima ritrosita della mia moglie, che ha
per male; tutte le mie azzioni, ed imprese.
<Rationes contra: 12. La tosse continoua, ed altre indisposizionj, del mio figliuolo maggiore lo rende inhabile, a tante fatiche continoue perge>
Tobias Steffeck von Kolodey habe ich heütte zum Königlich Dennenmärkischen Factor
geschigkt: Il a estè courtois, en complimens, mais l'essence
substantielle, de mes propositions, nèst pas bien recevable.
A buen obrero, nunca, le falta obra;
Si seso no le falta; o locura le sobra.2
Herr Albert Baltzer Berndtsen, ist bey mir gewesen, hat viel
mit mir, discurriret. Jst ein guter Mann, vndt wol
intentioniret, mà s'èscusato, da per tutto. Pacienza!
Er ist des Königs in Dennemargk Factor, hat das gieß-
hauß, vndt rüstkammer, zu Glügkstadt, erbawet,
vndt armaturen auf 30000 Mann, hinein geschaft,
(so er iährlich auf 3 oder 4000 Mann verhandeln darf,
wann es nicht Feinde des Königs, vndt der Cron
sein) er hat die reformirte Kirche zur Glügk-
stadt, vom Könige erhalten, frendentibus licet
adversariis, Episcopis, sacerdotibus, et
Comite Penß, er hat dem Könige 28 iahr
lang, gediehnet, vndt groß hülfen gethan,
ist mit einer Holländerinn, verheyrathet,
hat etzliche haüser, zur Glügkstadt, er-
bawet. Die waffen, so er verkaüft, muß
er allezeit, in die rüstkammer wieder
verschaffen, mit gelegenheitt.
Der friede sol gar gewiß, geschloßen sein, wie der hollsteinische
Cantzler, der von Hattem, von Oßnabrügk, schreibet,
vndt es sollen die Kayserlichen vndt Schwedischen, einander die obser-
vantz deßelben, versprochen haben, vndt in die faust zugesagt,
Königsmarck vndt andere möchten dargegen machen, was sie wolten.
Der Großfürst in der Moßkaw wehre in gefahr, hette seinen
Schatz auß der vndterthanen güther, vermehren wollen, da
rüber hette sich eine große empörung erhaben3, vndt wehre
sein Cantzler vor seinen augen niedergehawen, vndt die
stügken, den hunden vorgeworffen worden. So wolte man
auch daselbst, die frembden, nicht mehr leiden. Gebe
viel alterationes.
In Polen wollte es mit der Wahl, Printzen Casimirj,
noch nicht recht forth, vndt gebe viel motus.
Norwegen, porte de revenü annüel, 150 000 ReichsthalerRthlrs:
a son Roy; les Baillages, de Schleßwygk, & Holsace,
aultant, de Dennemargk, il doibt avoir, avec le sundt,
de 6 à 700 mille: ReichsthalerRthlrs: E que seront ils maintenant,
d'extraordinaire, a l'hommage, a l'enterrement & a la coronation?
trois actes solennels, qui requierent des sübsides extraordinaires.
Cependant chascün descrie le Roy, pour pauvre, et endebte perge
come si les moyens, de faire de l'argent, luy dèsfailloyent?
Jamais, ley grands princes, quj n'ont guerre conti-
nüelle, sont vrayement pauvres, & ont force a mis!
Mais l'ün mèsnages mieux, ses jnterests, que l'autre!
I'ay èscrit a Monsieur Rantzow, de bon ancre, pour Simon Heinrich Schweichhausen perge perge perge
Donnerstag♃ den: 3. Augustj; 1648.
I'ay eü des estranges songes, de ma femme, & puis i'ay estè
derechef fort affligè, & tourmentè de la perte inestimable
Nota Bene:& irreparable, quj m'est incessament devant les yeux,
nuict & iour, dont Dieu me vieulle bien tost delivrer,
& consoler, par autre voye,! s'il est possible?<Si c'est Sa Sancte volonté?>
M'estant si vilainement trouvè trompè, dü voyage
de l'infortünèe citè, de la Fortüne, i'ay pesè mes
adversitèz, ne perdant pas, courage pour cela, & espe-
rant tousiours en la bontè & Benediction dü souverain,
laquelle ne nous scauroit, nj abbandonner, ni confrondre!
A luy en soit la gloire, sempiternellement!
Der Königliche factor Berndtzen, sagte auch gestern, wer getrey-
dig hette, möchte es nur liegen laßen, es würde wol
gelten, weil es in Preüßen, ̈vbel geraten sein sollte.
Einer vom adel, aufm Lande, alhier in Stormarn,
hollstein, vndt den nahe gelegenen Provintzien, kan nicht
verderben, sondern muß baldt in aufnehmen, vndt zu
reichthumb kommen, (wann er nicht gar ein Prodigus ist,)
weil er sein getreydig, vieh, holtz, butter, käse, vndt
andere ihm zukommende fahrnüß, in diesem großen
Städten, Lübegk, vndt Hamburgk, wol zu bahrem
gelde, baldt machen kan, vndt sonbst durch die Schiffahrth,
der Ost: vndt WestSee, sich ihne mühe, versorgen,
auch im fall der noht, das seinige, auf die seitte schaffen, welchen
fortheil, wir bey vns, nicht haben. Patientia!
Der König Christianus IVtus. glorwürdigen andengkens, weil er
gewußt, das die landtStände, Adel, Bürger, vndt pawren,
wie auch die Geistlichen, im Königreich Dennemargk, ihme wol
affectionirt gewesen, hat er die Reichßräthe (welche lange
mit complimenten, tergiversiret) endlich dahin vermocht,
das sie ihme nicht alleine promittiret, dero herrn Sohn,
den itzigen könig, auf den todeßfall, zu erwehlen, Sondern
Sie haben es ihme auch schriftlich stipuliren müßen, also
daß gantz nichts dran ist, daß andere solten sein
in der wahl, im vorschlage gewesen. Er hat sich auch vmb <die Kron sehr meritirt gemacht>.
Gemeldter könig,
hat alles, waß er im Königreich, (nicht in den Erblanden
welche ohne daß seinen erben, vnstreittig zugehören)
erbawet, vndt in aufnehmen gebracht, fleißig auf-
zeichnen und berechnen laßen, damit seine successo-
res heüte oder morgen, desto eher die wahl behalten,
vndt zum Königreich, befördert werden köndten,
dann er, vndt seine antecessores von der Oldenburger linie
diesen modum sich zu befestigen, alß ein arcanum status
observiret, vndt es numehr so hoch gebracht, daß
wann man sie abdringen wolte, würden Sie ̈vber
die 20 millionen <beßerungen>, so ihnen die Cron, zu refundiren
schuldig, von derselben, zu fordern haben. Jn die Glügk-
stadt hat er etzliche millionen gestegkt, vndt ver
bawet, aber weil es in die Erblande, gehörig, hat er
auß diesem vndt anderen bedengken, alle dieselbigen großen
Rechnungen, selbst cassiret, vndt verbrandt.
Henricus Thomaßen, Bürgermeister zur Glückstadt, so in vnserem
losament alhier in Hamburgk, bey vnserm wirth seinem Schwager
ein par Tage hero, geherberget, vndt wieder forth will, hat sich bey
mir angemeldet, vndt erst erfahren, wer ich wehre? Jst sonst ein
feiner mann, ich habe ihm grüße, an den von Waldaw, aufgetragen.
Avis: daß ein Neẅes feẅer, sich anspinnnen will, in dem
die herren Staden wegen des weserzolls, scharf an Graven von
Oldenburg geschrieben, vndt derentwegen an itzo viel gesandten,
beysammen sein, auch von den hollsteinischen Fürsten et cetera da-
mit die Sache, componirt, vndt sie, wegen der succession, versichert
bleiben mögen. hingegen, wollen die Seestädte, so wenig als
die herren Staden, die Stadt Brehmen, abbandoniren.
Mit der post, ist heütte nichts, an mich, von Leiptzigk, ankommen perge
ce, qu i'ay, occasion, de plajndre, comme aussy de Hollande, que
point de rèsponce, n'est arrivèe pour moy.
herrFreherus, vndt herr libert Wolters, des Louis de Geers vetter,
seindt zu mir kommen, haben mich besucht, mit mir discouri-
ret, vndt auch einen brief, vom Monsieur Hotton, wegen der
Collecten, mir mitgebracht, fort peu des chose,perge
Plaignant la perte, de tant de temps, i'ay leü cependant
les nouvelles, & les courantes. Es war darinnen endthalten:
Der friede wehre richtig geschloßen, durch die Gesandten,
zu Münster vndt Osnabrück vndt besiegelt, etc: etc:
Item die Kayserlichen vndt Schwedischen haüptarmèen giengen auß Bayern,
zurügke, nach Böhmen zu.
Königsmargk, vndt wittemberg, hetten sich conjungiret, vndt
man hielte auch die Alte vndt neẅe Stadt Prag vor verlohren,
darinnen hette der Grav von Buchhaim, auf Kayserliche Mayestät befehl,
den alten General graf Coloredo, in arrest genommen.
In der NordSee, ließen sich viel Spannische Schiffe sehen,
hetten vor Gohtenburgk, zweeen Schwedische Schiffe, hinweggenommen,
dörften noch mehr tentiren. Jn der OstSee, laßen sich auch,
allerley Schiffe, erbligken.
In Engelllandt, werden die Schotten, vndt ihr anhang, vor re-
bellen, vndt verräther gescholten. Daß Engelländische Parlament,
wil mit dem Könige, mündlich tractiren.
Der Ertzhertzogk Leopoldus, hat veürne in Flandern, mit ac-
cord eingenommen. Feldtmarschal Rantzow, hats nicht entsetzen können,
wie gerne er auch gewoltt. Die Oostender, haben v̈ber die
20 Frantzösischen Schiffe, hinweg genommen, vndt eingebracht.
Der Ertzhertzog, vndt Marchese Sfondratj, sollen numehr auf
Wynoxbergen zu, gehen, daßelbige zu attacquiren.
Lamboy, vndt die heßische liegen <am Rhein> noch gegeneinander,
gedengken einander außzumatten. Landgraf Fritz,
formiret ein neẅes corpus, am WeserStrohm.
Die Polen, haben große motus, so wol, wegen der wahl, eines neẅen
königes, alß wegen der Cosagken vndt tartarn. Jhre gefangene
Generalen, vndt andere vornehme Officirer, Edelleüte, vndt
Soldaten, haben Sie mehrentheils, mit großem Gelde, vndt
mitteln, müßen rantzioniren. Tractiren zwar numehr, mit dem
|| [[Handschrift: 533v]]
Cosagken, aber wider die Tartarn, vndt Türgken, wollen sie
krieg führen. Zur wahl, sollen beyde brüder, des Sehligen Vladislaj,
im vorschlage sein, vndt beyde großen Anhang haben. Die
werbungen, gehen stargk vor sich, so wol, die königliche wahl,
zu facilitiren, alß den Erbfeindt, vndt deßen adhærenten,
zu bekriegen.
Der Venezianische krieg, mit dem Türgken, wirdt (diesen avisen
nach!) etwaß schläfrig geführet, ob sie vielleicht in tractaten
stehen, oder eingebüßt, vndt nichts melden wollen? Gleichwol
sollen die armen Morlacchj, ihr volgk vndt erlangte beütte
verlohren haben, vom türgken, geschlagen, undt ̈vbel angelauffen
sein, welches zu bedawren, auch ihr general gefangen.
Jn der Moskaw, gehen gleichfalß, wie in Polen, die
werbungen, stargk forth, undt es gibt allenthalben,
vor dem ende der weltt, greẅliche empörungen. Man
weiß nicht, waß der Großfürst, im Sinn hat?
Zu Napolj, werden noch immerforth, rebellen gesucht, vndt justi-
ficiret, hingegen vndterstützt Frangkreich, selbige rebellion,
vndt die Frantzösische Schifarmada, samlet, vndt mehret
sich, zu Porto Longone. Tortosa in Catalogna, sol der
selbige Frantzösische ViceRé, vndt General, Mare
schal vndt Conte de Schomberg, occupirt haben, vndt
darüber albereit zu Paris, das Te Deum laudamus,
gesungen, vndt sonst, mit salven, vndt Freẅedenzeichen
triumphiret worden sein. Bey Cremona, ist weiter nichts vorgangen. et cetera
Alß ich des <lange> wartens, müde worden, habe ich endlich, meinen
Tobias Steffeck von Kolodey hinweggeschigkt, zum großen Manne, dem Berndtßen,
welcher im bette, noch gelegen, vndt ihm keine Audientz ertheilet
aber heraußer sagen laßen, er hette sich in bewuster Sache
meinentwegen, sehr bemühet, aber gantz nichts erhalten
können, bähte vmb entschuldigung. Im v̈brigen aber hat
er sich gar nichts excusiret, daß er mich, ein par tage
hero, also geäffet, vndt geldt spendiren
gemacht. Patientia! per forza!
Der libert wolters, hat auch die einsahme sümmlein
der Frantzösischen Collecten, von Delft, vor mein ministerium,
nemlich 52 1/2 holländische Gulden (florenus)f: an 21 ReichsthalerRthlr: nicht ohne morositet,
endlich erlegen laßen, ab vndt wieder versprechen, nicht
gebracht oder geschickt, sondern man hats mit mühe vndt
vngelegenheit, abfordern müßen. Ces gens, n'estiment
que leurs commoditèr, (comme les marchands de Tyrus,
qui s'immagineoyent d'estre Grands Seigneürs, a
cause de leur richesse) & ne respectent, ni estiment,
que le riches, de quelle qualitè, qu'ils soyent, mais
ils devroyent bien considerer, les dignitèr & degrèz
ordonnèz de Dieu, & que l'argent ne fait pas des
Princes, (aultrement, les marchands, & des paysans en
Hollande le seroyent) & que la roue de la fortüne,
est inconstant, & pleine de variabilitè; Dieu
pouvant hausser, et abbaisser les degrèz! selon sa Sancte
& Divine Volontè; quoy qu'il en voye par fois, dü mèspris, sür les Princes!
<großer Regen, windt etc:>
Von Hamburgk mit 2 Landtkutzschen, auf Lübegk - <- Meilenm:8>
in einem erschregklichen, vndt grawsahmen Regenwetter,
alß mir mein lebetag, eine tagerayse vorkommen, dannenhero
auch zu Lübegk, eine gefallene wolgkenbrust vermuhtet
worden, dann es<das waßer> auf den gaßen, vndt in die keller, greẅlich
gelauffen, vndt die leütte heraußer getrieben. Der weg
wahr so böse, tief, uneben, vndt grundtloß, alß ich
wüste, einen gefahren zu haben. Die Landtkutzsche, wahr
v̈bel bedegkt, also daß es v̈berall durchtröpfte vndt
regnete, vndt vnser Zeüg sehr verdorben wardt. Der andere
wagen war gantz offen, vndt das Zeüg aldar noch mehr verdorben.
Der Landtkutzscher deme wir 18 ReichsthalerRthlr: vor beyde wagen
geben, saget, er wolte nicht 30 ReichsthalerRthlr: genommen haben, vndt
gefahren sein, wann er diß alles solte gewußt haben.
Ich wolte es ihm aber auch, wann ichs vorhero gewußt,
weder gegeben haben, noch von hamburgk weggezogen sein.
Mein Sohn Erdtmann, fühlet die stöße der ungemächlichen
Landtkutzsche, rechtschaffen, in seinem rügken. Ich fühle
mein Theil auch. Gott bewahre meine Söhne, vor Krangkheiten!
Sonst seindt es, zehen meilen, von Hamburg nacher Lübegk auf
8 meilen, nur gefahren, durch einen absonderlichen weg <zu Sieg>, jm hollsteinischen
gebiethe <3 Meilenm: von Hamburg>, vndt haben zu Sandtkeve, in einem schlechten Dörflein,
kalte küche gehalten, vndt gefüttert, in zweifel stehendt, ob wir,
bey so greẅlichem wetter, vndt wege, noch heütte in Lübegk, anlangen
|| [[Handschrift: 535r]]
würden, wie noch (Gott lob, vndt dangk,) gegen 8 Vhren, geschehen.
Es hat auch vor abends, ehe wir in Lübegk mit grawsahmen regen,
eingezogen, gedonnert, vndt ist gar ein v̈bergewöhnliches wetter perge
Avis, daß Es nach Meckelburg, vndt in Pommern zu, gar vnsicher seye,
wegen der Pfaltzgrävischen völgker. Deßen haüptquartier sol
zu Grypswalde sein, vndt wollen baldt fortmarchiren.
Zu Lübegk, seindt wir Zum <güldenen> Engel eingezogen, vmb 12
schillinge, vor vnser einen, vndt 8 Schillinge (solidi)ß:, vor die diener, bier
vndt alles, mit eingeschloßen, außer den wein, vndt die extraordinaria
<Windt, Regen, vndt Sonnenschein, durcheinander.>
Alhier, in Lübegk, stille gelegen, vndt von der gestrigen vnge-
mächligkeit, ein wenig außgeruhet, auch darnach, die gemeine Mahl-
zeit, mitt gehalten, also unbekandter weise. Es hat allerley,
iedoch nicht verdrießliche discours gegeben, vndt wahr vndter dem
hauffen, ein deützscher, welcher in Persien gewesen, zu der zeit, alß
die hollsteinischen Gesandten, darinnen wahren, darnach ist er in
OstJndien <zu den Holländern> gekommen, hat Malacca, anno 1641 helfen mitt einnehmen,
vndt allerley erzehlet perge sonderlich auch, von den Chinesen, vndt ihrem leben, vndt wehen! et cetera
>Avis daß die Schweden, am Jnn, geschlagen, vndt Wrangel geblieben
seye! item: daß der Königsmarck auch auß Prag, getrieben seye!
Die Stadt Lübegk, sol geben, pro quota, 96.000 ReichsthalerRthlr: zum Osenbrückischen
frieden, (wann nemlich den Schweden, ihr geldt erleget werden soll)
vndt hamburgk, ihre quota, sol sein, 60000 ReichsthalerRthlr: wehre also,
ein mergklicher vndterscheidt, zwischen beyderley contingentj.
Es wurde auch gedacht, daß die holländer, die hollsteinische handlung,
am königlichen Persianischen hofe, sehr verhindert, vndt heimlich darwider,
machiniert hetten, weil es ihnen, einen abgang, hette bringen mögen, an
ihrem Seiden, vndt edelgesteinen handel, wie auch an ihrer gantzen navigation dahin.
Ich habe Tobias Steffeck von Kolodey zum regierenden Bürgermeister Görtzen, alhier in Lübegk geschigkt
ihn zu bitten, mich nicht anderst zu melden, alß das ich incognito sein wolte
vmb allerhandt vhrsachen, vndt nebenabsehen willen, vndt darneben die
2 puncta zu repræsentiren, 1. wegen der Kayserlichen assignation, ob Sie dieselbige
wol zu acceptiren, <wann ich sie erhalten sollte> ihnen belieben laßen wollten? Vndt ich ihnen
nicht gerne, zum wiedrigen verdruß, annehmen möchte! etceterea etceterea etceterea
2. wegen befreyung des zolls, auf der Elbe perge vndt guter corres-
pondentz, etceterea etceterea etceterea Die risposta ist höflich, iedoch mit wenigeren
complimenten, alß zu Hamburgk, gewesen, vndt es scheinet, das sie
sich alhier, nicht so wol, alß daselbst, in daß sein, schigken
können, dann er sehr darauf gedrungen, man solte mich regaljren
wiewol ich darvor bitten, vndt protestiren laßen. Die beyden puncta
hat er angenommen, mit seinen collegis, zu reden, vndt die consultation,
vndt resolution, zu befördern.
Zum Medico, Doctor Acedario, habe ich auch geschigkt, der ist kommen
vndt hat gar pertinenter, vndt fundamentaliter, wegen meines
Sohnes, Erdtmann Gideons, schwachheit, mit mir geredet, also daß
ich mich darüber, also stragks, zum ersten mahl, verwundern müßen.
Gott gebe seine gnade, vndt Segen, daß wir etwaß finden, das zu einer
heilsahmen cur, vndt beßerung, diehnen möge! Dieser Medicus
ist nunmehr 9 iahr in bestallung, bey hertzogk Joachim Ernst,
meinem Schwager, vndt wirdt, nacher Plœ̈ne, abgeholet, wann man
seiner bedarff. Es scheinet, daß er in seiner kunst, wol erfahren seye!
Avis: daß die Pfaltzgrävischen, also hausen, in den ländern zu
Meckelburgk, vndt Pommern, dahin sie verleget sein, vndt zimlich
außgebreitet, das der Generalissimo der Pfalzgrave selbst
sich nicht hat getrauet, seine kleider, von hinnen, nacher wiß-
mar sicher abholen zu laßen, ohne stargke convoy. Würde ich also,
einen vnsicheren weg, dahin, vndt nacher Strehlitz, zu raysen, haben.
|| [[Handschrift: 536r]]
Homo proponit; sed Deus disponit.4
Mein Sohn, Erdtmann Gideon, ist kurtz vor abends, mit hofmeister Schwechhausen
in Lübegk herumber spatziret, vndt haben haben 2 schöne kirchen besehen.
J'ay fait encores recharger le consül ce soir, qui est indispost,
il n'a donnè quelque espoir mais ie crains, le pas d'èscrevisse.
Le Prince Auguste m' a gastè le jeü, & n'en est pas amendè, luy mesme.
J'ai songè, d'avoir estè a la cour de l'Empereur et discourant
a l'Antichambre,avec quelques Seigneurs de marque, sür tout, avec
le Baron de Roggendorf, Conte Kurtz, Conte de Starhemberg & aultres,
l'Empereur sürvenant, vit iouer <aux cartes> quelquesüns <fort attentivement> a la table leur
commanda de continüer leur ieu <assis sans se devoir bouger ou lever> & se mit a les regarder,
couchè ou appuyè avec son ventre <& les bras> sür la table, & ayant la
teste dans ses mains. Il me commanda aussy, de continüer
mes discour, avec le Baron de Roggendorf &cetera & de nous pourmener a
la chambre, comme auparavant, ce que nous fismes, poursuivans
no propos mais doucement. Cela occasionna des soupçons, &
quelques faulx amis, ayans insusurrè a l'orreille de Sa Majestè
quelque chose de cela, il tèsmoigna, que ceste familiaritè
avoit estè plüs par contrainte, que de bon cœur & me monstra
alors par ses gestes, farouche mine, & toute autre conten-
ance, qu'il se. dèsfioit de mes procedüres. Je m'en apperceüs
le plustost, mais Roggendorf ne voulüt pas comprendre ceste
mèsfiance, & ne laissa pas de continüer ses discours, dont i'eüs
grande dèsplaysir & taschay d'addoucir tant que ie pourrois Sa
Majestè laquelle dissimüla son courroux & dèsfiance contre moy, tant
qu'elle pouvoit, mais cela luy estoit impossible a cacher. Enfin, les chandelles
brüslant trop le soir, ie m'accostay, pour les moucher, & prins la mouchette
|| [[Handschrift: 536v]]
d'argent, d'üne platte qu'il y avoit fort
nettement sür la table, dü tapis du Türquie fort beau & riche,
aussy, Mais l'Empereur, ne me voulüst nüllement permettre,
que ie mouchasse les chandelles, & di contesta long temps, cour-
toyssement avec moy, disant: que cela ne m'estoit point
convenable, qu'il y avoit assèz d'autres là, pour faire
cest office, que ie luy pourrois bien rendre d'autres services,
plüs grands et meilleurs, que cestuy-là, si je voulois seule-
ment? Moy, qui ne voulois en façon endürer,
que Sa Majestè m'ostat la mouschette, & mouchast elle mesme la
chandelle, m'opposay fort & ferme, m'approchant de la premiere
chandelle, disant: que ie ferois aussy bien ce petit office, que
des plüs grands, a Sa Majestè: (moyennant qu'elle eust bonne
confiance, en ma constante et tant de fois, esprouvèe fi-
delitè) Sa Majestè rioit au commencement de ceste officieuse querelle
mais enfin, comme ie m'opiniastray trop, elle se mit en colere
& devinst le plüs fort, m'arrachant la mouschette de la main,
& disant: Ie suis neantmoins le Maistre, & le chef, ie
veuy aussy estre obey! & ainsy elle mesme moucha la premie-
re chandelle devant mey yeux, disant: Cela ne m'est point hon-
teux, mes actions servent de loy, & de reigle. Puis ietta
la mouchette sür la table (me semble) <au ieune Conte de Trautmansdorff> son chambellan &
au Conte de Starhemberg grand Mareschal, disant de fürie
<a eux> Allèz: mouschèz le reste. Ils firent üne profonde reverence,
s'en allerent avec modestie, & comme en crainte, moucher le
aultres chandelles, qui estoyent a l'Antichambre, a la veue de Sa Majestè
Der Raht, alhier zu Lübegk, hat seinen secretarium
Palmann zu mir geschickt, mir gratuliren, vndt mich mit
einem ahme weines, vndt mit einem großen pocal, meine
Söhne auch, mit einem pocal einen ieglichen, verehren laßen,
vndt darmit vorlieb zu nehmen, gebehten. Die Kayserliche
assignation, haben sie, wegen albereit abgelegten Römerzuges
difficultiret, vndt vmb<fast> recusiret. Die Privilegia, wollen
sie gerne in gebührendem respect, vndt observantz halten,
waß <eigene> Fürstengüther, (auch außer der privilegien) anbetrift,
vndt offeriren sich sonst zu allen vndterdienstlichen willfahrungen.
Jch habe die Stadtdiehner5, so die praesenten gebracht, be-
schengken laßen, der abgeordnete, (so ein ansehnlicher
Mann) hat sich excusiret, bey der mahlzeit zu bleiben,
& ie ne l'ay pas, trop extraordinairement priè.
Doctor Acedarius, ist auch bey vnß gewesen, vndt hat allerley
gute iudicia, von meines Sohnes Erdmann Gideon zustandt, gefellet, iedoch
darvor gehalten, er wehre mehr, ad hydropim, alß ad Phti-
sin, incliniret, vndt die pulmones wehren, (ob Gott will),
gar nicht inficiret, ex epate, möchte die schwachheit derivi-
ren, wie auch ex Ventriculo, & epat<capite,> so dann ex hypochondriis,
will remedia verordnen, undt sein bedengken schriftlich aufsetzen.
Gott gebe gesegnete remedia, vndt erwünschtzschte beßerung!
Jch habe Meister Volgkmar Rose, einen goldtarbeiter auß hamburgk
welcher alhier ist, meinen pocal wägen laßen, Er hat gewogen
| ReichsthalerRthlr: | Groscheng: | deniers (Pfennige)d: | |
| 7 Margk: 13 Loht, 2 Quentchen (Gewichtseinheit)q: thete, an gelde (zu 12 ThalerThlr: das Mark (Gewichtseinheit und Münze)m:) | 94 | 3 | |
| 5 Margk: 3 Loht, 1 quint Erdmann Gideon pocal thete, an gelde | 62 | 10 | 6 |
| 4 Margk: 12 Loht, - - Victor Amadeus pocal thete, an gelde | 57 | ||
| das Margk: zu: 12 Thalerthlr:: das Loht, zu 18 Groscheng: gerechnet Summa | 213 | 13 | 6 |
Derselbige goldtschmidt hat auch meines Sohnes Erdmann Gideon ring,
mit 7 demanten, den er zu Norburg, verehret bekommen, auf
20 ReichsthalerRthlr: geschätzet, vndt meines Sohnes Victor Amadeus hertzlein, von
golde, (darinnen 12 demanten, vndt ein balsam büchslein, so
er gleichfalß, zu Norburgk, verehret bekommen) auf 25 ReichsthalerRthlr:
taxiret. Die Edelgesteine, sollen sehr depreciiret
sondlich die Diamanten, ein 10 iahr hero, auf 50 pro cento,
weil gerade Fürsten, vndt herren, nicht mehr, alß vor diese
ihre magnificentz darmit, sehen laßen, Sondern eher ver-
käüffen, alß kaüffen, solche, vndt dergleichen Edelgesteine.
Meine Söhne, haben sich erlustiret, in der Stadt alhier, zu
gehen, vndt waß memorable, darinnen zu besehen.
Zu Lübegk; mag keiner, er seye hohes, oder niedriges Ständes,
ein hauß kaüffen, er seye dann, ein Jnngeseßener Bürger.
So mag auch kein könig, kein Potentat, alhier schiffe haben,
die sein eigen sein, sondern er mag sie wol hüren, von den
bürgern, aber, mit zu negociiren, vndt zu trafficquiren, mag er
keine eigene Schiffe haben. Die Lübegker, endtschuldigen
diesen ihren argwohn, vndt vnnöthige suspiciones, mit ihren statuti[s]
es wäre also herkommen, vndt ihren statutis, gemäß, c'est a. dire
a fin, que leurs Roys, et Princes Voysins, ne devennient trop puis-
sants, & ne leür mettent le pièd, sür la gorge, dont ils ont peür.
Tobias Steffeck von Kolodey abermal zum Bürgermeister Görtzen (so krangk ist) geschickt, le re-
merciant des ses bons offices, & dü present, mais me plaignant ün peü
que l'assignation Imperiale, n'auroit estè recevable, nj mes desirs,
entendüs, comme ie l'eusse voulü, item pour les Privileges, qu'il falloit a
voir asseürance, pour leur observation. Item pour m'enquirir de nouvelles,
|| [[Handschrift: 538r]]
de la marche Swedoyse. La rèsponce füst complimentoire, & qu'il
n'avoit fait, que son devoir, se plaignant de n'avoir obtenü davantage
a cause de la pauvretè, disette, & grande dèspence que ceste
ville est obligèr de faire, en presens, entretien de la forteresse
gens de guerre, & Agens, par mer & par terre, item: contribütions
& autre despence, comme le Secretaire, auroit rapportè par lemenü
le mattin, suivant les ordres, <se recommendant a mes bonnes graces &> s'excüsant au mieux, qu'il pouvoit.
Quant aux Privileges, il a souhaittè, qu'on auroit eü occasion,
souvent, á me gratifier, mais si i'èscrivois seulement au Senat,
en tel cas, üne petite lettre, ils me tèsmoigneroyent tousiours,
volontiers, leur bonne volontè, & i'aurois bien entendü leur
inclination, par le dit Secretaire. Quant aux nouvelles,
il seroit dangereux, d'aller en Meckelbourg, et en Pomeranie.
mais que la marche des peüples, s'avancoit, & demaina, on en
scauroit, des nouvelles certaines, s'il plaist a Dieü, s'il
me playsoit d'avoir encores ün peü de pacience. D'aller
par mer, a Wißmar, sür l'OostSee, cela seroit fort
long, penible, & incertain, veü, que le vent, se changeoit
souvent, & ceste me lá seroit fort tempestueüse, & sans
ün bon vent, l'on y scauroit naviguer, aussy, il n'y
a point, de flüx, et reflüx, comme sür la mer Occidentale perge
Die avisen geben, daß die türgken viermal von den venezianern
zurück getrieben worden vndt können durch die Dardanellj, nicht kommen. Die Stadt Candia, wirdt vom Türgken, stargk angefochten, wie
Sie auch mit Macht, in Dalamatiam, marchiren.
Zu Napolj, werden hohes vndt niedriges Standes, wegen der rebellion
gesucht, verfolget, vndt ihnen, ihr proceß gemacht.
Jm stato Milano, werden die Frantzosen, vndter dem Duca dj Modena
immer stärgker, wie auch der Duca dj Parma wieder Frantzösisch worden.
Jn Piemont, ist Don Gonzaga, Spannischer General. Printz Thomaso,
gehet zur Frantzösischen Schifarmada, welche nach Napolj destjni-
ret ist. Costnitz, Lindaw, vndt Bregantz, suchen hülfe bey Spannien,
vndt bitten zu Meylandt, vmb eilende geldt Mittel, zehren sich
auß, vndt haben mangel an munition, vndt Soldaten.
Die Schwedischen, vndter dem General Königßmargk, haben nur
einen leüttnampt, vndt etwa 7 Mann, verlohren, in eroberung
kleinen Seitte zu Prag, der Oberste Otto Walßky gienge mit
100 Feẅerröhren vorahn, deme folgte der Obrist leütnant Worbeß,
mit 200 Tragonern. Sie solten nur, an einem orth, anlauffen,
kahmen aber, an 3 orthen, zugleich hineyn. Die verlohrne schöne
artillerie, granaten, Feẅerballen, pulver, vndt lundten, wirdt von
den Kayserlichen sehr beklaget, vornehmlich aber, der große verlußt,
so vieler herren, vndt schönen Sachen, dann die plünderung den
gantzen tag, gewehret. Es ist alles in der furie, niedergemacht
worden, waß man im gewehr gefunden. Sie die Schweischen haben mit mehr,
alß 2 Leütnampte, 30 gemeine vndt 31 Fähnlein bekommen,
die andern seindt entgangen, vndt nebenst Feldtmarschall Coloredo,
vndt Obristleütnant Schmidt mit kahnen, v̈ber das waßer endtrunnen.
Ein ieglicher Reütter<Rittmeister> sol baldt eine Fenstercaretta haben
viel große herren, seindt gefangen, alß: der Cardinal von harrach,
der Burggraf von Martinitz, der iunge Graff von Trautmanßdorf,
Grave von Fürstembergk, Fürst von Saßen Lawenburgk, Obrist
landhofmeister herr von Poppel, ObristlandtCämmerer, graf von
Wallenstein, Probst zu Wischeradt, graff von Martinitz
|| [[Handschrift: 539r]]
Sohn, probst vom Prager Schloß, Graf Coloredo, hat sich kümmer-
lich in die alte Stadt retiriret, sol aber daselbst in arrest genommen
worden sein. Jst ein wunderlicher casus, vor große Leütte.
Jtzt setzt Königßmark der alten Stadt gewaltig zu. Die vornehm-
sten Damen und herren sitzen verarrestiret, vndt haben wenig zu
verzehren, sondern General Königßmark gibt ihnen selbst vnderhalt,
ihre diehner laßen sich meist understellen, vndt verrahten einen
Schatz, nach dem anderen. Die plünderung hat frühe von 3 Vhr
an, biß des andern tages, zu 8 vhr, gewehret, ist kein hauß
salviret worden, außer herrn Serwitzky, Alsterlams , hertzogk
Julij heinrichs von Saxen, vndt die Fürstin von Lobkowitz,
die sich mit 12 000 ReichsthalerRthlr: bey dem General, rantzioniret.
Jns Coloredo hauß, seindt 18 Zentner, vndt in Tschernins
12 Centner zusammen geschlagen vergüldetes Silbergeschirr
gefunden worden. Vice Landrichter hat in 20000 ReichsthalerRthlr:
werth, vndt alles verlohren. Die vornehmbsten herren, seindt
gantz ruiniret. Alle Graven vndt herren der kleinen
seitte, seindt gefangen, außgenommen Coloredo, Michna, vndt
Graf Nostitz (welcher in Polen geschickt) vndt Obristlandhofmeister
welcher schon schon vor 14 tagen abgerayset. Die andern alle sitzen
auf dem Schloß, außer der Cardinal von Harrach, bey
welchem 1500000 Ducaten, gefunden worden. Graf Trautmanß-
dorf, wirdt in seinem hause verwacht. Der Obrist Burgraf
ist durch ein bein, gestochen, vndt herr Frantz von Stremtzty[!] durch einen
arm, geschoßen. Jn 100 metallene Stügke, vndt Feẅermörßer
seindt bekommen von Schwedischen General Wittemberg, hat general Königsmarck seine
infanterie gelaßen, vndt ist mit der cavallerie nach dem güldenen Steig marchiret.
Doctor Acedarius, ist diesen abendt, wieder zu vnß kommen, hat ein
aperientpülverlein, vor meinen Sohn, Erdmann Gideon mitgebracht, daßelbe
sol er alle morgen, so lang es währet, eine stunde, vor der mahlzeit,
einnehmen, 10 gran schwehr, oder 3 gute Meßerspitzen, in warmer
fleischbrühe, oder im Bier. Gott gebe darzu seine gnade, vndt Segen!
Jch haben diesen abendt, eine depesche expediret, auf Ratzburgk,
1. in puncto des erhaltenen kayserlichen privilegij, damit daßelbige manute-
niret werde, 2. wegen der expectantz, vnser beyderseitß haüser,
Sachßen Lawenburgk, vndt Anhaltt, damit, wann eines außgienge,
daß andere, die anwartung darauf haben, vndt den kayserlichen lehn-
brief <darauff> richten laßen möchte, wie albereit, hertzogk Julius henrich, von
diesem, vorschläge gethan, vndt ein Pactum aufgerichtet werden solten.
Es seindt die beyden haüptpuncta, dieser legation, daß andere seindt
andere accessoria, von neẅen avisen, vom hertzogk Iulio henrich zu
inquiriren, ob er zu Prag gefangen worden, item: vom hertzog Frantz
Carll, ob derselbe noch in Italien seye? item: vom hertzog Frantz henrich
ob derselbige, auß Schweden, wiedergekommen seye? Item: zu inqiriren,
nach der Sicherheit des weges, von hier, durch Meckelburgk
vndt durch die Margk; Item: von Vetter Gustavo, vndvermergkt zu
penetriren, ob derselbige, noch, durch die Schweden, dem hertzogk A-
dolph zu gefallen, vom Stifft Ratzeburgk, depossediret werden solle
Tout cela ie confieray a la legalitè & fidelitè de Simon Heinrich Schweichhausen Dieu
luy donne, bon Voyage! o<avec> üne prompte, et heüreuse expedition!
Zu mittag, habe ich Doctor Acedarium, zu gaste gehabt, wie auch
den gestrigen deputirten, von dieser Stadt, Secretarium Pahlmann
|| [[Handschrift: 540r]]
vndt es ist in meinem gemach, (nicht in der allgemeinen Stube), gespeiset
worden. Es wahr niemandt, an der tafel, alß Jch, meine beyden Söhne,
die beyden itztgedachten Gäste, Jtem: Rindtorf, vndt Tobias Steffeck von Kolodey. Es
wurde nicht v̈bermäßig gertungken, vin sec, vndt Malvasier, zu an-
fangs der Mahlzeitt, darnach durchgehends Rheinischer wein, vndt
Lübisch, vndt Rostogker Bier, auch zümlich tractiret, mit zweene
gängen, vndt confect et cetera Jch trungke spahrsam, die gesundheitten,
so wol, weil ich das tringken haße, wo ich Meister bin, vndt
alß herr, zu commandiren habe, alß darumb, das ich die neu-
traliteten observiren, vndt keinem potentaten, zu nahe, oder
zu ferne, tretten mochte. Dem Medico, brachte ich, hertzogk
Jochem Ernsts, vndt Freẅlein Eleonora, alß seiner principalen,
gesundheitten, iegliche a part, sedendo, vndt<iedoch>, mit endt-
blößtem haüpt, vndt ließe sie stehen, die andern, denen es ge-
bracht wurde, darnach, wurde meine gesundtheit, item:
meiner Söhne, angefangen, da brachte ich wieder, dem Secretario
der vornehmen Stadt, vndt Repüblick alhier, zu Lübeck
ihre gesundheit, vndt wolfahrt, (welches ihn contentirte)
item: darnach, derer, die den allgemeinen Frieden, vnt be-
ruhigung, des Deutzschen vaterlandeß, befördern hülffen,
darundter ich kayserliche vndt königliche auch Chur: vndt Fürstliche
gesundheitten, mitt verstünde, wie auch der <Reichs> Städte vndt
Republiken, welche dem Deützschen vaterlande, gutes gönnen,
(vndt bey dieser gesundheit, stunde ich alleine auff.) So
trangke ich auch, in gesundheit derer, die dieser Stadt Lübegk,
gutes gönneten, (sedendo wie zu vormalß) Mehr wirdt nicht sein,
außer ordinarij zutringken ohne die Gesundheitten, poculiret werden
vndt Meine Gäste, hatten auch gantz kein beliebung, darzu.
Also delectirten wir vnß, in diesem privat convivio, mit lustigen
gesprächen, undt annehmlicher conversation, darbey zwar liberè,
iedoch circumspectè allerseitß geredet wardt, alß: von der
Schwedischen, ihren proceduren, von den friedenstractaten, zu Münster vndt Osnabrück
von den benachbarten, so vmb diese Stadt liegen, von der jalousie
der Schwedischen gegen diese Stadt, vndt wie gerne sie den haven
trawMünde hetten, von ihrer der Schweden affection vndt belie-
bung zur Stadt Brehmen, wann sie Sie einbekommen köndten,
von der alliance der Hansel Städte vndtereinander selbst,
vndt mit den herren staden, von abgang der commercien
sonderlich zu hamburgk, durch den Spannischen, vndt Stadischen frieden,
weil die holländer alles an sich ziehen daselbst, vndt alhier
in der OstSee, wirdt durch die Schwedischen, vndt ihre viel-
fältige Zölle, den lübegkischen, alles entzogen. Es kahm
auch in consideration, die vielheit der Religionen vndt
Secten, so zu Hamburgk, vndt in Hollandt gelitten werden,
hingegen alhier nicht, dadurch sie gesegenet zu sein, ver-
meinen, vndt von ihren prædicanten, darzu angefrischet
werden wollen, die guten Politicj aber, guberniren sich
anders, vndt wurde vom Secretario von dergleichen clamanten,
allerley kurtzweiliges erzehlet, sonderlich von einem Geistlichen,
welcher fast in vielen predigten, einen Bürgermeister6 immer
angestochen, deßen tochter7, zu fall gekommen, vndt alß der gute Bürgermeister
sehr trawrig darüber worden, vndt ihn endlich ersuchen laßen,
ihn doch nicht mehr, also offentlich, zu betrüben, vndt zu verhönen,
|| [[Handschrift: 541r]]
er hette ia nun schon oft genung, sein Strafampt gebraucht, vndt
vor gesündiget, schon lengst, buße gethan, Darauf hette der prediger
geantwortett: Er köndte sein Ampt nicht quittiren, noch dem heiligen Geiste,
das Maul stopfen. Vnlengst hernach, hette diesen Superintendenten,
sein collega ein Diaconus8, auch wegen eines falles, heftig angestochen,
darüber sich der Superintendens, gegen dem Bürgermeister gleichsfalß
excusiret, er würde sagen, wie auch geschehen, er köndte dem heiligen
Geist, das Maul nicht stopfen, hetten also dreiste aufeinander
invehiret, vndt wehre, also der Bürgermeister vnvermuthend vindi-
ciret worden, Es hette auch ein anderer Superintendens, alhier gerah-
ten die religionen zu toleriren sonderlich die Englischen, vndt refor-
mirten, wehre aber darüber, von den anderen geistlichen9, heftig ange-
feindet worden. Darbey dann Doctor Acedarius erinnerte, daß
Wißmar, hette können <offerirter maßen> mit großem gelde, von den Engel-
ländern redimiret, vndt alle der <Englischen> Stapel von Hamburgk
dorthin <mit großem Nutzen, derselben Stadt, undt gantzen Landes> geleget werden, wann ihnen nur hertzogk Adolph
von Meckelnburgk, zwey Kirchen, hette einreümen wollen.
Er wehre auch darzu geneigt gewesen, aber seine Geistlichen,
hetten sich allzuheftig opponiret, also daß es eingestellet werden
müßen, vndt darüber, die Schweden, sich des orths, impatronjret.
Jch regerirte, daß es wol gethan wehre, nicht eben allerley secten,
vndt Vnchristen, sondern die im fundament, nicht weitt voneinander,
zu toleriren, lobete die Hamburger, vndt holländer, derentwegen,
vndt erzehlete, wie ChurPfaltz alß Director der Union, vndt
die Unirten Fürsten, das exercitium luttrischer Religion in
Hollandt vndt selbigen provintzien selbst procuriret, doch also daß man
sich in Deüztschlandt hinwider wohl bezeigen, vndt nicht allein in der
|| [[Handschrift: 541v]]
Unirten Landen, sondern auch in den SeeStädten, undt anderstwo, das Lästern,
vndt schelten, von den cantzeln, einstellen, vndt sich friedlich, undt schiedlig
gegeneinander comportiren, auch der reformirten exercitia, toleriren
solte. Jch lobte auch den König zu Dennemargk und hertzogk zu
hollstein, daß vnser exercitium zu Altenaw, Glügkstadt,
vndt Friedrichs Stadt concediret würde. Vom vorgedachten
Superintendenten saget der Doctor undt secretarius, er hette auch diß argument
gebraucht: leidet man doch Papisten, türgken, undt Juden,
vndt gehet mit denselbigen vmb, vndt helt Politischen Frieden,
worümb solte man nicht mit denen gerne vmbgehen, vndt
die iehnigen vmb sich leiden, mit ihnen, gemeinschaft haben,
undt geistlichen Frieden halten, welche im fundamento
iustificationis, mit vnß einig, vndt in andern puncten,
mehr worttgezängke auf sich, alß in recessu etwan
viel zu bedeütten haben, vndt hette also: â majori, ad minus,
oder â minori, ad maius et potius, geschloßen.
hertzog Adolph Friderich, von Meckelnburgk, sol sich nicht haben ac-
commodiren wollen, in der heyrathssache, seines Sohnes, hertzogk
Christians, mit seiner ebenbürtigen Bahse, der wittwe des
hertzogs Frantz Albrechts, von Saxen Lawenburg (da sie doch mieinander
versprochen sein,) auf interposition des bischofs von lübegk,
hertzogk Hanßens, welcher vergebens, dahin gerayset.
Er, hertzogk Adolph, wil seinen Sohn enterben, wo er fortfäh-
ret hat ein Testament gemacht, vndt die Stadt Lübegk, zu
executoren verordnet. Il semble, qu'il soit enragè, contre nous.
Der Hertzog Ludwig, vom Brigk, sol numehr zu Strehlitz sein, in
|| [[Handschrift: 542r]]
Seiner heyrathssache, fortzufahren, Gott gebe ihnen, seinen Segen!
glügk! vndt succeß! Il semble, que ceste ville soit fort affectionnèe
autrement au Düc Adolphe, mais comme bons Politiques ils se scavent
accommoder, en temps, & lieux!
Vor der mahlzeit, wurde auch von den vielen divisionen geredet, daß
dieselben, die Fürstlichen häuser verderben, iedoch, wo sie eingeführet,
köndte man sie nicht vmbstoßen, vndt müste die observantz in
solchen dingen, die rechte Cynosura sein, vndt norm geben.
Zu Münster vndt Osnabrück würde manchem, durch den Friedensschluß sehr wehe
geschehen, dann wann vmb des lieben Friedens willen, ein landt hier,
daß andere dar, verschengkt würde werden, würde es dem rechten
Erben, vndt succeßoren, nicht gefallen, iedoch müste man, per exep-
tiones, vndt protestationes, sein recht, so gut man köndte, sich
reserviren, darnach aber mit dem gantzen reich, in streitt
sich legen, dann die krohnen, vndt andere, welche stargke rügken
haben, guarantiret vndt bey ihren erlangten ländern,
vom gantzen Reich geschützet werden wollen sein. Inte-
Nota Benerim, waß wollte einer, privatim alleine wieder den
Nota Bene Kayser, die Krohnen, vndt das gantze Reich, erhalten,
Nota Bene wo Gott nicht, sonderliche endrungen, darein schigkte?
Von Jesuiten, wurde auch gemeldet, undt ihren listigen
rengken, allerley reichthumb, an sich, zu ziehen, vndt auf dem
Todtbette, mit der Strafe des Purgatorij, vndt ängstigung
der Seelen, den leütten, die kästen zu fegen, da es dann aller-
ley gute rencontres, vndt histörlein, hinc inde gab.
Item: von ihren Mörderischen anschlägen, wie Sie die
Könige, in Frangkreich, getödtet, vndt erstochen etcetera etcetera etcetera
Vormittags, gienge ich in dieser Stadt lübegk ein wenig spatziren,
besahe die feinen gaßen, so es darinnen hat, vndt ein par schöne
Kirchen, alß Sankt Marien, welches die allergrößeste, vndt Sankt
Jacobj, item: so besahe ich die Schiffe an der trave, welche
numehr von hinnen auß, vndt nicht von trawmünde allein,
außzulauffen pflegen. Den wall besahe ich auch von ferne,
ne voulant donner ombrage, nj ialousie a personne.
Zum Bürgermeister Görtzen, abermals geschigkt, welcher vermeint,
ich köndte numehr, biß nacher Wißmar, sicher kommen, die
Pfaltzgräflichen, giengen gegen Dämitz zu. hat sich sonst
gar höflich, gegen mir, recommendiren laßen, vndt mit
seiner anhaltenden Schwachheit, sein außenbleiben, excusiret.
Meine Söhne, haben nachmittags, ein Kloster, <vndt> eine waßer-
kunst, alhier besehen.
Jl y a des gens icy, quj s'enquierent fort; si nous ne partirons
pas bien tost, d'icy? ce quj m'est süspect! Guarda la gamba.
Die Trommelschläger, haben sich auch præsentiret, mit vorgeben,
der alhier liegende Stadt Obristleütnant10 hette es ihnen ge-
heißen. Sunt<Est modus acquirendj!>
Jch habe einen güldenen Ring, mit 5 rubinen (so ansehnlich) ge-
kauft, vor Doctor Acedarium vmb 5 ReichsthalerRthlr: Er ist, vor 7 ReichsthalerRthlr: baldt dar-
nach von einem Jubilirer, geschätzt worden.
Von Christian Rantzowens Reichthumb, wurde viel gedacht,
vndter andern, wie die Fürstin von Deßaw, ihrem Sohn, seine Tochter,
zufreyen wollen, mit 6 Tonnen goldes. Jch wiedersprache es, vndt daß
ein edelmann, in Dennemark sie heyrathen würde!
<er Rantzow mir auch nur 80 mille ThalerThlr: heyrathgut, gestanden et cetera>
Es wurde auch gedacht, daß Rantzaw, sein Silbergeschirr,
vndt anders, so er, auf das feste hauß Gottorf geflehet, hette
müßen heraußer gegeben werden, auf viel tausendt werth,
weil er des Königes diehner, gewesen, vndt geldt zum Kriege, geliehen.
Dem hertzogk, wehre nichts geschen, anderer gestaltt.
Vndt gedachter Rantzaw, hette auch zu Bredebergk, vndt
Rendeßburgk, großen schaden gelitten.
Vom Salvio, wurde auch geredet,daß derselbige, ein Medicus
gewesen wehre, itzo wehre er ein Schwedischer Reichßraht, wie
wol er dergleichen nicht ambirte, sondern lieber in Deützschlandt,
verbleiben wollte, ob er gleich, ein geborener Schwede wehre.
Qu'il n'estoit point, si qualifiè, comme l'on pensoit, & qu'il a-
voit d'autres, a la main, lesquels l'aydoyent a faire des
lettres, & des proiets, ce que la diversitè dü style en ses lettres
& propositions, monstroit a ceux clairement, quj avoyent
affaire a luy, et estoyent ün peü entendüs. Qu'il n'estoit
ni eloquent, nj prompt, a parler, ou èscrire, mais que d'au-
tres, l'aydoyent, & que la Fortüne l'auroit èslevè, <les
Swedois ayans prins en service au commencement toute, sorte de gens, qu'ils pouvoyent rencontrer et cetera>
Comme je demandois, s'il avoit este medecin, qulqu'ün ren-
contra gentiment, disant: Ouy de vray; il l'a estè, & l'est
encores, puis qu'il s'estüdie, a guerir la miserable Alle-
maigne, des maulheursde la guerre, quj la mettent, en agonie.
Pleüst a Dieu, que sa cüre & de ses cooperateürs, füst
heüreüse! & qu'en süccedast, l'entiere & desiderable guerison.
<Nota Bene:> Der kayserliche Gesandte herr von Plettembergk, sol gantz an dem
endlichen Friedensschluß, desperiren, wie auch ein Schwedischer von Stogkholm.
Alß man auch von den nichts nützen Luftstreichen de Creützes,
gestern erzehlete, vndt ich meine meynung der reformirten gemäß,
darvon sagte, gedachte Doctor Acedarius eines Märgkers, welcher auch reformiert
gewesen, vndt das + machen improbiret: da hette ein anderer zu
ihn inß ohr, gesagt: Bruder, ist dir das creütz, nicht nütze!
es träget dir gleichwol iährlich, in die 28000 ReichsthalerRthlr:
dann er wahr ein landtcompter. Pahlmann aber erzehlte,
es hette ein protestirend bey einem Catholischen geschlafen, auf seiner
rayse in Frangkreich des morgends, macht der papist ein hauffen
creütze. vndt segenet sich, ihren gebrauch nach, darüber ver-
wunderte er sich der Evangelische, vndt saget: waß hastu
mir viel creütz zu machen, vndt den teüffel zu vertreiben,
ich habe keinen teüfel, vndt schlägt ihn darauf, in die
Augen, das er umbfallen hette möge, mit diesen wortten
Also muß man ihn vertreiben, vndt dein teüfel, sol mir
keinen schaden thun. Darauf hat der ander, seine compagnie quittiret.
Bügermeister Görtzen, sol kein hiesig kindt, sondern ein Meckel-
burger, vndt von Güstrow, aber ein sehr qualificirter Mann sein.
Vier Bürgermeister, regieren 1/4 iahr vmbs andere, vndt
haben ihre assessores. Diß ist ein regiment A-
ristocraticum, aber in collecten, vndt contributionssachen, muß
alles, mit einwilligung, vndt consenß der bürgerschaft zugehen.
Alß einsmalß, General TorstenSohn, ein Postulatum an,
diese Stadt gethan, so ihnen nicht allerdings anstendig gewesen,
hat sich der Bürgermeister endtschuldiget, er köndte nichts
|| [[Handschrift: 544r]] <541>b
einwilligen, alß mit vorbewust, vndt consensu civium, da
hat der general geantwortett: habt ihr keine größere Macht,
v̈ber eẅre bürger,? wann ich nur 2 tage alhier bürger-
meister wehre, ich wolte sie wol baldt anderst zwingen. Seine
armèe aber lag nicht ferne von der Stadt dazumal,
vndt es sol diesem gebieth, großer schade geschehen sein,
alß die kayserlichen auch dar gewesen. Sonst klaget der
Hertzogk Augustus zu Ratzeburgk, das ihm an itzo noch
iährlich, 20000 ThalerThlr: an seinen intraden, abgang, vndt schade
geschehe, wegen der Zölle, so die Schweden, auf den waßers,
angeleget, dahero die fuhren, zu waßer, vndt zu lande,
lieber anderstwohin, sich wenden, dann sie von hinnen
zu waßer, nach Lawenburgk, rectá gehen köndten,
wegen der großen Zölle aber, gehen sie lieber, zu lande, nach
Hamburgk, vndt von dannen allererst, hinauf auf der Elbe
nacher Lawenburgk, durch einen weitten vmbweg.
Jn Polen seindt 7 competitores, die beyden brüder,
des Sehligen Vladislaj IVti, alß Printz Casimir, vndt Prinz Carll:
der Pfaltzgrave von Neẅburgk, der Fürst Radzivil,
Fürst Ragozzj, Großfürst in der Moßkwaw, der offeriret sich:
1. catholisch Römisch zu werden, 2. Alle schulden des Königes, vndt
des Reichs, von den Seinigen zu bezahlen. 3. Die Tartarn,
Cosagken, vndt Türgken, auch alle feinde des Reichs <Polen>, auß seinem
eigenen beüttel, ohne zuthun der Cron Pohlen, zu bekriegen.
4. die Republike vndt, Senatorn, vndt noblesse, bey ihren
freyheitten, vndt privilegiis, zu schützen, vndt zu manuteniren.
|| [[Handschrift: 544v]]
Die 7. person, sol sein, die königin, in Schweden, vermeinende,
die beyden Königreiche, zu conjungiren, vndt derentwegen,
soll die Schweden, zum Friedensschluß in deützschland desto
mehr eilen, vndt dorthin, ein absehen haben. Keine größere
conditiones aber, werden von einigen, also præsentiret,
alß wie, von dem Moßkowiter, wann sie ihme, trawen
dörffen? Jtztgedachter Großfürst, in der Moßkaw, sol
sich auch offeriren, die wittibe des Königes in Polen, zu heyrah-
ten wollen, zu bestettigung, seines vorhabens, mit dem Papstthumb et cetera
welches die 5te condition wehre?
Le Medicin plaint, la mauvayse inclination des constitütions
dü Düc Joachim Ernst de Hollstein, mon beaufrere, son maistre,
a cause de son ouye qui se perd si fort, au changement de la
Lüne, & de la Princesse Eleonore a Reetwisch, laquelle est
fort süjette, a des grandes deflüxions de teste, &il craint,
que tous deux, ne vivront pas, long temps. Dieu les preserve!
De ma seur Sybille, il me donne bonne esperance, de sa re-
convalescence. Dieu le vueille, & amende ses maulx!
Die weserzollsache, kahm auch, auf die bahn, vndt daß die herren
Staden sich der Stadt Brehmen, eiverig annehmen, vndt ein scharf
schreiben, derentwegen, an den Graven von Oldenburgk, hetten
abgehen laßen, vndt wehre zu wüntzschen, daß auch selbige sache,
componiret würde! Es glimmet, ein feẅer, nach dem andern, an perge
Der Gott des friedens, beherrsche aller hertzen, einträchtiglich!
Vom Johanne Arndt, kahm auch viel auf die bahn, vndt wie
man sich zweyet, vndter den München, vndter den prædicanten,
auch hier, undt dar! Darzu ich mein theil, auch zu sagen wuste!
|| [[Handschrift: 545r]]
vndt gantze bücher darvon reden. Sie regerirten modestè
etwan von Arminianern, sed non ad rhombumperge
Graf von Oldenburgk, sol numehr, die herrschaft Jever, sei-
nem Vetter, Fürst Johann zu Zerbst, gantz vermacht haben, vndt ein
gut stügke geldes, darzu, c'est a dire 100000 ReichsthalersRthlrs: bahrgeldt perge
Der Kayser, Spannien, Staden, sollen eine confœderation vor-
haben, zu dempfung, der allzugroß werdenden Schwedischen
Machtt, vndt vielleicht andere mit darein ziehen, scilicet:
Dennemargk, vndt etzliche <Reichsstädte, sonderlich aber die> hanselstädte, sonderlich (cela se dit;
entre le dents!)
Frangkreich, macht händel in den frieden, wil Lottringen
vndt Burgundt, gantz vom Reich, abziehen, vndt andere
schwehre conditiones dem Kayser, vorschreiben perge
hertzogk Frantz Henrich, ist von seinem herrn Bruder, dem Regie-
renden hertzog Augusto, in Schweden geschickt, vndt man hat
ihm, räthe mitgegeben, vndt zugeordnet, die Zollsache, zu
sollicitiren, (wie vorgedacht,) wegen großen abgangs der intraden,
damit alles, in vorigen Standt, gesetzet werde, vndt keine
weittere præjudicia vorgehen mögen, zumahl, weil hertzog Frantz
heinrich, ihnen den Schweden, angenehm, vndt gute dienste, gethan.
Avis: daß vnser hofmeister Schwechhausen, den ich gestern frühe
nach Ratzeburgk, mit creditifen, an hertzogk Augustum geschigkt,
sehr trungken geworden, aufm Schloße, hat gestern abendt, nicht
wiederkommen, vndt sich expediren können. Zu dem ende, hat er auch,
den gedingeten wagen, leer wieder anhero, noch gestern abend
geschigkt, vndt sagen laßen, er hofte alß heütte, wilß Gott, sich
wol wieder alhier, einzustellen perge
Jch bin diesen Morgen, alhier, in Lübegk, spatziren gegangen
mit Tobias Steffeck von Kolodey vndt der page, Eernst Gottlieb von Börstel hat mir gefolget, also
in der stille, vndt haben den Thumb alhier, wie auch, die
Kirchen, zu Sankt Peter, vndt zu Sankt Ottilien, besehen, seindt auch
anß waßer, spatziren gegangen, also in der stille, vndt es
hat mich niemandt geirret, noch ist mir iemands bekandtes
begegnet. Man siehet auch wenig leütte, auf den gaßen
weil diese Stadt, bey weittem, also volgkreich nicht ist
alß wie die Stadt Hamburgk. Bey dem Thumb, wahr
das zeüghauß. Man kondte aber nicht hinein kommen, vndt
es stunde eine Schiltwache darvor.
Ein Mann, so von Archangel, auß Rußlandt, kommen, vndt ein
dolmetzscher, in selbigen Sprachen, gewesen wahr, auch auch Schiffbruch,
bey Norwegen, erlitten hatte, sprach mir zu, im Thumb, bahte
vmb eine gabe, weil er gantz abgerißen, vndt seine sachen,
im naufragio, ihme zu schanden gemacht wahren worden,
vndt erzehlete mir nicht allein, von seinem abentheẅer,
sondern auch, von dem Großfürsten, wie er so tyrannisch
wehre, vndt seine Bojaren, vndt räthe, niedersebeln ließ,
weil sein herrvatter ihnen zu fromm gewesen sein sollte,
vndt allzugeistlich. Er heißt Alexej Michalowitz, ein
herr von 28 jahren, vndt leßet stargk werben, trawet
den Polen nicht, wegen ihrer stargken vndt vielen werbungen.
Sein herrvatter, der vorige Großfürst, hat Michael Fedrowitz,
geheißen. Dieser Alexej, oder Alexius, ist noch vnverheyrathet,
Er sagt: er wehre sehr wildt, undt köndte nicht stille sein.
Die Stadt Arcangel sol gantz von holtz, gebawet sein. Es
hat vndterschiedliche höfe darinnen, sonderlich haben die Engelländer
vndt Holländer, einen gewaltigen trafficq darinnen, wiewol
die Schweden, sich auch sehr darumb bemühen. Er wuste
auch viel von Moßkaw zu erzehlen, das es eine Stadt wehre,
7 meilen weges, groß, vndt andere sachen, gar fertig, alleine
die Zeit wolte es nicht leiden, ihm länger zuzuhören, vndt
er eilete auch zum gelde, da ich ihm dann einen ReichsthalerRthlr: verehre-
te, welches er, mit großer Dangksagung, vndt gesegnetem
wuntzsch, annahm, vndt sagte selbst, wann er die gantze
Stadt Lübegk durchgienge, er gedächte so viel nicht zu
bekommen, vndt die leütte wehren so vnfreündtlich, vndt hartt,
gegen armen frembdlingen perge Gott helfe einem ieglichen, sein Creütz,
erleichtern! vndt vns auch daß vnserige, mit gedultt, v̈bertragen!
Vom Graf Woldemar, wie derselbige in Rußlandt, gewesen
wehre, wußte er auch viel zu erzehlen perge
orth, vndt die Steinklippen, aldar er Schifbruch erlitten: Pater noster perge
es wehre ein holländisch Schiff gewesen, so da vervnglücket perge
Mein Abgesandter Hofmeister, Schwechhausen, ist noch, zu Mittage,
wiedergekommen von Ratzeburgk, hat zimliche satisfaction, vom
Hertzogk Augusto, erhalten, undt ist wol tractiret worden. Gott
gebe ferneren erwüntzschten effect!
Il semble; que les Swedois, en veülent, a ceste ville, de lübegk,
il y a, 6 navires, en mer, lesquelles taschent, (a ce, qu'on mürmüre,)
de sürprendre, le havre de Traumünde. Dieu les en preserve!
I'ay renvoye Tobias Steffeck de Kolodey vers Bourgmestre afin d'avancer mon chemin,
& pour luy tesmoigner ma bienvueillance, & nonne confiance.
Die avisen gebe: daß Tortosa in Catalogna, durch den, Maréchal de
Schomberg, mit stürmender handt, erobert seye, vndt Veürne in
Flandern, (welches der Ertzhertzogk eingenommen,) bey weittem,
nicht zu vergleichen, sondern viel importirlicher seye.
Jn Engellandt, gienge es, bundt daher, vndt es würde, die
königliche faction, zimlich stargk, auch sonst, allerley Novitetten, erreget.
Die Schwedischen sollen geschlagen sein, es wirdt aber, heimlich gehalten.
Der Bürgermeister hat Tobias Steffeck von Kolodey wol abgefertiget, wil nicht glaüben,
daß 6 Schiffe von der Wißmar auß, an diesen orth sich reiben, noch auf
Trawmünde, welches mit stügken, wol versehen, vndt befestiget
ist, ichtwaß tentiren sollten. Bedangket sich der guten confidentz,
vndt gnädigen affection. hat sich erinnert, der gevatterschaft, de anno
1640 zu Freẅlein Anne Sofie, meiner Tochter, darzu ich diese Repüblique
erbethen. Wegen des progreß meiner rayse, hat er mir gratuliret,
vndt die itzt eingetrettene erndte angezogen, sonst wolten Sie mir,
mit fuhren helfen, wiewol sie die pferde, nicht allein, selbst bedörfen,
sondern auch gewarnet wehren, mit denselbigen, wegen der
parthien sich wol vorzusehen. Wolte es, mit seinen collegen, reden.
Waß anno 1644 wegen eines beysprungs, in meinem Nahmen, (iedoch
ohne mein vorbewußt, vndt einwilligung, so sie nicht gemeinet)
gesucht worden, wehre von einer Fürstin von Anhaltt, welche
eine geborene herztogin zu Schleßwygk holstein wehre, geschehen,
er hette aber nicht gewußt, daß es meine herzliebste gemahlin wehre,
es wehre doch eben nicht mit dißreputirlicher manier zu
gegangen, sondern so heimlich, das es auch die Bürgerschaft, noch
biß auf gegenwärtige Stunde, nicht erfahren, vndt numehr,
wehre es wol alles vergeßen. Sie (der Rath alhier) hetten es gut
|| [[Handschrift: 547r]]
gemeinet, bäthen, mit ihrem guten willen, vor lieb, zu nehmen.
Solte auch etwaß disreputirliches, derentwegen, von mir geredet werden,
wolte er gerne selber, auf meine Ehre, reputation, vndt guten Nachruhm,
(seiner schuldigkeit nach,) sehen helffen, vndt alles wiedrige abwenden.
Waß etwan dieser wegen, zu hamburgk oder anderen orthen, mit
ab[...]c
vor[...]
mein regard, vorge[gangen][...]
die Lübegker nicht verantwortten. Sie hetten das ihrige, mit
noch verhoffentlich, unpraeiudicirlicher manier gethan, vndt bäthen
man wolle Sie in gnaden recommendirt halten. Das Zeüghauß
solte meinen Söhnen, offen stehen, wann sie es besehen wollten,
wiewol wenig darinnen zu sehen, vndt die meisten Stügke,
auf dem Walle stünden. Hanß Reüßens sachen betreffend: So
bedangkte er sich des avises, vndt da er anhero kähme,
denselben gerne verarrestieren, oder bestrafen helffen. Solche
gesellen aber, pflegten gemeiniglich, ihre Nahmen, zu verändern,
wann sie an andere orth kähmen, da sie nichts gutes, zu
stiften im willens, vndt sich nicht offenbahrlich kundt zu geben.
hat also, in allen vjer puncten, sich wol erklähret, vndt vmb
verzeyhung gebehten, das er mir, wegen noch anhaltender
schwachheit, nicht antwortten<Sich selbst offeriren> thäte, wie seine gebühr, erforderte perge
Aulcüns, me conseillent, d'aller a Wißmar & a Strehlitz, mais
avec danger. D'aultres vueillent, que i'aille á Ratzeburgk, et
Lawenburgk, afin d'avancer chemin, d'aultres opinent, qu'il faille
retourner a Hamburgk, comme le chemin, quoy qu'a recülons, neantmoins
lèplüs seür. Dieu me donne bonne resolütion, & bonne Fortüne!
|| [[Handschrift: 547v]]
Meine Söhne, haben das Zeüghauß alhier, zu Lübeck besehen,
vndt es hat ohne des Raths consenß, nicht geschehen können.
Nota Bene: Diese woche hat man v̈ber 20 metallene Stügke, auß
Dem Rathhause, auf den wall gezogen. Nihil sine causa!11
[...]we-d
[...]en
[...][con]trarie!
Zweene Tage her, ists schön wetter gewesen, welches fast ein
mirackel dieses feüchten, undt naßen Sommers, ist perge
<Sonnenschein, vndt regen, eines vmb das andere.>
Es hat allerley verworrene händel, mit dem wirth12 zu Lübegk, im güldenen
Engel gegeben, diesen Morgen, vndt auch vorige Tage, so wol wegen der Rechnung
alß wegen anderer händelchen, die sich zugetragen, vndt ich habe mein Lebetag
keinen solchen setzamen wunderkopf, vndter den wirtten, in deützsch-
land, gesehen. Er redet promiscue jnß gelack hinein, ist sehr geitzig
vndt eigennützig, hat sich den getroffenen accord, gereẅen laßen, ist
auch nicht darbey geblieben. Schwatzet wunderlich, das es ihn gleich gülte,
ob ein pawer, oder ein Fürst, zu Tische, bey ihm, gienge, wann
er ihn nur wol zahlte, vndt viel gebe? hat also keine discretion,
vndt viel mehr, erwiesen, das er vor geldt, alle vngebühr thun
dörfte, vndt wol einen hengker, vndt Schinder (salvo honore) so gut
achten solte, alß einen herren, wann er ihn nur genießen köndte?
hat unß auch schlechte leütte, an Tisch gesetzet, mit denen wir nicht
zu eßen, gewohnet sein, vndt war gar ein eigensinniger geitzhalß, da
er doch sehr wol von mir, bezahlet worden. Vmb eines zerbrochenen Spiegel-
glases willen, hat er viel wunders gemacht, eben als ich im Vfbruch gewesen,
vndt als ich seiner groben Magdt, welche mich anlieffe, an der Gaße, rege- || [[Handschrift: 548r]]
rirte, meine ki diehner, wehren keine diebe, vndt gestünden es nicht
daß sie etwaß genommen, oder zerbrochen hetten, sol Sie sich, alß ich auf
die Kutzsche gesetzt, mit bösen verwüntzschungen gewendet, vndt vnß
den teüfel aufm halß gefluchet ha er der wirth aber soll gesaget
haben: Ô vnbeschiedenheitt! weil man nicht fluchs, ihnen aufhüpfen
wollen. Er sol auch gegen dem hofmeister Schwechhausen gedacht haben: er
wollte, daß vnß der teüfel holte, wenn wir wiederkähmen.
Gedachter Schwechhausen hat ihm darauf geantworttet, vndt nicht böse
Lußt gehabt, ihn zu bastoniren.
Der Bürgermeister, undt Rath, haben mir, ihre caretta, mit 4 pferden,
vndt zweene reittende Einspänniger, geschigkt, mich nacher hamburgk, zu
führen, einen <offenen> wagen habe ich darneben gedinget, mit 5 pferden
vmb vndt vor, 12. ReichsthalerRthlr: ist zimlich viel. Wir seindt heütte,
Gott lob, wol forthkommen, vnangesehen anfangs böser weg gewesen
haben vns aber im holtze verirret, vndt also eilf meilen
weges, heütte gefahren, vndt dennoch vmb 7 Vhr, zu abends,
in Hamburgk eingezogen. Vndterweges, zu Trettaw, gefüttert,
vndt kalte Küche, gehalten, gehöret dem hertzogk, von Gottorf zu,
ist eine feste gelegenheit, natura loci, vndt durch verschantzungen.
Wir wehren nicht darauf zukommen, wann wir nicht irre gefahren wehren?
Tobias Steffeck von Kolodey hette baldt schaden am fuß genommen, in dem schlage da er geseßen,
weil der tritt, zusampt der Kette, mit Macht, auf einen verborgenen
Stamm, im Morastichten wege, sich abgestoßen.
Zu hamburgk, seint wir wieder in der herberge, die Stadt Lübegk
genandt, abgetretten, darinnen man vnß, mit freẅden angenommen.
Schreiben von Madame vom 5ten Augusti höflich, vndt sehnlich! Gott gebe
ernste gemüthsmeinung, undt vereinigung! Auß Hollandt ist mir nichts zukommen!
Die avisen bringen auß Amsterdam:
Das General Königßmargk, die Alte vndt Neẅ Stadt Prag numehr
auch einbekommen, vndt in allen, in die 100 Tonnen Schatzes, eine
vnsägliche beütte gemacht, auch viel vornehme herren, gefangen
nacher Erffurdt, vndt Leiptzigk, geschigkt, auch in die 100 metallene
Stügke erobert, Scepter, vndt Krone, vndt die geheime Kayserliche
vndt Königliche Cantzeley sol auch forth sein, ein greẅlicher schaden,
schimpf vndt verlußt, vor den Kayser. <V̈ber die 50 vornehme herren sollen gefangen sein perge>
Am Jnn, sol es auch scharfe treffen, abgegeben haben, vndt
ein herzog von Wirtemberg, gefangen sein, vndter andern.
Veürne hat der Ertzhertzogk in Flandern einbekommen,
die Frantzosen aber Tortosa in Catalogna, mit Sturmb.
Die Türgken haben der Morlacchi ihren General niedergesäbelt, vndt
seinen Kopf nach Constantinopel geschigkt.
Zu Münster vndt Osnabrück ist friede: Nur stößet sichs, an Frangkreich
das will haben, Lottringen vndt Burgundt>, sollen nicht mehr vom
Kayser, dependiren. Der Kayser, sol auch, die alliantz mit Spannien
renuncijren.
Cremona, ist belägert, vom Duca de, Modena, vndt den Frantzosen.
Der Pfaltzgrave sol über die Elbe paßiren, theilß sagen bey
Torgaw, theils bey Plöke, et cetera nacher Böhmen zu gehen.
heütte rechne ich abermahl ein Jahr auß, meines elenden Mühesel-
igen lebens, undt Pilgramschaft. Gott seye dangk, der mich biß dato
so gendiglich vndt väterlich geführet, undt bewahret hat. Er wolle
mich biß ans ende ferner leitten, regieren, beschirmen, vndt nie verlaßen!
auch nicht in meinem heranschleichenden, grawenden Allter!
Jch trette numehr in daß 49. iahr, vndt habe daß 48. iahr meines
alters, außgebracht, Gott helfe mir ferner überwinden! mit gnaden! Amen!
Tobias Steffeck von Kolodey zum Libert Wolters geschigkt, R: di compassionj, doglienze,
e niente ancora in fattj. Iddîo cj ajutj! Gli huominj di queste bande, non
fanno niente, senza sapere doppio guadagno! Mi sconsigliano, di frequentare
altrj, che Christianj, e pure non fanno, loro medesimj, quel che si vorrebbe.
Forse lj Hebrej, e Portughesj, farîano più, s' io potessj fidarmj dj loro!
Die deützschen avisen, haben heütte, nicht viel mitgebracht, außer:
Die vmbstände, der Schulfüchße zu Oßnabrügk, wie sie den
lateinischen Frieden, durcheinander gemacht. Gott gebe nur! daß
vnser Fürstliches hauß, deßen gebeßert, vndt nicht verärgert seye!
wie auch vnsere wahre reformirte Religion!
Die eroberung Tortosa, wirdt eigentlich confirmirt, von Pariß, <vndt das zu Tortosa in Catalonien, die Stadt, den Soldaten, wehre preiß gegeben
worden, weil Sie mit Sturm, gewonnen, der Gouverneür13 darinnen aber
wehre sambt seinen Officirern, vndt Soldaten, gefangen>
Frangkreich wil sonst auch, mit Spannien, frieden tractiren.
V̈ber den fluß Adda, in Lombardia, haben die Frantzosen, biß dato, noch
nicht kommen können.
General Wachtmeister Trungkmüller, ist von den Schwedischen geschlagen,
vndt hertzogk Vlrich von Wirtemberg, mit 400 pferden, gefangen.
Der Trungkmüller aber, hat sich salviret, mit 1500 pferden. Sie trachten
den fourragirern, auf beyden seitten, gewaltig nach. Fechten an itzo, vmb
den Jserpaß, in Bayern. Man meinet, es seye etwaß haüptsächliches, paßiret. Nota Bene: Nota Bene: Nota Bene:
Jn Prag, in der Alten, undt Neẅenstadt, sol es wunderliche commendanten geben,
baldt Jesuiter, vndt Pfaffen, baldt andere, ein Jesuit, Plachey genandt, sol
das Oberkommando geführet haben, undt mit einem stügke, erschoßen sein worden.
Die Heßischen, vndt Lamboyschen, stehen noch, gegeneinander, bey Neüß am Rhein.
Zu Arras hat sich eine conspiration entdeckt, die Verdächtigen, seind eingezogen.
Zu Veürne hat der Ertzhertzogk, per accordo, eingenommen perge
Der gute Mann, Liebert Wolters (des Louis de Geer sein Vetter,) ist selbst, vmb 10 vhr, zu
Mir gekommen, und hat vertraẅlich, mit mir geredet, mais ie prevoy, (me semble)
qu'il n'effectüera rien. Dieu vueille fleschir les cœurs, & m'ayder benignement,
par sa Sancte grace! me rendant la liesse perdüe! Ô Dieu! consoles moy!
In vnserer gaße bey St. Jacob, alhier in Hamburgk, ist die Bürgerschaft
dieser gegendt, vormittags, noch aufgezogen, mit fliegenden Fahnen, vndt
rührendem spiel, in die 130 Mann stargk, vndt haben ihre Mußkeeten,
vielfältig loßgeschoßen. Man nennet diese straße sonst die steinstraße
vndt das Thor, da wir gestern, von Lübegk, hereiner kommen, nennet man
daß Steinthor.
Die Lübeckischen kutzschen, vndt pferde, seindt wieder forth. Gott geleitt sie!
Sie haben sich wol außgefüttert, vndt nichts abgeben laßen. Mein beu-
tel ist es wol gewahr worden. Sie haben nicht allein gestern abendt,
wol dominiret, Sondern auch heütte biß in den mittag, vndt ihre
Kutzsche, auf meine Vnkosten, wol repariren laßen, auch leütte
vor sich, wieder zurügk, genommen, vndt allerley fortheil gesucht et cetera
Herr Freherus ist Nachmittags zu mir kommen, mit vertröstung
auf etzliche Collecten, nemlich 300 ThalerThlr vor meine ver-
armte Geistlichen Kirchen, vndt Schulen, von der gemeine
zu Altenaw<auf meine recommendation>, so ge<vorgestriges> Tages, im Consistorio,
(ihrer eilf personen, alß 2 Geistlichen, vndt den v̈brigen, Se-
nat<nioren> , vndt Diaconen, vndt Elltisten), pleno, geschloßen
hetten, denen Bernburgensibus, zu geben, wiewol etzliche ab-
sentes gewesen, iedoch die maiora gelten laßen müßten.
Gott gesegne davor, die Christlichen, lieben leütte!
Er schläget auch vor, dergleichen von Wesel zu suchen aldar <dahero> an-
itzo, ein prediger hier ist. Gelobet seye Gott, der Vater, durch den
Herren Jesum Christum, in kraft des Heiligen Geistes, das meine Arbeit, in dem
|| [[Handschrift: 550r]]
herren, nicht ist vergebich gewesen, noch leer abgegangen. Jch habe
nicht anders darbey zu suchen, noch einiges andere interesse dar-
bey, zu bedengken, alß die beförderung der Ehre Gottes, erhal-
tung der reinen Lehrer, vndt prediger, vndt zum Testimonio
veritatis, (wie andere Chur: vndt Fürsten, in dergleichen, vndt
anderen fällen, mutatis mutandis auch zu thun pflegen) meine
recommendation, vndt attestation, mit hin zu zu setzen, vndt beylegen
zu laßen. Gott gebe, das man sich baldt dermaßen recolligiren
möge! Das man dergleichen hülfen, Steẅren, vndt assistentzen,
nicht mehr bedörffe, sondern anderen viel mehr beysteẅren könne!
Jedoch die rechtschaffen, sub cruce, leyden, vndt es recht be-
dörfen, die müßen auch vor andern, ergetzet, vndt getröstet
werden, vndt sich, mit gedult, das auferlegte creütz, zu
ertragen, keines weges, schähmen, noch sich die hitze der anfechtung
befrembden, vndt verdrießen laßen.
Jch habe an Meine freundliche herzliebste Gemahlin, nach Bernburgk, vndt meine
meine Söhne, an ihre Elltiste Schwesterlein, geschrieben, darnach
habe ich nach Reetwisch, an Freẅlein Eleonora von Hollstein,
So dann, an Hertzogk Joachim Ernst, nach Plöene, geschrieben,
vndt ihrer lieben einen Dißcurß, von der Prager Schlacht, vndt
retraitte auß Böhmen, vndt Schlesien, (welchen discours, Mein
Herr Vatter Sehliger, noch selbst aufgesetzet,), zugefertiget.
Gott stopfe allen verleümbdern, die Mäuler, welche
an itzo allererst, sich hervor thun, vndt darvon, da sie
nichts von wißen, noch verstehen, v̈bel reden! Jch habe auch
Meinen Schwager, wie auch neẅlich, den hertzogk von Gottorf,
mitt zu cooperiren, ersucht, damit solchen calumnien, gesteẅret werde!
Encores que ie m'estois plaint, a Libert Wolters ce mattin, de l'indiscretion
dü Facteür Royal Berndts, et qu'iceluy <me> tèsmoignoit de la
compassion, scavoit mon estat notoire, & de'sapprouvoit les
procedüres de Bernds, lequel m'auroit fait en vain
attendre, & dèsprendre de l'argent, en l'hostellerie <3 ou 4 jours>, et cetera
monstrant de vouloir travailler, & s'appeiner, pour moy,
& revenir asseürèment ceste apres disnee, si est ce,
que i'ay aussy bien, estè früstrè des ceste attente,
& qu'il n'a peüt estre, pas pensè, de revenir, ne ceste
apres disnee, nj a ce soir, ainsy ie me suis pacientè,
pour neant, et ie retarde mon voyage, ne scachant pas,
si le iour de demain, sera plüs heüreux, ou malhereüx!
<Schön Wetter>
Jch bin diesen Morgen, mit Tobias Steffeck von Kolodey außgegangen, vndt Ernst Gottlieb von Börstel
hat mir gefolget, vndt habe die Kirchen, zu St. Jacob, vndt Sanct
Catherinæ Kirchen, (welche die schönste ist alhier, vndt mit Mar-
melsteinen Taufstein, vndt predigtstuhl geziehret ist) besehen,
darnach, das schöne hauß, des Libert Wolters, welchem ich zu
gesprochen, vndt er solches vor eine große ehre gehalten, ich habe
mich aber auch der occasion gebraucht, es zu besichtigen,
vndt ihme zugleich, gnedig zuzusprechen, weil es schön von anse
hen, vndt der herr Vetter Fürst Ludwig darinnen, gewohnet,
Seine leütte schliefen meistentheils, habe derowegen nicht alle
Zimmer, besehen können, iedoch, hats einen feinen politen Sahl,
|| [[Handschrift: 551r]]
feine conterfect, vndt gemälde darinnen, auf Holländisch
vndt ein feines gärtlein darneben. Das hauß, vndt das iehnige
darneben, darinnen die Mors wohnen, hat viel gekostet, nicht
allein oben, sondern auch vnten, weil das fundament in waßer
stehet- Es wahre gegen halbweg achte vormittags, aich ich hinkahm,
er wahr kaum angezogen, vndt fertig worden, gieng auch
noch in pantoffeln. Erklährete sich sonst wol, vndt
wolte sich bemühen, iedoch stellete er meine desideria
alles auf andere leütte, in spetie, auf den Apotheker
Taquet, welcher verrayset ist, vndt heütte wiederkommen
soll, ce qui me fait presager rien, d'effetuël.
Dieu vueille fleschir le cœurs! a ma satisfaction,
car ie ne respire rien d'indigne, nj de malconvenable!
Von dannen, zu dem Thumb, alda die Kirche, vndt
Creützgänge, besehen, vndt allerley sachen, eingekauft,
an büchern, kästlein, hüten, handtschuch et cetera
Ferner zu Sankt Peter, so schöner ist als der Thumb.
Die Taufsteine, vndt catzeln, seindt mehrentheils
hüpsch geziehret, wie auch die beichtstüle, vndt chor, mit
Meßingen Seülen, vndt dergleichen, Es hat auch viel gemälde
hin: vndt wieder, <in den 4 Kirchen>, theilß alte, theilß neẅe Stügke.
Das wetter im vergangenen Februario hat den Thurm, vndt
die halbe Kirche zu Sankt Catharina verderbet, daran Sie
numehr, wieder bawen, item: am Dumb, hats auch den thurm
in etwaß beschädiget, dergleichen zu Sankt Nicolaj, auch sol geschehen
sein. Bin also vngeirret, vndt vnverhindert, wieder nacher hause
vmbgekehret, vndt habe meine brieffe, vndt Sachen bestellet.
I'ay acheptè trois livres, 1. la cause Electorale Palatine, contre
les Bavarois, pour 1 1/2 Dalers, cela venant de Hollande, il leur
a fallü payer, <sans marchander> ce qu'ils ont demandè. 2. ün livre reformè,
traduit, de l'Anglois, en Allemand, parlant de la commünion, et
cela pour 6 gros, ou 12 schilling, 3. La pratticque d'ün amour
civil, en Alleman, pour 6 gros aussy, font ensemble 2 Dalers
Puis i'ay acheptè, ün chappeau, demy castor14, pour 4 Dalers,
& ün beau cordon noir dessüs, bien travaillè, pour 1 Daler,
font 5 Dalers, en quoy, i'ay eü, tresbon marchè
Puis üne paire de gands noirs, pour 6 gros, ou 12 schilling.
Puis ün ioly petit coffre d'èscritoire, pour 5 Dalers.
On pourroit avoir ün beau chappeau de castor, pour 12 ReichsthalerRthlrs.
Wir haben auch vndterwegens peltzwergk gesehen, vndt gefailschet,
da Sie vnß dann einen rothen Nordländischen Fuchsbalgk,
vor 1 1/2 ReichsthalerRthlr: gebotten, hingegen einen weißen Fuchßbalg
nur vmb einen halben ReichsthalerRthlr: darüber, wir vnß verwundert.
hingegen einen Frantzösischen rothen balgk, (welcher vnsern
hartzfüchßen, nicht vngleich) bothen sie vmb einen ReichsthalerRthlr:
Nach dem das guht ist, nach dem gilt es auch. Ins gemein geltten
sonst die weißen Fuchßbälge, mehr, alß die rothen, allein
mag auch eine waare beßer sein, vndt mehr hären, alß die andere
vndt also nach Advenant, theẅer, oder wohlfailer sein.
Ie ne puis encores me dèspestrer, nj dèsfaire, dü soucy de la
<Nota Bene:>perte irreparable, qui m'accable! Dieu me vueille consoler, & m'en
delivrer, miracüleüsement! pa sa Sancte grace. Les hommes, n'y peuvent
rien faire! Ô Dieu! Quelle pitie! on ne plaint ton bien, qu'apres l'avoir perdü!
Zu Mittage, hat sich Liber Wolters, bey mir eingefunden, hat
sich höflich excusiret, vndt daß der Apotheker Tacquet, zwar kommen
wehre, köndte sich aber, zu nichts verstehen, weil ihm seine
leütte, zur Glügkstadt, falliiret, vndt an stadt, 2 oder 3000
ReichsthalerRthlr: welche er zu erlangen, geholt, nicht so viel, daß
er seine zehrung, bezahlen können, erlanget hette, sondern
alles, biß nach der Erndte, verschoben wehre. Il me conseille,
de recercher[!] tel emprünt, auprès des Officiers de guerre,
lesquels acceptent, toute forte, d'hypoteque. Voyla donc?
comme on est remis, d'Herode a Pilate! Er sagt zwar, er
wolle sich noch ferner, auf der Börße, bemühen, mais tout cela
est incertain. Er gedachte auch, ihrer viel köndten es thun,
die wolten nicht, vndt die da gerne wolten, die köndten
nicht. Voyla; comme on est tousiours mal menè, & comme
sous la discipline, entre la crainte, & l'esperance!
Die avisen geben: das zu Venedig, den 3/13 Julij, eine große Kälte
gewesen darbey, es stargk geschneyet, welches wundersahm.
Zu Chur, haben die Evangelischen pündtner einen allgemeinen
receß gemacht, die Capuziner von Stella vndt Almenß, zu
vertreiben, weil solche, biß dato, wieder die zusage, nicht ab-
geschaffet worden.
Am Bodensee, hat man eine Correspondentz, einiger orthen,
mit den Schweden, entdegkt, darvon sie munition bekommen haben.
Auf dem Pireneischen gebirge, hat man bey der Stadt Vrgel,
eine armée, von 6000 geharnischter Reütter stargk, halten
sehen, so rohte, Schwartze, vndt weiße pferde gehabt, vndt sich
in 2 corpo getheilet, seindt gegen Arragonien, v̈ber das gebirge
|| [[Handschrift: 552v]]
paßiret, welches so großen Schregken gegeben, daß alles
darvon gelauffen. Die Frantzösische Schifarmada ist von
Tolon abgefahren, wirdt vermuhtlich Final attacquiren.
Man fürchtet sich, der Türgke, werde das König-
reich Sicilien v̈berfallen.
An der Iser stehen die beyden armèen, gegeneinander.
Der Verlust in Prag, ist groß, vndt sol General Coloredo
allein 40000 Ducaten, vndt 16 Centner Silbergeschirr
verlohren haben. Graf Moritz, von Nassaw, ist von
Lintz wieder hinweg, vndt zu Regenspurgk ankommen.
Königßmargk hat sich, mit Wittemberg coniungiret,
sol v̈ber die 100 Standespersohnen, vndt über 170
Stügke, erorbert haben. General Jean de Werth
ist mit 6000 pferden, von der kayserlichen armèe, gegen Prag
commendirt, selbige zu entsetzen.
Veürne haben gewiß, die Spannischen, Tortosa
aber, die Frantzosen erobert.
Des General Lamboy, Feldt Zeügmeister general Sparr
hat das feste Hauß Caster, mit accord erorbert.
Die alte und neẅe Stadt Prag, sol in accord
stehen, vndt die Juden, haben zu ihrer contribution
30000 florins (Gulden)f: herzugeben, sich anerborten.
I'ay dèscouvert au Consül Meüsnier icy, a Hambourg
toutes mes expeditions à Lübegk, & il l'a prins, entres
bonne part! et cetera et cetera par Tobias Steffeck von Kolodey et cetera comme aussy qu'ils se
devoyent garder icy de Hanß Reüße .
Jch bin heütte, nebenst meinen Söhnen, vndt ein par officirern,
nacher Altena gefahren, Ern Freherj, Franztzösischen predigt,
in der Frantzösischen kirchen, zu zuhören, vndt er hat es fein gemacht.
Der Bürgermeister, hat mir des Raths kutzsche geliehen, mit 2
pferden, wiewol er mir, 4 pferde offeriret, so ich aber nicht
acceptiren wollen. Jm rügkwege, ist mir Bürgermeister,
vndt raht, auß der kirchen, zu Sanct Petrj, gehend, begegnet,
vndt haben, mich gar submissè, salutiret. Es wirdt alle
14 Tage einmahl, in der Frantzösischen kirchen, geprediget. Die kirche
vndt die gemeine alda, ist klein, vndt es können nicht viel
v̈ber 100 personen, stargk sein. Gott wolle sie vermehren!
Nachmittags bin ich wieder also nacher Altena gefahren, alda
Er Freherus abermalß predigen müßen, aber in deützscher
Sprache, in selbiger kirchen.
Darnach habe ich mich wieder nach hause gemacht, nach
dem wir erst, ein wenig vmbher, spatziren, gefahren,
an der Fortification her, zwischen der Elbe, vndt Elster perge
Praeparatoria, zum abzuge, angefangen zu machen,
Gott gebe darzu, glügkliches succeß, segen! vndt gedeyen!
Es scheinet, das wir, wegen obliegender geschäfte, der viel
mehr verwirrungen, nicht wol auß Hamburgk, kommen können.
herr Libert Wolters, vndt Freherus, wie auch hanß Ludwig
Sawer, haben sich wol gegen mir, erklähret, wegen Meines
mjnisterij, befriedigung. Gott segene sie davor! vndt gebe
dieser Gemeine hinwider alle gedeyligkeit, vndt aufnehmen!
Ce soir Liebert Wolters m'ayant arrestè exprés, iusqu'au soir, sans doute en
bonne intention (& peüt estre par menèe & pratticque de M H
ses èspions,) afin que ie ne traittasse avec les Portügais, &
leur engageasse quelque chose, & estre trompè d'euy, me fit dire,
qu'il auroit fait, tout ce qu'il auroit peü, pensant d'effectuër
quelque chose, a ce que j'euse eü, quelque contentement,
d'ün emprünt, que ie desirois, mais qu'il n'auroit rien peu obte-
nir de personne, & qu'il falloit rececher plüstost, les Officiers, de
guerre, que les Marchands, en semblable cas. Car ceux là, se-
royent bien ayses, s'ils se scavoyent, de mettre leür argent gaignè,
en ün lieu asseure, comme en depost, & le presteroyent a de Princes,
<dont ils avoyent moyen, assèz, pour le ravoir, soit par force,> mais ceux sa<cy>; ne prestoyent pas volontiers, leur deniers, aux
Grands <avec lesquels il falloit estre retenü & traitter moderement>, & aimoyent mieux, degaigner avec iceux le double, en
la marchandise, au traffique aux changes, & choses semblables perge
Je crains grandement, que les divers mèscredits, de ma Femme, sür tout,
en l'affaire, de la biere de Zerbst, avec Overbeeck Hollandois,
n'ayent gastè, tout ce; que i'eüsse peü effectuër de bon, autrementperge
Ce iour employè a mon dèspart, et que mes meilleures
gens, ont trop d'affaire, pour expedier, ce quj reste encores,
sür tout a achepter des Vivres, & provisions, pour les nopces de
Rindorff, Dieu aydant, & pour avictuailler, ma cuysine &
cave, vers l'hyver, s'il plaist ainsy, au bon Dieu, avec
harangs, mollües, & autres poissons secs, & saléz item: avec
des vins, item: avec de l'èspisserie, & autres necessitèz,
ie ne puis pousser, ni presser davantage, l'affaire de l'emprünt
|| [[Handschrift: 554r]]
de quelques sommes, (a fin de restablir, mon Oeconomie, & basti
mens, selon mon desir & desseing projettè,) de peur, de ne rien
plüs obtenir, & de manifester trop, mes secrets, au monde, &
de m'assüjettir aux calomnies, des iügemens pervers, parmy
üne populace nombreüse, de toute sorte des gens, comme
est en ceste grande Ville icy, aulcüns, & en bon nombre,
n'y cognoissans desia, assez, & püblians aux altres, ce
que ie desirerois estre cachè, devant mes plüs proches, mesmes.
Voyla! comment sovent l'homme propose; et Dieu dispose!
On ne peüt fonder ses esperances, sür rien de solide, asseurè
nj stable, en ce monde, quoy qu'il soit specieux en appa-
rence, et qu'on croye. qu'il ne nous puisse manquer,
car il n'y a rien de constant, nj de permanent, en ce Pe-
lerinage, que la volübilitè, & la Vicissitüde des choses hü-
maines. C'est donc inconstance, des choses süblünaires!
Dieu nous vueille seulement! garder de peril, & que ne
soyons attacquèz par eau, ou par terre, des parties,
de traistres, & d'èspions secrets, que sa Toute-
puissance & misericorde envers vous, vueille precipiter,
& empescher, a nous faire dü mal! & dü dommage!
Ein Landtkutzscher, begehret von hinnen, nacher Magdeburgk
60 ReichsthalerRthlr: wehre 120 ReichsthalerRthlr: vor zwey Landtkutzschen.
Ein Schiffer, biß dorthin, begehret: 40 ReichsthalerRthlr: Jst auch viel.
Wir haben aber ein Schiff, biß nach Tangermünde, gedinget,
deßelbigen Schiffer, fordert 1 1/2 ThalerThlr: von einer Person, vndt
vom Zeüge, auch etwaß, von einer Tonne 1 Thaler perge Dörfte langsam gehen et cetera
Jch habe mir heütte, auß der Apotheke, alhier in Hamburgk
das köstliche Stettinische Steinwaßer, bringen laßen, die weil
ich etwaß in renibus gefühlet, vndt vor dem Stein, mich besorge.
Gott helfe! Das es mir, wol bekommen möge! Mein Cammerjun-
ker, Abraham von Rindtorf, klaget auch v̈ber den rügken,
deme habe ich ein ander remedium von Bickbeerenbrandt-
wein, verordnet, wir wollen sehen, welches am heylsamsten
sein wirdt, Solche affectus vervhrsachen, ohne Zweifel, die
hollsteinischen, vndt Glügkstedtischen v̈bermäßigen Trüngke.
Zu Mittage, habe ich den hollsteinischen Factor, Albrecht
Schultze, zu gaste gehabt, vndt es hat allerley dißcurß,
gegeben, neben gehörigen zimlichen Tractamenten perge
Der Spannische wein, wirdt alhier in Hamburgk, wenig, oder
nichts geachtet, die weil er gar zu wolfail ist, bey gaste-
reyen, oder dergleichen. Es heißt: Quod rarum! charum!
Jch habe Albrecht Schultze, (post animadversionem debitam,vndt nach seiner excusation), mit einem doppelten Spitzigen
Demantring, begabet, vor seine Mühewaltungen perge
Er hat tergiversiret, solches anzunehmen, iedoch endtlich, auf
mein innstendiges anhalten, es acceptiret. C'est üne
bague forte enor, et les Diamants, sont beaux, mais a present,
peü estimèz des Jübiliers, et orfevres. Elle a bien valü jadis,
cent Dalers. Er hat mit baldt hernacher, in die hundert, schöne Zi-
tronen, vndt ein par dutzent schöne amorellen, (abricots,) ge-
schigkt, vndt verehret. Cest homme, est en bon estat, est fort
long temps, Facteür icy, des Dücs de Hollstein, c'est a dire de feü Monsieur
|| [[Handschrift: 555r]]
mon Beau Pere, et de ses fils, les Dücs, Alexandre, Philippe,
et Joachim Erneste, (et apres la mort d'Alexandre, son
fils, Jean Christian), & s'est fort enrichy, par le trafficq,
qu'il a eü autres fois aux pays & Royaulmes circomvoysins,
maintenant, il ne marchande plüs, en sa viellesse,
estant bien a son ayse. Son pere, grand Pere, & devanciers,
ont estè Senateürs icy, & ün de ses Fils, est desja
Licentiat en Droict, a fort bien estüdiè, & s'en va a
spire, bien tost, mettre en œuvre, ce qu'il a apprins.
Icy a Hambourg, l'on ne reçoit nüt Docteür au Senat,
comme on fait a Lübegk, (la ou le Bourgmaistre Görtzen,
est Docteür, & d'aultres) mais ils ont leur considerat-
ions, & ne reçoyvent, que des Licentiats, quj ont aussy
bien estüdiè, que les Docteürs.
Es seindt 52 compagnien Bürger alhier, (zu 120 130 biß
in 200 Mann, die compagnie) vndt wann gefahr vorhanden,
wie Sie sagen, das itzundt seye, wegen der pfaltzgräflichen
völgker, welche hindter Lübegk noch liegen, vndt
ihnen nichts begehren zu thun, so muß an stadt einer
compagnie bürger, so auf die wacht zwey aufziehen.
Sonst sollen drey compagnien geworbener Soldaten al-
hier liegen, iegliche 300 Mann stargk.
Der Legate, graf Oxenstiern, von Oßnabrügk, ist alhier
durchpaßiret, vndt gehet nach Wißmar, hat drey car-
ettes. vndt viel diehner, bey sich gehabt. Wil wieder hey-
rathen, vndt gar eine reiche heyrath thun, mit einer Grävin, Brahe perge
Die courranten auß hollandt, bringen mitt:
Daß zwar, der friede zu Münster vndt Osnabrück mit den Schwedischen, geschloßen,
aber seidthero avisen einkommen, daß nicht allein gantz Prag, diß: vndt
ienseyt der Muldaw, vom Königsmarck occupiret seye, Sondern es
hette auch General Feldtmarschall Wrangel, die Kayserlichen vndt
Bayerischen, am Jnn, gantz, auß dem Felde, geschlagen, vndt
Wrangel selbst, wehre schwährlich gequetzscht. (Man
wil aber nicht glauben, außer, daß general Königsmarck die kleine
Seitte, vndt den Ratzschin habe, daran zweifel niemandt)
Der Spannische Ambassador Brun, sol zu Münster, den Frieden, mit
dem Frantzösischen Ambassador Comte des Servient, zu schließen, ordre haben.
Nach eroberung Tortosa in Catalogna, sollen die Frantzosen,
im Königreich Valenzia, eingefallen sein.
Zu Napolj, regen sich noch, die seditiones, vndt conspiranten,
werden auch, genaw gesucht. Cremona, ist belägert.
Veürne hat der Ertzherzog, in Flandern, hinweg, vndt es sollen
v̈ber die 1600 Frantzen darinnen gelegen sein.
General Maior Erlach, coniungirt sich, mit dem Prince de Condè
In Engellandt, ist der Düc d'yorgk, alß königlicher Admiral, zu
Jarmouth, mit 9 Schiffen, ankommen. Die Schotten, marchi-
ren, in vollem anzuge, auf Engellandt zu.
Jn Brasilien, sollen die Portughesen, in die enge getrieben
werden, vndt den kürtzern ziehen.
Jn Asia, sol der Tartar Han, oder, der große Chan, daß
Königreich China, meistentheilß erobert, vndt mit hülfe
der Jnnwohner selbst, selbigen König, vertrieben haben.
Wie die courranten lautten, So sollen sich selbige
zum Christlichen glauben, auf Moßcowitrische weyse,
täuffen laßen, vndt die Chinesen, auch darzu bringen.
Sie sollen auch schon, mit den Holländern, ihre Handlung
zulegen, wie zuvor, mit den andern Chinesen, mag ge-
schehen sein, also: daß Sie sich überall, zu insinujren wißen.
Il y a ün Portügais icy, a Hambourg, lequel s'appelle
Tetzeira, aulcüns le nomment; Texeira. Iceluy; a servy
plüsieurs annèes, au Roy d'Espaigne, de Pagador general, a
Anvers, & se monstrè, alors, Zelè Catholique Romain.
Mais depuis, venant icy, avec üne grande quantitè des
deniers, iusqu'a 600000 ReichsthalerRthlrs: (a ce qu'on dit) il s' est in-
continent fait circoncire, en son aage avancè Juif, de-
venü Juif, lors qu'on y pensoit le moins, dont il avoit
sans doute, fait secrette Profession, plüsieurs annèes.
Par là il appert, qu'il faut, qu'il y aye plüsieurs Juifs
secrets, parmy les Portugais, et qu'on fait mal, de les
baptizer par force, car on en fait des hypocrites, plüsieurs.
I'ay rèscrit a Reetwisch, dont i'avois receü cejour-
d'huy üne lettre responsoire a la mienne, non trop a mon grè.
Pacience! Quand on est persecütè, de toutes parts!
Le Consül Meüsnier, a reiterè envers Tobias Steffeck de Kolodey (que i'y ay envoyè
pour le complimenter, & fonder ün peü, leurs ülterieüres intentions,
envers moy), ses civilitèz, avec beaucoup de courtoysie, & des
bons offres, a mon service, devant tous autres, (sür tout, quand
j'aurois assignation de l'Empereur & qu'ils se trouveroyent redeverable,
a l'avenir, de quelque contribütion, et cetera) mais l'exemple
de leurs allièz, ne leur a pas voulü ammollir, la düretè,
sürtout des anciens Consüls, a ce que i'ay penetrè, a ne
gratifier personne, que par contrainte, encores, que, pour luy,
i'ay apprins, qu'il est oit de tres bonne Volontè. Vive donc!
la ville de Brehmen, devant toutes les aultres, la quelle
devant deux ou trois ans, avec ses demonstrations reelles,
en tout, et par tout, m'a beaucoup satisfait. Apres eulx,
Lübegk emporte la palme, par ses tèsmoignagls exterieurs,
(mais Brehmen, les devance de bien loin!) puis Hambourg,
ayant ordonnè cent Dalers, pour me dèsfrayer, a monstrè
qu'ils sont civils, & mèsnager tout ensemble, car i'y ay
dèspendü bien davantage. Je voy neantmoins, qu'ils sont
bien ayses, de ce que ie parts ünefois, ayans honte, de m'ex-
pedier sans satisfactions, & mes voyages, a Glügkstadt, &
Lübegk et cetera paraventüre, leur estans süspects, & mèslèz de
soupçon & d'ombrage, de leur part, comme toutes les villes,
(nonobstant leur bonne mine,) ne voyent pas volontiers, long
temps, les Princes, sür tout celle-cy, ne void pas volontiers, les
|| [[Handschrift: 557r]]
Parens, & allièz dü Roy de Dennemargk, leur secret competiteür.
Bin also, in Gottes nahmen, zu Schiffe gestiegen, a mit der fluht;
vndt vmb 9 vhr, vormittags, auß dem bawme, gekommen, vndt ziehen,
also, in Göttlichen geleitte hinauf die Elbe, nicht so sehr, vmb
der Sicherheit willen, (welche ich bey solcher langsamkeit, vndt viel-
fältigen exempeln, der besprungenen Schiffe, von parthien, an der
Elbe, so wol im kleinen waßer, alß mit kähnen, anderer gefahr
zu geschweigen, nicht wol befinden kan) alß von wegen allerley fisch-
wahren, gewürtze, wein, vndt victualien, so ich zu Meiner Hofstadt,
einkaüffen laßen, vndt in meinem beysein, wie billich, durch zu bringen
gedengke, welche mit größerer beschwehrung, auf der axt zu
führen, vngelegenheit gemacht hetten, neben vnsern kasten, einschlä-
gen, Bagage, vndt anderen sachen, Gott wolle vnß, sicher, mit dem
geleitte seiner Heiligen Engel, führen, beschützen! vndt beschirmen!
heütte ists sehr langsam, von statten gegangen, weil
vnsere Schifleütte, vndterschiedliche mahl, vnvorsichtig, auf
den Sandt gefahren, vndt lange sitzen geblieben, ehe man
abstoßen können, biß wir endlich, kawm - - - 1½
meilen, von hamburgk, gar sitzen bleiben
müßen, auf einem Sandthorßt, vndt darauf etzliche
stunden des tages, wie auch die meiste nacht, vnß pacientiren,
so lange, biß vnß die völlige fluht, (derer wir er-
wartten müßen, vndt viel andere größere Schiffe, neben
vnß, vorbey paßiret, weil Sie die tieffe beßer observiret)
darvon geholffen, folgenden Morgen. Der windt hat vns
auch, gar nicht fügen wollen. Man muß sich aber in ermanglung
deßen mit der fluht beholffen, vndt das Schiff auch bißweilen ziehen laßen.
Jn währender Ebbe, vndt solcher langerweile, haben meine Söhne,
sich mit schießen, und mit wahten, im waßer, recreiret. Gegen
die Nacht aber, haben wir vnß im Schiffe, niedergeleget, vndt
auf dem Strohe beholffen. <Es hat in der Nacht geregnet, den Tag wahre es hüpsch
wetter.>
Diesen Morgen hat vnß wie gedacht, die Fluht, vom
Schlamme, vndt Sandt, abgeholfen, vndt seindt, theilß mit
ziehen, theilß mit Segeln, mi in vnsern zweyen Schiffen,
(deren das vnserige, an das andere gebunden, vndt dem an-
dern sehgelnden Schiffe, nachfolget) fortgefahren. Gott
helfe ferner, mit gnaden! vndt also fuhren wir nach
dem Tollenspiker, (welcher den Hambürgern, vndt Lübegkern,
zubehörig, der erste Zoll, vndt anfahrt, nach dem hambürgischen)
zu, lieget zu waßer, von Hamburgk <zur lingken> - - - 4 <Meilenm>
Alhier, wie auch zu Hamburgk in der Zollbude, wurden
wir, der billigkeit, vndt observantz nach, frey
paßiret, nach deme man sich angemeldet.
Zu Hamburgk hat Abraham von Rindtorf
| Margk | Schilling | |
| 10 Pfund (libra)℔ pfeffer zu 12 schilling, thut | 7 | 8 |
| 10 Pfund (libra)℔ Jngwer zu 9 schilling: thut | 5 | 9 |
| 30 Pfund (libra)℔ große Rosinen zu 3 schilling; thut | 5 | 10 |
| 20 Pfund (libra)℔ kleine, zu 4 schilling, thut | 5 | |
| 2 Pfund (libra)℔ zimmet zu 3 Margk, ist | 6 | |
| 1 Pfund (libra)℔ feine Mußcatenbluhmen | 9 | 8 |
| 1/2 Pfund (libra)℔ Mußkaten | 2 | |
| 1 Pfund (libra)℔ Negeln | 5 | || [[Handschrift: 558r]] |
| 30 Pfund (libra)℔ Mandeln zu 7 Schillinge (solidi)ß: | 13 | 2 |
| 26 Pfund (libra)℔ Reiß zu 3 Schillinge (solidi)ß: | 5 | 11 |
| 20 Pfund (libra)℔ CanarienZugker | 20 | |
| 30 Pfund (libra)℔ geringe Zucker zu 15 Schillinge (solidi)ß: | 28 | 2 |
| 1/4 Pfund (libra)℔ Saffran | 6 | |
| 27 Pfund (libra)℔ Oel, zu 5 Schillinge (solidi)schill: | 8 | 7 |
| 28 Pfund (libra)℔ cappern, zu 7 schilling | 12 | 4 |
| 22 Pfund (libra)℔ oliven, zu 6 Schillinge (solidi)ß: | 8 | 4 |
| 80 Stügke gesalzene Limonien, zu 1 Schilling (solidus)ß: | 5 | |
| 6 Pfund (libra)℔ Feigen zu 4Schillinge (solidi)ß: | 1 | 8 |
| 5 Pfund (libra)℔ prunellen, zu 9 schilling; thut | 2 | 13 |
| 50 Stügke frische Zitronen zu 2 Schillinge (solidi)ß: | 6 | 13 |
| vor vnkosten, fäßelein, vndt faß | 5 | |
| Summa | 168 Mark (Gewichtseinheit und Münze)m: | 6 Schillinge (solidi)Schill: |
Ist, obiges alles, vom pfeffer an, biß daher mit 56 ReichsthalerRthlr:
bezahlet worden, 3 Groscheng: oder 6 Schillinge (solidi)ß: v̈berley, ist abgebrochen.
Item: 1 Oxthöft Frantzewein, ohngefehr vier Eimer
| Margk | Schilling | |
| haben wir bezahlet, mit | 12 | |
| vor 1 Eimer Spannischen wein <Peter Simenis> | 10 | 44 |
| ohne das fäßlein darzu, welches kostet (32 Schillinge (solidi)ß: kostet ein stübichen Spannischer wein) |
16 | |
| Noch vor zweene Stübichen, Frantzenwein, in mein flaschen Futter, zur Kalten Küche, kosten |
28 | |
| wehre also ein Maß nur 3 1/2 schilling werth, | Facit 23 ReichsthalerRthlr: | |
oder ein groschen, vndt ein vndt zwantzig pfennigeperge
| Margk | Schilling | |
| Item 2 tonnen häring, Mittelguht, zu 14 margk, Facit | 28 | |
| eine halbe Tonne Rotschehr, wiegt 214 Pfund (libra)℔: thut (thete der Zentner, 14 margk, oder 4 ReichsthalerRthlr: 16 Groscheng:) |
21 | 12 |
| Margk | Schillinge (solidi)Schill: | ReichsthalerRthlr: | Groscheng: | Pfennige (denarii)d: | ||
| 1200 Schollen, vor | 9 | oder: | 3 | |||
| 3 Stige, oder 60 Ruchen, zu 40 schillinge Kost das Stügk, ein groschen. |
7 | -<8> | oder: | 2 | 12 | |
| 4 holländische Kähse, wägen 55 Pfund (libra)℔ ist |
7 | 12 | oder: | 2 | 16<4> | |
| 2 Lächße, wägen, 12 Pfund (libra)℔ kähme das pfundt, auf 2 groschen, 3 Pfennig (denarius)d: |
3 | 8 | oder | 1 | 4 |
Theten, also die Fischwahren, von der Tonne härin an, an
Reichsthalern, 25 vndt 2 Margk, 8 schillingen.
Jst aber, mit 25 ReichsthalerRthlrn: vndt 30 schillingen, (oder 15 Groscheng) bezahlet.
Mein CammerJunker Abraham von Rindtorff, hat vor sich, gekaufft,
Englisch Zinngeschirr, kostet, ein pfundt, 12 schillinge
oder 6 groschen, vndt er hat 56 Pfund (libra)℔ an einem Dutzent
Teller, vndt zweene Dutzent Schüßeln, vndt 2 Saltzfäßer
Roht Tuch, Englisch Tuch, hat er bezahlet, die Elle, einen Reichß-
thaler, acht groschen, oder vier Margk wirdt nur hie-
her gesetzet, zur dienlichen Nachrichtung, wann etwan
dergleichen, von mir, oder den meinigen, gleichßfalß, solte ein
gekauft werden, inß künftige!
Vom Tollenspiker, nach Lawenburgk - - -<zur lingken> 4 <Meilenm>
mit zimlichem gutem winde. Alda ist auch ein Zoll,
nemlich der dritte, Hamburgk mitt eingeschloßen.
Nach deme wir angefahren, vndt etwas vns aufgehalten,
hat der Zöllner, vnß, vndt vnsern Schiffer paßiren laßen.
Ehe wir nach Lawenburgk kahmen, vnferne darvon, zu At-
lenburgk, (welches am ufer zu rechten handt, gleichsam gegenv̈ber,
lieget) sahen wir in die 300 Reütter, von den neẅ ankommenden,
Pfaltzgräflichen Schwedischen völgkern, v̈ber die fehre, vndt mit
booten v̈berpaßiren, die v̈brigen, sollen zu Dämitz, Havelbergk
vndt Tangermünde, v̈bergehen.
Von Lawenburgk auß, hat sich der windt geleget, vndt
wir haben nicht gar in Boitzenburgk hinein gekondt. Also
eine egke darvon <in der Elbe> geanckert, vndt v̈ber nacht, im schiffe geschlafen.
Jst sonst biß dahin, von Lawenburgk zu waßer. - - - 1½ <Meilenm>
Mit stillen wetter, vnß vor Beitzenburgk <zur lincken handt der Elbe> befunden,
diesen Morgen frühe. Jst der vierdte Zoll. Wirdt aber
doppelt entrichtet, zweyen Zöllnern, einem <vndt beyden> fürstlichen
Megkelburgischen, vndt einem königlichen Schwedischen, <bedienten>
welche einen, mit großen verdruß, sehr lange warten
laßen, in die drey Stunden lang.
Von Boitzenburgk, nach Plöke <zur Rechten handt>, inß Lünenburgische - 1½ <Meilenm>
alda der Zoll, dem hertzogk von Zelle, gehörig, wiewol
der Schwedische Commendant, vndt Maior, so itzt mit völgkern,
aldar lieget, auch pfleget eine verehrung zu nehmen.
Sie sagen, selbige compagnie, seye nur noch 50 Mann, stargk.
Wir haben vnferne von Blöke gefischet, vndt kleine
hechte, pärsche, vndt kaulpärsche , (ohne verhinderung) gefangen.
Der windt ist heütte contrarij, auch schön wetter, vndt Sonnenschein
gewesen, die Schifleütte, haben vnsere Schiffe mehrentheilß gezogen.
Meine Söhne haben Krähen, vndt kleine Vögel geschoßen, per passatempo:
Nach Jericho15, ein Dörflein, zur rechten handt der Elbe - 1 <Meilenm>
vor welchem wir angkern müßen, weil der windt,
vndt das stille wetter, vnß gehindert.
< Regen, vndt Sonnenschein.>
heütte hat angefangen, zimlich kühle zu werden, sonderlich, so
viel nacht continuè auf einander, auf dem Schiffe zu schlafen,
windt, vndt wetter, ist vnß aber noch contrarie, Gott wolle
beßer glügk, vndt fortgang, zu vnßerer langsahmen
rayse, auß gnaden, geben! Solcher gestaltt, gehen wol
drey in vier stunden auf ein meile, sich tregken <zu> laßen
Die Schifknechte, werden von der arbeitt müde, können
auch nicht v̈berall anlenden, noch an den vfern v̈berall
durchkommen, sonderlich, wo Marß, vndt püscher, auch vnweg-
sahme vngebahnte örther, <berge> bäche, waßer, vndt dergleichen sein.
Wann sie dann oft, auß: vndt einsteigen müßen, gehet
auch viel Zeit, vergebens hinweg, vndt im Schiff mit den
stagken abzustoßen, vndt forthzukommen, ists ihnen
auch gar mühesam, vndt beschwehrlich. Bißweilen fähret
man auff, vndt helt sich darmit <auch> auf, eher man kann ab-
st <kommen>, das eine Schiff, helt 18 last, das andere
nemlich vnseres, so daran gebunden, helt 6 last, vndt es
gehen noch 2 große, vndt 1 kleiner kahn, mitt
welche an den seitten, vndt hinten, nachgeschlept werden.
Gibt derowegen, allerley remoras, wiewol es sonst nicht
vnlustig auf der Elbe wehre, solcher gestaltt, zu schiffen.
| Meilenm. | |
| Seindt also heütte gefahren, biß hindter Hitzgker
<zur rechten handt der Elbe> |
3 |
Zu hitzger stiege ich auß, gieng in eine herberge. Es war
aber nichts aldar zu bekommen, vndt lautter confusion
wegen der landtgräflichen völgker, des Landgrafen Fritzens,
v̈ber derer insolentzen, vndt reine Tafel machung, Sie
sich sehr beschwehrten, wie man dann hin: vndt wieder
in den häusern sahe, daß die fenster aufgeschlagen wahren
vndt Sie haben bey solcher vnordnung, ihre meiste
fahrnüß, hinüber, nach Tannenberg, vndt anderer
orthen, v̈ber die Elbe hinweg geflehet, wiewol sie
sich, auch nicht wenig, vor den Pfaltzgräflichen besorgen.
<Regen, vndt gut wetter vndtereinander>
Dieweil zu hitzgker, nichts zu bekommen, weder genung
zu eßen, noch liegerstädte, vndt viel sawre gesichter,
nur zu sehen wahren, gieng ich noch gestern abendt,
mit meinen Söhnen, vndt angehörigen, baldt wieder
in daß Schiff, aßen, vndt schliefen darinnen, vndt
hatten die nacht einen stargken regen, vndt windig wetter.
Diesen Morgen ließe sich der windt, etwaß favorabler
an, wiewol doch vnbestendig, vndt fuhren zwar bißweilen
auff, sonderlich einmal auf einen zimlichen baum, doch
kahmen wir glügklich, Gott lob, noch vormittages,
vollends bis nach Dämitz, lieget von heri <Hitzgker> - - - 3 <Meilenm>
Gott gebe vns ferner, seinen gnadenreichen segen!
Zu Dähmitz, haben wir vnß wieder, mit eßen:
speise, vndt wein, proviantiret. Lieget zur lingken handt,
im Lande zu Megklenburgk.
Vnferne darvon, auf der Lünenburgischen seitte, gegenv̈ber, kahm ein
Reütter zu vnß, (weil wir am Strande hielten, vndt des Zoll-
schreibers von Dähmitz, neben vnserm Schiffer, erwarteten)
baldt nach dem wir vom spatzirgang am vfer, wieder einge-
stiegen wahren, begehrete einen von vnsern Kähnen, vor hertzogk
Hanß Geörgen von Meckelnburgk, welcher baldt nachkommen
vndt überfahren sollte, dieweil er aber etwaß beräuschet
verschnapt er sich, vndt sprach zu einem andern, von des Schiffers
raysegefehrten, es würde noch wol eine stunde anstehen,
ehe der iunge Fürst nachkähme. hierüber wurden wir arg-
wöhnisch, traweten diesem gesellen nicht recht, (zumahl
vnß kurtz zuvor, ein Schif, so vnß begegnete, warnete,
wir solten vnß wol vorsehen, vor den streiffenden parthien
an an den vfern, sintemal ein partie bey Sandaw
an sie kommen, Feẅer auf die Soldaten, gegeben, da wehren
die pawren vom Lande, darzu gekommen, vndt hetten
die Soldaten veriaget, vndt verfolget, Sie aber
wehren fortgefahren), vndt vnsere Schifleütte meldeten,
Sie hetten auch einen hertzogk auß hollstein, in ihrem
Schiffe, erachteten sich nicht schuldig, noch länger mit
verdruß zu wartten, vndt einen kahn herzugeben. Sie
möchten andere suchen, welche sie v̈bersetzten. Baldt her-
nacher sahen wir vndterschiedliche Reütter, hernach
kommen, vndt segelten vnsern weg forth, auf der Elbe
Die avisen lauffen durcheinander, vndt man kan nichts gründliches
erfahren, wo eigentlich, vndt an welchen orth, die pfaltzgräflichen
völgker v̈bergehen werden. Die meisten beharren, auf einer
Schifbrügke, welche bey Sandaw, sol v̈bergeschlagen werden.
Daß sol wol, daß gewißeste sein, daß sie sich hier, vndt
dar, in den Ländern stellen, als ob sie da oder dorth v̈ber-
gehen wolten, laßen die Leütte allenthalben, zwischen
forcht, vndt hofnung schweben, vndt preßen ihnen durch
solchen Zweifel, an vielen örthern, (waß nicht feste,
oder vermawerte plätze sein) viel geldt ab. Mögen
(dem ruff nach) nicht zum allerbesten hausen.
Von Dähmitz, nach Lentzen in der Margk - 3 <Meilenm> <zur lingken handt situirt>
Hitzgker war der 6te Zoll, (nach Plöke, dem 5ten,)
Dähmitz, der 7, Lentzen ist der Achte.
<Regen>
Heute Nacht, haben wir vor Lentzen, geangkert.
J'ay songè ce mattin, (apres la Diete d'hier) sür l'eau,
d'estre arrivè en üne chambre (me semble) au chasteau de
Caßel, pleine de beaux ioyaulx, et pierreries Mes oncles
& cousins d'Anhalt, assez les Princes, Augüste, Louys,
et Jean Casimir comme aussy le Prince Jean, & mon frere,
et mesmes le Düc Joachim Ernst de Hollstein, mon beaufrere,
avec sa seur Madame Eleonore, y füssent sürvenüs
admirans ces richesses, avec quelques gentilshommes de
nostre cognoissance, ®ardans ces beautèz, & gentillesses
precieüses, tresattentivement, ils m'eussent demande beaucoup
|| [[Handschrift: 561v]]
& fait mine, d'en vouloir aussy leur part, me donnans de fort
bonnes paroles, pour m'èsmouvoir, Madame ma Tante
de Schwartzbourg, y sürvenant aussy, & n'oubliant
pas sa dexteritè et prüdence, pour me persuader
a la faire aussy participante d'ün sj grand bien.
Madame le Landgrave, n'en eüst rien pretendü,
regardant courtoyssement ses hostes, faire ce qu'ils
pouvoyent. Moy estant bien ayse, dü thresor, que ie
croyois avoir trouvè pour moy, ne vis pas volontiers
tant des competiteürs, & tant de monde avec
qui se glissoit tout doucement, dans la chambre
comme s'ils vouloyent aussy avoir part, a ce grand
büttin, & me semble que quasi tous, m'estoyent
contraires, & m'envioyent, ün si grand bien,
& ie ne les en peüs empescher, tout seül, sans assistence.
Cependant, le Prince Louys, estoit fort cürieux, a m'en-
tretenir, sür le süjet de ce thresor, & a me faire des de-
mandes importünes, d'ou? et comment? ie l'aurois
gaignè, & conquis? m'emmeinant en üne chambre aupres
afin de me parler tout seül, c'est a. dire afin de me persuader,
avec plüs d'efficace, a avoir de moy, ce qu'il prentendoit
Moy. par trop de civilitè, & modestie, ne pouvoir refüser
|| [[Handschrift: 562r]]
a mon Oncle, ceste conference secrette, sür tout, puis
qu'il disoit, avoir des choses importantes a me confier,
ce qu'il fit; <et m'amüsa> quelques menèes & prattiques de ma
femme a mon preiüdice <& des affaires pübliques quelque peü>, mais le principal de la confe-
rence visoit, a avoir de moy, par bonnes paroles, &
persuasions specieüses, bonne partie de mon ar-
gent, & de mes pierreries, car il y avoit aussy
deux bourees d'or monnoyè parmy, qui estoyent
a moy; & ün friand appas, pour les avaricieux.
J'eüs bien grande peür, que quelq'ün de la trouppe
entrèe, ne m'ostast (cependant que ie luy parlois,)
ces bourees, ou <gisans sür üne colomne ou pillier la ou <avec>> quelque ioyaulx, contre mon grè, & a
mon desceü. Ie rompis donc bien tost ceste <abbouchement>conferen-
ce, & elle estoit bastie, & accommodèe a mon grè.
Mais m'avisant de cest erreür, ie ne m'y arrestay
queres, m'en retournant par la chambre dite, la ou
ie vis assis a la fenestre, feü mon Oncle, le Prince
Jean George de bonne memoire <tout seül>, avec sa grande barbe
& bonne mine, tout triste, melancolique, & pensif,
me regardant austrement, & ne me disant mot. Ie
passay, donc oultre, retournant a mon thresor, & a la
nombreus compagnie, que la cüriositè y avoit attirèe.
Le Prince Augüste, ne disoit pas beaucoup, songeant seulement
a me confirmer ses pretensions, sür ce thresor, comme si
ce füst üne obligation & devoir de moy? Mon frere
par la peü tèsmoigna son aviditè, mais regarda
faire les autres, pensant bien, qu'en fin, il attrap-
peroit sa proye, sans s'appeiner, & avoir part
augasteau. Mes seurs presentes aussy, ne
songerent, qu'a des belles paroles, afin d'entrer
en concurrence avec les pretendans. Les gentil-
hommes ayderent a leurs maistres, entr'autres
Krosigk, Puschhausen, & Freybergk, & me crierent
avec leurs niaiseries, & cacquet, les oreilles
pleines, comme si de droict ie serois obligè, de partagen
tels thresors, sans aulcün avantage? Moy perplex
& confüs, de tant d'adversaires, ne sceüs, ou me tour-
ner, pour iouir paysiblement, de ma conqueste,
& commencay, d'en souspirer, & a m'en contrister.
Le Prince Louys, me voyant ainsy, me convia douce-
ment a m'acommoder au partage, & a ne retenir
tout pour moy, regardans encores, les pieces
par le menü, & admirans de nouveau, ces beautèz
Ie iette donc l'œil aussy sür le pillier apres mes bources
& comme ün noble dü Prince Louys, s'en vouloit saisir, & a y
|| [[Handschrift: 563r]]
mettre le ma<in>, ie sürvins jüstement á temps,
& le devançay, mettant mes bources avec l'or en
mes deux pochettes, & repoussant l'autre <qui estoit Wannstedt> avec risèe,
de tous les assistans. Jl y avoit ün grand boucquet
de Diamants aupres, que ie retiray aussy a'moy,
comme a mon avis, les meilleüres, & principalles pieces,
mais pensant prendre üne belle vase de rübis,
le Prince Louys, me dit: Mon cher nepheü, ne scavèz
Vous pas, que ceste vase m'appartient, & comment
en pouvèz vous doubter? Moy, tout estonnè, &
confüs, le luy laissay, & taschay de retenir le
reste, qui estoit là en nombre infiny. Or sortant
de la chambre dü thresor, pour appeller, quelque Page,
ou serviteür, pour m'assister & servir, & pensant ren-
trer, ie m'èsveillay, en entandant auparavant
üne tresdouce & Harmonieüse melodie, chantant
en Allemand, le Pseaulme, 119. Ach! wie so Sehlig, ist der
Mensch, für Gott? Der da hat, ein rein vnbeflegkt gewißen!
et tout ce premier verset, én ün ton, & müsique exquise,
puis l'autre verset, & commençant le troisièsme, avec
ün concert Anquelique, & encores plüs doux, et plüsbeau;
Ach Gott! Solt ich doch nur, so sehlig sein! ie m'èsveillay,
tout ravy en mon ame & marry d'estre privè d'üne si divine
müsique, & compagnie ravisante. Tost apres, me rendormant
un peü, ie conversay avec Monsieur de la Riviere, ministre a Delft, de
|| [[Handschrift: 563v]]
ce choses, & il me dist, de la porte dü Ciel, & d'autres
discours saincts, & edifians, que i'ay oubliè, en bon nombre
& comme ie pensay le revoir, on dist, qu'il n'estoit
<Nota Bene:> plüs au Monde, & qu'il avoit èsleü, üne bonne demeüre.
Je füs ravy de tout cela, & tiens ce songe, que
i'ay eu, dormant dans la paille, sür l'Elbe, (apres
ün iour de jeüsne, & d'orayson) pour remarquable.
Le bon Dieu! m'en face voir, üne bonne signification!
par sa Sancte grace, & benediction! pour mon salüt
temporel, et spirituel! Ainsy soit il!
Von Lentzen, nacher Schnackenburg <zur rechten> - - - 1 1/2 <Meilenm>
alda auch ein Zoll, nemlich der neündte, zur Rechten handt.
(Lentzen lieget zur lingken,) daselbst zu Schnaken-
burgk, haben wir kalte Küche gehalten.
Zu Havelbergk ist gestern der Pfaltzgrave v̈bergangen.
mit seinen trouppen, hat 10 Regimenter zu roß, bey
sich gehabt, vndt 4 Regimenter zu Fuß, vndt es sol
noch etwaß zurügke sein. Jenseyt der Elbe sollen sie
nacher Torgaw, vndt nach Prage zu, gegangen sein, wie-
wol sie sich gestellet, an vielen orthen v̈berzugehen.
Vor Lentzen lag viel arm volck im felde, kahmen
auß hollstein, vndt weil sie gehöret, das friede wehre,
hetten Sie wieder ihr vaterlandt in der Margk besuchen,
beziehen, vndt sich darinnen setzen abermals wollen.
| [Meilenm.] | |
| Nach Krumlohse, der zehende zoll, denen von adeln, Mülen- dorf zugehörig, zur lingken handt nur eine meile von Schnakemburgk, in stillem wetter. |
1 |
|
Wahrembergk zur rechten handt, der eilfte Zoll: gehöret einem Herrn von Pudlitz zu, vnferne darvon, im Schiffe geschlafen. |
1½ |
Ein Schiff ist vnß nicht weit von Schnakemburg begeg-
net, welches referirte, das sie an der lingken seitte gegen
havelberg, haben wollen kalte küche halten,
vndt anlendende, wehren Sie von Reüttern attacquirt,
vnd biß inß waßer hinein biß an die Sättel, wehren
sie geritten, Sie verfolgende, aber sie seindt ihnen
noch entfahren, dann sie kein gewehr, bey sich gehabt,
sich zu defendiren.
Zu Wahremberg hat man erzehlet, daß etzliche Kähne
wehren angegriffen worden, vndt daß die völgker, sehr
v̈bel hausen sollten, alß noch iemalß geschehen währe.
Wir seindt auch, ein gut stügk weges, irre gefahren,
daß man auf den grundt kommen, vndt damit, sich seümen
müßen.
Zwischen Wahremberg vndt Krumblose, in einem Dorf
auf der andern seitte, da die völgker marchiren zu
vnserer lingken, hat neẅlichst, ein officirer mit einer
partie Reütter, zweymahl die pawren chargiret. Sie
haben sich aber tapfer gewehret, vndt den officirer, mit
etzlichen Reüttern, erschoßen.
<Stargke regengüße bekommen.vndt guten windt.>
Von Wahrembergk nach Wörben, zur rechten handt - - 4 1/2 <Meilenm>
alda wir u
vnß proviant bringen laßen. Die Havel
kömbt gegen v̈ber, in die Elbe, vndt man siehet fast
eine meile darvon Havelberg liegen. Die werber
schantze ist numehr ruiniret. Zu Werben, so Märgkisch,
ist kein Zoll. <Wir seindt heütte um etzlichen platz wegen sehr incommodiret worden. perge>
Rebel ein Dorff, zur rechten, darbey wir ge-
angkert, vndt abermahl im Schiff, vor lieb genommen.
Bericht bekommen, das heütte die völgker fort sein,
hinundterwarts, gegen Magdeburgk zu, vndt sehr v̈bel gehauset
eDer Titul deß Herrn Pfaltzgraffen soll also sein;
Vonn Gottes gnaden Carl Gustavus Pfaltzgraffe bey Rhein in Bayern zu Jülich, Cleve vndt Bergen, hertzog, Graffe zu Veldentz vndt Sponheim
der Marck vndt Ravenspurgk, herr zu Ravenstein. Dero Königlichen Mayestät
vndt dero Reichs Schweden Generalissimus v̈ber dero Armeen
vndt KriegsLegat in Deutschlandt.
Nach Sandaw, der zwelfte Zoll, Ist Ertzstiftisch. <1 <Meilenm>>
lieget zur lingken handt der Elbe, vndt mag an itzo,
wegen der hindterbleibenden Mauseparthien, gar vnsicher sein,
inmaßen die armen Leüttlein, von dannen, daß
ihrige herüber, nach <auf> die rechte seitte geflehnet,
mit vorgeben, sie würden zu Jerichow, gegen Tangermünde <übergehen>
Die völgker sollen in die 14 tage lang, zu Sandaw, gelegen sein perge
Wiewol auch dißeyts, völgker logiren, welch <vndt> marchiren sollen.
theilß berichten, den v̈bergang, zu Jerichaw, oder zu Ragetz, vndt zu Barby, andere aber,
sagen bestendig auß, daß es nur eine feinte seye.
Man begehre Schiffe , vndt
|| [[Handschrift: 565r]]
rede von Schifbrögken, vndt v̈berpaßiren der Elbe, zu Jericho,
zu Ragetz, vndt zu Barby, denßen, gienge der Pfaltzgrave
gar gewiß, auf iehner seitte, mit einer armèe, von 10000
Mann, vndt 46 stügken geschützes, nacher Zerbst, Torgaw, et cetera zu,
ferner auf Prag, den Königsmargk, vndt Wittemberger
zu secouriren, weil die haüptarmèen, auf Prage zu, recta
gehen solten, auß Bayern, vndt vom Jnn. Tempus declarabit!
Interim, klagen die Landleütte gewaltig, v̈ber die
plagkereyen, vndter andern auch, haben sie vnß heütte,
auf der rechten seitte, gegen Sandaw v̈ber, geklaget,
daß sie endtweichen müßen, vndt daß dennoch von Jehner
seitte herüber, der General Maior, Graf Löwen-
haüpt, mit stügken feẅer auf sie geben, vndt sie also
schregken laßen, vermeinende pferde, proviant, vndt
andere fahrnüß, durch diß Mittel, von ihnen, zu erlangen,
er hat aber dadurch, nichts außgerichtet.
Arnßbergk, so Märgkisch ist - - - - - 2 <Meilenm>
Alhier, gehöret vnser Schiffer, (welcher Erdtmann Schwartz<enboldt> heißet)
zu hauße, vndt leßet sein großes Schiff, stehen, vndt außladen.
Müßen also, diese gute commoditet numehr fahren laßen, vndt
eine andere fahrt, zu vnserer reyse anstellen. Gott helfe vnß
ferner, in vnser Landt, mit glügklichem succeß, in gnaden Amen!
Eine große Schlange, hat sich heütte, in der Elbe, an vnßer
Schiff, gemacht, ist aber vom Oberlender, also zerschlagen worden,
daß sie sich im waßer v̈berworfen, vndt wieder wegkommen, v̈ber
einer Elle lang, vndt 3 quehr finger, ohngefehr breitt perge
Avis: daß 150 pferde, gestern, zu<bey> Tangermünde, ankommen, vndt herüber
gegangen, auf h <neẅen> Alvenßleben, vndt halberstadt zu, zu gehen
weil Sie vernommen, daß Kayßerliche parthien, aldar, sich sehen laßen.perge
Dörfte also, auf beyden seitten, der Elbe, vnsicher werden.
Die armèe sol zwar 10000 Mann stargk geschätzt werden, aber
kawm 8000 stargk sein. Der Pfaltzgrave sol einen gewaltigen
Staadt führen, vndt sehr viel handtroße, vndt bagagewägen
bey sich haben. Es continuirt, daß die haüptarmèen, auch
in vollem anzuge, auf Prag zu, sein sollen.
Zu Arnßbergk, haben wir, beym Bürgermeister16, vnsere
herberge bekommen. Es ist ein kleines Städtlein, auf einem
berge gelegen. hat eine feine Kirche, vndt es lieget auch
ein alt verfallenes Schloß daran. Sie seindt zimlich sicher,
vor den parthien, vndt es ist viel hereiner geflehet, an pferden
viehe, haußrath, leütten, vndt anderen mobilien, auch vom
Adel vom Lande haben hereiner sich retiriret, wegen
itziger gefahr. Das Landtvolgk, sol resolut, vndt wol
beschoßen hier herumb sein, also daß sich die Soldaten, vor
ihnen förchten.
Vnßer Schiffer Erdtmann <genandt>, wolte vns gerne weitter
führen, er kan aber seine Knechte vndt Schifvolgk (mit
welchen er, biß aufs meßerzugken, hart zu streitten
gehabt, vndt Sie ihre Müdigkeit, vorgeschützet, zur excüse)
nicht daran bringen, welches mir suspect vorkömbt.
Vielleicht ist Morgen, wilß Gott, ein beßerer ascen-
dent in ihren verwirreten, wiederspenstigen Köpfen!
Wir haben heütte alhier zu Arnßbergk, still liegen müßen. haben das
Schiff, so wir weitter zu gebrauchen, (weil das große stehen bleibet) zu rechte
stehen laßen, vndt inndeßen, zum theil außgeruhet, vndt vnß mit
warmen Speisen, beßer tractiren laßen, zum theil auch mit
spatziergängen inß feldt, vndt mit besichtigungen des alten verfal-
lenen hauses, die Zeit vertrieben.
Rindtorf ist nachmittage, zu seinem alten vetter, einem Rindtorff,
welcher vor iahren, dem Churfürsten von Saxen, gediehnet, vndt Oberster
wachtmeister, vndter ihm gewesen, (auch die haüptwache hatte,
alß ich anno 1635 vom Kayserlichen hoffe wiederkahm, vndt zum
Churfürsten zoge, nach Gartow, den <2.> tage hernacher, alß Baudiß
der Churfürstliche general mit der infanterie, vor Dähmitz ge-
schlagen wahr worden) geritten, vndt zween Märgkische vom
Adel, Dreschkaw, von geschlecht, so sich in itzigem Pfaltzgräflichen
marsch, herüber v̈ber die Elbe, salviret, haben ihm, mit
pferden außgeholfen, vndt ihme das geleitte, dahin gegeben, sie seindt
aber, aufn abendt, noch wiedergekommen. Il est riche, & a gaignè quelque
chose, a la guerre, mais<& n'a> point d'enfans, avec sa femme de la famille des
Ascheburgk, mais estant ruine, il est contraint, de faire des fraix,
par ses bastimens, et ün èscrivain, estant mort avec sa femme
& enfans, a Tangermünde, (auquel il avoit confiè 2000 Dalers, en
argent, et ioyaulx, vaillant) il a perdü tout cela, & n'a peu assister
son cousin, a ce, que ie croy, sans m'ingerer en leurs secrets.perge
Die Leütte alhier, reden zwar von den besorglichen völgkern,
gleichwol aber, seindt Sie sehr sicher, vndt Sorgloß alhier, weil Sie
keine wache halten, vndt Thür Thor bey Tage, vndt bey Nacht,
offen stehen laßen. Das Landtvolgk mag alhier frisch, vntd resolut sein.perge
<Schön Wetter.>
Gestern kamen 4 Reütter herein, welches ein Quartier-
meister von Garleben, gewesen sein soll, die leütte zu
schätzen, wiel sie ihr vieh, vndt mobilien, herein geflehnet.
| Meilenm. | |
| Nach dem, vnser Schiffer, Erdtman, sich, mit seinen
knechten genungsam, abcapituliret, vndt v̈berworffen, vndt endtlich mit vnß auf 15 Thaler, vor alles accordiret vnß, vndt vnsere leütte, vndt Bagage, biß nach Magdeburgk wilß Gott, im sechslastigen Schiffe, zu lifern, seindt wir forth, im Nahmen Gottes, von Arnßbergk, nacher Tangermünde so Märgkisch, vndt der 13de zoll ist, zur rechten gelegen vndt |
2 |
Aufm Schiff, kalte küche gehalten weil man zum zöllner,
welcher vielerley difficulteten gemacht, vndt daß erkaufte
guth zu meiner hofstadt, nicht frey paßiren laßen wollen,
(vnterm vorwandt, es hette es ihm neẅlichst, der Cammerpræsi-
dent <von Berlin> im durchraysen, verbotten, keinen, auch fürstlliche personen
nicht ihre zollbahre güther, ohne bey sich habenden, eigenen
Churfürstlichen paß, paßiren zu laßen) schigken, vndt sich aufhalten müßen.
Meine Söhne, haben im felde, spatzirende vögel geschoßen.
| Meilenm. | |
| Von Tangermünde, nach Kloster Jericho, so Stiftisch, vndt der
viertzehende zolle ist, zur lingken gelegen |
1 |
Man hat eine partie von 24 pferden, aldar gesehen, deren
nur die helfte montirt gewesen, vndt ist viel, sagens,
von den Schwedischen Pfaltzgräffischen völgkern.
| Meilenm. | |
| Von Jericho, nacher hegestange17, einem Dorf zu vnserer rechten
aldar im Schiffe, mit behutsamkeit, vnser Nachtlager gehalten. |
1 |
Seindt also heütte vier meilen gefahren, vndt es gehet etwaß
langsam, mit dem Tregken forth, auf der Ochßenpost, iedoch
hilft der liebe Gott immer weitter, mit gnaden. Er wolle
es ferner, reichlich thun! vndt sein güthe, nicht von vnß wenden!
<Regen, vndt gut wetter, baldt nacheinander.>
Dem Schiffer, wirdt gegeben, vor personen, vndt bagage, vor
alles, von Hamburgk, biß gen Tangermünde, 17 ReichsthalerRthlr: von
dennen, biß nacher Magdeburgk, 15 ReichsthalerRthlr: thun, in Summa - 32.
Wir seindt heütte vier meilen von gerayset, nemlich biß
an daß Dorf Berting, eine meile von Ragetz, vndt also - 4 <Meilenm> <meilen>.
Vndterwegens, ist wenig an victualien zu bekommen
gewesen, vndt wirdt also vnsere kalte Küche, etwaß
genaw vndt spahrsam. <Vom Tregken durch Morast, durch digk,
vndt dünnes, stogk vndt stauden, berg, vndt thal werden die Schiffknechte sehr müde.>
Obschon Berting, auf der rechten handt, der Elbe lieget, (wie
wir an itzo, den Strohm hinauf raysen) vndt also die vnsicherheit
so gar groß nicht, alß gegenv̈ber ist, woselbst der Pfaltzgräfliche
marsch, hingegangen, So haben wir doch, wegen v̈bergesetzer
parthien, nicht trawen können, vndt abermalß vom Lande
hinweg, vnß in den Strohm, auf Angker begeben, vndt wieder
auf der Elbe, im Schiff, auf Strohe geschlafen, nicht wenig an-
fechtung, von den Mügken, vndt Schnaken, so dann auch, von
den flöhen, (wil nicht hofen, anderen ärgern vngeziffer) die
gantze Nacht hindurch habende. Leiden, um aufzustehensuffrir; para subir!
Quod durum fuit patj, meminisse dulce est!18
Dulcia non meruit; qui non gustavit amara.
<Schön Wetter>
| Meilenm | |
| Von Berting, nach Ragetz, der 15de zoll, zur rechten, | 1 |
| Nigeripp, zur lingken, ein dorf | 1 |
| Hohenwart | ¾ |
| Rodensehe <zur rechten, ist Magdeburgisch> | 1 |
Gestern sollen bey Ragetz, 40 pferde vorbey,
gegen Magdeburg zu, gegangen sein.
Abermals im Schiffe, geschlafen, vndt gegeßen, auch
Mügken, vndt flöhen, angefochten worden, anderer jncommo-
diteten, zu geschweigen!
<Schön, warm Wetter>
| Meilenm. | |
| Magdeburgk, der 16de zoll, zur rechten
eine meile zu waßer, wegen der vielen krümmen perge |
1 |
Gott seye lob, Ehr, vndt dangk! Der vnß biß hierher, so
gnediglich, vndt väterlich begleittet, vndt geführet
hat! Er wolle vnß ferner gnediglich zu rechte bringen
vndt seinen Schutz vndt gnadenhülfe, nicht von vnß, wenden!
Ein par personen auf vnsern Schiffe, klagen treflich,
v̈ber zahnwehe, welches zwar kein wunder ist, Zu ver-
wundern ist es aber, vndt Gott dem herren, zu dangken,
das Meine Söhne, alles vngemach, biß dato, so wol auß-
stehen können, vndt nicht vnpaß geworden! Gott wolle sie, ferner
stärgken, kräftigen, gründen, vndt erhalten!
Am waßerthor, eingezogen, in der herberge, da wir, vor 10
wochen, (als wir vnß, auf die rayse, begaben,) einkehreten,
bey Meister Adrjan, einem Koch.
Ein Leütnampt, (Wolf<Hans Albrecht> genandt, so vnserer hollsteinischen
Magdt, der Leonora zu Bernburgk, verwandt ist) hat vnß
im waßer gefraget, wer wir wehren, vndt hernacher vnß, in
die herberge convoyiret, vndt 2 Mußketirer, ehrenthalben
vor die Thür, vnseres hauses, gestellet.
Jch habe Tobias Steffeck von Kolodey zum Bürgermeister Lentje
ihm etzliche, desideria, andeütten laßen. Er hat
den Rath, extraordinariè zu convociren, vndt vmb
5 vhr gegen abendt, die resolution wißlich zu machen,
mir zu gefallen, vndt vndterthehnlich ehren, vndt diensten, sich
erbotten. Mais ie prevoy, peü d'effect.
Die mahlzeit, ist vor 6 Groscheng: die person, an der herren
tafel, vndt 4 Groscheng: vor ieglichen Diehner, vndt Nacheßer
bedungen worden, ohne den wein, welcher, weil er guht
vndt ein Wirtzburger gewesen, die Kanne, auch zu
6 guter Groschenggr. bezahlet werden müßen.
Der Stadt Maior Lüderwaldt, (so vorzeitten, den Schwedischen
vndterm Banner gediehnet, aber schlecht recompensiret,
vndt ohne vhrsach, wie er berichtet, mit hengken, bedroẅet
worden, vndt baldt darauf ihrer sich endtschlagen, vndt
abgededangkt,) ist zu mir zur mahlzeit, kommen, vndt es hat
allerley dißcurß gegeben. Heütte seindt, 400 pferde, vor
diese Stadt, gekommen, mit einem Obrist leütnant19 (welcher sich
nicht melden wollen, vndt haben zimlich auf dem Felde fourragi-
ret vndt diesen leütten, einen schregken eingeiaget. Dörften
ihre rayse nach Bernburgk; vnsicher machen. Gott bewahre vor anstößen!
Gegen abendt, alß ich eßen wollen, ist der Maior Lüderwaldt
wiederkommen, hat mich complimentiret, vndt benevenirt im Nahmen
des Rathes, vndt sich im v̈brigen, auf ihres deputirten Relation be-
ruffen, welcher aufm Fuß gefolget, nemlich: ein CammerSecretarius
vom Raht, welcher perorirt, curialia, vndt darnach allerley
generalia gebracht, (alß ich schon an der tafel geseßen) in den dreyen
angetragenen puncten, 1. wegen, des Kayserlichen Privilegij, wegen
der freyen Navigation 2. wegen einer vorgeschlagenen assignation
so mir bequehm wehre, der proximitet halben 3. wegen der fehre,
deren Sie sich angemaßet, davor ich satisfaction begehret et cetera
Darnach hat er mir 10 große Kannen weins, im Nahmen des
Raths, verehret, darundter 2 mit Spannischem, die andern
wol den Maior, abermalß, vndt dann den Secretarium
mitt zur mahlzeit behalten, vndt mehr, mit conversiren alß
mit Tringken, die Zeitt zugebracht, vndt es hat mancherley gute
gespräche gegeben perge Die Träger des weins, seindt auch mit gehörigen
Trangkgeldern, nicht vergeßen worden. Jm häuptwergk
aber, habe ich anstadt der gehoften resolution, nichts anders vernom-
men, alß: Sie hetten nicht können, sich versamlen, wie gerne es
auch der Bürgermeister gewoltt, wegen, absentz etzlicher
auß ihrem Mittel, wie auch wegen des heutigen Heiligen Sontages, vndt devo-
tion, so dann auch, wegen der confusion, so ihnen die heüttigen gäste
der 3 oder 400 pferde gebracht, vndt in ihren feldern, fourragiret,
vndt allerley postulata begehret. Wann ich aber noch morgen
(gebe gott) verziehen, oder da ich zu eilen hette ein Memorial ihnen
hindterlaßen wollte, So wolten Sie sich Schriftlich, in einem vndt
|| [[Handschrift: 569r]]
andern desiderio, gegen Mir, zu erklähren wißen. Die as-
signation, würde wol schwehrlich, von wegen ihres vnvermö-
gens, vndt notorischen ruin, zu effectuiren sein et cetera Recommen-
dirten sich et cetera demissè perge Patientia! also bin ich heütte alhier
zu bleiben vmbsonst geäffet worden, wiewol der windt gar
contrarij, vndt vnser Schiff noch nicht gereidt gewesen!
Avisen geben: daß der Ertzhertzogk Leopoldt Wilhelm,
totaliter, von dem Prince de Condè, in Flandern, auß dem
felde geschlagen seye, vndt in die 8000 Mann, verlohren habe,
quod incredibile auditu;) auch geschütz[,] bagage et cetera der Ertz-
hertzogk wehre schon zweymahl gefangen gewesen, aber
allemahl wieder liberiret worden, hette treflich tapfer, auch
vor seine person, gefochten, vndt sein volgk animiret.
Die Frantzosen, wehren auch einmahl schon ge-
schlagen gewesen, aber der General Maior Erlach, wehre mit 6000
Mann, deützschen völgkern, darzu kommen, vndt hette den Fran-
tzosen, das treffen ergäntzt, vndt die endtliche victoriam
durch tapferes gefechte, zu wegen gebracht. General
Beck, wehre auch geblieben, vndt viel hohe officirer, auf
Spannischer seitten. Wehre wol eine große verenderung!
Gott gebe den Christen friedfertig Gemüther! Amen!!
Ich habe ein Schif vor 7 Thaler, vor vnß eilf personen,
vndt viel bagage, bedingen laßen, darnach, hat man noch,
vmb eines alten Zängkischen weibes willen, so brandtewein
gesoffen, vndt den accord, nicht halten wollen, einen halben ThalerThlr
darzu thun müßen, von Magdeburgk biß nach Calbe zu navigiren,
morgenden Tag, geliebt es Gott!
<Warm Wetter, vndt Sonnenschein>
Jch bin lange aufgehalten worden, mit dem thor aufmachen auftra-
gung des vielen bagage, vndt anderer seümnüß, theils von vnsern
eigenen bedienten, also: das ob ich schon vmb 4 vhr, frühe mit meinen
lieben Söhnen, fertig gewesen, dennoch, vor 7 vhren vormittags, nichts
forthkommen können, desgleichen mir auf dieser rayse, ad nauseam
usque zum öftern, leider! wiederfahren. Aber, man muß sich, mit
Pacientz, armiren, vndt bißweilen, 5 gerade sein laßen.
Der Schiffer, so vnß führet, heißet: Michel Werner.
Jst eben deriehnige, welcher meine Söhne, vorm iahre, alß Sie
auß Hollandt, wiederkahmen, von Hamburgk, biß nach
Magdeburgk, geführet hat, worüber er sich erfreẅet.
Seindt also, im nahmen des herren, auß vnserer herberge
gegangen, die brügke paßiret, vndt zu Schiffe gestiegen,
haben aber gar warmes stilles wetter gehabt, vndt vnß
zum theil tregken laßen, zum Theil ist auch mit stagken, das Schiff
forthgeschoben worden, alles etwaß langsam. Eine meile
von Magdeburgk vnferne von einem wüsten Dorfe, seindt
9 Reütter, zimlich wol montirt, eine weile neben vnserm
kahn, (welcher nahe am lande gieng, vndt eben getregkt
wurde, auch theilß von vnseren leütten, außgestiegen
wahren, vndt spatziren giengen) hergeritten. Sie haben
aber, nichts auf vnß tentiren dörfen, weil sie vielleicht
officirer bey sich gehabt, vndt zweene handtroß beyführten
oder aber da Sie vnß, mit vnserm gewehr, vndt büchßen, in
gegenverfaßung, sahen. Sie seindt darnach, von vnß abgeritten
|| [[Handschrift: 570r]]
vndt haben die Straße nach Saltz verfolget, auch vndter-
wegens, etwaß gesehgelt, vndt denen, so das Schif zogen, die
Mühe, in etwaß erleichtert.
| Meilenm. | |
| Zu Schönebegk, zur rechten handt, gelegen, (wie wir
an itzo, die Elbe hinauf raysen) hat man kalte küche ge- halten. Jst von Magdeburg zwey meilen, zu waßer vmb 12 vhr, kahmen wir aldar an, vndt also in 5 stunden, wo nicht Sechstehalben, auf der schneckenpost. |
2 |
Wir seindt etzliche mahl heütte, auf den Sandt, ge-
tregket, welches auch gar verdrießlich, vndt hinderlich ist!
Peüt estre, ignorent ils, ces batteliers, la situation
de ces banes de sable, navigeans plüs frequement, de <entre>
Magdeburg & Hambourg, qu'au de ça, Mais aussy cela
est vray, que selon la grandeur, ou petitesse de la rivie-
re monceaux de sable ou de terre, s'ammoncellent, ou
se perdent, en s'èscoulant, ainsy que les batteliers sont
en ces cas, de ce sübit, & frequent changement, en quelque
façon, excüsables, et irreprochables.
Schönebegk ist der 17de vndt 18de zoll, dann der Churfürst
von Saxen, hat einen zoll aldar, vndt der Rath<Ertzbischof> zu Magdeburg
den andern. Es lagen an itzo, viel Schiffe, von Dresen[!]
aldar, so theils mit brenn: theilß mit anderm holtz, vndt
Brettern, beladen wahren, vndt holen wieder Saltz davor,
mit proffit des ChurFürsten. Es wahren auch viel flößen
floßhöltzer, vndt baẅme darbey.
| Meilenm. | |
| Von Schönebegk, nach Barby <zur rechten aufwarts>
alda wir vmb 9 vhr zu abends, mit vnstehten ge- witter, baldt guht, baldt böse (Gott lob) glügklich ankahmen. Jch blieb in der herberge, weil es späht vndt der grave abwesendt, beym pfaltzgraven gewesen so aber auch spähte, noch ankahm. Wir wahren schlecht accommodirt, vndt musten weitt zu fuße gehen. Nota Bene: Je songeay encores ce mattin, que feü Son Altesse Monseigneur mon Pere, auroit donnè ün beau, & riche present, au Düc de Neẅburgk, ün tapis tout enrichy de tresbeaux rübis <èsclattans> & comme on l'ar- rangeoit ensemble, ce auroyent estè de tres- belles armoiries. Ie me füsse èsmerveillè avec d'autres, de telle liberalitè de feü Son Altesse[.] Elle m'auroit respondü: Laissèz moy faire; aussy bien, cela se gasteroit, et perdroit autrement, ainsy quoy qu'èsbahis, de ceste rèsponce mesmes, il falloit se contenter, & pacienter! |
2 <zu waßer> |
| Meilenm. | |
| Von Barby zu waßer, vollends, nach Calbe | 2 |
V̈ber diesen zwey meilen zu waßer, haben wir
in die 10 Stunden zugebracht, weil es den Strohm
|| [[Handschrift: 571r]]
hinauf gegangen, vndt grawsam, Nacht, vndt Tag ge-
regenet, auch gar vnsteht wetter, der vielen krümmen
zu geschweigen, gewesen. Jst vnß also dieser weg,
sehr sawer, vndt alles mit regen, sehr durchweicht
worden. <Calbe lieget zur rechten handt der Sahle aufwarts. et cetera>
Gestern, vndt heütte, ist viel sagens, von deß
Pfaltzgraven v̈bergang mit dero armèe zu Agken
gewesen. Alhier zu Calbe seindt heütte, zu
vnserm glügk, 300 pferde aufgebrochen, welche
der Obristleütnant Steinbergk commandiret, de la
rüdesse düquel, ils se plaignent fort perge
Der höfliche Bürgemeister[!] Kern, zu Calbe, hat
mir gut losament zu wege gebracht, vndt mir
so wol mit freyem quartier, alß freyen Fuhren,
außhelfen laßen, vor einer Caleßenkutzsche,
vndt dreyen großen pagkwagen, biß nach Bernburg,
auf Morgen wilß Gott, zu gebrauchen.
Ein Somnium gehabt, wie ich bey der Schwester, zu Strehlitz,
gewesen, welche in schwartzem tiefen Trawerhabit,
mit Florßbügeln vmb den kopf her, sich sehen laßen, wie
auch die andern beyden Schwestern, vndt ihre Töchter.
|| [[Handschrift: 571v]]
Alß ich nun mit meiner Schwester, der hertzoginn, heim-
lich zu reden, angefangen, mich v̈ber die Trawer erkundi-
gende, vndt nach schwester Sibille fragende, hette
schwester Anne Sofie (Sehliger) in dergleichen Trawerha-
bit, ihren kopf zwischen vnß vnversehens gestegkt[,]
darüber ich gestutzt, baldt hette es eine andere,
vndt (wo ich recht behalten habe?) Schwester Sofia
Margaretha, gethan. Jch hette desto mehr nach
Schwester Sibille zu fragen, angehalten, So wehre
eine stimme vndter den vielen redenden, gehöret
worden, mit folgenden wortten: Sie ist nicht mehr
vorhanden! Baldt darauf, erwachte ich perge
Gott gebe mir, gute bedeüttung, dieses Trawms!
| Meilenm. | |
| Bürgermeister Kern, á Dieu, gesagt, vndt darnach, mit vnse- rer Calesche, vndt wagen, forth, im Nahmen des herren vndt im geleitte der Heiligen Engel, gen Bernburgk vndterwegens, zu Niemburgk, durch die etwaß tieffe, vndt angelauffene Bude, gefahren, welches das zeüg, etwaß verdorben. |
2 |
Gott lob, vndt dangk! der vnß so vätterlich vndt
gnediglich, bewahret, auch zu waßer, vndt lande,
glügklich durchgeholfen hat. Er wolle ferner, vnser
|| [[Handschrift: 572r]]
gnediger vater, Schutz, vndt Schirm, sein! habe also
Meine freundliche herzlieb(st)e gemahlin, Schwestern, vndt kinder, so
noch anwesend, mit meiner, vndt meiner Söhne an-
kunft, noch vormittages, hertzlich erfreẅer.
Alleine bin ich auch hertzlich betrübet worden,
die Trawrige post, vndt notification zu erfahren,
das mein heüttiger Trawm, nur allzuwahr worden,
vndt die weylandt hochgeborne Fürstin, meine
Freẅlein Schwester, Sibille Elisabeth, Sehliger,
vor ein 14 Tagen, zu Strehlitz, sehliglich endtschlafen,
vndt gar ein Christlich sehlig ende genommen, nach
deme Sie, fast ein drey iahr hero, schwach vndt
krangk gewesen! Sie ist mit mir aufgewachßen,
vndt wol <von Jugendt auff> eine rechte liebe Schwester, auch Gott-
sehlige Tugendtsahme vernünftige Sehle gewesen,
welche Gott ihrem Schöpfer auch wolgefallen,
die Christliche kirche, durch ihr exempel vndt
gute lehren, vielfältig erbawet, vndt numehr
Ritterlich v̈berwunden hat. Gott gebe vnß, vndt
allen Außerwehlten, zu rechter zeitt, eine sehlige
Nachfahrt, nach Seinem Gottlichem willen, vndt
wohlgefallen, in Christo Iesu, durch krafft des heiligen Geistes, Amen!
Finde also viel zu Thun, so wol wegen anstaltt, der
abholung, der Fürstlichen leiche, vndt künftiger begräbnüß
alß wegen der postulaten der Schwedischen Pfaltz-
gräflichen völgker, auch anderer sachen, in publicis,
privatis, & Oeconomicis, welche sich gehaüft
haben. Der Pfaltzgrave sol diese Nacht, mit
etzlichen hohen Officirern, zu Weißandt, daß
haüptquartier gehabt haben, zu Cöhten aber
gelegen, vndt tractiret worden sein. Landgraf
Fritz, sol auch von der Weser, mit 2000 Mann
zu Halberstadt ankommen, zu Ballenstedt,
logiren wollen, vndt alhier, zu Bernburgk v̈ber-
zugehen, vorhabens sein! Gott tröste vnß, in so
vielen, vndt mancherley afflictionen, vndt be-
schwehrungen! Der Obristleütnant Israel, sol auch
gleichwol vor 14 Tagen, mit ordre außm lande,
aufgebrochen sein, nach dem er, in die 26000 ThalerThlr:
dem lande gekostet. Auch sollen an itzo, in
die 130 pferde zu hoim, logiren, darüber der Ampt-
mann sehr klagen Thut. Gott helfe auß Nöhten!
Jch habe viel briefe, von Wien, Paris, Berlin,
|| [[Handschrift: 573r]]
vndt andern orthen, vor Mir, gefunden, auch viel
avisen gelesen, item: relationes von Oßnabrück so ich
nicht zeit, anhero zu setzen, noch zu extrahiren.
Die Erndte alhier, zu Bernburgk, ist noch nicht
allerdings geschehen, so wol wegen des stehtigen regen-
wetters vndt Näße, alß abgangs der herrendienster,
So dann auch, wegen der marche der itzigen völgker.
Vor acht Tagen, hat der hagel, wie Mußkeeten
kugeln groß, in meinen weinbergk zu Aderstedt
geschlagen, vndt selbigen weinwachs sehr vernichtiget.
hette auch bey nahe, ein kindt Todtgeschlagen, wann
es nicht vom wintzer, in einem korbe, wehre salviret
worden. Alte leütte, zu 70[,] 80 iahren, gedengken, dergleichen nicht. perge
Gott verhüte mehreres unglügk! vndt landtstrafen!
vndt wolle ia nicht, seinen Segen, von vnß entziehen! Amen!!
Es kommen vndterschiedliche klagen ein, das die Pfaltzgräflichen,
im Zerbster Antheil, v̈bel gehauset, auch dißeyts, große
preßuren, den leütten anthun sollen, wiewol etzliche auch,
jhre ordre, loben, also: das vndterschiedliche Officirer, bey ihnen, sein müßen!
Iacob Antony von Krosigk, ist gestern abendt, von Erx-
leben anhero kommen, hat sich bey mir, submisse præsenti-
ret, gratuliret, vndt respective condoliret, auch
sich befraget, ob ich nacher Brehmen, Zelle, Wolfenbüttel,
vndt Hanover, etwaß zu befehlen hette, dieweil er
selbiger örther, zu verraysen gedächte. Risposi generalmente!
<Sturmwinde>
Somnium: von seltzsamen v̈berwerffungen, vndt das ich
mit einem sturm, solte v̈berworfen werden! Gott wende
alles böse, in gnaden abe!
Avis: daß der Generalissimus der pfaltzgrave, heütte seye
nacher Cöhten gebehten worden, dann sie marchiren alle
Tage, sehr langsam, vndt geheim! Er hat aber davor
protestiret, wegen des Tringkens, vndt daß er nur
ein par Stunden sich aufhalten würde können. Die
Aeptißinn von Quedlinburgk, sol auch zu ihm ge-
zogen sein, wie auch in Neẅligkeit, in der Margk,
die Hertzoginn von Schöningen. Jst ein neẅer brauch.
Paulus Ludwig, Secretarius jst bey mir gewesen,
hat mir ein gantz convolut acten, (so sich in Meiner
absentz, gehaüffet,) mitgebracht, 1. wegen der Steẅren, mir
einschaffen, vndt einlifern sollten. 2. wegen des iüngsten
Freẅleins zu Deßaw, Steẅer, welches ein hertzogk von
|| [[Handschrift: 574r]]
der Lignitz Brigk; heyrathen sol, darinnen sie
die herrschaft, vndt landtschaft, Fürst Iohann Casi-
mirn, zu favorisiren, vndt ihme zu helfen, gedengken,
auch auß des Bernburgischen antheilß, Steẅren, vndt darin-
nen, mir eingriffe zu Thun, contra fas, et æquum!
mit allerley vnleidlichen anzügligkeitten. perge
3. Wegen eines Ertzstiftischen grentzstreitts,
mitt Fürst Augusto vndt dem Krosigk von Bösem,
ratione jurisdictionis, darein man mich auch,
immisciren will. 4. Osenbrügkische rela-
tiones, von friedenßtractaten, in die 12 so in
meinem abwesen, ankommen. 5. Jn der Bambergischen
lehenssache, da der gute Geüder, avisiret, daß
er von einer parthie, Königßmargkische, (vndter ei-
nem Rittmeister Legate20) in seinem eigenem hause
heroltzbergk, schändlich v̈berfallen, mit den seinigen
geplündert, biß aufs hemde außgezogen, vmb geldt,
zun lehenwahren, so wir ihm geschigkt, durch diß
vnglügk verlohren haben, also daß nohtwendig andere an-
staltt müße gemacht, vndt an den Bischof zu Bambergk
geschrieben werden, inne zu halten, biß friede gemacht.
Fürst Johann Casimir tergiversiret, wil vns, diese lehen
renunciiren, zeücht præiuditz, schaden, vndt gewißen ahn.
|| [[Handschrift: 574v]]
6. Wegen Meiner Schwester, Freẅlein Sibille Elisabeth
absterben, vndt abführung der leiche, seindt auch allerley
vorschläge, vndt desideria, billich zu ponderiren, gewesen[.]
Nachmittags, ist Er Hesius, zu mir kommen, da ich dann, der
collecten halben, vndt anderer sachen wegen, mit ihm, geredet.
Postea: mit dem Præceptore, Hangkwitz. perge
