<7 lerchen, die Nacht.>
La memoria del dileguato ben, non vuol ancora
perdersi! Oh rimembranza miseria! e dolente!
L'è pure, una cosa strana! e stupenda!
Jn die kirche, conjunctim vormittages.
Extra zu Mittage, den hofprediger, gehabt.
Eine commission vornehmen laßen, durch den hofmeister
Einsjdel, Tobias Steffegk von Kolodey, wie auch
durch Philip Güdern, küchenmeister, vndt landrichter,
wegen Kerstens1, welcher in seinem abwesen,
von den Soldaten, tribuliret vndt exequiret
worden, durch paßionirten anlaß Bürgemeister[!] Spigels,
gegen den er sich, de facto, zu revangiren,
gewillet gewesen, ich ihm aber, inhibition thun
laßen, vndt die sache, pro nunc, verabschiedet. perge
Nachmittags cum sororibus, & filiis, wieder in die kirche,
da Er Marggravius geprediget, außm Propheten
Jesaia: Wehe dir! Du verstöhrer, etcetera[.]2
<Stargker windt.>
Paul Ludwig habe ich bey Mir, gehabt, vndt expedienda
expediret, in viel: vndt mancherley Sachen. Gott
gebe mir doch erleichterung, in publicis, et Privatis!
Matz Krosigk; ist wiederkommen, hat allerley erinnert,
vndt ist zur legation vorgestellet, darnach dimittiret worden.
Mit Wolfgango Sutorio, in Oeconomicis, allerley
zu befehlen gehabt.
Rindtorf ist nacher Altemburgk, auf eine ge-
vatterschaft, zu Erlachs Sohn. Mein Elltistes
Töchterlein, ist auch gebehten. Jungfer Helena
Wahusch, (so auch vor sich stehet) vertritt ihre
Stelle. et cetera
Risposta generosa, di Madama Jsabella perge in un sog-
gietto datoglj, per l'occasione de' tempi presentj.
<Gran vento; hierj, e l'altr'hierj.>
Die confirmation der Schlacht, in Engellandt, vndt das
gleichwol, friede tractiret werde.
Der schluß, zu Münster, auch mit den Gallis.
Die Niederlage, vndt gefängnüß, deß Graven
von Buchheim, vndt anderer Generalspersohnen,
in Böhmen.
So wirdt auch avisiret, daß wegen der confjrmirten
verenderung, zu Constantinopel, ein Türckischer Chiauß3
zu Wien, angekommen wehre, den frieden mit dem
Römischen Kayser, zu erneẅeren vndt zu bestehtigen,
auch alle irrungen vndt hostiliteten, an den
vngrischen gräntzen einzustellen, vndt abzuwenden.
Jn der Jnsel Candiâ, sol die Stadt Candia, sehr be-
drenget sein, von Türgken, vndt die Außerwergke alle
verlohren. Pfaltzgraf Philips, ist dahin zum Entsatz,
mit etzlichen seiner völgker. Gott bewahre die Christen!
Der Pabst hat auch vnruhe in Rom, wegen
großer Theẅerung, vndt absetzung deß Præfectj4.
Seine Donna Olympia sitzet in gefahr, vorm volgk.
Cremona helt sich noch. Der große windt,
hat Thürne[!] darinnen gefället, vndt die kette
am Po, zerrißen, den Spannischen zu guhte, den Fran-
tzosen, vndt ihren Schiffen, zum schaden.
Vor Vuerne in Flandern, (ehe es noch erobert,) ist
der Prince de Condè geschoßen, vndt verwundet worden.
Leßet sich nach Paris, bringen, aldar daß Parla-
ment, seine alte freyheit, undt vigorem wieder
erlanget. Conte d'Avaux, ist wieder in grazia,
vndt nacher Münster wieder geschickt worden.
Die conspiranten in Spannien, (welche den König,
haben auf der iagt vmbbringen, seine eintzige
Tochter, (so des Kaysers Sohn, versprochen,) entführen,
zum Printzen in Portugall führen, vndt dadurch,
Spannien, vndt Portugall vereinigen, etzliche pro-
vintzien vndter sich selbst theilen, Napolj, Catalonien,
vndt die Niederlande aber, der Kron Frangkreich
|| [[Handschrift: 613v]]
zuschantzen, vndt also eine große gefährliche
Metamorphosim, anstiften wollen, So aber durch
einen Spannischen Rittmeister5, dem Könige entdeg-
ket, vndt offenbahret worden,) sollen fleißig
examiniret werden, vndt werden darundter etz-
liche Grandes, mit nahmen, genennet.
Der König, in Dennemargk; Friedericus Tertius,
wirdt numehr, auß Norwegen, erwartet, die
huldigung, auch in Schleßwygk; vndt Hollstein,
anzunehmen. Gleichwol, lieget noch, die
Schwedische flotta, vor der Spitze, vom eüßersten
Judtlandt, deren rechte intention, noch verborgen.
Die Grisoner, handeln mit dem hause Oester-
reich, vmb etzliche plätze, an ihren gräntzen,
in der Grafschaft Tirol, so Sie erkauffen wollen.
Spannien, verkauft Finale, den Genue-
sern, damit es Frangkreich, nicht an sich bringe.
Der Bapst, vndt der Großhertzogk, sollen
auch miteinander, streittig sein.
Der Pfaltzgrave sol in Böhmen angelanget sein.
General Wittemberg, sol wieder etzliche plätze,
in Böhmen, occupirt haben, als: Wudian, Pisga,
vndt andere mehr. Das glügk schneyet ihnen zu!
Es wirdt auch extra ordinarie avisirt, alß solten die bürger
in Tabor, auf vertrösteten secours, 200 Mann Schwedische
besatzung, v̈berwältiget, undt niedergemacht haben,
dieweil aber der secours der Kayserlichen außenblieben,
Alß hetten die Schweden wiederumb, der stadt Tabor
sich bemächtiget, vndt alle bürger, mit weib vndt
kindern, darinnen, biß auf 5 <bürger> niedergehawen.
Das seindt die fructus immanis[!] bellj civilis!
Gott gebe friede, in der Christenheit!
| Meilenm | |
| heütte bin ich, mit Meiner freundlichen herzlieb(st)en Gemahlin, meinen
dreyen Söhnen, vndt meiner Elltisten Tochter, nacher Ballenstedt gezogen, von Bernburgk, in einem futter |
5 |
Meine Elltisten Söhne, haben vndterwegens gehetzt,
vndt einen hase<n>, gefangen.
Zu Bernburgk, haben wir erst gefrühestügkt,
vndt baldt darauf ist Friederich Christof von
Trohta erschienen, hat anfangß, eine supplication
einraichen laßen, darnach aber persöhnliche audientz
begehret, da ihm dann der handel, wegen all-
zuscharfer procedur, wieder die vndterthanen zu heck-
lingen, zimlich verwiesen worden.
Jm hinundter fahren, haben wir den Sargk besehen,
beym kannengießer, welcher vor Meine Sehlige Schwester,
verfertiget wirdt.
Allerley expedienda, noch zu Bernburgk; expedirt, vndt
|| [[Handschrift: 614v]]
auch zu Ballenstedt, viel zu thun, gefunden. Der
Amptmann Märtin Schmidt, hat vielerley referiret,
vndter andern, daß zu Ermßleben, 150 dragoner liegen,
vndt noch 5 compagnien, nachfolgen sollen. perge
Zu Bernburgk, hatten wir an der Fehre, ein vnglügk,
in deme im abschießen der kutzsche, zweene abgespannete
pferde, angerührt, vndt das eine in das waßer zu
springen, gedrungen worden. Es wehre bey nahe, ersoffen,
man brachte es aber, noch mit mühe herauß, die iunge
wachtel, in dem man es (auf mein erinnern) loß machte,
vndt selbst <herauß> schwimmen ließe.
Zu Ballenstedt, ist in Meinem cabinet, ein buch
pappier, (so eine stunde zuvor, hingelegt gewesen)
von den Maüsen, sehr zerbißen, vndt zerfreßen
worden, mit verwunderung! Mala omina!
Songe; comme ie füsse allè en ün lieu principal, & mes
bottes, eüssent estè rompuës aux pieds, si que (sauf
respect) mes pièds nüds, eüssent parü par mes bottes,
dont j'eüsse eü honte, & personne de mes gens, ne
les eüst voulü faire raccommoder.
Jn den flegken alhier zu Ballenstedt, zur
kirchen, am heüttigen BehtTage, gefahren,
mit meinen beyden Ellteren Söhnen, etcetera[.]
Doctor Mechovius, hofmeister Schwechhausen, <vndt> Rindtorf, haben vnß
accompagniret, nebst andern von vnserm comitat.
Nachmittags, bin ich spatziren gegangen, an die Teiche,
inß forwergk, in die Ställe, vor die Scheünen, in gartten,
auf die ägker, vndt sonsten zum rechten, zu sehen. Gott laße
alles, wol gerahten, vndt gedeyen!
Schreiben von meinem Bruder, Fürst Friedrich en bons termes.
Die Erffurdter avisen geben:
Das in Candia, die Außerwergke vor der Stadt Candia
wieder erobert seyen, durch einen braven außfall
der Christen. Der Türckische Kayser Jbrahim,
seye von den Janitzschahren, stranguliret, vndt
sein Sohn Achmet6, von 7 iahren, auf den Thron solen-
niter gesetztet, auch der friede mit dem Römischen
Kayser confirmiret, hingegen der Tartarcham[!]
wieder Pohlen verhetzet, vndt tyrannisch von
Tartarn, vndt Cosagken darinnen verfahren.
Jn Schottlandt, ist das Parlament daselbst
wieder die Königischen, aufgestanden.
Der Prince de Galles, hat sich abermalß nacher
hollandt retiriret.
Zu Paris, ist das Parlament so vnruhig, daß
der König, die Königin, der Cardinal, vndt alle
Grandes, außreißen müßen.
Jn Spannien, ist alles in schregken,
vndt tumult, wegen der greẅlichen
conspiration wieder den König, zu Madril, vndt
dörffte Scharfe executiones, geben.
Zu Napolj, gibt es schon scharfe executiones,
wegen selbigen aufruhrs, vndt factionen.
Zu Genua, sollen schregkliche hagel-
steine, vngewöhnlich groß, vom himmel gefallen
sein. Portendiret enderungen, ohne zweifel!
Cremona schätzet man vor verlohren.
Zu Meylandt, wirdt die Kayserliche Tochter, des
Königs in Hispanien brautt, erwartett.
Perugia hat sich armirt, des casteels aldar
bemächtiget, vndt Florentz vmb Schutz ange-
ruffen, ist aber abgewiesen worden.
Zu Rom gibts auch empörungen, der Pabst armiret.
Vor Vuerne ist Prince de Condè beschädiget.
Nach eroberung Dühren, seindt die heßen,
auf Padeborn zu, gegangen, daßelbe zu berennen.
Jn Böhmen wirdt die alte vndt Neẅe Stadt Prag,
vom Pfaltzgraven, vndt den andern Generalen,
nach geschlagenem secours, attacquiret.
Die Stände zu Münster vndt Osnabrück haben den frieden,
cum Gallis, & Suecis geschloßen, so wol
die Päbstischen, alß Protestirende. Des
Kaysers resolution ist in ziffern ankommen,
darzu man noch den Schlüßel einholen muß.
Jn der Moßkaw, sol auch sieder des vmbge-
brachten GroßCantzlers Todt, lautter tumult sein.
Es empöret sich ie gewaltig ein königreich,
v̈ber daß ander, wie es der herr Christus, vns
geweißaget, daß es in diesen letzten zeitten,
ergehen würde. <Ô> Komb herr Jesu! Ach
komme baldt, mit gnaden! hilf ia! daß wir
vnß, vor deiner erscheinung, nicht endtsetzen,
Sondern, alß deine Außerwehlte liebe
kinder, vndt glaübigen, hertzlich erfreẅen mögen!
Die Schwedische flotta, sol noch, vor Schagen,
liegen, Man kan nicht noch, ihr intent, penetriren.
Der König in Dennemargk, sol auß Norwegen,
in Wensüßel, angelanget sein, vndt baldt nach
Flenßburgk, zur huldigung, zu kommen, gedengken.
Gott gebe zu glück! vndt segen! vndt daß
ein ieglicher, das Seinige behalte!
Mit Frangkreich, sol Spannien, also tractiren,
daß es ewig behalten soll, waß es in den Nie-
derlanden erobert, in Catalonien aber, solle
ein 30iähriger Stillestandt sein. Die Kayserlichen
Plenipotentarij, zu Münster vndt Osnabrück ziehlen auf diese
tractaten mit Spannien, wüntzschen deren
Schluß, vor dem concluso universalj, pacificatio-
nis Germaniæ. perge
<7 hasen, haben meine Söhne gehetzt.>
Ein Somnium, alhier zu Ballenstedt, gehabt, wie ich
eine sehr große rohte schöne kuhe gesehen, so auß
den Nordtlanden, v̈ber Meer hehrgekommen,
in das Cöhtnische Antheil. Sie wehre noch eins
so groß, alß eine andere große kuhe gewesen,
(wie ein großer langer, vndt hoher Elephante)
vndt hette sich sollen sehr beklagen, das Sie
also von Männiglich, verlaßen, vndt verstoßen
wehre. Jch, vndt meine leütte hetten vnß
darüber verwundert, daß man ein so schönes
Thier, verwerfen, vndt ihme waßer, vndt
weyde verbiehten solte. Dann Fürst Ludwig
hette diß gethan, durch antrieb seiner
Edelleütte, vndt vndterthanen, welche sich
beschwehret, das diß vngeheẅre Thier,
dem andern vieh, alles vorm Maule weg-
freße, vndt die weyde im Sommer, daß
futter im winter, an heẅ vndt Stroh, ver-
geringerte, auch die brunnen vndt waßer-
bäche außsauffen thete. Also wehre daß
arme Thier, an der Fuhne gestanden, vndt
hette nicht Tringken dörfen, hette aber
|| [[Handschrift: 617r]]
gebrummelt, vndt geleichsam hülfe, vndt rettung
gesucht, solche aber, weder von andern, noch von Mir
erlanget, vnangesehen es mich gedawert.
Weil es aber kein Ochße, sondern <nur> eine kuhe ge-
wesen, hette ich michs nicht annehmen, noch Fürst
Ludwigen, vndt die seinigen, offendiren mögen,
als hette herrvetter vnrecht gethan, vndt
darumb zu syndiciren wehre? Baldt darauf
hette man Mir, einen großen Seestrohm oder busem[!],
(wie in hollstein, oder Schleßwyck zu sehen) gezeiget
darüber das Thier, mit fleiß gebracht
worden wehre zum Spectakel vndt verwun-
derung in vnsern landen. Weil man es aber,
so geringschätzig achtete, möchte der Segen, den
es gebracht, wieder hinweg gehen, vndt da
solte es wieder v̈bergeführet, vielleicht auch
inß Meer gar gestürtzet werden, welches Fürst
Ludwig gerne gesehen, vndt gemeint, es solte
in der Elbe, geschehen, die dann auch nicht ferne
gewesen. Das Thier hette kläglich gewinselt,
vndt seinen vnglügksehligen zustandt, vndt
das man solchen Segen nichts achtete, gleichsam
zu verstehen gegeben. Aber keiner hette groß da-
rauf gemergket, weil es eine Victima des Neptunj
oder Meeres sein sollen. Damit mich nun Fürst Ludwig,
|| [[Handschrift: 617v]]
in Meiner alteration wieder contentirte, hette er mich
sehr freündtlich nach Cöhten erbehten, vndt eingeladen, mich
auch daselbst, wol tractirt, alß es aber zum confect
kommen, hette ich eingemachte pfirschken, vndt
eingemachte welsche nüße, mit lust, vndt appetit
gegeßen. Die Fürstin, hette mir sehr gute
wortt gegeben, allerley discurriret, aber nicht
leiden wollen, daß ich Fürst Ludwigen wegen des ver-
achteten Thieres, mehr molestiren solte. Jch
aber hette es v̈bel vergeßen können, vndt
hette darneben große lußt, zu einer in einer
güldenen Schahle, liegenden großen welschen
nuß gehabt, vndt sie mit der gabel nehmen
wollen, da wehre mir Fürst Ludwigen vnversehens
zuvor kommen, vndt hette sie genommen, vndt auf-
gegeßen, zu mir sagende: vetter, diß gehöret
alleine vor mich, vndt vor keinen andern.
Jm v̈brigen, wil ich gerne höflich sein, vndt
alles mittheilen. hette mir auch darauf
viel schönes zugkerwergk von allerley
gattung klein vndt groß, auch wolschmegkende
marzipanen, vorgeleget, er von einer seitte,
Seine gemahlin, von der andern, vndt mich darvon
zu eßen, sehr genöhtiget, vndt gleichsam gewzungen.
|| [[Handschrift: 618r]]
Jch solte nur an das verlohrne Thier, vndt andere
einbildungen, nicht mehr gedengken. Jch hette zwar
gegeßen, aber mit verdruß, vndt wiederwillen, ob
es schon wol geschmegkt, dann der Schimpf, vndt schade
hette mich heftig verdroßen, so wol wegen des
verschmäheten Segens, vndt gesuchten unglügks,
mit dem Thier, alß auch wegen des hohnes, mit der
Nuß, sintemahl Fürst Ludwig, (welcher im übrigen,
gar höflich, gegen Mir, neben Seiner gemahlin, sich an-
gestellet) mich offentlich, vor allen leütten, alß
er mir die Nuß, vor der Nahse hinweg genommen,
heftig verhöhnet, vndt außgelachet.
Meine beyden Elltisten Söhne reitten
heütte hinauß hetzen, vndt sehen zugleich mit
zu, wie die gräntze des Ampts Ballen-
stedt, (so in 34 iahren, nicht geschehen) soll
bezogen werden. Gott gebe zu glügklichem succeß!
Darzu seindt committiret vndt verordnet:
Der CammerRaht, Doctor Mechovius, der hofmeister
Schwechhausen, der Rindtorf, (mein Cammer-
Jungker, Abraham,) vndt mein Amptmann,
Märtin Schmidt, wie auch mein geheimer Cammer-
diehner, Jacob Ludwig Schwarztenberger, vndt
sonst ein zimlicher comitat, von allerley leütten. perge
|| [[Handschrift: 618v]]
Die benachtbahrten, seindt auch darzu invitiret.
Gott helfe! daß alles nützlich, vndt gedeylich,
ohne zangk, vndt zwytracht, abgehe!
(Nota Bene[:] Bey dem heüttigen Trawm fället
mir noch ein, daß mir auch wehre berichtet
worden, des Thieres, (so ich im Trawm gesehen)
w vorfahren, alß vater vndt Mutter,
wehren noch viel schöner, größer, vndt an-
sehlicher gewesen, alß diese, vndt die
leütte so mirs erzehlet, hetten sie selber
mit augen gesehen, vndt selbst gewüntzscht,
das ich solche rara animantia gesehen
hette, mit vermelden, sie wehren alle gar
frommer arth, vndt theten keinem Menschen, kein
leidt.)
Jch habe an Caspar Pfawen, in allerley importantzj-
en geschrieben. Gott gebe! zu glügklichem succeß!
Nachmittags, bin ich wieder außgegangen, zum
rechten, zu sehen, in Oeconomysachen, welche
Gott der Allerhöchste prosperiren laßen wolle!
An Gottes segen! ist alles gelegen!
Meine Söhne seindt von der hatz, vndt grentzzuge
wiederkommen. Es hat etwas streitt gegeben, mit den
|| [[Handschrift: 619r]]
Quedlinbürgern, vndt Gernrödern. Man hat aber
keinem etwas eingereümet, die letzten, mit ihren
impertinentzen verlachet, die ersten aber also
abgewiesen, daß mir nichts præiudiciret, vndt
die setzung der grentzSeüle, biß zu mehrerer
erkundigung, in suspenso, gelaßen worden.
Mon fils Erdmann, & aulcüns de nos gens, quj
ont fait le circuit auiourd'huy, se ressentent
de l'aspretè de l'air, & ont estè ün peü foibles,
& indisposts. perge Dieu les vueille conserver! &
fortifier! <Eine partie, ist heütte zu Radischleben, gespühret worden.>
heütte, ist meines Sohns, Victorio Amedeo,
geburtsTag, an dem er Gott lob, vndt dangk
viertzehen iahr altt worden, vndt in das 15de.
iahr, eingetretten, Gott laße ihn ferner
wachßen, vndt zunehmen, an alter, weiß-
heit, vndt gnade, bey Gott, vndt bey den
Menschen! vndt daß er, ein gesegneter
Sohn, sein, vndt bleiben möge!
Meine zween Söhne, seindt wieder forth,
aufs hetzen, vndt auf den Grentzzug, Gott
geleitte Sie, vndt ihren comitat, vndt bewahre vor Streitt!
J'ay songè, d'estre entrè en ün Temple,
ou on preschoit á Bernbourg, mais tout aultrement
basty, que le nostre ordinaire. J'y füsse entrè, pen-
sant ouir le presche, comme de coustüme, mais trou-
vant les chaires, & l'edifice autrement construit
qu'en nostre temple, ie me füsse èsbahy de cela,
passant neantmoins oultre, & disant aux
miens, de cercher[!] chascün sa place, veü:que
ie ne les pourrois plüs accommoder, & j'au-
rois bien de la peine pour moy mesme, afin
de trouver üne place. Le haut de l'Eglise
donc, estant tout occüpè de monde, & le bas
aussy, d'üne frequence de peüple, ie m'accostay
sans marchander, a üne longue chaire en bas,
dans laquelle il y avoit assis desja, 7 ou 8
gentilshommes François tous mal accommodèz,
partie malades, partie camüs, & dèsfaits.
Je ne prins pas garde que ç'estoyent des
estrangers, & trouvant au bas bout, chèz
eux, encores üne place Vuide, ie m'y assiay,
comme incognü, & iüstement se trouva auprès de
moy, ün homme malade, jaune en la face, les
yeux tortüs, rompüs, & de mauvayse mine.
Jls èscouterent neantmoins attentivement, nostre
|| [[Handschrift: 620r]]
presche, tèsmoignerent de la devotion, & chanterent
melodieüsement, nos Pseaulmes. Moy, qui vacquay
aussy, a mes devotions, ne parlay point a eux, a
l'Eglise, quoy qu'assis auprès d'eux, mais enfin,
quelque occüpation importante, me sürvenant,
ie commanday a ün page ou valet, qui se tenoit
de bout, tout près de moy, hors de la chaire (qui
estoit faite, comme les chaires ordinaires, de<s>
nos femmes, en nos Temples, & comme celles des
hommes, en Hollande, & en France, aux eglises refor-
mèes) ce qu'il auroit a ordonner de ma part, & luy
parlay françois, croyant que mes nouveaux
hostes, & voysins, estoyent des Compatriotes,
& ie me plaignis envers ce serviteur en langue
Françoyse, de la rüsticitè de ces hostes, quj au-
royent prins, nos places, sür tout celles de
ma femme, de mes seurs, & enfans, & m'auroyent
seulement laissè la place inferieure au bas bout.
Qu'il falloit, que ce füssent des fols, ou ignorans,
ou bien grandement arrogans, ne cognoissans pas
leur propre foiblesse, d'estre partie malades,
(sür tout mon plüs proche voysin) partie camüs
& contrefaits, qu'il falloit s'informer exactement,
quelles gens c'estoyent<?> & si on osoit se fier d'eux?
Mon voysin entendant cela, se mist en colere, commença
|| [[Handschrift: 620v]]
a parler bon françois, assèz haut, avec son Voysin,
quj estoit assis ou dessüs de luy, bien vestü, &
plüs honnestement que les aultres, assèz vieil,
mais camüs, & mèsdisant de ce Prince (me
denotant) en plüsieurs sortes, ie commençay aussy
a m'en ressentir, & m'èsveillay là dessüs, apres
m'estre èsmerveillè, que c'estoyent des Fran-
çois, les croyant estre de Misnie & de la Basse
Saxe, aulcüns. Je m'èsbahis encores davantage
que ce pauvre güeux, mon voysin, se disoit
gentilhomme, ses habits, & sa mine & port, tout
estant de fort mauvayse grace, & mal composè,
tout malade qu'il estoit, mais ayant la lan-
gue a son commandement s'il en eüst bien üsè?
Caspar Pfaw, ist zu mir kommen von hartzgeroda,
hat allerley berichtet, in publicis, Oecono-
micis, & Politicis. et cetera
Entr'autres, il m'a proposè, ce quj s'ensuit.
| ThalerThlr: | |
| 160 | machen die Erb: vndt Pachtzinßen, auch dienst- geldt, so ich in der Stadt vndt Aemptern, Bernburg vndt Ballenstedt, das Stift Gernroda fordert. |
| 9 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: 18 Schefel (Scheffel)schfl: weitzen,
5 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: 4 Schefel (Scheffel)schfl: Gersten, 11 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: 14 Schefel (Scheffel)schfl: haber, |
auß Rieder, vndt Pade- born, neben 30 Schockßo: halb lang, vndt halb kurtz Stroh. |
Diß gibt nun, in meiner Stadt Bernburg vndt den
Aemptern, große verwirrung, wegen der lehen, vndt anders,
köndte ich nun, die 28 hufen, so zum Forwergk Frosa
gehören, auß dem hoymischen zehenden, eximiren,
(weil es kaum der 6te. Theil, des Frosischen
zehenden, so nach hoym gegeben würde, wehre, vndt
vor: wie nach, den vndterthanen, zu geben, incum-
birte) wie auch: 4 hufen laßagker, von den Rie-
derischen pawren, in<zu> dem Stift Gernroda legen,
so wehre den sachen geholfen.
Les Princes, ont donnè a mon frere, pour
30 ans, leur disme, qu'ils ont a pretendre,
au hartz, aux minieres, assavoir le Prince Louys,
& le Prince Jean Casimir, mais le Prince Augüste
luy a assignè ün disme, gaignè des Qued-
linburgeois, pour üne assignation Jmperiale,
ainsy ces trois Princes, l'ont recompencè,
pour le meschant voyage, qu'il fist a Vienne,
devant cinq ans, a mon prejüdice, & a celuy,
dü Prince Jean, corrompant les Conseillers & Secre-
taires Jmperiaulx, & ne gaignant rien,
sinon beaucoup des tourmens, qu'il me fist.
Dieu le luy pardonne, & le face ressentir, en sa
conscience, le grand tort, qu'il m'a fait!
On a sceü, que l'Archidüc Leopoldt, estant èsleü,
Evesque de Halberstadt, a receü (contre la coustüme
des Evesques defüncts) le fief de la Contè d'Ascanie,
de l'Empereur secrettement & l'expectance sür tout
le Hartz, & sür les baillages, quj y sont sitüèz!
C'est üne belle Jüstice, de nostre Chef! Ohime!
Mon frere fabrique aux ma<j>nieres de fer,
& de plomb. En ün quintaulx de matiere,
on espere trouver 40 livres℔: de plomb, & en
ün quintal de plomb, seulement 4 loht, d'argent.
Je verray, s'il tiendra le conte net, & s'il m'a-
vertira, comme il se convient, dü disme, dont i'ay
aussy, ma part?
<Obrist leutnant> Knoche a eu en don, 15 hufen landeß, de l'Electeur
de Couloigne, comme Thumbprobst de Magdeburg7 par
l'intercession dü Colonel Trandorf, & ces 15
arpens, estoyent fort onerèz. Telles gens sont
plüs heüreux, que nous autres Princes.
Legi instrumentum Pacis, sed nondum
invenj satisfactionem Anhaltinam! <Proh dolor!>
Jnvidia, & æmulatio, nos ipsos, impedit!
<Nota Bene[:]> Die von der landschaft sagen, wann man von Theilung
der Schulden redet, (damit man vielen andern verwir- || [[Handschrift: 622r]]
rungen, vndt bürden vorbawe, vndt abhelffe)
die herrschaft, suchte nur, durch solche vndt
Nota Bene dergleichen Trennung, sie zu subiugiren.
quasi vero, Sie nicht vorhin, subditj wehren,
vndt fromme herren, nicht wüßten, wie Sie
ihre vasallen, vndt vndterthanen, regieren solten?
Samstag♄ den 7. October 1648.
<1 DucatenDuc:n. pro pauperibus. 1 DucatenDuc:n. Ernst Dietrich von Röder[.]>
Post von Bernburg wir müßen abermahl eine
Monatliche contribution aufbringen, zur bezahlung
der Magazinfuhren, von Deßaw, nach
Leiptzigk, welche Graf Magnus de la
Garde, an das gantze Fürstenthumb gesonnen,
vndt 325 ThalerThlr: außtragen. Extraordinariae beschwerden!
Jch laße es, an meinen brudern, Fürst Friedrich gelangen.
Bin Secretarius, Amptmann, vndt alles an itzo
selber weil mein meister comitat, nebenst
Meinen Elltisten Söhnen, gestern, mitt auf die
gräntze, gezogen, vndt noch nicht, wieder
kommen sein. Gott bewahre Sie, vor vn-
fällen, vnglügk! vndt stargkem Streitt!
vndt contradictionen, der Ascherßleber, vndt
Gaterschleber, alß ich sehr besorge!
Vmb 3 vhr Nachmittags seindt Meine Söhne
von hoym, wiederkommen, haben 7 hasen, gestern
vndt heütte, gehetzt, auch die hoymische, gräntze
gegen die Gaterßlebische, Frosische, vndt
Nachterstedtische zu, mit Streitt, gezogen.
Avis von Ernst Röder, von Ermßleben, daß
aldar, 160 pferde v̈ber 8 Tage lang, gelegen,
vndt ihn so außgezehret, daß er mich, nur
vmb 2 ThalerThlr: sein leben zu retten, bitten muß.
et cetera
Diesen abendt, seindt 200 pferde, zu hoim,
eingefallen, von halberstadt, herkommende[.]
Jch habe hieroben, Ern, Petrum Goht,
predigen laßen, alhier zu Ballenstedt.
Extra zu Mittage, habe ich henning
Stammer, vndt Er Petern gehabt, auch mit
ihnen, einen, nach dem andern, de diversis
rebus, diversimode conversiret.
Mein bruder, Fürst Friedrich hat mich, auf den Alten
Anhaltt, gegen Morgen (gebe gott) invitiret, weil der
hertzogk, von der Lignitz Brigk, auch daselbst,
anwesendt sein soll.
heütte frühe, seindt die völgker, von hoym, auf- || [[Handschrift: 623r]]
gebrochen, haben in des Jungkern8, von hoym, losier
sich einquartiert, vndt noch, von der Burgk, mit Mühe
sich abweisen laßen.
Der Raht von Ascherßleben, hat gar freundlich
an Meinen Amptmann, geschrieben, bittet vmb
dilation, mit dem grentzzuge, vmb etzlicher
vhrsachen, auch aufsuchung, der Feldtbücher willen.
perge
Avis von Bernburgk, daß mein Alter Sattel-
knecht, Märtin hahn, ein Meckelburger,
gestern frühe gestorben, nach dem er fast ein
iahr lang, an waßersucht, vndt lungen[-]
vndt leberkrangkheit, (alß man vermeinet)
schwach gelegen, vndt eine iunges weib, mit
4 kleinen kindern, in armuth, vndt elendt,
hinterlaßen. Er hat anfangs, meinem Schwager
Hertzogk hanß Albrecht von Meckelburg
darnach meinem bruder Fürst Ernst Sehliger
(mit deme er auch vor Stralsundt, vor Man-
tua in Jtalien, vndt endlich vor Lützen, mit
in selbiger Nahmhaften Schlacht gewesen,) vndt
gediehnet, darnach aber, zu mir gekommen, vndt 16
iahr lang, auch vor Sattelknecht serviret, Gott
verleyhe ihm, eine Sehlige vndt fröhliche aufferstehung!
Jch, Meine gemahlin, undt Söhne, haben invitati-
onschreiben, vom vetter Fürst Johann Casimir,
vndt seinem künftigen SchwiegerSohn, hertzogk
Christian, von der Lignitz Brigk, zum ange-
stelletem Beylager, nacher Deßaw, auf<gegen>
den 14ten: November (gebe gott) empfangen, von
beyden herren, vndterschrieben, eines an Mich,
eines absonderlich an Meine gemahlin, vndt eines
ingesampt, an meine drey Söhne. perge
Gott gebe darzu, seinen mildten Segen!
J'ay aussy receü, üne rèsponce de
Christian Rantzau in terminis negativis, au poinct Prin-
cipal! Pacience!
Jch habe auch eine relation von
Münster vndt Osnabrück bekommen. hofnung zum friedenSchluß!
Somnia terrifica, vndt meticulosa gehabt,
insonderheit, wie ich mich, in einer kirche, verirret,
darinnen, so wol schätze, alß spectra gewesen,
also: daß ich, inter spem, & metum exagitiret
worden. Endlich wehre ich, in ein Cämmerlein
an der kirche, hindter der Cantzel gekommen,
|| [[Handschrift: 624r]]
darinnen wehre ein bette gewesen, in welchem
ich allerley gesucht, (die lacken wahren weg,
wie auch das oberbette, das vnderbette v̈berm
Strohe, lag noch schmutzig da) es wehren aber
spectra mit geraßel vndt viel wesen,
darzu kommen hetten mich erschregket.
Jn dem ruffe ich, hennig Stammern,
so mit dem güldenen Schlüßel eine
Thür, zum thesauro aufzuschließen,
Mir nachfolgete, aber vor der Thür
dieses kämmerleins versperret, vndt auß-
geschloßen wurde, wieder meinen willen.
Jch rieffe ihm dreymahl zu, er kondte
aber, wie gerne er auch wolte, so baldt
nicht hinein kommen. Jch endtsetzte mich
darüber, weil ich von ihm keine as-
sistentz, viel weniger den clavem haben
kundte, vndt wachte darüber, endlich
in der angst, vndt consternation, (durch
zuruffen Meiner freundlichen herzlieb(st)en gemahlin Liebden[)] auff.
Sonst haben da da<o>vero die Nachteülen
vndt Schuhuhe vor vnsern Fenstern alhier,
eine Nacht oder dreye hero, heßlich, vndt greßlich, geheület.
Auf ersuchen, Meines Bruders, Fürst Friedrich bin ich mit meinen
dreyen Söhnen, auf den Alten Anhaltt, geritten,
daselbst ist mein bruder, Fürst Friederich hinkommen, baldt
nach mir, vndt hat den hertzogk Christian von der Lignitz
Brigk, hingebracht, neben vetter hanß Geörgen
von Deßaw. Wir hielten, eine Mahlzeit,
oben auf dem berge, in der Sommerleübe, besahen
darnach, die rudera des alten Thurms, wie
auch ferner hinundter, die alte <eingefallene> capelle, die
linde, vndt dergleichen. An der linde, haben vor
iahren, die Ascanier, oder Ascherßleber, iährlichen
müßen zusammen kommen, vndt convivia halten,
gleichsam zur recognition, vnserer superioritet.
Es ist aber, in desuetudinem gerahten. perge <wiewol
sichs, Fürst Augustus noch erinnert, das es vor 30 iahren, geschehen.
perge>
Nach der mahlzeit, vndt Threẅhertzigen
conferentz, so wol, mit dem hertzogk, alß
mit Meinem Bruder, seindt wir voneinander
wieder gezogen, ein ieglicher, an seinen orth,
der hertzogk, mit vetter Hanß Geörg, nacher
Sanderßleben. perge Er ist ein lieber, frommer, deützscher herr,
vndt von Anhaltischem geblühte, weil beyde
seine GroßfrawMütter, vom herrvatter, vndt
von der Fraw Mutter, meines Sehligen herrn vaters
leibliche Schwestern, gewesen.
Die Fraw von Tahle ist heütte, gestern aber die Fraw
von Bayern, vndt die Alte Stammerin, zu Meiner gemahlin, gekommen.
<Nebel, <vormittags gut wetter Nachmittags[.] 1 hasen[.]>>
An Caspar Pfawen, wieder geschrieben.
Gestern, wurde auch gedacht v̈ber Tisch, auf dem
Anhaltt, von dem stargken winde, welcher
den 14den: Februarij dieses iahrs endtstanden,
vndt durchgehends, in Deützschlandt
schaden gethan, daß er auch in der Schlesie,
die stadt Strehlen fast vmbgekehret.
Mein Bruder referirte, daß vor 3 wochen,
zu Sonderßhausen, zwey armèen, gegen-
einander streittende, solten sein gesehen worden,
am himmel, mit geschütz, vndt aller zugehör.
Jst ein schlechtes omen, zum frieden!
Darnach aber, hette man bey Nacht,
wie auch zu Deßaw, bey vollem Monden-
schein, schöne gefärbte regenbogen, am
himmel gesehen, welches ich vor Friedens:
vndt gnadenzeichen, halte. Die rechte
handt deß höchsten, kan alles endern,
vndt des kriegens baldt ein ende machen,
wann es vnß nützlich, sehliglich, vndt guht ist!
J'ay èscrit a Madame Elizabeth. perge
A spasso, in zimlichem wetter, Nachmittags,
nach dem der Nebel sich verzogen.
Schreiben von hatzgeroda[!] vom Caspar Pfawen. perge
Viel schreiben, avisen, vndt zeittungen, be-
kommen, vom Berlin, Wien, Paris, Londen,
Wolfenbüttel, Schöningen, Bernburgk et cetera
Bautzen, Leiptzigk, alles durch den
Großen Kersten et cetera auch von Oldenburgk
vndt Jtzehohe. et cetera
Matthiaß von Krosigk, ist heütte forth
mit dem ihm zugeordnetem comitat, vndt
schön gemachten Sarge, die liebe Sehlige
leiche, von Strehlitz abzuholen, von Bernburg
auß, Gott wolle sie geleitten!
Gestern, seindt abermal, 3 compagnien Fuß-
völgker, in dem vnglügksehligen Bernburg
von Leiptzig, kommende, gelegen. Gott
wolle doch einmal, der elenden beschwehrungen,
vndt drangsallen, ein ende machen!
Jn Steẅersachen, habe ich abermals
anfechtungen, von der landschaft, Gott
wolle meiner vnnützen verfolger boßheit
|| [[Handschrift: 626r]]
dempfen! vndt des vielen leidens, ein ende machen!
Fürst hanß schreibet mir von Jtzehoe, vndt leßet
auf meine intercession Geörge Glaun, loß,
iedoch, das er caution auf 500 ThalerThlr: leiste,
vndt sich allezeit, wieder sistire!
Doctor Pichtel schreibet mir, von Oldenburg vndt an-
nunciret mir, fröhlich, den Friedenßschluß.
Nostitz, schreibet von Bautzen, vndt offeriret
sich, mir aufzuwartten, bey Abraham von Rindtorfs nuptiis.
hertzogin von Schöningen, dubitat de adventu
Electoris Brandeburgicj hac hyeme. Nota Bene[:] das korn in
Hollandt, sol so theẅer sein, daß der Churfürst
von Brandeburg alle daß seinige wil dahin
führen, vndt in seinem lande, von Seinen
Aemptern, nichts verkaüffen laßen. perge
hertzog Augustus, erinnert sich noch höflich meiner.
Churfürstin zum Berlin, macht complimenten,
vndt bedawert noch schwester Sibille
Sehligen absterben, wüntzschet die glügkliche
ankunft, ihres herrn Sohnes, vndt beklaget
die vneinigkeit in Polen, vndt der Tartarn
vndt Coßagken grawsahme vnthaten, auch
vnverhoften progreß. Wüntzschet beßerung!
Die avisen, von Leiptzigk, confirmiren den
Friedensschluß, so wol mit den Frantzosen,
alß den Schweden, vndt ein armistitium,
in Bayern.
Jn Böhmen, continuiren noch, die Hostiliteten.
Die heßischen seindt auf Paderborn zu, gegangen.
Jn Engellandt tractiren die Parlamen-
tischen friede mit dem Könige, exclusis Scotis.
Jn Schottlandt, gibts factiones, vndt animositeten.
Die Parlamentarische flotta, vndter dem graven
von Warwyck, hat des Printzen von Walles
flotta besetzt vor helvortSchluyß, in hollandt.
Jn Frangkreich, wachßen die dissidia
zwischen dem Parlament zu Paris, <eines,>
vndt dem Könige vndt seinen Printzen,
vndt königlichen rähten, anders theilß. Prince
de Condè, (so verwundet vor Vuerne) vndt
General Erlach, marchiren dahin.
Jn Spannien gibts scharfe, vndt gehörige
executiones, wegen der großen vndt fast
vnerhörten, entdegkten conspiration.
Jn Jtalien, ist Cremona noch nicht verlohren,
vndt zu Rom ist Theẅerung.
Der Don Giovanni d'Austria, gehet zu waßer, von
Napolj hinweg, deme der Printz Thomaso vorwar-
ten thut.
Jn Candiâ stehets schlecht, die stadt Candia
dörfte auch verlohren gehen.
Die absetzung, vndt strangulirung des
allten Ottomannischen Soldans, continujret,
vndt die erwehlung des neẅen, wie
auch deßen friedensbegierde, mit vnserm Kayser.
Jn Pohlen aber, sollen die Cosagken,
aufß neẅe victorisiret, vndt die Pollnischen
völgker wieder geschlagen haben. Die capi
vndter den Pollnischen herren, seindt uneinig. Es
gibt factiones, auch bey der wahl, wiewol
Printz Casimirus den stärgksten anhang,
haben solle. Der Cosagken General, Krziwanoß
sol sehr tyrannisiren, die tractaten abhor-
riren, auch den andern General Chmielnicky,
(welcher friede gesucht, vndt sich separiret) ge-
schlagen, gefangen, vndt niedergesebelt haben.
Sie, vndt die Tartaren, sollen schon, in hertzogs
Radzivils landen, nahe bey Preüßen, sein.
Die weinlese, gehet <gestern, vndt> heütte, zu Bernburgk
an. Gott gebe zu glügk! vndt Segen!
<Meine deputirte, haben heütte die Ermßlebische gräntze
bezogen.>
<4 hasen, haben wir gehetzt.>
Jch bin mit meinen Söhnen, hinauß
hetzen geritten, vndt als ich in den Pade-
bornischen Feldern, einen hasen bekommen,
nach langwierigen suchen, bin ich wegen
meiner obligenden geschäfte, wieder hinein
geritten, Meine Söhne aber, seindt noch
länger in den feldern verblieben, <vndt
haben noch drey hasen, gehetzt, vndt mitgebracht.>
Risposta von der Aeptißinn zu Qued-
linburgk, welche Mir den 24ten:
huius, (mit etwaß difficulteten,) zum
anderweitten termin, der lehensent-
pfahung, ansetzet. Jhre rähte, vndt
Secretarien mögen neẅerungen suchen,
vndt wolten vnß gerne mehr vincu-
liren, vndt verpflichten, alß in vnserm
Fürstlichen hause braüchlich, vndt herkommen,
wißen aber nicht, wo Sie den clavem
|| [[Handschrift: 628r]]
iniquitatis, mit bestande, finden sollen.
Fürst Johann, sein abgeordneter, Krahe,
mag wegen Roßlaw, sich albereit, ver-
tieft, vndt verstoßen haben, zum großen
præiuditz Seines herren, vndt vnsers gantzen
haußes. Jch bin darumb nicht schuldig,
mir die hände binden zu laßen, oder
etwas einzuwilligen, so nachtheilig ist, zu-
mahl, da ichs selber, mit voriger Abbatißin
anders practiciret, vndt nicht ehrenwerth
wehre, wann ich mir eine solche vnehre,
eines præiudicirlichen Reverßes, vndt
subiection, aufbürden ließe. Wir
haben ia lehen, von Chur Brandenburgk[,]
vom Stift Bamberg, vndt andern, die so
gut vndt beßer sein, alß dieses muliebre
imperium. Wir verbinden vnß aber, an
dieselben, weder mit iuramenten,
noch præiudicirlichen reverßen, Sondern
nur, mit einem handschlag, dann vnser
vhralltes Fürstliches hauß weiß von keinem iura-
ment, als deme so es dem Kayser, leistet. perge
Die Ertzbischoffe von Magdeburgk prætendiren
viel lehenschaften von unß, (denen wir auch
mascule contradiciret, vndt vnß gar keine
lehenspflicht, aufbürden laßen können,
begehren auch nicht einmahl die lehen, von
ihnen zu entpfangen, Sondern wir verblei-
ben dennoch, in possessione vnserer lande)
wir protestiren aber allezeit, darwider,
wann Sie vnß, auf ihre landTäge, vnbe-
fugter weyse, beschreiben, vndt recognosciren
keine lehen von ihnen, Sintemahl wir
ihnen, vor alten iahren, vnsere lande,
also conferiret, das Sie vnß weder protegiren,
noch beleyhen, Sondern nur assistiren solten,
dann Sie können, vnß keine <neẅe> lehen geben, weil
wir ihnen vnsere <von vhralten zeitten hero> schon anererbte <gehabte> lande,
nur aufgetragen, <vndt conferiret> mit gewißen conditionen,
vmb beßerer assistentz willen, gegen vnsere
feinde, nicht aber vnß subject zu machen.
Nota Bene Vndter den conditionen, ist auch diese, gewesen,
daß keiner zum Ertzbischof solte erwehlet werden,
ohne vnsern, der Fürsten zu Anhaltt, consenß,
wie Fürst Augustus mir vndterschjedlich referiret,
vndt die alten compactata außweysen mögen.
et cetera
heütte haben meine deputirte Doctor Mechovius, Simon henrich
Schwechhausen, der Amptmann, Märtin Schmidt, vndt Schwar-
tzenberger, an der Gaterßlebischen gräntze, eine con-
ferentz gehalten, mit dem Amptmann daselbst,
Sebastiano Jahns, vndt zimliche nachricht be-
kommen, <auch Mir 200 Morgen gewonnen> iedoch den Streitt, nicht gantz beylegen dörfen.
Vom Falgkenstain, hat derselbige Amptmann
geschrieben, vndt sich gar Mawsich gemacht,
mit protestiren, vndt dergleichen, auch vor den
Morgenden grentzzug, gebehten, biß seine Jun-
ckern, vndt curatoren zusammen kähmen. Gibt
auch zu verstehen, daß seine gantze grentze, mit
vnß, streittig seye! Jst ein schlechtes erbiehten.
Die Erffurdter avisen bringen: <denckwürdiges:>
Daß 6 provintzien in Franckreich rebelliret, vndt
die vnruhe, ie länger, ie größer wirdt.
Das die Schweden in Bayern, geschlagen seyen.
Das der friedensSchluß gewiß, zu Münster vndt Osnabrück[.]
Daß der venezianische General Gil de haaß, durch einen
tapferen außfall, auß der Stadt Candia, in die
4000 Türcken erlegt, vndt sie auß allen Außerwerg-
ken, heroisch getrieben, also daß daselbst beßerung gehoft wirdt.
Das große Erdbebem[!] zu Constantinopel, mag (ohne zweifel) die
verenderung mit dem Türckischen Kayser, denotiret haben.
Jn Engellandt, Schottlandt, vndt Italien, gehet es (diesen avisen
nach) also daher, wie in den Leiptziger ordinarien, endthalten.
Jtem: daß der pabst, scharf exequire, wieder seine rebellen,
zu Fermo, vndt zu Perugia. Die vhrsache aber, solcher
empörung, ist gewesen, das die Madonna Olympia,
des pabsts Freündin, vndt factotum, auß ihren, wol
gefülleten, Magazinen, kein getreydig, wil hergeben,
an itziger großen Theẅerung, vndt hungerßnoht,
selbiger lande. Mag es, auf noch größeren gewinst,
aufgeschüttet haben. Jnterim hat das liebe Armuht, kein brodt!
Der Düc d'Orleans sol es, mit dem Könige, der Köni-
ginn, Cardinal Mazarinj, vndt mit den Princes dü sang
wieder das Parlament zu Paris, halten. Dieses Parla-
ment, zeücht zum gravamine an, nicht allein, die all-
zugroßen imposten, vndt geldt auflagen, damitt das ar-
me volgk beschwehret wirdt, nebenst der vnnöhtigen
continuation, so vieler kriege, (ohne ihr wißen vndt
willen, vndt ohne des Königreichs Frangkreich, nutzen,)
Sondern auch, das das verbott, so vom Könige Ludovico XIII.
anno 1617 gemacht worden, wieder den Marquis d'Anchre;
keine frembde mehr, in das Conseil d'estat, zu nehmen,
vndt zu solchen chargen, (wie derselbige gehabt,) zu ad-
mittiren, nicht observiret vndt gehalten wirdt, dann
Sie wolten gerne, den Cardinal Mazarinj, excludiren,
vndt verstoßen, welcher sich, nebenst dem Königlichen anhang,
mit Macht, opponiret, hingegen hat das Parlament, den Düc
de Beaufort, vom hause Vendosme, zu seinem Schutzherren.
Dörffte wol ein großes Freẅer, darauß, endtstehen.
Jn Dalmatia, werden die venezianischen Soldaten, wol bezahlet.
Zu Venedig, ist eine revolte gewesen, bey Rialto, in dem sich
in die 4000 Mann, wegen eines gefangenen, zusammen rottirt,
So ist gleich, a propos deß Obersten Werthmüllers Regiment,
so beyde Städte, Zürch vndt Bern, den venezianern, wieder
den Türgken, zu hülfe schigken, darzu gekommen, vndt
hat sie den tumult, durch dieser trouppen, gegenwarth,
gestillet, die sollen in Dalmatiam die v̈brigen völcker
aber, welche Monsieur de la Valette in Engelland vndt hollandt,
geworben, nach Candia zu, gehen, vndt <ein>geschift werden.
Die venezianer setzen hinzu, zu dem omine des Constan-
tinopeler erdbebems[!], daß es auch die Strafe Gottes, wegen des
vnbillichen Türgkischen gewalts, vndt vnnöhtigen krieges,
wieder Sie, angedeüttet habe. Köndte wol sein! (wie-
wol ich darvor halte, Gott habe gleichßfalß ihre
himmelschreyende große Sünden, vndt schanden,
auch einmahl, mit krieg, straffen, vndt heimsuchen
wollen! Gott bekehre die irrenden! zur buße! So
wirdt ihn auch dermaleines, der landtplagen gereẅen!)
Der venezianische Ambassador, hat sich von Rom, retiriret,
dergleichen der Frantzösische thun wirdt, weil der pabst,
die außgetrettene Neapolitaner fangen leßet.
General Geyse, vndt Landgraf Ernst, greiffen die
Stadt Paderborn, mit allem ernst an, vndt vermeinen die-
selbige noch vor dem endlichen Schluß, zu v̈bermeistern.
General Lamboy, gedengkt Sie zu endtsetzen.
Der Schwedische Generalissimus, herr Pfaltzgrave attacquirt die alte Stadt, Prage.
|| [[Handschrift: 630v]]
Jedoch wirdt nichts desto minder auch, ein Armistitium
aller hostiliteten, hin: vndt wieder, tractiret.
Vor Cremona, ist dem Frantzosen, ihre gemachte gallerie,
durch Tapfere gegenwehre der Spannischen, zum dritten
mahl, verbrandt worden. Beyde Theile, werden von den
waßern, sehr incommodiret, welche große ergießungen,
allenthalben großen schaden dortherumb gethan, auch in den
Pündten, fast alle brügken, sonderlich die in Reichenaw,
ruiniret. Der Duca di Parma, wil von den Spannischen
getreydig haben, weil er ihnen, den paß, auf Cremona
gegeben, hingegen begehren die Frantzosen, von ihme
quartier, vndt etzliche Nahmhafte örther.
Das hauß Oesterreich leßet viel korn, aufkaüffen,
in den Oberlanden, vmb etzliche magazinen, an den gräntzen
auf: vndt anzurichten.
Auf innstendiges anhalten, der Gemeine zu Londen,
wirdt man die Tractaten, mit dem Könige, schleünig
forthstellen, vndt wehren darzu 5 graven, vndt 10 andere
herren, deputiret, vndt zum Könige, nach Neẅport, in
die Jnsel Wyght, geschickt. Gott gebe friedensgedangken!
Die Schotten, werden von diesen Tractaten, excludiret. perge
Jn Flandern, getrawen sich, die Frantzosen, wenig
mehr zu verrichten, wegen der vneinigkeit in ihrem ei-
genen Reich, vndt abführung der armèen, des Printzen
von Condè, vndt Generals Erlach. Gleichwol haben
Sie die v̈brigen völgker, in Flandern, dem Mareschal
de Rantzow, zu commandiren, vndtergeben.
Jm haag befindet sich der Printz von Wallis oder: Prince
de Galles, in meynung, mit den Pfältzischen Printzen, sich
nacher Jrrlandt, in einer stargken flotta, ehistes zu begeben.
Die Staaden tractiren, mit dem Parlamentischen Admiral,
Graven von Warwygk, welcher ihnen etwaß nahe kommen.
Der Neẅe König in Dennemargk, ist den 19. September auß
Norwegen, zu Koldingen, vndt am 27. dito, zu Flenßburgk,
ankommen, dahin sich, viel vornehme herren, begeben,
vndt es hat die huldigung, ihren fortgang haben sollen.
General Bawer, ist auß hollandt, wieder nach
Hamburgk, gekommen, sol wollen auf Dantzigk reisen,
vndt in der Cron Pohlen dienste, sich begeben.
Die Kayserliche Bohtschaft, sol baldt von Wien,
nacher Constantinopel, aufbrechen, vndt an stadt deß
verstorbenen Oratoris, Greiffenklawens, der
Neẅe Orator Schmidt, an die Porten kommen.
Die rayse aber, des Kayserlichen Printzen, vndt Princeßinn
nacher Spannien, sol vngewiß, vndt verschoben sein.
Zu Münster, ist in den Tractaten, zwischen Frangk-
reich, vndt Spannien, kein Streitt mehr v̈brig, außer
wegen Saint Omer, vndt Arrien, so noch in Spannischen händen
sein, vndt Frangkreich wieder begehrt, aber endlich,
diese prætension, fahren laßen dörfte.
Die publication des deützschen Friedens, wirdt ehister
Tagen, verhoffet.
Die Spannische conspiration wieder den König, zu Madrill,
|| [[Handschrift: 631v]]
ist nur allzuwahr, vndt die<wirdt> confirmiret, darneben aber,
gemeldet, daß der Almirante von Castiglien, Don Fran-
cisco de Melos9 sehr dißgustiret seye, vndt hette sich,
mit 10 gallionen, in die See begeben, auch eines vornehmen
havens, bemächtiget, deßwegen der König, eilends fünf
Orlochsschiffe, der Silberflotta, entgegen geschigkt,
dieselbe zu convoyiren, vndt allen verlauff, zu berichten.
Der Cosagken General Chmielinsky, (andere nennen
ihn Chmielnicky) weil er mit den Pollnischen commissarien
in gühtliche handlung, sich eingelaßen, wehre er von des
andern Generals, Krziwanoß, adhærenten, hingerichtet
worden, andere melden, es hetten sich, die Cosagken, in
zweene Theil, getheilet, vndt Theils vndter dem Chime-
linßky, die andern aber zum Krziwanoß, sich begeben,
es wehren beyde Generalen, in eine bluhtige Schlacht,
gerahten, wiedereinander, darinnen der Chimelinsky
todt blieben, vndt seine völgker, flüchtig worden, dest-
wegen die Pohlen ihr bestes thun, solche rebellen, (als Sie,
sie achten) mit gewaltt zu dempfen, vndt es sol der Königliche
wahlTag, auf den 7. October gewiß vor sich gehen, damit,
bey diesem schwehren kriege, man ein haupt haben, vndt
alle verfaßungen, schleüniger forthstellen möge. Man
suchet auf allen angestelleten landtTägen, geldt zusammen,
volgk zu werben, vndt die beysammen habenden trouppen
forthzusenden, der Fürst Bogislaus Radzivil, vndt herr Samoiß-
ky, kommen auß der Frembde, nach hauß, ihre Fürstenthum-
ber, von den Feinden, zu liberiren.
Meine deputirte Commissarij; ziehen heütte, die Ascanische
gräntze. Gott gebe glügklichen succeß.
Große Kersten, ist forth, nacher Magdeburg mit dem
alhiesigen kornschreiber, Augustin Panse. Gott gebe zu glügk!
Caspar Pfaw, der hofrath ist wieder anhero kommen. J'ay
eü de luy, toute sorte, de bons avertissemens. Entre
autres: comme le Prince Augüste, a envie, de ceder, a mon
frere; pour 16000 DalersDal: capital, dans la landschaft, le
Waldawer hof a Bernburgk. (Ainsy mon frere gaigne-
roit ün pièd, dans ma ville de Bernburg & aneantiroit
la masse, des 100000 DalersDal: pour le recouvrement de Plötzka)
qu'il m'immagine, pouvroir regaigner aysèment,
estant ünefois incorporè, a la Tetrarchie de Bernbourg.
Jl m'a fait d'autres propositions, & offres, en apparence
assèz avantageux, pour le recouvrement de Radißleben,
de la forest de Ballenstedt soit entiere soit de la moitiè,
en laquelle il comprend <près de> 5000 iournaulx de bois, (Morgen)
comptant ün iournal, pour deux Dalers, (qu'on couppe en
15 annèes, & pour 2 florins (Gulden)f: si on le couppe, en 12 annèes,
veü qu'il recroist plüstost, & peut estre plüstot proffitè[!])
pouvant estre couppè en 36 ans, & l'autre, deux fois, en 30 <ans.>
ainsy le capital de l'equivalent, monteroit a dix [mille] ou 12000
Reichsthaler, & nous avons quittè, ce territoire, si chetifuement!
par la violence de l'Empereur & de mes Oncles, & par corrüption, de quelquesüns.
|| [[Handschrift: 632v]]
Jl conte, le revenü de ce bois, pour 800 Reichsthalers,
& ie scay des annèes, qu'il n'a pas portè 5 ou 6 DalersDal:
Jl parloit aussy, de l'èschange de Plötzke, contre
Ballenstedt, (a son temps, selon la providence de Dieü)
ou dü baillage de Heim, asseürant, ün autre Douaire,
a Madame, & luy payant sa mayson <a Heim>, ou on brasse la biere.
Jtem: de ioindre les vignes de mon frere á Bernburg a la
cour de Waldal[!], contre quelque autre equipollent.
Jl croyt, que l'amplitüde des confins, n'apporte nül
proffit, que le Domaine ütile, apporte plüs, que la
iürisdiction, laquelle est souvent en charge, & cause
de la Dèspence, a cause des affaires criminielles, &cetera[.]
Le Prince Casimir, peüt proffiter ses forests, souven-
tesfois, iusqu'a 20000 DalersDal: par an. Le trafficq,
de bois, pour dü sel, avec l'engraissement des pourceaux,
fait beaucoup, oultre les autres beaux revenüs, qu'il a
en brebis, laine, venayson, blè, bestail, pescherie de saul-
mons; & autres poissons, Brasserie á Zerbst, &cetera[.]
Jl ne se mèsle pas volontiers, C<aspar> Pfau aux querelles des
Princes, & tasche de reduire tout a la paix & concorde.
Le Baillage, de Gernrode, a perdü, (par mèsgarde a
ce, qu'il rapporte!) toute sa noblesse, & feüdataires.
En la pretension iüste & legitime, touchant la
Contè d'Ascanie, on s'est negligè plüsieurs fois, gran-
dement, üne trentaine d'annèes, en çá. Pacience!
Mon frere taschera d'èslargir, son pays, s'il peüt?
Jl y a aussy, des dispütes, pour les confins, de Radißleben.
Jl est bon, de renouveller, le circuit des confins, tous
les trois ans, aultrement la memoire des Hommes, estant
fragile, on l'oublie, & perd beaucoup, á son preiüdice.
Le vieil Knoche, de bonne mémoire scavoit beaucoup, de telles choses,
& on l'eüst deü, mieux mèsnager, dürant sa vie.
Aussy, a Hartzgeroda, il y a bien des Dispütes, pour
les confins, que le feü Knoche, scavoit exactement.
En la dispüte, avec Falckenstein, on ne peüt rien
faire, avec Aßebourg. C'est avec le Seigneur dü Terri-
toire, qu'il faut accorder, en tels cas.
Pour la pretension d'Ascanie, nous n'avons rien
perdü, par la conclüsion presente de la paix
üniverselle, a Münster & Osnabrück veü que nous avons main-
tenü nostre droict ancien, par protestations, li-
vrèes aux Ambassadeurs de l'Empereur & des couronnes, & des
Princes, & Estats, & ces Ambassadeurs l'ont bien receü.
Les Jmperiaulx, ont dit, que rien ne devoit prejüdicier,
á nos Droicts, les Ambassadeurs de l'Electeur de Brandenburg mesme,
l'ont acceptè. Mais si on eüst trop pressè, de l'inserer,
en l'Jnstrüment de la Paix, on nous eust peü iouer le
mesme tour, qu'on a jouè par Violence, aux Contes de Barby,
touchant Egelen, & aux Contes de Stollberg, touchant Hohnstein,
les exclüant nommèment, au dit Jnstrüment de pacification.
Die avisen, von Erffurt bringen noch mehr specialia:
wie nemlich, am transitu des Lechs, die Schweden,
wehren, vom Jean de Werth, geschlagen, vndt viel
Officirer, vndt verwandte des Wrangels, gefangen
worden. Jn Franckreich sol es ie länger, ie ärger,
werden. Der Frantzösische resident, Baron d'Avaugour,
so auch, bey der Schwedischen armèe, Oberster gewesen,
sol in demselbigen Wrangelischen rencontre,
auch geblieben sein. Er war bey mir, zu Bernburg,
alß anno: 1644 das hauß, vom DorstenSohn,
besetzet wurde. On estoit cürieux; de voir
la personne, d'ün Prince malheüreüx!
Caspar Pfaw, meinet, der ansatz in der contribution des Bernburgischen
Antheilß, wehre nicht zu hoch, vndt meinet, wann die
peræquation vor sich gienge, würde der Ansatz, noch
höher kommen, de quo, valde dubito. Es wehre guht, daß
ich leütte bey mir, hette, welche nicht fühlen, vndt
empfinden möchten, waß ich empfünde.
Er vermeinet zwar, es wehren im gantzen
Römischen Reich, leütte, vorhanden, welche über die vn-
gleichheit, der contributionen, sich beklagten.
Das landt, trüge vnß mehr ein, alß die residentz-
Städte, welche vnß zwar mehr ornamentj, aber
weniger emolumentj, vndt dienste, brächten.
Das recht, so wir in der Ascanischen sache, hetten, wehre
ein ius antiquum, nicht novum. Es rührete auch nicht
auß diesem Schwedischen kriege, allererst her, köndte vnß
deßentwegen, in dieser pacification nicht genommen
werden, Sondern bliebe in integro, salvum & illæsum.
Der Churfürst von Brandeburg bekähme das Stift Halberstadt,
cum onere, wie er es erlanget, also müßte er
auch, den proceß auf sich nehmen, oder vnß satis-
faction davor thun. Es werden ohne daß, einem
iedern, seine iura, salva & illæsa reservirt,
in dem instrumento pacis.
Jl a proposè, de trocquer Frosa pour Nachterstedt,
ainsy nous aurions, üne belle contrèe, jouissans
Frosa, entierement avec toute sa jürisdiction territoriale
Mai<civile> & episcopale. Maintenant, l'on n'y a, nül pouvoir,
presque, car les episcopaulx, nous empeschent,
quoy qu'on le doyve jouir, a demy; l'ün, & l'autre.
On s'immagine, qu'il sera plüs aysè, de traitter avec
l'Electeur de Brandenbourg, comme avec ün Prince Politique,
parent, & de la religion, lors qu'il aura le pays de
Halberstadt, comme üne Principautè hereditaire,
qu'avec les Evesques, chapitres, & Prestres Orgueilleux.
Et certes ceste douceur, seroit raysonnable en nostr[e]
endroict, en üne cause si legitime, ou on nous a fait, grand tort.
perge
Jl loue fort Licencié Keppe, ne croyant pas, que ce soit
ün Hypocrite, ains qu'il serve fidellement a son maistre.
Mais il ne peüt pas tousiours effectuër, ce, qu'il veüt,
nj s'opposer directement, a son maistre, en toutes choses.
Touchant les dèscontes, que la landschaft desire,
en matiere de tribüts, il dit: que des baillages
de Gernrode & de Hartzgerode, on ne leur concede
rien. Mais, quant a moy, quj ay plüs de gentils-
hommes sous moy, lesquels veülent estre regis, á
part, c'est ün autre fait, neantmoins, i'ay a
me garder, de peür, de prejüdicier, a mon ius quæsitum,
& salvo illo jure, ie puis exhiber les contes, afin
de ne souffrir, des assignations, aux vieilles restes,
& autres tribüts recentes, á mon grand preiüdice,
car les nobles, sont aussy bien, sous moy, avec leurs
tribüts, que les aultres süjets, & ne scauroyent
violer, mes droicts. perge Nota Bene Nota Bene Nota Bene[:] nj directement,
nj indirectement! perge
L'air d'icy a Ballenstedt, est ün air libre, & fort sain,
& on est en doute, si jamais la peste, ait regnè, en
ce chasteau icy? Dieu vueille encores, garantir,
d'ores en avant, ces contrèes, de tout mal!
La landschaft me chargera de procèz, ce quj est üne
espece, de diffamation, sür tout devant les yeux
|| [[Handschrift: 635r]]
de l'Empereur & des testes eminentes. Jl vaut mieux
me dèscharger de telles iniquitèz, par des payemens
raysonnables. Mais aussy, apporte l'instrüment de
paix, qu'on ne doibt point sürcharger, ceux, quj sont
indebtèz, & les presser trop, sür tout, si la calamj-
tè de la guerre, en est cause? Cependant on void la
malice, de quelquesüns, quj tenant, afflicto, afflictio-
nem addere! Dieu les convertisse!
Nachmittags, ist der 67iährige, alte Diaconus
Christophorus Janus alhier, bey mir gewesen, vndt
hat mir seine Noht, vndt zurügkstellung, in vie-
len dingen, geklaget. Gott gebe mir doch die
gnade! vndt Segen! daß ich ihme, vndt allen
Nohtleidenden, wol helfen könne! vndt möge!
Mein Sohn, Victor Amadis, hat ein Eichhorn geschoßen,
zum erstenmahl. perge
Caspar Pfau me dit aussy, qu'au baillage, de Großalsleben,
on avoit le pouvoir, de faire brasser de la biere, &
la vendre avec proffit.
L'Abbesse de Gernrode, a autresfois precedè
celle de Quedlinbourg, Aux Dietes. Depuis, ün indigne
Ambassadeur a ünefois manquè a son devoir, donnant la pre-
sceance a l'autre, sans rayson.
Vnsere leütte, haben die Ascanische gräntze
mit zuthun der Ascherßleber, (deren Bürger-
meister Lindenaw, auch etzliche des Rahts, mit-
gewesen) heütte gezogen, in die 30 morgen
landeß, gewonnen, vndt weniger unfriede
gehabt, alß wir besorget, Gott lob, vndt dangk[.]
Der breitte ferner, vnsere wohlberechtigte
gräntzen auß, vndt gebe vnß die gantze Grafschaft
Ascanien, gnediglich, vndt mildiglich wieder!
Nota Bene Das vocabulum die Ascanische gräntze, wird stricte
verstanden, vndt nur, auf Ascherßleben, restringiret
alhier. Sonst wehre es nicht guht, das der
bezirgk, der großen Grafschaft Ascanien,
(welches ein dritterTheil vnsers Fürsten-
thumbs Anhalt gewesen) eines Tages wergk,
vndt Grentzzug, sein sollte? Der bürgemeister[!]
obgenandt, wie auch, der Stadt Sindicus, noch ein Rahts-
herr, vndt Stadtschreiber10 von Ascherßleben, haben
sich hochfleißig bedangkt, das wir Anhaltischen,
diese Sache, einmahl in richtigkeit bringen wollen,
haben sich hertzlich darüber erfreẅet, vndt con-
testiret, daß Sie allem vnfriede, zwytracht, zangk,
vndt Streitt, von hertzen feindt wehren, (pro bono Omine!)
Freitag♀ den 13den: October 1648. böser/gefährlicher/schädlicher/unglücklicher/unglückseliger Tag (tatsächlich oder befürchtet)ꘉ
Madame a songè, que le Grand Kersten auroit estè
assommè en chemin, Dieu ne le vueille pas!
J'a songè d'avoir estè en üne grande ville, &
me pourmejnant souvent dedans icelle en carosse,
mes nobles marchans devant, á pied, entre autres
Schlegel, i'aurois veu en üne chambre basse,
d'üne belle mayson, plüsieurs armoiries peintes,
en divers rangs, & grands, en forme d'üne grande
Genealogie, peinte au paroy, de la müraille, que
m'eüst diligemment monstrè, Monseigneur mon Oncle, le
Prince Louys. Schlegel y auroit prins fort grand
playsir, louant hautement, ceste peintüre, &
mon desseing, (que i'ay oubliè)[.] Tost apres, ie vins
contre mon grè, par indüction de ma femme, vers le
Düc Adolphe Frideric de Mecklenburg & a sa table.
Je ne voulüs point, soupper là, nonobstant les bel-
les paroles obligeantes, mais voyant au haut
bout, Madame l'Electrice Douairiere de Lichtemberg
(morte desja) assise a table, & ma femme auprès, ie les
vins voir, lors qu'ils pensoyent bien tost a se lever
de ceste table, & puis nous allasmes nous coucher.
|| [[Handschrift: 636v]]
Mais pensant a me mettre au lict, ie trouvay
au lieu de ma compaigne dans iceluy, ma dite
Dame Electrice, avec les cheveux gris volans a l'en-
tour de la teste, en mauvayse & abhorrente postüre,
dont ie m'estonnay, & en eüs quelque honte.
Elle neantmoins m'appella, avec douces &
amiables, parolles, voulant par force, que ie me
couchasse dans ce lict. Je le refüsay long temps,
avec honte, & dèsdaing. En fin, elle me dit: Le
lict est grand assèz, si vous estes si vergogneux,
mettèz vous au mitan, entre moy, & vostre
femme. Voyla vostre belle femme, plüs aggreable
que moy. Sür cela, ie vis ma femme, tres bien
coiffèe, aggreable & belle a mes yeux, au possi-
ble, gisante auprès de ceste Electrice, sa cousine,
& me conviant avec sa mine douce, & attrajante,
a me coucher, avec elle. Lá dessüs, ie ne peux plüs
me contenir, & me mis ainsy au mitan, em-
brassant & baysant ma femme, dèsmesurèment,
& lá dessüs m'èsveillay. Je crains, que ce songe
ne me signifie rien de bon, nj a ma femme. Elle me
dit hier, comme par inadvertence, qu'elle pensoit, qu'elle
|| [[Handschrift: 637r]]
seroit enterrèe ensemble, avec ma seur Sybille!
Dieu vueille divertir, tous mauvais presages! &
imaginations! & desastres! & inconvenients!
Caspar Pfaw, ist wieder anhero kommen, diesen Morgen.
Gott gebe zu guter assistentz, vndt secundirung!
in meinen vorhabenden commissionen, vndt expeditionen!
Er ist extra, zur Mahlzeit, geblieben, wie auch
der alte Diaconus Jahnus, apres plüsieurs expeditions, & relations.
Meine Söhne, haben 3 hasen, von der hatz, einbracht.
Doctor Mechovius, hat allerley commissiones gehabt, mit
zuziehung, deß Amptmann Schmidts, vndt Schwartzenbergers.
perge
Caspar Pfau erinnert, man solle, zum Generalissimo Palatino,
schigken. 1. böser Officirer, assignationes, zu verhindern.
2. Einlagerungen, zu verhüten. 3. Auch durchzüge; oder
doch mit ordnung, dieselbigen, auf sjch, zu nehmen. Obrist leütnant
Knoche, wirdt vorgeschlagen. Er Caspar Pfau excusiret sich.
Mein leibroß, der Fuchß, hat heütte, ein vnglück gehabt,
(als ihn Rindtorf geritten) dann ihm der huf, mit sampt dem eisen
ein groß stügk abgefallen. Wirdt übel geritten werden können. perge
Caspar Pfau sagte mir auch, daß der grave von Witgenstain
von Chur Brandenburg hette die grafschaft hohnstein, ge-
schengkt bekommen. Jedoch hette er Sie, den graven
von Schwartzburgk vndt hohn Stollbergk, (weil Sie
darauf prætendiren) vor 100000 Gulden (florenus)f: wieder anpræsentiret.
perge
<Schnee, vndt Regen, vormittags[.] Nachmittags, Nebel, vndt Schnee.>
Jch habe 1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: weitzen <zu 20 ThalerThlr:>, 2 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: rogken <ieden zu 16 ThalerThlr:>, 2 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: gersten,
<zu 12
ThalerThlr:
iedern,> (so ich a nobilibus zu fordern) nach Ballenstedter maß, Ern Leüth-
nero, abzulifern, anbefohlen, auf seine prætensiones.
Thete 76 ThalerThlr: auf seine 100 so er zu fordern. Dann
er, in 4 iahren, nichts empfangen, vndt sol doch,
alle iahr, seine zinß heben, von 500 ThalernThlrn: (welches Capi-
tal, der Præsident, anno 1636 zu verzinßen, mir ab-
getretten)[.]
Dem landrichter alhier zu Ballenstedt, Antonio
Wießke, habe ich befohlen, mit Paul Ehling, die
Aegker im Ballenstedtischen vndt Padebornischen, zu besichtigen,
vndt Meiner herzlieb(st)en gemahlin Liebden (wegen eingerißener con-
fusion, in vertauschung der ägker, vndt verstorbener,
oder verlauffener possessorum, wegen, das keiner baldt
mehr weiß, wo seine felder sein, sieder anno 1637
vndt etwaß vorgegangener furcht, vndt vnfleiß,
der schreiber, vndt aufseher meiner gemahlin, mit dem
behelf der kriegsvnruhe,) satisfaction zu geben. perge
Es werden aber wol, 14 Tage, zu dieser visitation, gehören,
vndt wir des außgangs alhier, dißmahl nicht erwarten können.
Nota: Oberste Werder hat promiß, von Chur Brandeburg auf vier
Aempter im Stift Halberstadt, hat ohne das, 500 ReichsthalerRthlr:
von hauß auß, iährlich, vndt alle seine raysen, zum Churfürsten,
werden ihme wol bezahlt, ohne was er zum Antrjtt, verehret bekommen.
J'ay derechef eü des inquietüdes, a cause dü Gou-
verneür, de mes fils, & de sa teste bizarre, & capri-
cieuse, laquelle luy fait abaliener, tout le monde.
Jl a voulü denigrer, le valet de chambre, Matthieu,
pour choses de neant! en luy faysant tort. Jl est
addonnè a ses passions, desire, de commander absoluement,
ne veut point obeir, a mes ordres, prend les espèes,
de mes fils, quand il veut, & les pend a son costè,
les chasse de leurs cabinets, & quand ün bon serviteur
parle, pour cela, & pour le service, de ses Maistres,
il ne le veüt point souffrir. Ainsy il commande, avec
beaucoup d'indiscretion, veüt estre absolü, & n'avoir
point de süperieur, estime tout pour affront, & pour
insüpportable, ce, qui contrarie, a son arrogance,
& presomption, de soy mesme. Jl commande au valet
de chambe de le servir, de luy aller querir de l'eau,
lors qu'il void, qu'il deshabille mes fils, & qu'il
a affaire, en leur service, ou, qu'il fait difficültè,
de ietter hors dü cabinet, les hardes, de mes Fils,
pour y accommoder, les siennes, ou pour le servir, en
desservant ses maistres. Jl dit en presence de mes
fils, qu'il est moins estimè, qu'ün valet de chambre,
qu'ün page, qu'ün belistre, qu'ün lacquay ou garçon de chien
au lieu, que ie luy fay plüs d'honneür, qu'il ne merite. perge
Tout le temps, que nous sommes icy, a Ballenstedt, près de
15 iours, il n'a rien monstrè, a mes fils, nj en la langue
françoyse, nj a la dance, ni en autres exercices. Il
les laisse chommer, & sa pacience<Fürie> ne luy permet pas,
d'avoir la vraye pacience, de leur enseigner quelque chose,
de bon, soit icy, soit a Bernbourg, nonobstant, ses qualitèz,
& sa science, en beaucoup de choses. Jl est si süperbe,
qu'il s'immagine tousiours d'estre mesestimè, comme s'il
estoit ün grand, & incomparable Seigneür! Jl est bien
qualifiè, a bien estüdiè, & scait plüsieurs langues, & exercices,
a aussy estè soldat, &cetera mais il a trop de vif argent,
dans sa teste, & s'est trop natüralisè en France, y
apprenant les vices, de l'inconstance, & jmpacience
françoyse, trop extraordinairement contre les meurs, de
l'Allemaigne, quj devroit estre, sa vraye Patrie!
Le pis est, qu'il ne semble pas estre trop bon Chrestien,
n'ayant pas commüniè, en ¾ ans, a cause de la hayme
particüliere, conceüe contre le Precepteür, Hangkwitz. et cetera
& ses Discours, de la religion, sont quelquesfois, extravagans.
Jl ne veüt pas recognoistre, la grande pacience, que i'ay
euë desja avec luy, en la querelle dü Precepteur,
ou il rompit la paix, de mon chasteau, monstrant, qu'il
est, indiscret, vindicatif, altier, & presomptueüx,
en toutes ses actions, voire: par trop de sagesse; fou, & ecervelè!
Jakob Ludwig Schwartzenberger seindt 4 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: weitzen, Ballenstedter maß, vor 80 ReichsthalerRthlr:
auf seine verdiente besoldung, angewiesen.
<Nix.> <Fra via haben 3 hasen, meine Söhne gehetzt.>
Er Peter Goht, hat unß aufm Sahl geprediget. Dominica 20
post Trinitatis, eine schöne predigt.
| Meilenm. | |
|
Postea gefrühestügkt, a Dieu, Geistlichen vndt Weltlichen,
gesagt, vndt mit Meiner gemahlin, vndt Söhnen, auch Eltisten Tochter, wieder forthgezogen, von Ballenstedt, nach Bernburg vndt alda die hinterlaßenen kinder, vndt Schwestern, noch in paßlichem zustandt, (Gott lob!) gefunden. Gott helfe ferner, mit gnaden! |
5 |
Hans Meyer ist (Gott seye dangk) auß hollandt,
fæliciter wiederkommen, hat mir briefe mitgebracht,
vom Baron de Brederode, Bürgermeister Bringk, Ern Rulitio, Obristen
Mario, item: ein recepiße vom iungen Spanhemio,
(deßen vater heftig krangk, Gott beßere es mit
ihme! vndt erhalte vnß, diesen vornehmen Mann,
alß eine Seüle, vndt vortrefliche zierde, der refor-
mirten, rechtgläubigen kirche!)[,] item: ein buch vom
frommen Godofredo Hottone, <item: lettera von Fürst Hanß von Oldenburg[.]>
Zwischen dem Schloß, vndt flegken Ballenstedt begegne-
ten vnß, vnsere leütte, vndt wagen, von Magdeburg[.]
hatten vor 1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: weitzen, Magdeburger maß, bekommen
nur 17 ReichsthalerRthlr: weil alles überführt, in die 16000 wispel darinnen.
|| [[Handschrift: 639v]]
Eine Fraw in Magdeburg sol alleine 100000 ReichsthalerRthlr:
bekommen haben, weitzen, vndt getreydig einzu-
kaüffen, weil alles so theẅer in hollandt geworden.
An itzo ist der Gallj margkt, alhier in
Bernburgk. heütte wahr der viehemargkt,
deßen dann zimlich viel verkauft sol sein worden.
Morgen wilß Gott, geht der rechte Jahrmargkt
an. Gott gebe allenthalben sein gedeyen!
<Viel regen, windt.>
Erstlich, den landtrichter, Philipp Güder, (post
sacra peracta,) hernacher aber, den Secretarium Paul Ludwig
mit mancherley expeditionen, bey mir, gehabt. perge
Tertio, den CammerRaht, Doctor Mechovium.
Wegen des stargken regens, so gestern, zu abendts,
vndt heütte frühe, eingefallen, hat man die weinlese
vndterlaßen müßen perge wie auch, die noch hindterstellige
Sahtzeit.
Georg Reichardt wieder zu gnaden, Vndt <zu> meinem conspectu,
kommen laßen, welcher in 5 oder 6 iahren, nicht ad-
mittiret gewesen. Gott gebe beßer hertz, zur
continuation! in hofnung, mehrerer dienste!
Extra zu Mittage, habe jch, den hofprediger, Ern
Thepoldum behalten, nach mancherley gehaltenen discurßen.
Wolfgang Sutorium, in Oeconomicis, vndt Præceptorem
|| [[Handschrift: 640r]]
Hangkwitz, in informationssachen, gehöret.
perge
<3 hasen, meine Söhne gehetzt.>
Nach gestrigem ungewitter, ist es heütte gelinder,
vndt stiller worden.
Jch bin vom pfarrer zu Palbergk, zu gevatter er-
behten worden, auf Morgen, (gebe gott) zu einem iungen
Sohne, Gott gebe darzu seinen Segen!
Risposta da Magdeburg che non val miga. perge
Meine Söhne seindt auf den Margkt, alhier, nachmittags
geritten, von dannen, in die weinlese, vndt so hetzen.
perge
Die Leiptziger avisen, bringen eben daß mitt,
waß vor drey Tagen, am hartz, die Erfurdter,
brachten, also: daß es mehrentheilß repetitiones sein.
Darneben contjnuirt, das die Pohlen, aufß
häupt, geschlagen seyen, von den coniungirten
Coßagken, vndt Tartarn. Sie hetten alles fuß-
volgk verlohren, auch die Reütter, welche mit
der flucht, sich nicht salviret. Jtem: 80 stügke
geschütz, alles Silberwergk vndt Bagage, <im
Stich gelassen.>
Flehneten vndt flöhen auf Warsaw, alda ver-
botten ernstlich, weder personen, noch gühter weg-
flehnen weitter zu laßen. Die vneinigkeit
zweyer Fürsten, als des Dominic, vndt Wießne- || [[Handschrift: 640v]]
wigky, vndt ihre æmulation, wehre vhrsach, an
dieser erschregklichen Niederlage, dann dieser letzte
dem Dominic gerahten, weil Dominic das commando
hette, die Coßagken alleine anzugreiffen, der
hat aber nicht gewoltt, Sondern gewartett, biß
die große Macht der Tartarn, mit ihnen, sich
coniungirt, vielleicht vermeinende, beyde armèen
auf einmahl zu dempfen. Sie seindt ihnen aber zu
stargk worden. Da hat sich erst, der Fürst Dominic
besonnen, vndt das commando dem andern Fürst Wieß-
niwegky auftragen wollen, welcher aber
so spähte, solch ansinnen recusiret, vndt dennoch
sein devoir gethan. Alß nun, die armèen,
aneinander kommen, vndt vmb einen paß
heftig gefochten, daß baldt diese, baldt iehne,
sich deßelbigen, bemächtiget, seindt Sie
einen gantzen Tag darauf ruhig verblieben,
wegen eines digken eingefallenen Nebels,
(welchen die Pohlen, den zauberern vndter den
Coßagken, vndt Tartarn, schuldt geben)
den dritten Tag, aber, ist das bluhtige treffen
angangen, in welchem, das deützsche Fußvolgk
sich tapffer gehalten, aber fast alles vmbringt
|| [[Handschrift: 641r]]
vndt niedergehawen worden, wie auch theilß Reütter,
vndt Tragoner. Der Fürst Dominic hat sich baldt anfangs,
mit 3000 pferden, salvirt. Der Mittelzug, ist ihrem
Feldthauptmann baldt gefolget, alleine das Fußvolgk
hat haar laßen müßen. Den Nachzug, hat
Fürst Wießnewetzky oder <wiesne>wigky, tapfer ange-
führet, vndt wol gefochten. Aber, weil er v̈bel
endtsetzet worden, ist ihme der feinde Macht, endt-
lich weitt v̈berlegen gewesen. Die Cosagken
haben als geruffen: die Großsprecher die
Pohlen, reißen auß, vndt geben die flucht, etcetera[.]
Es gibt groß schregken im gantzen lande. Gott gebe
ihnen, erleichterung, Trost, vndt hülfe!
Vor Prag, gehets auch scharf her. Die Schweden,
haben ein Außerwergk vor der Alten Stadt, mit
Sturm, erobert, werfen viel feẅer ein, miniren,
vndt approchiren, wie Sie können, vndt mögen.
Die hauptarmèen, von beyden theilen, ziehen sich
auch dahin, dörfte auf ein treffen, ablauffen,
wo nicht, die Friedenscurrirer, von Münster vndt
Osnabrück daß Armistitium innzwischen, mitbringen.
Der Pfaltzgrave alß Generalissimus, ist mit
großer Ehrerbietung inn: vndt vor Prag, von
den Generallen vndt Soldaten, gewillkommet worden.
|| [[Handschrift: 641v]]
Salveschießen, auß Stügken, vndt andern geschoß,
endtblößung der gewehr, neigung der Standarden,
darnach, stadtliche bancqueet, vndt dergleichen
dinge, haben nicht ermangeln müßen. perge
Jn Bayern, ist zwar, ein vnglügkliches Treffen,
vor die Schweden, gewesen, an einem paß, vndt
etzliche ihrer officirer, gefangen, vndt geblieben.
Sie extenuiren es aber. Baldt darnach,
hat es gar wenig gefehlet, daß nicht der General
Wrangel, wehre auf einer iagt, nebenst
vielen Officirern, vom General Jean de Werth,
<ertapt, vndt> gefangen hinweg geführet worden. Also wun-
derlich laßen sich oft im kriege, unvermuhtete
occasiones an.
Zu Münster vndt Osnabrück scheinets zwar, das der friede
geschloßen seye, dennoch wollen neẅe im-
pedimenta vndt obstacula hervor glimmen.
Jn Engellandt, stehet es gleichßfalß, auf
dem concluso pacis, inter Regem, & Parlamentum.
Gott gebe v̈berall, heilsahme friedensgedangken!
Vor Paderborn, gebrauchen die Heßen, großen
ernst. Ein ieder eilet, sich noch, vor dem endlichen
concluso, zu seinem besten, zu accommodiren.
heütte, haben mir, meine bierbrawer, in Bern-
burgk dörfen anbiehten, (mit vielen beschwehrlichen
præjudicirlichen conditionen,) 50 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: Gersten, iedern zu
10 ThalerThlr: nur, zu verbrawen, vndt wollen doch 4 Pfennige (denarii)d
das maaß, schengken, auch nur, auf terminen, mich zahlen.
Rechte schinder, vndt monopolæ seindt Sie. perge
Extra zu Mitt abends, die Krosigken von Erxleben.
Jn heüttigen avisen, stunde auch, daß vor helvoetschluyß
die Parlamentischen Schiffe, hetten den Prince
von Wallis, mit seinen Königlichen angreiffen wollen,
es wehren aber, etzliche Stadische Orlogsschiffe
darzwischen kommen, vndt hetten solche vnruhe
verhindert, wehren auch, in liebe vndt Freündt-
schaft, von beyden parthien, gescheiden, vielleicht
würden Sie gar, den Printzen, nacher Schottland oder
Jrrlandt, convoyiren, vndt in salvo, bringen.
Zu Londen, förchten Sie sich, vor der gewaltt der
armèe, daß dieselbe beyden parthien, wann
sie etwan verglichen, leges vorschreiben dörffte!
Ma noblesse au Baillage de Ballenstedt, se
plaint, a cause des trop grandes contribütions. perge
<Nebel, vor mittag[.]>
Jn die wochenpredigt, cum sororibus, & filiis Primogentis.
Schreiben von Zerbst, das Geörge Glaun, auf caution
loßgelaßen worden, nach meiner vorbitte. perge
Reichardt hat sich wieder præsentirt, in ambiguis.
Den CammerRaht, Doctor Mechovium, habe ich ablegirt
nacher Palbergk; Meine gevatterstelle daselbst,
zu vertretten, <post expedita expedienda.>
Philipp Güdern, habe ich auch bey Mir gehabt, in
Polizey: vndt Oeconomysachen.
Nachmittags, bin ich in die weinlese, im Rahts-
bergk, Jtem: in Aderstettischen Steinbruch, vndt auf
den hünerfang, v̈ber die Sahle, gegangen.
perge
Avis von Grüningen, das der General Lamboy,
die heßen geschlagen, vndt mit Macht, auf halber-
stadt zu, gehe. Gott bewahre vnßere lande!
vor einem neẅen Feẅer!
Schreiben, vndt addreßen, von Hartzgeroda,
eines, außm Oberdirectorio, vorseyenden landt-
rechnungTages wegen, wie auch der urgirten,
(mir sehr verdrießlichen) subscription des Friedens
halben, darzu wir gleichsam gezwungen werden.
Gott gebe aufrichtigen, redlichen, bestendigen Frieden!
Somnia tremenda gehabt!
Mein CammerJunker Abraham von Rindtorff, ist forth, zu
seinem Bruder, Daniel von Rindtorff, nacher Grönin-
gen zu. Gott wolle ihn, sicher, hin: vndt her, geleitten!
Es ist gestern, noch, ein gantzer wispel rogken, zu
Zeptzigk, außgeseet, vndt mit der weinlese,
(wiewol Sie etwaß spahrsam, vndt geringe
ist, wegen verfriehrung der Trauben, vndt das
die hunde, die Täxe, die vogel, vndt krähen,
großen schaden, darinnen gethan,) fleißig forthge-
fahren worden. Gott gebe, zu glügk! Segen! vndt gedeyen!
Depesche importante! Dieu la conduyse!
Der Secretarius Paul Ludwig ist bey mir gewesen, vndt hat mir im-
portantissima gebracht. Gott gebe heilsahmen Raht, vndt
das meiner heimlichen Neider, undt wiedersacher, intent
baldt möge gebrochen werden.
Georg Reichardt m'a proposè üne petite, nouvelle fortüne,
Dieu me la face reüssir! benignement par sa Sainte grace!
Kruhme, macht brodt, sagt man im Sprichworth!
CammerRaht Doctor Mechovius, hat von der Palbergischen
legation bericht gethan, wie das kindttäuffen daselbst
wol verrichtet, vndt des pfarrers Söhnlein, mein pahte
getäufft, vndt Gideon genennet worden, durch den hofprediger.
perge
Abraham Benedix m'a veü, & m'a contè des estranges choses,
avec toute sorte, de propositions.
Die weinlese, ist continuirt worden. perge Gott
gebe doch, zu bestendigem glügk! vndt Segen!
Christian heinrich von Börstel, alhier zu Bernburg
hat schon etzliche sonderbahre vnfälle gehabt,
(darüber man sich billich, zu verwundern) vndter andern,
ist ihm auch seine haußfraw, eine von Wutenaw,
vor wenig Tagen Todtkrangk worden 1. weil
sie schwanger, von einem wagen, im aufsteigen, herundter
gefallen. 2. Darnach, jm aufsitzen, wieder vndter
daß rad gekommen. 3. Von einer stargken partie,
vndt trouppe Reütter, zwischen hier, vndt Plötzkaw,
(daran doch nichts gewesen,) durch ein falsches geschrey,
geschregkt worden. 4. Vndt endlich terriret,
durch einen bösen fluß, welcher ihr schwe Töchterlein
erstigken wollen, ainsy; que l'on craint, qu'elle
avortera. Dieu la vuelle preserver benignement!
Es scheinet, das des Præsidenten, Seligen kinder11, wenig
glügk, alhier haben. Nulla calamitas sola!12
Avis: das Caspar Pfau berichtet Fürst Augusto es wehre die
gefahr, der heßischen, nicht so groß, alß man dieselbe
machte, Sie wehren nicht geschlagen. hetten sich nur vor
|| [[Handschrift: 644r]]
Padelborn retiriret. General Lamboy, läge zwar zu
Höxter, vndt hette ein auge auf die Heßischen,
auch Paderborn, im fall der noht, zu endtsetzen.
Vor Prage, wehre eine breche, von 24 klafter lang,
gefället an der Stadtmawer, die alte Stadt, stünde
jm accord. Gleichwol wehren, 6000 Kayserliche im anzuge,
dieselbe zu endtsetzen. Fürst Augustus urgiret den landtrech-
nungßTag, vndt die subscription des friedens perge
contre mon grè.
<Nota Bene> Abraham Benedix sagte heütte, es wehren, sieder der zer-
stöhrung Jerusalem, so viel Juden, in einem kriege,
nicht ümbkommen, alß in diesem Pollnischen, durch
die Cosagken, vndt Tartarn, welche in die 121
städte außgeplündert, vndt nach: vndt nach, in die
21000 Jüden, nebenst unzehlich viel Christen ermordet.
Die Jüden in Polen, Deützschlandt, vndt anderstwo,
hielten auch Fast: vndt behtTage, solch vnglügk
abzuwenden. perge Die gedachten Tartarn, vndt Cosacken,
solten vnmenschlich Barbarisch hausen, wo sie hinkäh-
men, sonderlich, wieder die Juden, vndt Papisten, vndt
wieder den Adel, weil derselbige den landtmann
auch sehr tyrannisch zuvor tractirt, vndt mehrentheilß
Griechischer religion, vndt also den gedachten Cosagken
beygefallen seye. Gott dempfe alle schädliche Feẅer!
perge
Paulum Secretarium abermahl, bey mir gehabt, impor-
tantissima expedienda außzufertigen.
Jn schönem wetter, habe ich, nach meinen Oeconomicis, gesehen,
so wol in der Mühle, alß im Forewergk, garten, vndt sonsten.
<perge>
Meine Söhne, haben auch, ihre recreationes gehabt. Gott
wolle sie vielfältig, trösten, vndt erfreẅen!
Discorsj gravj, mit dem præceptore hangkwitz,
ante abitum eius, gehabt. Gott ersetze seine stelle!
mit einem wolqualificirtem subjecto!
<4 hasen, Meine Söhne gehezt.>
Doctor Mechovium, bey mir, gehabt, in causa Ascaniensj
zu deliberiren. perge
Cantzler Milagius, ist malade durchpaßiret.
Einer von Langeiahr, ein Oesterreicher, ist zu unß
gekommen, mit Seiner Frawen. Sie haben vorm
iahr, Meine freundliche herzlieb(st)e Gemahlin, zu Stettin gesehen, vndt
der alten Königinn in Schweden, aufgewartett.
Jch habe vielerley, mit ihme discouriret, weil er
etzliche Sprachen kan, Staatssachen weiß, vndt mit hertzog
Bernhardts Liebden vmbgegangen.
Avis: von Praga, daß sich die Alte, vndt neẅe Stadt, aldar,
gewaltig wehret, vndt wol verbawet hat, auch mit
vieler Mannschaft, versehen ist, also: das solche zu
erobern, es viel blut kosten dörffte, zumahl auch ein
endtsatz dahin, im anzuge ist.
Der Türckische Kayser, Jbrahim, wirdt confirmiret,
daß er im gefängnüß, neben 3 seiner Sultaninnen13,
seye stranguliret, auch bey dem ermordeten primo Vesier,
in die 700000 ReichsthalerRthlr: bahrschaft, gefunden worden.
Der Luigi[!] Contarinj, so venezianischer Ambassador zu
Münster gewesen, sol dorthin abgeschigkt werden,
nemlich, nach z der Ottomannischen Porten, dem Neẅer-
wöhlten Suldan, zu congratuliren.
Jn Flandern, gehet weitter nichts vor, weil die
armèe guten Theilß, nacher Franckreich marchiret ist.
Der König in Frankreich aber, sol mit seinem Parlament, verglichen
sein, alß diese avisen melden! perge
Paderborn, jst von dem Lamboy, endtsetzet.
Die subscriptiones zu Münster vndt Osnabrück des friedens geschehen,
gleichwol, gibt es noch, altercationes in etzlichen puncten.
Ein Somnium gehabt, wie ich in einer kammer, gelegen,
darinnen zwey bette, eines vor Mich, dass andere vor Tobias Steffeck von Kolodey
gewesen. Jch wehre genöhtiget worden, auf die seitte zu sehen,
da wehre eine Thür hinundter gegangen, aber keine Treppen,
alß ich nun in ein tief finstern loch hinundter gesehen,
wehre es ein brunnen gewesen. Wie ich aber nichts anderst,
bey der handt gehabt, hette ich (salvo honore,) hinundter, zweymal
gespiehen, vndt befunden, daß der brunnen so tief nicht, als
man anfangs vermeinet hette, wehre. Das pappier so ich
|| [[Handschrift: 645v]]
erst hinundter geworffen, wehre zu leicht gewesen,
vndt hette mir keine abmergkung geben können,
dann ich keine steinlein hinein zu legen, zur handt
gehabt. Jch hette aber endlich ein licht bekommen,
vndt solches hinundter laßende, das waßer biß
auf den grundt gesehen, welches zwar helle,
aber nicht tief gewesen. hette darauf große
lust bekommen, mich selber hinundter zu laßen,
Tobias hette sehr abgewehret, gefahr remon-
striret, vndt davor gebehten. Also hette ich
mich bewegen, vndt solches, (zwar mit vnmuht)
bleiben endlich laßen, wiewol ich öfterß
wieder daran gewoltt, vndt schwehrlich meinen
appetit vndt begierde darinnen temperiren
können, dann ich mir einen Schatz darinnen einge-
bildet. Alß ich nun wieder, in der Cammer bey den
betten zurügkea gegangen, hette ich in Tobias Steffeck von Kolodeys
bette, eine große lange schlange gesehen,
hinein vndt herauß kriechen, vndt noch ein ander
Thier, darbey, (deßen gestaltt, mir endtfallen)
Tobias hette immer die Schlange wollen zerhawen,
oder inß waßer des brunnens werfen, ich hette
ihn aber lange abgewehret, vndt ein vnglügk
besorget, biß die Schlange auch in mein bette
|| [[Handschrift: 646r]]
gewoltt, da hette ichs geschehen laßen, daß man
Sie ins waßer schlengkerte, wehre mir aber
baldt darauf leidt worden. Baldt dauchte mich,
es wehre zu Wien, baldt zu hanover, baldt
anderstwo, vndt ich wehre viel vmb die Schlange
herumb gegangen. Sie hette mir, oder den meynigen
aber, kein leidt gethan. perge
Jn die kirche conjunctim, da meine sorores
communiciret. Gott gebe allerseitß, Andächtige hertzen!
Nacher Deßaw, vndt Cöhten, geschrieben.
Discorsi mit Langeiahr, in cose di momento, gehabt,
habe darüber die nachmittagspredigt, vor meine person
verseümet, meine Schwestern, vndt Söhne aber, seindt hinein
gezogen. perge <Langiahr, hat abschiedt genommen. perge>
Avis, von Ballenstedt, en assèz bons termes.
heütte hat meine weinlese alhier (Gott lob)
ein ende, vndt ist gelesen worden, wie folget,
| <Eimer.> | <Kannen.> | ||
| alß nemlich: | 5 | 1 | Auß dem Aderstedtischen Berge. |
| 53 | 5 | Auß dem Zigelberge. | |
| 7 | 20 | Außm Kochßberge. | |
| 9 | 56 | außm Rahtsberge. | |
| 26 | 50 | auß dem Langenberge. | |
|
Summa: |
26b |
102 |
Eymer, 4 Maß. <Gott lasse vnß, Seinen Segen, wol gedeyen!> |
<Montag☽> Dienstag♂ den 23ten: October 1648. böser/gefährlicher/schädlicher/unglücklicher/unglückseliger Tag (tatsächlich oder befürchtet)ꘉ
hangkwitz, vndt Philipp Güder, seindt forth, nacher Zerbst,
Gott geleitte sie!
Avis: daß dennoch, ein 1500 Lamboyschen über die
wehser gegangen, vndt auf Halberstadt zu, streiffen.
Fürst Augustus schreibet mir, vndt begehret, eine
2fache contribution zur cassa, den Schwedischen,
nacher Leiptzigk, im November[,] item: eine 2fache zur
rayse der deputirten, nach Prage, (die winterquartierc
abzuwenden,)d oder zu mitigiren!) item: eine einfache,
zu des Obrist leutnant Knochens, besoldung, item: noch eine
15fache, wegen contentirung der soldatesca. Wir sollen
cum proceribus nostris, vndt den vermögensten, in vnsern
Antheilen, reden, wie es aufzubringen, vndt vnß
darauf resolviren, denn es wol ein par Monat,
also: nach vndterschriebenen Friedensschluß, wehren
dörfte!
Abraham von Rindtorf ist wiederkommen, von Gröningen.
Avis: das dennoch 1000 Lamboysche, inß landt zu
Braunschweig angekommen. Gott bewahre vor krieg!
Langiahr ist hier bleiben[!], weil ihme Sein knecht
auß furcht, endtlauffen.
Discorsj mit Doctor Brandt, von allerley dingen.
Jtem mit dem hofprediger welcher zu Mittage extra ver-
blieben, wie gestern Christian Börstel.
Per non diventar così tosto ubbriaco, il nobile
forastiero m'hà insegnato, come segue:
| 6 θe | ||
|
Recipe Aloes hepaticae ℥i
Myrrhæ rubrae fine Mithridatii Damocratis autem Ʒij Crocj Orientalis Ʒi Misce fiant pillulae minutæ! |
Nota Bene[:] | Drey oder vier, mehr, auch
minder, von diesen pillen eingenommen, sollen mächtig, vorn Trungk præserviren, auch einen vor corruption des leibes bewahren, vndt lebendig, einen gleichsam balsamiren. |
Mi parlava ancora, d'un certo, Doctor Seidler, in Bautzen,
grandemente stimato, e famoso, a guarir infermità,
mediante la grazia di Dîo! <Oglio dj mandorle dolcj; sagte
er mir auch, sol getrungken ein
mächtiges Antidotum sein, auch contra Diamante
pestato.>
Die avisen bringen:
Daß die Neẅstadt zu Prag, mit Sturm v̈bergangen,
vndt die alte Stadt, im accord stehe, wiewol der Ge-
neralissimus nur den Soldaten, nicht aber den Bür-
gern, den Studenten, vndt Jesuitern, die gnade,
concediren hat wollen. Es sol viel bluts, auf beyden
Seitten, vergoßen sein. Der Kayser samlet
viel volgk Prage zu endtsetzen.
Jnterim sol der erfolgte FriedensSchluß, zu Münster vndt
Osnabrück gar gewiß sein, <vndt die ratificationes erfolgen.>
Jn Engellandt, wirdt auch friede tractirt. Gott
gebe es, vndt in der gantzen wehrten Christenheitt!
Zwischen Oldenburgk vndt Brehmen, interpo-
niren sich, die herren Staden, in der Weserzollsache.
Mein vetter, Fürst hanß, ist zu Flenßburgk
auf der huldigung gewesen, beym Könige
in Dennemargk alda alles herrlich ange-
ordnet gewesen, undt der neẅe Stadthalter
Rantzow, sich hören, vndt sehen laßen.
Jn Polen stehet es gefährlich, vndt seltzam.
Die Königinn trawet sich, neben beyden
Printzen, zu Warschaw nicht mehr. Jst im
wergk mit ihnen, nacher Dantzigk zu endtweichen.
die Coßagken, vndt Tartarn, hausen greẅlich.
Jn Candia helt sich General Gil de haaß
noch Tapfer, hat zwar, 30000 Türgken geschlagen,
vndt auß einer Schantze, oder bollewergk
geiagt, hat aber 1000 Christen, darüber eingebüßet
vndt einen schuß mit einem pfeil, inß Antlitz
darüber bekommen. Der Neẅe Türckische
Soldan, vndt sein Raht, haben geschloßen, solchen
krieg, wieder die Venezianer, noch 7 iahr, zu continujren.
perge
Es stunde auch in den gesterigen avisen, daß die
belägerung der Frantzosen, vor Cremona aufge-
haben14 wehre.
Daß General Erlach, zu Saint Germain vom
Könige, sonderlich vom Cardinal Mazarinj, gar
herrlich empfangen, vndt tractiret würde.
Daß der handel mit dem Parlament zu
Paris verglichen, vndt componiret, auch der
friede in Deützschlandt, vom Könige in Frankreich ratifi-
ciret wehre. <Der König in Spannien, wirdt vor Todt geachtet.>
Jch bin mit meinen Söhnen, hinauß hetzen ge-
ritten, vndt haben vier hasen, gefangen.
Langiahr, ist mit Seiner Frawen, heütte einmahl
forth. Jch habe ihm, einen knecht, biß nach Erxleben,
mitgeben, vndt leyhen müßen.
Avis: daß Madame Elizabeth, zu Berlin, die pogken
bekommen. Gott schigke es! baldt zur beßerung!
Matthiaß von Krosigk, ist mit der Fürstlichen
leiche, Meiner Sehligen lieben Schwester, Freẅlein
Sibille Elisabeth, Liebden diesen abendt, anhero kommen,
vndt hat seinen comitat, in salvo wiederbracht.
Gott gebe vnß fernere hülffe, Trost, vndt gnadensegen!
|| [[Handschrift: 648v]]
Sein recreditif, auch seine, vndt anderer relation, weiset
auß, daß er sein devoir, wol gethan, meine reputation
wol in acht genommen, vndt daß ich selber, große
Ehre, (Gott lob!) von ihm, gehabt. Gott gebe
mir allezeit, feine, qualificirte, gute leütte!
J'ay derechef eü ce mattin, le chant du pseaume
11915 (comme sür la riviere d'Elbe!) mais non, avec üne
harmonie si melodieuse, comme alors, les mesmes versets.
Jtem: i'ay songè, que Madame Elizabeth á
Berlin, n'auroit estè plüs malade, mais elle
auroit euë, üne face plüs belle & toute autre,
que n'est, son visage accoustümè! perge Dieu la
vueille reguerir! preserver, & garantir, par sa Sainte grace!
Meine Söhne, seindt in die wochenpredigt,
gefahren, so der Caplan Jonius, in abwesen,
des nacher Zerbst, verayseten hofpredigers,
Ern Theopoldj, verrichtet. perge
Avis: von Münster vndt Osnabrück durch Doctor hehers relationen,
das alles auf der subscription beyder kronen beruhe,
item: auf abschigkung der currirer, an die Gene-
raliteten, zur cessation aller hostiliteten.
Gott helffe zum vnpræiudicirlichen Schluß, mit gnaden!
|| [[Handschrift: 649r]]
Sonst hat Spannjen, in die cession der succession an das
Elsaß, noch nicht einwilligen wollen. Oesterreich hat
heftig darwider, vndt wieder andere puncta, noch protestirt,
wie auch etzliche andere Fürsten. Man muß aber geschehen
laßen, waß man nicht zu endern, vermag. Es heißt:
Jngens telum, necessitas!16
Extra zu Mittage, Matthiaß Krosigk, vndt caplan Jonium.
Daß sterben, kömbt alhier, vndter das vieh, wie mir
auch gestern, ein hüpsch rindt gestorben. Gott gebe
das nicht mehr vnglügk, hernacher folge! <(Kalte
feẅer, est
morbus.)>
Großer Kersten, ist wiederkommen, von Schöningen vndt H<alberstadt> non
senza pericolo, con assaj buona spedizione!
Matz Krosigk, ist wieder forth, ben sodisfatto.
Er Peter Goht, hat sich mir præsentiret; (tutto ubbriaco!)
Der Præceptor Hangkwitz, ist neben Philipp Güdern,
auch wieder glügklich wiederkommen, von Zerbst, mit Zerbster bier,
vndt allerley avis, vom Wendelino, Jehna, vndt Georg Glaum
et cetera[.]
<2 hasen, gehetzt. et cetera mein Sohn, Erdmann Gideon[.]>
Es laßen sich ein Acht mauser, hier herumb sehen, haben
gestern, einen neẅen Stallknecht, Adam Ludwig,
(welchen mir, Monsieur Wogaw, recommandiret), chargiret,
vndt v̈bel tractiret, spoliiret, vndt beraubet.
Gott gebe! daß ich mit diesem kerll, wol versorget
seye! vndt vnbetrogen bleibe!
Ein Somnium, habe ich gehabt, wie ich mit M<e>herren
dem Churfürsten von Brandenburg mahlzeit gehalten hette.
Borgißdorf, vndt Waldaw, hetten mir vndterschiedlich
vom confect, offeriret. Jch hette es aber nicht eßen
mögen. Endtlich hette mich, mein gewesener alter
hofmeister, Peter von Sebottendorf, darzu gezwungen
darvon zu eßen, ob michs schon gegrawselt, alß
wann gift darinnen verborgen läge. Jch hette
mich aber geschähmet, das ich mich also vor iedermann
von einem alten, (der in meiner iugendt mein zucht-
meister gewesen wehre,) an itzo müßte wieder
Meinen willen vndt dangk zwingen laßen,
köndte es aber nicht endern, weil Gott wolte,
daß veneranda Senectus, in ehren solte
gehalten werden, vndt Trüge noch immerzu eine
Veneration, zu dem ansehen, eines solchen frommen,
vndt wolqualificirten Mannes, welcher tamquam
secundus Parens, iederzeit solte von mir observiret
werden, von deme ich auch, (Gott lob!) viel gutes gelernet!
O utinam semper observassem, & imitassem!
doctrinam, & præcepta ejus! perge
| Der Jtalus saget: |
A tempo il sentiraj,
Che tempo non havraj.17 |
Dieu me face la grace, de me rammeiner & redujre, au bon chemin!
& que ie me puisse reprendre, ou i'ay errè!
Georg Reichardt ist bei mir, gewesen. Paul Ludwig inngleichem.
Beyde haben mich satisfacirt.
Jch habe Meiner Schwester Liebden freẅlein Sibillen Elisabeth
Sehligen Sargk, abermalß besichtiget, vndt solchen
zu rechte zu machen, anstaltt verordnet.
Mein Sohn Erdtmann, hat zweene hasen <gehezt>, Victor
Amadiß aber, zwey große Corweyen18 geschoßen,
auf der Crähenhütte, vndt sein Cammerdiehner, Matz,
hat 2 crähen geschoßen.
J'ay èscrit, a Madame ma seur, á Strehlitz.
Schreiben vom Wendelino, mit seiner logica,
vndt dedicatione an Meine Söhne, vndt andere
iunge herren, von Anhaltt, entpfangen. Jst
ein herrlich opus, leichter zur wißenschaft zu gelangen.
Avis: daß mein vetter, Fürst hanß zu Anhaltt,
mit dem Elltisten Freẅlein, von Gottorff,
versprochen seye. Gott gebe zu glügk! vndt
das es vnserm Fürstlichen hause, zum aufnehmen
vndt besten, auch zum gedeyen, der kinder Gottes,
vndt der Rechtglaübigen wolfahrt, gereichen möge!
Ce Gestern nachmittags, haben sich, alhier in der
Stadt, auf der gaße, Schwechhausen, vndt Hangk-
witz, wieder miteinander, vervnwilliget, vndt
geschlagen. Jch habe es etwaß spähte, erfahren,
vndt darauf dem hofmeister Einsidel, vndt
Tobias Steffeck von Kolodey befohlen, sie beyde, in arrest zu nehmen,
wiewol der præceptor Hangkwitz klaget, das
er seye v̈berfallen worden, vndt sich eher deß him-
melfalß, alß solcher Thätligkeit, versehen hette.
Dieser, hat es auch noch gestern abendt, schriftlich,
an Mich, gelangen laßen, vndt geklaget, wie
vnvermuhtend, er, von dem andern, angefallen seye, vndt
ihme, die geringste vhrsache, nicht gegeben? meine
decreta zu verachten, vndt auf freyer Straßen,
mit schlägen, vndt degen, jhn also anzufallen.
Der hofmeister hat zwar bedengken getragen, seinen degen
von sich, zu geben, vndt vermeinet, er hette ihn gegen
feindt, vndt freünde gebraucht, alß man ihm aber,
remonstriret, daß solches von mir, vielen Edelleütten,
vndt Officirern, wehre zum öftern, angethan worden,
vndt das die deützschen mores, in vita civilj anders
|| [[Handschrift: 651r]]
wehren, alß die welschen, oder Außwerttigen, in vita
militarj, sein möchten, hat er sich endtlich bequehmet, vndt
sehr gebehten seinen degen ia nicht bey des præceptoris
seinen, (welchen er nicht so werth achtete) zu fügen.
Der Præceptor aber, hat sich williglich submittiret,
nur vmb verenderung des losaments, (auß gewißen
vhrsachen) gebehten, so ihme zwar gestern nicht, aber
heütte erst, concediret worden. Er klaget sehr,
daß des hofmeisters raufdegen, (so er ihme proditorie nachge-
tragen,) eine viertel elle, länger wehre gewesen, alß
der seinige, vndt also imparitas armorum vorhanden.
Sein degen ist darzu dermaßen verrostet gewesen,
das er ihn mit mühe vndt arbeit kaum hat auß-
ziehen können. hat sich, solcher gestaltt, zum balgen,
v̈bel, oder auch gar nicht, gefaßt gemacht.
perge
Diesen Morgen, laße ich die Sache, in verhör
ziehen. Gott gebe guten succeß! auch in dieser
wiederwertigen, vndt verdrießlichen Sache!
Fürst Augustus schreibt mir, der friede seye richtig,
die Obersten, bekähmen schon assignationes auf
die länder. Obrist leütnant Knochens, ablegation, nacher
Prag, solte man doch maturiren. etcetera perge
Mein Sohn, Victor Amadis, hat treflich augenwehe.
Gott beßere es mit ihme, gnediglich!
Wartemßleben, meiner Söhne page, hat geschwinde
Schwachheit, hertzensangst, vndt bangigkeit
bekommen. Gott wolle es zur schleünigen beßerung schigken.
Die Personalia, meiner Sehljgen Schwester, Freẅlein
Sybille Elisabeth Liebden sehligen andengkens, welche
zu Strehlitz von der cantzel, bey dem leichsermon
abgekündiget worden, habe ich belesen, vndt bin
sehr darauß, ex sympathia hertzlich beweget worden.
Jst wol eine rechte Gottesfürchtige Tugendt-
krohne gewesen!
Er Wilhelmus Schnabelius, Churfürstlich Brandenburgischer hofpredi-
ger, bey der legation zu Münster, schreibet vom 16den:
huius Octobris: nachfolgendeß:
Waß den frieden anlanget, So haben wir, Gott
seye davor ewig lob, vndt dangk gesaget, gestern
vndt vorgestern, den MorgenStern darvon gesehen,
Gott gebe! das die volle Sonne darvon, in alle lande,
scheine! dann der Friede, ist geschloßen, vorgestern
versiegelt, vndt undterschrieben, vndt gestern, mit
vielen Ceremonien, vndt Freẅdenreichen solennite-
ten, publiciret worden. Die vorgestrige subscription
|| [[Handschrift: 652r]]
ist also geschehen: Der beyden Cronen, Frangkreich, vndt
Spannien,<Schweden> herren abgesandte seindt zu erst, in der herren
Kayserlichen Gesandten höffe, mit großer solennitet,
gefahren, der Frantzösische Ambassadeur, herr graf
Servient, in des Kayserlichen herren Abgesandten, Graven Johann
von Naßaw, losament, die herren Schwedischen aber, alß
Graff Ochßenstirn, vndt herr Salvius in herrn Graven
von Lambergs, losament, vndt haben daselbst
die Jnstrumenta Pacis versigelt, vndt vndter-
schrieben, darauf seindt die herren Kayßerliche hin-
wider, in der krohnen Abgesandter losamenten
gefahren, herr graf von Naßaw, in des Frantzösischen,
herr grave von Lamberg, in der herren Schwedischen
losament, vndt daselbst die instrumenta vndter-
schrieben. Jnmittelst, vndt entzwischen, seindt die herren
Churfürstlichen, in einem besonderen, die herren Fürstlichen,
in einem besonderen, vndt die Städtische, in einem besonderen
gemach, vf dem Bischofßhofe versamlet gewesen, denen
durch die legationsSecretarien, vom Kayser, vndt
den krohnen, seindt zugeschigkt, vndt vndterschrieben worden.
Chur Cölln, Chur Trier, Chur Sachßen, haben nicht
vndterschrieben. Waß die vhrsache seye? ist vngewiß!
So baldt die subscription, welche von Mittage an, biß vff
den abendt, vmb glocke achte gewehret, Sintemahl in
|| [[Handschrift: 652v]]
den instrumentis fünf Stunden lang, ist gelesen worden,
geschehen, seindt absobaldt in der Nacht, alle Stügke, auf
den wällen, gelöset, vndt damit, freẅdenschöße19 gethan
worden. Gestern ist darauff, in allen kirchen, ge-
dangkt, vndt musiciret worden, auch in vnserer
kleinen reformirten gemeinde, wo wir Vocalem, vndt
instrumentalem Musicam gehabt, vndt mag vielleicht
nicht, so lange die weltt gestanden, in einer Stadt,
in einer Stunde, in einer Sache, von allen dreyerley
religionen, Catholischen, lutherischen, vndt Reformirten,
daß Te Deum Laudamus, sein gesungen worden
alß gestern hier in Münster, von gesampten Catoh-
lischen, in den offentlichen kirchen, von den lutherischen,
in der herren Schweden, hoff, von vnß den reformirten,
im Brandenburgischen hoffe, ist geschehen. Darauf, ist
die gantze Bürgerschaft, nach geschehener predigt,
ins gewehr, vndt mit fliegenden Fahnen, in 12 compagnien
stargk, zusampt dem geworbenen Regiment Solda-
ten, so hier in garnison liegen, auf den Margk20 kommen.
Vndt nach deme durch einen reittenden Secretarium
der Friede zwischen Römisch Kayserlicher Mayestät[,] dem Reich,
vndt dann, den beyden Königlichen Krohnen, Frangkreich,
vndt Schweden, erstlich vom Rhathauße, darnach
auff allen egken, vndt Gaßen, in der gantzen Stadt
|| [[Handschrift: 653r]]
offentlich ist abgelesen, vndt mit keßeltrummeln, vndt
Trumpetten, vmbgeschlagen, vndt außgeblasen worden,
hat so wol der<ie> bürgerschaft, alß soldatesca
eine salve, nach der andern, gegeben, die friedensfahnen
seindt vom Rahthause, vndt den Glogken Thürmen, ge-
flogen, vndt jst große freẅde, vndter dem volgk gewesen,
welches von 10 oder 11 vhr, biß glocke drey, gewehret.
Gestern abendt, der glocke vmb achte, seindt wieder
alle Stügke von wällen, herundter, gelöset, vndt darmit
der interimspublicationsactus vollendet worden, biß
die ratification, von allen seitten, erfolget, da dann
noch, eine herrlichere publication wirdt geschehen[.]
Gott gebe! daß alles, ihme zu ehren! der kirchen,
zum aufnehmen! vndt den bedrängten, zur er-
quickung, gereichen möge! Amen! Amen! Amen!
Post Scriptum[:] herr Graf von Naßaw, hat seinen zweyten Sohn,
herr grave von Lamberg, einen Freyherren21, et cetera zu Jhrer
Kayserlichen Mayestät[,] aber der <Frantzösische Ambassador> herr Conte Servient hat einen
vom Adel22, nacher Frangkreich, die herren Schwedischen den Residenten
Bährenklaw, nacher Schweden, abgefertiget, die ratificationes
allerseitß, einzuholen. Die einstellung aller hostiliteten
wirdt auch durch eigene currirer, den armèen
inhibiret. Gott geb vnß auch, etwas gutes!!!
perge
Die Erffurdter avisen, so vom hartz, ankommen,
confirmiren eben daßelbige, vndt daß auch zu
Caßel, triumphiret worden seye!
Jtem: daß der friede, auch in Engellandt, sich
sehr wol anlaße, vndt zu hoffen seye.
Die Parlamentischen, vndter dem Graven
von Warwygk, haben zwar feẅer, auf
des Printzen von Wallis, vor Helvoet Schluys
beschloßene flotte gegeben, iedoch, hat sich der
Admiral Tromp darzwischen geleget, mit der
Stadtischen armada vndt alle hostiliteten
verhütet, vndt verbotten.
<General> Lamboy, macht sich feste, an der Weser,
zu höxer[!], Geise gehet an die heßischen
gräntzen, zur landeßdefension.
Die leütte in den Niederlanden, beklagen
den abgang, der commercien, durch den frieden.
Dennemargk, stabiliret seine authoritet.
Jn Polen, stehets schlecht, iedoch hat der Coßagken
irruption, Printz Casimirj, königliche wahl
befördert. Gott gebe, der Rechtgläubigen kirche
zum besten! zu Schutz! vndt auffnehmen!
Die Frantzösische belägerung vor Cremona bleibet
vndt ist aufgehaben23, weil der Frantzosen, noht da-
vor gelitten, vndt der gubernator von Meylandt
es endtsetzet mascule.
Zu Napolj reget sich noch, die Rebellion.
Jn Spannien, halten etzliche den König vor Todt,
weil er, in 14 Tagen, sich nicht sehen laßen. Andere
statuiren seine reconvalescentz, vndt daß
die conspiration, nicht wieder des Königs person,
sondern, den Don Odoardo de Braganza, des Neẅen
Portughesen Königes Bruder, zu liberiren, angesehen
gewesen. Wien, vndt Grätz, werden fortificiret.
perge
Candia die Stadt vndt Festung, ist endtsetzt,
vndt Gil de haaß, hat sich darbey, in auß-
iagung der albereit eingebrochenen Türgken,
Mannhaft vndt ritterlich gehalten, auch ehren-
zeichen, vndt wunden, darvon gebracht. Pfaltzgraf
Philips aber, hat bey dem hertzogk, vndt Signoria
zu Venedig, abgedangkt, vndt sich mit ihnen, vmb
ihrer chicquanerie willen, nicht vergleichen können.
Die Cosagken, wollen nicht mit der Cron Pohlen,
sondern mit einem haüpt, vndt Könige tractiren.
Vor Prage, kan der Pfaltzgrave, wegen der vielen
abschnitte, vndt gegenwehre, nicht forthkommen,
<5 hasen, hat mein Sohn Erdmann Gideon gehetzt. et cetera>
La dolorosa perdita, non vuole dileguarsj, per
la lontananza del tempo. Non posso sbrigarmj
di questo affanno! Mi sarà forse! un palo perpetuo,
nella carne, durante la misera vita mîa!
Jddîo solo mi potrebbe facilmente giovare!
Lo pregharò incessamente, d'ajutarmj, e di
consolarmj! Può far di me! una cosa di nien-
te, una cosa da baia, da sprezzare come fango,
può haver tanto effetto, nel senso humano?
Mà Jddîo vuole correggere la nostra du-
rezza, ed ammollire i cuorj nostrj di marmo,
per cose sprezzabilj, dinanzi al mondo, e gratj
però alla sua Divina Maestà, e bontà immensa,
acciòche impariamo a conformare intieramente
la nostra, alla sua Divina, e guiusta volontà!
An Fürst Augustum geschrieben, wegen des friedens.
Mit Geörg Reichardten, disseriret, von nicht ge-
ringen importantzen. Gott gebe deren, guten effect!
vndt daß ich Treẅe, wolqualificirte vndterthanen, haben
undt behalten möge!
<1 Rehe, vom hartz.>
Jch habe aufm Sahl hieroben predigen laßen, Magister Ender-
lingen, mit welchem ich hernachmalß discourriret,
vndt ihn neben Doctor Mechovio, extra zur Mahlzeit behalten.
Der Text: Matthäus 1824 von des Königs knechten, vndt
Mittknechten, wahr sehr applicirlich, auf vnsere Stengker!
Die Nebensachen, sonderlich die abschickung nacher
Cöhten, auf den landtrechnungßTag, jst mit Mühe,
vndt arbejt, resolviret worden, vndt die
instruction, darzu verfertiget. perge
Nachmittags seindt meine beyde iüngste Schwestern,
mit Meinen beyden Elltisten Söhnen, zur kirchen,
gefahren. et cetera
A spasso, in die Mühle, vndt sonsten, allèes secrettes.
Oberlender ist von Ballenstedt wiederkommen, mit dem Amptmann. <et cetera>
vndt hat ein Rehe, sampt andern Victualien, vndt
Federvieh, mitgebracht. perge <Jtem: rechnungen, erndteregister.
et cetera>
Das Röhr: vndt waßerwergk alda, ist wiedergemacht.
Zu Frosa, ist vorige Nacht, eine compagnie Reütter,
gelegen, welche heütte bey Ascherßleben, vorbey
paßiret. Der Amptmann, wehre ihnen baldt, in die
hände gerahten. Ejn eilff wispel, viererley ge-
treydigs, seindt zu Ballenstedt, außgedroschen, als
3 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: weitzen, 3 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: rogken, 2½ Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: gersten, 2½ Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: haber.
Nota Bene Nota Bene Nota Bene[:] Jnfluentz gehabt, das der schöne Ochße
den ich vorm iahre<im Winter,> so miserrime abbandoniret, nicht
allein mir, einen radium Divinj amoris, & Divinæ
Voluntatis, gezeiget, mit deme ich mich billich hette
conformiren sollen, so wehre meine Seele beßer
content gewesen, vndt hette können, (wie die Schrift
auch redet!) in wollust, Fett werden25, vndt sich nicht
nagen, vndt plagen dörffen, vmb diesen großen
verlußt, wie Sie leyder! an itzo thut, Sondern
er wehre mir auch vnvermuhtend ein Nuncius
Pacis, gewesen, in dem damals, des herren wortt,
auß dem 4ten: psalm26: v̈ber mich, gekommen also: Jch
liege, vndt Schlafe, gantz mit Frieden <Nota Bene>, dann du
alleine herr, hilfst mir, das ich sicher <Nota Bene> wohne <Nota Bene>!
Vielerley mit dem Ambtmann Märtin Schmidt, conversirt
von alten vndt Neẅen sachen. Er ist gestern abendt,
ankommen, vndt wirdt Morgen gebe gott wieder verraysen. perge
henning Stammer, hat auch seine vndterthänige relation gethan,
wie er die lehen, wegen hoym, zu Quedlinburgk entpfangen.
Jst zwar, mit etwas difficulteten, iedoch, Gott lob, wol abgegangen.
Simon Heinrich Schwechhausen, hat heütte, auß seinem arrest, eine weit-
laüftige, lateinische deduction, seines handels, mit Hangkwitzen,
Mir eingeschigkt, darauff, jst er krangk worden, weil er Sich,
|| [[Handschrift: 656r]]
den handel, allzusehr, zu hertzen zeücht, auch recht haben,
vndt ex iure, seine Sache, vertheidigen will. Gott helfe
vnß auch, auß dieser verdrießlichen molestie, vndt labyrinth!
Philipp Güder, vndt Kersten, seindt nach Zerbst. Sollen auch
Meinen Söhnen, zu kleidungen, etwas einkaüffen. Gott geleitte, sje!
Meinen Bötticher Märtin Riselar, ist vor drey wochen
eine schwehre weinkufe, (so 8 stargke kerll, nicht halten
können) auf den halß gefallen, hat ihn, im leibe sehr
verderbet, also: das er, an itzo, mir zur vnzeitt,
weil der neẅe wein, gute wartung, vndt aufsicht be-
darff) gar krangk ist. Gott beßere alles arge!
Dienstag♂ den 31ten: October 1648. böser/gefährlicher/schädlicher/unglücklicher/unglückseliger Tag (tatsächlich oder befürchtet)ꘉ
Die avisen, brachten gestern, die confirmation, des zu Münster
vndt Osnabrück, geschloßenen friedens, mit solenniteten, vndt Freẅdenfesten.
Jtem: daß der Pfaltzgrave, der Alten vndt Neẅen Stadt,
mit schießen, miniren, feẅer einwerffen, abbrechung der
häuser, etcetera heftig zusetzte, wirdt aber doch die hostili-
teten, gleich wie die heßische vor Paderborn, ferner ein-
stellen müßen, nach geschloßenem vndt subscribirten frieden.
Jn Polen, fangen die Cosagken an, ihre furia zu Miltern,
vndt es sol Printz Casimirus König worden sein.
Jn Frangkreich continuiret der vergleich, mit dem Parlament
zu Paris, vndt die erleichterung der imposten, vndt contributionen.
Zu Rom, ist der pabst gut Spannisch, vndt die hungersnoth continuiret[.]
Cremona ist von den Frantzosen quittiret, vndt von Milano endtsetzt.
Jn Engellandt, wil auch der liebe Friede, wieder anbligken,
Die Kayserliche[,] Chur: Bayrische vndt Königlich Schwedische haüptarmèen
gehen herüber, v̈ber die Thonaw, dem ansehen nach, gegen
die Oberpfaltz, Böhmen, oder Frangkenlandt zu.
Die Türgkischen sachen, continuiren, wie Sie in der
Erffurdter avisen, begriffen gewesen.
Jn Flandern, bleibet es bey vorigem, vndt es gehen die
armèen, wieder in die winterquartier.
<Philipp Güder, vndt Grosse Kersten, ist von Zerbst wiederkommen.>
Extra zu Mittage, Doctor Mechovium, vndt Negromonte.
Panße, der Amptßraht, ist von Mir nacher Cöhten abgefertiget
auf den landtrechnungßTag, mit creditifen, vndt jnstruc-
tionen. perge Gott gebe zu glügk! vndt succeß!
Ein Maior <wehlen>, so vom Oxenstiern, in sachen, die friedens-
handlung betreffend abgefertiget, ist zeitlich, nach 12 vhr, zu
Mittage, anhero gekommen, sol forth eilen, thut es aber,
nicht gar sehr, (peüt estre, par commendement!f
