Donnerstag♃ den 1. Martij: 1649.
<3 hasen, mein Sohn Viktor Amadeus gehetzt.>
J'a visitè, comme ie fay presque journellement mon
fils malade Erdmann Gideon. Sa toulx s'accroist, ses forces,
se diminünt. Cela me donne mauvaise augüre.
Dieu vueille avoir pitiè de luy, & de nous,
par sa grande Misericorde infinie!
Geörg Ehrenreich, Freyherr von Roggendorf, mein page
ist auch zimlich krangk, wie inngleichem die gute
Altfraw. Gott erbarme sich, dieser, vndt anderer
Pacienten, in gnaden!
Simon Heinrich Schweichhausen hat resignirt, in einem ½ iahr dimission
sollicitirende 1. weil er vermeint, nicht authoritet
genug zu haben. 2. vndt weil er seinem allten
krangken vatter, zu Brehmen, in negociis, muß
assistiren. Jch nehme es in bedenkgen. perge
Geschrieben, an Madame Elizabeth, vnd
an Marggraf Christian. perge Jtem: nacher
Plötzkaw, Cöhten, undt Deßaw.
<Schnee. Frost.>
Avisen von Erffurdt, das den 6ten: Martij, der
anfang zur abdangkung solle gemacht, vndt
den 6ten: Aprilis, alles volgk abgeführet werden.
Gott gebe! das es geschehe!
Jtem: avisen von Erffurt, daß Sich der Generalissimus Pfaltzgrave
annoch zu Minden, befünde, dahin auch der Graf Oxenstirn
|| [[Handschrift: 13r]]
vndt herr Salvius Schwedische Plenipotentarij erschiehnen.
Zu Sultzbach, wehre durch die Bambergischen vndt Culmbachischen
Commissarien, die execution vollnzogen, vndt zu Augspurgk
daß meiste auch verrichtet. Also hofte man in kurtzem
die abdangkung der völgker. Der grave von Buchheimb,
wehre zur Kayserlichen armèe, geschickt, dieselbige zur reformjren
vndt alsobaldt, 20 Regimenter abzudangken, vndt 3 Monat
Soldt zu geben, befehlichet. General Türenne hat
sich Parlamentisch erklähret. General Erlach, aber, hat
seine armèe ermahnet, ihme nicht ferner zu gehorsahmen,
sondern in des Königes diensten, bestendig zu verbleiben.
Darauf seindt die deützschen Regimenter bereits von ihme
hinweg, gegen Straßburgk zu, gegangen, haben vom
General Erlach, einen Monat Soldt, bekommen, vndt die
Frantzösische infanterie, so noch bey General Türenne sein,
wollen auch nicht allerdings gehorchen. Jn Frangkreich,
ist die verbitterung also groß, das zwischen dem
Könige, vndt dem Parlament, noch zur zeit, kein
frieden zu hoffen, wie sehr man sich auch darinnen bemühet?
Auf itzigem ReichsTage in Schweden, ist von der gemeine
der 5te: vndt von dem Adel der 10te: Mann, nacher Deützsch-
landt, begehret worden. Die Königinn hat einen
ihrer Camerherren, selb dritte, nach Venedig, auf der
Post geschigkt, vmb selbige herrschaft, zur jnterposition
zwischen Schweden, vndt Pohlen, zu ersuchen. General Türenne
sol zu Speyer, im arrest sein. hingegen wirdt General Rosa mit
|| [[Handschrift: 13v]]
großer Ehrerbiehtung, auf freyen Fuß, gestellet,
vndt sol des Königes in Frankreich General, v̈ber die
Reüterey werden. Es mangelt dem Könige, an
geldt, vndt voglk. Der Schwedische Commissa-
rius Brügkner, ist gestorben, vnlengst, vndt vor
wenig Tagen, zu Erffurdt, begraben. Die Cron
Schweden sol einen guten Mann, an ihm verlohren haben.
J'ay songè, ceste nuict, d'avoir veu Königs-
margk à Hartzgerode. Il auroit fait grise
mine, & seroit allè coucher. Puis se rèsveil-
lant dü lict, sür lequel il s'estoit couchè en
ses chausses, sa chemise a la poictrine seroit
estè ouverte a la nonchalente, & sa dite
Poictrine auroit estè fort rouge & robüste,
comme d'ün laboureur, mais les bras & costèz
delicats & blancs. Il me conta en confiance,
(apres avoir <adoucy et> moderè, ceste severe & farouche
mine dü commencement) beaucoup de partcülari-
tèz que i'ay oublièes! & n'en ay retenü,
qu'üne seüle, assavoir: qu'il me dist: Mon Prince
prennèz garde a Vous, il y a deux moines
la haut, en vostre petit poile, envoyèz de la
|| [[Handschrift: 14r]]
part des Commendeürs, de l'Ordre Teütonique, les-
quels ont mis la main, a l'œuvre & travaillent
sans cesse, a vous deposseder entierement non seulement
de la reelle possession, de Vostre Contè d'Ascanie,
mais aussy <d'annüller par l'aide de l'Empereur tous estats de l'Empire> de toute ancienne pretension sür
icelle. Cela est resolü, mais ie Vous prie, n'en
faites pas semblant, que le scachièz de moy, vostre
treshümble & bien intentionnè serviteür.
Là dessüs sürvinst ma femme, sans y penser,
& fichant l'œil sür Königsmarck qui avoit desja
prins son pourpoinct, mais a la nonchalente,
sans le bouttonner, il eust honte, ferma les
bouttons, & sa poictrine ouverte, rouge comme feü,
puis devisant ün peü, s'en alla bien tost,
comme ün soldat, quj ne respiroit qu'estre en
action de guerre, & avoit aversion <de la conversation> des femmes.
Moy ie montay en ma petite chambre á Hartz-
guerode, ne faysant semblant de cest avis,
& trouvay ün de ces moines, lequel couvrist
incontinent tous ces pappiers, ne fist semblant
de rien, m'honora grandement & tandis que ie pen-
sois cependant a mes affaires, & commençay a l'exa-
miner sous main, de ce qu'il faysoit là, ie m'èsveillay.
Mein Sohn Erdmann, hat greẅlich diese nacht, ge-
hustet, vndt ärger, alß noch iemalß. Diß gibet
mir schlechten Trost! Jch besorge, die vires müßen
endtlich succumbiren, vndt können es nicht länger
außstehen. Gott wolle durch seine gnaden-
krafft, in dem Schwachen, Mächtig sein! Vndt
auß nöhten, angst, undt Trübsall helfen!
auch unß nicht verlaßen, noch verseümen!
Jlle tulit; languores nostros!1 Er
hat vnsere Schwachheit, auf sich genommen,
undt vnsere Seüche hat er getragen.
Der herr Jesus, gebe vnß auch, wahre ge-
dultt, damit wir gedultig, vnser Creütz,
auf vnß nehmen, vndt seinen Fußstapfen,
nachwandeln mögen!
Le Docteur Brandt, a visitè mon fils, mais a tenü
des propos, fort insolents, en presence d'jceulx,
& de leurs servitüers, pensant me contraindre
par ceste occasion, a luy donner satisfaction
en toutes ses exorbitantes demandes,
& blasmant mes Principaux Officiers, Conseil-
lers, & serviteürs. Ô Dieu! delivres moy, de tant
d'afflictions! croix, & tribülations, non necessaires!
Extra: ist der calumniant zur Mahlzeit behalten
worden, ne noceat! Je suis bien tourmentè!
Tobias Steffeck von Kolodey söhnlein, mein pahte, ist auch Schwach,
Matt, vndt krangk! Gott wolle es zur beßerung,
mit ihme schigken!
Avis von Ballenstedt, daß die undterthanen zu hoym,
Reinstedt, Riedern, vndt Padeborn, sich zum höchsten
über einquartirung, beklagen, vngeachtet des
Generalissimi patent vndt Salva Guardia vorgezeiget worden.
Zu Ridern wehren über 100 pferde mit munition
ohne die Mußcketirer, so von der Wehser, vndt
von andern orthen, herkommen, gelegen. Zu Pade-
born, etliche wagen, nebenst 52 pferden vom General
Axel Lillie, zu Rheinstedt, 18 pferde mit 1 wagen,
vndt 1 leutnant zu hoym, mit etlichen pferden,
logiret, den armen leütten, großen verdruß
angethan, auch dieselbigen geprügelt, vndt
sonsten übel tractiret, worüber die armen
leütte, vndt daß kein Protectorium mehr hel-
fen, noch gelten will, desperat werden.
Laßen sich auch verlautten, Sie wollen keine
contribution mehr geben, wann Sie nebst abfüh-
rung der Schwehren Schatzung, noch so große Ein-
quartierung, leiden sollen. Wo bleibet der Schutz?
<5 hasen Viktor Amadeus gehetzt. 1 Fux. i wilde kahe.>
Oeconomica verordnet. <Wolfgang Sutorius ist von Ballenstedt wiederkommen.>
Meinen Sohn Erdmann Gideon besucht. Jl est fort infirme. Le
bon Dieu, le vueille reguerir paternellement &
le conserver en santè de Corps, & d'esprit!
J'ay trouè ün Memorial, que feü Son Altesse
Monseigneur mon Treshonnorè Pere, de bienheüreüse
memoire, me donna, l'an 1617 lors que j'allay
la premiere fois, a la guerre, & vins bonnement
au Theatre dü Monde. Je l'estimay grandement
& tant plüs qu'en la battaille de Prague
i'avois perdü l'Original, avec d'autres Actes.
Je ne l'ay donc sceü <re>voir depuis l'an 1620
& maintenant cela se trouve a mon grand
contentement, & satisfaction. Dieu vueille!
que ie m'en puisse encores servir, au de-
clin de mon aage, puis qu'en la fleur
d'iceluy, ie ne m'en suis assèz prevalü.
J'a leü avec playsir, ce memorial &
aultres anciens actes, de la guerre passèe
de Pièdmont, & de mon voyage en France, Angle-
terre, Hollande, etcetera tout cela de l'an 1617 &
|| [[Handschrift: 16r]]
puis dü commencement de l'an 1618 etcetera me revoquant
en memoire, beaucoup de choses oublièes!
A spasso zu Fuß, mit Carllchen, gegangen.
Mein Sohn Victor Amadis, hat 5 hasen, 1 Fuchß,
vndt eine wilde katze, von der hatz, mitgebracht.
Extra, zu Mittage, den Medicum, Doctor Brandt gehabt,
vndt ich habe ihn wieder pacificirt.
Schreiben von Meiner Schwester von Strehlitz, welche den
Todt des Königes in Engellandt sehr beklaget, sich sehr
affligiret, vndt meine jüngste Schwestern verlanget.
Non posso ancora sbrigarmj di quelle strana
passione, ch'io hò per la morte dell'animale
fatto morire più hora d'un' anno fà. E
ciò senza dubbio, per havervj connoscuto
un raggio della sapienza e bontà Divina
infusa ancora straordinariamente in una bestia,
e non pesatolo assaj, per questo quelle furie
mi perseguitano straordiariamente. Jddîo mj vog-
lia liberare benignamente da quel fastidio!
Er Jonius, hat hieroben, aufm Sahl, geprediget.
Jst extra zu Mittage, behalten worden, neben Doctor Mechovio,
mit deme es viel zu consultiren, gegeben. perge
<Thauwetter.>
Eine dißcurß gelesen, (Der Weise Gamaliel
genandt) so Zacharias Hogelis pfarrer zu Erfurdt,
wieder den Oßnabrügkischen FriedensSchluß,
vndt zu endtlicher zerstörung des Römischen Babels
gemacht, ex Apocalypsj2 deducirt, auß vielen
experientzen, vndt Historien, confirmirt.
Er hat es dem pfaltzgraven Schwedischen Generalissimo
dedicirt, ist aber mit schlechtem Trangkgeldt,
vndt mit zorn abgewiesen worden. perge
Ein Jude Nathan genandt, hat heütte geschwo-
ren, seinen Judeneidt, in præsentia an meiner
darzu verordneten Commissarien, vndt er
sol nach Ballenstedt ziehen. Gott gebe! das er
seinen eydt halte! vndt neben andern, ein
guter Christ werden möge!
General Axel Lillie, hat begehrt, vor
seine Regimentspfarrer, eine discretion,
welche die Geistlichen schuldig wehren, bey
einquartirungen herzugeben, (so doch nie-
malß begehret worden, noch in usu gewesen)[.]
Also muß man zu guter letzte, auch von Generallen,
packereyen leiden, vndt gewartten. perge
Die Junge Marike hat heütte gefohlet,
ein verfaultes Fohlen, wie eine katze groß,
vndt ein größeres, alß ein zimlicher hundt
groß, beyde Todt. Das Thier, thut sehr
ängstlich. Jst solcher gestaltt etwan seltzames!
Märtin, des glasers3 Sohn, ist auß hamburg
wiederkommen, mit vielen schreiben, dont je
m'en doutois, depeschant ce mattin! etcetera
Jacta sit alea!4 <Ou en bien; ou en Mal.>
Belle speranze; e cattivj fattj!
Jngannano savij, e mattj!
Mà! speriamo in Dîo, che'l mal farà tregua,
Talhor, se speme in noj, non sj dilegua.
Speriam che'l Sol cadente, anche rinasce,
E'l ciel guando men luce; l'aspettato seren spesso
n'adduce!5
Avis: das der Conte de Hollande, ein vornehmer
Engelländischer herr, zu Londen endthaüptet, der
wieder ertapte <außm königlichen geblüte> Düc de Hamilton aber nebenst
Colonel Gohring, arquebuziret, der arme Predicant,
Doctor Juxon aber, (welcher den König, mit beliebung des,
Parlaments, getröstet, vndt Seelsorger bey ihm gewesen)
im bette, stranguliret worden. Schregkliche v̈belthaten!
Die Princesse Royalle, vndt Printz von Wallis, im
haagen, seindt krangk vor betrübnüß, liegen
zu bette, wollen sich fast nicht trösten laßen.
Königin Elizabeth, kermet auch sehr v̈bel,
wie auch der vranische hof, vndt alle verwandten.
Gott wolle ihnen, mit Trost, vndt hülfe gne-
diglich erscheinen, sie stärgken! kräftigen!
gründen! mit dem heiligen Geist, vollbereitten!
Das Königreich Jrrlandt, sol schon den Printzen
von Wallis, vor ihren König, angenommen haben,
Schottlandt, vndt die wolintentionirten, in
Engellandt, dörften baldt dergleichen thun.
Das Oberhauß, im Parlament sol sich mascule
der Königlichen schimpflichen execution gantz
opponiret haben, auch derentwegen cassiret
sein. Jm undterhause aber, hetten auch die
meisten zwar, wieder diese violentz gestritten,
ihrer wenig aber hetten sich, mit dem
kriegßraht, conjungiret, vndt mit dem
Scharfen Proceß, durchgedrungen, auch theilß
von den Mitgliedern selbst verfolget. Sollen
independenten, vndt wiederTaüffer sein, wie
vor hundert vndt mehr iahren, zu Carolj V.
|| [[Handschrift: 18r]]
zeitten, Thomaß Müntzer, Pfeiffer, vndt Knipper-
dolling, zu Eißleben, Johann von Leiden aber, zu
Münster, die ärgste buben gewesen.
Das gantze ministerium in hollandt, hat einen
abscheẅ, vor dieser übelthat. Mißet es den
independenten zu, die keine Obrigkeit, (alß Gottes
ordnung,) achten, vndt viel seltzame schwermereyen,
undt ketzereyen, auf die bahne, bringen sollen!
Gott wolle solchen aufruhr dempfen, die recht-
schuldigen straffen! vndt die seinigen, auß nöhten,
retten! beschützen! beschirmen! vndt trösten!
in solcher vnchristlicher verfolgung! vndt persecution!
Geörge Marmiton, ist forth nach hollandt zu.
Gott geleite ihn!
Schreiben, von Wien, vndt Berlin.
Jedermann abhorriret, den Königlichen Todt.
Madame Elizabeth, ist biß in den 4ten: Tag, zu bette
gelegen, wegen ihres herrnvetters, hinrichtung.
Gott tröste Sie, vndt alle Trawrigen!
Prinz Robert, vndt Printz Moritz, beyde Pfaltz-
graven, triumphiren in Jrrlandt, biß dato.
Man hoft, Schottlandt, sol ihnen auch beyfallen.
Die herren Staden erkennen den Printz von Wallis, vor
einen König aldar, vndt Erbsuccessoren Seines herrvatters.
Promittiren ihm müglichste assistentz, gestaltt
dann auch in die 30 schiffe von Duynkirchen auß
auf die Londischen außgangen, vndt der handel
zu waßer, den Parlamentischen, gesperret
wirdt. hingegen tyrannisiret die aufrüh-
rische Rotte ferrner, machen proceß den
vornehmensten herren, undt Königlichen freünden,
haben auch in die 30 prædicanten redliche
leütte, eingezogen, nur darumb, das dieselben
wieder dieses scharfe procedere gehet.
Die Gottlosen Generallen, Fairefax,
vndt Cromwell, haben alle haüser, vndt
Straßen, in Londen, besetzt gehabt, damit
kein Mensch, die geringste Trawrigkeit
über des Königes Todt, an Tag geben solte,
oder geschlagen werden. Diese Barba-
rische v̈belthat, ist auch den Barbarischen
völgkern selbst, dermaßen zuwiedera, daß
der Großfürst in der Moßkaw, sie also
sol abhorriret, daß er alle Engelländischen in seinem
Reiche habe ermorden, vndt alle Schiffe ver-
arrestiren haben laßen.
Jn Frangkreich, continuirt die Zwytracht,
vndt das der Düc de Rohan, Düc de Chastillon, vndt
andere vor Charenton geblieben, General Erlach gut
Königisch, Visconte de Türenne aber Parlamentisch
seye, hingegen die Spannier, ein wachendes auge
in Flandern darauf haben, vndt baldt zu felde
gehen werden. Cardinal Mazzarinj sol sich retiriren.
Zu Münster, ist die außwechßlung der ratificationen
mit freẅden vndt großer pomp, der salven[,]
feẅerwergk &cetera geschehen. Zu Augspurgk, vndt
Sultzbach, erfolgen die restitutionen.
Zu Prag, ist der Feẅerschaden groß.
Kayser praeparirt sich, zum vngrischen LandTag.
Die Türgken, streiffen an den gräntzen.
Jn Polen, tractirt man, mit den Cosagken,
wie auch des Königes heyrath, mit der Königlichen wittwe.
Wieder Portugall wirdt in hollandt, armiret.
Zu Napolj ist noch Theẅrung, vndt aufruhr.
Der Pabst armirt, wieder den Duca dj Parma,
wegen etzlicher disputirlicher Zölle.
Spannien, tractiret mit Frangkreich friede.
Zu Caßel, ist die Schwedische Generalitet, magnifice
tractiret worden.
<Abermalß schnee, wiewol das eiß weggangen. perge>
Zur kirchen, am heüttigen behtTage
cum sororibus, & filiis secundogenitis. perge
An Fürst Augustum[,] Fürst Ludwigen vndt Ern Wendelinum
geschrieben.
Extra zu Mittage, Ern Theopoldum gehabt,
al pranso, ed alla conversazione!
<Frost. 2 hasen, vndt 1 Fuchß Rindtorf gehetzt.>
Die leütte sagen, in 30 iahren, seye solch wetter
nicht gewesen, daß man von Martinj ahn,
biß itzunder, nichts pflügen können. Solcher gestaltt,
wirdt spähte Sahtzeitt werden.
Mein Sohn Erdtmann, Gideon, hat heütte, gar wol
(Gott lob) geschlafen, vndt wenig gehustet. Der liebe
Gott seye vor diese barmhertzigkeit, gepreiset,
vndt helfe vnß ferner, mit gnaden! Je n'ose
esperer! ce que mon ame desireroit devotement!
Geörge Reichardt habe ich heütte, mit den satisfaction-
geldern, auß dieser Stadt, vndt Ampt, nach Cöhten geschickt,
damit Sie an einem orth, beysammen bleiben, vndt bey
noch währender vnsicherheit, abgefordert werden mögen!
Je suis trespensif, melancolique, triste, & abbatü
pour la mort infame, (quoy que heroique, constante, & Mag-
nanime,) de ce bon Roy, Charles d'Angleterre. Dieu vueille
|| [[Handschrift: 20r]]
divertir, a l'avenir, tels orages, & pünir les trans-
gresseürs, qui s'attaschent meschamment, a l'Oinct,
dü Seigneür, contre toute pietè, bienseance & devoir!
General Königßmargk doibt estre portè, a vanger ceste in-
iüre, & indignitè, quoy quèstranger, quoy que nül
parent, ou alliè, quoy qu'èsloigne, de la creance
des refformèz! quoy que rien obligè, aux Jnsülajres!
Que doyvent donc faire, á plüs forte rayson,
les, plüs proches, les religionnaires, le sang ressentij,
les süjets obbeissans, les allièz(r) redevables?
Meine Pacienten habe ich zum Theil, besucht. 1. Meinen
Sohn, Erdtmann Gideon. 2. Postea: den freyherren meinen Pagen. perge
Der Quartiermeister6 alhier, hat mächtig tumultuiret,
vndt vom Bürgermeister Döhring, alleine haben wollen, waß die gantze
Stadt, auf 2 termin, schuldig ist, vndt solches incontentj.
Endtlich haben Sie Thüren, vndt Fenster dem Bürgemeister[!]
eingeschlagen, darüber man stürmen müßen, dann
sie auch zu plündern, vndt kisten, vndt kasten auf
zuschlagen, gedroẅet. Alß nun die Bürger, inß
gewehr kommen, vndt vor des Bürgemeisters[!] hauß, sich stargk
versamlet, seindt die Soldaten abgewichen, mit be-
drohung baldt stärgker zukommen, vndt es dem leüte-
nampt, nacher Cöhten, zu berichten. Il semble, qu'il leur faudra
dèsloger, peüt estre, bien tost. perge
Jch habe die Bürgerwachten bestallt, vndt sich wol
in acht zu nehmen, auch niemands, v̈ber die Fehre zu
setzen, (ohne befehlich) angeordnet.
Briefe von Meinem Bruder, Fürst Friedrich wegen der Stollberger,
so sich streüben, vndt nicht contribution, von
den pfandtschillingßdörfern, inß Anhaltische,
geben laßen wollen, da es doch allezeit
also gehalten worden, undt die dörfer, ohne daß
vnser lehen, vndt in unserm Territorio, gelegen sein.
et cetera
Ün estrange avis, et arrivè de Curlande, que ce
Düc lá, bon Prince auroit songè d'estre angoissè,
d'ün chat noir, & de s'en devoir bien garder.
Süant & s'angoissant en songe, Madame
la Düchesse, s'en apperceut, & le pressa tant,
qu'il füt contraint de luy racconter ce songe.
Elle le conjüra, de demeürer le lendemain,
en sa chambre, sans aller mesme á table.
Jl obeit a sa douce semonce, & mangeant
seül en sa chambre avec sa chere compaigne,
sans penser á mal, ün chat d'extraordinaire gran-
deür noir sürvint, et s'attacha au col dü Düc,
|| [[Handschrift: 21r]]
pour le déspé<e>cher. Madame la Düchesse s'èscria
les gardes entrerent & donnerent des estocades,
& des coups d'estramaçon a ce chat diabolique.
A peine le sceut on èsloigner dü Düc, qu'il
s'attacha; a un beau petit chien, le deschirant
en pieces, & revenant tout aussy tost, a s'at-
tacher derechef au Düc. Il eüst de la peine, a
s'en deffendre. En fin le chat, enfonça le four-
neau, & sortit par le four, sans estre plüs veü.
Jl y a sans doute de la sorcellerie en cest'
affaire, vice assèz frequent en Livonie,
& en Curlande. Dieu vueille garentir ce
bon Prince, avec Madama sa femme, (quj est encejncte
derechef) & avec tous ceux, quj en dependent!
Le bon Düc a estè souvent desja attacquè
par charmes, mesmes en son petit bonnet,
l'estè passè, ou il faillit s'enrager! On croyt
que les Polonnois, (desireux de la süccession
de ses terres) luy dressent des embüsches.
Mais le Grand Dieu, Tout Puissant, &
tout bon, le vueille garentir & conserver, par sa
Sainte Providence! & sagesse jnfinie! Ainsy soit il!
Ein Somnium gehabt, daß innerhalb acht Tagen, alle
vnsere vhrallte prætensiones, auf die Grafschaft Asca-
nien vernichtiget, vndt cassiret werden sollten,
a cause d'üne femme quj agissoit trop importunêment,
& irritoit la pacience de l'Electeur de Brandenbourg,
& de ses Conseillers! Ja! a Dieu ne playse!
Jch habe heütte an den Maior Stoltzenbergk
nacher Zerbst geschrieben, den exceß (so gestern
von seinem Quartiermeister verübet) geklaget,
vmb abstrafung, vndt remediirung, angesuchet,
vndt des Rahts supplication, beygeleget. perge
Der Saltzburger, ist unvorsehens, vors Schloß kommen,
hat sich gewaltig gegen mir, durch Tobias Steffeck von Kolodey offeriren
laßen, vndt vmb pardon, wegen seines exceßes, gegen
Bertram verübet, gebehten, insonderheit aber, mit Mir,
sich abzufinden erbotten. Jch habe ihm sicher geleidte,
gegeben, seine errata verweisen laßen, die milita-
rische excüsen zwahr nicht angenommen, vndt wegen
der erbottenen abfindung, die Notturft regeriret.
Secretarius Paulus Ludwig ist bey mir gewesen, hat mir
importantissima vorgetragen, vndt mir auß vielen dubiis
sehr rühmlich, vndt weißlich geholfen. Gott segene ihn davor!
Es hat vor meines Sohnes Erdtmann Stube, angefangen
zu brennen, wegen heißer asche, so vnvorsichtige Mägde,
als Sie sein bad gewärmet, auf dem estrich 2 Tage lang
|| [[Handschrift: 22r]]
gelaßen, welches durchs holtz vndter dem ästrich, eingebrandt,
vndt groß unglügk, hette bey nacht, verahnlaßen sollen,
wann man es nicht diesen Mittag wehre gewahr worden.
Jnterim: bekomme ich 2 große pacquet, in landtschaft-
sachen, da man vnß will zwingen, auß dem Bernburger,
undt Zerbster antheilen, die Steẅern, zur cassa zu
lifern, vndt daß wir unßere subditos vndt genandte
landtStende, zwingen sollen, den nähermahligen
approbirten, oder respective improbirten Bandtrech-
nungßreceß zu undterschreiben, welches viele biß
dato mit willen, vndt gar recht undterlaßen.
Die Elltern herren gehen wie blindling hinein,
vndt approbiren alles, waß der UndterDirector,
undt die landtschaft, wieder der herren propria commoda
(nur mir zum Tschabernack, vndt verdruß) haben
will, cum comminatione, ich, vndt Fürst Friedrich mein bruder,
wie auch Fürst hanß, würden es baldt zu empfinden haben,
waß unser nutzen, oder schaden darvon sein würde?
Von droẅen muß man sich nicht schregken laßen. perge
Avis vom hertzogk von Gottorff, daß ihm Gott
wiederumb eine iunge Tochter beschehret, an statt deß
neẅlichst verstorbenen Söhnlejns. Gott gesegene sie ihm!
Avis de plüsieurs endroicts, que l'on plaint grandement
la mort dü Roy de la Grande Bretagne & a Dessaw & alleurs, ma
Cousine & aultres Parents, en ont pleürè a chaudes larmes!
A spasso hinauß geritten, in schönem wetter, mein altes Türgklein. et cetera
Mit meinem Armen Sohn, Erdtmann, leßet sichs nicht
beßer, Sondern schlimmer ahn. Er hustet greẅlich,
die Medicamenten hefen noch zur zeitt, wenig,
undt ich sehe nicht, (menschlicher weyse zu reden)
wie er es länger, also, wirdt außstehen können.
Certes, ce seroit üne grande pünition de Dieu,
s'il nous chastioit, sj rigoureüsement, en son
ire, de nous oster, ce bon fils, desja si bien avancè.
Mais helas! que sommes nous? pauvres pecheürs!
cendre! poudre! & corrütion! nos prieres sont trop
foibles, pour divertir les Decrets de la Providence
de Diëu. Je le prie! qu'il nous soit bening, & Miseri-
cordieux, de tout mon coeur, & de toute mon ame!
<Froßt des Morgens.>
Meinen Sohn Erdtmann, habe ich besucht frühe, wie ich
täglich pflege (gestern wahr ich, wie öfters geschicht,
zweymahl bey ihm)[.] Er hat, Gott lob, undt dangk
wol geruhet. Sein hußten ist nicht so stargkt, vndt
man muß hoffen, da nichts zu hoffen ist! Gott gebe
unß, seinen gnadensegen! Vndt seye vnser gnediger Artzt!
Discorsj, e conferenze, co'l Montenegro, ed altrj, in cose
Economiche.
J'a apprins confidemment, que mon bon fils, Erdmann Gideon a priè
avanthier, son valet de chambre, de luy vouloir ayder, á prier
par Dieu, pour luy, afin que, son mal, finisse bien tost,
soit pour la Vie, ou aultrement, qu'il estoit las, d'estre
|| [[Handschrift: 23r]]
si long temps, foible, & malade. Le bon Dieu! le vueille assister!
Es ist guht, das die Sahle, an itzo groß ist, Sintemahl
sie das eiß geschmoltzen, vndt gehoben, das Sie vor wenig
tagen, dem Tham7, keinen größeren schaden gethan, noch
die Mühlgebeẅde beschädiget, alß beydeß besorget worden.
Das waßer ist zwar sehr groß, vndt gehet weitt
in das waßerThor, an der Fehre hineyn. etcetera etcetera
Avis, que le General Königßmargk, arme, affin de
s'opposer aux mütins, quj ont massacrè meschamment,
le bon Roy Charles d'Angleterre, de bienheüreüse memojre,
& qu'il veut s'en vanger. Voyla: comme Dieu èsmeüt
les coeurs, de loing, pour reduire les endürcis, a leur
devoir; quoy que tard!
Jch bin, gegen abendt, außgegangen, zu sehen, wie die Sahle
außlaüft, vndt v̈berschwemmet, den pfaffenpusch, die große
awe, vndt andere örtter. perge Die Straßen, werden grundt-
loß. Es ist schwehr v̈ber landt, zu kommen.
Die Erffurdtischen Zeittungen, confirmiren die Engelländische
Unthat, vndt das alles auf ein Neẅes Regiment, undt
einführung einer Democratiæ angesehen. Sie faßen
sich, <haben das Oberhauß gantz cassiret> vndt wollen ordinarie, 72 kriegsschiffe, in der See
halten. hingegen, hat Schottland vndt Jrrlandt, sich, vor den
neẅen König Carolum, declariret, wie auch die Staden,
mit aller ehrerbietung, ihme seinen Königlichen Tittel gegeben,
vndt assistentz versprochen, Alle Englischen Regimenter im Nieder-
landt, trawren vmb ihren König, mit Schwartzen flaggen, am Fähnlein.
Die Tractaten zwischen dem Könige in Frangkreich, vndt dem
Parisischen Parlament, sollen sich zerschlagen haben. Daß
Parlament bewirbt sich vmb hülfe zu Brüßel. Es
sollen schon, v̈ber 6000 in diesem vnnöhtigen kriege, vmb-
kommen sein. Visconte de Türenne seye auch Parlamentisch,
General Erlach aber, bleibe bestendig, in des Königs devotion,
vndt hette etzliche Turennische völgker, an sich, gezogen.
Die Schwedische Generalitet zu Minden, deliberirte
dem neẅen Könige in Engellandt, zu assistiren, vndt
des alten Königes Todt, rächenen zu helffen.
Schweden, vndt Pohlen tractiren einen ewigen frieden
zu schließen, weil numehr, ihr Stillestandt expiriret.
Der neẅe König Casimirus sol alle satisfaction
auf dem ReichßTage zu Warschow, vndt 2000 zu
seinem commando vndt Devotion, wieder die feinde der
Cron erlanget haben, auch Päbstliche dispensation Seines
Bruders wittwe zu heyrathen. hingegen werden
die Cosagken angefrischet, von dem Patriarchen zu Con-
stantinopel, zu einem Neẅen einfall in Polen, wie
auch vom Türckischen Kayser, die Tartarn.
Die Staden armiren 130 Schiffe, die Portughesen, in
Brasilien, mit Macht, zu bekriegen.
Die Polen, veralliiren sich, mit Moßkaw, gegen die Tartarn.
König in Dennemargk interponiret sich zwischen Polen, vndt Schweden
item: in Frangkreich, die uneinigkeitten, beyzulegen.
Die restitutiones locorum vndt abdangkung der militiæ, im Reich
wirdt mit macht fortgetrieben in Deützschlandt.
Aufm Sahl, habe ich vormittags, predigen laßen. Mein
krangker Sohn, hat sich stargk gemacht, undt auch mitt zugehört.
Gott wolle ihn stärgken! vndt seine Schwachheit beßern!
Er Thepoldus, hat geprediget. <Mein Sohn Erdmann Gideon hat husten, vndt krümmen! Gott beßere es!>
Extra: der CammerRath, Doctor Mechovius, wie auch gedachter hofprediger,
zue Mittage, vndt mit ihnen conferentzen gehalten.
Nachmittagß, wieder zur kirchen, in die Paßionspredigt, des Jonij.
Risposta von Zerbst, vom Maior Stoltzembergk, vndt Ern Wendelino.
Dieser letzte improbiret sehr, die böse That, wieder den König in En-
gellandt, freẅet sich zwar etwas, das es nicht eigentlich refor-
mirte Christen, sondern Mennonisten, Anabaptisten, vndt Libertiner
gewesen, welche erwiesen, welcher Geist, Sie getrieben, in dem
Sie nicht allein die Mayesteten lästern, Sondern auch, am gesalb-
ten des herren, sich zu vergreiffen, vndt handt anzulegen, sich
nicht endtsetzet, von welchen der Apostel Judas, in seiner Epistel
Φ: 88 redet, da der vortrefliche, hochgelehrte Beza, in seinen
notis, über diesen verß, außtrücklich nennent, die Anabaptistas,
undt Libertinos 9. Er, der gute Wendelinus wüntzschet, daß Gott
allen Christlichen Undterthanen die genande[!] gebe, daß Sie ihre
Obrigkeitten lieben! ehren! vndt förchten! wie sichs gebühret,
mit welchen auch Gott selbsten, einen gemeinen Nahmen haben wollen,
in dem er sie Götter nennet. Er besorget sonst, es werden
die reformati von den Adversariis, vmb dieser erschregklichen
That willen, viel leiden, undt außstehen müßen, ob schon die Ty-
rannischen Richter independenten, vndt Anabaptisten (wie
zuvor gedacht) eigentlich gewesen, vndt also eine fæx hominum,
& Malignj Spiritus incarnatj, von denen wir billich dissentiren.
Wiewol es gefährlich, v̈berzufahren gewesen, wegen
großen gewäßers, So hat es doch, Meine freundliche herzlieb(st)e gemahlin
wagen wollen, vndt ist noch hinüber, vndt so forth, auf
Ballenstedt zu. Gott wolle Jhre Liebden wol begleitten!
Jch habe Sie biß hinüber v̈ber das waßer, geführet.
Der Strohm, ist zweene finger breitt hoch, vndt mehr
nicht, gefallen. An der Mawer des waßerThors, ists
gefährlich, von wegen des stargken Stroms. Gott wolle
ferner gnediglich bewahren! vndt helffen! auch succeß verleyehen!
Die Leiptziger avisen, melden:
Daß das Parlament in Schottlandt, den Printzen von
Wallis, zum Könige aller dreyer Reiche, erklähret
habe, offeriren sich, ihm beyzustehen, wieder alle seine Feinde,
sonderlich, wieder die jndependenten, welche (ihrer der
Schotten, vielfältigen Protestirens, ungeachtet)
dennoch seinen herren vatter, König Carolum Primum
durch einen schmählichen Todt, hingerichtett.
Sie wollen gut vndt blut, bey ihme, aufsetzen,
vndt ihn, vor einen rechtmäßigen succeßoren erkennen,
iedoch mit dem bedinge, das er Sie bey ihrer
Religion undt Freyheitten, schütze, vndt daß convenant
mit der Kron Engellandt, erhalten helfe, vndt
beyde Reiche, (nach müglichkeit,) in Friedfertigen Standt,
wieder setze. etcetera Er wirdt Carolus 2. Rex genennet,
Sein bildnüß gepreget, vndt allenthalben in Schottlandt,
|| [[Handschrift: 25r]]
vmb Carolum 1 getrawret, vndt die displicentz an
solcher Mörderischen unthat, bey hohen vndt niedern verspühret.
General Davidt Leßle, soll albereit, mit 20000 Mann
an die Engellische gräntzen marchiren. hingegen der
Englische rebellische General, gr Fairfax, gewaltige gegen-
verfaßungen, zu waßer, vndt lande machen, auch
gegen Jrrlandt, wieder Prjntz Robert, vndt Prinz Moritzen.
Jm hollandt, wirdt Carolus 2dus Königlich, tractiret,
vndt herrlich gehalten, auch aller respect erwiesen.
Jn Polen, währet der ReichsTag noch, vndt förchtet
man der Cosagken neẅe unruhe, vndt verhetzung der Türgken.
Mit Moskaw, wirdt friede.
Jn Dalmatia ist glügk vndt vnglügk durcheinander.
Candia, wirdt stargk fortificiert.
Jn Vngern streiffen die Türgken.
Zu Paris tractiret man, aber biß dato vergebens, wie
in den Erffurdter Zeitungen, geschrieben worden.
General Türenne ist nach Caßel, wil sich purgiren
gegen dem Könige. Jnterim, ist General Erlach, in gnaden,
undt hat die Türennische armèe, gantz an sich gezogen.
General Commissarius Trasy, ist im arrest. Das Parlament
zu Paris, purgiret ihre actiones, durch ein Manifestum
daß nicht wieder den König, sondern wieder den Cardinal
Mazzarinj, ihre armaturen gemeinte seyen, vndt die
form der Regierung, des Marquis d'Anchre, vndt Cardinal Richelieu müße
|| [[Handschrift: 25v]]
geendert werden, vndt alle redliche Frantzosen anders
tractiret, etcetera etcetera wolten gerne gehorsahmen, undt
ihren iungen König, auß frembden händen, retten. etcetera
Die Königliche wittwe in Polen, solle Todt sein,
wirdt also der neẅe König Casimirus, auf eine
andere, gedengken müßen, vndt des Pabsts dis-
pensation, nicht von nöhten haben, wieder Gott, etcetera
Die Churfürstin von Brandenburgk, ist dermaßen
erschrogken, über des Königes in Engellandt
execution, daß es ihr unrichtig gegangen, v̈ber
einem iungen herrlein, welches Sie schon, vier
Monat lang, getragen, vndt Sie ist darüber,
gefährlich krangk. Gott wolle es mit ihr,
zur gnedigen beßerung, gedeyen laßen!
Dieser casus, interrumpirt des Churfürsten
rügkrayse nachm Berlin, vndt verlängert, daß
vorgewesene Caßelische Beylager.
Man weiß, schon, wer des Königes in Engellandt
Todesproceß undterschrieben, alß Acht vom Adel,
vndt andere meist Lumpengesindlein. Dörften
wol baldt uneinig vndter einander selber werden.
Das undterhauß sol zwar das Oberhauß cassiret,
undt 5 vornehmen herren, ihren Proceß gemacht, auch
publiciret haben, die forma Regiminis, eines Königes,
|| [[Handschrift: 26r]]
vndt Monarchen, wehre dem volgk undt lande, schäd-
lich, (ut solent Anabaptistæ & Libertinj) hingegen
declariren es die Schotten, vndt Jrrländer gar
anders. Die prædicanten selber, in Schottlandt
seindt so eyverig darwider, daß Sie, vndt alle
Geistliche daselbst, wollen 15000 Mann,
auf ihren unkosten, ihren rechtglaübigen brü-
dern in Engellandt, zu hülfe, wieder die jnde-
pendenten, auf die beine bringen perge ohne waß
sonsten, die Königreiche Thun werden, vndt ihren
König, vndt rechtmäßige hohe Obrigkeit, defendiren. perge
Gott dempfe, undt strafe, alle verweigene[!] aufrüh-
rer, aufwiegler, vndt Übelthäter!
Girßbegk der Mußcketirer, ist wiederkommen, gestern
abendt, von Ballenstedt, dahin er geschickt wahr, mit
einem bagagywagen. Er hat undterwegens, vmb 2
vhr nachmittags, Meiner freundlichen herzlieb(st)en gemahlin, bey Ascherßleben,
begegnet, vndt gar a propos, Jhre Liebden bericht ge-
ben laßen, das Sie nicht auf Meißdorf nun vmb-
fahren dörften, Sondern Sie köndten wol durch
die Selgke bey Ermßleben kommen, vndt gerades
weges auff Ballenstedt zu, gehen. Gott gebe ferrneren progreß!
Den großen Kersten, habe ich nacher Deßaw, geschickt
vmb wildpreth, Gott gebe zu glügkljchem progreß!
Baldt darnach, ist ein leütenampt vndt ein ander
Officirer, mit prahlen, inß Schloß herein kommen,
haben gepocht, vndt gescholten, auf den Großen Kersten,
vndt ihn herauß begehret, weil er ihrer leütte
einen, gestern an der Fehre, solte gehawen haben,
würde man ihn nicht strafen, vndt das Artzlohn
bezahlen laßen, wolten sie ihn, auf der Straße,
Todt schießen. Jch habe ihnen laßen sagen, er
wehre mein diener, wehre heütte frühe ver-
schigkt worden, Sie solten ein par Tage sich gedul-
den, So wolte ich die sache in verhör ziehen, vndt
deme recht verschaffen, welcher recht hette? Sie
möchten ihre droẅwortt einstellen, vndt mich
nicht dringen, meiner diehner mich anzunehmen.
Jhr Quartiermeister, hette neẅlich in dieser
Stadt, auch viel wesens, undt prahlens, gemacht,
es wehre nicht auch alles recht, waß Sie theten.
Man würde aber niemandt vnrecht thun. Sie solten sich
ia nicht, an meinen leütten zu vergreiffen, sich
gelüsten laßen, das recht, wehre ihnen unversaget.
Verenderungen, vndt verwirrungen von hatzgerode der pactorum.
<1 schwein, 1 Rehe, 2 Räphüner von Dessaw, ohne die lerchen so alhier geschoßen. perge>
<Frost abermalß.>
Jn die wochenpredigt, cum sororibus, & filio Victore.
Meinen Sohn Erdtmann, wie täglich, besucht, undt gesehen,
ob ihme die abermalß verordnete viele medicamenten.
helfen wollen? Gott gebe gnade! undt gedeyen!
Jch sehe noch, gar geringe, ia fast keine beßerung!
Jch habe auch angefangen, die correspondentzen
zu verfertigen, undt an den Marggraven von An-
spach, eine antworth, vndt gratulationschreiben,
aufsetzen laßen, undt vollnzogen, wegen notficirter
entbindung Seiner gemahlin Liebden mit einer iungen Tochter.
Jtem: habe ich, an den Ritterhaüptmann Geüder, ge-
schrieben, in etzlichen privatis, vndt dann auch, die
greẅliche execution, des Königes in Engellandt, detestiret,
abhorriret, vndt meine displicentz, zu erkennen, gegeben.
Risposta von Deßaw, mit einem Schwein, einem Rehe,
vndt 2 Räphünern, vom Fürst Johann Casimir en bons termes.
Das große waßer der Elbe, vndt Milde, soll
großen schaden gethan, vndt an den vfern, wie
auch in den Awen, vndt gründen, viel getreydig
in den Aemptern, Deßaw, vndt Wörlitz, verderbet haben.
Gott wolle allen schaden hin: vndt wider, reichlich
wieder ersetzen, vndt gute Freünde gesegenen!
<5 wilde Tauben Oberlender 7 hasen von Ballenstedt Braunkohl 1 Zigenbögklein, 2 Tauben dahero.>
Hans Christoph Witzscher ist von Plötzkaw, ankommen, (dahin ihn der
Commendant von Leiptzigk, alß einen Schwedischen
bediehnten, nemlich alß graven Magnj hofmeister
geschickt hatte) die Staabsgelder abzuholen.
Er berichtet, man habe dem Könige in Engellandt,
eine leichtpredigt, auß dem Propheten Jesaia
capitel 1410 noch vor seinem ende, (lästerlicher
weyse,) gehalten, vndt übel appliciret. Der
gute König, hette sie, noch selbst, zu Londen, kurtz
vor Seinem Schmählichen Tode, mit anhören mäßen.
Der König, in Frangkreich, wehre gestorben,
Sein bruder, läge an einem hitzigen fieber
Tödtlich darnieder, non absque suspicione Venenj,
der König in Spannien, hette sich, vor daß
Parlament zu Paris, declariret. höret
man also grawsahme unerhörte dinge! Gott
thue doch ein einsehens, in alle Ungerechtigkeit!
Ein Rittmeister, vom General Maior Müller,
mit paß, versehen, in die Margk, in Pommern,
undt in die Schlesie, zu gehen, paßiret heütte
alhier über, damit wir ja, der kriegsvölgker,
nicht so baldt vergeßen dörffen.
Jtzt erfahre ichs, das von 100 bienenstögken, so ich
gehabt, kawm 44 übrig bleiben, die übrigen, seindt
reine außgestorben, haben gar keinen honig, vndt
nur 25 Pfund (libra)℔: wachß gehabt. Je crains, que cela
denote a moy, & aux miens, ün Malheur,
que le bon Dieu, vueille benignement divertir!
Extra zu Mittage, gehabt, den hofmeister Börstel,
hofmeister Wischer, Doctor Mechovium, Doctor Brandt, vndt andere,
so theilß in der commission, zwischen dem Doctor Brandt,
vndt dem Raht alhier, gebraucht worden (außer Wischer)
neben hofmeister Einsideln, vndt Tobias Steffeck von Kolodey.
Schreiben von Ballenstedt von Meiner freundlichen herzlieb(st)en gemahlin Liebden ent-
pfangen. Ses affaires s'accrochent. perge
Geschrieben, a Madame, item: an Geüdern, an Anspachs Liebden.
Gott gebe! daß alles wol durchkomme! Zu gutem effect!
Wischer, ist forth, auf Deßaw, undt Zerbst zu, eben
dergleichen, wie alhier, zu suchen. perge
Meinen Sohn Erdmann Gideon (wie täglich) besucht. Es wil sich noch nicht,
mit ihme, zur beßerung, anlaßen.
Nach der Mahlzeitt, bin ich hinauß geritten, nach Zeptzigk
zu, undt habe meinen Sohn, Victor, undt seinen hofmeister,
mitgenommen.
Avis: daß sich zu Halberstadt, ein Neẅer Stern, sehen laße,
von 2 vhr nachmittags an, die Nacht hindurch, biß des
Morgens, bey anbrechendem Tage.
Schreiben von Ballenstedt, von Madame, laquelle
n'est pas contente! & veüt revenjr demainb, Dieü aydant!
Der iunge heinrich von Krosigk, (welcher Meiner freundlichen herzlieb(st)en ge-
mahlin page vor diesem gewesen, undt einen arm zer-
brochen, alß er mit einem kutzschpferde gefallen) hat
sich præsentiret. Jst eine zeit lang, bey seinem vettern
des Obersten Schweinitz11, Obrist leütenampt gewesen,
undt ist fein groß worden. Klaget, daß ihme
sein arm alhier nicht recht seye geheilet, undt
eingrichtet worden, wie man ihn persuadiret.
perge
Es krongken alhier zu hofe, viel leütte. Erstlich,
mein Sohn Erdtmann Gideon, deme Gott gnedig, erscheinen
wolle, mit erwüntzschter beßerung! darnach
mein page, der Freyherr von Roggendorff, welcher
numehr, nach seinem Fieber, v̈ber sein gesichte,
undt gantzen leib, die gelbe sucht bekommen.
3o. die Altfraw, deren lingke seitte vom
Schlage getroffen, noch lahm ist, vndt der
rechte Fuß, an einem offenen schaden, schmertzet.
4. der kleine <page der> Schwestern, Eiche13, krongket auch.
5. des haußknechts Michels Fraw, ist gestern, in ge-
genwarth meines Sohns, Victorio Amedeo, platt zur erden,
|| [[Handschrift: 29r]]
in ohnmacht gesungken, vndt niedergefallen, unwißendt
wie ihr geschähe? 6. Ein kücheniunge, ein frommer knabe,
so neẅlich erst von Zerbst kommen, undt angenommen worden,
hat die schwehre Noht, iämmerlich bekommen, vndt weil
er also von Gott angegriffen, es auch selber erkennet,
vndt bedawret, kan er nicht in diensten bleiben. Muß
derowegen, abgeschaft werden, wiewol er schlachten
kan, sich sonst sehr wol angelaßen, vndt übel zu
endtrahten! Gott der Allmächtige, undt Barm-
hertzige <vater>, wolle sich aller dieser Pacienten, in gnaden
erbarmen! beßerung verleyhen! undt ihre schwachheitten
enden! Vndt wenden! wie er weiß, das es einem ieglichen
Nützlich vndt sehligkeit ist, vmb Jesu Christj willen, Amen! Amen!
Meine Freundliche herzlieb(st)e gemahlin, ist von Ballenstedt wiederkommen. perge
J'ay eü üne estrange lettre, contre toute opinion de
Monsieur le Conte Henry de Nassaw, touchant ün heritage
extraordinaire a quoy ie ne pensois pas, mesme en songe.
C'est ün grand cas, de l'Avarice, dü Monde!
Ceux quj ont de l'argent, à süffisance, n'en peüvent
jamais, s'en saouler! & le demandent, ou ils peüvent.
Meinen Sohn Erdtmann Gideon, habe ich etzliche mahl,
besucht, befinde aber, schlechte beßerung. Gott wolle sich
v̈ber ihn, undt vnß, gndiglich erbarmen! Jl semble,
que les remedes hümains, ne nous aydent de rien.
Dieu Vueille parfaire sa grace, en nos jmbecillitèz!
<Digker Nebel. postea stargker Schnee.>
Etzliche pacqueet, undt Relationes, von Münster,
per Zerbst bekommen, wie auch importantissmia in causa
Ascaniensj, vndt in dem Magdeburgischen compactatsachen,
wie auch wegen der Geistlichen gühter investitur,
nach dem Friedenßschluß. perge Gott gebe! dien-
liche vndt heilsahme consilia!
Mein Sohn Erdmann, hat wieder sehr gehustet,
wenig geschlafen, auch sehr v̈bel sich befunden.
Mich deücht, wie daß wetter sich endert,
also endert sich seine krangkheit auch.
Gott wolle linderung, undt beßerung verleyhen!
Magister Enderling, hat hieroben, auf dem Sahl
geprediget, auß dem 53. capitel Jesaiæ14. perge
Schreiben vom hertzog Johann Christian, von Sonder-
burgk, daß sein Elltistes Söhnlein, Johann Friderich,
auf dem hause Gottorff, Todes verblichen.
Gott tröste alle betrübten! hierüber, und anders!
Extra zu Mittage: Doctor Mechovius, undt Magister Enderling. perge
J'ay apperceü des insignes faussetèz, de Simon Heinrich Schweichhausen[.]
Dieu vueille dèscouvrir; & pünir, toute infidelitè, & con-
stant libertinage! Die weltt, ist nicht außzugründen!
Üne grosse dent Maxillaire, & Ocülaire, a
costè gauche, m'est trombèe facillement,
|| [[Handschrift: 30r]]
apres m'avoir causèe, plüsieurs douleurs, deux ans
en ça! Ainsy tout se change, estant meüry.
Nachmittags seindt meine Schwestern, undt mein Sohn, Victor
Amadis zur kirchen, am heüttigen PalmenSontage. perge
unangesehen des stargken Ungewitters. Jch aber,
bin vmb anderer vhrsachen willen, auß der kirche
geblieben. habe auch Erdmann, heimgesucht, undt mit ihme
sacra gelesen, undt conversiret. Non mj piace hoggi!
<Schnee. Frost mane. 2 hasen, Amadeus Fürst zu Anhalt>
Diese Nacht, haben wir, unter vnß, dreymahl
pochen, vndt klopfen hören, wie man einen Sargk
zuzuschlagen pfleget, gar bescheidentlich, zwischen
Mitternach, vndt ein vhr. Dörfte wol
einen Todten indigetiren. Gott bewahre vor unglügk!
Secretarium Paulum Ludwig, bey mir gehabt, in jmportan-
tissimis expeditionibus. Postea: Geörg Reichardt. perge
Mein Sohn Erdmann Gideon wirdt immer mätter. Je crains,
qu'il ne pourra plüs soustenir l'effort, d'üne si grande,
& continuelle maladie. Oh Dieu! ayes pitiè de luy,
& de nous tous! Pourquoy nous veux tü pünir, en ton
jre enflammèe? Misericorde! Misericorde!
Jch habe nicht allein, meinen frommen Sohn, Erdmann,
wie auch gestern, besucht, sondern, nach dem ich mit dem
kleinen Carolo Ursino, spatziren gegangen, haben wir auch,
in reditu, den pagen Roggendorf gesehen undt besucht,
welcher gantz quittengelb über das angesicht, undt leib, ist.
<Schnee. Vnwetter.>
Schreiben, von Madame Elizabeth, undt vom herr von Roggendorf[.]
Die avisen geben, undter andern:
Daß der König in Frankreich mit seinem Parlament, ver-
glichen seye, nach vielen difficulteten, undt auf-
sicht der Spannischen. Rantzaw, wehre im
arrest, zu Saint Germain, die Türennischen völgker
marchirten forth, mit General Erlachen.
Die Frantzosen, undt Schweden, wehren am
Rhein, in etzlichen garnisonen, uneins worden.
Jn Engellandt, dominirten Fairefax, vndt
Cromwel ihres gefallens, setzten ab, vndt ein,
tödteten, undt erhöheten, wen es ihnen gelüstete,
hoften die Schotten, mit gelde, zu stillen,
undt die holländern, durch den fortgang, der
benöhtigten commercien, andere aber, mit
kriegesgewaltt, zu waßer, vndt zu lande, zu
bezwingen, darzu dann des Königes intraden, mehren-
theilß angewendet würden. Viel prædicanten,
werden eingezogen. Der Düc de Hamilton, (vermeinet
man,) dörfte noch seinen kopf salviren, wenn durch
seine große authoritet, undt anhang, die Schotten, zu
gewinnen, auf der neẅen Regenten, oder independenten,
|| [[Handschrift: 31r]]
Seitte.
Jn Dennemargk sol im Aprilj, oder Maio, wiederumb
ein HerrenTag, gehalten werden.
Jn Polen, wirdt die Militia, dem Könige, aufgetragen,
Man wil offensive, wieder die Cosagken, undt Tartarn,
gehen, vndt mit dem Moßkowiter, pacificiren.
Zu Preßburg, wirdt ein landtTag gehalten.
Der Bischof von Raab, sol vmb vielerley groben
criminum willen, vor gerichte gestellet sein.
Die Türgken kriegen noch immerforth, in Candia
undt in Dalmatia, auch an den vngrischen gräntzen. perge
Der Ertzherzogk, leßet seine armèe, nach
den Frantzösjschen gräntzen zu, marchiren.
Die junge Kayserinn, sol Schwanger sein.
Jn Italien, meditiren die Fürsten, eine ligam
die Frantzosen auß dem lande zu schaffen.
Venedig wirdt auch darzu invitiret, mit
großen promissen, von Spannien, vieler Schiffe,
undt gallionen, zum entsatz, wieder den Türgken.
Der iunge König in Böhmen, ist mit Seiner
Schwester, der Königlichen hispanischen Brautt,
noch zu Meylandt, wartet auf die Spannische abholung.
Ein Fr Genuesisch Schiff, so nacher Venedig gewoltt,
mit 400000 Ducaten, ist von den Frantzosen zu Portolongone
im vorüber fahren, hinweg genommen worden! perge
Hanß Christof Wischer, hat sich bey Mir wiederumb
eingefunden, nach dem er von Deßaw, undt Zerbst,
wieder zurügkc kommen. Suchet die Stabsgelder.
Schreiben von Zerbst, von dem Jehna. Son
intention est bonne, Dieu la vueille benir!
<guht wetter.>
Der leütenampt Weiser, ein geschickter bürger,
ist diese Nacht gestorben. Sol mehrentheilß
den winter über biß dato, von kälte, von
hunger, von Ungemach, verkummert sein. Er hatte
im kriege, wol etwaß erworben, kondte es aber
nicht zu rahte halten, mochte nicht arbeitten.
Quj non laborat; non manducet!
Gott gebe! Das man sich, an diesem Mann,
undt an den Seinigen, nicht versündiget habe!
Man hette ihm doch, in nöhten helfen sollen!
heütte fänget man an, alhier bey Bernburgk
gersten außzuseen. Gott gebe darzu, Segen!
undt gedeyen! 2 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: 15 Schefel (Scheffel)schfl: in præsentia Hans Balthasar Oberlenders[.]
hans Christof Witzscher reittet nach Ballenstedt, die
restirende Stabsgelder daselbst einzumahnen.
Doctor Mechovjum, habe ich bey Mir gehabt, die
Ascaniensia, Magdeburgica, Gernrodica, undt andere
|| [[Handschrift: 32r]]
Sachen, vor den feriis, zu maturiren.
In Oeconomicis, undt Amptssachen, habe ich Reichardten,
Tobiaß, undt Jakob ludwig Schwartzenberger allerley anbefohlen.
A spasso, auf meine Felder, insonderheit, auf die
Gerichtsbreitte, aldar außgeseet worden. perge
Gott gebe! Zu glügk! undt gedeyen!
Oberlender nacher Deßaw, zu pferde geschigkt,
wildpreth abzuholen, auch wegen der weinpfähle.
Gott gebe! zu glügklichem succeß!
Jn die kirche, cum sororibus & filiis secundogenitis.
Man hat auch, auf den Cantzeln, vor meinen Sohn
Erdtmann Gideon, gebehtet, das ihm Gott wolle
gnedig sein! <Die verlornen kräfte wiedergeben[.]> Seine Mattigkeit enden, undt
wenden, wie er weiß, daß es nütz, vndt heilsam
ist, vmb Christj willen, etcetera etcetera etcetera Gott wolle
unß, publice & privatim, gnediglich erhören!
<Extra zu Mittage, den hofprediger gehabt!>
Avis: daß meine Schwester, Freẅlein Doro-
thea Bathilids, zwar keine Aeptißinn,
sondern <durch hofmeister Freybergs cooperation eine> Canonißinn Stelle, in dem kloster
Herwarden, bekommen, welches wol nicht
außträglich, sondern eine staffel, mit der zeit
höher zu steigen ist, undt kostet denoch, in die 300 ReichsthalerRthlr:[.]
Gott gebe darzu, seinen segen, glügk! undt gedeyen!
<in beysein Hans Georg 3 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: gersten, seindt heütte geseet. Deus benedicat!>
Le crevecoeur, que i'ay, d'üne chose impossible á
reparer, me düre tousiours encores, & m'apporte
ün crevevoeur & playe cuysante incessamment.
Voyla ce, que c'est, de mèspriser les choses
approchantes a la porte dü ciel, quoy que
mèsprisables devant le monde nonchalent!
Dieu me vueille delivrer aussy, de cest ennuy!
peine! fascherie! & tentation estrange!
Avis: daß zu Zerbst, gute leütte gählingen
hinweg sterben. Gott wolle sich gnediglich
erbarmen, undt die landtstraffen lindern! undt abwenden!
Jn die kirche, cum sororibus, & duobus filiis 2dogenitis.
Nachmittage, hat man die Historia des leidens
vndt sterbens, Jesu Christj, gelesen, in der kirche,
(welches wir im hause verrichtet, weil die
pferde sonst nöhtig zu Fuhren gewesen!)
Oberlender ist von Deßaw, wiederkommen, mit
briefen von Fürst Johann Casimir vndt 2 Rehen, item: von der Fürstin,
item: von Cöhten, <mit einem brief, vom Gouverneur von Löevaerden[,]> mit büchern, item: vom Balthasar de Schrahtembach.
Jn beysein Bartoldts, seindt zu Zeptzigk geseet
12 Schefel (Scheffel)schfl: Erbßen, 12 Schefel (Scheffel)schfl: haber. Alhier, seindt geseet
in beysein Hanß Eckardts, 1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: gersten. Deus benedicat!
J'ay èsplüchè; que ma femme a donnè plein Pou-
voir, a Albrecht Schulte a Hamburg pour vendre 50 last de froment[,]
50 charges, de seigle, & 100 d'orge, (chasque last doibt
tenir, trois wispel de mesüre de Magedbourg, le
payement se doibt faire, a chasque voytüre a Magdeburg
24 Dalers pour ün wispel <d'orge>, la moitiè, & l'Autre
moytiè a Hambourg. L'Orge doibt estre la 1ere:
delivrance, le seigle la seconde, le froment la tierce.
Ainsy seront ce, 600 wispel <d'orge>, pour Hanß haße-
linger, Peter Olden, & Hanß Hoppe, & ses consortes,
a Magdeburg & Hambourg. On chargera dans la
barque de Halgke á Calbe 200 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: en celle de
Claus Arndten, 100 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: & de Henry Wilckens ou
Lickte Schlichters 300 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: mesüre de Magdeburg de
chasque last, on payera 6 Dalers, & a chasque
battelier, ün Daler. Les autres 200 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: doyvent
estre livrèz 14 iours, apres Pasque a Magdeburg &cetera[.]
Pour ces 400 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: mesüre de Hambourg, on
dèsboursera incontinent, dans Magdebourg,
2600 Dalers comptans le rest a Hamburg 24 Dalers
pour Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: <d'icelle mesüre Hambourgeoise> aussy tost, qu'il y sera livrè. Nota Bene: Ün wispel
á Hambourg, fait, 1½ Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: a Magdeburg[.] Le reste des
200 mesüres, en sera payè sür la barque, la moitiè,
lors que le blèd y entera, & l'autre moitiè a l'arrivèe a Hamburg[.]
<3 hasen Rindorf gehetzt.>
Wir haben unß heütte gegen das heilige Osterfest, vndt
auch zur communion, præpariret. Gott laße unß
würdiglich hinzugehen, undt helfe unß, alle an-
fechtungen überwinden! durch die kraft des heiligen guten
Geistes, vmb Christj willen, Amen.
Nachmittags, bin ich in die præparation
gefahren, cum sororibus, & filio Victore Amedeo. perge
Gott stehe unß bey, mit gnaden!
Mein Sohn, Erdmann Gideon wirdt immer mätter, vndt
krängker. Gott erbarme sich seiner! Er
hußtet sehr, nimbt ab, fühlet hitze, vndt
geschwindes hertzklopfen. Difficultas respirandj
ist vorhanden, er schläget zwar auch, (salvo
honore) noch auß, vndt heütte hat man eine
stargke geschwulst, an beyden füßen,
verspühret. perge Er gibt auch anzeige eines ulceris in Pulmone.
In præsentia Hans George Lackayen, seindt vormittags,
1½ Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: Gerste, nachmittags 6 Schefel (Scheffel)schfl: 1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: gerste
vndt 5 Schefel (Scheffel)schfl: erbßen, geseet worden, in die
Steinbruchsbreitte. Gott gebe darzu, Segen undt gedeyen!
Ein scharfes anmahnungschreiben, vom Obereinnehmer
Bergen, ist an Meine Rähte ankommen, wegen hinterbliebener
|| [[Handschrift: 34r]]
contributionsrestanten, zun zehrungßkosten der abge-
sandten zu Leiptzigk, undt zu des Cantzlers Milagij geldern,
darinnen wirdt gedroẅet, eine Militarische execu-
tion, welches sich gleichwol daher nicht reymet, undt
weder der OberDirector, noch B so ein Kerll, hat
nicht macht, mit fug, vnß die executores, zu über-
weisen. Sed, Mundus regitur, & confunditur opinionibus!
Ein Schreiben, von meinem bruder, Fürst Friedrich (welcher sich
wegen der Ascanischen[,] Magdeburgischen undt Gernrödischen sachen,
in terminis generalibus erklähret,) so albereitt,
seine 300 ReichsthalerRthlr: vor Schwester Dorothea Bathilde erleget hatt.
Wolte Gott, ich köndte Schwester Sophia Margaretha ihre 300 auch geben!
Er referiret sich auch, auf daß iehnige, so wegen Schwester
Dorothea Bathilde Freybergk im Stift <Herwerden>, außgerichtet, undt an
Sie schriftlich gebracht hat. Gott gebe, zu glügk! Se-
gen! undt gedeyen!
Jehna schreibet von Zerbst, das ihn Gott,
mit einem doppelten haußcreütz, angegriffen,
undt affligiret habe, in dem er seine Sehlige,
liebe Mutter, sanft abgefordert, undt seinen
Schwager, Doctor Nathan, plötzlich todtkrangk werden
laßen. Er kan sich, so baldt nicht faßen, seine
gedangken mir zu geben, in einer Sache, welche
vorigen conferentzen vndt mündtlichem Fürstlichen versprechen,
auch brieffen, vndt Sigeln, zuwiederd laüfft. et cetera leyder!
Gott wolle trösten! waß betrübet ist, verbinden,
waß verwundet ist! Vndt allen afflictionen, vndt
confusionen, remediiren!
Die leütte, sollen nicht allein, zu Zerbst, Cöhten,
auch hin: undt wieder, krongken! Sondern auch zu
Erxleben, fast alles gesinde[,] der Krosigk, krangk
undt Siech, darnieder liegen. Gott erbarme sich,
aller solcher, undt anderer Pacienten, väterlich! al-
hier, undt anderstwo!
<Wischer, vndt Schwechhausen, sein von Ballenstedt, wiederkommen.>
Die Erfurdter avisen, (so gestern alhier ankommen)
berichten: daß zu Londen, die neẅe Regierung, alle
landtcommissarien, abgeschaft, einen neẅen Staats-
raht, von 40 personen erwehlet, so auf fundamental
consilia bedacht sein sollen. Vndter andern Decreten,
ist auch dieses, das man des Königes, seine kleider, hauß-
raht, undt kleinodien verkaufen, vndt auf die krieges-
schiffe, anwenden solle. Die Schottischen Legatos,
hat man remittiret, aber revociret, vndt in ar-
rest genommen. Das Oberhauß ist vom vndter-
hause cassiret, undt decretiret worden, es sollen
hinführo, die kinder zugleich erben, vndt nicht die
Elltisten alleine, wie bißanhero braüchlich gewesen,
auch dadurch vornehme Geschlechter, erhalten worden.
<Fairefax, vndt Cromwell ziehen die köngliche authoritet, an sich. et cetera>
Die neẅe Engelländische Regenten, rüsten 70 krie-
gesschiffe auß, undt wollen 150000 Mann, zu ihrer be-
schützung, inß feldt führen. hingegen, wil der Printz
von Uranien, selber zur See, gehen. Der Dähnische
Reichshofmeister Vlefeldt, ist en Ambassade, mit
50 personen, im haag angelanget.
König in Frangkreich, sol mit seinem Parlament
verglichen sein. Gibt general pardon, hingegen
v̈berlaßen sie ihm, sei ihre völgker, contra Spannien,
vndt contribuiren noch, auf zwey iahr lang.
Die Türgken armiren wieder sehr stargk
zu waßer, vndt lande, hingegen hoffen die Venezia-
ner, 12000 Mann, deützsch volgk zu bekommen.
Die Schwedische Generalitet, ist wieder zurügke auf
Caßel von Minden gezogen, wollen auf Nürnbergk,
erweisen etwas suspension, mit der abdangkung.
Die Gesandten zu Münster, rüsten sich zum abzuge.
General Piccolominij, nimbt die abgedangkten
völgker, vor Spannien wieder ahn. Lottringen
wirbt auch stargk, vor Spannien.
Die Seestädte tractiren noch, wegen des Wehserzolls,
mit dem Graven von Oldenburgk.
Feldtmarschalck Rantzow, wirdt beschuldiget, er
hette Duynkirchen, den Spanniern, verrahten wollen.
Zu Gottorf, hat der Sturmwindt großen schaden gethan,
am Schloße, vndt diehner erschlagen, bluht sol sein auf den Stügken gesehen worden.
Jn die kirche, vndt Communion vormittages,
cum sororibus, & filio; Viktor Amadeus. Gott gebe himmlische
gedangken! himmlische speise! himmlische Andachten!
wahren glauben, hertzliches vertrawen! wahre
buße! vndt beßerung des lebens! in einem
neẅen Gehorsam! Amen! Amen! Amen!
Nachmittags, wieder in die kirche, cum uxore, <soroibus> <2> filiis, & <4> filiabus. Wir haben auch, auf der Cantzel
vor Erdtmann, bitten laßen. Gott erhöre vnß!
Beyde predigten, hat Er Theopoldus verrichtet. et cetera
Gott lob! vndt dangk! das wir noch, mit ruhe,
diesen Feyertag, zubringen haben können!
Er wolle vnß ferner, mit gnaden, beywohnen!
Ein Pollnischer gefangener Edelmann, hat sich
præsentiret, welcher, neben einem vatter, vndt
zweyen brüdern, in die 7 iahr lang, vom Türcken,
in Tirannischer dienstbahrkeit, gehalten, vndt endlich
vor 700 ReichsthalerRthlr: von Armenischen kaufleütten,
rantzioniret worden, doch also, das Sie 300
ThalerThlr: bahr erleget, die übrigen 400 müßen noch
gesamlet, vndt colligiret werden. Sein vater,
undt 2 brüder, müßen Sich auch, vmb ihre rantzion,
bey milden hertzen, bewerben. Er hat viele, vndt
gute Testimonia. Gott stellet unß ofte, vndt mannich-
mal solche vndt dergleichen exempla miseriæ Humanæ, vor.
Ach! daß wir unser Elendt, undt gebrechligkeit,
von hertzen, recht erkennen, undt klug werden möchten!
Wir achten daß gute nicht, wir sehen, undt fühlen dann
das böse! das glügk wirdt wenig æstimiret,
biß uns das Unglügk deßen undterscheidt weiset!
Jn die kirche, vormittages, cum uxore, sororibus
et filiis secundogenitis. Er Plato, Superintendens,
hat geprediget.
Extra: Zu Mittage, hofmeister Wischer, die Rind-
torfinn, Jacob Anonij von Krosigk; vndt Er Plato. perge
Schreiben von Wien, Berlin, halle, Leiptzigk.
Die Erffurdter avisen, werden confirmirt, undt ist
wenig mehr neẅes, in den Leiptziger ordinarien. <außer von des Kaysers, vndt Kayserinn ankunft
in Vngarn, von dem vergleich in Frangkreich,
von der stargken außrüstung, 100 Türkischer galleren
in Golfo di Venezia, die Venezianer, von den Dardanellj abzutreiben, von der Victoria des Generals
zu Neẅhaüsel Forgatzsch, wieder den Bascha von Ofen,
welchem er 6000 Mann abgeschlagen, undt ihn, mit vielen Begen, gefangen genommen.>
Diese Nacht, ist ein knecht, von den for-
wergkspferden, endtlauffen. Solcher händel
dörfte es mehr geben, wie es die Müßig-
gänger vndter den Soldaten, gelernet. perge
heütte kan man keine knechte hinauß
auf daß feldt ringen, in agker, weil
Sie mit gewaltt, noch wollen einen
festtag, oder viel mehr, Sauftag haben.
Mein Sohn Erdtmann, hat neẅe be-
schwehrungen, gestern vndt heütte, eine
Diarrhoeam, geschwollene füße, vndt
wann sich solche geschwulst verzeücht,
so kömbt sie höher in die waden,
der hußten, vndt außwerfen, continujret
auch noch stargk, vndt bona venia in
anu, erzeiget sich auch eine v[...]beschwehrung!
Gott helfe unß doch auch, von diesen
plagen! Vndt erbarme sich, des armen Jünglings!
vmb Christj Jesu willen! Amen! Amen! Amen!
Ernst Gottlieb von Börstel mein page, ist nach Straußberg,
Westeregeln, Ballenstedt, vndt hartzgeroda,
Dieu le Vueille heüreüsement conduire! & reconduire!
Secretarius Paulus, ist bey mir, gewesen, al-
lerley zu referiren, undt die expeditiones zu
befördern, so sich in den feyertagen, cumuliret haben.
Hanß Christof Wischer, ist heütte forth,
nacher Leiptzigk, mit den contributiongeldern,
vor den Staab, von hinnen. gott wolle ihn geleitten!
Theilß von meinen Agkerpferden seindt mangel-
haft worden. Jst auch ein schade, undt unheyl!
Gott wolle es beßern, vndt zur haußhal-
tung, in allen dingen, gedeyen geben!
J'ay depeschè üne Verrier, avec üne depesche importante
á Borch, & en Hamburg. Dieu le vueille conduire heüreüsement
& reconduire salütajrement, par sa Sainte grace & benediction!
Extra zu Mittage, Doctor Brandt, gehabt. Er judiciret
noch zur zeitt, ambiguè, wiewol fundamentaliter
von meines krangken Sohnes zustandt. Gott wolle
denselbigen beßern, baldt,! mit gnaden!
On tient; que le jeüne Roy d'Angleterre,
(imbü des conseils, de Madame sa Mere, dürant le
sejour de Paris) soit secrettement Papiste, ait a l'en-
tour de soy, dès Conseilleurs Papistes, ait (par leur suggestion,)
èsloignè les Princes Palatins, affin de le posseder, seül,
reiette la confession de Geneve, & de Calvin, comme ün
Ministre Anglois a la Haye, en l'Eglise Françoyse luy a dit
a la face, devoir faire, avec grand scandale des Auditeurs,
|| [[Handschrift: 37v]]
mais apres ce scandale, on a deffendü, a ce
Ministre, ou Prestre (emissaire peüt estre des
Jesuites) & a tous aultres estrangers,
de ne monter plüs en chair, en ceste
Eglise, nj en toutes aultres a la Haye,
sans permission speciale dü Magistrat. et cetera
On m'escrit de bon lieu, que le General
Fairefax, soit de la religion reformèe, bonne
personne, & point si mauvais, comme on le de-
peinct, qu'il n'a mesme point trempè
au sang de son Roy, & dissuadè les con-
seils exorbitans, de sa condemnation
pernicieuse, mais que son Lieutenant
General Cromwell, Anabaptiste, ou Inde-
pendant heretique, homme d'esprit & plein
de prattiques dirige toutes les affaires,
& met le monde, en Angleterre, sans
dessüs dessous, comme il peüt! Le Dieu de Ve-
ritè! vueille abolir le Mensonge! et
vueille destruire! tous conseils pervers,
scandaleux! & pernicieux! conservant
son Eglise, & confondant les menèes de Sathan!
La Roine d'Angleterre, vefue dü Roy trespassè,
doibt estre si pauvre, & miserable, qu'elle n'a pas
eü moyens süffisans en France, de<pour> s'habiller
en dueil, avec toute sa cour, pour la mort dü Roy, son Mary.
Les iügemens de Dieu, sont admirables, &
souvent imperceptibles! Dieu aye pitiè des
miserables, desolèz! & affligèz!
J'ay èscrit á Desssaw; Dieu vueille benir; ceste depesche!
A Docteur Mechovius, i'ay parlè ce mattin, & l'ay re-
tenü extrà, á disner. perge
heütte ist 1 wispel, 12 Schefel (Scheffel)schfl: gersten, zu
Zeptzigk geseet worden, in praesentz Hans Georgs Lackaien[.]
Gott gebe zu glügk! Segen, vndt gedeyen!
Briefe von Strehlitz, durch eigenen bohten,
von der Fraw Schwester, von Megklenburgk
welche Schwester Sofiam Margaretham
begehret, vndt vom hertzogk Ludwig,
von der Lignitz Brigk, welcher mich nachm
Brigk invitiret, auf Seine hochzeittliche
festivitet, gegen den 18den: May styli novj. et cetera
Gott gebe darzu segen! vndt benedeyung!
Castiga Vellacos, Hans Friedrich Eckardt per l'imbriachezza..
Mein Sohn Erdmann Gideon wirdt mätter, vndt Schwächer,
Gott erbarme sich seiner! in gnaden!
| 6 Schefel (Scheffel)schfl: | Erbßen, hat Oberlender alhier heütte auß- seen laßen, in der Gottsagker breitte. Gott gebe gleichßfalß, zu Segen, vndt gedeyen, zu wachßthumb, vndt genoß! |
| 1½ | wispel Gersten, zu Zeptzigk, seen laßen.
Gott gebe ebenmäßig zu glügk! vndt segen! |
Nous avons estè fort empeschèz, avec les nou-
veaux desseings, touchant l'envoy, en Silesie.
Dieu le vueille fortüner! & bienheürer!
Die Erffurdter avisen, bringen mitt:
Dass Chur Bayern, seine 7 Regimenter numehr
abgedangkt habe, die hetten 3 Monat Soldt
bekommen. Weil aber, der hertzogk Vlrich von
Wirtembergk vom König in Spannien, zum General
Feldtmarschalgk erklähret, alß bemühet er
sich, neben dem Obersten Lanan sehr, die abge-
dangkte völgker, in Spannische dienste, zu
führen, beüt derowegen, einem Reütter 50
ReichsthalerRthlr:[,] einem Mußcketirer, 10 ReichsthalerRthlr: alsobaldt
halb, die andere helfte aber, im Lützelburger
lande, sampt einem Monat Soldt zu bezahlen
|| [[Handschrift: 39r]]
allein, man meinet, es haben biß dato, die Officirer
undt Soldaten, noch nicht recht trawen wollen.
Stehet dahin, ob Sie folgen werden?
Der Pfaltzgrave Generalissimus, vndt General
Wrangel, neben andern Cavaglierj seindt numehr
zu Schweinfurth, ankommen. Die Frantzosen
am Rhein, haben streitt, mit den Schwedischen,
wegen der quartier.
General Erlachen, haben auf dem rendevous
seiner zusammen gezogener völgker, 3 compagnien
von seinem Regiment zu pferde, rebelliret. Der Ober-
ste Rosa, hat sie chargiret, 28 niedergehawen,
viel gefangen, vndt von denselben, 15
laßen aufhengken, seindt auch v̈ber 20 im waßer
ersoffen. Daß Bernholdische Regiment hat
auch rebellirt, von welchen gleichßfalß etzliche
aufgehengkt worden. Die meisten haben sich
auß furcht, in der Schweitz, verlauffen, al-
so das keine 100 Mann übrig geblieben, welche
man vndtergesteckt, vndt die officirer abge-
dangkt hat. Jn Frangkreich ist das Feẅer
zwar etwaß gedempft, aber nicht gelöschet,
General Erlach hat ordre, in Champajgne zu mar-
chiren, es werde mit dem Parlament, ein ver-
gleich getroffen, oder nicht. Zu Londen, will die
|| [[Handschrift: 39v]]
Neẅe Democratia, unter sich, uneinig werden,
es mangelt bereits, an geldt vndt munition.
Etzliche Nacht seindt viel Pasquillen, sonderlich
ein galgen, mit daran hangenden person vndt
überschrift (diß ist der Königes Mörder
Fairfax) gefunden worden, vndt haben
vf deß neẅen Parlaments, oder Estats
Schiffe, die Bottsknechte, rebelliret. Vndter
deßen, machen die Schottländer vndt Irrländer,
sehr große kriegespræparatoria, die Engelländer
aber, große hofnung, das Sie von den holländern,
große hülfe bekommen sollen. Der Pfaltzgrave
Generalissimus, der General Wrangel, vndt
andere cavaglierj befinden sich numehr in Schwein-
furth, werden baldt nach Nürnbergk verraysen.
Jn 14 Tagen, sol kein Kayserlicher oder Bayerischer
gevollmächtigte General, dahin kommen, dann
man leßet sich erstlich deßen, durch currirer
so nacher Preßburgk, geschickt sein, erkundigen.
perge
<5 hasen.>
<Jch bin> Mit meinem Sohn Victor hinauß hetzen
geritten, undt haben 5 hasen gefangen
|| [[Handschrift: 40r]]
v̈ber der heüttigen avisen, von Erffurdt, kömpt noch
dieses an, daß General Königßmargk befehlichet seye,
(weil die Hamburger, vndt Lübegker, also sehr klagen),
wegen des Obersten Pentzen, zu inquiriren, dörfte zwar
diesem abgehen, alleine waß die Städte zu viel ver-
williget, dennoch, in die cassa bezahlt werden müßen.
Jnmittelst siehet man, das man auf Schwedischer seitten,
suchet die Zeit zu gewinnen, ob man die völgker an-
derstwohin führen könne? Es gibet nachdengkens
daß in Dennemargk verbotten, keine Mastbaẅme,
oder Schiffe, den Engelländern, zuzuführen, hingegen
auß Schweden alles dahin geführet wirdt.
Daß der iunge König Carolus sich zur Römisch Catohlischen
Religion gewendet, wirdt zwar spargiret, aber
nicht geglaübet. Gleichwol hat er sich, noch nicht
resolviret, die angebottene Crohne in Schottlandt,
anzunehmen, weil ihme (wie er es vermeinet)
allzuharte conditiones, angehengkt, vndt vorgeschlagen.
et cetera
Nun begehren aber die Schotten, nichts anders,
alß waß sein herrvatter <ihnen> confirmiret, nemlich:
die erhaltung der religion, vndt Privilegien. perge
Der Churfürst Pfaltzgrave sol albereit im haag
angelanget sein, will die lande erst antretten,
wann alle plätze gereümet. Bawer15 ist noch Raht
undt hoffmeister, bey ihme. Fromholdt, wirdt Cantzler
zu Halberstadt. perge
heütte sein, 3 wispel gersten, alhier auß
geseet, in præsentia Hans Balthasar Oberlenderß,
auf der klipperbreitte, halb vormittages,
halb nachmittages. Gott gebe zu glügk!
vndt Segen! wie auch zu deme so zu Zeptzigk
geseet worden, nemlich 5 Schefel (Scheffel)schfl: en presence de Bartoldt.
Mein krangker Sohn, den ich alle Tage be-
suche, wirdt immer Mätter, vndt Schwächer.
Gott wolle sich seiner, undt vnser aller
gnediglich erbarmen! vndt das Elendt beßern!
Schreiben, vndt ein Rehe, von Deßaw[.]
Avis von Ballenstedt daß nicht allein 60 Muß-
cketirer, 1 leütenampt vndt 1 Fendrich, mit
4 wagen in Reinstedt logiret, Sondern es ist
auch ein vndterofficirer, mit 12 gemeinen
knechten dahin kommen, so wir v̈ber die
vorigen, so wir haben, verpflegen müßen.
Conversatio mit Doctor Brandt. perge
Schreiben verfertiget, nacher Strehlitz, vndt
nacher Berlin.
<Nebel.>
Ein Somnium gehabt, wie der Kayer, mein dorf
Reinstedt, mir genommen, undt hinweg geschengket. perge
10 Schefel (Scheffel)schfl: 2 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: gersten, hat Oberlender noch
diesen vormittag, auf die klipperbreitte,
sehen laßen. Gott gebe zu glügk! Segen!
Vndt Wachßsthumb. Seindt also 3 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: 10 Schefel (Scheffel)schfl:
2 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: darauf geseet. perge Jtem: hat er Seen laßen.
1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: 8 Schefel (Scheffel)schfl: in die Quehrbreitte an der Fuhne, alhier,
zum anfang. Gott gesegene es!
Vndt laße alles wol gedeyen!
Meine Schwestern, seindt nacher Plötzkaw. perge
A spasso, zu fuß, mit meinem Carolo Ursino.
Gott gebe wachßthumb, undt gedeyen! auch vä-
terliche gnade, zur reconvalescentz, meines Sohns
Erdtmann Gideons, welchen ich täglich besuche, aber
leyder! mehrentheils, in großem elendt finde,
undt mich verwundere, daß er es so lange noch
außstehen, vndt treiben kan. Gott wolle ihn
stärgken! undt kräfte verleyen! Amen!
Geörg Ehrenreich von Roggendorf mein Page,
krieget recidiven der gelben Sucht. Gott beßere
es in gnaden mit ihm! Die Altfraw leidet
auch noch schmerzten, Gott ermbare Sich ihrer, in gnaden!
