Jn die kirche, am heüttigen BehtTage.
Extra zu Mittage, Doctor Mechovius, vndt
Er Peter Goht, pfarrer von Ballenstedt. perge
285 hauffen, gersten, haben heütte Nachmittags
Abraham von Rindtorf und der Große Kersten, auf der
klipperbreitte, gezehlet. perge
Jn den garten, con Madama, in zimlichem winde,
undt albereitt anfangendem herbstwetter.
General Axel Lillie, ist gegen abendt, anhero
kommen, mit 72 pferden. Jch habe ihn laßen complimentj-
ren <mit> heüttigen fast: buß: undt behtTag, mich endtschuldiget,
|| [[Handschrift: 171r]]
vndt daß er so unversehens vorüber gezogen, mit meiner
unwißenheit, und vngleichen rapporten, welche seiner ankunft
halber, geschehen. Wolte ihn gerne noch invitiren, wann ich ihn
dörfte wieder herüber, über daß waßer, in diesem winde,
mit Seiner liebsten, bemühen, und er mit unserm betrübten,
undt ruinirten zustande, vorlieb nehmen wollte. Er ist
gar höflich, wieder gewesen, hat sich gehorsamlich bedangkt,
vor die bewillkommung, undt angebottene gnade. Sich
auch excusirt, daß er mir nicht aufwarten thete,
wehre auch bey Cöhten mit fleiß vorüber paßiret.
Wolte ungerne ungelegenheit machen, gestaltt es ihm
dann leidt wehre, daß er so stargk anhero kommen,
<auch> mich und meine undterthanen, incommodiren müßen,
wolte morgen frühe wieder forth paßiren. Er köndte
leicht erachten, wie betrübt ich, vmb meinen lieben Sohn
seindt müßte? Vndt wie ungerne ich frembde leütte sehen
an itzo sollte, hat sehr beweglich, sejne condolentz contestjrt,
undt endlich auch bekandt, daß er etwaß müde, von Seiner
rayse wehre. Die Tractation (so ich ihm auch freywillig,
mit freyem quartier, anpræsentiren laßen) hat er zu
demühtigem großem dangk, acceptirt, undt gesagt,
er begehrte nichts, alß einen guten Trungk, Zerbster Bier,
So hette er schon genung. etcetera Zu Nürnberg, würde noch
wagker pancketiret, undt der gehofte Schluß, wehre
noch nicht zum ende. Jedoch hofte man, des besten. Seine
gemahlin, hat auch gar höflich, gegen Meine gemahlin sich bedangken
|| [[Handschrift: 171v]]
laßen, undt gehorsamlich befehlen. etcetera
Jm herrein ziehen, ist er auf einer Calesche, mit 4 pferden
gefahren, vndt hat gegen sich über, einen geistlichen
sitzende gehabt! Seine liebste aber, ist vorher
geritten, undt viel andere pferde mehr, von
Damen, vndt Cavagliers, Officirer, und auch handtroße.
Auf seine offene calesche, ist gefolget, ejne schöne
carretta mit 6 grawen pferden, darinnen theilß
seiner kinder, geseßen, vndt sonst, mehr kutzschen,
undt wagen, nachgefolget. Gott helfe, das wir
von allen beschwerungen, <baldt> mögen erleichtert werden!
Der Caplan Jonius, ist bey mir gewesen, welchen ich
Mit collecten, contentirt, und extra zu abends, behalten.
perge
Schreiben von Halberstadt, vom Hans Georg Horenburgk.
Donnerstag♃ den 2. Augustj: 1649.
<3 hasen, Viktor Amadeus Fürst zu Anhalt gehetzt.>
Abraham Benedix hat sich præsentiret, avec des propositions estranges.
Dieu me vueille contregarder, de toute faussetè!
& m'assister de ses Paternelles graces, & benedictions!
Jn gartten, nachm Ziel zu schießen, darnach an
den Thambbaw1 spatzirt, post negocia peracta. perge
Es wirdt alles sehr mühsam, sawer, undt schwehr, die
Erndte, das bawen, und andere concurrirende omen!
Jakob Ludwig Schwartzenberger hat Mich, zu seinem Söhnlein, zu gevattern
Schrifftlich, gebehten. Er wil es auff den Sontag (gebe gott) täuffen laßen!
Meine zweene klepper, so ich <vor>gestern, Hans Georg Horenburg
nach halberstadt, mitgegeben, seindt beyde, zu Rehe, worden,
dann in einem Tage, haben Sie 8 meilen, geritten, von
hinnen, auf Ballenstedt, undt Quedlinburgk zu, aldar
Sie gefüttert, undt forth, auf halberstadt, vndt
gestern, wieder her, 7 meilen weges, den geraden weg.
Jst mir ein großer schade! Wenn nur die Roß-
ärtzte undt Schmide, etwaß taugen möchten?
Mein Consulent Jehna, ist diesen abendt, von
Zerbst anhero gekommen.
<Ambulatio spirituum nocturna, somnum interrupit! Nota Bene et cetera>
Mein Raht Jehna, ist nacher Plötzkaw.
Hinauß, auf meine Felder, alhier, undt zu Zeptzig
geritten, vndt die hauffen gezehlet.
Extra: Hesius der Diaconus, undt Rector, zu Mittage. Nota Bene
Avisen von Erffurdt, daß graf Magnus, in den Ober-
kraysen, erstlich reducjret, undt hernacher in andern weitter
forthfahren wirdt. Die Schweden, seindt offendiret, daß
<da> Kayserliche Mayestät undt Chur Meintz, 2 Evangelische gesandten,
(alß herr Blumenthal, undt Wolfßkähle) nach Nürnberg,
geschigkt, daß Chur Saxen, einen Päbstischen gesandten2,
dahin ablegiret, welcher mit niemandt, conversation
helt, alß mit den Kayserlichen alleine. General Axel Lillie
hat zu seiner abfertigung, eine assignation, auf
|| [[Handschrift: 172v]]
40000 ReichsthalerRthlr: an die satisfactionsgelder, entpfangen,
Alß unlengst Ertzhertzogk Leopoldt Wilhelm, in den
Niederlanden, bey einer kleine Stadt, vorüber gefahren,
hat man salve heraußer gegeben, welche baldt übel
gelungen wehre, dann die Kugel durch die kutzsche
undt dem Ertzherzogk, an dem kopf, hingefahren ist.
Jn Frangkreich, ist das feẅer deß tumults,
noch nicht gestillet, der König, undt seine Rähte,
wollen alles, par force durchdringen, die gemeine
aber, undt Parlamenten werden desto unruhiger,
inmaßen etzliche länder, aufß neẅe rebelliren.
Zu Hamburg, seindt die 2 vornehmste Engel-
ländische kaufleütte, mit list, auß der Stadt practizi-
ret, undt zu Schiffe, bereits 9 meilen, undter Glügk-
stadt, gegen Engellandt, geführet gewesen, aber
durch nachgeschickte Mußcketirer, wiederumb ein-
geholet, undt sampt ihren Endtführern nach ham-
burgk, gebracht worden.
General Gromwell bereittet sich gewaltig,
mit einer Armèe, nach Schottlandt, zu gehen,
woselbsten er, genungsam zu schaffen, finden wirdt,
dann die Königlichen Presbyterianer, Egalisten, undt
andere factiones, sich auch dargegen, mjt Macht
|| [[Handschrift: 173r]]
rüsten, nur hat der Gromwell, seinen Schwager, den
General Commissarium Jhreton, durch das Parlament,
vor leütenampt General, nach ihme, über der republicque
trouppen, in Jrrlandt, declariren laßen, und solle diese
commission drey gantzer iahr lang, gültig sein,
undt in allen absolut commando haben, biß die Königlichen
in Schottland undt Jrrlandt (ihrer meinung nach)
werden gedempft sein. Also gedengkt er in Jrrlandt
über zu gehen, vndt Doublin zu endtsetzen, im fall
es nicht schon eingenommen sein möchte. Printz
Robert, hat über 200 fischer schiflein, zu grunde
gesengkt, undt dadurch den Engelländern, die
See fischerey verderbeet.
Die hofnung der Nürnberger tractaten endtschaft, ergrößert
sich, die punctj institutionis, solutionis, & assecurationis
wegen der letzten millionen, satsifactiongelder, seindt richtig.
Mangelt nur, an der subscription der Kayserlichen[.]
Die assecuration, wegen Frangkenthal, ist an Königlich Schwedischer
und Chur Pfältzischer seitten, so viel, alß richtig, wegen Benfelden haben
zwar Chu<die> Frantzosen, gegen Chur Pfaltz, difficulteten
gemacht, iedoch endlich gewilliget, kleine puntillas
sollen noch zwischen Chur Pfaltz, undt Chur Beyern sein,
welche das haüptwergk, nicht hindern könnne.
Graf Magnus, wirdt baldt kommen, reduciren, und abdangken,
auch die itzo, in Pommern, Meckelnburg, Westphalen, und in der Margk
|| [[Handschrift: 173v]]
liegende militie der Schweden und Finnen, zu Schiffe bringen,
worgegen deützsche völgker eingeleget, und andere
subleviret werden sollen. Graf Magnus zeücht
an, auf Erfurdt. Ein currir auß Spannien,
ist ankommen, welcher die restitution Frangkenthals,
von wegen seines Königes, mitbringet. Puncta
restitutionis, darüber man nicht eines werden
können, seindt aufn ReichsTag verschoben. Jn summa:
der himmel hengt, (wie man sagt) voller geigen.
Man macht sich gefast, zu Freẅden Festen.
Avisen, von Bergen unserm abgeschickten, nacher Nürnberg[,]
item: von Halle, von Leiptzigk, von Erfurdt,
confirmirt alles den Friedenschluß.
Gott gebe! daß es ein bestendiger, wahrer
Friede, nur seye! und mich auch etwaß
erfreẅen möge!
Grentzstreitt, von den Quedlinbürgern <perge>
welche sich auf ChurSaxen beruffen, im Ampt
Ballenstedt, item: lose händel, von einem Axel
Lilliischen quartiermeister, wegen einmahl
bezahlter 30 ThalerThlr:[.] Voyla deux pieces,
pour me consoler, & rèsjouir, (vel quasj!)[.]
Jehna ist diesen abendt, von Plötzkaw wieder-
kommen, dahin er diesen Morgen, verrayset wahr,
allerley mir referirende.
Der von Jehna, ist wieder verrayset. Gott
gesegene! undt erhalte ihn!
Jch habe allerley expeditiones, außgefertiget,
in publicis, & privatis!
Nachmittags ist der redliche fromme Mann, mein Elltister
diehner, und raht, Melchior Loyß, herauf zu Fuß
<in zimlichem Vigore> gegangen, mich zu besuchen. hat allerley, mit mir
conversirt, von Allten, undt neẅen Sachen, vndt ein
kleines desiderium (so ich ihme bewilliget) gehabt. Er hat an itzo 73 iahr,
auf sich, undt wirdt den 6. November das 74. iahr,
(wilß Gott!) antretten, wiewol er vermeinet,
diese kurtze zeit, schwehrlich, zu erleben,
Sintemahl, er, von asthmate, sehr geplaget
wirdt, Sonst macht er sich, gar fein geschickt
zum Tode. Jst billich, und bereit darzu. Er
tractirt gerne sacra, & Theologica. Dangket
Gott, vor seine gnaden gaben, und das er ihm, die
gehofte Frjedenszeit, noch erleben laßen, daran
viel iüngere mehr, Alß er gethan, dubitiret. Jst
sonst ex Professo, ein Stattlicher künstlicher Mathematicus.
Somnia moribunda gehabt, wegen Pestzeitt,
in vicinia. Warnung von Schkela, pour mon fils,
Charles, Dieu nous en preserve paternellement,
par sa Sainte grace! Vielleicht kömbt es daher,
weil neẅlich, in Zeitung gestanden, daß in allen
dreyen Prager Städten, die pest gewaltig
grassirte, wie auch in Spannien, zu Madrill,
zu Seviglia, und anderstwo, So dann auch
zu Genua in Jtalien, undt gar in den Jndien!
Gott erhalte die Seinigen, gnediglich!
Jn die kirche, vormittags, da dann ein iunger
studiosus, Theodorus genandt, von Zerbst, eine probepre-
digt gethan, ob er zum Diaconat zu Ballenstedt zu befördern.
et cetera
Extra zu Mittage, Doctor Mechovium gehabt.
Nachmittags bin ich, mit Schwester Dorothea Bathilde <vnd> meinen Söhnen,
hinundter, in die Altstätter kirche, gefahren, vndt
haben des Hesius, stattlichen predigt zuge-
höret, darnach aber, <habe ich> Jacob Ludwigs Schwar-
tzenbergerß Söhnlein auß der Tauffe gehaben,
welches Christian Ludwig, genennet worden.
Die gevattern waren, 1. Jch. 2. Schwester Dorothea
Bathildis. 3. Christian Heinrich Börstels Fraw
|| [[Handschrift: 175r]]
vor die, ihr iungker stunde, weil sie krangk
war. 4. Der CammerRaht, Doctor Mechovius vor sich selbsten.
5. Der Superintendens von Cöhten, Magister Daniel
Sachße. 6. Des CammerRahts Fraw. 7. Der
Superintendens alhier, Er Plato, sein des
Schwartzenbergers Schwäher. Er Hesius täufte
das kindt. Es war gar still vndt fromm.
Nach verrichteten Taufceremonien, wurde
in der kirchen, aufm küßen da das kindt lag, ge-
schengkt. Darnach zogen wir wieder, dar-
von, wiewol der Vater des kindes sehr bahte,
meine Söhne, zu ihme zu vergönnen. Dieweil
es aber sehr regenete, und nur unsere
eine kutzsche vorfanden, darauf wir wieder,
zu Schloße mußten fahren, sonderlich aber auch, weil
ich kawm 4 Monat, vmb meinen lieben Sehligen
frommen Sohn <Erdtmann Gideon Sehliger>, auß getrawret, vndt darneben,
den guten leüttlin, keine beschwehrung, (nach wolvollbrachtem Christlichem wergke,) machen
wollen, seindt wir Fürstliche personen, wieder hinauf
gezogen. Jch habe aber, meinen Raht, und hofmeister
Einsidel vor mich, (auf viel sollicitiren) zum convivio
oder collation gehen lassen, es auch andern mehr concediret.
Gott gebe allenthalben, seinen Segen! Amen!
Schreiben vom Berlin, von Fräulein Catherine, daß dero
Bahse, Freẅlein Charlotte von Hanaw, baldt
nach dero wiederkunft, auß dem langwierigen
haagischen exilio, in ihrem vaterlande Todes
verblichen. Gott genade ihr! Jch habe sie
allezeit hoch zu æstimiren, vhrsach gehabt perge
und sie war eine hochverstendige Dame. perge
Jhre Fraw Schwester, die landgrävin, sol sich
sehr umb Sie bekümmern, also: daß Sie auch aller
krangk ist! Gott wolle Jhrer Liebden wieder zu
rechte helfen! undt unß diese rechtglaübige
Seüle, noch lange zeit, gnediglich, fristen! undt
erhalten! <Jtem: avis daß Chur Pfaltz zu Heidelberg ist, Gott erhalte ihn!>
A spasso; auf meinen Thamb3, da es dann etwan
langsam, undt schwehr zugehet, alles zu expediren. perge
heütte Nachmittags, habe ich den CammerRaht,
Doctor Mechovium, nacher Cöhten, auf den convent, ablegiret,
zu deliberiren helfen, 1. wie es mit den
durchzügen, zu halten? 2. Wie man die 4te.
undt 5te. million, zun satisfactiongeldern, auf-
zubringen? Gott gebe glügkliche, verrichtungen!
Der Amptmann Reichardt, ist ihm, (auf sein begehren,) adjungiret.
Schreiben von Kayserlicher Mayestät an Mich, condolendo
gar gnedigst, wegen meines Sehligen Sohnes absterben.
Schreiben vom Berlin, daß die Polen, durch die
Cosagken, sich mannlich durchgeschlagen, undt
deren viel Tausendt erleget, wie auch, viel Tartern! perge
Schreiben von Wien, daß die liebe iunge
Kayserinn, eines iungen Sohnes, genesen,
welcher auch getauft worden, Sie aber die
Kayserin Maria Leopoldina, baldt hernacher
im kindelbett, diese welt gesegnet. Jst zu be-
dawren. Gott tröste Jhre Mayestät und alle betrübten!
Schreiben vom hetzogk Wilhelm, von Weymar,
sampt beygelegter intercession in causa As-
caniensj, vor unßer hauß, an Kayserliche Mayestät[.]
Gott laße diese, und mehrere intercessiones
nutzen schaffen, und helfe unß, mit gnaden!
Die avisen von Leiptzigk, geben continuation
deßen, waß die Erffurter avisen neẅlichst ein-
bracht. Das übrige, ist nicht der rede werth. et cetera
hertzogk Geörge vom Brigk, hat auch
gar höflich, an Mich, geschrieben, und Schwester Sophia Margaretha
hat mir das brieflein zugeschigkt. perge
Gebhardt Loyß, ist von Torgaw,
wiederkommen. perge
Somnia; gehabt, wie ich Meinen Sohn, Erdtmann Gideon
Sehliger, hette wieder aufferwegken wollen, in diß
leben zu kehren, durch hülfe des gebehts der
Geistlichen, sonderlich Ern Peter Gohtens, vndt
durch gehofte, miracula, (nach dem ich zuvor
viel mit ihme meinem Sehligen Sohn, gleichsam in
einer erscheinung, geredet). Es hette aber,
alles nichts helfen wollen. Er mein Sohn, hette
es auch selber nicht begehret, der liebste,
schön verklährte Engel, im himmlischen wolleben!
Von meinen Töchtern, und v̈brigen Söhnen,
hat mir auch allerley getraẅmet, bevorab
von Angelica, wie ihre augen verstarret.
Gott laße unß, nichts böses, wiederfahren!
Jtem: getraẅmet, wie ich in eines pfarrers
im Niederlande, losament, in gefahr gewesen?
Da es doch mit Thüren und riegeln, auch fen-
sterladen bey Nacht verschloßen, und wol verwahret gewesen.
Friederich von Börstel, ist auß Frangkreich, wieder-
kommen, hat sich bey Mir præsentiret. Jch habe
ihn neben Jakob Ludwig Schwartzenberger extra zu Mittage behalten.
Er sagt, es regieren malignische morbj, im haagen! perge undt
|| [[Handschrift: 177r]]
der Oberste DèsLoges, mein guter bekandter,
wehre auch gestorben. Jst mir leydt!
Brunius, pfarrer zu kleine Paschleben, welchen
ich nacher Ballenstedt, zum Diaconat, vociren wollen,
hat sich gestern eingestellet, undt endtschuldiget.
Damit: 1. das er bey 70 iahr, altt wehre,
undt solches Diaconat, nicht annehmen köndte.
2. hette sich schon ohne daß, zu Paschleben, einge-
richtet, damit er seine lebenßmittel, haben
köndte. 3. ohne Fürst Ludwigs consenß, ohne
daß, nicht mutiren dörfte. 4. Bestellung
kirchen, und schulen zugleich, zu verrichten, wie
er zu Ballenstedt thun sollte, wehre ihm, in seinem
hohen allter unmüglich, undt einem iüngeren
Mann, (so thätiger, vndt arbeittsahmer) zu thun
leichter. Bähte ihn zu excusiren, undt mir zu
dangken, vor die gnedige promotion. Er ist sonst,
ein Pfältzischer Exulant. perge
Avis: daß zu hegklingen der bißhero, <noch nicht cassirte aber> geduldete
Schulmeister, (Lutheranæ Confessionis) sich vndter-
standen, drey kinder daselbst, zu taüffen, ohne
waß neẅlichst, mit dem transport, eines Fischer-
kindes, geschehen. Ein einsehen, wirdt von Nöhten sein. et cetera
Ein schreiben von ChurSaxen, bekommen,
wegen des von hagens. Die güldene bulla
wirdt angezogen, item: das Privilegium, de
non evocando subditos, sampt andern inusitatis.
Von Eißleben, schreiben mir auch, die Chur
Säxischen rähte, &cetera in selbiger Sache. et cetera
Es wirdt heißen: Avre l'occio. perge
Jch habe den Superintendenten, Ern Platonem,
bey mir gehabt, mit ihme, zu reden, von bestel-
lung kirchen, undt Schulen, eines consistorij,
anrichtung des hospitalß, undt dergleichen, &cetera[.]
Gott gebe gnade! segen! undt succeß!
A spasso, in gartten, undt an den Thamb4.
Es werden in die 22 kammern <im Tham>, oben undt undten
wieder zu rechte gemacht. Gott helfe! daß
es guten bestandt haben möge!
Extra zu Mittage, Superintendes Plato, undt Doctor Brandt.
Es ist Commission ertheilt, hofmeister Einsidel,
Doctor Brandt, undt Tobias Steffeck von Kolodey das Sie sollen
die Amptsacten, vom Ampts Raht Panße,
wieder auffnehmen.
Jn garten con Madama, nel fresco. Es
ist heütte zimlich herbstwetter gewesen.
Der CammerRaht Doctor Mechovius, hat relation
gethan, von der Cöthnischen Zusammenkunfft,
alda vernünftige consultationes, vorkommen,
auch die puncta wegen der 4ten: vndt 5ten: million zur
Schwedischen satisfaction, wie auch wegen der durchzüge,
vndt gesampten beyhülfe, mit gutem bedacht, de-
battirt, undt resolviret worden, (wie die gehaltenen,
undt ad Acta beygelegte Prothocolla außweysen)[.]
der engere Außschuß, hat sich wol erklähret,
undt submittiret. Fürst Ludwig, sol an einem Seitten-
wehe, gar unpaß sein, Gott wolle es, zur bäldisten
beßerung, mit dem lieben Allten herren, schigken!
Simon Hebreo, s'è presentato, á me, con parechie
proposizionj, qualj non sono da ributtare ancora.
Tosto dipoj, sono arrivatj lamentj, contra quel-
lo, da quej Christianj, che sono più giudaizantj,
nell'essere, e nella Vita lor, (ben che battezatj,)
che queglj Hebrej medesimij, che vivono honestamente!
Nach vielen bestellungen, in Oeconomicis, in itziger
ErndteZeitt, bin ich Nachmittags mit meinen Söhnen,
nach palbergk, geritten. Meine gemahlin, ist mit
Schwester Bathilde, undt den Elltisten beyden
Töchtern, dahin gefahren, undt haben collation gehalten.
Jm rügkwege, habe ich undterschiedliche
briefe undt molestien, vor mir gefunden, da man
doch in itzigen feriis canicularibus, billich, ruhe
haben sollte! Jnsonderheit werde ich an itzo gepla-
get, 1. in Publicis dieses landes, wegen subscription
des receßes, in Steẅersachen, unangesehen ich,
toties quoties reiterirt, daß ich mir mein ius
quæsitum, nicht köndte, noch wolte nehmen laßen!
2. in militaribus, da man, contra ius, et fas,
eine execution zu Ballenstedt leiden muß,
umb 30 ThalerThlr: willen, welche zu des Generals
Axel Lillie verpflegung vndt Stab gehörig,
er Sie aber zuvorn den dismontirten Reüttern,
(welche sie auch entpfangen) numehr aber, einem
Sergeanten, angewiesen, und weil man Sie
<zum andern mahl> nicht zahlen will, die Ballenstetter exequiret.
Also müßen wirs doppelt geben, wil man im
lande friede, undt ruhe haben? 3. in Privatis
|| [[Handschrift: 179r]]
da haüptmann Börstel, viel verdrießliche
händel, mit dem gewesenen pachtmann zu
Hoym, Kohlmann, haben muß, vndt ich mit
meiner gutwilligkeit, mir nur lites übern
halß gezogen. Der haüptmann und seine Fraw, seindt herkommen.
Mein bruder Fürst Friderich, schreibet mir auch, undt
nimbt halb vndt halb abschiedt, wegen einer vorha-
benden rayse, nacher heßen, undt Naßaw. perge
heütte ist abermal mein geburtsTag, an demen
ich mein 50te. iahr außbracht, durch Gottes gnade,
undt daß 51te. antette. Er wolle unß ferner
gesegenen, nach seinem gnedigen willen! undt die
gar viele Mühesehligkeitt, undt Unruhe, von
vnß nehmen! daß wir in fröligkeit, die noch übri-
ge zeitt, unserß kummerhaften <elenden angst>lebens, zubringen mögen!
Da pace Domine; in his regionibus, in diebus nostris!
Meine freundliche herzliebste Gemahlin, hat sich belieben laßen, mich
mit 4 Ochßen, (die ich endtweder zur küche, oder zum
Zuge, zu gebrauchen) mich anzubinden, so Jhre Liebden auß der
Laußnitz, bekommen. Gott gesegene ihre viehzucht davor!
Avisen von Erffurdt: daß die Schweden, mit dem Schluß
zu Nürnbergk eilen, undt eine post nach der andern,
von Stogkholm, derentwegen, aldar ankömpt.
Jtem: Graf Magnus de la Garde, hette ordre
mit ihren nationalvölgkern, in Schweden, undt
<Fin>Liflandt, zu eilen. Der pfaltzgrave Generalissimus
hat resolviret, daß die iehnigen Stände, welche
ihre quotam an den satisfactionsgeldern bezahlen
würden, alsobaldt der völgker, entlediget,
die gelder aber, zu contentirung der völgker, an-
gewendet werden solten. Die meisten gelder,
werden nicht eincassiret, sondern den Officirern,
und der soldatesca, alsobaldt angewiesen[.]
Die garnisonen sollen, so baldt die bezahlung,
erfolget, außziehen. Jm OberSäxischen Krayß
zwar, beharret der Churfürst darauf, man
solle die satisfactiongelder zu reducir: oder ab-
dangkung der völgker, vorauß zahlen, vndt Leiptzig
vorhero einraümen, darumb wirdt Graf Magnus
die Stände nacher Leiptzigk convociren, und mit
ihnen tractiren, wer aber am ersten bezahlen
wirdt, der sol auch am ersten, der völgker loß werden.
Der NiederSächsische Krayß ist auf ihrem Tage zu
Bremen berait, ihre quotam zu bezahlen, werden
also ihrer völgker, baldt quitt. Alß herr
Volmar zu Nürnberg ankommen, hat er dem Piccolominj
|| [[Handschrift: 180r]]
gleich, tractiret wollen sein, und alles diffi-
cultiret, wegen der andere geschloßen. Gibt remoras!
undt abschigkungen nacher Wien, umb Kayserliche ratificationes!
Alß Piccolominj dem Schwedischen Generalissimo der Kayserinn
Todt, notificirt, undt sich in die Trawer geschickt,
hat der pflatzgrave, das blasen, und paugken,
vor der malzeitt abgestellet, vndt
condolentz erwiesen. Es werden viel Schwedische
Regimenter abgedangkt, im Frängkischen,
Schwäbischen, OberRheinischen und Chur Cöllnischen
Krayßen, wie auch im NiederSäxischen.
Jn Engellandt, seindt die Regenten
uneins, Fairfax ist froh, daß er Crom-
welß loß worden, undt derselbige
nach Jrrlandt, forthgeschaft worden.
Der Jreton sein Schwager, vndt General
leütnant ist ein Schuester gewesen.
Einer hat nach Fairfax geschoßen, aber
gefehlet, undt bekandt, daß er, vndt v̈ber 1000
darzu von Gott beruffen wehren, die
Königes Mörder, wieder hinzurichten.
Frangkreich, ist voller innerlicher unruhe. perge
Hans Ernst Börstel, ist zu mir kommen, seiner Sachen,
zu expediren, vndt anbrigen zu thun, so wol wegen
deützen, alß wegen des pachtmanns zu hoym. Er hat
Audientz erlanget, vndt jst depeschjrt worden,
we<nach> dem er malzeitt, mit unß<zu hofe>, gehalten.
A spasso, aufn Thamb5, in die Mühle, kleinen
weinbergk, Wolfgangßkirche, etcetera etcetera etcetera
Avis: daß Paul Ehling, meiner herzliebsten gemahlin Liebden
gewesener Cammerschreiber, in hollstein, an seiner
Schwindsucht, numehr gestorben. Gott genade ihm!
Dieu luy vueille avoir pardonnè tous ses pechèz,!
encores qu'en sa vie, il m'ait extraordinariement offencè,
si est ce, que ie luy ay pardonnè ses grandes fautes.
Maintenant, son hümeür farouche, & indomptable,
(lors qu'il estoit encores en santè) ne me nuira
plüs, & ne sera plüs soustenü, de personne!!!
Dieu me vueille garantir, de tous, mes ennemis,
secrets, & ouverts! des Simej; & <des bouches> mesdisan<te>s! Amen!
Mein Lackay, Hans Baltzer Oberlender, ist treflich krangk
worden, und hat sich greẅlich verbluhtet, also daß man
ein böses ende ominiret. Kämbt zwar, zweifelß
ohne, vom Sauffen her. Gott erbarme sich Seiner!
Vergebe ihm, seine Sünde! und helfe ihm auß gnaden!
Jch habe sonst einen Treẅen diehner, an ihm et cetera
und möchte ihn ungerne verliehren. perge
<Regen.>
Jn die kirche, vormittagß.
Nachmittags wieder zur kirchen singulariter cum sorore, & filiis,
& 3 filiabus.
On est fort tourmentè, des mendians importüns,
qui ne sont point, dü Pays, ains èstrangers. perge
Doctor Mechovius, vndt Secretarius Paulus Ludwig, seindt
nacher Ballenstedt, eine commission, nebenst Caspar Pfawen
(meo nomine) vorzunehmen, undt den Amptmann
Martin Schmidt, sampt Jacob Ludwig Schwartzenberger
zum Protocoll mit zuziehen, in den hoymischen
irrungen, zwischen haüptmann Börstel, vndt
dem gewesenen pachtmann Kohlmann. gott
gebe zu glügk! undt succeß!
Simon heinrich Schwechhausen, ist von
seiner abereinsten verschigkung <foeliciter>, wiederkommen,
auß dem lande zu Meißen, undt Dühringen. perge
Die avisen von Leiptzigk, confirmiren die
Erffurdter, undt bringen über diese mitt:
daß die Nürnberger tractaten geschloßen.
Die Kayserinn, ohne hebamme niederkommen,
undt weil die secundinæ, nicht forthgewollt,
Sie endlich, durch die Fraiß des Todes sein müßen! Ohime!
Die Venezianer haben 4 squadrons zu waßer
außgeschickt, 1. wieder die Dardanellj. Zum 2.
wieder die flotta von Aleandria, auß Egypten.
Zum 3. wieder die Armada, auß Barbaria.
Undt zum 4ten: Canea zu endtsetzen.
Die Türgken, machen sich auch an Ragusa,
und wollen päße, durchzüge, und Schantzen
haben. Diese Repüblique aber, suchet,
Schutz, bey Spannjen, undt Venedig.
Zwischen Frangkreich, undt Spannien, gehen
die Friedenßtractaten, schläferig von statten.
Jn Frangkreich seindt etzliche provintzien, wie auch
etzliche Religionsverwandten, in motu.
Lüttich, hat mit dem Churfürsten von Cölln zwiespalt.
Der pabst tummelt sich noch, vmb das Für-
stenthumb Castro, wieder Parma.
<General> Cromwell braviret, wie ein König, mit
aufwarttungen, 80 vom Adel, vndt leib-
guardien, in meinung, Jrrlandt, undt Schottlandt,
zu übermeistern. Sejn gegentheil (die Königlichen)
schläfft aber auch nicht, und obsiegen, in Jrrlandt.
Zu Amsterdam, seindt 9 Schiffe, reich beladen,
auß OostJndien, ankommen, haben freẅde erwegket.
Printz Rupreht, pfaltzgrave, hat mit seinen
Jrrischen Schiffen, drey Engelländische OstJndien-
fahrer, mit reicher beütte, übermeistert, und einbracht.
Es continuiret, daß die Cosagken, das eine
Pollnische läger, gantz vmbringet, blocqujret,
undt umbgraben, undt das es der König in person
zu endtsetzen, willens, wann er nur, seine
deützsche völgker <alle> ankommen sehe, wie
auch nach ergangenen vierdten aufbott,
den gantzen Pollnischen Adel, undt landtvolgk.
Die Polen sollen nur, 16000[,] die Tartarn
undt Cosagken aber, über 200000 stargk sein,
undt sich noch immerforth stärgken, auch
sehr trotzig, sich erzeigen, wiewol auch diese
Tartarn, mit den Moßkowiter Cosagken,
zu thun bekommen haben sollen.
Zu Breßlaw, ist das meiste, undt beste
Theil, der hauptkirchen daselbst, zu Sankt Elisabeth,
übern hauffen gefallen. Sie halten es, vor ein böß omen!
Es hat allerley, in Oeconomicis, zu Thun gegeben,
noje, e contentj framezzate!
A spasso, con Madama in garten.
Jtem: solo aufn Tham6, & alibj. Alles, wirdt
schwehr, undt gehet doch noch forth. perge Gott
helfe ferner, mit gnaden!
<Donner diese nacht. heütte regen.>
Avis vom Obrist leutnant Knoche, daß der Pfaltz-
grave Generalissimus, wie auch Graf Magnus
de la Garde, glügklich, schon zu Leiptzigk
ankommen, und die Tractaten zu Nürnberg
gantz richtig seyen. Gott gebe es guht!
<Obrist leutnant> Knoche, wirdt zum Pfaltzgraf geschigkt.
Gott gebe vor unß, gute expeditiones!
undt daß unß die durchzüge, nicht allzu-
hart betreffen mögen!
Die Wörlitzer brandtbeschädigten,
wollen sich von der Contribution, eximiren,
die andern herren rahten, man solle Sie auß dem
überrest übertragen, der zu viel bleibet, weil
allezeit zu viel Contribution, außgeschrieben wirdt.
Die Malignischen Fieber, fangen an, zu grassiren,
gestaltt dann, einer von unsern bedienten, der neẅe
küchenschreiber, darmit, befallen worden. perge Gott
helfe auß allem elendt! undt unheyl!
<Regen, vndt hinderung der erndte.>
Der CammerRaht, Doctor Mechovius, wie auch Secretarius
Paulus Ludwig, (welche gestern, von Ballenstedt wieder-
kommen, undt ihre commission zwischen Börsteln, undt
Kohlmann, wol abgeleget, auch Casparn
Pfawen, zum neben commissario gehabt, undt
den Amptmann zu Ballenstedt, undt Schwartzen-
berger, zu Mitprothocollisten dazugezogen,)
haben sich præsentiret, undt ihre commission
Schriftt: vndt Mündlich, wol abgeleget.
Der Kohlmann, hat sich wohl excusiret.
Boerstel, hat tergiversiret, undt <sich> opiniastriret.
Extra zu Mittage, Doctor Mechovius, Paulus Ludwig
vndt Schwartzenberger. perge
Schreiben von Berlin, von Madame Elizabeth, <a la>
<quelle, i'ay rèscrit> undt Schwester Sofia Margaretha Liebden[.]
A spasso, aufn damb, undt in gartten.
Je ne scaurois oublier, mon cher Fils, Erdmann Gideon.
Il a estè trop abbandonnè, de nous! Dieü l'ait; en plüs
süblime; et glorieüse gloire celeste!
<2 Räphüner.>
Die Erndte habe ich heütte continuiren laßen,
undt auch, wegen mangelß, an dienstleütten,
die von der Freyheit, darzu gebraucht.
A spasso, in garten, undt damb, weinberg, etcetera
verdrießliche händel bekommen, in Sachen,
zwischen Fürst Johann Liebden undt dem Raht
zu Zerbst, darauß große weittlaüftig-
keitten endtstehen. Gott verhüte alle dissen-
siones! undt scandala!
<vormittags hat 3 hasen, mein Sohn Victor gehetzt. Nachmittags regen. perge>
Die avisen von Erffurdt geben:
daß alle puncten zu Nürnbergk richtig, vndt
die Generallen, nach der Seekandte zu, eilen.
Zu hamburgk, ist ejne Tagefarth. Dennemargk,
Braunschweig, vndt Lünenburg, haben wichtige
tractaten vor. Dennemark wirbt zur landesdefension[.]
Jn Engellandt, kan Cromwell, nicht forth-
kommen, wegen contrarij windes contra Jrrlandt.
Jn Frankgreich, ist alles aufrührisch,
weil man den Religionsverwandten auff
antrieb des Cardinals Mazzarinj,
|| [[Handschrift: 184r]]
will die kirchen sperren, vndt andere vn-
derthanen, mit contributionen, beschwehren,
den Parlamenten, ihre freye Vota benehmen,
auch sonst tyrannisiren. Düc d'Espernon
hat mit seiner leibguardie von 300
Edelleütten, zu Bourdeaux, auß der Stadt
kawm entrinnen können, und seindt der,
über 50 vom pöbel, erschlagen worden. perge
Zu Prag, graßirt die pest greẅlich,
undter den Officirern, undt Soldaten.
Jn die kirche, conjunctim.
Extra zu Mittage, Christian Heinrich von Börstel vndt Tobias Steffeck von Kolodey
vndt die Rindtorfin. perge
Conversatio, mit Schwechhausen. Postea:
mit Christian Heinrich von Börstel.
Nachmittags wieder in die kirche, cum sorore, & Filijs. et cetera
<17 lerchen, hat mein Sohn diese nacht gestrichen.>
Avis von Chur Saxen, wir möchten
unß nicht allein, mit dem ersten Termin, zun
3 millionen, nemlich mit 1800000 ThalerThlr: parat hal-
ten, sondern auch mit den 1200000 bahr, welche doch auf
assignationes zuvor gewilliget gewesen. perge
A spasso zu fuß, in gartten.
Nachmittags aber, zu roß, mit meinen Söhnen, die
erndte alhier, undt zu Zeptzigk, in etwaß,
zu besichtigen vndt es hette fast Rindtorfs
erkauftes <diesen abendt> iunges pferdt, ein Blawschjmmel,
ein unglügk angerichtet, in deme er, mit
seinem Reütter, außgerißen, vndt an meines
Sohns, Carolj, Ursinj seitte, den lackayen,
Hanß Geörgen, übern hauffen geworfen,
also: daß derselbe, kawm athem holen können,
über seine seitte geklagt, undt dennoch
wol mitgelauffen, undt fleißig aufgewartett.
Diesen spähten abendt hat man einen
feẅerdrachen, über das Schloß, fliegen gesehen. <et cetera>
Jst von der Sahle über daß forwergk herge-
flogen gekommen, undt über meine Scheüne
hin, Schloß, vndt Thor, et cetera Gott dempfe
alle Bubenstügk, vndt Schelmereyen!
Avis: daß der Pfaltzgrave, General vndt graf
Magnus de la Garde, auf Deßaw zu, kommen
sollen.
<6 lerchen, georg e.a friedrich von Künsberg[,] Bartoldt, vndt hanß Eckardt.>
Schreiben von Wien, in dilatorischen terminis.
Daß die pest, zu Prag, erschregklich, grassire!
Jtem: daß der friede, zu Nürnbergk, richtig.
Jtem: daß die Venezianer, wiederumb, eine
bluhtige Victoria, in dem Meerhaven, vor
Negroponte erhalten. Sonst aber, hetten
Sie, eine galere, vndt 80000 ducaten verlohren,
so ihnen die cappellettj, oder Vßcochj abgenommen,
vndt in des Kaysers landt salviret,
da sie doch diß geldt, in Dalmatiam
wieder den Türgken, schigken, und anwenden wollen.
Jn Engellandt, scheinet es, dörften die
neẅen Regenten, uneins werden. Es werden
Zettel spargiret, darinnen man, die Königß-
mörder vor recht citiret, nach Fairfax hat
man geschoßen, undt über 1000 sollen dergleichen,
im Sjnn, haben. Dublyn in Jrrlandt, jst in extremis.
Die Frantzosen, seindt in henngaw, eingefallen, haben
großen schaden, gethan, General Erlach, solle todt sein,
wehre wol schade umb ihn.
Die Schotten, wollen sich coniungiren, mit den
Jrren, dem Könige, zu dienste. Jhre geistlichen
selber, zu erweisung ihrer Treẅe, wollen
2 Regimenter, auf ihren beüttel werben.
Jn Polen ist großer krieg, undt mögen
die Cosagken, undt Tartarn, den Meister spielen.
Die Religionsverwandten, in Frangkreich, sollen
auch aufrührisch sein, weil man ihnen, ihre
privilegia nicht halten, undt ihre libertatem
conscientiæ, nicht recht laßen, noch Sie,
zu einigen digniteten, admittiren wjll.
Zu Constantinopel sol der Venezianische
Bailo, auf vorbitte des Kayserlichen Oratoris
wieder relaxiret sein.
Zu Stogkholm, ist der Pollnische gesandte8
todtkrangk. Die Schweden, schigken einen
gesandten9, auf daß kindttauffen zu Copenhagen.
et cetera
Printz von Uranien, ist in eyl nach Flan-
dern, undt Zeelandt zu, gezogen.
A spasso mit Madame gefahren, in die Erndte.
Jn garten will der gärtner 7 Eichbaẅme
haben zu den gängen. Ein bawm wirdt in
|| [[Handschrift: 186r]]
3 Theil getheilet, auf der Sägemühle,
auß iedem stügke werden 9 Seülen,
iedere 4 ellen lang, (darvon 1
elle tief, in die erde geschlagen wirdt)
geschnitten, vndt also: 27 gartenseülen,
auß einem bawm. Wirdt die
alleen, wol zieren, aber meine püscher,
in ohne das großer desolation, noch
dünner machen. perge
<22 lerchen, Kinspergk, kleiner Märtin. Hans Georg lackay.>
Schwehre somnia gehabt, wie ich meinen Sohn
Erdtmann Sehliger, noch einmal müßen laßen
zur erde bestatten, Meine gemahlin hette
mich darzu instigirt, wieder meinen willen,
vndt dangk. Wir hetten einander zwar ge-
folget, in schwartzen Trawerkleidern
undt langen Mänteln. Jch, vndt andere
aber, ehe man an den kirchhof kommen,
hetten durch ein enges kleines Niedriges
Thürlein, wie durch ein Schwibbögelein kriechen
müßen, daran ich ungerne gewoltt. Als ich mich
aber nach Meiner gemahlin umbgesehen, so mich instigiret,
wehre Sie darvon vndt absentirt gewesen, so mich verdroßen. et cetera
A spasso, in garten, undt auf den damb.
Wolf Thilo von Trohta ist hier gewesen, hat
sich gleichßfalß, wie die Krosigk zu Erxleben,
undt Erlach10, wegen der commission, (mutatis mutandis)
endtschuldiget, Sintemahl 1. Jhr einer vetter,
verrayset. 2. Der eine bruder, Todtkrangk.
3. Die Erndte in vollem schwange, und ohne
verseümnüß derselben, undt ohne schaden,
man sich nicht zu absentiren. 4. Die commission
wehre scharf clausuliret, wegen des nachreittens
im fall pferde abgenommen, oder zurügkb be-
halten werden solten, dörfte darüber
einer von der muhtwilligen soldatesca abgehetzt
oder gar Todtgeschoßen werden, bevorab, wann
einer es nicht verstünde, mit den Soldaten,
recht vmbzugehen, in maßen, zum 5. ihrer
der Trohten keiner, ein soldat gewesen,
undt also, vmb excüse gebehten. Jch habe
ihre endtschuldigung vor relevant annehmen
müßen, so wol, als Erlachs, vndt der Krosigke,
denn iehner, mit der erndte, vndt wieder anbaẅ
seiner ruinirten Oeconomij, diese aber sich
|| [[Handschrift: 187r]]
damit endtschuldiget, 1. daß der Elltiste Volraht
immerfort krangk. 2. Der andere Matthiaß, mit
Fürst Johannßen, auf mein begehren, verrayset.
3. Der dritte, alß Jacob Antonij, hette noht-
wendige nacher Brehmen, in sachen, daran ihm, seine
höchste wohlfahrt gelegen, verraysen müßen,
undt 4. der vierdte bruder, wehre auf-
wärtter, beym General Königßmargk. et cetera
5. So haben sie auch mit der gegenwärtigen
erndte sich excusirt, vndt 6. die commission,
per indirectum zwar, gescheẅet. Werde
also nach einem andern trachten, oder hoffen
müßen, es werde Gott gnade verleyhen,
das wir solcher vndt dergleichen commissionen
nicht viel bedörfen, vndt die durchzüge,
sich vielleicht, anderstwohin lencken werden.
Faxit Deus! et in adjutorium nostrum jntendat!
Jch bin nachmittags, mit Meinem Sohn, Victore
Amedeo, in die weinberge geritten, dieselbigen
alhier, undt zu Aderstedt, durchgangen, undt
gesehen, wie die beeren klein, etwas, außge-
dorret, auch vom hagel, undt von der kälte im voriahr
beschädiget worden. Neẅlichst hats auch <2 mal> gereifft,
iedoch wirdt unß Gott, unser bescheiden Theil, wol geben!
Schlegel hat sich præsentiret, me rap-
ortant des secrets, d'Erdmann Gideon de bonne mémoire que
ie ne scavois pas auparavant! Ô Dieu!
<5 Räphüner Schlegel, undt Oberlender.>
Der CammerRaht, Doctor Mechovius ist bey mir gewesen,
zu deliberiren, postea: Jakob Ludwig Schwartzenberger.
Schreiben von Bra.c vom Hans Georg Horenburg[.]
Märtin Schmidt, Amptmann von Ballenstedt ist ankommen,
allerley, undterthenig zu referiren.
J'ay èscrit a ma seur Sophia Margaretha perge.
Hans Georg Horenburg ist wiederkommen, con lettere perge re infecta:
Er hat (seinem bericht nach) lebensgefahr außge-
standen, auf der Lünenburger heyde, von zweyen Straßen-
raübern, welche ihn mit einem streifschuß,
verletzet, vndt ihn vollends ermordet hetten,
wann er sich nicht mit einem geschrey also libe-
riret, daß ihme etzliche fuhren convoyer, zu hülfe
gekommen wehren. Gott lob! der ihn beschirmet hat!
<31 lerchen, Matz kammerdiener cum sociis, Oberlender, vndt Michel Sattelknecht>
Avisen, von Erffurdt: daß der Churfürst
von Bayern, dem Churfürsten Pfaltzgraven
den Tittel ErtzTrugksäß, wie auch, die
Führung des Churapfels, disputiret, welches
|| [[Handschrift: 188r]]
gleichwol den friedensschluß remoriret. Er
sol auch Weyda dem pfaltzgraven von Sultzbach,
nicht restituiren wollen. Sonst wehre alles
von den Schwedischen, undterschrieben.
Jn Frangkreich, continuiren die unordnungen,
wie auch, (mutatis mutandis!) in Engellandt.
Theils vermeinen, Dublyn in Jrrlandt, wehre
über, andere aber, opiniren daß contrarium.
Schwester, Dorothea Bathildis, ist nachmittags,
von Plötzkaw, wiederkommen.
Der Amptmann von Ballenstedt, hat seinen
undterthänig(st)en abschiedt genommen, wil wieder zu Seiner
vocation peregriniren.
Schlegel hat auch licentz, wieder nach hause.
et cetera
Avis: daß ob zwar Fürst Johannes, seiner rayse, undt
Beylager, auf 14 Tage lang, aufgeschoben, (wegen
eines, mit etzlichen Tausendten ReichsthalerRthlr: auß-
geschigkten dieners willen) so seye doch der
außengebliebene diehner wiederkommen,
undt habe die in Frangkreich verfertigte
hochzeitkleider mitgebracht, also das diese
Dilation, Meinem vettern, leidt geworden.
<4 lerchen die Streicher>
<2 hasen, von der hatz.>
Jch bin mit meinem Sohn, Viktor Amadeus hetzen geritten.
Avis; daß mit herrvetter Fürst Ludwig, sichs gar übel
anleßet, Gott wolle es mit Jhrer Gnaden zur beße-
rung, baldt schigken! und unß diese Seüle
des Fürstenthumbs, noch lange erhalten!
<9 lerchen, Hanß Geörge kammerdiener[,] Wolf Sutorius, und Bartoldt.>
Jn die kirche vormittagß,
conjunctim.
Extra zu Mittage: Doctor Mechovius.
Nachmittags wieder in die kirche, cum filijs. perge
Schwester Dorothea Bathildiß, ist gestern
unpaß worden, heütte zwar in die kirche
vormittagß, gezogen, aber baldt darauf,
wieder eingefallen, vndt gezittert, wie ein
febricitant, auch gestern, undt heütte sehr
geschwitzet. Gott verleye, bäldiste beßerung!
Mit Andreaß hetzler, dem neẅen küchen-
schreiber, hat sichs, (Gott lob!) auch gebeßert.
Diesen abendt, hats geblitzt, gedonnert,
undt geregenet.
Avis: daß allerley geschwinde krangkheitten,
bey Adelichen, undt unadelichen, im schwang gehen,
undt mortaliteten, hier, undt dar, regieren. et cetera
Gott lindere! und beßere! alles elendt!
Tobiaß Steffegk, ist von Agken, wiederkommen,
dahin er gestern verschickt gewesen, im nahmen
Meiner freundlichen herzliebsten gemahlin Liebden iungfraw Eleonora
Elisabeth von Dütten, ihren auß Böhmen,
angekommenen Bruder, <Otto Christoph> zu besuchen, vndt zu
vernehmen, waß derselbe, im nahmen Meiner
gemahlin Liebden in ihren desiderijs, am Kayserlichen
hofe außgerichtett. perge Ars est varia! et
multiplex! dieser Otto, ist Päbstisch worden, undt
<ist von 41 Dütten, dereinige undt letzte überblieben.>
Jch habe post expedita expedienda, meine
Schwester, Dorothea Bathilde besucht. Mag ein fieberlein sein.
Gott wolle allen übelstandt beßern!
undt unß allen gnedig erscheinen!
Schreiben von Wien, undt Berlin.
Gestern seindt 400 Mann, bey Warmstorf
vorüber paßiret.
heütte abends ist unser avisenbohte von den
exequirern, geschlagen, undt exequiret worden, umb 3 groschen willen.
Hans Geörge horenburgk (welcher unß in die 9
iahr lang, gediehnet, in Oeconomij vndt kammerdiensten
meiner Söhne, hat seinen vndterthänigsten abschiedt genommen,
undt ist von mir nicht allein, gnedig erlaßen, Sondern
auch weitter recommendirt worden. Gott seye mit
ihm! vndt das ihn das arge, nicht möge antasten!
in seinen blühenden iahren, da er 24 iahr altt ist. perge
Daß der König in Polen, mit den Cosagken, accordjre
nach deme Sie etzliche vergebliche Stürme, auf
daß Pollnische läger gethan.
Der Kayser, ist, in summo luctu, wegen absterbenß,
der Frommen Kayserinn Seelig[.] Gott tröste Jhre Mayestät[.]
Zu Prag, grassiret die pest, gewaltig.
Jn Frangkreich, tractiret man mit Spannien.
Die Parlamenta zu Bourdeaux, undt Aix,
rumoren noch.
Mit der Stadt Lüttich, gibt es thätligkeitten,
deren sich benachtbarte annehmen dörfften.
Jn Engellandt ists im vorigen wesen.
Die Schotten wollen die macht, ihres Königes,
etwan vmbschrengken. Dublyn in Jrrlandt
soll endtsetzt sein.
Zu Nürnbergk, wehre alles undterschrieben.
Jn Flandern, sengten, undt brenneten, die Frantzosen
zu guter letzte. Wollten die leütte, überreden,
Sie meineten es guht, weil man doch baldt würde
vndter ihnen, und Spannien, friede tractjren. Spannien
wil mit dem Cardinal Mazzarinj nicht handeln.
Zu Rom, hette der pabst noch händel mit Par-
ma, deßen völgker etwan wehren geschlagen worden,
bey Castro.
Der Venezianer abermahlige Victoria,
wieder den Türgken, wil nicht continuiren.
Ein Türckischer gesandter rayset zu Spannien,
den iungen Sultan, des Kaysers Jbrahim
Sohn, von den MaltheserRittern, wieder zu begehren.
Die Königin, in Spannien, ist zu Madrill,
magnificentissime eingeholet worden.
Zu Caßel ist die heimführung, mit
großer pompa gehalten, vndt allerley
ritterspiel al[d]a vorgangen. Jm ring-
rennen, hat landgraf Fritz, darnach, ein
grave von Dillenbergk, vndt dann des Ober-
sten Werders Sohn, das beste gewonnen. An
turniren, balletten, Feẅerwergken, iagten, hats auch nicht
|| [[Handschrift: 190v]]
ermangelt. Gott gebe ihnen, Segen, undt Friede.
Simon Heinrich Schwechhausen, ist von Zerbst,
Deßaw, undt Cöhten, auch von Leipztigk,
wiederkommen. hat mir allerley referjret.
Hans Geörge horenburgk, jst weggezogen.
hochzeitbrief, vom Ern Thülemeyer.
Avis: daß zu Nürnbergk, die Tractaten,
nicht recht forth wollen, item: daß man zur
4ten: million, contribujren muß. Ohjme!
Es sollen auch, etzliche Regimenter, nah[e] [hi###]rumb,
in der marche, begriffen sein.
Avis, vndt risposta von Ballenstedt, <in Oeconomijs.>
<4 hasen, mein Sohn gehetzt.>
Am heüttigen posttag, geschrieben, vndt doch darbey,
die Oeconomica nicht [neg]ligiret. perge
Contrastj [gra]ndissimj con la Mala Herba!
Jddîo [mj] liberj benignamente, da cotantj
fastidij! Veramente, l'è un mal jnsopportabile!
e senza rimedio! se Dio non vj mette la mano!
heütte, ist vieh: undt PferdeMargkt,
alhier zu Bernburgk. et cetera
Der CammerRaht, Doctor Mechovius, ist bey mir gewesen,
allerley zu consultiren, undt zu referiren.
Schreiben von Deßaw, vom vetter Fürst H. G. Johann Casimir
vom Hans Georg Horenburg vndt vom Berlin. perge
Mit der Sommerwolle, seindt Sie fertig worden.
Seindt 34 Stein, gewesen, darvon mir 27 SteinSt:
3 Pfund (libra)℔: geblieben. perge Zu 2 Dickthalerdickthlr: perge vndt was
es darüber gelten möchte, Matz Urloben.
Schreiben, von Zerbst, vom Jehna, wegen der Stol-
tzenberger gevatterschaft, und in Hagens sache.
