Montag☽ den 1. October 1649.
<Stargker Regen. et cetera>
Gott lob, daß das gestrige jnfortunium
noch in gnaden, abgewendet worden! Er be-
wahre unß ferner, nebst den unserigen,
vor Unglügk! Amen! Amen! herr Jesu, Amen!
Præceptor Hangkwitz, ist heütte,
nacher Leiptzigk. Gott geleitte ihn!
Avis: Von Plötzkaw, daß von dem Lande
zu Meißen, so wol, alß von der Stadt
Erfurdt auß, die Schwedische Artillerie
heran dringet, daß Obrist leutnant Knoche, in Leiptzigk
ankommen, undt dieses Fürstenthum, wirdt
zu guter letzte, treflich leyden, vndt herhalten
müßen. Gott erbarme sich, der Nohtlejdenden!
Man fordert, aufn Montag☽tag, (alß heütte) die sa-
tisfactiongelder, vollkömblich. perge
Die Leiptziger avisen, bekräftigen die Erffurdter,
undt v̈ber daßelbige.
Daß die Portughesen in Brasilia, am Rio de
la Plata mit den Spannischen, am Rio de Janero
wegen des Schklaven handels, vergleich ge-
troffen, undt daß die von Angola nun gäntzlich
wieder, unter den gehorsam des Königs in Portugall
|| [[Handschrift: 223r]]
gebracht seyen. Jn Portugall an den gräntzen
haben die Portughesen wieder die Spannier,
victorisirt, undt vorstädte bey Albuquerque,
petardiret, undt beütten gemacht.
Der hertzogk von Jcar, in Spannien,
so wieder des Königs Philippj IV. person
conspiriret solte haben, ist greẅlich
torquiret worden, sol aber nichts bekandt
haben, sondern zur ewigen gefängnüß,
vfß castell Leon, condemniret worden sein.
Die hertzogin von Modena, nachdem
Sie eine Tochter zur weltt, gebracht, ist
todes verblichen.
Den hertzogk von Bouillon, haben
etzliche andere Dücs & Pairs de France,
excludiren, vndt ihn alß einen Außländer,
tractiren wollen, es hat aber, der König
in Frangkreich, die Königinn, Prince de
Condè, undt Cardinal Mazzarinj, solchem
beginnen sich opponiret, vndt durch eine
Königliche Declaration vorgebawet.
Der Mareschal de Türenne, hat seinen Mar-
schalckstab, in seiner carosse, außleschen laßen.
|| [[Handschrift: 223v]]
Will die qualitet, eines Mareschal de France,
nicht mehr führen, (nescio quare?)
Der König in Franckreich die Königinn, vndt
der gantze hof zu Paris, haben die Trawer
wegen der Kayserinn todt, angeleget.
Prince de Condè, bemühet sich, den Ma-
reschall de Rantzaw, wieder loß zu machen.
Ein Landgrave von heßen Darmstadt,
Ludwig genandt, Landtgraf Geörgen Sohn,
ist zu Wien, mit gutem contento ab-
geschieden, undt nach Venedig, gerayset,
auch der Grave von Trauttmanßdorf,
wieder nacher Wien, auß der Steyermargk
beruffen worden.
Ein Türkischer Jnternuncius ist zu
bestehtigung des Friedens, mit großem
apparat zu Wien, angelanget.
Jn Jrrlandt, hoffen sich die Königlichen
noch zu manuteniren, wie auch die Königlichen
partheyen in Schottlandt verhofft. Sie be-
gehren aber, nicht viel frembder gäste,
weder Frantzosen, noch Spannier. Der
König Carolus 2. sol in der Insel Garnsey sich aufhalten.
Die Königliche hispanische Brautt, ist bey
Barcelona vorüber, nach Denia, geschiffet,
undt mit salven gegrüßet worden.
Duca di Parma wil sich demühtigen.
Schiebet alle seine Schuldt, des unglügkß
auf seinen Ge[n]e[ral] Goffredo, (welcher ein
Frantzose von [gebu]rdt, vndt ein Spagnuol
von affe[c]tion, [sein so]lle) dö[rfte] den halß
demselben ko[ste]n.
Portug[all,] Genua, so wol alß
Frangkreich, zu[sam]pt den Schweitzern,
offeriren [ebenf]a[ls], assistentz, wieder
die neẅ[...]e Italienischen Fürsten
mit Span[nien] [d]eren haü[p]t Florentz ist.
Ein Ma[ntuanischer] Fürst, ist beym Kayser,
alß ein Ambassador gewesen.
Die zu Bourdeaux haben den Düc d'Ès-
pernon in seinem Schloß 4 Meilenm. darvon,
mit 500 pferden überfallen, undt weg-
führen wollen. Diweil er aber ent-
wichen, haben Sie sein bagage, undt Silber-
geschirr, geplündert.
Die Gesandten zu Münster, begeben sich
von dannen, undt haben aldar, nichts zu thun.
Die Frantzösische armèe, hat sich von Condè
wieder zurügk gezogen, nachm verlußt der
dreyer Regiment[er.]
General Ro[se] [hat das] Schloß Lorentzen
an der Saar, im [Wesi]ch gelegen, mit
accord eingenommen, [undt d]en Ob[er]sten
Randt, abziehen l[aßen.]
Jn hollandt de[liberir]et man, wie die
Macht des Königs, i[n P]or[tug]all, zu demp-
fen, in Brasilien, [Angola] vndt vor
Lisabona 3[0] O[r]l[o]gssch[iffe zu] senden. perge
Die pest [g]rassiret [noch z]u Prag.
Schleichet auch in etzlichen dörfern, vmb
Dresen[!] herumb, allmählich eyn.
Zu Lüttich, hat auf vor[i]ge execution,
der churfürst von Cölln n[och ei]ne gethan,
undt den Bürgermeister Bartoldt, nebenst noch
einem Bürger, <hencken undt> endthaüpten laßen,
unerachtet des Königs in Frangkreich,
beschehener beweglichen intercession.
Das Regiment zu Lüttich, wirdt gantz veren-
dert, undt in ein Neẅes modell, gegoßen.
Der Printz, Coadjutor des Ertzstifts Cölln,
(vom hause Bayern) ist auch daselbst.
heßen Caßel kan sich, mit Heßen
Darmstadt, nicht vergleichen, noch in
communione bleiben, wegen bestellung
der Academij zu Marpurgk, dahero
Landgraf Geörge die Seinige zu Gießen,
desto fleißiger anfänget zu bestellen,
undt allerley vnordnung abzuschaffen.
Der Cosagken treffen, undt ab-
gezwungener friede mit den Polen
continujrt, wie auch des Großen
Chams[!] anwesenheit, im Cosagkischen läger.
Die Abdangkungen, undt evacuatio-
nes im Reich, gehen wol von statten.
Der Moßkowiter, hat einen
Anschlag, auf Schmolenßko.
Chur Bayern, prætendiret, das ius
reformandj, in der Oberpfaltz. et cetera
Die Verunglügkung vieler Schiffe im Niederlandt, continuirt. perge
Der Könjg in Frangkreich; Ludovicus XIV. ist
12 iahr altt worden, derentwegen hat man
zu Paris, mit Feẅerwergken, bancquetten,
undt andern Freẅdenfesten gewaltig triumphiret.
Der Könjg in Spannien, jst an einem
Fieber, darnider gelegen, vndt wieder genesen.
Dienstag♂ den 2. October 1649.
<5 hasen, gehezt>
Jch bin mit meinen Söhnen, durch die Stadt
hinauß, hetzen geritten, darnach in den
weinbergk, darnach, den krangken
Superintendenten, Ern Platonem, im rügk-
wege, besucht. Gott wolle es zur beße-
rung, mit ihm schigken.
Gestern, hat Rindtorf, vndt Kinspergk
die aufsicht, über die weinlese gehabt,
heütte hat Sie Röder, undt Schwartzen-
berger. Der Amptschreiber, Wolfgang,
ist jmmerforth darbey. etcetera
Oberlender, ist von Leiptzigk wiederkommen,
hat den Schwechhausen, undt hanß
Geörgen, aldar, gesehen. Der eine, ist
in des hertzogs von Weymar diensten,
der ander gehet nach Schlagkenwerdt, zum
hertzogk Iulio heinrich, von Saxen. et cetera
Avis: daß der iunge Landgraf von heßen
Caßel, ein bein zerbrochen. Gott helfe
das es sich baldt mit ihm beßere! undt
das sich seine! undt unsere Feinde!
nicht freẅen, über seinen zufall!
A spasso; zu abends, in schönem wetter,
nach den waßergebeẅden zu.
Mittwoch☿ den 3. October 1649.
<19 lerchen, mein Sohn Viktor Amadeus cum asseclis die nacht gestrichen.>
<16 lerchen, idemi a meridie.>
<15 lerchen, 1 Räphun, der kleine hacke. hanß Friedrich Eckardt kleine Märtin mit dem nachtneze.>
<2 Schockßo: kleine vogel der Ernst.>
Am heüttigen Behttage
zur kirchen.
Die weinlese, ist in gutem wetter, wol von
statten, gegangen. Gott segene ferner, unser
thun, undt laßen! in allen Dingen.
Extra; wahren zu Mittage, Matz Bidersehe,
undt der Capitain leütenampt Ayrer.
A spasso, auf den Mühltamm, vndt garten, etcetera
Bartoldt lackay; ist auß hollstein un-
versehrt, (Gott lob) wiederkommen, wiewol
die bohten von Nürnbergk, undt
von hamburgk; angegriffen worden
Nachmittags ist mein Sohn Victor, mit dem
klebegarn hinauß, haben nur 16 lerchen
gefangen, weil der Mond zu helle geschienen.
<1½ Schockßo: kleine vogel.>
<1 Schockßo: 16 große vogel vndt 1 haselhun von Ballenstedt.>
Geörge Friderich von Kinßpergk, mein
gewesener Cammerpage, so mir, in die 2½ iahr
lang, aufgewartett, vndt sich Gottsförchtig,
fromb, vndt Still verhalten, auch zur Tu-
gendt, fein angetrieben, ist numehr wege-
fertig, an auf abfordern, seiner allten
krangken vormünder, eines von
Segkendorff, undt des Ritterhaüpt-
mann Geüders, zu erscheinen, undt
hat von mir seine dimission, wie-
wol ungerne, erlanget. heütte
wandert er, biß nacher halle, von
dannen, wil er auf Leiptzigk, undt
Nürnbergk. Gott wolle ihn geleitten!
Daß Freẅlein von Naßaw, ist an-
hero kommen, nachmittags, von Meiner Schwester
abschiedt zu nehmen, Freẅlein Iohann-
chen von Plötzkaw, ist auch mittgekommen,
darnach seindt Sie miteinander nacher
Plötzkaw gezogen, nach deme Sie zuvorn
von Cöhten, gekommen gewesen, vndt
werden von Plötzkau nacher hatzgeroda[!].
<Nota Bene[:]> Ce mattin, j'oubliay, de mettre, qu'il a
heürtè avant iour, fort a la porte de
ma chambre ünefois, & peü avant a
ma fenestre, proche de mon lict, il donna
ün grand coup, a la fenestre, comme si
ün fort oyseau y auroit becquetè
extraordinairement. Cela denote rien de
bon! Dieu vueille divertir, tous malheurs!
<1 hase vndt 35 große vogel von Ballenstedt.>
<37 kleine vogel, Ernst vogelsteller.>
Eilender avis, von etzlichen Königßmarckischen
Capitainen, welche bey halle, im felde
liegen, 200 Mann, bey sich haben, undt 40
bagage pferde. Begehren proviandt, vorspann,
endtgegenschickung eines commissarij,
undt Strohe, hütten zu machen. Jch sende
ihnen, Ernst Dietrich Rödern entgegen
selb dritte, zusampt den bohten, welcher
mir, das schreiben von den 4 capitänen gebracht.
Den pfarrer von Palbergk bey mir gehabt,
welcher allerley nohtwendigkeitten, referiret.
Item: Geörge Richardt, so von Cöhten, wiederkommen.
Den Officirern, schigke ich proviant, undt andere
Notturften, vndt abhorrire ihre völgker, wegen der infection.
|| [[Handschrift: 227v]]
Sintemahl sie von Prag kommen.
Avis von Ballenstedt daß 8 compagnien zu Fuß
sich zu hoym, einquartirt, sampt aller
bagage, wollen vorspann haben, undt
also werden wir recht enerviret.
Die satisfactiongelder, der 4 undt 5ten.
million seindt auch heütte, undt gestern
forth, nacher Cöhten. Gott wolle
unß doch die schwehre last, erleichtern!
undt abwenden, waß schädlich ist!
Vmb Mittage, seindt die völgker unver-
sehens ankommen, (weil Sie der Administrator,
in seinem Lande, nicht leiden wollen) undt
seindt hierdurch paßiret. Jch habe Sie be-
gleitten, mit proviandt versehen, undt
durchführen laßen. Sie wollen zu
Güsten, über nacht, bleiben.
Die avisen von Erffurdt, geben:
Daß es in Engellandt, vndt Irrlandt,
schlecht stehe, vor den König, welcher gar
sollte, mit Seiner FrawMutter, im arrest
in Frangkreich sein.
In Frangkreich gibt es auch, uneinigkeitten
|| [[Handschrift: 228r]]
undt motus, sonderlich zu Bourdeaux.
Die Türgken, haben in Candia, die meisten
plätze innen, undt spielen daselbst, den Meister.
Sie sollen zwar, etwas Niderlage zur See,
erlitten haben, si credere; fas est.
Die Tartaren, sollen mit sengen, brennen,
undt erschregklichem hausen, auß Pohlen abge-
zogen sein. Der große Cham[!], hat mit
dem Frieden, geejlet, weil ihm sein Bru-
der, in seinem abwesen, inß landt, gefallen,
undt sich zum Könige zu machen, vermeinet.
Die Moßkowite[r] endtschuldigen ihre ar-
matur damitt, [daß] Sie sich, vor den
Tartarn, undt Cosagken einbruch besorget.
Der König in Polen, hat viel wieder-
sprechen, vndter den Polen selbst, so
aufm Pollnischen ReichsTage, außbrechen möchte!
ViceRè von Napolj, verfolget
mit gifft, etzliche vornehme herren,
welche guht Frantzösisch sein mögen.
Zu Nürnberg, schreyet man vom Friede.
panquetiren ist in vollem Schwange. Ein
FreẅdenFeẅerwergk aber, (Nota Bene[:]) ist zergangen!
|| [[Handschrift: 228v]]
Das Feẅer zu zeitlich aufgegangen, vndt
inß pulver kommen, also daß es alles zu
nichte wortten, undt in einem lächer-
lichen rauch, den zusehern die augen
verkleistert, undt Sie recht geässet.
<3 hasen, Victor Amadeus Fürst Zu Anhalt>
Gestern abendt spähte, kahm noch avis
von Plötzkau ahn, das Obrist leutnant Knoche alles
bey graf Magno de la Garde,
nach wuntzsch, undt willen, erhalten.
Die satisfactionsgelder mü[ßen] ohne abgang,
bezahlet werden. [G]raf Magnus,
erleßet unß, den September,
wegen seines Generalstabs. Die
Stoltzembergische Reütter compagnie
wirdt abgeführet, undt abgedangkt.
Die Axellillischen 4 compagnien bleiben
noch 8 oder 14 Tage im Lande, vndt
die Ascanische sache wil Sich Graf Magnus
auch recommendiret sein laßen. Knochens
expedition, wirdt gewaltig exaggeriret,
|| [[Handschrift: 229r]]
wie auch, von recompensen geschwatzt. et cetera
hingegen, schreibt einer vom hartz, es
hetten die in der grafschaft Manßfeldt,
von ihrem quid, wol der Stabs- vndt satisfactions-
gelder, wol 3000 ThalerThlr: abgedungen, undt
darvon, wirdt doch so viel dicentis
nicht gemacht. Patientia!
Man hat auch hin- vndt wieder, auf
Obrist leutnant Knochens erinnern, viel verehrungen
geben müßen, den commissarien Secre-
tarien theilß Rittmeistern, undt Offi-
cirern, also heist es: Honos; est onus!
vndt: L'argent fait tout; ou beaucoup!
Waß gibt aber daß, vor erleichte-
rung, den armen hochbedrengten vnderthanen?
Fürst Augustus, wil auch alles, so wol zur
militia, alß zu den Nebensolvendis,
perfectissimè einbracht wißen,
oder er droẅet alsobaldt, die milita-
rische execution mir zuzuweysen! et cetera
heütte ist meines Sohns Victorio Amedeo,
geburtsTag; Gott wolle ihn Segenen Fristen,
undt bewahren. Er hat nun, sein 15. iahr, außbracht.
|| [[Handschrift: 229v]]
undt gehet in daß 16de. Gott seye Dangk
vor seine gnade, vndt laße ihn wachßen!
undt zunehmen, an Allter! weißheit!
vndt gnade! bey Gott, undt den Menschen!
Secretarium Paul Ludwig bey mir, gehabt, in publicis.
Postea: Geörg Richardt perge in Oeconomicis.
Ein scharfes, nichtswerdiges schreiben, ist vom
Obrist leütnant Knochen, einkommen, welcher von
Cöhten, nicht forth will, er habe dann,
vollkömblich seine gelder. Nun hat der
herrvetter Fürst Lud Augustus, in die
625 ThalerThlr: zu viel, außgeschrieben,
darüber beschwehre ich mich, will rech-
nung wißen, undt hjnderhalte, so lange,
solch geldt, pro quota, in deposito, allein
Knoche tumultuirt, undt wil mir
Stoltzenberger, auf den halß weysen. perge
hier verleüret sich alle pacientz, in so
ungereümbten dingen, gegen einen
undangkbahren solchen vogel,
deßen Elltern, undt ihnen, von Meinen
Elltern, undt mir, alle gnade, undt
guts, wiederfahren. Ô Dîo! che tormentj?
Zur kirchen, conjunctim. Meine schwester,
Freẅlein Dorothea Bathildis, ist zum
ersten mahl, nach dero krangkheit,
undt lager, mit außgefahren. Gott
gebe bestendige gesundtheitt!
Extra zu Mittage: Doctor Mechovius,
der capitain leütnant Ayrer, Ernst
Röder, die Rindtorffinn.
Addreßen von Zerbst, der Knochischen
depesche, vndt expedition, von Lejptzigk.
Nachmittags, cum sorore & liberis zur kirchen,
aldar der Caplan Jonius, das gebott von den
bildern, außm Catechismo, vndt Heiligen Schrifft,
gar fein außgeleget.
A spasso, in gartten, vndt an die Sahle.
hanß Fritz Eckardt, mein bißanhero,
in die 10 iahr lang, gewesener
küchenschreiber, undt darnach kammerrech-
nungßführer, hat heütte hochzeit gehalten
mit eines pfarrers Flemingij, wittibe.
Gott gebe ihm glügk! Segen! undt gedeyen!
Mein Bruder Fürst Friedrich hat mir geschrieben.
Träget mir, in seiner absentz vollmacht
auff, in publicis; &cetera
<3 hasen von der hatz. 1½ Schockßo: kleine vogel.>
<1 Schockßo: 55 große vogel, vndt 1 haselhun, von Ballenstedt.>
Avis von Plötzkau wegen der Erffurter artillerie,
vndt daß ich Morgen (gebe gott) nacher Sanderßleben,
120 pferde zu 280 auß Bernburgk, undt
Ballenstedt, (ohne Gröptzigk undt
Werderßhausen) schaffen, undt mich
deßen nicht beschwehren solle,
da doch die andern Empter alß:
hartzgeroda, Plötzkaw, Gernroda,
Niemburg, Warmstorf, Sanderßleben,
Freckleben, leidlicher tractiret werden.
Avis von Ballenstedt daß abermahl völgker
einquartiret, aldar, undt zu hoim,
auch vorspannpferde, mit hinweg ge-
nommen, auch die Axel Lillischen, länger
liegen bleiben wollen, alß geordnet.
So sollen auch, viel inficirte in Bal-
lenstedt liegen. Gott bewahre unß,
vor der pest! undt andern Seüchen!
Schreiben von Croßen, Leiptzigk; und Dresen[!]. et cetera
Die Leiptziger avisen, bekräftigen die Erffurter
melden viel vom Frieden, jtem: von dem statt-
lichen pancqueet, welches der pfaltzgrave Ge-
neralissimus, zu Nürnbergk, gehalten, ochßen,
vndt wein, den armen, zum besten, gegeben, Feẅer-
wergk angestellet, undt alles gar splendide
verordnen, auch die gesundheitt trüngke, mit
Freẅdenschüßen, celebriren laßen.
Mit Frangkreich, ist man zwar auf Kayserlicher
seitten, noch nicht recht einig, ob schon die
Stände, in die einraümung Ehrenbreitstein,
biß Frangkendal evacujret, gewilliget
haben sollen.
Der Churfürst Pfaltzgrave sol nacher
heidelbergk sich begeben haben. Gott gebe
zu bestendigem, langwierigem glügk!
Segen! undt gedeyen! Amen! Eja Domine Jesu! Amen!
Die flotta auß Terrafirma sol gar reich
beladen, in Spannien arriviren.
holländer, seindt von Portughesen, in Brasilia
aufß neẅe, geschlagen.
Die Unirte Provintzien, dissentiren unter-
einander; umb des krieges willen, contra Portugall.
Jn Engellandt, erheben sich die Egalisten,
undt Levelleürs, auf des Königs seitten,
contra Parlamentarios, novos, General Fair-
fax aber, hat ordre, Sie zu debelliren.
Jn Irrlandt, dominiret General Cromwell,
iedoch, wirdt ihme wiederstanden.
Der König Carolus 2. sol in der Insul
Garsey; sich befinden, zu deme wollen
die pfaltzgraven, Ruprecht, undt
Moritz stoßen, ihn abzuholen.
Jn Frangkreich, gibts dissensiones,
undter den Großen, am Königlichen hofe,
die empörung zu Bordeaux, währet noch.
Die in Provence aber, ist gestillet.
Jn Hennegaw, seyen wieder, Frantzösische
völgker, nach voriger retirada, an-
gekommen.
Zu Lüttich, wirdt ein absoluter Domj-
nat, (nach 5 oder 6 blutgerichten zweyer
Bürgermeister, undt anderer Bürger,)
eingeführet, von Chur Cölln, die in-
tercession von Frangkreich, nicht geachtet,
undt eine Citadelle aldar gebawet,
|| [[Handschrift: 232r]]
noch Kriegßvolgk auf den beinen behalten,
stügke an theilß orthen, gegen die Stadt
gepflantzet, vndt dieselbe commandiret.
General Rosa, gehet mit Frantzösischen völ-
gkern, inß ErtzStift Trier, daselbst den Chur-
fürsten, wieder das Thumbcapitul zu vindicjren.
Candia wirdt vom Türgken sehr bedren-
get, undt ist den venedigern, angst undt
bange, das sie selbiges Königreich, undt
haüptstadt, schwehrlich manuteniren können.
Gott erbarme sich, der armen Christenheitt!
Zu Gottorf, sol die Fürstlich Anhaltische
hochzeitt, stattlich abgegangen sein, der König
in Dennemargk, (welcher persöhnlich darbey
gewesen) sol alle Fürsten, (so zu Gottorf
anwesend damalß gewesen,) nacher Flenß-
burgk; auf ein pancqueet, invitiret haben,
darbey auch, des leidigen gebrauchs, der
gesundtheittrüngke, meldung geschicht,
undt solchen eingewurtzelten, bösen ge-
brauch der Deützschen, zu bestettigen, muß
das blasen, vndt paugken, der höerdrum-
meln, neben den salveschößen1, auß Stügken,
wol darbey observiret werden.
Die abführung, undt abdangkung etzlicher
völgker, von beyden theilen, wie auch
die evacuation etzlicher fürnehmen
plätze, alß: Prag, Wiltzburgk, Augs-
purgk, etcetera wirdt auch confirmiret,
undt daß der hertzogk von Wirtem-
bergk von den Schweden, viel metalline
Stügke, verehretverehret bekommen.
Der pabst, wil dem Duca dj Parma,
auf des Königs, in hispanien, vorbitte,
nicht pardoniren, hat Castro zu
schlaifen, befohlen, derowegen, marchiren,
etzliche Spannische trouppen, von
Napolj, nachn Romanischen frontjren.
Der ViceRè von Neapolj, continuirt
mit hinrichtung, vieler großen, undt leßet
viel gemeine rebellen, auf die galleren,
schmieden.
Die Spannier, haben Oneglia occupiret,
undt gehen auf Monaco zu, es zu recuperiren.
Zu Stogkholm hat man die Reüßische Le-
gaten, abgefertiget. Wie aber, oder welcher
gestaltt,? ist vngewiß.
Fürst Augustus hat v drey Fuder wein,
von Wirtzburgk, anhero führen laßen,
in 12 Tagen. perge
A spasso, jn den gartten, undt an die Sahle.
Meine freundliche herzlieb(st)e gemahlin, hat mir eines von dero
gelben Preüßischen klepperlein gegeben.
Meine Söhne vndt Töchter, seindt in die
weinlese, gezogen. perge
<45 kleine vogel. Ein dax Wartemßleben.>
Jn die wochenpredigt, conjunctim. Er
Marggravius, hat geprediget, weil
Er Theopoldus der hofprediger, in seinem
hause, die hochzeitgäste hat, undt
an seinem Studieren, verhindert worden. perge
Er hat sich darnach, bey mir præsentiret,
undt allerley, in Ecclesiasticis, & Politicis,
zu referiren, gehabt, vor- vndt nach-
mittage, wiewol er zur mahlzeitt,
nicht geblieben.
Die Trohten von Hecklingen, haben
eine nachdengkliche supplication an Mich,
abgehen laßen, vndt den Friedensschluß,
nach ihrem belieben, undt deüttung, allegiret.
<1 Dax gehezt.>
Gestern abendt, seindt unsere Artolle-
rey pferde, (Gott lob) unversehrt wieder-
kommen, haben helfen 20 Stügke gestern
nach Staßfurth bringen. Die Ballenstedter
pferde, seindt außen geblieben, weil
man Sie allzuspähte avisiret gehabt.
Gleichwol seindt pferde genung vor-
handen gewesen, dann Sanderßleben,
warmstorf, vndt Niemburgk, wie
auch Plötzkaw, mit geholfen mit
dem anspann. Matz BiderSehe, ist
Fürst Augustj commissarius gwesen, hat
die Anhaltischen vertretten, wieder
Rittmeister hagkeborn, zu Staßfurth,
welcher alle laßt, unß aufbürden
wollen, (unangesehen er von Fürst Augusto
erzogen, undt alle gnade entpfangen)
vnd sich vor einen Ertzbischoflichen Commissa-
rium außgegeben. Vndter den Stügken,
seindt 2 halbe Cartaunen gewesen, welcher
iede mit 12 pferden gezogen werden müßen.
Baldt nach ihrer ankunfft zu Staßfurth,
|| [[Handschrift: 234r]]
ist ein treflicher regen eingefallen, so die
Nacht hindurch gewähret, welcher die wege
böse, undt grundtlose machet. Zu diesem
zuge von Sanderßleben nacher Staßfurth,
haben die Stadt Bernburgk 40 vndt der
Berg, 20 pferde contribuiret, vndt mit
wagenzeügen, geschirnen, futter, undt
Mahl versehen, welche Geörge Petz
der Einspenniger, wieder in salvo gebracht.
18 Mußcketirer, seindt bey den Stügken, zur
convoy, mitgewesen. perge
Extra zu Mittage, nicht allein Rödern,
sondern auch Capitän leütnant vndt Schwartzenberger
gehabt. perge
Ein Engelländer Johann Wilhelmßen,
genandt, ist hehrkommen, alß ein exulant,
hat mir wundere sachen erzehlet,
von dem itzigen statu in Engellandt,
undt hülfe begehret, undt erhalten. perge
Er saget inter alia, daß General Cromwell,
selber dem Frommen Könige Sehlig den Kopf abge-
hagkt, vndt das viel ungeheẅre secten,
daselbst auf die bahne kommen.
Avis von Plötzkau wie der Churfürst von Saxen,
die 4 million begehret, mit bedro-
hung der execution, wo ferne man nicht
innehelt. Fürst August vndt Fürst Ludwig haben alleine
vor sich, vndt vor unß, (wie unsere
vormünder, zwar unbestellet)
geantwortett, alß auch an
Graf Magnus de la Garde, da
wir doch im Lande, anwesendt,
undt es so große eilfertigkeit
nicht gehabt, sonderlich in der Ascanischen
hochwichtigen, bedengklichen Sache!
Oberlender ist von Leiptzigk, (Gott lob)
fæliciter wiederkommen.
heütte hat die weinlese ein ende.
Jch habe mehr nicht, alß 124 Eimer
bekommen. Gott gesegene es! vndt gebe
unß, wahre demuth! Gottesfurcht, undt
genügen!
A spasso in gartten, an den vogelherdt,
vndt Pfaffenpusch, auch Bornigker awe.
Samstag♄ den 13ten: October 1649. böser/gefährlicher/schädlicher/unglücklicher/unglückseliger Tag (tatsächlich oder befürchtet)ꘉ
<1 Schockßo: 7 vogel. von Ballenstedt.>
<2 hasen, meine Söhne gehezt.>
Schreiben von Weymar, en termes mediocres.
Jtem: addreßen von Deßaw, wegen
der vielen munitionvölgker, so dorthin,
undt nach Sanderßleben kommen, undt zu
verpflegen ihnen beschwehrlich fallen.
Gott gebe unß allen, erleichterung!
Negocia vndt expeditiones, mit Paulo. perge
Nachmittagß, hats in der Stadt angefangen zu brennen, alhier zu Bernburgk,
gegen der Cantzeley über, undt es ist der
Flähmingischen wittwen, ihr hauß
abgebrandt. Jst durch ve[rw]ahrlosung,
deß Stroheinheitzens, g[e]schehen.
Gott lob! daß es noch also abgegangen. perge et cetera
undt nicht weitter, umb sich gerißen!
J'ay sceü que l'Electeur Palatin, a eü 10000 Dücats
de Madame la Landgrave, item: 8000 Dücats,
en ün beau cabinet, dü General Palatin. etcetera
Der heüttige regen, undt daß sich der windt ge-
leget, hat Gott lob! auch viel ge-
than, zu löschung des feẅerbrandeß.
Gott weiset unß, zorn- undt gnaden-
zeichen!
Jch habe hieroben, laßen predigen,
Ern Theopoldum.
Extra; zu Mittage; Doctor Mechovium,
vndt den hofprediger gehabt, wie
auch Rindtorfs Fraw. etcetera etcetera
Montag☽ den 15. October 1649.
J'ay eü süjet, d'admirer les jügemens
de Dieu. Car i'ay sceü, que l'Arche-
vesque de Cantorbery; a rabbrouè,
ün envoyè Streso2, de Cöhten autres-
fois, a Londres, pour les collectes de nos
Eglises. Et ce süperbe Prelat, luy a
respondü austerement, a son hümble
semonce: Et allèz vous en, devant ma
|| [[Handschrift: 236r]]
face, avec vos jmportünes demandes,
& n'y revenèz plüs, allèz, & ne revenèz plüs.
Car vous autres Allemands, vous vous
avèz attirèz volontairement Vos calamitèz
sür vos èspaules. Taschèz de les<d'y> remedier.
Vous estes indignes, de compassion! &cetera
Aussy toute la collecte de ce riche
& puissant Royaulme, n'a este qu'en-
viron de 100 Dalers, qu'üne riche vefue
a contribuè secrettement. Car les collec-
tes pübliques, ont estè deffenduës,
(il y a 10 ans environ), par le Roy,
a l'instigation de ce Prelat, en An-
gleterre. Avec les Pa[la]tins & aul-
tres, on avoit eü plüs d[e ]condoleance
au commencement qu'avec nous, a cause
qu'ils croyoyent, que nous n'estions
pas dechassèz de nos biens, comme
les aultres, & l'jmportünitè de
la multitüde dés pretendans,
a occasionnè, auprès des coeurs endur-
cis, üne si mal charitable inhibition.
heütte ist Gallj viehemargkt alhier.
Avis, in publicis, das Obrist leütnant Knoche, aber-
malß zu Leiptzigk gewesen. Graf
Magnus hat sich wol erklähret.
Von Deßaw nach Agken, 7000
Centner, an Stügken, undt Bagage zu
führen, kostet aufm waßer 120
ReichsthalerRthlr: iegliche meile 60 ReichsthalerRthlr:
zu lande hette es noch mehr gekostet.
Oben im Lande, mutiniren, viel
völgker, wegen nicht bezahlung, undt
das Sie sich nicht in Schweden oder Finlandt
führen laßen wollen. perge Man
leßt Sie[ a]ber niederhawen, nieder-
schießen, he[ng]ken, auch theilß befehlichhaber. et cetera
Die avisen geben:
Daß der friedenschluß richtig, vndt alles
zum final, sich nahete. (Gott lob!)
Zu Wien, wehre ein castrum doloris,
der Kayserinn, aufgerichtet worden.
Jn Flandern vndt selbigen provintzien,
wehre der Ertzhertzogk Leopoldus, Souverain
|| [[Handschrift: 237r]]
erklähret, vndt daß er verheyrathen
dörfte, von der Kron Spannien, bewilliget worden,
wiewol die Spannier, damitt übel zufrieden. perge
Mit Frangkreich, wirdt auch friede tractjrt,
vndt die empörung zu Bordeaux währet noch.
Jn hollandt ist man nicht mehr, so hitzig
wieder Portugall, zu kriegen.
Jn Jrrlandt scheinet es, das General
Cromwell progreß habe, vndt desperat gehe.
Zu London, ist ein Prædicant von der
Cantzel armata manu, gerißen worden,
dieweil er vor den König gebehtet.
Man hat ihn, incarceriret heißet:
Master Williams. perge Gott helfe ihm!
Der Türgke ist vor dem Porto dj Suda
in Candia etwas geschlag[e]n worden, undt
ihr general Bassa gebl[ie]ben, haben
sonst 6 schiffe, verlohren. Die venezianischen
Generallen, Gil de Haaß, undt Foscolo,
seindt zu venedig, auß Candia ankommen.
In Polen, seindt zwar die Cosagken,
undt Tartaren, (welche im abzuge erschregklich
gehauset) gestillet. Die Senatoren Regni,
|| [[Handschrift: 237v]]
vndt der Ordo Equestris aber, wollen
nicht acquiescjren, vndt tadeln des
Königes tractation mit dem feinde.
Die restitutiones, vndt evacuatjones,
gehen wagker vonstatten, im
Römischen Reich. Die völgker werden ab-
gedangket, undt abgeführet. Die-
weil man sie aber, in Schweden
führen will, meütjniren ihrer viel.
Jn Engellandt, regiret hunger,
krieg, vndt Pestilentz, 3 landstrafen.
Zu Prag, undt umb Dresen[!] herumb,
graßiret auch die pest.
Zu Rom wil der pabst, mit dem
Duca dj Parma, sich vergleichen.
Zu Na[po]lj; continujren, die blut-
gerichte, heimlich, vndt offentlich.
Die Silberflotta, auß Westindien,
sol in Spannien, reichlich ankommen sein.
Die Königliche brautt, nach dem Sie
magnificè in Milano, undt Pavia an-
genommen worden, sol zu Valencia ankommen sejn.
Nacher Zerbst spedirt, an Wendelinum,
vndt Jehna. et cetera Gott gebe guten succeß!
Schwester Dorothea Bathildiß, hat wieder
eine recidivam bekommen, da wirs unß
am wenigsten versahen. Memento morj!
heißet es alle Tage! Gott helfe, auß Nöhten!
A spasso, in garten &cetera in regenwetter. et cetera
Discorsj, mit dem Capitain leütenampt Ayrer,
undt sonst mit negromonte, undt anderen. perge
Le premier m'a contè, comme les François
auroyent voulü tuër, l'Electeur de Mayen-
ce, par ün Capitaine corrompü, & par ün va-
let de chambre, & comme cela auroit
estè merveilleüsement dèscouvert!
jtem: comme l'Archidücq Leopolde,
devoit mourir, par des chandelles,
l'ün & l'autre descouvert, & püny.
Dieu vueille tousjours chastier telles enormitèz,
& nous contregarder, de toutes menèes, & machinations
|| [[Handschrift: 238v]]
secrettes!
Avis: daß mein Bruder, Fürst Friederich, gestern
aufgebrochen, nacher der grafschaft Naßaw
hadamar zu, mit seinem kleinen
haüflein, Gott wolle sie geleitten!
Meine Söhne, seindt heütte auf
den iahrmargkt, geritten!
<8 lerchen mit dem klebegarn.>
<38 kleine vogel.>
Jch habe eine Mandel briefe, von impor-
tantz, geschrieben, undt den Tag da-
mitt mehrentheilß zugebracht. Gott
gebe! daß meine labores nicht umbsonst,
noch vergeblich angewendet seyen!
<45 kleine vogel. 59 große vogel, 1 haselhun.>
Avis: daß gestriges abends, die gute
allte wittwe, die wehsembergkinn
noch Sanft, vndt sehlig, verschieden. Gott
verleyhe ihr, undt allen glaübigen,
eine fröhliche, undt Sehlige aufferstehung,
zum ewigen leben, Amen! Sie sol gar
schön gebehtet haben, da Sie doch zuvorn
|| [[Handschrift: 239r]]
gantz verrügkt bißweilen, gewesen. Gott
hat ihr hierinnen große gnade erwiesen,
der seye vor Seine gühte, gelobet! undt
gepreyset! immer, undt ewiglich, Amen!
J'ay èscrit, a mon frere, item: au Capitaine
Börstel, jtem: au Baillif, à Ballenstedt. perge
Matz Krosigk ist anhero kommen, hat
erzehlet, wie pompose das beylager zu
Gottorf, vetter Fürst Johannßen, abgelauffen. et cetera
Außspatzirende, habe ich auch
den hofprediger, Ern Theopoldum,
in seinem pfarrhause, (inopinatò) besucht. et cetera
Schreiben vom Graf Moritz von Tegk-
lemburg, undt seiner FrawMutter,
vom absterben, freẅlein Renata liebden.
Darüber ich billich, alß meiner nahen
Bahse, zu condoliren.
Die Erffurter avisen bringen mitt:
Neẅe difficulteten des friedens,
wegen der restitution Frangkendahl
undt dann der 5ten: million.
Die völgker meütinjren sehr. Wollen
geldt haben, bey der Abdangkung, vndt nicht
alß freye deützschen, sich in Schweden,
undt Finlandt, führen laßen. Sie werden
aber darüber, gehengkt, gefangen, undt
übel tractjret.
Die Staden, haben eine alliance mit
Dennemargk; offensivè vndt defensivè
geschloßen, auf 36 iahr lang, iedoch
mit vorbehalt, deßen, so Sie mit Schweden
vndt Frangkreich, sich verglichen.
Der Ertzhertzog ist Souverain in den
Niderlanden erklähret.
Der pabst hat noch händel, mit Spannien,
undt Parma.
Die Türgken sollen in einem Schiff-
Streitt, abermahl 30 galleren verlohren
auch vor Suda in Candia, die köpfe
greẅlich zerstoßen haben.
Gleichwol suchen Sie Candia gantz
zu haben, oder keinen frieden einzugehen,
so ihnen aber, der Senat, resolut abgeschlagen.
Churfürst von Trier, wirdt endtsetzt
vom General Rosa, vndt sein Thumbcapittel
attacquiret.
Der Türgkische jnternuncius zu Wien,
suchet verlängerung des friedens, auf 20 iahr.
Jst splendide entpfangen worden.
Jn Jrrlandt sol Cromwell progreß haben,
wiewol die Schotten, vndt Èsgalisten,
sich auch stärgken, an<dem> Könige, zu dienst.
Mit Moßkow sol die Kron Schweden
einen stetswährenden friede geschloßen
haben.
Die [R]eüßische pawren, (so rebellirt)
beklagen sich, daß Sie undter daß
vorige ioch, kriechen müßen,
vndt nicht den Cosagken gleich, im
Friedenssc[hlu]ß in Polen, tractjrt werden.
Jn Frangkreich glimmet die flamme
zu Bourdeaux noch: An volgk seindt
die Bourdegallois den anderen v̈berlegen,
haben aber mangel an Mettallenen Stügken.
<3 hasen von der hatz.>
Avis: daß zu Ballenstedt selbiger capitain viel jnsolen-
tzien begehet, vndt mehr haben will, alß
sichs geziehmet, droẅet dem Amptmann.
Man berichtet auch, daß etzliche Regimen-
ter, in voller marche, auf daß Ampt Ballenstedt
zu, gehen, vndt von den Churfürstlichen Brandenburgischen rähten
dahin gewiesen werden. Jch habe scharf dem
capitain seine iniqua postulata verweisen laßen!
undt gedroẅet, mich derer Mittel, wieder ihn,
undt andere zu bediehnen, welche mir die Ge-
neralitet selber concedjret. perge
In Oeconomicis, habe ich viel zu laboriren,
undt zu bestellen, gehabt.
Jch habe hieroben, aufm Sahl, predigen laßen,
Ern Theopold[um]
Extra zu Mittage, gehabt den Capitain leütnant
undt hofprediger.
Postea hat mich der CammerRaht, Doctor Mechovius
auch angesprochen. et cetera
Nachmittagß, cum filijs, in die kirche,
darinnen wir, den iungen Ottmarum
Bawermeister, studiosum gehöret. perge
Ce soir i'ay depeschè Iakob Ludwig Schwartzenberger Dieu le conduyse!
<7 große vogel von Ballenstedt. 1 hasen hat Oberlender geschoßen.>
Avis; daß die persecutiones zu Zerbst, in vollem
schwange forthgehen, (dem instrumento Pacis,
e Diametro, zuwiedera! da alles, in dem Stande
solte bleiben, wie es anno: 1624 gewesen.)
Fürst hanßens leütte, reformiren, oder deformiren
strenglich! Setzen auf dem Lande, nicht allein,
an der verstorbenen pfarrer, stelle, Luthe-
raner ein, Sondern suchen auch liederliche
vhrsachen, an einem hie, an dem andern da,
ihn außzustoßen, undt zu verendern, wie schon
auf undterschiedlichen dörfern, undt pfarrstellen,
geschehen! Gott erbarme sich, der verfolgten!
undt stärgke Sie, mit bestendiger gnaden-
kraft, glauben, undt <wahrer> beharrligkeit! auß der höhe!
Diese Nacht, ist ein groß Stügk Mawer,
alhier zu Bernburgk; in meinem Forwergk,
vndter der Feẅermeẅer eingefallen,
mit großem krachen, in den graben hineyn.
Solches seindt die fructus bellj, des schießens,
erschütterens, undt heimlicher brüche! Gott
wolle unß vor mehrerem unglügk bewahren!
Schreiben, von Madame Elizabeth, von Croßen.
Der General Königßmargk, ist hierdurch
unversehens paßiret, gleich alß wir über der
Mahlzeitt, geseßen. hat sich nicht anmelden
laßen. perge
Rittmeister <Geörge> Burstorf, hat, die alhier, deponirte
2 laden, wieder abgeholet, vndt sich des guten
willens, gegen Tobias Steffeck von Kolodey (welcher die versigelte
laden, angenommen) hoch bedangkt. Er ist
undter dem General Maior Müller, auch
abgedankt worden. hats hoch æstimiret, das
er alhier, so redliche treẅe leütte angetroffen!
Die avisen von Leiptzigk geben:
Daß es hin- vndt wieder viel mutinationes der
soldatesca gibt, dann dieselbe sich nicht will
ohne geldt abdangken, noch wie die leibeigene
in Schweden führen laßen. Wrangel, Douglaß,
graf Magnus vndt andere hohe Officirer, werden
dadurch bewogen, wieder die delinquenten, undt
opponenten, severitet zu üben. Gestern, alß General
Königßmargk, vom Graf Magno abgeschieden,
vor Leiptzigk, hat eine companie Reütter, (so mitt-
gehen sollen) meütiniret, vndt die Fahne von der Stange,
gerißen, welcher Schimpff, in præsentia Königsmarcks graffen
|| [[Handschrift: 242r]]
Magno so wehe gethan, das er mit bloßen degen,
undter Sie gerandt, gehawen, undt gestochen, auch etzliche,
zur ferneren bestraffung, gefangen nehmen laßen.
Die Stügke auf dem wall zu Leiptzigk, alß
man Sie, Königßmargk zu ehren, abgehen laßen,
haben Sie im felde also scharf geladen, eintzelne
personen, beschädiget, eines hette auch bey nahe,
unsern avisenbohten getroffen <vnferrne> vorm Thor, welcher
sich aber zu glügk eben gebügket etwaß zuzu-
binden, da dann die kugel, so außm Stügk vom
wall, abgangen, kurtz vor seinen füßen
niedergeschlagen. Er vermeinet, wann er aufrechtt
gestanden wehre, hette es ihm den kopf weg-
schießen, vndt den obertheil des leibes mitnehmen
dörfen. Solcher schertz, diehnet nicht zum spielen.
Gott lob! der ihn, undt andere, bewahret hat!
Er wolle es noch ferner thun, undt seine gühte, an
Mir, undt allen den Meynigen, nicht auß sein laßen!
So wollen wir, mit freẅdigem hertzen, seinen hochge-
lobten wehrten Nahmen, allezeit preisen, Amen!
Die Straßen, sollen auch sehr unsicher werden,
Gott wolle doch in gnaden, Iakob Ludwig Schwartzenberger auf wegen undt
steigen, behüten, auch seine rayse, undt expedition gesegenen!
Ferner geben die avisen: das man mit pancketieren
noch lustig ist, zu Nürnbergk, undt des Schlußes erwartett.
Mit Frangkreich, gibt es mesintelligentzen, wegen
Frangkenthals, undt der Chur Pfältzischen restitution.
Zu Bordeaux, währet die Unruhe, undt Aufruhr noch.
Jn Flandern attacquiren die partheyen kleine
plätze, undt Schlößer.
Die tractaten zwischen Frankreich undt Spanien werden reassumirt.
Printz von Uranien, verkauft seine herrschaften,
undt Landereyen, im lande von Wals, Seelandt,
undt Flandern. hat zu dem ende, offentliche placca-
ten an haüsern, undt kirchen, im haag, anschlagen laßen.
Die herrligkeit Linghen, hat zwar, das dumb-
capittel zu Münster, mit 20 Tonnen goldes, be-
zahlen wollen, es haben sich aber die praedicanten,
vndt etzliche benachtbahrte darwider gesetzt,
sonderlich in der Drente vndt Twente, (dahin ihrer
viel schon exulirt,) undt gebehten, man wollte
doch vmb des schnöden geldeß willen, die war-
heit nicht verfolgen, noch undterdrügken laßen,
es wehren so viel 1000 Seelen daselbst der
reformirten religion zugethan, theilß auch
hetten sich vom Pabsthumb, zu ihnen bekehret,
|| [[Handschrift: 243r]]
sindt deme, das die herrschaft Linghen, wieder
in der Staaden gewaltt kommen, die würden alle
gleichsam verrahten, verkauft, verfolget, betrübet,
veriaget, oder dem Antichristen, mit Leib undt
Seel, in rachen gestoßen werden, undt eine schweh-
re verantworttung des gewißens, nach sich
ziehen! Darauf sollen der Printz von Uranien,
sampt den Staaden, acquiesciret haben, undt in sich gegangen sein.
Printz von Uranien ist wieder im haag, angelanget,
nach dem er alle gräntzfestungen, gegen Zeelandt,
undt Flandern zu, wol besichtiget.
Die alte Princeßinn, hat zu Vianen, in die
4 wochen lang, residiret, undt den Sawerbrunnen
von Spaa, mit gutem Nutzen, (Gott lob!) gebrauchtt.
Die Princesse Royalle ist nach Maestrich.
in particularj werden mir, biß dahin (von der herrligkeit
linghen an) diese sachen geschrieben, undt daß die
allte Regina Bohemiae große noht leyde. Jhre diener
dangken mehrentheilß ab, ihre glaübiger
mahnen Sie, also daß Sie im haag wenig friede
gehabt, biß die herren Staden, die creditores be-
gühtiget, undt auff caution vertröstet. Sie sol
mit 12 Speisen, ihre Tafel an itzo halten, undt ihrem
|| [[Handschrift: 243v]]
übrigen train, kostgeldt sparsamlich geben, auch nur
20 personen, in allem halten. Jst wol zu bedauern,
daß solche hohe Damen, noht leiden müßen. Jedoch,
wil Gott der herr haben, daß wir durch viel
trübsall, in das Reich Gottes, eingehen sollen!
Wol dem, der wol kämpfet, undt überwindet!
Ferner die avisen: Daß die Staden, die
alliantz, mit Dennemargk, offensivè, undt de-
fensivè, auf 36 iahr, geschloßen, vndt 800 mille florin (Gulden)f.
dem Könige in Dennemark vorauß, gezahlet,
der Sundt sol ihnen verpachtet sein, vor
350 mille florin (Gulden)f. iährlich, welches in Schweden argwohn
vervhrsachet, wiewol in dieser alliance
vorbehalten wirdt, die confæderation, so die
Staaden, mit Frangkreich, vndt Schweden, aufge-
richtet haben, vor 4 iahren.
Der Schottische General Montrooß wirbt
zu hamburgk, vor den König Carolum 2.
General Cromwell, hat Drogeda in Irrlandt,
im 12ten: Sturm, erobert, undt soll über die
vierdtehalb tausendt Irrländer massacrirt haben.
hat auch 2 große Schiffe hinweg genommen, welche
den iungen König, mit den Seinigen, hetten, auß
|| [[Handschrift: 244r]]
der Jnsul Jarsey, nacher Jrrlandt, überführen sollen.
Der Terror armorum deß Cromwells, sol auch
andere plätze, sich zu ergeben vervhrsachet haben.
Er stellet den pfältzischen Printzen, Ruprecht,
undt Moritz, gewaltig nach, undt vermeinet Sie
noch, in seine hände, zu kriegen, davor Sie Gott
sampt dem Könige, undt den Seinigen, gnediglich
bewahren wolle! Damit die ungerechtig-
keitt, in diesen letzten, bösen zeitten, nicht
ferner, allzusehr überhandt nehme! Die
obgedachten 2 schiffe, sollen Zeeländische Schiffe gewesen
sein. Dörfte die Staden wieder das neẅe Parlament
erregen!
Jn Schottlandt sollen Dreyerley factiones
sein, alß <1.> purè Königliche <2.> Presbyterianer,
(welche den König zwar paßiren laßen, iedoch mit li-
mitirter authoritet.) vndt <3.> Parlamentische, welche
des Königes feinde, vndt die stärgksten sein mögen,
auch undter dem Conte d'Argail, militiren.
Gott dempfe die übertretter, undt helfe der Ge-
rechten sache, gnediglich wieder auff! Amen!
Der Türgke sæviirt in Candia, mögen zwar, die
Köpffe vor Suda zimblich zerstoßen, undt in die 30
galleren auß Barbaria verlohren haben. Die Engelländischen
|| [[Handschrift: 244v]]
schiffe, welche dem Ottomanno gediehnet, sollen
wieder nacher hause, gegangen sein. Sie schreiben auch
auß Venedig, alß wehre der iunge Kayser stran-
guliret, undt der große vezier, an seine stadt
Türckischer Kayser worden. hingegen melden Sie
auch, alß hette der Türckische Kayser aufs neẅe
das gantze Königreich Candia, von den Venezianern,
begehret, der Raht hette darüber, lange deliberiret,
endlich aber einhellig geschloßen, den
krieg zu continuiren, undt solche unbilliche
conditiones, nicht einzugehen. hetten hofnung,
Gott der Allmächtige, würde Sie, in solcher,
gerechten Sache, nicht verlaßen, Sondern un-
billichem großem gewaltt, wiederstreben,
auch möchten Sie durch den deützschen frieden
beßere Mittel, an die handt bekommen, mit
nachdrügklicherer assistentz, diesem Mächtigem
Feinde, der Christenheitt, zu begegnen.
Gott wolle vor gewaltt, die Christen bewahren!
Zu Rom, ist der Pabst noch v̈bel zufriedenb,
contra Parma, es gibt aber doch Tractaten,
durch interpositiones. Die Madonna Olympia,
|| [[Handschrift: 245r]]
des Pabsts Bahse, sol disgraziiret, undt von hofe
geschaft sein. Omnium rerum, vicissitudo!
Schweden, hat mit Moßkaw, friede geschloßen.
Die übergeloffene vndterthanen der Reüßen,
in Ingermanlandt, von 3 iahren her, werden
ihnen wieder überliffert, undt waß vor 3
iahren geschehen, mit 400 mille ReichsthalerRthlr: compensiret.
Mit Polen, stehen sie auch, in tractaten.
Jch habe auch importante schreiben, vom Obristen
Mario, vom Johann Sternbergk, undt auß Nürn-
bergk (, con avertimentj Nota Bene) vom Geüder,
entpfangen. Gott gebe! das mirs dienlich seye!
<4 hasen Viktor Amadeus Fürst Zu Anhalt gehezt.>
Jn justitzien sachen, undt in Oeconomicis laborirt.
Avis: daß die priester zu Cönnern,
einen reformirten abgeleibten capitain, biß in den
4ten: Tag, unbegraben liegen laßen. Alß sol-
ches dem Administratorj, zu halle geklaget worden,
hat er rescribirt, man solte ihm das Erdtreich nicht
versagen, die reformirten gedächten eben in den himmel
zu kommen, darein er, undt die Geistlichen zu kommen gedächten[.]
Man hette Sie in den friedensschluß, mitt eingenommen,
undt sein befehl wehre, dieselben nicht, von
kindtTaüffen, oder gevatterschaften, (alß biß
dato geschehen,) zu excludiren. perge Wehre doch
eine gute anzeigung, einer Löblichen jntentjon,
darinnen Gott diesen herren, stärgken wolle!
Meine Söhne, seindt hinauß geritten, vndt
haben gehetzt. Jch habe durch Tobias Steffeck von Kolodey Ern Platonem <Superintendenten, besuchen laßen.>
<11 kleine vogel, 1 krammetsvogel Ernst gefangen.>
Die kutzsche, so Johann Ludwig Schwartzenberger nacher Ballenstedt gebracht, ist
wiederkommen, gestern abendt. et cetera
Jn die kirche, undt wochenpredigt.
Der pfarrer zu Palbergk; jst extra zu Mittage,
bey unß, geblieben.
Den Superintendenten durch Gebhardt Loyß, besuchen,
undt beneficiiren laßen. Er befindet sich so zimlich,
aber die hofnung, ist schlecht. perge
<5 hasen Rindtorf gehetzt.>
Vor ein par Tagen, ist ein Fuhrmann, alhier gestorben,
in des Feldtscherers hauß, undt cur, der hat sich zu Leip-
tzigk ein Splitterlein, in den kleinen finger gestochen,
daßelbe negligirt, undt vervhrsachet, daß der kalte
brandt darein kommen, undt ihn getödtet. Alsoleicht
|| [[Handschrift: 246r]]
undt liederlich, kan es umb einen Menschen gethan sein!
Ergo: Vive; memor lethj!3
A spasso; vor: undt nachmittags, in schönem wetter.
<2 Räphüner Oberlender 10 zimer, Ernst Vogelsteller 1 Drußele, vndt 5 kleine vögel>
Die Nachtfröste continuiren. Es ist auch zeitt darzu.
Nach genungsam eingezogener information,
habe ich heütte allererst, aufzeichnen wollen,
daß vergangenen Montag <zu>, abends gegen 11
vhren, (ohngefehr, umb die zeitt, als daß
Stügk Mawer, im Forwergk eingefallen,)
der himmel sich sol recht aufgethan haben,
vndt voller feẅer erschienen, baldt aber,
wie ein Blitz vergangen sein. Etzliche
haben vermeinet, es wehre der feẅerdrache,
alleine die meisten, so es recht consideriret,
judiciren anderst darvon. Gott gebe unß
bußfertige glaübige hertzen! solche signa
cælestia, recht zu erwegen, undt allen
aberglauben darneben, abzuthun! auch aufzu-
schawen, undt vnsere haüpter empor zu heben,
wann der Sohn Gottes, in seiner herrligkeitt
undt Seine Heiligen Engel mit ihm, kommen werden!
Meine Schwester, Freẅlein Bathildis, (mit
deren es sich Gott Lob, über vermuhten, zur
beßerung, angelaßen, Gott gebe ferner, das
es bestandt haben möge!) hat auch dieses
feẅer, in ihrem gemach, observiret.
Hier, a estè nè ün enfant, icy, a Bern-
bourg, a Salomon Neve, maistre d'èscole,
quj a eü üne vesie au dos, gros comme üne
œuf de poule<empoignèe main d'homme>, & il est fort en peine, pour
cela, courrant a l'entour, & ne scachant,
s'il le doibt faire ouvrir? ou coupper? C'est
üne espece, de Monstre, ou de Prodige!
Dieu nous vueille donner, & conserver!
des enfans bien nèz! par sa Sainte grace!
<8 krammetsvögel Ernst vogelsteller.>
Eine Trawrige notification, von Chur Brandeburg Liebden
entpfangen, das, alß Sie den den 9. ⁄ 19den: October dero zu rügk
rayse, auß dem hertzogthumb Cleve, nacher der Chur,
undt Margk Brandenburgk vorgenommen, undt mit
weylandt dem Hochgebornen Fürsten, dero freundlichem vielge-
liebtem Sohn, herren Wilhelm Heinrichen Marggraven, etcetera
wol, uvndt bey guter Leibes constitution, den 13. ⁄ 23. ange-
langet, hette es den Allerhöchsten, nach Seinem unwan- || [[Handschrift: 247r]]
delbahren Raht, gefallen, Seine des Sohnes liebden mit einem
scharfen catharro, plötzlich heimzusuchen, So dermaßen
überhandt genommen, das Seine Liebden dato zu Wehsel
den 14.⁄24ten: October zwischen 11 vndt 12 uhr vormittage
durch ein Stilles sanfteß ende, auß diesem vergäng-
lichem Leben abgefordert, undt in die ewige himmelß-
freẅde, der Seelen nach, versetzet worden, Seine
Göttliche Allmacht wolle Seiner Liebden an iehnem großem
Tage, mit allen Christglaübigen, eine fröliche auffer-
stehung verleyhen! Jst billich ein Christliches Mitt-
leyden, über diesen plötzlichen Trawerfall
zu haben, undt umb trost zu bitten, in dieser hohen
betrübnüß, so dem lieben frommen Churfürsten,
also zugestoßen. Gott wolle Jhre Liebden sampt dero
Churfürstlichem gemahl, noch lange erhalten! undt
zum Segen setzen, in viel generationes, biß
ans ende der weltt, Seiner kirchen, zu trost!
auffenthaltt, undt erquigkung!
Daß die Tractaten, zu Nürnberg, nur procrastini-
ret werden, vmb die winterquartier zu verlängern.
Darzu kömbt noch, der Frantzosen opposition, wegen
des Franckenthalischen æquivalentis, undt die Kayserlichen
wollen wegen Ehrenbreitstein, nicht subscribiren.
Der Türgke begehret vom Römischen Kayser, verlänge-
rung des friedenß, auf 40 iahr, offeriret dem
Könige in Spannien, einen immerwährenden frieden,
wie auch das gelobte landt (si novellis credendum?)
undt seinem Natürlichen Sohn, Don Juan d'Austria,
ein Königreich mit einer Sultanin, (welche eine
Christinn, sein soll) zu geben.
Zu Madrill, wirdt die Königliche brautt,
mit großem Triumph, undt magnificentz, entpfangen.
Jn Catalonien, seindt, die Frantzosen schwach,
leiden mangel, an volck, geldt undt proviandt,
derentwegen, die Spannischen exercitus, in die
18000 stargk, alda sollen eingefallen sein,
undt vermeinen die gantze Landtschaft gar
in kurtzem, zu recuperiren.
Die <West>Jndianische Silberflotta, sol auch, sehr
reich zu Gades, oder Cadiz, oder Calis Malis,
wie es undterschiedlich, genennet wirdt, ankommen sein.
Die Venezianer, haben den commendanten in
Suda, vmb Seine Tapferkeit willen, wol belohnet
vndt mit der Senatoria dignitate, verehret, hingegen
haben die Türgken, an ihres erschoßenen Generals,
|| [[Handschrift: 248r]]
Stadt, einen Albaneser Renegaten, wiederumb er-
wöhlet, undt sollen die venezianer, auch bey Chio,
30 Türckische galleeren, wiederumb rujniret, undt
15 gefangen haben.
Jn Flandern, tummeln sich auch, die Spannier,
gegen die Frantzosen, mit aufschlagung quartire,
undt gewinnung kleiner plätze, undt Schantzen.
Zu Lüttich, ist der pöbel wieder etwaß aufrüh-
risch, haben dem Frantzösischen residenten, sein hauß
geplündert, unangesehen es mit Cöllnischen Sol-
daten, besetzt, undt verwachet gewesen. Die Rä-
delsführer aber, des tumults wirdt man straffen!
Die Stadt Cölln, wie auch Lüttich, waigern
sich ihre quotas, zun satisfactiongeldern zu erlegen,
derowegen, die erste, mit verarrestirung des
Schiffes, so von Frangkfurt am Mayn dahin gehen
wollen, gestraft, undt 50 mille ReichsthalerRthlr: zu geben,
mehr alß ihr contingent außträget, gezwungen
worden, die Stadt Lüttich aber, welche 100000 ReichsthalerRthlr:
geben sol, undt nicht will, wirdt mit krieges-
gewaltt exequiret werden.
Chur Pfaltz residiret numehr, zu Heidelbergk
ohne contradiction, Chur Bayern, hat das Seinige, evacuiret.
Graf Magnus, gehet nach Dresen[!], mit Seiner gemahlin[.]
König in Dennemargk residiret an itzo zu Flens-
burgk, gedengkt in kurtzem nacher Glügkstadt
zu gehen, daselbst wil der hertzog von Zelle zu ihm
kommen. Die Braunschweiger vndt Lünenburger völgker
werden auch abgedangkt, undt machen die Straßen
unsicher.
Die Staaden von hollandt, wollen den Ambassador
der neẅen Londischen Regierung, admittiren,
darwider setzen sich, alle andere Provintzien.
König in Engellandt, sitzt in den Jnsel Jar-
sey zusampt den Pfaltzgräflichen printzen, in
gefahr. Cromwell hat den Jrrländern
einen schregken eingeiagt, mit Drogeda,
dominiret weitter darinnen, pro libitu[!].
Die Königlichen seindt zu schwach. Jedoch, ver-
hoffen Sie noch beyfall auß Engellandt
zu kriegen, alda man des independentischen
Jochs, müde ist. Das neẅe Parlament,
suchet, einen independenten Patriarchen, über
die kirchen zu machen. Wirdt ein schön Regiment werden!
|| [[Handschrift: 249r]]
Gott erbarme sich, seiner glaübigen Außerwehlten!
undt des Königlichen rechtmeßigen erben geblüts!
Jn Polen, gehet der ReichsTag, im November forth,
auf deßen außgang, undt resolution, wartten
die armèen, außer die Tartarn, welche man
forthgebracht, undt Sie haben grawsam tyrannisiret.
Jn der Moßkaw, beförchtet sich auch, der Groß-
fürst, vor einem Krieg, mit ihnen, weil er
vorm iahr, alß Sie auch auß Polen ab- vndt
in die winterläger, gezogen, attacquirt, und geschlagen.
Der himmel sol unlengst, so wol zu Erfurdt,
als zu hamburgk, sein feẅerig gesehen worden,
item: Lange Strahlen, alß cometen, feẅer-
kugeln, vndt dergleichen, nach NordOost zu.
Zu hamburgk, ist verbotten, den Engel-
ländern, (alß welche viel Rindtfleisch, undt
andere Victualien, aufkauffen, undt Theẅrung
vervhrsachen) nicht so viel abfolgen zu laßen.
Der Pabst, undt sein anhang, machen
große præparatoria auf das Iubileum.
hingegen armirt der ViceRè von Neapolj, undt
gibt den Banditen, Freyheit, contra Papam zu diehnen!
Es wirdt an itzo, gar unsicher zu raysen,
wegen der parthien, undt abgedangkten
völgker. Gestern, in der nacht, ist mein
Ambtschreiber, von 6 Reüttern, angesprengt,
vndt alß einer nach ihm, gehawen, vndt
gefehlet, sein klepper, inß ohr, gehawen worden,
alhier vor Waldaw. Sie hatten 2 fuder
hegke nacher Staßfurth geführet, unsere
Leütte, undt 8 Stügken Saltz, davor bekommen,
Mein guter Wolf aber, hatte sich, mit Zechen,
bey unserm Bürgermeister Weylandt, pachtmann daselbst
verspähtiget. Jm hinfahren, ist ihnen auch
eine partie, von 20 pferden begegnet, undt die
partien gehen, diß- undt ienseytt der Sahle!
Avis von Schlegeln, daß alß er neẅlichst zu Dresen[!]
sich endthalten, lautter vnglügk gewesen.
1. wehren 16 haüser, in AlttDresen[!], abgebrandt,
weil die wache gesehen, undt bestendig außge-
saget, das feẅer ejnes Kopfs groß, vom himmel
gefallen, undt gezündet. Sol aber ernstlich
verbotten sein, wirdt auch einem Jäger schuldt gegeben
weiß nicht, worumb man Gottes strafen, zu verbergen,
|| [[Handschrift: 250r]]
suchet. 2. Wenig tage hernacher, gieng die pulfer-
mühle ahn, undt schlug des pulvermachers sohn, todt.
3. Baldt darnach, in Schlegels, (Christof Wil-
helms) gegenwartt, ehe er von Dresen[!], wegzog,
schoß ein Junger Löser, des Churfürsten Cammerpagen,
einen iungen Hilger, frevendtlicher weyse, vor
Schlegelß losament, todt, er wurde aber
stragkß bekommen, wirdt unzweifelich sein
recht außgestanden haben. Die vhrsache
wahr, das leichtfertige Spielen, vndt
zwar, nur umb zweene groschen wegen!
<8 großvogel, vndt 1 hase von Ballenstedt.>
Aufm Sahl predigen laßen.
Extra zu Mittage, gehabt, die Schillingin von
Zerbst, Doctor Mechovium, undt den hofprediger Theopoldum.
Avis: daß über nacht, 3 Compagnien fußvölgker zu
Hegklingen, gelegen. Jch habe hingeschickt, sie forthzubringen.
Item avis: daß General Axel Lillie, mit 2 Söhnen4, vndt
anderm volgk, auch vielen deützschen Schätzen, in der
OostSee, durch Sturm ersoffen, denen Gott genade!
Nachmittags, cum sorore & filijs, zur kirchen,
in des caplans Jonij; predigt. perge
Heütte ist meiner Tochter, Eleonora hedwig, geburtsTagk,
Gott gebe ihr rechten Sinn! Gottesfurcht, undt Sehlige gedangken!
Avis von Ballenstedt (mit geldt, undt Victualien)
daß die Axel Lillischen Soldaten, aldar, (Gott lob)
aufgebrochen, undt wir dieser last, erleichtert sein.
Die Obersten Copie, undt Steinagker, seindt zu
Eißleben, gehen auf Zerbst, dahin auch die Axel-
lillische sollen.
Avis von Plötzkau daß der Obristleütnant hofmeister
im Deßawischen, den gantzen October
fordert, 50 ReichsthalerRthlr: werden ihm gegeben.
Schreiben von Iakob Ludwig Schwartzenberger welcher (Gott lob) in
erschregklichem bösem wege, zu Bremen ange-
langet. Gott helfe ihm, ferner, mit gnaden!
glügk, heyl! gesundheit! undt gesegnetem
succeß! undt progreß! zu meinem besten!
Schreiben von westerEgeln, vom hans Börstel. perge
Montag☽ den 29ten: October 1649. böser/gefährlicher/schädlicher/unglücklicher/unglückseliger Tag (tatsächlich oder befürchtet)ꘉ
Den CammerRaht Doctor Mechovium, habe ich nach Cöhten ab-
gesandt, zu des Præceptoris, Martinj Hangkwitz hoch-
zeitt. Secretarius Paulus, undt Tobiaß Steffegk, seindt auch
mitgerayset. Gott gebe glügk! undt Segen!
J'ay eü beaucoup de dèstourbier, avec le sexe
feminin, pour des choses peü de valeür!
<4 hasen, Victor Amadeus Fürst Zu Anhalt gehetzt.>
Avis, von Fürst Augusto, daß wieder volgk vndt Stügke
zu Manßfeldt ankommen, auf Sanderßleben zu, wol-
len, undt durchzubringen seyen. Begehret zu
solchem behuef, 35 pferde in diesem Ampt Bernburgk,
in bereitschaft, zu halten.
Hò scritto all' Imperatore, ed a Stellamonte per Erfordia
Jddîo Benedetto benedica i nostri dissegnj!
Die Leiptziger avisen, confirmiren, die Erfurdter,
undt ist noch mehr darbey, so nicht viel zu bedeütten.
Schreiben von Croßen, von der Churfürstlichen wittwe, undt
von Madame Elizabeth. perge
Die Koßpohtinn (des gewesenen Kammerrahts zu
Weymar, Fraw, undt numehr wittibe) undt die
Schillingin, seindt heütte wieder verrayset.
Salomons Neven kindt (so die blase aufm rügken, ge-
habt) ist heütte an Jammer, gestorben, undt hat
zuvor viel schmertzen erlitten. Gott erbarm
sich sein, undt unser aller, hier zeittlich!
undt doch ewiglich!
Nachricht gegen abendt, ist noch von Plötzkaw ein-
kommen, daß die vorgewesene marche, noch abgewandt worden.
<16 krammetsvögel Ernst.>
<2 frischling von Dessaw wägen 119 Pfund (libra)℔ subtrahe, 18 die heütte.>
Jn die kirche, undt wochenpredigt, cum sorore, & filiis.
Kersten ist von Dessaw, wiederkommen, mit wildpreth.
Schreiben von Schöningen, vndt confirmation, der Brandeburgischen klage.
A spasso, an die Mühle, vndt sonsten, dem fehrbaw,
zugesehen.
Eine stargke trouppe Reütter, ist vor der Stadt vorüber
paßiret.
