Donnerstag♃ den 1. Novembris, 1649.
<3 hasen, hat Rindorff gehetzt. et cetera>
Ein Somnium gehabt, alß wann jch mit meinem Sohn,
Victorio Amedeo, hette verraysen wollen. Alß wir
Nota Bene aber vermeint Erdtmann Gideon Sehliger mein Elltister
lieber Sohn, wehre Todt, siehe, so wehre er auch zu
unß kommen, mit raysekleidern, stifeln, undt Sporen,
hette zwar übel außgefsehen, wehre aber
doch miraculose aufkommen, undt hetten wir
Gott den herren, davor gelobet, undt gedangkt.
Nota Bene Jch wehre auch gewarnet worden, den Balsa-
mum Vitæ innerlich, undt daß Oleum contra
Venenum, eüßerlich, zu gebrauchen, undt fleißig
meinen Söhnen zu adhibiren, wolten wir anderst, nechst
Gott, unß bey leben, erhalten! undt wir solten nicht
Nota Bene allen Medicis, oder denen, die uns curiren wolten, zu viel vertrawen.
Avis; daß 14 compagnien zu fuß, zu Barby liegen, item:
5 compagnien dergleichen im Zerbster Antheil. Wollen sich
nicht bequehmen, über die päße, in Pommern zu gehen,
undt als Schwedische Schklaven tractiren laßen,
ziehen den friedensschluß ahn, undt opponiren sich
ihren Officirern. Wollen auf deützschem boden,
abgedangkt sein. Man saget, Stoltzenberg,
seye, von den hartzpawern, erschlagen. Zu
Calbe sollen Sie einen vornehmen Schwedischen Obersten,
(welcher mit 10 pferden aldar gewesen, undt nicht
vor lieb in der vorstadt, in der herberge, vndt
bestelltem quartier, nehmen wollen, weil in der
Stadt kein gasthof ist) vom pferde herundter ge-
schlagen, den Mantel genommen, undt ihn, wol
abgebleẅet haben, dann er ihnen, ihr vieh,
vor der Stadt, zum theil verwundet, undt nieder-
gestochen, biß Sie ihn hinein zum Thor laßen
müßen, undt er also mit dem übrigen viehe,
hineyn gedrungen in die Stadt, aber wie vorgedacht
übel von den bürgern entpfangen worden. Der Man-
tel hat sich nicht so baldt finden wollen, ist ihm
doch endtlich nachgeschigkt worden gen Magdeburgk. Er hat
ihn aber wieder zurügk geschigkt, undt trefflich gedroẅet,
|| [[Handschrift: 252v]]
auch geklaget zu halle, undt Leiptzigk, vndt repara-
tion seiner ehren, vndt schäden gegehret. Alleine die
Calber, seindt auch mit ihrer vorklage kommen,
darüber der gute Oberste schlechten bescheidt, so
wol vom Ertzbischof, alß vom graven Magno be-
kommen, undt schimpf undt schaden, sich selber dan-
gken müßen. perge
Le Capitaine Lieutenant Ayrer, est revenü de Leipsigk,
s'estant blessè au cül, sans y penser, avec
ün cousteau, ou bien ala jambe, ou jambon!
Risposta von Ballenstedt, vom Matz Knüttel. et cetera
Auf dem krammetsvogel herdt, 9 gefangen, alß
ich daselbst diesen Morgen, in bequehmen <Nebelichten> wetter,
hin spatziret.
[Handschrift: 253v]]
[Handschrift: 254r]]
Samstag♄ den 3. November, 1649.
Daß es zu Nürnbergk, noch nicht forth will, undt nur
dahin gespielet wirdt, die winterquartier biß in
den Martium hinein zu verlängern, es treffe gleich,
wen es wolle! Ein ieder bedengkt sich selbst.
Muß also, unsere miseria noch länger währen!
Wegen Ehrenbreitstain, hemmet sich, an der sub-
scription der Kayserlichen[,] interim streiffen die
Spannischen auß Frangkenthal, in Chur Pfaltz
lande hineyn, undt thun schaden, also:
daß sich Chur Pfaltz, mit volgk stärgken, undt
versichern muß.
Zu Nürnberg, ist der Mittlere Pfaltzgrave
von Sultzbach, an einem hitzigen Fieber, gestorben.
Gott genade ihm! undt bewahre unß, vor febribus maljgnis!
Die luttrischen zu Eger, wollen auch ein exercj-
tium ihrer Religion haben. Duc d'Amalfy, sol es
zwar, dem Schwedischen Generalissimo versprochen, der
ander Plenipotentiarius Vollmar aber, retractiret
haben. Gibt neẅe diffidentzen, undt altercationes.
Die Schweden, dangken ab, undt reduciren,
schigken auch etzliche völgker, in Schweden, Fin: undt Liflandt,
|| [[Handschrift: 255r]]
hingegen, schigken Sie wiederum, neẅe völcker
auß Schweden in Deützschlandt, undt nach anlaß der
tractaten, continujren Sie, oder hören auf, zu reducjren!
Die sehen auch nicht gerne, daß die Frantzosen, Ehren-
breitstein, bekommen sollen. Dargegen sollen die
Frantzosen, dem Pfaltzgraven, die festung Benfelden,
nicht gönnen wollen. Discordia!
Jn Frangkreich continuirt die unruhe zu
Bourdeaux heftig, undt zu Paris, erregen sich
zweene factiones, die eine, undter dem hertzog
von Orleans, die andere, undter dem Printzen
de Condè, dörfte einen innerlichen krieg, verahnlaßen.
Jnterim: tractiret man doch friede, mit
Spannien, durchn Pabst, Venezianer, undt
andere interponenten.
Cardinal Mazzarinj, wirdt sehr verhaßet,
sonderlich weil an itzo, die Theẅrung zu Paris,
zunimpt, undt das promittirte getreydig, außen bleibet.
Die Spannier, haben progreß in Catalonien,
undt verhoffen, Barcelona, noch vor winters,
zu übermeistern.
Jn Flandern, ziehen Sie in die winterquartier.
Die Unirten provintzien, seindt uneins, wegen abdangkung
|| [[Handschrift: 255v]]
etzlicher Compagnien, undt wegen der neẅen Engelländischen Regierung.
haben sich mit Dennemargk, tief eingelaßen,
offensive, undt defensive.
Zu Lübegk, ist eine große, lange unerhörte
springflut auß der OostSee kommen, undt hat
aufm lande, mit überschwemmung, schaden gethan.
Zu hamburg, hingegen, hat man gar wenig
waßer, undt weniger alß sonst, gehabt.
Die Cosagken, undt Tartarn, sollen mitt-
einander uneins sein. Die Cron Pohlen, impro-
biret es an dem Könige, daß er die Cosagken
alleine will commandiren, die Respublica
wil sie mitt commandiren. Es wirdt aber auf
dem ReichsTage, dieser Zweifel, an itzo, zu
Warschaw, erörtert werden. Sonst appro-
biren die Stände numehr, den Pollnischen frieden.
Die Tartarn, wollen ihn durchauß, in allen
puncten, undt clausulen, gehalten haben, oder
stärgker wiederkommen.
Zwischen Schweden, undt Polen, wirdt numehr
auch, durch undterhandlung anderer potentaten,
Friede tractiret.
Zu Wien, ist der türckische legatus, wol abgeferti-
get, die prolongation des Friedens, auf 20 iahr
verlängert, undt dahin geschloßen worden,
daß die Türgken nicht mehr, 600000 ReichsthalerRthlr:
vom Kayser, alß einen Schuldigen tribut,
fordern sollten, Sondern beyde Kayser, solten
einander, nicht auß schuldigkeitt, Sondern
freywillig, biß auf 10000 Gulden (florenus)f: werth, reci-
proce, einander præsenten schigken.
Wehre dadurch, ein mergkliches erhalten.
Es scheinet, daß die Türgken sich, vor der con-
iuncition der Christen, förchten, undt innerliche
motus haben mögen, zumahl Sie auch noch, mit
dem Venezianischen kriege, impliciert sein.
Churfürst von Bayern, wil mit gewaltt, in
der Oberpfaltz, reformiren, da Sie doch noch anno
1626 die reformirte, undt luttrischen religionen
gehabt, undt dem Friedensschluß gemäß, alles
in dem Stande, wie anno 1624 bleiben sollte.
Die Jesuiter, haben die herrschaft
Wartembergk; undt andere gühter, eigen-
thübmlich eingeraümet bekommen.
Zu den Egalisten in Engellandt, solle sich, viel volgk
sammlen, undt des Königes partie stärgken, also das
man meynet, Sie die independenten, werden nach Jrr-
landt zu, gehen, undt aldar ihren auffenthalt, bey
dem Cromwell suchen. Daß neẅe Parlament zu
Londen, sol auch in neẅe factiones, sich theilen.
Zu vorgestrigen, rationibus, pro, & contra, meines vorhabenß,
ist mir noch eingefallen:
| Rationes Pro: | Rationes contra: |
| 25. Die Trawerkleidung.
26. Die guten diehner, pagen undt andere, so ich noch habe, undt sonst mutiren dörften. 27. Abzug der Schwedischen möchte allerley puntillas, undt Mißver- stände causiren, da heißt es: Procul a Jove; procul a Fulmine! 28. Jch werde auch itzt mit Cavallieren, undt Officj- rern, zur genüge, versehen sein. |
25. Parum proficit, ad rem!
26. Dergleichen seindt noch wol zu bekommen. 27. Multo magis, ist der Argwohn zu bedengken, eines vnreiffen abzuges, undt mit vernünftigen dißcurßen, aller Mißverstandt zu verhüten. perge 28. Mèsfiance d'ün, quj se fourre en mon service, & n'est pas trop ferme. Nota Bene Nota Bene Nota Bene |
Sonntag☉ den 4ten. November, 1649.
| 29. Tobias Steffeck von Kolodey noch so, das er
kan forthkommen, ist mir hochnöhtig, undt wirdt endlich Schwächer undt Mätter. 30. Alexipharmaca, comparanda N. & S. Oleum contra Venenum & Balsamum Vitæ &cetera |
29. Eben des Tobias Steffeck von Kolodey <Fraw> sol
in die wochen kommen, vndt hindert ihn mittzuraysen. 30. Etiam in absentia com- pararj queunt. |
Sonntag☉ den 4. November, 1649.
Er Hesius hat hieroben, auf dem Sahl, geprediget.
Extra: Doctor Mechovius, Capitän leutnant Ayrer, undt Er hesius.
Hanß Geörgen lackay, vndt zweene Stallknechte
Michel, undt Adam, seindt in Eydt, undt pflicht, genommen
worden. Gott gebe zu glügk! undt Segen!
Vnsere Adelichen, undt andere, seindt mitt, zum leichbegengnüß,
der Wehsembegkinn <Sehlig>, gegangen. Gott tröste! alle Trawrige,
zerschlagene, undt affligirte hertzen!
Diesen abendt, hat Tobias Steffeck von Kolodey meinen Söhnen zu gefallen,
auf dem Sahl, vor meinem gemach, klein feẅerwergk,
an rackeetlein, schwärmerchen, Strobilkatzen, vndt
kleine schlägen gemacht, wie auch die Stügklein von
wechs, darmit man schießen kann.
Adam hat diesen Abendt, einen kochgesellen blut-
rünstig geschlagen, undt also nach dem heüttigen Eidt,
schlechte Zeichen gethan. Der ander aber, hat sich auch
gewehret, aber zu kurtz kommen. Scheltworth, undt der
Trungk, haben es vervhrsachet, undt das nicht ein ieder
seines Amptß, wartett. Sie haben auch mit Streẅ-
gabeln, vndt Steinen, einander zu chargiren, unternommen.
Jst aber noch durch die fluchtt, vndt daß der Stein im
finstern falliret, vnglügk vermieten blieben. Muß
also immerforth, eine unruhe, über die andere in meinem
hause sein! Gott steẅre, undt wehre dem Stöhren friede!
Montag☽ den 5. November, 1649.
<4 hasen Rindtorff.>
Jn Oeconomicis, viel verwirrungen, gehabt.
Schreiben, von Simon Heinrich Schechhausen en bons termes, von Wey-
mar, vndt dann, andere nöhtige particulariteten, von Erffurt[.]
Jtem: von Leiptzigk. et cetera
Die avisen, concurriren, daß wir wol in den Martium
oder Majum hineyn, die winterquartier, (leyder!)
werden haben müßen, weil alles zu Nürnbergk
schläferig tractjret, undt nur, auf eigenNutz,
gesehen wirdt. Patientia!
Das Temperament, wegen Franckenthal,
gibt viel: vndt mancherley difficulteten.
Der handel, zwischen Spannien, undt
Frangkreich, wo er componiret wirdt, dörfte
den Deützschen frieden, bestehtigen, anderer gestaltt, nicht.
Landgraf Fritz nimbt Spannische bestallung
ahn, wie auch viel Schwedische Officirer, undt Soldaten thun.
Zu Bourdeaux, währet die unruhe noch, zu
Paris, stellen sich, die Magnates, freündlich, gegeneinander.
Kein geldt, ist beym Könige vorhanden. Gleichwol,
will man par force alles übertrüben.
Jedoch, dissimulirt der Cardinal, seine disgustj!
Casal, wirdt von den Spannischen belägert.
Catalogna wirdt heftig bekrieget.
Zu Napolj, helt es der ViceRè Conte d'Ognata,
mit dem Adel, verfolget den pöbel, undt thut
scharfe executiones.
Der Pabst, freẅet sich, aufß Jubeliahr,
undt macht stargke præparatoria darzu.
König in Portugall schickt 2 millionen, in golde
undt köstlichen præsenten, nacher Cività Vecchia,
damit der pabst seine Gesandten annehme,
(darwider doch, die Spannischen, contramjniren)
undt die vacirende prælaturen in Portugall confirmjre.
König in Spannien, leßet seine iunge Königinn
herrlich entpfahen, logiren, undt tractiren.
Der Duque de Maqueda, ist mit disgrazia
vom Königlichen hofe, geschafft, dieweil er, den
iungen König in Böhmen, Kayserlicher Mayestät herrn
Sohn, so hoch beleydiget, undt despectiret.
Ein Spannischer gesandter Monsieur Brün ist im haag,
sol die Zwijtracht foviren, als sie vorgeben.
Zu Madrill, so eine stadtliche Türgkische
bohtschaft, mit köstlichen præsenten, alß:
4 loẅen, an güldenen ketten, 12 Einhörnern,
undt dergleichen, ankommen sein. Bringen große
|| [[Handschrift: 258v]]
fortheilhaftige tractaten eines ewigen friedens,
undt anderer dinge, vor Spannien, undt vor daß
hauß Oesterreich, die auch der gantzen Christen-
heit, (alß man schreibet) zum besten dienen sollen.
Die Niederländischen Provintzien seindt
etwan uneinig, 1. wegen acceptation des Engel-
ländischen gesandten. 2. Wegen reducirung, undt
caßirung etzlicher compagnien. Die Provintz
hollandt, wil den Engelländern recipiren,
die andern aber, nebst dem Printzen von Vra-
nien, keines weges. hollandt, wil auch
durchauß friede haben, undt deßen früchte
genießen. Die andern länder aber, wollen die
völgker, auf den beinen, behallten.
Der König in Engellandt, ist mit seinem
Bruder, undt andern Printzen, in der Jnsel
Garnesay, oder Jarsey, (weiß nicht eigent-
lich, in welcher von diesen beyden, weil es in-
distincte geschrieben wirdt, undt doch nicht einer-
ley ist) durch die Parlamentischen, mit 30
kriegesSchiffen, blocquiret, wehren auch schon ange-
lendet, wo ferne Sie nicht durch die marèe, undt
|| [[Handschrift: 259r]]
durch contrarij windt, daran verhindert worden wehren.
Gott bewahre! vor mehrerem unheyl! undt unglügk!
General Cromwell, sol victorisiren in Jrrlandt, undt
einen platz, nach dem andern occupiren. hingegen
stärgken sich, die Königischen, in Engelland undt Schottlandt!
Der Sundt ist den Staden verpachtet, weil Sie
dem Könige in Dennemargk, eine große Summa
geldes, darauf außgezahlet.
Polen tractirt friede mit Schweden.
Jhr ReichsTag, vermeinet man, solle noch gar
wol abgehen, so wol wegen der Stände,
alß wegen der Cosagken, undt Tartarn befriedigung.
König in Engellandt, bewirbt sich, umb hülfe,
in Polen, Moßkaw, undt wo er kan.
hingegen wil die Engelländische neẅe Regierung,
keinen gesandten mehr, admittjren, man er-
kenne ihn<Sie> denn, vor eine Souveraine Repüblique.
Die Türgken, præpariren sich, zu einem General-
Sturmb, vor der hauptStadt Candia, mit
30000 Mann, welche zugleich, anlauffen sollen,
haben wollsägke zu den batterien, vndt Sturm-
leitteren sampt andern materialien gefast gemacht,
die Signoria zu Venedig, hingegen, rüstet sich zur gegen-
wehre, undt haben das 40 Stündige gebeht, angeordnet.
Die Spannischen haben in Flandern, einen anschlag,
auf Duynkirchen, vorgehabt, so aber mißlungen.
Die von Bourdeaux, suchen secours, bey
Engellandt, von ihren Schiffen.
hollandt abhorrirt den krieg, wie der
Portugall, in Brasilien. Jrrlandt opiniastri-
ret sich, denselbigen zu prosequiren, nebst andern
Provintzien. <Die Türgken haben einen vergebenen anschlag auf Clissa gehabt, so ihnen mißlungen.>
Moßkaw, hat den friede, mit Schweden,
confirmirt, vndt ihnen, vor alle prætensio-
nes, undt übergelauffene pawren, (deren,
in die 20000 sein sollen) erleget: 400 mille ReichsthalerRthlr.
Der hertzogk von Mantua, heyrathet ein
freẅlein von Jnsprugk.
Es gibt viel: vndt mancherley Protestatjones
zu Nürnbergk, wieder die vorgeschlagene
einraümung, von Ehrenbreitstein, undt Benfelden.
Chur Pfaltz, hat nichts, alß heidelbergk,
Manheim, undt Moßbach. Jst darzu, <ein> verdorben,
undt rujniret landt.
Frangkreich, gedengket Chur Bayern, groß
zu machen, undt dem hauß Oesterreich, zu opponiren.
Der neẅe Coadjutor zu Lüttich, hertzogk
Maximilian heinrich, von Bayern, ist erwöh-
let, undt alles solenniter abgegangen.
<Der Administrator zu Halle, hat einen iungen Sohn. hertzog Julius heinrich kömbt herauß.>
<2 Räphüner.>
Ein Somnium gehabt: alß ob der Churfürst
Pfaltzgrave, undt sein gantz geschlecht
wehre mit gift, vergeben worden, welches
alles, Gott der Allmächtige, in gnaden, verhüten
vndt väterlich abwenden wolle!
|
Rationes pro
<31.> La restivete dü Düc Frideric de Norburgk, per le gioje impegnate. |
Rationes contra:
31. Ces choses se traittent mieulx, en absence, qu'en presence! |
| Pfund (libra)℔: | |
| La venayson d'ün sanglier, a pesèe | 115 |
| La peau, & les pieds | 54 |
| La Teste | 29 |
Mittwoch☿ den 7. November 1649.
Am heüttigen BehtTage, coniunctim, zur Kirchen.
Gute post von Ballenstedt et cetera undt geantwortett.
Der Capitän leütnant Ayrer, ist nacher Leiptzigk, mit
Krosigk, von Bösem. Gott wolle ihn, geleitten!
Jch habe, mit dem Allten Philip May; einem
exulanten, von Hanaw, geredet, so, lange zeitt,
im Niederlande, gewesen, undt 56 iahr altt ist.
et cetera
Avis: daß auf 1½ meilen, von Magdeburgk, ein Schiff
mit 120 wispel weitzen, undtergangen. Jst ein
großer schade! Wirdt vielleicht sein überladen gewesen.
<4 hasen. 2 endten.>
Ein Somnium gehabt, wie ich so sonderbahr liebliche
dißcurß, mit meinem Sohn Erdtmann gehabt.
Er hette mir zu verstehen gegeben, daß er stets
bey mir wehre, undt mich nicht verließe,
wie ich mir einbildete. Jch sollte mich aber
numehr zur ruhe begeben, mich nicht allzusehr
vmb ihn, bekümmern, viel weniger ihme
seine große Sehligkeitt, mißgönnen.
Wir würden schon frölich baldt zusammenkommen.
Er hette mir auch, viel schöner Sprüche, gesaget! et cetera
Secretär Paul Ludwig ist bey mir gewesen, allerley undterthänigst vorzutragen.
Extra zu Mittage, den hofprediger, wie auch Se-
cretarium Paulum, undt Tobias Steffeck von Kolodey gehabt, vndt
der hofprediger, hat mir wegen deß Consistorij; viel
undt mancherley, anzubringen gehabt. perge
J'ay ordonnè ce soir, ün desseing, que le bon Dieu,
vueille faire benignement reüssir, par sa Sainte grace!
J'ay depeschè ce soir, Philipp May pour aller demain, Dieu
aydant, (quj le vueille conduyre, & reconduire heüreü-
sement) vers la Hollande avec lettres au Colonel Mario, &
à negromonte!
Nota Bene[:] Le desseing, n'est pas reüssy, l'opposition y ayant
estè trop düre. Ainsy nos entreprinses, vont sou-
vent, en fümèe! J'y employay, huict affidèz.
1. Georg Reichardt 2. Philipp Güder 3. Wartensleben 4. Oberländer 5. Georg musketiera 6. Hortulanusb 7. Hans Eckardt
8. Andreas Monaco, co'l 9. Port.1 (Mundus vult decipj!2)
Consilia agitantibus Rationj, (vere!) consentanea,
fœliciter omnia cedunt. Jis vero, quj consilia
agitant, Rationj non consentanea; ne Dii
quidem ipsj, auxiliares tendunt manus. <Julius Cæsar.>3
Einen anlauff bekommen, von des grafen Magnj,
quartiermeister, wegen 13 kahler Thaler, welche
hinderhalten sollen sein worden vom Bürgermeister Fußen. et cetera
Es seindt wol 6erley pacqueet, von Deßaw,
anhero kommen, ohne waß von Erfurdt, noch
eines angelanget, habe also genung zu lesen,
undt zu meditiren. 1. Wegen Fürst Leberechts
abschigkung, undt darzu gewidmeter spesen,
auß den Steẅren, darzu mein Antheil, nichts zu
contribuiren. Sollen in 3 iahren, 6000 ThalerThlr: sein.
2. Wegen einbringung, der Steẅren, zur landtrent-
rey, un so ich recusire, undt mein ius quæsitum
billich manutenire! 3. Wegen einer zusammenkunft,
gegen, den 19den: huius, da man vom landschafft-
wergk, sol deliberiren. 4. Wegen des Kö-
niglichen Oberhofpredigers, Matthias Decenius genandt,
welcher 2000 <ThalerThlr> erheyrathete capitalien, von
unserer landschaft fordert, auch albereitt
contrahiret (sans mon sceü) in 2 iahren es be-
zahlt anzunehmen, hingegen die zinßen (welche
alterum tantum machen) schwinden, undt fallen
leßet. Der Ober: undt UnterDirector, wie
auch ihr landtrentmeister, thun, waß Sie
wollen. Patientia! 5. Wegen abrechnung
|| [[Handschrift: 262r]]
mit der contributionscaßa, die proviandtfuhren, durch-
züge, artillerie: undt vorspannpferde etcetera betreffend
damit gleichmeßige bezahlung, ex communj massa, erfolge!
6. Wegen des Gymnasij zu Zerbst, damit die Communis
Mensa, wieder angerichtet, undt auß den Emptern,
darzu gestreẅret werde!
Von Erffurdt kommen schlechte zeittungen, ahn,
nemlich, das es einer Ruptur ehnlich sehe zu
Nürnbergk, weil die restitutiones nicht
erfolgen, daß ius reformandj von den Pontificijs,
zu weitt extendiret werden will, undt
allerley intrighi in den frieden, sonderlich wegen
des Temperaments mit Frangkenthal ein-
gestreẅet werden. gott beßere den zustandt!
heütte hat Philipp Güder, im Nahmen
des Stadtvogts, den Frohndienst eingemahnet.
Jst meiner höchsten Regalien, eines, <wer es verstehet!>
Secretär Paulus, der Amptmann Reichardt,
undt Geörg Cnüttel, seindt successive bey
Mir gewesen, vndterthänig(st) zu referiren, undt expe-
dienda, zu expediren. perge
Il y a eü beaucoup d'jntrighes, en plüsieurs affaires
Rien de noble, ne se fait, sans hazard!
Sonntag☉ den 11ten: November 1649. böser/gefährlicher/schädlicher/unglücklicher/unglückseliger Tag (tatsächlich oder befürchtet)ꘉ
Er Theopoldus hat hieroben, auf dem Sahl geprediget,
undt ist extra, zu Mittage, neben Doctor Mechovius geblieben.
Nachmittags, cum sorore & filiis zur kirchen, da
Er Marggravius geprediget, undt der liberation
von den armèen, auf heüttigen Tag, vor 5
iahren erwehnung, undt dangksagung gethan <et cetera >
wie auch diesen Morgen etwan geschehen.
Gott seye gepreiset, vor Seine wunder-
bahre gühte undt gnade! Vndt helfe
unß ferner, alß ein Barmhertziger Treẅer vatter.
Avis von Ballenstedt, in Oeconomicis, undt
dann auch, daß der feine geschigkte Mann,
Eberhardt Heidtfeldt Rahtscämmerer, in
Quedlinburgk Tod[e]s verblichen, deme
Gott genade! undt seiner Seelen, gnedig seye!
Es gehen gute leütte, gewaltig nachein-
ander hinweg! Transeundum est!
Avis von einem Elefanten, welchen ich mich
bemühe, anhero bringen zu laßen. Melchior
Loyß, hat ihn zu Staß Ascherßleben gesehen,
in seinem hohen allter, zuvor nie dergleichen.
Er hat auch einen Schwedischen ofen, vom hartz mitgebracht.
heütte ist daß wunderThier, der Große Ele-
fant, von Staßfurth, (auf mein begehren,) anhero
gebracht worden. Mich hats gefreẅet, weil
es eben derselbige gewesen, welchen ich anno
1634 zu Ryßwick in hollandt gesehen,4
da er kawm halb so groß, alß itzo, vndt
benandtlich, 3½ iahr altt, da er an itzo
jm, 19. iahr, altt, gewesen, Meine Söhne
Victor Amadis, undt Carolus Ursinus, haben
ihn numehr auch gesehen, wiewol ihn, Victor
Amadis, nebenst Erdmann Gideon Sehliger
albereitt, vor 3 iahren, auch in hollandt gesehen.
Er macht reverentzen, zem setzt einen hut
artig auff, undt gibt ihn dem genaw wie-
der, von dem er ihn entpfangen, auch mitten
undter einem großen hauffen, kehret sich mit
börsten, ficht mit fechtdegen, schwinget die
fahne, schläget auf der drummel, nimbt
einen dreyer auff, undt gibt <ihn> einem wieder,
leßt gerne auff, vndt absitzen, seüfft wein,
bier, undt brandtwein, so er alles mit dem
Rüßel, oder Trump fasset, undt ins maul gjeßet,
Er brüllet klein, undt lautt, hat runde
Tellerfüße, und etwan gespaltene klawen.
Frißet 70 Pfund (libra)℔: brodt alle Tage, ohne
was man ihm sonsten gibet. Jst an itzo, 9
schuch hoch, undt soll noch so hoch wachßen,
auch in die 100 iahr altt werden. Auf seinem
Rüßel oder Trump, leßet er auch einen
stargken Menschen reitten, undt auf einem,
Ohr, alß wir selber gesehen. Sonst faßen
7 kerll darauff. Er hat stargke
digke hautt, stargker Schengkel,
undt ist ein vngeheẅres corpus, kopff,
undt hindertheil. Jst glatt, vndt zwar
sehr hartt von hautt, aber ohne haar,
außer ein wenig vmb die ohren, undt,
undter dem halß, hat kleine augen, nicht
viel größer alß ein pf[er]dt, sol aber scharf
darmit sehen. Jst ein weiblein, hat
zweene zitzen an der Brust. Jst verständig,
undt lehrsam. Die Elfenbeinerne zähne,
haben Sie ihm außgeschlagen, innwendig
aber, hat er noch stargke digke zähne
|| [[Handschrift: 264r]]
wormitt er ißet, undt alles zermalmet,
oben vndt vndten. Der schwantz ist auch kahl.
Diß Thier ist gar gehorsam, vndt ob es schon
plump scheinet zu sein, so kehret, undt
wendet es sich, geschwinde wie es sein
herr haben will. Es hat dem Printzen
von Uranien, zugehöret, welcher es soll
Graf Moritzen überlaßen, dieser aber,
einem Barnefeldt (so eine Dame qualifièe
geheyrathet) cediret, oder verkauft haben.
Vndt dieser Barnefeldt, ist mitt hier.
On en parle diversement! Wer daß
Thier siehet muß 2 Groscheng: geben, mais
nous n'en eschapperons pas ainsy! Die
Vettern vndt Bäßgen von Plötzkaw, haben
es zu Staßfurth gesehen, undt wol consideriret,
zu Wolfenbüttel, ist es auch gewesen,
undt zu Zelle, wie auch zu Caßel. Jn
der Stadt Braunschweig, sollen Sie auf einen
Tag, in die 1500 ThalerThlr: gewonnen haben[.] Mit
einem Stegken, daran ein krummer hagken ist,
wirdt diß Thier, regiret, undt ist gar fromb!
Die Zunge ist ihm angewachßen, (wie ich selber
gesehen, gefühlet, undt ihm in den gaumen, undt
in die Zähne gegriffen habe) sonst meinen die hüter,
er würde wie ein Mensch reden können. Sie hack-
ten ihn, in die digke hautt, wann er nicht
fluchß that, waß Sie haben wollten, da blutete
es doch leichtlich, ob schon die hautt hart ist.
Schreiben, von Croßen, Wien, halle, Leiptzig et cetera
Paris, etcetera
Wir haben, den Elefanten, ferner spielen gesehen,
Er schoß über die gestrigen stügke, eine pistole
artig loß, lase eine Feder<haar>nadel, auch eine
Stegknadel auf, undt gab Sie Meiner gemahlin Liebden.
Meine Söhne, seindt auch alle beyde, jm Sahl darauf
geritten, undt noch wol 6 personen. Er sol noch
so hoch wachßen, undt in die 18 schuch hoch werden.
Er gab vor Barnefeldt, diß Thier würde wol
300 iahr altt, vndt wüchße biß in das 100.
Sein Vater, wehre sehr groß gewesen, undt
hette, in die 100000 Centner, getragen,
auch ein Thürmlein, mit 36 mann. Theilß
Elefanten, sollen wol 24 Schuch hoch werden.
Coitus illorum est viceversa cum tergis, wie die
|| [[Handschrift: 265r]]
cameel, undt Dromedarij. Diese itztgenandte
Thier, wie auch loẅen, pferde, Ochßen, vndt lüchße,
leoparden, undt allerley, förchten sich vor ihm.
Dieses sol von zahmer arth sein. Jhr feindt
ist der Rhinoceros, oder daß Nasehorn, welches ihm
vndterlaüft, undt den bauch aufschneidet mit
dem Nasehorn, vndt ist voller Natürlichen Schilde
gewapnet. Wo sich der Elefant nicht zu hüten weiß.
Er legete sich auch gantz nieder auf Stroh, auf
die seitte, wie ein bohte, vndt kundte sich
hüpsch dügken, biegen, undt schmiegen, also
das es eine fabel is[t,] waß Plinius undt andere
schreiben, das er kein [g]elengke sol haben,
wann er, an einen a[bg]ehawenen bawm sich
lehnet, undt derselbe vom g[e]wichtt, vmbfället,
das er nicht solte wi[ed]er aufstehen können,
dann er stunde gar le[ich]tlich auf, als sein
Meister, nur ein wortt [sp]rach.
Meine brügke hat [gest]ern sehr ge-
krachet, wegen seines schwehren gewichts,
also das vielen bange gewesen, Sie möchte eingehen.
Er hat auch ein Eimer mit waßer wißen aufzu-
heben, dreyer, undt Reichsthaler, gar artig, undt behende.
Er will ihn dem Kayser, vmb, undt vor 8000 ThalerThlr: ver-
kauffen, zeücht von einem hoffe, von einer Stadt zur andern, inndeßen.
et cetera
Er meynet zwar, mehr alß 8000 ReichsthalerRthlr: vom
Kayser zu erlangen, weil er ihme, so viel ge-
kostet, undt er ist des herumbraysens müde. <Cardjnal de Richelieu, hat ihm vor iahren 20000 Livres tournois₶ davor Præsentiret.>
Daß Thier, hat auch forne an der härte
der klawen, etwaß gesundes, welches in der
Apoteke, pfleget gebraucht zu werden, undt
die klawen müßen ihm abgesaiget werden
bißweilen. Er weinet auch underzeitten,
daß ihm die Thränen, über die bagken lauffen,
sonderlich, wenn ihm unrecht geschicht, mit
schlägen oder sonsten. Jst gar vernünftig.
Dieser kerll <Barnefeldt>, ist z[u] Batavia, gewesen,
in der Jnsel Java, [v]ndt vermeinet dieser
Elephant komme a[u]ß Zeilan her, vndt
in Sian gebe es, d[i]e s[ch]önesten Elefanten, ich
halte aber dav[o]r, er irre sich, dann in Ceylon
oder Zeilan, gi[bt] es die schönesten Elefanten.
Der Kayser in [Si]an, sol sich schreiben, Kayser
über die w[eiß]n, rohten, undt rundt-
stertzigen Elefanten, dann dieser hat viereckicht
flachen Schwantz.
Eilff Königliche kinder specificiret er, so da-
rauff geritten, darundter der itzige König, in Frang-
kreich, undt König in Pohlen.
Er saget, der berümbte Advocat Barnefeldt
seye sein großvatter gewesen. hette 3 Söhne5 hinter-
laßen, darundter einer, Jacob, sein vatter ge-
wesen. Solte noch leben, undt eine herrschaft
nicht ferne vom Haag haben, Grundefeldt genandt.
Extra zu Mittage, wahren, etzliche Adeliche
Mannes, undt weibespersonen, auch rähte, Doctores,
Secretarien, undt andere, so dem Spiel zugesehen. perge
Die Zeittungen von Leiptzig, confirmiren:
den krieg zu Bordeaux, undt unruhen in Frangkreich.
Die Victorien in Jrrlandt des Cromwells.
Die aufhaltung, des Friedens, zu Nürnbergk.
Die alliance der Staden mit Dennemargk, welche
auf 200000 ThalerThlr: iährlich, den Sundt verpachtet,
auf 30 iahr lang, undt einen großen verschuß erhalten.
Eine Neẅe Victoria, der Venezianer, wieder den Türgken.
Die bestehtigung des friedens, in Polen, undt daß
der große Cham[!], mit dem Könige, heimlich wol stehe,
die Catohlischen, in einer Stadt geschonet, (umb ihrer
Tapferkeitt <undt erwiesenen Treẅe> willen,) die Griechen aber, verfolget, da-
rüber, die Cosagken, mit den Tartarn, uneins worden.
Die Türgkische Tractaten, zu Wien, undt Madrill,
werden auch confirmiret, undt es sol auch der Türgke
wiedergeben: 40 abgenommene Ungrische dörffer, <in> wehrenden tractaten.
Der Elefant, frißet auch Fleisch, obst, käse[,]
brodt, undt allerley. Weiß sich zu curiren,
wann er krangk ist, undt gelegenheit darzu
hat, mit gesunden, heilsahmen kreüttern,
auf der weyde.
heütte saßen ihm wol 4 personen
klein, undt groß, auf dem Rüßel alleine.
Gegen abendt, habe ich ihn wieder im Stall
besehen, undt gespeiset. Seine ohren, seindt
ihm etwaß abgerißen. Solches kämpt von
der kälte her, welche ihn also erfröhret
in vorigen iahren, da man es wieder heylen,
undt schmieren müßen. Der Stentz, oder schwantz,
ist zwar, in der mitte, flächlich vieregkicht,
alleine am ende ist er rundt, undt schmahl[,]
oben auff aber am gesaße, ist er digk vndt
rundt. Jn Summa, an diesem Seltzahmen
Thier, ist viel wunders zu betrachten,
Sonderlich, hat mir anlaß darzu gegeben,
das 40. capittel hiobes, wo selbsten
vom Behemoth, oder Elefanten, geredet wirdt,
vom 10. vers, biß auff den 20ten:6.
Er sol auch im Sommer, wann es sehr heiß ist,
undt er kein waßer bekommen kan, mit dem
Rüßel oder Trump, in den halß greiffen,
einen großen Strohm heraußer ziehen,
undt sich selbst damit seinen leib,
übergießen. Daß hat ihn die Natur gelernet.
Er sol 9000 pfundt wägen.
Jm Sahl hat er sich sehr geförchtet zu gehen,
wegen des gewölbes überm keller, auß vor-
sichtigkeitt, damit es nicht einfallen möchte,
wie auch auf der Schloßbrügke.
Der kerll sagte, er wolte ihn wol
von hinnen nach Staßfurth schigken,
undt ein geschäfte anbefehlen, briefe, oder
anders zu bestellen, undt wiederzukommen,
Er wüste, er solte alles wol, undt
fleißig verrichten, auch seinen weg, wol finden.
Jm Stall stehet er am halße undt einem
bein, angebunden, bammelt immer hin: vndt
wieder, wie ein Tantzbähr, undt das sol seine
ruhe sein. Er kan sich aber auch wol niederlegen.
Er sol zimlich geschwinde gehen können, wann er will,
undt wann er warm wirdt. Ordinarie gehet er langsam.
Jn die kirche, undt wochenpredigt, conjunctim.
heütte ist der Elephante, weggeführet
worden. Alß man ihn, auß dem Stall, gebracht,
hat er sich baldt gewendet, undt ist nach
dem Sahl, undt keller zu gegangen, hat
fleißig nach den Sahlfenstern, gesehen,
ob er der gesterigen wolthaten wieder
genießen köndte? Endtlich, alß er forth-
gemust, ist er doch gar ungerne zum
Thor zu, viel weniger gerne über die
Zugbrügke gegangen, ob ich schon dieselbige
habe mit 2 baẅmen, understützen laßen.
Alß man ihn nun, mit Mühe, hinauß
getrieben, ist der eine bawm, (so baldt
er v̈ber die krachende undt wagkeln-
de Zugbrügke gewesen,) weggefallen,
von dem schwehren gewichte. Das Thier
ist den berg hinundter an die Sahle geführet,
undt hat immer wieder zurügkec, ungerne
aber auf die Fehre gewoltt, da dann der
laßt auch zu spühren gewesen! Jenseyt aber,
|| [[Handschrift: 268r]]
am vfer, hat sich der Elefant kurtz umbge-
wendet, das Schloß in die höhe angesehen,
einen stargken <kläglichen> Schrey gethan, undt vnß
gleichsam vmb hülfe vndt vffenthalt ange-
ruffen, auch darneben sich vielleicht vor
empfangene gutthaten bedangkt, hat
sich auch, nach der Stadt zu, nicht wenden
wollen, biß ihn seine unbarmhertzige
Treiber, mit scharfen schlägen, darzu
genöhtiget, undt gezwungen. Worüber
sich, nicht unbillich, hoch zu verwundern!
undt Gottes Allmacht[,] <weißheitt>, undt gühte, in
seinen Creaturen, undt geschöpfen, zu preisen!
Er hat zwar 9010 Pfund (libra)℔: auf den Schiffen,
gewogen, undt ist also taxiet worden. Dieweil
man ihm aber die helfenbeinerne Zähne,
außgeschlagen, (damit er mit dem Trump,
beßer spiehlen kändte) seindt 10 Pfund (libra)℔: abgegangen.
Das er sich, vor Ratten, undt Mäusen,
förchten solle, (wie etzliche wollen) ist eine Fabel.
Groß seindt die wergk des herren, wer ihr
achtet! der hat eitel lußt, undt Freẅde daran!
I'ay donnè 12 Dalers, au maistre, 2 Dalers aux Valtes, & ils
|| [[Handschrift: 268v]]
ont estè, & sont party trescontens, ayant eü
assèz, a manger, & boire, & leur Elephant aussy.
Matz Krosigk, ist herkomen, aber alsobaldt
wieder verrayset, weil er den Elefanten, nicht gefunden. et cetera
Ein kupferstügk, ist mir heüte, umb, vndt vor
6 gute Groschengg: verkauft worden, darinnen alle des Ele-
fanten künste, biß auf 2 zu befinden: 1.
Wie er seine Reverentz thut. 2. Wie er den leütten
dangkt, vor ihr geldt? (unum et idem!) 3. Wie er
sich, zur erden Niederleget?<die fahne schwinget?> 4. Wie er geldt im
hosensack suchet? undt dahin wider gibet?
5. Wie er Tantzt, (aber gar unbehelflich). 6.
Wie er sich artig, mit einem besen, an stadt der
bürste, oben undt undten kehret? 7. Wie er
einen keßel mit handtwaßer, bringet? 8. Wie
er fechten kan, auf den hieb? 9. Dergleichen
auf den Stich, oder Stoß? 10. Wie er die pohte gibet?
11. Wie er einen Stüber, von der erde, aufhebet
undt darreichet? 12. Wie er einen Reichsthaler
aufnimpt, undt wiederholet? 13. Wie er eine
Reverentz, mit dem huht machet, ihn artig
auffsetzet, undt wieder abnimpt, auch dem iehnigen
zubringet, welcher ihn ihm gegeben, undter dem hauffen?
|| [[Handschrift: 269r]]
14. Mit einer Stügkkugel stellet er sich,
alß schieße er dieselbige loß dreymal,
vor den Fürsten, vor die Gemahlin, undt
iunge herren, wirft Sie auß dem fuß, undt
schreyet, iedes mahl darzu, alß ob er
den schall der Cartaunen, wollte nachruffen!
15. Er wirft die iungen, über einen hauffen
die auf ihm lange genung geritten haben,
wann es der hüter also befihlet.
16. Den Trompter, der da bläset, träget er
auf seinem Rüßel, undt leßet ihn, immer
blasen, kan auch noch mehr leütte, darauf tragen.
17. Er leget sich nieder, auf die erden, undt
auf die seytte, wie ein Müder, matter Mensch,
stehet aber wieder hurtig auff, wie ein pferdt,
wann es ihm sein Meister, mit einem wortt befihlet.
Darzu kömbt noch: so nicht gedrugkt, noch
aufgezeichnet, 18. das pistol loß schießen,
(wiewol daßelbige auch schiene mit künsten,
zuzugehen)[.] 19. Das er nebenst dem hüter, auff
der Trummel schlagen kondte! undt diese 2 Stügke,
sol er erst, gar neẅlich gelernet haben. Mirabilia!
Bartoldt lackay, ist mit schreiben, von Strehlitz
wiederkommen, von beyden Schwestern. et cetera
Vom Elefanten, (so gestern noch in der Stadt
geblieben undt gespiehlet, nicht allein aufm
Rahthause, sondern auch vor dem Superintendenten
habe ich gehöret ferner:
Daß er heütte Morgen, nach eingenommenem
frühestügk, an brandtewein, zugker,
undt Semmeln, (die wir ihme geschigktt)
ofte nachm Schloß, gesehen, undt gar schwer-
lich, auch auß der Stadt, hinwegzubringen
gewesen, dann er sehr wol alhier, tractiret
worden. Mag sich auch, vor dem stargken
winde, undt ungewitter, förchten.
Er sol nicht 2 iahr, sondern 3 iahr, einen
fœtum tragen, undt so keüsch sein, daß
er nur einmahl, cum masculo congredij-
ret, darzu niemalß vor den leütten,
auß Sonderbahrer schahmhaftigkeitt.
Dieser Elefant aber, ist niemalß,
|| [[Handschrift: 270r]]
cum masculo, admittiret worden, dann
man ihn alß ein kleines Elefanten kalb,
auß Batavia in der Jnsel Java, auf den
armen, hinweg getragen. Vndt ob er schon
eine fæmina ist, heißen Sie ihn doch immer,
mit dem Nahmen: Jungker hanß,
wann ihm seine hüter zuruffen. Er hat
die pudenda an dem orth, da die kühe,
undt andere Thiere, ihre Zitzen haben,
Seine Zitzen hat er hingegen, undt
deren nur zweene, [ba]ldt vorne vndter
der brust. Förcht[en] sich, weder vor Maü-
sen, noch vor Saẅen, undt es gibet die
experientz, in etzlichen dingen, viel
ein anderst, alß etzliche veteres & mo-
dernj Philosophj, ac Physicj, ex relatione
aliorum, darvon schreiben. Jn etzlichen
dingen aber, treffen Sie, dennoch ein.
Der Barnefeldt, ist so höflich gewesen,
das er diesen Elefanten, vor dem Superin-
ten[!], vmbsonst undt vergebens, mir zu ehren spielen
lassen, undt einen davor offerirten Ducaten, nicht annehmen
|| [[Handschrift: 270v]]
wollen.
Alß er über die Zugbrügke mit gefahr
gegangen, undt einer den Barnefeldt ge-
fraget, wann er in graben sich Todt fiele,
waß er machen wollte: hat er geant-
wortett: der schade müßte sein zwar
sein, weil er die brügke selber gesehen,
undt man dieselbe, nach seinem willen,
understützet gehabt, alleine wann
ie der Elefant, sich Todtfallen sollen,
(ihme zum höchsten schaden, undt verdruß),
hette er doch no[ch] wol, in die 1000
ThalerThlr: von seiner hautt, Zähnen, klawen,
undt allem, waß er an ihm hette, lösen
wollen. Wann aber waßer im graben
gewesen, wolte er es nicht sehr geachtet
haben, dieweil der Elefant wol schwimmen
köndte, undt wol eher in hollandt (mich
deücht zu Rotterdam) inß waßer, geplumpt.
Mußkeeten kugeln, sollen nicht leicht,
durch gehen, wann sie abgeschoßen auf die Ele-
fanten werden, weil ihre hautt zwar hart ist,
|| [[Handschrift: 271r]]
siedennoch[!] auch nachgibet, wie dichte wollsägke
dergleichen in Jndien solle sein probiret worden,
daß 50 Mußcketirer zugleich, auf einen Elefan-
ten feẅer gegeben, die kugeln aber abgesprun-
gen, vndt sich platt geschlagen, alß von einer
Mawer, also daß es demselben Thier nichts geschadet,
hingegen hat es grimmig einen von denen
zurück gebliebenen Mußcketirern verfol-
get. Selbiger aber ist dispost gewesen,
hat einen digken bawm erreichet,
undt ist um[b densel]bigen so lange herumb
gelauffen, biß i[hn s]ein verfolger der Ele-
fant, (so ihn gerne, mit dem Rüßel,
mit den Zähnen, undt füßen, erreichet,
undt zermalmet hette) in dem vmblauff,
nicht mehr folgen können, Sondern vor seiner
ungeheẅren schwähre, so matt,undt
müde worden, das er von ihm ablaßen,
undt darvon wandern müßen, da er
dann greßlich gebrüllet, vor zorn, auch
Stogk, vndt Stauden, kleine bawme, auß der
erden gerißen, mit den Zähnen vndt Rüßel, vor boßheitt.
et cetera
Oberlender, ist heütte von Ballenstedt,
wiederkommen.
Victualien, von Ballenstedt, seindt darauff,
gegen abendt, gefolget.
Avis: daß Eberhardt heitfeldts zu Quedlin-
burgk sein Todt erfolget, vom schregken,
welchen er, über dem vngeheẅren ersehenen
ungewöhnlichen Elefanten, entpfangen. So
sol auch auß eben dieser vhrsache, der hofraht,
Caspar Pfaw, krangk worden sein, worüber
wir unß, nicht weni[g ve]rwundert.
heütte haben sich al[...] [me]ine leütte,
verlautten laßen, [d]iß Thier wehre kein
Thier, sondern ein gespenst, ein blawer dunst,
so magica virtute die augen verblendete.
So seltzame opiniones, haben offt die leütte!
in dingen, die ihnen zu begreiffen unmüglich,
undt ungewohnet sein. Der Teüfel hat ie
nicht macht (ohne Gottes willen, undt sonderbahre
verhengnüß!) eine <elende> Saw, zu besitzen, viel weni-
ger, in einem so Frommen, vernünftigen, Edlen
Thier, (darauß man Gottes weißheitt, güte, undt
Allmacht herrlicher weyse, durch so ein schönes
|| [[Handschrift: 272r]]
geschöpf, zu spühren, undt augenscheinlich zu sehen)
seines gefallens, zu operiren. <Es sündiget auch weniger, als Gottlose verwegene Menschen. et cetera>
Gegen Abendt, ist die Fraw, von Roßaw,
der Königinn in Dennemargk, hofmeisterinnn,
mit der Fraw von Bayern, anhero kommen,
Meiner freundlichen herzliebsten gemahlin Liebden, zu zusprechen.
Freitag♀ den 16den: November 1649. böser/gefährlicher/schädlicher/unglücklicher/unglückseliger Tag (tatsächlich oder befürchtet)ꘉ
Der vielfältige Regen, machet die wege
grundtloß: Es kan fast kein bohte forth-
kommen. Die Fuhrleütte, beklagen sichs
sehr. Der gute Elefante, wirdt es auch
fühlen, vndt empfinden. Die raysenden haben
es übel. Gott gebe in allen, beßerung!
Avis: daß der Oberste Volkmann, (so am Bo-
denSee gelegen,) mit 14 compagnien von Manßfeldt
kompt, vndt 12 bespannete wagen, begehrt.
Obrist leutnant Micrander, (welcher, zu Sanderßleben
lieget) hats avisirt, undt zeücht ihnen entgegen.
Bürgermeister Döhring, ist auch alß ein Außschußstandt,
vom Ober: vndt VndterDirectore, nacher Cöhten,
zur abrechnung citiret worden. Jch concedire es,
connivendo, weil dem Bernburger Antheil an der abrechnung
der kriegeskosten itzt gelegen, Protestire aber, wieder solche immediat evocation.
Capitain Michel Eberdt, hat sich bey Mir præ-
sentiret, wie auch sein Schwäher, Adam
von Bidersehe, der 74 iährige allte.
Jehner, ist ein Patritius von Stargardt
auß Pommern, ein allter Soldat, undt
der die fructus bellj, zimlich versuchet,
in dem er hin, vndt wieder auch neẅlichst
vor Prag sehr beschädiget worden. et cetera
Er Hesius ist auch bey mir gewesen.
Je l'ay satis fait!
Christof Wilhelm Schlegel, hat sich auch praesentirt[.]
Der avis continujre, das der Major Stoltzen-
bergk, von den Tremlingischen pawren, Todtge-
schlagen worden seye, weil er Sie auf Solda-
tische manier, tractjren, sie es aber nicht leyden
wollen.
Jn landschaftsachen, sonderlich, wegen Thei-
lung der Steẅren, habe ich viel verdrießliche
picquante schreiben, undt gutachten empfangen.
Gott erlöse mich doch einmahl von solcher
beschwehrlichen servitut.
Schreiben, vom herrn von Schrahtembach, von Hanover.
Der Elefant ist hoch 5¼ Ellen, lang 6¼ Ellen,
vndt digk 9 Ellen, wie ihn, unsere leütte,
unten im Saal gemeßen. Ein gewaltiges großes,
vndt in diesen landen, gantz vngewöhnliches,
wunderseltzames, ungeheẅres Thier, dennoch
eine creatur Gottes, undt der neben dem
Menschen erschaffen, auch der anfang der wege
Gottes, beyderley, beim Job: am 40.7
also genennet, undt gesetztet wirdt. Die ge-
lehrten, expliciren das wortt, anfang,
also; das es bedeütte, den vorzugk, vndt
præeminentz, undter den vierfüßigen Thiren,
auf erden. Jst dero wegen billich, zu achten! et cetera
<2 hasen, von der hatz.>
Den CammerRaht, Doctor Mechovium, bey mir gehabt,
undt seine jnstruction verfertiget, so er nacher
Cöhten, mit zunehmen, wilß Gott, das gebe zu glügk!
Schreiben, vom hofraht Pfawen, das mein bruder,
Fürst Friedrich gedengkt, vmb weyhenachten, (gebe gott) aufß lengste,
wieder im lande zu sein. Er endtschuldiget auch seine
herabkunfft, wegen der völgker, iedoch will er sehen. et cetera
Extra zu Mittage, Doctor Mechovium, gehabt.
Die avisen, von Erffurdt geben:
Daß die restitutio ex capite Amnistiæ, &
Gravaminum, neben dem jure reformandj,
undt restitution der exulanten, disputiret wirdt,
zu Nürnbergk; iedoch, hoffe man, einen vergleich.
Der Kayser, wil auch noch, die Churfürsten
consuliren.
Zu Wien, ist der friede mit dem Türgken, auf
20 iahr bestehtiget, undt die contravention
wegen der 40 dörfer, (so der Türgke eingezogen,
dem frieden zuwiederd, undt sich huldigen laßen)
repariret in Vngarn.
Königinn in Spannien, hat von deütschen,
niemands mehr, als einen Artzney Doctorem,
vndt 3 geistliche, undt Jesuiten, bey sich.
Die Spannische provintzien, inn: undt außer-
halb Spannien bitten, vmb eine gesegnete
Ehe, undt umb Mannliche leibeserben.
Portugall ist in alliance mit Frangkreich,
offeriret eine flotta wieder Spannien, undt eine
heyrath, vor seinen Sohn, mit der Madamoyselle d'Orleans.
Die 2 millionen, so er nach Cività Veccia
geschickt, den Pabst zu complaciren, wollen
wegen der Spannier contraminiren, noch nicht
angenommen werden, viel weniger sein Legatus8.
Jn Napolj, gehen die persecutiones forth,
undt es werden große gühter, undt gelder
eingezogen, viel leütte auch, am leben, gestraft.
Der pabst hat accordirt mit Parma, derowegen
vermuthen die Venezianer dannenhero großen
secours. Jn Candia, ist durch der Maltheser
Ritter, Tapferkeitt, die vom Türgken
mit 14000 Mann durch Sturm, eroberte
Schantze Mocenigo, vor der Stadt Candia,
recuperiret worden, weil die Türgken, zu mächtig,
deren doch, viel Tausendt, durch minen, undt
verborgene feẅer, in die luft geflogen. Jn Dal-
matia, haben auch die Morlacchj, etzliche Türgken,
geschlagen, (der Nachdrugk, ist zu desideriren.)
Jn Frangkreich, währet zu Bordeaux, die
unruhe noch, zu Paris ist nicht alles so klahr,
General Rantzow, ist auch unschuldig erkandt, undt liberi- || [[Handschrift: 274v]]
ret worden. Begehret einen Ehrlichen abschiedt.
Graf Magnus de la Garde, zeücht nacher
Leiptzi Dresen[!].
Die Schweden, stehen im Mißverständen
mit den Frantzosen, gönnen ihnen nicht:
Ehrenbreittstein, noch andere avantages.
Jn Schlesien, ist die reduction der Schwedischen
Soldaten, undt die abführung der Stügke,
suspendiret, wiewol sie schon auf der
Oder, eingeschiffet gewesen, nacher
Stettin, zu gehen.
Die Staden disputiren, ob sie der neẅen
Engellischen Regierung, zu Londen, Gesandten,
(alß einer Souverainen Respublique,)
noch admittiren wollen, oder nicht? im haagen?
Jtem: wollen Sie, 50 compagnien zu Fuß,
vndt in die 10 compagnien zu roß, auß-
ländische, reduciren, undt abdangken.
General Cromwell, hat aufs neẅe
in Jrrlandt victorie gehabt, undt
den jmportanten haven Wexfordt, mit
Stürmender handt erobert, in die 2000
|| [[Handschrift: 275r]]
Mann, niedermachen laßen, vndt gantz
Jrrlandt, fast übermeistert. Er hoft
auch noch, Pfaltzgraf Ruprecht, undt Moritz,
wie inngleichem den König selbst, zu
blocquiren, vndt in seine gewaltt, zu kriegen,
(davor Gott, in gnaden seye!)[.] Die
Schotten hingegen, seindt gut Königisch,
vndt haben sich in Jarsey, so wol alß
im haag, angemeldet, undt zur assistentz
sich erbotten.
Jn Polen, gibts rebellionen, undter den
Reüßischen pawern. Die Tartarn, vexie-
ren sich, mit der Müntze, undt wollen
nur, mit SchwertThalern der holländer, undt
keinen andern, bezahlet sein. Die Königinn
ist krangk, der ReichsTag tritt heran.
Dem Großcantzler, wirdt alles unglügk imputirt.
Jn der Osst See, vor Lübegk undt Gottorf,
ist großer schade geschehen, durch einen Nordosten
Sturmb, undt Springflut. Viel menschen, länder,
undt viehe seindt verdorben. Jn der WestSee, höret man auch
von naufragiis, Schiffbruch, undt unglück. etcetera
eBeschreibung der länge, höhe, Weite vndt größe
deß Elefhanten, Alß:
| Ellen | Viertel | |
| Die höhe oben vom Rücken biß an die Seide herunter | 5 | 1 |
| Die Länge in allem, vom Rüßel an, biß an den Schweiff | 6 | 1 |
| Die Weite vmb den leib herumb | 9 | 1 |
| Die länge deß Rüßels, von Kopffe oben an, biß gantz ans ende | 4 | 1 |
| Die länge deß Rüßels vom Munde an, biß gantz ans ende | 3 | 1 |
| Die Weite deß Rüßels, oben am Munde | 2 | 1 |
| Die Weite deß Rüßels vorn am ende | 2 | 3 |
| Die länge der Ohren, gerade herunter | 1 | 3 |
| Die Weite der Ohren mit den Ohrlapfen | 3 | 1 |
| Die länge deß Kopffs, ohne den Rüßell | 2 | 1 |
| Die breite deß Kopffes auff der seiten | 1 | 2 |
| Die länge deß leibes ohne den Kopff | 4 | 2 |
| Die breite vorne an der brust | 2 | 2 |
| Die breite hinten beym Schweiffe | 1 | 3 |
| Die länge deß Schweiffes | 2 | 1 |
| Die br<W>eite deß Schweiffes gantz oben | 1 | 1 |
| Die br<W>eite deß Schweiffes gantz unden | 1 | 1 |
| Die länge der füße, vom bauch an biß zu der Erde | 2 | 1 |
| Die Weite oben am knie des beines | 3 | 1 |
| Die Weite oder vmbschweiff deß fußes gantz vnden | 2 | 2 |
Avis von Zerbst, daß mein vetter Fürst hanß,
☽tag, oder ♂tag, dahin kommen, undt seinen einzug
halten, auch die Brautt, heimführen werde.
Jtem: daß graf Magnus auch dahin kommen solle,
undt seine resolution, nacher dresen[!], zu ziehen,
gählingen geendert. Oberste Steinagker
logire auch daselbst, mit 14 compagnien,
undt die durchzüge incommodiren das landt.
Jtem: daß der iunge Mann, Er Melchior Theo-
dorus, (welcher alhier im Sommer, eine probpredigt that
|| [[Handschrift: 276r]]
undt nach Ballenstedt, zum Diaconat, vociret
werden sollte) zu Zerbst, den 16. diß, des Morgens,
frühe umb 3 uhr, ohne krangkheitt, gählingen
gestorben. Gott genade ihm! undt bewahre
ferner, vor plötzlichen, geschwinden zufällen!
Jch habe hieroben, auf dem Sahl, Magister
Enderling, predigen hören, vndt darnach
mit ihme, conversirt, ihn auch extra, zur
Mittagsmahlzeitt behalten, neben Tobias Steffeck von Kolodey[.]
Die Fraw von Bayern, ist auch noch alhier.
Avis von Cöhten, vom Doctor Brandt, das Fürst Ludwig
gar schwach sein solle! Gott erhalte! undt
stärgke Jh[r]e G[naden] et cetera gnediglich! undt väterlich!
Nachmittag, cum soro[re] & filiis, zur kirchen,
da der caplan Jonius, [ei]ferig gewesen, von der
haltung des Sabbahts, zu concioniren. perge
<6 hasen, Viktor Amadeus gehetzt, i geschoßen[,] 1 Räphun> <gefangen>
A spasso, in zimlichem bösem wetter. Die
waßer wachßen sehr, alß die Elbe, Sahle,
biede, Lithe, etcetera Dörften sich ergießen, undt
schaden thun.
Mein Sohn, Victor hat heütte 6 hasen einbrachtt,
undt geh[e]tzt, auch 2 geschoßen, 1 Räphun gefangen.
J'ay donnè üne commission jmportante, a Philipp Güder[.]
Dieü la vueille conduyre! & benir!
Die Roßawinn, oder Roßing, zeücht hinweg
zu ihrer Königinn. Mit ihr, ist die Fraw
von Bayern, in bösem weg forth. Rittmeister
Geest, undt der Roßawinn Sohn, seindt auch mitt.
Sie haben sich gestern endtschuldigen
laßen, das Sie mir nicht aufgewartett,
der eine wolte unpa[ßlich] sein, der ander,
hatte zu schreiben. perge
Il a heürte ceste nuict, a nostre
porte fort naifuem[men]t. Dieu scait! ce,
que cela denote!
Schreiben von Croßen, undt Berlin. perge
Jn den Leiptziger avisen werden die
Erfurdter confirmirt, die Cromwellischen
Victorien in Jrrlandt, der aufschub, vndt ver-
zögerung, der Tractaten, zu Nürnbergk.
Die Pollnischen molestien, undt neẅer aufruhr,
der Spannier progreß in Catalonien, des Pabsts
|| [[Handschrift: 277r]]
præparatoria zum Jubeliahr, des Königs
in Engellandt, undt der pfaltzgraven gefahr,
in der Jnsel Jarsey, iedoch des Königes ver-
hofte assistentz, auß Schottlandt, den
Päbstlichen erkauff, des hertzoghumbs Castro,
das unglügk so zur See geschehen, so wol,
mit der springflut in der OostSee, alß mit
stargken naufragiis, in der WestSehe,
darzu dann addiret wirdt, die Suspension
der admission zur Bäbstlichen audientz deß
Portughesischen gesandten9, (unerachtet seiner
zweyen millionen), biß daß das Jubeliahr
vorüber, damit alles friedlich abgehe!
Die gefängnüß in Sicilien, des Don Juan
d'Austria, weil er nach dem Königreich
Napolj selber getrachtet haben solle.
Jtem: daß die Türgken in wehrenden tractaten
zu Wien, 300 Mann, bey Neẅhaüsel, niedergehawen,
undt ein castell, erstiegen vor der Stadt
Candia, (wejl ihrer sehr viel geblieben)
sollen Sie, abgezogen sein. Durch des Sundt, hat der
König jn Dennemark verbotten, kein Schiff mehr, passiren zu laßen.
Eine alte Prophezeyung meldet, daß anno 1650 Polen sol mit huff-
eisen gantz bedegket werden, welches Gott in gnaden, abwende!
Jn die predigt, cum sorore, & filiis.
Die Sahle wächßet sehr. Man kan
in den beüttel Mühlen, nicht mehr Mahlen.
Auch die große Mühle, leidet noth. Die
wege seindt sehr arg, vndt grundloße.
Mit der großen Fehre leßet sichs auch
nicht wol überfahren, weil das
der Strohm, in das waßerThor hoch hineyn
gehet. Jn Palbergk laüft die Fuhne
hinein, gar haüffig. Die avisen geben
auch, daß in Jtalien, die Etzsch bey Verona
undt andere waßer, sich treflich ergoßen,
undt schaden gethan haben sollen. Gott
wende alles, zum besten!
Bartoldt, ist glügklich von Hg wieder-
kommen. Jl semble que Philipp Güder aura dü progrèz,
moyennant l'ayde de Dieu; si ie doibs iüger;
selon les premieres apparences, & circonstances?
Je ne peux oublier encores, feü mon bon fils,
l'ayant trop abbandonnè, au babil, et cacquet,
de ce charlatan, Doctor Brandt sans songer, a son inexperience!
J'ay discourü beaucoup, avec mon bon chirür-
gien, Hans Wenzel Rothe de son mal, & il m'a monstrè,
que i'ay malfait, de me fier trop au Docteur Brandt
& trop peü, a luy, car il a apprins, des beaux
secrets, dü feü Docteur Sennertus a Wittemberg, &
d'autres, ce, que je ne scavois pas auparavant. perge
Ô! que l'homme est malheüreüx, quj ne se
laisse guider, de la vraye rayson, & se
laisse aveügler, de fallaces pensèes! Ohime!
Mit Schlegeln, conversirt, welcher heütte
bey dem Maior Schierstedt, undt bey Rittmeister
Sperling, in Einsidelß hause, gewesen.
<5 Räphühner 1 Hase.>
heütte hat das naße wetter, nachgelaßen, undt
ist auf einen Frost, gefallen.
Jch bin mit meinem Söhnlein, Carolo, auf die
krähenhütte, gegangen, undt habe einen schönen
Stoßvogel, nebenst einer krähe geschoßen.
Mein Sohn Victor aber, ist nach Räphünern
gezogen, undt hat deren 5 nebenst einem hasen, einbracht.
Die Amptßacta des gewesenen Amptßraht, Geörge
Panßen, seindt heütte, dem Amptmann Reichardt, in
præsentia meiner Commissarien, extradiret worden.
Freitag♀ den 23. November 1649.
Secretarium Paul Ludwig bey mir gehabt, welcher mir
viel importirliche sachen, vorgetragen. perge
A spasso, in stargkem Frost.
Er Benjamin, ist diesen abendt bey mir gewesen,
pour faire inprimer des Catechismes d'Heidelberg. perge Sed
remoræ jnterveniunt! Patientia! Sathan
s'oppose, quand il peüt, au bastiment dü Temple
de Dieü, lequel le vueille confondre, & aneantir.
Schreiben von Jakob Ludwig Schwartzenberger[.] Difficultè, & revolü-
tion en toutes choses. Nülle esperance, en rien.
Kläglich ists, das er die Ziffern, gantz verkehret,
undt versehen, also daß ich nichts rechtes lesen kan.
Estrangè Metamorphose, en des telles, importances!
Avis von Ballenstedt das der Oberste Volckmann, am Montag☽tage
mit 4 compagnien zu fuß, undt vielen abgedangkten
Officirern, durch hoym, paßiret, die hoymer haben 4
wagen, sampt den pferden, zum vorspann ihm geben
müßen. Jtem: vermeinet er, das wieder 4 Regiment
im anzuge, seyen, von Manßfeldt, hero.
An itzo, können die fuhren, mit der Fehre, nicht
v̈ber die Sahle, gehen, weil das waßer schon
ein par Tage hero, so sehr angelauffen, undt gewachßen.
Songe; qu'ün Vieillard, m'auroit admonnestè
de prender garde a moy, que 12 nobles a
Cöhten, avoyent ün desseing, de me dèsvalliser
en chemin, & ce Venerable estoit vestü de
noir, avec ün manteau, ayant üne belle
barbe grise. Jl adjousta, qu'il me les nom-
meroit encores. Et en l'èscoutant atten-
tivement, je m'èsveillay! Dieu nous preserve!
Avis: das der schöne Elephant, alß er über die
Elbe, traijciren sollen, auß der fehre gesprungen,
undt ersoffen. Wehre wol schade, umb das edle Thier!
undt werth, das man es beklagen, undt bedawren
sollte, zumahl da es fast menschen verstandt hatte!
Jtem: aviß, daß hindter halle, eine wolgken-
brust gefallen, undt die waßer, nebenst
dem Regen, also ergrößert, auch ein dorf
verschwemmet.
Zu Deßaw, sol die Milde den lachß-
fang, die halbe Mühle, undt andere felder,
verschwemmet haben. Jst also überall schade!
O Gott! erbarme dich unser aller,! vndt
unserer Nachtbarn! auch aller frommen Christen!
Dornaw ist bey mir gewesen zu referiren.
Schreiben, dal hermano, in jmportantissimis.
perge
Daß die Nürnbergische Tractaten, sich noch
zaudern, wegen Frantzosen, vndt anderer
opposition. Gibt also verzögerungen!
Jn Spannien, ist die Türckische
bohtschaft, mit gewaltigen præsenten,
undt schönen offerten, (so unerhört, in ein pahr
seculis) ankommen. Gott schaffe friede der
Christenheitt!
Zu Wien, geben es die Türgken
guht vor, gleichwol streiffen Sie, vndt occupi-
ren in Ungarn, waß Sie überfallen können.
Zu Candia haben Sie in stürmen, in die
14000 Mann verlohren, undt sejndt abgewichen.
Zu Rom, seindt in die 40000 Menschen,
an der pest, gestorben. Sein schlechte præparatoria
zum Jubeliahr. Duca de Jnfantado, Spannisch
Königlicher Ambassador ist stadtlich recipirt, bringt
viel offerten, befördert den Parmesanischen Frieden,
|| [[Handschrift: 280r]]
ob schon der pabst, das Fürstenthum Castro, mit 1700 mille
kronen, bezahlet, auf redemption in 8 iahren,
neben des Duca schulden. Der Portuga-
leser10, wirdt noch nicht recipiret. Die pest re-
giret, hin: undt wieder in Jtalia.
Jn Jrrlandt triumphirt Cromwell,
mit seinen ungerechten waffen, hat Wexford
vndt Waterfordt erobert, undt spielet den
Meister. Printz Ruprecht, ist mit mühe
seiner Macht, zu waßer, nacher Jarsey;
zum Könige, endtrunnen. Cromwell achtet
kein volgk. Spielet, alla desperata,
quitte, ou double! Gott dempfe,! alle übelthat!
General Erlach, lieget Todtkrangk, in Briesach,
Gott erbarme sich Seiner! undt helfe ihm!
Don Juan d'Austria, soll die Catolische
zu Malta gefangen gewesene, bekehrte
Türckische Sultanin11, des itzigen Kaysers
(welcher sich, einen herren der gantzen weltt,
tituliret) Schwester heyrathen, undt das
Heilige grab, auch noch eine andere Provintz in Türkey
mittbekommen. Wunder seltzame Metamorphoses!
Die Cosagken Trawen den Polen, noch nicht,
halten sich in guter bereitschafft, vndt
haben eine mächtige armèe beysammen,
ihren getroffenen vergleich, mit dem Sebel
zu confirmiren, weil die Polen tergiversiren.
Printz Sigmundt Ragozzy; will eine
reformirte Dame heyrathen. hat zu Caßel
einen korb bekommen, weil Freẅlein
Charlotte, schon versprochen, mit dem Chur-
fürsten Pfaltzgraven. Jnterim, recerchirt
er andere.
Die reformirten zu Sigen, haben die
Catohlischen, par force außtreiben wollen,
undt also ihre gut sache, böse gemachtt.
Lottringen, schwärmt an den Spannischen
gräntzen, man trawet ihm nicht, und er
hat Chur Cölln, offendiret, im Stift Lüttich.
Der Archidux Leopoldus zeücht viel Schwedisch
volgk, an sich.
Jn Frangkreich, ist die unruhe zu Bourdeaux,
noch nicht gestillet.
<1 hase die Wirschleber einbracht.>
Aufm Sahl, hat der hofprediger, Er Theo-
poldus geprediget.
Extra zu Mittage, Doctor Mechovius, [...]<undt>
[...] der hofprediger gewesen.
Nachmittags, cum sorore & filiis zur kirchen,
da dann der iunge studiosus, undt initiant,
Ottmar, fein geprediget. perge
Postea habe jch ihm zugesprochen, a casa.
Avis von Zerbst, von dem Einzuge des
Fürst Johannsen, so ordentlich, undt prächtig,
angeordnet gewesen.
hJn den gestrigen Avisen stundt nachfolgende particula-
ritet.
Aus Meylandt, den 9. November Stylo Novo
Daß vor Candia im Jungsten Sturm über 14000 Türcken todt
blieben vnd zu Madritt ein Türckischer gesandte12 an kommen, ist
gewiß, was solcher vor ein Creditiv v̈ber liffert vnd vor ein schrifft-
lich anbringen gethan, ist aus der Spannischen sprach in das Teütsch
überbracht, vndt lautet also:
Creditiv.
Alij Soliman, herr des Ottomannischen hauses, Keyser vnd herr
der herren vndt Fürsten der Welt, haubt vndt Verthädiger
des durch vnsern Propheten Mahomet gegeben vnd vns er-
klärten gesetzes,
dem gloriosisten Fürsten, aller Christlichen Fürsten,
Scheid: vndt Friedemachern der Nazarenischen händel,
mächtig, vndt in allem voller Tugendt. Königen Philippo,
|| [[Handschrift: 281v]]
deßen Ende gut, vndt nach freundlich vnter vns geschloße-
nen Frieden heyl sey.
Das lob der ehren aller eweren tugendten Herz, Ob zwar
die gesetz deren wir vns bekennen, vnterschieden seind, hat
gleichwol mich nicht gehindert, ewere gloriose Vernehmen zu-
erkennen, vnd hoch zuachten, ohne ewere Feinden, so in großer
anzahl seind, zu helffen, nach dem mich ieder zeit ihrem vor-
nehmen entzogen, ihre Feldzug vndt armeen, so auf den
beinen waren, verhinderende, auf daß Jhr gegen Sie die
euch gebührliche Obsiege habt können erhalten, Soviel mich
belangt, weiln mit den meinigen alle Macht bey mir wehre
genugsamb, dieselbe in solchen Standt zusetzen, daß deren Abgang
nicht zubefahren. Meines Theils sonsten werde ich vollen-
ziehen alles, was mein Bahsa, Cammer herr13 vns freundt mit
Euch wirdt einig worden sein, deme ihr allen glauben werdet
zumessen. Wahr vnterschrieben
Der herr der gantzen Welt.
Anbringen des Türckischen Bottschaffters, in Schrifften.
1. Der Gros herr wird in ihrer Catholischen Königlichen Majestat gewalt
das heilige grab, vnd andere heilige orth zu Jerusalem vn-
tergeben. 2. Daß ein freyer handel vnd kauffmanschafft
in allen Porten vnd häfen des Meers sey, auch kein Meerzauber
vnd Seefanger gelitten werden sollen. 3. Daß Don Johan
di Austria mit der Sultanin14, so ietzo Catolisch worden, vnd
deme man ein Königreich in des Grosherrn landen zuerwehlen
frey geben wirdt, heyrate. 4. Das man ins künfftige bey-
derseits keine gefangene oder Sclaven machen, sondern die,
welche ietzo seind, von ein vnd anderer seitten loßgeben vnd
restituiret werden sollen.
Man sagt, daß die Sultanin die leibliche Schwester des
Großherrn sey, welche mit ihrer Mutter15 im Krieg durch
die Ritter von Malta gefangen, vndt zum glauben
bekehret worden.
Præsent, vnd kostbahre sachen, so Jhrer Mayestät et cetera
v̈berbracht worden:
1. Vier löwen mit ihren ketten vnd halsbändern von
feinem golde, worauf Jhrer Maystät Wappen gestochen.
2. Zween Säbel mit eingelegten güldenen handgriff,
|| [[Handschrift: 282r]]
zubehörlichen scheiden vndt güldenen ketten. 3. Vier Käst-
lein voller meßer mit guldenen hefften, scheiden, vnd mit
Perlen besetzt von hohen werth. 4. Zwölff Einhorn, Jedes
12 handbreit hoch, mit gold belegt, vff deren dicke Jhrer Meyestät et cetera
wappen. 5. Vier vnd zwanzig Türckische Teppich mit Goldt
vnd seiden gewebt, bezeigende die Jenige Schlachten vnd Armeen,
so Jhre Meyestät perge von der zeit Sie Erbe der Cronen seind, gehabt.
6. Ein bettlädle von Christall vnd gold, auff form einer Galleren
gemacht, mit Portierten vmbhängen, worauf Jhre Meyestät Victorien
zusehen. 7. Zwey kleine güldene kasten, voller Plumen vndt
Federn von großen werth. 8. Ein anders Christallen kästlein
mit köstlichen Perlen übersetzt, in welchem 40 stuck Bezoar,
Jedes stuck wigendt 14 Vntzen. 9. Ein bettdecke mit 40
güldenen Sternen, in welchen zusehen die Obsiege, welche
der Keyser erhalten. perge
iGegen abendt, ist die böse post einkommen,
daß Meiner gemahlin Factor, der Jacob (von Staßfurth)
mit gelde, undt allem, außgerißen, vndt
Meiner gemahlin wagen, undt pferde, zu Garleben,
im Stich gelaßen. Mundus vult decipj!16
Montag☽ den 26ten: November 1649. böser/gefährlicher/schädlicher/unglücklicher/unglückseliger Tag (tatsächlich oder befürchtet)ꘉ
Die Sahle fället nun wieder, also daß
man gestern überpaßiren können, alhier zu
Bernburgk, in der fehre, mit laßtwägen. perge
Meine gemahlin, ist sehr geschäftig, ihres schadens,
sich zu erholen. Schätzet ihn auff 1000 ReichsthalerRthlr: Gott
gebe uns wieder, was uns sehlig, undt gut ist!
J'ay èscrit, en Nordwest, Dieu nous soit
en ayde, & conduyse! & reconduyse heüreüsement[.]
A spasso, in schönem, iedoch kaltem wetter.
perge
Schreiben von Ballenstedt, in crassis terminis!
Conferenze mit Reichardt, undt ander Jonio,
ieglichem absonderlich.
Jn den Leiptziger avisen, stehet (über das iehnige
so in den Erfurdtischen, gestanden:)
Daß Cromwell Waterfordt, Wexfort,
undt Jounghall eingenommen, auch Kilkenny belägert,
die Königlichen stärgken sich in Jarsey, die Schotten
inngleichem, helfen dem Könige, mit geldt, undt volgk,
Ormondt, undt Inchequin, Königliche Generallen
haben sich verglichen. Die Pfaltzgraven seindt
in Jarsey, ankommen, nicht ohne gefahr. Gott
bewahre Sie! undt den König! Carolum 2dum:.
Jm Niederlande triumphirt der Spannische Ambassador
Brün, im haagen, wegen der heyrath seines Königs,
mit Freẅdenfeẅern, Feẅerwergken, undt Stügken.
Frangkreich tractirt friede, mit Spannien,
undt hat noch unruhe zu Bourdeaux.
General Erlach, ist Todtkrangk zu Briesach,
Le bon Dieu l'amende & aye pitiè de luy!
hertzogk von Lottringen, hat mjt gewaltt,
quartier im Stift Lüttich, genommen, undt etzliche
1000 arme pawern, (so sich opponirt) erschlagen laßen.
Es leßet auch der Churfürst von Cölln, das neẅe
castell zu Lüttich, mit Macht, fortbawen.
Auf der Elbe bey Dämitz, ist ein Schiff, mit
2000 wispel getreydig, auf einen pflock
scheitternde, zu grunde gegangen, undt verdorben.
Zu Nürnbergk, lanterniren die handlungen.
Graf Magnus, rayse nach Dresen[!], ist suspendirt.
General la Riva, hat abermahl 30 Tür-
kische Galleren ruiniret.
Die türgken seindt vor Candia abgezogen,
nach verlust 14000 Mann, in etzlichen assaltj,
hingegen haben die Christen, auch viel volgk
verlohren, undt 2 generalln, Coloredo<, undt Grimouille.>
Mit Spannien, tractirt der türgke, wie gemeldet.
Die Reüßjschen pawren, rebelliren, wegen
ihrer herren, erneẅerten grawsamkeitt.
Die Cosagken, liegen im Armbrust!
Der pabst, macht stattlich præparatoria zur ent-
pfahung der Jubel gäste, unangesehen daß 40000
personen, an der pest in Rom gestorben. Er befehlt
auch Castro, in 9 iahren, wieder einzulösen, undt
nimbt auf sich, die Parmesanischen Schulden.
König in En Dennemargk, assistiret heimlich,
dem König in Engellandt, vndt helt landtTäge.
Jn Catalonien; victorisjren, die Spannischen. Die
Könjgjnn jn Schweden, ist etwan unpaß, hat
die Rüßischen Gesandten18, solenniter abgefertiget.
Adolf Jacob, der Factor, meiner gemahlin,
(den, man vor flüchtig gehalten) schreibet an
Meine gemahlin, von Staßfurth auß, endtschuldi-
get sich, wegen eines bösen schengkels,
negiret seine imputationen, klaget über
der fuhrleütte insolentz, ungehorsam, undt
wiederspenstigkeitt. Gibt also neẅe judicia!
Le Capitaine lieütenant Ayrer, a emprüntè, dix Dalers,
a Leipsigk, de Johann Christoph Wischer, le persuadant, qu'il
y estoit en mon service, pour m'acheter quelquechose,
ce qui n'est point. Jl a aussy arrestè hier, nostre
|| [[Handschrift: 284r]]
messager, avec menace, sous peine de la vie,
(bey leib, undt leben) qu'il le devroit attendre, mais
il ne l'a attendü, que jüsqu'a 3 heüres apres
Midy, & comme il n'est point comparü, le messager
s'en est allè. Ce delay non necessaire pour-
tant, a arrestè l'arrivèe dü dit messager, d'hier.
perge
<4 hasen.>
Jn die kirche, undt wochenpredigt, conjunctum.
Vnsere leütte, seindt von Staßfurth, wiederkommen,
berichten, daß Adolf Jacob, durchgegangen,
nach dem er, an Meine gemahlin geschrieben gehabt,
vndt er hat vorgegeben, er gienge nach Bernburgk.
Nachmittagß, hinauß hetzen geritten, mit
mejnem Sohn21, undt haben, vier hasen, gefangen.
<3 Räphüner Oberlender.>
Geschrieben nacher Wien, undt sonsten, am heüttigen
postTage.
Extra: Zu Mittage, Den allten Melchior
Loys, undt Doctor Brandt gehabt, welcher sich auch,
mitt eingeflicktt. et cetera
Victualien von Ballenstedt, mit 6 Wispelw: weitzen,
so ich, a Madame refundire.
<1 fux, mein Sohn22 gehetzt:>
Gestern, ist doch noch der Adolf Jacob, mit
list, anhero gebracht worden, von Staßfurth,
durch Bürgemeister[!] Weylandt. Offeriret sich,
in allem satisfaction zu erstatten.
heütte habe ich etzliche Acta revidiret, in
Gallicis expeditionibus, undt sonsten in Oecono-
mijsachen, anstaltt gemachtt. Gott gebe succeß!
heütte nachmittage, hat es gethawet,
nach dem frost, voriger Tage. Sonst ist
es zimblich windtig den gantzen Tag gewesen.
Das grundeiß gehet auch noch, auf der Sahle.
