<1 hase von der hatz.>
Jch bin hinauß geritten, mit meinem Sohn
Viktor Amadeus undt er hat gehetzt, einen hasen.
On dit, qu'il ne meürt pas seülement,
á Halle, plüs de 30 personnes, par jour,
ains aussy desja á Plötzkaw. perge Dieü
nous vueille benignement preserver!
Schreiben von Ballenstedt: daß das Ampt Eglen,
den graven von Schwartzburgk, auf 10 iahr
lang, v̈bereignet, undt der Churfürst von Branden-
burgk, auf die nähe komme.
Mit dem Amptmann zu Ballenstedt hat sichs,
durch Gottes gnade, undt fleiß des Medicj, zu Qued-
linburgk, etwas zur beßerung, angelaßen.
<Lichtmeßer. Frost.>
Wiewol wir, gestriges Tages, undterschiedliche
lerchen, gesehen, im felde, undt singen hören,
So hat es doch, diesen Morgen, wieder gefrohren.
La nouvelle de Halle, & de Plötzkaw, continuë.
Le bon Dieu, aye pitiè de nous! par sa Sainte grace!
In Oeconomicis, hat man zu thun gehabt,
wie ordinariè, insonderheit zu ende, vndt zu
anfang der wochen. perge et cetera
A spasso, Nachmittags, anß waßer, in die
Mühle, undt kunst. Die Sahle ist etwas gefallen.
Daß Chur Brandenburg den 14den: huius zu Gröningen
anlangen, undt biß auf den 10ten: Martij,
aldar verbleiben werde.
Daß zu Nürnbergk die Tractaten, wie ein
Aprillenwetter gehen, baldt siehet es einer
ruptur, baldt einem friedlichen zustande ähnlich.
Jehnes wirdt doch nicht præsumiret,
aber die tractaten, gehen langsam von statten.
Die Evangelischen prædicanten, werden von
den Kayserlichen auß Eger, vertrieben, dero gühter
confisciret, undt Sie lamentiren sehr.
Es continuirt mit der grawsahmen Ruhte
die man, über Warschaw gesehen, undt Sie
ist feẅrig gewesen, gegen Nordoosten.
Der ReichsTagsschluß daselbst in Polen, sol
sonst zu des Königes, undt der Cosagken ver-
genügung sich geendiget haben, undt dem
Könige stattliche armaturen der völgker,
deützscher vndt Cosagken, wie auch geldtcon-
tributiones bewilliget sein, der Königin inngleichem
ein ajuto di costa, zu iährlichem undterhalt.
Kayserliche Mayestät nehmen viel geldt auf, vndt
armiren mit Chur Bayern, de novo. Archidux
Leopoldt stärgket sich auch sehr, in Flandern.
Frangkreich disgustiret seine Schweitzer.
Sie seindt schwürig. Spannien machet sichs, zu nutz.
Der krieg mit Bordeaux ist zwar gestillet,
undt der friede publiciret, iedoch sol Düc d'És-
pernon viel violiren. hingegen seindt zu
Paris neẅe motus, weil der König, undt Köni-
ginn, die Printzen von Condè, undt Conty, haben
laßen, neben dem Düc de Longueville, auß dem
Königlichen geheimen rath, hinweg nehmen, verarrestiren,
undt in des Königes carosse, nach Bois de Vincennes, (da
Feldtmarschall Rantzaw, relaxiret ist) gefangen hinweg führen!
Jn Catalogna sol es auch neẅe empörungen,
contra Frankreich geben, undt Spannien hat ein auge darauf.
Jn Engellandt gehets noch wiedrig her.
Jn Cromwells armèe, grassiret die pest.
Die Schotten erwarten des Königes resolution.
Printz Robert macht gewaltige beütten,
auf der Spannischen See, hat einen Sicheren
haven, zur retirada in Portugall be-
gehret, damit er auch seine beütten, in
salvo bringen, undt verkeüffen köndte.
König in Portugall aber, hats ihme abge-
schlagen. Mag sich mit Engellandt nicht
verwirren. Die GeneralStaaden,
haben den Ambassador nach vielen pro-
vndt contestationen, der Engelländer,
admittiret, alß einen gesandten einer
freyen Republique, unangesehen der Printz
von Uranien, undt etzliche provintzien,
darwider protestiret, undt stargk sich
opponiret. Es scheinet, die Engelländer, haben
Sie terriret, mit ihrer Macht, undt hemmung
der commercien, Tuchhandel, häringfang, undt dergleichen.
Zu Trier, sol der alte Churfürst Todtkrangk
auf dem bette, undt von seinem Thumbcapittel
verarrestiret sein, dennoch pochen, auf die abbitte,
undt frantzösischen secours, des Generals Rosa.
Der General hanß Ludwig von Erlach,
(ein Tapferer hochberühmbter cavaglier,
undt mein allter diener) sol am 16den: Januarij;
in Briesach, gestorben sein. Gott genade! der
Sehligen, frommen Sehle! Also gehet mir, ein
bekandter, nach dem andern hinweg! Mi-
grandum, transeundum est! Memento morj!
Er hat viel große Thaten gethan, undt seinen herren,
alß ein redlicher Schweitzer, allezeit Treẅlich gediehnet[.]
Jst auch dadurch zu ehren kommen, undt hat in zimb-
lichem allter, sein leben also geendiget. perge Gott
segene alle redliche! undt die es Treẅlich, undt
aufrichtig, in ihrem beruff, meynen!
Die Türgken, sollen sich, vor Candia gewaltig
verbawen, vndt verhoffen, die feste haüpt-
statt selbiges Königs<reichs>, also zu emportiren.
Sollen albereitt, in die 50000 Christen, auß
selbiger Jnsel, gefangen, getödtet, veriagt,
auff die galleeren, geschmiedet, theils in andere
schnöde dienstbarkeit hinweg geführet haben, O iammer! O elendt!
Extra zu Mittage, Geörg Friederich von
Börstel, Churfürstlicher Brandenburgischer KammerJungker,
Doctor Mechovius, vndt Er Hesius, welcher vnß
aufm Sahl vormittages, geprediget. perge et cetera perge
Item: Die Rindtorfinn, vndt Tobias Steffeck von Kolodey. perge et cetera
Risposta von Ballenstedt, vom Amptmann,
undt kornschreiber. et cetera
<Regen die Nacht. 2 Rehe von Deßaw.>
Avis von Ballenstedt daß mir, die von Neindorf,
zu nahe gehetzt, vndt im Ambt Gaterschle-
ben, ihr diehner ereylet worden.
heütte hat sich, bey meinen leüttlin, ein
Soldat præsentiret von guter mine. Redet
Italienisch, kömbt auß des Königes
in Frangkreich, armèe her. hat 18 iahr
lang, dem kriege nachgefolget, vndt
jst mit guten Testimoniis, versehen.
Die letzten 5 iahr, hat er vor einen
corporal gediehnet. Wil mir, (weil
der krieg ein loch gewinnet, vndt nichts
sonderlichs, zu erwerben mehr sein möchte)
vor einen pflugk- undt Ochßenknecht, dienen.
Ein Fendrich dienet mir, vor einen Drescher. et cetera
Oberlender ist von Deßaw, undt Zerbst, mit 2 Rehen,
undt faß Zerbsten bier, wieder ankommen.
J'ay èscrit à Plötzkaw, a mon Oncle, & a sa fille. perge et cetera
Die Aeptißinn von Hadtmerschleben, nebenst
ihren consorten, hat heütte an mich geschrieben,
undt 134 ThalerThlr: verfallene zinßen incontinentj
begehret, daß capital aber, von 300 Goldgulden (Goldflorin)☉f.
auf Ostern (gebe gott) aufgekündiget, alles, zur
erbawung ihres klosters, dergleichen die
Magdeburger kirchen, auch vielfältig begehren. et cetera
Sed! non omnes petitiones, sunt justæ!
<1 hase Viktor Amadeus gehetzt.>
Avis: daß dem küchenschreiber, undt koch1 , zu
Quedlinburg (so mir bißweilen, auf solenniteten,
aufgewartett, ein berühmbter künstler,
mit kochen, wachsposiren, Schweßen machen,
undt dergleichen, undt ein frommer stiller Mensch ist)
drey kinder, auf einmal, von einer einfallenden
wandt, todtgeschlagen worden, das vierdte,
hat die Wärterinn, (welche es auf den ar-
men getragen, undt zimlich auch getroffen worden)
noch gerettet. Das Knäblein, undter den Dreyen,
ist durch zuruffen, gewarnet schon außer gefahr
gewesen, ist aber zu rügk gelaüffen, seinen beyden seümigen
Schwesterlein zu helffen, Sie forthzubringen, undt also mitt umbkommen.
|| [[Handschrift: 339v]]
Jst dem vatter, ein groß creütz, undt hertzeleidt,
auch ein unglügksehliger zufall, davor Gott alle
Christlichen Elltern, gnediglich bewahren wolle!
Risposta von Plötzkau gar höflich.
Schreiben von Wien, item: von Stolpe, Nürnberg
hall, undt andern orthen,
Daß die Schotten von ihrem Könige, begehren:
1. Die bestettigung des convenants, zwischen den
dreyen Königreichen, beschwohren, auch waß seidt-
hero in ihrem Parlament, beschloßen, zu placitiren.
2. Jngleichen, zu ratificiren, alle Decreta, Acta,
undt erklährungen, wieder den Düc d'Hamilton
publiciret, undt dem Könige, communicjret.
3. Die außgegebene commissiones, zu cassiren,
undt hinführo, nicht zuzulaßen, das Außlän-
dische kriegesvölgker, inß Königreich, gebracht werden.
4. Die Römische Catohlischen, (so beym Könige)
abzuschaffen, undt dero Stellen, mit protestan-
tischen Schotten, zu suppliren.
5. Einen orth, unweitt hollandt, zu benennen,
zu den tractaten, zwischen dem Raht von Staadt,
der Geistligkeitt, von Schottlandt, undt andern
Schottischesn herren. Der Baron de Liberton,
hat dieses alles angebracht, in der Jnsel Jarsey
|| [[Handschrift: 340r]]
beym Könige, undt erwartett resolution. Jnterim,
ist der Oberste Forby, welcher mit den Königischen
völgkern, auf der Jnsel Orckney sol correspondiret haben,
zu Edenburgk, zum Tode condemnirt, undt andere
mehr gefänglich eingezogen worden. Deßen ungeachtet,
samlen, sich doch die Hamiltonschen reliquien, undt andere mal-
contenten, in den Norderquartiren in Schottlandt. perge et cetera
undt erwartten mehr succurs.
Zu Bourdeaux ist der friede gemacht, wie folget:
1. Das Casteel Trompette, sol in dem Stande ver-
bleiben, alß es itzo stehet.
2. Der Düc d'Èspernon, sol zwar Gouverneür in
Guienne verbleiben, iedoch außer der Stadt
Bourdeaux, residiren.
3. Daß Parlament sol auß eigener authoritet
Bürgermeister erwehlen, undt nicht gehalten sein,
den Gubernator hierüber, vmb raht zu fragen.
4. Die Fortification, solle demolirt, undt keine
kriegsvölgker, auf 10 meilen, von der Stadt, einquartirt werden.
5. Gedachter Statt, Bourdeaux, bürger, undt
Einwohner, sollen in dreyen iahren, nur halbe
Schatzung, bezahlen, undt nach verlauff der 3 iahr,
andern Provintzien, conform, dißfalß, sich verhalten.
Jn Jrrlandt, hat Cromwell, vor Waterfordt, müßen
abziehen, undt die pest grassiret, undter seinen völckern.
Pfaltzgraf Ruprecht, tummmelt sich, in der Spannischen See.
General Jonas, wegen kriegestapferkeitt, berühmbt,
vndt noch gubernator zu Dublin gewesen,
ist gestorben.
Zu London, ist eines pulverhändlers hauß in der
TourStraßen, auß verwarlosung angegangen,
hat 2 benachtbarte haüser, mitgenommen,
undt in die 100 personen, klein, undt groß,
aufgeflogen.
Jn Rio Grande, sol eine sehr reiche Aurifodina
entdegkt worden sein.
Catalogna ist aufrührisch, begehren einen
ViceRè, vndt geldt vom Könige in Franckreich,
eine armèe zu halten, undt das Streiffen
derer von Lerida vndt Tarracona zu verhjn-
dern, auch das arme volgk aufm Lande,
wegen erlittenen Schadens, zu recompensiren,
widrigen fallß, wollen Sie diese conditiones,
den Spannischen, anbiehten.
Die neẅlichste zeittung, wegen der Schweitzer
abfertigung, undt disgusto, auß Frangkreich,
wie auch, wegen des guten General Erlachs
todt, So dann, die verhaftung der Printzen,
von Condè, Conty; undt Longueville, continujret.
Item: das zwischen Engellandt, undt Frangkreich, re-
pressalien ertheilet seyen, undt daß Sie einander die Schiffe
beyderseitß, hinweg nehmen. Theilß meynen, der Liberton
seye mit gutem contento, auß Jarsey, geschieden,
vom Könige in GroßBritannien.
Es continuirt auch, die zeitung wegen des erschregklichen
cometen, welcher im vergangenen: 1649. iahr, den 28. December
Neẅen kalenders, auf den Abendt, umb 11 uhr, über der
Stadt Warschaw, sich hat sehen laßen, vndt in 5 Stunden
lang, in gestaltt einer Feẅrigen Ruhten, am himmel
gewähret, hat, darüber vieler menschen hertzen,
denen der Cometarum wirgkung, bekandt, mit
Schregken undt Furchtt, hingegen aber, ein postil-
lon auß Polen, nacher Dantzigk kommende, selbige gantze
Stadt, mit sonderbahrer Freẅde, undt Frologken,
angefüllet, in dem selbiger, die rebus sic stantibus,
minantequam cælo, fast unvermuhtete zeitung, mit-
gebracht, daß sich der ReichsTag in Polen, glügklich,
undt auf nachfolgende substantialpuncten, geendet:
1. Daß die gantze soldatesca, innerhalb eines
monats, gäntzlich abgezahlet werden solle.
2. Das der Armèe von Zbarras, weil selbige, mitt-
undt unter weylandt General Firley, den Cosagken,
undt Tartarn, so Ritterlich wiederstanden, drey
Monat Soldt, über ihre Ordinarie gage, zur verehrung,
sollen gegeben werden.
|| [[Handschrift: 341v]]
3. Daß hinführo die Cron Pohlen, 12000 Mann,
continuè, sub signis, halten, undt mit denen
darzu nöhtigen Monatsgeldern, alle Monat,
sich gefast machen solle.
4. Alle puncten, so der König mit den Tar-
tarn, undt Cosagken, iüngst aufgerichtet,
sollen solenniter, confirmiret werden.
5. Die Tractaten, mit der Cron Schweden,
wolte man reassumiren, undt Commissarien,
darzu, benennen.
6. Die Müntze müßte necessariò refor-
miret, undt die Quisquiliæ, oder haüffig
eingerißene allerhandt kleine Müntze,
abgeschaft werden.
7. Daß man einen andern ReichßTag, so nur
14 Tage, währen soll, außschreiben, iedoch
hierinnen, des Königes beliebung, folgen,
8. undt dann der Königinn, wegen dero
habenden anforderungen, ein genungsames
contentament, leisten wolle.
9. Drey Nahmhafte Cosackische Ca-
vagliers, sollen pro indigenis, angenommen
werden, des General hubaldts, undt anderer
|| [[Handschrift: 342r]]
Cavaglier petita dißfalß aber, sollen auf den
künftigen ReichsTag, verschoben worden sein.
10. So wolle man auch, die Gravamina dissiden-
tium in Religionssachen, auf den nechsten ReichsTag,
mit fleiß, vornehmen, undt den partheyen allerseitß,
Contentament geben.
11. So ist auch geschloßen, das durch gantz Pohlen,
undt Littaw, eine Schatzung gegeben werden
solle, a 20. 15. biß 2 florin (Gulden)f. von iedem hauß, oder haüßlein.
12. Der Fürst Radzivill, alß Feldtherr in
Lyttawen, sol daß Städtlein Andell, erblich,
13. Jnngleichem, der Fürst Weßnowetzky, das
Fürstenthumb, Girlenhoo, haben, undt besitzen.
14. das von dem Pollnischen hofe, eine Ambassade
an die Ottomannische pforte, abgefertiget.
15. vndt endtlich, dem Könige in Pohlen,
ein Zoll, a 10 pro cento, von allerhandt
wahren, zur recompenß der gehabten, zumahl
periculosen expedition, bezahlet werden solle!
Die übrigen Novellen, so in den Erffurter stunden,
werden auch, in diesen confirmiret.
V̈ber der verarrestirung, des Printzen von Condè,
sol sich die Gemeine zu Paris, sehr erfreẅet haben.
Zu Nürnberg; wil es, einer ruptur, ähnlich sehen;
Avis: daß, in deme an itzo Gebhardt Pariß von dem
Werder zu Gröptzigk, pompose hochzeitt helt,
undt lustig ist, seiner Frawen<brautt>, einer von
Bartemßleben, freünde vndt verwandten,
darbey sein, nebenst dem Obersten Kannenbergk
undt andern Officirern, ihr hauß zu der
Wulfßburgk, in brandt gerahten, undt
ihnen, sonderlich der brautt, undt ihren
blutsfreünden, großer schade geschehen,
Also kan der Allmächtige herr, die
freẅde dieser weltt, leichtlich, mit bitter-
keit versaltzen, undt <seine kjnder> mit wermuth speisen!
Conjunctim, zur kirche, am heüttigen BehtTage.
Oeconomijsachen expedirt, wie auch depeschen
nacher halle, Ballenstedt, undt sonsten, item: im
Consistorio, kirchensachen, tractiren laßen.
Hò fatto pesar, una gran bestia, che hà pesato,
322 Pfund (libra)℔ la carne, e il grasso, per candele 37 Pfund (libra)℔.
Extra zu Mittage, Ern Ionium behalten.
Postea hats allerley conversationes gegeben,
mit Robero, undt andern.
Schreiben von Tecklenburgk.
<1 hasen, Viktor Amadeus Fürst Zu Anhalt gehetzt.>
Ein Bürgermeister, von Rheda, (welcher gestern,
die Tecklenburgischen briefe gebracht) hat sich bey
mir, angemeldet, umb Audientz, undt Graf
Moritzen, ehegelder zu procuriren.
Jch bin, auf der krähenhütte, frustra gewesen.
Schreiben von Ballenstedt Tecklenburgk,
Bentheim, Oldenburgk, etcetera gratulationes.
Daß die Bourdeauxische pacification, zwar
publicirt, aber nicht richtig, weil Düc
d'Èspernon, alles gebrochen.
Prince de Condè, undt Conty, undt Longue-
ville werden hart verstrigkt, undt alle
ihre diener, abgeschafft.
Ein Meüchelmörde[r] ist ertapt, so
dem Churfürsten von Brandenburg nach
dem leben, gestanden. Gott bewahre,
den frommen Churfürsten vor unglügk!
Engellandt, förchtet sich, vor Frangk-
reich, wegen publicirter repreßalien.
Zu Nürnbergk; sol ia alles, klahr,
undt richtig sein. Gott gebe es!
Kayser begehret viel, auf
dem Oesterreichischen LandtTage,
per ajuto di costa, di se deglj Ambas-
ciatorj, ed altrj.
Venezianer, haben noch, viel ver-
worrene händel, mit dem Türgken.
Pfaltzgraf Ruprecht, hat nicht
dörfen außsteigen zu Calis
Malis, aber wol zu Lisabona.
Die Engelländer, helfen den
Burdegalensern.
Zu Rom, sol der Spannische Ambassador, Duque de Infantado,
mit 250 ca[ro]ssen (ejn vnerhörter
train!) zur ers[t]en Audientz, deß
Pabsts, gefahren sein.
Die Schotten, haben den Engel-
ländern, alle zufuhr, des getrey-
digs, sperren laßen.
Die heyrath zu Cassel gehet solenniter forth.
Der Düc de Guise, wirdt vom Könige in
Spannien, seiner verhaftung, relaxiret,
auf vorbitte der Kayserinn.
Der todt des Generals Erlach, zu
Briesach, continujret.
Die Engelländischen neẅen Regenten,
offeriren sich, Spannien zu assistiren,
undt DuynKirchen recuperiren zu helfen,
contra Frangkreich.
Sie seindt des Generals Fairfax
müde, undt überdrüßig. Wollen den
Cromwell alleine haben, welcher gedanc-
ken haben soll, sich zum Könige, zu machen.
Venezianer geben allen ihren
Schuldenern, so sich auf 2 millionen be-
lauffen, 10 procento verehrung,
wann Sie itzo bezahlen würden.
Daß der Pollnische Reichstag, zu
des Königes vergenügung, wol abgegan-
gen, continuiret, undt seindt also
die Polen, viel dangkbahrer, undt civiliores,
gegen ihrem Könige, als die unerkendtlichen
Engelländer, dahin der Barbarismus, an itzo, gewichen.
Dieweil herrvetter Fürst Augustus befohlen, es solte
mir, Obrist leütnant Knoche, die personalia,
von herrvetter Fürst Ludwig Sehlig zuschigken,
alß ist solches geschehen. Werde Sie
bey den leichpredigten, in meinem
Antheil, auch publiciren laßen.
Mit ebenmäßiger occasion, habe
ich ein Neuiahresschreiben, de dato hall,
vom 30. December allererst heütte
empfangen. Mag zu Cöhten, sein liegen
blieben.
Ô Dieu gardes moy, d'infamie!
J'en ay sceu, cejourd'huy assèz, a
cause dès Voytüres, de Malherbe,
dont ie suis dü tout jnnocent!
Matz herman, ist von Schöningen,
wieder anhero gekommen, seine sachen,
abzuholen. Bekömbt einen guten
kammerdienst, beym hertzogk Iulio
heinrich, von Sachßen Lawenburgk.
Jst ihm, wol zu gönnen. Sic Vos! non vobis!2
Predigen laßen, vfm Sahl, Ern Platonem Superintendenten.
Extra: zu Mittage, derselbige, wie auch die
von Rindtorf, Doctor Mechovius, undt Tobias Steffeck von Kolodey.
Nachmittags wieder in die kirche, cum sorore; & filijs.
Da Jonius die Catechismuspredigten, contjnuiret. perge et cetera
<3 hasen, Rindorf, einbracht.>
Dem Diacono Jonio, ist diese nacht alhier,
vorm berge Bernburgk, ein Sohn gebohren,
baldt aber hernacher, wieder gestorben,
nach dem Sie es noch zu vor, getaufft.
Avis von Ballenstedt das alda herumb, noch maligni-
teten regieren. Churfürst von Brandenburg wehre zu
Gröeningen, ankommen. Viel seltzame casus
trügen sich zu. Die armen kinder des kochs3,
so neẅlich, (wie gemelde[t)] zu Quedlinburg vmb-
kommen, hetten wol 14 tage, bey ihrer Mutter
angehalten, ihrer befreündten eine, zu besuchen,
biß es endlich, ungerne, (quasj præsagiente animo)
concedirt worden. Seidthero, seindt aldar
noch andere 3 kinder, im waßer ersoffen.
Eines ist verbrandt. Zu Ballenstedt ist eines
Fleischers kindt, ertrungken da es wasser schöpfen wollen.
Schreiben von Brigk; gratulationes, zum Neuiahr.
Jtem: von Croßen, undt auß Curlandt,
item: von Wien.
<Windig>
Die Stammer zu Rammelburgk, vndt
Westorf, haben abgeschrieben. Der
erste endtschuldiget sich, mit einer Churfürstlichen
citation nacher Leiptzigk; in seinen
angelegenheitten, der andere mit
dem begräbnüß seiner abgestorbenen
Frawen.
Geörge Friederich Börstel, hat sich
zeitlich, undt noch vormittages,
eingestellet.
Des Diaconj Jonij, kindt, ist Nachmittags begraben
worden.
herrvetter Fürst Augu[s]tus ist mit seiner familie,
undt zimlichem comitat, alhier über-
paßiret, nacher Cöhten zu, zum leichbegengnüß.
henning Stammer, zu Kutzschen, undt
Ernst Röder, zu pferde, haben sich auch, eingestellet.
Mein Bruder Fürst Friedrich ist gegen abendt
ankommen, mit 16 pferden.
Schreiben von Churpfaltz, gratulando.
Nach der mahlzeitt, bin ich mit Meinem Bruder,
undt Fürstlicher familie, über 50 pferde stargk
aufgewesen, nacher Cöhten (erbehtener maßen)
zu erscheinen. Vndterschiedliche beschriebene
vom Adel, haben sich præsentiret, den comitat
zu stärgken, vndt seindt mittgeritten, so ohne
daß <dahin> beschrieben gewesen, auß dem Bernburgischen Antheil.
Zu Cöhten, wurden wir, im hofe, von
den dreyen Plötzkawischen iungen herren,
undt einem<r> großen suitte vom adeln, in langen
Trawermänteln aufwartende, entpfangen,
undt in die losament begleittet, im nahmen
Fürst Augustj, welcher, alß vormundt, vndt Bruder,
klägers stelle, mitt vertritt.
Fürst Johann Casimirs Liebden ist baldt hernacher, auch an-
kommen, iedoch, ohne seine gemahlin, hat nur seinen
eintzigen Sohn, Fürst hanß Geörgen, mitgebracht.
Fürst Hanß, hat heütte, wegen stargken windes
über die Elbe, nicht kommen können.
Es ist sonst alles, ordentlich, stattlich, undt wol
angeordnet gewesen, undt nirgends kein mangel erschienen.
Obrist leütnant Knoche hat alles wol dirigiret, nebenst dem alten Schlegel,
|| [[Handschrift: 346v]]
undt Freybergk.
Diesen abendt, habe ich mich erst, bey Fürst Augusto hernach-
malß bey der Fürstlichen wittiben, (welche ihren Sohn, bey
sich, gehabt) præsentjret, undt das leidt geklaget.
Jn meinem gemach, bin ich, nebst Meiner herzlieb(st)en ge-
mahlin Liebden vndt meiner schwester Dorothea Bathilde so dann
auch meinen beyden Söhnen, Victore Amedeo,
undt Carolo Ursino, item: beyden mitgenommenen
Töchtern, Eleonora hedwig, undt Angelica
sampt, den Jungfern, undt etzlichen iungkern,
an einer Tafel, gespeiset, auch wol bedieh-
net, undt aufgewartett worden.
Fürst Johann Casimir, ist gleichßfalß,
mit seinem Sohn, (mutatis mutandis) gespeiset
worden in dero zimmer, <zu> sampt meines bruders Liebden.
Man hat auch allerley nebensachen,
zu tractiren, undt zu expediren, gefunden.
heütte ist Fürst Johannes, mit dero gemahlin,
von Zerbst, herüber kommen.
Darnach, hat man mich, in meinem losament
gespeiset, ohne allein, das eben Fürst Johann
|| [[Handschrift: 347r]]
Casimir, mit seinem Sohn, undt meinem bruder
bey mir, gespeiset worden. Walwitz, undt
der alte henning Stammer, (welcher anstatt
meines krangk gewordenen hofmeister
Einsidels, dieselbe stelle vertritt) saßen
mitt, undten, an unserer Tafel.
Nachmittags, ist zu rechter zeitt, der conduct
angegangen, ein ieglicher, hohes, undt nie-
driges standes, in der procession, an seinem
gehörigen orth, gegangen, vndt dem löblichen
frommen, herrvetter, Fürst Ludwig Sehliger,
die letzte, wolmeritirte Ehre, undt
dienst, billich, geleistet worden. Der Oberste
Werder, undt<führete> führete die Fürstliche wittibe, undt
Christian heinrich von Börstel, ein ieg-
licher herr, brachte Führer mitt, vor
die seinigen. Der Superintendens; Magister
Sax, hielte die leichpredigt, undt
applicirete, den Text, vom Frommen Josaphat
dem Könige Juda, füglich, undt wol, auf
unsern Sehligen, frommen, hochlöblichen, undt weysen
Regenten, wie solches gedrugkt, der leichproceß
aber, anderstwo beschrieben wirdt werden.
Auf alles, wol angeordnete, undt vollen-
dete action, seindt auch, die gepregte Müntzen,
distribujret worden, zum gedechtnüß.
Diesen abendt, hat man herrliche
pancqueet, offentlich in der tafelstube
gehalten. perge et cetera wie auch die viel
beschriebene vom Adel, undt andere, mag-
nifice, laute, & opipare, tractirt.
Nach dem wir, den herrnvetter Fürst
Augustum, in dero zimmer, begleittet,
seindt zwar, allerley conferentzen,
wegen landtschaftsachen, gehalten,
iedennoch alle odiosa, noch so zjmlich
vermittelt endtlich worden.
Postea hat sich ein ieder, in sein
losament retjriret.
Freitag♀ den 15. Februarij; 1650.
heütte zu Mittage, hat man gespeiset,
publicè, wie gestern abendts.
Nachmittage, habe ich abschiedt genommen,
|| [[Handschrift: 348r]]
undt bin, mit Meiner herzlieb(st)en gemahlin Liebden bruder,
undt comitat, darvon nacher Bernburg gezogen.
Gott lob das alles wol vollnbracht ist.
heütte hat man zu Mittage, mit vielen
Tafeln, wie gestern, solenniter, & magnifice
tractirt, Gest<nach gehaltenem Raht, in causa Ascaniensj.> Nach der mahlzeitt
habe ich abschiedt genommen, undt bin mit Meinem
Bruder, undt familie, wieder gen Bernburgk gezogen.
Gott wolle doch mit seinen landtstrafen, nachlaßen!
Mit meinem Bruder, habe ich, importantissima
geredet, undt wir seindt sehr familiar, undt
vertraẅlich, miteinander gewesen.
Gott bestehtige, diese einigkeitt!
heütte vormittagß, ist mein Bruder, nach
eingenommenem frühestügk, wieder verrayset,
nach dem hartz zu. Gott wolle ihn geleitten!
In Oeconomicis, hat es viel, zu thun, gegeben.
Gott helfe, daß wolgemeinte anschläge, wol auß-
schlagen, undt gelingen mögen!
Schreiben, auß Hollandt, in ambiguis terminis,
durch den allten Philip May etcetera.
<hagel.>
Man hat heütte in den kirchen, alhier zu Bern-
burgk, auf <meine> anordnung, des<dem> herrnvetter, Fürst Ludwig
Sehliger, eine leichpredigt gehalten, undt pers-
onalia abgelesen. Aufm Sahl aber, haben
wir predigen laßen, Ern RheinSchmidt, Con-
rectorem alhier, vndt pfarrer zu hecklingen,
welcher mir seine Noht, undt persecutiones,
sehnlich geklaget. Jst auch extra zu Mittage
nebst der Rindtorfinn, undt Tobias Steffeck von Kolodey behalten
worden. Gott gebe dienliche remedia!
bey so stargken oppositionen!
Nach der predigt, ist auch Georg Friedrich von Börstel Churfürstlicher
Brandenburgischer kammerjungker herauf kommen, vmb
extra zu bleiben, undt abschjedt zu nehmen.
heütte wirdt iahrmargkt, alhier zu
Bernburgk. Das hagelwetter, vndt
regen, verhindert die leütte herzukommen.
Georg Reichardt ist auch, a meridie, bey mir gewesen.
Avis: daß gestern, Fürst Augustus mit seinem comitat
alhier wieder durchpassiret ist.
Jtem: daß der gute bekandte Bürgermeister Bringk zu harderwyck
in Gelderlandt, gestorben, deme Gott genade!
Daß der punctus evacuationis, undt restitutionis, ex capi-
te Amnistiæ & gravaminum richtig vollnzogen.
Trierische accord ist noch unrichtig.
Zu hamburgk helt Dennemargk vndt die NiederSäxischen
Krayßfürsten eine zusammenkunft, zu ihrer defension.
Jn Frangkreich, continuiret die unruhe. Prince
de Condè, ist ihnen zu mächtig worden, hat zu viel guber-
namenten erhandelt, undt sich darinnen fortificirt,
auch heimlich gewehr, undt munition eingekauft,
auch practica, gemacht, wie man vorgibt, darumb
haben Sie ihn, incarceriret. Düc de Bouillon,
undt Marechal de Türenne, (so außgerißen) sollen
Criminis læsæ Majestatis rej, declariret worden sein.
Geldt, silber, kleinodien, Schriften, 20000 Duplonen
bahr geldt, hat man dem Condæo, undt andern gefangenen
Printzen, abgenommen. Zu Bordeaux ist der friede violirt.
Engellandt ist uneins, Cromwell, wehre des Fairfax
gerne loß, trachtet sich zum Könige zu machen, offeriren
hülfe dem Könige in Spannien, contra Frangkreich.
Jn Polen, gibts neẅe empörungen, unter der soldatesca.
Venezianer, rüsten sich stargk, nach Candia zu, undt
der Römische Kayser, gegen den ReichsTag.
Die Provintz Hollandt, (wieder der andern Provintzien
willen) declarirt die Engellische Regirung,
vor eine Souverajne Repüblique, admittiret
dero Gesandten, undt schickt auch, zu ihnen,
in solcher Qualitet.
<Schnee.>
A spasso, in zimlich kaltem wetter.
Schreiben von Wien, Croßen, etcetera etcetera etcetera
jtem: von hall, cacades! cacades! perge et cetera
Die Leiptziger avisen, confirmiren die Erffurter
wegen des Nürnbergischen Conclusj.
Jtem: wegen des Frantzösischen, Engellischen vndt
Pollnischen wesens perge et cetera vndt in vielem andern.
Sonst, ist berichtet: daß der Türkische
Raht zu Constantinopel, habe den Venezianischen
Ambassador, nebenst allen venedischen kauf-
leütten, undt commercien, außgeschafft.
Der Große Visier, werde mit großer
macht, in Candia kommen, die festung Nova
Candia renforziren, so die Türgken gebawet,
undt suchen, das gantze Königreich, in selbiger
Insel zu conquestiren. hingegen liegt
|| [[Handschrift: 350r]]
General la Riva, in der Jnsel Tenedos, verhindert
den Türgken, den außlauff, auß den Dardanellj,
undt die Spahi (denen die alte Sultanin, deß
Sultans Jbrahim freundliche Mutter patrociniret)
sollen mit den Janitzschären, an der Ottomanischen
Porten, sehr uneins worden sein. Die Fürsten
in Jtalien, Pabst, undt Spannische, assistiren
den Venezianern, mit Machtt.
Pfaltzgraf Ruprecht, hat ingreß, im hafen vor
Lisabona, vor Calis aber, ists ihm verweigert.
Die Engelländer rüsten sich stargk, wieder ihren König.
Die Schotten aber suchen, sich mit ihme, zu vergleichen.
Visconte de Türenne, Düc de Bouillon, vndt
andere von des Printzen von Condè anhang, suchen
sich in Burgundt, undt andern orthen, zu versichern,
undt der Fürsten Freyheit, zu defendiren.
Anstatt des General Erlachs, sol General
Harcour, zu Briesach, commandiren.
Der Kayser, hat das podagra gehabt beßert sich,
gedengkt, nacher Prag, undt Regenspurgk.
Der Türckische bohtschafter, ist, mit gutem con-
tento; von Wien, abgerayset, hat prolongation,
des friedens, auf 20 iahr lang, erhalten. etcetera
herr Schmidt, sol solenniter wieder dahin, geschickt werden.
Fürst von Lobkowitz, wirdt Obrist Burggraff, zu Prage.
Schreiben, von Fürst Augusto avec ün medicament
de grand poids, & importance; s'il reüssit?
Dieu benie! tous bon desseings!
<3 hasen, Viktor Amadeus gehetzt. 3 endten Oberlender geschoßen>
Mein alter Fehrmann, ist gestern abendt,
von einem pferde iämmerlich zugerichtet, undt
getretten worden. Jst auch eine remora
fælicitatis meæ, weil er in einnahme
der fehrgelder, noch getreẅ ist. Gott
erbarme sich seiner! undt stille sein bluhten!
undt zustoßen<d>e ohnmachten!
<glatteiß, kälte. Windt.>
Am heüttigen Mittwoch, cum sorore, & filiis
in die wochenpredigt.
Postea; habe ich expedienda expediret.
Victualien von Ballenstedt, seindt ejnkommen,
undt avis, das der windt daselbst, baldt daß
hauß über einen hauffen, geworffen. et cetera
Wirdt wieder etwas zu bawen sejn.
<Windt. Regen.>
Diese Nacht, ist alhier in der Stadt Bernburgk, dem
alten Bürgemeister[!] Kohl, in seinen krahmladen eingebrochen,
|| [[Handschrift: 351r]]
undt viel geldt herauß, gestohlen worden. perge et cetera
Bona huius Mundj, sunt caduca; & transitoria!
A spasso auf den Neünaugenfang, deren numehr,
eine gute Notturft, durch Gottes Segen, gefangen werden. perge et cetera
Nacher Croßen, undt nacher Wien, habe ich geschrieben. perge et cetera
<1 hasen, hat Viktor Amadeus gehetzt 4 endten Oberlender gelifert.>
<Kälte, vormittags. Windig, nachmittags.>
Jch habe den CammerRaht, Doctor Mechovium, bey Mir,
gehabt, undt viel mit ihme, conferiret. perge et cetera tam
in Publicis, quam privatis. perge et cetera Il iüge tresbien,
& pertinemment de choses graves, & serieüses!
Die Erffurdter avisen geben:
Daß zu Nürnbergk, die puncta restitutionis, ex capite Am-
nistiæ, & gravaminum, wie auch exauctorationis,
& solutionis, richtig, undt gute Conclusa zu hoffen.
Jn Frangkreich, gehet alles, über, undt über.
Printz von Condè, hat viel undterschreiben müßen,
wieder seinen willen, undt den Gouverneurs,
die festungen aufzugeben, demandiren. Düc de
Bouillon, undt Visconte de Türenne nehmen sich
in acht, undt stärgken sich. Düc d'Èspernon, wirdt citirt.
Jn Engellandt, sol Cromwell den Fairfax wegstechen.
Der König, ist mit den Schotten, verglichen.
Zu Polen gehet dem Könige alles nach wuntzsch, also
das auch der große Cham[!] in der Tartarey, seine
Freundtschafft, mit schreiben ambiret. Die
|| [[Handschrift: 351v]]
Radzivillen, Janusius, undt Bogislaus, seindt wegen
geleisteter treẅer dienste, stadtlich remuneriret,
undt den reformirten mehr freyheit, gegeben worden.
Die Cosagken, seindt auch contentjret.
Jn Dennemargk, undt Schweden, ists stille.
Der tapfere, Schottische MontRoß, hat völ-
gker aufgebracht, wieder die Engelländer.
Jn Candia stärgken sich die Türgken, undt
suchen, selbiges gantze Königreich zu v̈ber-
wältigen. hingegen rüsten, undt stärgken
sich, die venezianer, dargegen, wie
wol ihr Bailo, undt alle ihre leütte, von
Constantinopel, bandisiret, auch alle commer-
cia, ihnen inhibiret seindt.
Der König in Persia, sol mit 60000 pferden,
undt mit 40000 Mann zu fuß, auf sein,
Babylonia zu recuperiren.
Der pabst undt die Italiänische Fürsten,
helfen den Venezianern mit volgk, undt gelde.
Zu Caßel, ist das ChurfPfältzische beyla-
ger, gar pompose celebriret worden. Jn
die 1000 pferde, seindt von frembden darbey
gewesen, undt in die 26 Fürstliche personen.
Churfürst von Brandenburg sol auf den Montag
(wilß Gott) zu Gröeningen, anlangen.
König in Engellandt, sol von Jersey, nacher Breda,
sich begeben, biß die rayse in Schottlandt, resolvj-
ret wirdt.
hollandt, undt Jrrlandt, haben sich vereiniget,
eine Schifflotta naher Portugall, zu senden.
Wann aber selbiger König, sich accommodiret,
sollen Sie nacher Jtalien zu, gehen, undt
ihre Schiffe herauß convoyiren.
Die Engelländische neẅe Regirung, suchet
Noch Spannien, zu gewinnen, undt auf ihre
seitte, zu ziehen.
Der Ertzhertzog, bedienet sich, der Frantzösischen
unruhe, undt stärgket die Fürsten. Die
hertzogin von Longueville, hat von Diepe,
heimlich außreißen müßen.
General Erlach Sehlig ist zu Briesach, solenniter
begraben worden. Die Schweitzer, seindt von
Frangkreich disgustiret, wollen ihnen den bundt
aufsagen, undt keine völgker mehr hineyn laßen.
Jn gantz Frangkreich, wie auch in Catalonien
hineyn, werden des Printzen de Condè favoriten ange-
halten, undt gefangen gesetzt. Interim hat er einen
guten muht. General Rantzow ist frey, aber sehr krangk.
heütte ist ein Protestationschreiben, in causa
Ascaniensj, wieder die einraümung, der-
selbigen grafschaft, an den Kayserlichen Commissarium,
den von Blumenthal, inßgesampt, vollnzogen,
abgegangen. Gott gebe zu Nutz! undt fruchtt!
J'ay expediè plüsieurs negoces, d'Oeconomie, mesme
pour les bastimens.
J'ay depeschè ce soir, Philipp Gueder derechef. Jacta
sit alea! Jddîo cj salvj! e ajutj!
Meine leütte krongken. Lorentz Kutzscher,
Rindtorfs iunge4. Ein Agkerknecht, der
Alte heinrich genandt, undt ein Ochßen-
iunge, seindt fast zugleich, krangk worden.
Solch gesindlein, hat man von nöhten.
Gott schigke es, zur schleünigen beßerung!
<Schnee.>
Gestern, ist Bürgermeister Döhring, vom Obersten Werder,
durch den Landtrentmeister, auf eine zusamm-
kunft, in wichtigen Landtschaftsachen,
citiret worden, (sans doute contre moy) Jst
abermahl etwaß neẅes. Sie sollen auf
auf den 4. Martij erscheinen, (sans mon sceü.)
heütte ist Meiner freundlichen herzlieb(st)en gemahlin geburtstag,
an deme Jhrer Liebden numehr 47 iahr, durch Gottes
gnadensegen, vollendet, undt wir in die 25 iahr
lang, einander gehabt, Gott gebe ferner
gnade! Das wir, ihm zu ehren, undt unserm
Nechsten zum besten, zu unserer zeitlichen, undt
ewigen beruhigung, undt wolfahrt, vollends
unser leben, wol zubringen, auch in dieser
sterblichkeitt, unser creütz geduldig
tragen, undt allezeit, unß genügen laßen
mögen, in Gottsehligem, Stillem wandel!
vmb Jesu Christj willen, durch kraft deß
heiligen Geistes, Amen! Amen! Amen!
Jch habe Jhrer Liebden mit einer friedensmuschel angebunden.
Ex die vormittagspredigt, aufm Sahl, hat der
hofprediger verrichtet.
Extra zu Mittage, die Rindtorfinn, undt
der hofprediger, nebenst Tobias Steffeck von Kolodey.
Nachmittagß, in die kirche, cum sorore
& filiis.
heütte hat der hofmeister Einsidel wieder
aufgewartett, nach außgestandener heftigen
leibesschwachheit. Gott helfe ihm ferner, mit gnaden!
Zur gedeylichen beßerung! undt andern Pacienten!
<Schnee>
In Oeconomicis, habe ich viel zu travaglijren
gehabt, mich zu ergetzen, undt zu betrüben.
On dit, que dés fantosmes, se sont fait
ouir, en la chambre, de mon fils, Viktor Amadeus &
les Lütheriens s'en prevalent, affin de deni-
grer ceux quj sont, dès nostres, & cela
doibt estre appercëu hier au soir, au
poile, & au fourneau de mon cher
enfant. De là, ceste pertürbation
doibt estre montèe, a la chambre
dü gouverneür precedent Schwechhausen,
dont on infere, qu'il soit mort,
peüt estre, que sj, peüt estre que non!
<Fastnachten. 1 Rehe von Deßaw.>
Schreiben von Wien, undt Berlin, (alda die Churfürstliche
wittwe wieder ankommen, undt einen großen Sturm
über die Oder bey Frangkfurt, außgestanden,
eben an dem Tage, alß wir auf das begräbnüß,
nacher Cöhten, gezogen) entpfangen.
Die avisen von Leiptzigk; weisen auß:
das nicht allein, der Punctus Restitutionis ex
|| [[Handschrift: 354r]]
capite Amnistiæ, & gravaminum, zu Nürnbergk richtig,
sondern auch die puncta exauctorationis, & evacua-
tionis, wie solches anderstwo, weitlaüfiger zu lesen,
undt die dreyen termin, der außwechßlung der plätze
resolviret seindt. Der punctus solutionis, sol
auch baldt klahr werden. Die Schweden wollen zur
versicherung deßelben, (waß etwas an den
zweyen millionen, restiret, undt mit dem unver-
mögen der Stände, so baldt zu geben, endtschuldiget
wirdt,) einen guten platz eingereümet haben,
undt alßdann abziehen. Es sollen auch in
3 oder 4 wochen, die Generallen, undt legaten,
zu Nürnbergk von einander ziehen.
Jn der Moßkaw, wil ein neẅes feẅer
aufgehen, gegen die Schweden, weil der Groß-
fürst, nicht allein, den Schwedischen Gesandten,
hart zugeredet, sondern auch dieselbigen
solle prügeln haben laßen, undt den ordi-
narij Schwedischen Agenten aldar befohlen, daß
landt zu reümen.
Jn Polen, ist durch Gottes gnade, undt väter-
liche vorsorge des Königes, alles ruhig, undt
werden die Soldaten, undt hohe haüpter, wol bezah-
let, undt remuneriret. Der Große Chan, offeri-
ret dem Könige stargken secours, zu seinem vorhaben.
Jn Frangkreich, ist die unruhe noch groß. Die
Fürsten von Bouillon, undt Türenne, (welche
die Freyheit der gefangenen Printzen,
wieder den Cardinal Mazzarinj, in deß Kö-
niges minderiährigkeit, verfechten wollen)
stärgken sich, an den Burgundischen, undt
Lottringischen gräntzen, erwartten secours
von Spannien, undt Lottringen hingegen
trachtet die Königliche oder Mazzarinische
Faction, sich auch zu stärgken, (wie albe-
reit in Normandie geschicht,) den hertzogk
von Lottringen, zu gewinnen, undt so
wol durch scharfe declarationes, alß
armaturen, wieder die iehnigen so Sie
vor rebellen halten, ihnen, ein ansehen
zu machen, auch darnebenst die Deützschen
undt Schweitzer an sich, zu ziehen undt zu
begühtigen, insonderheit: General Rosa, den
Feldtmarschalck Rantzow, undt andere.
Perigort, undt Limousin, sollen auch,
aufrührisch sein, nebenst mehr andern Provintzien.
Jn Catalonien, wirdt ein Neẅer Frantzösischer ViceRè
der Düc de Mercoeur, undt die Condeischen favoriten
werden hin- undt wieder verarrestiret.
Jn Stenay, sol der Marechal de Türenne einen
großen Schatz des Prince de Condè, bekommen haben,
undt darmit Krieg führen wollen, wo ferne
er nicht vom General Rosa überwältiget, undt
übereilet wirdt.
Die Trierischen Dissidia, zwischen dem Churfürsten
undt selbigem capittul, laßen sich, zur compo-
sition, ahn.
Jn Sicilien, mag der Cardinal Mazzarinj,
bey seinen Landeßleütten, auch eine empörung
angerichtet haben, deren man etzliche bekommen,
undt gerichtet, zu Palermo, undt anderstwo,
undt also diesen motum, durch die Span-
nische Vigilantz, undt vorsichtigkeitt, baldt
gestillet, inmaßen auch, zu Napolj, geschehen
sejn soll.
Jn Engellandt, continuiret die dissension,
zwischen der neẅen Regierung, undt Fairfax.
hingegen, das verlangen, nach Cromwell,
undt das der König Carolus 2. mit den Schotten,
verglichen seye, auch baldt zu Breda, ankommen werde!
Zusampt der Königinn Seiner FrawMutter.
Chur Pfaltz, hat mit großem pracht, zu
Caßel beylager gehalten. Sein herr vetter,
Pfaltzgraf Ludwig, ist mit dero gemahlin
auch daselbst gewesen, nebenst Pfaltz
Landgraf Geörgen, undt dero angehörigen,
auch vielen andern Fürsten. etcetera
Zu Prag, wirdt scharf reformiret,
undt alle uncatohlische außgeschaft.
Die holländischen OrlogsSchiffe auf
dem Rhein, zwingen den Kayser, undt
die Landtgrävin zu Caßel, die ange-
legte licenten, abzuschaffen.
Der Tapfere venezianische General
la Riva, sol unferne Negroponte, 18
mit vivres, nach Canea zu gehen, desti-
nirte Türgkische Galleotten, bestritten,
derer 6 zu grunde geschoßen, undt 9
erobert haben, welche er nacher Candia
zu selbiger Statt, proviantirung, abgeschigkt.
Der Pabst thut den venedigern, gute hülfe.
Es sollen in kurtzem, von seinen, wie auch anderer
Fürsten, völgker, in die 10000 Mann nach
Candia zu, gehen. Die Türgken stärgken sich,
|| [[Handschrift: 356r]]
zwar sehr, iedoch sol ihre Schifarmada gantz
verderbt, undt ruiniret zu Constantinopel ankommen,
undt fast undienlich gemacht worden sein. Es
continuiret auch auß Spannien, das der König in
Persien, mit 100000 Mann, zu Roß, undt Fuß,
Babylonia zu recuperiren, aufgezogen seye.
Graf Montroß ist von Gothenburgk,
nacher Schottlandt, mit guter verrichtung, abgerayset.
Dem graven von Schwartzenbergk, sollen
von Chur Brandenburgk, vor schuldige 300 mille
ReichsthalerRthlr: das Ampt, undt Statt Ascherßleben,
neben andern Aemptern, auf 8 iahr lang,
eingeraümet werden; (unserm Fürstlichen hause
Anhaltt, zu mergklichem præjuditz)
Zu Leiptzigk, hats auch t[um]ult, undt Arg-
wöhnische gedangken gegeben, Sintemahl,
ein geschrey erschollen, alß wolte der Chur-
fürst von Sachßen, Leiptzigk belägern, undt
also mit gewaltt, recuperiren, darüber
die Schweden, tumultuiret, mehr garnison,
eingenommen, nach mehr stügken, geschicktt,
undt nicht ruhen können, biß eine declaration
vom Churfürsten einkommen, daß man gar gerne
der kurtzen zeitt, des evacuationTermins mit frieden, erwarten wolte.
Der iungen Princeßin von Uranien, Princesse
Royalle, sol alle ihr Silbergerschirr sein
gestohlen worden, von dienern, so eingebrochen. et cetera
Jst also kein unglügk allein!
A spasso, an die Mühle. et cetera die ange-
führte bawStügken, zu besehen.
<kälte, undt Schnee.>
<Grawsahmer windt, diese nachtt. et cetera>
Jn die kirche, undt wochenpredigt, cum
sorore, & filijs.
Extra zu mittage, den CammerRaht, Doctor Mechovium
gehabt, undt viel mit ihme, conferiret.
heütte Nachmittags, hat Meine freundliche herzlieb(st)e
Gemahlin, den pfarrer von Alßleben, laßen
anhero holen, zu beichten, (auf ihre weyse)
undt morgen, ([Gebe gott]) zu communicjren.
Gott wolle, die verirreten, bekehren, undt
zu rechter Erkendtnüß bringen!
Donnerstag♃ den 28. Februarij. 1650.
<Frost, diese Nacht, den Tag Schnee.>
heütte Morgen, communicirt Meine gemahlin liebden.
Wieder Chur Brandeburg wirdt protestiret, in
causa Ascaniensj, nicht allein durch Notarien,
undt zeügen, Sondern auch, durch Rähte undt,
|| [[Handschrift: 357r]]
vom Adel, dieweil man vernimbt, daß er
die Ascherßleber, nacher Grüningen citiret, undt
selbst die Erbhuldigung, aufnehmen will.
Gott gebe zu glügk; vndt succeß! vor unß!
Mir hat getraẅmet, wir wehren beym
Churfürsten zu Gröeningen, gewesen, Er hette unß
zwar bewillkommet, wie auch sein Borgsdorf,
Es wehren ihm, die herrnvettern, sonderlich Fürst Johann
Casimir, sehr annehmlich gewesen, mich hette
er der Churfürst etwaß kaltsinnig angesehen.
Alß wir nun, mit ihme, hetten eßen
sollen, wehre mir übel worden, undt ich
hette meinen abschied genommen, undt
kein wammes angehabt, welches den Churfürsten
verschmähet. Alß wir nun fortraysen
wollen, hette man mich gewarnet,
daß viel partien, sonderlich eine, von
50 pferden auf mich lawerten. Jch
wehre dennoch, fortgezogen, hette Meine
leütte (so mehrentheilß voll gewesen,
undt unordentlich durcheinander hehr, zu fuß,
zu roß, undt zu wagen, gewandert) sich wol in acht
zu nehmen erinnert, undt also fortgefahren, darüber erwachende.
Post von Zerbst, das der convent zu Cöhten,
oder Görtzigk, zu krängkung meines juris
quæsitj, undt fast zu nichts anderst,
wegen der Steẅren, angesehen.
Jtem: daß der Kayser, alle Spannische
undt Venezianischen werbungen, verbotten,
undt selber stargk wirbet, unerachtet
des getroffenen Nürnbergischen friedenß!
Post von Ballenstedt, daß daß hauß
daselbst, vom winde, will einfallen.
