herrvetter Fürst Augustus hat mir frühe geschrieben,
mich nachmittags nacher Grähna citirende,
weil mir angelegene sachen, unverzüg-
lich, undt persöhnlich, anzudeütten, wehren.
Gott gebe! daß es etwan gutes seye!
Jch habe in die 22 Adeliche, undt freye
lehenbriefe <undt gesampter handt briefe>, undterschrieben, der liebe Gott,
wolle unsern Staat vermehren! auch Treẅe
diehner, undt lehenleütte, unß lange erhalten.
Extra: Er Philippus Beckmannus zu Mittage!
Der hat Mir, seines Bruders Sehliger leichpredigt,
mitgebracht.
Jch bin, zum herrnvetter Fürst Augusto nach Grähna
kommen, undt es hat allerley wichtige confe-
rentzen gegeben.
L'air est infect, & mal saim, en plüsieurs lieux.
A Gröeninghen; lá petite verolle, regne, dont
est en grande crainte, Madame l'Electrice
de Brandenbourg. Dieu l'en garde; par sa Sainte grace!
A Aldenburg, la Düchesse Douaririere, est
mort 8 jours après la jeüne Düchesse. L'air
y est fort infect, & impür, comme aussy ailleürs
au Voysinage. On craint la peste!
Dieu nous en vueille benignement preserver!
Le haut mal sürprend plüsieurs personnes!
La Düchesse Douajriere de Schöninghen, en
est atteinte griefuement. Dieu aye pitiè d'elle!
Plüsieurs personnes, moyennes, & basses, à
Plötzkaw, icy, & ailleürs, sont Malades.
Le souverain Medecin, de nos corps, &
Ames, nous soit propicé; par sa Mjsericorde!
Zu Nürnbergk, gibt es noch viel hän-
del, wegen des Frangkenthalischen Tempera-
ments, schriftwechßelungen, Zangk, undt
wiederwillen hin: undt wieder. L'Electeur
Palatin, n'en vüt point recercher[!] le
Roy d'Espaigne, France & Swede cerchent
leurs avantages. A l'Empereur on ottroye, <cent> Römerzüge.
Spannischen haben Germersheim occupiret.
hertzogk von Lottringen, gehet herüber, nach der pfaltz zu.
Die Frantzösischen garnisonen, werden tentiret am
Rhein, von den Türennischen, undt Spannischen.
Die gefangenen Printzen, im Bois de Vincennes,
seindt krangk. Tractaten, mit Spannien werden reassumirt.
Die Pariser tumultuiren.
König in Engellandt, ist zu Breda ankommen, mit
den Schotten, zu tractiren.
Cromwell macht sich breitt, in Jrrlandt, hat aber
schlechte macht an itzo.
Der großfürst, in der Moßkaw, wirdt von
Königen, undt Repübliquen, wegen
getreydigs, sehr angelanget.
Jn Dennemargk sol es getreydig vom himmel
geregenet, undt eine Schantze von Sich
selber, aufgeworffen haben.
Jn Böhmen, ist der Jude (so das kindlein zu Caden
freventlich ermordet) grawsam exequiret
worden, mit abschneidung der zunge, undt
handt, brennung mit glüenden zangen,
räderung von vndten auff, zertheilung
der vierdteil. Er sol auch sich haben, bey der
execution noch tauffen laßen. Das kindlein
|| [[Handschrift: 386r]]
sol auch erschienen sein, als man es außgegraben, biß
die apparitiones zu einem lichtlein w[orden], undt verschwunden.
Königin in Polen, sol schwanger sein, derentwegen
des Königes <vorgehabte> rayse, in Preüßen, verschoben worden.
Jn der Moßkaw, sol eine ansehliche Persianische
bohtschaft, derer præsenten, von 1200 Mann,
kawm getragen werden können, angelanget sein.
Die Schweden versehen sich zwahr nach freündt-
schaft, zum Moßkowiter, iedoch verwahren Sie
ihre gräntzen.
Der Pabst dangkt abe, undt schickt
den Venezianern seine völgker zu.
Frangkreich, undt Spannien, armiren
auch stargk, in Jtalien.
Pfaltzgraf Ruprecht, wirdt vom Könige
in Portugall, wohlgehalten.
Die Engelländische Regierung, sucht noch freündt-
schaft, bey Spannien, Portugall, undt anderen
Potentaten, außer bey Frangkreich.
Die Stadten, wollen auch ihre Regierung, in
itzigem FriedensStande anders faßen.
Die Ungarn, haben in religions: undt anderen
sachen, ihre Freyheitten confirmirt erhalten.
Huc usque die substantz der itzigen Leiptziger ordinarien!
Doctor Philipp Beckmannus, bestalter Medicus zu
Deßaw, Ern Christjani des hochgelahrten
Superintendenten Sohn, hat sich bey Mir,
præsentiret, undt allerley schöne discurß
geführet. Gott gebe unß, viel solcher
leütte!
Nota: Täglich gehen Chur Brandenburgische auf:
Zwey Ochßen, 10 kälber, 10 hammel,
2 schogk hüner, 12 schock Eyer, 1½
Centner Butter, 20 faß bier, 30 Ejmer
wein. Wildpreth, fische, häringe,
unda vndt andere Victualien, werden
nicht mit gerechnet. perge
1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: gerste, hat Hans Georg lackay, heütte
außseen laßen, zu Pfuhle. Gott gebe zu Segen!
Avis: daß ein gesundtbrunnen, in Westphahlen,
zwischen Rheda, undt Tecklenburgk endt-
sprungen. Gott gebe! daß er mehr zur gesundtheit,
alß die leütte krängker zu machen, diene!
Am heüttigen BehtTage, cum sorore & liberis, zur kirchen. perge
Der alte Medicus von Cöhten, Doctor Matthias Engelhardt,
ist anhero kommen, & i'ay parlè fort confidemment
avec luy. Dieu benie! la sinceritè de bonnes intentions.
heütte ists, dem Tage in der Wochen nach, (alß
Mittwochen) iährig, daß unser Sehliger frommer
Sohn, Fürst Erdmann Gideon, Christmilder ge-
dechtnüß, diese böse, undt elende weltt,
undt Threnenthal, hat gesegenen müßen,
in der blühte seiner Jahre, welches ich meiner
annoch übrige lebenzeitt, nicht vergeßen kan!
Gott erbarme sich unser! Christ erbarme
dich doch, über vnß! herr erbarme dich unser!
heütte ist unser großes unglügk iährig, nach
dem MonatsTag, den 4. Aprill. Gott wolle
doch die Sterbedrüse, einmahl von vnß nehmen!
unß wieder gesegenen, undt die annoch
übrig gelaßene beyde Söhne (von Achten,)
nicht in der helfte, undt blühte ihrer
iahre, von dem Engel, dem verderber, an-
tasten laßen, Sondern Sie frisch, undt gesundt,
in gesegnetem wolstande, an leib, undt Seele fristen,
undt lange iahr erhalten! vmb Jesu Christi, willen!
Gestern abendt vmb 8 vhr, ist mein pahte, Christian
Ludwig, meines geheimen Cammerdiehners, Jacob Lud-
wigß Schwartzenbergers Söhnlein, gestorben,
nach dem es sich lange gequehlet, (alß man davor
helt) mit dem innerlichen iammer, undt in
16 Tagen, (welches wundersam, undt fast
unglaüblich zu hören) weder gegeßen, noch
getrungken. Il y en a qui craignent,
que ce pauvre enfant, plein de bontè,
& d'innocence, ait estè ensorcellè, a
cause de la perversitè de quelquesüns,
quj par l'instinct de Sathan, & par l'Envie
& jalousie, qu'ils portent au Pere, a cause
que ie l'ayme & estime, le peüvent a-
voir fait, dèscochant leur rage, contre
cest innocent Vermisseau! Si cela est;
Dieu vueille dèscouvrir, & pünir ce ün tel
crime! sinon! il nous vueille corriger!
amender, & donner vraye repentance!
& recognoissance de nos fautes, & pechèz
& que nous nous gardions, de ne donner point
faux tèsmoignage, contre nos prochains. Amen!
Gott wolle die Trawrigen Trösten, Sonderlich
den die betrübten, annoch lebenden, Elltern, undt
Großelltern, das liebe kindlein sehlig in Abrahams
Schoß, der Seelen nach, haben, den leibe aber
nach, in der erden, sanfte ruhen laßen, eine
fröhliche aufferstehung, am iüngsten Tage ihme,
unß aber allen eine Sehlige Nachfahrt, undt
urstendt alßdann auch zu seiner zeitt ver-
leyhen! undt einen ieglichen, zu seinem Sterbe-
Stündlein, allezeit wol bereittet machen!
Extra zu Mittage, den Caplan Jonium, gehabt. et cetera
Gestern, war der Tag, Christianus, im Kalender, undt
die iahresZeitt, meines sehlig abgestorbenen Sohnes, et cetera
Schwartzenbergers kindt, ist nahe bey ¾ iahr altt
gewesen, hat sich, mit dem iammer sehr gequelet.
Gestern abendts, ist des Stadtschreibers
Töchterlein, frisch undt gesundt, diesen Morgen
aber, Todt gewesen. Memento morj!
Das freẅlein Johannchen, zu Plötzkaw,
sol auch sehr krangk sein. Gott helfe ihr, mit gnaden!
Das heiße wetter, so etzliche Tage hero gewesen,
hat sich heütte, in ein regenwetter nachmittags verwandelt.
Jch habe heütte, durch Ludwig Rober, zu
Pfuhle 30 Schefel (Scheffel)schfl: Gersten, außseen laßen.
Gott wolle es gesegenen! undt wol gedeyen laßen!
Abraham von Rindtorf, ist heütte wiederkommen
von halberstadt, undt Grüningen, undt hat refe-
riret, wie die huldigung, so dem Churfürsten
von Brandenburgk, geschehen, abgelauffen?
Er erzehlet auch, wie der Churfürst ein neẅes
gehege angeordnet, etzliche vom Adel da-
rein gewilliget, andere aber nicht, etzliche
auch, jn daß Anhaltische, verwiesen worden,
in præiudicium Tertij; so aber unleidlich!
Am dinstage, ist zu halberstadt gehuldi-
get, gestern zu Saltza, heütte wandert
der Churfürst forth, auf Barby zu, über
die Elbe, undt also nacher Zigesar!
heütte seindt, zweene Bila, einer
von Mengerodt, undt Advocaten anhero
kommen, in halckens sache, wegen deß
Börstelischen Testaments, vor der Cantze-
ley zu tractjren. perge
J'ay èscrit, a Maximilian Wogaw,
à Halle!
Fürst hanß, schreibet an Mich, von Zerbst, undt
mahnet mich, (importune intercedendo)
wegen Fürst Wolfgangß Testamentgelder vor
die Geistlichen, aldar, undt zu Coßwigk.
Schreiben, von dem hertzogk Eberhardt von Wirtemberg,
daß ihm Gott, einen iungen Sohn, beschehret.
Jtem: von der hertzoginn, Anna Sabina, Meiner
herzliebsten gemahlin Liebden Schwester. Jst eine Neu Jahrs, gratulation.
A spasso; in gutem wetter.
heütte, hat Oberlender, noch 5 Schefel (Scheffel)schfl: gersten, zu
Pfuhle, außseen laßen, Rober aber zu Zeptzig
2 Wispelw: gersten. Gott gesegene es!
Schreiben von Tegklenburgk, Gotha,
hartzgeroda, &cetera entpfangen. perge
Von Gohta, wirdt mir der todt der hertzoginn von
Altenburgk wittiben, SchwiegerfrawMutter
deß hertzogk Ernsts, avisiret. Gott tröste Sie!
Samstag♄ den 6ten: Aprill: 1650.
Daß die Jnsel Cypern, sich wegen allzuvieler auflagen,
wieder den Türgken, auch empöret, undt die Türckischen
beamten, undt Officirer, hin: vndt wieder, erschlagen.
Der große Cham[!], solle mit seinen Tartarn, auch
gewillet sein, wieder den Türgken, krieg zu führen.
Jn Polen seindt viel rebellische pawren erschlagen,
die Griechischen Unitj aber, bekommen größern ge-
waltt, darwider der päbstliche Nuncius, protestiret.
Jn Engellandt, grassiret die pest, wie auch in Jrr-
landt. Cromwell hat nicht lußt, nach Londen zu
kommen. Viel provintzien in Engellandt, stehen
auf, undt hengen den Schotten ahn, wieder die Neẅe
Regierung. Der König, tractiret zu Breda,
mit den Schotten. Die Neẅen Parlamentarij
schigken eine große Macht, zur See, auß,
wieder Pfaltzgraf Ruprechten, ihn auf
das eüßerste, ia biß in Portugall
hinein, zu verfolgen, undt wieder seine
person, (im fall Sie sich deren bemächtigen)
scharf zu procediren. (Gott verhüte solches gnediglich!)
sie vermeynen auch sonsten, mit Spannien
noch einen vergleich zu treffen, weil dem
König in Engellandt, fast alle v̈brige Könige
der Christenheitt, näher verschwägert, undt be-
freündet sein, undt anhangen. Gott sehe dareyn!
Es ist nicht vermuthlich, das Spannien, solches thun werde!
Graf Montroß tummelt sich in den Schottischen
Norderquartieren, bevorab in der Jnsel Orckney,
undt spendiret seinem Könige zu diensten, guht, undt blut.
Die holländer dangken 55 compagnien fußvolgk
ab, welche von den Schotten, dem Könige zu dienst, wieder
angenommen werden. Die Staden behalten nur die
|| [[Handschrift: 390r]]
Reütterey, in diensten, undt wenig fußvolgk in den
garnisonen. hingegen, trachtet der Ertzhertzogk, mit
8000 Mann, wieder die Frantzosen zu felde zu gehen.
Visconte de Türenne stärgket sich sehr, in Burgundt,
Champagne, undt an den Niederlendischen gräntzen,
wie auch am Rhein. Will dennoch, dem Ertzhertzogk,
sich nicht gantz vndtergeben, noch zu viel trawen!
Die hertzogin von Bouillon, ist verkleidet, mit
ihrer Tochter, auch auß Paris, außm arrest, entritten.
Prince de Condè, delectirt sich, im gefängnüß
mit einer voliere, darinnen er, viel vögel bey-
sammen hatt. Düc de Longueville, undt Prince de
Conty, seindt krangk.
Die Frantzösischen Generallen des Königs, alß:
General Rosa, undt Fertè Seneterre, seindt uneins,
vndt können sich, des Obercommando halben <nicht> vergleichen.
Zu Nürnbergk, stegken noch die tractaten,
wegen deß Franckenthalischen Temperaments.
Jm übrigen, sol alles, auf gutem wege sein,
wiewol es auch, ratione restituendorum, noch
Neẅe händel gegeben, undt die tractaten verlängert.
Jn Jtalien, armiren die Spannier, undt Frantzosen,
gewaltig, zur See, wieder einander.
Jn Schweden, ist ein ReichsTag abermalß vor.
General Wrangel, gehet zurückb, in sein gubernament nach Pommern.
12 Schefel (Scheffel)schfl: gersten, hat Ludwig Rober, heütte
noch zu Zeptzigk, außseen laßen. Gott segene es!
Avis: daß sich der gute Augustus von Erlach,
unvorsehens, unglügksehliger weyse, durch-
geschoßen. Gott erbarme sich seiner! undt
helfe gnediglich, daß es nicht Tödtlich seye!
Wie so gar nichts, seindt wir arme Menschen?
undt leben doch so sicher? Ô der elenden
Creaturen! Ergo: Memento morj!
A spasso Nachmittagß, in garten, co'l
mio figliolo Viktor Amadeus undt an den kleinen weinbergk,
in Stall, undt sonsten.
hertzogk Ernsten, habe ich nacher Gohta, condo-
lenter wieder geantwortett. et cetera
Avis: durch meinen kammerdiehner, den
ich zu Erlachen geschickt, ihn zu besuchen, undt
mit Carfunckelwaßer, zu versorgen,
daß er sich, mit einer flinte, durch die
rechte handt, an der Mauß, geschoßen,
vndt die Adern, sehr verletzt, auch
sehr gebluhtet, vndt große schmertzen
hat. Gott lindere ihm, dieselbigen!
Er hat sich sehr bedangkt, undt erzehlet,
das es ihm, im kahn geschehen, als er ein waßerhun
|| [[Handschrift: 391r]]
schießen wollen, undt sich über die gespannte
flinte geleget, nach einem<r> Stange, zu langen.
Der Bader, ist zu ihm eilends gezogen. Gott
wolle ihn heylen! ihn, undt die Seinigen, trösten!
Mein Tobias ist mir gählingen krangk worden,
Gott erbarme sich, des frommen getreẅen
dieners, undt heyle ihn gnediglich!
Jch habe ihn besucht, undt selber vom Balsam des le-
bens, etwan eingegeben, (9 Tropfen, in lindenblüthenwaßer)
so Gott gesegenet, undt etwan linderung ihm verliehen.
Er helfe ferner, mit gnaden!
Diesen Morgen, hat noch der hofprediger, Er
Theopoldus hieroben aufm Sahl geprediget.
Extra zu Mittage, Doctor Mechovius, die Fraw
Helena, undt gedachter concionator aulicus.
Avis: daß die kinder sehr sterben. Sonderlich re-
gieren die pogken sehr, zu Grüningen, Zerbst,
Berlin, etcetera in der Margk haüffig.
Nachmittagß, zur kirchen, da Mullerus1 (vertrie-
bener von Zerbst) ein Ballenstedter, seine probpredigt
gethan. Darnach ist die pursche, mit Jacob Ludwig
Schwartzenbergers kinde, zu grabe, gegangen.
<3 hasen Rindtorf gehetzt.>
Oberlendern habe ich nacher Zerbst, geschickt, bier abzuholen,
Gott gebe zu glügk! in selbiger, undt andern verrichtungen!
A spasso, in Regenwetter. et cetera
Doctor Engelhardt, hat sich wieder eingestellet. et cetera
Jch habe allerley, mit ihme conversiret,
undt sonderlich von Medicamenten, darbey dann
auch, vornehmer Doctorum, des Aquapendentis,
Spigelij; Quercetanj, Minadoj, Crollij,
Mizaldj, Rumpffij; herren von Helmondt,
Riverij zu Montpellier, undt Poterij zu
Bologna, item: Arnoldj Villanovanj,
Cardanj, Giovanni Baptista Porta, undt
etzlicher andere, (inn: undt außerhalb
Deützschlandes,) meldung geschehen.
Zu Plötzkaw, hat sichs (Gott lob!)
gebeßert, mit vetter Ernst Gottlieb,
undt freẅlein Johanna. Dje febres
Epidemicæ, et Malignæ, wollen
noch nicht nachlaßen.
Doctor Engelhardt, ziehet ab, von Cöhten
nach Ascherßleben. Dienet von hauß auß,
herrnvetter Fürst Augusto deme er schon 29 iahr lang, gediehnet.
Jn den Leiptziger Ordinarien, werden, die Erfurdter
confirmiret, undt die rügkrayse des Churfürsten
Pfaltzgraven, von Caßel auf Frangkfurth,
beschrieben.
Jtem: daß man sich zu Nürnbergk, wegen
Frangkenthal, noch nicht verglichen, den
noch aber, zum Schluß, eilet.
Zwischen Chur Trier, undt seinem dumb-
capittel, seindt tractaten vor.
Die Lottringischen völgker, hausen übel.
Die Staaden, dangken viel Soldaten ab.
König in Engellandt, hoffet beßerung.
Jn Polen, seindt die empörte pawren, geschlagen.
Jn Cypern, haben die armen Christen, dem
Bassa, müßen geldt hergeben, zu stillung
der meütinirten soldatesca.
Der Pabst, wil mit Portugall sich noch
nicht recht vergleichen, derentwegen dann,
ein schade an selbigen orthen der Römischen
kirchen, zuwachßen dörfte.
Viel vertriebene undterthanen, auß
Oesterreich, Mähren, Böhmen, sollen in Meißen,
undt auff der Nachtbarschafft anlangen.
3 hasen, Viktor Amadeus Fürst zu Anhalt
gehetzt. et cetera
C'est ün grand cas de la Memoire, ou plüstost
de la reminiscence, ou ressouvenance. Car ie
me souviens fort bien maintenant, que
devant deux ans, comme ie fis tuër, ce
beau bœuf, tant estimè, l'Esprit me
rammemora, que ce, que ie faysois
a ce coup, ie l'estimois peü, & que
ie ne scavois, <ce> que ie faysois, mais que
ie l'experirois, puis apres, avec ün
grand dèsplaysir, & repentir! Que
tout ainsy comme ce bon Animal se
lamentoit en sa natüre, de se voir
de moy, si miserablement, & contre
toute rayson abbandonnè, & devenoit
de ceste tristesse de jour en iour plüs
maigre, (comme de fait, cela arriva, puis
que ses meürtriers, me trouverent que
4 Pfund (libra)℔: de suif, en ce grand & vaste corps,
apres l'avoir assommè, & s'en èsmerveillerent
grandement) iüsqu'a la fin de sa Vie, ainsy
|| [[Handschrift: 393r]]
Nota Bene Nota Bene mon fils aisnè en payeroit la folle enchere,
& deviendroit de iour en iour, plüs maigre & seroit
aussy abbandonnè de Medecins, & de ceux
qui en devroyent avoir plüs de soing, affin de
m'apprendre, a ne mèspriser les creatüres de
Dieu, sür tout, lors que Dieu s'en sert, pour
nous avertir de quelque cas extraordinaj-
re & inüsitè, contre l'opinion dü vülgaire,
comme en effect, i'ay estè induict, par ce prodro-
me & avantcoureur de la Mort de feu mon
bon fils, de bon memoire tant aymè & chery, (mais mal
garenty des hommes) d'apprendre deux ou trois
choses grandes, & assèz inüsitèes, que ie n'ose
pas encores mettre, sür ce pappier. Üne ou deux
de ces choses, seront desja passèes, la 3me. est encores
a venir. Nota Bene: Aussy, ie me souviens, d'üne inflüen-
ce, sans doubte, celeste lors que ce bon animal
m'aborda, & m'amadoua priant pour sa Vie, qui
sonna ainsy en mon ouie: Hic est Porta Cælj!
Mais cela m'estoit alors, comme ridicüle, & comme
üne rèsverie, dont ie <ne> me repens <que> trop tard!
Je ne trouve pas tout cecy, en mes pappiers iournaulx
precedens, & m'en èsbahis avec merveille!
C'est üne chose estrange, comme l'on peüt s'oublier
soy mesmes, & se rendre comme stüpide & endormy,
par üne profonde meditiation, quj nous met,
comme en Ecstase, puis nous rèsveille, tout
á coup, comme d'ün profond sommeil, & lethargie,
non d'ün iour seülement mais par fois, de
quelques semaines, de quelques mois, de quelques
annèes voirement. Feü Son Altesse Monseigneur mon
Pere, de bienheüreüse memoire, disoit tousjours[:]
Nous sommes trop charnels, nous ne
pouvons pas entendre les choses spiri-
tuëlles. Nostre sens est trop brütal,
s'il n'est bien pürifiè, par la regeneration
de l'Esprit de Dieu. Aussy nous estimons
souventesfois trop peü, ce; que nous de-
vrions beaucoup estimer, & viceversa:
Partant dist Son Altesse il faut beaucoup prier
Dieu voire sans cesse, car nous ne pouvons
rien faire, rien entreprendre, rien effectuër,
sans son ayde & assistance. C'est luy! quj opere
en nous, & le Vouloir, & le parfaire! selon son
bon playsir, & excite nos devotions, pourveü, que
nous nous tenions fermera luy! Son Altesse disoit aussy,
|| [[Handschrift: 394r]]
Que la Doctrine des Esprits, (Doctrina Spiristica,
sive de Spiritibus, & Angelis) nous estoit encores, ün
peü obscüre, & se traittoit rarement, aux presches,
& ailleürs, de peür d'abüs, & de Süperstition.
Mais, que pour cela, il ne la falloit point negliger
tout á fait, puis que nous scavons, qu'il y a
dés bons, & dès mauvais Anges, les üns; pour
nous garentir, & contregarder, les aultres; pour
nous combattre, & qu'il falloit devotement
prier Dieu, de nous vouloir illüminer nos en-
tendemens affin de bien discerner, les Esprits,
& de ne chasser arriere de nous les bons, &
faire avancer vers nous les mauvais,
ni croire a ceux-cy, & resister a ceux là.
Le Prince Auguste m'a dit autresfois; Que le don
de Prophetie estoit tousjours parfait, en soy
mesme, & tous les dons de Dieu, l'estoyent,
aussy bien en ces derniers temps, qu'aux
siecles anciens, car le bon & souverain Dieu,
& Legislateür, seroit immüable, & eternel,
(ne perdant rien, de ses Perfections invariables)[.]
Mais la vase recevante ces dons (vas recipiens)
c'est a dire nostre depravèe natüre hümaine, estoit <si> corrumpuë
comme ün Canal impür, par lequel la plüs claire eau, quj passe, se trouble[,]
|| [[Handschrift: 394v]]
& est incapable de recevoir, ces graces Divines, &
dons süpernatürels, sj Dieu n'y met sa main benigne?
paternelle? & entierement extraordinaire? Aussy,
qui plüs est, on perd aysement ces dons, lors
qu'on en tient desia, üne partie, si on se
rend coulpable de crimes & pechèz? si on
reiette la benediction de Dieu? si on charge
sa conscience insolemment? C'est alors
que les mauvois Anges, se fourrent
parmy nous, au lieu dés bons, (quj nous
accompagnoyent auparavant, &
nous abbandonnent, pour l'abomination
que ces esprits celestes, & pleins de
püretè & de bontè ont de nos Vices, &
insolences, malicieüsement perpetrèes)[.]
Et en ce cas, il est tres aysè de nous
persuader, comme le Roy Achab, a nostre
rujne & precipice, dont Dieu Eternel
vueille benignement contregarder, ses
enfans, & qui le servent sincerement,
nonabstant leurs foiblesses, & infirmitèz
hümaines, que le Merite, de son fils bienaymè vueille couvrir!
1 Wispelw: 12 Schefel (Scheffel)schfl: gersten, seindt außgeseet
worden zu Pfuhle, durch Ludwig Röber, undt
Wolfangen. Gott gebe zu Segen!
Jn den gesterigen zeittungen, stunde auch, daß
ein gesundtbrunnen, 6 meilen, von Frangkfurth
am Mayn, entsprungen, wehre, undt große
heilungen den leütten, zubrächte.
Jtem: daß die gefangenen Printzen, im Bois
de Vincennes, sehr krangk wehren.
Oberlender, ist von Zerbst, mit bier wiederkommen.
Fürst hanß, continuirt seine reformationes,
wieder die gebühr, undt den geschloßenen frieden.
Der Administrator zu halle leßet zu
Agken, von einem pferde 2 Groscheng: vndt von einem
faß Zerbster bier, 2 Groscheng: Zoll nehmen, unange-
sehen, meines Fürstlichen paßes, undt daß er sich
mit herrvetter Fürst Ludwigen Sehliger vmb die helfte
verglichen, welches doch mich gar nicht binden
kan, noch binden sollte! Laüft auch wieder
die observantz im gantzen Reich, da Fürsten-
gut, unverzollet, paßiret wirdt, ichs
ihme dem großen eingebildeten herren, auch
selber, frey gelassen, hinführo aber, es nicht
mehr zu thun, gesinnet bin. perge
A spasso, con Madama in gartten.
Ludwig Rober, hat heütte noch 8 Schefel (Scheffel)schfl: gersten, zu
Pfuhle außseen laßen. Gott gesegene es!
Avis von Fürst Augusto daß auf unsere klage an die
Kayserliche Mayestät hingegen auf stargke gegen-
einwendung des Churfürsten zu Brandenburg am Kayerlichem
hofe, alsobaldt decretiret worden, Man solte
unß mit unserm Suchen, wegen der grafschaft
Aßcanien separation vom Stift halberstadt,
ab: vndt zur ruhe weysen, inß petitorium.
Jtem: daß Chur Brandenburg an Fürst Johann Casimir,
undt an Fürst Johannsen, geschrieben, undt den
Tittul Aßcanien, außgelaßen. perge
Jl semble! que nos affaires aillent en
decadence! Le bon Dieu, nous vueille
armer d'ün costè de Pacience! & de l'Autre,
de bonne resolütion, force, courage! & deuë
assistance! Oportet contra spem, sperare!
Avis: daß wir wieder müßen eine extraordinarij
Anlage dreyfach geben, weil in die 200000
ReichsthalerRthlr: über die Friedenßgelder, den Schweden,
zu Nürnbergk, undt das ChurPfaltz, übertragen
werden solte, dißmahl bewilliget worden.
Jn die predigt, conjunctim, Ern Theopoldj. et cetera
Nachmittags hats geregenet, demnach es vormit-
tags, schön wetter gewesen.
Victualien von Ballenstedt seindt ankommen.
Jch habe den guhten, August Ernst von Erlach in seinem
Schwachen lager, besuchen laßen. Gott tröste!
undt stärgke ihn! undt lindere seine Schmertzen!
Zu Zeptzigk, hat Nachmittags Ludwig Rober
einen wispel hafer seen laßen, Oberlender
aber, einen halben wispel haber zu Pfuhle.
Gott gebe zu glügk! segen! undt gedeyen!
Ernst Dietrich Röder, ist anhero kommen. et cetera
Freitag♀ den 12ten: Aprill: 1650. Charfreytag.
Jn die kirche, conjunctim; am heüttigen Stillen
Freytage, in Ern Theopoldj predigt vormittages.
Extra zu Mittage, die Rindtorfinn, Doctor Mecho-
vius, Röder. perge
Nachmittags seindt meine Söhne, mit den Jungkern
wieder zur kirchen, die historie, von der passion
Christj, verlesen zu hören, auß den 4 Evangelisten,
zusammen gezogen.
Gott gebe uns, Andächtige hertzen! undt dempfe
alle des Sathans, verführische wergke!
Schreiben, vom Caspar Pfaw, gratiarum actio, vor coniungirte
Schäfereyen.
Die Erffurter avisen geben: daß die Türgken, sich wieder
in Candia, vndt Dalmatia, stargk rüsten.
Spannien, undt Portugall certiren, mitt
einander zu Rom.
Moßckowitrische legation, zu Warschow,
bringt confirmation des friedens, mit Polen
mitt, undt stattliche præsenten.
Dem großen Cham[!] ist endtsatz von Pohlen,
bewilliget, wieder seine rebellische Tartarn.
Er gedengktet auch, auf einen Türgkenkrieg,
weil er in letzter wahl zu Constantinopel
übergangen worden.
Die Pollnischen Soldaten, meütiniren, undt begehren,
1. Abschaffung der inquisition auf ihre insolentzien,
undt das man ihnen, an ihrer Zahlung, nichts
abkürtzen müße. 2. Exemption von den
scharfen proceduren wieder etzliche ihrer came-
raden, der decreten des Tribunals, Reichß: auch
anderer landtgerichte. 3. Vollkommene bezahlung,
ihres außenstehenden rests.
Jn Vngern gibts excursiones, wieder den Türgken.
Jn Böhmen, gibts viel Kayserliche Einquartirungen.
Jn Jrrlandt hat Cromwell in die 27 plätze
erobert, hingegen seine armèe geschwächt.
Die großen, alß hertzog von Lenox, Sout-
hamston, harfort, undt andere, wollen dem
Parlament in Engellandt, nicht schwehren,
aufs neẅe. Alle correspondentzen mit der
Königlichen familie, seindt bey leibesStrafe
verbotten, wie auch, daß keiner nichts wieder
die Neẅe Regirung, reden solle, er seye
Geistlich, oder welttlich, bey verlußt ihrer
Officien, chargen, ehren, undt patrimonialgühter.
Bellegarde wehret sich noch, wieder den König
in Frangkreich.
Türenne tractiret stargk, mit dem Ertzhertzoge.
Zu Marseille, gibts auch empörungen.
Die gefangenen Printzen, seindt gefährlich krangk.
Die lottringischen völgker excurriren.
Spannien, hat mit Frangkreich alle commercia
verbotten.
Der ReichsTag in Schweden, sol den 24. Junij; undt die
Königliche krönung, den 24. Julij; ihren fortgang haben.
Cardinal Mazzarinj, ist Gouverneür zu
Briesach worden.
Zu Trier, stehet alles, in guten Tractaten.
König in Engellandt, tractiret zu Breda, mit Schotten.
Zu Nürnbergk hemmen sich die handlungen,
undt die anwesende verendern ihre losa-
menter, wegen unrichtigkeit des Frangkentha-
lischen Temperaments, item: der extradirung,
etzlicher Oberpfältzischer Aempter, Pfaltz Neẅburg,
Jtem: außführung der Evangelischen rechten
zu Cölln, undt Aach. Jtem: die Oldenburger
Zollsache. General Wrangel, ist zu
Erfurdt, ankommen, gehet nacher Pommern.
General Wittemberg, evacuirt, Mähren,
undt Schlesien. Zu Stettin, befinden sich
deputirte von Schwedischen undt Brandenburgischen
wegen der Pommerischen grentzscheidung.
Cromwell undt Fairfax dissentiren.
Schottl: undt Jrrlandt assistiren dem Könige.
Poictou vndt Piccardie rebelliren in
Franckreich, assistiren den Printzen.
Bellegarde, ist mit 12 mille Mann belägert.
hingegen hat Visconte de Türenne 10000 im
felde, undt hoffet noch, sich zu stärgken.
Die Frantzosen, undt Schweden, zu Nürnbergk,
seindt schwürig, weil die Stände, an Spannien
gar zu höflich, wegen Franckenthals, geschrie-
ben, vndt ihnen præjudicirliche phrases lo-
quendj, gebraucht haben sollen. Frankreich hat den
Monsieur la court destwegen nacher Wirtzburg
geschigkt, den Churfürsten von Meintz, destwegen
zu besprechen, sonderlich aber darumb, das
Man, der krohn Spannien, gar die assis-
tentz, offeriret haben solle.
<5 hasen Rindorf gehetzt. 1 hasen von Ballenstedt>
Man hat, mit der præparation, zur heiligen communion
heütte zu thun gehabt, undt es hat dennoch, an vielen,
undt mancherleyen difficulteten, nicht ermangelt,
daß Sathan, nicht hette, muhtwillige verhinderungen,
(böser leütte, undt wiedersacher,!) eingestreẅet,
die Andacht, zu verwirren, undt eine capelle
darneben, zu bawen, vndt anzurichten, wo Gott seine
kirche hingebawet? Gott wolle alle lästerer,
dempfen! undt <dennoch> die reine warheitt, seines heiligen Evan-
gelij; (ungescheẅet aller gefahr) forthpflantzen!
Jn die vorbereittungßpredigt, cum filiis, & nobilibus, &cetera
Schwester Dorothea Bathilde ist nicht mitt gezogen, in die kirche,
weil sie krangk worden. Gott wolle es mit ihr,
zur beßerung schigken! undt unß allen
mit seiner gnade, undt Segen, beywohnen!
12 Schefel (Scheffel)schfl: haber, seindt heütte, in die stein-
bruchsbreitte, geseet worden. Gott laß es, in
gnaden, wol gerahten! undt gedeyen!
Wolfgang Sutorius, ist mir auch diesen Abendt,
gählingen krangk worden. Gott beßere es!
Der gute fromme Erlach, leidet große pein,
undt quahl, an seinen Schmertzen. Jch habe
ihn abermalß, durch Tobias Steffeck von Kolodey besuchen laßen,
Er hat in 3 Tagen, nichts gegeßen, noch geschlafen,
Sein arm schwillet sehr. Er weinet, undt win-
selt, vor großer, unaußsprechlicher quahl.
Der Bader2, hat ihme, an den pulß, einen
langen Schnitt gethan, die materie herauß
zu Treiben, welches mir gar nicht gefället.
Sorge, die flechßen, werden numehr gar
entzwey sein, undt verfaulen müßen, da Sie
doch noch das fleisch, zuvorn, aneinander gehalten,
|| [[Handschrift: 399r]]
undt das bley der Schröhte, wol im arm, hette
bleiben können, undt von sich selber endtweder
verheilen, oder ohne sonderbahre gefahr, heraußer
schwehren, Er hat vermeint der bader3, weil
es geschwollen, hette sich die materie dahin
gesetzet, alß es aber eröfnet gewesen, hat
nichts heraußer fließen wollen. Es würde
doch wol, durch andere, nicht so violente
Mittel, der Eyter (salvo honore) undt andere
böse materia, des pappiers wergks, undt
dergleichen, haben herauß gebracht werden
können, (vermittelst Göttlicher hülfe, undt Segens).
Man hat ia, das Johannisöel, man hat
Meister Elias waßer, man hat die güldene
Milch, & talia! Deren eines, oder andere
linde, undt doch köstliche Remedia, viel
undt mancherley vulnera außm<vndt> schäden,
außm grunde, fœliciter curiret haben.
Die Bader, undt Balbirer, verderben
offt mehr, mit ihren tirannischen Schnitten,
alß Sie gut machen. Gott verzeyhe es ihnen!
Doctor Brandt, gehet auch, zu dem guten Erlach,
Mais, il me semble, qu'il n'entend pas, la chirurgie!
Ô unvollkommenheit, der künstler! Künste, undt wißenschaf[ft.]
Avis von Plötzkau daß sichs, mit der hertzogin von Schöningen
(Gott lob!) zur beßerung angelaßen.
Jtem: daß der Churfürst von Brandenburg an vetter
Fürst Johann Casimirs Liebden geschrieben, undt sich
offeriret, hinführo den Tittul der graven
zu Ascanien, unß zu geben, (vmb deßen
außlaßung, Mein vetter sich beschwehret)
wann wir einen reverß, außantwortten
wolten, mit ihm keinen proceß, weitter
destwegen, zu führen, noch seine, ihme
cedirte lande, mehr anzusprechen.
Am heüttigen Heiligen OsterTage cum filiis, zur
kirchen, undt zur heiligen communion, da mein Victor
Amadis, mit Mir, communiciret, in feiner
frequentz. Gott laße alles, wol gedeyen!
Zu unserer Seelen heyl, undt Sehligkeitt!
Nachmittags, wieder in die kirche, cum
Uxore, et liberis, da auch Theopoldus, so wol
als vormittags, geprediget.
Abends vorm eßen, in garten, con Madama.
Die avisen von Leiptzigk, confirmiren die
Erfurdter, insonderheit aber, addiren Sie:
Daß Crüetzenach, Alzey vndt Bacharach,
in der Türennischen handen seye.
Jtem: daß Turenne, den Spannischen, wenig
trawe, exorbitante conditiones, ihnen vor-
schlage, undt gar nicht<mit> Frangkreich sich verglichen.
Mit dem Franckenthalischen Temperament,
wirdt daß Friedenßwergk, zu Nürnbergk
verhindert.
Cromwell triumphiret in Jrrlandt, undt es
scheinet, das allenthalben, die ungerechtigkeit
wolle überhandt nehmen! Gott erbarme es!
Spannien, contestiret mitleyden, mit dem Kö-
niglich Engellischen Gesandten, kan sich aber, zur
assistentz, wegen eigener affairen, noch nicht resolvjren.
Die Türgken seindt stille in Ungarn, moviren
sich aber, gegen Dalmatiam, wieder die Venetos.
König in Engellandt, hofte daß ende guter
Tractaten, mit den Schotten zu Breda.
Portughesen sollen mit hülfe der Engelländer,
undt Jndianer, den importirlichen platz, der
Holländer, Neẅ Batavia, erobert haben. Jst
ein Stapel der commercien, undt gewürtze, in Oostindien!
Montag☽ den 15den: Aprill: 1650.
Jn die kirche conjunctim, vormittages, da der
Superintendens, Er Plato, geprediget.
Dieweil man ihn, zur mahlzeitt, einzuladen
vergeßen, alß habe ich ihme, ein stügk wildpreth,
undt einen guten Trungk wein, hinundter in
die Stadt, præsentiren laßen.
Sonst ist extra, bey unß geblieben,
die Rindtorfinn, Doctor Brandt, undt Tobias Steffeck von Kolodey[.]
Nachmittags mit Söhnen, undt Töchtern,
in des Diaconj Jonij, predigt, der den
Text hatte: Jobj, 19. Ich weiß, daß mein Erlöser
lebet.4 et cetera
Mit Schwartzenberger importantissima conversiret,
insonderheitt, wegen der Bergkwercke aufm Fichtel-
bergk, undt anderer sachen, so privata, undt publica
concernjren. et cetera
A spasso, in schönem, warmen wetter.
Jch habe viel verwirrungen gehabt, wegen böser
diener, so sich allzuviel licentz gebraucht, undt
daß Osterbier, gekostet.
Mittwoch☿ den 17den: Aprill, 1650. böser/gefährlicher/schädlicher/unglücklicher/unglückseliger Tag (tatsächlich oder befürchtet)ꘉ
Schreiben, von meinem Bruder, Fürst Friedrich darinnnen
er mir seiner abrayse beweglich, zu erkennen
gibet, seine kinder, lande, undt leütte, re-
commendiret, undt vollmacht aufträget,
darneben aber, andeüttet, daß er ein
Testament gemachet, etcetera iedoch gantz
verschweiget, wohin er gedengket?
undt waß seine intentiones seyen?
Er begehret, auch sein interesse zu beobachten,
in gräntzsachen, undt in dem Steẅerwesen.
Jn lehensachen, sol man seinen Rath Posen,
mitt zuziehen, undt an gerichtsTägen, sein
Ampt, ihn verwalten laßen. etcetera
Werde ich also, mehr labores, undt verdruß,
alß nutzen, von dieser auftragung haben!
Jn publicis wil er auch, in seinem Nahmen,
alles mitt undterschrieben, undt sein bestes,
beobachtet haben. Gott helfe ihm zu ge-
sundem Rath, undt heilsahmen actionen!
auch brüderlichen guten vertraẅligkeit!
Christian Heinrich von Börstel, ist bey Mir, gewesen, hat vor den
iungen Fertzium, intercediret, weil er seiner kinder præceptor ist[.]
Jst extra zur mahlzeitt, geblieben.
Hans Geörge lackay, hat heütte, einen
wispel haber, auf der Steinbruchsbreitte,
außseen laßen. perge Gott gebe zu segen!
Oberlender hat die<der> Schafzehlung, beygewohnet,
alß 138 Zibbenlämmer, 144 hammellämmer,
106 knechtelämmer, vndt 20 außgesetzte
lämmer, zur hofküche, gezehlet.
Gott vermehre allenthalben, seinen Segen!
Avis von Ballenstedt daß der general Wrangel,
mit 5 Regimentern, auch sehr vieler bagage,
dann hohen, undt Niedern Officirern, in der
Marche, begriffen, kommende woche,
sol er, inn: undt umb Sangerhausen,
logiren. Umb Eißleben, haben die vor-
trouppen, schon 12 pferde, hinweggenommen.
Jn gartten, con Madama!, e le figliuole!
Oultre ce; qu'on observe, qu'en la semaine
Judica, comme aussy en celle dès Pasques
fleüries, il arrive souvent dü malheür,
nous avons observè ceste fois, aux iours
passèz: 1. Le grand malheür, arrivè, au
bon Erlach. Dieu aye pitiè de luy! 2. Au
|| [[Handschrift: 402r]]
mesme jour, ün meschant cheval a Dessaw,
a fait des insolences & escappades Èstranges,
sous le fils dü Colonel Werder, a merveille,
ainsy qu'il a estè contraint, d'en sauter à
bas, le cheval courrant iüsqu'a la riviere de
Milde, & faysant mine, de s'y precipiter.
Ainsy donc il s'en jetta a terre, & s'en
fit beaucoup de mal, a la teste, au corps,
aux bras, aux jambes! etcetera Dieu l'en reguerie!
Le cheval courrüst neantmoins, dans l'eau,
fist des estranges caracolles, ou Virevoutes
dans la riviere, mangea iusqu'a l'autre bord,
& voyant de n'y pouvoir sortir, a cause de
la hauteür dü rivage, il s'en revjnt, avec
ses tournoyemens, & en fin resortit, courrant
de çá de lá comme fanatique, si qu'on eust
de la peine, a le ravoir. 3. Jcy a Bern-
bourg, un Tavernier de Niembourg, beuvant,
tomba dès degrèz en bas, se rompant la main
droicte, dont il est faisy de grandes douleurs,
& ceste cheüte arriva iüstement au mesme iour süsdit.
4. D'üne petite fille, d'ün pauvre homme, on conte
aussy, qu'elle s'a rompü la jambe aux champs,
qu'il la luy ait fallü coupper. 5. A Rosembergk5
|| [[Handschrift: 402v]]
en la Contè de Barby, ün garçon de berger, ayant
chassè ses brebis, sür le blè verd des champs,
pour se repaistre, & ün paysan, (a quj ce
blèd appartenoit,) sürvenant, il s'en
fascha, prinst üne pierre, & la jetta a la
teste, de ce pauvre garçon dormant,
le touchant aux tempes (Schlaf) dont
il en mourüst incontinent. Ce
sont dès cas estranges, & lamentables,
sürvenüs en mesme temps, Jl faut
admirer, en tout cela; les iügemens
de Dieu, & eviter neantmoins, toute
süperstition nuysible, si on s'attachoit
plüs aux observations, dès Creatüres,
qu'a celles, dü Souverain Createur?
6. On peut adioindre, a ces six cinq
exemples süsdit, le sixièsme advenü
tost apres, qui est la maladie, & fievre
cottidienne, de ma seur Dorothea Bathilde que le bon
Dieü, vueille paternellement reguerir!
7. Jtem: ma fille Angelique, laquelle fist
üne horrible cheüte en terre platte, pensant
|| [[Handschrift: 403r]]
se crever ün œil. 8. Ma fille Erneste sent
aussy derechef dés douleurs, en sa jambe. 9.
Aulcüns, de nos serviteurs & servantes, sont tombèes
soudainement malades. Pacience! Le bon
Dieu a encores <tout> preservè de Mortalitè, horsmis
quelques enfans, chers aux parens, quj en
fürent privèz en ce monde, par la Volontè Souverajne!
Donnerstag♃ den 18den: Aprill: 1650.
heütte, ist meines Sohnes, Carolj Ursinj, ge-
burtsTag, an welchem er 8 iahr, außgebracht.
Gott lob, undt dangk! der ihn so lange
bey leben, gefristet, deßen gühte undt
Allmacht, ihn noch länger, erhalten,
zeitliche, undt geistliche gaben vermehren,
undt nicht in der helfte seiner iahr,
hinweg reißen wolle! Amen! herr
Gott vater im himmel, erbarme dich unser,!
undt wehre dem Engel dem Verderber! Amen! Amen!
Diese nacht, hats fein geregenet, Gott lob,
undt kämmet, dem dürren Erdtreich, wol zu statten.
heütte, ist ein feiner kühler Tag, nach voriger
Tage, verdrießlichen hitze.
Meine Söhne seindt hinauß geritten, undt haben
drey hasen einbrachtt.
Mit Graf Kinßky hat es händel gegeben,
wegen etzliches viehes, so er gestern, ohne
entrichtung des fehrgeldes, überpaßiren,
ich aber daßelbe verarrestiren, dennoch
heütte, auf bitten, wieder loß, vndt
dißmahl <nach behaüpteter meiner gerechtigkeitt>, frey paßiren laßen.
Conferentz, mit Geörge Reichardten.
et cetera
A spasso, con Madama, biß an die Fuhne.
Ernesta Augusta, undt Anna Sofia, wie
auch mein Sohn Carll, seindt mitgegangen,
hin, undt her. War zimlich weitt zu gehen,
wiewol man, an dem alten Teich, außruhete.
1 wispel haber, hat Hans Georg lackay,
auf der Steinbruchsbreitte außseen laßen.
Freitag♀ den 19den: Aprill: 1650.
Extra: habe ich zu Mittage, Doctor Mechovium
gehabt, post expedita plurima negocia!
Negromonte, undt Riccardo, haben sich
auch præsentiret.
A spasso, con Madama, in gartten.
1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: haber, ist zu Zeptzigk; in beysein Ober-
lenders, undt alhier, 18 Schefel (Scheffel)schfl: in beysejn
Hans Georg lackayen, geseet worden. Gott
wolle es wolgerahten! undt gedeyen laßen!
|| [[Handschrift: 404r]]
undt allem verderben, (dergleichen noch heütte,
von vieh, undt Schweinen, unnöhtig geschehen) steẅ-
ren, undt wehren! wie auch allen wergk-
zeügen des Sathans, undt bösen Menschen,
kräfftiglich, wiederstreben!
Daß General Wrangel, zu Erff Weymar, gewe-
sen, undt auf Gohta, undt Caßel zu, gegangen.
Daß die gefangenen Printzen, im Bois de Vin-
cennes, noch krangk seyen, sonderlich der Prince
de Conty; deme ein Crohnenleüchter, auf
den kopf gefallen, undt den guten herren
baldt ertödtet. Gott beßere es, mit ihm!
Daß Bellegarde, vom Könige, undt Cardinal,
stargk belägert werde, sich aber Tapfer wehre.
Der Ertzhertzogk; wehre mit Türenne ver-
glichen, undt grassirte hertzgok Ulrich, von
Wirtembergk, gewaltig in Frangkreich,
ums Sedan, undt selbiger örther herumb.
Viel gute Städte, in Picardie, Champanien,
undt Burgundt, müßten contribution geben,
undt die neütralitet suchen.
Jn Engellandt, gebe es viel motus wieder die
neẅe Regenten, undt des Königes parthey
stärckte sich daselbst, wie auch in Schottlandt.
Jn Jrrlandt, regeten sich auch etzliche
aber Cromwell wehre ihnen zu stargk.
Printz Ruprecht, wehre resolvirt sein
eüßerstes, zur See daran zu wagen, weil
ihm die Neẅe Regierer, so sehr droẅen.
Jn Niederlandt gibts dissensiones,
undter den Provintzien, wegen behaltung,
oder abdangkung der völgker.
Portugall hat vier reich beladene
Caragken verlohren, deren Theils den
Spanniern, Theils den holländern, zu Theil
worden.
Die Türgken, rüßten sich, mit macht,
so wol in Candia, alß in Dalmatia.
hingegen rüsten sich auch die Tartarn
undt Cosagken, wieder die Türgken.
<Die Bassa6 von Cairo, Damasco, undt Palestina rebelliren.>
Moßkaw, meinet man, werde durch
die ansehliche große Bohtschaft, welcher
zum Könige in Polen, geschigkt worden,
|| [[Handschrift: 405r]]
nicht so sehr den frieden, (gehofter maßen) be-
stehtigen, alß einen Neẅen krieg ankündigen.
Die Deützschen Soldaten seindt in Polen wol
contentiret worden, wie auch die Pollnischen,
theilß meütinirer aber, seindt am leben, gestraft.
Die Venezianer, rüsten sich auch stargk,
zu waßer, undt zu lande, contra Turcas
haben zweene reiche kaufleütte zu Edel-
leütten gemacht <Minellj genandt>, iedern, pro 100000 Ducaten.
Der Pabst, wirbt auch, undt Trawet,
weder den Spanniern, noch Frantzosen, rechtt,
hat etzliche auf die gallere zu condemniren
gedroẅet, welche sich vom ViceRè von Napolj,
in der Römischen kirchen gebieht, heimlich haben
werben laßen, wie auch in der Stadt Rom selber
geschehen sein soll, undter dem Prætext der Auß-
theilung der Allmosen.
Zu Nürnberg; zawdern sich, die tractaten,
annoch, wegen Franckendals, undt eines Miß-
trawens, so zwischen den Crohnen, undt den Ständen,
endtstanden, als ob es diese, mehr mit dem Kayser,
undt mit Spannien, alß: mit Frangkreich, undt
Schweden hielten? undt ihnen assistentz versprochen hetten?
Altenburgk, undt Braunschweig, sollen sich gantz vor Chur
Bayern, declariret haben, zu Nürnbergk.
L'envie, & jalousie Courtisane, a tellement
persecütè, Hans<le> pauvre Andrè Hawer, (si bon
garçon), qu'il ne peüt devenir, avec bonne ma-
niere, tel serviteur comme on se l'estoit proposè,
a cause, qu'il est nè, comme Iephtah. Mais
cela ne derogera en rien, a sa pietè, & Vertü!
& Dieu ne l'abbandonnera point. Nous
avons bien eü en service, dés pütains,
& dés filles de pütain, que l'on n'a
pas tant persecütèes, d'autant qu'i-
celles estoyent recommendèes dü Gynecèe,
& estoyent de la creance de Martin Lüther. Il
y a, pourtant, plüs de dèshonneür, en üne
fille, qu'en ün homme, de scavoir d'elle cela,
& bien grande difference entre les nourri-
ces, quj donnent leur laict, aux enfans
de Princes, estans pütains, & entre ün
valet de chambre d'honnestes, Vertueüses,
& proffitables qualitèz! Aussy üne
Pütain <cognuë> est bien üne plüs grande pescheresse,
& plüs dèshonorable, que n'est, ün fils de pütain,
dont ma femme a pourtant aussy prins aulcüns en service!
Meine Gemahlin, ist hinauß nacher Palbergk
diesen Nachmittag, mit meinen Söhnen, undt Töchtern7,
außer den kleinesten8. et cetera
Schreiben, von vetter Fürst Johann Casimir von Deßaw,
undt noch eines, von meinem Bruder, von hartzgerode,
welcher gestern, mit vetter Lebrechten, abgerayset. et cetera
<1 Rehebogk von Ballenstedt 1 Hase daher.>
Jn die kirche, conjunctim.
Extra zu Mittage, den hofprediger gehabt,
nebenst der Rindtorfinn. etcetera
Nachmittags, cum filiis, & filiabus aliquot, zur
kirchen, undt postea, conferentz, mit Paul Ludwig gehalten.
Tobias Steffeck von Kolodey ist von Ballenstedt wiederkommen,
mit den pferden. et cetera Zum beschählen. perge Jtem: mit Victualien.
Jn gartten, mit Meiner herzliebsten gemahlin,
vor: undt nach der mahlzejtt. perge
<Regen. 1 hasen gehetzt.>
Vier<Sieben> Flöße, kommen heütte ahn, vor Meine
Gemahlin, auß Düringen, undt noch Zehne<Sechße>
<drey> sollen hernacher kommen. Cela me cause des fascheries!
Freẅlein Johannchen von Plötzkaw, ist anhero kommen,
Schwester Dorothea Bathilde zu besuchen.
Ma femme a songè, que mon fils Charles, se seroit noyè;
Dieu l'en garde! d'ün tel! & de tous autres malheürs!
Schreiben, von Caßel, von Madame Elizabeth,
undt von hertzogk Eberhardt, von Wirtembergk,
deme ein Töchterlein, von 7 iahren, gestorben.
Avis: daß der Kayser, nacher Prag, gegen Pfingsten,
ankommen solle.
Jn Nürnberg gehets, wie die Erffurter ordinarien, berichtet.
König in Spannien, soll krangk sein.
Bellegarde, wirdt hart zugesetzt. Der
Cardinal Mazzarinj, wehre bey nahe davor
erschoßen worden. Der belägerten proceß, ist
ihnen, schon gemacht. hingegen haben Sie
eine Schwartze fahne, mit Todten köpfen,
gestjgkt, herauß gesteckt, undt wehren
sich, aufß eüßerste. Wollen es nicht dem
Cardinal, sondern dem Könige, nach erledigung
der Printzen, aufgeben. Alß der König, den
gefangenen Printzen, von Condè, besuchen
undt ansprechen laßen, den Gouverneur9
durch schreiben zu befehllichen, daß derselbige
Bellegarde aufgebe, hat er geantwortett:
Er der printz, wehre numehr, so tief erniedriget,
daß sein befehlich nichts mehr gelten würde.
Der Prince de Conty, ist übel zugerichtet,
wegen des falls vom Crohnenleüchter auff
|| [[Handschrift: 407r]]
seinen kopf, welchen die Aertzte creütz-
weyse aufgeschnitten, undt er in lebensgefahr
sein solle. Gott erbarme sich seiner! undt aller
krangken! vndt affligirten!
Stenay: helt sich neütral.
Der Ertzhertzog; wil baldt zu felde gehen.
Portolongone, undt Piombino, wie auch
Barcelona, trachten die Spannier, zu recuperiren.
Die Frantzosen haben mit 5 Schiffen,
zweene reich beladene auß Orient an-
kommende Engelländische Schiffe, heftig bestritten,
undt nach bluthigem gefechte, endlich erobert,
große beütten, undt <alle> Engelländer darauf,
nieder: gemacht.
Printz Robert, hat sich wieder die Engelländer
zur See, in Portugall, gerüstet, hingegen,
haben Sie sich, neben ihn, mit vielen Schiffen,
(so den neẅen Ambassadeür in Portugall,
begleittet) geleget.
Die Spannier haben auch prinsen gemacht,
alß neẅlichst berichtet worden.
Die Neẅen Regenten zu Londen, richten wieder
einen Neẅen blutraht ahn, wieder alle adversarios[,]
|| [[Handschrift: 407v]]
welche ihnen, mit wortten, oder wergken, schriftlich,
oder persöhnlich, zuwiederc sein, undt es mit dem
Könige, Carolo secundo, halten mögen.
Die Stadt Londen, wirdt wüste, undt unbe-
wohnet, weil die neẅen gestrengen Regenten,
den neẅen Eidt, beschwohren haben wollen, undt
dadurch, manchen redlichen Mann veriagen.
Pleymouth, sol sich gantz darwider, decla-
riret haben. Jn Schottlandt, tummelt sich, Montroß.
Contarinj; (so zu Münster gewesen)
soll zum Meditatore, in den tractaten
zwischen Polen, undt Schweden, zu Lübegk
erwehlet sein, im nahmen der Republic von Venedig.
Venezia, wil den Bassa Arabasum,
(welcher im anfang des krieges, Novigradt
erobert, undt an itzo Clissa, zu recuperiren
gedencket, auch darumb, Tügkischer
General worden) in Dalmatia bekriegen,
undt zu waßer, eine große Macht, nacher
Candia, schigken.
Der Kayser, versiehet auch, seine Ungarische
Gräntzhaüser aufs beste, weil die Türckische
große werbungen, verdächtig vorkommen.
Die Tartarn, continuiren in ihrer jntention
mit zuthun der Cosagken, den Türgken zu bekriegen.
Zu Napolj; continuiren die executiones,
wieder alle verdächtige Personen.
heütte sein die Rähte, auß dem Fürsten-
thumb, von der herrschaft ablegiret, in alhiesiger
Stadt, erschienen. Gott gebe heilsahme consilia!
<Viel Kever, lassen sich in gärten, undt weinbergen sehen.>
A spasso, co'l Carolino, an die fischerey.
Ein schwehr, donner: undt Regenwetter, ist
vor der abendmahlzeitt, endtstanden. perge
Es wollen etzliche, es habe in die Sahle geschlagen.
herrvetter Fürst Augustus, hat sich zu erscheinen, diesen
Morgen excusiret. Die Consiliarij aber,
seindt zusammen kommen, nach dem mir der
CammerRaht vorhero, von allein, einen vorschmack
gegeben, in causa Ascaniensj. Gott gebe!
daß wir dieselbige prætension recht,
undt wol verwahren! unß keines
weges, selbst præjudiciren, noch unsere jura
unß nehmen laßen! Gott der gerechte Richter,
wolle uns doch einmahl ius, & iustitiam, verschaffen!
8 Schefel (Scheffel)schfl: haber, hat Oberlender, diesen Morgen,
zu Zeptzigk, seen laßen. et cetera Gott gebe zu
glügk! Segen! undt gedeyen!
Die committirten Rähte alhjer, seindt:
Obrist leutnant Knoche, von Plötzkaw, undt Cöhten.
Der iunge Jehna von Plötzkaw Raht.
Freybergk, von Deßaw.
Doctor Mechovius von hinnen, <Licentiat Köppe von Zerbst.>
Sie consultiren in der Cantzeley, Knoche
præsidirt, alß gesampter Raht,
iedoch, wirdt alles auf unsere ratification
gestellet. perge
12 Schefel (Scheffel)schfl: hafer, seindt in beysein Meines kam-
merdiehners Robers, auf den Klipperbergk,
gesehet worden. Gott gebe auch darzu, seinen Segen!
Freẅlein Johannchen, ist gegen Abendt,
wieder forth, nacher Plötzkaw.
heütte, ist dem feldtscherer, sejn Söhnlein,
mein pahte, begraben worden. Soll gählingen
am iammer, gestorben sein, daran diß iahr,
viel kinder, alhier zu Bernburgk, sterben.
Gott tröste alle affligirte, undt bewahre
unß, undt einem ieglichen, das seinige!
Eine fuhre mit wein, nacher halle geschickt,
Gott gebe zu glügk! undt succeß!
Avis: daß der Lottringer, mit seinen völ-
ckern herein, inß Stift Halberstadt,
einbrechen will, welches aber schwehrlich,
kan geglaübet werden. Gleichwol aber
schreiben andere, man solle sich vorsehen,
es werde der Spannier, mit Macht, noch
diß iahr, in Deützschlandt, sich wenden!
Gott gebe, erwüntzschten, sehligen frieden!
Jn die kirche, cum filiis, & filiabus aliquot.
Der CammerRaht, Doctor Mechovius, wahr bey mir,
Thate relation, wegen gestern, in der wichtigen
Ascanischen So dann auch Bambergischen Lehens: undt
andern vorgegangenen sachen, wahre deliberiret
undt concludiret worden. Obrist leutant Knoche, undt
Jehna der hofraht, wahren deputirt, von Fürst Augusto
vor sich, undt in Cöthnischer vormundtschaft,
Freybergk von Deßaw, Doctor Mechovius von Mir,
Licentiat Keppe von Zerbst. Mein Bruder, Fürst Friedrich hatte
(unangesehen der mir gegebenen undt hinterlassenen
vollmachtt) sein votum, dem Obrist leutnant Knochen, aufgetragen.
Avis, daß der Theẅre Mann, hanß Philips
Geüder, von heroldtsbergk, Ritter, ein Treẅer
Anhaltischer diehner, eine crone der Frängkischen
Ritterschaft, deren Director, undt Ritter-
haüptmann, er gewesen, Todes verblichen.
Jst wol schade, das ein solches stadt-
liches subjectum, so gelehrt, peregrinirt,
in vielen sprachen, scientijs, Geistlichen
undt weltlichen wißenschaften, sehr
perfect, auch ein soldat, vndt Officirer
gewesen, albereitt faulen soll.
Gott genade ihm! undt tröste seine
hindterlaßene vetrübte wittwe undt
erben! Je connoy peü, ou quasj
point dés gentilshommes, en l'Empire,
qualifièz en toutes perfections,
comme iceluy a estè! Ô grand dommage!
Avis: daß die Churfürstlichen Gesandten,
zu Nürnberg, den brey, verschüttet, in deme
Sie mehr gewilliget, alß jhnen, von ihren
Principallen, befohlen worden, nemlich:
an den König in Spannien, zu schreiben,
|| [[Handschrift: 004r]]
ihme assistentz, paß, undt repaß, auch
werbungen, (so oft er es benöhtiget)
zu offeriren, undt allen vorschub, etcetera[.]
Der Churfürst von Meintz, sol so alteriret
sein, über den Seinigen, Doctor Mehl, das er ihn
will köpfen laßen, des Churfürsten von Saxen,
seiner, General Maior Trandorf, (so Catoh-
lisch ist) sol Todt im bette gefunden
worden sein. Der gute fromme Wesembe-
cius Chur Brandenburger sol auch darüber,
in große ungnade seines herren kommen sein.
Chur Cölln, vndt Chur Bayern, wie
auch Chur Pfaltz, vndt Trier, seindt mit
den ihrigen, ebenmäßig übel zufriedene.
Ob Spannische pistoletten, etwas ope-
riret? Will fast von etzlichen gemuht-
maßet werden. Gott seindt alle dinge bekandt!
Der berühmbte prediger zu Brehmen,
Doctor Ludovicus Crocius, (welcher aber des Armi-
nianismj, stargk beschuldiget worden)
sol auch gestorben sein, undt unsere reformir-
te Anhaltinj, Magister Fœlix hawstedt, undt Se-
bastianus Reinhardus, thun daselbst das beste!
Meine Söhne, seindt spatziren geritten, hinauß
nach Palbergk. Theilß meiner Töchter,
seindt mittgefahren, vndt vor eßens, seindt
Sie alle, wiedergekommen.
Jnndeßen, ist herr Wilhelm von<Christian>
von Roggendorf, alhier ankommen, undt
hat mir grüße von Wolfenbüttel
mitgebracht. Kömbt eigentlich, seinen
Bruder, meinen pagen, zu besuchen.
<Regen.>
<1 lachß, von 14 Pfund (libra)℔: primus, hoc in anno.>
Avis: qu'on a, par dés charmes Jesuitiques,
fait avorter, les deux Düchesses de Brigk
femmes de mes cousins les Dücs Louys,
& Christian, de Lignitz Brigk.
Jtem: qu'on croyt le mesme estre desja
arrivè par deux, si non: par 3 fois, a
Madame l'Electrice de Brandenbourg.
Au contraire: q[u]e l'Electeur de Ba-
vieres soit mort, devant deux ans
desja, ayant eü 13 <fontenellen> cauteres, le loup,
la Lepre, la gangrene, & tant de mala-
dies incürables, tant d'annèes en son
|| [[Handschrift: 005r]]
corps Valetüdinaire, impossible (selon l'a-
vis de plüsieurs medecins experts,) a conserver
si long temps, en Vie, & cependant, on le
fait vivre encores, (pour l'avancement
de la Religion Catolique), soit: par illü-
sions charmantes, soit: par süpposition,
d'ün autre, quj le ressemble, soit:
par des medicamens, & confortatifs, dü
tout rares, & excellens! Ce dernier,
ie croyrois plüstost, combien que i'aye
entendü en France & ailleürs, (autres-
fois) de semblables exemples, de ceux,
qui ont sürvescu, leurs enterremens
secrets, comme entr'autres: le Düc
d'Espernon, le Mareschal de Fervaques,
etcetera etcetera etcetera & ce de gens graves, & dignes
de foy! La femme, dü Marquis
Christian Guillaulme, (quj estoit par cy
devant, Administrateür á Halle) fille dü
Conte Martinitz (precipitè par la fenestre a Prague,
iadis, & mort mai<n'a> gueres) est enceincte. On
croyt; que deux Jesuites ont aydè a ce Vieil & cadüc
Marquis, a fin de le faire Electeur de Brandenburg & meürtrir, le present.
|| [[Handschrift: 005v]]
düquel meürtre, ou embüsches secrettes,
ou ouvertes, le bon Dieu vueille preserver
benignement, par sa Sainte grace le bon
Prince Electeur d'a present, avec Mada-
me sa chere Compaigne! & aneantir,
les malicieux desseings, dès conseillers
d'iniquitè! Ô Dieu! tü es plüs fort,
& plüs puissant! que tous les ennemis!
A toy; ne scauroit plaire, aulcüne
injüstice! Les ouvriers d'iniquitè,
sont abominables, de devant ta face!
Avis von Halle, daß den herren Reüßen,
zugemuhtet worden, wegen Jhrer Kayserlichen Mayestät
in ihren landen, so Kayserlich, undt Böhmisch
lehen, zu reformiren, oder man wolle mit
der execution hinder her. Spannien leßet
überall, stargk werben, undt bringen ein
großes volgk zusammen, gibt nachdengken!
J'ay èscrit aux pays bas, touchant
les collectes, pour nos Ministres, &cetera &cetera
jtem: á Knesebegk; item a Stuckgardt, condo-
lendo, et á Madame Elizabeth.
<1 lachß, von 18 Pfund (libra)℔: Regenwetter.>
J'ay songè: d'avoir abordè la Roine de Swede,
luy parlant en françois, j'aurois fort failly,
au commencement, & achoppè, & Madame
l'Electrice Palatine Douairiere (morte) m'au-
roit averty & aydè, avec ün regard severe,
& avec des reprimandes aspres, au mitan
de mon harangue. Cela m'auroit encores
plüs rendü & confüs, & les autres Dames,
l'eüssent entendü, & rians de moy, cela
me fascha, & me fit si bien continuer, comme
la Roine par ennuy pens s'en aller,
qu'elle demeüra encores, & m'èscoutant
attentivement, la parole me coula si bien,
& sj resoluement, iüsqu'a la fin, que i'en
füs grandement louè de la Roine, dü General
Banner (mort) lequel m'avoit introduit,
& presque forcè aceste audience. Mais
la dite Electrice, ne füt pas contente, & me
tança de m'estre mesprins en l'harangue,
Nota Bene parlant de deux meres Roines de Swede,
ce que j'avois pourtant corrigè dont la ieüne
Roine m'excüsa mesme & TorstenSohn, me regarda a travers,
avec ün sousris; de feüntise, de crainte, & desja de jalousie!
Meines Bruders Raht, Hanß Geörge Pose, ist
herauf gekommen, hat audientz begehret, undt
(nach überliferung eines allten creditifs,
deme schon satisfaction, unlengst beschehen)
<sein> anbringen gethan, sonderlich 1. wegen der
Steẅersachen, darinnen Mein Bruder seinen
anparth, an landtgühtern nehmen, undt
Meinen consenß darüber haben will[,]
2. wegen der lehenbriefe der von Adel,
so er begehret zu undterschreiben[,] 3. wegen
der gerichtsTäge, so alle 8 wochen, gehalten
werden sollen, daß es richtig geschähe[,] 4.
wegen Secretarij Paulj Ludwigs, daß
derselbige dem Bruder, durch einen
handtschlag, möchte pflichtbahr gemacht werden.
Das 1. habe ich zu bedengken promittirt,
undt Schriftlich mich darüber zu erklähren,
offeriret. Daß 2. wehre ia schon, sieder
dem dato des creditifs, geschehen. Daß 3.
geschähe ia itzo gegenwärtig, undt wir
wehren alhier, weder in culpa, noch in mora.
Das 4. recusirte ich platt, weil der Secretarius
in meinem brodt vndt Soldt, in Meiner Cantzeley
|| [[Handschrift: 007r]]
bestellet, die meiste labores hette, undt
Mein dirigirender Raht sich seiner am meisten zu
gebrauchen müßte. habe ihn also gnedig dimit-
tiret, undt zuvorn speisen laßen. perge
Extra: ist zu mittage, geblieben, Pose, herr Wilhelm
Christian, von Roggendorff, Doctor Mechovius, Tobias Steffeck von Kolodey
undt Secretarius, Paulus Ludwig.
Die Erfurdter avisen, berichten:
Daß zu Nürnbergk daß Franckenthalische
Temperament, undt deßen verzögerung, intrighj machet.
Daß die Schwedischen vorgeben, sie sähen gerne
den frieden befördert, wegen besorgenden krieges
mit Moßkaw, an welchem doch andere dubitjren.
Dann, die große Moßkowitrische bohtschaft,
(welche beym Könige in Pohlen ankommen,) große
bravaden, gemacht, vndt anfangs, den hut abzuzie-
hen, difficultiret, mit oberstellen prætensionen gehabt,
undt sonsten schwehre postulata, mit restitution
Schmolenßko, Siverien, Czenichovien undt anderer
ablatorum, gebracht, sonderlich auch, daß man
den Fürsten Wießnewetzky, undt den General
Konietzpoltzky spießen sollte, weil Sie alß
undterthanen der Kron Pohlen, undt im friede
begriffen, dennoch, sich eigenmächtig undterstan-
den, im kriege, wieder die Cosagken, die
|| [[Handschrift: 007v]]
Moßkowitrischen gräntzen, zu berühren, undt in
daßelbige reich, hinein, zu streiffen. Dannen-
hero ein krieg, besorget wirdt, contra Pohlen.
Spannien wirbet stargk in Deützschlandt.
König in Schweden, ist krangk am fieber.
König in Frangkreich, hat an den Gouverneur10
in Bellegarde, geschrieben, demselben alle
gnade, undt große promissa offeriret,
jm fall er es aufgebe, hingegen extre-
ma quæque gedroẅet, im fall er sich
länger darinnen obstinat erzeigte.
Stenay, hat die hertzoginn von Lon-
gueville occupiret. Bleibet darinnen
neütral, undt ist weder Königisch,
noch Printzisch, noch Spannisch.
Prince de Conty, ist in lebensgefahr,
wegen versehrung, seines haüptes.
Der Ertzherzogk stärket den
secours, des Visconte de Türenne.
Viel Provintzien, in Frankreich rebelliren.
Die Engelländer foviren die Dissensiones,
undt wollen den Saltzhandel vor Rochelle
|| [[Handschrift: 008r]]
gerne an sich ziehen.
Jn Engellandt, ist große furcht, weil
sich des Königes parthey, sehr stärgket.
hingegen haben die Parlamentarij
wieder pfaltzgraf Ruprecht, eine große
Macht, in die 160 Schiffe, außgeschickt.
Gott steẅre allem bösen vorhaben!
Zu Rom, seindt vor einer kirchen,
am hellen lichten Tage, drey personen,
von 12 vermummeten, hinweg ge-
nommen, undt endtführet worden.
Zu Napolj, hat man etzliche
Calabresen gerichtet, hingegen
die verdächtigen Neapolitaner
in ferne kriege, mit chargen versehen.
Piombino, wirdt von Spannien, hart
zugesetzt, undt versiret, in extremis.
General la Riva, lieget wieder
vor den Dardanellj, wie vorm iahr,
sein heyl, wieder die Türgken zu versuchen.
Jn Candia helt sich Sperreütter wol.
Jn Vngarn, regen sich auch die Türgken.
<1 lachß von 23 Pfund (libra)℔: 2 hasen Viktor Amadeus gehetzt. et cetera>
Oeconomica vollauff, gehabt.
Mit Erlachen, hoffet man, (Gott lob, undt
dangk) beßerung, undt das er, wieder
voriger zeitt, vermuhten, noch am leben,
bleiben werde. hat gleichwol ein sehr
großes, außgestanden. Dann man ihm
etzliche grobe schnitte gethan, die vielen
Schröhte, undt böse materia herauß
zu bringen. Die Flechßen aber, undt
die rechte handt, undt arm, (so verletzet)
müßen wol lahm bleiben. Gott erbarme
sich ferner seiner! undt seiner bekümmerten
Schwangeren Frawen!
J'admire les iügemens de Dieu, en cela,!
mais i'ay consideration, de les particülari-
ser; & ce sera peüt estre, pour üne autre fois.
Avis: daß Jacob Antonij von Krosigk
(voller weiser,) übel gefallen, undt seinen
rechten Arm, undt Schengkel, übel verderbet. et cetera
Jcy, il y auroit aussy, quelque chose, a
admirer, & á particülarizer! Mais?
Avis confident d'ün ministre de Niemburgk
que le bac illecq auroit portè la semaine
passèe 200 Dalers. Les voytüres, y vont
á foule, les chemins, sont meilleürs, qui
y vont, ivy on ne les amende pas, les
chemins aux ruës, & les ponts auprès de
Gaterßleben, ne sont pas refaits. La
chertè dès Vivres, est plüs grande icy,
qu'a Niemburg. Tout cela, empesche
les charrettiers, d'aborder icy, & ie
me contente icy, de 20 ou 30 Dalers,
par semaine, de ce basq, selon les occürrences.
Risposta von den Beampten zu Ballenstedt.
hieroben, auf dem Schloße, habe ich predigen laßen.
Extra: Zu Mittage, habe ich gehabt, den hofprediger
Theopoldum, neben Doctor Mechovio, undt der
Rindtorfjnn, wie auch, den Freyherren von Roggendorf.
Den Blaw Braunen, allten langohrichten
hengst, habe ich zugelaßen, mit der Blawschim-
melichten Stuhte, diesen Morgen, Gott gebe zu glügk!
Rindtorff war darbey, hatte aber, wegen eigensinniger
obstination, schlechte lust darzu. et cetera
Nachmittagß, cum sorore Dorothea Bathilde, (mit deren es sich,
Gott lob, gebeßert, Gott gebe gnedige contj-
nuation!) vndt filiis, & filiabus aliquot,
zur kirchen, in Jonij predigt, welcher
daß Achte gebott, außgeleget. et cetera
Nel giardino, con Madama avantj sera!
Converazione, mit dem Freyherren, von Roggendorf[.]
<Greẅlicher regen.>
Nach Tegklenburgk, habe ich geschrieben,
durch hertzebruch11, vndt inß Niederlandt,
mit Ern Benjamin Gigelßperger. Gott gebe!
daß beyde wol durchkommen, undt erwüntzsch-
ten succeß, haben mögen! Der letzte,
wirdt erst, in Acht Tagen, (wilß Gott), auf sein.
et cetera
A spasso vormittags.
Rindtorf, Schwartzenberger undt Wolfgang Sutorium
habe ich nach Zeptzigk, geschickt, wegen
selbigen bawes. Gott gebe zu glücklichem succeß!
Das Consistorium, hat deliberiret wegen
des Mollerj, beruffenen Diaconj, nacher Ballenstedt
aber befunden, das man, zu weitt, gegangen
wieder ihn, mit inculpationen, undt imputationen,
die mores, will er corrigiren.
Die Leiptziger avisen confirmiren die Erffurter undt
daß die Tractaten zu Nürnberg, sich hemmen.
Der Kayser, nacher Prag, kommen werde.
König in Frangkreich, das Bellegarde
sehr ängstige, undt zur übergabe bringen dörfte,
wo ferne der entsatz länger außen bleibet.
Die hertzoginn von Longueville, wehre bey
dem Maréchal de Türenne, undt Sie hetten
mit den Spannischen also accordiret, daß
halb Frantzösische halb Spannische völgker,
in den eroberten plätzen, liegen solten.
Der Ertzhertog, gibt dem Türenne
auch viel geldt, undt die werbungen, gehen
stargk, auf beyden Theilen.
Jn Engellandt stehets, wie die Erfurter melden,
nur, das die gewesene Königinn in Böhmen,
den König zu Breda verhindere, daß
convenant in der religion, zu undterschreiben,
darüber die haüptlegation, auß Schottlandt,
zurücke bleibet. Graf Woldemar sol
auch zu Breda, bey dem Könige in Engellandt,
condition angenommen haben, über deützsch volgk.
Zu Rom, wirdt vor Spannien geworben, undt
die scharffen exectuiones zu Napolj; und Palermo, contjnuiren.
Die Türgken, wenden diß iahr, ihre größeste
Macht, nach Dalmatia, dergleichen die Vene-
zianer auch thun, vndt ihre festungen,
Sebenico, Spalatro, Cataro, wie auch,
Zara, wol fortificiren. Vor den
Dardanellj; undt in Candia; schlafen
Sie, inmittelst, auch nicht, undt sollen
vor Candia, viel Türckische proviant-
Schiffe, erobert haben.
Die Moßkowische bohtschaft, sol sich vor
dem Könige in Polen, sehr hochmühtig
erzeiget, undt nicht allein, mit oben
an sitzen, undt bedeckung des haüpts
neẅerungen gesucht, Sondern auch drey
Fürstenthümber, alß Schmolenßko[,]
Czernichovien, undt Siverien, auch
deren außlaßung auß dem Königlichen
Pollnischen Titul, cum fructibus perceptis,
wieder begehret haben, undt das
2 Fürsten, (so im Cosagken kriege
an den gräntzen schaden gethan), Wiesnewetz-
ky, undt Conietzpolsky, möchten gespißet werden.
Die holländer, undt andere Unirte Provin-
zien daselbst können sich noch nicht vergleichen,
wegen abdangkung der compagnien.
Jn Schweden soll der ReichßTag im Julio
werden, undt vielleicht die Cröhnung
darauf, erfolgen.
Die Engelländische flotta, sol in 160
Segel stargk, Printz Ruprechten an-
greiffen, wie auch die Jnsel Sankt Martin
vor Rochelle, vmb selbigen Saltzhan-
del an sich zu bringen, welcher sonst
dem Könige in Frangkreich, vier mil-
lionen, iährlich eintragen soll.
Die Prædicanten in Englandt, so vor
den König reden, werden auch verarrestiret,
wie auch alle die iehnigen, verfolget[,]
geängstiget, undt genaw gehalten werden,
welche wieder die Neẅe Regierung sprechen.
Visconte de Türenne, erklähret sich,
vor den König in Frangkreich, vor die, mit
unrecht, gefangene Printzen, vndt wieder
die iehnigen so blutgierige consilia führen,
undt des Königes minderiährigkeitt, mißbrauchen.
Dem Könige in Frankreich hat die landtschaft in
Burgundt, vor Bellegarde 600000 Pfund (libra)℔: undt
die Franche Contè; 200000 Pfund (libra)℔: durch die
Stadt Genff, allerley contribuiret[,]
munition, Proviandt, sonderlich aber,
eine forelle von 50 Pfund (libra)℔: groß. et cetera
Ein wispel, vndt 14 Schefel (Scheffel)schfl: haber, seindt
noch außgesehet worden, zu Zeptzigk; in
præsentz, Meines kammerdiehners <Robers>, undt
Wolfgangs Sutorij; Gott gebe, zu segen!
Zu glügk! undt zu gedeyen!
Es hat zwahr, diesen Tag, vielfältig
geregenet, undt sehr stargk!
<2 hasen.>
Jn allem, seindt geseet an Sommersaht:
23 wispel Gersten, 5 Schefel (Scheffel)schfl: 2 Viertel (Hohlmaß)v:
zu Bernburgk.
11 wispel 20 Schefel (Scheffel)schfl: zu Zeptzigk, undt
1 Schefel (Scheffel)schfl: undter daß wyckfutter.
| Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: | Schefel (Scheffel)schfl: | ||
| 10 | 22 | 2 Viertel (Hohlmaß)v: | haber, zu Bernburgk. |
| 5 | 2 | haber, zu Zeptzigk, darundter
2 Schefel (Scheffel)schfl: undter das wyckfutter. |
An Erbßen, ist außgeseet:
| Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: | Schefel (Scheffel)schfl: | Viertel (Hohlmaß)v: | |
| 12 | zu Bernburgk. | ||
| 2 | undter das Wyckfutter. | ||
| 12 | zu Zeptzigk. | ||
| 1 | undter daß Wyckfutter. |
Gott wolle alle diese Sommersaht,
reichlich, undt Mildiglich, segenen!
undt zu unsern guten genoß, vermehren!
A spasso, zu fuß, wiewol es noch rege-
nicht wetter jst.
Mein Sohn Viktor Amadeus ist hinauß geritten, undt
hat 2 hasen gefangen.
