<9 läxe vorige woche. 3 lächße heütte.>
Jn den angekommenen Leiptziger avisen, werden
die Erffurter confirmiret, undt viel von der Friedensfreẅde
verkündiget, Gott gebe! daß solcher friede heylsam,
undt der Deützschen Libertet, unpræiudicirlich seye!
Es wirdt auch addiret, daß bey Herborn, sich ein ge-
waltiger heyl- undt gesundtbrunnen, abermal erzeiget
habe, undt in heilungen großer krangkheitten, undt
schäden, Gottes gühte preise.
Jn Italien, will die eroberung Piombino, noch
zweifelhaftig gemacht werden, wie auch die hofnung,
Porto Longone, zu recuperiren.
Jn Flandern, vndt an den Frantzösischen grentzen, aber,
sollen die Spannischen, gewaltig victorisiren,
undt viel plätze, schon eingenommen haben.
Die Banditen im Königreich Napolj, hetten Salerno
geplündert.
Des Generals la Riva, Victorien continujren.
Jn Polen, wehre guter friede, absetzung böser Müntze,
undt hofnung, zu einem guten ReichsTage.
Zu Trier, wehre noch Streitt wegen eines
Neẅen Coadjutoris, wahl.
hertzogk von Lottringhen, tractiret mit Frangkreich.
Zu Franckenthal, wirdt gute ordre gehalten, wegen des
|| [[Handschrift: 77l]]
außreittens undt streiffens, so scharf verbotten.
Die Malcontenten Printzen, in Frangkreich, haben
große progreßen, wolten gerne, die gefangenen
liberiren, undt stärgken sich mit Spannischer machtt.
Auß Engelland undt Schottlandt, bleibet es
bey dem Erffurter berichtt.
Die Leiptziger besatzung, ist im abzuge
undt außzuge begriffen, die ChurSäxische
hingegen, sol wieder hineyn ziehen.
Von schregklichen wettern, höret man
hin- undt wieder.
Das Päbstliche reformiren in den Erblanden,
gehet scharf forth. perge
On avertit aussy de Dresen[!], que Sa Majestè Imperiale
est malade, & que les Medecins, en sont en grande
apprehension. Dieu la vueille parfaittement reguerir!
Jch habe eine Visitation, im keller abermalß ange-
stellet, undt allerley darinnen, gefunden. Gott
helfe mir doch, zu guten, undt Treẅen leütten!
1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: 8 Schefel (Scheffel)schfl: wintergerste, ist heütte aufge-
meßen worden, auß den Eingeerndteten 4 schogken
37 garben.
Der iunge Einsidel, unseres hofmeisters Sohn, Wolff
Conradt, so beym Feldtmarschalck Rantzow, zu
Duynkirchen, gewesen, ist außm Niederlande
anhero kommen, seine allte vorige dienste, etzlicher
maßen, zu erfrischen, undt sich wieder zu præsentiren.
Gott gebe! daß er unß, zu glügklicher stunde,
angekommen sein möge! undt gute officia, præstiren
könne!
Eilender avis von Cöhten, daß alle völgker,
so in Leiptzigk; undt in der feste Pleißemburg,
gelegen, mit dem Obersten Nähren, ab, undt
außziehen, undt auf Cöhten gehen, begehren
124 wagen, undt 300 vorspann pferde
biß auf Agken. Wir werden v auß dem
Bernburgischen, 50 wagen, darzu geben
müßen. Gott helfe uns auch, auß dieser,
undt anderer laßt weil auch noch
heütte, die andere einquartirung,
von Deßaw auß, geschehen soll! Man
wirdt in einen Sawern Apfel beißen
müßen, undt besorglich, die letzte Öhlung kriegen.
Got erbarme sich, aller bedrangeten undt Nohtleidenden!
Avis: daß Gustaff Horn, mit etzlichen trouppen,
zu Staßfurth, anlangen wirdt, auch viel trouppen
auf Sanderßleben, gehen, Micrander, ist forth,
dem Pfaltzgraven, entgegen. Gott gebe gute expedition
undt das wir, der vielen beschwehrungen, in kurtzem,
loß werden mögen! auch keine größere kriegen!
Dieser tage einen, ist hans Ernst Börstels
deß hauptmanns, haußfraw, in ihres abwesenden
bruders hauß alhier gekommen, hat seine
haußfraw angeredet, ob sie sich erinnerte,
das ihr, der haüptfraw bruder, dieser, ihr
Jungker, 300 ThalerThlr: schuldig blieben, undt ihr
davor, silbergeschirr versetzt hette? Als es
nun die alhiesige Börstelinn beiahet, hat
die haüptfraw, mit süßen worten, diese
gebehten, ihres iungkers kasten aufzuthun,
undt ihr solch Silbergeschirr zu weysen,
welches, als es von der guten frawen in Ein-
falt, beschehen, fähret die andere de facto,
zu, reißet ihr in die 700 ThalerThlr: werth,
auß den händen, schmeißt die Thür zu,
gehet damitt hinweg, undt fähret,
unersucht, undt unbegrüßet der gerichte
|| [[Handschrift: 79r]]
mit solcher beütte, zum thor, hinauß, leßet die
andere, kärmen, winseln, undt schreyen, undt thut
mir hierinnen selber, in meiner residentzstadt,
keine schlechte gewaltt, ahn. Die arme fraw,
weheklaget heftig sehr, undt ist darüber, drey
Tage lang, im bette krangk gelegen. Jst sich
zu verwundern, über diesen Frevel, undt daß
eine leibliche Schwester, ihren bruder, also be-
schimpfen, undt verfolgen darf, in seinem abwesen,
darzu auch, (ohne einigen respect) mir also
ungescheẅet, meine jurisdiction violiren!
Es ist mir zwahr, noch nicht geklaget, Sondern
nur discoursweise vorgekommen, wirdt aber noch
wohl geklaget werden. perge
Schreiben von Fürst Augusto wegen der marsche.
A spasso in gartten, undt sonsten. perge
Nachmittags, bin ich mit meinen Söhnen, in die
weinberge geritten, auch hin- undt her, en
passant durch den Jahrmargkt et cetera Es seindt
unß undterschiedliche Damen, undt Jungkern,
begegnet, alß: Einsidels Sohn, mit seinen Elltern,
der iunge Krosigk von Alßleben, mit seiner Mutter,
Erlach mit seiner Frawen, Matthes, undt Albrecht Bidersehe. et cetera
Eilender avis, diesen abendt von Plötzkaw, nebst
einem Schreiben vom Pfaltzgraven Generalissimus
darinnen begehret, undt gar höflich gesucht
wirdt, nach erfolgtem friedensexecution-
Schluß, undt evacuationsTractaten, mit
ChurSaxen, das leibregiment zu pferde
des Obrist leütnant Israels, auf wenig Tage,
einzunehmen, auch mit Futter, undt mahl,
zu versorgen. Jst eine sehr große Laßt!
auch fast diesem armen erschöpften Für-
stenthumb, unerträglich! Gott helfe emergiren!
Schreiben von Ballenstedt in terminj mediocrj, e ristrettj.
<4 lächße. von fischern 1 auß der mühle.>
Jn die kirche, am Behttage, conjunctim.
Extra zu Mittage, Doctor Mechovius, der iunge Ein-
siedel, der iunge Krosigk, wie auch, die Rindtorfinn.
Conversatio, mit dem iungen Einsidel, a Meridie.
Es hat heütte allerley zu thun, gegeben, wegen
des accords, mit einnehmung der Reütter.
Schreiben von ChurSaxen, in hagens sache,
begehret die gen Originalacta, darauf
man zu sprechen pfleget, undt nicht auf Copien. et cetera
Schreiben vom hertzogk Eberhardt, von Wirtem-
bergk; daß, als er im Sawerbrunnen gewesen
nebst Seiner gemahlin Liebden ihme sein Söhnlein zu
Stugkgardt gestorben, undt also dem Töchter-
lejn, baldt gefolget wehre. Gott tröste ihn!
<1 lachß.>
Gestern abendt spähte, alß ich zu bette gehen
wollen, iedoch noch etwas helle, in itzigen
langen SommerTägen, haben meine kammerdiehner,
Gebhardt Loyß, undt Ludwig Rober, an der
weitten fischerey, in der Sahle, unferne von der
Schleüße, einen großen weißgrawen vogel
gesehen, wie ein <kleiner> Strauß, <von leibe> der ist baldt auf
den Jnselchen hin- undt wieder gegangen,
baldt inß waßer wieder gesprungen, undt
geschwummen, undt dem ansehen nach, Nahrung
gesucht. Er hat einen kurtzen schnabel (deßen
farbe, wie auch der zimblich langen füße,
man von ferne, also nicht discerniren können)
gehabt, undt einen großen kropff, wie die
leffelgänße. Jst wol etwas seltzames,
undt rares an diesen orthen. Dörffte wohl,
etwas ungewöhnliches, ominiren.
Vor abends, seindt erstlich die Officirer, darnach,
die compagnien, nemlich, die beyde, so jm Bernburgischen
logiren sollen, ankommen. Gott gebe! das Sie gute
ordre halten.
J'ay sceü, de bonne part; que le bon General
Erlach, a estè empoisonnè en France, par les menèes
dü Cardinal Mazzarinj, (qu'il croyoit estre,
son grand amy) a cause de sa trop grande
authoritè, & dependance, dü Prince de Condè,
item: qu'il le vouloit deposseder de Briesach.
Voyla! les recompenses, dès Grands, en ce Monde!
Der Schwedische Resident Förstenhaüser, (welcher
mir vor iahren, auf des Kaysers cröhnung,
aufgewartett) hat sich bey mir præsentiret,
undt zweene iunge wrangel, deß Tollen
Wrangels Söhne, nebst ihrem hofmeister1, mitgebracht.
Jch habe sie, mit Mir, eßen laßen, darnach
seindt sie, wieder forthgezogen, undt es hat
allerley gute dißcurß, mit Förstenheuser gegeben.
Avis: das Fürst Hanß, mit dero Gemahlin,
wiederumb, zu Zerbst, von Dresen[!], ankommen.
Die compagnien, seindt mit Förstenheuser auch
ankommen. Er saget aber, es wehren nicht achte
|| [[Handschrift: 81r]]
sondern nur fünffe, undt man hette ungleich gepartet,
weil 3 compagnien hinweg von diesen 8 compagnien gegangen,
also dörfte es haspeley geben.
Oberlender, ist mit dem Zerbst[isch]en Bier, von Des Zerbst
angekommen.
heütte seindt die kaufleütte, undt krähmer, vom
margkt alhier zu Bernburgk, wieder forth,
wiewol auch schon gestern etzliche abgerayset.
A spasso, con Madama, nel giardino!
Ein probst von hettemßleben, (ein lustiger Mann,)
ist anhero gekommen, alß gevollmächtiget, von
seinen Klosteriungfern, wegen der wiederkaüflichen zinßen. et cetera
A spasso auf meine breitten, da das liebe ge-
treydig, anfänget reiff zu werden. Gott
bewahre es vor unglügk! gnediglich!
Jch bin auch mit meinem Sohn Victore durch die
Stadt, zur zigel- undt kalgkscheüne geritten,
wie auch, in die Weinberge, undt Lüdolf Lorentz
von Krosigk ist zu unß, gestoßen.
Eilender avis, in der Nacht, undt reiterirt, vom Obrist leutnant
Knoche, daß der Obrist leutnant Israel JsaacsSohn, contremandiret
undt beordert worden, sein Regiment wieder zusammen
zu führen, undt nebenst 4 compagnien zu fuß nach dem
Stifft Cölln, zu gehen. Kömbt also alles, wieder zu rügke.
Nemlich: die 3 Compagnien zu roß Schweden, welche
den Residenten Förstenhaüser, convoyiret, undt
unsere compagnien alhier, undt am hartz, werden
zusammen geführet, auch 4 compagnien zu fuß, darzu
gestoßen, liegen schon, in den Cöthnischen dörfern, undt
sollen nach Morgendem rastTage, übermorgen
alhier, bey Bernburgk; in der awe, sich stellen,
aldar übernachten, förders aber, auf Ascherßle-
ben, undt inß Stift Halberstadt, marchiren.
Die hohen Officirer wollen in der Stadt alhier,
pernoctiren, die gemeinen aber, sampt den unter-
officirern, bleiben auf den Anger, stehen,
undt müßen, mit brodt, Bier, und futter versorget
werden. Er der Obrist leutnant Knoche, will darbey bleiben,
biß auf Ascherßleben, umb desto beßere
ordnung zu procuriren. Begehret, ich solle
schaffen, 3000 Pfund (libra)℔ s brodt, 14 faß bier undt zwey
Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: hafer. Er will die vorspann, auß dem
Cöthnischen, biß nacher Ascherßleben, geben.
Gestern<heütte zu abendt> seindt von unsern 30 vorspannwagen,
welche dem Obristen Nähren, mitgegeben worden,
|| [[Handschrift: 82r]]
nur 25 wiederkommen, undt übel abgetrieben, auch
Theils arme undterthanen geschlagen worden.
hetten ihrer pferde, itzt in der erndte wol von nöhten.
Unser heẅ, dörfte alles darauf gehen, im
Rahtsanger, undt in der Awe. Gott entledige
unß auch von dieser laßt!
Jch habe laßen etwas heẅ einführen,
avant le coup.
Viel wiederwertigkeitt noch gehabt, wegen
Schwartzenbergers brawgerechtigkeitt, darumb
die brawer colludiren, undt instigirt werden.
Avis: daß der pfaltzgrave Generalissimus in voller
marche begriffen, undt nach Schweden zu, eyle,
Sintemahl den 7. Augustj gebe gott die Cröhnung der
Königinn, werden solle, darumb vielleicht, die
Soldatesca zusammen geführet, undt gefordert wirdt.
Matthiaß Krosigk; welcher diesen Morgen hier,
durch paßiret, hat diesen avis gegeben.
Die Erffurter avisen, bringen mitt:
Daß die subscription zu Nürnberg, nicht allein,
von den Schwedischen sondern auch, von den Frantzosen so-
lenniter geschehen seye, undt die 4 waldstetten,
|| [[Handschrift: 82v]]
ihnen, mit zimlichem disgusto, abgesprochen.
General Piccolominj, solle præparatoria machen.
Zu einem Treflichem Valetbancquet, undt
feẅerwergk, etcetera Darnach, der vfbruch
erfolgen.
Jn Frangkenthal, sol numehr, der commendant,
sehr scharfe disciplin, undt Ordre halten.
Die Lottringischen trouppen, vagiren noch, hin- und wider.
Chur Meintz, sol in der Stadt Meintz, solenniter
eingezogen sein, die Frantzosen hingegen, trawrig auß[.]
Jn Frangkreich, gehet es noch verwirret zu.
Gleichwol, tractiren die von Bourdeaux, mit
dem Könige. Der Ertzhertzogk, hat die festung
Guise, auch einbekommen. Düc de Bouillon,
hat den Spannischen seinen Sohn, zum Geyßel
geben müßen, damit sie ihme Trawen,
undt assistiren in Guienne. Die Princesse
de Tarante, gehet wieder nach Caßel.
Die Princesse de Condè, sampt ihrem Söhnlein
Düc d'Anguien ist in der Bordeauxer Schutz.
Düc d'Èspernon, hat befehl vom Könige, sich auß
Guienne zu retiriren. Dücs de Bouillon & de Roche-
faulcaut, seindt Criminels de Leze Maiestè decla- || [[Handschrift: 83r]]
riret. Maréchal de la Force, undt Visconte d'Harpa-
iou, (welcher Mareschal de France, worden) halten
sich stille. Die Armèe gehet, gegen die Spannischen.
Piombino, undt Porto Longone, haben sich noch ge-
halten.
Jn Portugall, continuiren die Dissidia, zwischen
selbigem Könige, undt den Engellischen Parlamentischen.
Printz Ruprecht, hat etwas wieder sie tentiret, iedoch,
ohne effect.
Cromwell hat in Jrrlandt zimlich eingebüßet.
Jst zwahr, mit großer pompe, zu London wiedereinge-
holet, undt nacher Schottlandt, in person, zu gehen,
beordert worden, iedoch empfinden die Engel-
länder, die großen unleidlichen undt tirannischen
exactionen.
General Maior Harrey, (von den Montrosischen)
sol auch sein offentlich, zu Edinburg, iustificiret worden.
Jnndeßen, vermeinet man, seye der König, in
Schottlandt, arriviret, undt habe lautter Schott-
ländische rähte, umb sich. Gott wolle ihn, protegiren!
Die Unirten provintzien dissentiren noch, wegen
abdangkung ihrer völgker, undt anderer sachen.
Hollandt wil über die andern herrschen, welches die
anderen, nicht leyden wollen, hat auch umb der commercien
willen, eines eigenen abgeordneten, nacher London, geschickt.
Amsterdam, will auch absolutè, vor sich, gehen.
König in Dennemargk, hat seinen Sohn, mit einhelliger
einwilligung der Stände seines Reichs, den
12ten Junij; zu Copenhagen, zum künftigen successore,
designiren, undt eligiren laßen.
Jn Schweden, continujren die Præparatoria
zur Cröhnung.
Jn Polen, wirdt doch noch, ein Moßkowiter
krieg, besorget. Zu Crakaw, haben die Studenten,
wieder exceß verübet, mit Stürmung der
haüser, undt Mordthaten, sollen aber davor,
heftig gestraft werden. General Chmielins-
ky, sol zwytracht haben, mitt seinen Officirern.
Die Pommerische Grentzscheidung, mit ChurBrandeburg ist noch unrichtig
Abermahliger avis; vom Obrist leutnant Knochen,
wegen durchpaßirung, zerlegung, forthbringung,
undt accommodation, der völgker. Gott erlöse, uns
auß dieser drangsahl ebenmeßig! wie ehemalß!
Sie begehren auch, 28 wagen vorspann. Kömbt
übel zu paß, in der Erndte perge et cetera
Victualien, von Ballenstedt, seindt ankommen.
Diesen abendt, ist ein zimlich wetter gewesen
undt die hitze hat sich abgekühlet.
Diesen Morgen, seindt schon trouppen Reütter,
alhier durch gegangen.
Jn die kirche, conjunctim vormittages.
Vmb Mittage, seindt schon 3 Compagnien ankommen, undt
überpaßiret.
Extra zu Mittage, gehabt, die Rindtorfinn,
den iungen Einsidel, Tobias Steffeck von Kolodey
Nachmittagß, cum sorore; & filijs, wieder in die kirche.
Die compagnien, seindt inndeßen ankommen, mit
dem Obersten leütenampt, Israel JsaacsSohn.
Gott gebe! Das Sie recht hausen! Jch habe
ihn laßen, durch Rindtorf, herauf bitten. Er hat
sich aber sehr endtschuldiget. Sol in die 10000 pferde
stargk sein. Wolte gerne gute ordre halten, undt
nicht, das klage über sie kähme, weil daß
Bernbürger Bier, zu operiren pfleget. Sie
stehen draußen, beym Peltzigker Werder.
Die vornehmsten Officirer aber, alß: der Obrist leütnant
undt Maior, haben ihre quartier, in der Stadt.
Man wirdt das liebe getreydig, undt so viel müglich,
das heẅ, zu beschützen haben. Gott wolle es bewahren!
Obrist leütnant Knoche, ist zu mir kommen, undt hat Mir
zugesprochen, auch allerley referiret.
Jch habe Rindtorfen, mit ihme hinundter geschigkt
dem Obrist leutnant Israel, nochmalß, hoym zu recommendiren,
sampt meinen armen undterthanen, weil Sie
die marsche, dorthin, bey weg, auf Gaterschleben,
an der See, von dannen durchs Braunschweigische
zu, nehmen wollen. Sie haben nicht allein
1000 pferde, sondern auch, 4 Compagnien zu fuß, bey sich. et cetera
Die Leiptziger Avisen, conformiren sich, mit den
Erfurdtern, undt ist wenig darzu addiret, außer
daß in Ungarn, die Türgken streiffen.
Daß die Christliche armèe der Venezianer, undt
Italiäner, vor den Dardanellj, liegt, undt ohne
Schläge, nicht wol voneinander kommen möchte.
Piombino, sol über sein, Porto Longone nicht.
Der Pabst, hat einen Neapolitanischen Münch, auß
des Frantzösischen Ambassadors hofe zu Rom, laßen hinweg
nehmen, undt aufhengken, darüber sich der Ambassador
sehr beschwehret, es hat aber nichts geholfen.
Guise die Stadt, hat zwar der Ertzhertzog, mit
Sturm, erobert, undt darinnen alles niedermachen
|| [[Handschrift: 85r]]
laßen, waß im gewehr gewesen, Allein daß
Casteel sol sich noch halten. Einen spion haben die
Spannischen ertapt undt aufgehenckt, welcher briefe
gebracht, der commendant solte sich halten, so lange er
köndte, undt baldt entsetzet werden.
Der Envoyè auß Pohlen in Moßkaw, wehre
wiederkommen. Etzliche præsumirten einen krieg,
andere, einen gütlichen vergleich.
Die Princesse Sofie, wehre den Rhein hinauff,
nacher Heidelbergk, gebracht, worden, mit vielem
bagage, darauß schlöße man, das ihre fraw-
Mutter, (gewesene Königinn in Böhmen,) baldt
nachfolgen würde.
Der Pfaltzgrave Generalissimus, würde den
18ten: Junij, von Nürnbergk auf sein.
<2 lächße.>
Diesen Morgen, seindt die völgker, aufgebrochen,
undt mit bagagepferden, undt allem, wol in die 2000
stargk gewesen. Sie haben sich noch zimblich ver-
halten, undt seindt nicht in die Stadt gekommen.
Der Obrist leütnant Jsrael hat gute Ordre gehalten.
Jch habe leütte mittgeschickt, auff Hoym perge Gott helfe
ferner, von innerlichen, undt eüßerlichen beschwerden!
heütte haben meine dingmehder angefangen, die
Gerste, zu meyen. Gott gebe zu dieser, undt anderer
Erndte seinen Segen! undt gedeyen!
heütte Nachmittagß, helt Michel Kühne,
mein Sattelknecht, hochzeitt, mit Märtin hans
Sehlig wittwen. Gott gebe ihm, seinen Segen!
A spasso, auf meine breitten, in gartten, undt alij.
Pomponio. Oeconomica, mit Jakob Ludwig Schwartzenberger undt Philipp Güder
Der Syndicus Pose, von Hall, ist anhero
gekommen, den consiliis, alhier, aufm gerichts-
Tägen, beyzuwohnen, alß meines Bruders Raht.
Gott gebe sana consilia! undt daß nicht,
auß Assistenten, ConDominj gemacht werden!
hanß Bernds, ist alhier gewesen, wegen seiner schuldigen
sachen, mit den Krosigken, undt hat erzehlet,
wie erschregklich das wetter am Sonnabend
zu Wilschleben, an dreyen orthen, eingeschlagen
undt angestegkt, alß auch zu Quedlinburgk.
Gott bewahre, einem ieglichen, das Seinige!
undt laße unß, solche Dinge, zur buße diehnen.
Der Neẅe Præceptor, hammeln, hat sich diesen Nach-
Mittag, eingestellet, durch Jakob Ludwig Schwartzenberger anmelden laßen, auf
recommendationes, undt erinnerungen vom Wendelino, mitgebracht.
Zacharias Trompter, ist von hoym, undt Ballenstedt
kommen, mit bericht, das die Israelischen trouppen,
sich wol gehalten, undt gar friedlich, vorüber gezogen.
Nur hette etwas einquartirung zu hoym, von
diesen, undt zu Rider, von den hatzgerödischen[!]
völgkern, so daselbst gelegen, vorgehen müßen,
nicht zwahr, zu unserm besten, sondern disproportionirten
überfortheilung. Patientia! vincit omnia!
Jn die kirche, undt wochenpredigt, cum sorore & liberis.
Extra zu Mittage gehabt, den CammerRaht,
Doctor Mechovium, die Rindtorfinn, den iungen Einsidel,
(der neẅe Præceptor, wirdt numehr ordinarius
werden) Jakob Ludwig Schwartzenberger<Tobias Steffeck von Kolodey> et cetera
Diesen Nachmittag, gegen 4 vhr, ist daß gantze
Regiment, des Obristen leütnant Jsraels wieder zu rügk
anhero kommen, unvorsehens. Sie haben den
Obrist leütnant auch Theilß officirer gefangen,
wollen sie nacher Cöhten führen, wie sie vorgeben,
undt ihre vorenthaltene gelder holen.
haben sich auch nicht weitter wollen weg-
führen laßen, im Lande umbher, undt seindt
alhier zu Bernburgk; durchpassirt, undt übergeführet.
Es wahren 6 Standarden, mit bagage, undt 2 stan-
darden sollen noch nachkommen. Sie giengen auf Cöhten. perge
Leur intention, donne de la frayeür, a aulcüns.
Le bon Dieu, vueille divertir, tous maulx, & inconvenients.
<2 lächße.>
Gestern, seindt die Reütter, vor Cöhten, gestanden,
haben durchauß ihren Obrist leütnant (wie sehr er auch
darumb gebehten) nicht hinein laßen wollen,
undt Proviant herauß bekommen.
Diesen Morgen, kommen eintzelne parthien, von Dröbel
hehr, wieder zu rügke. Gott bewahre vor mehrem
unheyl! undt confusionen!
Gestern abendt, gar spähte, hat ein corporal zu
Meinem Mußcketirer, so die wache am eüßern
Thor, gehalten, gesaget: laßet bey leibe keinen
von den reüttern ein, sonst wirdt es schwehre
verantworttung geben. L Nehmet sie ia nicht ein,
auf das Schloß. Es scheinet also, das Sie endtweder
uneinig, undtereinander selber, seyen, oder aber,
Sie dörften baldt, von andern stärgkeren parthien,
verfolget, undt attacquiret werden. perge
Jtzt vmb 8 uhr, vormittags, kömpt nachricht ein,
das die Reütter, umb Wedegast, stehen, undt hetten
proviandt, undt futter, von hinnen, undt von Cöhten,
|| [[Handschrift: 87r]]
begehret, so wolten sie kein getreydig angreiffen.
Sie hetten sich diesen Morgen, im felde, (nach dem
sie den Obrist leütnant Jsrael, mit drey geschloßenen
Crayßen, umbringet) mit ihrem Obrist leütenampt
verglichen, Er solte ihnen, in 24 stunden, ihr geldt
schaffen, Sie abdangken, undt ihren redlichen nahmen,
ihnen geben. hat ihnen auch einen Eidt schwehren müßen,
sie nicht zu strafen, noch sich an ihnen, zu rächenen.
Sie stehen in der opinion, er hette ordre vom Pfaltzgra-
ven, Generalissimo, gehabt, sie abzudangken,
nicht aber in Schweden, oder Engellandt, sie zu führen,
(wie an itzo verlautten will), undt sie eben so wol
alß andere Regimenter, des friedenschlußes
fähig zu sein vermeinen, zumahl, da sie daß
leibregiment der Königin sein, undt so
viel undt lange iahr, redlich, undt Treẅlich
gedienet, Schlachten, undt schönen occasionen, beygewohnet. perge
Er der Obrist leütnant hat lange tergiversiret, auch
geleügnet, das er geldt vor sie entpfangen hette,
endlich doch willigen müßen, hat auch lange nicht,
seine ordre, nach Engellandt zu, entdegken wollen,
biß endlich. Dann die erste ordre, nach Pommern, undt
Schweden zu, zu gehen, ist geendert worden. Er hat
auch die geborne Schweden, durch auß in dem accord
|| [[Handschrift: 87v]]
nicht mitt eintschließen wollen, weil Sie seine landeß-
leütte, undt der Königinn alß immediat unterthanen, undt
Diener, mehr verbunden, undt solche proceduren
weniger zu endtschuldigen wehren. Die deützschen
aber, haben einhelliglich, protestiret, Sie
begehrten keinen accord, wann die Schweden, (so
in dieser Noht, bey ihnen, umbgetretten,)
excludiret würden, undt haben endlich gedroẅet,
wann es nicht gehen wollte, So wüßten sie schon,
waß sie mit ihme dem Obrist leütnant thun wollten,
darauf hat er endtlich, nach vielem disputiren,
eines, undt das andere, einwilligen müßen.
Er hat sich auch lange gewaigert, jhnen, ihre
abschiede zu geben, weil er gesaget, er hette
über die 1000 gedrugkte abschiede, undt paß-
portten, schon nach Engellandt<Pommern> zu, geschigkt,
köndte sie so baldt nicht wieder kriegen,
noch vmbschreiben laßen. Sie wollen aber,
mit tergiversationen, undt außflüchten, sich nicht
vergenügen laßen. Er hat nochmalß sehr gebehten,
Sie möchten ihn doch, in Cöhten, hinein laßen, da
mag seine fraw, heimlich, mit dem gelde sein,
allein Sie haben es bedengken, wollen es endlich, gesche- || [[Handschrift: 88r]]
hen laßen, iedoch also: daß der Obrist leütnant baldt wiederkomme,
undt Geysel, von andern Officirern, ihnen hindterlaße,
auch eine stargke trouppe von ihnen mittnehme.
Es scheinet, das die diffidentz, dieser Reütter,
gegen dem Obrist leütnant groß seye, alß hette er ihnen,
ihre gelder hinderhalten, undt ordre vor sich,
verendert, oder doch sie, alß Schklaven, in Diensten
zu behalten, undt nacher Schweden, oder Engellandt
zu, mit gewaltt zu nöhtigen, undt zu führen,
gewillet, welches sie kurtzümb, nicht thun wollen.
Sie sehen auch, das andere Regimenter abgedankgt
werden, theils wol, theils übel tractiret. Sie
gleichwol, begehren eben auch nicht die aller-
schlimmsten, undt die allerletzten, (alß die im König-
lichen leibregiment gediehnet, undt billich, zum
allerbesten, solten vor ihre langwierige
treẅe <tractiret undt> gelohnet werden) zu sein.
Es hat sie auch sehr verbittert gemacht, das
gestern frühe, alß der Obrist leütnant zu Wegeleben,
von ihnen, geritten, (in der meinung, sie laßende,
alß wolte er baldt wiederkommen, undt nur bey
einem bekandten vom Adel, frühstügken) undt nacher
Grüningen zu, außgerißen, auch verfolget worden,
biß Sie ihn gefangen genommen, er einen tapferen
alten Soldaten, auch auß ihrem Mittel, todtgeschoßen.
Der iehnige, so das hertz gefaßet, ihnen diese
große resolution einzusprechen, soll vor ein
par iahren, undter den Weymarischen, mitt ge-
wesen sein, alß sie wieder den König in Frankreich
undt den Visconte de Türenne, sich gesetztet,
auch von denselbigen, attacquirt, undt verfolget
worden, dieselbigen haben eben so wol angezogen,
das Sie keine meütmacher, sondern redliche
Deützschen wehren, undt beschwehrten sich das
man sie nicht ordentlich auf Deützschem boden,
abdangken, sie außzahlen, nach den versproche-
nen accord ihnen halten, sondern, sie in andern
ländern, alß Schklaven, herumb schleppen,
undt zu diehnen, (wieder ihren willen), zwingen wollte.
Etzlichen, so dergleichen im Oberlande gethan,
wie auch, in Schlesien, ist es übel bekommen,
undt seindt theilß vom General feldtmarschalck
Wrangel, theilß von Douglaß, theils vom
Wittembergk, undt andern Officirern, mit
stärgkerer macht, umbringet, theilß nider-
gemacht, theilß der anfänger, auß denen
hauffen, herauß genommen, undt iustificiret worden.
Jst also ungewiß, wie dieser handel, ihnen den
Reüttern, (denen es doch nicht zu gönnen, wann sie
einen guten vorsatz haben?) gelingen möchte?
Gott gebe! Daß Officirer, undt Soldaten, herren,
undt knechte, ein ieglicher, seine gebühr, in achtt
nehme! undt niemanden, unrecht, oder zu viel, geschähe!
Avis: daß die 4 compagnien zu fuß, nicht alleine
auch gestern, rebelliret, sondern ihre officirer,
mit Mußkeeten Todtgeschlagen hetten. Wehre
zu viel böses, auf einmahl.
Die Obersten Didemann, undt Fritz, seindt anhero,
nach Bernburgk kommen, sich des Obersten leütnant Israels
anzunehmen, undt den Reüttern ihren exceß zu re-
monstriren. Dieselbigen aber, wollen nicht hören,
wollen auch, <zu> ihrem Obrist leütnant diese Obersten, nicht laßen.
Jnndeßen, bin ich Nachmittags, mit meinen Söhnen,
hinauß auf etzliche meiner breitten, alhier,
zu Pröderitz, undt zu Zeptzigk, spatziren geritten,
daß liebe getreydig, (so mir Gott segenen wolle)
zu besehen. Es ist mir aber auch baldt einer
von den Reüttern, nachgefolget, welcher mich,
<im nahmen der andern> umb proviant gebehten, vor die trouppen, damit
Sie des lieben getreydichs, im felde, verschonen köndten. et cetera
Jch habe ihnen, 800 Pfund (libra)℔ brodt, undt 6 faß bier, abfolgen laßen.
J'ay escrit, a Madame l'Electrice Douairiere de Brandebourg.
Avis von Ballenstedt, daß die Fußvölgker, noch in Dern-
burgk, liegen, undt die Reütter, (so wir numehr, in
Vicinia haben) hetten gestern auf dem Rendevous,
rebelliret, den Obrist leütnant Jsrael zur bezahlung
3 Monaht Soldts, undt abdangkung, nöhtigen wollen,
der sich aber darzu, nicht verstehen können,
deßentwegen, er seines commando, undt allen
Respects, benommen, undter sie beschloßen,
undt auf Cöhten zu, gegangen, in meinung,
sich daselbst, seiner hinterlaßenen bagage, zu
mächtigen, die fußvölgker hetten auch im willens
zu revoltiren.
Es ist noch eine compagnie zu diesen Reüttern gestoßen,
also: das sie numehr 7 Standarden, stargk sein.
Ein 14 Tage her, seindt stargke regen, undt
überauß große Donnerwetter, zu Ballenstedt,
undt in der Nachtbahrschafft entpfunden worden,
Zu Rieder, hat vorgestern, daß wetter ein-
geschlagen, undt ist ein fein hauß abgebrandt.
Am Sonnabendt, hats an 4 orthen, in Quedlinburg
eingeschlagen. Zum Stiega, aufm hartze, hat das
wetter 4 kühe, undt einen zugochßen todtgeschlagen.
Cantzler Milagius, so von Emmerich, wiederkommen,
|| [[Handschrift: 90r]]
saget, von großer Theẅrung, undt waßerschaden,
so drundten in den Niderlanden, vorgehen, undt
vorgegangen sein soll. Mit der heẅerndte, will
es noch nicht recht forth, wegen des regens.
Magister Knüttel schreibet, daß Rehe zu bekommen.
Schicket 1 dutzent großvogel, undt kirschen.
Klaget, über sehr große platzregen, daß
darvon der weitzen, undt alles getreydig sehr
niedergedrugkt würde. Zu Rieder hette daß
wetter vorgestern, eines leinewebers hauß, vopel
genandt, abgebrandt, undt entzündet.
Gott bewahre, vor ferneren plagen!
Negromonte ist bey Mir, gewesen. Es hat noch haß-
peleyen gegeben, wegen der brawerschaft, que, Vis
maior, fomente! Pacience!
Die Reütter, seindt noch im felde, vormittags ge-
standen. Droẅen den Cöhtnern sehr, weil der Obrist leütnant
Knoche, die gelder nicht will herauß geben, oder
negirt, dieselbigen zu haben. Sie laßen alhier, zu
Bernburgk, viel abschiede schreiben, in die 500 undt
dringen darauff. Sie wollen auch die Obersten Didemann
undt Fritz, gefangen nehmen undt alhier einfallen. Sie
seindt aber gewarnet, undt endtwichen, haben zum
|| [[Handschrift: 90v]]
Obrist leütnant Jsrael durchauß nicht kommen können.
Einen Rittmeister, so die Obersten zu ihme geschigkt,
haben sie, mit schlägen, tractiren wollen,
(wie berichtet wirdt) auch nicht begehrt, den
hanß von Bergen, zu admittiren, welcher, von
Fürst Augusto, zum Obrist leütnant geschigkt worden. perge
Das Spiel, hat ejn seltzames außsehen. Gott
helfe auch, auß diesem Labyrinth. Man sagt,
Sie wollen alles getreydig, umb Cöhten herumb,
verderben, undt die Dörffer plündern.
Die Elstern, oder Aglestern, haben gestern,
undt heütte, ein gewaltiges geschrey, vor meinen
Fenstern gemacht, undt verführet. Pflegen wohl
seltzame böse, undt Frembde gäste, zu bedeütten. perge et cetera
Es gehen diesen nachmittag, etzliche trouppen, bey
der Stadt vorüber, waß sie doch, im Sinne haben mögen?
<2 lächße.>
Trois corporaulx sont encores venü ceste nuict,
prians pour l'amour de Dieu, qu'on les voulüst
recevoir en saulvetè, car ils craignent,
qu'a ce mattin, les soldats massacreront
tous les Officiers, si precisêment a 8 heüres
|| [[Handschrift: 91r]]
leur depütè ne revient d'Erfurdt, avec de l'argent?
J'ay dit: qu'on devoit tascher de ne se mèsler point
avec ces troubles, ains, a les faire passer ailleurs,
oultrement nostre ville en pourroit avoir dü danger.
Avisen von Erfurdt, geben:
Daß der Oberste Nähren, mit seinen, in Leiptzigk, gelegenen
Fußvölgkern, nach Pommern zu, gegangen
Der Pfaltzgrave Generalissimus, meinet man, werde
seinen weg, nacher Eschwege zu, nehmen, undt bey
Landtgraf Fritz, zu gevattern stehen, von dannen
gegen Caßel, sich wenden. Die örther darauf
der Durchzug fellet, werden mit vorspann, vor-
wagen, <feẅermörsel> undt Stügke, belästiget.
Engellandt will noch in Schottlandt offensivè
gehen, die Schotten aber, welche ihrem Könige 35
Kriegsschiffe, undt 25000 Mann zu Lande, undter-
halten, wollen defensivè kriegen, in hofnung da-
durch mehr zu gewinnen, und die Engelländer zu ruiniren.
Es continuiret, das Gott Lob, der König, in Schottlandt
glügklich, ankommen, undt daselbst mit freẅden,
undt frologken entpfangen worden.
Die evacuationes continuiren; die Kayserlichen haben
am Rhein, Offenburgk; die Bayerischen Freyburgk, inn-
gleichen die Frantzosen Lawingen evacuiret,
Ehrenbreitstein, ist auch von den Kayserlichen quittiret, undt
Chur Trier, überlifert. Die Schwedischen haben die Festung
|| [[Handschrift: 91v]]
Niemburgk an der Wehser evacuiret, und den hertzogk
zu Lüneburgk, eingereümet. Man zweifelt nicht,
es werde numehr, der erste Termin, aller orthen
vollnzogen sein. So baldt die hertzoge von Lüne-
burgk, die Nottürftigen gelder erleget, So soll
daß Briesewitzische Regiment zu pferde dar-
von abgedankt werden.
Zu Trier, sol der herr von Leyen, zum Coad-
iutore einmühtig erwehlet sein. Es hat zwahr
Graf Cratz, darwider protestiret, ist aber
zur Appellation, verwiesen, so ihme doch,
wenig helfen wirdt, undt wehre er selber
gerne (wie die zeittungschreiber melden) Chur-
fürst gewesen.
Das Lothmattische Regiment, so in 3 compagnien
reduciret werden sollen, hat meütiniret,
die Standarden zerbrochen, undt ist ein ieder
Reüter von dannen, seiner wege geritten,
wohinauß er gewollt.
Jn Frangkreich gehet es noch wunderlich
daher, undt es engagiren sich die Printzen,
ie mehr, undt mehr, mit Spannien.
Zu Nürnbergk, hat der Duca d'Amalfy;
|| [[Handschrift: 92r]]
sein hauptpanckeet, undt feẅerwergk, gar solen-
niter gehalten, undt vollnzogen, deme der Pfaltzgrave
Generalissimus wie auch undterschiedliche anwehsende
Fürstliche personen, anwesende Officirer undt gesandten
beygewohnet. Es ist alles sehr köstlich, undt prächtig
zugegangen, auch (dem ansehen nach) vertraẅlich,
undt wol. Das darbey angestellete feẅer-
wergk, ist ohne schaden, abgangen. Der friede,
hat mit dem Unfriede, undt Neidt gestritten,
undt diese beyde überwunden, auch seindt
andere schöne sachen, repræsentiret worden.
Sol alles in kupfer gestochen werden.
Des Pfaltzgraven Generalissimus vorhaben
wahr anfangs, den 8. dito von Nürnbergk ab-
zuraysen, auf Wirtzburgk; undt Heidelbergk
zu, von dannen, nach der Weeser, undt in das
Stifft Brehmen, sich zu begeben, Alleine, solche reso-
lution, ist gantz geändert, undt wirdt numehr
Seiner Liebden recta von Nürnbergk, auf Bamberg,
undt Erfurdt zu, den weg, nehmen, und nebenst
General Feldtmarschalck Wrangeln sich ein par
Tage, zu Bamberg, aufhalten, weil aber noch
vielerley Sachen, zu expediren, scheinet es, das
Sie vor dem 13. oder 14den: huius, schwehrlich abraysen dörften.
Avis: daß die 4 Fähnlein zu fuß, die vorgehab-
te alteration geendert, undt sich noch accommodiret,
ihre Officirer aber, unbeschädiget gelaßen hetten.
Die Achte, von den Reüttercompagnien,
(welche Rittmeister Wolf commandiret, undt
zu Ballenstedt gelegen) hat auch ihre vorge-
habte alteration, undt coniunction mit
diesen 7 compagnien geendert, undt sich überreden
laßen, nacher Erfurdt, zu gehen, worselbsten
Sie die Stadt, so völgker vonnöhten hette,
in gute dienste, nehmen würde.
Gestern abendt, haben die empörte Compagnien
(dem bericht nach) abermals vmb den Obrist leütnant
undt die andern Officirer, einen Krayß,
im felde geschloßen, undt resolution ihrer
abdangkung, auch geldt begehret. Der
Obrist leütnant hat geantwortett, die abschiede
solten Sie diesen Morgen bekommen, waß
Deützschen antreffe, den Schweden dörfte ers
nicht geben. Die gelder, hette er nicht, er
wollte sich aber bemühen, das er ihnen,
ihr contentement zu wegen brächte, undt
|| [[Handschrift: 93r]]
zwey Fürsten, (dadurch er, Bernburgk, undt
Deßaw, gemeinet) zu bürgen setzte.
Die Reütter, haben über dieser vorgeschla-
genen bürgschaft gelachet, undt gemeinet,
wir würden unß darein nicht mengen,
Sie wolten aber nicht allein, vor die deütz-
schen, sondern auch vor die Schweden, (so mit ihnen
umbgetretten) ihren ehrlichen Nahmen, undt
abdangkung haben. Waß das geldt an-
langet, so wüsten Sie wol, daß der Obrist leütnant
von den satisfactiongeldern es bekommen,
undt zu Cöhten hette. Er solte sie, alß heütte
befriedigen, oder, er<Sie> wollten sie ihn, vndt
die anderen Officirer, vor die köpfe, schießen.
Theilß Rittmeister, undt Officirer haben
geweinet, undt ihnen, remonstriret, wie
treẅlich Sie sich allezeit ihrer angenommen,
so viel iahr lang, undt sie in keiner Noht,
verlaßen, Sie solten doch so liederlich mitt
ihnen nicht procediren. Sed surdo narratum fabula!
Sie haben sich, der Fehre zu Agken, bemächtiget,
im fall der Noht, über die Elbe, sich zu retiriren,
bewachen dieselbe, undt halten überall stargke wachten!
Heütte, ist ein Cornet, von den Reüttern,
durchgegangen, hat vermeinet, eine standarde
hinweg zu bringen, Sie haben ihm nachgesetzt,
ihn eingeholet, undt harquebuziret.
Nota: Es sollen, 12 Bayerische Reütter,
neben etzlichen Weymarischen, undter denen
trouppen sein, die ihnen den weg, zu dieser
alteration gewiesen haben.
Alß vor Grüninghen, der Obrist leütnant Israel
den einen Reütter, todtgeschoßen, haben sie
wieder feẅer auf ihn gegeben, seinem pagen
durch die handt, undt seinen knechtt, durch
die Schuldter geschoßen.
Die Corporals, (biß auf drey,) halten es
mit den officirern, undt seindt auch gefangen.
Die Trompter halten es auch mit den Officirern.
An gelde sol es den Reüttern nicht mangeln,
Sie geben den leüttlin alhier, zimlich geldt zu lösen.
Nachmittags, bin ich hinauß geritten, mit
meinen Söhnen, nach Pröderitz, Zeptzigk; Palbergk,
auch guten theilß meiner breitten.
Schreiben, von Ballenstedt. et cetera vom abzug, der compagnie
Rittmeister Wolfs, undt von Cameralien.
Avis: diesen abendt, daß die turba militaris, mit dem
Obrist leütnant Jsrael verglichen seye, undt ihme alles
abgebehten habe. Wollen ihn hinführo, vor ihren vatter
erkennen. Er möge sie führen wohin er wolle. Es weh-
ren nur mißverstände gewesen. Ein leütenampt,
undt 4 Reütter (so auch in arrest numehr genommen)
hette sie mit falschen rapport, verführet, alß
ob er, ihre gelder, entpfangen, undt hinderhalten hette?
Dann er, der Obrist leütnant hats ia hoch, undt theẅer
geschwohren, das er nichts entpfangen, hat auch da-
rauf, daß heilige abendtmahl entpfangen gestern, undt
sich zum tode, bereittet. Endlich, durch seinen feldt-
prediger2, undt Secretarium, in gegenwarth etzlicher
Reütter, ein zu Cöhten, niedergesetztes trügelein,
aufschließen laßen, darinnen ein par ketten,
wenig Sjlbergeschirr, undt kein geldt gewesen.
Da haben sie sich zufriedena gegeben, undt ihr unglügk
accusiret, auch umb gnade vndt pardon gebehten,
undt das sie doch derentwegen, nicht möchten ge-
strafft werden.
Diesen abendt, ist auch, ihr abgeschickter cornet,
von Erfurdt eilends wiederkommen, undt bringt
ordre, vom General Maior, Paykell mitt.
Der iehnige so die standarde wegbringen wol-
len, ist zwar von ihnen nicht harquebuzirt, sondern
erbehten, iedoch iämmerlich geprügelt, darnach wieder
ehrlich worden, auch kein cornet, Sondern ein Quartiermeister gewesen.
<Kühle winde wie in dem herbst.>
<16 großvogel von Ballenstedt>
Der gesterige gute avis, des vergleichs der Reütter,
mit den Officirern, hat nicht continuiren wollen,
Sondern daß Sie noch gar schwührig wehren.
Ein Maior3, ist hierdurch paßiret vom
Pfaltzgraven kommende, sie zu begühtigen,
auf 3 wochen ihnen quartier in Erfurdt et cetera,
darnach die Abdangkung versprechende,
Man weiß aber nicht, ob sie trawen werden.
Morgen (gebe gott) sol der pfaltzgrave Generalissimus
in Erfurdt, persöhnlich kommen.
Wir seindt coniunctim, diesen vormittag,
zur kirchen, gezogen.
Extra zu Mittage: Doctor Mechovius, der iunge
Einsidel, iunge Roggendorf, Tobias Steffeck von Kolodey.
Der neẅe Præceptor, Johann Christian
Hammeln, ist auf meinen befehl, in Eidt,
undt pflicht genommen worden. Gott gebe
Mir, darzu, glück <succeß!> undt Segen!
Abermahliger avis, von Ballenstedt.
Nachmittags, wieder in die kirche, cum sorore, & quibusdam liberis
Vor abendts, hat man gesehen, die völgker
aufbrechen, etwaß weitter hinauß inß feldt.
Sie sollen noch nicht veraccordiret sein, mit dem Obrist leutnant.
Die gebornen Schweden aber wollen innach Pommern
zu, gehen, in die 300 stargk, undt haben sich
überreden laßen. Der heüttige Maior, ist nicht
vom Pfaltzgraf eigentlich, sondern vom General
Maior Peickhell oder Beüttel, abgesandt worden.
Diesen Abendt, haben zwey Reütter, im
Nahmen des Obrist leütnant Jsraels, sich angemeldet,
weil derselbige beängstiget wehre, begehrte
er, 2000 Pfund (libra)℔ brodt, 8 faß bier, undt
einen wagen, oder Calesche, zum aufbruch.
Jch laße michs erkundigen, obs auch sein
wille seye, undt habe mich vorzusehen. perge
Jn der Nacht, ist mein trompter wiederkommen,
hat selbst mit dem Obrist leütnant Jsrael, geredet, undt
sol derselbe das commando wiederhaben, hat mich sehr
demühtig grüßen laßen, undt den proviandt,
auf ein par Tage, abzutheilen begehrt, wie
auch ein par tage, abzutheilen begehrt, wie
auch von Cöhten geschehen. Den vorspann, bitter[!] er,
biß nach Manßfeldt, vor den Maior, so doch noch, vom
Generalissimo sein soll. Vorgestern, hetten Sie Sie alle
capot gemacht, wann Sie hetten die völgker zusammen bringen können.
Jtzt vormittages, vmb 9 uhr, kömpt der Apoteker
auß der Stadt herauff, berichtet, das ehe gestern,
ein Schneider, Schatz genandt, vor seinen
krangken Sohn, (welcher lange schwach gewesen,)
zur labung, einen trungk wein holen laßen,
undt weil er etwas feẅer, bey Bürgermeister Kohlen
auß seinem krahmladen, zugker darein zu thun
holen laßen. Die unwißende iungen des Kohls aber
undt vielleicht daß weib selber, <so Mangel am Gesichte hat> geben ihnen,
quid? pro quo? nemlich Arsenicum hüpsch ge-
pülvert, das ergste gifft[.] Alß sie es
nun bekommen, undt undter den wein, mengen,
(Sie sollen aber nur vor einen dreyer, des ver-
meinten zugkers, gekauft, undt nicht alles hinein
geschüttet haben) bittet das krangke knäblein,
seine Mutter, Sie solle doch auch darvon tringken,
die thut es, nebenst noch einem gesunden kinde,
zur Gesellschaft mitt. Darauf werden sie alle
drey sehr krangk, das ohne vorhin schon
schwache kindt, von langwieriger krangkheitt
außgemattet, stirbt baldt darnach. Die Mutter,
undt das andere kindt aber, seindt auch sehr krangk
annoch, undt Doctor Brandt, hat an ihnen, zu curiren,
wie auch am vatter, welcher es nur gekostet.
Gott erbarme sich ihrer in gnaden! undt præservire
hinführo gnediglich, vor solcher unvorsichtigkeitt!
Kohl, undt die seinigen, gestehen es, daß sie es versehen,
hetten billich sollen, andern, denen es gebühret, undt
die es beßer verstehen, undt kennen, benandtlich
dem Apotecker, diese krähmerey überlaßen.
Ne sutor; ultra crepidam!
Den Bürgermeister Tornaw, habe ich abermals
bey mir, gehabt, undt anstaltt gemacht, so wol
wegen des proviandts, alß anderer Stadthändel.
Der Obrist leütnant knoche, ist zu unß kommen, undt
extra bey unß gewesen. hat auch allerley
referiret, wie ungühtlich, ihme imputirt worden,
die v̈bernahme, vom Obrist leutnant Jsrael, der satisfaction-
gelder? Jtem: daß sie verglichen, die Schweden, giengen
nach Pommern zu, die andern, würden alhier stehen
bleiben, denen geben ich, undt Zerbst, proviandt,
Deßaw, undt Cöhten, gibt es, den Schweden. perge et cetera
Meine assignirte, sollen bey Dondorf, stehen,
biß Sie abgeführet, abgedangket, undt mit
gelde, versehen werden. Der Obrist leutnant Jsrael, hat
ihnen, pardon gegeben, wiewol er sich beschwehret,
daß Sie es nicht, vmb ihn, meritiret. Sie haben numehr,
ihn, vndt ihren Officirer, frey gemacht, wollen aber ihnen
nicht pariren, biß Sie contentiret, außer den Obrist leütnant.
Darnach, nach dem eßen, ist der Obrist leütnant Knoche,
auf Grähna zu, geritten, mit Milagio, sich zu underreden.
Die Erffurter avisen, werden in den Leiptzigern, confirmirt,
vndt addiret:
Daß zu Nürnbergk, das Valet bancquet, des Duca
d'Amalfy, dermaßen stadtlich, undt schön, ange-
ordnet gewesen, das dergleichen, in deützschlandt,
nie mag gesehen sein worden, undt deßen des-
cription, stehet mitt, in den Nowellen.
Jtem: Die Spannischen, wehren vor Guise, abgezogen,
auß hungers noht.
Jtem: Die Frantzosen, wehren noch, in vollen,
troubles, wie neẅlichst, berichtet worden.
Jtem: Der König in Schottlandt, wehre zu Edenburgk
arriviret, undt mit frologken, entpfangen,
Seine officirer aber, so dem Montroß gefolget,
würden immer hingerichtet. Die Schotten,
brächten 25000 Mann, zusammen, defensivè zu
kriegen, wieder die Engelländer.
Zu Lisbona, hette sich der König in Portugall mit
seiner waßermacht, auf der pfaltzgraven seitte,
geschlagen, undt wehre in die 70 schiffe, stargk in
Meinung die Englischen Parlamentarische, so etzliche 40
|| [[Handschrift: 97r]]
Schiffe stargk, zu veriagen, undt außzuschlagen.
Zu Madrill, wehre der EnglischParlamentische
Gesandte, von fünf vermummten Königlichen Englischen
in seinem losament, überfallen, undt ermordet
worden. Auf die Thäter, hette der König in Span-
nien, (welcher die neẅe Englische Regierung, vor eine
Souveraine Repüblique, erkennen solle) inqui-
riren, undt sie gefangen nehmen laßen.
Bourdeaux, gibt sich undter Spannien Schutz.
hollandt declariret sich, mit Amsterdam, Parlamentisch.
Die andern provintzien Königisch, undt vor den Prin-
tzen von Uranien, welchem die holländischen abdangkungen
der völgker mißfallen.
Jn Ungarn, reget sich der Türgke, undt Sibenbürgen.
Der Kayser macht anstaltt dargegen. Jhre
Mayestät seindt sehr erfreẅet worden, alß ihr der
Oberste Ranft, die zeittung des vollnzogenen
Nürnbergischen friedenshandelß gebracht, haben
ihm in die 10000 ThalerThlr: werth, an præsenten
eines schönen ringes, vom finger, güldener ketten
undt gnadendenarii verehret. hingegen seindt
Jhre Mayestät betrübet, das fünffe von dero
Rähten gählingen nacheinander weggestorben. Der
fünffte undter ihnen, der Leßle4 gewesen. perge
Vor Porto Longone, verliehren die Spannischen, viel
volgks, sonderlich, an Deützschen, undt Engelländern.
Der Pabst, will die Beneficia so in Portugall Vacant
sein, selbigem Könige, nicht überlaßen.
General la Riva, lieget, mit der Venezia-
ner waßermacht, vor den Dardanellj, will die
Türgken, nicht ohne schlagen, herauß laßen, in-
maßen er schon, mit verlust, zweyer Türckischer
galleren, sie wieder hinein getrieben. Sie
können aber Canea unendtsetzt nicht
laßen. Dörfte also, in kurtzem, etwaß
dengkwürdiges vorgehen. Ohine! dove stò jo?
Der Große Cham[!], auß der Tartarey, bemühet
sich noch, Pohlen, in den harnisch, zu bringen, wieder
die Moßkowiter, hat den Chinesern, obgesiget,
undt sich mächtig gemacht. Suchet, die
Reiche, Casan, undt Astracan wieder.
hingegen, suchet der Moßkowiter, freündt-
schaft mit Polen, zu underhalten, wiewol
er, die insolente worth, seines gesandten,
nicht endtschuldiget. Der Königinn in Schweden
aber, sucht er, alle satisfaction zu geben, von wegen
|| [[Handschrift: 98r]]
der exceßen, welche zu Pleßkow, undt anderstwo
vorgegangen.
Der iunge Printz von Dennemargk; ist solenniter,
designirt, undt eligiret, worden, zu Coppenhagen.
hertzogk Christian von Meckelnburgk,
helt hochzeitt, in Hamburgk; mit der wittwe,
hertzog Frantz Albrechts von Saxen Lawenburg Sehlig,
wieder seines herrnvatters, hertzogk Adolfs,
(zwahr ungerechten!) willen.
Die Pfaltzgräflichen Freẅlein, werden, nacher
heidelbergk; den Rhein hinauff, abgeholet.
Die restitutiones, undt abdangkungen, wie auch,
die reducierung undt abdangkungen, gehen wol
von statten, hin- undt wieder im Reich. Gott gebe
continuation, zu allem friedenszwegk!
Die hertzoginn, von Pommern, (geborne zu Braun-
schweig, und[t] Lüneburgk) wittibe zu Neẅen
Stettin, ist gählingen gestorben, undt hat den
Churfürsten von Brandenburg im Testament
zum erben eingesetzt.
Die hertzoginn von Curlandt, ist eines
iungen Sohnes, genesen. Gott stärgke! undt
erhalte ihn!
A spasso hinauß in die Erndte, dahin ich nie gehe,
ich vermergke, unordnungen, Nachläßigkeitt,
heimlichen diebstall, undt dergleichen.
Meine freundliche herzliebste Gemahlin, ist nacher Palbergk gefahren,
mit Schwester Dorothea Bathilde undt
Cantzler Milagius, hat sich, bey Mir, præsentiret,
undt vor- bey- undt nach der mahlzeit, allerhandt
gute discurß geführet, von seiner rayse.
Diesen Abendt, ist die<etzliche> bagage, hierdurch, zu den völ-
gkern, gegangen, nemlich Schachts compagnie, mit dem vö<Bagage;>
Avis von Ballenstedt daß in die 600 Mann, dorthin kommen
sollen, mit Stügken, undt Bagage, von Erfurdt. perge et cetera
Gott erbarme sich der bedrengeten leütte!
Er Beniamin Gigelßberger, hat sich præsentiret.
Jst ex Belgio, wiederkommen, con speranze! hat
allerley epistolas mittgebracht; Jch habe ihn,
extra zu Mittage, behalten, wie auch Schwartzenberger.
J'ay prins playsir, à entendre ses relations!
A spasso, con Madama; nel giardino. perge et cetera
heütte, ist wieder eine trouppe Reütter,
undt Bagage, hierdurch, gegangen, gegen abendt.
A spasso, zuzuschawen, ein wenig, wie die leüttlin
Meyhen, undt hargken?
Avis von Ploetzkau daß sich Zerbst, zu unserem beytrag, wegen
des Obrist leütnant Jsraels, noch nicht accomodiren will.
Jtem: (welches grawsam zu vernehmen,) daß der
iüngste hertzogk von Lünenburgk, Zellischer linie
auf seiner Jtaliänischen rayse, von den Türckischen
Seeraübern, gefangen worden seye. Dörften
ihn übel tractiren. Gott gebe! Das es nicht wahr
seye! Jst dem aber also, so wolle Gott, den
lieben iungen herren, baldt liberiren! gnediglich!
undt andere vor solchen ge abscheẅlichen händen, bewahren!
Avis von Dohndorf, daß zwar gestern, die Reütter
dahin geruckt, alleine dem Obrist leütnant laßen Sie wenig
commando, undt wollen kürtzumb, ihr geldt undt ab-
dangkung haben, auch durchauß nicht weitter sich
wegführen laßen. Der pfarrer, ist hier gewesen,
beschwehret sich, über die einlosirung, in selbigem
dorf, der Officirer perge et cetera Jch kan es ie nicht endern. perge et cetera
Jch habe zwahr, an den Obrist leütnant Ihsrael geschrie-
ben. Er endtschuldiget sich, will nicht nach Zerbst schigken,
stellet es auf mich. klaget sonsten sehr, daß er den ver-
sprochenen proviandt, nicht richtig gelifert bekomme, sonderlich
vom verwilligten hafer, am 15. passato, gar nichts, den
|| [[Handschrift: 99v]]
16den: alß vorgestern, nur 14½ Schefel (Scheffel)schfl:, vndt heüte
nur 15 Schefel (Scheffel)schfl: nach Dohndorf geschaft worden, restirten
also 30½ Schefel (Scheffel)schfl: haber, die er neben dem Morgenden
contingent, unfehlbar begehrt, sonst müßte er
laßen die Officirer, die Feldtfrüchte angreiffen,
undt also dem landtmann schädlich sein. Jn Summa;
es ist allenthalben, zu lamentiren, undt zu queruliren.
<3 lächße.>
Es wirdt in Oeconomicis; noch fleißig forthgefahren.
Madame; est allèe à Palberg avec ma seur,
& aulcüne des enfans!
J'ay acheptè 2 Eimer dü Vin de Franconnie, pour 20 Dalers.
Tobias Steffegk, habe ich nacher Dohndorf geschickt, dem
Obrist leütnant Jsrael, einen lachß, <undt Rehewildpreth> zu præsentiren, undt
sonsten, vorige errata, des proviandtsabliferung, zu
excusiren, insonderheit aber, zu penetriren, waß die
revolte, vor einen außschlag gewinnen will?
auch einen Reütter, eines wintzers Schwager, loß zu
machen, undt mit manier sich zu beschwehren gegen
dem Secretario des Tittulshalben, hoch- undt wol-
geborn, welcher unserm uhrallten Fürstlichen hause
ungewöhnlich, undt verkleinerlich ist et cetera.
Tobias Steffeck von Kolodey ist nachmittage wiederkommen, hat den
Obrist leutnant Israel, zu Dohndorf, nicht gefunden, dieweil derselbe
|| [[Handschrift: 100r]]
nacher Erfurdt verrayset, undt gestern, vom Pfaltzgraven
Generalissimo schreiben bekommen, die Reütter nochmalß zu
disponiren, daß sie der Crohn Schweden zu dienst, den letzten
dienst<ritt,>, in das Stift Lüttich zur execution, einiger
satisfactiongelder, thun wollten, alßdann sollten sie
wohl abgedangkt werden, undt recompenßen bekommen.
Jnterim ersucht unß, der generalissimus, die Bagage
so lange im Fürstenthumb, zu behalten, undt zu verpflegen.
Die Reütter aber, wollen durchauß nicht forth, sondern
sagen, man solle sie abdangken, vndt ihnen geldt alhier
im lande geben, wollen eher die hälse sich brechen laßen,
alß forthziehen, <sonderlich in ein verderbt landt, und da die pawern die Soldaten todtschlagen> Sie gehörten, mitt in den Friedenschluß,
undt stünde darinnen, man solte die Deützschen, auf deütz-
schem boden abgdangken. Es ist ihnen zwahr, füße
vorgeschwatzt worden, wie sie, alß das leibregiment
solten vor andern, wol tractiret, ordentlich abgedangkt
undt auch recompensiret werden. Sie trawen aber nichtt.
Jhr exempel, hat drey andere Regimenter, im
Stift hildeßheim gleichsfalß bewogen, zu meütiniren.
Die Rittmeister, undt Officirer, haben im abwesen des
Obrist leütnant den lax, undt andere Victualien zu dangk
angenommen, undt gesagt, er wehre selber nach Erfurdt,
würde etwas, in vier, oder fünff, Tagen, wiederkommen.
Waß des wintzers Schwager anlanget, riehten sie er
sollte wartten, biß er geldt undt abschiedt zu gleich bekähme.
Den Errorem, des Tittuls, hat der Feldtprediger, in abwesenheit
des Secretarij, sehr getadelt, sich geschähmet, und es zu erinnern, promittiret.
|| [[Handschrift: 100v]]
Das maß des habers, (darahn so viel abgegangen, undt
die Officirer, dißgustiret) sol einerley sein, mit dem alhiesigen,
alleine, es mag wol sein, von den fuhrleütten, undter-
wegens angegriffen, gestohlen, oder verpartirt sein
worden, <der> von denen, so es ablifern sollen. heütte
haben die armen leütte, 10 Schefel (Scheffel)schfl: ha gersten,
vor 20 Schefel (Scheffel)schfl: haber, hingelifert, wormitt die
Officirer, sehr malcontent. Der vorschuß fället
meinen armen Bernburgern, über alle maßen
schwehr, undt unerträglich. Gott wolle die
laßt, baldt erleichtern! Der Obrist leütnant sol
von einer iedern Compagnie den Elltisten Reütter,
haben mitgenommen, in meinung, Sie möchten ihr
wortt selber reden, undt auf das beste, anbringen,
Solches wil bey den trouppen verdacht geben,
alß wehre der Obrist leütenampt, wieder von ihnen,
außgerißen, undt wolte ihre cameraden, aufopfern! perge
La sospecha, es ponçonna de la amistad!
Dass es noch allerley haspeley gibt, in friedenstractaten,
Zu Nürnbergk, wegen Oßnabrügk, undt Sultzbach,
darbey die Catohlischen, einer tergiversation, beschuldiget werden.
Der Pfaltzgraf gehet zwar nach Erfurdt, Piccolominj aber,
will noch 3 wochen zu Nürnbergk verbleiben.
ChurPfaltz, ist nach Benfelden, gezogen, welches eva-
cuiret, undt geschlaift sol werden.
Die Schweden, sperren sich, Schweinfurth, Nördlingen,
undt Erffurdt, zu evacuiren, biß alles richtig.
Die Lottringer, verderben die Erndte umb Metz
herumb, undt machen lose händel.
Des Wrangels leibregiment, hat auch mutiniret,
undt ihre officirer veriaget, wie auch das Görtzkische,
undt andere, weil sie exempel, am leibregiment der
Königinn nehmen.
Jn Frangkreich, continuiret Bourdeaux in der
rebellion, undt suchen schutz bey Spannien.
Der abzug, der Spannischen vor Guise; hat die Frantzo-
sen wieder animirt. Der König gehet persöhnlich,
nacher Bourdeaux, sie zum gehorsam zu reduciren.
Jn Engellandt, fallen etzliche landtschaften,
auf des Königes seitte. General Fairfax, hat
sich endtschuldiget, nacher Schottlandt zu gehen. Crom-
well aber, spreüßet sich dahin, mit aller Macht.
Die Schotten, wollen sich, undt ihrer König, auf
daß eüßerste, defendiren, mit einer armèe von
25000 Mann, undt 35 kriegsschiffen.
Zu Lisabona sol Printz Ruprechtt, die Parlamentischen
geschlagen haben, 4 kriegsSchiffe in grundt geschoßen,
undt Sechße erobert.
Zu Madrill, ist der Parlamentische Engellische resident
an seiner Tafel ermordet, nebenst noch einem andern
herren, undt die Thäter, eingezogen. Will also
keiner mehr gesandter sein. Der zu Lisabona
ist auch außgerißen, undt hat dergleichen streichs,
nicht erwartten wollen. Gleichwol sol man,
bey deme zu Madrill gefunden haben, eine
verglichene alliantz, zwischen Spannien, undt
Engellischen neẅen Regierung, wieder Frangkreich,
undt Portugall. König in Portugall hat
70 Orlogsschiffe, (eingeschloßen Printz Roberts seine),
außgerüstet, wieder die Parlamentischen, so ihn
hart bedrengen, undt seinen hafen, schließen wollen.
Eine große Carake auß OostJndien, ist zu Lisa-
bona eingelauffen, 800 last schwehr, wol beladen.
Die holländer, undt Amsterdam, seindt guht
Parlamentisch, haben auch einen Gesandten5,
nacher London, geschickt, die andern Provintzien
aber, seindt gut Königisch, in den Niederlanden.
Die Türgken, setzen Candia heftig zu, haben
viel Griechen, an sich gezogen, La Riva hat
die auß den Dardanellj, außgelauffene Türgkische
Schiffarmada, mit verlußt zweyer galleeren, wieder
|| [[Handschrift: 102r]]
hinein geiaget.
Porto Longone helt sich noch, vor Frangkreich.
Moßkow, suchet friede bey Pohlen, wie auch der
Große Cham[!], wieder Moßkaw assistentz suchet,
zur eroberung der Reiche, Casan undt Astracan.
Jst schwehr, dem Könige in Polen, sich auf beyderley,
zu endtschließen.
Zu Copenhagen, ist des Printzen wahl wol
abgegangen, der Reichshofmeister Ulefeldt,
hat sie auch undterschrieben, Sonst aber, in
keine affaires, sich gemenget.
Zu Stogkholm, sol Salvius, des krangken
Cantzlers Ochßenstirn, stelle, auf dem Reichs-
undt Cröhnungstägen, mit reden, vertretten.
Die Obersten, so zu Quedlinburgk liegen,
gehen alle nacher Erfurdt, zum Pfaltzgraven Generalissimo.
Niemburgk, ist von den Schwedischen auch
evacuirt, undt den hertzogen von Lüneburg restitujrt.
Der <nacher> Türckey <verordnete> gesandte, zu Wien, ist noch
nicht forth, herr Schmidt genandt, wartett
aber jn kurtzem, auf seine außrüstung, undt
auff erscheinung des Türckischen Gesandten, von
Ofen her. perge
<3 hasen, von der hatz. 5 großvogel. 11 lerchen.>
Ein Rittmeister, hat gestern, unsern Trompter schlagen
wollen, undt ihn übel <an> gefahren, wegen des proviandts,
dieser aber, hat ihm wieder die zähne gewiesen,
undt der armen leütte noht remonstriret, So seindt
die Reütter darzu kommen, alß der Rittmeister gesagt:
Er wollte in der leütte korn fallen, undt fourragiren,
Sie aber, die Reütter, haben ihn getrotzt, undt
gesagt, vorn kopf zu schießen, wer fourragiren würde.
Ahj mala fortuna! che mi resiste, in ognj cosa!
La mîa moglie, mj disse hoggidì, ch'io dovessj pensar a
lej, ch'ella morirebbe, nel Termine, di due annj.
Jddîo <me> la conservi, molto tempo, e la facci ambulare
nelle Vie, della Verità, e sincerità!
<5 lächße undt eine große Scholle.>
Gestern abendt, haben die Officirer, noch einen Quar-
tiermeister zu mir, geschickt, sich wegen des proviandts
sonderlich, der 10 Schefel (Scheffel)schfl: gersten wegen, zu beschwehren.
Wollen geldt davor, oder <20 Schefel (Scheffel)schfl:> haber, in natura haben.
Jch habe befohlen, ihnen, 15 Schefel (Scheffel)schfl: gersten, täglich, zu
geben, wann sie es nur, aufbringen können?
Die Officirer, hatten wiederumb gedroẅet, mit
dem fourragiren, die Reütter aber, haben es bey hoher
Strafe verbotten, undt außrufen laßen, man solte
|| [[Handschrift: 103r]]
sich nicht an dem getreydig vergreiffen, bey Strafe.
zum 1. mal der anschließung, an einen pfahl, zum
2. mahl, durch die Spißruhten, zu iagen. zum 3. mahl,
vnehrlich zu machen, undt vom Regiment, zu iagen.
Die Reütter, haben mir auch sagen laßen,
Sie wehren, mit dem überschickten proviandt, bier,
undt brodt, hertzlich, wohl zufriedenb. Waß aber die
Officirer anlanget, denen dörfte ich nichts schigken,
ich wehre es nicht schuldig, weil sie die gnade nicht
erkennen wollten, die ich ihnen thete. Mais ces
passions, sont dangereüses, & considerables
Jn Mitternacht ist eine addresse vom Pfaltzgraven Gene-
ralissimo ankommen, darinnen begehret wirdt, weil daß
leibregiment, noch einige dienste zu thun, beordret, wir
möchten so lange, biß sie wiederkommen, die bagage vnderhalten
so lange<in> unserm gesampten Fürstenthumb, neben den
leütten, so darbey bleiben möchten. Wirdt gar höflich gesucht,
de dato Bamberg, vom 15den: huius. Jch addressire es weitter,
nacher Zerbst, undt Deßaw, cum voto.
Diesen Morgen, ehe wir zur kirchen gefahren, ist
in Meiner Töchter gemach, ein groß loch worden, undt
ein großer balgken darauß hinundter, in Meines herrn-
vatters Sehlig gemach, gefallen. Es hette ein groß un-
glügk darauß endtstehen können, meinen Töchtern, undt
ihren leüttlin, oben, undt denen so durch das gemach
gehen, bevorab meinen Söhnen, <So ¼ Stunde zuvor durchgegangen> undt ihren leüttlin undten.
Gelobet seye Gott, der es noch väterlich undt weißlich
|| [[Handschrift: 103v]]
durch seine gnadenhandt, undt wunderbahre Regierung,
also geordnet hat, das keinem Menschen dadurch, kein
schade geschehen, wiewol meiner Tochter Anne Sofien bette
allernechst an dem eingefallenen loch, undt sie selbsten, gestanden, darneben auch, Mägde, undt anderec
aufwärterinnen, durchgegangen. Gott bewahre
vor ferrnerem unglügk undt unheyl, zu hause, undt
zu felde! Es denotirt, etwas, daß es im haüptgemach, geschehen.
Wir seindt alsobaldt darauf, zur kirchen gefahren,
undt hat Er Theopoldus eine schöne predigt gethan,
am heüttigen 6. Sontag, nacher Trinitatis von der Phariseer ge-
rechtigkeitt, undt heücheley. etcetera
Extra zu Mittage, die Rindtorfinn, Doctor Mechovius,
der iunge Einsidel, Tobias Steffeck von Kolodey perge
Jn der Rindtorfinn gemach, aufm Schloße, ist
auch ein loch eingefallen. Nulla calamitas sola!6
Nachmittagß, wieder zur kirchen, cum sorore, & filijs. perge et cetera
Abschlägliche Antwortt, von Zerbst, bekommen, wegen deß bey-
trags, Sonst aber, ein hauffen neẅe contributiones,
so zu Nürnbergk, bewilliget worden 1. zu ferneren
satisfactiongeldern. 2. Vor die Oberpfaltz 3. Vor
die Landgrävin zu Caßel 4. Vor Spannien, undt
ChurPfaltz, wegen Frangkendal 5. auch noch vor
etzliche Schwedische garnisonen. et cetera
Abermahliger avis von Plötzkaw, daß man solle 300 pferde
|| [[Handschrift: 104r]]
undt 26 wagen, außrüsten, vorn Pfaltzgraven, undt seiner
bagage, auch Artillerie, forthbringung[.] die beschwerden
wollen kein ende nehmen. Gott errette unß!
Avis: daß die Reütter anfangen, das heẅ anzutasten,
weil sie keine fourrage, mehr haben.
Sie haben diesen Morgen, einen Corporal, an mich ge-
schickt, undt mich ersuchen laßen, ihnen ferner den
proviandt, (so versprochen) abzulifern, oder ihnen zu
vermelden laßen, worahn sie wehren? Jch habe
ihnen, die unmüglichkeit laßen remonstriren, undt
das sie so lange zeitt, über 4 Tage, alhier gelegen.
Die armen leütte, köndten es nicht länger außduwren,
es wehre kein bier, undt brodt, in der Stadt, mehr zu
bekommen, undt wo wolte man es hehr nehmen? alle
Tage, 40 ReichsthalerRthlr: werth, herzugeben. Waß ich
promittiret hette, wehre conditionaliter geschehen,
daß nemlich, Zerbst auch daß seinige herbey tragen
sollte. Nun sperrete sich daßelbige, also möchten
sie dorthin schigken, undt exequiren laßen.
Jch köndte mich nicht zerreißen. perge et cetera
Avis: Daß sich Deßaw, auch sperret, beytrag zu
thun, den Cöhtnischen zu erhaltung der nationalen.
Jch wjll gerne sehen, wie dieser handel, noch will ablauffen?
Gestern abendt, gar spähte, hat der gewesene hof-
bötticher, Märtin Riseler, einen losen, gefährlichen handel,
nebst seinem gesellen, angerichtet, wieder den Neẅen Bötticher.
(unahngesehen des geschwornen vhrfriedens), vorm Schloße, mit Schlägereyen. perge et cetera
Meine freundliche herzlieb(st)e gemahlin, ist nacher Trinum vndt Palbergk
spatziret.
Jch habe etwas meinen erndteleütten, zugesehen.
Die Erffurter avisen, werden durch die Leiptziger ordinarien, confirmirt,
undt addirt, daß auch Querfurtt, evacuiret worden,
wiewol der commendant darinnen, difficulteten gemachtt.
Pfaltz Neẅburg, wehre mit pfaltz Sultzbach, noch
nicht verglichen.
Kayserliche Mayestäten haben die Congratulationes der
anwesenden Gesandten zu Nürnberg, wol aufgenommen,
im Nahmen ihrer principallen, undt ihnen gedangkt.
Chur Trier hat wieder den Friedensschluß, protestirt,
derhalben die Festung Ehrenbreitstein, deßen Coadiutorn
undt Thumbcapittel von Kayserlicher Mayestät eingereümet worden.
Zu Nürnberg, hat auch der hertzogk von Amalfy
nach vollendetem prächtigem friedenspanckeet,
den pawren einen Tantz halten, undt gaben,
distribuiren laßen, zu ihrer vergenügung.
Die buben, seindt auß Mißverstandt, eines
geschoßenen Trompters, in die 2000 stargk vor
Piccolominj losament, auf stegkenpferden, geritten
kommen, undt ob er schon anfangs, dieses, vor
einen despect, gehalten, undt zornig darüber worden,
iedoch alß er es erfahren, hat er sie auf einen
andern Tag, bescheiden, undt ihnen Müntzpfennige
geben laßen. Sein Trompter aber, so den lermen
angerichtet, ist abgeschafft worden.
Der friedensschluß wirdt allenthalben, exequiret,
auch mit Kayserlichen patenten, bestärgket, damit niemandt
darwider disputire, schreibe, predige, oder sonst contravenjre.
Jn Frangkreich, gehets noch übel zu. Vor Guise
seindt zwahr die Spannischen abgezogen, dennoch mögen die von
Bourdeaux, eine Victoria, wieder den Düc d'Èspernon
erhalten haben. Piombino, haben die Spannischen gewiß,
Porto Longone aber noch nicht gehabt, undt volgk davor
gebüßet, auch verrähtereyen entdegket. Die fran-
tzosen hoffen diesen platz, von Marsilien auß, zu endtsezen.
hingegen, haben die Spannischen etzliche Engellische Schiff
zu hülfe bekommen. Printz Ruprechts Victoria in
Portugall, will nicht continuiren, aber wol;
daß sich Engellische Parlament mit Spannien, contra
Portugall, undt Frangkreich, verbunden.
König in Engellandt, hat Schottlandt erreicht,
undt seine Gesandten, an Kayserliche Mayestäten an die
Könige im Dennemargk undt Schweden geschickt.
General Fairfax, sol eine giftige langsam
operirende feige bekommen haben, weil er vom
Neẅen Parlament abgedangkt, undt sich,
wieder die Schotten, nicht gebrauchen laßen wollen.
hingegen Cromwell, hat alle seine chargen be-
kommen, undt ohne bedengken acceptirt. Jst auch
per posta, zur Armèe gangen, Schottlandt, zu bekriegen.
Die Schotten aber, feyren auch nicht, in ihrer, gegen verfaßung.
Das ärgste ist, das Sie ihrem Neẅen Könige, kein
frembdes volgk, verstatten wollen, undt dadurch,
viel angenommene Officirer, undt Soldaten,
dißgustirt machen.
Jn Schweden, gehet der Reichßtag ahn. Von
dem termin der Crönung, meldet die novella noch
nichts gewißes.
Jn Polen, besorget man, so wol alß in Ungarn,
einen einfall vom Türgken. General Chmielniky
wil sich, wieder den Moßkowiter (welcher
auch mit seinen rebellen, zu Pleßkaw, zu schaffen)
nicht gebrauchen laßen.
Jn Candia wil der Türcke zu stargk werden.
Die Jnnwohner incliniren vndter seine gewult
sich zu ergeben, von abtrünnigen Griechen, darzu
persuadiret. Jedoch manuteniren sich die vene-
zianer, so guht sie können, undt die Bayerischen
völgker, so dahin kommen, und den feindt gerne
sehen wollen, haben schlechte Thaten gethan.
Die ermordung des Parlamentischen Englischen residenten
in Madrill, von den Königlichen Engellischen conti-
nuiret, undt das diese eingezogen worden, auch
der von Lisabona außgerißen, auch der <Königliche> am
Königlichen Pollnischen hofe, wegen etzlicher empfangenen
gelder, bey seinem Könige in ungnade kommen.
hertzogk von lottringhen, hat die grafschaft
Naßaw Sarbrügken, noch inne, und wil sie nicht
restituiren, biß die Frantzosen außgeschafft,
undt er satisfaction erlanget habe.
Lüttich, wil zu den satisfactiongeldern, den
Schwedischen, nicht contribuiren, derowegen Sie
mit Macht, darzu compelliret werden sollen.
hertzogk Christian von Meckelburgk, hat
mit seiner Bahse von Stinichenburgk, (hertzogk
Frantz Albrechts von Sachßen Lawenburgs Sehliger wittiben)
solenniter in hamburgk beylager gehalten,
undt durch einen reformirten prediger, sich copu-
liren laßen. Es haben auch die hertzoginn
von Wolfenbüttel, undt andere Fürstliche per-
sonen dem actuj beygewohnet, wie auch,
ChurBrandenburg undt andere gesandten,
Alleine von herrnvatter, hertzogk Adolffen
ist Niemandt erschiehnen. perge
Die Grentzstreittigkeitten, in Pommern, seindt
zwischen Schweden, undt ChurBrandenburg noch nicht
grundauß verglichen, auf itzigem LandTage
zu Stettin, iedoch hat man gute hofnung.
Der Printz von Portugall, undt herr von Dhona,
(welche zu Coppenhagen, gewesen,) sollen nach Stogkholm,
raysen.
<2 lächße gefangen.>
Es stunde auch, in gesterigen zeittungen:
Daß die holländer sich numehr wegen abdangkung
50 compagnien resolviret hetten. Jhre Ambassade zu
der Neẅen Regierung, in Engellandt, würde übel ver-
mergkt, von den andern provintzien. Der friede mit
Spannien, wehre nicht dermaßen befestiget, daß
nicht ein neẅes feẅer leichtlich wieder aufgehen
köndte, undt lichter lohe brennen.
Jch habe auch schreiben, von der Churfürstlichen wittibe von
Berljn, entpfangen. Jtem: vom Christiano Robero,
welcher zu Nürnbergk nicht ankommen können,
Sondern nacher Wien, gedengket, oder in Jtaliam. et cetera
Er meldet auch, daß bey Piccolominj, stadtlichem
panckeet, undter andern, die nahmen, undt
wapen, also gesetzt worden, das daß Kayserliche
in die Mitte, daß Königlich Schwedische zur
rechten, daß Königlich Frantzösische aber, zur
lingken gekommen, wie auch die Stellen, an
der Tafel, geordnet gewesen, wann ein
Frantzösischer gesandter erschienen wehre?
Es hette aber, diese ungleichheit, die
Frantzösische Gesandten, undt nation heftig
verdroßen, also: das kein eintziger, von ihnen,
darbey, sein wollen. Sonst ist alles, köstlich,
prächtig, ordentlich, undt ansehlich, angestellet gewesen.
Diesen Morgen frühe, seindt etzliche stargke trouppen
alhier, undt zu Alßleben, von Erfurdt kommende durch-
paßiret, haben, weder leütte noch pferde, hinauß
in die Erndte laßen wollen, mit bedroẅung,
Man werde sonsten die leütte, undt pferde mitt
hinweg, in Schweden nehmen. Jst schade, umb
die schöne zeitt, die man in der Erndte, also
verliehren muß! Jch halte sie dörften
wol auf unsere mutinirte Reütter zu, gehen.
Gott verhüte ein unschuldiges blutbadt!
Der Obrist leütnant Jhsrael, ist auch darbey, hat
Auditeür, Stegkenknechtt, hengker, undt
dergleichen leütte, bey sich, so wol auch Fußvolgk.
Das Fußvolgk, liegt umb die Wolfgangß-
kirche herumb, die Reütterey, stehet in
der Schinderkaule, undt samlen sich.
Es scheinet, Sie wollen sich verborgen halten,
weil sie da stehen, undt niemandt hinauß
laßen. Die Schwedische mutinirte sollen
schon von den Deützschen, abgetretten sein,
undt die Fehre zu Agken, verwachsen, da-
mit die Deützschen nicht hinüber v̈ber die
Elbe können. Dörfte übel ablauffen!
Rittmeister Wolf ist mit seiner Compagnie (so nicht rebelliret) auch
darbey, welche sich beklagen daß Sie ihren cameraden, sollen helffen, die hälse
|| [[Handschrift: 107v]]
brechen. Sie haben etzliche arme Soldaten weiber alhier
gefangen nehmen laßen, undt wollen ihre kleider undt bagage preiß geben.
Vmb halbweg neüne, vormittags, (nach dem sie
proviandt begehrt, undt die Officirer, ein frühestügk)
seindt sie forthmarschiret, auf dem Dröblischen
wege hin, undt über die fuhne gegangen,
da dann die Schweden, (so neẅlich mitt mutinj-
ret) auch zu ihnen gestoßen, die armen Deützschen,
verfolgen zu helffen. Sie mögen, solcher gestaltt
allzumahl, zu roß, undt fuß, wol ein 1500<1000>
biß ein 2000<alß: 700 Pferde undt 200 zu fuß> stargk sein. Sie gehen, so verdegkt,
als sie können. haben Nacht, undt Tag, ein Acht
meilen weges, aneinander marchiret, undt
seindt sehr müde. Dörften aber doch, den
armen Reüttern zu Dohndorf, (welche etwas
450 mögen stargk sein; undt böses lohns, nicht
erwartten) das badt, heiß genung machen.
Der Oberste Würtzen, ist bey ihnen, wie
auch der Obrist leütnant Israel, ein iunger Oxenstern
vndt andere Officirer.
Die Mußcketirer, haben eben dergleichen
reden geführet, wie Wolfs Reütter, undt
die Köpfe geschüttelt, daß Sie auf ihr eigen
volgk feẅer geben sollten, wollten über
hin, schießen, & talia.
Es wirdt vorgegeben, Sie hetten das ende des Julij, zu ihrer
genungsahmen satisfaction, darumb sie gewürfelt erwarten <sollen.>
Avis,: vmb 10 vhr vormittags, daß die andern
mutinirten, vor Dohndorff, in dreyen trouppen, sich
gestellet, sich aufß eüßerste zu wehren;
undt das diese trouppen, so Sie anfallen sollen,
den mutinirendt gewesenen nationallen
selber nicht recht trawen, Sondern dieselben
undter sich vertheilet haben.
Jch habe zu dem Obrist leütnant geschickt, wie
auch zum Obersten, Tobias Steffeck von Kolodey im nahmen
unser, zu intercediren <vor des wintzers Schwager>, und ein gut worth zu
verleyhen, damitt <alle> die Mißhändler, nicht
allzuhart tractiret werden möchten.
Sie haben es wol aufgenommen, undt sich ge-
stellet, alß wollten sie moderatè mit
ihnen, verfahren, wann Sie sich nur ac-
commodirten! Wiewol der Oberste mehren-
theilß, sich erklähret, er müste seiner
Ordre, die er vom Genralissimo hette nachleben.
Jnterim: avisiret mir, der Ertzbischof von
halle, daß der Generalissimus ihn ersucht, undt die
benachtbahrten, die Fuhnepäße zu verlegen,
Sie nicht zu hegen, zu hause, oder zu herbergen,
Sondern unß, ihrer zu bemächtigen, wie man
kan, auch wenn Sie von einander giengen, undt
sich dèsbandirten, hier, undt daher. perge
Jch schigke ihnen nach, 2000 Pfund (libra)℔ brodt, undt 10 faß
bier, inmaßen sie es begehrt, nach Tondorff, undt
etwaß eßenspeise vor die oberofficirer. perge et cetera
A spasso cum filiis, nacher Palbergk, undt
auf die Biendorffischen höhen, geritten, auch
von dar, 6 trouppen Reütter, gegen einander
stehende, gesehen. Vielleicht tractiren sie mitteinander.
Es seindt von Plötzkaw, ein 5 oder 6 pacquet
undt Neben postulata von der Soldatesca, eines,
über das andere, angekommen.
Avis diesen abendt, daß zwahr der Obrist leütnant
Jsrael, gegen die mutinirten, sich præsentirt,
Sie hetten endlich das hertz verlohren. Viel wehren
von ihnen durchgegangen. Die andern hetten sich
ergeben, die standarden præsentirt, und vmb
pardon gebehten, welcher ihnen, mit der condition
gegönnet worden, das sie die Rädelinsführer
undt anstifter rachen, undt herauß geben
sollten, deren also 95 wehren handtfest
undt wehrloß gemacht worden, Sollten
auf Erfurdt, geführet, undt morgen (gebe gott)
gegen Mittage, alhier durch gebracht werden.
Ie n'entends point, ce rüde pardon! et cetera
Zu Erffurdt, sollen auch die 7 Reütter, welche mit
dem Obrist leütnant dorthin geritten, ihr wortt anzubringen,
sein in gefängliche haft genommen worden.
Er hat heütte auch etzliche trouppen außcommandiret,
auf Halle, undt andere örther, den Ungewaschen,
undt andere Meütmacher sampt den außge-
rißenen, zu verfolgen, undt einzuholen.
Man sagt er habe darneben commandiret,
auch ihrer weiber, undt kinder, nicht zu ver-
schonen, sondern dieselben auch einzubringen,
oder gar niederzumachen.
Die übrigen, so pardon erlanget, haben
aufß neẅe, schwehren müßen. hingegen,
ist ihnen zugesagt, das ihnen, diese meü-
tination, keines weges, sol einen vorwurf,
inß künftige, mehr geben, undt sie sollen
folgen, (biß zu völliger abdangkung,) wo man
sie hin führen wirdt.
Diese trouppen, so sie attacquiren sollen,
hat man zu vorn auch, mit einem Eydt, ver-
bunden, keines zu schonen, sondern willig daran
zu gehen, wann es gleich ihre cameraden,
väter, brüder, Schwäger, undt befreündte,
sein sollten? Als die 95 wehrloß, undt handtfest ge-
macht worden, hat man Sie geplündert, undt preiß gegeben, wie feinde.
Avis: daß gestern, alß die Reütter in battaille
gegen einander, gestanden, viel getreydig,
bey Kermigk den armen leütten verderbet
undt zu nichte gemacht worden, durch
ihr stehen, undt durchmarschiren. perge
On m'a rapportè des injüres, que le
lieütnant Colonel Jsrael doibt avoir dit, dès
Princes, & Princesses, & de tout degrè haut,
& bas, qui intercederoit, pour dès cocquins,
& rebelles, etcetera Ie m'en enquerray, & scauray,
ce que j'auray d'affaire, en ce cas!
Man bringt viel undt mancherley zeittungen,
das nemlich, die 95 Mann, halb arquebuzirt,
halb gehengkt sollen werden, noch heütte.
Jtem: daß man der außgerißenen personen,
auch weib undt kinder, verfolgen, plündern, undt
niederschlagen solle, wehre vom Obrist leütnant
befohlen, wiewol er nicht, rach- undt blut-
gierig sein will?
Jtem: das auch galgen zu Erfurdt, zu eben-
meßigem ende, aufgerichtet werden.
Jtem: daß gestern einer von den empöreten
Reüttern, auff den Obrist leütnant loß gestochen, als
|| [[Handschrift: 110r]]
er gesagt<ankommen,> E undt gesagt: herr Obrist leütenampt,
heißet daß parole gehalten, ist das deme
gemäß, waß ihr unß versprochen, undt leiblich
geschwohren? Das hat den Obrist leütnant verdroßen,
hat darauf sein pferdt getummelt, seinen blancken
degen, in di[e handt geno]mmen, sein pferdt
herümber ge[schickt u]ndt gesaget:
Nun, ihr hab[t ... g]enung vexirt,
undt commandire[n ...] eüch nun wieder
auch einm[...]. Darauf
wehre die[...]angen, undt
hette biß[...] 10 uhr, gewähret. perge et cetera
Jch [... Al]ßleben, nebenst
Zacharias, [...]ingeschigkt
zu sehen, w[...] undt ob er
einen N[...]nen vieregk,
von g[...]t sein, undt
mit d[...]alten, auch
unserer[... ]Dütten, verwandt
sein soll) wie auch meines wintzers Schwager,
loß machen köndte? Derselbe wintzers
Schwager, sol auch wegkommen sein. Viel
imputiren, den Obrist leutnant Knoche, die, Schuldt, das er
des Obrist leutnant Israels geldt, und bagage in gewahrsan genommen.
undt dadurch die völgker hieher gezogen, in ungleicher
opinion, alß ob es ihre satisfactiongelder wehren.
Avis: alß ob die Officirer, undt ihre soldatesca,
zu Palbergk, undt Poley, logiren wollten? Jch
habe eilends hinauß geschickt, sie weitter
zu bringen, weil es nur [eine ]meile von Dohndorf,
undt sie heütte wol w[eitter mar]schiren köndten.
Jtzt gegen abe[ndt ...]ein, daß der Obrist leütnant
Jsrael an ein[... Cör]migk. Ein undt
zwantzig Re[ ...un]dt zehne<Eilffe>
harquebusiren T[...]t Sechtzigk
hette er,(auf [...]der pardonniret,
die flüchtigen[...] alles,
nach gehalten[...]kein la-
mentiren, K[...we]heklagen, der
hingerichtet[...]lichen ge-
schrey, ihrer w[... h]elfen
wollen, viel [...]tte
16 vom Adel, [u]seren [...]andter[...]kern,
(so anwesende gewesen, wie auch Oberster
Werder) undt anderer leütte, admittiret
werden wollen, außer der unserigen Fürstlichen.
Sie haben endtlich geruffen, ihre Cameraden,
solten an ihnen, ein exempel nehmen, undt kei-
nem einigen Schweden, mehr trawen, undt
Gott würde den Obersten leütenampt, umb dieser
Unbarmhertzigkeit willen, undt daß er seine parolle
undt geschworne zusage, gebrochen, straffen.
Er hat die weiber, undt kinder, umb
ihres geschreyes willen, in ein treiben,
undt einsperren laßen, biß die execution
vorüber gewesen.
heütte wirdt die Reütterey in theilß
Cöthnischen dörfer, das fußvolgk aber zu Palberg
logiren. Morgen, wilß Gott, wollen sie forth.
Vndter den[... arke]busirten, ist auch der
Cornet viereg[...]Gott genade ihm!
undt seinen [...]ledige ihm!
Lan[...]htschulden!
Sie[...], daß die
62 pard[...]ng sein, undt
nacher. Er[...]sollen.
Avis von Plötzk[aw...]wegen etzlicher fuhren,
undt dann, die von Sanderßleben, nacher
Staßfurth, sollen, undt von hinnen gefordert werden.
Avis von Ballenstedt, alda sie auch geplaget
werden, mit vorspann so sie Douglaß leütten, geben
müßen, von hoym.
A spasso im gartten, con Madama, aldar ich, die
Trawrigen händel, von Kermigk, erfahren.
heütte stehet eben der Tag, Christinæ, mit
rohten buchstaben, in meinem kalender. Jst der
Königinn in Schweden, nahmensTag, aber
übel vom Königlichen leibregiment gefeyert worden.
Der Kuhehirtte von Dohndorf, hat schon
mehrmahl undt noch vor drey Tagen, trouppen
Reütter, (in seinen visionen, am himmel,) auff
einander gesehen gehen. hats auch den empö-
reten Reüttern angekündiget. Vielleicht
hats ihr unglügk[ angedeüttet.]
Sonst leßet sich [...B]ernburgk,
blut sehen,[...r]egen. hanß
Eckardt hauß[...]ch bluht
gefunden ha[...]bedeüttung!
Vielleicht mag e[...]chaben.
Donnerstag♃ den 2[5ten: Julij; 1650].
Ein Somnium gehabt, [...] das ich in der Steyer-
Margk gewesen, undt viel vom Türgkenkriege
gehöret, undt von großer unsicherheit, auf sel-
bigen straßen, nacher Jtalien zu, undt sonsten,
darnach wehre ich nach Plötzkaw kommen,
undt hette es neben Fürst Augusto helfen, defendiren
wieder die Türgken, undt Croahten, so bey ihnen gewesen.
Avis: daß ein Schwedischer capitain, mit 60 oder 70 Muß-
cketirern nur, über Nachtt, in Palbergk gelegen, daß
übrige Fußvolgk wehre zu Preißlitz, <undt Plemnitz> geblieben, undt
die Reüterey hette sich in den Dörfern, Cörmigk,
Dohndorf, undt nach <Gröbtzigk undt> Lebchin, hin vertheilet.
Von Cöhten, sollen sie noch etzliche endtwichene
wieder bekommen haben. Vielleicht spielen sie auch
einen proceß, mit ihnen, wie mit den gesterigen,
undt können sich im bluht, noch nicht ersettigen, perge et cetera
Jch habe Zachariaß den Trompter, abermahl hinauß
geschigktt. Gott gebe ihm glügklichen Stern!
Meine arme leütte alhier, beklagen sich, daß
gestern abendts, in der eil unmüglich gewesen,
noch 25 pferde, undt 4 wagen aufzubringen,
in dem die hiesige bürgerschaft, inner 14 Tagen,
über die 150 fuhren, (des Stadtschreibers bericht
nach) leisten müßen, mit ihrem höchsten schaden,
Sie machen zu Plötzkaw, die repartition, inß ge-
lacke hineyn, möch[...] wol beßer bedengken,
undt wollen das meiste von hinnen, undt aufn
Stutz haben, darnach beklagen sie sich denn,
daß man dem lande, schaden vervhrsache,
eben, alß wann ich, vndt mein Antheil allein,
unmügliche dienge, müglich machen köndten?
Gegen die Mittagsmahlzeitt seindt die zu Palbergk, al-
hier geleg<gelegene> völgker, alhier durchpassiret. Wollen
|| [[Handschrift: 112v]]
auf Hegklingen zu. Es hat das ansehen, Man will
mich, undt mein landt, auf einmahl verderben.
Avis: daß auch vier von den Reüttern, (so mit
dem Obrist leütnant nacher Erffurdt, geritten,
auf guten Traw, undt glauben, ihr wortt
desto beßer anzubringen) wehren zu Erfurdt,
gespißet worden. Sonst solte es heißen:
Fides etiam perfidis; præstanda est!
Jtzt nach der mahlzeitt, da ich vermeinet, das
unglügk wehre vorüber, undt die völgker
wehren forth, kömbt Bürgermeister Tornaw herauff,
beklaget sich, daß ihn ein Bürger, Mangoldt
am halß schlagen wollen, aufm Margkte,
weil er ihnen vorspann gebotten, item:
Daß sie mit Mißgabeln, an den beyden
capitains, undt mit hebebaümen gewesen,
in die 30 Bürger stargk, undt hetten weder
zu vorspann, noch [...] verstehen wollen.
Undter andern, wehre, hilliger, Gischke,
Hanß, undt Caspar Küster undter den
Rädlinßführern gewesen. Es ist umb zweene
kahle pferde, biß nach Staßfurdt, zu thun
gewesen, einen krangken forthzubringen,
|| [[Handschrift: 113r]]
die capitains aber, wollen es bey ihrem General
klagen, undt machen ein groß wesen darvon,
schelten, undt schmähen, auf die bürger. Jch
laße inquiriren. Nulla calamitas sola!7
J'ay eü üne grande blessüre au front,
par la porte de mon cabinet, inopinêment. perge et cetera
Vnverhoft, geschieht offt. perge et cetera
Mein Trompter, Zacharias, ist zwahr, nach dem eßen,
wiederkommen, berichtet, wie ihm der Obrist leütnant Israel,
ehre angethan, ihn mit sich eßen laßen, dennoch aber,
allerley picquante dißcurß gehabt, alß:
Worümb hat man vor die Reütter, undt nicht
vor mich, alß ich bey ihnen, gefangen wahr, gebehten?
Worumb, hat man sie durch den furth zu Bernburg
gewiesen? Worümb redet man der mutinirer, ihr wortt?
Er hat aber alles, auf freye manier der Trompter,
beantwortett, undt kein blatt, vors maul, genommen,
wie er es auch in warheit gar wol, hat verant-
wortten können. Der Obrist leütnant hat sonst
gepaustet, undt geschnarchet, ist auch gar
frölich gewesen, daß er diese That außgerichtet.
Er hat mir auch sagen laßen, er müste noch
heütte, still liegen, damit seine, außgeschickte
trouppen, wieder kähmen, undt die rebellen einholeten.
Er wollte mir aber heütte keine ungelegenheit
machen, dann 1 compagnie solte liegen, zu Werbtzigk
undt Kleine Wilgknitz. Die 2. compagnie zu Löbnitz,
die dritted compagnie zu Wiendorf, undt Jlversdorff,
die 4. Compagnie zu Plemnitz, undt Preißlitz, die
5. Compagnie zu Großen Badegast, die 6. compagnie
zu Kleinen Badegast, die 7. compagnie zu Libäne,
undt Briemßdorf, die 8. compagnie zu broßigk.
Jch werde auf morgenden aufbruch, vertröstet,
iedoch, berichtet mir der pfarrer zu Cormigk,
(welcher bey Mir gewesen, undt allerhandt referiret)
es habe schlechte darzu, undt daß
liebe getreydig, umb Cörmigk; undt Dohndorf
herumb, wehre sehr verdorben, undt die armen
leütte, (so wieder aufzubawen, vermeinet)
gäntzlich rujniret. Der gerichteten, wehren
13 harquebusiret, undt 21 gehengkt,
hetten sich, Christlich, undt wol zum Tode præ-
pariret, auch Theilß communiciret, gesungen,
undt gebehtet, Etzliche reformirte, hetten
auch, bey ihme communiciret. Sie hetten
sehr queruliret, daß ihnen zu viel geschähe.
Gott würde darein sehen. Der Obrist leütnant
|| [[Handschrift: 114r]]
thete ihnen zu viel, Sie wehren vor jhrem feinde,
nicht Treẅloß, oder Meineydig worden, hetten
sich so viel iahr, in redlichen Occasionen, Treẅlich
gebrochen laßen, der krohn Schweden, zu dienst.
An itzo, da man sie in Schweden führen, undt
ohne geldt abdangken wollte, hetten sie
umb ihrer bezahlung geredet. Viel hetten
auch gar nichts gethan, undt dennoch, sterben
müßen, alß Cornet vieregk, welcher gesaget:
Jch hoffe ia nicht, daß man unß gar in
Schweden führen wirdt. Man wirdt sich,
eines beßern wol bedengken.
Einer hette der kirchen, <vier> zehen ducaten, vereh-
ret, undt sehr gebehten, daß er doch, auf den kirch-
hof, zu Cörmigk, möchte begraben werden.
Daß geldt ist aber noch, biß dato zu rügk geblieben.
Der iehnige, so am ersten, gehengkt worden,
ist der iehnige gewesen, welcher des Obrist leütnant
page geschoßen. Ein Schweitzer, so nicht gesündiget will haben, hat auch sehr übel
gethan, daß er also sterben müßte, er wehre
von guten Elltern, wann sie es wüßten?
Der hengker undt sein knechtt von Cöhten, hat
die execution verrichtet, undt, aber 100 ReichsthalerRthlr: gewinst
darvon, bekommen, auch mehr, dem bericht nach!
|| [[Handschrift: 114v]]
Der Obrist leütnant hat auch heütte, unserm Trompter
vorgeworffen, worumb man sich des wintzers
Schwager, also annehme? Derselbe wehre auß-
gerißen, undt einer, von den ärgsten vögeln.
Zweene Mußcketirer, undter den fuß-
völgkern, insonderheit ein gefreyter seindt
<auch> im arrest, darumb, daß sie gesagt, es wehre
den deützschen, ihren landeßleütten, zu
viel geschehen, undt wehre unrechtt, das
man also scharf, mit ihnen, verführe,
weil sie umb ihre bezahlung, redeten,
undt nicht in Schweden, wollten. Ein <Schwedischer> capi-
tain, hat den gefreyeten, sehr übel ge-
hawen destwegen, am Ellenbogen,
welchen mein Balbirer, umbsonst, verbunden.
Alß die armen Soldaten, so wol luttrische
alß reformirte <theils>, beichte in der kirche
gehöret, theilß communiciret, ein ieglicher
bey seines glaubensverwandten, prediger,
ist dem Obrist leütnant die zeitt, sehr lang
worden, undt hat vielfältig gefraget,
ob es nicht baldt, ein ende hette? Er hat
auch noch vor der execution, die weiber undt
|| [[Handschrift: 115r]]
kinder, mit ihren querelen hinweg, undt nach
dohndorf, iagen laßen.
Wann man den Obersten Wurtzen, angesprochen,
undt beh bitten wollen, hat er gesagt: Gehet,
zum Obrist leütenampt, der ist offendiret, mir
hat niemandt etwaß, zu leide, gethan.
V̈ber Rittmeister Schachtt, klagen die Reütter,
auch sehr, das er sie zu hartt, undt über die ge-
bühr, angegeben. Jn Summa: man höret nur
itzt, von winseln, wimmerleichen, von iammer, und noht.
Gott beßere, die elende trübsehlige zeitten!
Nos gens, n'ont gueres envie davantage de
retourner, vers le lieutnant colonel car ils disent,
qu'il devient de iour en iour, <pire &> si effarouchè,
& a üne mine, comme d'un vif Diable. Il
picque & nous tient, pour süspects. Entr'
aultres il a dit que comme plüsieurs gentils-
hommes estoyent sortis de Cöhten, (pour voir
le spectacle, & interceder pour les pau-
vres soldats aupres de luy) il auroit
exactement, prins garde q'il n'y avoit
entr'eulx ün jeune homme, & noble nommè
Ziper, en üne robbe rouge lequel auroit instigè
les mütines, & louè leur rebellion d'aultant, que
leur argent serait engarder à Cöhten
|| [[Handschrift: 115v]]
& qu'ils se le devoyent faire donner, &cetera
Il a donc asseürè, que s'il auroit attrappè
parmy les aultres, ce noble imaginaire,
il l'auroit voulü faire harquebüzer,
sans autre procez. Mais ie croy, qu'il
s'èsgare, & a peütestre ouy parler,
dü jeüne Zepper, car il n'y a nül
Noble, nj ignoble, qui s'appelle Ziper,
que ie scache, & on a impütè semblable
discours, au ieüne Zepper, qui est reve-
nü n'a gueres, de France, & de Hollande.
Dieu le garde de tort, & persecütion!
Mein Einspenniger Joachim Metzsch, ist von
Hegklingen, wiederkommen, aldar, die alhier
durchpaßirte infanterie logiret. Die
Officirer, welche heütte alhier, in der
Stadt durchpaßiret, undt von den
bürgern, offendiret worden, hat er
wieder begühtiget, weil Sie es dem
Generalissimo klagen wollen, undt es
vor ein angestelletes wesen, gehalten.
J'ay èscrit, à Berlin, a Madame l'Electrice
Douairiere, & a Madame Elizabeth.
Gegen abendt, haben wir einen großen brandt
zu kalbe gesehen, ist aber baldt gelöschet worden.
<3 lächße. 1 Hirsch.>
Mein Sohn Victor Amadeus, ist heütte nach
Ballenstedt geritten, mit vier pferden, aufß
Reheblahten, Gott gebe zu glügk! undt succeß!
Rindtorf mein CammerJungker, accompagniret ihn!
Con Madama, a spasso, umb meine breitten,
da sie itzt hargken. Gott laße es unß
wol genießen, undt gedeyen!
Avis: daß der Obrist leütnant Jsrael, in seinen
quartieren, noch ligen bleibet, undt der auß-
commandirten trouppen, erwartett, wie
unßere leütte berichten.
Fürst Augustus aber, avisirt, daß die völgker aufge-
brochen, undt auf halle zu, gezogen. Obrist
Wurtzen, hat gestern schon, den vorzug, mit
200 pferden, dahin genommen den Stangk haben
sie unß, im lande gelaßen. Daß alte
blawe wrangelische Regiment, ist die
Nacht zu höchstedt gelegen, gehen auff
Staßfurth, bey denen hüldebrandt Krosigk
ist undt über 180 weiber, undt kinder, bey
seiner compagnie haben solle. Mit den Stügkpferden.
|| [[Handschrift: 116v]]
haspelt sichs noch alleweil, dann 2 wagen
diese nacht, wiederumb nacher Sanderßleben,
von Plötzkau geschickt werden müßen, weil
die Niemburger, undt Krosigk von Erxleben,
außen geblieben, zu der Spannischen
garnison, wirdt ein Einfacher Römerzug,
müßen außgeschrieben werden undt parat
sein, damit der Krayßoberste keine
execution anstellen müße.
Extra zu Mittage, Doctor Brandt gehabtt. et cetera
welcher abschiedt genommen, in meinung,
in die Oberpfaltz, zu verraysen. perge
Il dit: que l'Electeur de Palatin, a trouvè
à Heidelberg, ün immense thresor mürè
de ses ancestres fort profond en terre, d'or,
& d'argenterie, de ioyaulx, & de la monnoye,
que c'est; ün thresor Royal, & pour se
remettre assèz süffisant.
Que Madame la Landgrave, luy a
donnèe en dot, 200000 Dalers, & dü
bestail, linceuil & autres choses, en
abondance, afin de redresser son mèsnage.
Que le Prince Palatin Generalissime dés Swedois,
l'a fort favorisè, & luy a grandement assistè
de ses recommendations, & de son assistance, en
la conclüsion de Paix, & en Argent.
Que les autres Princes Palatins freres de
l'Electeur n'ont point asceptè encores la paix,
ains remis le tout, a üne Diete Jmperiale.
Que le Prince Palatin Philippe, a estè fort favorisè
dü Generalissime avec argent, conseil, & equip-
page; pour aller vers le Düc de Lorraine.
Que les Refformèz, par la paix, ont
gaignè l'inclüsion en la paix de religion.
Que Bodenhausen, a consignè: 32 poincts,
contre nous a la iournèe du pays prochaine,
& ces 32 poincts, doibt proferer leur Syndi-
que Geese.
Que la Princesse & le Prince a Cöhten,
sont remis <Dieumercy> en bonne santè, par sa cooperation
Que Weyden, Pargkstein, & Pleyenstain,
sont rendüs a l'Electeur Palatin, par la Paix.
Que l'armèe espagnolle auroit estè tota-
lement dèsfaitte, par le Cardinal Mazzarinj,
devant le chasteau de Guise, a leür retraitte.
Que le Vachier a Dohndorf a eü ses visions,
averstissant les mütinèz, de leür malheür,
qu'il a aussy dit, qu'ün Colonel Lieütenant
seroit pendü dans le terme de 4 semaines,
& que le lieutnant colonel Jsrael devoit prendre garde
à soy, que ce ne füst luy mesme, Sür
quoy il auroit grattè la teste le lieutnant capitaine
& auroit en riant, donnè au Vachier
ün Dücat, par üne boutade extraordinajre.
Que le jeüne Wutena Capitaine lieutnant
dü Prince Palatin Philippe, auroit eü
dés terribles blesseüres en Candie,
& se seroit deffendü le mieux, envers les
Türcs, avec dés grenades, á main.
Qu'ils auroyent estè mal traittèz
des Venitiens, & leur Prince dèsgoustè
fort a Venise, le Senat luy ayant
presentè ün coffre plein de verres, qu'il
auroit brisè & cassè de dèspit, comme
si on le tenoit, pour ün enfant, avec tels
iouets, voulant son payement promis,
& ne l'ayant sceü obtenir, il auroit
|| [[Handschrift: 118r]]
fait arrester les deniers de la Repüblique, á
Amsterdam, & se seroit fait payer. perge et cetera au
grand dès honneür, de la Repüblique.
Au fait d'Ascanie, il est de l'Opinion, dü lieutnant capitaine Knoche
combien qu'en plüsieurs de ses procedüres, il soit
d'autre avis.
Que l'Electeur Palatin, tient maintenant
üne cour fort splendide, & magnifique.
Que Milord Greve, luy a prestè dés
grandes, & notables sommes d'argent.
Que la jadis Roine de Boheme, ne
veüt accepter, les 20 mille DalersDal: que l'Empereur
luy offre, croyant que ce peü d'offre,
luy soit deshonorable & dèsavantageux.
Que le Medecin, Docteur Rollfingk de
Jehna, estoit fort estimè, comme le
meilleür Anatomiste, d'Allemaigne.
Que le Düc Guillaume de Saxe Weymar,
luy donnoit par an, 300 DalersDal: von hauß auß,
& d'autres avantages. Que le feü
Prince Louys, l'avoit splendidement recom-
pensè. Autrement on seroit obligè de payer
ün Daler, de chasque lieue, & donner chasque
nuict de seiour, ün Daler, aux Medecins non salarièz.
J'apperçeüs en luy, üne singüliere alteration
lors qu'il me dit à Dieu, la ou il me combla
avec les miens, de beaucoup de benedictions,
de corps, & d'ame, &cetera. Dieu l'accomplisse,
& face. que ce soit de coeur!
<4 lächße.>
Der hirsch, hat 6 ReichsthalerRthlr: gekostet, undt
160 Pfund (libra)℔ gewogen, darvon gehen 20 Pfund (libra)℔ abe,
an kopf undt füßen, restiren 140 Pfund (libra)℔ wildpräth
darvon noch 26 Pfund (libra)℔ weggeworfen werden müßen.
Jn Simon Müllerinn hause, hat sich zweene
Tage, vor dem blutbadt der Reütter, in ihrer
pfützen, blut sehen laßen, an itzo aber ist es
vergangen, baldt nach verübter execution.
Dergleichen, ist auch an dem orth ebenfalß
geschehen, vor den Schlachten zu Lützen,
undt vor Leiptzigk. Sie ist eine
bürgerinn, undt Brawerinn, alhier
in der Stadt Bernburgk.
Jch habe selbst, vor gewaltsahmer
eroberung, der Stadt Magdeburgk vom
Tilly, alhier vorm berge, in fromknechts
hause, dazumahl eine pfütze, mit bluht,
undterlauffen, gesehen.
Es seindt auch leütte alhier, welche auf den
blättern, der weiden, am liban, vor dergleichen bluht-
stürtzungen, bluht gesehen. Prodigia!
heütte gegen Abendt, bin ich mit Meiner herzlieb(st)en gemahlin,
undt Theilß kindern<Carolo Ursino,> nacher Palbergk, gefahren,
undt seindt daselbst, zur Mahlzeitt, geblieben.
Vndterwegens, ohngefehr vmb uhr8, endt-
stundt ein stargker windt, währete aber
kawm eine halbe Stunde. Dieser windt,
hat zu Bernburgk greẅlich gebrauset,
leütte vmbgeworfen, inß waßer der Sahle
geführet, ein hauß eingerißen, undt
greẅlich auf den [s]eitten, undter dem
lieben getreydi[g] rumoret. Dörfte
wol etwaß sonderliches indigetiren.
Auf dem Schloße, ist auch meinen kindern
vor einfallen, in unserm abwesen,
angst undt bange gewesen. et cetera
Es hat auch am gebeẅde, im Schloß, auf den
brügken, undt an dem kuhestall, zimlich
aufgerißen, undt schaden gethan.
Man sagt, der pfaltzgrave Generalissimus,
habe den Obrist leütnant Jsrael, laßen in arrest
nehmen, undt seye übel zufrieden, das er also tyrannisiret.
<1 lachß. 7 großvogel.>
Diese Nacht, ist der windt wieder, zimlich stargk
gewesen, undt wie ein Erdtbeben, so das gantze
gebeẅ, erschüttert. Gott bewahre in gnaden,
vor mehrerem unglügk! Mein Töchterlein
Maria, hat sich gestern, sehr geängstiget,
alß der Sturm gewesen, hat geschrien,
geweinet, hat vor angst, nicht wißen
zu bleiben, noch gewußt wohin sie gehen sollte?
Mir Traümete ich wehre an einer Fürstlichen
Tafel geseßen, recht an der langen seitte,
in der Mitte. herrvetter Fürst Ludwig, wehre oben
an geseßen, dara[n a]n der seitte Fürst Augustus,
undt andere mehr. Alß ich nun Fürst Augusto
bescheidt gethan, undt Fürst Ludwigen daßelbige
gebrachtt, undt außgetrungken, hette
es zwar anfangs, Fürst Ludwig sehen, undt
haben wollen, auch mich außgelacht, das
es gesotten waßer wehre, ich hette es
ihm aber nicht weisen wollen, undt weil
er zimlich weitt von mir geseßen, hette
er mirs nicht auß der handt nehmen
können, darüber er mir schertzhafte
mine gemachtt, ich hette mich aber ein
|| [[Handschrift: 120r]]
wenig, vor den gästen, geschähmet, undt es
war die gantze Tafel, mit leütten besetzt,
wer aber, die andern alle gewesen, habe ich ver-
geßen. Lange hernach, Traẅmete mir
auch, vom hanß Baltzer Oberlender, welchen
alle unsere leütte, sehr beklaget, weil
er mit einem Musicanten, zu maße gekommen.
Jch hette ihn aber, durch Rindtorf, Nostitz,
undt andere succurriren laßen, wann
nur der secours, geholfen? Wachte darüber auff!
Jn die kirche vormittages conjunctim.
Extra zu Mittage, eine von Dina, welche zu
Dresden, sol hofmeisterinn werden, item:
Die Rindtorfinn, Doctor Mechovius, der
Junge Einsidel, Tobias Steffeck von Kolodey et cetera
Nachmittags, wieder in die kirche, cum
sorore, & liberis aliquot. perge
Daß der andere evacuationtermin auch
observiret undt gehalten worden, der Osna-
brügker undt Sultzbachischen sachen wegen,
würde noch deliberiret.
Der Kayser, hette beht- undt dangk-
auch freẅdenfeste angestellet, wegen des friedens.
Jhre Mayestät wollten 10000 Mann zu fuß,
undt 6000 pferde behallten, wieder den Türgken.
Der Türckische Kayser, wollte unserm Kayser,
den rechten Tittel von Ungarn, nicht geben,
sondern nur alß König, über den geringsten
Theil von Ungarn, tractiren, welches,
weil es wieder die vorige Observantz,
läufft, den Kayser offendiret, die tractaten
undt andere absendungen, remoriret. perge
Jn Candia, spielen die Ottomannischen,
den Meister, undt dörften sich der Jnsel
(im fall der secours, länger retardirt wirdt)
gar bemächtigen. Die Türgken zwahr,
seindt mit ihrem General, dem Ulaim Bassa
übel zufriedene, weil er ihnen, 8 Monat
Soldt, hinderhalten, undt dringen auf
eine mutation.
Jn Polen, ist der friede mit Moßkaw,
confirmiret, undt der Legatus des Groß-
fürsten, hat pardon gesucht. Jndeßen
aber, daß diese remora eingefallen,
haben die Cosagken, undt Tartarn,
einen einfall, in die Moßkaw, auch
mit brennen, undt sengen, großen Schaden
|| [[Handschrift: 121r]]
gethan. General Chmielinsky hat sich erklähret,
er könne undt wolle nicht, wieder seine confes-
sionisten die Reüßen, alß Griechischen glaubens,
dienen, diese consideration, hat den frieden
mit Moßkaw, mergklich befördert,
wann nur vorgemeldter Einfall, nicht
neẅe motus, causiret.
Der Große König, in China, sol, zur
dangksagung, das er die Tartarn, auß
seinem Reiche, geschlagen, vor sich, undt
alle die Seinigen, zum Christlichen
glauben, getretten sein, wie von Lisa-
bonna geschrieben wirdt. Wehre ein
großes, undt Gott davor zu dangken!
Die confæderation, zwischen Spannien,
undt Parlaments:Engellandt, wieder
Frangkreich, undt Portugall, wirdt
confirmiret abermals, wie auch
des Engellischen gesandten zu Madrill.
Jtem: des Königes Carolj 2. ankunft
undt stattliche reception, zu Edenburgk.
Jtem: des General Fairfax resignation zu
Londen, undt acceptation seiner charge des Grom-
wells, welcher auff Schottlandt zu, marchiret.
Zu Bourdeaux hoffet man schutz von Spannien,
iedoch marchiret der König in Frangkreich
dahin, nach dem Guise von Spannischen, mit
deren verlußt, abbandoniret worden.
Zu Genua, hat Don Steffano Raggj,
eine verrähterey vorgehabt, er eingezogen,
undt sich selbst im gefängnüß endtleibet,
dennoch <ist er> Todt, gehengkt, undt seine
gühter, auch 200000 krohnen, bahrgeldt,
eingezogen worden.
Porto Longone helt sich noch, undt wehret sich.
Zehen Engellische ParlamentsSchiffe, seindt
zu der Spannischen armada, im Mittelmeer
gestoßen.
Die holländer, wollen nur 24000 Mann
behalten, die andern 6 provintzien, aber,
wollen noch 29000 Mann, haben. Der-
halben zweyen Sie sich, wie auch wegen
der holländer einseittigen ablegation nacher Londen.
Piccolominj Duca d'Amalfy will
nicht eher von Nürnbergk abziehen,
er habe dann darzu ordre vom Kayser.
Ein herr von der Leye, Carll Caspar
|| [[Handschrift: 122r]]
genandt, ist zum Coadjutore zu Trier, erwehlet,
auch die festung Ehrenbreitstain, ihme albe-
reitt eingereümet worden. Der Oberste Lucaß
ist auß- undt abgezogen, lieget aber noch,
in etzlichen ChurTriehrischen dörfern, biß
er wegen seines prætendirenden rests,
allerdings befriediget.
Wieder die Lütticher, exequiren
die Schweden, von wegen der restirenden
friedenßgelder, undt Sie accommodiren sich.
Zu Coppenhagen, ist alles freẅdenvoll,
wegen des erwehleten Printzen, undt selbige
Stände, colligiren die Contributiones,
wegen des Reichs Dennemargk schulden,
solche abzutragen, undt den König,
totaliter zu contentiren.
Zu Stogkholm, præpariret man sich, zu
festiviteten, undt freẅdenspielen,
gegen die kröhnung, undt ReichsTag.
Des ReichsTrotz, Graf Brahens, ge-
mahlin, sol gestorben sein, (welcher der
vornehmste undter den Reichßrähten, undt
sehr reich sein soll), derhalben, vjel anver-
wandte familien, die Trawer, anlegen müßen.
Mein weitzen, undt gersten, ist sehr vom
Winde, verderbet, außgeschlagen, undt zu nichte
worden. Patientia! Dominus dedidt! Dominus abstulit! sit
nomen Dominj benedictum!9
Schreiben, von Meinem Sohn, Victor Amadeus daß er zu
Ballenstedt wol überkommen. Mit dem Reheblahten,
wehre es mehrentheilß geschehen. Sie wolten
nicht auf daß blatt lauffen. Er hat auch
6 schnerren, undt 1 krumbeißer geschoßen.
Er klaget auch, über den gesterigen
grawsahmen Sturm, davor er nichts hat
schießen können. Lobet die Dächer, so
Knüttel repariren laßen. Rogken, undt
Gersten, wirdt geschnitten, undt gemeyet.
Märtin Schmidt, berichtet, daß der General Feldt-
marschalck Wrangel, mit seinem leibregi-
ment, in, 12 fahnen, undt dreyen reducirten
Regimentern, in allem, vf 3000 Mann, effectivè
sampt 120 Bagage wagen, geachtet,
vorgestern, zu Sanderßleben angelanget,
undt 3 Tage dorherumb, stille liegen
wollen, Bergen aber, hat es noch so weitt
gebracht, das Sie nach Mehringen, Drondorff
|| [[Handschrift: 123r]]
undt Großen Schierstedt gangen. Der General-
Stab, hat sich wollen in Ascherßleben logiren,
so aber denselben nicht einnehmen wollen,
Es haben sich aber die Aßcanier noch bedacht,
ihre deputirte herauß, geschickt, undt 10
große faß bier, 8 Stügke, groß Rindtvieh,
undt 4000 Pfund (libra)℔ brodt zu geben, verwilliget
Nach dieser verhandlung, seindt die Regimen-
ter, nach Großen Schjerstedt gegangen,
haben vergangene Nacht, daselbst logiret,
ob der Ascherßleber verwaigerung, solle
daselbst im felde großer schade, am lieben
getreydig geschehen sein. Die völgker
sollen auf Kochstedt, fortgebracht werden.
General Douglaß, sol heütte zu Manß-
feldt, mit vielen völgkern, auch ankommen,
undt die Artillerie, wirdt heütte zu
Manßfeldt<Sanderßleben>, erwartett.
Matz Knüttel, hat auch anhero
geschrieben, en termes fort lourdauts.
Je croy, que Sathan veüt avoir son jeü!
Georg Reichardt ist bey mir, gewesen. klaget, so wol alß
andere, über den erlittenen schaden, am ge-
treydig, vom winde. Jtem: erzehlet er, wie
ein erbärmlich Specktakel, es gewesen seye,
alß er zugesehen, da daß Standtrechtt,
über die armen Reütter, gehalten worden,
wie kläglich, wie erbärmlich, die condemnir-
ten gethan, und wie flehentlich sie ihre
Officirer, undt Rittmeister, gebehten, vor
Sie, zu intercediren, umb Gottes barm-
hertzigkeitt willen, umb ihrer armen
weiber, undt kinder willen, da hat
einer, von 3 der ander, von 4, 5, 6
kinderlein gesaget, den Rittmeistern,
baldt die Stifeln, baldt die Sporen, ge-
küßet, undt erbärmlich, sich angestellet,
Aber, bey den unbarmhertzigen leütten
hat kein Mittleiden statt finden wollen,
Sintemahl kein einiger, durch diese
wehemühtige bezeigungen, sich hat be-
wegen laßen, vor sie zu bitten, Sondern sie
haben ihre hertzen verhärtett alß felsen,
undt Sie nur, mit rauhen worten, angefahren,
|| [[Handschrift: 124r]]
worumb habt ihrs darnach gemacht, ich bitte nicht
vor eüch, gehet zum Obrist leütenampt. Damalß,
(nehmlich den Tag, vor der execution) vermeinten
alle 95 condemnirte, daß sie sterben sollten, es
wehre auch geschehen, wenn wir Anhaltische
nicht vor sie, auß Christlichem Mittleiden,
unersucht, gebehten, wiewol wir ihres
pardons, noch nicht versichert sein, dann man
sagt, Sie sollen zu Erfurdt, endtweder noch
gerichtett, oder doch durch die Spißruhten
geiagt, zu Schelmen, oder ewigen Schklaven
gemacht, undt an ferne örther, undt grentz-
häuser, in immerwährende dienstbarkeitt,
geführet werden, welches manchem bitterer
ankommen dörfte, alß der Todt selber?
Wie köndten es, die Barbaren, ärger machen?
Le petit Lampe, a estè menè aujourd'huy
a la cuysine, a cause de ses insolences, contre
le petit Charles, & son effronterie!
Der avisenbohte kömbt wieder, mit
briefen, von Leiptzigk, undt halle, berichtet
undter andern, von dem grawsahmen Sturmwin-
de, undt daß der fromme allte, weittberühmbte
Apoteker, Martin Schergkel, so mir von Prage her,
|| [[Handschrift: 124v]]
noch bekandt gewesen, Todeß verblichen. Gott
genade ihn! Sic transeundum est!
Guter leütte abgang, ist wol zu beklagen.
Jn den Leiptziger ordinarien, werden die
Erfurdter confirmirt, und noch diß addiret:
Daß man böse zeittungen vom Könige in En-
gellandt, habe, alß ob derselbe von den
Schotten, in arrest, genommen worden seye,
weil ihme die ersten commissarien, mehr
promittiret, alß jhnen, befohlen worden,
undt er sich sehr, über des Montroß
Todt, bekümmert. Andere novellen aber
geben beßeren Trost. Gott gebe! Das das
gute, undt nicht das böse, wahr werde!
Sonst, sollen die Engelländer, wieder die
Schotten, den krieg pro publiciret haben,
undter ihrem Neẅen General Cromwell,
nach abgedangktem Fairfax.
Die Engellischen independenten, sollen
auch etzliche Türgkische Schiffe, zu
hülfe nehmen, undt diese Türgken,
sollen schon 5 holländische, undt andere
mehr Schiffe, hinweg genommen haben.
Sie declariren auch den krieg, wieder Portugall,
weil sie Printz Robert, in Lisabona vorschub gethan.
König in Frangkreich ist zu Tours, von dannen er
die Bordeauxer zu dempfen, oder zu stillen, verhofft.
Bouillon, undt Türenne, stärgken sich, ie mehr,
undt mehr. Etzliche Frantzösische garnisonen in
Deützschlandt, alß zu Bacharach, Creützenach,
undt andern orthen, wollen auch nicht forth,
biß Sie ordre vom Türenne, haben.
Der ReichsTag, zu Stogkholm gehet ahn,
undt die Proposition, ist albereitt geschehen,
betrift 1. vergleich, wegen der Cröhnung. 2. wegen
mehrerer contributionen.
Jn Polen, besorget man sich doch noch vor
dem Moßkowiter.
Die zu Pleßkow wehren sich, gegen
des Großfürsten völgker, gewaltig, undt
es hat das ansehen, zu endtlichen extremis.
Der Römische Kayser, differiret die absen-
dung der Bohtschaft, nacher Constantinopel,
hat die verordnete præsenten, wieder in die
Schatzkammer, zu Wien, genommen, undt rüstet
sich mit 10000 Mann, zu fuß, undt 6000 pferden
wieder die Türgken, weil dieselbigen, dem
|| [[Handschrift: 125v]]
Graven Niclaeß von Serin, gefangen genommen,
(alß einen verkleideten kundtschafter, in einem
Türckischen Städtlein) undt ihrer Mayestät
dero rechten Tittul vom Königreich Ungarn,
nicht geben wollen.
Sonst triumphiret man sehr, zu Prage,
Wien, undt in den Erblanden, über dem
geschloßenen frieden, mit Schweden.
Es werden auch dangkfeste, processionen,
Salvenschießen, undt andere festiviteten,
derenthalben, angestellet, etcetera
Die Staaden, behalten noch, ein
29000 Mann, zu Roß, undt zu Fuß,
über die abgedangkte compagnien,
in ihrer armèe. haben wieder 9
reiche Schiffe, auß Oostindien, so in
Amsterdam, eingelauffen, bekommen.
Die hamburger, haben drey Schiffe
verlohren, so ihnen die ho Frantzosen
abgenommen, undt es wirdt in der See,
sehr unsicher, weil alles durcheinander
her gehet, undt auch der König in Engel-
landt seine feinde suchen, undt verfolgen leßet.
Zu tilgung Königes Christianj IV. schulden, werden
stadtliche contributiones, zu Coppenhagen, undt
in Norwegen, bewilliget.
Der König in Polen, will, nach seiner gemahlin
endtbindung, zu Dantzigk ankommen.
Churfürst von Brandenburgk, ist nach
Cüstrin, gezogen.
Engellendische Parlamentischen, haben sich
mit Spannien, contra Frangkreich, undt
Portugall, offensivè, vereiniget, wie auch
Spannien, die von Bourdeaux, protegiret.
Die von Frangkendal, so Spannische
Garnison ist, wollen noch nicht außziehen.
Der König, in Spannien, wil auch seine
prætensiones, auf daß Elsaß, vndt
Briesach, noch nicht quittiren biß daß
die 30 Tonnen goldes an Frangken,
(versprochener maßen) erleget sein,
welches an itzo, zu præstiren, unmüg-
lich dem Könige in Frankreich fallen will.
Des großen Königes, in China, victoria wieder
die Tartarn, undt conversion zum Christlichen glauben,
continuiret; undt wirdt confirmiret.
<3 lächße gefangen.>
Der pfarrer von Cörmigk ist wieder herkommen,
hat auf meinen befehl, die gehengkten
Reütter, alda begraben laßen. Die
harquebusirten seindt zu Dohndorf begraben
worden, biß auf einen, so zu Lebnitz begraben.
Einer, von den gehengkten, ist zu Cörmigk
auf den kirchhof, begraben worden, weil
er der kirchen 14 ducaten destwegen
vermachtt, so aber der Obrist leütnant undt sein
Feldtprediger, ihnen vorenthalten,
undt nicht gönnen mögen.
Einer von den iustificirten, undter andern,
sol 900 ReichsthalerRthlr: vor sein leben, gebotten
haben, so auch sein weib, dem Obrist leütnant
in der schürtze gebracht. Er hat aber das
geldt nicht annehmen wollen, Sondern
sein bluht begehret, undt das weib schreyen
undt kermen laßen, mit den kindern.
Nach vollbrachter execution, hat
er doch hingeschickt, undt daß geldt,
mit gewaltt, hinweg nehmen laßen.
Das weib, hat nur umb einen Ducaten, gebehten,
damit sie nicht betteln gehen dürfte, allein, er
hats ihr abgeschlagen, undt die übrigen Soldaten
weiber, undt kinder, auch außziehen, undt plündern laßen.
Es ist ihnen darneben, auch angedeüttet worden, sich
vom Regiment, hinweg zu pagken, wann es nacher
Erfurdt, kommen würde, oder man wollte sie weg-
prügeln, undt wegpeitzschen laßen.
Die 20 gehengkte, seindt auf d einer wiese,
begraben worden, der 21te. (wie gedacht) aufm kirchhofe.
Der erste Rädelßführer, (welcher dem Obrist leutnant
Jsrael, am heftigsten, zugesetzet, undt der Ungewaschene Michael heißet,) ist außgerißen, undt
durchgangen.
Plüsieürs tiennent qu'il y a encores üne
bonne somme d'argent, á Cöhten, pour le Lieutnant Colonel,
auprès dü Leutnant Colonel Knoche. La Veritè dü faict, se manifestera
en bref.
Man sagt, es sollen Sieben Papisten, fünf re-
formirte, undt die übrige alle lutrisch, undter
den iustificirten, gewesen sein. Die Papstischen,
haben kurtzumb, bey dem luttrischen Feldtprediger,
nicht communiciren wollen, die Reformirten, mögen
auch nicht alle, <bey unserm pfarrer> communiciret haben, weil etzliche
unlengst communiciret. Die Luttrischen aber alle, haben
sich mit ihrem Viatico putativo, zur reyse, geschigkt.
hinauß geritten, auf mejne felder, in die Erndte,
mit Carolo Ursino.
