Sonntag☉ den 1. December 1650. Erster Advent.
Schnee. Kälte.
Der Superintendens, Er Plato hat unß
geprediget. Postea habe ich mit ihm, conversiret.
Extra: war zu Mittage, Doctor Mechovius,
Tobias Steffeck von Kolodey undt der Superintendens. perge
Nachmittags cum filiis, in dje predigt, gezogen.
Briefe von Cöhten, empfangen, zu Deßaw, datirt,
vom iungen herztogk von Wirtembergk.
<Tiefer Schnee. Windt.>
Paul Ludwig bey mir gehabt. Jtem: Jakob Ludwig Schwartzenberger seine
exculpationes, zu vernehmen. Jtem: Philipp Güder.
Die Oeconomijsachen, Rechnungen, undt
dergleichen, vorgenommen.
Schreiben von Croßen, de Madame l'Electrice.
Die Leiptziger avisen geben:
Daß der Kayser, die Mantuanische heyrath, zu volln-
ziehen, undt nacher Prag, zu wandern gewillet.
Der Pabst, hette scharf wieder den deützschen Frieden,
protestiret, wiewol der Kayser ihm geschrieben
hette: Wann er das geldt, so er auf die Ma-
donna Olympia, unnützlich verwendet, Jhrer Mayestät
hergeschoßen hette, wolten Sie den krieg, wol continuiret haben.
Jn Ungarn, sollen die Türgken, den Gubernator1
von Canischa ertapt, undt in die 800 Christen, erschlagen haben.
Jhre Kayserliche Mayestät sollen solches hoch empfinden.
Der Königlich Dennemarkische gesandte, sol sich prächtig sehen
laßen, undt Jhre Mayestät mit <schönen> pferden, undt degken,
im Nahmen seines Königes, stattlich beschengkt haben.
Zu Dresen[!], gehet es prächtig zu, auf den
Beylagern, mit Ritterspielen, feẅerwerk undt herrligkeiten.
Zu Stogkholm, ist es albereitt vollendet,
die Stadtlichen aufzüge, Ritterspiele, Turniere[,]
Triumph, feẅerwergk, Cröhnung <der Königinn>, undt
wahl des Generalissimi Pfaltzgraven.
Jn Frangkreich, progrediren, die Spannischen,
haben nach Rethel, undt Mouson, auch Donchery
eingenommen. Der Ertzhertzogk, hat nicht
im willens, dem Don Giovan d'Austria, zu weichen.
Der Cardinal Mazzarinj, hat 2 millionen bey-
sammen, die verlohrnen plätze, zu recuperiren.
Die gefangenen Printzen, werden nach Havre de
Grace, geführet. Vndterwegens hat der kutzscher
umbgeworfen, undt den Prince de Contij aber-
mahlß verletzet, wie auch den Düc de Longueville.
Conte de Harcour, hat sie mit 1000 Mann, zu
Roß, undt fuß, convoyiret. Jn Catalogna
ziehen die Frantzosen, den kürtzern, undt verlieh-
ren, eines, nach dem andern.
Jn Engellandt, stärgken sich die Parlamentischen.
<General> Cromwell setzt dem castell zu Edingburg, stargk
zu, mit miniren, undt duchstraift Schott-
landt, vmb ihre Musterplätze zu verstöhren.
Theilß halten auf die factiones, Theils
meynen, sie seyen verglichen, wieder Engllandt.
Cromwell suchet, seine sachen, in schrifften,
zu beschöhnen. Alle briefe werden durch-
sucht, so auß Engelland undt Schottlandt ge-
schrieben werden, welches die avisen, schwehr machet.
Jn Niederlandt, ist noch kein richtiger
Schluß, wegen des Generalats, genommen.
Zu Nürnbergk; bemühet man sich,
Oldenburgk; undt Brehmen, zu vergleichen.
Die Cosagken droẅen nicht allein Polen,
mit den Tartarn, sondern auch, Sibenbürgen,
der Moldaw, et cetera nach dem Sie die Wallachey,
verderbet, undt durchstraiffet. An itzo
helt die Cron Pohlen, wieder einen ReichsTag zu
Warschaw, undt wollen dem hospodar helfen.
Jn Candia gehets nicht gar glügklich.
Jm Archipelago, sollen viel erdbebem geschehen,
in den Jnseln, undt auf dem Meere.
Zu Constantinopel gibts auch dissidia.
Die Schweitzer, wollen ihre libertet verfechten.
haben den Bürgemeister[!] von Bahsel, undt den
Obersten Zweyer vorhero, nacher Wien, geschickt,
umb zu vernehmen, worumb Jhre Mayestät (so ihnen
zu Münster, confirmation ihrer freyheitten,
undt Erbainigung versprechen) ihnen, ihre gühter
bey Schlettstedt, durch das kammergerichtt,
verarrestiren laßen?
hertzogk von Lottringen, hat vier Regi-
menter, inß Elsaß, einquartieret,
schregken, undt nachdengken vervuhrsachet.
Die Frantzosen, haben Annone im Mont-
ferrat, am Piemont gelegen, belägert.
Düc de Guise ist zu Madrill rantzioniret,
vor 150000 krohnen, undt mit bedinge,
zu den malcontenten Fürsten, in Frangkreich
überzugehen, auß Spannien dimittiret worden.
Zu Napolj, gibts auch neẅe wiederwertigkeitten.
Der Churfürst von Brandenburg hat den Printzen
von Portguall, mit seinem Sohn, wol content dimittiret,
undt will dem Düc de Crouy 100000 ThalerThlr: vor sein Stift
Camin, erlegen, hat auch vor 2000 ThalerThlr: præsenten, nacher Dresen[!] geschickt.
Dienstag♂ den 3. December 1650.
Meine Schwester, Fräulein Dorothea Bathilde gestern, wie auch
etzliche Tage lang, ein gewaltiges hertzklopfen,
angst, undt bangigkeit, umbs hertz. Gott
wolle es beßern! undt so viel quahl benehmen!
J'ay aussy eü, üne citation, avanthier,
(pour le premier d'Advent) hier; & aujourd'huy
d'ün nouvel hoste, a scavoir, d'üne alteration,
& comme d'ün bouleversement, en mon coeur,
avec üne palpitation, seülement, par jntervalles,
dont ie ne suis nüllement accustümè. Dieu
me vueille garder, de Venin! & d'autres accidens!
benignement, par sa Sainte grace!
Mein viehe, fängt mir nun auch ahn, in zimlicher
quantitet, krangk zu werden, so wol alß anderer
leütte! Gott bewahre vor deßen mortaliteten,
undt schigke unß, in gnaden, dienliche remedia!
Mein Secretarius Hangkwitz, (meiner Söhne gewesener
Præceptor,) ist von Cöhten, anhero gekommen, undt, zu
Mittage alhier geblieben.
J'ay commencè, a èscrire mes lettres.
Jch habe befehliche außgelaßen, an die Erbzinßleütte, zu
recognoscirung, ihrer lehen, undt zu abhelfung der bißerho
eingerißenen confusionen.
Avis: daß auch, im Braunschweigischen lande, daß
viehe stirbt.
Mittwoch☿ den 4. December 1650.
<Schnee. Froßt.>
Am heüttigen BehtTage, mit Meinen Söhnen, zur kirchen.
Befehlich, an Panßen, außgelaßen, wegen übergebung
seiner zweyiährigen hindterbliebenen Rechnungen,
undt Steẅerregister außantworttung.
Jch habe extra zu Mittage gehabt, den hofprediger
Ern Theopoldum, undt viel mit ihm dißcuriret, dès per-
secütions d'aujourd'huy. Dieu les vueille amender!
Je me souviens, dès parolles, que me disoit, feü Son Altesse Monseigneur
mon Treshonorè Pere, (environ deux ans, avant sa mort) <de>
<bon memoire> quand il se prognostiquoit, (avec üne face allegre,
majestueüse, & pleine de desir, de dèsloger, & d'estre avec
son Saulveür,) son soudain trèspas, que ce nouvel hoste,
(disoit il, alors;) ascavoir: l'Asthma luy apporteroit, &
que je luy repliquay, ce, que mon obbeissance filiale me
dictoit, alors Son Altesse repartit: Vous le verrèz bien,
Nota Bene asseürez vous en, & nous sommes tous en nostre
famille süjets, a mourir promptement, & a ne faire
Nota Bene nostre course gueres longue. Que voulèz vous me
tourmenter avec üne plüs longue vie, qui ne
m'est, qu'ün tourment & au moins double gésne
l'an, sür tout, en automne & en est<au> Printemps,
ou la goutte, la gravelle & mes maulx, me donnent
la question J'ay assèz vescü, pour aller a mon Dieu,
& pour faire place, aux aultres. J'en seray bien Content.
Donnerstag♃ den 5. December 1650.
Christof Carll, Buchbinder, (so vor iahren, mein Tafeldegker
gewesen) hat sich præsentiret undt ist auß Preüßen,
dahin er, inturbis bellicis, gewandert gewesen,
glügklich, nicht ohne große gefahr, wiederkommen.
Hè escribido, una muchedumbre, de cartas! que Dios
salve y guarda!
<1 Rehe, von Ballenstedt.>
Georg Reichardt ist bey mir gewesen, et cetera rallegrandomj.
J'ay expediè, üne depesche importante ce soir,
sur Christophe Charles que Dieu vueille bienheürer, par sa
Sainte grace, & benir!
Jch habe in publicis, wichtige schreiben, diesen Nach-
mittag bekommen, von Deßaw, undt Plötzkaw.
Avis; iedoch noch ungeglaübet, daß der General
Königßmargk, von einer andern generalsperson,
zu Stogkholm, seye erstochen worden.
Jtem: daß zwischen hier, undt Zerbst, gestern
zweene arme leütte, seyen ermordet,
undt dem einen, die kehle zugehalten worden,
daß er nicht hette schreyen können. Jtem:
das mejn Bruder, Fürst Friedrich, von Seiner Liebden
kleinen rayse, auß Provence, undt Languedocq
glügklich wieder, zu Genff, arriviret.
Samstag♄ den 7. December 1650.
Die Oeconomica, (wie gewöhnlich) examiniret,
post sacra peracta. perge
Die avisen, von Erfurdt, geben:
Das der König in Schottlandt in gefahr, leibs undt lebens seye,
wegen der dreyerley factionen daselbst. Jtem: das es mit
minirung des Schloßes Edimburgk nicht forth will.
Daß etzliche Englische Schiffe wehren verungelügket,
undt eines in Printz Roberts, hände, gerahten.
Andere Schiffe, sollen auch bey hamburgk; durch Sturm,
in unglügk, gerahten sein.
Jn Frangkreich, prosperiren die Spannischen undt der Visconte
de Türenne; nehmen noch mehr plätze ein. Der gouverneür2
in Havre de Grace, hat die gefangenen Printzen, nicht
einlaßen wollen. Wieder den Cardinal, Mazzarinj;
werden noch böse Pasquillen, spargiret. Die execution
ist ergangen, wieder die übelthäter, welche des Düc
de Beaufort Stallmeister3, in der Carosse ermordet.
Der König, und die Königinn, seindt wieder zu Paris.
Der hertzogk von Savoye, gedengkt, die Stadt
Genff, zu attacquiren, undt zu subiugiren.
Die von Bern, undt Zürich aber, werden sich ihrer
annehmen, auf solchen fall, nemlich des krieges.
hertzogk von Parma, ist von 30 Reüttern,
zwischen Parma undt Pjacenza zwahr attacquiret
undt geplündert, von iehnen aber, 7 ertapt, und aufgehengkt worden.
Jm Arcipelago, soll ein Erdbebem, die Jnsel Mette-
lino, fast umbgekehret, auch an den Schiffen,
biß an Candia, schaden gethan, undt stincken-
den Schwefel, undt rauchdampf, außgeworfen haben.
Die Zeitung continuirt, daß die Türgken,
bey Canischa, den Hauptmann Rauch, sampt
seinen, bey sich habenden 700 deützschen Soldaten,
(so viel geldes nebst einem Commissario4, bey sich,
gehabt) umbringet, undt alles, biß auf 50
Mann, niedergemachtt. Der hauptmann, solle
sampt seinem Sohn, auch verloren sein. Der Türgken
wehren in die 1400 auch geblieben, dann die
Christen, hetten sich Tapfer gewehret, undt
die Türcken, wehren, über die 4000 stargk
gewesen. Kayserliche Mayestät wehre sehr consterniret.
Jedoch, würde der ankommende Türgkische
Bohtschafter, solennissime entpfangen; zu Wien.
Rantzaw, dänischer Legato; hielte sich
prächtig, mit præsenten, großen train, Trac-
tamenten, undt dergleichen.
Jn der Wallachey suchte der hospodar hülfe
bey Polen, wieder die Türcken, undt Tartarn.
Der Pollnische ReichßTag zu Warschow, hette seinen
forthgang, undt es dörfte der krieg, wieder die
Türgken, undt Tartarn, decerniret werden.
die Cosagken, liegen im armbrust, wißen
noch nicht, wohin sie sich wenden wollen?
Moldaw, Siebenbürgen, undt die Wallachey
stehen alle drey, in besorgendem anlauff.
Der Türckische Kayser, hat dem Fürsten in der
Wallachey, einen bloßen Sebel geschicktt,
zum Zeichen, seiner ungnade.
König in Spannien, hat progreß in Catalonien,
will Frangkendahl, nicht restituiren,
Man erlege ihm, denn 80 millionen, vor die
kriegsunkosten. Ein Rheinischer krayßTag,
zu Frangkfurth am Mayn ist außgeschrieben.
herzog von Lottringhen, undt Türenne, senden ihre
völgker, nacher Elsaß undt Burgundt zu,
ohne die, welche sie in Champanien, haben.
Die Tartarn, suchen hülfe in Schweden,
wieder Polen, undt Moßkaw.
Zu Stogkholm, währen noch die freẅdenFeste.
Vom ReichßTag, zu Nürnberg, wirdt es wieder stille.
<digker Nebel.>
Es hat Er Marggravius, auf unserm Sahl geprediget.
Extra: ist zu Mittage geblieben Tobias Steffeck von Kolodey undt er,
der hofmeister Einsidel, hat sich, nach außgestandenem
lagerhaftem Podagra, undt waßerSucht, auch
wieder præsentiret. Gott gebe ihm, bestendige gesundheitt!
Nachmittags wieder in die Predigt, cum filiis, Ern Jonij.
Expedienda expedirt.
Montag☽ den 9ten: December 1650. böser/gefährlicher/schädlicher/unglücklicher/unglückseliger Tag (tatsächlich oder befürchtet)ꘉ
Tobias Steffeck von Kolodey sein eintziges Söhnlein, ist gestern Nachmittags im
Stein, undt bauchgrimmen, Todtkrangk worden. Gott
schigke es, in gnaden, zur beßerung!
heütte frühe hat sich Meines Sattelknechts
fraw, durch umbschlagung, eines keßels,
mit Siedheißem waßer, (welchen durch un-
glügk zweene herabgefallene Spegkseitten
umbgeschlagen, eben als das weib, den keßel
vom Feẅer, wollen herab nehmen) elendiglich
undt iämmerlich verbrandt. Gott lindere dem armen
weibe, die Schmertzen! undt große quahl!
Toutes mes esperances, & grands
travaulx de mes fossoyeurs fidelles, sont
reduites en fümèe & a neant. Pacience!
Avis: daß Magdeburgk vom Churfürsten, von
Brandenburg blocquiret werde! Patientia!
Mein kuhevieh krongkt immerforth, wie auch die Schweine.
Die kälber sterben gar. Die Remedia wollen nicht helfen.
An itzo ist es nicht gesundt, kalbfleisch zu eßen. perge Pacience!
Es sollen auch, an Theilß orthen, die hüner, gänse, Tauben,
so wol alß andere vierfüßige Thier, krangk werden. perge
Gott verhüte, mehrere landtplagen!
Secretär Paulus Ludwig, ist bey mir gewesen,
undterthänig(st) abschied zu nehmen.
Schwester Dorothea Bathilde habe ich zu abends besucht, abschied
genommen, undt habe Sie, in zimlichem zustandt
gelaßen, iedoch, ist darauf, nicht zu bawen. et cetera
Schreiben, von Leiptzigk et cetera von Nürnberg undt Wien.
Die avisen geben:
Daß der Türckische gesandte, prächtig zu Wien eingezogen,
mitt 180 pferden, undt die Coßagken, sich undter
die Türckische Protection, ergeben hetten, auch
wol aufgenommen wehren worden.
Jn Candia, stünden die Sachen noch wol, undt
wehre eine Bastandte verfaßung, wieder die Türgken.
Zu Basel, stehet man, in forchten, wegen der Lottringischen
undt Spannischen völcker. Sie fordern am kammergerichte,
zu Speyer, Alte prætensiones, ehe Basel, noch vom Reich,
sich eximiret, darumb auch, der arrest, auf die gühter zu
Schlettstadt ergangen, undt nach Speyer, geführet worden.
Die waßermühlen, zu Briesach, seindt durch Sturm,
aufm Rhein, zerrißen, undt haben schregken causiret.
Jn Dennemargk, mindert sich, die Theẅrung.
Jn Schottlandt, sol es noch factiones geben, undt
selbiger König, wie gefangensein. Gott liberire ihn!
Die Engelländer, haben Portugall vor feindt
erklähret. Correspondiren mit Spannien.
Ein Türckischer gesandter5, so von Madrill nach
Constantinopel gewoltt, hat sich, zu Cagliarj
in Sardinien, aufgehalten, en passant,
undt ist vom Cardinal Triroulzio, selbiger
Jnsel gubernatorn, wol tractiret worden.
Jn Catalogna progrediren die Spannischen,
undt haben Tortosa belägert.
Jn Piemont, hat der Meyländische Guber-
nator auch progreßen.
ViceRè zu Neapolj, Conte d'Ognata
drügket den Adel nieder. Suchet friede,
undt straft die Banditen.
Die Tartarn, suchn hülfe bey Schweden,
wollen den Moßkowiter opprimiren.
Der ReichsTag zu Warschow, gehet forth.
Der pfaltzgraf Generalissimus ist erblich, zum ErbFür-
sten, bestehtiget, in Schweden.
Der Bourdeauxische friede, will wangken.
Die Staaden wollen denen von Brehmen, contra
Oldenburgk; in der WehserZollsache assistiren.
Wollen die Staatsachen führen, (in währender
Minderiährigkeit), des Printzen von Uranien,
undt das Generalat zu führen, undter der Direc-
tion, des Rahts von Staaden, überlaßen.
Zu Lüttich, wil es auch motus geben, iedoch
hoft man, der iunge Churfürst von Cölln, werde sich stabiljren.
Zu Turin, machet die alliance, mit Chur
Bayern, das man die Trawer anleget
am gantzen hofe, wegen des abgestorbenene
Churfürsten von Cölln. Zu Paris, leget der
Königliche hoff, die Trawer ahn, wegen des Printzen
von Uranien, absterben.
Die gefangenen Frantzösischen Printzen, haben
zu Havre de Grace, nicht eingelaßen werden wollen.
Die Maltheser, haben wegen ihres or-
dens, auch differentzien, mit <den> Lüttichern.
Der Conte d'Avaux, Sürjntendant dès finances
de France, (den ich zu hamburgk, alß Königlich Frantzösischer
Gesandter, zu vor iahren gesehen, so auch zu Münster
gewesen) sol gestorben sein, ein löblicher herr.
Die angestellte rayse, ist wegen des grundt-
eises, undt anderer heimlichen, undt offent-
lichen, resistentzen, zurügkeb gegangen. perge
Cependant, j'ay expediè, Tobias Steffeck von Kolodey
que Dieu vueille conduire, & reconduire
(avec succéz disirè) heüreüsement!
Discorsj co'l Montenegro, di varie cose. perge
Nota Bene Madame vouloit, que ie voulois, que je luy envoyasse
toutes les lettres, que j'aurois èscrit, pour Ballenstedt,
tost apres que Tobias Steffeck von Kolodey s'en estoit allè.
Jtem: elle me demandoit, ou il estoit allè, lors,
qu'a bon droict, personne ne s'en pouvoit encor'appercevoir.
Schwartzenberger ist bey mir gewesen, Jtem:
die pfarrer: Er Splitthuet, 74 iähriger,
pfarrer zu hoym, undt Er Benjamin, pfarrer zu Reinstedt,
demandans leurs gages, de Madame
& luy donnans, la moytiè! Jch habe Sie,
extraordinar zur mahlZeitt, behalten. perge
Schreiben von hanover, vom herren von
Schrahtembach, undt ihme rescribirt. et cetera
Schwester Dorothea Bathilde ist heütte wieder sehr Matt,
undt krangk worden. Gott erbarme sich ihrer!
Avis: daß auch hertzogk Christian, vom Brigk
zu Dessaw, krangk worden. Gott wolle ihn, restitujren!
<2 <wilde> Sawe von Deßaw kalter froßt.>
Jn die kirche, cum filijs, in großer käldte.
Avisen: daß im lande zu Meißen, im voytlande
in Frangken, in der Margk, im lande zu
Braunschweig, in Westfalen, in Stiftern
hierneben, so wol alß in unserm Fürstenthum,
ein landtsterben des viehes, seye. Gott
wende solche strafen gendiglich abe
undt helfe! daß nicht ärgere darauf erfolgen!
Jn Pommern, in Preüßen, in Dennemargk,
in hollstein, in Schweden, in Polen, sol große
Theẅerung, am getreyde, und mangel sein. perge
Schreiben von Deßaw, mit Schwartzem wildpreth.
Jtem: von Ballenstedt, schreiben, undt Rechnungen, mit
Märtin lackayen, vom Matz Knüttel.
Man hat heütte, über <das waßer mit> der großen fehre
wegen des grundteiß, nicht kommen können.
Geörge Panße, hat heütte sein einiges Söhn-
lein, so ihm Gott im allter, beschehret, taüffen
laßen, undt mein Sohn Victor Amadeus ist öber-
ster gevatter gewesen, deßen Stelle, undt Standt,
Doctor Mechovius vertretten. perge Gott gebe zu glügk!
Donnerstag♃ den 12. December 1650.
<große kälte 2 hasen, von Ballenstedt>
Paul Ludwig ist bey mir gewesen, wegen der Erxlebischen
renovation der beleyhung, undt waß beyde
alhier anwesende Krosigk darwider
eingewendet, zu referiren, und sich
bescheidts, zu erholen. perge
J'ay èscrit, plüsieurs lettres, de ça, de là.
Dieu nous vueille ottroyer; bonne Fortüne! in
Orientem; & Occidentem, Meridiem, & Septentrionem!
Die digken Nebel, so etzliche Tage hero, Morgens,
undt abends, gefallen, wollen nichts gutes ominiren.
Gestern abendt hats gestuncken wie Schwefel,
unahngesehen der großen kälte.
Jch habe schwehre Somnia gehabt, von einem
undt anderm Thurm, darauf ich gestiegen, <auch zimlich leiche hinauff kommen,>
<aber>undt im herabgehen, wegen abfallung
der Steine im gemaẅer, (so mehrentheils
Schifersteine gewesen) leibs, undt
lebensgefahr außgestanden, biß ich (nach
vieler angst, mühe, undt Sorgen)
zu Meinem Sohn Victore undt andern in
ein feines losament gekommen, darinnen
|| [[Handschrift: 252r]]
auch Magister Enderling gewesen, undt wegen der
verlittenen gefahr, bewegliche wolmeinende
remonstrationes mittleydig, und guthertzig gethan.
Melchior Loyß, horte[!] ich auch reden, da
er sagte: nun, ich allter Mann! habe
müßen, mitt umblauffen spiehlen,
es wirdt nun die Reyhe, an andere kommen.
Mich deüchtt, Mein Sohn Erdmann,
undt herrvetter Fürst Ludwig wahren auch im Spiel.
Ma femme se füst mocquèe seülement de
moy, blasmant ma cüriositè (Führwitz)
et n'ayant nülle compassion, de més souffrances.
J'eüsse repliquè que dès gens graves
comme mes Conseilleurs & Officiers m'auroyent
fait monter, pour voir üne campagne
à partager, item d'autres choses necessaires
que j'ay oubliè, n'estant pas en
estat, de meriter tel reproche.
J'ay derechef expediè üne depesche importante[,]
Dieu la vueille prosperer, & benir! avec bonheür!
A spasso, aufß forwergk; in die kunst, an die
Mühle; undt anderstwo, zum rechten, zu sehen,
wie es denn überall, wol von nöhten thut[.]
Die krangke Schwester, besucht.
Avis: daß die kinderpogken, alhier in der Stadt
Bernburgk, anfangen, zu regieren, in
zweene haüsern. Gott bewahre einem
ieglichen frommen Christen, das Seinige!
Meine kühe, krongken nicht allein,
sondern fangen auch ahn, zu sterben, So wol
alß die kälber, wie auch andern
leütten, geschicht. Gott wolle es beßern!
undt allen landschaden, gnädig abwenden!
Die Erfurdter avisen, bringen:
Daß der König in Engellandt, undter den Schottischen
Factionen, wie ein gefangener, noch gehalten werde,
undt das es gar confuse daselbst zugehe.
Antorffer briefe, melden, alß sollte Cromwell
auß Edenburgk, undt auß gantz Schottlandt,
wieder geschlagen sein. Sed vix credj potest!
Jn Frangkreich, gehet es noch bundt durcheinander.
Die von Bordeaux seindt schwührig, weil ihnen der
accord, nicht gehalten, undt Sie noch darzu
mit exactionen, undt militarischer execution
tribuliret werden. Vor Rethel, bringet der König,
|| [[Handschrift: 253r]]
ein Mächtiges läger, zusammen, dahin sich der Car-
dinal, in person, transferiren soll. Der Ertzhertzogk
undt Turenne, gedengken eine Diversion, auf la Basse
zu machen. Theilß Türennische, undt Lottringische
völgker, wollen im Elsaß, undt am Rhein winter-
quartiere nehmen. Zu Auxerre ist ein tumult
wieder die Deützschen, endtstanden, wegen eines
erschoßenen Reichß: oder Rahtsherren, undt sollen da-
rumb etzliche capitains, undt Officirer, der
deützschen nation, sein aufgehengkt worden.
Die gefangenen Printzen, seindt wolgemuhtet,
ob man sie schon gefangen, nach Havre de Gra-
ce, gebracht, undt hoffen, auf ihre liberation.
Tortosa in Catalogna ist hart bedrenget, undt
kan schwehrlich, von Barcelona auß, endtsetzt werden.
Jn Schweden, seindt nicht allein die Cröhnungß-
solennia, sondern auch, der ReichsTag geendiget.
Es sol die Königin, sich resolviret haben, nicht zu
heyrathen, wiewol es die Stände gerne gesehen
hetten. Der Pfaltzgrave Generalissimus aber (welcher
numehr, Königliche hoheitt, tituliret wirdt)
ist zum ErbFürsten, confirmirt, undt angenommen.
Wirdt sich, nach einer, ihme anstendigen heyrath,
umbsehen. Die Lifländische Ritterschaft, sol im
rügkwege, zur See, ersoffen, undt undtergangen sein.
Etzliche sindt mit diesem Schwedischen ReichßTagsSchluß
wol zufriedenc, andere aber, disgustirt. Es sol mit
verwunderung, im November sein in Schweden, Sommer
worden, schön grün, undt lieblich, hin undt wieder,
Man hat frösche sehen undt hören, quaxen, undt
den kukugk schreyen. Jst fast ungläublich!
Die Staaden, halten eine extraordinarij
zusammenkunft, im December wollen ihre com-
pagnien, reduciren. Die Zeeländer begehren
Graf Moritzen von Naßaw, zu ihrem Gouver-
neür, undt es gibt allerley differentzien.
Die Cosagken, geben sich, undter den
Schutz, des GroßTürgken. Jhre gesandten
seindt sehr wol tractirt, undt entpfangen
worden, zu Constantinopel. Des hospodars, in
der Wallachey6 Tochter, muß noch, des Chmiel-
niky Sohn, nehmen, weil er sich, der Pollnischen
hülfe, nicht zu versichern. Jn Polen befahret
man, neẅe motus.
Die Türgken, stärgken sich, in Natolia,
undt Græcia, wieder die Venezianer.
General la Riva, lieget zu Milo, krangk
darnieder. General Sperreüter, wirbt volgk,
vor die Venezianer in Deützschlandt[.] Zu Constantinopel
|| [[Handschrift: 253v]]
sollen auch factiones sein, daß einer über den andern
herrschen will. Zu Wien, ist der Türckische gesandte,
(so mit 180 Mann, im Comitat, erschienen) so stadt-
lich eingeholet worden, alß noch kein Gesandter.
Der Creißtag zu Francfurt hat sich ang<e>fangen.
Wie auch der zu Nürnbergk. Die ChurPfältzischen,
straifen auß. Führen, militarische executiones,
wieder die Seümigen contribuenten. Die
plackereyen nehmen in ländern zu, undt seindt
kaum zu verwehren.
Die von Basel haben wollen, undt sollen vom
Reich, eximiret werden. Dieweil Sie aber noch
40000 Gulden (florenus)f: vor ihrer alten exemption, schuldig
blieben, undt seidthero neẅe proceße wieder
etzliche privatpersonen, vervhrsachet, Alß
hat das kammergericht zu Speyer, ihre güh-
ter, aufm Rhein, verarrestiren, undt nacher
Schletstadt, führen laßen. Sie hingegen
berufen sich, auf ihre freyheitten, undt
suchen hülfe bey ihren Eidgenoßen. Scheinet
also, das auß diesem handel, wol eine aber-
mahlige unruhe, undt krieg, an deützschen
gräntzen, endtstehen dörfte.
Die neẅe heyrath, des Kaysers, mit Mantua, ist unzweiflich.
Der herr von Lambergk, ihr Oberster hofmeister
wirdt dahin geschicktt, sie von Mantua abzuholen,
undt Sie heißet auch, Eleonora; wie die alte Kayserinn,
undt ist, des itzigen hertzogß von Mantua, Schwester.
Die Grentzstrittigkeitten in Pommern, zwischen
Schweden, undt Chur Brandenburg seindt noch nicht verglichen.
Diesen vormittag, ist ein Seltzamer Mensch, zu Mir
kommen, Er nennet sich: Hieronymus Columna,
von Rom, der Scholastischen Theologiæ Doctor,
undt vor diesem, gewesener Apt, zu San Antonio,
undt Canonicus zu San Pietro. Er erwiese, mit
Chur: undt Fürstlichen Testimoniis, von dem Churfürsten
zu Brandenburg Liebden vom Marggraf Christian, zu Ba-
reütt, undt von dem hertzoge Eberhardt zu Wjr-
tembergk; undt andern, daß er die Evange-
lische wahrheitt anzunehmen, begierig, undt seine
gute gelegenehitt, in Welschlandt quittiret,
umb des reinen erkandtnüßes willen,
welches er zu Rom, in Lutherj, undt Calvinj
büchern, (so er wiederlegen sollen) gefunden.
Jst billich, zu consideriren, zumahl, da er, umb
des wortts Gottes willen, alles verlaßen,
ein 12000 krohnen, iährliche einkommen, undt gute
gelegenheitten, undt sich in diese lande, auß dem
|| [[Handschrift: 254v]]
Päbstischen dreyiährigen kercker, (darin er alß
ein vermeinter ketzer, geworfen worden) salviret.
Jnß hertz, kan ich im nicht sehen, in die augen wohl.
Seine conversation ist gut. Sein vorgeschütztes
geschlecht Colonna, wol bekandt, undt vor-
treflich. Seine intention noch vortreflicher.
Von den Colonnesern, kommen die Graven von
Stollbergk, undt herren von Felß, hehr. Gott
gebe, das wirs auch mit diesem, treffen!
undt das er ein aufrichtiger wahrer Christ!
undt kein jmposter seye.
<Große kälte.>
Vormittagß, hat Magister Enderling, am heüttigen
dritten Advent, auf unserm Sahl, geprediget.
Extra zue Mittage, die Fraw Rindtorfinn,
Doctor Mechovium, undt Magister Enderling, gehabtt.
Nachmittags cum filjis, wieder zur kirchen.
Avis: daß die Zeittung, von der Blocquade
vor Magdeburg dahero erschollen, das nicht
der Churfürst von Brandenburg Sondern der Churfürst
von Saxen, zwey compagnien zu roß, nacher
Barby, geschickt, selbigen guten Graven zu exe-
quiren, wegen etzlicher restirenden lehengelder;
oder lehnwahren. Die Wolfenbüttelische heyrath, mag auch im wege liegen.
On a entendü dü tintamarre a minuict icy
à Bernbourg, au chasteau. Il a fort heürtè
aux portes, & nous avons estè, a l'erte.
Man saget, von vielen einbrechen, so hin: undt
wieder geschicht, wie auch, von außgeschickten
Mordtbrennern, undt rauben, auf der Straßen.
Gott wolle vor unglügk, gnediglich bewahren!
Risposta von Ballenstedt[,] hoym, undt Ermßleben, auch hall.
Avis de Halle, que Tobias Steffeck de Kolodey n'a parlè là,
a Maximilan Wogau que Mittwoch☿ l'11me.
Bürgermeister Tornaw, ist bey Mir gewesen.
Schreiben vom Tobias Steffeck von Kolodey. Jtem: vom T. S. v. F.
Die avisen, von Leiptzigk geben:
Daß die beylager, zu Dreßden wol abgegangen, mit
großem pracht, kostbahren Ritterspielen,
ringrennen, Turnieren, feẅerwergken, Balletten,
undt dergleichen freẅden.
Jtem: daß der Kayser, seine freẅdenfest, mit der
hertzoginn, erst auf Ostern, oder pfingsten, halten,
zuvor aber, auf Prag kommen werde. Die Böhmischen
Stände, hetten große bewilligungen gethan, zu Jhrer Majestät
contentament.
Der friede mit dem Türgken, wehre bestettiget, undt
der Extraordinäre Kayserliche Ambassador zu Ofen ankommen, vndt stattlich
eingeholet worden.
Jn Polen aber, würde ein krieg, wieder den Türgken,
decerniret, undt in die 100000 Mann, zusammen gebracht,
weil der Türgke die Cosagken, in protection genommen,
undt andere sachen, zu abbruch deß friedens vorgenommen.
Es solte auch, auf itzigem ReichßTag, zu Warschau,
eine assistentz dem Könige in Schottland bewilliget,
undt decretiret werden.
Schweden, hat friede, mit dem Römischen Kayser,
mit Dennemargk, undt mit Moßkaw,
haben diesem nach, der Königinn viel bewilli-
get, undt den Pfaltzgraven, in eventum,
recipiret, zum Erbfürsten, undt Könige, iedoch,
etzliche conditiones, vorgeschrieben. perge
Wollen auch mit Polen, tractiren.
Jn Schottlandt, variiren die meynungen. Theilß
hoffen, die Engelländer, seyen herauß geschlagen,
andere statuiren die macht der factionen,
undt das Theils, dem Gromwell, beygefallen.
Printz von Uranien, (letzt verstorben) soll das
Fürstenthumb Orange, dem Cardinal Mazzarinj,
vor zweene millionen, haben versetzten wollen, wie man
|| [[Handschrift: 256v]]
undter seinen schriften, gefunden. Die Zeeländer,
wollen noch Graf Moritzen von Naßaw, mit
gewaltt, zum Admiral haben. Die [...] Stadt
Amsterdam, ist zu gevattern gebehten, zum
iungen Printzen von Uranien, schengken ihm,
zum præsent, 2000 Gulden (florenus)f: darnach, iährlich,
10000 Gulden (florenus)f: sollen Sie ihm, deputiret haben.
Des hospodars, in der Wallachey7, Tochter
heyrath, mit Chmielinsky Sohn, sol noch
fortgehen, undt er, der hospodar, sehr v̈bel,
mit der Polen irresolution, zufriedend sein.
Zu Lüttich, hat der iunge Bischof, viel
mutinirte Soldaten, hengken laßen, undt allen
Aufruhr, gestillet, wiewol etzliche neẅe
empörungen, besorget werden.
Die Schweitzer Gesandten, wegen der Baßler
seindt nach Wien, alles zu componiren.
Zu Nürnberg, machen sich die übrigen Ge-
sandten, zum abzug gefast.
Die CreißTäge daselbst, undt zu
Frangkurth, wegen der plagkereyen, gewinnen
ihren fortgang.
Schreiben vom Ertzh Administratore zu halle,
daß er alda, mit einem iungen Söhnlein,
gesegnet worden, darzu ich zu gratuliren.
<4 hasen Viktor Amadeus gehetzt.>
Jn die kirche, undt wochenpredigt, cum filijs.
Extra: den hofprediger, zu Mittage, gehabt.
Paul Ludwig bey mir gehabt, wie auch Philipp Güder.
Den einen, in publicis, undt justitzien: den
andern, in Oeconomijsachen.
A spasso, anß Eiß, an die Mühle; &cetera
Avis: daß der Thamb8, zu Kalbe, gantz
außgerißen.
Hanß Geörge lackay schwatzt
von großer Theẅerung, in hollstein, dan-
nenhero er wiederkommen ist. et cetera (re infecta!)
Lettres de Dessaw, en mauvais termes,
de Jakob Ludwig Schwartzenberger lequel ne peüt passer, l'eau.
Briefe von Krannichfeldt, dahin, Meine gemahlin
begehret wirdt, aber zu kommen, sich excusiret.
Donnerstag♃ den 19. December 1650.
<4 hasen, Viktor Amadeus gehetzt.>
Daß elende brodt, habe ich gesehen, welches, wegen
erschregklicher großer Theẅerung, in hollstein,
auch an Fürstlichen höfen, gegeßen wirdt. Gott beßer es!
|| [[Handschrift: 257v]]
Undt steẅere allen landtplagen, wie auch, un-
serm viehesterben! undt viehkrongken!
J'ay èscrit a mon frere, Jtem: an
Caspar Pfaw, item: an Matz Knütteln, durch
Märtin Lackayen. Gott gebe, zu glügk!
Expedienda, an Paul Ludwig addreßiret.
Avis: daß zwischen hier, undt Magdeburgk;
wie auch zwischen hier, undt halle, sehr un-
sicher ist, wie auch auf der Lüneburger,
undt Garleber heyden. Es geschehen,
plünderungen, Mordt, undt angriffe,
Gott strafe die Thäter, undt gebe
wahre beßerung! buße! undt bekehrung!
Mein vieh stirbet, noch forth, mit vnserm
schaden, an kühen, undt kälbern. Gott
wolle es beßern!
J'ay èscrit a Crossen, & Halle.
Schreiben von der Regierung, zu Amberg
bekommen, wegen der bergwercke, die herr-
vatter Sehliger Melchiorn Loyß, undt Schwar-
tzenbergern verehret; dilatorisch. et cetera
<Thawwetter.>
Schreiben von Croßen durch eigenen bohten.
Jch habe viel zu expediren gehabt, in Publicis.
Ernst Dietrich Röder, ist gegen abendt, anhero
kommen.
Jch habe nacher Croßen, geantwortett. perge an die
Churfürstinn, an die Mesdames les Princesses Elizabeth,
undt Catherine. Gott gebe zu glügk! undt succeß!
Avis: daß unlengst, zwischen hartzgeroda, undt
Günterßberge, ein Mann, übel zerhawen, undt ver-
wundet, Todt gefunden worden. Je ne veüx point espe-
rer, que ce soyt Christoph Carl que i'ay envoyè vers Brehmen.
Dieu le vueille benignement contregarder, par sa
Sainte grace! & nous preserver; de tous malheürs, & in-
conveniens! Jl estoit fort en apprehension, ce pauvre
compagnon, de quelque desastre, ou mauvais augüre!
Le bon Dieü, l'ait; en sa Saulvegarde! & vueille
aussy garantir, de malheür, nos Prochains!
Von vielen orthe, stürmet man numehr, auf
mich, ein, gleich alß ob ich, in vollem wolstande, undt
erwüntzschten friedenßfedern, säße. Einer, wil von
mir, Jlsemburger zehendgelder, nach Aderstedt haben,
der ander, die Roschwitzer zehendgelder, in die obedi-
entz, nacher Magdeburgk. Der dritte andere prætensiones,
deren Theils, nicht gesucht worden in 27 iahren. Pacience!
Philipp Güder wahr heütte, bey Mir, klaget, das die kinder-
pogken, gar stargk, alhier zu Bernburgk, regieren.
Er besorget, es seye, ein Prodromus pestis, zu-
mahl, da es von undten herauf, kömpt. Gott
wolle, vor unglügk, bewahren.
Nach gesterigen depeschen, habe ich heütte
(post sacra peracta) in Oeconomijsachen, zu thun gehabt,
auch in sacris, & Prophanis, allerley ordiniret.
Die Meüße thun mächtigen schaden, aufm
felde, im getreydich, in Scheünen, undt häusern,
undt ist eine rechte landplage.
Von rauben, von morden, aufm hartz,
Jtem: bey Quedlinburgk; halberstadt,
undt anderstwo, redet, undt höret man viel-
faltig. Gott bewahre die Seinigen!
heütte vormittage, stritten die Crahen,
dahlen, Stahren, undt dergleichen, über
unserm hause, haüffig wiedereinander.
Die großen Ratten, inquietiren
unß sehr, in den wohnungen, gewölbern,
fleischkammern, undt dergleichen. perge
Die Tauben thun schaden, in diehmen, undt Scheünen.
Sonntag☉ den 22. December 1650.
<Schnee.>
Gestern, hette balt, unser Thamb9 alhier an
der Mühle, einen großen Stoß, undt nicht gerin-
gen schaden, leyden sollen, wann man es nicht
baldt wehre gewahr worden, undt in
zeitten, mit vielen leütten, aufgeeiset hette.
Solcher gestaltt, ist immerzu schaden, in der
haußhaltung, zu besorgen, und zu verwehren!
Vormittages, hat auf unßerm Sahl gepre-
diget der Diaconus Jonius.
Extra zu Mittage geblieben, die Fraw
Rindtorfinn, Doctor Mechovius, undt Jonius.
Nachmittage, cum filiis, zur kirche
gefahren, da dann der iunge Plato, deß
Superintendenten Sohn, geprediget.
Märtin Schmidt, ist anhero kommen, von Ballenstedt
undt hat viel dinges, referiret, è viciniâ, sonderlich
auch, von mancherley unthaten. Gott wolle es beßern!
Schreiben, von Caspar Pfauwen, undt Geör Matz
Knütteln, item: die Erffurter avisen bekommen.
Avis: daß mein Bruder Fürst Friedrich eilends von Genff,
aufgebrochen, nach Jtalien zu 1. weil er allzubekandt
worden[,] 2. weil ihm Frantzösische bestallung, offeriret, 3. Seine
Curiositet, zu erfüllen. Deus det fœliciter!
Montag☽ den 23ten: December 1650. böser/gefährlicher/schädlicher/unglücklicher/unglückseliger Tag (tatsächlich oder befürchtet)ꘉ
<Schnee.>
Daß der Kayser, den hertzogk von Amalphy, Octavio
Piccolominj d'Arragona, in den ReichßFürsten Standt
erhaben10, undt gesetzt, welcher darauf ein Panquet gehalten.
Jtem: daß Jhrer Mayestät, noch, über die, vom Dennemarkischen
Gesandten, jm nahmen seines Königes, præsentirte
8 pferde, von den hollsteinischen gesandten11, Sechß,
undt von den Oldenburgischen12 fünf schöne pferde,
offeriret, undt verehret wehren worden.
Der Chmielinßky Coßagken General
hette zum Kayser, geschickt, undt eine große
Summa geldes begehret, so ihme aber abge-
schlagen, undt hingegen, die Ungrischen gräntzen,
verstärgkt worden. Dergleichen anmuhten,
sol er auch, dem Fürsten Ragozzj, in 7benbürgen,
gethan haben, deßen antwortt auch mag,
abschlägig gewesen sein.
Der hospodar in der Wallachey13, hat
sich, mit seiner Tochter, in Polen, solviret,
undt die Tochter, zu ihrer Schwester, des
Radzivils gemahlin, gebracht. Er sagt, der
contract mit des Chmielinsky Sohn, wehre
ihm abgenöhtiget, undt abgezwungen worden,
|| [[Handschrift: 260r]]
auch derentwegen, unverbindlich, zumahl, da die
Tochter, keine beliebung, zu ihme hette, er auch
nicht, ihres gleichen wehre.
Der König in Polen macht sich zum kriege gefast,
wieder die Türgken, Tartarn, undt Cosagken,
trachtet nach Deützschem volgk. Auf 20
huven feldes, sollen, 1 Reütter, undt 1 fuß-
knecht, außzurüsten, bewilliget sein, welches
im gantzen Königreich Polen, undt deßen jncor-
porirten provintzien, in die 100000 Mann, auß-
tragen solle.
Jn Schweden, continuiren noch die Ritter-
Spiele, undt Cröhnungßfestiviteten.
Zu Lübegk sol ein hanseeTag <gehalten> werden,
undt auch Königlich Dennemarkische gesandten, hinkommen.
Jn Schottlandt, sol der Düc de Bukingham,
(innerster raht, undt favorit, deßelbigen Königs)
endthaüptet sein, undt eine verrähterey
entdegkt worden, daß etzliche Schotten, den En-
gelländern, hetten ihren König, überlifern wollen,
so aber, (Gott lob!) mißlungen. Gott beschütze
ferner, seinen Gesalbten! undt Strafe die Königsmörder!
Cromwell, kan mit seinen miniren zu Edenburgk, von
wegen des Stein Felßen nicht forthkommen. Die factionen
jn Schottlandt, bequehmen sich, zur einigkeitt!
Jn des Printzen von Uranien, eröfneten codicill,
seindt der Princeßinn, seiner hinterlaßenene wittiben,
150000 Gulden (florenus)f: iährliche jntraden, darzu die herr-
schaften Breda, Jselstein, Bühren, undt
Grave, vermacht worden.
Man deliberiret noch im haag, von einem
Neẅen Gouverneür, undt daß demselben,
die gage, undt authoritet, etwan beschnitten werde.
Die Staaden von Overyßel, sollen auch damitt
umbgehen, einen Neẅen gouverneür, auß dem
hause Naßaw, zu wehlen.
Jn Frangkreich, werden die gefangenen
Printzen, im Havre de Grace, genawer
gehalten, alß iemalß. Sie sitzen separirt,
an finstern orthen. Schmähen auf den Cardinal
Mazzarinj, undt auf seine adhærenten.
haben auch nicht allein, mit wortten,
sondern auch mit schlägen, ihrer guardij
capitain, Monsieur de la Barre, übel tractiret,
Sonderlich der Prince de Condè, undt der Düc
de Longueville, inmaßen Sie auch, dem Conte
de Harcour, verweysen laßen, daß er, (alß
ein vornehmer herr, vom hause Lottringhen, undt
welcher so viel heroische Thaten im kriege vollbracht)
|| [[Handschrift: 261r]]
zu so einer Schlimmen action, alß diese wehre
(unschuldige gefangene Printzen, mit Reütte-
rey, undt fußvolgk, zu concoyiren,) sich hette
mögen gebrauchen laßen, undt hette darzu
den muht nicht, sie selber anzusprechen.
Vmb Bordeaux, glimmet noch, daß kriegesfeẅer
in der aschen.
Die zeittung, von den erhenckten Deützschen
Capitains, zu Auxerre, umb eines erschoßenen
Scheppen willen, continujret.
Der Cardinal, gehet selber zu felde, mit
einer stargken armèe vor Rethel.
Der Ertzhertzogk vigiliret, auf anschläge,
wieder die Frantzosen.
Jn Provence, sol auch unruhe sein.
Visconte de Türenne, undt die Lottringischen
trouppen, breitten sich, gewaltig auß, in die
winterquartiere nachm Rheinstrohm.
Die Chur: undt Fürsten, am Rhein,
seindt a l'erte, aufm Crayßtage zu Frangk-
furth, wolten gerne dem unheyl vorbawen.
Jnterim: weil Sie cunctiren, undt deliberiren,
wie Sie die Sachen angreiffen? So durchstreiffen,
die Spannischen, undt Frantzösischen garnisonen, von Fran-
ckendahl, von Philippsburgk undt andern orthen, die länder,
|| [[Handschrift: 261v]]
machen viel verwünstungen, richten allerhandt
plagkereyen, auch viel Mord, undt unglügk
ahn, unterm vorwandt, Sie kriegten sonst,
keine bezahlung. Gott erbarme sich der bedrangten!
Pfaltzgraf Ruprecht, sol mit Sechß
Schiffen, in die See, auf einen anschlag,
außgelauffen sein. Gott wolle ihn, vor
unglügk, bewahren!
Daß Kayserliche Beylager, mit Mantua,
sol allererst auf Ostern, oder pfingsten vorgehen.
Die Stände, in Böhmen, Mähren, Schlesien,
undt Oesterreich, haben undterschiedliche
bewilljgungen, an gelde, undt imposten,
darzu gethan, undt gegeben.
Jn dem Arcipelago, sol die Jnsel Santorinj,
(welche vor iahren, durch ein Erdbebem, abge-
sondert) an itzo greẅlichen Stangk, undt
Schwefeldämpfe, außwerfen, undt von sich,
geben, also: das die leütte, darahn sterben,
undt krangk werden, auch theilß endtwichen.
Solch wesen, sol sich auch anderstwo hin, undt biß
in Candiam hinein, erstregken, dergestaltt, das
|| [[Handschrift: 262r]]
die Türgken sonderlich, m[...] angefochten werden,
undt in ihrer neẅerbaweten Stadt, undt
gemachten wergken, kawm bleiben können!
Wann dem also wehre, müste man den finger
Gottes, auch wieder den Orientalischen Antichristen,
desto mehr, erkennen, undt seine gerichte, admiriren!
Den Amptmann, Märtin Schmidt valedicjret.
et cetera
Diesen Abendt, seindt Victualien, von Ballenstedt, ankommen.
Dienstag♂ den 24. December 1650.
<Käldte.>
Diesen Morgen umb 6 uhr hat etwaß meine Stuben-
Thür, mit der klingke ordentlich vfgemachtt,
undt ist kein Mensch gewesen, also daß sich draußen,
meine diehner, darüber verwundert.
Ein par hats mir, (vor etzlicher [...] undt
unlengst,) meine hosen, so ich bey mein bet[te]
die Nacht lege, ordentlich, mit dem Ne[...]
zugemacht, daß ich mich des Morgens [...]
verwundern, undt die zugesenck[...]
wieder auflösen müßen. [...]
Schreiben von halle, Le[ipzig.]
Croßen, Brandenburg &cetera &cetera [...]
avisenbohte, unermord[et]
[g]nediglich durchko[mmen.]
Dienstag♂ den 24. December 1650.
Über die iehnigen avisen, (welche gestern von Erffurt k[ommen,]
stehet in den heüttigen, von Leiptzigk, daß der türgke,
den Chmilinßky, in protection genommen, undt 100000 Mann,
ihme, wieder die Cosagke<Polen> zusenden werde. Es sollen
die Tartarn, Cosagken, undt Türgken, sich zusammen
rottiren, wieder Pohlen, auch die Moldawer, Wal-
lacher, undt Siebenbürger, an sich ziehen. haben sich
also die Polen, vorzusehen. Der König, rüstet sich, mit
Macht zum kriege, alß eine vormawer der Christen!
Gott beschütze, undt bewahre, die Seinigen!
Jn Engellandt, gehet es, wie neẅlich berichtet,
undt sol der König, in Spannien, eine stargke alliance,
mit den Parlamentischen, geschloßen haben, wel-
che ihm 70 Schiffe, leyhen wollen, contra Frangkreich,
undt Portugall, welches letzere, auch amicabilem
compositionem, mit gedachtem Parlament, suchet.
Die Schottländer, haben etzlichen gefangenen Engellän-
dern, ein auge, undt bißweilen zweene außgestochen,
darwider, will Cromwell, einem ieglichen, so er
wieder bekämbt, daß duplum vergelten, undt also
zweene blinden, vor einen, machen. Seindt daß Christen?
Jn Candia sol ein Schiff mit vielem gelde, undt Christen,
sein von den Griechen nach Rhetino, geführet, undt dem
Türcken verrahten worden.
Der König, in Spannien, wil mit hülfe der Engelländer
die Frantzosen, auß Jtalien, vertreiben.
Der Pabst, hat in des Frantzösischen Ambassadeürs,
losament, einfallen, undt (wegen einer begangenen
Mordthat) in die 50 personen, <hinweg nehmen,>aufhengken, darvon,
in die 8 personen, auf die galleren schmieden, die
3 aber, aufhengken, die übrigen, in verhaft, noch
nehmen laßen. Dieses, gibt großen alarm, bey
dem Frantzösischen Ambassador.
Zu Stogkholm, ist man lustig, undt triumphirt
über dem frieden, mit kostbahren balletten,
Turnieren, undt Ritterspielen, gewaltig,
bey der Cröhnung, deren abgelegte juramenta,
undt solennia außführlichen beschrieben werden,
aber auch die Tragœdia referiret, mit dem
undtergang, auf der See, der Lifländischen Stände,
als Sie im rügkwege, nach hauße, gewoltt.
General Königßmargk, sol mit einer fliegenden
armèe, außcommandiret sein.
Der Ertzhertzogk Leopoldt, undt hertzogk
von Lottringhen, seindt mit dem Churfürsten von
Cölln, wegen Lüttich, nicht zufriedenf. Man
bemühet sich daselbst, umb den vergleich, undt
abwerfung der Cittadella.
Der Kayser ist zu Orth, undt expedirt viel sachen?
Zu Dreßen[!], ist auch große pompa, celebriret worden,
auf den beylagern, mit Ritterspilen, Balletten,
kleidern, undt præsenten.
Den Cardinal Mazzarinj, sol die Spannischen,
vor Rethel, aufgeschlagen haben. Visconte de
Türenne, habe es, mit Spannischen[,] Deützschen, undt
Lottringischen völgkern, endtsetzen wollen, habe
aber 4800 Mann eingebüßet, geschütz, und bagage.
Rethel, seye mit accord übergangen. Mouzon
wehre numehr, in ebenmäßiger gefahr. Se-
dan aber, hette er endtsetzt. Vor Bapaulme,
wehren auch, 3000 Spannische geschlagen worden. perge
Die consilis zu Brüßel, alterirten sich.
Der LandtTag, zu Cölln, oder Mülheim, wel-
chen Pfaltz Neẅburgk, begehret, hette sich
zerschlagen.
Der Cöllnische gesandte zu Frangkfurth,
nach deme er erstlich auf der rayse, ein bein ge-
brochen, darnach gählingen vom Schlag gerühret
worden, wehre mit Todt abgangen, dadurch der Chur-
fürsten Consultationes, aufm CrayßTage, etwaß
in Stegken, geriehten.
Jn die vorbereittungßpredigt, cum filiis, & nobilibus
gefahren. Gott gebe, zur Sehlen heyl! und Sehligkeitt!
Die Fuhre von Deßaw, ist re infecta wiederkommen.
Le Diable tente nostre devotion, de tous costez!
Dieu le vueille confondre, avec tous ses adherens!
<Schnee. Kälte>
Jn den gesterigen avisen stundt auch:
Daß der donner an vier orthen, in Rom, hette einge-
schlagen, vornehmlich aber, in dem päbstlichen pallast,
del Vaticano, dörfte wol etwan ominiren!
Jtem: stunde, das die Venezianer, 4 Procurator[j]
di San Marco gemacht, undt accisen importiret, da-
durch Sie 400000 Ducaten, bahr bekommen.
Die Eydgenoßen liegen noch im Armbrust.
Diesen Vormittag, hat man Meiner Schwester, Dorothea Bathilde
zu gefallen, hieroben, auf dem Sahl, geprediget,
welches der hofprediger, Er Theopoldus, verrichtet,
die darauf gehaltene communion aber, hat
gedachter Theopoldus, undt Er hesius, administriret.
Die hofpursche, so der reformirten Religion zugethan,
hat mehrentheils, mit mir, meinem Sohn Victore
Amadeo, undt Schwester Dorothea Bathilde auch unsern nobilibus
als hofmeister Einsidel undt Seiner Frawen, Ernst Dietrich
Rödern, Wolff Conradt von Einsidel, undt dem Præceptore
|| [[Handschrift: 3r]]
hammeln, den pagen, Wartemßleben, undt Seckeka,
undt andern Officianten, mitt communiciret, wie
auch etzliche weibesbilder. Gott laße es ihnen,
undt unß, zu stärgkung unsers glaubens, undt
unserer Seelen heyl, diese himmlische Speise,
undt Trangk wol gedeyen, zum ewigen leben,
undt verlangter unsterbligkeitt, vmb Christij
unsers Süßen heylandes willen, in kraft des
heiligen Geistes, geliebet, undt gelobet, ewiglich Amen!
Gott wolle auch noch viel irrenden herzu-
bringen! undt das haüflein, der Rechtglaübigen,
stärgken, undt vermehren, in Christo Jesu, Amen!
Venj Sancte Spiritus, Et emitte cælitus!
Lucis tuæ radium! Consolator optime!
Dulcis Hospes Animæ; Dulce Befrigerium!
Sine tuo Numine, Nihil est in Homine,
Nihil est innoxium; Da salutis præmium!
Da Perenne Gaudium!14
Extra zu Mittage, ist niemandt bey unß geblieben,
alß: die Frawen Einsidelin, undt Rindtorffinn. et cetera
En l'Eglise, s'est aussy accreü le nombre, des Ortho-
doxes. Dieu en soit loue, eternellement!
Nachmittage, conjunctim, (außer Schwester Dorothea
Bathildis) zur kirchen, aldar wiederumb, Er Theopoldus
geprediget. Gott erweiche, alle verstögkte hertzen!
Donnerstag♃ den 26. December 1650.
<Kälte. Schnee>
der hofprediger, Er Theopoldus, hat hieroben, aufm Sahl, ge
prediget. Schwester Dorothea Bathilde hat zwahr, dem gehör Göttliches
wortts, beygewohnet. Jst aber sehr krangk worden. gott
erbarme sich ihrer!
Extra zu Mittage, die Rindtorfinn, Doctor Brandt, undt
den hofprediger, gehabtt.
Nachmittagß, cum filiis, in die kirche, in des Diaconj
Jonij; predigtt.
Die Schwester Dorothea Bathilde besuchtt, undt ihre geistreiche
discurß, undt Stadtliche præparation zum Tode, mit
Freẅden, angehöret. Gott stärgke sie, mit Seinem
Heiligen Geist, kräftiglich, iemehr, undt mehr! Amen!
Philipp Güdern depeschè vers halle. Dieü le conduyse!
Die Schwester Dorothea Bathilde bahte mich, zur letzten bitte,
(mit anwüntzschung vieles Segens) das Sie ia baldt
nach ihrem Tode, undt ohne geprenge, müste<möchte> begraben
werden, Sie thate auch schöne confessiones, Sehnet, undt
Schwinget sich schon, (der Seelen nach) gen himmel,
als eine schöne pflantze, welche der himmlische vater,
gepflantzet hatt. Er wirdt Sie auch wohl bewahren!
|| [[Handschrift: 4r]]
undt Niemandt, wirdt sie, auß seiner handt reißen!
Comme ie luy raccontay, (en devisant) que la porte
de mon poile s'estoit ouverte avanthier, au mattin, de
soy mesme, elle dist: Cela signifiera, que i'ay deü sortir
par cest porte, a la Sainte Cene, pour la derniere fois, &
me repaistre, avec mon Saulveür, <en ce monde> puis apres, vous
(mon frere) sortirèz aussy par là, pour suivre á
mon enterrement. Elle insista lá dessüs, gayement!
<Thauwetter.>
8 hasen, Viktor Amadeus von der hatz
eingebrachtt.
J'ay depeschè, Michael Ringk. Dieu le vueille benignement, con-
duire, & reconduyre heüreüsement! par sa Sainte grace,
avec tous les aultres, envoyéz aux quattre vents!
Jch habe heütte mich bemühet in Ziffern, undt in belesung
Theolgjscher Schriften, habe auch, dje krangke Schwester,
zweymahl besuchtt. Dieü la vueille conforter!
Avis: das Fürst Augustus zu Plötzkaw, undt Seine gemahljn,
auch unpaß seye! Gott wolle beßerung, verleyhen!
Sie haben Mir beyderseitß, gute wüntzsche, zum
Neẅen iahr, gethan, undt meine gratulationes, wol aufge-
nommen. Gott segene Sie davor, hinwiederumb.
Gegen abendt, hats wieder gefrohren, undt ist glatt-
eiß worden. Also unbestendig, erst itzundt, daß wetter!
Daß die battaille vor Rethel, gewiß vor sich gegangen,
ein 5000 Mann, auf Spannischer seytte, geblieben,
ein 1000 Officirer gefangen, Visconte de Türenne
seye in einen arm, gequetzscht, ein Pfaltzgrave
verlohren, (ich besorge, es seye Pfaltzgraf Philips!)
geschütz, bagage, undt munition, im stich blieben,
hingegen, hette auf Frantzösischer seitten, der Cardi-
nal Mazzarinj, obgesiget, undt sich dadurch,
numehr, sehr considerable gemachtt. Tapfere
leütte zwahr, wehren auch geblieben, auf Seiner
seitte, alß: der General Rosa, Conte de Courvall,
undt andere mehr. Rethel wehre mitt accord
übergangen, auch der gouverneür darinnen, Del Pontj,
Tödtlich verwundet worden. Der Cardinal, hette kein
volgk davor, gespahret, auch kein böse wetter,
angesehen, biß er zu seinem intent, gelanget.
Gienge nun auf Mouzon, undt wolte den
Spannischen, Lottringischen, undt Türennjschen,
die winterquartier, verderben, welches auch
denen am RheinStrohm, gelingen dörffte.
Die gefangenen Printzen, werden im Havre de Grace,
gar scharf custodiret, undt es sollen über 10000
Edlen, eine supplication vor Sie, undt wegen erleich-
terung, vieler beschwerden, undterschrieben, undt dem
Könige, zu Paris, übergeben haben.
Vor Bayonne, leßet sich eine Stargke Spannische
armada zu waßer sehen, undt veruhrsachet, Furchtt,
undt alterationes, in Gasconien.
Jn Schottlandt, sollen die factiones einig, undt
etzliche Geistlichen, (so den König, an die Engelländer
zu überlifern, practicquen gemacht) gerichtet
worden sein. Man helt darvor, der Düc de Bouc-
quingham, seye gleichßfalß, ge iustificiret, weil
er dem Könige, gerahten, sich heimlich, auß Schott-
landt, hinweg, zu salviren. Vor Edenburg,
sol Cromwell noch liegen, ob schon die minen,
durch den harten felßen, nicht operiren wollen.
Jn Jrrlandt, sollen die Königlichen, gantz ge-
schlagen sein, undt die Parlamentischen, den Meister
spielen, auch <die> general<en>, Ormondt, Inchequin, undt
andere haüpter, das landt gereümet haben.
Pfaltzgraff Ruprecht, wie auch die Frantzosen,
sollen den Engelländern, zur See, großen abbruch thun.
Jn Hollandt, sol die Theẅerung des lieben getreydigs[,]
scheinbahrlich, abgenommen haben, alß etzliche Schiffe
wol beladen, auß Preüßen, undt Polen, angekommen.
Die große versammlung im haag, sol vielen
leütten zu discuriren, undt nachzudengken, machen[.]
Nach des Printzen von Uranien, Tode, hat man,
die Bürgermeister, zu Amsterdam, wieder verendert,
undt seine favoriten, daselbst, wie auch in Zee-
landt, undt anderstwo, abgesetzet.
Zu Turin, ist Graf Kurtz, mit 80 personen,
(darundter Graven undt Freyherren, dieser
Ambassade, mitt aufwartten) stadtlich ankommen,
undt prächtig eingeholet worden, im nahmen
des Bayerischen Chur Printzens Ferdinandj Ma-
riæ, die vermählung, mit der Princeßinn
Adelheide von Savoya, zu befördern.
Jn Dennemargk, gibts mißverstände.
Der König, undt Theilß Reichsrähte, undt noblesse
dringen auf die bezahlung, undt Tilgung der
gemachten Königlichen Schulden, andere hingegen,
waigern sich, das geldt herzugeben, undt die
imposten, zu bewilligen.
Jn Schweden, suchet man, die iehnigen, so bey der crönung
gewesen, wol abzufertigen, undt den frieden, in Deützsch-
landt, Polen, undt der Moßkaw, zu stabiliren.
Jn Polen befahret man einen grawsahmen krieg,
von Coßagken, Tartarn, undt Türgken. Dem
Chmielinßkij, sol schon die Woywodschaft, über die
Wallachey, vom Türckischen Kayser, undt ein se-
cours, von 100000 Mann, versprochen sein. Der
König, undt die vornehmsten Senatores Regnj,
rahten, undt rüsten sich zum kriege, etzliche andere
aber, wollen doch, umb der Wallachey, undt Moldaw,
willen, mit dem Türgken, nicht brechen.
Kayserliche Mayestät haben dem Türckischen Bohtschafter,
(welche gar schlechte præsenten, offeriret haben
solle) noch nicht audientz geben wollen, biß
dero curirer, so nacher Constantinopel geschickt,
wiederkömbt. Jnterim: leßet gedachter Türckische
gesandte, Stadtliche libereyen, vor seine diehner
machen, desto ansehlicher, in der audientz, zu erscheinen.
Er sol umb verlängerung des Friedens, in
Ungarn, auf Zwantzigk iahr <lang>, anzuhalten, in
mandatis, haben. hingegen, sol General Sperreütter,
mit commissionen, von Venedig, zu Wien, ankommen sein.
Daß der Pabst, in den pallast des Frantzösischen
Am[b]assadors mit 600 Mann, einfallen, undt etzliche
herauß nehmen laßen, wegen dreyer erschla-
genen, (welche man hindter dem pallast ge-
funden, undt vermuhtet, der mordt wehre
durch etzliche in den pallast, salvirte Nea-
politaner verübet) continuiret. Jtem: daß
der Frantzösische Ambassador dadurch, sich hoch offen-
dirt befindet, undt keine audientz, mehr
haben will, es werde ihm dann, von seinem
Könige befohlen. Der Gesandte zwahr, ist
vor diesem Einfall, durch den Cardinal Pam-
philio, gewarnet worden, undt hat sich selbige
Nacht, selber im Mazzarinischen Pallast,
aufgehalten, dennoch zeücht er diese violentz,
sich, oder vielmehr seinem Könige, vor eine
große injurie, undt despect ahn. Die
Frantzösischen Cardinäle, seindt auch derent-
wegen, beysammen, zu deliberiren. et cetera
Jn der Steyermargk, sonderlich gegen die Vngrisch
Türgkischen gräntzen, sol die pest, heftig grassiren.
Jn Publicis, habe ich, schreiben von Plötzkaw[,]
Deßaw, undt Zerbst bekommen, Sonderlich:
1. wegen des vorseyenden Tausches mit
halberstadt, der Gernrödischen dörfer, Frosa
undt Nachterstedt. 2. Wegen des Reverßes,
gegen Chur Brandenburg den Titul der graven
zu Aßcanien, anraichende. perge
Extra zu Mittage, den Medicum, Doctor Brandt
gehabt, weil Schwester Dorothea Bathilde sehr Matt, undt krangk ist.
Mauvayses nouvelles, des violences & refor-
mations intempestives, Servestaines. Dieu les
vueille retarder, en leurs mauvayses intentions,
apporter remede, aux jnconveniens! & conserver,
en bon estat, les vrays fidelles! Cela nous
fait conjoindre nos conseils, & cercher remede;
ce que Dieü, nous vueille ottroyer, par sa Sainte grace!
Antworth, von Ascherßleben, vom Doctor Matthia
Engelhardt, welcher gar schwach, undt krangk ist,
undt sich endtschuldiget, anhero zu kommen, aber
doch fein vernünftig induciret, von meiner Schwes-
ter, fräulein Dorothea Bathilde Schwachheitt. Gott gebe dienlich,
heylsahme Remedia!
Philipp Güder, ist von halle wiederkommen, (sodisfacendomj.)
Er Magister Enderling, hat hieroben, aufm Sahl
geprediget. Die Nachmittagspredigt ist eingestellet worden.
Doctor Mechovius, undt Superintendent Plato, seindt
ablegiret nacher Cöhten. Gott gebe! Zu glügklicher
verrichtung.
Mein hofprediger, Er Theopoldus, ist gähling
krangk worden. Gott schicke es, zur beßerung!
Ernst Dietrich Röder, mein CammerJungker, hat
seinen undterthänigen abschiedt, diesen abendt, genommen,
umb morgen (wilß Gott!) wieder nacher Ermßleben,
zu verraysen. Gott geleitte ihn!
Diesen abendt, habe ich meinen Sohn, Carolum Ursi-
num, (albereitt in seinem Neündten iahr) auß
dem Frawenzimmer gezogen, undt zu meinem
Sohn, Victore Amadeo, (wie billich) quartieret,
welche separation, mir viel adversiteten,
causiret, auch schehle undt naße augen,
bey malis herbis, verahnlaßet. Patientj[a!]
Gott gebe, meinen lieben Söhnlein, zu dieser
enderung, glügk! heyl! Segen! undt gedeyen!
<Regen: undt Thauwetter.>
Mein Sohn Carolus Ursinus, gewehnet sich allmählich,
daß: A teneris, assuescere multum!15 zu verschmertzen,
undt Männlicher zu werden. <Jl se contriste pourtant.>
Schwartzenberger ist mit dem Trompter, von R.16
(re infecta) wiederkommen, nonobstant ses diligences.
Le bon Dieu, me vueille ayder, ailleürs!
Die Leiptziger Avisen, undt briefe seindt ankommen,
vom Berlin, Prage, hanover, Aldenburgk, Caßel,
Rotenburgk, etcetera gratulationes, zum Neẅen iahre.
Jn den avisen, werden confirmirt, die Erffurdter,
sonderlich die Türennische Niederlage, vor Rethel,
die wahl, undt gegen reverß, in Schweden, des Pfaltz-
graven Generalissimi, die difficulteten in Dennemargk,
wegen der ReichßSchulden, die besorgende invasion,
der Cosagken, Türgken, undt Tartarn, in Polen,
des Türckischen Ambassadors anbringen, zu Wien, wegen verlänge-
rung, des friedens, auf 20 iahr, der Niederlender, ver-
gaderung, im haagen, der Princeßinn von Condè, der
allten, Todt, undt große legaten, so Sie vermachtt,
nicht allein, ihren erben, Sondern auch dienern, undt
freünden, des crayßTages, zu Frangkfurth pro-
position Sich zu liberiren, von den plagkereyen, auch
Frangkenthal, zu erlangen, krafft friedenSchlußes.
Avis vom Berlin, daß der gute Allte Cantzler,
Sigmundt Götz, Mein guter bekandter, Sondern
auch gestorben, Sontags acht Tage. Les autres
Conseilleurs ne me sont gueres affectionnèz, nj affidèz,
car le lüxe d'aulcüns, est trop grand, & insüp-
portable, n'admettans les Princes, pour n'estre
empeschèz, en leurs engraissemens! Helas!
Dienstag♂ den 31. December 1650.
Nota Bene: Tobias von Kolodey a dit, a la bienvenüe a Jakob Ludwig Schwarzenberger mon envoyè[:]
Le Diable est tout enragè, maintenant, a nous
molester, avant les jours de feste. C. v. B. a estè
trescourtois, en parolles. L'Electeur a resolü seül,
(selon le dire de C. v. B.) tous les poincts, mè dès-
goustant presque en tous, mais Tobias von Kolodey les a mis,
sür le pappier. Jl y a beaucoup d'abüs, entr'aul-
tres, qu'on n'aide pas, le moyen, d'ayder a Viktor Amadeus
pour son progréz. Cependant <tout fraischement>, on a aydè a dés Papistes,
& Lütheriens, moins allièz & plüs èsloignèz de pa-
rentage! Mesme on me donne dès reprimandes,
comme a ün enfant, & a feü Son Altesse de mon Pere,
de n'avoir estè assèz vigilant, a solliciter les
debtes de France, en ün meilleür temps, comme
|| [[Handschrift: 9r]]
si on ne scavoit prendre ses mesüres? & comme si
les aultres Electeurs & Princes de l'Empire, (auxquels
tous la France est encores là plüspart redevable)
auroyent estè si bien payèz? En somme; on a tout
mal interpretè, comme si les affaires estoyent si diffi-
cilles, que j'avois fait proposer, (en quoy, leur
propre rèsponce prompte, & naifue, quoy que
malicieüse, les dèsment mesmes) & comme on
eüst estè si importün avant la feste, l'Electeur estant
a la chasse a Krossen dont ie n'en scavois rien, ne
l'Ayant importünè, en huict ans. On s'excüse
aussy, avec üne transaction, avec ses cousins,
qu'il n'en tire que le tiers, avec tout cela, ie
n'ay rien a faire, & ne suis point payè, & cese<ce>
seroit üne grande ingratitüde, de ne vouloir
recognoistre, les grands services, & bienfaits, de feü
Son Altesse qui a gaignè au peril, de sa Vie, & de ses biens,
ün sj fertile, & beau pays, a l'Electeur en Juilliers.
Le Privilege de la navigation libre, il me dispü-
te aussy, avec beaucoup de fascherie. Mesme on
preoccüpe, que V<ic>toire A<m>ade n'y doyve point venir. On dispute,
la Procuration nouvelle en France, on dispüte, le tiltre,
de Conte d'Ascanie[,] on difficülte, les 6 chevaux de Prüsse, promis, il y
a tantost 8 ans, pour ün bel èstalon Neapolitain, que ie donnay a Son Altesse Electeur
|| [[Handschrift: 9v]]
l'an 1643 me payant de vaine esperance.
L'Electrice se plaint, que ie ne luy ay donnè le tiltre
de Serenitè, a l'inscription, & iamais les Electrices
de Saxen, de Brandenburg & aultres anciennes, s'en
sont plaintes, nj s'en plaignent encores, quand
je leur èscris ainsy, par les Secretaires. Mais,
quand i'èscris de ma main, ie suis trop hümble.
Les inscriptions, dès Princes, aux Electeurs se sont
commencèes seülement l'an 1631 a la Diete de
Leipsic, de durchleüchtiger, auparavant, ni moy
mesme, nj d'Aultres <Princes de l'Empire>, leur donnions aultre predicat,
que hochgeborn! Mais les novices, sont ordinairement
plüs süperbes, & plüs sages. Ceste plainte, ou ani-
madversion estoit, au lieü dü payement, d'üne
Pilgave deuë! Voyla, la consolation, qu'ün chef
de la religion refformée, donne a sés cousins, & membres,
d'üne mesme Eglise. Pacience! Je scay, qu'on a
aydè, au Prince de Portügall, aux Dücs de
Brunswig, de Meckelnbourg, de Wirtembergk, n'a
gueres, mais pour nous, point de nouvelles. Jngratis,
servire nefas! Quelque traistre, m'a denigrè, aceste
Cour lá, sans doubte! & ie soupçonné quelqu'ün, que
Dieü vueille confondre, & hümilier! s'iceluy l'a fait?
On ne considere nüls services anciens, on ne tèsmoigne
|| [[Handschrift: 10r]]
en effect, nülle compassion de més souffrances, voire, on
s'imagine d'avoir plüs souffert que moy, (ce qu'on pese,
in quantitate, non in qualitate, d'üne façon extrava-
gante)[.] On couppe tout court, l'esperance donnè au-
tresfois, a mon fils Viktor Amadeus voire a deux de mes fils,
par le feü Electeur & par le Conte de Schwarzenberg de les faire avoir
dès commenderies, en l'ordre de Saint Jean, &cetera[.] Bref, on
me traitte, comme ün estranger, tout èsloignè de religi-
on, de parentage, d'alliance, & amitiè, au lieu, ou ie
le croyois le moins, & attendois, nos avancemens,
de Pere, en fils, tant d'annèes! Pacience! <Il semble,
qu'ils soyent insatiables de pays, & auront, üne guerre et cetera[.] Pacience!>
heütte habe ich abermals, ein brieflein entpfangen,
von Christoph Carl von Brehmen. Gott seye gelobet, daß er
ohne gefahr, so weitt durchkommen, undt helfe fer-
ner, mit gnadensegen, Mir, undt meinen Treẅen
diehner, undt Treẅen gehülffen! J'ay apprehension,
pour tous, mais en particülier, pour Tobias Steffeck de Kolodey & pour
le sürpays, car ils courrent, encores, & ont desja
courrü, risque, & danger. Dieu les vueille garentir!
contregarder! conduyre, conserver, & reconduyre
par sa Sainte grace; & benediction heüreüsement!
& me monstrer les moyens, de ma conservation &
de celle de mes enfans, a l'avenir, avec efficace!
Jch habe gratulationes, von Zelle, undt von
Zerbst, bekommen, so wol zum lieben frieden, undt
deßen würgklichen genoß, alß zum antretten-
dem Neẅen iahre. Gott erfülle es, mit gnaden!
Horrible exemple d'üne femme aux environs
de Coßwigk, laquelle a tuè, de poison, son
enfant au ventre, son propre mary, et son au-
tre plüs aagè enfant, avec comme aussy elle a
empoisonnèe la femme d'ün autre homme, (avec
son sceü)lequel elle a èspousè depuis, & se las-
sant de luy, l'a enfin aussy envenimè lequels
estant prést a mourir, a estè contraint, par
sa conscience, a dèscouvrir ces impietèz, a
ün sien voysin, le priant, de n'En vouloir rien
dire, qu'apres son enterrement de peür d'Estre
enterrè en ün lieü dèshonneste. Ce voysin,
quoy qu'inentionnè de ce faire, & incitè, &
par la meschante femme mesme, à faire, &
a prendre de l'argent, pour cela, n'a sceü
neantmoins tenir bouche close, la iüste vengeance
de Dieu, luy, envoyant la nuict, ün terrible fan-
tosme, qui l'a tellement angoisè & tourmentè avec
menaces de l'estrangler, s'il ne manifestoit
|| [[Handschrift: 11r]]
ces crimes atroces, qu'il est allè le lendemain,
dèscouvrir tout, aux Magistrats, sür quoy on a
emprisonnè la femme, (ne scachant quasiment, de
quel cruel süpplice chastier ces enormitèz,) & on
a iettè le corps a la voirie, & l'enterrè sous le
gibet, estant desia tout prest, a estre enterrè
honorablement en bourgeois, selon son degrè. &ctera
Cela est espouventable, a tout coeur, bon Chrestien!
Dieu vueille delivrer, le pauvre Pays, de tels meürtres!
Les chemins, se rendent mal asseürez, a cause dés
soldats, qui sont tantost hostes, tantost assassins,
& voleürs, aux chemins, & pillent mesme, les maysons
solitaires. Aussy, y en at il, parmy eux, qui n'ont
apprins, autre mestier, qu'a piller, voler, & a meürtrir.
Dieu nous vueille delivrer, de tels garnemens!
Jakob Ludwig Schwartzenberger n'a pas estè, en petit danger, pour cela.
Dieu soit louë, qui l'a garenty, aux chemins, dés
brigandages, & aux hostelleries, de meürte, sür
tout, en üne hostellerie solitaire, dans laquelle
on soupçonnoit assèz apparemment, ün hoste, de l'homj-
cide d'ün pauvre vieil messager, portant de l'ar-
gent, sür soy. Jl a estè aussy en danger, plüs d'üne
fois, de tomber, avec son cheval dans les glaces, Zacharie
Le Trompette le suivant á cheval. Dieu garantisse aussy
|| [[Handschrift: 11v]]
les aultres bons serviteürs! & soit avec eux, & avec
nous tous, par sa Sainte grace, & benediction! Amen!
Ainsy soit il, ainsy soit il! Amen! Ô Jesüs! Amen!
