Mittwoch☿ den 1. Januarij: anno: 1651.
Er Hesius, hat vormittags, hieroben, aufm Sahl ge-
prediget, (weil der hofprediger Theopoldus krangk ist!
Gott wolle es mit ihme, zur beßerung schigken!)
undt ist BehtTag, zugleich, gehalten worden.
Der liebe Gott, wolle unß gnediglich er-
hören, unß erquigken, (ehe wir hinfahren,
undt nicht mehr sein,) auch auß aller noht,
elendt, und wiederwertigkeitten, <uns> helfen, undt erretten!
Extra zu Mittage, die Rindtorfinn, den Cammer-
Raht, Doctor Mechovium, undt Ern Hesium, gehabt.
Viel neẅe iahr, außgetheilet, et cetera pro posse!
Des Doctor Mechovij relation, angehöret, vom
Geistlichen convent zu Cöhten, contra persecutjo-
nes Servestanas! Gott beßere alles unheyl!
| 37 |
kinder seindt daß abgewichene, 1650. iahr
gebohren worden. |
| 9 |
kleine Sechßwochenkinder, seindt gestorben.
alles, vorm berge Sankt Ægidij: |
Jn der allten Stadt, Beatæ Virginis, seindt:
| 23 | kinder, gebohren. |
| 14 | iung, undt altt, gestorben. |
Jn der NeẅStadt, Sankt Nicolaj:
| 12 | kinder gebohren, |
| 11 | Jung, undt altt, gestorben. |
| Summa: | 72 | getaufte kinder, |
| Summa: | 34 | verstorbene. |
| Seindt also in diesem Jahre: | ||
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persohnen, mehr ge- tauft, alß gestorben, alhier zu Bernburgk. et cetera |
Nachmittags, cum filijs, & filiabus in die kirche,
undt predigt, des Diaconj Jonij.
Jn den avisen von Leiptzigk, stunde auch:
Daß 16 OrlogsSchiffe der Parlementischen Engelländer,
dem Türgken, zu hülfe kähmen.
Jtem: daß der General Chmielinßsky in Polen,
darumb so aufrührisch wehre, weil man
ihme seine fraw endtführet, undt nicht hielte
was man ihm, undt seinen Cosagken versprochen.
Neuiahrsbrief von Deßaw, entpfangen. perge
heütte vormittags, ist hanß Cohte, Carolj Ur-
sinj, kammerdiehner, undt Clemen Pegaw, alß
haußknechtt, in Eydt, undt pflichte, genommen
worden. Gott gebe zu glügk! undt Segen!
zu gedeylichem forthgang, undt meiner satisfaction!
Extra zu abends, den Caplan Ionium, gehabt.
J'ay estè contraint, par ma conscience,
de signer dès choses tres importantes, pour la
deffence, dès pauvres, Servestains, & dès Or-
thodoxes, en compagnie d'autres fidelles. Le
bon Dieu vueille remedier, á ces confüsions!
Donnerstag♃ den 2. Januarij; 1651.
<Schnee.>
I'oubliay, avanthier, d'escrire, que ce
soir lá, avant le nouvel an, ie vis au
jardin, ün tresbel arc en Ciel, lequel
passoit, par dessüs nostre ville, à Bernbourg,
& près de mon jardin, (a parler, selon la
veüe hümajne!) nonobstant la pluye, qu'il faysoit.
Cela est rare, de voir en hyver, l'arc en Ciel,
cela a accoustümè a estre, ün signe de grace.
Pleüst a Die! que cela füst a nous aussy!
Extra zu Mittage, gehabt, Secretarium
Paulum Ludwigen, undt Christoph Behrenreütter,
seinen vetter, von 27 iahren, pour le prendre, en service!
apres qu'il a voyagè, estüdiè, & veü le monde!
Dieu me vueille ottroyer, avec luy; bonne fortüne!
J'ay èscrit, á Berlin, ou Crossen, item: á Halle. et cetera et cetera
Dieu vueille conduire, les hommes, & les epistres!
<1 Hasen, Viktor Amadeus undt Carl Ursinus gehetzt.>
Neuiahrs brief, von Harburgk; per Cöhten.
Meine StubenThür, hat sich diesen Morgen, vor 6 uhren,
wieder von sich selber, aufgethan. Dörfte ein Omen sein. et cetera
hanß Winther, der Neẅe hofbegker, undt
Brawer, ist heütte, in eydt, undt pflichte ge-
nommen worden. Gott gebe, zu glügk! undt Segen!
Die Erffurter avisen, confirmiren, die Türennische
Niederlage, undt das auf beyden seitten, in
die Eilff Generalspersonen, geblieben, undt ver-
wundet, (darundter auch der gute Pfaltzgrave
Philipß, Todt sein solle ) vndt billich, zu bedawren)
ein groß volgk geblieben, beyde armèen geschwächt,
sonderlich aber, auff Spannischer seitte, in die 4000 Mann, ge-
blieben, undt beyderseits sich in etzlichen Monaten, würden
|| [[Handschrift: 13v]]
recolligiren, schwehrlich, können. Visconte de Turenne
undt Conte de Ligneville, wie<wehren> übel verwundet,
der Lottringische General Monsieur de Fougue, gefangen.
Der Königliche General Rosa aber, (welcher
Ritterlich, gefochten) wehre nicht ümbkommen,
sondern sein bruder, der Oberste Rosa, undt viel
vornehme tapfere leütte, auf beyden seitten.
Der Visconte de Türenne, hette zwahr, mit
6 losungschüßen, die andern, in der nähe gelegenen
Spannischen undt Lottringischen Generalln, gewarnet,
Sie wehren aber, zum endtsatz, zu spähte kommen,
alß er sich gegen die hereinbrechende Königliche
Machtt, engagiren müßen, undt hette Mannlich,
biß in die Nachtt, gefochten, auch die Königliche Frantzösische
Reütterey schon die fluchtt, getrieben gehabt,
biß ihr endtsatz kommen, undt daß auf beyden
seitten, stehende, tapfere fußvolgk, alß ehrliebende
Soldaten, einandere dermaßen gemeinet, daß
gantze Regimenter, wie Sie in der Schlachtord-
nung gestanden, heroisch niedergeleget worden;
Darüber endlich, die Türennische, undt Spannische
Reütterey, sich auch, neben denen überbliebenen, wenigen
fußvölgkern, retiriren müßen, gegen abendt umb
Sieben uhr. Diße action, machet den Cardinal formidable;
|| [[Handschrift: 14r]]
die gefangenen Printzen, (ob sie schon etwaß moderation
ihrer libertet erlanget) dörften doch, schlechtere hofnung
baldt loß zu kommen, erlangen, die lottringischen werden
numehr, ihre quartier, am RheinStrohm, nicht erweit-
tern dörfen, Chur Cölln, wirdt mit denen von Lüttich,
(welche sich, auf Lottringischen secours, verlaßen) eher zu
rechte kommen, die eroberten plätze in Frangkreich
dörften eher, wieder verlohren gehen, undt in summa
beyder Theile, consilia, in vielen dingen, sich wieder
alteriren, gutes, undt böses erfolgen. perge
Die Schotten, vereinigen sich, hoffen, Edinburgk
zu endtsetzen. hingegen, besorget man sich, eines
vfstandes, zu Londen, undt in vielen Engellischen Provintzien,
die Engelländer armiren hundert Schiffe, alß 50
wieder Portugall, undt Pfaltzgraf Ruprechtt, 30
wieder Schottlandt, 20 wieder Frangkreich, welches
ihnen, den Parlamentischen, viel Schiffe, hinweg genommen.
Zu Wien, hat die Türgkische Bohtschaft, so statt-
liche præsenten gebracht, alß iemalß, undter andern
daß Zeltt, welches Sultan Solymann, anno ...1 1529
alß er Wien belägert, gehabt, Sol stattlich, mit
kleinodien, undt golde, gestigkt sein, (welches vor eine
sonderbahre ehre, undt gutes omen, bey den Kayserischen
geachtet wirdt) Jtem: einen köstlichen Raigerpusch,
|| [[Handschrift: 14v]]
undt 2 pferde, mit sehr Stattlichen zeügen, bekleidete
p wie auch 2 bloße schöne Türgkische pferde, neben
etzlichen, Türgkischen Teppichen, undt Tapezereyen,
Jtem: ein futteral, mit Bezoar, undt Biesemen,
eingefüllet, undt undterschiedliche andere Schöne
kunstStügke, gleichwol sol der werth der Römisch
Kayserlichen præsenten, welche nach Constantinopel kommen,
viel größer sein, undt höher zu schätzen. Des
Türgkischen Bohtschafters, vornehmstes anbringen, sol
sein, die verlängerung des vngarischen Friedens,
auf 20 iahr, darzu, der Gesandte, die Ratificatjon
des Türckischen Kaysers, sol bey sich haben.
General Sperreütter aber, ist auch zu Wien,
undt hat ein geheimes anbringen, vor Venedig.
Zu Constantinopel gehen die außrüstungen, vor
Venedig, stargk forth, undt hat der Bascha
von Ofen, befehlich, die völgker, in NiederUngarn,
in beraitschaft zu halten, sie in Dalmatiam, zu führen.
Jn Polen, hat der ReichsTag, zu Warschow,
seinen anfang gewonnen. Der krieg, wirdt mit
ernst, undt eyver, proponirt, weil die Polen, den Co-
sagken, undt ihrem General, nicht trawen,
dann der General Chmielinsky sol mit dem Türgken
|| [[Handschrift: 15r]]
fleißig correpondiren, undt von demselben, eine Bullawa,
Saibel, undt fahne, zum zeichen des Homagij; undt protec-
tion, entpfangen haben, auch in deme, mit dem Türgken,
gemachtem bunde, nur zwey die besten Fürstenthümer
sich außbedungen, die übrige gantze Cron Pohlen aber,
dem Türgken, zu bekriegen, undt einnehmen zu
helfen, versprochen sol haben. Er sol auch, an Polen,
noch andere große prætensiones machen, undter
andern, will er auch versicherung, undt pfande
von der Crone haben, das sie den getroffenen frieden,
in allen puncten, zu halten, begehren.
Jn Schweden, erlustiret man sich ferner, und wirdt
auf der Königinn geburtsTag, zu bancquetten,
feẅerwergken, wirttsschaften, undt dergleichen,
zugeschicktt. Undter andern, wirdt geschrieben, von
einer holländischen wirthschaft, darbey 80 personen
utriusque sexus zusammen agiren sollen, undterschiedliche
Stände, undt Nationes repræsentiren. Auf die re-
girende Königinn, ist daß loß kommen, das Sie, wie
ein holländisch Mägdlein, und eines wirtts Tochter,
sich verkleiden, undt die gäste tractiren helfen wirdt.
Die Königliche wittib, wirdt diese wirttschaft, undt
panckeet halten.
In Hollandt, stehet es, in vorigen Terminis. Die Provintz
Overyßel, wil Graff Wilhelm, von Naßaw, zu ihrem Gou- || [[Handschrift: 15v]]
verneür annehmen, undt scheinet, das die Meisten
GeneralStaaden, dahin ziehlen, keinen Printzen
mehr, zu ihrem Gouverneür, vom hause Naßaw,
anzunehmen, Sondern eine iede Provintz, möchte ihre
Sache, durch ihre eigene Bediente, verrichten laßen.
Die Allte Princeßinn von Condè, als Sie verstorben,
hat eine Million in die klöster, undt den armen
vermachtt, ihrer Tochter aber, der hertzoginn von
Longueville 300000 pfundt, undt ihren bedienten,
über 100000 Pfund (libra)℔. Sol gar stadtlich, begraben werden,
wie es die gefangenen Printzen, ihre Söhne,
selber begehret.
Der ChurBrandenburgische gesandte, ist wieder
von Nürnberg, nacher hause, verrayset, der Schwedische
sol auch baldt nachfolgen. Der Frantzösische aber,
Monsieur d'Avaugour, ist von Wirtzburgk, wieder
dahin kommen.
Die Schweitzerischen Gesandten, seindt auch beym
Kayser erschienen, undt suchen restitution, ihrer,
zu Speyer, Confiscirten gühter.
Der Frantzösische Ambassadeur zu Rom, ist mal-
content, mit dem pabst, wegen einfalls, undt
|| [[Handschrift: 16r]]
durchsuchung der übelthäter, in seinem pallast,
Sonderlich aber, das der Pabst, einen Currirer
nacher Frangkreich, geschigktt, solches zu endtschuldigen,
weil der Ambassadeür beschuldiget wirdt, er habe
allezeitt, böse buben, darinnen aufgehalten, und
auf des Pabsts erinnerung, niemalß abschaffen wollen.
Jnndeßen, verstärgkt gedachter legatus, seinen pal-
last, mit vielen Banditen, auß Abbruzzo.
Zwischen dem Pabst, undt der herrschaft
Genua, ist auch Streitt endtstanden, weil diese
herrschaft, die, derer zu Sankt Bartolomej in Genua
abgestorbenen München, gewesene Aptey, den ar-
men gegeben, der Bapst aber solche, dem Cardinal
Ragy, conferiret hat.
Die Signorîa zu Venedig, hat auß ihrem Schatz,
drey millionen <goldes> nehmen, laßen, undt zu nohtwen-
digkeitten, reserviret. hat baldt darauf,
etzliche proviandtSchiffe, undt Fußvölgker, nach
Candia geschickt, nebenst einer bahrschaft, von
150000 Ducaten. Der Morlacken abfall, in
Dalmatia wirdt confirmiret weil die Venezianischen
Soldaten, ihre gemachte beütten, mit ihnen, ungleich gethejlet.
Die überliferte supplication, von 10000 Edelen, undterschrieben,
wegen des Proceßes, oder liberation, der gefangenen Printzen, und cassati- || [[Handschrift: 16v]]
on der allzugroßen imposten, wirdt confirmiret.
Zu Paris, hat man das: Te Deum Laudamus;
gesungen, von wegen der eroberung Rethel, undt
gewonnenen Schlacht, wieder den Türenne, undt die Spannischen.
Zu Frangkfurtt, gehen die versamleten
Stände, fleißig zu rahte, wegen evacuation
Frangkenthal, undt hat das ansehen, als wolle
man es, auf die extrema, stellen, wann man nur
die Mittel, an volgk, geldt, undt munition, haben kan?
De Dresden, nous avons particülier avis, dès
festins, passèz en ces lieux lá, aux nopces,
comme l'on y a repeü, plüs de 800 tables, avec
toute sorte de viandes, delicates, & grossieres,
(comme renards, loups, corneilles, chouettes, chats.) et cetera
& comme l'Electeur & son fils aisnè, ont chargè
de bons coups, quelques gentilshommes Principaulx,
tout ainsy qu'en l'an: 1631 en l'assemblèe de
Leipsic au commencement de ces guerres.
heütte hat sich alhier zu Bernburgk; ein un-
glügk zugetragen, in deme in der Sahle, ein
Engke2, undt ein pferdt, des Bürgermeister Schmidts,
beym wasserführen, ersoffen. Gott genade ihm!
|| [[Handschrift: 17r]]
Der knechtt, mit dem andern pferde, nemlich dem
Sattelgaul, wehre auch baldt ertrungken, in deme
er, undter dem gaul gelegen, wann nicht ein digker,
Stargker, ejsener ringken, mit verwunderung,
zerbrochen wehre.
Dieser Tag, ist unglügklich, gewesen. Jch,
Meine herzlieb(st)e gemahlin, meine Schwester, undt Carolus
Ursinus, ieglicher absonderlich, haben unß die Nacht,
im Trawm, sehr geängstiget, undt schwehre Traẅme
gehabt, so ich diesen Morgen, aufzuschreiben vergeßen. et cetera
Daß die Thüren sich aperiren, ist Seltzam. et cetera perge
Gott bewahre, vor Unglügk!
Diesen abendt, im Schneewetter, seindt victualien,
von Ballenstedt, angekommen.
<8 hasen Abraham von Rindtorf gehetzt.>
Iohann Balthasar Oberlender, ist, (wieder mein vermuhten,) Gott Lob,
undt dangk, fæliciter wiederkommen. Gott helfe
ferner, mit gnaden! Il m'apporte plüsieurs lettres! &cetera
<Hier, il s'est hazardè par dessüs la glace, a Barby á pied, en danger, d'estre noyè, oultre les dangers semblables precedens. Dieu soit louè, de sa Conservation!>
In Oeconomicis, habe ich travagliiret.
Mit negromonte geredet, undt denselben extra
behalten, zu Mittage.
Die Trawrige zeittung, erfahren, daß der hochgelehrte, fromme,
berühmbte Mann, Doctor Francus, Professor zu Frangkfurth, an der Oder,
tödtlich krangk wehre. Gott schicke es mit ihme, zur gesegneten
beßerung! Item: daß der vortrefliche Mann, der Chur Brandenburgische
Cantzler, Sigmundt Götz, mit Tode abgangen. Gott ersetze diese
Stelle, mit qualificirten, rechtglaübigen leütten! Jn der Margk,
meinen etzliche luttrische Theologastrj, es könne das publicum religionis
exercitium, nicht frey geheißen sein, man schelte dann, undt in-
vehire offentlich, auf die reformatos, undt verdamme dieselben,
von den Cantzeln; wollen sichs auch nicht verbiehten laßen.
Servestæ, ist ein betrübter Zustandt, undt eine rechte
persecutio Orthodoxorum. Man kan es leicht versehen, So werden
die prediger abgesetzt, undt es kommen, an dero Stelle,
wie auch an statt der verstorbenen, andere nicht, alß
Lutheranj concionatores. Es werden auch, von etzlichen pfarrern,
Confessiones, über die Artickel, de Prædestinatione, de Persona
Christj; de Baptismo, & Coena Dominj, von dem Luttrischen Superintendenten,
Magister Dürren, gefordert. Georgius Möringius, pfarrer zu Roßlaw,
ist anfänglich, seines Amptß, rotundè, abgesetzt worden, durch ge-
wiße abgeordnete. Er hat sich aber, (alß ein Schändlicher Apostata),
bey dem Ampt, zu erhalten, absoforth, zum abfall erklähret,
auch baldt hernacher, in daß Luttrische Consistorium zu Zerbst, eine
gantz Luttrische confession, eingegeben, die da gäntzlichen be-
liebet, undt approbiret worden, worauf er von Neẅem, wieder
in das Ampt, gesetzt, undt einen wiederruf, für der Gemeine,
gethan, den er, durch annehmung des Luttrischen Nachtmals, so
|| [[Handschrift: 18r]]
ihme, der Luttrische Dürre zu Roßlaw, in offentlicher Gemeine
gereichet, bezeüget. Ein schändtlich verdammlich exempel, von
einem Pfarrer, so 24 iahr, im Ministerio Reformato, zuge-
brachtt. Es sollen sich aber, nachdengkliche Sachen, in primo Aposta-
siæ intui actu, zugetragen haben: Da anfänglich, alß er in der
kirchen wahr, undt geleüttet wurde, der klöppel auß der
glocke, in die kirche, undt auf die Erde, unferrne von dem Mamme-
lugken, soll gefallen sein, da er leichtlich, hette können erschlagen
werden! worüber er auch sehr erschrogken, undt lautt gesagt
haben solle, Hilff Gott! waß ist dieses, für ein zeichen?
hernacher: eodem die, soll in Roßlaw, eines Lutheraners,
(so der erste, undter denen, gewesen, der umb einen Luttrisch
pfarrer, angehalten) sein hauß, in den brandt, gekommen,
undt zu grundt auß verbrandt sein, ohne schaden, der andern Nachtbarn,
worüber der Apostata noch heftiger erschrogken, undt es für
ein böses omen, gehalten. Jst über solchen dingen, gantz Trawrig,
undt melancolisch, auch in allem, gantz perplex worden, es sol
sich auch numehr, bey ihme, ein Defect am verstande sich eraigen.
Vielleicht wil Gott, andern zum exempel, ihn straffen.
Iustus est Dominus; et iusta sunt judicia eius! Man suchet
den quartum, concionatorem, einen Lutheranum, in die Stadt-
kirche zu Zerbst, zu intrudiren, undt also allmählich, die
geistlichen, undt welttlichen immunitates, Privilegia, jura
Patronatus, undt dergleichen, zu vertungkeln, undt zu nehmen.
Gott wolle diesen Persecutionibus, kräftiglich steẅeren!
undt die veram constantiam Christianam, floriren laßen!
Der Königßmargk, sol zu Stockholm, mit übelen wortten,
vom hanß wachmeister, sein angefahren worden, gleich
alß ob er, mit Leichtfertigkeitt, undt ä<a>nschlägigen
überfall, nur das glügk gehabt, Prag zu gewinnen,
da doch andere, längere, undt mehrere dienste, der Krohn
Schweden, gethan. Er hette auch nur, die metallenen Stügke,
undt die Seltzamen vögel, loẅen, undt andere Thier,
undt lappereyen, auß der kunstkammer, der Königinn ge-
lifert, hingegen, hette er, das geldt, goldt, Silber, edel-
gesteine, undt also das beste vor sich, behalten, undt
der Königinn nichts berechnet, wo eines, undt das
andre, hingekommen? etcetera Solche undt dergleichen wortt,
haben den Königßmargk, geschmertzet. Er ist darauf
mit ihm, von wortten zun wergken, undt auf den
degen gangen, undt durchn Arm, gestoßen worden.
hat auch hernachmalß gesaget: Wann er gewußt,
daß er keine andere recompenß, vor seine geleistete
Treẅe dienste, von der Kron Schweden, bekommen sollte,
alß diese, undt dergleichen Schmähliche unleidliche
nachreden, wolte er sein lebetag, Schweden nicht
mit augen, angesehen, viel weniger, zu dienen begehret haben.
Der Pfaltzgrave, sol auch baldt wieder zu Stettin, erscheinen.
<Tiefer Schnee einge<fallen> noch eines so viel, als gestern.>
Gleich wie mir gestern, die Churfürstlichen Brandeburgischen, undt
Pfältzischen, von Croßen auß, zum Neẅen iahr, congratuliret,
(undt alle den Titul graven zu Aßcanien, <Mir> gegeben) also
habe ich, von Freẅlein Eleonora von Reetwisch, ein
Neuiahres schreiben, höflich entpfangen. perge
Er Marggravius, ist heütte, unser prediger, aufm Sahl
vormittags, gewesen, undt extra zu Mittage, neben der Rind-
dtorfinn, undt dem Amptmann, geblieben zum eßen.
Jm herüber fahren, hat der Amptmann, undt Marggra-
vius, auf der Sahle, im Fehrkahn, wegen einer stargken
welle, undt windesbrautt, leibs, undt lebenß-
gefahr, außgestanden. Gott seye lob! undt dangk!
der Sie errettet hat! perge undt bewahre ferner, vor unglügk.
Daß unglügk, am FreyTage, hat sich abends zuvor, des
Bürgermeister Schmidts, sein vetter3, undt Engke, prognosticiret,
in deme er gesaget, das würde das letzte mahl sein,
daß man ihm, einen Trungk Bier, zapfen würde. Er
ist nur, 18 iahr altt gewesen. Darnach, hat
man, selbigen Tag, einen stargken fall, im hause, gehöret,
als sollte das hauß, eingehen. So hat man auch, daß
Mühlradt, lange kreisten hören, welches gemeiniglich
einem, so ertringken soll, zu ominiren pfleget. So baldt aber,
als er Todt gewesen, hat es Stille geschwiegen. Seltzame signa!
Die Nachmittagßpredigt, hat man von hofe auß, wegen
tiefen Schnees, undt ungemachter bahn, auch übeler durch-
fahrt am Thor des kirchhofes, (da der Schnee, des küsters
haußfenster, adæquiret) nicht besuchen können, Sonsten
aber, in sacris zu lesen, undt sich Gottsehlig zu üben,
nicht undterlaßen. perge
<Trium Regum. Schnee.>
Der Superintendens, hat unß aufm Sahl geprediget.
Extra: die Rindtorfinn, undt Er, zu Mittage. et cetera
Nachmittags, in des Diaconj Jonij predigt, cum filijs.
Man hat den tiefen schnee, zuvorn, wegschippen,
undt bahne machen müßen. et cetera
hanß Ruprecht der kutzscher, bey den vier
füchßen, hat hochzeit gehalten, mit Bürgemeister[!]
Schmidts Bahße4. Gott gebe ihnen, seinen Segen!
Meine Söhne, undt Töchter, haben mit den Jungkern
undt Jungfern, sampt dem Præceptore hammeln, diesen
abendt, eine wirtsschaft, gespielet, undt getantzt,
(auf anhalten Meiner gemahlin Liebden) Gott laße
Sie im herren, frölich sein, undt gönne ihnen
in väterlichen gnaden, diese Freẅde! Amen!
Meine Schwester, Dorothea Bathilde ist heütte sehr Schwach,
undt krangk gewesen. Gott wolle Sie stärgken!
Sie hat einen Trawm gehabt, die Nachtt, alß wehren Sie
die Schwestern, alle miteinander, (darundter auch die verstorbe-
nen) in einem hause einmühtig gewesen, einer guten
predigt, zuzuhören. Jn währender predigt aber,
wehre eine beseßene weibsperson hineyn ge-
kommen, hette auf die Schwestern zu, gestürmet,
sonderlich auf Schwester Sibille Elisabeth, darüber
wehre ihr, der Schwester Dorotheæ Bathildis, bange
worden, es möchte die beseßene, der Schwester
Sibille Liebden, schaden zufügen, weil Sie von rügkling
zu, auf sie loß, gegangen wehre, in dem die
Schwester Sibille, der predigt fleißig zugehöret, undt
hette ihr abgewehret, sie auch, nach vielem ringen
überwältiget, undt zu boden gebracht, da sie
die Schwester Dorothea Bathilde dann gewollt, das beseßene
Mensch, solte sagen: der herr wirdt Mir wol
helffen, anders wolte sie Sie nicht auflaßen.
Das arme Mensch nun, hette sich sehr bemühet,
undt geengstiget also zu sprechen, hette auch die
andern wortt, heraußer gebracht, allein das
wörttlein Mir, hette gar nicht forthgewollt,
darüber die Schwester beweget worden, undt gesehen,
|| [[Handschrift: 20v]]
das ihr erinnern, undt vorsagen, nichts helfen wollen,
undt nur mehr angst dem elenden beseßenen veruhrsacht,
(in dem es geschwitzt, undt sich gequehlet, das wörtlein
Mir, heraußer zu zwingen, wiewol vergebens) hette
Sie also aufgelaßen, da wehre ein kleines kindlein,
darauß worden, welches fein stille geseßen, iedoch
wehre die Schwester baldt darauf verda erwacht,
darahn gedenkende, wie eine große, heylsahme
gnade Gottes, es wehre, wann man sich, das wörtlein
Mir, recht appliciren Köndte, inmaßen Sie sich selber
hierundter geprüfet, erfreẅet, undt Gott hertzlich,
gedangket, daß er ihr schon hülfe, undt Tröstlich
helfen würde, es möchte zum Tode, oder zum leben
gerahten, oder außschlagen. Sonst discurirte Sie
von den Traẅmen, das sie eben nicht viel darauf hielte,
iedoch müßte man sie wißen, zu undterscheiden,
(wie Sie gestern, auß Ern Marggravij, predigt, fein
behalten) in Göttliche, Natürliche, undt vergebliche
Traẅme, undter welchen letzten, auch die Teüfelischen
Traẅme zu setzen, so der Sathan, die leütte zu verführen,
eingibet. Jn der ersten zahl, wahr gestern im Textus
des Josephs, Trawm, das er vor dem kindermordt Herodis, solte
mit Maria; undt dem Kindlein Jesu, in Egypten fliehen, undt im
|| [[Handschrift: 21r]]
heüttigen Textus die warnung, so Gott, den weysen, auß
MorgenLandt, gab, sich nicht wieder zu Herodes, zu lengken,
Sondern, durch einen andern weg, wieder in ihr Land zu ziehen.
Man muß aber Gott den herren, fleißig anruffen, daß
er unß die gabe recht zu undterscheiden, nichts zu ver-
abseümen, undt nichts zu præcipitiren, gnediglich verley-
hen, undt mittheilen wollte!
Schwester Dorothea Bathilde gedachte auch, alß wir vom handel
des Superintendenten, <den er hat> mit seinem Eidam Schwartzenberger
dißcurirten, Sie wolte nicht gerne eines Geistlichen,
wie der Superintendent ist, seüftzen auf sich laden,
weil Sie weiß, das solches nicht gut ist, wie viel
mehr, solte sich, seine leibliche Tochter, undt Tochter-
Mann davor hüten? Sed Mundus, non intelligit, nec
vult, sæpius intelligere, Virtutes, seculj futurj!
Proh dolor! Quid hoc est? Præstant Æterna, caducis!
<Schnee. Käldte.>
Wolfgang Sutorius berichtet, daß gestern Abendt, seiner
Schwester Tochter, ein Mägdlein von 13 iahren, bitterlich
angefangen zu weinen, umb ihren Bruder Michel
Ringk, (welchen ich verschickt) von freyen Stügken,
weil ihr in die gedangken unvorsehens gestiegen, er
würde erfriehren, oder sonst umbkommen, oder undterwegens, von
den Wölffen, in diesem tiefen Schnee, gefreßen werden. Gott bewahre ihn
Gestern abendt, ist einer von meinen vorreüttern, auß-
glitzschende, in den fischkasten, am brunnen, gefallen. Wehre
auch ersoffen, wann man ihme nicht, zu hülfe, kommen wehre.
Diesen vormittag, Kurtz vor der Mahlzeitt, hat mein
Sohn, Victor Amadeus, ein neẅes rohr, nach einer Krähen,
abgeschoßen. Es mag es aber, ein unvorsichtiger vogel,
doppelt geladen haben. Jst also der Schaft darvon,
etwaß außgesprungen, undt hat sich gesplittert,
also: daß meinem Sohn, ein Splitter, an die Nase
gefahren, (Gott Lob! das es noch also, abgegangen,
undt nicht gahr inß auge kommen, ihn zu verderben,
Gott helfe ferner mit gnaden!) undt <hat> ihn, das Rohr,
am munde, zimlich gestoßen. Es ist so stargk geladen
gewesen, daß es über eine Elle hoch, ihm die büchße, auß
der handt, gestoßen worden, undt wehre die Schaft<büchse>
so neẅe nicht gewesen, hette der lauft gar zerspringen,
undt noch größer unglügk, anrichten dörfen.
Gott bewahre doch, vor mehrerem unheyl! undt Schaden!
Jtzt umb Mittage, als wir fast abgegeßen,
kriege ich schreiben, von Deßaw, (dahin ich sonst,
keinen gemeinen bohten, in itzigem tiefem Schnee
undt kaltem wetter, zu bringen, gewußt, noch
einen hundt, vor die Thür, zu iagen, begehret) durch
|| [[Handschrift: 22r]]
einen Trompter, vom hertzogk Christian von Brigk,
darinnen er Mir, ein glügksehliges Neẅes iahr, wüntzschet,
undt mir andeüttet, vom gestrigen dato, er wolle
mit 33 personen, undt 27 personen, heütte diesen
abendt, alhier bey Mir sein, den abschiedt zu nehmen,
ehe er auß diesem Lande zöge, (da er unß doch kei-
nen willkomb gegeben, noch willkom geheißen
worden, sondern bey seinem Schwiegervatter in
privatis alleine, zu thun gehabt) Nostre commoditè
n'est point telle, qu'on puisse accommoder icy, des
hostes, si forts, & quj n'ont rien affaire, chéz nous.
Mon beaufrere, le Düc de Meckelnbourg, n'est point
allè tracasser á Dessaw, encores qu'il estoit plüs
d'ün an en ce pays, p & a demandè son dote, non
dés aultres Princes, ains de moy, & de mes freres.
<Tout ainsy ont fait les Dücs & Contes marièz en <ceste> mayson.>
Celuy-cy, veüt combattre les Elemens, pour
venir icy, nous incommoder, en ün temps, auquel
on est comme assiegè, & ne peüt on avoir, nj
bois, nj vivres, ni rien. Pacience! Pacience!
Man höret undterschiedliche unfälle von leütten,
so zwischen hier, undt Leiptzigk auch nachm Lande zu
Braunschweig zu, erfroren sein, oder bey nahe solche gefahr
gehabt. Gott bewahre mir, meine verschigkte Leüttlin!
<Schnee. Schlagkwetter>
Wir haben fast biß umb Mitternacht, vergebens gewartet,
auf den hertzogk von Brigk, undt die Seinigen, so
wegen des Tiefen Schnees, nicht forthkommen können.
Meinen Carolum Ursinum habe ich diese nacht,
auf instendiges anhalten Meiner gemahlin Liebden wegen
grawsahmen Schnees, kälte, undt anderer sorgen,
wieder auß Victoris Amadej, Schlafkammer, in
meine Kammer genommen, undt laße ihn in meiner
Stube, auß- undt anziehen. Gott helfe zu glügk!
Der hertzogk Christian von Brigk, ist mit Seiner gemahlin
Liebden <wie auch mit> Freẅlein Eva von Deßaw, undt <gantzem> comitat, noch
vormittagß, anhero kommen, nach dem Sie, einen sehr
bösen weg, tiefen Schnee, undt übel wetter gehabt,
undt über Nacht, zu Palbergk, gelegen. Siehet
man also, das wahre Sprichwortt: des Menschen
wille, ist sein Himmelreich! Patientia!
Man kan sonst, weder bohten, noch Reütter, fast vors Thor, bringen,
undt ist wetter, das man keinen hundt hinauß, iagen möchte.
Zu anderer zeitt, wehre es wohl guht, freünde besuchen!
Jedoch, ist es gut gemeint gewesen.
<Kälte. Windt. Schnee.>
Diesen Tag, hat, wegen übelen, wetters, undt weges,
der hertzogk von Brigk, mit Seiner gemahlin, undt comitat,
alhier stille liegen müßen, undt sich, undt unß incommodiren.
Man hat nicht auß, noch einkommen können. Keiner
hat sich getrawet, naher Plötzkaw, den weg
zu weysen.
Mit conversiren die zeitt, vertrieben. Die
iugendt hat nachmittage etwas gespielet.
<Kälte. Stille wetter. Thaw Nachmittags wiederumb kälte zu abends.>
heütte, ist nach der Mittagsmahlzeitt, (welche zeitlicher
angerichtet worden) der hertzogk Christian, von Brigk,
mit dero gemahlin, <Freẅlein Eva Liebden> undt Freyherren Augusto, nacher nacher
Köhten, wieder zu rügk, aufgebrochen, nebenst seinem
comitat, in meynung, inß künftige wiederzukommen,
wilß Gott) wann es beßer wetter wirdt, undt
nacher Plötzkaw, forthzukommen sein möchte!
Dann heütte, sich kein Mensch dorthin getrawet.
Gott wolle Sie allerseitß geleitten! undt mit
heylsahmen consilijs, ihnen beyrähtig sein!
Geörge Panße, der Amptßraht, hat mir zu ge-
fallen, den undterthänigen dienst gethan, undt dorthin
nacher Plötzkaw reitten wollen, ist aber, biß über die ohren, in Schnee, gefa[llen.]
Jch habe neẅe iahrs briefe auß heßen, undt von
Breßlaw, bekommen, durch den Plötzkawischen
Trompter, welcher von Leiptzigk wiederkommen,
undt dennoch, auf Plötzkaw, heütte durchzukommen,
gedengket, wiewol unsere Bernburger, weder zu
Roß, noch zu fuß, hinwollen.
Gegen abendt, seindt drey, von meinen leüttlin,
(welche ich mittgeschigkt gehabt, an die gräntze) wieder-
kommen, undt haben referiret, wie sie, nicht ohne gefahr,
den hertzogk, undt hertzoginn, über die Fuhne zu
Palbergk; auch ferner über den Tham5, gebrachtt,
undt das sie bey nahe, zu Palbergk, heütte, hetten bleiben,
oder ümbkehren wollen, wann ihnen endlich, mein Cammerdieh-
ner Ludwig Rober, nicht beßer, alß die andern, durch-
geholfen hette? Gott gebe! das Sie ferner, mit glügk
nacher Cöhten, kommen mögen! undt dann fer weitter!
<3 hasen, 2 Räphüner, Oberlender.>
Bißher seindt unß, (also zu reden) etzliche Tage lang,
sieder Sontags, alle vier Elementa zuwiedera, undt be-
schwehrlich gewesen. Waßer, hat man zur hofstadt, an-
führen müßen, weil die kunst, von wegen großen ge-
wäßers, nicht forthgekondt. Feẅerung, ist schwehr
|| [[Handschrift: 24r]]
worden, weil man, von wegen des tiefen Schnees, weder holtz
hawen, noch anführen können. Die luft, ist wegen vieler
winde, schnees, undt ungestümmes, den Menschen beschwehr-
lich gewesen, undt hat die Sinnen afficiret, daß sie die
wege nicht sehen, nichts rechtes im felde vernehmen,
undt die ungelegenheitten solches wetters entpfinden müßen.
Also hat man die ordentlichen functiones, auf erden,
mit gehen, reitten, handthieren, fahren über landt,
undt dergleichen, auch nicht füglich, verrichten können.
Gott gebe! das es baldt beßer möge werden!
Wir stehen noch, in angst, undt Sorgen, wegen des avisen-
bohten, item: pour Tobias Steffeck de Kolodey pour Michael Ringk pour Ch C & autres.
Ach Gott! erbarme dich, ihrer aller gnediglich! undt
väterlich! Bewahre sie, undt unß! vor unfall!
unglügk! undt verderben!
Ein neẅiahrs, Schreiben, vom Graven von Oldenburgk
entpfangen, welches mir, von Zerbst, durch einen reitten-
den, (welcher nach Plötzkaw, gegangen) zugebracht,
undt derselbe, ist mit Lebensgefahr, über die
Elbe paßiret, welche noch zugefrohren.
Unser vor verloren geachtete avisenbohte, ist wieder-
kommen, hat mir viel briefe mitgebracht, mehrentheils
gratulationes zum Neuiahr, von halle, Dreßden, Weymar, Gohta,
Erfurdt, Strehlitz, Rügenwalde in Pommern, von Berljn annoch, item: von Darmstadt,
Stuckgardt, Anspach, Schlagkenwerde, Mais, mais, mais, dü Principal lieü, rien. Nota Bene
Die avisen, seindt altt. Jch mag sie dero wegen, alhier,
(außer wenigen) nicht recapituliren, weil auch die Erfurdter
darinnen, repetiret werden. Sonst wirdt avisiret:
Daß die Ratification, des 20iährigen Friedens, mit<zwischen>
dem Römischen, undt Türgkischen Kayser, geschehen, undt
der Türgkische legatus zu Wien, prächtig eingeholet worden seye!
Der Christen ordnung,<einzug,> undt Feldtmusick, wehre schön
ordentlich, undt herrlich, der Türgken, ihr einzug aber,
unordentlich, die Musick lächerlich, undt albern gewesen.
Jn der Türckey, oder viel mehr, in der Ungrischen Türckey, wehren
die Minoriten, undt Reformirte, aneinander gerahten,
mit disputiren, undt weil die genandten calvinisten,
den Minoriten, überlegen gewesen, hetten diese gewoltt,
der Bascha, solte iehne außtilgen, dann Sie hielten doch
den Mahumeth, vor keinen propheten, undt redeten
lästerlich, von ihme. Der Bascha aber, hette, (ungehört)
keinen verdammen wollen, undt die partheyen vorbescheiden,
darüber, wehre ein Minoriter koch, undt ein Reformirter
prædicant, erschiehnen. Alß es nun zum disputiren an-
kommen, hette zwahr erstlich, der arglistige koch, nicht
darahn gewoltt, weil der ander ein priester wehre,
doch endlich, als es sein müßen, hette der koch, den
Geistlichen gefraget, wie viel propheten wehren?
undt die zahl deren, zu wißen, begehret, die in der
|| [[Handschrift: 25r]]
Schrifft der Heiligen Bibel, endthalten, undt begriffen? Darauf
hette der rechtglaübige Geistliche, geantwortett, wie sichs
gebühret, undt wie es im Canone scripturæ, ordentlich,
stehet, nemlich, 16 alß, 4 große, undt 12 kleine propheten.
Alß nun der Minorit, weitter gefraget, ob dann der
Machomet, nicht darbey stünde? hat er geantwortett:
Nein. Darauf ferner der Minorit mit fragen, forthge-
fahren, ob er, der priester, nicht den Machomet, vor einen
großen Propheten hielte,? Der priester, mit Nein,
es beantwortett, undt also die sache so ferne,
(wiewol Christlich, undt hochrühmlich) verspielet,
dermaßen, das er, auf befehl des Bascha iämmer-
lich geprügelt worden, der Minoritische koch aber
mit seinen München, triumphiret, ob hetten sie eine
herrliche Sache gewonnen, in deme sie den Bascha
noch überredet, Sie hielten mehr, von dem Propheten
Mahumeth, undt erzeigten sich, ehrerbiehtiger
gegen ihm, alß die von ihnen genandten Calvinianer. et cetera
undt ihre Köche, wehren beßer, undt klüger, alß der
andern, ihre Geistlichen? Gott wirdt aber, recht richten!
undt diese Schmach, so der gute prediger, umb seines
Nahmens, undt der warheitt willen, erlitten, wol belohnen.
Jn Polen, mag es gefährlich stehen, weil die Cosagken,
(welche bißhero, der cron Polen, vormawer gewesen,) zu den Türgken,
|| [[Handschrift: 25v]]
undt Tartarn, sich begeben, darumb der König in Polen, von Kayserlicher
Mayestät undt dem Könige in Frangkreich, auch andern Poten-
taten, geldt- undt volgkhülfe begehret, also künftiger
Sommer, gewiß bluhtiger krieg, zu gewartten, wiewol
etzliche vermeinen, der General Chmielinßky, seye
Todt, undt der hospodar, in der Wallachey; hette
sich mit den Polen conjungiret.
Der Dennemarkische gesandte, Christian Rantzow,
sol zu einem Reichßgraven, von Kayserlicher Mayestät
erklähret worden sein.
Jn Schweden, gehet es auch, zu 2 oder 3 factionen,
zwischen den Grandes, erscheinen, große jalousien,
die da endlich, zum innerlichen kriege, außschlagen
möchten. Die Deützschen, so hineyn gerayset, werden
mehr despectiret, alß respectiret. Nach der cröh-
nung, hat man von den Generalspersonen, vndter
andern, vom General Königßmargk 3 Tonnen
goldes, vom General Peykuhl 1 Tonne, vom General
Steinbogk 1 Tonne, undt von etzlichen Obersten,
zu 30000[,] 40000 oder 50000 ReichsthalerRthlr: etcetera Anlehen
begehret, Ja: alß General Königßmargk seinen, in Prag,
überkommenen überauß köstlichen Rubin, der Königinn
|| [[Handschrift: 26r]]
præsentirt, ist es wenig geachtet, auch nicht angesehen
worden, undt wirdt Graf Magnus, nebens herrn Erßkejn,
in kurtzem, nacher Wien, en Ambassade, abgesandt werden.
Zu Frangkfurth, wirdt von einem Defensionwergk
gerahtschlaget, auf 6000 Mann, Jtem: ob man Frangken-
thal belägern solle? undt woher die völgker, auch
geldt, undt Munition, zu erlangen? Die Stadt
Frangkfurth aber, will nichts hierzu geben.
Pfaltz-Neẅburg, wollen die Jülichischen undt
Bergischen LandtStände, nichts mehr, zu willen sein,
biß zuvor, ihren Gravaminibus abgeholffen.
Sie verlaßen sich, auf Lottringische hülfe, dergleichen
die Lottrin Lütticher, auch thun sollen.
Jn Frangkreich, triumphiren zwahr, die Kö-
niglichen, wegen der Victorie, wieder den Türenne,
(welcher Todt gesaget wirdt) alleine, die Par-
lamenten, die Geistlichen, undt die gemeinden,
beynebenst dem hertzogk von Beaufort, suchen
die erledigung, der gefangenen Printzen;
welche hingegen, die Königinn; der Düc d'Orleans,
undt Mazzarinj, suchen gefangen zu behalten,
und will weder der Adel, noch Landvolgk; noch Geistliche
mehr contribuiren. Mazzarin wirdt zaüberey beschuldiget.
Jn Schottlandt, sol des Königes General Carrè, über
3000 Mann, verlohren haben, oder ihne ruiniret worden
sein. Man hat empörungen vorgehabt, in Engellandt,
dem Könige, zum besten. Jst aber alles verrahten,
verkündtschaft, undt unglügklich, außgeschlagen.
Die Türckische Regierung zu Constantinopel,
hat den Königlichen Englischen Ambassadeur den Parlamen-
tischen gelifert, welche ihnen nicht allein, die
700000 erlegte Reichßthaler, vor untüchtige
Schiffe, wieder gegeben, sondern auch noch, 15
Schiffe, wieder die Venezianer, künftigen
Frühling, außzurüsten, sich erbotten.
Die Schotten, werben stargk, in hofnung, den
Cromwell, zu übermeistern, der König aber,
wirdt wie ein gefangener gehalten, undt
hat stets 100 Trabanten, undterm Schein, einer
leibguardia, bey Sich. Jn Engellandt Schottlandt,
undt Jrrlandt, thut die pest, viel 1000 Menschen
wegreißen.
Jm Gravenhaag, können die Staaden, sich nicht
vereinigen, wegen eines Generals, an des Printzen
von Uranien Stelle. Theils wollen einen, theils gar keinen.
Zu Brüßel, werden viel Patenta, volgk zu werben,
außgegeben.
Printz Ruprecht, ist im haven zu Toulon, in Frangk-
reich, hat gut glügk gehabt, etzliche Schiffe zu erobern.
Der gestangk, undt giftige Dämpfe, im Arcj-
pelago, währen annoch, wie auch, die Mächtige
außrüstung, wieder die Venezianer.
<Tortosa, in Catalonien, haben die Spannier, wieder occupiret;
undt haben bey Crescentino, im Piemont; die Frantzosen forthgetrieben.>
Schreiben entpfangen, wegen Ch C glügklicher
überkunft. Item: Neuiahrs briefe, vom hertzogk
Augusto von Ratzeburgk, undt vom hertzogk Joachim
Ernst, von hollstein. <Nota Bene[:] Auiourd'huy, ou l'ün de ces jours,
i'apprehens dü malheür, pour mes envoyèz.
Le bon Dieü les vueille garantir.>
<Thauwetter; undt Regen. 9 hasen, Abraham von Rindtorf nachmittags gehetzt.>
J'ay depeschè Iohann Balthasar Oberlender vers Leipzig. Dieu le conduyse.
Extra zu Mittage; die Rindtorfinn, Doctor Mechovium, undt
Ern Ionium, gehabtt.
Mon petit Charles, s'est disloquè, üne coste, & ne
laisse pas, de jouer, & railler. Dieu vueille conserver, ce bon
enfant, & luy conforter ses bonnes jnclinations!
Die Nachmittagßpredigt, jst <wegen mangels an predigern> eingestellet worden.
Es ist gestern, einer von Breßlaw, alhier gewesen, welcher
erschregkliche Sachen, von der Cosacken krieg, gewalt, Tapferkeitt,
undt Grawsahmkeitt, erzehlet, das einem die hahr gen berge stehen.
Der hofprediger Theopoldus (welchen ich besuchen laßen) wirdt
sehr schwach, undt krangk. Doctor Brandts medicamenta, mögen
ihn stargk mitnehmen, zu dem er große confidentz hat.
Gleichwohl klaget er, das seine natur sehr geschwächt
wirdt, von vielen artzeneyen, undt er hette noch heütte
etwaß einnehmen müßen, welches 24 mal operiret.
Jn vorigen Tagen, alß ich ihn bißweilen, besuchen laßen,
ist er nicht so Matt, undt kraftloß gewesen.
Gott wolle es mit ihm, zur gedeylichen beßerung, schigken!
undt Segen zur cuhr, geben! perge
Der aviß von Cosagken wahr also bewandt:
Sie hetten bestehtigung ihrer Privilegien, undt religionsexerci-
tij gesucht, aber auch beym vorigen Könige Vladislao, nicht
erhalten können. Derselbige hette sich endtschuldiget, das
er nicht absolut wehre, undt bey den sachen wenig, oder
gar nichts zu thun, vermöchte. Er, der Chmielinßky,
itziger, Cosagken General, (so vor diesem, dem vorigen
General, Koniezpolsky aufgewartett sol haben)
hette obiges anbringen gethan, aber zur antworth
bekommen vom Könige, wie gedacht, undt darneben:
Er hette ia doch einen Sebel an der Seitte, waß er
darmit machte,? Der würde ihm, undt seinen Cosagken,
das beste Mittel, zur Confirmation, jhrer Privilegien zeigen.
Darauff, hetten Sie sich, wieder die Polen empöret, die
|| [[Handschrift: 28r]]
Tartarn, zu hülfe genommen, undt so ein grawsahmes
Blutbadt, angerichtet, das fast innerhalb iahresfrist,
800000 Menschen, iung, undt altt, Mannes, undt weibs-
personen, ümbkommen. Vndter denen, wehren 200000
Juden gewesen. Die Jüden, undt Jesuiter, hetten
die größeste Marter, undt pein, außstehen müßen,
wiewol sie allen Papisten, sehr feindt wehren.
Die Jesuiter aber insonderheitt, hetten sie umb jhre
Griechische kirchen, gebracht, darumb Sie sich an
ihnen, grawsam rächeneten. Die Juden, hetten sie
umb ihre nahrung, gebracht, undt wehren ihnen,
eingedrungen worden. Sie hetten auf 200 meil weges
Landt gewonnen, darinnen Sie wolten, ihre Alte
Griechische Religion, restitujret haben, weil biß
dahin, vor 300 iahren albereitt, ihre grentze,
oder bezirgk gegangen. Sie hetten weitter nicht
gehen mögen, ob sie schon gekundt, undt vorgegeben,
wann man sie schützte, vndt ihre Religion, undt
Privilegia, freyließe, wolten sie gerne, der
Cron Polen, gehorsam, undt undterthan sein.
Allein, es schiene, man hielte ihnen nicht,
die Friedensartigkel, hingegen tyrannisirten
Sie, Barbarisch, undt unmenschlich undt köndten
|| [[Handschrift: 28v]]
in dem offenen Lande, undt Königreich, gehen, wohin Sie wollten?
Sie achteten ein hundert meilen weges, wie nichts, hetten
gute pferde, wehren sehr wol armiret, mit Rohren,
pistolen, Pusikanen, Tscheckkahnen, puffern, Palaschen,
Sebeln, undt wüsten sehr behende, darmitt umbzugehen,
hetten deützsche Officirer, undt Malcontenten, bey sich.
Zwahr, die deützschen Soldaten, undt Officirer, welche
sie im anfang des aufstandes, bey sich gehabt, hetten
sie alle Niedergemacht, damit sie ihnen, an ihrer
intention, nicht hinderlich sein sollten. Die itzigen
aber, so zu ihnen fallen, halten sie sehr wol, undt
geben ihnen, gute quartier. Sie die Cosagken,
sollen alle Lateinisch reden, undt die Deützschen
außlachen, auch wol gar prügeln, die nicht Latein
gelernet haben. Sie haben allerley inventionen
erdacht die leütte zu plagen, so sie gefangen.
Theilß priester, Jesuiten, Münche, undt Pfaffen,
sollen Sie haben, lange hungern laßen, undt
endlich einen auß ihnen geschlachtet, undt gebrahten,
welchen die andern hetten freßen müßen.
Andere Menschen, hetten sie eingegraben biß an
halß, undt brodt vorgeleget, so weitt vom
munde, das Sie es nicht ergreiffen, aber doch, dar- || [[Handschrift: 29r]]
nach verlangen, undt mit dem appetit, sich quehlen
können, biß Sie gestorben.
Viel Knaben, hetten sie mit den händen, an
wände, oder baẅme, angenagelt, biß sie verschmachtet.
Kleine kinder, hetten sie ermordet, wieder die
wände, geschmißen, undt gantze brunnen voll,
darmit gefüllet.
Frawen, undt Jungfrawen, übel geschändet.
Officirer, undt Soldaten, Deützsche undt Polen,
umb die hände, undt füße gestümmelt, undt
ihnen das schießen, undt lauffen, beßer zu
lernen, exprobriret, undt vorgeworffen.
Theilß hetten sie die Fußsohlen abgeschnitten,
theilß die hautt abgezogen, undt a la mode
canons, darauß machen wollen, theilß
geschunden, theils gar verbrandt. Undt wen
sie begnadigen wollen, den haben sie, alsobaldt
Niedergehawen, damit er den Todt, nicht zu
empfinden hette. Manchem haben sie, vor seinen
augen, die kinder niedergehawen, etcetera etcetera
40000 dieser Cosagken, sollen beßer sein, als
100000 Polen, undt nicht also durchgehen; im kriege.
Das gantze Landt, Schwartz Reüßen, (eine vornehme
Provintz, zum Königreich Polen, gehörig) sollen Sie recupe-
riret, auch einen Griechischen Metropolitam, oder Ertzbischof,
neben andern Bischoffen, wieder eingesetzt, undt die
lateinischen Bischoffe, veriaget, oder ermordet haben.
Der König, wirdt verdachtt, alß solte er mit
ihnen colludiren, weßentwegen, er in großer gefahr,
vor seinen eigenen Polen ist. Gott bewahre ihn!
Es sollen, über 200000 pawren, Griechisches
glaubens, sich zu ihnen den Cosagken geschlagen,
undt empöret haben.
Fürst Radzivil, hette sich im kriege, wieder
Sie, Ritterlich verhalten, undt groß Lob, eriaget.
Die Precopenßer Tartarn, solten an itzo
wieder, in armis sein, undt aufwärtig, wann
sie ihrer begehrten, ihnen zu hülfe, zu kommen,
gestaltt dann auch, des Moßkowiters adhæ-
rentz, bey ihnen, besorget würde.
Wann die Cosagken, mit Türgken, Tartarn,
undt Moßkowitern, sich conjungirten, würden
Sie, eine unüberwindliche Machtt, zusammen
bringen, undt nicht allein, Polen, undt Littawen
verheeren, und durchstreiffen, Sondern auch Deützschlandt
|| [[Handschrift: 30r]]
formidabel sein. Gleichwol ließen die Polen, ihren
pracht nicht, undt wehre der Adel darinnen, sehr
hochmühtig, pancketirten, dominirten, alß ob
Sie solche augenscheinliche große gefahr, ihres
VaterLandes, wenig, oder gar nichts achteten.
Sie wolten auch die päße, oder wolgelegene
plätze, nicht befestigen, weil sie besorgten,
ihr König, möchte sich deren, zum absoluten
Dominat, mißbrauchen, undt Sie wehren
auch so großmühtig, das sie vermeinten, Sie
wehren im felde bastant genung, den
feinden zu wiederstehen. Wie aber?
wann eine Schlacht verlohren würde?
Die Tartarn, sollen sagen, ihre vorfahren
undter dem König Battj, wehren, vor 300
iahren, in Deützschlandt, wol gewesen.
Sie müsten es wieder einmal visitiren.
Wie es ihnen aber damalß bekommen?
Undt wie sie der Tapfere hertzogk heinrich
von der Lignitz, in Schlesien, geschlagen,
ob er gleich, neben andern Tapferen Rittersleütten
geblieben, darvon seindt die Historien voll! Gott
bewahre uns, undt unsern nechsten; vor solchen Gästen!
<Thawwetter.>
Jch habe Secretarium Paul Ludwig bey mir gehabt, undt vielerley
expedienda, (Gott gebe zu glügk!) expediret.
Das waßer der Sahle, wirdt sehr groß, wächßet
immerforth, macht die überfahrt gefährlich, undt dörfte
wol schaden thun. Gott verhüte es in gnaden!
Mein viehe krongket (Gott Lob) nicht mehr. Drey
kühe, undt zehen kälber, seindt alhier zu Bernburgk
aufm vorwergk, gestorben. Die übrigen, seindt wieder
aufkommen, waß kühe, kälber, Rinder, etcetera gewesen.
Die Schafe seindt alle fast krangk gewesen,
an hußten, an Lahmen Schengkeln, undt dergleichen,
haben sich aber auch (Gott Lob) gebeßert, wiewol
ihnen die kälte schadet, undterm freyen himmel, in
ermanglung der gebeẅde, undt das Strohfutter,
auch abgehen will.
Die Schweine (rev) seindt auch alle krangk
gewesen, undt einer drey seindt umbkommen,
auch an der neẅen viehkrangkheitt. Sie kehren
aber numehr, (auch Gott Lob) alle wieder zu.
Gott bewahre unß, undt unsere benöhtigte
haußhaltungen, vor fernerem unheyl! undt Strafen!
Mein getreydig, ist in den übel geflickten
beyden offenen Scheünen, noch mehr aber, in den diehmen
|| [[Handschrift: 31r]]
sehr elendt zu dreschen, <ist> außgewachßen, vom Schnee
übel verderbet, von den Tauben, Sperlingen, und andern
vögeln, außgefreßen, undt thut mir einen Mächtigen
Stoß. So kan man auch, das Strohe auß der Stadt,
nicht herüber bringen, wegen des eyses, und gewäßers.
Waßer muß ebenesfalß, in ermanglung der stille-
stehenden kunst, mit wagen herauf geführet, undt
angeschaft werden. holtz, ist auch beynöhtig,
undt übel anzuführen. Die Victualien,
seindt auch nicht wohl, umbs geldt zu bekommen.
Jn Summa: die haußhaltung, wirdt mir Sawer,
undt Schwehr, zumahl bey so geringen Einnahmen,
abgang des Fehrgeldes, undt unersättigkeit
etzlicher stets pinselnden, undt Lamentirenden
Einheimischen Persohnen! Patientia! Patientia!
Gott helfe mir väterlich, alles <leiden> creütz,
undt wiederwertigkeitt, mit gedult, zu übertragen!
Nachmittagß, seindt wir hinauß, nach Zeptzigk
gefahren, undt ich habe meine Töchter, im Schlitten,
dahin geführet. Jst das erste mahl, das ich sie, in
einem, undt mein Sohn Victor, im andern Schlitten geführet,
wiewol die Elltiste Lenörchen, auch einmahl von Mir,
(als Sie noch gar klejn gewesen) alhier mag sein
geführet worden. Ernesta Augusta; und Anna Sophia
aber dißmahl.
<Berenreütter, ist heütte, in Eidt undt pflicht, genommen.>
Post sacra, & Prophana peracta, bin ich in die korn- Maltz-
undt kunstmühlen, gegangen, auch überall verhinderungen,
wegen des großen waßers gefunden. Es stawet sich,
undterhalb, wegen des Eißes, wächßet alhier zu
Bernburgk; immerforth, undt gehet dem Thamb6,
vndten, wje oben, gleich. Man köndte wol, mit Kahnen,
an itzo sicher, übern Thamb, fahren. Oberhalb stawet
es sich zwahr auch etwaß, an etzlichen horsten, undt
zu Alßleben, also daß mo<das> eiß, weder helt, noch bricht,
undt hin- undt wieder, die Commercien aufhelt.
Gott gesegene, undt erleichtere! Die Schwehre
haußhaltungßbürde! Die Große Fehre,
kan auch nicht gehen, ist sehr befrohren; undt
das Sail, kan kawm höher gespannet werden.
Philip Güdern, sein kleinestes Söhnlein, ist am
iammer gestorben. Sol morgen, (Gebe Gott) begraben werden.
Memento morj! Transeundum est!
Avis: das nicht allein, ein Graf von hanaw,
Freẅlein Susanna, von Deßaw, heyrathen,
sondern auch baldt anhero kommen werde inß
landt, eine stargke Prætension, abzuheischen.
Gott helfe, auch auß diesem labyrinth, emergiren!
Die Schwester, Dorothea Bathilde ist heütte undt gestern, sehr unpaß
gewesen. Der Liebe Gott wolle sie trösten! undt stärgken!
Ein gratulationschreiben, zum Neuen iahr, vom Brieg, entpfangen.
Jn die wochenpredigt, mit meinen Söhnen, gezogen, da dann
Er Jonius geprediget, auß dem 68. psalm: Gott leget
unß, eine laßt auf, aber er hilft unß auch. Wir
haben einen Gott, der da hilft, undt den herren
herren, der vom Tode errettet.7 perge et cetera
Nachmittagß, seindt wir im Schlitten gefahren. Jch habe
Meine Tochter, Angelica, geführt, Victor Amadeus, hat
meinen Carolum Ursinum, geführt, undt Rindtorf die
Jungfer Wirleben. Jch habe anfangß, wegen der pferde,
impedimenta gehabt, welche scheẅ worden, undt
sich gebaẅmet, da Sie doch andern, guht gethan.
Darnach, habe ich pferde gewechßelt, undt bin wol
forthkommen; biß nacher Zeptzigk, mit meinem Sohn,
welcher ein kleines klepperlein gehabtt. Rindtorf
aber, hat baldt vor Wolfgangßkirche, umbwenden,
undt nach hause, umbkehren müßen, weil ihme
sein Schlittensitz, gebrochen.
Vorgestern, sol Dorothea, Tobias Steffeck von Kolodeys haußfraw, stargk
haben hören, gegen Morgen, am hause anklopfen, da doch Nie-
mandt da gewesen. Sie ominiret derenthalben, von ihme, nichts gutes.
Gott bewahre, vor unfall undt verderben!
<Regen, Schlagkwetter.>
Iohann Balthasar Oberlender ist wiederkommen, con qualche mîa sodisfazzione,
e lettre, d'Anspach, Krannichfeldt, Lauttern, Weymar, Cassel, Vienna &cetera
Die 27 fuhren, so anhero, nacher Bernburgk, gewoltt
haben, seindt zu Rosembergk, über daß gestawete
Eiß gegangen, Jst mir also wenig glügk beschehret. perge
Jedoch, ist die rechte handt, des Allerhöchsten unver-
kürtzt. Er gebe mir doch, wahr gedultt, in allem Creütz,
leyden! undt wiederwertigkeitt! vmb Jesu Christj willen, Amen!
<2 hasen, hat Carolus Ursinus gehetzt.>
Die avisen geben: das auß den Tractaten, zwischen
Generalen Cromwell, undt Straugham, nichts worden,
undt das es zun extremiteten, kommen dörffte.
General Midleton, (so gut Königisch) hette seine
außsöhnung erhalten, wehre von der Geistlichen
bann, liberiret, post precationem factam,
undt conjungirte sich, cum reliquis Scotis.
Jn Jrrlandt, stärgkt sich wieder die Königische Partey.
Jn London, gibts rumohr, undter den Kaufleütten,
weil Printz Ruprecht, ihnen, ein reich beladenes
undt noch drey andere von Malaga kommende
Schiffe angegriffen, drey in grundt, geschoßen,
eines erobert, undt in die 500000 gülden werth,
darauff gefunden. In Virginia wiedersetzen
|| [[Handschrift: 33r]]
sich auch die Königlichen, wieder die Parlamentischen.
Die Schotten, haben die kröhnung ihres Königes, biß in
Februarium; verschoben, undt rüsten sich, zum endtsatz
des Edenburgischen casteels, mit Machtt. Die
Engellischen Parlamnetarij; müßen an itzo, drey
Armèen halten; eine wieder Schottlandt, die andere
in Jrrlandt, undt die dritte in Londen, wieder die
tumultuirende malcontenten. So wollen sie
auch noch 100 Schiffe außrüsten, umb die See, zu
kreützen, sich an den Frantzosen, undt ihrem anhang,
zu revangiren, undt die Commercien, sicher zu haben,
alß 50 Schiffe wieder Portugall, undt Pfaltzgraf
Ruprechtt, 30 wieder Schottlandt, undt 20 wieder
Frangkreich. Der König hat 100 Trabanten,
undt ein Regiment zu pferde, Tag, undt Nachtt,
umb sich, zur versicherung, seiner person.
Die Frantzosen, haben in Catalogna wenig
glügk, diß iahr. Tortosa haben sie, per accordo,
verlohren. Barcellona, stehet in gefahr. Die
Türennische Niederlage der Spannischen, wirdt
ferner avisiret, daß nemlich General Türenne, mit
etzlichen Spannischen undt Lottringhischen trouppen, in die
8000 pferde, undt 4000 zu fuß, bey Saint Estienne
unferne von Rethel, zwahr zu spähte zum entsatz,
ankommen; da die Königlich Frantzösischen, in 18000 Stargk;
|| [[Handschrift: 33v]]
en battaille gestanden, (am 15. Decembris stilo novo vorigen
iahres) undt nach hartem gefechte, darinnen, undter
dem General Turenne, drey pferde, Todtgeschoßen
worden, hetten endlich die Türennischen, das Feldt
raümen müßen, deren wehren 2000 Todt blieben,
undt bey 2000 gefangen, bey 4000 Reütter,
hetten sich, nach Stenay, retiriret. Die pawren,
hetten viel Todtgeschlagen. Die Frantzosen,
hetten viel gefangene bekommen, & viceversa
die Spannischen ebenermaßen, ihres Theilß.
Frantzosen, haben viel officirer verlohren.
Beyder Theile armèen, seindt sehr ruiniret,
undt auf etzliche Monat, gleichsam ohnmächtig worden,
undt beyderseits, in die winterquartier ge-
gangen, da dann General Rosa Lottringhen, heimsucht.
Der Mareschal dü Plessis Praslin, (welcher das
Commando eigentlich, auf Königlich Frantzösischer seitten,
über alle gehabt) hat in diesem treffen, seinen
Sohn, undt den Conte d'Hospital verlohren.
Gehen in Normandie, die winterquartier zu beziehen.
General Rosa, hat seidthero, Bar eingenommen. Gene-
ral Ligneville8 auf Lottringischer seitten, undt Oberster
Cappion seindt Seidthero, an ihren wunden, gestorben.
Die Frantzosen, haben auch, den Obersten Lana, ge- || [[Handschrift: 34r]]
fangen bekommen, welcher die Deützschen trouppen
angeführet, undt commandiret, unsern guten bekandten.
Die Königin Regentinn, hat im Raht zu Paris propo-
niret, man solte dem Marquis de Bouteville, undt andern
gefangenen Türennischen Officirern, alß Rebellen, der
krohne, ihren Proceß machen, Düc d'Orleans aber,
hat sich deme wiedersetzt, vorgebende, man müste
Sie, alß prisonniers de guerre, tractiren, sonst
würden die Spannischen mit ihren gefangenen,
eben also mitspielen. Pfaltzgraf Philips,
ist leyder auch, undter den Lottringhischen nicht baldt,
sondern eine zeitlang hernacher, todt gefunden, undt
erkandt worden. Der Sieg, ist zwahr auf der
Frantzosen seitte, die Stöße aber, gehen gleich
auff, undt hat sich kein Theil einiger præferentz
dißfalß, groß zu rühmen, Es sollen gleichwol
dem Könige, 40 Fähnlein, undt 70 Stan-
darden, nebens etzlichen höerpaugken, præsen-
tiret worden sein. Türenne ist frisch und gesundt,
(Gott Lob) undt recolligiret sich wieder. Die
Königinn, wehre auch gesundt worden, vor Freẅ-
den über diesem Siege. Es sollen 6 neẅe
Mareschaulx de France; gemacht werden, alß:
1. Der Marquis de la Force; 2. la Ferte Imbaut. 3. Sene-
terre 4. Visconte d'Arpajou. 5. Villequier 6. Hocquincourt.
Die gefangenen Printzen, werden numehr ihre
gratiosam redemptjonem, ex Portu Gratiæ,
(Havre de Graw!) erwartten müßen;
undt dem Türenne, mögen seine Concepten, zimlich
verrügkt sein.
Der wiederwillen, zwischen dem Pabst, undt
Frantzösischem Ambassadeur nimmet täglich zu. Es seindt
auch vier falsche Müntzer, undter den gefan-
genen zu Rom, in des Ambassadors pallast, bekommen
worden. Der Ambassador endtschuldiget sich, mit der
unwißenheitt, schiebet die Schuldt, auf seinen
hofmeister. Der Pabst aber, hat darahn, kein
genügen, Sondern leßet den Pallast bewachen,
undt ein wachthauß davor bawen.
Die Neapolitanischen außrüstungen, gehen
wol von statten, undt seindt Patenta, auf
10000 zu fuß, undt 2000 zu pferde, in
Deützschlandt zu werben, außgegeben.
Mag auf Casal angesehen sein.
Jn Polen, befahret man noch, der
Cosagken, Türgken, undt Tartarn, conjunc-
tion. Der König, wil mit 60000 Mann
(darundter viel Deützschen) Persöhnlich, zu felde
|| [[Handschrift: 35r]]
gehen. Befindet er sich dann nicht bastant, so sol alß-
dann, durch die gantze Crohne, erstlich der Zehende,
hernacher der Fünfte Mann, vfgebotten werden,
undt dem Könige zu hülfe, geschigkt, auch
endlich gar, Mann, vor Mann. Theilß halten
den General Chmielinsky; vor Todt, Theilß sagen,
er wehre mit 60000 Mann, dem Pollnischen Feldt-
herren, (welcher 40000 hat) vorbey paßiret.
Zu Warschaw redet man nur, vom kriege,
undt kriegesrüstungen, weil die Cosagken undt
Tartarn ebenesfalß gewaltig armiren.
Es erwegket auch bey den Jnnwohnern,
keine geringe furchtt, das hin- undt wieder,
am Himmel, auch in der Lufft, undterschiedliche
miteinander streittende Kriegsheere, undt
andere Omina gesehen werden. Gott
wolle sich der armen Christenheit, gnediglich, erbarmen!
Der Türgke sol albereitt, der Cron Pohlen,
den krieg haben angekündiget, undt die Cosagken,
gegen Rußlandt avanciret sein, auch der
Hospodar in der Wallachey; von Pohlen,
hülfe begehren. Der König in Polen aber,
von Kayserlicher Mayestät einen secours, an volgk;
undt gelde stargk urgiren.
Den 26. Decembris stilo novo annj præteritj, hette man
gegen Mittage, am himmel drey Sonnen, zu
Wien, gesehen. Das Kayserliche ablager sol zur
Neẅstadt, mit der hertzoginn von Mantua,
ohne pracht, gehalten werden.
Jn hollandt, schläget der rogken, wieder auf.
Die Staaden, können sich, wegen des Generalats
noch nicht vergleichen. Viel große herren,
retiriren sich außm haag, als: die graven
von Naßaw, Brederode, Rheingrave, <Hauterive> etcetera.
Man weiß nicht, auß waß vhrsachen?
Die Amsterdammer negiren es, daß sie sich
mit dem Parlament von Londen, heimlich ver-
bunden, undt inquiriren, nach dem Authore, so es spargiret.
Pensionarius Catz, wehre in arrest, genom-
men worden.
Zu Frangkfurth, wirdt noch, daß Defen-
sionswesen, tractiret, iedoch gibt es viel, dissen-
tirende köpfe, so wenig darzu contribujren wollen.
Die Venezianer besorgen, der Türgke
werde diß iahr, stargk kommen, zu, waßer,
undt zu Lande. Jhr Tapferer General,
Giacomo della Riva, der so große dienste
|| [[Handschrift: 36r]]
ihnen, mit geringer Macht, und geringen unkosten,
gethan, wirdt von seinen jnvidis, et æmulis, beschuldi-
get, er seye zu zeitlich, von den Dardanellj gewichen,
undt hette den Türgken luft gemacht, mit ihren
Schiffen, zum endtsatz Canea, außzulauffen.
Die Venezianer befinden mangel, an gelde,
an Schiffprovision, an allerley. Scheinet also, alß ob
es diß iahr, nicht wol ablauffen dörfte, mit
ihrem kriege? Gott erbarme sich, der Christenheitt!
General Mocenigo, sol mit dem guten la Riva
einen proceß angefangen, undt seine Treẅe
dienste, wenig attendiret haben! Undangk!
in fine Laborum! Die Griechen, haben ein Schif,
mit gelde, (davor man korn einkauffen sollen)
verrathen, undt dem Türgken, überlifert,
nach Rhetimo, an stadt das es in Arcipelago fahren sollen.
Graf Maximilian Khurtz, hat im Nahmen
des Bayerischen Chur Printzen, der Princeßin Adel-
heidt zu Turino, einen kostbahren Mählring:
auch etzliche kleinodien, von großem werth,
undt ihrer FrawMutter, der hertzoginn einen
gantz Silbern, vergüldeten SchreibTisch, und dem
iungen hertzog von Savoya, eine Trugen, voller
mit goldt undt Silber, gezierten waffen, verehret.
Als der Cardinal Trivultio, ViceRè von Sardegna
viel seiner kleinodien, undt in 40000 Duplonen,
von Cagliarj, nach Rom verschicken wollen,
seindt selbige, von dreyen Niederländern, als
seinen Cämmerlingen, endtführet, wie dann auch
diese destwegen, bey der Nacht, auf Laitern,
über die Mawren, des Casteels, undt der Stadt,
herundter gestiegen, undt mit gedachten kleinodien,
undt gelde, in einem hamburger Schiff, heimlich
darvon gesegelt.
Der Kayser leßet die Schlesischen besatzun-
gen, an den gräntzen, mit 6000 Mann,
gegen Polen, verstärgken, aufn Nohtfall,
darmitt selbigem Könige, zu hülfe zu kommen.
Ein welscher Rittmeister, so sich mit
gewaltt, in die Kayserliche Anticamera zu
Wien, eindringen wollen, ist zum Profoßen,
geleget worden. Sein bruder aber, hat vor
ihn, bey Kayserlicher Mayestät einen Fußfall gethan,
vorgebende, er wehre Lunatico, oder Mohn-
süchtig, undt Wahnwitzig, darauf Kayserliche Mayestät
ihn wieder loß zu geben, befohlen, die Rähte aber,
haben es wiederrahten, umb ihn schärfer examiniren
|| [[Handschrift: 37r]]
zu laßen. Es sol am Neẅen iahrsTage, geschehen sein,
als Jhre Kayserliche Mayestät gebeichtet. Jhrer Mayestät
podagra sol sich (Gott Lob!) wieder gelindert, undt
gebeßert haben, also daß Sie wieder auf die Schwein-
hatz, nach Orth, verrayset, undt nach Ostern,
dero copulation, zur Neẅstadt, ohne sonderes
gepränge, anstellen wollen.
Die Evangelische Schulpursche, zu Dortmündt
im Lande von der Margk, sol an Mariæ Emp-
pfängnüß abendt, die kirche undt Closter
des prediger ordens aldar, das Schwartze kloster
genandt, nahe an der Evangelischen Schule gelegen,
mit Steinwerfen rundumb bestürmet, undt
die Münche, auß ihren Zellen, in die kirche,
getrieben, haben. Dörfte lose händel setzen.
Der Tartarische Gesandte9, rayset auß
Schweden, durch Dennnemargk, undt Polen,
wieder zu rügke. Sol nichts erhalten haben.
Die Donna Olympia, kömpt bey dem Pabst,
wieder zu gnaden, als man vermeinet.
Der Pabst, hat am Frantzösischen hofe den Ambassadeur ver-
klaget, das er böse buben herbergete, iehner
aber, sich damit endtschuldiget, das er die armen
vertriebenen Neapolitaner, auß mittleyden, aufgenommen,
nur auf eine zeitlang, weil ihnen der Pabst, mit freyem Paß, nicht wjll- || [[Handschrift: 37v]]
fahren wollen, auf undterschiedliches begehren.
Der außschlag, dieses Streitts, wirdt von Paris,
erwartett, wo ferne der pabst, damit vergenüget.
Die Conferentzien, wegen der Gräntzescheidung
zu Stettin, sollen noch, vor sich, gehen. Jtem:
Die Friedenßtractaten zu Lübegk, zwischen
Polen, undt Schweden, Frangkreich, undt der
hertzogk von Curlandt, sollen die vornehm-
sten Mediatores sein.
Graf Magnus de la Gardie, undt der
KriegsPræsident, Alexander Erßkein,
sollen im Februario nacher Wien, ablegiret werden,
die lehen, wegen der Königinn, vom Kayser,
(über die, im friedensinstrument gewonnene
Fürstenthümber im Reich,) zu entpfangen.
herr Biörneklaw, wirdt ehistes aufsein
nacher Wien, als Königlicher Schwedischer resident,
daselbst ordinariè zu verbleiben, undt
der großen Gesandschaft, die bahne
zu bereitten.
Der Düc de Guise ist noch gefangen in
Spannien, kan nicht loß kommen, weil es
ihme, an geldt gebricht perge
Der Türckische Gesandte10, (welcher zu Madrill gewesen)
Sol im rügkwege zu Maiorica, gestorben, zuvor aber, von
selbigem Ertzbischoff zum Christlichen glauben, bekehret,
undt getauft worden sein.
Oberlender, ist heütte in die Sahle gefallen, wehre baldt er-
trungken, als er in einem kipkahn, überfahren wollen. Gott Lob! undt dangk! <Der ihn bewahret hat,
der helfe ferner, mit gnaden!>
<Nix.>
Wann sich Oberlender, nicht am großen Sail, so über die
Sahle gehet, (die fehre überzuführen) gestern sich mit
machtt, (weil ihn der Strohm, stargk getrieben,
undt er in seinem langen rogk oder Mutzen,
biß an gürtel, <viel> waßer geschöpft,) genaw
erhalten hette, meinet man er wehre ersoffen,
ehe man ihm, zu hülfe kommen können. Jst also
außerm Schertz gewesen. Gott beschirme ferner, väterlich!
Michael Ringk ist (Gott Lob) fæliciter wiederkommen, per
nives, per montes, per saxa (per ignes, qasi vel) Gott lob,
sed re infecta et cetera Gott helfe ferner, mit gnaden!
Il a apportè, dès pappiers; rien, de solide!
Baldt darnach, ist ein bohte, vom Landgraf her-
mann, ankommen, derselbe schreibet mir, undt bittet
mich, ihme, einen Cantzeleyraht, undt Assessorem
zuzuweysen, auß diesem Lande, undt von der
religion, weil in heßen, alles desolat in Schulen, die
meisten, in krieg, gelauffen, auch proceß im Lande, die leütte
abschregken; aldar zu dienen. hat gute confidentz, zu mir!
<Kälte.>
Mon petit Charles, a songè en ma chambre, ceste
nuict, de la mort de ma femme, qui seroit soudajnement
disparuë en l'Eglise, apres avoir ouy le presche dü Mi-
nistre de Palberg, icy, et la servante Susännichen,
l'auroit cerchèe en nostre tombeau, & l'auroit
trouvèe morte, dans la biere, ou cercueil, les
mains toutes froides, & le visage aussy, dont
on eüst fort pleurè, & luy aussi le petit, en
pleüra tant, a bon escient, qu'a peine le
peüst il oublier, s'estant rèsveillè! Mais
ordinairement, Songes; sont, mensonges!
Vormittags, hat Er Marggravius, auf unserm Sahl
geprediget. et cetera
Extra zu Mittage, die Rindtorfinn, undt Doctor Mecho-
vium, gehabtt. Er Marggraf hat sich absentiret.
Nachmittagß, zur kirchen, cum filiis, in des Diaconj
Jonij; predigtt.
Avis: daß nicht allein zu Pfuhle, undt zu Küstrena
alles, im waßer stehet, sondern auch, zu Groß:
undt Klein Rosenbergk, zu Breidenhagen, zu
Agken, allwo die leütte, weder auß- noch ein können,
in die drey Tage lang, mit den glocken, gestürmet,
|| [[Handschrift: 39r]]
umb hülfe, undt daß aldar gelegene, auch von vielen
Bernburgern, erkaufte bawholtz, an der Elbe, weg-
geschwemmet worden. Patientia!
Schreiben von Gottorff, undt Norburgk, gratulationes.
Schreiben von Chur Pfaltz, vom Marggraf Christian,
von Madame Elizabeth, von der wittib, zu hilpoltnstain,
vom Sekirka. et cetera
Die avisen geben:
Daß der gute Pfaltzgraf Philips, gewiß geblieben.
Das Türenne sich recolligire, undt die außge-
rißenen Officirer, straffe! mit decollirung, und relegation.
Daß Cromwell, das casteel zu Edinburgk
mit accord erobert, undt der König in Spannien,
wie auch, die herren Staaden, mit dem Engelländischen
Parlament, (wieder vermuhten) eine alliance geschloßen,
undt der König in Portugall, gleichmeßiges
suche, Printz Ruprecht aber, geschlagen worden seye.
Tortosa in Catalonien, hetten die Frantzosen verlohren.
Der Türgke, würde mächtig, contra Venetos.
Jn Polen, währeten noch die turbæ, und gefahr.
Jn Schweden, determinirte man auch eine Le-
gation, nach der Tartarij. Genua securirte
mächtig, an geld, und schiffen, die Venetos; nur umb des Königlichen
Tituls, willen. Die Königin in Hispanien, wehre gravida.
Schreiben von Schwester Sophia Margaretha daß dieselbe baldt anhero
zu kommen, gedengket, et qu'on void a Berlin, derechef
la femme blanche, sans teste, ce que plüsieurs craig-
nent, denotera la mort de l'Electeur (ja, à Dieü, ne
playse!) et qu'il y a encore d'autres meschans signes.
Briefe von Zerbst, in vielen publicis, undt
Landeßsachen. Gott helffe emergiren!
<Kälte.>
Jn die wochenpredigt, mit Victore Amedeo; gezogen.
Er Jonius, hat geprediget. Den Text:
Sol ich dich schützen Jsrael, Sol ich nicht billich, ein
Adama auß dir machen, undt dich wie Zeboim
zurichten, et cetera Aber Meine Barmhertzigkeitt,12 etcetera
Mein Sohn Carolus Ursinus, hat Manna einge-
nommen, Gott laße es ihme wol bekommen! et cetera
Avisen, von Erfurdt, per Hartzgeroda. Confor-
miren sich mit den Leiptzigern. Der Schnee droben
lieget so tieff, das man auch von hartzgeroda,
nacher Gernroda, nicht forthkommen kan. et cetera
Michel Ringk, ist von Magdeburgk, Gott
Lob, unversehrt wiederkommen. Die wölffe sollen
undterwegens, die leütte, sehr molestiren,
undt beschädigen.
Briefe vom Könige Friederico III. in Dennemargk
vom Hertzogk hanß, zu Eütin, vom hertzogk Philippo
Meinem Schwager, entpfangen, alles höfliche gratulationes.
Hier au soir, üne ancienne bouche voulüt prophetiser
beaucoup dès chastiemens de Dieü, ceste annèe, comme:
d'inondations, de chertè, famine; peste; &cetera &cetera &cetera
Le bon Dieü, nous en vueille, benignement preserver!
Es ist gestern abendt, abermalß, ein Stingkender
duftiger Nebel eingefallen, unahngesehen
des großen frosts, undt käldte. perge Die
Sahle fället zwahr etwaß.
Jch habe an Fürst hanßen, geschrieben, undt Jhrer
Liebden meine gedangken, (weg<mit> Jhrer Liebden mich in hoc
passu, conformirende,) zu erkennen, gegeben,
wegen des unnöhtigen LandtTags, undt daß
ich darmit, nichts zu schaffen, auch keine
Spesen, wieder Mich selbst, conferiren wollte,
Sintemal die einkommenden Steẅren,
des Bernburger Antheils kawm sufficient, mich
undt die meynigen, zu befriedigen. Mein ius
quæsitum, ließe ich Mir, nebenst dem er-
langten Dominio, an den Steẅren, durch andere credi-
tores nicht nehmen. Man würde nur, einen Concursum, und Verhetzung,
|| [[Handschrift: 40v]]
veruhrsachen, & talia! habe auch an Fürst Augustum
geschrieben, alles, nomine meo, & fratris Fridericj.
Gott helfe doch einmahl, emergiren!
Mein Sohn Victor Amadeus, hat heütte auch
Manna gebrauchtt 4 loht, Gott laße es
ihme, wol bekommen! undt gedeyen!
Carolus Ursinus, nahm gestern 2 loht ein, hat
nur dreymahl operiret, bey ihme. Mag eine,
allzuschwache Dosis, gewesen sejn.
Noirmont, ist bey mir, gewesen. perge allerley
importantzen zu referiren, undt ist extra zu Mittage geblieben.
Zacharias, ist von Ballenstedt wiederkommen,
mit Victualien, undt briefen von dannen,
wie auch von dem hertzogk, undt hertzoginn
zu Wolfenbüttel, in höflichen terminis!
J'ay èscrit, aux Princesses Catherine,
& Elizabeth; a Crossen. Dieu donne süccèz!
<Kälte.>
heütte habe ich etzliche wagen, mit getreydig
nacher Magdeburg, geschicktt. Gott wolle
sie geleitten!
Doctor Philippus Beckmannus, hat sich, bey mir eingestellet
zum Neẅen Leibmedico. Gott gebe unß glügk zusammen!
J'ay receü lettres, & dèspences, (in causa Religionis
Servestana) dü Directoire de Plötzkau
Secretarium Paul Ludwig habe ich Nachmittage bey Mir
gehabt, in jmportantissimis. perge
<Kälte. Schön helle wetter. 2 hasen Oberlender geschoßen>
Diese Nacht, habe ich, einen stargken fall ge-
höret. Cela ne me plaist point!
J'ay expediè, dès déspeches, d'jmportance,
que Dieü vueille benir! & bienheürer!
Jch bin nachmittagß, in schönem klahren wetter,
hinauß spatziren, undt schießen gegangen, auf
die krähenhütte, undt sonsten, aber nichts
angetroffen, alß wenig Sperlinge, zu schießen.
Am heüttigen Tage, Paulj bekehrungs, ist
es helle, undt klahr wetter, secundum vulgatum
Clara dies Paulj; bona Tempora denotat annj!
Michael Ringk ist (Gott Lob) fæliciter von Magdeburg wiederkommen.
Ce ieüne compagnon a desja bien de l'addresse,
Dieu le benie! & luy continuë ses graces! Amen!
Extra zu Mittage: den CammerRaht Doctor Mecho-
vium, und Magister Enderling gehabtt. et cetera
Nachmittags cum filijs, in des Marggravij; predigt,
in die kirche gezogen. Ein Toller hundt ist in reditum, uns begegnet
|| [[Handschrift: 41v]]
undt hat Wentzeln, den Mundtkoch, angefallen,
das er bluhtrünstig worden, wie auch den hauß-
knechtt Clemen. Er hat auch alle kleine
hunde im Schloße (utriusque sexus) fast gebißen.
Der page Wartemßleben, hat ihn Todtgeschoßen. et cetera
<2 hasen Viktor Amadeus und Einsidel.>
Der Neẅe Medicus, Doctor Beckmannus, ist bey Mir gewesen.
Jtem: der Stadtvogtt, in andern angelegenheitten.
Postea der krangk gewesene Philip Güder, deßen
iüngstes Söhnlein, an pogken, gestorben, die andern
Söhne aber, genesen. Die pogken, oder kindeß-
blattern, grassiren sehr, in der Stadt. Jedoch,
sterben wenig darahn. Gott helfe ferner, mit gnaden!
Jm hartz, ist so tiefer Schnee, das hirsche,
wild, undt Füchße, zun leütten, in die höfe
hineyn lauffen, umb Stollbergk herumb,
auch viel umbkömpt. Vmb Jlefeldt, ist es
auf die Steinklippen gestiegen, darnach, hauffendigk
herundtergefallen, undt den pawren, (nur biß auff
die heütte), preiß gegeben worden.
Hans Wentzel Rohte, Balbirer, ist auch bey Mir
gewesen; allerley Artzneysachen, undt Chirurgica
zu referiren. Il a dès beaux secrets, & estüdie
diligemment!
Avis: daß die Elbe, umb Dresen[!] herumb, er-
goßen, undt dem lande so großen schaden gethan,
als kawm, in 100 iahren, geschehen.
Jch habe Philip Güder, undt andere in Oeconomij-
Commissionibus, bei Mir, gehabt.
Schreiben von Kayserlicher Mayestät. Jtem: von Adolf Börstel
von Monsieur dü May, vom Tobias Steffeck von Kolodey (Dieümercy!).
hofraht Jehna, wirdt mir vom Fürst Augusto
tanquam Legatus zugeschicktt. et cetera Ie m'excüse,
pour avoir prins Medecine et cetera. Il ne veüt
pas venir, au disner, quoy que ie luy aye
envoyè, ün gentilhomme de chambre, Ensidel,
iusque'a l'hostellerie, & ne veüt pas aussy
(contre son ordre pretendü) dire aux Conseillers, ce
qu'il m'a deü dire seül, suivant sa commission.
En fin; ayans disnè, il vient, de soy mesme, parler
a mon Conseiller Docteur Mechovius, auquel i'adioignis, le Secretaire Paul Ludwig
& redemande audience, ou son depart, & recreditifues.
Ie m'excüse avec la Medecine, (sentant le vent
de sa negociation odieüse) & puis ie luy propose
trois choses, 1. Ou de dire a mes Deputèz fidelles,
sa Commission. 2. ou bien, de me la donner, par èscrit,
3. Ou d'attendre, iüsqu'a 4 ou 5 heüres, au soir,
s'il luy plait, iüsqu'a ce, que ie me trouve
a l'ayse, & que ma Medecine, ait operèe.
En tout cas, de refüs, ie luy concede son depart
sans recreditive toutesfois. Car que seroit il?
avec üne recreance, sans commission?
Voyant donc ma resolütion, il se resolüst, de
dire a mes Conseillers sa charge, et cela concernoit
voirement, ce, que j'avois devinè, de vouloir me
persuader, a estre content, que le Landtag,
füst pübliè, & intimè icy, vers le 4 de Mars,
affin de contenter, 1. les creanciers, 2. pour
püblier des èdicts, touchant les commünes
canailles dü gage dès serviteürs, & dès ser-
vantes, etcetera choses de neant, & qu'on peüst
effectuër, avec moindre dèspence. Il entre-
mèsla, qu'on ne me dispüteroit point, mon
droict indübitable, aux tribüts: jus quæsitum
& que le LandtTag, obtiendroit, les aydes, pour les
freẅleinSteẅern, a quoy i'avois grand jnterest.
Je repliqiay, apres plüsieurs dispütes, allèes, & Ve-
nuës, de mes Depütèz, que ie tenois, le Landtag,
pour jnütile. Que les Fräulein Steẅer, estoit desja
üne chose faite il y a 500 voire mille ans.
Qu'il ne falloit pas, la tirer en controverse.
Que l'on devoit attendre, la Diete Imperialle,
le terme de nostre Diete, estant trop court.
Qu'en fin, ie me declarerois a leür contente-
ment, s'ils me donnoyent ün Revers, signè
Nota Bene[:]dès Princes, & de l'Außschuß, que ce Landtag,
Nota Bene[:]ne me devoit contrarier, nj preiüdicier, en
Nota Bene[:]rien, in meo jure quæsito, & qu'aultrement
ie n'y avois jamais acconsenty, ni desirè d'y
contribuër, ün denier, comme de fait, ie ne
l'ay point fait, &cetera Il insista, de signer
la lettre, au Prince Jean, mit vorbehalt, afin
qu'on peüst avancer, l'intimation. Je
n'en voulüs rien faire; alleguant, comme
autresfois i'aurois estè picquè avec telle
Clause, et jcelle mal jnterpretèe.
Que l'enfant brüslè, craignoit le feü, & que
ie n'en ferois rien. Ainsy ie le renvoyay,
re infecta, <avec ün recreditif &> avec Complimens, sans audience.
Die avisen geben; daß große ergießungen der waßer,
<an der Donaw, Rhein, Mein, Elbe, &cetera vorgehen.>
Jtem: Daß der Kayser wol auf seye, undt viel Au-
dientzen, undt belehnungen, ertheile.
Dero Oberster kammerherr, Grave von Buchhaim,
(mein bekandter, undt von Jhrer Mayestät sehr
æstimirter, qualificirter Cavaglier,) wehre
leyder! gestorben, undt zu klagen!
Jhre Mayestäten wollen der crohn Polen, assistiren.
Daselbst werden, in die 50000 Mann, zu roß,
undt allerley media, geldt zu erfinden, zum
Cosagken, undt Türckenkriege, zu Warschaw,
aufm Königlichen ReichßTage, erdachtt.
Die Venezianer, sollen sich, mit Polen, ver-
bunden haben, offensivè, & defensivè, contra Turcam.
Der Große Cham[!], (welcher mit seinen Tartarn,
den Cosagken, beystehen soll) hat auch seine,
undt seiner angehörigen Brüder, gemahlin,
Mutter, Sohnes, undt vornehmsten Visiers
undt also 7 Gesandten, nacher Strogkholm,
geschickt, die Königinn in Schweden, wieder
Polen, undt Moßkaw, zum kriege, zu animiren.
Sol aber hierinnen, wenig außgerichtet haben.
In Engellandt, erheben die Parlamentarij die Cristas,
weil Printz Robert zur See geschlagen worden,
undt viel Schiffe, geschütz, undt volgk, verlohren,
auch mit genawer noht, darvon kommen.
So sol auch der König in Spannien, numehr Sie vor
eine freye Repüblique, erkennen, undt der Spannische
Ambassadeur zu London, dergleichen publiciret haben.
Jm Niederlandt, trachtet man, auf das exem-
pel der nachfolge, wiewol etzliche darwider sein,
undt in Neẅligkeitt, mißverstände, mit ihnen,
zur See gehabt, aber zu beförderung beyderseitß
Commercien, scheinet es fast, alß wolle man,
alle nebenconsiderationes, hindahn setzen.
Jn Frangkreich, wil es auch fast das ansehen
gewinnen, (unerachtet beyderseits vorgehender
verbitterungen, undt auch thätligkeitten)
alß ob die consideration der commercien, das præ
gewinnen, undt die Parlamentischen, vor eine
freye Repüblique gleichßfalß erklähren dörfte.
Gleichwol, sol der Frantzösische Ambassadeur in London,
außgewiesen sein, weil er in seinem hause,
Meße halten laßen. Jn Schottlandt, ist das
auffbott, ergangen, nach deme das Casteel zu Edin-
burgk, sich den Parlamentischen Englischen, ergeben.
Zum Kiel, sollen viel Dennemärckische wagen,
wol bespannet, vor den König in Dennemargk,
mit geldern, auf selbigen umbschlag, ankommen sein,
inmaßen auch, der hertzogk Friederich von Gottorf,
aldar gewesen, undt schulden getilget.
Der iunge Printz von Uranien, ist mit
solenniteten, getaüft, undt Wilhelm heinrich,
genennet worden. Etzliche großen, undt Städte
haben ihn, alß Gevattern, auß der Tauffe, gehoben.
Gott gebe, ihm, die wahre erkendtnüß, gute
gedeyligkeit, gesundtheit, undt Langes Leben!
undt das er Gott, undt seinem Nechsten, recht
wol diehnen möge!
Jn Catalonien, ist nicht allein Tortosa,
Sondern andere örther mehr, vor Frangkreich,
verlohren gegangen, undt beklagen die
Frantzosen, 60 millionen, welche sie, in selbi-
ges landt, spendiret, undt hinein gestegktt.
Cardinal Mazzarinj, verfolget seinen Sieg.
hingegen, halten die Geistlichen, wie auch die
meiste Noblesse, undt Parlamenta, in Frangkreich
ahn, damit die gefangenen Printzen, auf freyen
fuß, gestellet, undt die turbæ, gestillet werden möchten.
J'ay dès particülaritèz: Que l'Ambassadeur Danois
a eü competence, avec les Ambassadeurs de Brunswig, a la
Cour Imperialle, pour le fief, que les derniers, ont obtenü,
pendant, que l'autre alloit pourmener, en Hongrie.
Que les Ambassadeurs de Swede, se retiennent tant
qu'ils peüvent, de ne venir accoster la cour,
Imperiale pour leur fief, affin de n'entrer en dispüte,
avec cest Ambassadeur Christian Rantzau craignans, qu'il ne soit
plüs favorisè, de Sa Majeste Imperialle, qu'eulx,
& quand il sera party, ils veülent adonc se presenter.
Ün ieüne Landgrave de Hessen, a protestè,
contre l'infeüdation, de l'Ambassadeur de Cassel, quj
se nomme, le Conte Krosigk; (car en France, on l'a
fait Conte, ce nostre vasal, & compatriote, Adolfe
Guillaume) mais il a obtenü son fief, au nom
de son Maistre, l'autre, venant trop tard,
avec sa Protestation.
Il y a aussy, dès Ambassadeurs <, de l'Electeur Palatin. Wirtemberg,
Brunswigk; Hessen, item:> de Regozzj, de Meck-
lenbourg, & d'aultres. Ceux, qui ont eü esperance,
de ces deniers, ont fait peür, avec dès monitoires,
ceux qui estoyent tardifs, a cercher leür jnfeüdations.
L'Ambassadeur dü Grand Türc, est aussy fort honorè, lá.
Le cose di Don Agesilan, de Colchos, han apparenza, di buon successo. et cetera
Der hofmeister Einsidel, ist heütte, nacher Cöhten,
Rindtorf aber, nacher Grüninghen. perge Gott geleitte Sie!
J'ay depeschè ce soir, Hans Eckardt pour l'envoyer, demainb,
Dieu aydant, á Zerbst, avec lettres, au Prince Jean,
& pour aller querir, de la biere. Dieü le conduyse!
Avis: daß Chur Saxen, undt Chur Brandenburg in
kurtzem, zur Nawmburgk, zusammen kommen wollen.
Dieü vueille! que ceste conference, ne face dü
dommage, á ceux, quj sont innocens tiers!!!
<Nix.>
Jn die wochenpredigt, cum filijs.
Extra zu Mittage, ist da geblieben, apud
nobiles, & virgines; der caplan Jonius, undt Schwe<a>rtzenberger, welchen ich zugesprochen, singillatim!
Avis: daß den 16. Decembris stilo veteri zu Wien,
am hellen Tage, drey Sonnen, gesehen worden,
welche von 8 uhr, ahn, biß umb: 12 gestanden,
undt vieler nachdengken, veruhrsachet. et cetera
Avis: diesen abendt, daß die Sahle, umb
Mörseburgk herumb, sich ergoßen, undt etzliche
Dörfer verderbt, auch haüser, hinweggeschwemmet.
Gott bewahre unß, vor dergleichen unheyl!
<Schnee. 1 Stügk wildt, undt ein Rehe von Ballenstedt.>
Briefe, geschrieben, hier, undt dorthin, Paris Werder undt Rothe <(Dieu les benie!)>
den Feldtschährer, bey Mir gehabt. Jtem:
Den Amptmann, Reichardt. perge
Avis von Ballenstedt daß selbiger Amptmann sehr krangk
ist. Gott wolle es mit ihme, zur beßerung, schigken!
Sie vertrösten auf wildpreth, &cetera Briefe von hertzbergk.
Mein kleiner Carll, ist auch hinauß geritten, nacher
Zeptzigk, undt Palbergk, haben eine gute Menge
hasen, undt Räphüner, angetroffen, aber wegen
des tiefen schnees, weder hetzen, noch fangen können.
<große kälte. 2 hasen, Viktor Amadeus undt Iohann Balthasar Oberlender.>
Die fuhre von Zerbst, mit 4 faß biers, ist in die-
ser Nachtt, mit hanß Eckardten, wiederkommen, und
hat schreiben von Fürst Johanßen, an mich gebracht.
<Das bier ist in der nacht, etwas angefrohren.>
Die iehnigen, so nach Ballenstedt, fahren, undt
bawholtz, zur Mühle, anschaffen sollen, haben sich un-
gehorsam, wiederspenstig, undt refractarisch, erzeiget,
also: das ich alle pacientz verlohren, auf solche
wiederwertigkeitt, undt interruption vielfäl-
tig gemachter anstaltt, undt stipulirter zusage.
Gott wolle mir Meine Sünde verzeyhen! undt
die ungehorsahmen, exemplarisch demühtigen!
Nachmittagß, in schönem (wiewol kaltem) wetter, bin
ich hinauß spatziren gegangen, an die Sahle, undt über
einen Theil derselben, auch sonst habe ich, zum rechten gesehen.
