<3 hasen, haben Meine Söhne gefangen.>
Paul Ludwig Secretarius ist bey Mir gewesen, allerely <Canzeleysachen> zu expediren.
Postea Philipp Güder in Oeconomicis; bey Mir, gehabtt.
Nachmittags avis von schwester Sophia Margaretha daß dieselbe
ankommen würde, von Zerbst, mit 7 pferden,
auß Mecklenburgk. et cetera
Gegen abendt, ist Sie erschienen, undt hat die
Fraw Peckadelin mitgebracht, wie auch, einen
iungen Langken. Fürst hanß, hat sie führen
laßen, undt einen Trompter, mitgeschicktt.
Ernst Dietrich Röder, hat sich auch eingestellet.
Schreiben von Strehlitz bekommen.
Rindtorf, hat sich auch wieder eingefunden, diesen abendt.
Gott wolle unß! undt den unserigen, in gnaden beywohnen!
<gelinder wetter.>
<3 Räphüner Oberlender.>
Er Jonius, hat hieroben geprediget.
Extra zu Mittage, seindt gewesen, nicht allein
die Schwester Sophia Margaretha sondern auch ihre Fraw Peckadelin,
der iunge Langk, Er Jonius.
Nachmittags wirdt wegen des iahrmargkts, nicht geprediget.
Avis: daß der graf hanß Märtin von Stollbergk
alß er zu seiner lengst verlaßenen, agonisirenden
gemahlin, nacher Barby, ziehen wollen, (weil sie
sich aufm Todtbette, nach ihm gesehnet, undt ein
großes verlangen, getragen) hette er viel
pawren aufgebotten, welche vor ihm her reit-
ten, undt die bahne, biß nacher hatzgeroda[!]
von Stolberg auß, ebenen müßen, dieweil
aber, zu hartzgeroda ihme die Zeittung zukommen,
daß die gemahlin schon Todes verblichen,
undt er wieder umbgekehret, nach hause.
et cetera
Es scheinet, alß wollen sich die kindeßblattern,
bey meinen kleinesten beyden Töchterlein, erregen,
Gott helfe mit gnaden, hindurch!
Extra: zu Mittage gehabt, nicht allein, den iungen
Langken, undt die Peckadelinn, (welche numehr,
wie ordinarij, nebenst der Schwester Sophia Margaretha sejn)
Sondern auch, den CammerRaht, Doctor Mechovium,
& i'ay apprins beaucoup dés choses ignorèes auparavant.
Meine beyde Söhne, seindt, auf den Jahr-
marcktt, geritten. perge
Ce soir nos yvrognes, se sont derechef querellèz devant mon Poile.
J'ay fait chastier, nos garnemens. Dieü les amende!
& resiste a ceste grande, & frequente yvrognerie!
Mein Sohn, Victor Amadeus, ist forth, im Nahmen
Gottes, der wolle ihn auf wegen, undt stehgen,
wol geleitten! undt führen!
Jch habe undterschiedliche schreiben, gratulationes
undt notificationes, entpfangen, auß Curlandt,
von Altenburgk, vom Berlin, oder Croßen,
von Oldenburgk, undt sonsten. perge
Die avisen geben: der Pabst seye gantz Spannisch,
wolle dem Könige in Franckreich, nicht mehr zulaßen,
Cardinäle anzunehmen, Sondern er wolle die E-
lection sich reserviren derer, so von Frankreich pension
nehmen sollten. Er wolte auch, den Tittul von
Navara, dem König in Frankreich nicht mehr gönnen, noch
geben, hingegen hette König in Frankreich seinen abgesandten,
(in deßen hause, die nähermalß berichtete, gewaltt-
sahme einfälle geschehen) von Rom, abgefordert.
Die Madonna Olympia, ist auch noch nicht wieder
ausgesöhnet. Als die Venezianer beym Pabst,
umb hülfe, wieder den türgken, angehalten, hat
er sich, mit seinem Unvermögen, endtschuldiget,
|| [[Handschrift: 48r]]
undt das er seines Staatsundterthanen, mit Neẅen
Contributionen, nicht beschwehren dörfte, oder köndte.
Die Venezianer wollen frangkreich assistiren, weil Casal
sol von Spanniern, (welche Sie nicht in Italien, zu Mächtig
wollen werden laßen) diesen Sommer belägert werden.
Sie kriegen auch hülfe wieder die Türgken, von
Genua, darinnen der hertzogk von Parma, <zum> undterhändler
sich gebrauchen leßet.
Die Türgken, sollen wieder Venedig, so stargk
armiren, zu Waßer, undt lande, alß noch iemalß,
aber diese förchten sich nicht, Sondern rüsten sich,
zum wiederstandt, Mannlich! Gleichwol,
sol in Candia, die Noht, undt gefahr, immer zu nehmen!
Pfaltzgraf Ruprechtt, sol von den Englisch Par-
lamentischen, bey Cartagena in Spannien, zur
See, gantz geschlagen, undt mit 2 oder 3 Schiffen,
kümmerlich darvon kommen sein. Man spargiret,
sein bruder, Pfaltzgraf Moritz, wehre in selbiger
waßerschlachtt, geblieben undt ertrungken.
Wehre ie, ein großes unglück, vor das Churhauß
Pfaltz, zumahl da es gewiß, das Pfaltzgraf
Philips, der dritte bruder, bey Rethel auch geblieben,
undt vorgedachter Pfalzgraf Ruprecht, in Maiorica verfol-
get, undt von den Engelländern, besetzt sein sollte!
(Gott wolle sich doch, über das unglügkliche hauß,
erbarmen, undt über alle reformirte Mittglieder, der kirchen!
Damit unß die Gottlose Tyrannen, undt ketzer,
nicht lästern, Schmähen, undt sagen: Wo ist nun, ihr Gott?)
König in Spannien, beharret (den avisen nach)
gedachte Engelländer, vor eine freye Repüblique
zu erkennen, undt sich zu offeriren, ihrer freünde,
freündt, undt ihrer feinde, feindt zu sein,
auch ihnen, mit 500000 pfundt Sterling, (thun
2 millionen ReichsthalerRthlr:) zu assistiren, wann Sie
<ihm> den König von Portugall, bekriegen helfen wollen. perge
Ô Seltzame Metamprophoses!
Catalogna, sol, nach verlust Tortosa mehren-
theilß, verlohren gehen, vor die Frantzosen.
Marchese de Mortara, Spannischer General, thut große
Thaten daselbst, undt führet weißlich, seines
großen Königes, kriege.
König in Portugall hingegen, siehet sich auch
umb, nach einem gühtlichen vergleich, mit den
Victorisirenden Engelländern.
Die Spannischen Silberflotten, sollen sehr reich,
zu Seviglia, einkommen sein, undt das machet
den Spanniern, wieder einen Muht.
Der Pabst, ermahnet beyde kriegende Könige,
|| [[Handschrift: 49r]]
so wol Spannien, alß Frangkreich, zu einem bestendigen
friede, undt vertrag, durch extraordinarij Legationen.
Auf der gefangenen Printzen in Frankreich liberation, wirdt
noch heftig gedrungen, undt daß man den Cardinal Maz-
zarinij, dimittiren solle, von der Noblesse, von den Parla-
menten, undt Geistlichen, in Frangkreich. Zu Bordeaux
undt in Provence, wirdt neẅe unruhe besorget.
Visconte de Türenne, stärgket sich wieder. Der
Ertzhertzogk, hat ihm, undt seinen Obersten hono-
raria verordnet, sich wieder außzumontiren, undt
zu recruytiren. Etzliche, so übel gefochten, seindt
gestraft am leben, theilß cassiret worden.
Jn Engelland undt Schottlandt, mag es, vor selbigen
König, schlecht stehen. Das stargke Casteel,
undt haüptresidentz, Ed...<e>nburgk in Schottlandt,
ist verlohren. Die factiones regen sich. Die Engel-
länder, werden mächtig, undt sehr stargk, zu
lande, undt zu waßer. Gott erbarme sich, der
gerechten parthey, wieder die abtrünnigen, und Gottlosen!
Die holländer können sich auch noch nicht ver-
gleichen, wegen der Engellischen Repüblique, So dann
auch, wegen acceptirung eines Neẅen Generals,
Traben in undterschiedliche hauffen, weil der kleine
Printz von Uranien, noch unmündig ist. et cetera <Suchen doch, eins>
|| [[Handschrift: 49v]]
zu sein, undt die dissentirende opiniones, auf der itzigen
allgemeinen versamlung, im haagen, zu conciliiren.
<Mit den Schweitzern, hat man sich verglichen, die ablata zu restitujren,
ob schon zu Basel ist, abermals, ein Erdtbeben gewesen.>
Jn Polen, rüstet man sich noch zum kriege, wieder
die Cosagken, Türgken, undt Tartarn, mit
großer begierde, undt gewaltt.
Der Kayser, will den angesetzten Tag, zu
Frangkfurth, am Mayn, undt die vorseyende
neẅe Crayßverfaßung, oder Defensionswesen,
nicht toleriren. Schicket monitoria, undt Ge-
sandten dorthin, Sie zu dehortiren.
<Christian Rantzow, Königlich Dennemarkischer Ambassador ist zu Wien, zum
Reichßgraven gemacht worden, also: das er mag müntze pregen laßen.>
Nachmittags haben sich, recreationes, vom Margkte,
bey meinen kindern, zu Schloße, præsentiret. perge
Schwester Sofia Margaretha, ist hinüber, nacher
Cöhten, gerayset, die iunge herztoginn von Brigk
zu besuchen, auch abschied zu nehmen, weil
dieselbe nach der Schlesie zu, wegziehen will,
in wenig tagen, mit ihrem herren.
Diesen abendt, ist der Gefangene, (welcher
sein weib, nähermalß ermordet, undt in einen
Brunnen, in Frühevfs hof, geworfen) von
Ermßleben, anhero gebracht, undt incarce-
riret worden. Der Gott, der Gerechtigkeitt,
|| [[Handschrift: 50r]]
walte über unß, undt wolle den rechten warheits-
grundt, anß helle Tagelicht, bringen!
Baldt darnach, alß ich dieses geschrieben, hat der
Amptmann Geörge Reichardt, den gefangenen in præ-
sentia der Schöppen, examiniret, undt er hat alles,
freywillig ohne bekandt, wie er sein letztes weib, er-
mordet. Gott gebe ihm reẅ! undt leydt! über seine be-
gangene Sünden! undt Mißhandlungen, undt gebe! das
er sein Recht, willig, undt gerne außstehe! auch sehlig
sterbe!
<Thauwetter.>
Jch bin in die wochenpredigt geritten, mit
meinem Söhnlein, Carolo Ursino, der junge Plato
hat geprediget, ex Propheta Habacuc 2 versus 41.
Darnach, habe ich ihn, nach hofe beruffen,
mit ihm, conversirt, undt ihn, extra behalten. et cetera
Nachmittage, hinundter spatzirt, zur Mühle,
undt an daß waßer. Der Schnee, zergehet zjmlich.
Ô Dieü, donnes moy pacience; & pardonnes moy,
mon impacience exercèe quelques jours en ça,
par beaucoup d'indignitèz, & adversitèz occasion,
nèes, par la Malice, & astüce de Sathan, nostre
grand ennemy, persecüteür, & de ses malicieux adherens.
<Thauwetter. windt.>
Avis: daß hertzogk Moritz, von Sachßen, übermorgen
(gebe gott) will anhero kommen, mit seinem großen
Comitat, umb nacher halle, aufß kindttaüffen,
zu gehen. Cela me fera, üne grande despence!
Bährenreütter, der neẅe Registrator, ist
zu mir, gekommen, expedienda zu expediren.
Philipp Güder, hat sich præsentirt, in Oeconomicis.
Jch habe heütte briefe geschrieben, nacher halle,
Croßen, undt inß landt zu Wirtembergk.
J'ay relaxè, les prisonniers, a tant d'jntercessions.
Bawfuhre, seindt von Ballenstedt ankommen. perge
Schreiben, von Meinem Bruder Fürst Friedrich auß Genff, im
December datirt. Er gibt mir, seine vorhabende rayse,
nacher Meylandt, undt Italien, zu erkennen, undt
schickt mir, zum neẅen iahr, ein artiges ührlein.
Jst zu sehr, zu Genff, durch <zugeschickte> particular briefe, undt
durch unsern iungen vetter, Graf Curdt2, bekandt
gemacht worden, wie er sich deßen beklaget, undt
hofnung gibet, gegen Pfingsten, (wilß Gott,) wieder
alhjer, jm lande, zu sejn. et cetera Gott disponire zum
besten! Diesen Menschlichen vorsatz!
<Schnee. windig.>
Jch habe heütte allerley facende gehabtt.
Nickel, der gewesene hirtte, zu Dohndorf, hat
abermalß, seltzame Visiones gehabt, voriges iahres,
welche er mir beschrieben gegeben. Prophezeyet
von Neẅen kriegen, Mißwachß, undt sterben.
Gott erbarme sich unser! undt wende alle
plagen, undt landtstrafen, gnediglich, von
unß, undt unsern gräntzen abe!
Er schwatzet auch, vom iüngsten Tage, daß
derselbe, baldt kommen möchte! der liebe
Treẅe Gott, bereitte unß, darzu, mit gnaden!
<Windig. Thawwetter. Regen, wehen, undt drehen. 5 hasen Abraham von Rindtorf.>
Geörge Reichardt, Mein Amptmann, ist wiederkommen,
von Zerbst, mit guter expedition. Er wehre baldt
aufm eyß, unferne Rosembergk3, umbkommen,
aldar er, biß undter die arme, hineyn
gefallen. Gott seye es gedangkt! Der ihn be-
wahret hat! der helfe ferner, mit gnaden!
Bey dochumb, ist er wol über die bahne des
Strooms kommen, aber wo die Elbe außgelauffen, da
ist es bey itzigem wetter, gefährlich gewesen, undt
eines alhiesjgen Jnnwohners pferdt, ist umbkommen.
An itzo aber, thawets ferner, undt ist kein bohte
mehr hinüber, nach Zerbst, zu bringen, weil es
nicht recht helt, noch bricht, daß Eyß. perge Gott
bewahre unß, vor frembden, ungebehtenen, gästen!
Die Rechnungen durchsehen.
Avis: daß viel hasen, hin: undt wieder gefunden
worden, welche ümbkommen sein, in tiefem waßer,
undt Schnee. Auch die iehnigen, so man fänget,
seindt sehr dürre, undt mager, wegen erman-
gelter weyde!
Gegen die Ankunfft, hertzogk Moritzen zu
Sachßen, haben wir unß, (in unserm rujnirten
miserabeln zustandt,) gerüstet, undt geschickt,
auch nach müglichkeit, spendiret. Mà, che giova?
Gegen Abendt, hat zwahr, ein gemeiner aviß,
verlautten wollen, alß ob die gäster, in diesem
bösen wege, morgen (gebe gott) erst zu Staßfurth
ankommen, undt von dannen, auf Gröptzigk, hier
durch, gehen würden, undt nicht einsprechen.
Mais, nostre Gynecèe s'enrage, de cela, &
veüt par force, qu'on les prie, qu'on les loge, &
qu'on les traitte jcy, quoy qu'il couste, car elles
n'y ont rien à perdre, ni à contribuër! Qu'avons nous
|| [[Handschrift: 52r]]
affaire, avec lés Baptesmes de Halle? & avec dés hostes,
quj ne viennent point expressement, a nous, nj pour nous?
On scait, nostre estat present, & quj nous a le premier
ruinè? assavoir le Pere de ce Prince. Quj est ce, quj nous rend,
nos dommages? Et de venir si fort, sans l'aviser, est incivil.
Peüt estre; qu'ün bon Genie, les guidera, & reduira a la rayson.
Pourveü que nostre Gynecèe, (quj s'en picque, contre apparence)
n'entremèsle ses sottises, & menèes secrettes!
Nous ne sommes pas tous, èsgallement riches, & Puissans,
(quoy, que bien nèz!) car ün Prince, ün Conte, ün gentilhomme,
a plüs de moyens, & est moins ruinè, que l'autre, & ne
laisse pas d'estre honneste homme, & par fois, plüs honneste,
que celuy, quj veüt paroistre, devant les autres.
Nous ne pouvons pas tous vivre, a la mode Electoralle.
Quæstus magnus, Pietas, cum animo, sua sorte, contento.4
Et ceux qui sont si hautains, (comme nostre Gynecèe) &
si süperbes, de vouloir devancer, d'autres plüs riches,
pechent souvent par cest orgueil, en excez, a vouloir
puis apres ravir, le bien de son prochain, & a ne se
contenter jamais de rien. On scait bien, nostre estat,
les Sages, ne nous feront nülle intrigue, & ne se moc-
queront point, de nostre èspargne, honorable. Il ne faut
point plüs dèspendre, que l'on n'a, de revenü, aultrement
c'est le Vray moyen, á s'appauvrir, & a estre biffè!
Diesen Abendt, jst avis von Ballenstedt einkommen, wegen der
Victualien, so von dannen, zu erwartten. perge
<Windig wetter.>
Avis von Staßfurth, hertzog Moritz, würde daselbst
hinkommne, erst aufn abendt, undt Morgen (gebe gott) eine
stargke kalte küche, mittnehmen, undt dieselbe,
zu Gröptzigk halten, damit er, auf halle
morgen noch, zu rechter Zeitt, kommen könne,
gegen angestalltes kindttaüffen. Die hertzoginn
von Schöninghen, solle Todtkrangk, wo nicht
gar Todt, leyder! sein, undt also wirdt alles
mit bitterkeitt, hin: undt wieder, versaltzen!
Jn dem Sahl, hat Er Hesius geprediget.
Extra zu Mittage, der digke<Christian Heinrich von> Börstel, Erlach,
Krosigk5, (alß drey zur aufwarttung erforderte
vom Adel) vndt Doctor Mechovius, wie auch Hesius.
Jch habe mich verwundert, den vor Todt gehaltenen
Erlach, wieder zu sehen, weil er gleichsam, a morbo
incurabilj, resuscitiret worden, durch Gottes gnade!
Nachmittags, wieder in die kirche, undt pre-
digtt, des Jonij; mit meinem Söhnlein Carl Ursinus[.]
Dabey mir dann, die beschriebenen nobiles, auch
mitt aufgewartett. perge
Victualien von Ballenstedt, gegen abendt bekommen,
nebst einem Rehe, in grawsahmen winde.
Avis: das der <beschriehene> wüste wilde herr, Marggraf
Erdtmann Augustus, zu Culmbach, mit Todt, abgegangen,
Gott gebe! das er wohl, undt Christlich, endtschlafen seye!
Es will auch von dem absterben, der hertzoginn zu Schönin-
ghen, gemummelt werden. Gott laße unß, das beste, hören!
Oh! que ie suis en pejne; pour beaucoup de choses, & pour quelques
desseings secrets!
Avis: daß herrvetter Fürst Augustus zu Plötzkaw, die gelbe
suchtt, bekommen. Gott gebe bäldiste beßerung! Der liebe
allte Herr, gehet numehr, in sein 76. iahr. perge
Oberlender ist von Deßaw, wiederkommen, mit etwan Silber. et cetera
<Kleiner frost. Windig.>
Avis: daß die hertzoglichen Eheleütte, gestern abendt,
umb 8 uhr, zu Staßfurth, angelanget, ihr bagage aber,
allererst, umb 2 uhr in der nacht, (wegen verirrung,
undt bösen weges) daselbst, ankommen. Sie würden
bey Mir, zu Mittage, in transitu, einsprechen. perge
Gott gebe, das diese beschwehrung, wol abgehe!
Jch schicke ein par vom Adel, an die fehre, ihn zu invitiren,
dann ich, ehrenthalben, weniger nicht thun kan.
Geleidten mag ich ihn nicht laßen, umb Mißverstände, mit
den Stiftischen, zu verhüten, undt man ist ohne das, nicht zu geleitten,
noch zu tractiren schuldig, wann es nicht, Schriftlich gesucht wirdt.
Geleidts leütte pflegen, vorher zu reitten, nicht hindten
nach, wie neẅlich die Staßfurtter, undt Rittmeister
Legahte, gethan. Kan mir also nicht præjudiciren.
Zu dem so erscheinen die Staßfurtter, alß be-
schriebene zur aufwarttung, nacher halle, nicht alß ge-
leittsleütte. Der friedliche durchzug, durch Meine
ResidentzStadt, stehet iedermann offen, undt frey.
Jn alieno Territori, hat keiner ohne daß,
Machtt, zu begleitten, undt die jura Territorialia
sich unbefugter weyse, anzumaßen. Wir gestehen
dem ErtzStift kein homagium, noch Vasallagium.
Darzu kömbt es an jtzo, (durch den friedenß-
Schluß) in welttliche hände, in andern Standt,
in welchem wir, durch Kayserliche Privilegia, wol
verwahret sein. habe ich doch wol
eher, meinen damalß bestallten Maior,
halgken, nacher Staßfurth, gar geschickt
zum Gallaaß, wegen einquartirung, etcetera[.]
Was wollte daß, importiren?
Gleichwol, kahm baldt darnach, hertzogk
Moritz, mit dero hollsteiner gemahlin, undt Comitat.
Stiegen by unß ab, undt wahren mit dem losier
undt Tractamenten, wol vergenüget.
Nach der mahlzeitt Aber, zogen sie forth, auf Gröptzigk.
hertzog Moritz, hatte feine dißcurß, undt begehrte,
ich möcht sein freündt bleiben, wahr auch, gar
höflich undt freündtlich gegen mir, undt eilete
zu dem kindtTauffen, nach halle.
Undter andern, erwehnete hertzog Moritz, gegen
Mir, (alß ich sagte, hette ichs gewußt, das Jhre Liebden
zu Gröptzig, wolten über nacht bleiben, ich wollte
dorthin, geschickt haben)[.] Sie bedörften es nicht,
dann ihres herrn bruders, von halle, geleittsleütte,
Aßerburgk, undt Wilstorf, würden sie schon
tractiren, undt alles bestellet haben, darauf
sagte ich, zu Jhrer Liebden, ich hofte ia nicht, daß Sie
durch mein landt, sie begleitten würden. hertzog
Moritz lächelte, undt sagte: diese meynung,
hette es gar nicht, sondern Sie ließen nur
Victualien hinbringen, undt hetten mir wollen
keine ungelegenheitt machen. Sie, die geleitts-
leütte, hetten ihn in der Stadt Staßfurth, zu ver-
meydung Streitts, nur angenommen, undt tractjret.
Es begehrte mir Niemandt zu præiudiciren.
Zu dem ende, wehre er auch nicht, anhero gekommen,
Sondern zu erhaltung, undt vermehrung freündtschafft.
Sie folgeten nur ihm, in seinem Comitat, alß aufwartende
beschriebene vom Adel nacher halle. Legat, undt
hagkeborn, wehren keine Geleittsleütte. <Dieweil er dann eben in procintu aufzusitzen
wahr, als er dieses sagte, undt ich in des
Churfürsten von Saxen, in des hertzogs von
Altenburgk, wie auch in vieler anderer herren
lande, durch welche ich gerayset, niemalß
oder sellten, bin begleittet worden, zumahl
wann man nicht schreibet, furrierzettel
schicket, <undt> umb geleitte aufsuchet, mochte
ich ihn auch nicht, nacher Gröptzigk, geleitten
laßen, wie ich wol hette thun können,
undt ihn aber darneben hette tractiren müßen.
Dann weil ich ihn, auf ienseyt der Sahle
nicht hatte geleitten laßen, hette sichs nicht
so gar wol geschicktt, ihn dißeits zu begleitten.>
Schreiben von Wien, Croßen, Bareyt, cum notificatione,
Nürnbergk, vom Geüder, Tegklenburg[,] vom Grafen Moritz
nativitas filij; &cetera[.]
Zwahr an der fehre habe ich Jhre Liebden entpfangen
laßen, durch zweene vom Adel, undt höflich mitt
|| [[Handschrift: 55r]]
dero gemahlin liebden alß nahen befreündten, herauf ge-
behten, Jhre liebden schickten Mir auch, einen vom
Adel herauf, alß Sie in der Stadt wahren, sich zu
offeriren, zu unß zu kommen, wann Sie keine ungele-
genheitt machten, etcetera welcher vom adel auch
Meiner gemahlin liebden zugesprochen, mit Complimenten,
darbey verbliebe es. Also, solten die Ertz-
stiftischen eine Neẅerung, durch diesen actu
einführen wollen, wehre es nur eine pur
lauttere zunöhtigung, nullitet, undt
pro actu clandestino, zu achten. perge
Nach vollendeter aufwarttung, habe ich
Christian heinrich von Börstel, Erlachen,
undt Krosigken, wieder in gnaden, dimittiret.
Die Ordinarij avisen geben:
Daß der Moßkowiter, mit den Tartarn
zu thun krieget, und sein volgk aufgebotten,
auch hülfe bey Polen, suchet. Die Cosagken
halten des noch mit den Tattarn, undt ihr
General, sol den Moßkower gesandten, contra
Jus Gentium übel tractiret haben. perge
Die Polen rüsten sich noch zum Türgken kriege,
wie auch, wieder die Cosagken, undt Tartarn.
Zu Wien, wirdt geworben, vor Venedig, undt
Polen, iedoch, ohne offentlichen Trommelschlag,
vielleicht, auß beysorge, des anwesenden Türgkischen
Gesandten.
Christian Rantzow, ist von Kayserlicher Mayestät
nicht allein zum Graven, sondern auch zum
kammerherren, gemachtt.
Man redet noch vom ReichsTage, undt gehen
viel krayßTäge, hin: undt wieder, vorhero.
Daß Kayserliche beylager, sol auch in kurtzem,
ohne pomp, vor sich gehen.
König in Spannien, adhæriret noch der Englischen
ParlamentsRepublic, wieder Portugall.
Catalogna, ist mehrentheils vor Frangkreich,
verlohren. König in Spannien hat eine stargke
flotta noch, vor San Sebastiano, welches den
Frantzosen, jalousie machet.
Es stehet darauf, daß Frangkreich wieder
beruhiget wirdt, in deme der König, die
Gefangenen Printzen, loß laßen will. Der
Cardinal Mazzarinj, mag sich zwar opponiren
|| [[Handschrift: 56r]]
wil auch den König, nicht auß Paris, nach Rheims
führen, undt weg haben, deme wiedersetzt sich, der
Düc d'Orleans, undt hat dem Marquis de Villeroy
haüptmann von des Königes leibguardij befohlen
ernstlich, bey verliehrung seines kopfs, den König
nicht auß Paris, hinweg zu laßen. Es gibt factio-
nes. Der Cardinal, hat gefahr, außzustehen. perge
Er nimbt viel auf sich, wil auch Avignon
belägern, weil der Pabst, den Frantzösischen Ambassador
mitt invasion in seinen pallast <zu Rom> despectiret.
Visconte de Türenne, recolligiret sich, hat
eine schöne armèe abermalß beysammen, undt
gute hülfe an geldt, undt volgk, vom Ertzhertzogk.
Die Staaden, können noch nicht eines werden,
auf ihrer großen versamlung im haag, alda
400 personen sich sollen im großen Saal
zum Votiren, vergadern. Theils wollen
einen Generalissimum, andere, gar keinen,
biß Sie einen krieg haben, andere aber, das
iegliche Provintz, ihr ein haüpt erwehle.
Der Spannische Ambassador ist nicht schläferig, ein
wachendes auge, auf ihre Consilia zu schlagen.
Jn Schottlandt, sol es noch wol stehen, die Schotten,
mit ihrem Könige, gar einig sein, undt an der
kröhnung nicht zu zweifeln, wie auch an der
conjunction der Geistlichen, wieder die
Engelländischen independenten. Diese
sollen in Jrrlandt, undt ihrem General
Irreton, (welcher sicher worden) iämmerlich
sein geschlagen worden.
Printz Robert, undt Printz Moritz, sollen
sich beyde, auf der Spannischen See,
noch wol auf befinden, undt große
prinsen machen.
Jn der ChurPfaltz, wirdt auch exequirt,
undt geplackt, wieder die Seümigen
Contribuenten. Gibt Mißverstände, undter
den Benachtbahrten.
Jn Schweden, ist man noch immer lustig, undt
guter dinge, undt triumphirt, mit Ritter-
spielen, mit Balletten, undt dergleichen,
als säße man in Priester Johannjs landt.
Zum Kiel, ist auß Dennemargk, undt
Hollstein, gut geldt ankommen, und außgezahlt worden.
Die Venezianer, haben genung zu Thun, sich zu waßer,
undt lande, außzurüsten, wieder ihren mächtigen
feindt, den Türgken, undt wil fast mühe geben,
geldt, undt volgk zusammen zu bringen.
Der ViceRè von Neapolis armiret auch,
hat 30 Capitains, hengken, undt köpfen laßen,
wiel dieselbigen, geldt genommen, undt die
völgker, mit fleiß, endtlaufen laßen, die
gelder aber, in ihren beüttel, geschoben.
Des Tapferen Conte de Guebrian Mareschal
de France, wittwe, gehet nach Jndien zu,
daselbst ihr, die Frantzosen, ländereyen
einreümen wollen.
Der Conte Piccolominj, Duca d'Amalfij
ist versprochen, mit hertzogs Julij heinrichs,
von Saxen Lawenburg schönen Tochter,
undt sol selbiges beylager, in kurtzem volzogen werden.
Jhrer Kayserlichen Mayestät wirdt auf den Böhmischen[,]
Mährischen undt Oesterreichischen landtTägen
bewilliget geldhülfe 1. zu dero beylager.
2. Zu erhaltung der gräntzhaüser. 3. Zur verpflegung,
des Kayserlichen Oratoris zu Constantinopel. 4. Undt des Türckischen
Ambassadors zu Wien; auch andere honoraria, und beyhülfen.
<Frost.>
Jch habe es auch erfahren, daß der eine genandte
Geleittsmann Aseßburgk, gestern alsobaldt,
alß der hertzogk Moritz, im platz, abgeseßen,
nacher Gröptzigk vorahn gezogen, bey Werdern, als
seinem guten bekandten freünde, die malzeitt
zu bestellen, vor den hertzogk. Geleittsleütte
müßen nicht von einem reitten, den sje geleitten
sollen, sondern bey einem, bleiben. perge Zu deme,
So müßen die Fürsten so geleittet werden wollen,
an ihre benachtbarte schreiben, das geleitte
begehren, undt an den gräntzen, einer, des
andern, erwartten.
Gleichwol sollen Legate, undt hagkeborn,
sich haben verlautten laßen, Sie hetten von
Staßfurth auß, den hertzogk biß an die
gräntze begleittet, darnach wehren
Sie wieder gefolget, mit den übrigen
Aufwärtern. perge Solche einseittige actus
seindt nur actus clandestinj. Darzu com-
petiret den Staßfurter Saltzjungkern, kein geleitte.
Sie haben auch von Staßfurt biß Gröptzigk vorspann
gegeben, welches wir nicht gethan.
Jch bin ia, anno 1638 von Felspurgk (eine Tagereyse
von Wien) biß nacher Prag, ein siben Tageraysen lang,
in des Fürst Carlls Eüsebij von Lichtenstain geleitte
gezogen, durchgeführet, undt tractiret worden,
außer an ein par orthen, in des Kaysers gebiehte,
(da ich in der herberge gezehret, undt gleichwol
den <Liechtensteiner> geleittssmann Bergk, allezeit bey mir
gehabtt,) da hat Niemandt wieder geredet.
Wenig iahr zuvorn, wahr, hertzog Alexander
heinrich, von hollstein Sonderburgk, alhier bey
mir, raysete auf hartzgeroda, dahin ließe
ich ihn begleitten, durch Uriel von Eiche, undt
Abraham von Rindtorf, undt ließe ihn nicht
allein zu hartzgeroda, tractiren, undt auß-
quittiren, sondern auch undterwegens, mit der
kalten küche zu Ascherßleben. Darwider,
hat kein Mensch, gesprochen. perge
Nachmittagß, bin ich in die Mühle, undt sonsten, spatzirt,
mit Rödern, die angeführten bawStügken, zu besehen, undt
die Sahle, wie sie zwahr neẅlichst gefallen, aber wieder ge[wachsen.]
Sic Vos! non Vobis: Vellera fertis Oves;
Sic Vos; non Vobis! mellificatis Apes!
Sic Vos; non Vobis; nidificatis Aves!
Sic Vos; non Vobis; fertis Aratra Boves!6
<Frost.>
Jn die wochen: undt erste Passionpredigtt, cum filio Carolo
Ursino, & filia Eleonora Hedwigj, & ambabus sororibus, weil
Schwester Dorothea Bathildis, (wieder vermuhten) zum
ersten mahl, nach außgestandenem Siechbette, mitt
zur kirchen gefahren. Er Jonius, hat geprediget.
Undt auch vorn hofprediger, (so sehr schwach, undt
krangk ist, Gott wolle jhm helffen!) auf der Cantzel gebehtet!
Mein Töchterlein Marichen, ist gestern, zum ersten mahl,
wieder außgegangen, nach außgestandenen Steinpogken.
Gott seye gedangkt, der ihr so gnediglich, hindurch geholfen.
Anne Lißchen, mag es nicht recht gehabt haben. Gott
wolle sie ferner erhalten, undt in ihrem lebenslauff,
nebenst den andern unsern kindern allen, gesegenen an
leib, undt Sehle, Sie fristen, undt erhalten! <gnediglich!>
Extra zu Mittage, Ern Jonium gehabtt. et cetera
Avis: daß der Mittelste iunge herr, zu Wolfenbüttel, nach
deme er sehr wol studieret gehabt, undt in der grimmigen
kälte, auf der Academia, zu Helmstedt, eine oration
lateinisch memoriter, zweene stunden lang, recjtiren
müßen, mit endtblößetem haüpt, darnach aber,
einem stadtlichen panckeet beywohnen, undt
[...]liegen, in eine sehr warm eingeheitzte stuben
[...]ten, hette ihn eine kranckheit, cum Epilepsia
[bef]allen, so ihne täglich oft plagte, undt seinem alten
[herrn]vatter, Hertzgok Augusto; groß+ und hertzeleidt machte!
|| [[Handschrift: 59r]]
Was hilft, solch studieren? Gott erbarme sich des lieben herren!
<Frost.>
Depesche, nacher Ballenstedt. Dieü la benie! doublement!
Briefe, condolenter geschrieben, nacher Culmbach, gratulando
nacher Tecklenburgk, eins undt das ander, nacher Croßen,
Jtem: nacher halle, &cetera nacher Nürnbergk. Deus benedicat!
Märtin lackay, ist von Deßaw, wiederkommen. perge
<Mit Philipp Güder undt Jakob Ludwig Schwartzenberger in Oeconomicis, conversiret. perge>
<Frost. Schnee.>
Ein Mandat affigiren laßen, zur erbawung, der Mühle.
Gott gebe, zu glügk! undt forthgang!
Jn Publicis; wegen des landtTages, habe ich travagliiret.
Ein höflich schreiben, vom Graven von Oldenburgk. perge
Geörge Knüttel, undt postea Geörge Reichardt, seindt
bey Mir, gewesen. perge undterthäng(ist) zu referiren. perge
heütte, habe ichs noch erfahren, daß Wilstorf
CammerJungker zu halle, nicht alß geleitsmann,
sondern nur von Administratore, aufzuwartten,
seinem Bruder, hertzogk Moritzen, geschicktt
gewesen, undt demselben, nur in der Stadt
Staßfurth, tractiret, nicht geleittet, darnach
auch von hinnen, nach der mahlZeit, fortg[eritten.]
Man hat hertzog Moritzen, jm Anhaltischen, gar nicht [geleittet,]
es ist auch, keines weges, begehret worden.
<Nebelicht. Schnee.>
Jn Oeconomicis laboriret.
Secretarium Paul Ludwig bey mir gehabt, mancherley
expedienda, zu expediren.
Postea Jakob Ludwig Schwartzenberger in Oeconomijsachen.
Avis, von Meinem lieben Sohn, Viktor Amadeus von Ballenstedt. perge
Je luy ay rèscrit perge par Michael Ringk. Dieu le conduyse!
Baldt darnach, ist Zacharias Trompter ankommen,
welchen Mein Sohn Viktor Amadeus geschigkt, mit den
kutzschpferden, (die Kutzsche aber, hat er noch bey
sich, behalten.) undt hat mir abermalß ge-
schrieben. Zu Schöninghen, ist es ihm, Gott lob,
paßlich ergangen. Aldar, hat er kundschaft
gemacht, mit hertzogk Moritz, undt deßen ge-
mahlin, mit hertzogk Julio heinrich von Saxen
Lawenburgk, so wol, alß mit der hertzoginn
von Schöninghen, undt ihren freẅlein.
Jtem: mit vielen Adelichen. Er hat auch
einer Adelichen hochzeitt, undt einer bürgerlichen,
mitt beywohnen müßen, & ceste iouye; luy a coustè
bien de l'argent. Jst 6 Tage aldar gewesen.
[...]hertzoginn, ist endlich wieder unpaß worden.
[...]fectus, sol ein iahr lang, hero, dieser sejn.
|| [[Handschrift: 60r]]
Sie ist ein Siben wochen lang, ahneinander wol auf,
undt gar sehr lustig, undt wol zufriedenb. Darnach,
wirdt sie wieder ein drey wochen lang, unlustig,
melancolisch, undt lagerhaftig, undt ist alßdann,
gar nicht zu sprechen. Jst wol seltzam. Aulcüns
adioustent, qu'elle est tourmentèe dü haut mal,
& d'üne espece de phrenesie. Dieu vueille consoler
la pauvre Princesse! amender son estat! & diver-
tir d'elle, ceste affliction. Aulcüns jügent,
que les Medecins, & Chirürgiens, plüsieurs annèes,
en çá, ont prins playsir, d'arrester ses maladies,
& accidens, d'alors, & de ceste nouvelle tribü-
lation, plüs, que de les guerir, affin de se preva-
loir long temps, de ses richesses! ce quj seroit
üne chose digne d'ün grand chastiement!
Der Oberkammerherr Burgßdorf sol auch
hinkommen sein, aprés le depart de mon fils. perge
Tout le Monde, la cerche maintenant.
Ella a donnè a la femme dü Düc Maurice
de Saxen, 20000 Dalers vaillant, la der-
niere fois, puis po üne obligation de 20000
Dalers. Telles liberalitèz sont belles,
mais ne s'approprient, qu'aux personnes heüreüses!
Jch habe abermalß, noch diesen abendt,
Meinem Sohn Victorj Amadeo, geschrieben,
Gott gebe ihm, heylsahme resolution!
und erhalte jhn frisch, undt gesundt! mit
aller bestendiger wolfahrt, leibes, undt der Seelen!
perge
Der Superintendent Plato, hat hieroben,
aufm Sahl geprediget.
Post von den Ballenstedter beampten. perge
An meinen Sohn, Viktor Amadeus abermahl geschrieben.
Extra zu Mittage, gehabt, den CammerRaht,
Doctor Mechovium, undt den Superintendenten Platonem.
Nachmittags, cum sororibus & filio Carolo Ursino,
zur kirchen, (in Schnee, undt winde) da dann
Er Jonius Diaconus, eine Passionspredigt gehalten. perge
Die Avisen, von Erffurdt, geben:
Daß man zu Frangkfurth, am Mayn, eine Creyßdefension
resolviret habe, nemlich: 3500 Mann zu halten. Der Kayser,
mahne darvon ab, weil er hofte jnnerhalb Sechß Monat
Frangkenthal, ohne daß, zu evacuiren. Jnterim,
gehet der Lottringher, in die Pfaltz, machet
quartier, nach belieben, undt leßet sich den ab-
schlag, undt repulß der Stände, nichts abschregken.
Jn Frangkreich gehet es noch bundt zu. Der iunge König,
hat auf eingeben des Cardinals Mazzarinj, gesagt, in præ-
sentia anderer: es wehre wol zu beklagen, daß er, so
viel feinde, undt wiederwertige hette, die ihm so ge-
häßig wehren, daß Sie ihme, nach dem leben stünden.
Der Düc d'Orleans, hat darauf lächelnde sich zum
Cardinal gewendet, undt gesagt: Jhr, eben ihr, seidt
der iehnige, welcher so verhaßt ist, undt gantz Frangk-
reich, in verwirrung, undt confusion bringet.
Man will, undt kan eüch nicht mehr leyden alß einen uhrsacher
alles elendes, undt unordnung, in diesem Königreich. Wo-
rauf der Cardinal nichts geantwortett, die Königinn
aber, angefangen zu weinen. Zu Paris dringen
die Parlamenten, der Adel, undt die Gemeinden, noch
hartt, auf die erledigung der Printzen, derentwegen
auch der Cardinal an den Printzen von Condè geschrieben,
Er bemühe sich, bey der Königin sehr, umb seine erledigung,
deme der Printz geantwortett: Er thete sich destwegen
bedangken, undt der Cardinal wolte ihme, mit seiner
wohlgewogenheitt, zugethan verbleiben.
Jn Schottlandt, ist der König gekröhnet. Sie machen große
præparatoria, Engellandt, aufn Sommer, (gebe gott) zu bekriegen. perge
Zu Nürnberg, hat man die Pfaltz Sultzbachische, undt Augspurgi-
sche sache, wieder under handen, weil Oxenstiern hinweg eilet.
Die deützschen Officirer, so aus Schweden wiederkommen, seindt
malcontent, undt gereẅet vielen, das Sie hinein gezogen, ihr geldt
verzehret, aber wenig, oder nichts außgerichtet haben.
<Schnee.>
<5 hasen, Abraham von Rindtorf>
Rittmeister Ludwig Pinike, hat sich præsentiret,
wegen seiner Schuldtforderung, bey dem Juden. perge
Postea: Jakob Ludwig Schwartzenberger.
Jch habe Caspar Pfawen den hofrath, bey Mir, gehabtt,
wegen des landtTagß, & in causa Gernrodensj!
undt seine vernünftige bedengken, gehöret. perge
Briefe vom Viktor Amadeus wegen forthsetzung seiner
rayse, von Ballenstedt auß. Gott wolle ihn geleitten!
undt ihn bewahren, auf wegen, undt staigen!
Conferentz, mit Doctor Mechovio; so Schrift: alß
Mündtlich, gehalten. Gott helfe unß, auß
allem labyrjnth! undt dempfe unsere freinde,
undt alle wiederwertigen! im lande, undt
außerhalb landeß, zu hauße, undt zu felde!
<3 hasen, hat Carl Ursinus gehetzt.>
Auß der fruchtbringenden Gesellschaft
haben unser 24 unsere wapen laßen
mahlen, auf Pergamen, etwaß verüldet,
undt hertzogk Wilhelmen dem Schmagk-
haften, nach Weymar, zugeschickt, ihn zu
vermögen, an des Nehren den Sehligen Fürst Ludwigß
Stelle, unser haüpt, undt Director zu sein,
|| [[Handschrift: 62r]]
nebenst kurtzen glügkwüntzschungßreymen, auf
Jhre Liebden applicirlich perge. Gott laße unß aller-
seitß, rechte früchte, der Einigkeitt, der liebe,
der furchtt Gottes, der warheitt, etcetera bringen!
Undt würgken, wie es die Ehre Gottes, die
liebe des Nechsten, undt unser Christenthumb erfordert!
Biß wir zur ewigen ruhe, gelangen mögen!
Umb Christj unsers Erlösers willen, Amen!
In kraft des Heiligen Geistes, Amen! Amen! perge
Diese Nachtt, ist der Theẅre Mann, mein
gewesener hofprediger, Er Conradus Theopoldus Sehliger
verschieden. Er ist eine zeitlang, lagerhaftig
gewesen, baldt am Stein, baldt an der Schwind-
suchtt, baldt am Miltzwehe, undt Melancolij,
hußten, undt bluhtaußwerfen, welches alles
ihm, sein ende mag acceleriret haben.
Er hatte ein groß vertrauwen, zum Medico, Doctor Brandt,
derselbe aber, hat ihn, seinem bösen gebrauch nach,
(wann er siehet, daß die Noht an den Mann,
gehet) deseriret, darüber auch, der patiente sehr
geklaget. Er Hesius ist gestern bey ihm, gewesen,
deme hat er viel vertrawen, undt entdegken wollen,
wann er beßer reden, undt sichs beßern mit ihm würde? Sed
|| [[Handschrift: 62v]]
Morte, præventus fuit! Ach! waß seindt wir Menschen?
Er ist inß Sibende iahr, alhier zu Bernburgk, unser
hofprediger gewesen, undt sehr von männiglich geliebet,
wie an itzo, beklaget worden. Gott verleyhe ihm,
eine Sanfte ruhe! undt eine fröhliche Aufferstehung,
an iehnem großem Tage, zum Sehligen ewigen freẅdenleben!
Doctor Brandt, vermeinet zwahr, er habe ihn wol assistirt,
allein bey Patienten, seye die ungedultt, nichts Neẅes.
Er hat auch, über etzliche Geistlichen, geklaget, daß
Sie ihn also in seiner krangkheitt, verließen,
wiewohl ihn doch etzliche besuchtt! Wer kan aber,
vor den Todt, helfen? oder Remedia finden? Trost
deß heiligen Geistes, ist wol der allerbeste!
Jch habe heütte, noch allerley travaglien, wegen
des Juden Simons, gehabt, mit dem Rittmeister,
welcher gewoltt, ich solte vor ihm bezahlen, sed frustra!
Avis von Jakob Ludwig Schwartzenberger wie Christlich, sanfft,
undt schön, unser hofprediger Theopoldus Sehliger endtschlafen?
Gott tröste die Sehlige Seele! undt seye ge-
preiset, vor seine gühte! undt Treẅe!
Jch habe briefe, von den Princeßinnen, von
Croßen, Mésdames Catherine, undt Elizabeth,
entpfangen, nebenst einer copie, von dem schönen
briefe, welchen der hertzogk von Lottringhen, an Chur
Pfaltz, von des Tapfern Pfaltzgraven Philips Tode, geschrieben.
Die Avisen geben: daß der König in Schottlandt gekröhnet
ist, mit frohlocken des gantzen landeß, undt ob es wol noch
zimliche factiones, daselbst gibet, sollen doch die Engellän-
der bekrieget werden.
Die Jrrländer seindt mehrentheils Königisch, undt
die Parlamentische Partie aldar gedempft.
Der Portughisische Ambassadeür, hat zu Londen nicht
anderst, alß ein Envoyè, admittiret werden wollen.
Man hat ihn sonst auch, schlechte Audientz, gegeben, undt
gehöret<tractiret>, unahngesehen, er sich, zu vielem gutem erbotten.
Printz Robert, undt Printz Moritz, pfaltzgraven,
sollen noch sehr wol auf sein, undt zur See
prosperiren. Gott gebe continuation, in tam fragilj,
et vitrea Fortuna.
Jn Frangkreich, sol der Printzen erledigung, auf
gutem wegen stehen, der Cardinal, offerirt sich,
ihnen zu helfen. Der Düc d'Orleans, spricht gantz
vor Sie. Die Parlamenter, <Geistlichen> undt Gemeinen
zu Paris, rebelliren fast, undt wollen mit gewaltt
solche erledigung, haben, undt urgiren. Siehet
einer großen verenderung, ähnlich. Visconte de Tü-
renne, stärgket sich hingegen wieder, mit 16000 Mann.
Jn der pfaltz, im Stift Lüttich, undt selbiger orthen,
haben sich, die Lottringhischen, de facto, ejnquartirt.
Die Crayßverfaßung, zu Frangkfurth, am Mayn,
geht vor Sich, wiewol der Kayser, darvon sol abmahnen.
Jhre Mayestät bewerben sich auch, umb völgker, undt
Officirer. Sie haben auch zugelaßen, das in Wien,
vor Spannien, undt Venedig, geworben wirdt.
Der Pabst, leßet den Venezianern zu, etzliche
zehenden, der Geistlichen, in ihrem lande, zu er-
leben, zum Türgkenkriege. Die armaturen,
gehen gewaltig forth, zu waßer, undt
lande. General Mocenigo, ist Todtkrangk.
Darumb Molino, an seine Stelle, zum Gene-
ralissimo verordnet jst worden.
Die Differentzien zwischen Frangkreich, undt
dem pabst, wegen des gesandten, zu Rom, werden
durch Mediatores undternommen.
Jn Polen, rüstet man sich immerforth.
Jedoch, sol es darauf stehen, das die Tartarn,
sich wollen zu den Christen, schlagen, undt die
Türgken helfen bekriegen, weil der Große
Cham[!], auf das Türckische Kayserthumb, prætendiret.
Die Staaden, haben noch vollauf zu thun, in ihrer
großen versamlung. Man höret daselbst, statt-
liche Orationes peroriren, sonderlich, von diesen
dreyen puncten, 1. de Unione statuum[,] 2. de
Religione[,] 3. de Militia. Die ersten beyde sollen
|| [[Handschrift: 64r]]
resolvirt sein, bey den alten verfaßungen, undt
ordnungen, es bleiben zu laßen, die Union zu Ütrecht
anno 1571 geschloßen, zu perpetuiren, undt die religion
zu behalten, wie auf dem Synodo zu Dordrechtt, anno
1618 undt 1619 geschloßen worden, auch an itzo,
keine officirer bey der armèe, anzunehmen, Sie seyen
dann, der reformirten Religion zugethan.
Die Militia aber, dörfte in einen andern Standt,
gerahten, also: daß keine general, perpetuirlich
zu erwehlen, es seye dann krieg vorhanden.
Keine chargen oder Officia zu vergeben, ohne der
länder willen, undt dörfte also die große
Macht, (so der Printz von Uranien Sehliger gehabtt)
gäntzlich fallen, undt darnieder geleget werden.
Die Compagnien werden reducirt. Die Provintzien,
bekommen vollkommene gewaltt, undt authoritet,
hingegen, wirdt nicht allein, den hohen Officirern,
Sondern auch, den General Staaden selbst,
ihre gewaltt beschnitten, undt den Staaden
in den Provintzien, nebenst dem Raht von Staaden,
auf gewiße maße, zugeeignet. Sie vergleichen,
ihre Rempublicam, derer zu Rom, zu Athen, zu La-
cedemon, zu Venedig, etcetera in vielen dingen, statutis,
anordnungen, undt dergleichen conformiteten. et cetera
Von großer ergießung der waßer, höret man
auch, auß Frangkreich, sonderlich von der Seine,
undt Loire, mit mächtigem schaden, item: auß
dem Niederlande, auß Polen, vom Rheinstrohm.
von der Thonaw, Wehser, undt andern
orthen. Jtem: hat es zu Basel abermalß
ein Erdbeben gehabt. Jst das 4te in einem
iahr. Die Schweitzer gesandten, seindt
vom Kayser, wol abgefertiget worden,
mit præsenten, güldenen ketten, undt
gnadendenarius[.] Der friede, wirdt auch, in der Schweitz
gehofft.
Am Kayserlichen hofe, seindt der verstorbenen
Stellen, ersetzt, graf von Wallenstain
ist Obrister kammerherr, worden, graf von
Losenstain, Obrister Stallmeister, Fürst von
Dietrichstain, Obrister hofmeister, etcetera[.]
hanß Christof Wischer, gewesener hof-
meister, bey hertzogk Julio heinrich von
Saxen, (deme aber bey 3000 ReichsthalerThlr: strafe
verbotten, uncatohlische leütte, an seinem hofe
in Böhmen, zu leiden) ist anhero kommen.
<Frost. Kälte.>
Jn die kirche, mit beyden Schwestern, Sophia Margaretha undt
Dorothea Bathilde wie auch mit Carolo Ursino, undt Angelica.
Der iunge Plato, hat geprediget.
Extra: ist zu Mittage, geblieben Wischer,
undt Schwartzenberger. perge
Relaxatio Rindtorfs dieners, vom Eülen-
spiegel7, undt correctio, so beyden gegeben worden,
Wolfgang Sutoris, undt dem diener. perge
Gott beßere die humores, undt erleichtere
mir, die vielfältige unruhe!
J'ay èscrit à Cöhten, & á Halle.
Diesen abendt, ist der Page Wartemßleben, von Meinem
Sohn, Viktor Amadeus sampt der kutzsche, wiederkommen, undt
hat mir briefe von Halle, mittgebrachtt.
Mon fils, l'a renvoyè; sous ün pretexte honorable!
Diesen abendt, seindt zweene übelthäter,
alß ein Mörder, undt eine hure, so ihr kindt
umbgebacht, torquiret, undt gepeiniget worden
alhier zu Bernburgk. Der Gott der Gerechtigkeit,
undt warheitt, wolle recht verschaffen!
Das böse Strafen, das gute belohnen!
<Schnee.>
J'ay èscrit dés lettres, á Crossen, & a Aldenbourg.
Dieü les face bien parvenir! par sa grace.
Geörge Reichardt, hat heütte relation gethan,
wegen der Mißethäter. Der Mörder, hat siben ver-
übte Mordtthaten bekandt, undt viel latrocinia,
die bregkin aber, viel stupra, undt zweene
kinderMordt. Beyde, haben es, gühtlich, undt pejn-
lich außgesaget. Gott wolle recht verschaffen!
undt die greẅel vom lande, abthun!
A spasso, da ich mit verwunderung, gesehen, daß
bey diesem (zwahr unbestendigem) Thauwetter,
noch zweene personen, über die Sahle gegangen,
(welche doch hin: undt wieder, offen ist) undt
holtz getragen. perge
<3 hasen, Abraham von Rindtorf>
Die fischer haben diesen Morgen, undter der fehre,
einen Carpen gefangen, welcher 14 Pfund (libra)℔: gewogen.
Schreiben, undt dissidia von Fürst Augusto jn
landschaftsachen, undt evocation der meynungen.
Rationes contra die ordinariam Vocationem; hic:
1. Die grawsahme unaußsprechliche resistentz
in allen dingen, die gantze zeitt, meiner Regierung alhier.
2. Die vocatio interna, von langer zeitt hehr.
|| [[Handschrift: 66r]]
3. Die ungewöhnlichen mortaliteten, (avantj tempo)
filiorum meorum, als wann solches, nicht mit rechten stügken, <zugienge?>
4. Die vielen dissidia, cum patruis, patruelibus, &
fratre, et cetera mit stehtiger unruhe.
5. Die unbescheidenheit, böse anmuhtungen, undt
böse affection, der landtschände[!]! so mir in allen
dingen, (ohne noth,) contradiciren, <undt prævaljren wollen.>
6. Die kaltsinnige Affection, so ich (durch angeben,
Schelmischer leütte,) eine zeitlang hero, von
unserm Summo & supremo, vnverschuldet
versprühen müßen, undt böse præsupposita
daselbst, gelten, auch schlimme nichtswerdige
kerlls, (alß Göse <der Syndicus der landtschafft undt> der bruderMörder) angenehm sejn.
7. Die schlechte Justitia, so gespühret wirdt:
Summum jus! summa injuria!8 Testis:
die Meckelburgische undt Aßcanische sache!!!
8. Dissidia horrenda cum propria Uxore!
9. Die falschen imputationes, der übel gesinneten,
Malignanten, undt gantz übel affectionirten.
10. Der eingriff in die education filiorum meorum.
11. Die vielen, durchzüge <vorseyenden solennia>, aufritt, und zuschläge.
12. L'opinion d'estre en sorcelè au pays.
avec les miens, que Dieü preserve benignement!
|| [[Handschrift: 66v]]
13. Die facilitet, so ich zum öfteren verspühret, in ex-
ternis, nebenst den augenscheinlich erfahrnen difficulteten,
in jnternis. Sed malumus decipj, interdum!
14. Die Stadtlichen prætensiones, so ich extra haben,
undt bißweilen viel erhalten, da es doch intra auch
in den leichtesten dingen, nichts als schwährigkeitten gegeben.
An non animadvertis homo? Universum hoc,
quodammodo ad te convertj? ut ipse ad unum
Deum, convertaris!
15. Die beßere gelegenheitt, nach Meinem humor,
undt Devotion, alibj, Gott zu diehnen.
16. Die gewaltigen incitamenta, somnia
Divina, scheinbarliche oracula solitaria,
undt waß dem anhängig, so ich gewißlich
gehabt, (undt Theils, elendiglich verseümet,)
Meine vorgehabte fortun, zu paussiren,
so ich (nescio cur?) iämmerlich biß dato, verschertzt.
17. Etzliche Anmahungen, innerliche, undt
eüßerliche zustände, böse affectus, undt der-
gleichen, so mich alhier Mürbe machen, zu con-
tinuiren, undt also continue miseriam zu schmeltzen.
18. Ein ander Genus Vitæ, welchs nöthig, in
erwartung, einer sonderbahrer hofnung, So
mir Gott gezeiget, undt so zu maturiren, pro posse?
|| [[Handschrift: 67r]]
19. Educatio liberorum, maxime filiorum, wirdt
allhier zu Bernburgk; sehr interrumpiret, undt verhindert.
20. Die Media sustentationis, wollen klam, undt
fast gar, zu waßer werden, 1. die ruin, so evident,
wieder zu repariren, undt anzubawen. 2. Sich,
undt die seinigen, mit der hofstadt, honorifice
zu erhalten. 3. Die Schulden, undt nohtwenig
gemachten debita, in diesen grawsahmen
turbis, zu bezahlen. 4. Die Söhne recht
zu erziehen, undt in frembde lande
zu verschigken. 5. Geistliche, undt weltt-
liche besoldungen, richtig zu machen.
6. Auch zu ehren, bißweilen, die Notturft
zu haben, frembde gäste undt advenas zu
bewirtten, hochzeitten, undt kindttäuffen,
zu halten, wie auch besorgliche sepulturen,
item: Medicos, chirurgos, undt dergleichen,
(in hac numerosa, & ampla familia), zu con-
tentiren, bey begebenheitten, præsenten
außzutheilen, Silbergeschirr, kleinodien, undt
suppellectilia, (nach deren theils abalienation,
theils plünderung), wieder zu erlangen,
undt sich von so augenscheinlichen molestien, undt
unverschuldeten Diffamationibus (mit reputation), zu exoneriren)!
<Frost. Schnee.>
<1 hase außgegraben.>
J'ay trouvè derechef, ce mattin, mes chausses
fermèes devant mon lict, avec l'èsguillette,
sans la main de personne. Cela m'est desja
arrivè par trois fois, en ün an, que je scache!
Je n'ay que faire aultrement de valets de
chambre, jnvisibles! si ce ne sont dès bons Anges!
Salomon Neve, der küster, undt Stadtschreiber,
vorm berge, ist bey Mir, gewesen, mir zu
referiren, von unsers hopfpredigers, Christlichem.
Sehligem ende, undt vor die Viduam relictam,
licentz zu bitten, das grab, ihres Sehligen Mannes,
an die kirchmawer, zwischen beyden Thüren,
außwartß, zu machen. Il m'a fait aussy
dire, par ses derniers mots, le feü bon Mi-
nistre, que le Medecin, Docteur Brandt, l'avoit
negligè, er hette ihn verseümet. Sonst wehre
ihm, (seiner menschlichen Meynung nach) noch
wol zu helfen gewesen. Docteur Brandt s'en
fasche, & s'en excüse, car il le scait bien, &
sa Conscience, le luy dicte, qu'on en parle
mal, quoy que ce bon Ministre füst, de ses plüs jntimes amis!
Die Oeconomijsachen, haben mir heütte, die Zeitt
vormittages, zimlicher maßen, paßiren machen.
perge
Castiga Vellacos! Le malheür est Medecin!
Ein bohte vom hertzogk Friederich von hollstein
Norburg, meinem Schwager, ist ankommen, mit Anmah-
nungen, wegen einlösung Meiner, kleinodien,
qu'on m'a désrobbè, & rengagè secrettement!
Dieu Vueille estre jüge, en ce tort! de mon Costè!
Post von Ballenstedt, bekommen.
Der hertzogk Friederich, von hollstein Norburg,
hat an Madame geschrieben, abermal cum minis,
meine Juwellen, zu verkauffen. perge Gott erlöse
mich doch auch, auß dieser peein, undt labyrinth!
Schmach, Spott, undt Schande! so mir Mala
Herba, (ex Avaritia, & Malitia), recht insolenter,
zugezogen, undt mich, annihiliret! perge
J'ay visitè mes seürs, & i'ay sceü plüsieurs
choses, parlans la plüs part de choses Ecclesiastij-
ques, & puis apres de la negligence des Medecins.
perge
Ô Dieü! revanges moy; prens la querelle,
contre ceüx, quj renversent, au lieü de rele-
ver! quj tuënt (meschamment) au lieü de guerir!
<Windt. Frost.>
Aufm Sahl, hat unß, Er Jonius vorgeprediget.
Extra: Zu Mittage, Doctor Mechovius, undt Er.
Nachmittagß, seindt wir, conjunctim, zur kirche
gefahren, ich, Meine <herzliebste> gemahlin, die beyden
Schwestern, undt unsere meisten Töchter, <zusampt Carolo Ursino, meinem Sohn,>
an stadt der Nachmittagßpredigtt,
dem leichSermon, Ern Conradi Theopoldj
Sehliger, meines verstorbenen hofpredigers,
undt pfarrers, vorm berge, alhier zu
Bernburgk, beyzuwohnen, undt zuzuhören.
Der Superintendens, Er Plato, hat die
leichtpredigt verrichtet, undt den Text:
genommen, ex capitulo Danielis 12 die lehrer
werden leüchten, wie des himmels glantz,
etcetera etcetera etcetera[.]9 Dem leichbegengüß, hat
unser Adeliches frawzimmer, undt hofoffi-
cirer, nebenst vielem hofgesinde, undt
bürgern vorm berge, undt auß der Stadt,
in zimblicher frequentz beygewohnet.
Er ist 50 iahr, undt 5 Monat, weniger 5 Tage,
|| [[Handschrift: 69r]]
Altt worden, hat 24 iahr, im predigerAmpt, undt
23 iahr, im Ehestandt, zugebrachtt. perge Sechß kinder,
gezeüget, von denen noch 4 am leben. Jst
vitæ inculpatæ, undt von seinen zuhörern
sehr geliebet gewesen. Sein Schwiegervatter,
Magister Flähming, ein 76 iähriger Mann, hat
ihn überleben müßen. perge Gott laße ihn wol
undt Sanfte ruhen, undt erwegke ihn, undt
unß alle, zur rechten zeitt, zur frölichen,
undt Sehligen aufferstehtung, zum ewigen
himmlischen freẅden leben, Amen!
Das der Cardjnal Mazzarinj, von Paris, außgerißen,
undt zweene seiner adhærenten ereilet, der eine
durchschoßen, dem andern ein pferdt undterm
leibe niedergeschoßen worden. Der eine
wehre, der Gouverneür von Duynkirchen.
Die gefangene Printzen, solten liberiret,
undt der Visconte de Türenne, nach Paris zum
Düc d'Orleans kommen. Geschwinde mutatjones!
Jn Engellandt, rüsten sich beyde partheyen, stargk
wieder einander. Die Schotten, seindt einig, mit
ihrem Könige.
Chur Pfaltz, Chur Meintz, undt andere Stände
am Rhein, armiren, contra Lottringhen, welche mit
gewaltt, daselbst einquartiren will, undt die
Crayßdefension ist zu Frangkfurth, geschloßen,
wiewol man noch nicht weiß, was die dahin
geschickte Kayserlichen Legatj10, anbringen werden.
Der Piccolominj, Duca d'Amalfij, sol ei-
nen gefährlichen fall, im Turnier zu Wien,
gethan haben, aldar es zu ehren dem Kayser,
nebenst einem Feẅerwergk, angestelt gewesen.
<Froßt. Kälte.>
Songè: von einem begräbnüß, undt wie
Fürst Augustus Mich, undt vetter Ernsten, den
nachfolgenden Tag, gescholten, daß wir
graw bekleidet giengen. Le bon
Dieü, vueille garder de malheür mon fils, Viktor Amadeus perge
& tous les autres!
Meiner herzliebsten gemahlin, geburtsTag, ist heütte
wiederkommen, an deme Sie 48 iahr, (sinon plüs)
außgebracht habe, Gott gebe ihr, gesegenete
beßerung, reẅe undt leidt, gesundheitt, undt
alteration aller Paßionen! sonderlich, aber, der wieder
mich gefasten bösen affecten! undt heimlichen verfolgungen!
Meine Schwestern, Sophia Margaretha und Dorothea Bathilde seindt nach Plötzkaw
gezogen, weil sie dahin, invitiret worden. perge
<Froßt. Schnee.>
Schreiben von Wien, von Erfurdt, halle, Leiptzigk, & de
mon fils, Viktor Amadeus[,] jtem: von Ballenstedt, Prag, etcetera[.]
Die avisen confirmiren: das der Cardinal Mazzarinj,
von Paris außgerißen, nach deme er von dem Parlament
(weil er rechnung, on den eingenommenen geldern, des
Königreichs thun sollen, aber nicht gethan,) in bann
gethan, undt ein Decret gemacht worden, keine frembden
mehr, in die Administration selbiger Reichsgeschäfte zu
admittiren. Man hat ihn verfolget, aber nur
seine favoriten erdapt, undt übel tractiret. Er ist
in salvo, zu Havre de Grace, ankommen, undt hat aldar
mit den gefangenen Printzen, zu Mittage, gegeßen,
dieselbigen von freyen stügken, liberiret, undt umb
ihre Protection sie angeruffen, welche sie ihm aber,
zu promittiren, bedengken getragen. Er hat
sich gestellet, alß wehre er zum Gouverneür selbigen
platzes, vom Könige geordnet, hat auch etzliche
Tage, sich daselbst augehalten, biß er endlich,
seinen vortheil ersehen, undt auf Duynkirchen,
durchgegangen. Düc d'Orleans disputiret mit
der Königinn, umb das absolute commando, so er, als
verordneter General leütenampt, prætendiret.
|| [[Handschrift: 70v]]
Düc d'Orleans, helt es numehr, mit dem Parlament zu
Paris, wieder die Königinn. Die gefangenen Printzen,
seindt auch zu Paris, mit frologken des volgks, undt
des Düc de Beaufort, ankommen. Der Düc d'Es-
pernon, ist in seiner kutzsche, vom Aufrührischen
pöbel zu Paris, fast ermordet worden, undt
weil er entsprungen, haben sie seine carrette
auf stügken zuerschlagen. Visconte de Tü-
renne, stärgket sich sehr, undt will doch auch
nach Paris kommen.
Die Jndianischen Silberflotten, haben viel
1000 in Spannien, mitgebrachtt, darvon eine
große Summa, in die Niederlande, undt
in Jtalien, remittjret worden.
Der Türckische Gesandte11, so zu Madrill
gewesen, sol nicht gestorben, sondern in salvo,
zu Constantinopel, wieder angelanget sein.
Spannien, veralliirt sich, mit den Englischen Parlamentischen
wie auch Portugall ihre freündtschaft suchet.
Zu Napolj; leßet der Vjce Rè vielen
perdoniren, undt in die 20000 Mann werben.
Die Venezianer, armiren stargk contra Turcam,
undt es hat in Dalmatien, treffen gegeben. perge
Jn Polen, sucht der GroßTürgke freündtschaft wieder
den großen Cham[!], deßen vormundtschaft, er nicht begehret.
Er hat auch verbotten, man solle dem Chmielinßky
des hospodars auß der Wallachey12 Tochter, nicht geben.
Die Cosagken, sollen sich itzt gar stille halten.
Die Polen aber, laßen dennoch, ihre aufbott
ergehen, undt armiren, mit machtt.
Der Kayser, macht præparatoria zum beylager,
zur Neẅstadt. hat der iungen Mantuanischen brautt,
den Graven von Lamberg, mit der Kayserinn Eleo-
nora, entgegen geschickt. Man ist in dieser
faßnachttZeitt, mit turnieren, freẅdenfesten,
undt allerley lust, geschäftig gewesen. Piccolominj
aber, ist übel gefallen, im Turnier, bey lichtt,
alß das pferdt, scheẅ worden. hoft doch, beßerung!
Der Dennemarkische gesandte Rantzow, kömpt auch wieder
zurügkec, mitt ehistem, undt andere mehr!
König, in Schottlandt, hat einigkeitt, undt
gehet mit zweene armaden, auf seine feinde.
Jrrlandt mag auch noch in factionen zerrißen
sein, oder die Parlamentischen daselbst, wieder die Jr-
ren, victorisiret haben.
Jm haag, begehret man keinen General mehr,
ehe der kleine Printz von Uranien, mündig wirdt. Mit den
Engelländern, laviren Sie noch.
ChurMeintz, undt ChurPfaltz, disputiren mitteinander,
umb das Directorium des krieges, in ihrem
krayße, wieder den Lottringer.
Es stehet darauf, das Frackenthal
solle vom Könige in Spannien, in einem halben
iahre, restituiret, undt alles accommodiret werden.
Frangendal, undt Philipsburgk, seindt im
waßer, gestanden, undt es haben, so wol die
Fortificationes, alß haüser, schaden gelitten.
Nota Bene Die waßer, in Deützschlandt, Frangkreich,
Jtalien, Niederlanden, Polen, undt anderstwo
haben sich greẅlich, undt übergewöhnlich,
diesen wintter, ergoßen, also das man
nichts gutes dannenhero, ominiret. Bey
Menschgedengken, sollen dergleichen vielfäl-
tige, undt große diluvia, oder inundationes,
nicht geschehen sein.
Jn Schweden, sol großer geldtmangel sein,
also: das sich der Generalissimus Pfaltzgrave,
mit der Königinn, (undter dem prætext einer
rayse,) absentiret, undt die deützschen mit
großem Disgusto, undt ohne geldt, wieder zu
rügke kommen sein sollen. perge
<Frost, kälte.>
Jn die wochen: undt Passionpredigt, mit Carolo Ursino,
gezogen, welche Er Jonius gehalten. perge
Secretarium Paul Ludwig bei Mir, gehabtt. perge
A spasso, in gartten, inß forwergk, vmbs
Schloß, etcetera[.]
J'ay expediè ce soir, Ernst Thierry Röder,
pour s'en retourner a Ermsleben, & le page
Christian de Wartemßleben, pour aller vers
sés Parents au pays de Brunswig. Jls
partioront demaind mattin, Dieü aydant,
lequel les vueille conduire, & reconduyre
heüreüsement, par sa Sainte grace & benediciton!
<Frost.>
<3 hasen, Carl Ursinus gefangen.>
Briefe geschrieben, nacher h:f undt W:g
Röder, undt Wartemßleben, seindt forth, nacher Ballenstedt
zu, Gott geleitte Sie!
Jakob Ludwig Schwartzenberger ist bey mir gewesen, in Oeconomicis,
undt sonst in andern angelegenheitten, undt confusio-
nen, zu remediiren.
Diesen abendt, habe ich, auf erlangte Nachrichtt,
Bürgermeister Spiegels, brawen, durch Wolfgang Sutorium
undt Oberlendern visitiren laßen, undt befunden,
daß er 49 faß, undt 1 Tonne, gießen, undt
faßen laßen, an stadt 44 faß, so er nur,
hette haben sollen. Ergo; Qualem te jnvenio,
talem te judicio!
<Avis: daß die kinder alhier, anfangen, an den Pocken, zu sterben.
et cetera>
<Frost.>
Philipp Güder ist von Cöhten wiederkommen, vom Obrist leutnant Knoche,
vom Superintendent Magister Sachße, undt von Hangkwitzen,
mit briefen. hat penetriret, vom conventiculo
daselbst, so viel müglich ihme gewesen!
Undter dem Schein, der landtrechnung, spühre ich doch,
daß sie arcana deliberiren. Sie wollen einen Neẅen
landtrentschreiber annehmen, den landtTag,
(unangesehen meiner, undt Fürst Johannsen, contra-
diction), dennoch halten, undt resolviren, aller-
ley gravamina einstreẅen, undt geldtverspil-
derungen causiren. Die Testamentarien
haben die lade, darinnen ihre acta undt
verfaßungen sein, so allezeitt, alhier, aufm
Rahthause, gewesen, abholen laßen, undt
weggekrieget, welches ein großes praejudicium ist.
Mais nos gens icy, sont trop stüpides!
Matz Cnüttel Ambtschreiber, ist von Ballenstedt,
mit victualien, ankommen.
Jch habe die 4 faß, so Bürgermeister Spiegel über
die gebühr gießen laßen, zur Strafe aufß
Schloß führen, undt abnehmen laßen. habe ihm
doch noch, 1½ über die gelaßen. perge
