<Aprillenwetter, schön, undt regenicht confuse.>
Johann Faber a estè expediè. Jch habe den Jakob Ludwig Schwartzenberger[,]
den Georg Reichardt undt Hans Eckardt bey mir, gehabt.
Ernst Dietrich Röder, ist wieder forth, nach Ermßleben.
Gott geleitte ihn!
J'ay beaucoup èscrit. Dieü benie, mès desseings!
Avis: wie Höchstedt, abgebrandt? Jn daß Strohedach,
ist Spegk kommen, (welchen ein weib brahten wollen,
so aber baldt endtlauffen). Derselbe hat das Strohe,
undt consecutive die halbe Stadt angezündet,
undt verbrandt. So leicht ist ein unglügk geschehen!
Gott bewahre vor mehrerem! und tröste die Elenden!
Ein hengstfüllen, habe ich heütte, von der <blaw> Schim-
mlichten Stuhte bekommen. Jst das vierdte diesen
Monat. Gott gebe zu glügk! undt gedeyen!
Avis: das es sich mit der Fürstin zu Cöhten, Gott lob,
undt dangk; zu beßern anfähret, undt das Jhre
Liebden anfangen wieder zu behten, undt Gottes wortt,
zu lieben. Der Allerhöchste, vielgühtige getreẅe
Gott, helfe ia ferner, mit gnaden!
Abermals schreiben, von Meinem Sohn, Viktor Amadeus noch zu
Breßlaw datiret, entpfangen, en termes mediocres,
Dieümercy! Ô Dieü, exauces nous! d'ores en avant!
<Schön wetter vormittage. Nachmittags böse undt gut.>
Michel Ringk zu meinem Sohn, Viktor Amadeus abgefertiget, mit zwey
großen pacqueeten. Gott wolle ihn geleitten, nacher
Berlin, undt Croßen, undt meinen Sohn bewahren!
La Vechiarella1, hà sognato <un di> questi gironj, che'l
mio figliolo Vittorio Amedeo, fosse tornato qui, in
una carozza, tutto turbido, pallido, ed essangue,
vacillandi con la Testa, come un ammalato, e
mezzo morto, si che fù forza, di portarlo giù,
dalla carozza! Jddîo lo preservì, e mantengha
benignamente, per mera grazia! e misericordia!
da ognj mala ventura! e malincontro!
in perpetua sanità, e felicità! con l'altro figliolo[.]
heütte ist es, dem Tage nach, als Mittwoch zweyiähri[g]
das mein Außerwehlter Sohn, Fürst Erdtmann Gideon
Sehliger, (leyder! leyder!) so liederlich, ohne rechtmeßige
hülfe, verschieden, Gott tröste unß noch darüber.
undt strafe alle die iehnigen, so ihn ermordet
oder seines unglügks begehret haben mögen!
A spasso, ans waßer <2 mal>. Die fehrleütte, fahren
heütte wieder, mit der fehre! wiewol man, mit
Mühe, das Gottlose volgk daran gebracht!
8 Schefel (Scheffel)schfl: haber, seindt heütte nachmittage <gesackt, aber nur 7 Schefel (Scheffel)schfl:> außgeseet worden
auf dem kleinen breittigen, am Weinberge, in präsentz Martin haug
Go[tt] gebe, zu Segen! glü[g]k! undt gedeyen!
<Windig. regenicht.>
J'ay èscrit, üne quantitè de lettres. Dieü vueille!
qu'elles arrivent, en temps, & lieux, á Berlin, en Hollande
& ailleürs, & que tant des travaulx, ne me nuysent,
& ne soyent infrüctüeux!
A spasso; co'l Carolino Orsino; al fiume.
Avis: daß es zu Magdeburgk anfange, an der pest zu sterben,
ob wol andere darahn zweifeln wollen. Gott erbarme sich,
der krangken! undt bewahre, vor mehreren landtstrafen!
Hier au soir, mon petit Charles, a estè cruellement
angoisè dedans son lict, süant dès grosses gouttes,
& ne scachant luy mesme, ce, qui luy manque
sinon; qu'il s'est prefigürè la mort d'Erdmann. et cetera
Dieu vueille, preserver ce von enfant, de tous maulx,
de l'esprit & dü corps! en paternelle Protection!
Es seindt Vict kornwagen, mit Mehl von
Ballenstedt, ankommen, weil man alhier, nicht
füglich, mahlen kan!
1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: gersten, ist vormittage zu Zeptzigk, auß-
geseet worden, Nachmittage, daselbst; 12 Schefel (Scheffel)schfl: Erbßen,
undt 10 Schefel (Scheffel)schfl: gersten, alles, in præsentz Johann Balthasar Oberlenders[.]
Gott gebe zu glügk! Segen! undt gedeyen!
Das waßer fället gar gemächlich, undt die Müh-
le gehet sehr langsam, zum mahlen.
<Windig, unlustig wetter.>
heütte ist der elende MonatsTag, an deme Mein Sohn,
Erdtmann Gideon Sehliger verschieden, undt unß großes
klagen, undt Trawern, veruhrsacht. Jedoch,
müßen wir ihme, (alß Christen gebühret) den Sehligen
wechßel, undt die ewige freẅde, nicht mißgönnen.
Viel mehr aber auch nach ihme, undt nach dem himm-
lischen vaterlandt unß sehnen! undt verlangen tragen!
Cependant! ie ne le puis oublier! Ô Dieü! Mon Pere!
Auf den hundert Morgen, ist doch ejn wispel Gersten <in præsentz Martin Haug>, noch
vormittags, geseet worden. Gott gebe zu segen, undt gedeyen.
Nachmittags hat man das seen, wegen großen windes, einstellen
müßen. et cetera
Avis: daß es nicht allein zu Magdeburgk, an der pest, stirbtt,
undt sonderlich viel leütte vom schlage, getroffen werden, und
gählingen dahin sterben, Sondern auch, das alhier, abermalß,
die kinder, an pogken, wegsterben. Gott beßere es gnediglich!
Ein Stügk von der Mawer, ist an der überfahrt, einge-
fallen. Gibt abermahl haspeley!
Den Amptmann Georg Reichardt habe ich, bey mir gehabt. et cetera
Jtem: den buchbinder, Christof Carll, meine uneingebundene
bücher, nebenst dem Bibliothecario Gebhardt Loyß, re-
vidiren laßen, undt die defect annotiren.
<Schlagkwetter. 3 hasen von der hatz.>
Es ist bier auß Ballenstedt, ankommen, undt alhier, zu un-
serer hofstadt, (auß noht,) abgeholet, undt gelifert worden,
dergleichen ich, geschehen zu sein, niemalß gedengke.
Man hat mir wiederumb diese Nacht, in der
Scheüne eingebrochen, un<oder> ist man eingestiegen, undt
auß gedroschenes getreydig, heraußer gestohlen.
Jch laße visitiren. Endlich, hat sich befunden, daß es ein Böhmisches <Engke, den Mutterpferden, zum besten gestohlen, 1½ Schefel (Scheffel)schfl:>
Nachmittags hat man wegen des Schlagkichten wetters
nicht füglich sehen können. Vormittags hat Martin haug,
einen Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: gersten, in die hundert Morgen, noch außseen
laßen, Gott gebe zu glügk! undt Segen!
Avis: daß es sich, (Gott lob! undt dangk!) mit der Fürstin
zu Cöhten, wieder vermuhten, augenscheinlich gebeßert,
durch Gottes segen, undt gedeyende hülfe, oder raht,
des neẅen Medicj, Doctor a von Magdeburgk
also daß Sie wieder zu Tische gehet, fleißig behten,
undt lesen thut. Gott helfe ferner, mit gnaden!
hanß Christof Wischer, ist diesen abendt anhero kommen,
pour traitter, avec Madame.
Meine Stallpursche haben drey hasen, gehetzt,
undt einen Wolf, welcher sich loß gerißen, von den hunden.
Nota Bene admonition inopinèe au lict, de Charl Ursinus dj non chiavare
con la Donna! perge miracolo mysterioso!
<Frost diesen Morgen.>
Jn die kirche, da der pfarrer von Palbergk, geprediget.
Extra zu Mittage: Doctor Mechovius, Wischer, die Rindtorfinn,
die Peckadelinn, der pfarrer, undt Schwartzenberger,
auch successive, mit einem, undt andern, conversiret.
Avisen: daß undter dem Prætext der Cosagken bekriegung, in
Polen, die Schweden, in Liflandt, gemeinet seyen <sollen>, undt dieselbigen
sollen auch vigiliren, wichtige Sachen, ob handen, haben, undt schon
in die 24000 Mann, zusammen gebracht, zur resistentz.
Die Königinn, gehet fleißig, zu rahte, mit den Reichßrähten
Chur Brandenburgs undt hollandt, mag auch, von den Schweden, ge-
droẅet werden.
Jn Engellandt, sol der General Cromwell, Todt sein, undt alles
noch gar verwirret stehen.
Jn Frangkreich, gibts factiones, undt dissensiones zu Paris[,]
deßen sich, die Spannischen, wol bedienen, undt sichs zu Nutz,
machen werden.
Der König, in Spannien, hat befehl, nacher Par Brüßel,
geschickt, man solle Chur Pfaltz, Franckenthal, evacujren,
also würde es, keiner creyßdefension, bedörfen.
König in Polen, hat den Dantzigkern scharf geschrieben,
den reformirten die eingezogene kirche, zur heiligen drey-
faltigkeitt, bey vermeidung ungnade, undt Strafe,
alsobaldt wieder zu restituiren, Sie (als getreẅe gehorsa-
me undterthanen,) nicht von der Augspurger confession, eigenes
|| [[Handschrift: 100r]]
gewalts außzuschließen, viel weniger Sie, der Ehrenämpter,
zu endtsetzen. Die Staden, haben auch vor Sie intercedjret. perge
Die Schweden, wollen der Stadt Oldenburgk<Brehmen>, wieder den
Graven von Oldenburgk; in der Brehmer<Weser> Zollsache, assistjren.
J'ay expediè, mès depesches laborieüses, de ces jours
passèz, & demainb Dieü aydant, P. M.c s'en ira. Dieü le
conduise, & reconduyse heüreüsement!
<3 hasen, von der hatz.>
Jn schönem wetter, bin ich spatziren gegangen. Das große
waßer, fället gar Spahrsam. Man kan übel mahlen:
Nur mahlen sie Maltz, in 24 Stunden, so man sonst in
12 Stunden mahlen können. Mit dem Mehl, wil es gar
nicht fortt.
Nachmittags hinaußd geritten, mit Carl Ursinus nach Palberg,
undt Poley. Beyde Junckern Wischer und Rindtorf mitgeritten.
2½ Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: gersten, aufn 100 morgen undt 1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: haber
seindt außgeseet. Gott gebe zu Segen!
Der hofraht von Strehlitz Müller, hat sich praesentiret,
undt ich habe ihn, extra behalten, zu abends, undt mit
ihme viel conversiret. et cetera
Buone nuove dj Halla. Jddîo le benedica!
Schreiben von Meinem Sohn, Viktor Amadeus[.] Jtem: von der Churfürstinn
von Croßen, item: von Tobias Steffeck von Kolodey en bons termes empfangen.
Ach Gott! hilff doch einmal, auß so vielem labyrinth,
mit freẅden, mit Trost, undt mit ergetzung, emergiren!
Faxit Deus Omnipotens!
Die avisen von Leiptzigk bringen:
Das es umb Warschaw herumb, falsche werber gegeben, welche
im Nahmen des Königes in Polen, schon in die 600 Mann, geworben
vndt von den dörfern, viel erpreßet, auch vorgehabt,
die Stadt zu plündern, so baldt der König würde mit
den völgkern, hinweg sein. Man hat aber, die Conspira-
tion entdegkt, die völkger, getrennet, undt geschlagen,
theilß gefänglich eingezogen, undt erfahren, daß der
General Chmielinßky, solches angestifetet. Der Oberste,
so falsch geworben, sol Meyer heißen, wie auch ein
anderer, Christof Weiß. Meyer aber, hat sich zu
roß, mit der fluchtt salvirt, undter den <155> gefangene
seindt 15 Officirer, undt ein Dominicaner Münch. Von
den völgkern, welche unwißendt des betrugs, in ihrer
einfaltt geworben worden, hat man 250 Mann, undter
die Königlichen trouppen, undtergestellet.
Fürst Janusius Radzivil, ist in Littawen, unver-
warnter dinge, von 40000 Cosagken, überfallen worden,
da er kawm 10000 Mann, bey sich, gehabt. Er hat sich
aber, resolviret, ritterlich gewehret, undt Sie,
die Cosagken, endlich in die fluchtt, geschlagen. Der-
selben, sollen, in die 10000 Niedergehawen worden sein.
Kayserliche Mayestät leßet etzliche völgker, an den Schlesischen
gräntzen, zusammen ziehen, wegen besorgenden einbruchs
gedachter Cosagken, undt deren adhærenten.
Graf Magnus de la Garde ist ReichsMarschalgk in Schweden
worden, undt resignirt, das guberno in Liflandt, dahin der
Feldtmarschall Gustavus Horn, (numehr auch gewordener
Schwedischer Graf) kommen, die Schwedischen völgker zusammen
ziehen, undt auf die Pollnischen armaturen, ein wachendes auge
haben solle.
herr Salvius, sol von Stogkholm, nacher Wien raysen,
die lehen, über die deützschen Fürstenthümer, Pommern,
undt Brehmen, zu entpfangen, im nahmen der Königinn,
vom Kayser. Graf Magnus sol numehr, in Schweden, verbleiben.
General Feldtmarschall Wrangel, sol Reichsadmiral werden.
Frangkreich, undt Spannien, haben im Niederlande Stille-
standt gemacht, vf ein par Monat, wegen etzlicher tractaten,
armiren aber doch inndeßen, weydlich.
Die Printzen, so gefangen gewesen, recuperiren wieder
ihre authoritet, haben zu Paris, bey der Königinn audi-
entz gehabt, undt vor die noblesse geredet, nebst dem
Düc d'Orleans, wegen haltung eines allgemeinen Reichs-
Tages, so die Frantzosen, Les Estats nennen, damit den
vielen unordnungen undt Gravaminibus, in selbigem König-
reich, abgeholfen werden möchte. Die Königinn aber,
will sich nicht rotunde erklähren, schiebe es auf,
von einer Zeitt, zur andern, biß der iunge König, im
September mündig, undt (vielleicht,) darnach, gar nichts
darauß werden möchte. Sie, die Printzen, und Noblesse,
dringen noch stargk, auf die exclusion des Cardinals Mazzarine.
Casal, wirdt mit gelde, <volgk> undt anderm versehen, weil
sich die Frantzosen aldar, einer Spannischen belägerung vermuhten[.]
Der Cardinal leßet ein manifest außgehen, undt
klaget höchlich, über die undangkbarkeitt, der Frantzosen[,]
denen er vermeint, so große dienste, gethan zu haben.
Die Lottringher dominiren im Stift Lüttich, ihres gefallens
occupiren, plündern, undt hausen erbärmlich, wie auch, an
den Frantzösischen gräntzen.
Der Cardinal Mazzarini so sich noch zu Lüttich, aufhelt,
prætendirt, viel geldes, an die Königlich Frantzösische Rent-
kammer, so er zu iüngstem treffen, vor Rethel, vorge-
schoßen haben will, die Königin Regentinn, ist auch
geneigt, ihme zu gratificiren. Allein der Düc d'Or-
leans, undt die Printzen, nebst den Parlamenten,
undt der noblesse, wollen nicht, sondern viel mehr,
das man dem Decret, mit confiscation seiner
gühter <und einkommen>, inhæriren, auch damitt, einen anfang machen solle[.]
Der Frantzösische Admiral2, in marj Mediterraneo, 19 Schiffe
Stargk, macht selbige See, gar unsicher, hat neẅlich,
3 reichbeladene Holländer, gehende nach Venedig,
worundter eins, mit 28 Stügken, undt 700 ballen
pfeffer, weggenommen. Zu Paris, seindt 100 mille Gulden (florenus)f: auf des Cardinal <leib, gesetzt>
General Türenne, bemühet sich, wegen des
Stille Standts, undt rüstet sich auch, in eventum, zum kriege.
Zu Dysseldorf, wirdt die herztoginn von Neẅburgk
den 3. Aprilis, begraben, undt von den Evangelisch reformirten,
sehr beklaget. Der landtTag daselbst gehet infructose ab.
Man meynet, der Oberste Del Pontj, so Rethel liederlich
aufgegeben, dörfte einen schwehre sententz erwarten müßen.
Der Marquis de Castell Rodrigo, so vor diesem Königlich
Spannischen gouverneür in den Niederlanden, gewesen, an itzo
aber die Stelle eines Großhofmeisters des Königs in Spanien
betretten, ist den 8. Februar gestorben, sehr vom Könige be-
trawret, undt magnificentissime zur erden bestattet worden.
Die Spannischen machen große præparatoria, hin: undt wieder
zum kriege, weil Sie reichbeladene Schiffe auß Jndien,
abermalß bekommen. Spannien begehret von Frangkreich,
endtweder einen bestendigen frieden, oder einen ernsthaften krieg.
Des Cardinals Mazzarin leütte, seindt unferne von
Brüßel angegriffen, undt geplündert worden.
Spannien, hat absehen auf Casale in Montferrat.
Der Marquis de Montpezat, ist Gouverneür darinnen.
Zu Napolj werden wieder aufrührische Zeddel spargiret.
Fremde, undt contagiosische Seüchen, sollen alda regieren.
Der ViceRè fähret forth, mit scharfen proceßen,
gegen verdächtige große herren.
Jn Barcellona, nimbt der hunger überhandt,
wie auch, die pest, also das ihrer viel endtfliehen.
Die Kayserliche brautt, ist in dem Veronesischen gebiehte
von den Venezianern kostfrey gehalten, undt biß in das Tridenti-
nische, stattlich spesiret, tractiret, undt convoyiret worden.
Zu Wien, ist eine Jüdinn, Eleonora genandt, erschoßen
worden. Man hat die Jüdin derentwegen selber, im verdacht,
undt wirdt fleißig, darauf inquiriret.
Jn Böhmen, werden die pawren sehr aufrührisch,
wegen der Stargken reformation3. Jn undter Oester-
reich, wil man auch, stargk reformiren.
Graf Strozzj, wirdt der Kayserinn, entgegen geschickt.
Der Ertzherzogk Leopoldus, hat solennissime vom Kayser,
die lehen entpfangen laßen, über das Oberste Meister-
thumb, in Preüßen, undt in Deützsch: undt Welschen landen,
durch Grafen Lhaun, undt Geörg Ludwig Lindenspüher,
respective, des deützschen OrdensRitter, undt Kayserlichen Reichs-
hof: auch Ertzfürstlichen geheimen Raht.
Man hat zu Wien, stargke Processiones von Fla-
gellanten halten, undt die Trompter kläglich
darein blasen, auch die heerpaugken, schlagen, undt
doch darneben auch andere Trompter, die marche
blasen laßen, darauf der Todt die herrpaugker
schlagen müßen, undt ist die Passion darbey
repræsentiret worden.
Jn der Stadt Candia mag es an lebensMitteln,
undt an gelde, ermangeln, wie auch an volgk. Stehet
gefährlich. Ein venezianisches Schiff, nach Smirne gehende,
mit wahren, auf 300000 krohnen werth, ist ge-
scheitert, undt mit allem, zu grunde gangen?
Eine Jnsel bey dem Arcipelagoe, sol gantz versungken,
undt undtergangen sein, undt hetten sich nur von allen
Jnnwohnern, 5 personen davon, in einem Schiflein, salviret.
Der Uhrsprung, solches unheyls, wehre ein Bergk
welcher nun 3 gantzer iahr hero, continuirlich sich ie höher,
undt höher, erhoben, zu letzt aber, sich eröfnet, undt so viel
feẅer, undt Aschen, außgeworfen, das die Jnsel zumaln,
darvon bedegkt gewesen, undt undtergangen!
Die landtStände, in Oesterreich, contribuiren dem
Kayser, zum beylager, 80000 gülden, undt für die Kayserliche
Brautt 20000 zum hochzeittpræsent, undt noch zu
dero freyen Disposition: 200000 gülden, auch zu undter-
haltung der im lande, restirenden soldateca 100000 Gulden (florenus)f:
König in Engellandt, undt General David Leßle, faßen
sich gegen den Cromwell. hoffen, eins mit ihme zu wagen,
undt bastant zu sein. Printz Robert, ist zu Toulon
in Frangkreich mit etzlichen Schiffen, die er repariren leßet.
Die Parlamentischen werben stargk, wieder Schottland vndt
Jrrlandt, auch machen sie große præparatoria zur See.
Cromwell hat anschläge, auf die Grafschaft Fife.
Der König, leßet in Deützschland, viel wafen ein-
kauffen. Das Parlament, oder die neẅen Regenten
zu Londen, hat den Gewaltt, so der Große Admiral
von Engellandt gehabt, numehr dem Rath, von Staat,
(wie Sie es nennen), zugeeignet, der creiret neẅe
admiralen, zur See. Jhr hoher Justitzien Rath, hat herren
|| [[Handschrift: 103v]]
henrich heyde, gewesenen Königlichen Ambassador
zu Constantinopel darumb endthaüpten laßen, weil
er dem publicirten Parlamentarischen decret zuwiederf, (das kein
geborner Engelländer, des exequirten Königs, successorn vor
einen König in Engellandt, erkennen, noch einige Commissio-
nes, von demselbigen, (eo nomine) entpfangen, oder in einige
seiner dienste, sich einlaßen sollte, bey leib: undt le-
bens Strafe,) gehandelt, in dem er bey dem Türckischen
Kayser als Königlicher Agent, gewesen, den kaufhandel
der Türgkischen Compagnie, wie auch, des Parlaments
jnteresse, nicht allein, zu Constantinopel, sondern auch, zu Mi-
tilene, Smirne, undt in KleinAsien, alda er kraft habender
particular commission <nicht allein> ein Consul sein, undt der Englischen
kaufleütte alda befindliche affaires, tractiren, undt
theils verarrestiren sollen, umb den Parlamentarischen Ambassador zu
Constantinopel Rittern Thomaß Wendisch, außzustoßen,
sonsten auch, undter den Engelländischen kaufleütten, großen
Zwispalt, anzurichten, sich undterstanden haben sollte[.]
Es hetten solches glaubwürdige Zeügen, deponiret,
undt sein Jnnsiegel, so er, als ein Königlicher Agent,
mit sich, geführet, hette es verrahten, undt ihn also
convinciret. Er hat sich aber, in einer langen oration,
so er auf der bühne gehalten, sehr endtschuldiget, undt
offentlich, erklähret, das er nichts gethan, als worzu ihn,
seine pflicht Schuldigkeitt, verobligiret hette!
Zu Londen, hat man zu erbawung neẅer Schiffe, und
befreyung der See, neẅe jmposten, auf die kohlen, angeleget,
undt die schwehren Zölle, noch auf zwey iahr, prolongiret.
König in Spannien, hat befohlen Frangkenthal zu restitujren.
Der Portughesische Ambassadeür, im haag, hat seine
Resolution schriftlich übergeben, Jnnhalts: es wehre
seinem Könige unmüglich, die den holländern in Brasilien
abgenommene plätze, zu restituiren, weil die besitzere
solcher örther, hierzu, nicht verstehen, oder in wiederigem
fall, den König in Spannien, zum Schutzherren, annehmen
wollten, ist gleichwol erbiehtens, den herren Staden,
undt WestJndianische compagny, freye commercia, nacher
Brasilien, zu gestatten, Jtem: 8 millionen zu endt-
richten, auch den waysenKindern, in Zeelandt,
vor das iehnige, so Sie, in die WestJndische compagny
eingeleget, 8 Tonnen gülden, zu bezahlen. Jnmit-
telst, haben die herren Staden beschloßen, noch mehr
Schiffe in eil außzurüsten, als ob Sie mit dem bott,
nicht zufriedeng wehren?
Der Parlamentarische Engelländische Ambassador4 ist im haag, mit
250 personen, stadtlich geputzt, ankommen. hat undter
andern, eine leibguardij, von 12 hellerbardirern,
bey sich, welche neben den hellebarten, undt degen, mit
einer carabin, an der seitten hangende, gewafnet sein.
Der Düc d'Yorck, die Princesse Royalle, zusampt dem
iungen Printzen von Uranien, seindt nach Breda, gezogen. et cetera
Man erwartet, noch, ia im haag, einen graven von Dum-
ferling, so in einer Ambassade, vom Könige, undt Ständen
in Schottlandt, ehistes Tages, geschickt werden soll.
Ein 13 holländer, undt hamburger Schiffe, haben im
haag, undt zu Mittelburgk einen großen Theil, des in Spa-
nien angelangten Reichthumbs, mitgebracht.
Die Frantzosen haben abermahl in der See, den Engel-
ländern, ein groß: undt reichbeladenes Schiff, abgenommen,
deßen verlust, auf 130000 Pfund (libra)℔: Sterlings, geschätzet wirdt.
Der holländische Resident, zu hamburgk, herr Schraßert
ist Todes verblichen.
Andere schreiben vom Parlamentarischen Ambassador5 daß er im haagen
mit 300 personen, ankommen seye, undt hette darundter,
13 Trompter, undt 30 pferde, mittgehabt, wehre
auch mit 50 carossen eingeholet worden. Zu Rotterdam,
hetten ihm zwahr, einige auf den dienst, gewartett,
undt eines beybringen wollen, es hette es aber,
seine stargke suitte verwehret. Theilß meinen,
Cromwell seye Todt, undt es gienge in Engellandt
wunderlich zu, bevorab, zu Londen.
Der hertzogk von Savoye hat eine potschaft, in
die 100 personen Stargk nach Wien, geschicktt,
zu waßer, auf 30 Schiffen, von Ulm auß. Man hat Sie
durch Bayerlandt, kostfrey gehalten.
Zu Regenspurgk, hat man an dem himmel 3 Sonnen
gesehen, undt zu Janckow, in Böhmen, unweitt deütz-
schenbroda, hat es blut, Schwefel, undt pulver ge-
regenet, wie die avisen melden.
Chur Bayern sol wieder werben, zu waß ende
weiß man nicht hingegen, wirdt die Rheinische
Crayßdefension, suspendiret, undt in dem
landt zu Braunschweig, undt Lüneburgk, wie
auch im stift hildeßheim, seindt alle werbungen
verbotten, damit man das volgk im lande, be-
halte, undt wieder anbawen könne!
Jn Oesterreich, sollen sich schon, in die 28000 un-
catohlische angegeben haben, welche lieber das
landt reümen, alß ihr gewißen, beschwehren wollen?
J'ay songè d'avoir estè assis, a üne table, avec
le Prince Augüste, & ün principal Seigneur Es-
cossois Royalliste, auprès d'iceluy Cromwell,
& quelques aultres Officiers Anglois, Escossois,
& Allemands. J'eüsse parlè la plüspart avec l'Èscos-
sois, & maintenü le party dü Roy. Cromwell eüst
fait ün triste & morne mine, dissimülant tout,
& faysant semblant, de n'entendre pas nostre
Discours François. Enfin, il s'en füst allè, de dèspit,
|| [[Handschrift: 105v]]
se levant de table, a cause d'üne parole Passionnèe, que
i'avois proferèe, pour le party dü Roy, envers le Prince
Augüste, lequel avoit discourü avec grande precaution,
me regardant souvent, & prennant garde, a ce, que
ie disois, & mè rèspondant avec singüliere prevoyance!
Extra zu Mittage: ist noch der hofraht Müller
gewesen, wie auch die Peckadelinn, undt Doctor Mechovius,
dann Wischer rechene ich nicht, vor <extra> Ordinarium
mehr, weil er numehr ordinarie, Meiner gemahlin Liebden
aufwartten soll.
Nachmittage, habe ich geschrieben, nacher Croßen, undt Berlin
im vorrath. <hofrath Müller, hat zu abends abschied genommen.>
Gegen abendt, bin ich mit Meiner gemahlin, jn gartten,
spatziren gegangen, in hellem schönem wetter, alß es
heütte, den gantzen Tag, gewesen.
<1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: 21 Schefel (Scheffel)schfl: gersten, hat Martin haug außseen alßen, aufn 100 Morgen,
Gott gesegne es!>
Mittwoch☿ den 9ten: Aprill, 1651.
Der hofrath Müller, ist heütte forth. Jch laße ihn
führen, biß nach Warmbstorf, von dannen, wollen ihn,
die Cöhtnischen nach Ascherßleben, führen laßen,
alda er etzliche Tage, in seinen privatis, in sua Patria,
bleiben, darnach aber wieder anhero zu kommen, undt
seinen rügkweg, nach Strehlitz, forthzusetzen, gewillet[.]
Gott gebe überall, gute expeditiones!
Am heüttigen BehtTage, conjunctim, zur kirchen.
Das waßer, so gestern abermal gewachßen, fället
heütte wieder. Gott helfe weitter, mit gnaden!
Zu Barby, sollen die Tämme, an den ufern, in die 30 Ruhten,
das ist 240 ellen weitt, (die ruhte, zu 8 ellen gerechnet)
außgerißen sein, die felder, undt ägker, überschwemmet,
undt sehr großen schaden, dem Graven, undt andern,
gethan haben. Sie können wenig ägker, bestellen,
das winterkorn, in niederigen feldern, leidet noht, andere
Egker, können sie, nicht zurichten, zur Sommersaht.
Zu den hohen feldern, haben sie mühe zu gelangen,
durch das waßer. Müßen droben bleiben, in hütten,
die woche hindurch, wegen der überfahrt, undt Zeitt
verliehrung, also das Sie nur am Sonnabend pflegen
überzufahren. So hat auch ihr vieh mangel an weyde,
also: daß sie daselbst, viehe, undt gesinde, anfangen abzu-
schaffen, sich in der Zeitt, zu schicken, undt zu gedulden.
Gott helfe ihnen, undt unß, emergiren, undt
bewahre, vor ferrnerem unheyl! undt unwesen!
Der gute Tobias Steffeck von Kolodey ist heütte, von seiner
abentheẅerlichem rayse, (Gott seye lob! undt
dangk gesagt) unversehrt wiederkommen. Gott
helfe mir ferner, zu glügk! undt gnaden! undt be-
wahre mir, recht Treẅe diehner, gebe auch,
glügk; Segen! undt fortgang! Zu meinem ferneren
vorhaben, undt anschlägen!
Il m'a apportè tout plein de lettres, de Complimens,
mais en effect, nous avons obtenü, bien peü, de nos desirs.
Pacience! Pacience! Pacience!
in 100 Morgen, 6 Schefel (Scheffel)schfl: gersten abermal <in präsentz Martin haugs> geseet. Gott laße es gedeyen!
Jtem: 1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: zu Zeptzigk. Gott gesegene mirs!
<4 hasen, Rindtorf gehezt>
Briefe geschrieben, am heütten postTage.
Nota Bene Die erfreẅliche wunderbahre Zeittung, undt avis
Nota Bene vom Obrist leutnant Knochen, von Cöhten, bekommen, das sichs
Nota Bene mit der Fürstin daselbst, gleichsam, miraculose
gebeßert, undt verstandt, undt alles wieder-
bracht worden. Gott ist wunderbahr, in seinen
wergken, undt billich zu preisen. Groß
seindt die wergken des herren, wer ihr achtet,
der hat eitel lust, undt freẅde darahn!
Visité gegeben, meinen Schwestern, undt sonsten,
mit Tobias Steffeck von Kolodey mittgebrachten Sachen, wie auch, mit
andern briefen, viel zu thun, gehabt, undt zu bestellen[.]
1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: gersten, ist alhier geseet worden. Gott gebe
zu glügk! segen! undt gedeyen! Martin haug war darbey[.]
Post von Ballenstedt, bekommen, von selbigen
Beampten.
Freitag♀ den 11ten: Aprill: 1651. böser/gefährlicher/schädlicher/unglücklicher/unglückseliger Tag (tatsächlich oder befürchtet)ꘉ
Paul Ludwig bey mir gewesen. Jtem: Georg Reichardt undt Philipp Güder. et cetera
2 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: gersten, vor: undt nachmittags alhier geseet,
<undt> 1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: gersten zu Zeptzigk. Gott gebe zu segen! undt
gutem gedeyen! Hans Balthasar Oberlender wahr dortt, undt Martin haug, alhier. perge
Meine kinder, seindt hinauß, nach Palberg spatziren. perge
Christoff Bärnreütt, hat gegen abendt, seinen
undterthäng(ist)en abschiedt genommen, gehet auf Croßen, Berlin,
undt vielleicht gar, in 7benbürgen. Gott gebe zu glügk!
segen! undt forthgang! Gott helffe emergiren!
Mit Madame; in gartten spatzirt.
<Regen, mane!>
<4 hasen, Abraham von Rindtorf gehetzt.>
Bärenreütt, ist forth, nacher Berlin, undt Croßen zu.
Gott wolle ihn geleitten! undt ihm succeß geben!
Jch habe ihm recommendationschreiben, mittgegeben,
an Fürst Johannßen, an Meinen Sohn Viktor Amadeus undt ahn
die Churfürstliche wittwe zu Croßen. Gott segene, deren effect!
Jacob Ludwig Schwartzenberger, ist mitt, auf
Deßaw, undt hanß Eckardt, gehet vollends mitt
nacher Zerbst, Zerbster bier, vor die hofstadt alhier ab-
zuholen. Gott laße Sie gleichßfalß, mit
frieden, wiederkommen, undt gebe uns glück! und Segen!
Etzliche Schiffe, den Strohm herauf, gehen durch, in-
maßen heütte, viere, ledig, mit zweyen Sehgeln, passiret.
A spasso, in die Awe, nacher Bornike zu. perge mit Carolo Ursino.
Matthiaß von Krosigk, hat vor abendts, alhier, en passant,
eingesprochen, undt sich endtschuldiget, das er zu Zerbst,
nicht aufwartten köndte, weil er nacher halle citiret.
3 Schefel (Scheffel)schfl: gersten, undt 13 Schefel (Scheffel)schfl: haber, seindt alhier geseet,
undt 12 Scheffelschffl: gersten zu Zeptzigk. Gott laße es wol gedeyen[.]
Avis von Wartemßleben, von hannover.
Conjunctim, in die vormittagspredigt, des Jonij.
Extra zu Mittage: Doctor Mechovius, die Rindtorfinn,
Lüdolf Lorentz von Krosigk. et cetera
Nachmittags, wieder in die kirche, da der iunge
Rheinschmidt, geprediget.
Krosigk ist forth nach hause zu, in meynung,
auf den 16den: huius, (meinem außschreiben gemäß)
dem leichbegängnüß, zu Zerbst, beyzuwohnen. perge
Die Sahle fellet zimlich (Gott lob!)
Schwartzenberger; undt der neẅe Medicus, Doctor Beck-
mannus, seindt diesen abendt, von Deßaw,
ankommen, Gott gebe zu glügk! undt Segen!
Montag☽ den 14den: Aprill 1651.
Doctor Beckmannus, der Neẅe Medicus, hat sich bey mir
præsentiret, undt ist extra zu Mittage, neben Hans
Bernds, undt der Pegkadin, behalten worden.
Avis von Graf Moritz, von Tecklemburg daß sein Söhnlein,
graf Wilhelm Ludwig sehlich verschieden. Gott tröste ihn! und gemahli[n.]
Schreiben, von meinem Sohn, Viktor Amadeus von Berlin, Paris,
Jtem: von Einsideln, jtem: von Märtin Schmidt.
1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: 18 Schefel (Scheffel)schfl: gersten alhier, undt 12 Schefel (Scheffel)schfl: gersten
zu Zeptzigk, außseen laßen: Gott gebe zu glück! und Segen!
<Der junge Plato, pfarrer zu Altenburgk,
helt heütte hochzeit, mit Teichmanns Tochter.>
Daß der König in Engellandt, in guter postur, stehe, wieder
die Parlamentischen, undt General Cromwell genesen.
Zu Paris, hindert die Königinn die versamlung der Stende
in Frangkreich wieder die Printzen, wieder die Parlamenter,
undt wieder die Noblesse. Cardinal Mazzarinj, ist zu Brüel
in des Churfürsten von Cölln, lande. Jn Catalonie steht es gar
schlecht, vor die Frantzosen.
Die Türgken, setzen Candia heftig zu, undt haben viel
volgk, proviandt, munition, undt geldt, dahin gebrachtt,
in dem die Venezianischen schiffe, undt Galleren, außen gewesen,
sich zu erfrischen, in Corfû!
Jn Polen, undt Lyttowen, wirdt noch der krieg besorget,
von Cosagken, undt Tartarn.
holländer, undt Engelländer, rüsten sich, wieder Portugall,
stargk zur See, wiewol sie ungleichen zwegk haben, die ersten,
wegen Brasilien, die andern, wegen etzlicher hostiliteten.
Der Engelländische Parlamentarische gesandte6, im haag, helt sich, gar splendide!
Frangkenthal, ist noch nicht evacuiret, ob man schon
hofnung darzu hatt!
Pfaltz Neẅburgk, will mit den Staaden, zerfallen, wegen
etzlicher Mißverstände, undt Militarischer execution, wieder
die Pfaffen.
Dienstag♂ den 15den: Aprill, 1651.
<Frost.>
Das waßer fällt. hofraht Keppe, hat sich præ-
sentiret, alß abgesandt, von Fürst hanßen. et cetera
hanß Geörge horenburgk, gewesener kammer-
diener, bey F hertzogk Julius heinrich, von Sachßen
Lawenburg hat sich auch præsentiret. Jst der dienste müde.
Lüdolf Lorentz von Krosigk, ist auch erschienen,
in meynung nacher Zerbst, per Deßaw, zu gehen, aufs
leichbegengnüß, nebenst Wolf Thylo von Troten.
Keppe hat ahnzubringen gehabt, 1. Curialia, wegen der
condolentzen, vndt beschriebenen vom adel dangksagung. 2.
Frage, wie wir unß, zu vereinigen, wieder den landtTag,
da man schriftlich erklährung begehrt, vom Fürst hanß,
wegen<durch> ablegation Cantzlers Milagij; undt Freybergs. Der
Adel, erigiret cristas, will unß den Zügel, auß handen,
nehmen, undt leges imperandj, vorschreiben. Bleibet nicht,
in terminis der proposition, zur befriedigung, der landschaft
creditorn, So doch auch, ihre norm schon hat. et cetera 3. In causa
Gernrodensj, sich zu excusiren, daß Fürst hans mir nicht zur præjudicirn
gemeinet, Sondern nur wolmeinendt die abalienation an Fürst Augustus
vorgeschlagen. 4. In causa Ascaniensj, gebehten, die Sache zu
urgiren, damit lis contestiret werde. 5. Einen consens
gebehten, über 10000 ReichsthalerRthlr: so er von seiner FrawMutter
aufnehmen, undt zur verbeßerung, anwenden will.
Jch habe ihm mit humanitet, undt curialiter ge-
antwortett, auch die<meine> rähte, undt Deputirte bestellet,
mit ihme außführlicher, in conferentz, sich einzulaßen,
noch vor der Mittagßsmalzeitt, wie auch, geschehen, durch Se-
cretarium Paulum Ludwigen, undt durch Doctor Mechovium.
Nachmittags habe ich ihn, in gnaden, wieder dimittiret,
undt er ist, auf Wolfen, geritten.
1½ Schefel (Scheffel)schfl: haber seindt heütte geseet. Gott segne Sie!
heütte habe ich auf des iungen Platonis hochZeitt, schengken
laßen, vi[e]r Eimer wein, an stadt des hochzeitsgeschengkes.
<Windig.>
heütte ist Rindtorf undt Wischer forth, nacher
Zerbst, in meinung, über die Elbe zu kommen.
Gott gebe! das Sie, der stargke windt,
nicht darahn verhindere! undt an ihrer aufwarttung!
Jn die wochenpredigt, (so der iunge Ottmar
gethan,) cum sororibus, filiolo, & una filia. perge
<alhier> 2 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: <Martin haug> haber, außseen laßen. Gott gebe zu segen!
Wie auch zu Zeptzigk <Hans Balthasar Oberlender> 18 Schefel (Scheffel)schfl: gersten, auf der Evan-
gelionsbreitte. Gott gebe! Zu gleichmeßigem gedeyen!
Dänstedt, ist von Cöhten, ankommen, die Schwestern
dorthin abzuholen; <die gleichsam miraculose, genesene Fürstin, zu besuchen,>
Mein Sohn Victor Amadeus, ist umb den Mittag,
unvorsehens, (Gott lob!) ankommen. Gott helfe ferrner!
Il a fait, ün joly petit voyage, Dieümercy; en Silesie, & en la Marche[.]
Einsidel, undt Langken, seindt auch mittkommen.
Ein Neẅer Sprachenmeister, hat sich auch eingestellet.
<guth wetter.>
Geschrieben, an Adolf Börstel nach Paris; an Princesse Catherine <par ün extraordinaire> undt
an Madame Elizabeth <par la poste>, Jtem: a la Douairière de Schöningen.
Die kinder, sterben wieder sehr alhier zu Bernburg,
an den pogken. Gott seye der pacienten Artzt! undt Nohthelfer!
1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: haber, ist alhier<zu Zeptzigk>, (Hans Balthasar Oberlender) undt ½ Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: haber alhier,
geseet. (Märtin haug) Gott gebe zu Segen! undt wachßthumb!
<Windig, vormittags Nachmittags hagelwetter.>
heütte ist meines kleinen Sohns, Carolj Ursinj, geburtsTag,
an welchem er 9 iahr altt worden, undt das Zehende iahr,
seines allters antritt. Gott laße ihn wol gerahten!
in wahrer Gottesfurchtt, aufwachßen, undt gedeyen!
undt gebe ihm langes leben! glügk! Segen! undt gnade!
bey Gott, undt den Menschen!
Christian, von Wartemßleben, unser Page, ist von seinen
Elltern, wieder anhero, glügklich ankommen, hat briefe
mittgebracht, von hanover, Wolfenbüttel, Ballenstedt etcetera[.]
J'ay depeschè ce soir, J. G.7 avec lettres, <1.> a la Reine de Bohême <2.> au
Colonel Mario8 2. au Maréchal de camp, Brederode9 4. a Monsieur Rivet10. 5. a Godefroy Hotton. <et cetera>
6. a Monsieur Cordier. 7. Rulitius. 8. Falquen:11 9. a la Prince d'Orange[.]
Dieü vueille fortüner, cés miens desseings, par Jesus Christus Amen!
1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: haber, Martin haug alhier, außseen lassen, Gottgesegenees[!].
Samstag♄ den 19den: Aprill: 1651.
<frost.>
J. G.12 est party. Le bon Dieu le vueille conduire, & reconduire
heüreüsement!
J'ay beaucoup de soing, pour plüsieurs choses, que Dieu
vueille, remettre en üne estat desirè!
A spasso, post sacra; et Oeconomica peracta perge
12 Schefel (Scheffel)schfl: haber, seindt heütte außgeseet, in die gerichts-
breitte. Gott gebe, zu gesegnetem gedeyen!
Die Schwestern, Freẅlein Sophia Margaretha und Dorothea Bathilde seindt zu
abendts, von Cöhten, wiederkommen. Jch hatte ihnen, den
iungen Langk zu pferde, entgegen geschickt. Er ist aber
zu Cöhten, gählingen krangk worden, undt hat
zu pferde, nicht bleiben können. Gott helfe ihm!
Es regieren an itzo, geschwinde krangkheitten. et cetera
undt gehet alles, in besorglicher confusion zu. Gott
helfe doch einmahl emergiren, sonderlich, auß der so gar
beschwehrlichen haußhaltung!
Jn die kirche, cum sororibus, duobus filiis, & parte filiarum.
Extra zu Mittage, gehabt, Langken, Tobias Steffeck von Kolodey[,] Ern Jonium,
sonderlich auch, Doctor Mechovium.
Nachmittags wieder in die predigt cum sororibus, & filiis, da der
junge heßler, des bawherrn Sohn, fein gepediget.
Avis, das der Graf Jobst Günther von Barby gestern
gestorben, so ein feiner herr gewesen. Gott genade ihm!
er ist sonsten noch vegetus gewesen, aber baldt abgangen. et cetera
Gott erbarme sich, des iungen herrleins, undt anderer krangken,
in gnaden!
Das waßer fället sehr Gott lob.
Unsere Jungkern, seindt von Zerbst, wiederkommen, haben
mit der überfahrt, über die Elbe, zu thun, gehabt.
Der feldtscherer, undt mein hofbalbirer, Hanß
Wentzel Rohte, ist auch wieder mittkommen, hoffet
beßerung, beym guten allten herrn Wendelino, zu dem
ich ihn geschigkt hatte, seine aufgelauffene handt,
zu verbinden. Er hat ihm etwan vom pflaster, gelaßen.
Gott gebe zu glück, heyl, undt gedeyen!
Doctor Beckmannus, der neẅe Medicus, kahm heütte, aller
malat, undt disgutirt herauff, weil er das fieber am
halse hat, nacher Deßaw, forth will, undt kein lo-
sament alhier, (Contre la promesse, de mes Secretaires
& Officiers) bekommen kan.
<Schnee undt windt, mane. Regen a meridie undt Schloßen.>
heütte hat Meine freundliche herzliebste gemahlin, alhier vfm hause
Bernburgk, ihre Communion gehalten, nach deme Sie
gestern gebeichtet, bey dem allten pfarrer, von Alsleben
herrn Otto Geese. Gott gebe rechte buße, undt her-
tzensandacht! undt leitten uns, auf ewigem wege!
Worinnen wir irre gehen! Faxit Deus; Amen!
Wischer, <und> Krosigk undt<seindt> von Zerbst, nachmittags wiederkommen, haben
|| [[Handschrift: 111r]]
berichtet, wie man sie beyde, tractiret, neben
Rindtorfen, dem iungen Paris Werder, undt dem
einen Trohta13, alß meinen beschriebenen hof: undt
landtiungkern. Jls ont estè maigrement
traittèz, & honorèz, come si on avoit quelque
peür ou arrierepensèe & je m'en estonne!
<Trohte,> Wischer, undt Krosigk haben die leiche
helfen tragen müßen, da doch viel iunge
leütte, undt landtsaßen, außm Zerbster Antheil,
(denen es eigentlich gebührt hette) vorhanden gewesen.
Rindtorf mein CammerJunker hat auch müßen helfen die
hertzoginn führen, ist aber undten ahn, gegangen,
undter der herztoginn CammerJunker einem Marschalck von
geschlecht, ein hoym, ist Königlich hollsteinischer<Dennemarkischer> undt hollsteinischer
Abgesandter, gewesen, ein Münchhausen14, Anhaltischer.
et cetera
heütte seindt 7 Schiffe mit 130 wispel
getreydig alhier durch paßiret, (2 defacto!)
1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: haber ist alhier außgeseet. Gott gesegene es!
undt laße alles wol aufwachßen, undt gedeyen!
lettres de Crossen, de Stugkgardt, de Vienne; etcetera.
Krosigk, undt Wischer, seindt diesen abendt alhier geblieben.
undt ich habe allerley, mit ihnen, conversiret.
Christoff von Jehna, ist anhero kommen, nachmittags.
Die avisen wollen:
Daß der Römische Kayser, daß emigriren, allen uncatohlischen,
in Ober: undt Nieder Oesterreich, verbotten habe.
Jtem: daß die Mantuanische heyrath, baldt vor sich gehe.
Jtem: daß der König in Schottlandt wieder die Engelländer
victorisiret hette.
Der Engelländische Parlamentarische gesandter15, wolte im haag, die
herren Staaden, bewegen, mit ihnen, in eine alliance, zu
tretten, so wol wegen der Religion, alß wegen der Commercien,
Frangkreich aber, wie auch Sp Portugall, Dennemargk,
Schweden, Polen, hetten einhellig, davor protestiret,
undt sich erklähret, wann diß geschehe, So wolten Sie
mit dem Könige leichßfalß einen bundt machen,
offensivè, undt defensivè, wieder die Parlamentarischen
Engellender, undt wieder die Staaden, zugleich, zu
waßer, undt zu lande. Der Princesse Royalle,
undt die Uranischen leütte, haben sich, im Haag,
nicht vergleichen können, undt derowegen,
seindt die Uranischen, mit der princeßin, nach Breda gezogen.
Jn Frangkreich, gibts noch dissidia, ob schon der
Cardinal Mazzarinj, hinweg ist, undt die reformir-
ten, fangen auch ahn, sich zu versamlen.
Mit Spannien, werden gleichwol, tractaten gepflogen,
wie auch, mit Lottringhen.
Zu Rom, ist des Cardinals d'Este, Oberhofmeister,
auf offentlicher gaße gehende, von zweyen Mörder,
(meüchelischer weyse), ermordet worden, ob er schon
in die 20 personen, in seiner suitte, undt einen
Marchese, bey sich gehende, gehabt. Man inquiri-
ret, auf die Thäter, so endtsprungen, undt man nicht
erfahren kan, wer sie seyen, oder, wer sie bestellet?
Der Pabst, leßet vor Spannien, werben.
Candia die Stadt, sol entsetzet, undt versehen sein.
Die Venezianer, rüsten sich stargk, vor ihrem ge-
waltigem Nachtbarn. Gil de haaß, ist an General
Sperreütters stelle verordnet, weil derselbe
über der Zeitt, so ihme erlaubet, außen geblieben.
Die Polen, sollen von den Cosagken, sehr ge-
schlagen sein, undt die Deützsche infanterie,
welche von den Pollnischen Reüttern, abandoniret),
sol sich bey den Cosagken, haben undterstellen müßen.
Die Dantzjgker, kriegen, einen schwehren
handel, wegen einziehung der reformierten kirche,
undt da sie, den Königlichen Mandatis, nicht pariren wollen.
Das gewäßer, sol hin: undt wieder, großen
schaden gethan haben, in Preußen, Polen, undt überall.
Meine Söhne haben heütte zu Pfuhle, auf den
ägkern, gefischt, undt hechte undt speisefische gefangen.
Dienstag♂ den 22. Aprill; 1651.
Jch habe viel conversirt, mit dem<Christophoro> von Jehna,
welcher von Zerbst herüber gekommen, undt etzliche
Sachen, in publicis, & Privatis, undtergeben.
Gott verleyhe heilsahme Consilia!
Philipp Carll Geüder, der neẅe page, ist anhero
kommen, Gott gebe mir glügk darzu! undt segen!
Sein bruder, Ludwig Ernst, hat mir ihn, recommendirt,
umb seines Sehligen, frommen vaters willen. perge
Fraẅlein Johanna von Plötzkaw, ist nach-
mittags, herüber kommen, mit meinen Schwestern,
sich zu bespraachen. Der hofraht Müller von Strehlitz,
undt der berühmbte Doctor Medecinæ, von Braunschweig,
Doctor Fischer, ist auch mittkommen. Jch habe mit beyden,
gespraachet. perge
1 w: hafer zu Zeptzig, Hans Balthasar Oberlender undt alhier
1½ Schefel (Scheffel)schfl: seen laßen Martin haug[.] Gott gebe zu Segen!
Mit hofraht Müller, undt Jehna, diesen abendt,
successive geredet, von vielen jmportantzien et cetera[.]
Jn die kirche, undt wochenpredigt, da der iunge
Heßler, sich wol gehalten.
Der CammerJungker, von Zerbst, Marschalck,
ist an mich geschickt worden, wegen eines con-
senseß, auf 10000 ThalerThlr: so Fürst Johannsens <Liebden von dero> Fraw-
Mutter, aufnimbt, deren es, von den hertzogen
von Lünenburg auß gezahlet wirdt. perge
Nach dem er audientz gehabt, ist er mit
Mir, undt meinen Freẅlein Schwestern,
undt Söhnen, in die kirche gegangen. Wir fuhren,
er aber gienge zu fuß, nebenst unsern officirern,
undt Junckern.
Extra zu Mittage, ihn gehabt, wie auch den
Meckelburgischen Abgeordneten, (welcher ihme vorgezogen worden)[,]
Jtem: den Cammerrath, Doctor Mechovium. &cetera
Zu Abends, extra, hofraht Müller. Darnach
hat er, seinen undterthänigsten abschiedt genommen, in mey-
nung, morgen (gebe gott) wieder zu verraysen.
J'ay beaucoup conversè avec luy.
Ma femme estoit mal disposte, cejourd'huy,
ayant euë divers vomissemens. Dieü vueille
qu'elle s'amende!
<3 hasen, hetzen laßen. es wahren Rämmeler.>
Avis von Plötzkaw, vom Fürst Augusto schriftlich, durch
Cantzler Milagium, daß der Marggraf von Anspach,
mit seiner FrawMutter Liebden dorthin kommen seye!
Jtem: daß der Churfürst von Brandenburg nacher
Gröninghen, komme!
Jtem: daß die Zusammenkunft, beyder Churfürsten
von Saxen, undt Brandenburg zu Lichtemburgk,
vor sich gehe.
hofrath Müller, abgeordneter von Strehlitz, wie
auch Marschalck abgeordneter von Zerbst, seindt
wieder forth, iehner heütte Morgen, dieser aber,
noch gestern, mit contento. Gott geleitte sie!
Canzler Milagium, habe ich, nacher Cöhten müßen führen
laßen, weil mich Fürst Augustus, darumb ersuchtt,
undt seine pferde, (umb der ankommenden gäste
willen,) wieder haben will.
Risposta di Schöninghen, en termes fort froids,
& la Düchesse Douairiere, est toute malade! Pacience!
18 Schefel (Scheffel)schfl: gersten, seindt zu Zeptzigk; geseet
worden, Hans Balthasar Oberlender. Gott gebe zu gedeyen!
Doctor Fischer, ist heütte wieder anhero kommen. Schwester
Bathilde in die cur, zu nehmen. Gott gebe zu heil[!]
J'ay èscrit á Crossen, par Oberlender. Dieu le guide!
J'ay aussy èscrit, à Vienne, & Stuckgardt perge
Quj me servastj puerum, juvenemque Virumque;
Nunc fer opem misero; Christe benigne, Senj!
Qui iudicastj mortuus, Jn petra Rex innocuus,
Regas me (quæso;) miserum, Pro quo dedistj pretium,
Ac per tuam Clementiam, Deducas nos, ad gloriam!
Venj, Sancte Spiritus! Et emitte cælitus;
Lucis tuæ, radium! Consolator Optime;
Dulcis Hospes animæ; Dulce Refrigerium!
Sine tuo numine, Nihil est in homine,
Nihil est innoxium; Da salutis exitum!
Da, perenne Gaudium!17
Da Pater; augustam; Mentj conscendere sedem!
Da Fontem lustrare bonj; Da, luce reperta,
Jn te conspicuos; animj defigere sensus!18
Te puro nunquam cessabo pectore, votis
Flectere. Tu flatu me, Deus alme; rege!
Te piis, nunquam Deus Alme, Votis,
Desinam placare, tuo usque et usque.
Me sacro supplex rogo te, vicissim,
Flamine ducas!
<Anhalten wil ich stehtiglich
Mit ernstem geleüht demühtiglich
Gib mir herr,
deinen Heiligen Geist!
der mich, zu allem guten
weißt.>
<2 hasen, meine Söhne, gehetzt.>
Oberlender ist gestern abendt, noch abgefertiget worden,
nacher Croßen. Gott gesegene unser vorhaben!
Meine Söhne, seindt hinauß hetzen geritten, im Regen.
Jch habe heütte, den Balbirer, hanß Wentzel Rohte
bey mir gehabt, undt ein sonderliches arcanum, in
medicina, præpariren laßen.
Die lämmer seindt ge[sammelt]<beschrieben> worden, durch Wolfgang
Sutorium undt Märtin haug, alß 82 Zibben,
undt 102 hammel lämmer, darzu hat man
6 außgesetzt, zur Fürstlichen küche, und 3 dem Schäfer,
Summa 193 darzu addiert noch, so zur hofstadt kommen[.]
Thut 199 undt über die, noch 92 knechte<lämmer.>
Märtin haug, kahm frühe morgens, mit Spannischem
wein, undt, Austern, wieder, von Magdeburgk:
Schreiben von den Ballenstedter beampten.
Jtem: von Deßaw, in publicis, wann mit Chur Brandenburg
zu tractiren? in negocio Religionis undt wegen
Frosa, vndt Nachterstedt.
½ Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: gersten, hat Ludwig Rober, seen laßen
zu Zeptzigk. Gott lasse es gedeyen!
<Regen.>
Jch habe mit Schwartzenberger, undt mit dem Ampt-
mann, in jmportantissimis, geredet, auch der justitz
die hülfliche handt alhier, damit sie nicht jmpingi-
re, mit sanftmuth, undt mit authoritet,
darbiehten laßen.
Doctor Fischer, (so schwester Dorothea Bathilde in der cur, hatt) ist
bey Mir, gewesen, undt hat viel schöne Sachen,
mit mir discurriret, hat schon 40 iahre, practicjret.
Ein hengstfohlen, von der Ursul, hat sich erhengkt,
in dem es, mit einem andern füllen gespielt, undt in
die halfter, kommen. Jst ein unglügk! Gott ersetze es!
Jch habe, in beysein Martin haugs zu Zeptzigk 15 Schefel (Scheffel)schfl: haber, seen
laßen. Gott gebe, zu glügk! undt Segen!
Colerj pfarrers zu hatzgeroda[!] bruder, ist anhero
kommen, von Cölln, (alldar er selbiger reformirten gemeine,
zu Mühlheim, pfarrer ist) undt hat berichetet, wie
er darbey gewesen, alß die hertzoginn von Neẅ-
burgk zu Duysseldorf, gestorben, so Christlich, so
Gottsehlig, undt vernünftig. Jhr herr hat einen
sehnlichen abschiedt, zwahr von ihr genommen, iedoch
Sie aufm todtbette inquietiret sich zu verkehren,
hat auch auf ihren hofprediger geschmähet, undt der
herztogin erst ein crucifix <vorgehalten>, darnach ein licht in die
|| [[Handschrift: 115v]]
handt gegeben. Sie hats aber beydes, wieder die h<W>andt
geworfen, undt sich auf einen beßeren Trost, fundiret.
Endlich, nach ihrem Tode, hat er doch, iehnen hofprediger
demulciret, undt behalten.
Nota Bene Nota Bene Nota Bene Es ist auch avis einkommen, daß ein kleines Männlein,
einem hirtten, erschiehnen, welcher, der Stadt
Cöhten, von seinentwegen, ihren undtergang anzei-
gen müßen, undt dreẅen, das sie mit einer
eisernen ruhte, solten gestraft, undt heim-
gesucht werden, (weil die bißherige Menschen
ruhten, in den windt, geschlagen) wo ferne
Sie nicht buße theten, undt abließen, von
ihrer ungerechtigkeit, wucher, Schinderey, über-
fortheilung, des Nechsten, üppigkeitt, undt übermaße
in kleidung, freßen, Sauffen, pancketieren, fluchen, etcetera
Vor 5 iahren, ohngefehr, sol auch ein Männ-
lein, dem Superintendenten Magister Sachsen, erschienen
sein, undt ihn gewarnet haben, v die Stadt
<Cöhten> zu erinnern, abzulaßen, von obigen, Sünden, oder
Sie würde im feẅer, undtergehen. Gott
bewahre, vor unglügk! gebe bußfertige
hertzen, undt lehre die Geister recht prüfen[.]
Jejunium serotinum, gehalten; wie
ich mehrentheils, bis in hebdomade, zu thun, pflege.
<Somnia horrida gehabt, media nocte, da dann aliquid apud pulvinar, sich, bey mir überworffen. et cetera>
Jn die kirche, vormittagßs, conjunctim.
Er Marggravius hat geprediget.
Extra zu Mittage, die Rindtorfinn, Doctor Fischer,
Tobias Steffeck von Kolodey undt Langken, welcher zwahr mehr
Ordinarius, alß extraordinarius numehr ist. et cetera
Nachmittags cum filiis, & sororibus, wieder in die kirche,
da dann, der pfarrer von Dohndorf geprediget.
Vorgestern, ist der Marggraf von Anspach, zu Plötz-
kaw, mit stargkem comitat, ankommen.
Avisen, von Erffurdt: daß mein bruder zu Rom, sich sehr
wol auf befindet, Gott lob! (en la grande Babylon!)
Jtem: das die Polen, von den Cosagken sehr geschlagen
seyen. Sie hetten, in die 5000 Mann, (Deützsche völgker,)
verlohren, undt sich schon auf die 30 meil weges, inß
landt hineyn, retiriret. Gott bewahre, vor größerem unheil!
Es hetten auch, die Schweden, im willens, in Littow ein-
zufallen, undt sich dieser occassion, zu gebrauchen.
Der Pabst, würde eine deü armèe, vor Deützsch-
landt, werben. Zu Nürnberg, wahren die Sultzbacher tractaten noch.
Jn Frangkreich, suchte man, die dissentirenden gemühter,
zu vereinigen.
Jn Engellandt, thete man vielen reichen, unrecht, undt
nehme theilß köpfe, theilß gühter, manchem unschuldigem, hinweg,
nur, damit man, den geldtmangel ersetzen, undt die Soldaten, be-
zahlen könne. Der Gerechte Gott, wolle darejn sehen, vom hohen himmel!
Montag☽ den 28ten: Aprill; 1651. böser/gefährlicher/schädlicher/unglücklicher/unglückseliger Tag (tatsächlich oder befürchtet)ꘉ
<Regen.>
<2 hasen hetzen laßen.>
Jch habe Secretarium Paul Ludwig bey mir gehabt, allerley zu expediren.
Der iunge hetzler, ist bey mir gewesen, weil er nacher
Frangkfurth, an der Oder, wandert, noch ein par iahr,
zu Studieren. Gott gebe zu glügk! undt Segen.
Jch habe durch Rindtorfen, undt Tobias Steffeck von Kolodey die verdrieß-
liche Zängkerey, so zwischen, Meines Sohns Junckern19,
auf der rayse, mit dem Cammerdiener Rober vorgangen,
zu accomodiren, mich bemühet, undt es endtlich, verglichen. et cetera
Avis: das Friederich Christoff von Trohta zu
hecklingen, Mejn lehnMann, gestorben. Er wahr der
feineste, undter den Trohten, Gott ersetze, seine Stelle!
Schreiben mit der post, von Croßen entpfangen,
wie auch durch Bärnreütt, so wiederkommen. Die
Sibenbürgische rayse sol baldt forthgehen.
Die avisen geben:
Daß der pabst etzliche Theologos deliberiren laßen, obs recht
wehre, daß ohne seinen consenß der Cardinal Mazzarinj,
alß eine Geistliche person vom Parlament zu Paris, hette
können vertrieben werden, welche solches aber beiahet,
und mit exempeln bewiesen, dann er nicht als ein
Geistlicher, sondern, als ein weltlicher Regent, wehre außgeiaget <worde[n.]>
Jn Engellandt, continuiren die blutgerichte, undt
confiscationes. Sie die Parlamentische, wollen ia auch
eine Victoria abermals in Jrrland erhalten haben.
Jn Polen, wil die niederlage continuiren, undt das
die Cosagken, sich, undter des GroßTürgken Schutz begeben,
welcher den Tartarn, befohlen, ihnen zu assistiren.
Die festung Candia, solle vom Türgken, hart
belägert, undt der secours, unmüglich sein.
Die waßer, haben in Polen, in deützsch: undt
hollandt, großen schaden gethan.
Cardinal Mazzarinj, ist zu Cölln, gewesen.
Die Lottringhischen sollen 8000 Mann stargk, in das
landt zu Cleve, eingefallen sein.
Zu Paris, werden viel vornehme Officirer
undt Staatsbediente verändert. Düc d'Orleans,
hat sich wiederumb, mit der Königinn, reconcilijret.
Das Kayserliche beylager, ist biß auf den 1. May verschoben.
Der Türckische bohtschafter, wirdt heimraysen, undt
der Kayserliche von Constantinopel, wiederkommen.
Die Jnseln Garnsey, undt Man, haben
sich Königisch erklähret, wieder die neẅe Regenten, in Anglia.
Die holländer schätzen ihren schaden, auf 12 millionen
den Sie von Frantzosen, erlitten. Erwarten satisfaction.
Die Spannische werbungen gehen in Deützschlandt, stargk
forth, der bischof von Osnabrügk, reconvalescirt.
Schweden hat einen Legatum zu Brüßel.
Schweden tractirt mit Polen, zu Lübeck, oder hats im willens.
Landtgraf Johann, ist im warmen bade, zu Embs, in der cur, gestorben.
König in Polen, hat die Mandata, vor die Reformirten,
an die Stadt Dantzigk, bey 100000 Ducaten Strafe
verneẅert, weil Sie auf die ersten, nicht pariret,
Die herren Staaden, haben sich auch erklähret, der
Dantziger Freünde, nicht zu verbleiben, wo
ferne Sie ihre glaubensgenoßen, ferner drügkten[.]
Zwischen dem Pabst, Spannier, der herrschaft
Venedig, undt den Malthesern, ist eine alliance
vor, wieder den Türgken.
Mit der Landtgrävin, sol es sich zu heidelbergk
(Gott lob!) gebeßert haben, undt die genesung der
Churfürstin Pfaltzgrävin, mit einem iungen
herren, continuiret.
Zu Napolj, continuiret der ViceRè, mit scharfen
executionen, wegen besorgender Revolten.
Drey Officialn, oder beampten, sollen eines pawren
Scheüre, darinnen 150 Arbeitsleütte, undt korn-
träger geschlafen, damit Sie das arbeitslohn, (so Sie
denselben den andern Tages, bezahlen sollen, in ihre eige-
ne beüttel stegken möchten, an vier orthen, ange-
zündet haben. Alß sich die elende Menschen retten,
und auß dem Feẅer, springen wollen, hatten die ver-
fluchten brandtMörder, die Thüren besetzt, undt
trieben Sie, mit bloßem Gewehr, wieder hineyn
|| [[Handschrift: 118r]]
dahero derselbigen, in 50 in Feẅer, undt Rauch, er-
bärmlich ümbkommen, die so noch davon, undt theilß
halb verbrandt, dahin kommen, nach Rom, (dann es im
romanischen, geschehen) ließe man im Gasthauß
beym heiligen Geist genandt, curiren. Einer von den
dreyen Officialln, ist ertapt, undt jncarceriret worden.
Jst eine erschregkliche hellische That, davor
himmel undt erde, sich endtsetzen sollte!
Zu München, ist ein Spannischer Ambassador20, ankommen.
Jn Spannien, ist der neẅlichst angekommene
große Jndianische Schatz, mehrentheilß in Fal-
schen realen, von Achten, bestanden, so numehr
verbotten, undt zu Sevillia, geschmeltzt werden.
Es scheinet, das die holländer, sich auch, wieder
die Königlich Engellischen, wegen etzlicher vorge-
gangenen Mißverstände, zur See, setzen wollen.
König in Spannien, hat die evacuation Frangkenthal
bewilliget, 1. vermittelst würcklich abtrag,
undt erlegung, aller der Franckenthalischen garnison, rück-
stendiger contributionen. 2. des hindterstelligen,
so wol vom Commendanten, alß Soldatesque, præten-
dirten Soldts. 3. 600000 ReichsthalerRthlr: zur Königlichen Cassa.
4. undt dann, daß eine solennelle cession der Stadt,
undt Ertzbisthumb Cambray, vom Kayser, und vom Reich,
dem König in Spannien, geschehen sollte.
Die Ambassade der neẅen Engelländischen Regenten, im
haag, ist neẅlich, wegen den gemeinen pöfelß, in
gefahr des lebens gewesen, derentwegen ihnen,
die Staaten von hollandt, zu ihrer Sicherheitt,
eine gantze compagny Mußcketirer, zugeordnet.
Pfaltz Neẅburgk, hat händel mit den herren
Staaden, wil die mit ihnen, getroffene reversalen[,]
so anno 1612 aufgerichtet, wegen der kirchen,
nicht halten, sondern nur dem instrumento pacis
inhæriren, also das waß die reformirten, anno
1624 im besitz würgklich gehabt, ihnen
nur verbleiben soll. Die parthien gehen von
beyderseits herrschaften, stargk aufeinander. perge
Der Kayser, will Chur Pfaltz, nicht beleyhen,
er habe dann erst die vergleichungßtractaten,
mit Chur Bayern, vorgenommen.
Das OberRheinische Defensionwesen, gehet forth.
hertzogk Julius heinrich, von Saxen Lawenburg
sol auch zu Lichtembergk, ankommen sein.
Sonst stehet auch in avisen, von des Duca d'Amalfij
beylager, mit Jhrer Liebden freẅlein Tochter.
Dem Cardinal Mazzarin werden in Frankreich seine Mobilien,
verarrestirt, undt auf seine gelder inquirirt.
heütte vormittags, habe ich, ein schreiben, bekommen,
vom Marggraven Albrechten, auß Plötzkaw, durch
einen Trompter. Er offeriret sich, zu mir, zu kommen,
undt schickt seinen furrierzettel, auf 33 personen,
undt 31 pferde, alß:
| personen: | pferdt. | |
| 1 | Jhre Liebden | 19 |
| 3 | hofmeister Jacob huffel | 2 |
| 4 | Zwey CammerJungkern, Christian
Friederich von Creilßheim, undt Veit Julius von Lichtenstein |
4 |
| 2 | hanß Ulrich von Creilsheim hofiuncker | 2 |
| 2 | Joachim Ernst, von Rammin | 2 |
| 2 | Geheimer Secretarius. | |
| 2 | Cammerdiehner. | |
| 2 | Pagen. | |
| 1 | Furrierer. | |
| 2 | Trompter | 2 |
| 3 | Lackayen | |
| 1 | Sattelknechtt | |
| 3 | Reitknechtt | |
| 5 | Kutzscher | |
|
Summa 33 personen |
31 pferde. |
<Titulus: d d H.F. v. H. H Albrecht Margraf zu Brandenburg zu Magdeburg, in Preüßen, zu Stettin[,] Pommmern, der Caßuben und Wenden, auch in Schlesien, zu Crossen, und Jagerndorf hertzog, Bruggraven zu Nürnberg[,] Fürst zu Halberstadt vndt zu [Minden.]>
|| [[Handschrift: 119v]]
Seine FrawMutter, bleibet zu Plötzkaw, mit wenig
leütten, inndeßen.
Nachmittags, umb 2 uhr, (in zimlicher hitze)
ist mein Sohn Victor Amades hinauß geritten,
dem Marggraven von Plötzkaw kommende, entgegen.
Darnach, ist z gegen 4 uhr, das gantze comitat,
alhier, zu Bernburgk, auf meinem hause, erschienen,
undt Jhre Liebden vetter Ernst Gottlieb, auch mittkommen.
Der Marggraf Albrecht, ist ein feiner discreter
herr, undt mit allem, wol zufriedeni gewesen.
Mit Wutenawen, so in Candia gewesen, habe
ich auch conversiret, undt allerley particularia angehört.
<3 hasen, von der hatz.>
heütte seindt wieder vier Schiffe, von Calbe kommende
alhier durchpaßiret, ledig.
Der Marggrave, ist nach eingenommenem frühe-
stügk, wieder forth, nacher Deßaw. Mein Sohn, hat
ihn accompagnirt, so wol, als vetter Lebrechtt.
Jl a donnè, 12 Dalers, en la mayson, & 2 au bac[.]
Schreiben, von Chur Saxen, en termes ambigües.
Krosigk ist wieder forth. Wischer ist wiederkommen.
Es gibt mit verwunderung, an itzo aufm hause alhier
zu Bernburg nicht allein, viel Meüse, sondern auch grosse
Scheützliche Ratten, so unsern Victualien, hartt zusetzen.
Sie mehren sich sehr, undt wollen sich nicht vertilgen laßen.
Gott liberire unß auch, von solcher plage! undt bewahre
vor unglügk!
Bäreütt hat sich, abermal præsentiret, undt aller-
ley præsentiret referiret.
Vor die lunge sagt Doctor Fischer, seye guht, das man
nehme, ein ey geschählet, von einander gethan, das gelbe
herauß genommen, undt das weiße wieder aufeinander
gesetzt, zugker hinein gethan, undt auch von außen,
darauf gestreẅet, undt über nacht, in einem keller,
stehen laßen. So resolvirt sichs in ein hüpsch öel.
Man muß es aber, in keine silberne oder metallene
schüßel thun, sondern in eine irrdene schüßel,
(dann das metall zeücht an sich) wol zugedegkt,
vor maüsen, ratten, undt anderm ungezifer.
Des Morgends frühe, einen leffel voll, darvon, ein-
genommen. Es sol treflich vorn husten, undt vor die
lunge sein. Man kan es ofte, wieder erneẅern, diß remedium.
Sonst helt er viel, vom Auro potabilj; so er auch, præ-
pariret, bey sich hat, undt mit sich führet.
Die Galle abzutreiben, sagt er, seye wer-
muth sehr gut, undt auch der Sawerbrunnen,
wie auch, andere bittere sachen, undt kreütter.
Vor den Soodt, meinet er, seye guht, hirschhorn, krau-
müntze,
