Donnerstag♃ den 1. May; 1651.
hanß Kornführer, von Zerbst, hat sich præsentiret,
undt seine grillen, auf die bahn, gebracht.
Darnach, ist der gute 77-iährige Magister Fläming,
(des sehligen Theopoldj Schwiegervatter) zu mir
kommen, vor des hofpredigers relictam, seine Tochter,
zu intercediren, damit ihr in ihrem wittiben
Stande geholfen, undt sie ungekrengt wehre!
Üne pretenduë noble, dü pays de Wirtembergk, s'est
presentèe, en intention d'avoir audience, auprès de
moy, Mais sachant, son impüdence, & le peü de re-
pütation, qu'elle a acquise ailleürs, ie l'ay di-
vertie, & luy faysant offrir, ün petit don, elle
l'a mèsprisè, signe Manifeste, de sa malice.
Il faut donner de bon cœur, aux pauvres, mais
il faut bien regarder, a qui l'on donne? & s'ils
sont vrays pauvres, ou dès meschans abüseürs
affin de ne dèsrobber, aux vrays pauvres, le leür.
Doctor Fischer, ist nacher Plötzkaw, wegen der Marg-
grävin Schwachheit abgeholet worden. Gott beßere es.
Langken, ist nacher Deßaw, in privatis.
Briefe nacher Croßen, <Wien> undt Dresen[!], geschrieben.
1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: und 1 Schefel (Scheffel)schfl: gerste, <In Præsentia, Ludwig Robers> seindt zu Zeptzigk
außgesehet, undt 1½ Schefel (Scheffel)schfl: wickfutter. Gott
gesegene unß dadurch, laße es aufwachßen,
zum glügk! undt gedeyen!
Avis: daß unlengst ein Gesichte dem hirtten, zu kleinen
Paschleben, hanß Creützbergen, am Sontag Iubilate er-
schiehnen, alß er, der kühe gehütet, <undt er baldt hernach <gestorben.>>
Ein Alter Mann, mit einem langen grawen barth, undt
mit einem langen grawen Rock, welcher ungenehet gewe-
sen, undt keine Schuch an seinen füßen, ist mir, (saget er!) auf
dem wege, in hütung Meiner anbefohlenen küheherde
erschienen, in dem ich, mit andacht gesungen: kompt her
zu mir, spricht Gottes Sohn et cetera undt erstlich gefraget,
nach dem heüttigen Evangelio, so Jch ihm meiner einfaltt
nach gesaget: über ein kleines, so werdet Jhr mich nicht
sehen, undt aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen.1 et cetera
Welcher sehr hart gedraẅet, über Deützschlandt,
wo die Menschen, nicht würden wahre buße thun,
So wolte er Deützschlandt, noch ein mahl, mit der
Eisernen Ruhte, heimsuchen, das kein Stein, auf dem
andern, bleiben soll, da sie aber, buße thun würden,
so wolle er ihnen, den ewigen Frieden, scheinen laßen,
auch hat Er sehr geseüftztet, über den großen, undt
schregklichen hoffarth, so in Deützschlandt getrieben wirdt
auch hat er noch einmal geseüftzet, über die Menschenkinder
|| [[Handschrift: 121v]]
daß Sie sich, so unfleißig, zu der kirchen halten, Er hat
gesprochen: Mancher, der noch in die kirche kömpt, der
nehme sein hertz, nicht mit sich, sondern henget es
an das zeitliche, So hat er gesprochen,: Wo sie nicht
buße thun, und fleißig zur kirchen, kommen wolten,
so will er ihnnen, einen hunger, inß landt schicken,
nicht einen hunger, nach brodt, noch durst nach waßer,
sondern, nach dem wortt des herren, zu hören, denn
vor 120 iahren, habe Er das helle wortt Gottes,
gegeben, welches auch itzunder, helle undt klahr,
heller alß die Sonne scheinet, undt leüchtet, dafür
wir den lieben Gott loben, rühmen, undt preisen sollen,
Er hat auch gesprochen, : Am himmel stehet, ein wol-
gebawet Schloß, undt fleüßet ein helles klahres
waßer, darbey, da hat Er zu mir, gesprochen:
zu welchem ich greiffen will, darauf ich geant-
wortett: Jch greiffe nach dem wolgebaweten
Schloß, darauf spricht er: daß wolgebawete
Schloß, ist die ewige freẅde, das waßer aber,
ist das ewige hellische feẅer, dafür thue du
dich hüten, das sage ich itzt dir, zur Stunde, letzlich
hat er gesprochen, bestendig zu glauben, wir werden
in kurtzer zeitt, einander wieder schawen, in der ewi-
gen Sehligkeitt, undt darnach, ist er verschwunden. et cetera
Freitag♀ den 2. May; 1651.
<Donner, blitz, diese Nachtt. Darnach regen, so den Tag hindurch, continuiret.>
Kornführers gesterige grillen, wahren Nachfolgende,
welche wann sie wahr werden sollten, keine grillen
<eines theils> billich zu nennen, alß da ist: daß der Kayser,
sollte unserer Religion werden. perge
Der Pabst, undt das Antichristische Reich, fallen.
Zu Zerbst, die reformation, in vorigen Standt kommen.
Daß Fürstliche hauß Anhaltt, solte die verlohrnen
gühter, als: Staßfurth, Calbe, Agken, Bitterfeldt,
Delitzsch, die Grafschaft Aßcanien, undt dergleichen,
wiederbekommen.
Eine Stimme, so er im felde allein gehöret hette,
vor Zerbst, nach der margk zu: Waß darfstu
Christum mündtlich eßen, ist er <dir> doch schon <vorhin> in deinem hertzen!
Darauf ihn folgende Nacht getraẅmet hette,
an demselben orth, oder stette, wehren rings
herumb etzliche bähren gewesen, so herumb, gewühlet
undt gescharret. Alß er aber hinzu, undt auf Sie
loß gegangen, hetten sie grimmig, auf ihn zu gehen
wollen. Er aber unerschrogken, hette Sie mit einem
dünnen stegken, von einander getrieben, also, daß sie in die
wildtnüß hineyn, gelauffen.
Er will man soll von allen lästerern, undt Ehebrechern
im Lande, und denen so die contributionscassa bestohlen, Strafe
nehmen, undt die Landtschafft Schulden, damitt bezahlen.
Die kefer haben sich voriger Tage, in gärtten, undt
Weinbergen, sehr gemehret, undt die blühte ange-
griffen. Dieser regen, wirdt sie dempfen, undt
dem lieben getreydig auch dienlich sein.
Christof Bärenreüth, mein gewesener Registrator,
itziger Secretarius der Princeßin Henriette,
hat seinen undterthänig(st)en abschiedt genommen, in meynung,
Morgen (gebe gott) sich auf den weg, nacher Croßen, zu
begeben. Gott laße alles wol succediren, undt gedeyen!
Sein abscheidt, wahr gar sehnlich, undt beweglich! perge
Der Zachariaß Trompter, ist diesen abendt, ankommen,
mit schreiben von Meinem Sohn, Viktor Amadeus von Deßaw, undt
avis; daß Morgen (gebe gott) der Marggrave von Anspach,
nacher Plötzkaw, gedächte, heütte zwahr, wehre er
von Deßaw, nach Zerbst, geritten. Mein Sohn, ist
gewillet, sich morgen wilß Gott, wieder bey Mir,
alhier, einzufinden, undt einzustellen.
Samstag♄ den 3. May; 1651.
<Windt, undt frische lufft. 2 Rämmeler, Carl Ursinus gehetzt.>
Vetter Ernst Gottlieb, ist hjerdurch, frühe paßiret.
Man vermeinet, der Marggraf von Anspach, werde
heütte alhier, anlangen, aufs neẅe.
A spasso, anß waßer, in die Mühle, & aliis locis.
Mein Sohn, Victor Amadeus, ist von Deßaw, nachmittags,
glügklich wiederkommen, (Gott Lob!)
Bärnreütt, ist heütte forth, auf Zerbst, zu, Gott
geleite ihn dahin, undt förter auf Croßen, undt
in Ungarn, etcetera mit glügk! undt Segen!
heütte, hat Märtin haug, noch einen wispel, gersten<haber>,
zu Zeptzigk, seen laßen. Gott gebe, zu wachßthumb!
undt gedeyen! undt helfe mir, gnediglich, auß nöhten!
J'ay sceü de mon fils Victor Amédée que le Prince Jean Casimir,
estant yvre, ait fait, üne dangereüse cheüte, la nuict,
dans la cheminèe, per inguina, sür ün fer; Dieü le
vueille, benignement remettre! Le Prince Jean George,
son fils, est devenü aussy, griefuement malade, dü boire.
Dieü vueille aussy avoir pitiè de luy, & ne nous
pünir, pour nos pechèz!
Mein Sohn, hat das glügk gehabt, einen birckhahnen,
zu schießen, auf dere hanenfaltz, draußen im walde
bey Deßaw, alß sie am Donnerstage frühe, hinauß
gezogen, der Marggrave von Anspach, Mein vetter,
Fürst Johann Casimir, vetter Ernst Gottlieb, vetter
hanß Geörge, undt mein Sohn Victor. Sonst hat
von ihnen keiner, etwaß zu schießen, das glügk gehabt,
wiewol es der Marggrave, sehr verlanget. Gestern
ist der Marggrave, nacher Zerbst, gefahren.
Sonntag☉ den 4ten: May; 1651.
heütte morgen, ist der erste lachß, alhier zu Bernburgk<herkommen diß iahr, so>
in diesem iahr<zu Deßaw>, gefangen worden. Gott gebe ferner, segen!
Jhr lachßfang, ist wieder repariret. Sie fangen schon
lächße in großer quantitet. Wir aber, nichts,
weil ein loch im dam, an der Sahle, undt die Sahle
an itzo zimlich wieder wächßt, also das die lächße
über den Tham2, mitt weg gehen. perge Der lachß, so mir,
von Deßaw, geschickt, undt verehret worden, wieget 14 Pfund (libra)℔.
Jn die kirche, vormittags, cum sororibus, & filiis, &
parte filiarum, da der iunge Plato, geprediget.
Extra zu Mittage, Doctor Mechovium <Doctor Fischer, Tobias Steffeck von Kolodey>, undt die Rindtor-
finn gehabt, dann Wischer, Langken, undt andere,
nicht mehr wollen vor extra: gerechnet werden
Nachmittags ist die hofpursche zu grabe gangen,
mit dem verstorbenen Pommerischen Capitajn Eberdt.
Zu Abendts, (in deme wir Mahlzeitt gehalten,)
ist ein Cammeriungker, vom Marggraven zu Anspach,
zu mir geschickt worden, ihn zu endtschuldigen,
das er alhier durchpaßiret, <in dem moment> undt mir nicht
zugesprochen, weil er wegen seiner Liebden FrawMutter
unpaßligkeitt, nach Plötzkaw eilen, undt auch Chur
Brandeburg Liebden zu Grüninghen, zusprechen müste. Mein
Sohn, hat ihm, zweene windthunde verehret. perge et cetera
Jungfrau Eleonore von Dütten, ist auch von Leiptzigk
diesen abendt, wiederkommen, von der Meße.
Montag☽ den 5. May; 1651.
<Kälte, Frost, mane! 3 hasen, meine Söhne gehetzt.>
heütte Acht Tage, habe ich vergeßen einzuschreiben, daß
der allte Superintendens, Er Plato, mit der Kisewette-
rinn, ad secundas nuptias, geschritten, undt eine abendt-
hochzeitt, gehalten, gleichsam privatim, in seinem hause,
mit Meinem consenß, dieweil er kein groß wesen,
in seinem hohen allter, hat machen wollen. perge
Mit dem Amptmann, Reichardt, habe ich, von allerley
angelegenheitten, geredet, wje auch, mit Schwartzenberger.
Gott gebe! Das alles wol succedire!
Jch habe briefe von Ballenstedt, undt Fische, von
der Sehe, bekommen.
Es tragen sich schregkliche tragicj casus zu.
Jm Ampt Falgkenstein, hat eines vat Magdt<pawern Sohn>, seines vaters
Magdt, impregniret, Alß nun die Magd solches klaget, sagt
der vater, zum Sohn, er solte der hure, den halß zerbrechen,
Jnmaßen auch geschehen, und sitzen vatter, undt Sohn, auf
Falgkenstein, ihren verdienten lohn, zu entpfangen.
Zu hartzgeroda, hat ein Schuester, Hillebrandt genandt,
mit seiner Magdt, wißende seines Eheweibs, zugehalten,
auch mit derselben, drey kinder gezeüget, und dieselben allemahl
wann Sie zur weltt geboren, erwürget, ia man meinet gar des
Schuesters eheweib, könne zaubern. Man ist mit dem examine geschäftig.
Es ist noch ein kerll, zu hartzgeroda, welcher eine krähmerinn
daselbst, geehlichet, Sabina genandt, so ebenmeßig, mit sei-
ner Magdt soll zugehalten haben, darvon gelauffen.
Solche große sünden, möchten den himmel erschwartzen
machen, undt dörften dadurch, Gottes schwehre Strafen,
alß: Pestilentz, Mißwachß, Theẅerung, oder gar der krieg,
gehaüfft werden. Gott wende es in gnaden mildiglich abe!
Die beschwehrlichen undt geschwinden krangkheitten,
halten auch noch jmmer ahn. Gott wolle beßerung, verleyhen!
Meine Söhne, seindt draußen hetzen gewesen.
Gaw, ist wieder mit 4 Schiffen, von halle
hehr, ankommen. Jch habe mit ihm, durch Rind-
torf, Reichardt, Tobias Steffeck von Kolodey wie auch Secretarium Paul Ludwig
tractiren laßen, es hat aber, gar hart gehalten.
Jch certire de damno vitando, undt er, de
lucro captando, er hat sich endtlich, auf den
Administrator beruffen, deme ich doch, kein
Commando gestehe.
Schreiben von Wien, erlanget, en termes süspensifs!
Die avisen geben:
Das der Kayser, dero Mayestäten beylager, mit der Mantua-
nischen Princeßinn, in der stille, wol vollnbracht, undt
darnach, mit 60 in 70 carossen, zu Wien, prächtig ein- || [[Handschrift: 125r]]
gezogen wehre. Daß stadtliche feẅerwergk
so man zu Wien gehalten, sol einen Spannischen Trompter,
(welcher die Fama gewesen, undt auf einem feẅer-
wagen geseßen, undt geblasen) übel verderbet haben,
auch sonst etwas schaden, andern zugefüget. perge
Man vermeinet, Jhre Kayserlichen Mayestäten werden baldt,
nach Prag verraysen, von dannen, auf einen ReichßTag,
nach Regenspurgk, sich gefast machen.
Jn Polen, continuirt die niederlage, selbiger
völcker, undt die ferrnere androhende gefahr.
Jtem: daß die verlaßenen Deützschen völcker,
(nach tapferem gefechte) alß die Pollnischen Reütter
außgerißen, umb quartier gerufen, solches erlanget,
undt bey den Cosagken, undtergestellet worden.
Jn Schweden, macht man neẅe Graven, undt
Freyherren. General DorstenSohn, sol am Podagra-
Stein, undt engbrüstigkeit, gestorben sein.
Jn Dennemarck, sol eine gefährliche machi-
nation, wieder den König, entdegkt worden sein, das
man denselben mit gifft, hette hinrichten wollen!
Jn Schottlandt, continuiren die kriegesrüstungen,
wie auch etzliche Thätligkeitten, zu waßer, undt zu lande,
nebst der hofnung, die Engelländer, zu überwältigen. Diese
hingegen thun auch ihr eüßerstes, sich zu manuteniren,
undt offensive, undt defensive, krieg zu führen.
Cromwell, ist wieder gesundt worden, stellet sich
gar demühtig, undt heilig ahn, im reden, undt
schreiben. Sie die neẅen Regenten, haben von
London auß, ihrem Stadtlichen Ambassadeür3,
im haag, 500000 kronen, zu spendiren, aufs
neẅe übermacht.
Frangkreich, kan mit Spannien, nicht accordiren
Rüsten sich derowegen, von beyden theilen, zum kriege,
in Flandern, Jtalien, Catalonien, etcetera etcetera
Cardinal Mazzarinj, ist zu Cölln, mit 150
personen, helt sich magnificq, siehet kein geldt ahn,
undt hat seine correspondenten, undt intelligentzen
in Frangkreich. Die Spannischen, bemühen sich,
ihn, (zu großem fortheil,) auf ihre seitte, zu bewegen.
Der Ertzhertzogk Leopoldus hat zu Brüßel, große
freẅde erwegkt, in dem er selber, den vogel
von der Stange herundter geschoßen, welches selbige
lande, vor ein gutes omen, seü auspicium futuræ
Foelicitatis, halten wollen. Interim; werden
die wichtigen armaturen aldar, nicht negligirt,
undt sollen auß Spannien, 3 millionen, in wechßel,
dahin remittiret worden sein, von den Indianischen thesauris.
Die herren Staaden, halten noch versamlungen, tracti-
ren, mit Engellandt, iedoch behutsam noch zur zeitt.
Es gibts mißverstände mit Frangkreich, wegen etz-
licher abgenommener holländischen Schiffe.
Die Türgken, setzen Candia hart zu, undt es
wirdt den Venezianern schwehr, sich, in die länge,
also alleine, wieder einen solchen mächtigen feindt,
zu wehren, undt zu defendiren. Jedoch, thun Sie,
zu waßer, undt Lande, ihr eüßerstes, undt
bestes, suchen auch, bey andern Potentaten, hülfe, undt
assistentz, wie sie können, undt vermögen?
Dienstag♂ den 6ten: May; 1651.
<Reiff, des Morgens.>
Jch habe heütte, rechnungen revidiret.
Der Trawrige avis, ist von Plötzkaw kommen,
das diesen Morgen, die Marggrävin von Anspach
daselbst unverhoft Todes verblichen. Gott
tröste ihre Seele, wie auch, die affligirten,
undt consternirten! Jch habe eine Treẅe
Freündin, an Jhrer Liebden sieder anno 1612 hehr, gehabt.
Sie wahr, eine <sehr> schöne, fromme, kluge, undt
Tugendtsahme Fürstin, zu ihrer zeitt, undt
ihr abgang ist von den überlebenden, wol zu beklagen. et cetera
Wischer ist (re infecta) von Bösem, undt Wer-
derßhausen, dahin ich ihn gestern geschickt gehabt,
Futter zu borgen, wiederkommen. Patientia.
A spasso, in gartten, aufs Forwergk, an die Sahle.
Allerley avis, von Plötzkaw, wegen des Trawrigen
anverwandten fallß, beyrähtig, undt behülflich, zu
sein, darahn ichs auch, nicht ermangeln laßen,
nach einfältigem vermögen. Gott tröste Sie daselbst,
in ihrer aller, großen consternation!
Die Trawrigen notificationes, an Mich, undt meinen
Sohn, seindt, noch heütte, vom Marggraven, angelanget,
undt darauß zu sehen, daß ein Catharrus suffocativus, die Sehlige Marggrävin, erstickt.
Mittwoch☿ den 7ten: May; 1651.
<Regen mane. Nachmittags 1 Fux 2 hasen, Carl Ursinus Fürst zu Anhalt gehetzt.>
Die Trawrigen notificationes, an Marggraven
von Anspach, haben ich, undt mein Sohn, Victor Amadeus,
wieder beantwortett. Gott tröste ihn!
Tobias Steffeck von Kolodey nacher Cöhten, undt Rheinstorf, geschickt.
Gott gebe, zu verlangter expedition!
Es seindt unnütze spitzige, auch unwahrhafte schreiben
vom Neẅen Medico, Doctor Beckmanno, anhero kommen,
der will durchauß die angetragene Vocation, nicht annehmen. et cetera
J'ay eü de la peine, & angoisse, a cause qu'il n'y
a pas, de l'avoyne, pour mès chevaulx, que ceste semaine,
& en cerchant par tout, ie n'en ay pas sceü rencontrer.
Ludwig Röber meinen kammerdiehner, habe ich nacher Plötzkau geschicktt,
umb futter, vor meine pferde.
Nirgends, ist etwas außgerichtet worden, alß kleine sperantz,
von Werderßhausen.
Donnerstag♃ den 8ten: May; 1651. himmelfahrtsTagk.
<Schön wetter.>
Jn die kirche vormittags, cum sorore Sophia Margaretha beyden Söhnen,
undt dreyen Töchtern. Er Ionius Diaconus, hat gepredi-
get, undt den Articul, von der himmelfahrt Christj,
wol außgeführet. perge
Nachmittagß, hat der studiosus RheinSchmidt ge-
prediget, da in die predigtt, meine Söhne gezogen. perge
Schwester Dorothea Bathilde ist wieder am hußten, sehr
krangk worden.
Doctor Fischer, der Medicus, ist von Plötzkaw, wiederkommen.
J'ay sceü, qu'au dernier sermon fünebre, á Zerbst,
le ministre, Magister Dürre a dit, que le ieüne Prince defünct, s'il
auroit vèscü? eüst eü süjet, a se contregarder dés Diables
Blancs, & qu'il auroit estè forcè de marcher, parmy dès
glaives trenchans, & dès picques poinctuë, en grand
danger, &cetera Nota Bene[:] C'est üne belle recommendation, que ces
Calomniateürs, donnent a leurs Princes, pour le bien
de leürs süjets. Telles gens pacifiques, & Chrestiens,
(vel quasj) possederont le Ciel, eux seüls, & en chasseront
dehors, tous les autres? Mais le iour dü iügement,
paravantüre prochain, nous monstrera la sentence,
de ces choses, & confondra nos ennemis, & adversaires!
Le Roy de Pouloigne, a rechargè le Senat de Dantzigk, sous
peine, de 100000 florins (Gulden)f. d'or, d'amende, s'ils n'obbeissent au Decret,
pour la restitütion de l'Eglise refformèe, à tort, confisquèe!
Die 7 Schiffe, des Gaw, (nach deme Sie, ihr getreydig zu
Calbe in ein großes Schiff, geladen, undt hinundter nacher Magdeburg
geschifft) seindt heütte nachmittags, wieder alhier angelendet.
Conversirt, mit Doctor Fischern. Er hat mir deducirt, wie er,
undt Doctor Engelhardt, anfangß der meynung gewesen, alß wehre
die liebe Marggrävin Sehlig mit einem Veneno getödtet
worden, weil sie so schleünig verstorben, da sie noch abends
zuvorn, frisch, undt gesundt, gewesen, undt nur, in einer
Stunde verbleichen müßen, nach eingenommenen pülfer-
lein, de sa Damoyselle zur Vomition. Sie hetten aber,
in der exenteration, undt Balsamirung befunden,
daß die galle klein, undt gantz steinicht, wie mitt
demanten, besetzt gewesen, (mit verwunderng) Jtem:
das die Miltz sehr klein gewesen. Sie wahr auch eine
freẅdige, schöne, gesunde, stargke Fürstin, anzusehen.
Das hertz ist gantz flach, auch mit befrembdung
gewesen, die leber, frisch, undt gesundt. Nur, die
lunge ist gantz verfault, undt eyterhaftig
gewesen, dannenhero der conatus vomitionis, die
erstickung, mag veruhrsachet haben. Jm Magen,
hat man nichts gefunden, als ein Rosinlein, weil dreyen
Vomitus erfolget. Ach! waß seindt wir elende Menschen!
Man hette Sie ohne einen Medicum, bey solchem langwierigem
husten, undt Schwachheitt, nicht so weitt, raysen lassen sollen.
Von Croßen, ist Oberlender diesen abendt, wiederkommen,
mit schreiben von der Churfürstinn, undt den Princeßinnen.
On honore nostre bonne volontè, on plaint la
briefuetè dü temps. On plaint<s'excuse sür> la misere, & pauvretè,
de la mayson Electoralle Palatine. On reproche
(secrettement) l'exorbitance de la demande de 6000
Dalers, de ma femme, pour, ün si petit voyage, que
l'espouse mesme Princesse Henriette, sera avec 2000
& moins, & que Madame Catherine, sa Tante, si elle
estoit saine? Vouldroit accompagner, avec 100 Dalers.
Il y aura 30 gentilshommes en leür suitte, (bien ayses,
d'y voir, quelque chose) lesquels iront avec, a leurs dèspens.
Chacün, se devroit èstendre, selon sa couvertüre,
(èscrivent elles) & leürs freres le font aussy, etcetera
Ainsy nostre voyage d'Hongrie, ira enfümèe! Le
progrèz ne va point si avant, qu'en Transylvanie,
ains presque a moytiè dü chemin, iüsqu'à Sarospatack,
seülement, la ou se feront les vrayes nopces,
& ce voyage, on l'estime pour peü de chose, puis qu'on
y pourra arriver, en huict jours de Brigue en Silesie.
Von den Polen, will böse zeittung erschallen, als ob
Sie sehr geschlagen wehren, undt immer wichen, undt
nicht recht fechten wollten? hingegen, die armen Deütz-
schen, im Stiche ließen. Proh! dolor!
Freitag♀ den 9ten: May; 1651.
<Windt. regen.>
J'ay èscrit a Madame Elizabeth, & aux Baron de Roggendorff,
avec nostre ordinaire. perge
Die Sahle hat treflich, diese Nacht, wieder gewachßen.
Läuft schon wieder in die awe, undt hindert das Mahlen.
Gawens Schiffe, seindt wieder hiedurch paßiret.
Moses Saul, ein Neẅer Jude, ist heütte in
pflichtt, undt Schutz genommen worden. Gott gebe,
daß er sich redlich verhalte, undt ein Christ werde!
Nous sommes, derechef, en peine, pour dès nouveaux desseings.
Jch habe, nebst Fürst Johannßens Liebden an Fürst Augustum undt Fürst Johann Casimirn,
wegen des LandtTags, unnöhtigkeitt, ejn beweglich schreiben,
abgehen laßen.
Michel lackay, wirdt vorahn geschickt, nach Croßen,
mit schreiben, an die Churfürstinn, an Freẅlein Catherine,
undt ahn Madame Eljzabeth.
Samstag♄ den 10ten: May; 1651.
<Regen. 2 hasen, Carl Ursinus Fürst zu Anhalt gehetzt. Gegen abendt schön wetter.>
Præparatoria gemacht, zu Meines Sohnes, Victor Amadeus abrayse.
Nach dem eßen, ist derselbige forthgezogen, mit dem
iüngeren Einsidel, dem page Wartemßleben, dem
page Lampen, undt einem Lackayen, wie auch,
dem præceptore Hammeln, undt einem Jungkerniungen
in meynung, per Deßaw, auf Berlin, undt Croßen, zu gehen,
undt (da es annehmlich!) von dannen, auff vngarn zu.
|| [[Handschrift: 129r]]
Gott gesegene, seine jntentionen, undt conatus! undt
laße sie wol außschlagen! undt gedeyen! Zu seines
herren nahmens ehr, der kirchen aufnehmen, auch zu zeitt-
licher, undt ewiger wohlfahrt! Ach herr strafe unß
nicht mehr, in deinem zorn, undt züchtige unß nicht, in deinem
grimm! Nim ia meine Söhne, nicht mehr hinweg, in der
helfte ihrer Tage! Jm Tode gedengkt man ia dein
nicht, wer will dir in der helle dangken?
Ma femme a pleürè de ce depart, & mes filles, (sür
tout, Erneste, & Angelique), en ont fort pleürè. Dieu
vueille; qu'üne grande consolation, s'en ensuive!
& que nous ayons occasion, de nous en rèsjouir plüstost,
que de nous en contrister, ou <d'en> larmoyer, & souspirer!
Sonntag☉ den 11ten: May; 1651.
Der Obrist leütnant Luck, (so auß Preüßen, ahnkommen, seines
Schwagers, des Obrist leutnant Meyers, Wesembegkisches guht, zu
Waldaw, ahnzunehmen) hat sich bey mir præsentiret.
Gott gebe zu glügk! undt Segen!
Postea zur predigtt, da sich Jonius hören laßen.
Extra: den Obrist leutnant Luck gehabt, item: Doctor Mechovium,
Doctor Fischer, die Rindtorfinn, Tobias Steffeck von Kolodey.
Die vision, des hirtten von Paschleben, wirdt confirmirt,
undt daß er baldt darauf gestorben.
Meine freundliche herzlieb(st)e Gemahlin, undt Schwestern seindt nach Plötz-
kaw, nachmittags, gezogen.
Nachmittags, zur kirchen, cum Carolo Ursino, undt
es hat Marggravius geprediget.
Avis: daß Chur Brandenburgk, gestern, zu Grü-
ninghen, ankommen, undt nur 4 Tage aldar, bleiben werde.
Gestern haben die Fischer, einen Carpen von
5 Pfund (libra)℔ undt heütte, einen von 9 Pfund (libra)℔ gefangen.
Gegen abendt, hats gedonnert, undt geblitzt.
Meine freundliche herzlieb(st)e gemahljn, ist von Plötzkaw, wiederkommen.
Montag☽ den 12ten: May; 1651.
<1 hase.>
Tobias Steffeck von Kolodey habe ich heütte verschicktt, nacher Gröningen
vndt Berlin. Gott gebe zu glügk! segen! undt succeß!
Philipp Güder, ist von Zerbst, wiederkommen, undt er will
die hertzoginn von Schöninghen todt sagen. Gott bewahre Sie!
Amptmann Reichardt, ist bey mir gewesen.
Spatzieren gegangen, in die Mühle, an den kleinen
weinbergk, undt auf ein breittchen. et cetera
heütte seindt wieder, 4 schiffe, alhier ankommen,
undt durchgangen, von halle auß, mit 89 wispel
getreydig, undt haben einen paß, vom Administrato-
re vorgezeiget. Jst also, mit Gawen, lautter
betriegerey, undt undterschleiff.
Die avisen, von Leiptzigk geben:
Das viel stadtliche feẅerwergk, auf des Kaysers
beylager, undt heimführung, gehalten worden.
Item: Daß in Polen, der Cosagken, Türcken, undt Tattern
macht, biß in die 400000 Mann, sich erstregken solle.
Jtem: daß in Schweden, viel graven, undt Freyherrn
gemacht werden.
Jn Dennemargk, wirdt auf daß Veneficium
inquiriret, wormitt der König umbgebracht werden sollen.
Jn Candia haben die Venezianer, zu schaffen,
sich wieder die Türgken, zu rüsten, undt zu defendiren.
Zu Constantinopel, grassiret die pest.
Fürst in Siebenbürgena, hat ein absehen, auf Pohlen.
Jn Frangkreich, suchet man tractaten, mit
Spannien, eines Theilß, anders theilß hand rüstet
man sich, zum kriege. Die Königinn correspondi-
ret noch mit dem Cardinal Mazzarinj.
Die Bourdeauxer rebelliren aufs neẅe,
weil man ihnen, den Düc d`Èspernon zum gouverneür
aufdringen will.
Jn Schottlandt gibts factiones, undt difficulteten.
Cromwell gehet wieder zu felde. Jn Jrrlandt suchen
die Papisten hülfe, bey Lottringhen. Die Parlamentischen
Engelländer hoffen noch, auf Staadische alliance, gleich
wie Sie die Spannische, erhalten. perge
Gestern abendt, alß es alhier gewittert, sol ein
greẅlicher hagel, hinder Cöhten, gegen Agken, undt
Deßaw, gefallen sein.
Schreiben von Crossen, von Freẅlein Catherine, en bons <termes, wegen Viktor Amadeus Fürst zu Anhalt>
Dienstag♂ den 13. May; 1651.
I'ay sceü dès choses nouvelles, et inopinèes, touchant
üne de mes plüs proches, a quoy le bon Dieü, vueille
ottroyer sa Sainte benediction!
Es hat sich, mit meiner Tochter, Freẅlein Ernesta
Augusta, welche, am grimmen, darnieder gelegen,
(Gott Lob;) wol gebeßert, durch Gottes segen, undt
fleiß, des Medicj, Doctor Fischers. perge
Victualien, von Ballenstedt. et cetera
<Regen, donner, blitz, diese Nacht.>
Jn die kirche, am heüttigen behtTage, cum liberis, & sororibus.
Jn dieser Nacht, sol wie ein klumpen feẅer, vor Meines
Sohns Viktor Amadeus Fürst zu Anhalt fenster gefallen sein, Gott helfe! Das
es ihm ia nichts böses bedeütte!
Extra zu Mittage, Doctor Fischer, Wischer, undt
Marggravius, gewesen, wiewol die beyden ersten,
numehr ordinarij sein.
Nachmittags ist der Oberste Werder, alhier durchpaßirt,
Jch habe ihm, am garten, in Tobias Steffeck von Kolodeys losament, zugesprochen.
Er kömpt von Grüningen, vom Churfürsten von Bran-
denburgk, wiewol er sehr schwach undt krangk ist.
Il dit: que l'Electeur èscrira au Prince Jean, affin qu'il cesse
de reformer, ou bien luy l'Electeur reformera en contr'eschan-
ge tout son pays.
Jtem: que l'Electeur a estè là, 4 jours, & a Lichtem-
bergk: 10 iours. L'Electeur de Saxe, l'auroit courtisè
& pleürè souvent par cordialitè, disant, d'avoir
cognü son bisayeül, son ayeül, son grandPere, son
Pere, mais que cestui-cy, coupperoit le poil a tous les
aultres, & qu'il seroit tousjours son grand amy. L'Electeur
l'a acceptè pour Pere, & le Prince Electoral pour
frere. L'Electeur de Brandenbourg a donnè a l'Electeur de Saxe
ün pocal d'anticailles, de la valeür de 4000
Dalers, & l'Electeur de Saxe luy a redonnè ün bel
anneau, ün Diamant, de la valeür de mille Dalers.
Saxe a dit á Brandenbourg combien que nous ne sommes
point d'accord, en tous poincts tousiours si est ce,
que nostre amitiè sera pourtant jnviolable.
L'Electeur de Brandenbourg n'a prins le haut bout,
qu'ünefois, s'opiniastrant, a ne vouloir preceder
depuis, le vieil Electeur de Saxe, contre la Volontè d'jceluy.
Les Dücs de Brunswigk, & de Mecklenbourg, ont aussy
estè a Gröninghen. Le dernier, a racconté, que le
|| [[Handschrift: 131v]]
Reichßhofmeister Ulefeldt, ayant üne pütain,
en son lict, á Copenhagen, sa femme sürvinst. Il
cacha la garce, vistement sous la couvertüre.
La femme ne le voyant pas, dist a son Mary,
Voicy le venin, pour le Roy. La garce l'enten-
dant, & Ulefeldt s'en appercevant, il dist, il le
faut donner a boire, a ceste pütain. Ils la con-
traignirent donc, de le boire. Elle s'enflant
au corps, courrüst vistement vers le Roy, (le
meilleür Prince dü Monde) le luy dire. Le Roy,
l'entendant fist venir á soy, aulcüns, se retirant
en üne autre chambre. Des assassins, masquéz,
sürvindrent, pour le tuër, & de fortüne ne le
trouverent point. Annibal Seestädt, doibt
aussy estre coulpable, de ceste menèe.
Le Conte Jean Maurice de Nassaw,
nepheü de ma femme, iadis general aux Westjndes,
maintenant Gouverneür á Cleves, doibt aussy
avoir estè a Grüningen, & le General Hofkirchen.
Les Estats de Cleves, prient l'Electeur de n'y venir
point, car il n'y auroit pas a vivre. Nonobstant
cela, l'Electeur y va, avec Madame l'Electrice.
Le Conte Maurice a plantè, 300000 arbres cest
estè, en son gouvernement, & sür ses biens.
Il conte, dés choses merveilleüses des Indes Occj-
dentales, mais a honte de les racconter aux igno-
rans d'Allemaigne, qui ne le veülent pas croyre,
aussy peü, que ce, que Hofkirche racconte d'a-
voir veü a Constantinoples aux deux annèes de
seiour, qu'il y a fait.
Le Marquis d'Anspach, vouldroit estre chef de
la Legation, á Lübeck, aux traittèz entre la
Swede & la Pouloigne, afin de rentrer en la süc-
cession de Prüsse, dont ces lignes sont exclüses.
Le Prince Talmond doibt estre mort.
La Düchesse de Schöninghen, vid encores, & l'Electeur
de Brandenbourg luy a parlè.
Le conte Maurice, a üne singüliere jnvention de
carosse, de bois de cedre, qui va fort a l'ayse.
Il dit, que l'air de Bresil, incite merveilleüsement
a l'acte Venerien, & qu'on ne se scauroit pas
bien passer lá, de deux femmes, ou en ces pays icy,
üne seüle, ne seroit, que trop. Que la Compagnie,
des Indes d'Occident, luy offroit maintenant, ce qu'elle
luy auroit refüsèe devant trois annèes, mais qu'il
ne le vouloit point accepter, a prèsent.
Que ce pays lá, seroit excellement bon, en toutes
choses, & ün Vray terroir des Delices.
Que le Conte Maurice, se seroit recreè grandement
a parler au Colonel Werder, avec lequel il
auroit estè familier, en sa jeünesse á Cassel,
& ne l'auroit veü en 30 ans. Il vid sobrement
le dit Conte, & ne souppe point. Ainsy il est ve-
nü, a la table de l'Electeur tout le monde estant
desja assis, & s'est tenü presque tout le repas,
derriere la chaire dü Colonel Werder, ainsy
qu'il s'est vantè, d'avoir ün fort honorable
& trop grand serviteür, devisant continüellement
avec luy.
Avis: Diesen nachmittag, daß der Allte Sekir-
ka, zu Aken, ankommen sein solle. Gott gebe
doch! das wirs mit ihm, treffen!
Le Colonel Werder, n'a pas voulü prendre
sür soy, le<la sollicitation dü> payement de France, que le grand
Pere, & le Pere de l'Electeur m'ont assignèz, en
contr'èschange, dü service de la guerre de Juilliers,
& les Conseillers de l'Electeur le luy ont dissuadéz, qu'il
ne pouvoit point, (comme serviteur de l'Electeur) s'employer
a üne telle Ambassade, comme si c'estoit ün grand
|| [[Handschrift: 133r]]
affaire, de parler, pour üne meschante chetifue
plenipotence, & souscription!
Nach dem mir endtlich Gaw in etwas satisfaction
undt abtrag gethan, habe ich die Schiffe, mit des
Administratoris paß, frey durchpaßiren laßen.
Gott gebe, beßeren nutzen, undt forthgang!
Carolus Ursinus, hat in der Fuhne gefischet,
undt etzliche hechte gefangen.
Ich habe das schlimme buch gelesen, also intituliret:
Puritanischer Glaubens- undt RegimentSpiegel, da-
rinnen die Früchte gezeiget werden, welche auß prætendirter
Freyheitt, in Religionssachen, nicht allein zu glaüben, sondern
auch offentlich zu lehren, waß man will, undt in Regiments-
sachen, das Oberhaupt denen unbändigen Gliedtmaßen zu
undterwerffen, fürzusprießen pflegen, Gegenwärtiger,
undt künftiger weltt, zur warnung vorgestellet
durch Petrum Gartz Iuris Consultus in 8o zu Leiptzig gedrugkt. et cetera
Dieses buch, helt zwahr allerley in sich, die weil
aber, dieser Lutheraner, viel grobe handtgreifliche
lügen, mitt undter die warheit mischet, undt die
puritaner, independenten, undt reformirte fast vor
ein ding, helt, undt unsere wahre religion dadurch odioß
machen, und viel böses, uns imputiren darff, (inmaßen Fürst
Hans, zu Zerbst, es auch lesen soll) als ist es billich zu verwerffen!
Tobias Steffeck von Kolodey ist diesen abendt, auch wiederkommen, avec
peü de succez, nonobstant ses diligences.
Die walpurgiswolle, ist mir worden, also, das mir
mehr nicht lauttere wolle geblieben, alß 30 Steine, 10 Pfund (libra)℔.
Matz Urlob, hat sie bekommen.
Donnerstag♃ den 15den: May; 1651.
J'ay sceü, de bon lieü; qu'on a prophetizè a Madame
l'Electrice de Brandenbourg que son fils, qu'elle a eüe,
mourroit, que trois fois depuis, elle avorteroit,
(ce qui est avenü infailliblement) mais apres tout cela,
elle accoucheroit de 2 fils, a la fois, qui vivroyent.
Et ceste Prophetesse a estè, üne Vieille femme. Dieü
vueille que sa prophetie, s'accomplisse a sa gloire.
Jtem: on conte, qu' Ulefeldt Reichshofmeister Danois
a voulü empoisonner le Roy de Dennemargk, par<sa> femme
luy apportant le venin en sa simplicitè il coucha
avec üne garce. La garce, ayant contentè Ulefeldt,
qui vid arriver sa femme, sans scavoir pour quoy?
se cacha sous la couvertüre. La femme, qui ne sca-
voit rien de cest adültere, dist tout haut : Mon mary
je vous apporte le Venin, pour le Roy. Ulefeldt estonnè,
& craintif pour sa Vie, se resolüt a dire, qu'üne
Pütain, entendoit cela, & qu'il la falloit dèspecher.
|| [[Handschrift: 134r]]
La femme jalouse, rèspondit: Jl luy faut presenter
á boire le venin. Ainsy, on la contraignit, a le bojre.
Elle la pütain, enflèe, & douleüreüse s'en court,
en opinion de se dèscharger de ce poison, mais en effect,
pour le dire au Roy, & le luy dèscouvre. Le Roy
s'en va en d'autres chambres cachèes, consülte
avec ses intimes, apres avoir fermè les serrüres.
Cependant, dix ou douze personnes masqueès,
avec armes au poing, entrent au poile dü Roy,
& viennent pour le massacrer, mais defortüne
ne l'y trouvans pas, & visage de bois, s'en
retournent, sans rien faire. C'est le recit
dü Düc Christian de Meckelnbourg, & qu'on
a arrestè Ulefeldt, & Annibal Sehestedt, pour cela.
Ce Düc a estè a Grüninghen. D'autres disent,
que le Gouverneür (Stadthalter) dü Royaume
de Norwege, hannibal Seestedt, a corrompü
ün Medecin, lequel il demanda tout haut: quand
c'est que le venin opereroit, au Corps dü Roy. Le
Le medecin rèspondant; i'espere au troisièsme jour,
une pauvre dèschirèe nourrice, en ün coing obscür,
entendant cela, alla au chasteau à Coppenhagen,
pour l'indiquer. Mais la garde, & les valets, ne la vou-
lürent point admettre, comme üne si simple femme
|| [[Handschrift: 134v]]
a la presence dü Roy. Elle donc impetra avec
peine, d'estre admise par la porte, a la place dü
chasteau. Là, elle se mit, sous la fenestre dü
Roy, tant que le Roy, par hazard, regarda par
ceste fenestre. Alors, elle commença a crier: Ô
Sire, permettèz moy, que ie vienne a vous,
i'ay dès choses a Vous dire, qui concernent
le salüt, & la Vie, de Votre Majestè. Le Roy,
entendant telle chose, l'admit a l'audience,
(comme sans cela, ün Prince doux, & debonnaire)
elle luy dèscouvrit le trame. Le Roy,
envoya incontiment ses gardes, pour environner,
la mayson d'Annibal Seestedt, ce qu'ils firent
promptement, mais Sehestedt, se resolüt a
sa dèsfence, avec toute sorte d'armes, & le
peüple (incitè par ses adherans,) creüt, qu'on
luy faysoit tort, luy courrüst a l'ayde,
& le renforcerent tellement, qu'il chassa
les gardes dü Roy, & penetra en leür compagnie
iüsqu'au Palais Royal, fermant lés Portes, &
entrant plüs avant, qu'aulcüns craignent, que le
Roy soit assassinè d'autres pensent, qu'Ulefeldt, et
Seestedt, ayent estè tuéz par l'ordre dü Roy!
Jtem: i'ay sceü, que le General hofkirchen, par
desespoir, s'a voulü rendre aux Cosaques, & lever
dès gens, pour eulx, contre le Roy de Pouloigne.
L'Empereur scachant cela, a donnè ordre, qu'on le prinst
par le collet, ou on le rencontreroit, & qu'on arrestast
tous ses biens. Il a estè a Grüningen, mais l'Electeur
de Brandenbourg fist semblant, de ne scavoir rien, en
ce sien passage, de ceste jüssion Jmperialle.
Ün Rantzow riche, s'est tüè, d'ün coup d'har-
quebüze, soy mesme, (sous pretexte d'aller tirer
dés oyseaux,) ayant estüdiè a Helmstedt, &
n'ayant peü avoir, üne Damoyselle, qu'ün autre
a obtenü pour sa maistresse & femme.
Le Chancellier Milagius va au pays de Cleves,
pour servir, a l'Electeür de Brandenbourg en ün affaire,
quj concerne douze tonnes d'or.
Nota Bene[:] Üne montagne près de l'Unstruth, s'est
enfoncèe, de soy mesme cés jours passèz, (sans
aulcün tremblement de terre) & üne autre
montaigne, s'est relevèe en ün aultre en-
droict, qui penche, par dessüs ce fleüve d'Unstruth,
& semble tomber. S'il tombe; il accrochera, le
courrant de la riviere, & causera dès grands
dommages, & inondations, a ce pays là. Cela est rare!
L'Electeur de Brandenbourg veüt monnoyer en la Marche,
de la monnoye de cuivre, mais lés estats, de ce Pays
lá, s'en plaignent, & on veüt deffendre le bon argent Anhaltin.
Mon frere le Prince Frideric, doibt achepter
pour certain, le bien de Wieterßheim Opperode.
Le baillage de Winnüngen ennuye, le General
Königsmargk, a cause, qu'il n'en peüt tirer,
grand proffit, (n'ayant point de services auprès,)
& pourtant, il le veüt vendre.
Le fils dü Colonnel Werder, n'aura point, la
fille dü Grand Chambellan Borgßdorf, comme on pre-
sümoit, car il la veüt donner, au fils4 dü Vicaire
Blumenthal. Le Colonel Werder, vouldroit, que
son fils èspousast, la seür5 de George Frideric de
Börstel, Chambellan, de l'Electeur de Brandenbourg
qui est de la religion, & fort belle. Mais le
ieüne homme, a encores aversion, dü mariage.
Diesen Nachmittag, ist des Caplans Jonij,
mein Söhnlein, mein pahte, zu grabe,
getragen worden. Transeundum est! Memento morj!
Mit Madame, in gartten, spatziret.
Der Allte Gottlob Sekerka, neẅer hofmeister,
ist von Dresen[!] ankommen. Gott gebe zu unserm glügk!
Freitag♀ den 16den: May; 1651.
Mon petit Charles, se plaignit hier, au soir
avant soupper, sortant dü jardin, d'avoir froid
& üne espece de fievre, apres avoir beu un
peü de biere. Son appetit, estoit fort maigre,
& son Visage pasle. Ce mattin, il se plaig-
noit, que le corps, luy faisoit mal. Mais
il a peür dü Medecin, & dés medecines.
Le bon Dieu, aye pitiè de ce pauvre enfant!
& le conserve, par sa Sainte grace, & benignitè!
Ô Dieu! ne m'ostes plüs, mes fils, en la moi-
tiè de leurs jours; par nostre doulx Saulveür
Jesüs Christ, ton fils ünique, & Tres-aymè,
en Vertü, dü Saint Esprit, Ainsy soit il! Amen!
Ne m'en prives plüs, ni spirituellement;
nj temporellement, ie t'en prie, ie t'adore,
ie t'in<vo>que, ardemment! Ô Pere de Misericorde!
Nachmittags, bin ich mit Carolo Ursino, hinauß nach Zep-
tzigk; undt gegen Peüßen, geritten, perge
So baldt, alß wir wieder herein kommen, hat es stargk
geregenet, aber nicht lange.
A furore, Malæ Herbæ; libera me Domine!
Mon pauvre petit Charles, pleint encores la teste, &
que tout le corps, luy fait mal! Dieü le preserve!
Samstag♄ den 17den: May; 1651.
<4 hasen, Abraham von Rindtorf gehetzt.>
Philip May, ist (Gott Lob!) auß hollandt wiederkommen,
mit schreiben, vom Feldtmarschall Brederode, vom Wijgkfoort
vom Rulicio, vom Cordier, &cetera en termes courtois,
mais dilatoires. Ô Dieu! delivres moy, de
tant d'intrigues! & rends moy; la liesse perduë!
Vom Obristen Mario, hat er mir auch nachrichtt gebrachtt,
daß derselbe sehr krangk wehre, undt fast in agone
läge, deßen Sohn aber, hat mir geschrieben.
Mein Carolus Ursinus, hat sich beßer befunden,
(Gott Lob!) nach deme ich ihme gestern abendt,
vom Florentinischen giftöhl, angeschmieret,
an die pulße, undt an die Schläfe, auch
undter das hertz, undt in die hertzgrube,
er auch stadtlich darvon geschwitzet,
wiewol er es verschlafen, undt es wieder
hinein geschlagen sein möchte. Sein appetit
findet sich etwas wieder. Daß reißen, im
Leibe, in armen, undt beinen, verleürt sich.
Das kopfwehe mindert sich. Die bitterkeitt
im munde leßet nach, Jedoch ist nicht damitt
zu rauschen, undt ich besorge dennoch ein fieber.
Gott wende es, in väterlichen gnaden.
hingegen, hat nachmittags (als man die devotion
abgewartett) ehe man zur præparation sich verfüget,
die gute Schwester Dorothea Bathilde ihren affectum, undt ohn-
machten, wieder bekommen, nebst dem hertzklopfen,
also: das es scheinet, die vorgewesene andacht,
solle zimlich zerstöhret, undt jnterrumpirt werden.
Doctor Mechovius, Mein CammerRaht, hat auch, das
fieber an halß bekommen, undt suchet Medicorum rath.
Gott helfe allen Pacienten mit gnaden!
Der digke hilliger, welchen der Schlag vor dreyen
Tagen, gerühret, undt sprachloß gelegen, fängt
nun wieder ahn (wieder verhoffen) zu reden. perge
Die Fürstin zu Plötzkaw, undt Doctor Brandt,
haben ihm, (vermittelst Göttlicher gnade) durch
köstliche artzneyen, aufgeholfen! Gott gebe bestandt!
Nachmittags, bin ich mit Schwester Sofie Margrithe,
zur præparationpredigt gefahren. habe auch,
mein Carllchen, undt andere gute leütte, mitgenommen.
Er Ionius hat geprediget, undt abgelesen. Gott gebe
das alles unß heylsam, undt sehlig seye!
Darahn wir, (in rechter vorbereittung), nicht zu zweifeln. perge
Risposta von Schöninghen, die hertzoginn ist so ferrne resti-
tuiret, daß Sie wieder zur Tafel, gehet, Gott Lob; der helfe ferner!
Sonntag☉ den 18den: May; 1651.
<Pfingsten, schön wetter.>
Jn die kirche vormittags, undt zur Communion.
Der allte Gottlob Sekerka, ist auch mittgangen.
undt hat sich darnach, præsentiret. Sonsten
ist auch extra gewesen, die Rindtorfinn, der
Wischer, die Einsidljnn, Doctor Fischer, Langken, &cetera.
Nachmittags, wieder, (wie billich, conjunctim)
zur kirche, da Er Plato Superintendens, wieder
geprediget. perge
Aufn abendt, in gartten, avec Madame. perge
Schreiben von Berlin, von meinem Sohn, Viktor Amadeus. Jtem:
von Wien, &cetera
Die avisen geben:
Das der Visconte de Türenne, mit 3000 Mann, von
den Spannischen ab, nach den Frantzosen, zu, gegangen,
undt seinen accord selber machet.
Die Tractaten, mit dem h<Er>tzhertzoge sollen vor sich gehen.
hertzogk von Lottringhen, will den Jrrländern,
assistiren, undt dieselben in seinen Schutz nehmen,
Pfaltzgraf Wolfgang Wilhelm, hat wieder ge-
heyrathet, ein freẅlein von Fürstembergk,
graf Egons Tochter.
Es scheinet, daß die Staaden, in hollandt, die offerirte
alliance, von den Engellischen Parlamentischen annehmen
wollen, umb ihrer navigation, undt Commercien willen.
Ein Engellendischer lackay, (so dem Frantzösischen gesandten,
zugehöret) ist gegeißelt, undt verwiesen worden
auß dem haag, weil er den Parlamentischen gesandten,
in die fenster geschmißen, welcher Streiche, er
sich berühmet, alß ein Märterer, umb seines Königes
undt der gerechtigkeitt willen, erlitten zu haben.
Der gemeine Mann, sol sehr, auf selbige
Legatos verbittert sein. Derhalben, hat man
ihnen, leibguardien zuordnen, müßen. Sie aber
seindt abgerayset, (wieder der Staaden willen,)
in meinung die tractaten nach Londen zu ziehen,
undt daselbst zu vollnführen.
Frangkreich protestirt sehr, wieder solche alliantz.
Man tractirt eine heyrath, zwischen dem iungen Printzen
von Condè, undt des Düc d'Orleans Tochter. Deßen
Sohn, hat die Königin, zum pahten geschencke eine
iährliche pension von 50 mille Pfund (libra)℔ verschrieben.
Cardinal Mazzarinj, endtfernet sich noch nicht.
Jn Frangkreich, Spannien, Jtalien, undt Türckey,
sol die pest grassiren.
Zu Napolj haben die Edlen, wieder eine rebellion
vor, undt secours, an gelde, undt volgk von
Frangkreich begehret, aber noch nicht erhalten.
Sie klagen, der neẅe Vice Rè Conte d'Ognate tractire
sie allzuhart, undt grawsam.
Don Giovanni d'Austria, hat hofnung, Barcellona zu re-
cuperiren, weil es halb außgestorben sein solle.
König in Schottlandt, undt General Cromwell
wollen es beyderseits, auf eine battaille stellen.
Jn Dennemark continuirt die jnquisition, wegen
des Veneficij, so man dem Könige anthun wollen,
undt das weib <so es angesaget> wirdt heftig urgirt, den beweiß,
zu führen.
Jn Schweden, ist man lustig, undt guter Dinge.
Man animirt, die Rheinischen CrayßStende, zum
Defensionswesen, so zu Frangkfurth, geschloßen.
Die Königin, undt der Pfaltzgrave, recreiren
sich, mit Sommerraysen.
Die gefahr in Polen, wegen der Coßagken mehret
sich. Man besorget, Türgken, Tattarn, undt Moßko-
witer, dörften dem General Chmielinsky zu hülfe kommen.
Jn Candia hoffen die Venezianer bastant
zu werden, diß iahr, wieder die Stargken
Türckischen armaturen. Etzliche vermeinen,
der Türgke werde sich, in Tractaten, einlaßen.
Zu Wien, ist der Türckische Gesandte, vom
Kayser, content abgescheiden. Der Venezianische residi-
rende Legatus aldar, hat ihm einen schönen Spiegel
|| [[Handschrift: 139r]]
verehret, an welchem zweene kerll zu tragen gehabt.
Es continuirt, mit dem Erdtfall, undt waßer, auß
Laucha an der Unstruth, von dannen ein dorf, der Fraw
von Rockhausen, gehörig, eine kleine viertel wege, gele-
gen, Dorndorf genandt, hindter welchem ein lang höltzi-
chen, und an demselben ein Weinbergk, in welchen ein
pawer, (dem er gehörig,) am 5. May; gegangen, in
meynungen, sengken von weinStögken, einzulegen.
Alß er aber gesehen, das der berg aufgerißen, undt
die klunse immer größer worden, hat er sich ver-
wundert, iedoch forthgearbeitet, biß ein praßeln,
undt knallen, im höltzigen sich erhoben, die baẅme undt
püsche empor gestiegen, auch im weinberge kleine sich
regende hügel worden, ia die baẅme undt püsche
theils mit erde, undt allem forthgerügkt, das er da-
rüber erschrogken, undt gedacht, der berg würde gar ein-
fallen, ist auch hingelauffen, undt hat viel Nachtbaren,
undt andere leütte, diß wunder anzuschawen, beruffen,
Seindt also viel Bürger, Pawren, undt Arbeitter,
auß den andern bergen, hinzugelauffen, und gesehen,
das die püsche undt baẅme, von ihrem grundt empor
getrieben, etzliche auf die seitten gefallen, stehen baldt
oben, baldt undten, rügken bißweilen, in einer halben
Stunde, wol auf ein 10 ellen förters, manche weitter,
manche näher, daß also denselben Tag, biß auf den abendt, die
büsche, und baẅme, auff die 300 ellen, von ihrem orth, gerüc[ket]
|| [[Handschrift: 139v]]
vom berge, mit mehr als dem halben weinberge, der ien-
seyt des höltzigens lieget, herundterwerts gegangen sein.
Etzliche püsche, auch kläfteriche Eichen, Birnbaẅme,
undt Aeschen, hat es umbgeworfen, undt gantz undter
sich, gezogen, die in dem Schlamm, undt Morast, mit versun-
cken sein. Es hat auch ein Theil vom weinberge
mit den weinstögken, und erden, wol ein 4 ellen hoch
wunderlich, empor getrieben. Die kluft, da das
höltzchen gestanden, ist anfangs, wol eines hauses
Tief gewesen, undt so breitt, das keiner, mit einem
Stein, darüber hat werffen können, füllet sich
aber itzo, durch die stargke quelle vom weinberge
so quer oben drüber herab lauffen, undt noch immer das
Erdtreich, mit forthschwemmen, allgemach wieder auß.
Das halbe höltzichen, auf der Seitte nach Laucha
zu, stehet zwahr noch. Undter dem höltzgen, ist ein
Stügk weinberg, der Fraw von Rogkhausen, undt
auch, undten quehr vor einer, einem in Dorndorf gehörig,
im selben, undt in des bawren besten flegke, da seinen
beste Stögke gestanden, stehet itzundt das höltzchen
mit Erden, auf ein 4 ellen hoch, über den wein-
stögken, so gerade, als wenn es sonst immer aldar,
gestanden wehre? Jn dem Loche, ist ein weiß Tho-
nicht Erdtreich, als wie ein gemengter Pfuhl,
Man hat mit einer langen Stange hinein gestochen,
aber keinen grundt gefühlet, das waßer, so von oben
herab kömbt, versincket meist wieder, undten in diesem
prudell, das man gar wenig ablauffen siehet.
Viel leütte, haben diesem spectaculo biß in
die Nachtt, zugesehen. Sol eine Species von einem
Erdtbeben gewesen sein, so Pulsus genandt wirdt,
wenn das erdtreich, sich erhebet undt aufschwingt,
gleich als ob es, mit pulfer, miniret würde!
Sonst sol auch den 1. May; daselbst, umb Laucha,
ein greẅlich gewitter, donner, blitz, undt regen,
in der nacht endtstanden sein, und ergießung der
waßer verahnlaßet haben, auch continuirt den
andern May, solcher platzregen, die Unstruht
hat darüber sich ergießende, alle Bachmühlen
eingerißen, undt verderbet, sonderlich zu Bebra,
Steinbach, Saubach, Thalwingkel, undt Drebsdorf,
brügken, undt stege weggeführet, undt die leütte
in haüsern, also überfallen, das sie auf böden, undt
Söller, in die höhen, sich salviren müßen.
An etzlichen orthen, quellen wol in die 100 neẅe
quellen hervor, undt ergrößert die inundationes.
Das gantze Städtlein Laucha, stehet im waßer,
also das niemandt seines Lebens sicher ist. Jn selbigen
Ackern, undt Sahtfeldern, hat die überschwemmung auch großen
schaden gethan. Der Administrator von Halle hat alles besichtiget
|| [[Handschrift: 140v]]
undt in augenschein, selbst genommen, mit verwunderung.
Montag☽ den 19den: May; 1651. PfingstMontag.
Wiederumb zur kirchen, conjunctim, da Er Jonius
vormittagß, geprediget.
Nachmittags, abermalß conjunctim, da der
studiosus RheinSchmidt geprediget.
Zu Mittage, wahren extra: die Rindtorfinn,
Sekerka, <Wischer> Tobias Steffeck von Kolodey, Langken, Doctor Fischer, wiewol
Sie mehrentheilß ordinarij numehr worden seindt.
Mit Schwester Dorothea Bathilde leßet sichs, allmehlich,
zur beßerung, ahn. Gott Lob! Der gebe bestandt!
Schwester Sophia Margaretha ist diesen abendt, nacher
Plötzkaw, gezogen. Gott geleitte sie!
Jn gartten, cum Mala Herba!
Dienstag♂ den 20ten: May; 1651.
<Regen <mane>, nach gesteriger, hitze, undt schönem wetter.>
Den Stadtvogt bey mir, gehabtt, in justitzien Sachen.
Postea, Philipp Güder, m'apportant üne lettre, de J de Maximilian Wogau
par l'arrivèe de J. M. Dieu m'y benie!
Postea, der Amptmann, Georg Reichardt, vormittags bey mir gewesen.
Nachmittags seindt meine Kinder, hinauß nach Altemburg
gefahren, dem Pfingsttantz, zuzusehen.
Gegen abendt, hats gedonnert, undt <wieder> geregenet,
zimlich stargk.
Mit dem Alten Sekerka, allerley dißcurß, gehabt,
von Böhmischen, undt andern sachen.
Gegen abendt, seindt meine kinder, von Altenburg
undt meine Schwester, Sophia Margaretha von Plötzkaw, wiederkommen. perge
Mittwoch☿ den 21ten: May; 1651.
Meine expeditiones, habe ich continuirt, undt
allerley conferentzen, mit Doctor Fischern, gehalten.
Nachmittagß, in gartten. avec Madame.
Zeittungen von Erfurdt, daß dem König in Dennemarck
mit gift, undt mit gewaltt, nachgestellet, undt
etzliche darüber, eingezogen worden.
Jn Schottlandt, stünde es mißlich, die Prædicanten
predigten wieder den König, undt würden eingezogen,
die Engellischen Regenten, tyrannisirten zu Londen
sehr, undt inculpirten viel unschuldige reiche
leütte, nur damitt Sie ihnen, ihr leben, undt
gühter, nehmen, undt ihren Staat, darvon
führen köndten. Ô der ungerechtigkeitt!
Die Tractaten zwischen Spannien, undt Frangk-
reich, wollten noch nicht recht forth. Die
kriegßarmaturen aber, giengen desto stärgker.
Jedoch, urgirte noch, der Ertzhertzogk, eine conferentz,
mit dem Düc d'Orleans, deme es dissuadiret worden.
Der Frantzösische Ambassadeur, Monsieur d'Avaugour
zu Nürnbergk, hat vor seinem abzug, ein bedraw-
liches schreiben abgehen laßen, undt darwider
protestiret, daß man Spannien so viel
nachsehe, mit der evacuation Franckenthal
mit großen werbungen, undt überlaßung,
so vieler deützschen völcker, auch mit durch-
paßirung derselbigen.
Jn hollandt, gibts mißverstände, undt
uneinigkeitten. Theilß seindt gut Frantzösisch,
Theilß gut Spannisch, können sich, wegen
formirung, ihres Staats, undt Generalats,
nicht vergleichen, wie auch, wegen des
Engelländischen Parlaments undt Portughesischem
Gesandten. Dörfte bella civilia, erregen.
Schweden, gehet wieder mit neẅen
kriegsgedangken umb, vielleicht wieder
Polen, welchen, ohne daß, die Cosagken, aufm
halse sein, undt wol, mit hülfe der Tattarn
undt Türgken, ferner, biß in Deützschlandt,
einbrechen möchten, So Gott, in gnaden, verhüten wolle!
Hans Georg Berger, der lackay, ist diesen abendt
fæliciter, ex wiederkommen. Gott wolle
doch ferrneren succeß, zu allen guten conatibus,
gnediglich verleyhen! undt unß, an leib! undt
Seele, mit dem unserigen, gesegenen!
Donnerstag♃ den 22ten: May; 1651.
Jn gartten, (pour parler au I. M. &cetera Nota Bene[:])dar-
nach anß waßer, in die Mühle, & alibj.
Briefe geschrieben, am heüttigen PostTage,
versus Orientem, & Septentrionem.
Duc me! nec sine me! per me! Deus optime, ducj;
Nam, duce me, pereo, te Duce, salvus ero.
Ne quæso! more judicis! quid egerim; quid dixerim
Quid cogitarim! pondera! peccata sed mea
Omnia; tuo cruore, deleas!6
Quj iudicastj mortuus, in petra Rex innocuus,
Regas, me, quæso, miserum! Pro quo dedistj pretium,
Ac per tuam clementiam, Deducas nos ad gloriam!
Venj Sancte Spiritus, Et emitte cælitus,
lucis tuæ radium! Consolator Optime,
Dulcis Hospes animæ, Dulce refrigerium!
|| [[Handschrift: 142v]]
Sine tuo Numine, Nihil est, in Homine,
Nihil est innoxium! Da salutis exitum!
Da perenne gaudium!7
Diesen abendt, ist ein fechter, auß Franckreich
anhero kommen, la Violette genandt, welcher
mit seinem Sohn, in unserer præsentz, gefochten,
undt mit der picke, gar schön gespiehlet.
Er gehet auf halle, undt auf Dreßden. perge
Freitag♀ den 23ten: May; 1651.
Gestern kahmen mir, die nachdengklichen, undt
betrüblichen zeittungen, zu, das nicht alleine,
herr Tobias Mylius, undt Freherus, prediger
der reformirten hamburgischen kirche, zu Altena
gählingen, innerhalb 14 Tagen, nacheinander
verstorben, (muhtmaßlich, auß heimlichen
insidiis, der independenten, oder Arminianer,
welche sich, in selbige kirche, gerne ein-
schleichen wollten) Sondern, auch, herr Rivetus,
der vortrefliche, hochgelehrte Mann, zu Leyden,
Monsieur Rambour zu Sedan, Primerose zu Roan,
|| [[Handschrift: 143r]]
Ganisoles, zu Montaulban, Vincent zu
Rochelle, alles, vortrefliche, hochgelehrte
berühmbte leütte, undt Lumina Ecclesiæ
Orthodoxæ; welche vielleicht, unß armen
hindterlaßenen, elenden Christen, Gott
der herr, zur Strafe, entzogen, weil
wir unser Christenthumb, nur in der
eüßerlichen profession, nicht aber, in
der That, undt warheitt, mannichmal
an vielen orthen, erweysen, undt sehen laßen.
Gott bekehre, die Steinhartte gemühter!
Undt erhalte die frommen, gnediglich! Das sie
nicht, umb der Gottlosen willen, zu grunde gehen müßen!
Diesen Morgen, ist Meine freundliche herzlieb(st)e gemahlin
nach Cöhten gefahren, undt hat Carolum Ursinum,
mittgenommen, wie auch Schwester Sophia Margaretha. Gott
wolle Sie, sampt allem comitat, geleitten!
Postea ist Secretarius Paul Ludwig zu mir, gekommen,
allerley expeditiones, zu befördern.
Jch habe geschrieben, an Fürst Hanßen, an Viktor Amadeus Fürst Zu Anhalt
an Freẅlein Catherine, mit dem Ordinarijbohten.
Vom Baron de Schrahtembach, briefe auß Hanover. et cetera
Gaw, ist wieder, mit Sieben Schiffen, durchpassiret.
Sie seindt (seinem vorgeben nach!) mit 120 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w:
getreydig, beladen gewesen, undt er gibet mir
4 gebe gott von iedem wispel zoll, thete 20 ThalerThlr:
unlengst, paßirte er, undt gab 40 ThalerThlr: zoll,
von vorigen paßirten, 240 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: in undter-
schiedlichen frachten. Die allererste
fracht, auf die 52 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: habe ich zollfrey
paßiren laßen, undt auch 89 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: in 4
Schiffen, welche dem Administrator zustendig,
undt freyen paß hatten, wann nur
Gaw, allemahl den numerum, recht
ansagen thete?
Conferenze, mit Einsideln, Sekerka, undt
andern, gehalten, in Staatssachen, &cetera[.]
Meine herzlieb(st)e gemahlin, ist von Cöhten, von
Rheinstorf, undt von Palbergk, spähte wiederkommen.
Zu Cöhten haben Jhre Liebden die FrawMuhme,
in zimlichem zustandt gefunden, undt daselbst
zu Mittage, gegeßen, zu Rheinstorf, den Obersten
Werder, undt deßen Fraw, besucht, undt alda
collation gehalten, zu Palberg aber, zu Nachts gegessen,
nach deme Sie heüte Frühe, alhier desjünirt gehabt.
Samstag♄ den 24ten: May; 1651.
Somnium: alß hette ich mich, am waßer, in eyser-
nen feßeln, an füßen, selber sehende verwundert,
undt Reichardt, so bey mir gestanden, erinnert,
mich loß zu machen, undt den Schimpf,
von Mir, zu nehmen. Er hette difficulteten
gemacht, undt gesagt, diß würde mir
gut sein, undt großen Nutzen, an geldt
undt gühtern, einbringen, Er hette sich
meiner, umb der leütte, undt umb sein selbst
willen, also versichern müßen. Endtlich,
hette er mich liberiret, undt die schande von
mir gethan, darüber ich erwachte, zuvorhero
aber, somnia horrida, & meticulosa hatte,
undt so mich endtsetzte, alß ob mich Paralysis,
treffen sollen, undt alle glieder, erschüttert
worden. Waß es aber, vor insomnia vorhero
gewesen, ist mir endtfallen. perge Es gehet mir
bißweilen, wie Davidt, der da saget: du
schregkest mich des Nachts, im gesichte, mit
Traẅmen, undt ich habe wenig rast noch ruhe!
Gott wolle alles zur erleichterung schicken!
undt uns Tag, undt nacht, gnedig erscheinen!
Oberlender, ist von Croßen wiederkommen, mit
Meiner kutzsche, undt pferden, undt mit schreiben
von Meinem Sohn, Viktor Amadeus welcher sich numehr resolvirt
(auf innstendiges anhalten) mittzuraysen. Gott
gebe, zu glügk! undt Segen, forthgang! undt
gedeyen! Ach Gott bewahre, vor hitzigen an-
stegkenden seüchen! vor schädlicher lufft,
hitzigem wein, vor allem bösen! undt
laße ihn ia frisch, undt gesundt, wieder
zu unß kommen! Ach Gott, erhöre unß, umb
Christi willen! Ach Gott! tröste unß!
Es seindt 28 Tageraysen von Croßen
biß nach Saroschpatack, aldar das
rechte beylager, gehalten werden soll.
De là, il y a 14 iournèes, iüsqu'a Bisance.
Zu Croßen, ist die Trawung, mit der
Princesse Henriette, durch die Siebenbürgischen
gesandten, <welche mit 120 Personen und pferden stargk> geschehen, undt Sie hat, vor
20000 ReichsthalerRthlr: werth <oder wol 2 mal so hoch taxirt>, præsenten bekommen.
So werden auch, drey schöne pferde, mit köst-
lichen Sättel und Zeügen, ChurPfaltz, undt Chur
|| [[Handschrift: 145r]]
Brandenburg præsentiret, alles mit goldt
undt Silber reichlich auß gemacht, undt mit
edelgesteinen versetzt. Sonst, mögen vor
das übrige volgk, schlechte præsenten, ge-
fallen sein. Gott stehe unß doch, in
gnaden bey! undt helfe unß! undt den
unserigen, so es treẅlich, undt guht meinen!
Die ChurPfältzische Gesandten, so mittziehen,
heißen, 1. Einer von Grimbergk 2. undt der von
Wollzogen. Von Chur Brandenburg ziehen auch<seindt> zweene
mitt<da>, 1. der von Knesebegk, 2. Der von Kleest.
Von Churlandt, undt heßen, ist der von Waldaw,
welcher vor diesem, Marschalck zum Berlin gewesen.
Jn die 200 vom Adel, seindt dar gewesen,
von welchen, in die 40 mitt in Ungarn, gehen sollen.
Von denen ordnet die Churfürstinn, 6 meinem
Sohn zu, zur aufwarttung, undt vermehrung
seines trains. Die rayse, ist den 19den: May;
im Nahmen Gottes, angetretten worden,
undt alles ordentlich außgetheilet.
Ach Gott! gib doch, zu glügk! undt Segen! zur
erweitterung, undt aufnehmen, unsers Fürstlichen hauses,
zur Ehre deines heiligen Nahmens, zur außbreittung, deiner kirchen!
Jn die kirche, vormittags cum sororibus & liberis.
Jonius hat geprediget.
Extra zu Mittage, hat mittgegeßen: die Rindtorfinn,
der Tobias Steffeck von Kolodey[,] der Magister Menzelius, undt andere,
dann Sekerka, undt Wischer, seindt wie Ordinarij.
Nach der malzeitt, ist auch hanß Bernds ankommen,
mit seiner Schwester Sohn8, welcher in En-
gellandt, (alß der König endthaüptet worden,)
gewesen, undt auch Constantinopel gesehen.
A meridie, cum sorore, & liberis, wieder
in die kirche, gezogen.
Secretarium Paul Ludwig zu mir kommen laßen.
Mit Hans Berndts Schwester Sohn, habe ich auch geredet,
undt viel Seltzame sachen, mir referiren laßen.
Daß der Printz von Condè solle Gouverneür in Gasconien werden,
cum applausu subditorum. hingegen, protestirt der Düc d'Esper-
non, darwider, alß welcher nichts gethan, alß waß ihm befohlen.
Die hertzogin von Chevreüse, ist wieder zu hoff in gnaden,
beklaget sich, über den affront in vernichtung der heyrath
ihrer Tochter, mit dem Printzen von Conty, undt will es vindiciren.
Die feindschafft zwischen dem hause Vendosme, undt Elbeüf,
ist dermaßen außgebrochen, das vor Paris ein Duel angestellet
|| [[Handschrift: 146r]]
gewesen, da der Düc de Vendosme undt deßelben beyde
Söhne, der Düc de Mercœur, undt Beaufort, wie auch sein
TochterMann, Düc de Nemours, von einer, dann der hertzogk
von Elbœuf, mit seinen dreyen Söhnen, auf der andern parthey,
neben vielen secunden, sejn sollen, undt wurde die Sache
nicht kundtbahr, biß Sie schon vff dem platz, undt an dem
wahr, das daß gefechte sollte angehen, da entzwischen
der Printz von Condè sich aufmachte, mit 300 pferden,
solches zu verhindern, auch wurden vom Könige, ernstliche
verbott geschicktt, denen Sie müsten gehorsamen, undt
sich wieder voneinander begeben, die hin- undt wieder
ehrenrührige sachen, will der König, undter ihnen,
zu vergleichen, sich vorbehalten, die übrigen, undter ihnen
habende prætensionen, sol daß Parlament beylegen.
Cardinal Mazzarinj, trachtet wieder in Frangkreich
zu kommen. Die Königin, thut nichts wichtiges, ohne seinen raht.
Visconte de Türenne, sol des Mareschal de la
Force, kleine Tochter, heyrathen, undt ist wieder
außgesöhnet, <nachdem er etzliche Spannische völcker mitt überbracht, ist> in vorigen chargen, undt Digniteten.
Der Düc de Richelieü, hat eine conspiration im Havre
de Grace, angestiftet, wieder die Düchesse d'Aiguillon,
Gubernantin daselbst, so aber entdegkt worden.
Man hat noch ein auge, auf die Tractaten, zwischen
Fr dem Ertzhertzogk, undt dem Düc d'Orleans.
Die allgemeine convocation in Frankreich les Estats genandt,
sol im September angehen, undt 2 iahr lang, continuiren.
Die Deützschen, undt Schweitzer völgker, seindt schwührig, weil Sie kein geldt bekommen.
Jn Schottlandt stehen die sachen zweifelhaftig, undt auf
einer endtlichen crisi, gewinst undt<oder> verlust, des obsie-
genden, oder undterliegenden Theilß, weil es auf eine
battaille sol gewaget werden. Gott stehe dem Gerechten bey!
General Cromwell, hat schon, einen anschlag, auf etzliche Schottische
Regimenter, gehabtt, so über einer rivier[!]+ gelegen, undt
hat seine völgker, in 6 Schiffen überbrachtt. Es ist
ihm aber sein anschlag mißlungen, weil sich die Schotten
bey zeitten, salviret. Nun ist Cromwell auf
Glaßca avancirt gewesen, gegen dem Könige zu.
Jn den Jnseln Scilly, thun die Meerraüber, den Engelländern,
großen schaden, auch graßiret die pest in Engellandt.
Jn Frangkreich, geben sich geschickte leütte ahn, welche
eine armèe von 50000 Mann, zu Fuß, undt 24000 pferde
mit 10 Monat Soldt iährlich, Jtem: dem Königlichen hof unter-
haltung, die Königlichen Schulden bezahlen, undt alle Königlichen Officj-
rer gagieren, über diß alles, 6 millionen, der Königlichen Schatz-
kammer, einlifern, auch zu mehrerer versicherung, sufficiente
Bürgen, vor 100 millionen, stellen wollen, da ferrne man
ihnen, des gantzen Königreichs jntraden dargegen genießen,
undt solche, achte nach einander folgende iahr, ihnen laßen wollte?
Die Frantzösische armèen, stärgken sich, zu waßer, undt zu lande.
Der König in Frankreich ist in gefahr gewesen, in dem er sich
in einem gartten, an des kutzschers stelle gesetzt, undt
selbst fahren wollen, die pferde aber lauffendt worden,
|| [[Handschrift: 147r]]
undt der iunge König, sie aufzuhalten, zu schwach gewesen,
undter die Teißel gefallen, undt kaum, ohne schaden, salvirt worden.
Der Marechal de Türenne, hat seine v Spannische völgker,
durch den Conte de GrandPrè, versamlet, undter dem Schein,
sie zu mustern, undt Sie also von Stenay forthgeschicktt,
So baldt Sie aber beysammen, in einem corpo gewesen,
hat er ihnen zugesprochen, es wehre nun zeitt, daß Sie ihme
folgen sollten, er wolte sie wol anführen, welches auch geschehen,
hat darauf, seinen marsch mit ihnen, durch das Lützenbur-
ger landt, auf Diedenhofen, vorgenommen, Alß nun dieses
der General Wachtmeister, Monsieur Clienehaut , (welcher über
alle diese trouppen, daß obercommando gehabtt) erfahren,
hat er die Seinigen, auch zusammen gezogen, undt ihnen
nachgesetzt, aber zu spähte, weil sie schon voneinander
gelegen, undt forthgewesen, mitt weittem vorsprung.
Die Türgken, armiren stargk im Arcipelago, bey der
Jnsul Chio, wollen von keinem accord mehr hören, man
restituire ihnen dann gantz vollkommen Candia.
Die Macht gegen Dalmatia zu Lande aber, sol geringe sein.
Der Frantzösische Ambassador zu Constantinopel intercediret sehr
vor die Venezianer, hat dem Divano zu erkennen gegeben,
(wie auch der, Mufty selbst gethan) das alles unglügk
dem Ottomannischen Reich, bißhero begegnet, als: Kaysers
Jbrahim ableiben, unglügkliche SchiffStreitt, verbrennung der
Galleren, Erdbeben, Außwerffungen Feẅer flammen in den
Jnseln des Archipelago. Es will aber, keine erinnerung verfangen.
Die Türgken, haben abermahl, mit großem verlußt,
zweene Stürme verlohren, in der Schantze Martinengo,
vor Candia. hingegen haben die galleren auß
Barbaria ein Schiff, welches, mit passagieren, weibern,
undt kindern, auch in 800000 Ducaten, an bahrschaft, undt
kleinodien, auß Candia, vf Venedig zu, entfliehen wollen,
bey der Jnsel Zante, hinweg genommen.
Das Poßpolite Rußenie, oder vfbott, der Ritterschaft
in Polen, wieder die Cosagken, ist zum Dritten mahl,
ergangen. Der Moßkowiter, sol mit dem Chmielinsky
in eine bündtnüß, sich eingelaßen haben, ein Griechisches
Jmperium aufzurichten, darzu der Patriarch zu Con-
stantinopel, helfen solle.
Die Cosagken. haben mit 30000 Mann, den König gesucht,
zu überfallen, bey Sokol, weil er mit der Königinn
von Lublin aufgebrochen gewesen. Jst ihnen aber
mißlungen, undt die Königinn ist in salvo zu Warschaw
ankommen, der König aber, mit der armèe weitter gegangen.
Die Poßpolita Rußenia, sol sich auf 160000 Mann erstregken
ohne die geworbenen völgker, <so 24000 stargk sein sollen> die Cosagken sollen
130000 vor sich stargk sein, ohne die hülfen, welche sie,
vom großen Cham[!], vom Türgken, Moßkowiter,
undt auß Moldaw erwartten, sich formidabler zu machen.
hingegen sol der Persianer, dem Türgken, ins landt,
gefallen sein, undt Babylon belägert haben.
Die Dantzigker abgesandten, kommen vom Königlich
Pollnischen hofe wieder, undt hoffen ihre kirchen zu manute-
niren, welche Sie (mit unrechtt) den reformirten, abgenommen.
Zu Brüßel, hat sich hertzogk Ulrich von Wirtemberg
mit einer verwittibten Grävin von Hochstrahten, des
Printzen von Barbanzon Tochter, vermählet.
Die iunge hertzoginn von Neẅburgk, undt ihr herr,
seindt krangk, nach dem Sie vier wochen, nach der
vorigen Fürstin absterben, mitteinander getrawet worden.
Die Lottringischen völgker, seindt vor Borglon
(nach verübten großen insolentzien) von den zusammen
rottirten pawren, getrennet, undt geschlagen worden.
Man hat ihnen viel beütten, undt geldt, abgenommen.
Die heßische satisfactiongelder, seindt erleget.
Der Englische commendant Pen, vagiret mit 21 Orlogß-
Schiffen, in der Mittelländischen See herumb,
undt hat undter andern, ein Portughesisch Schiff,
so auf 80000 Pfund (libra)℔ Sterling, æstimiret wirdt, weggenommen.
Man meynet, zwischen den Engelländischen Regenten,
Portugall, undt hollandt, seye der vergleich, richtig.
Der holländische Admiral Tromp, bestreittet die
Seeraüber, in den Sorlinges, Jnseln. Der Kern
der Freybeütter, sol daselbst eingesperret sein.
hertzogk von Meckelburg (ich vermuhte vetter Gustaff,)
sol zu Basel, ankommen sein.
Die Spannischen hoffen Barcelona, undt gantz
Catalonien, zu übermeistern, woselbst auch, hitzige
Pestilentzialische fieber, regieren sollen.
Viel Jüden, undt Türgken, sollen sich zu Rom
haben taüffen laßen, zu Saint Jean Latran.
Von der Stadt Raguza, hat der Türckische
Kayser, 100000 Ducaten, begehret auf einmal
cum amplis promissis. Sie haben sich aber, excusirt
mit ihrem unvermögen, undt ihren gewöhnlichen
iährlichen tribut, nemlich 12000 zecchinj bahr
erleget.
Nota Bene[:] Die Reiche Stadt Cußco, im Königreich Peru,
sol durch 46-tägiges Erdtbeben, gantz versungken,
iedoch, die meisten Menschen, darauß, salviret worden sein.
Die herren Camerales zu Speyer, haben
sich endtlich erklähret, der Baßler Kaufleütte
bißhero vorenthaltene gühter, hinwider abfolgen
zu laßen, auf wiederholte Kayserliche mandata,
undt erneẅerte protestationes, undt besorgen-
de verfaßungen, der Eidgenoßen.
Dem Türgkischen bohtschafter, so von Wien,
abgerayset, sol ein Schiff mit armaturen, undt
eisenwergk beladen, undterhalb Preßburgk
|| [[Handschrift: 149r]]
undtergangen, auch die leütte darauf, ertrungken sein.
Zu Stogkholm, armiret man 20 OrlogsSchiffe,
undt rüstet stattliche Ambassaden auß, an Kayserlichem hof,
item: nach hollandt, Lübegk, Rußlandt. perge
Der Kayser, helt processiones.
Graf Königßmargk, hat eine Grafschaft in Schweden
Westerwyck genandt, bekommen.
Der Pfaltzgrave Generalissimus ist nach Oelandt,
undt die Königinn, nach Upsal verrayset.
Graf Gustaf Horn, Feldtmarschall zeücht
in Liflandt, die Generalmusterung, anzuordnen,
undt sol dergleichen, in allen Provintzien, geschehen.
Die Napolitaner, werden wieder aufrührisch.
Einer hat nach dem Don Juan d'Austria,
geschoßen. Etzliche Fürsten werden gefangen
nach Spannien zu, geführet, undt sol ihnen,
ihr Proceß, zu Madrill, gemacht werden.
König in Dennemargk, helt sich stille mit
Seiner gemahlin. Nimpt sich in achtt, undt
das weib, so das Veneficium endtdegkt,
haben etzliche torquiren laßen wollen, weil
sie keinen beweiß führen können. Man hat
aber, diese Sache, biß auf einen herrenTag, remittiret. perge
Montag☽ den 26ten: May; 1651.
Extra zu Mittage, ist Magister Menzelius, undt Jakob Ludwig Schwartzenberger
gewesen, ohne Sekerka. Wjscher ist forth! Langk
ist nacher Plötzkaw perge in meinung, baldt wiederzukommen.
Es hat auch dieser Tag, seine plage gehabt,
undt allerley zu thun, gegeben. Gott helfe zu tröstlicher,
erwüntzschter erleichterung, so vieler beschwerden!
Dienstag♂ den 27. May; 1651.
Eilf Schiffe, seindt heütte wieder alhier durchpaßirt
hinaufwarts, auf siebenen, wahr brennholtz, vor
Meine freundliche herzlieb(st)e gemahlin, auf 4 bretter, so dem Admi-
nistratorj zuständig. Paßirten also frey!
Die Hoymischen undterthanen, seindt wieder an-
kommen, undt haben einen Notarium, mitgebracht,
welchen ihr Syndicus von Quedlinburg abgefertiget, tanquam
Patronus causæ, ihnen zu assistiren, nicht aber einige
Protestation einzugehen. Jch habe aber dem Notario,
sagen laßen, er köndte nur, seiner wege gehen.
Die undterthanen aber, habe ich alhier behalten,
biß Sie mir kehr, wandel, undt abtrag, vor zuge-
zogenen despect, undt Diffamation machen. perge
Jn gartten, avec Madame, kurtz vorm eßen.
Nach der Mahlzeitt, in die weinberge, undt zur ZiegelScheüne,
geritten, mit Carolo Ursino, & aliis. Der wejn stehet dünne.
<Regen, windt.>
Jn die kirche, conjunctim, da der neẅe Magister
Menzelius, eine feine predigt, zum ersten mahl,
gethan, auß dem Text: Gehet ein, durch die
enge pfortten,9 etcetera etcetera etcetera
Jch habe allerley contrastj gehabt, alhier, wegen
der Gerichtskosten, so die bürger nicht contribujren
wollen, zu vorgegangenen malefitzsachen, darinnen sie
sich, auf ein alltes urtheil, von 33 iahren, sich be-
rufen, undt dadurch ihre Freyheit erstritten zu haben,
vermeinen, da man doch weiß, das Sie in währender
solcher zeitt, keinen actum erweisen können, daß Sie
frey ledig solten sein außgegangen, ob schon, die
malefitzpersonen, nicht bürger, sondern frembde
gewesen? Wie man berichtet wirdt, also wirdt
man auch belehret! Unsere jurisdiction, wirdt
auch nicht den SchöppenStühlen, oder juristischen Facul-
tet, subject sein.
Avis: von Ballenstedt, da ein Soldat zu Padeborn,
mit dem weibe, sich gesetzt, undt das weib
biß auf den Todt geschlagen, weil sie es nicht leiden
wollen, das ihr Mann, mit der Magdt, (dero er auch,
in eventum, mit einem Treẅring, die ehe versprochen)
leffeln sollen. Man hat den Mann, undt die Magd gefangen.
Casimir Krahe, ist ankommen, vom Fürst Hanßen,
4 Stügke abzufordern.
Donnerstag♃ den 29ten: May; 1651.
Paul Ludwig habe ich bey Mir gehabt, in etzlichen expediendis.
Casimir Dietrich Krahe, ist wieder forth, nacher Agken, und Zerbst. perge
Schreiben von Meinem Bruder Fürst Friedrich von Rom
entpfangen, vom 3⁄13den: Martij May; Jst frisch!
Avisjret: daß der vetter, Fürst Lebrecht, itzo auf Paris
gerayset, von Genff auß.
Avisen: daß der papst von Spannien absetzen, undt
auf den Stado dj Milano, ein auge schlagen will.
Nota Bene[:]Jch hette eher gemeinet, auf Napolj.
Der Türcke, will so wol in Dalmatia,
alß in Candia, zu mächtig werden, (dem ansehen nach,)
den Venezianern, deren große laster, undt gebrechen,
zu Rom, carpiret werden, undt ihnen ihre crysis
gedroẅet wirdt, da doch zu Rom, eben selbige
undt vielleicht noch gröbere sünden, undt ab-
göttereyen getrieben werden, undt im Schwange gehen.
Gott bekehre, die irrenden Sünder, von ihren
verkehrten wegen! undt laße unß solche
greẅel fliehen, meiden, undt von Babel außgehen!
unser leben beßern! Gott dem herren, uns aufopfern!
Die Frantzosen, rüsten sich stärgker inß feldt, als man
vermeint gehabt. Die Spannischen haben ihr rendevous,
bey Douay.
Des Pfaltzgraven von Neẅburgk neẅe gemahlin, ist gantz
Todtkrangk gewesen, es hat sich aber, wieder mit ihr gebeßert.
Jm gravenhaag, gibt es Mißverstände, die Provintz
hollandt, will etzliche Schiffe außrüsten, ungeachtet die
anderen Provintzien darwider reden.
Der Engelländische Ambassador begehret von den herren Staaden
förderlichste resolution, auf sein anbringen, will nicht
länger wartten.
Jn Dennemargk gewinnet die iüngst vorgewesene
Conspiration, ein gefährlich außsehen, undt will fast
erscheinen, ob einige Potentaten, darahn jnteressirt wehren.
Zu Brehmen, laßen sich die Tractaten, schwehr ahn.
Die Schweden fordern viel, undt die Stadt Brehmen,
ist ihnen wenig zu willen, sich auf holländische
hülfe verlaßende. Die Schweden laßen viel
Schiffe, undter Dennemargk, creützen. Man weiß
nicht, ob es geschicht Bremen zu schregken, oder wieder
die holländer, weil alle Schwedische Schiffe, den Sundt-
zoll zu Amsterdam, (wieder ihren willen, undt dangk)
bezahlen müßen. Die Schweden erzeigen sich begierig
zum kriege, wieder hollandt.
Vom ReichsTage, ist es noch stille. Am Kayserlichen hofe,
hat man wenig lust darzu.
Jn Polen, stehet es zimlich gefährlich. Gott behüte!
daß die Pohlen, alß eine vormawer des Römischen Reichß,
nicht schaden leiden, sonsten solche Barbarische
völgker, durch Schlesien, oder durch die Margk
herauß zu streiffen, gute gelegenheitt haben würden.
Die Graven zur Schwartzburgk Arnstadt,
haben dieser Tagen, ihre Lande, in drey gleiche
Theil getheilet, undt durch ein vieriährig kindt
die loßzettel ümbtheilen laßen, undt ist vor
Fatal zu achten, das ein Jeder Graff in seiner
bißhero gehabten Residentz verbleiben muß,
welches ihnen dann, ihr herrvatter Sehlig in seinem
Testament, ebenfalß also angeordnet, undt befohlen.
Mein kleiner Carll, hat sich heütte, mit dem
Magistro Menzelio, geübet, im Studium,
weil derselbige interimsweyse, (biß hammel
wiederkömbt, oder ein ander subjectum, sich,
einstellet) die information auf sich genommen.
Gott gebe zu glügklichen succeß! undt facilitire
mit gnaden, undt Segene<,> diese information!
dem discentj, undt Docentj!
Extra zu Mittage, nicht allein Doctor Fischern, Sekerka,
Magister Menzelium, undt andere gehabt, sondern auch den
iungen Krosigk, welcher olim page alhier gewesen. perge
Freitag♀ den 30. May; 1651.
RheinSchmidt, ist bey mir gewesen.
Meine pferde, haben mangel, an futter, es ist
auch kein heẅ, schon lange nicht mehr vorhanden
gewesen, undt es ist noch lange hin, biß zu der
erndte. Jch weiß nicht, wie man es machen,
oder angreiffen sol? das erborgen gehet
schwehr daher. Gott helfe emergiren!
Doctor Levino Fischern, habe ich heütte, seinen
bestallungßbrief, überandtwortten laßen,
Gott gebe zu glügk! undt Segen! undt
daß wir, seiner cur nicht viel bedörfen mögen!
Er hat sich zu allem guten, erbotten, undt daß ju-
ramentum Fidelitatis, würgklich abgeleget.
Gott laße es ihn Christlich, undt wol adimpliren!
Der hofmeister Einsidel, hat ihn, in pflichtt genommen,
meo nomine: Tobias Steffeck von Kolodey hat ihm den Eidt vorgelesen,
welchen er, mit aufgeregkten fingern, (alß mein
leibmedicus, numehr) nachgesprochen, Sekerka der
allte, undt Rindtorf, seindt auch mitt zugegen gewesen.
Seine bestallung, wirdt ihme auch außgeant-
wortett, da er einen Revers dargegen außlifert.
Undt damitt, hette dieses, seine richtigkeit, Gott Lob!
Gott der herr, gebe gedeyen! undt helfe mir ferner,
zu Treẅen, undt geschickten Diehnern!
Es seindt Polen, mit Tantzbähren, undt Käckel-
iungen alhier ankommen, so sich hieroben, aufm Schloße
im platze haben sehen laßen. Modus acquirendj, miserrimus!
Sed, mundus universus, exercet histrioniam!10
Wolfgang, ist mit etwas weniges, an Victualien,
von Ballenstedt, wiederkommen, wenn es nur zuraichen wollte?
Discorsj, mit dem Magister, so numehr Carolum
Ursinum, jnterimsweyse, instituiret. perge
Samstag♄ den 31. May; 1651.
<4 hasen, Abraham von Rindtorf[.]>
Der Neẅe LeibMedicus, Doctor Fischer, ist heütte forthgereiset, Gott wolle ihn, begleitten!
Rindtorf, hat heütte gehetzt, undt 4 hasen, einbracht.
I'ay visitè mes seürs, comme ie fay souvent; par semaine.
Carolus Ursinus, hat einen iungen fuchs, außgraben laßen.
Avis, von einem angesetzten landtrechnungsTage
gegen den 16. Iunij, (gebe gott) zu Cöhten. Oberster
Werder, begehret, darzu zu conferiren, auß
diesem Bernburgischen antheil, 100 ThalerThlr:. Jch habe
es, auß der Cantzeley, recusiren laßen,
weil kawm der 4te. Theil, der Steẅren, ejn-
kömbt, so einkommen sollte, die, jm antheil, ge-
seßene compensanten, zu contentiren.
Avis: daß Landtgraf Ernst von heßen Caßel, Päb-
stisch wirdt. Gott erbarme es!
Jtem: daß der donner, zu Caßel, im Marstall,
eingeschlagen, undt der alten Landtgrävin,
kutzschpferde eines erschlagen, darauß etzliche,
übel ominiren wollen. Gott bewahre sie!
undt alle die ihrigen, (so der warheitt zugethan),
vor unglügk! undt unheyl!
