Jn die kirche conjunctim, da Er Jonius geprediget.
Extra zu Mittage, nicht allein Sekerka,
Langken, Rindtorfinn, Magister Menzelium, Tobias Steffeck von Kolodey
sondern auch, Doctor Mechovium, (welcher reconvalescirt,) gehabt.
Avisen von Erfurdt: daß Frangkreich, mit
Spannien, die Tractaten zerschlagen.
Das zu Nürnbergk, ein Oxenstirn, an-
kommen, auf neẅe, mit den Ständen, zu
tractiren, welche aber schlechte lußt haben, ihm
gehör zu geben.
Düc d'Orleans, undt die Printzen, zu Paris,
haben noch Streitt, mit der Königinn, wegen
exclusion von allen consilijs, des Cardinals Mazzarinj.
Die General versamlung der Stände in Frangkreich
(les Estats genandt,) sol der sachen, einen außschlag geben!
Nachmittagß, wieder in die kirche, conjunctim,
da der pfarrer von Dondorf, Angelocrator geprediget.
Pourmenades, de ma femme, de ma seür Sophia Margaretha
& de mes enfans.
Ernesta Augusta, ist gar unpaß, an füßen,
Gott helfe zur restitution, mit gnaden!
Briefe, von Croßen, von der Churfürstinn,
undt von Madame Elizabeth, welcher nacher
Heidelbergk, verraysen wirdt.
Die Avisen geben:
Daß die Spannier, in den Niederlanden, die Campagne
beziehen, undt die Frantzosen, stargk armiren.
Cardinal Mazzarinj; ist noch zu Cölln,
undt hoffet wieder in Frankreich zu kommen.
Jm haag, tractiret man stargk, mit den
Engelländisch: Parlamentischen; undt ist der
Allten Königinn in Böhmen, wie auch allen perso-
nen von selbiger familia, angedeüttet, sich
ein wenig auß dem haag, zu retiriren.
Jn Schottlandt gibts noch factiones, undt
wirdt daselbst, mitt ehistem, ein treffen vermuhtet.
Jn Jrrlandt, hoffen Sie, auff lottringische hülffe.
Jn Dennemargk, creützen noch die Schwedischen Schiffe.
Mit Spannien, Frangkreich, undt Portugall
tractiren die Engelländischen Parlamentischen noch.
Catalogna wirdt von Spannien, bedrenget.
Zu Napolj, continuiren die scharfen executiones,
undt Don Juan d'Austria gehet hinweg.
Candia wirdt sehr geängstiget vom Türgken.
Der Persianer, sol zwar Babylon occupiret haben
iedoch, der Türgke, der Cosagken General, in Schutz
genommen, undt den Tartarn, Modawern, wallachen,
undt Siebenbürgern, befohlen haben, sich, wieder
Polen, zu coniungiren, undt meinet man, der Moß-
kowiter, werde den Cosagken, auch assistiren.
Jnterim sol der König in Polen, auf die Cosac-
ken loß gegangen sein, (ehe diese ungeheẅre
große Macht, zusammen stoßen möchte,)
undt wollen etzliche, es seyen die Cosagken,
schon geschlagen, iedoch, mit großem blutver-
gießen, auf beyden Theilen.
Printz Ruprecht, undt Printz Moritz, seindt noch
zu Toulon, mit 7 Schiffen, im willens, sich, auf daß
Mare Mediterraneum, mit Stärgkerem Frantzösischem secours,
zu begeben, undt ihr heyl, hernachmalß, zu versuchen.
Frantzösischer Ambassador protestiret noch, <zu Nürnberg> wieder die Spannische werbungen.
Eine Fuhre, ist abermals, von Ballenstedt ankommen,
mit kohlen, mehrentheilß, undt hat auch, 3 hasen, mittbrachtt.
Hans Christoph Wischer, ist wieder anhero kommen, undt
hat allerley berichtet: wie der Stadthalter Blu-
menthal von Chur Brandeburg zum Kayser, geschickt
worden, die confirmation des Chur: Säxischen undt Chur
Brandeburgischen zu Lichtembergk getroffenen vergleichs,
wegen der Jülichischen, undt Magdeburgischen lande,
zu suchen. Jtem: hat er erzehlet, daß es continuj-
re, daß der König in Dennemargk, mit dero ge-
mahlin, sich gantz retirat hielte, im hause,
undt micht trawete, auch die köche, undt viel
diener von hofe, abgeschaft, (auß beysorge
der Corruption) undt in dero eigenen
Camin, kochen ließe, weil es außgebrochen,
das der Reichshofmeister, in Dennemargk, Ulefeldt,
(alß er den König zu gevattern gebehten, undt
ihn persönlich zu erscheinen, darzu invitiret)
hofnung gehabtt, den König zu vergeben, welches
also entdegkt worden, (ohne zweifel, durch
Göttliche Sonderbahre providentz) das, als die
Fraw des Ulfeldts, (des Königes bastard Schwester)
|| [[Handschrift: 155r]]
in den wochen gelegen, undt er, mit einer hure
sich, zu begatten, gewohnet, auch den Tag zuvor,
alß der König inß hauß kommen sollen, undt die
hure, bey ihm, dem Ulefeldt, gelegen, darvon
die Fraw, nichts gewust, Sie, die Fraw
aber, hinein kommen, undt einfältig das gift
gebracht, undt lautt gesaget: hier bringe
ich das Gifft, so den König tödten soll,
hette Ulefeldt geförchtet, die undter dem
bette verstegkte hure, es gehöret haben,
undt nachsagen möchte, hette derowegen es,
der Frawen bekandt, das er, so eine bey sich,
hette, undt hette Sie hervor gezogen, in meinung,
es beßer wehre, daß sie sterben, undt verderben
müste, alß er, undt seine hertzliebste, welches
geschehen möchte, wann es entdegkt werden sollte?
hetten also die hure zwingen wollen, das gift
zu Tringken. Sie aber hette vor Gott, undt
nach Gott, umb fristung ihres lebens, gebehten,
undt versprochen, nichts nachzusagen, Sondern
nach hause zu gehen, undt stille zu schweigen,
hette sich auch, zu bestärgkung deßen, zu einem
Cörperlichen Eydt, undt das hochwürdige A-
bendmahl darauff, zu entpfangen, anerbotten.
|| [[Handschrift: 155v]]
Darauf hetten Sie ihr, <lebens>fristung versprochen,
undt einen priester holen laßen, von deme
sie die concubina das heilige abendmal entpfangen
sollte, welcher als er kommen, haben<hetten> Sie in den
kelch, das gift gethan, undt das arme
Mensch, als Sie es gefühlet, undt zu
schwellen angefangen, nur umb Gottes
willen umb erlaubnüß, in ihr hauß
zu gehen, gebehten, vor ihrem ende, das
doch nicht ferne sein köndte. Sie wollte
versprochener maßen, stille schweigen,
undt nur ihres sehligen endes erwarten,
auch sich, umb nichts irrdisches mehr, bekümmern.
Alß die eheleütte solches gesehen, undt
gehöret, auch gedacht, es köndte doch nun
nicht lange mehr, mit ihr dawren, hetten
Sie sie gehen laßen. Sie aber, wehre baldt
nach hofe gegangen, undt hette ein großes
getümmel vor des Königes gemach, angerichtet,
weil Sie unnachläßig hinein gewoltt, undt
man Sie nicht einlaßen wollen, biß es, der
König gehöret, undt selber die Thür auf-
gemacht, da hette Sie dem Könige zugeruffen
|| [[Handschrift: 156r]]
undt zugesprochen, mit itztgedachter erzehlung,
ihn warnende. Sie aber, wehre heftig geschwollen,
undt durch lange operation des giffts, in allen
gliedmaßen, verdorben, undt krumb worden.
Doch hetten sie des Königes, leibäertzte, in etwas
curiret, undt so ferne restituiret, daß Sie nicht
gestorben, sondern in arrest gehalten werden
können, biß zu außführung der sache, welches
Sie auch, willich, undt gerne gethan, weil ihre
wiederwertige ihr schuldt gegeben, Sie hette solches
alles ertichtet, undt ihnen, auß haß, calumniose
nachgeredet. Die Stadt Copenhagen, so wol
alß die hofStadt, des Königes, hat darüber
tumultuiret, undt seindt zu Vlefeldts hause
zugelauffen, ihn undt sein weib, auß eyfer,
zu erwürgen, wie auch der Oberste Walter
undt seine Soldaten, (die in der Stadt liegende
besatzung) zugelauffen, undt thun wollen. Der
König aber, hat alsobaldt, seine leibguardy
hingeschickt, solchem beginnen abzuwehren,
hingegen Ulefeldts hauß, zu umbringen,
undt niemandt auß: oder einzulaßen,
also, das ihnen biß dato, (so viel bewust) eßen,
tringken, undt was Sie bedürffen, vors hauß, getragen
|| [[Handschrift: 156v]]
wirdt, wie den inficirten in Pestzeitten.
Der König, sol dem hertzogk von Gottorff, undt
hertzoge von Lüneburg Zelle, die diiudication
dieses handelß, neben andern 24 Dänischen
undt deützschen Rähten, aufgetragen haben.
Man vermeinet, es stegke nicht allein,
des<r> Hannibal Sehestedts, undt anderer
hurkinder Männer, undter diesem complott
Sondern auch, Frawen Christina ihre kinder,
sonderlich Graf Woldtemar, undrt andere.
Gott wolle, die bösen listigen anschläge
entdegken, dempfen, undt strafen, aller orthen!
Etzliche wollen, g der Ulefeldt solle
torquirt werden, undt seine Fraw, wann
sie die That, nicht gutwillig bekennen würden.
Andere sagen, man werde alle verdächtige
einziehen, undt auch den priester, so das
abendtmal geraicht, wie auch, des Ule-
feldts diehner, so im hause gewesen, exami-
niren, sintemahl es keine liederliche sache
gewesen. Die zeitt wirdt in kurtzem, meh-
rere gewißheitt eröfnen. Der Gott der
Gerechtigkeitt, undt warheit, wolle al-
lenthalben recht verschaffen, und allem bösen, kräftiglich steẅren!
Es ist ein atrox, & mordax scriptum, von Zerbst,
anhero kommen, von Fürst Johann in causa religionis;
darinnen er, keine rationes admittiren, unsere in-
tercessiones reijciren, vorige pacta, reversallen,
undt dergleichen, nichts gelten, die landeßfürstliche
hoheitt, auch bey abgetheilten Fürsten, vornemlich
auf das ius reformandj alß das summum Regale
extendiren, unsere religion verdammen, undt
gleichsam excludiren, die vorige rechtmeßige
reformation tadeln, undt summa imis confun-
diren laßen will. Es scheinet seine Theologastrj
Lutherani haben ihn, zu dieser vehementz, undt unzeit-
tigem eyfer, instigiret. Er will auch behaüpten,
das Großherrvatter, Fürst Joachim Ernst, undt
auch Fürst Geörge Sehliger, das horrendum Dogma,
de Ubiquitate & Omnipræsentia corporis Christj,
introduciret, undt statuiret hetten, welches doch
niemalß geschehen, Sondern das contrarium
ist klahr, undt offenbahr, ob sie schon damals
ex tenebris Papatus eluctirt, undt etwas vom
allten SawerTeig, de oralj manducatione, undt
andern erroribus behalten. Mein vetter confundiret
auch, die Augspurgische, undt Fürst Geörgens Confes-
sion, mit dem concordienbuch, und Nagelneẅen, Ubiquitistischen lehre.
Communicationes, in publicis von ChurSaxen,
an den, Chur Meintz geschrieben, undt wegen Römischer Kaiserlicher Majestät
zu evacuation der Festung Franckenthal,
(so Jhre Mayestät bey dem Spannischen Ambassador nu-
mehr rühmlich, Gott lob erhalten, undt
dadurch, den frieden im Reich stabiliret)
13 Monat Römerzugk, auf die <zu Münster undt Osnabrück> bewilligte
100 Monat, begehren. Der Churfürst von Saxen,
endtschuldiget zwahr, die eilfertigkeitt,
undt den Modum procedendj, ohne convocation
der Stände, bedinget aber doch inß künftige
die Reichsverfaßungen, undt gebraucht
solche motiven, daß es unmüglich ist, dem
Kayser, an itzo, solch geringes postulatum
(damit viel größere emolumenta
gewonnen werden, sonderlich auch wegen
Pommern, undt Warnemünda)
abzuschlagen.
Hanß Christof Wischer, habe ich heütte
ein handtbrieflein, mitt auf Weymar, gegeben[.]
Gott gebe zu glügklichem succeß!
Dieweil heütte BehtTag ist, seindt wir Conjunctim
zur kirche gezogen.
Extra: den Caplan Jonium gehabtt zu Mittage,
ohne die ordinarios extraordinarios, alß den Sekerka
(welcher auch heütte, das consistorium besuchtt)
Menzelium, Rindtorfinn, Peckadelinn, Langken.
perge
Nach deme sich, meine Tochter, Ernesta Augusta,
ein wenig recolligiret, ist nun meine Angelica
krangk worden. Wir besorgen, die pogken. et cetera
Gott helfe hindurch, mit gnaden. Sje regie-
ren sonst durchgehends!
Schreiben, vom jungen Mario, wegen seines vattern.
Schreiben von Ballenstedt mit einer sententz von helmstedt,
welche viel zu gelinde gesprochen, und ich sie corrigirt.
Kornführen<r> von Zerbst, ist wieder bey mir gewesen,
mit seinen einfällen, opinionen, undt zwar, gut
gemeinten intention! aber übel ordinirter sache,
welche imperfection ex abalienatione mentis, mag derivjren.
Avis: daß haüptmann Börstels Fraw, zu
hoym, in Puerperio gestorben, undt wirdt
billich, Gottes gerichten überlaßen. Gott gebe!
das Sie sehlig, gestorben seye, undt ihren
Geitz, undt Vindictæ cupiditatem, möge genungsam,
bereẅet! undt Gott dem herren, abgebehten haben!
Christof Wilhelm Schlegel, ist heütte frühe, alhier
durch, auf Halberstadt, paßiret, beklaget,
das ihm der unlengste hagel, im winter-
getreydig, großen schaden gethan, undt
noch ¼ ellen Tief löcher in der erde zu sehen,
so die Schloßen hinein geschlagen, undt
seindt größer, alß hünereyer, gewesen.
Ô Dieu; enseignes moy! a exercer la vraye
Pacience Chrestienne, contre mon Pürgatoire!
Jn Oeconomicis, undt büchern, facende gehabt.
Nachmittags, hinauß, auf meine felder ge-
ritten, den segen alhier, undt zu Zeptzigk, so
sich sehen leßet, zu besichtigen.
Der hanß Kornführer, ist wieder bey mir gewesen
undt hat berichtet (undter andern,) es wehre den
4ten: May, stylo veteri ümb 12 uhr, zu Mittage, zu
Zerbst, ihm ein befehl vom heiligen Geist, geschehen,
mir Fürst Christian, mit freẅdigem Muht, zu
sagen, das Mjr, der liebe Gott, Nun reichlich
geben wolle, wornach ich lange gehoffet, ge-
wartet, undt gefraget, undt darumb sagte
er, wehre ich aller ehren werth, weil ich bestendig
|| [[Handschrift: 159r]]
in Meinem großen betrübnüß, geblieben wehre,
undt ofte an den 40. psalm, gedacht hette, Jch
harre des herren, etcetera1 oder; wie gesungen wirdt.
Jch habe gewarttet des herren Stehtiglich, undt
er hat sich, zu mir, gekehrt, genedig meine bitt erhört.
perge
Nun ist dieser Kornführer zwahr, kein Adulator.
Gott der Allmächtige gebe unß alles, waß unß
sehliglich, undt gut ist, undt seye allezeit geehret,
undt gepreiset, in seinen wergken!
Schreiben, von Chur Bayern, in causa Ascaniensi so übel klappert.
Kornführer, ist wieder bey mir gewesen, undt dimittiret worden.
Hans Georg lackay, ist von Zerbst<Magdeburg> wiederkommen, mit Austern.
Avis: dès desseings de l'Archidücq, d'attacquer le pays
de Halberstadt, si la paix, ne se fait, avec la France?
item: de l'entreprinse dès Swedois, contre la Ville de Breh-
men, laquelle attend, dü secours de Hollande. perge
Dieü vueille favoriser, la bonne cause!
Mit Madame, in gartten, spatziren gegangen.
Mein kleiner Carll, hat geangelt, undt zum ersten
mahl, vier fischlein, in der Sahle, gefangen, auch sonst
undterschiedtliche schogk krebße, etzliche Tage hero,
in seiner præsentz, krebßen, undt zur küche, lifern laßen.
Gott gebe ihm nicht allein, in geringen, sondern auch, in
großen, undt wichtigen dingen, zu seiner zeitt, glügk! segen, und succeß!
Aufn abendt, hats stargk gedonnert, geblitzt,
undt geregenet.
Tobias Steffeck von Kolodey habe ich zu Plötzkau gehabt per li pezzj,
undt zu A.a per biava.
Jn die kirche, vorm berge, conjunctim, da Er Jonius
geprediget, vormittagß.
Briefe von Fürst Johann Casimir der will morgen (Gebe Gott) alhier
einsprechen. <Zu Mittage, wahr Doctor Mechovius, Rindtorfin, Tobias Steffeck von Kolodey
extra.>
Nachmittagß, wieder zur kirchen, cum sorore Sophia Margaretha[,]
filiolo Carolo Ursino et parte filiarum. Er Marggraf hat geprediget.
Avis vom Secretario Bäreütt, daß die Princeßin
Henriette, mit meinem Sohn, Viktor Amadeus glügklich, den
24ten: May, zu Breßlaw ankommen, undt rega-
liret worden. Gott gebe ferneren Progreß! glügk! und Segen!
Schreiben, vom Wolff von der Langken, entpfangen,
wegen seines Sohns.
Schreiben von Breßlaw, von Viktor Amadeus meinem Sohn, vom
24ten: May; Jtem: von Croßen, allerley freundlichen bericht,
von selbiger rayse, wie auch vom abzuge der Prinzessin Elizabeth,
welche nacher heidelbergk verrayset.
Die avisen geben:
Daß Cromwell vom Könige, etwaß geschlagen seye in
Schottlandt, iedoch stargk vigilire, auf fernere progreßen.
|| [[Handschrift: 160r]]
Die Engelländer hetten auch viel Schiffe den Frantzosen,
undt holländern, abgenommen. Gleichwol tractirten, die
holländer, mit ihnen den neẅen Regenten, eine alliance,
undt hetten begehrt, die Königin Elizabeth, mit
ihren Söhnen, undt angehörigen, wie auch die Princesse
Royalle, undt andere vom Königlichen geblühte, möchten
auf eine zeittlang, auß dem haag endtweichen, undt sich
retiriren, weil es ihr itziger Staadt, also erfordert.
Sie, die Staaden, von hollandt, hetten auch den Pfaltz-
graf Eduardt, vor gericht offentlich proclamiren
laßen, wegen außgestoßener injurien, wieder
den Engelländischen Parlamentischen gesandten.
Spannien, hette eine belägerung vor Duyn-
kirchen vor.
Mit Frangkreich, wollten die Spannischen tractaten
noch etwas schwehr, undt ungewiß, sich ahnlaßen.
Der Visconte de Türenne, hette ein Stadt-
lich præsent, auf 150000 Pfund (libra)℔: vom Prince de Condè,
recusirt, undt gesagt, er hette ihm, undt seinen
mittgefangenen, diesen Reütterdienst2, auß affection,
undt Freündtschaft, nicht aber, umb recompenßen
undt gaben willen gethan, undt sich freundlich bedangkt.
Den Cardinal Mazzarinj trachtet die allte
Königin, wieder in Frankreich zu bringen, hat auch den Düc
d'Orleans, darzu, umb cooperation ersucht, welcher aber nichts geantwortet[.]
Dem Prince de Condè, ist bey besichtigung eines Ballets
ein warnungßzettel in einem Schnuptuch zukommen, daß
man ihn erstechen wollte, derhalben er sich hernacher,
solcher schawspiele endthalten.
Jn Catalonien spielen die Spannier den
Meister, undt hoffen selbige Provintz zu subiugiren.
Zu Napolj, undt in Sicilien, siehet es noch
gar wüste auß, undt <seindt> motus zu besorgen.
Der Pabst hat auch iubilæa nach Wien
ertheilet, denen, so vorm iahr, nicht dahin
nach Rom, aufß Jubelfest, erscheinen können.
Duca d'Amalfij hochzeitt, mit des hertzogs
Julij Heinrichs Tochter, ist zu Prag, celebriret worden.
Der Persianer, ist in Assyrien eingefallen.
Der Türgke, hat den Kayser, versichert, keinen
secours, wieder den König in Polen, den Cosagken,
zuzusenden.
Die Cosagken aber, stärgken sich sehr, mitt
Tartarn, undt Mußkowitern, undt suchen
die Polen, zu überwältigen.
Jn Candiâ wolten sich die venezianer, gerne ma-
nuteniren. Es gehet aber gar schwehr daher.
In Bosnia, hat der Neẅe Bassa, seinen vorfahren
|| [[Handschrift: 161r]]
endthaüpten laßen, mit vorwandt, er hette seinen ehren,
kein genügen gethan, in dem er Sebenigo, undt Spalatro
nicht angegriffen, undt eingenommen. Er sol an itzo,
gar eiferig darauf sein, undt die Morlacchi, an sich
zu ziehen, undt mit großen verheißungen, zu gewinnen,
trachten. Ein groß Schiff, (so viel Candiotten, undt
andere, so nach Venedig mit geldt, undt gühtern,
endtfliehen wollen, aufgehabt) ist von den Barbarischen
galeotten bey Morea erdapt, undt in den portt
Modon, eingebracht worden. Alß nun die Barbaren,
in die Stadt, gegangen, die Schklaven zu verkauffen,
undt sich wenig umb das Schiff bekümmert, hat
eine Mutter, (so ihr kindt schänden sehen,) sich er-
mannet, undt das pulver, in die munition
gestegkt, undt ist also, zusampt der Tochter,
undt zusampt dem Schiff, nebenst den feinden,
aufgeflogen, undt hat sich also selbst, aufgeopfert.
Von verhofter restitution, undt evacuation
Frangkenthals, seindt die zeittungen voll, iedoch,
das zuvorhero 500000 ReichsthalerRthlr: dem Könige in Spannien,
durch Kayserlicher Mayestät cooperation, erleget werden sollen.
Zu Lübegk, erwartten die Pollnischen gesandten3,
die Svecos, zun Tractaten, mit verlangen.
Der Kayser, wehre krangk am reißen, in gliedern. et cetera
Vetter Fürst Johann Casimir, ist nachmittage anhero
kommen, undt hat zwey vom Adel, alß: Freybergk
undt Walwitz mitgebracht, welche mit
ihme gefahren.
Es hat heütte allerley gute conferentzen,
undt discurß gegeben. Gott helfe ferner, mit gnaden!
Mon petit Charles Oursin, s'est fort angoissè
ceste nuict, criant, comme en vueillant, &
priant Dieü ardemment, poussant tout de soy,
pleürant, & se iettant hors dü lict, sans
scavoir ce lendemain[.] Pourquoy? Dieu le
vueille garentir! de sorcellerie, & de tout
sinistre accident! comme aussy son frere!
& tous ceux, quj nous sont proches.
Diesen Morgen, umb 5 uhr, ist Dorothea
Tobias Steffecks von Kolodey haußfraw, einer Todten Tochter
genesen, undt hat ihrem Manne, auch sonst
bekandten zu hofe große Trawrigkeitt, veruhrsachet.
Man höret diß iahr, von vielen Todten
puerperiis, auch daß die weiber sterben. Gott
bewahre einem ieglichen, die Seinige! undt
|| [[Handschrift: 162r]]
verhüte böse zufälle gnedig: undt väterlich!
Mein vetter, Fürst Johann Casimir heütte eine werbung,
bey mir angetragen, undt abgeleget, in einem Christlichem
vorhaben, so Gott gesegenen, undt darzu glügk
undt succeß, geben wolle, väterlich! undt gnediglich!
Expeditiones in causa Ascaniensj, in puncto religionis
contra Servestanos, in puncto contributionis, & contra
Berners weib zu hoym.
heütte seindt 7<11> Schiffe, mit 155 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: ge-
treydig, die Sahle herundter kommen, durch
die Schleüße zu gehen, in trübem regenwetter.
perge
Die Rähte, alß hofmeister Einsidel, Doctor Mechovius, undt Paul Ludwig
habe ich, diesen Nachmittag, an Freybergen, den deßawischen
raht, undt hofmeister, geschigkt, allerley, mit ihme, reden zu
laßen, wegen der vorhabenden Pactorum, so aufzusetzen. perge
Der Schluß, ist endtlich, an meinem orth, dahin gegangen, daß
meines vetters Liebden durch den Cantzler, undt Rähte, die Pacta
matrimonialia, möchte aufsetzen, undt zu pappier, bringen
laßen. Jch wollte sie dann revidiren, undt corrigiren, da nöhtig!
Es hat allerley conferentzen auch heütte gegeben,
undt der CammerRaht Gese, ist anhero kommen.
Avis; undt vertröstung, daß der herrvetter Fürst Augustus
von Plötzkau wolle anhero kommen, Morgen (gebe gott)[.]
Conjunctim, in die wochenpredigtt, da Er Hesius,
sich hören laßen, außm Johanne capitel 17 vers 244[:] vatter, ich
will, daß wo ich bin, auch die bey mir sejn, die du
mir gegeben hast, daß Sie meine herrligkeit sehen, etcetera[.]
Mein vetter Fürst Johann Casimir undt seine leütte seindt
auch mittgegangen. perge Gott laße unß, in die ohren,
undt hertzen seine Stimme erschallen! uns zu beßeren!
Der CammerRaht Gehse, ist heütte frühe verrayset.
Es hat sonst allerley conferentzen, mit Fürst Johann Casimir gegeben.
Gott gebe, allenthalben, zu glügklichem progreß!
Extra ist sonst zu Mittage gewesen, nicht allein,
Fürst Johann Casimir undt seine leütte, Sondern auch, die
Peckadlin, die Rindtorfinn, undt andere. perge
<6 hasen, von gestriger, undt heüttiger hatz.>
Diesen Morgen, ist Fürst Johann Casimir frühe forth, nacher Plötzka
nach dem er gestern abendt, abschiedt, von mir genommen,
undt Morgen (gebe gott) wiederzukommen gedengket. perge
Jungfrau Leonora ist nacher Ballenstedt. perge <Gott geleitte!
perge>
Lès querelles d'hier, provindrent, de ce, que je ne voulois
pas me resouldre, a faire consümer le mariage dü Prin-
ce Johann Casimir à Dessaw, (comme il me proposoit hier, & prenoit
nos discours & projects, pour üne conclüsion finale)
ni icy, sans preallable accord, en nos Pactes matrimoni- || [[Handschrift: 163r]]
aulx, ce, quj est de rayson, & nül noble, <au> bourgeois, voire
paysan, donnera sa seür, ou sa fille, a ün autre, sans
prellable accord, comme elle doibt estre pourveuë,
aux pactes matrimonialles, a cause de nostre mortalitè!
La seconde cause de nostre discorde, estoit, qu'on luy
a donnè dés impressions, de longue main, dès mauvayses
impressions de mès actions, car il abomine tout ce, que
ie fay, mesme lés meilleüres actions dü monde, avec
üne opiniastretè, envie & jalousie inveterèe, &
tellement enracinèe, en luy, qu'il m'est presque
impossible, á souffrir & <a le> süpporter, plüs long temps.
Mais ie voy bien, qu'en partie, il y a dès meschantes
langues mèsdisantes, mèslèes au jeü, lesquelles
taschent de s'opposer a nostre accroisement, &
de s'aggrandir, par nostre diminütion, & par nos divisions!
(Ô Dieu, revanges moy, prens la querelle!
defends ma jüste cause, contre tant d'ennemis!)
La tierce cause, en peüt estre ridicüle, qui
peüt estre, est: Amantes, sunt amentes.5
Cependant, par telles occasions, de colere, d'a-
mour, & d'autres passions, l'on dèscouvre, les in-
clinations, & la malice dès coeurs, & leür lourde
faussetè maintesfois! Dieü convertisse les errants!
|| [[Handschrift: 163v]]
Les jnvectives, & oppositions donc, fürent, ün peü
grossieres, avec dès picquanteries jntolerables.
Car comme ie disois hümainement: Jl faut
premierement accorder lés Pactes &cetera il me rab-
broua de fürie, avec cès mots, en presence de
mon petit Charles: Vous m'avèz promis hier
le contraire, quel changement, est cela? ie
voy bien, qu'on me veüt entrejetter dès diffi-
cültèz non attenduës, ie ne l'endüreray pas,
ie vous en feray bien aultant, & davantage,
vous contrevenèz a vostre resolütion propre
prinse, & concluë hier, ceux qui vous conseil-
lent autrement, sont dès novices, n'enten-
dent rien de telles choses, voire ce sont dès
gens de neant, & dès Schelmes, s'ils disent,
que ie ne veux pas pourvoir a ma Maistres-
se comme ie doibs? & que ie ne la vueille
pas mettre (en cas de mortalitè), en ün
baillage libre, ains qui soit onerè d'aul-
tres debtes, comme on vous veut persuader, et cetera[.]
Je replicquay, (comme on peüt penser), ne
voulant pas laisser injürier, mès Conseillers & bons
serviteürs, dont il vouloit scavoir lès noms, mais ie
|| [[Handschrift: 164r]]
ne lès luy dis pas, remettant le tout, sür l'equitè de la
chose mesme, a peser, s'il estoit irraysonnable d'accorder
lès pactes, matrimoniaulx avant la consommation
dü mariage? & si on ne devoit point s'enquerir,
en quel estat seroyent les baillages, qu'on veüt
assigner pour Douraire? &cetera <qu'on scait estre grevè.>
Jl üsa aussy d'invectives, contre la meschante
langue dès femmes, & filles, &cetera comme ün jnsensè!
Le pis est, comme ie luy disois, que ma seür pour-
roit estre molestèe (en tout cas) de sès enfans, & qu'il
le voulüst nier, & que ie repartis, Pensèz a vostre pro-
pre exemple, quelles divisions, ou mèsentendüs
que vous avèz eües, avec Madame vostre Mere, de bonne mémoire
qu'il replicqua brüsquement: Personne n'en at
estè cause, <proprement> que Monsieur vostre Pere, apres avoir
emprisonnè son Baillif6 de Sanderßleben, cela m'a
attirè tant dès maledictions, sür le dos, & ie n'en
scavois pas, ün mot, aussy mes Conseillers fürent diffamèz!
Cela est pervers, & malicieux, car cest arrest, dü
Baillif dit, se fit icy, á Bernbourg, a cause qu'il s'oppo-
sa a feü Son Altesse in publicis, & au point arrestè & conclü
de la contribütion, que la necessitè de la guerre,
exigeoit, l'an: 1628 & le Prince Casimir a süccedè a son
Pere l'an 1618 commençant a quereller Madame sa mere
les deüx premieres annèes, á bon escient, & tousiours apres,
|| [[Handschrift: 164v]]
in privatis, chose, qui n'a rien de commün, avec l'autre.
Jl dist aussy: que j'aurois üne sequestration,
au pays, & accrocherois, par trop de contrarietèz,
mès propres revenüs, comme en la Contè de Mansfeldt.
Jl picqua, comme en termes tiers, sür ce que
la noblesse estoit traittèe, trop rüdement.
Que nous la mettrions au desespoir,
a l'exemple dés Anglois. Ô iügement depravè!
Qu'on seroit obligè, de leür rendre compte
de toutes les Receptes, & dèspences, de la
Contribütion & dès Tribüts. Que l'ün &
l'autre appartenoit a eulx, & non a
nous. Heterodoxa! Ubj manet, ius collectandj,
ubj manet casus reservatj? ubj est regimen
Principatus? apud nos? aut apud illos? haben Sie
macht, die genandten Stände, oder viel mehr
undterthanen, <uns vorzuschreiben> wie wir unsere Regierung, führen sollen?
wo bleibet Erbhuldigungßeydt, lehenspflichte<?>, etcetera
schuldige undterthänigkeit? Dankbahre erkendtligkeit?
Jl appella aussy, Schelmes, lés Conseillers de sa Mere,
& menteürs l'ün & l'autre, avec force inconsideration.
Bien est vray, qu'il faut pardonner quelques-
fois, aux amans, & aux Veneürs, mais; intra Cancellos!
Apres luy avoir remonstrè son inconsideration,
il m'en demanda sür la fin finalle, pardon & dist:
Qu'il recognoissoit qu'il estoit quelquesfois brüsque,
& colere, & qu'il en avoit, dü regret, ne le pen-
sant pas tousjours, si mal, mais qu'il me prioit
que tout füst oubliè & ammorty, m'en donnant
deüx fois la main, & s'il avoit trop parlè,
que je l'attribüasse plüstost a son affection,
& amour pour sa maistresse, & a la dèsfence
de sa bonne renommèe, qu'a malicieux propos. et cetera
Je luy pardonnay finallement, luy remon-
strant, que les injüres estoyent intolerables,
a üne ame genereüse, que ie n'avois rien
parlè ni fait, pour le bien de ma seür, sa
maistresse mesme, que mon devoir & bien-
seance, qu'il falloit peser lès actions, & lès
parolles, avant que lés blasmer, & syndicquer.
Qu'üne autrefois, i'esperois meilleür traittement.
De là, nous vinsmes au congè assèz cordial
dès deux costèz. Mais voyant qu'il partoit
de grand mattin aujourd'huy, ie ne le vis
plüs, demeürant couchè, en mon lict, en l'at-
tendant derechef icy, demainb, car il n'est allè, qu'a
Plötzka, vers le Prince Augüste.
Cependant ie scay bien, qu'on m'a fort diffamè
á Dessaw, que j'estois chiche, (ein karger hundt)
que ie traittois mal, la noblesse, que ie pünissois
trop, més süjets, que i'estois süperbe, & avois ün
èsprit particülier. Mais tout cela doibt
estre celè devant moy, & on ne me l'oseroit
dire, au Visage!
Tobias Steffeck von Kolodey hat sein Toftgebornes Töchterlein, begraben
laßen. Gott tröste ihn, undt sein weib!
Paul Ludwig Secretarius ist heütte bey mir gewesen,
allerley expedienda zu expediren. perge
Post von Ballenstedt, vom Amptmann, Märtin Schmidt.
Jch habe an die Churfürstliche wittibe undt an Freẅlein
Catherine Sophie zu Croßen, So dann an meinen
Sohn, Victor Amadeum nacher Saroschpatack, geschrieben.
Gott gebe zu glügk! undt Segen!
En rüminant ün peü dans ma pensèe, lès propos
d'hier, ie me souviens d'avoir entendü, par tierce
main, que le mesme Prince Casimir, auroit fort blasmè
souvent mès procedüres, & mon orgueil, (d'autant
que ie ne veüx point me rendre si famillier,
à boire, a gogenarder, avec ün chascün, comme
font les autres, ainçois, que i'observe ma repü-
tation ün peü mieux, comme ie l'ay apprins, de feü
|| [[Handschrift: 166r]]
Son Altesse mon Genereüx Pere, de bienheüreüse memoire!)
item: qu'il auroit dit: Que i'estois ün chien chiche,
& n'aymois point á traitter la bonne Compagnie.
Cela est üne injüre, & touche le point d'honneür,
aussy ie le deffendrois, mais ceste beste dèsraysonna-
ble, ne le confesse point, lors qu'on luy reproche
dès telles choses. Jl n'a jamais vrayement aymè,
feü mon Pere, nj moy, & ie me suis trop confiè
en luy. Aussy n'at il sceü entierement cacher
devant mès fils, seiournans alors, á Dessaw,
ceste hayne, envie, & jalousie secrette, estant
marry, que je luy ay tant confiè.
Nous avons souvent eü, dès querelles ensem-
ble, mesme iüsqu'a se battre, & plüs de vingt
ans en çá, il a taschè aux assemblèes, a me
mèspriser & affronter, & i'ay estè tousiours
si bon, de me reconcilier avec luy, mais ie
voy, qu'il s'endürcit, en l'opinion, qu'il a de soy
mesme, & de sa süffisance, (en quoy, il est, luy
mesme fort hautain, orgueilleux, & niaiz!)
devenant tousiours plüs fol, en son arrogance,
& malicieux neantmoins, envers moy, en <la>quelle
contrarietè le confortent son Propre natürel, & les langues mèsdisantes,
comme si ie n'estois pas tant ruinè? ains addonnè a mon gain, &cetera[.]
Depesches, nacher Croßen, undt Saroschpatack.
Jtem: nacher Strehlitz, undt Ballenstedt.
Tobias Steffeck von Kolodey ist verschigkt, Gott geleitte ihn.
Die eilf Schiffe, kommen mit holtz, von
Calbe wieder.
Fürst Johann Casimir ist von Plötzkaw, wiederkommen,
hat seine maistresse besucht, mit unß zur
Mittagßmahlzeitt, vor lieb, genommen, undt ist
darnach, wieder weg, nach Deßaw, gefahren.
Will mir, in kurtzem, die Pacta matrimonialia
zufertigen. Gott gebe überall, zu glügk! undt Segen!
Paul Ludwig Secretarium habe ich bey mir gehabt, undt
von allerley expediendis, mit ihm, geredet.
Schreiben von Lövaerden, vom graf Wilhelm Friederich
von Naßaw, vor eine Walserinn auß Böhmen,
(welche erbschafft zu Ballenstedt prætendiret)
entpfangen.
<Es hat heütte bey hellem Tage, an Fürst Iohann Casimirs kammer geklopft, da wir
mitteinander conversireten.>
heütte, ist die heẅerndte angegangen. et cetera Gott
gebe zu glügk! undt Segen!
Avis von Ballenstedt, das es daselbst allein, nicht
regenen will, undt das daß Sterben undter die
Schweine kommen, denen keine remedia helfen wollen.
Gott steẅre, allem unheyl gnediglich!
J'ay eü derechef, au disner mès souffrances & tour-
mens, avec le Prince Casimir quj mèsdisoit pübliquement,
de nostre guerre de Boheme, dès Ambassadeurs de l'election
a Francfort (de l'Electeur Palatin envoyèz), l'an: 1619
dü bon Baron de Dhona feü ma fidelle Achates,
dü Docteur Camerarius, &cetera par le rapport de Son Altesse Electorale de Saxe,
lequel toutesfois, ne m'a jamais dit, telles choses.
Jl vauldroit mieüx se taire a table, de telles
choses odieüses, & ne remuër point, les sepülchres
dès morts. De mortuis & absentibus, nihil nisj bonum!
Lès Grands Princes, disent quelquesfois, ce
qui leür plaist, par mauvayse jnformation
d'autruy, ou par corrüption de leürs Conseillers[.]
Mais nous, qui sommes de la religion, et an-
ciens serviteürs de la mayson Palatine,
voire parens, & luy le Prince Casimir principallement,
n'en devrions point mèsdire, ou èscouter
avec επήχαyρεκακìα, tels propos chattouilleux,
moins blasmer lès bons serviteurs, comme
estoit: son propre Oncle, feü Son Altesse mon Pere, item:
le bon Grandmaistre, Conte Iean Albert de Solms,
le bon Baron Christofle de Dhona, & le Docteur Louys Came-
rarius, tous gens de probitè & de candeür recognüe!
Au soir, i'eüs dès rüdes attacques, dü Vieil
Maistre d'hostel, Heinrich Friedrich von Einsiedel lequel contre sa coustüme
avoit fait tort, & rüdoyè m aulcüns de mès
serviteürs, d'autant qu'ils ne luy avoyent
pas tant donnè a boire, comme il pensoit.
Encores l'avoyent ils satisfait, mais son
mèsentendü, luy faysoit precipiter dès
violences, iüsqu'a battre, (contre rayson)
dès testes grises, avec soufflets, & bastons,
iüsqu'au sang. Et comme ie le demanday
seülement de cela, il commença a üser dès
fortes invectives: Qu'on affrontoit icy,
lés Officiers, que l'on donnoit droict tousjours
aux valets contr'eux, (& ie n'avois rien
dit, ni iügè encores, demandant seülement
ce que c'estoit? & voyant moy mesme, le
sang, sür la cedüle dü sommeiller) Que c'estoit
sa recompence, qu'il rapportoit de ceste Cour,
de tant d'annèes de service, d'estre deshonorè
d'ün chascun, apres avoir consümè tous ses
biens, en mon fidelle service, de tant d'annèes.
Et il crioit avec telle vehemence, que j'en
avois honte, & dèsplaysir. Jl dit aussy, que
|| [[Handschrift: 168r]]
ie croyois aux rapporteürs & Delateürs, &cetera
& parla avec grossieretè & confüsion, que non tant,
son boire, mais sa cholere & chagrin, luy süggera!
Qu'at il a me reprocher, sans cause, sès services
& pertes? Lès services, n'ont pas estè gueres
grands, & i'ay plus travaillè au maniement
de la cour, que luy, lequel s'est plüs amüsè
a manger, & a boire, & a faire bonne chiere,
qu'a travailler á bon èscient, au redressement
de mès besognes. Et il a estè bien contentè,
pour lés maigres offices, qu'il m'a rendü.
Quant aux pertes, il ne les a point faits
de bonne volontè, ainsy n'en suis ie pas cause.
Mais il les a endürèz, par contrainte, & n'a
sceü, ou se tourner, que sous l'ombre de ma
Protection, dont il s'est fort bien trouvè,
avec sa Femme, & sés enfans, car s'il eüst
estè contraint, de vivre hors de service, il eüst
fait fort maigre chere, & seroit, peüt estre,
mort de faim, ou bien, auroit estè battü, et
assommè par la soldatesque violente, s'il ne se füst
retirè en mon chasteau? & s'il n'eüst se protegè avec
l'honorable office, de mon Conseiller, et Maistre d'Hostel?
Die Erffurter avisen, geben, daß man in Frangkreich
gerne, zum feldtzuge, sich rüsten wollte, wann
der geldtmangel daßelbe nicht hinderte. Es
scheinet, daß weder die Spannische, noch Frantzosen,
viel außrichten dörften. Die deützschen trouppen,
(welche dem Spannier zukommen sollen) reißen
sehr auß, undt seindt schwürig. Jn Frangkrejch,
Brabandt, undt Flandern, schreyet das volgk,
nach verlangtem frieden, undt wil nichts
mehr zum kriege, contribujren.
Jn Engellandt, ist man bedacht, den krieg,
aufß eüßerste forthzuführen, darumb Sie
auf der See schiffe wegnehmen, Sie mögen
zugehören, weme sie wollen? Printz
Ruprecht, undt Prinz Moritz, paßen wieder
in der See, den Engelländischen, auff.
Die in Frangkfurth, sich befindende legatj,
sollen auf Nürnbergk wandern, undt aldar
residiren, eine zeittlang, sonderlich auch der
Frantzösische Monsieur d'Avaugour, undt der Schwedische
Ochßenstirn.
Die Frangkenthalische Sache, sol richtig sein,
|| [[Handschrift: 169r]]
undt die evacuation wirdt erstes Tages, verhoft,
dann die von Spannien, begehrte conditiones, alß:
1. abtragung der umbliegenden restirenden Contri-
bution[,] 2. einraümung der ReichsStadt, Besançon[,]
3. erlegung der 500000 ReichsthalerRthlr: satisfaction von
den ReichßStänden, verwilliget seindt; ohne daß
noch etzliche ReichßStädte darwieder sprechen,
in betrachtung Besançon bißhero, dem Reich,
ohne daß, nichts genützet, undt von den Reichs-
anlagen, exempt gewesen, auch Kayserliche Mayestät
diese 500000 ReichsthalerRthlr: herzuschießen, sich er-
klähret, hingegen aber, vom Reich, hierzu, 13
Monath Römerzug begehren, undt werden
albereitt, umb Frangkenthal, die vorspann
in bereitschaft gehalten.
Eine person, sol undter dem Mantel in der
handt, eine gespannete Pistol habende, zum
Ertzhertzoge, hinein gedrungen sein, umb ihn
umbs leben zu bringen, wehre aber ertapt,
undt gefangen gesetzt worden, dörfte ein
bluhtiges Trangkgeldt, bekommen. perge
Jn die kirche, conjunctim, da dann der Caplan
Jonius, eine feine predigt abgeleget, vom
verlohrnen Sohn7. et cetera
Extra, über die ordinarios, die Rindtorfinn,
Doctor Mechovius, Magister Menzelius, &cetera[.]
Nachmittags, wieder in die predigt, conjunctim,
da Magister Menzelius geprediget, undt die heüttige
Sontags Epistel, gar fein außgeleget. perge
Jn gartten, avec Madame & les enfans.
Tobias Steffeck von Kolodey ist gantz (re infecta) von Leiptzigk
wiederkommen, in deme man sich selber, leyder!
im licht, gestanden. perge undt mir liederlich
præjudicirt. Patientia!
Etzliche fuhren, seindt forthgeschickt worden,
nacher Deßaw, Cöhten, etcetera undt Tobias Steffeck von Kolodey ist dahin.
Gott gebe zu glügklichem succeß!
Jn Oeconomicis, habe ich travagliiret,
gesorget, undt geborget, weil es sehr mangelt.
heütte wirdt der Rübesaht geschnitten,
undt also die Erndte angefangen. Gott gebe
zu glügk! undt forthgang! zu Segen! und gedeyen!
Georg Reichardt Amptmann alhier, bey mir gehabt.
Oberlender ist mitt forth, auf Strehlitz, meiner
Schwester, Fräulein Sophia Margarethas leüttlin, zu begleitten,
undt ihre sachen, von dannen, abzuholen. perge
ahj che le Mon petit Charles, s'est cruëllement
angoissè ceste nuict, avec des souspirs, sueürs,
larmes, prieres, & autres griefs, quj l'ont pres-
que accablè & rendü malade. Dieu le confor-
te! le garde de sorcellerie, & enchantemens!
& le preserve, par sa Sainte grace!
Schreiben von Wien, von Dreßen[!], (en mauvais
termes,) item: von Croßen, von Caßel, von Leiptzigk.
Tobias Steffeck von Kolodey ist heütte zu Cöhten gewesen, undt hat
das glügk gehabt, auf erfolgtes unglügk vori-
ger Tagen, alles wieder zu ersetzen, waß versehen
gewesen. Post nubila Phœbus; Gott lob, undt
dangk!
E'l Ciel, quando men luce,
L'aspettato seren' spesso n'adduce!8
Die avisen, von Leiptzigk, bringen mitt:
Daß in dem Feẅerwergk, des Kaysers Seüle,
in der ehrenpfortten, zu Wien, daran <an einem hertz> geschrieben gestanden,
Vivat Ferdinandus Vivat, et cetera im feẅer stehen geblieben,
der Kayserinn ihres aber, darinnen Vivat Eleonora
Vivat, gestanden, alles verbronnen, darauß wollen etzliche
auguriren, diese Fromme Fürstin, werde auch baldt sterben,
undt dem Kayser, die vierdte Gemahlin, zu Theil werden.
|| [[Handschrift: 170v]]
Gleichwol wil darneben berichtet werden, der
Kayser, seye an itzo, gar unpaß. Gott schicke es, zur
gedeylichen! undt verlangten beßerung!
Die Regimenter in Ungarn, werden abge-
dangkt, hingegen von Spannien wieder
angenommen, undt in die Niederlande, undt
an die Frantzösische confinia geführet.
Die evacuation Frangkenthals, will
nicht continujren, undt wieder ins stegken gerahten.
Cardinal Mazzarinj, trachtet noch in
Frangkreich, sich einzudringen: die Königinn,
favorisiret ihn heimlich, wieder die Printzen.
Er hat abschiedt vom Churfürsten von Cölln
genommen. Man weiß nicht, wohin er sich
numehr wenden will eigentlich?
Jn Frangkreich, gibts viel motus internos
undter den großen, undt es werden noch mehr
bella intestina besorget, auch Zizania disseminiret.
Beyde Potentaten, Frangkreich, und Spannien,
tractiren zwahr auf gewiße maße, per tertios
iedoch, armiren Sie auch, beyde gewaltig.
Zur See gibts mißverstände, und es scheinet,
als wolle: Frangkreich, Portugall, undt Jrrlandt
sich vereinigen, undt Spannien, Engelland undt hollandt
|| [[Handschrift: 171r]]
mitteinander, sich zu feinden machen. Jst eine stargke
gegenpartie zu waßer! Gott stehe der gerechten
Sache, bey!
Die ChurPfältzische wittibe, (gewesene Königinn in
Böhmen,) die Princesse Royalle, undt Prinz von Uranien
seindt auf begehren der holländer, auß dem haag,
auf eine zeitlang endtwichen, mit den ihrigen.
Man schreibet, die alliance, zwischen Engelland
undt hollandt seye richtig geschloßen.
Jst wol zu erbarmen! undt zu beklagen!
Cromwell, sol wieder krangk sein, undt der König
in Schottlandt, etwaß victorisiret haben.
Printz Ruprecht, undt Printz Moritz, seindt
mit ihren kriegsschiffen, von Toulon, wieder die
Engelländischen Schiffe, außgelauffen.
Jn den Jnsuln Sorles, sollen die Engelländischen neẅe
Regenten, undt ihre flotten, zimlich progreß haben.
Jn Dennemargk, wil es noch mit der inquisition,
in puncto maleficij, seü veneficij, nicht recht forth.
Jn Schweden, sol die Königinn, eine rayse, in
Pommern, zu thun, vorhabens sein.
Jn Polen, sol das vfbott, der Poßpolite Russenie,
noch ergehen, die Cosagken etwas geschlagen sein,
undt viel dissidia, & motus internj, auch zwischen
dem Könige, undt Theilß Senatorn vorgehen.
Die Türgken seindt in die 100 Segel stargk
außgelauffen, Candia zu bekriegen, undt es schei-
net die Venezianer verliehren den Muht, es zu
erhalten, undt solcher gewaltt, zu wiederstehen.
Gott wolle ihnen beystehen, undt die Christen-
heitt, beschützen! undt beschirmen!
Jm lande zu Braunschweig, sol auch ein vfbott
ergehen, undt 14 Stügke auß dem zeüghauße
zu Wolfenbüttel, geführet worden sein, zu
waß ende! ist (noch zur zeitt,) verborgen.
Die exemption der Stadt Basel vom Reich,
will andern, ein exempel der nachfolge geben.
Zu Napolj, gibts wiederumb, neẅe motus.
Zu Rom, deliberirt der Pabst heimlich. Man
meynet, es seye wieder Spannien gemeynet, da
er doch, vor diesem, allezeit, so gut Spannisch gewesen.
Es gibt auch mißverstände zu Rom, undter
den Cardinälen, von Frantzösischer, undt Hispa-
nischer faction, item: undter den Bischoffen,
Prælaten, &cetera wie auch undter den weibern,
alß da ist, die Madonna Olympia des Pabsts
Muhme, undt die Principessa dj Rossano, etcetera[.]
Mundus Universus, exercet histrioniam!9
Jn Brasilia sol ein Neẅes, reiches Silberbergwergk
entdegket worden sein.
<Warm, wie gestern, iedoch hats, gegen abendt, geregenet, undt gedonnert.>
Post von Ballenstedt bonne, & mauvayse, selon
les Variations dü monde süblünajre.
Jch bin hinauß geritten, den segen Gottes,
in Meinen feldern, alhier, undt zu Zeptzigk
anzuschawen. Gott gebe ferner gedeyen!
Extra zu Mittage, habe ich Martinum
hangkwitz, gehabt, so von Cöhten kommen,
undt nachmittage, wieder verrayset. perge
Jl m'a confiè beaucoup! Nota Bene Nota Bene[.]
Der Rübesaht, ist heütte vollends, in
hauffen gebracht worden. Gott laße es gedeyen!
<Seltzame avisen von Ballenstedt wegen Mangels, der Victualien.
perge>
<2 lächße.>
Jn die kirche, conjunctim. Er Jonius predigte.
<Extra zu Mittage gehabt, die Rindtorfinn, undt Schwartzberger.>
Der hofmeister von Deßaw, Freybergk, ist anhero
gesandt worden. Jst undter der Mahlzeit, im gast-
hofe eingezogen, hat aldar gegeßen, darnach
sich angemeldet, undt selbst præsentiret erstlich,
bey der Schwester, Fräulein Sophia Margaretha Liebden darnach, bey Mir. et cetera
|| [[Handschrift: 172v]]
Er brachte mir das Concept mitt, pactorum
Matrimonialium, undt ob ich etwaß darbey, würde
zu erinnern haben? Jch habe es, ad deliberandum
angenommen. Er gedachte auch etzliche sächlein
darneben, wegen anstellung, des Fürstlichen Beylagers,
undt waß sonsten, zu erinnern, undt zu obser-
viren, sein möchte?
Jch habe es darnach mit meinen Rähten,
in deliberation gestellet, nemlich: mit hofmeister
Einsidel, Doctor Mechovio, undt Secretario Paulo Ludwig,
ihnen auch, meine erinnerungen, zu erkennen gegeben,
undt sie, (nach mittgetheilter communication
voriger ehepacten, Meiner freundlichen herzlieb(st)en gemahlin, undt
meiner FrawMutter Sehliger Gnaden) umb raht,
gefraget.
Freybergk ist extra bey unß, geblieben.
Geschrieben, nach Croßen, undt Saroschpatack.
Die Schwestern besucht, vormittags.
Kornführern, abermalß gehöret.
Freybergern, zue Mittage, entreteniret.
Nachmittages, seindt die Rähte, Doctor Mechovius, undt
Paul Ludwig zu mir kommen, undt wir haben unß abermahl,
wegen der Ehepacten, undterredet, undt Freybergern
vortragen lassen, nebenst meiner Correction.
Mit Freybergk, habe ich, viel discurriret. perge <zu abends.>
CammerRaht Gehse, ist auch, diesen abendt ankommen.
<Regen. windt.>
Kornführer, hat sich abermalß præsentirt.
Sein anbringen, ziehlet eigentlich dahin:
1. Einigkeitt, in der religion zu treffen, undt
darzu, nicht allein Papisten, undt lutheraner,
sondern auch Juden, undt Türgken zu bekehren,
zu welchem intent, er vermeinet, eine sonderliche
Vocation, undt Trieb des Heiligen Geistes zu haben,
auch allerley gesichte, gesehen haben will.
2. Vnser landt von Schulden zu liberiren,
durch Strafe der Mißhändler, insonderheitt,
der hurer, undt Ehebrecher, in allen 4 Antheilen.
Darneben, hat er gute Christliche gedangken. perge
Omnia probate; quod bonum est, tenete!10
Freybergk, ist diesen Morgen forth, nacher Plötzka,
<undt aufn abendt, hat er sich wieder angemeldet.>
Tobias Steffeck von Kolodey ist verschickt, des futters, weins, undt
anderer Nohtwendigkeitten, halben. <Gott gebe, zu glügk!>
Den Caplan Jonium, habe ich extra, zu Mittage,
bey mir gehabt, undt allerley mitt ihme conversirt,
wie auch darnach, mit dem Allten Sekerka.
Omnia conando, docilis solertia vincit!11
<Somnium hesternum, wie Hans Balthasar Oberlender wehre wie ein Sckeledon, oder Todengeripp worden.>
Der CammerRaht Gehse, hat sich diesen Morgen,
bey mir, præsentiret. hat zu Plötzkaw
schlechte satisfaction bekommen, wegen Meiner
Schwester Liebden Schmugkgelder. Patientia!
Ein exulirender pfarrer, von der religion, Philippus
Nicolaj, ist bey mir gewesen. Je l'ay consolè.
Avisen, daß Minden undt herwaerden, wieder
den Churfürsten von Brandenburg rebelliret
hetten, undt wehren die lottringischen völgker
darzu kommen, undt hetten die Brandenburgischen
geschlagen, also: das der Churfürst selber
selb Sechßte kawm darvon gekommen.
Es wehre vornehmlich auf deßen person,
angesehen gewesen. Gott wolle ihn bewahren!
undt vor den bösen insidiis, seiner heimlichen, undt
offentlichen feinde, gnediglich salvaguardiren!
Die Fraw von Bayern, ist anhero kommen, undt
saget, das sichs mit der hertzogin von Schöninghen,
zur beßerung ahngelaßen, Jst ein miracul.
Viel alte vom Adel, sollen sonst, hin-
weg sterben, in Stiftern.
Jn die kirche, conjunctjm, da Er Jonius geprediget.
Zu Mittage, extra gehabt, die von Bayern,
ohne die Peckadelinn, Langken, <Doctor Mechovium> undt andere.
Jtem Zu Nachmittags, cum sororibus, & filio, in
die Nachmittagspredigt, da der pfarrer von
Kromigk, Valentinus Reichardt, concioniret. perge
Die Erffurter zeitungen geben: daß es in Frangkreich gantz
einig seye, wiewol heimlich, disgustj vorhanden.
Jn Engellandt, fielen viel, vom Cromwell
ab, undt suchten die Neẅen Regenten, alla
desperata, sjch zu manuteniren.
Chur Brandenburg wolte Duysseldorf,
dem Pfaltzgraven von Neẅburgk nehmen,
der aber, suchte hülfe, bey Lottringhen.
Die Schweden, undt Frantzosen,
drüngen, auf einen ReichsTag, (worzu
die Kayserlichen wenig lußt hetten,) undt
wollten, die Stände im Reich, möchten nach
Nürnbergk, abermalß, ihre gesandten, ab-
schicken, zur exequirung, des FriedenSchlußes.
Zur evacuation Franckenthals, wehre
noch gute hoffnung. et cetera
Jn Oeconomysachen, habe ich travagliiret.
Es werden wagen, undt pferde nach Braun-
schweig, vom Raht, geschickt, den neẅen hoff:
undt StadtMedicum, Doctor Levinum Fischer,
abzuholen. Gott gebe, zu glügk! undt succeß!
Nachmittags bin ich hinauß geritten, auf
meine Felder, mit Carolo Ursino, undt
Rindtorfen, etcetera[.]
Jch habe mich selbst, maceriren müßen,
futter, vor meine pferde zu erlangen,
wejl, theilß meiner leütte, Miedtlinge sein.
Daß der Kayser, in kurtzem, zu Prag, sein werde.
Chur Brandenburg hat Pfaltz Neẅburgk,
den krieg declarirt, undt etzliche plätze
albereitt occupirt. Neẅburg suchet hülfe, bey
den Spannischen undt lottringhischen.
Chur Brandenburg mag sich auf die Staden
verlaßen, undt von Chur Saxen, etwa
versicherung haben, wegen der Jülichischen
lande, undt deren succession.
Die herren Staaden, seindt noch nicht eins, mit den Engel-
ländischen gesandten, welche ihr losament, im
haag, befestigen, undt mißtraẅisch sein.
Jn Schottland, sol sich der König, sehr stärgken,
undt eine invasion in Engellandt, thun wollen.
Cromwell stellet sich, matt, undt krangk.
Die Jrrländer, erwartten des hertzogs, von
Lottringhen, undt seiner armèe.
Jn den Jnseln Sorles, (deren die neẅen
Regenten, zwey gewonnen) helt sich noch
das stärgkste casteel Sankt Maria, undt
dem holländischen Admiral Tromp, wollen
die Engelländer, auch nicht zu viel trawen.
<König in> Portugall tractiret noch, mit den
Staaden, undt Engelländern. Suchet hülfe,
bey den Morenkönigen. Undt weil der
pabst, seine denomination der bischoffe, nicht
leiden will, gedengkt er, mit hülfe
der Frantzosen, einen Patriarchen, in sei-
nem Königreich, zu erwehlen, undt dem
pabst, darinnen, zu valediciren.
Die evacuation Franckenthal, wirdt
abermal gewiß gemacht, so baldt die 13 Monat
Römerzüge, werden erleget worden sein.
Die gewesene Königin in Böhmen, Elizabetha
helt ahn, umb die 10000 Pfund (libra)℔: Sterlingß,
welche ihr von beyden Königen,
Jacobo, undt Carolo, ihrem herrnvatter,
undt herrn bruder Sehligen, iährlichen zum
undterhalt, versprochen, seidthero auch
vom Parlament, auß Engellandt,
confirmiret worden.
Cardinal Mazzarinj, ist nach Francfurt
gezogen. Weiß sich nirgends sicher. Wehre
gerne wieder in Frangkreich, wowider
die Printzen, sich stargk opponiren.
Prince de Condè, sol Gouverneür, in
Gascogne werden, darüber zu Bordeaux,
große freẅde endtstanden. Visconte
de Türenne, ist auch, in großem,
undt gutem, credit. hat modeste, undt
generose, die vom Printzen, offerirte præsent
recusiret, welches dem Printzen, mißfallen, ob
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er schon sein großer Freündt ist.
Man muhtmaßet, Duynkercken sol vom
Spannier, mit hülfe der Engelländischen Schiffe,
belägert werden.
Die Neẅen Regenten, haben einen Je-
suiter, Pater Richium, so sich betretten laßen,
zur viertheilung, undt zum galgen condem-
niret in Londen.
Die Staaden, schicken drey gesandten
auß, 1. zum Kayser, 2. einen nach Stogkholm,
3. undt einen nach Brüßel.
Die Schweden, dringen auf einen ReichßTag,
im Römischen Reich, so der Kayser abhorriren mag.
Die Königinn in Schweden, machet herren
undt graven, hat auch, dem neẅen Freyherren
Salvio, in Jngermannlandt, eine herrschaft
verehret. Axel Lillie, ist auch, zum
Freyherren, undt Reichsraht, creiret.
Douglaß inngleichem, ein Baron worden.
Zu Coppenhagen, auf dem herrenTage, will
man fast, die beschuldigten großen exculpiren,
undt das arme weib, so es angezeiget, torquiren.
De occultis, non judicat Ecclesia, neque Princeps!
Die Cosagken, zusampt den Tartarn, (deren
großer Cham[!], gestorben sein soll) liegen, dem
Königlich Pollnischen läger, nahe, undt nach deme
eintzelne treffen, albereitt vorgegangen, dörfte
es wol baldt, zu einer haüptaction, gerahten.
Der König in Polen, hat viel deützsche völgker,
gestaltten auch, der König in Engellandt,
deützsche völcker, begehret, undt an sich
zeücht. General, graf Königßmargk,
sol auch 6000 Mann, aufs neẅe, vor
Schweden, werben, undt zu hamburg
albereitt angelanget, von dannen, inß
landt zu Brehmen, gegangen sein.
Chur Pfaltz, iungen herrens, kindt-
taüffen, zu heidelbergk, ist wol abgegangen,
der hertzogk von Lottringen, undt die
Schweitzer, haben sich mit stattlichen
præsenten, sehen laßen. hertzogk
von Wirtembergk <der Regierende> ist auch dar gewesen,
undt hat sonderlich, auf beförderung,
des bawes, einer neẅen luttrischen
kirchen, daselbst, sein absehen gerichtet.
perge
Hans Christof von Wischer, hat sich wieder præsentirt,
undt ist von Weymar, wiederkommen, wie auch, von
Krannichfeldt, dannenhero, er, grüße mitgebracht.
Von Croßen, wirdt unß, avisirt, daß die
raysenden albereitt zu Leüchtmeritz ankommen,
wiewol die Fürstliche brautt, einen bösen fall
gethan, mit der kutzsche, iedoch, Gott lob, ohne
schaden. Der liebe Gott, wolle sie ferner bewahren!
vor allem leydt! unglügk! undt unfall!
Paul Ludwig ist bey mir gewesen, expedienda zu expediren.
Nach verrichteten travaglien, reposiret. perge
Mein vetter, Fürst Johann Casimir, ist nachmittags,
(abermalß zu kutzschen,) anhero kommen, undt hat
Freybergk, undt Walwitz, wieder bey sich, gehabt.
Die von Bayern, ist heütte wieder verrayset,
nacher Odeleben, undt Schöninghen zu, undt hat die
Pegkadelin mittgenommen.
Es hat heütte allerley Conferentzen, undt ein-
richtung der Acten, gegeben.
hofmeister Freybergk, ist forth, nach Leiptzigk, dahin
ihn Mein vetter abschicket.
Hans Eckardt, ist mit 4 Faß, Zerbster bier, wiederkommen.
Jn die kirche, undt wochenpredigt, conjunctim,
darbey auch, der vetter Fürst Iohann Casimir gewesen, undt
der Diaconus Jonius, hat einer huren, welche
kirchenbuße thun müßen, iämmerlich das gesetz
geschärfet, undt gar recht darahn gethan,
weil an itzo solche laster, überhandt nehmen.
Extra zu Mittage, die Rindtorfin, Jonius,
undt andere extraordinarii ordinarij.
Jakob Ludwig Schwartzenberger ist, mit Magister Menzelio, von Ballenstedt
wiederkommen. Er avisirt, undter andern, daß
henning Stammern, der Schlag getroffen. Gott erhalte
ihn, undt wolle es mit ihm, zur beßerung, fügen!
Viel leütte, auch in den benachtbahrten Stiftern,
sollen vom Schlage, itziger zeit, getroffen werden.
Gott erbarme sich, aller, insonderheit der Seinigen!
Das liebe getreydig, sol gar schlecht stehen, umb
Ballenstedt herumb. Es hat daselbst, wenig gesegenet. perge
<2 hasen.>
Conversationes gehabt, mit Meinem vetter, und sonsten.
Jtem: nachmittags, gen Aderstedt zu, gefahren,
die weinberge, und zigelscheüne, zu besehen. etcetera
mit Meiner gemahl, undt vettern.
Victualien vom hartz, bekommen, auß Ballenstedt.
Schreiben von Martin hanckwitz wegen eines neẅen concionatoris
aulicj.
Conferenze mit Fürst Iohann Casimir gehabtt. et cetera
<Vormittags conferentz mit Fürst Johann Casimir[.]>
Nachmittags ist er, mit Meiner herzlieb(st)en gemahlin, undt Schwester
nacher Palbergk, gefahren, meiner herzlieb(st)en Gemahlin, gütlein,
zu besehen, undt alda, einer collation, an statt des
abendteßens, beyzuwohnen. Mein Carolus Ursinus, ist
auch mitt gewesen.
Jch aber, bin inndeßen nacher Plötzkaw, geritten,
die nöhtige sache, der Schmugkgelder, zu befördern,
undt habe den lieben allten herrnvetter, Fürst Augustum,
im felde, angetroffen, spatzirende, ihme also
zugesprochen, darnach dem abendtgebeht, in der
kirche mitteinander, beygewohnet, (darbey
auch die FrawMuhme, nebenst den Fürstlichen herren,
undt Freẅlein, sich befunden,) undt nach dem-
selben, im Felde gesprachet, eine gute
weile, mit herrvettern, (welcher mir, sampt
seinen Söhnen, das geleitte gegeben eine zeit
lang, da ich mit ihme zu kutzschen fahren müßen)
endtlich haben wir, einander, valediciret,
undt ich bin forthgeritten, herrvetter aber, ist in seinen
weinbergk, spatziren gegangen.
Als ich <mit einem Regenbogen, undt gnadensigno, zwahr> in unbestendigem Regenwetter, wieder
nach hause kahm, erlangte ich das schreiben, so meiner
verfehlet, von Plötzkau wegen der Schmugkgelder, in etwas tröst-
licheren Terminis, <dergleichen mir auch hofraht, Jehna, zu Plötzkau sagete.>
Mein vetter, Fürst Iohann Casimir ist, diesen abendt, von Palbergk,
wiederkommen, mit Meiner herzlieb(st)en gemahlin, undt Schwester,
auch theilß meiner kinder, undt anderm Comitat.
Jch habe sie, zu meiner vorhergehenden zu-
rückkunft, von Plötzkaw, alhier zu Bernburgk,
im Schloßplatz abends spähte als sie wiederkahmen
b entpfangen, undt darnach im zimmer, abschiedt
von Meinem vetter, genommen, darbey er mich
per iura sanguinis, & amicitiæ, conjuriret,
heütte abendts, undt nicht morgen frühe, abschiedt
zu nehmen, welches ich endlich, eingehen müßen.
Jl n'estoit point satisfait, de mon expedition
a Plötzka! & croyoit, qu'on nous avoit trompèz!
Diesen Morgen, umb drey uhr, ist mein vetter
Fürst Johann Casimir, heimlich forthgewischt, nacher
Deßaw zu, in meynung, præparatoria, zum Fürstlichen
Beylager, (so Gott segenen wolle!) daselbst
zu machen, gegen den 14den: künftiges Monats, <(gebe gott)[.]>
Jl a presentè ceste fois, 6 DalersDal: en la mayson
et ün DalerDal: pour le lacquey, qui a servy en son logis.
La derniere fois, il presenta en tout, 12 Dalers.
Tout cela, sont, dès liberalitèz gratuites, & non
forcèes. Aussy tels presens, ne sont pas necessaires.
Hanß Bernds, ist bey mir, gewesen, wie auch HB
Geörge Reichardt der Amptmann. perge
Schwester Bathildis, ist in die vorbereittungßpredigt
gezogen. Gott gebe ihr, rechte præparation!
Der Medicus, Doctor Fischer, ist numehr, von Braun-
schweig, cum familia, et suppellectilj ankommen,
Gott gebe zu glügk! undt bewahre unß
vor krangkheitten!
<Sturmwindig.>
Jn die kirche cum sororibus, & parte liberorum.
Extra zu Mittage, den CammerRaht, Doctor Mechovium
gehabt, undt ordinarios, extraordinarios perge
alß: die Einsidlin, die Rindtorfinn, Schwartzenbergern,
undt andere. perge
Nachmittags, wieder zur kirchen, da der
pfarrer von Altenburgk, nemlich, der iunge Plato
geprediget, vormittags: predigte Jonius,
undt es hat Schwester Dorothea Bathildis,
vormittags, communiciret, ihr, hat gefol-
get, des Sekerka fraw, undt dero
zweene Töchter, wie auch die Einsidlin,
der von Sekerka, Langken, undt andere.
Gott erwegke ferner, gnadenbegierjge Christen!
<Windt. Regen.>
Jch habe eine jnstruction verfertiget, auf den CammerRaht undt Caspar Pfauc, nacher Cöhten, auf den landt-
rechnungßTag, mit zuziehung Amptmann Reichardts,
welche heütte dorthin raysen werden. perge
Gott gebe! zu glügklicher verrichtung!
Jn Oeconomicis, hat es auch allerley anstaltten
gegeben, mit dem Ampt: undt küchenschreibern.
So hat sich auch in Regierungssachen, (gewöhnlicher
maßen,) allerley zu thun, eraignet.
Von Braunschweig avis; daß man sich aldar,
wol vorsiehet, undt eines überfalß, vom
hertzogk, gewartten möchte.
Briefe von Croßen, von der Churfürstinn,
Jtem: von Meinem Sohn Victore von Puchaw,
undt von Princesse Henriette! Jtem: von der
gewesenen Königin in Böhmen, ein dangkschreiben,
daß ich meinem Sohn erlaübet, in Ungarn
mittzuziehen. perge Jtem: von Einsideln, undt Hammeln,
an Tobias Steffeck von Kolodey auß Puchaw, vom 3. ⁄ 13. Junij;
h: Matthias Riedel, heißet der kaufmann
welcher die Schreiben nacher Sarospatack
in Ungarn, bestellen wirdt.
Ad Notification von Caßel, der frölichen geburt, eines iungen
Söhnleins, den Gott segenen wolle!
Die avisen melden: von einer Victory, so der König
in Engellandt, wieder die Cromwellischen, solle er-
halten haben, wie auch Cromwell am calculo,
stargk laboriren, undt zum kriege untüchtig
werden solle. Printz Robert, sol ingleichem,
22 Engelländische Schiffe, geschlagen haben.
Frangkreich, wil sich auch, wieder die En-
gelländischen übelgesinneten declariren.
Printz von Condè fänget motus ahn. Prince von
Conty, wirdt wieder Geistlich. Düc de
Longueville, begibt sich zur ruhe. Düc de
Vendosme, undt d'Elbœuf, vergleichen sich
wieder, durch undterhandlung des Parlaments zu Paris.
Frangkreich, undt Spannien, gehen auf
einander, mit stargken armèen.
Catalonien gehet verlohren, wegen pest,
undt anderer mangel, an volgk, munition etcetera[.]
König in Portugall, rüstet sich, zur gegenwehre,
wieder Spannien, hollandt, undt Engellandt,
undt erweyset sich wolgemuht. hat auch mit dem
Pabst händel, undt will einen Patriarchen, crejren.
Zu Napolj, leßet der ViceRè die Soldaten,
auf die galleren schmieden, die er nach Catalonien,
schigken will, damit Sie ihm, nicht endtlauffen,
oder die Schiffe übermeistern, und dem feinde zufahren.
Die Tractaten zu Lübegk, zwischen Schweden,
undt Pohlen, gehen noch vor sich, undt kommen die
Gesandten12, nacheinander, allmählich, ahn!
Jn Polen, sollen die läger, baldt aufeinander
gehen. Der König, helt scharfe disciplin,
der Tartar Cham[!], sol auch mit 40000
pferden, bey den Cosagken, ankommen sein.
Der status Regnj Polonicj, hänget, ahn einem
seidenem faden, wann eine Schlacht, (da Gott
vor seye!) sollte verlohren werden. Die Co-
sagken, haben die festung Camieniez in Podolien,
vergeblich gestürmet, eine andere aber einge-
nommen, undt darinnen, viel adel, undt andere
leütte niedergemachtt, auch beütten bekommen.
Jn Candiâ sollen, in die 1000 Janitzscharen,
ankommen, undt von Türgken, übergefallen
sein, weil sie in Caneâ, undt Rhetimo, keine
lebensMittel, gehabt. Die venezianischen
hauptleütte, undt commendanten, haben Sie
mit paßzetteln, nacher hause geschickt.
Die Türgken, haben hingegen, Catharo, in
Albania, belägert, wiewol sie aldar, nicht
gar stargk, sondern mit den Pollnischen, undt
Persianischen händeln, impliciret sein sollen.
Der König in Persia solle Babylonia recuperiret haben.
Der Oberlender, ist von Strehlitz, wiederkommen, undt
hat mir briefe, von Meiner Schwester, der hertzoginn gebracht.
Gott lob, daß Sie noch wol lebet, wiewol sie sich
gantz alleine, undt von Schwester Sophia Margarethas gesellschaft
separirt befindet. perge Jhr herr Sohn, sol zu Angiers
numehr sich aufhalten. perge
Der Churfürst von Brandenburg hat laßen ein
Manifestum außgehen, darinnen er declariret,
daß Pfaltz Neẅburgk Liebden ihme unrecht thue,
in deme er die Gülichische undt Bergische lande,
wieder ihre religion, undt Freyheitten undterdrügke
die geschloßenen Pacta, undt Reversalen, de
anno 1610[, 16]11[, 16]12[, 16]14 und [16]30 nicht halten
wollen, sondern auß dem instrumento Pacis,
zu Münster, erzwinge, alß ob vorige pacta
ungültig, undt alles in den Standt, wie es
anno 1624 gewesen, müste wieder gesetzet
werden, (welches doch solchen verstandt nicht hat,)
Er bedawret, daß man kirchen eingezogen, pfarrer
veriagt, undt gefangen, übel geschlagen,
biß an den Todt, tribuliret, auch die Ritterschaft
undt undterthanen, mit allzuhohen Schatzungen, beleget.
Er vermahnet selbige Fürstenthümer, an ihn sich zu hal-
ten, undt iehnem, nichts mehr zu contribuiren, als seinem
Feinde, oder er müsse Sie auch, als feinde halten.
