Ceste nuict, i'ay fait coucher mon petit Charles Ursin,
en la chambre de Victor, l'ostant de nostre chambre
ou l'on couche, & couchant moy mesme, en celle de
Victor Amadèe ceste nuict, afin de l'induire, a le
faire volontiers, car il nous abbandonna, á
chaudes larmes, & ne le fit, que par contrainte,
puis qu'on luy avoit donnè des impressions
èspouvantables, d'apparition d'esprits, & d'autres
fadayses, qu'il seroit mal servy, la nuict, de
serviteürs yvrognes, &cetera[.] Le bon Dieu, le vueille
assister, par la garde de ses Saints Anges, la, & par tout.
Diese nacht, ists wenig gewesen, undt auch
ein stargker regen eingefallen, Es hat sehr ge-
wetterleüchtet, undt auch gedonnert, undt also,
die langwierige hitze, undt dürre, vieler Tage,
nachgelaßen.
Er Benjamin Gigelßperger, ist bey mir gewesen,
wegen der bösen verdrießlichen Sache, mit Kohlmann. et cetera
Gott helfe mir auch, auß diesem labyrinth!
heütte, ist der Ægidijmargkt, alhier
zu Bernburg, eigentlich angegangen, weil gestern nur
viehemargkt gewesen. Gott gebe zu glügk!
Jch habe mit Doctor Fischern, viel conversiret, undt deßen Re-
lation angehöret.
J'ay sceü dès grandes villainies, qui se sont commises,
par ün de noble mayson, au train de Victor, <en Hongrie> & ay
commendè, qu'on les examinast, et chastiast, affin que
les domestiques, & èstrangers voyent, qu'on ne
prend point de playsir, en tels larcins, & choses
infames! Mundus vult decipi!1
Die Leiptziger avisen, confirmiren abermal den Sieg,
so die venezianer zu waßer, wieder den Türgken, erhalten,
undt Gott davor, gedangkt, viel Christen, erlediget,
viel Türgken zu Schklaven gemacht, viel
Stügke erobert, undt beütten gewonnen, auch die
übrigen verfolget, Christliche gefangene umb
schulden willen loß gelaßen, undt reiche
allmosen, außgetheilet, præsenten wolver-
dienten Officirern, gethan, etcetera etcetera[.]
König in Engellandt, suchet das glügk in En-
gellandt, (da er beyfall finden soll)
so er in Schottlandt verlohren, hat sich aber vorzusehen.
Cromwell gehet ihm nach. Fairfax, ist auch
wieder in den waffen, welcher biß dato, still geseßen.
Der König, offeriret allen denen pardon, so nicht
an seines Seligen herrnvaters Tode, schuldig sein. Der
König, sol schon Lancaster, inne haben.
Jn Frangkreich, wirdt desselben Königs majorennitet
verlanget. Prince de Condè, macht sich, einen anhang,
undt ob er schon dißimuliret, so trawet man ihm doch
nicht, undt wolte man ihn gerne, in das crimen
læsæ Majestatis, condemniren.
Zu Barcelona leßet die pest nach, undt es
ist, weder daselbst, noch in Flandern, diß iahr, eben
großer ernst gebraucht.
Zu Napolj hat man eine conspiration entdegkt,
daß der ViceRè, in die luft mit pulver, gesprengt
werden sollen, in einer kirche, beym Gottesdienst.
Pfaltzgraf Ruprecht, ist zu Lisbona, Pfaltzgraf
Eduardts Sohn, ist gestorben.
Jm sawerbrunnen zu Schwalbach, wirdt viel
tractiret, wegen des Tages zu Frangkfurth am Mayn.
Chur Brandenburg undt Pfaltz Neẅburgk, haben
sich persöhnlich verglichen, wiewol der iunge
Pfaltzgrave, nicht allerdingß, damit zufrieden.
Die Staaden, seindt einig, haben undtereinander,
eine Amnesty aufgerichtet, wollen Lüttich bekriegen,
wo ferne sie ihnen nicht satisfaction thut, wegen
aufgerichteten neẅen licenten, an der Maase gegen
Maestrich. Die heyrath, graf Wilhelms, mit Prin-
cesse Albertine, sol im herbst vollzogen werden.
König in Polen, leßet die Tartarn, und Cosagken,
(welche sich revangiren wollen) aufs neẅe be-
kriegen. Chmielinsky sol nicht beym Cham[!], ge-
fangen sein, sondern sich recolligiren. Dem
König in Polen, ist sein freẅlein gestorben, alß die
Frantzösischen Doctores, dem armen kinde, das
zahnfleisch, zu durchwachßung der zähne
durchschnitten, die ader gelaßen, mit clisti-
ren es übel gemartert, daß es zu erbarmen!
Die Königin, ist wieder schwanger, man er-
wünschet ihr, einen iungen Sohn, zum Trost,
der hochbetrübten Königlichen elltern.
Die Türgken, haben vor Klein Comorrhen,
in Ungarn, schläge bekommen, moviren sich aber
hin: undt wieder. Der Bassa von Ofen fordert
contributiones von Jstria, undt anderen orthen,
die ihme nie etwas gegeben, undt droẅet
mit der execution, im fall man es recusiret.
Der iüngere Fürst Ragozzi, ist krangk,
wie auch seine gemahlin, undt Sie haben eine
gute ehe mitteinander. Die deützschen, sollen
auch haüffig krongken, welche bey ihnen sein.
Gott lob, daß unser Sohn, noch also endtkommen. Er helfe
|| [[Handschrift: 242r]]
ferner, ihm, undt anderen, mit gnaden! undt liberire
gnediglich, auß aller gefahr, undt nöhten!
Zu Lübegk, gehen die Tractaten forth. hanß
Wachmeister, ist caput legationis, der Königlich Schwedischen[.]
heütte zeücht der Administrator, von halle,
mit seiner gemahlin Liebden nach dem lande zu Mecklenburg
forth, in meinung, die fürstlichen elltern zu besuchen.
Der dähnische Reichßhofmeister Ulefeldt, ist
mit den Seinigen, zu Amsterdam arriviret. hat
viel Schätze, mit sich, geführet. Das weib,
so man zu Coppenhagen, richten laßen, hat ihr leben
darauf beschloßen, daß er doch den König, hette
vergeben wollen, undt Treẅlich geseüftzet,
daß man ihr, unrecht [th]ete, weil sie den König,
vor schaden, gewarnet hette.
Der Spannische Ambassador zu Wien, hat stadt-
lich bancquettiret, undt Triumphiret, über
der geburtt, der iungen Spannischen jnfantin.
Es soll alles Königlich darbey, zugegangen sein.
Der Kayser setzet, den Obersten Lucas,
zum Gouverneür in Franckenthal, biß
Chur Pfaltz, Hailbrunn evacuiret wirdt haben.
Der iunge Böhmische König, entpfähet die erbhuldigung,
in Böhmen, Mären, Oesterreich, etcetera durch undterschiedliche
Commissarien, als: die Fürsten von Dietrichstein, und Lichtenstein.
Diesen abendt, gegen 5 uhr, ist die Hertzoginn
von hollstein, Norburgk, mit ihrem Sohn, hertzogk
Hanß Bogischlaff, anhero kommen, undt hat bey
unß, vorlieb genommen. Sie hat zweene Jungfern,
bey sich, undt einen hofmeister, Offenburgk, welcher
am stein krangk worden, undt von ihme ein Stein,
alß eine dattelkern groß, diesen abendt, abgegangen.
Gott lindere ihm, seine schmertzen! undt helfe,
allen krangken, undt nohtleidenden!
Schreiben, von Croßen, en bons termes.
Dienstag♂ den 2. September 1651.
Secretarium Paul Ludwig habe ich, bey Mir, gehabtt,
undt viel expedienda e[x]pediret.
Mit meinem Sohn Viktor Amadeus hernacher conferiret,
undt sonderlich, wegen etzlicher remunerationum,
so bey Chur: undt Fürstlichen personen, zu gewartten.
Mit dem hofmeister Offenburgk, hat sichs,
nach eingenommenem auro potabilj, etwas gebeßert.
Es ist wieder, ein Schif, in die Schleüse, ankommen,
wiewol man saget: Gaw, wolle bancquerotte
spielen, welches ein schlechter poße, sein würde!
Nachmittage haben sich Sailtäntzer, mit
vielen gaückelpoßen aufm Schloß angemeldet,
undt mirabilia! præstiret, mit springen, undt
|| [[Handschrift: 243r]]
Tantzen, auf dem Sail. Undter andern Tantzte
einer, in der rüstung, mit gefahr, auf der leine.
Ein kindt, von sieben iahren, tantzte auch aufm Sail.
Deßgleichen, ein weibsbildt. Ein iunger kerll
tantzte artige sprünge, mitt: undt sonder
dem gewichtstogk. Machte capriolen, undt neben-
sprünge. Einer tantzte, mit ein par großen holtz-
schuhen. An einer andern hohen corde,
thate ein Meister setzame sprünge, undt
überwerffungen, gab sich die Strappecorde,
hieng sich mit dem gantzen leibe, an einem
fuß, hinundter, undt dergleichen. Ein weibs-
bildt, fädemte2 im umblauffen, 34 fädem[!], durch
ein Nehenadelauge. Ein Mägdlein inngleichem.
Ein iunger kerll hette ein gläßlein wein, auf
dem haupt, undt eines in dem Munde, that sprünge
darmitt, ohne den wein zu vergießen.
Jtem: sprang einer, sehr dispost, über die
Spitze, vieler bloßer degen, undt legte
die handt nicht einmal auf die erde.
Sprang auch, durch vier faßreiffe. Sonst
machten sie auch mascaraden. Darnach,
spielte aufm Sahl einer, auß der kekelTasche,
undt machte artige künste, mit der karte.
Mittwoch☿ den 3. September 1651.
<BehtTag.>
Singillatim in die kirche, mit Carolo Ursino, da
der Caplan Jonius, den 129. psalm3, schön außgeleget.
Jnterim: hat die hertzoginn, undt ihr Sohn,
mit Meiner herzlieb(st)en gemahlin, Liebden Victore Amedeo,
gefrühestügkt, auch andere Adeliche, undt
bedienten, bey sich behalten.
Alß wir wieder, auß der kirche kommen,
ist allerseitß abschiedt genommen worden.
Die hertzoginn, ist nacher Zerbst gefahren.
Vi Meine herzlieb(st)e gemahlin, hat ihr, ein stügk weges,
das geleitte gegeben. Meine Söhne seindt
auch mitgeritten. Victor schläget sich von
ihnen ab, undt gehet nacher Deßaw. perge
Gott geleitte sie allerseitß!
Meines Sohns, Viktor Amadeus Sebel, helt 64 große
Turquoisen, undt 30 kleinere, item: 64 kleine
rubinlein, so auf 17 stügken, von Agat, oder chrysolit
versetzet. Über dieses ermangelt, ein großer
Türgkiß, undt 51 rubinlein. Der Sebel
ist sonst am creütz, <am heft, die länge hinundter> undt <am> ortbande, mit Silber
vergüldet, hüpsch außgearbeitet <hin, undt hehr> beschlagen,
Eine schöne Damaßkinirte klinge, ist drundter
gestossen, die Scheide, und gürtel, ist von rotem Sammet.
|| [[Handschrift: 244r]]
Der gürtel, ist mit silber, und seide, gewürgket,
auch etwas, mit silbern knöpfen, undt schnallen,
(so vergüldet) beschlagen. Zweene stargk
eingefaßte Türckiß, (so aber, undter vorige
64 große mittgezehlet) stehen auch auf dem gürtel.
Die Ungarn, sollen ihn, auf 300 ReichsthalerRthlr: ge-
schätzet haben, ich schätze ihn, halb so theẅer, (weil
die Türgkiß, in selbigen landen, undt in der
Türckey, da sie gekauft werden, wolfail sein.)
andere aber vermeinen, dieser<s> Sebel<s>
<steine> recht guht wehre, es solte deßen werth, auf
1000 Reichßthaler, sich erstregken. Sufficit:
das es ein fein præsent, undt schönes gedechtnüß
ist, undt bleiben wirdt, von meines Sohnes,
wol vollnbrachter, undt mit ehren,
undt ruhm, geendeter, Ungarischen rayse.
Die præsenten, hat man dißfalß, nicht
zu suchen, noch zu æstimiren, sondern die Ehre,
etwas gesehen, und erfahren <zu> haben, so löblich ist,
an schönen ländern, <vornehmen> leütten, Sitten, regierung:
undt lebensartten, undt dergleichen, undt das man
den Churhaüsern, Pfaltz, undt Brandenburg, zugleich,
seine affection, undt djenste, jm wergk, erweisen hat können!
et cetera
Gott der Allerhöchste, (deßen dienst, bey dieser
rayse, nicht vernachläßiget, oder mit willen,
verseümet ist worden, weil man das
exercitium religionis, nicht allein an vielen
ortten, undterwegens, hat haben können,
Sondern auch, gar einen hofprediger mitge-
führet im Comitat) wolle ferner gnade,
undt segen, zur erhaltung, und außbreittung,
seines heiligen nahmens ehre, undt der reinen
warheitt, geben. Jhm seye lob, undt dangk
gesaget, vor seine gühte! undt milden segen!
Umb den Mittag, ist meine herzlieb(st)e gemahlin,
mit Carolo Ursino, baldt wieder kommen, undt
hat die hertzoginn, undt ihren Sohn, ziehen laßen,
nacher Zerbst, (dahin heütte, der Administrator
von Halle kommen soll) Victorem Amadeum
aber, hat sie reitten laßen, nach Deßaw.
Gott seye allerseitß, ihr geleidtsmann!
wie er oftermalß, der unserige gnediglich,
gewesen, und unß vielfältig, bewahret hat!
Er wolle es noch weitter, väterlich thun, Amen!
Die Margktleütte alhier zu Bernburgk
seindt wieder voneinander gezogen.
Jch habe heütte, Doctor Mechovium, mit Secretario Paul Ludwig
in einer commission, (darzu der hofraht Pfaw, von
dorth auß, beruffen) nacher Ballenstedt, geschickt,
undt ihnen Abraham von Rindtorf, adiungiret,
etzliche differentzien, mit denen von hoym, sampt
andern sachen, zu vergleichen. Gott gebe zu glück! und segen!
Der Amptmann Reichardt, wie auch Schwartzen-
berger, haben mir, von allerley expediendis, referiret,
der letzte vor: der andere, nach der mahlzeitt.
An die Churfürstliche wittwe nacher Croßen, geschrieben.
Spatziren gegangen, an den kleinen weinberg,
an die Mühle, undt andere orth, die Oeconomica
zu befördern, sonderlich aber, die gebeẅde.
On dit: qu'il heürte derechef, a la porte
de ma chambre, & dü logis, <de Wischer, iadis de Schwechhausen> par dessüs mes fils.
Je crains, & apprehends, üne mortalitè, de
més fils. Dieu les preserve! & ne le vueille pas!
Schwartzberger wahr extra, hieroben! perge
undt er ist mir, ein nützlicher diehner. Gott
wolle mir ihn, undt seines gleichen, lange erhalten!
undt seine dienste, mir zum besten, kommen laßen!
Quod sum; non curo! quod ero; spero!
Palabras son hembras, y las obras, machos!
Schreiben von Deßaw, von Viktor Amadeus[.]
Freitag♀ den 5. September 1651.
<13 lerchen, 4 wachteln, mit dem Nachtgarn, haben Oberlender, küchenschreiber, undt Trompter gefangen.>
<1 Frischen lachs.>
Rindtorf, hat von Ballenstedt
hasen wildpreth eingeschigkt, so er gehetzt.
Der iunge Bärenreütt, ist herauf zu mir kommen,
allerley zu discuriren etcetera von Frantzösischen sachen.
Dieu vueille, que ce soit, pour nostre bien, & avancement!
& que nous soyons tousjours bien servy!
Avis; von hecklingen, daß der haber an itzo
gilt zu halberstadt, 15 ReichsthalerRthlr:[,] der gerste, 20[,]
der Rogken 26 undt der weitzen 28. Alhier
zu Bernburgk, gilt der hafer: 14 ReichsthalerRthlr:[,]
der gerste, 16[,] der rogken, 20[,] der weitzen,
22 biß 24 ReichsthalerRthlr:
Samstag♄ den 6ten: September 1651.
<13 lerchen, Ludwig Rober, Michel lackay, Valtin, jm stall.>
Avis: daß beyde meine iüngste Schwestern,
glügklich wieder von havelbergk
(aldar sie mit der Fraw Schwester, von
Strehlitz, conferentz gepflogen) zurügka,
undt nacher Deßaw, Gott lob, kommen.
Werden also, die iüngste, in kurtzem, (wilß Gott)
alhier, zu erwartten haben. Gott helfe, mit glügk!
Jn gartten, mit Meiner freundlichen herzlieb(st)en Gemahlin, in schönem,
warmen, stillen wetter, spatziren gegangen.
Sonntag☉ den 7. September 1651.
<7 lerchen, der Mußcketirer Matz, Geörge gärtneriung[,] Michel vorreüter.>
Unsere leütte seindt von Ballenstedt, wiederkommen,
von der commission.
Dem Amptmann Märtin Schmidt, (welcher
auch mittgekommen) habe ich zugesprochen. Jtem:
Meinem CammerJungker Rindtorf, so sich auch ein-
gestellet. perge <Der alte Sekerka inngleichem.>
Jn die kirche, vormittags conjunctim. Er Jonius
hat geprediget, Text: Dominica 15 post Trinitatem Matthäus 6
Niemandt kan zweyen herren diehnen. perge4 Da
er dann eigentlich die lehre Christj, von der
allzuvielen Sorge, dißmahl schön außgeleget. perge
Die Rindtorfinn, undt der iunge Bärnreütt,
wie auch, Tobias Steffeck von Kolodey extra zue Mittage.
Nachmittags singillatim in die kirche, mit
Carolo Ursino, undt den Töchtern. Der
pfarrer von Dohndorf Angelocrator,
hat geprediget. perge
Die avisen, von Erfurdt, geben: das der König in Engellandt,
numehr müße desperat gehen, dann vor sich, hette er
Engellandt, hindter sich, den General Cromwell, werden
ihme die länder zufallen, so kan er progrediren, sonst nicht.
Man schreibt zwahr, auß hollandt, das er, der König, mit
26000 Reüttern, undt dragonern, wieder den Gromwell
in der Grafschafft Fise oder Fife, etwas victorisiret,
|| [[Handschrift: 246v]]
undt sich mit eroberung, etzlicher plätze, darundter
auch die Stadt Sterling ist, etwas vertieffet, undt
seine Vires, solcher gestaltt, distrahiret, endlich
aber, hette er, seinen marsch, schleünig, auf Engel-
landt zu, genommen, undt wehre in denselben
schon glügklich ankommen, hette auch, viel
feste örther, undt eine große anzahl der
undterthanen daselbst, durch seine freündtlig-
keitt, undt gute ordre, <schon> an sich gebracht,
wie auch, den General Horrison (welcher
ihme den paß, umb nicht weitter zu gehen,
verlegen wollen) gäntzlich geschlagen, undt
ihn Horrison gefangen bekommen, undt hette
darauf, seinen Soldaten, dermaßen courage
zugesprochen, das sie, ohne abmattung, eine so
weitte rayse, auch biß 15 meilen, von Londen,
mit lust, undt begierde gethan. Gott gebe
ferner glügk! undt progreß! und bewahre vor
allem unheyl, unfall! undt unglügk!
Die Chur Brandenburgischen völgker, campiren, vor
Duyßburgk, undt die lottringhischen Trouppen,
seindt, bey währendem Stillestandt, in den
Gülichischen, undt Bergischen landen, einquartirt.
Den 22. Augusti haben die Tractaten, zwischen
Chur Brandenburg undt Pfaltz Neẅburg ihren anfang
|| [[Handschrift: 247r]]
gewonnen, Pfaltz Neẅburgk, hat drey puncten
begehret: 1. das in den Fürstenthümbern Berge, undt
Gülich, die religion, wie man sie daselbst, anno: 1624
gefunden, gelaßen werden sollte. 2. Das der pfaltz-
graff von Neẅburgk zu abfindung, ihres in diesem
kriege, erlittenen schadens, 15 Tonnen goldes,
wieder haben möchten, undt 3. genungsahme
versicherung, de non amplius offendendo, & inva-
dendo. Diese vorschläge scheinen scharf, undt
schwehr zu sein. Die Churfürstlich Brandenburgischen Abge-
sandten aber, (deren caput Graf Moritz von
Naßaw ist) haben sie mascule also beantwortett,
das selbige puncten, durch Gottes hülfe, undt
vornehmer Potentaten, insonderheitt der herren
General Staaden, interposition, wie man hoffet,
endtweder schon numehr einen guten außschlag auf
Brandeburgischer seitten, gewonnen haben, oder doch in kurtzem,
erlangen werden. Chur Brandenburg will es in sel-
bigen landen, mit der religion dergestaltt haben,
wie im iahr, 1614 zwischen beyden hohen haüsern,
ertheilten reversallen, ist verabschiedet worden.
Waß die 15 geforderte Tonnen goldes anlanget,
weiß der Churfürst, den erlittenen schaden,
so hoch, zu computiren, das Sie dieserhalben, 30
Tonnen goldes, hingegen zu fordern, und begehren,
|| [[Handschrift: 247v]]
de non amplius invadendo, & offendendo, noch
stärgkere versicherung, als der herr Pfaltzgrave
iemalß heischen dörffen. Die ChurBrandenburgischen
haben Angermondt, undt andere eingenommene
plätze quittirt, hingegen, hat Pfaltz
Neẅburgk, undt seine adhærenten,
die Grafschaft Margk, auch wieder
abgetretten, undt befinden sich, beyderseits
deputirte, annoch, zu Essen, beysammen,
die übrigen strittigkeitten, zu vergleichen.
Chur Saxen, sampt dem ChurPrintzen,
mit dero Gemahlinnen, befinden sich, bey
dem hertzogk Julio heinrich, von Sachßen
Lawenburgk, zu Schlagkenwerde in Böhmen,
allwo auch, der hertzogk von Aldenburgk,
undt der Marggrave von Bareüth, er-
wartet werden.
Die Venetianer[!], haben wiederumb, die
Türgkische flotta, geschlagen, 24 galleren
erobert, 3000 Schklaven, so die Türcken,
einladen wollen, bekommen.
Jn Ungarn, leßet sichs, zu einem Türcken-
kriege, gefährlich ansehen.
Jn Frangkreich, glimmet ein böses Feẅer auff,
des innerlichen krieges, die Printzen suchen, zeitt
zu gewinnen, biß zu des Königs Maiorennitet,
alßdann die Königin, nicht viel mehr gelten
wirdt. Man helt davor, die Spannischen cunctiren
derentwegen, damit sie sich, den innerlichen
krieg, zu nutz machen können. Die lottringhischen
haben es, durch iüngsten Streif, so weitt
gebracht, das daß Stifft Metz, ihnen zu
contribuiren, verwilligen müßen. perge
Montag☽ den 8ten: September 1651.
<12 lerchen, vom Streichen, des Märtin vorreütters, Clemen haußknechts, undt des hundeiungen, heinrichs.>
<{Nebel mane, zimlich lange.}>
heütte wirdt wintergerste,
undt Rübesaht, alhier, zum
Forwerge Bernburgk, außgeseet. Gott gebe, zu glück, und segen!
Es hat allerhandt anordnungen, in Oeconomysachen, gegeben.
Conversatio, mit dem Alten Märtin Schmidt, Amptmann
zu Ballenstedt, welcher zu abends, undterthenig Valediciret.
Aviß: das in der Froborn Mühle, etzliche personen,
albereitt, an der pest gestorben, auch der Müller
undt Müllerinn, noch krangk darnider,
darahn liegen. An theilß ortten, sol auch
die rohte Ruhr, einreißen. Gott bewahre, vor
mehrerem unheyl, undt landeßverderben!
undt remediire genediglich, undt väterlich,
allen schädlichen mängeln! undt gebrechen!
Diesen abendt, hat der Amptmann von Ballenstedt,
Märtin Schmidt, seinen undterthenigen abschiedt
genommen, in Meynung, Morgen (gebe gott) wieder
nacher Ballenstedt, zu raysen. Gott geleitte ihn!
undt seine geferten! Darundter mein kammerdiehner
Ludwig Rober, begriffen ist. perge
Von Leiptzigk, habe ich abermal zwey briefe
undt pacquet, so an meinen Sohn, Viktor Amadeus abgegangen
wieder bekommen, weil sie, seiner verfehlet.
Die ordinarij avisen, confirmiren die
große verwirrung in Frangkreich zwischen
der Königin, undt dem Printzen von Condè, welchen
man, frembder jntelligentzen, undt verstendt-
nüß, mit den Spannischen, auch daß er die Königlichen
Beneficia, wenig beobachtet, inculpiret,
ia das er gar motus intestinos, & bella civilia
erregen wolle. Er aber, exculpiret sich, de meliorj.
Barcellona, ist von den Spannischen, zu waßer,
undt zu lande, hart belägert. Gleichwol
Tummelt sich daselbst, der Frantzösische general
Marzin, undt hat 3000 anlendende Spannische
geschlagen.
Zu Rom, sol der pabst krangk sein.
Die venezianische Victoria des Generals Mocenigo
wieder den Türgken, wirdt confirmiret.
Jn Dalmatia, sollen die Türgken, auch stöße bekommen
haben, Jn Ungarn inngleichem, vor Klein Comorrhen.
Der Bascha in selbigen gegenden, hette den Commendanten
spießen laßen, welcher also, eigenes gewaltts, davor
gerügkt. Gleichwol wollen die Kayßerlichen dem
Türgken, nicht recht trawen, undt armiren sich.
Chur Brandenburg undt Pfaltz Neẅburgk laßen
zwahr noch zu Eßen, friede tractiren. Dennoch,
aber, wollen sie einander, nicht recht trawen,
undt thun in den ländern, ihre parthien, großen
schaden, wie auch, in Westpfahlen geschicht,
also das der Westfälische Krayß, anfängt,
sich in verfaßung, zu stellen.
Zu Brehmen, gibts auch Mißverstände, mit
den Schwedischen, weil diese, etzliche dörfer,
zur Erbhuldigung, inß hertzogthumb Brehmen,
zur ungebühr) citiret haben, darwider
die Stadt, protestirt, undt ihre jura reserviret.
Die Neẅburgischen partien, streiffen biß in daß
Fürstenthumb Minden, hinein, thun großen schaden.
hollandt correspondiret noch mit den Engelländischen Parlament(ar)ischen[.]
Der König in Engellandt, gehet desperat, hat
den Cromwell hindter sich, (welcher Sterling, occupiret)
er aber ist unferrne von Londen, führet die wortt,
im HaüptFahnen: Endtweder eine Crone, oder ein Beyl.
|| [[Handschrift: 249v]]
Er sol nur 8 meilen von Londen, sein, in hofnung,
eines stargken beyfalls. hingegen, hat ihm,
der General Fairfax, (welcher bißhero
stille geseßen) eine armèe, entgegen geführt,
Londen zu defendiren, undt Cromwell, hat
ihm, den Repaß, nacher Schottlandt, gantz
abgeschnitten. Gott bewahre, den König, vor unglügk!
Jn Dennemargk, sol selbiger König, in gu-
tem vernehmen sein. vlefeldt ist citiret,
undt seine gühter, alle eingezogen.
Sehestedt hat ein landtguht wiederbekommen,
undt man hat ihm auch Langelandt eingeraümet.
Die Reichßrähte, vereinigen sich, mit dem Könige.
Zu Lübegk, gehen die Tractaten, zwischen
Polen, undt Schweden, schwehr von statten,
wegen des Tituls, welchen die Schweden,
den Polen, nicht concediren wollen, undt
es vor eine contravention halten, daß Sie sich
deßelben anmaßen, hingegen diese, von ihren
allten prætensionen nicht abzustehen, gesinnet.
Frangkreich, undt andere interponiren sich.
Die Cosagken, seindt noch nicht gestillet.
Der General Chmielinsky, sol sich, mit 500000
|| [[Handschrift: 250r]]
Gulden (florenus)f. von dem Cham[!], liberiret haben, und noch
große hülfe auß der Tartarey erwartten.
Die deützschen, undt Pollnischen völgker, sollen
sich sehr ruiniret haben, in der nachiagt der
Cosagken, undt Tartarn, weil diese das landt
so sie hindter sich gelaßen, alles verheeret,
verbrandt, undt verwüstet, undt also den
Nachfolgern die hungersnoht gelaßen,
deren viel sollen gestorben sejn. Dennoch
hat Fürst Radzivil, etzliche rebellische
pawren, geschlagen, undt die Stadt
Kioff, mit ruhm, wieder eingenommen.
Sie hoffen noch secours, die Cosagken,
von denen Türgken, so wol, als von Tattern.
Der König in Polen, zeücht nacher Dantzigk
von dannen er gedengkt, auf den Reichß-
tag nach Warschow, zu kommen. Sein Fraẅ-
lein, so an den zähnchen etwas krangk
gelegen, sol ein Frantzösischer Balbirer,
mit aufschneidung des zahnfleisches, ohne
noht, getödtet, und die Eltern dadurch, sehr
betrübet, auch der Frantzösischen nation, bösen nachklang gemacht
|| [[Handschrift: 250v]]
haben, zumahl da andere liederligkeitten
mehr, von ihnen verübet worden, vor diesem
mit aderlaße iunger Söhne, undt da
eine Frantzösische Amme, vorm iahr, fast die
gantze Königliche residentz, durch ver-
wahrlosung, angezündet.
Jn OostJndien, sol der Portughiesische Vice
Rè von Goa, eine gewaltige Stadt
erobert, undt große beütten, gemacht
haben.
Jch habe auch schreiben, von Wien, entpfangen,
vom herren von Roggendorff.
Dienstag♂ den 9ten: September 1651.
<Albrecht Sekerka, Rindtorfs Hans, Michel lagkay 15 lerchen[,] 1 wachtel.>
Gestern Abendt, ist ein Rehe, undt Victualien,
von Ballenstedt, ankommen. Die Tages hitze,
(so noch groß ist) bringt solchen Sachen mergklichen schaden!
Michel lagkay, ist heütte, nach Deßaw, wieder
mit brieffen, zu meinem Sohn, Viktor Amadeus verschigkt worden.
Extra: Ern Jonium, zu Mittage, gehabtt.
Bärnreütt, hat sich auch præsentiret.
heütte hat Oberlender einen wispel Ballenstedter schönen
weitzen, alhier zu Bernburg außseen lassen, im regenwetter
|| [[Handschrift: 251r]]
welches mehr zu seen verhindert. Gott helfe daß
es wol gerahten, undt genoßen werden möge!
hanß heinrich Schlegel, ist bey mir gewesen
mit seinen vögeln zum beißen.
Mittwoch☿ den 10ten: September 1651.
<4 hasen. 1 dachs.>
heütte, habe ich, meine leütte, hinauß geschickt,
das kleine werderchen, in der Sahle, im Gränaer
weinberge, so sich herüber angeleget, abhawen
zu laßen, undt das holtz hereiner zu führen,
dieweil mirs Plötzkaw, zur ungebühr,
undt mit ungrundt, streittig machen will.
Gott gebe zu glügklichem succeß!
Jakob Ludwig Schwartzenberger wahr extra zu Mittage.
Schreiben, von Gohta, undt Krannichfeldt.
Simone Ebreo, è stato quì, in castello, con varie proposte.
perge
Schreiben, von der andern herrschaft, wegen der gesindeord-
nung, Jtem: wegen einer M[ord]That, so drey
Reütter, an zweyen Reüttern, in hertzogk
Ernsts, von Gohta, gebiehtt, verübet, undt wir
umb assistentz ersucht werden, die Thäter auß-
zufragen, undt zu verhaften in unsern landen,
Jtem: eine fröliche ankündigung, von Fürst
Hanßen, das ihm Gott, den 8ten: huius, durch fröliche
Niederkunft seiner gemahlin Liebden einen iungen Sohn, beschehret!
Die gute post, ist auß hollandt ankommen, daß
der König in Engellandt, auf 40 deützscher meilen
weges weitt von Londen, eine steinerne brügke
von 36 Schwibbogen, undt einen importanten
paß, mit gewaltt, forciret, nach Nordt-
wallis, seine parthien, zu animirung seiner
favoriten daselbst, außgesandt, undt selber
in person, auf Londen zu, gegangen, aldar
triumphantelich eingezogen, undt seine
feinde zimblich gedempft <auch einen anhang, von 80000 Mann
bekommen>, nach dem er anfangs
den General Horrison (ahn obgedachten paß)
totaliter geschlagen, undt den Cromwell,
so ihn verfolgen, undt ihm den paß abschneiden
wollen, abusiret, undt verführet. Bey
der Princesse Royalle, sol darüber, große
freẅde sein, undt viel Parlamentische,
sollen in Zeelandt undt nach Rotterdam fliehen.
<Der König führet im HaüptFahnen, den blutenden abgehawenen kopf, des herrn vatters,>
Der Gott der gerechtigkeitt, wolle der
gerechten sache, beyfallen! undt die war-
heitt vertheidigen, auch seinen Gesalbten, schützen!
Jhm seye allezeit, lob, undt dangk gesaget,
vor alles gute, so er seinen kindern, erzeiget, undt
erweiset, er wolle es ferner thun, umb Jesu
Christj theẅren verdiensts willen, Amen! Amen!
Aus Westphalen, wirdt geklaget, das die Theẅ-
rung sehr über handt nehme, undt ein wispel
getreydig, gelte in die 48 ReichsthalerRthlr: daselbst.
Die lottringhischen völgker, sollen übel hausen.
Der hertzogk von Lünenburg (welchen man vor
Päbstisch außgeruffen) sol sich noch nicht recht
erklähret haben, sondern, zu venedig, auf
einen Cardinalßhuet, undt 20000 crohnen, iähr-
licher pension von Rom wartten. perge
(Mundus vult decipi!5 Drumb seind, die pfaffen hie!)
<Regen, windt.>
Gestern, haben meine leütte, von dem quæstio-
nirtem, in die 12 Fuder holtz, anhero
undt nach Zeptzigk geführet. Fürst Augusti leütte,
alß Zerbst, Jehna, undt ein Amptmann,
haben auf iehnem ufer, mit stillschweigen,
heütte<gestern> zugesehen. heütte, habe ich, meine
leüttlin, wieder hinauß geschicktt, was sie machen werden?
Jnterim: habe ich auch keine zeitt verspildert,
sondern an Fürst Johannsen, gratulando wieder geant-
wortett, durch seinen Trompter.
Secretarius Paulus ist bey mir gewesen, von
der Ballenstedter Commission, und andern expediendis, zu referiren.
heütte ist wieder ein ½ Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: weitzen alhier,
undt ½ Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: weitzen zu Zeptzigk, (in bösem wetter)
geseet worden, der erste in praesentz Hans Balthasar Oberlenders[,]
der ander, <in Præsentz> Martin haug lackayen. Gott gebe! das es
nicht übel, sondern wol gerahten, aufwachßen!
undt recht genoßen, werden möge!
Man hat heütte wieder 5 Fuder holtz,
auß dem werder geführet. Jst alles
mitteinander, weydenholtz. Meine
leütte iudiciren, selbiger werder, seye
wol 100 ThalerThlr: werth, so schön hat er
in 4 oder 5 iahren, zugenommen, dazuvor
nichts gestanden, undt die alluvion es gebracht.
Doctor Haimburger, Medicus von Magdeburg,
ist anhero kommen, Jl a l'heür, de guerir
les maniaques, undt hat stattliche
curen gethan, sonderlich hat er auch bißhero
durch Gottes gnaden, die Fürstin zu Cöhten,
zimblicher maßen, noch curiret, und erhalten.
Madame veüt parler a luy, d'üne proche
parente, que le bon Dieü, vueille reguerir!
par sa Sainte grace, et Benediction!
Freitag♀ den 12ten: September 1651.
<Regen.>
Doctor haimburger, ist wieder forth, nacher Magdeburg
in meynung, nacher hollstein zu gehen, undt
der cur halben, über der hertzogin zu Eütin,
sich zu vergleichen. Gott gebe zu glügk!
undt gesegnetem succeß!
Philip Güder, gehet mitt nacher Magdeburg[.]
Gott helfe! daß er seine sachen, wol außrichte!
Jacob Ludwig Schwartzenberger, ist bey
mir gewesen, in oeconomy: undt Polizeysachen,
allerley expedienda, zu befördern.
Doctor haimburger, hat mir gestern, betheẅert,
daß er 96 maniacos, (deren man die meisten
verwahren, undt an ketten legen müßen)
durch Gottes gnaden un[d sein]en segen, hat curiret.
Er sagt auch, das es au[f] der lüneburger heyde, ahn
itzo, wegen der Straßenraü[b]er, gar unsicher seye!
Jn neẅligkeit, wehre d[er] postbohte, zwischen
Magdeburg, undt hamburg[k] angegriffen, undt
ihme in die 3000 ReichsthalerRthlr: abgenommen worden.
Die Engelländische gute zeittungen, confirmiret er.
Zu hanover, sol ein Rector, undt Cantor, die Schuel-
knaben in der Magia necromantica, haben undterrichtet
undt auf dem Mantel zu fahren. Seindt eingezogen worden.
Samstag♄ den 13den: September 1651.
Meinem Carolo Ursino, in studiis, zugehöret,
undt zugesehen.
Oeconomysachen, befördert.
Mit Georg Reichardt geredet, Jtem: mit Jakob Ludwig Schwartzenberger[.]
Etzliche <8> Fuder holtzes, noch außm <quæstionirten> Werder,
holen laßen, undt die gestrige
vergebene protestation, des Amptß
Plötzkaw, remittiret. perge
Der greẅliche Regen, hat an vielen orthen,
durchgeschlagen, im Schloß, undt in der Stadt.
sonderlich, hat er auch leyder! zum willkommen,
des neẅen hofpredigers Menzelij
stall eingeweicht, und eingeschlagen,
undt bey nahe [s]eine pferde ermordet.
Gott lob! daß [es] noch also, abgegangen!
Der helfe ferrne[r] mit gnaden!
heütte hat [der] große regen, ein wenig remittiret,
iedoch nur, per intervallo.
Sonntag☉ den 14den: September 1651.
Philip Güder, ist von Magdeburgk wiederkommen,
mit meinen kutzschpferden, diesen Morgen. Er hat
Doctor Haimburgern, nach Magdeburg gelifert,
|| [[Handschrift: 254r]]
undt aldar einen landtkutzscher, vorn gedachten
Medicum, gemiehtet, nacher hamburgk in 6 Tagen,
zu fahren, alle Tage, vor 2½ ReichsthalerRthlr:
Von dannen, sol er nach Eütin, wandern.
Gott gebe zur glügklichen cur, de la Duchesse!
Die Magdeburger haben ihm, alß ihrem Stadt-
Physico, nur auf 16 Tage, undt doch ungerne
erlaübnüß gegeben, weil ihre gemeine
stargk, viel krangke, ehrliche leütte
darinnen, undt gleichwol kein ander Stadt-
Physicus daselbst vorhanden.
Philipp Güder hat mir auch etwas fischwahren
<an häringen, StogkFisch, und Schollen> mittgebracht, undt große ungelegenheit
wegen des regens, bösen weges, undt ge-
wäßers, mit gefahr, sonderlich gestern
abendt, auf der Budebrügke, zu Gaterschleben,
außgestanden, in dem die verfaulten
höltzer, auf der brügke, eingegangen,
undt die räder also im finstern, biß an
die Naben, hinein gefallen, undt wann
noch ein querholtz gebrochen wehre, hetten
Sie alle mit kutzschen, undt pferden, elendiglich
verderben müßen. Gott <seye> lob, und dangk, vor diese <väterliche> beschirmung!
Jn die kirche vormittags conjunctim, da Er Valentinus
Reichardt, pfarrer von Cörmigk, geprediget. Text:
von der wittwen Sohn, zu Naim; Lucas 76 Dominica 16.
Jch habe die hofordnung, vor meinem
Gemach, ablesen, undt durch den hofmeister
Einsidel, der pursche, inculciren laßen.
Gott gebe zu frucht, undt Nutzen!
Den CammerRaht Doctor Mechovium extra
gehabt, dann numehr der alte Sekerka[,]
der iunge Einsidel, undt andere, nicht vor
extraordinarij, zu achten, <Jtem: Tobias Steffeck von Kolodey[.]>
Man hat d[as] dangkfest, über 8 Tage
(wilß Gott) wegen der erndte, undt
die communion, von der cantzel abgekündiget.
Schreiben von Viktor Amadeus daß er gestern, nicht
hat erlaübet werden können, wegen des
regens, will in 2 oder 3 Tagen (gebe gott) wiederkommen.
Nachmittags, in des Jonij predigt, (welcher
den andern Theil, des Catechismj angefangen)
mit Carolo Ursino, undt zweyen Töchtern7.
Montag☽ den 15den: September 1651.
<3 hasen. 68 kleine vogel aufm vogelherdt.>
Der Balbirer, hanß Wentzel Rohte, hat mir
heütte sagen laßen, er hielte gäntzlich davor,
sein Elltistes krangkes söhnlein, <von 6 iahren altt> wehre behext.
Doctor Fischer hette anfangß, solches nicht glauben
wollen, ahn itzo aber, müste er es glauben,
undt hette gesagt, man müste des 14. Ta-
ges erwartten, wenn es den überlebete,
so köndte ihm keine zauberey mehr schaden.
Nun wehre heütte, der 14de: Tag.
Das liebe kindt, lieget da, kan weder
sterben, oder genesen, h[a]t ofte[!] die Epilepsiam
gehabt. Gestern aber, hat sich eine große
beüle, am arm erzeig[e]t, so von oben von
der achßel, biß gegen die median, alß ob es
lebendig, wie eine mauß wehre, herundter
gelauffen, undt als es eröfnet, ist noch zur
zeitt, garstige materiam, eyter, undt
bluht, heraußer kommen. Jch habe dem
kinde, ein wenig corallen Tinctur ge-
schicktt, in einem appropriirten waßer.
Gott gebe (wo es so lange noch lebet) daß es ihm
gut thue, gleich wie ihm vor wenig Tagen, mein
Balsamus Vitæ, und Florentiner giftöhl zimlich gut gethan!
|| [[Handschrift: 255v]]
Aber! Ach! waß seindt wir arme, elende, Menschen?
Baldt, nach dem ich diese Tinctur, undt wäßerlein
hinundter geschigkt, ehe es noch hinkommen, ist
bericht erschollen, daß noch gestern abendt, umb
9 uhr, das liebe kindt, gestorben wehre.
Gott genade ihm! Es ist sein frömbstes
kindt, undter allen gewesen. hat sich
fein ahngelaßen, undt wol studieret,
auch so lange es reden können, in seiner
krangkheit fleißig gebehtet, undt ohne
zweifel, hat es dem lieben Gott, auch
wolgefallen, er hat es zu sich gezogen,
(nach außgestandener quahl) auß lauter gühte.
Er gibt vor, de[r] Balbirer, daß sein Söhnlein,
mein pahte, (welcher vorm iahr verschieden)
auch seye behext gewesen. Gott wolle
solche scelera offenbahren, undt straffen!
Seine elltiste Tochter, (meinet er) sol auch
vor iahren, behext gewesen sein, zu Agken,
also: daß sie auch vor Todt gelegen, und große
mattigkeit außgestanden, auch viel erlitten,
endtlich hette ihr, zu förderst Gott der allmächtige
|| [[Handschrift: 256r]]
geholfen, darnach, hette das weib, so sie bezau-
bert, die bösen dinger, wieder wegthun müßen, weil
es ihr wehre auferleget worden. Daßelbe weib
solte endtrunnen sein, alß man sie zur Tortur,
bringen wollen, da man vermeinet, Sie würde
wol, auf die vornembsten weiber, in Agken,
bekandt haben. Alß sie nach hamburgk kommen,
sol sie sich, auf ein Schiff, aufs Meer, gesetzt
haben, undt alß sie in gesellschaft anderer
auf die offenbahre See kommen, wehre ein
grawsahmer Sturm endtstanden, undt
der Teüfel hette leibhaftig, das lose weib
in den lüften, hinweg geführet, daß kein
Mensch erfahren, wo sie hinkommen. Wehre
wol ein memorabile exemplum, Vindictæ Divinæ!
Gott gebe! das andere, sich daran, spiegeln!
undt buße thun! vor ihre greẅel, undt böse thaten!
Man sagt auch, von einem <außgerissenen bösem> weibe zu Lep-
pendorf, welches einer Frawen, ihr kindt
bezaubert, darumb, daß sie ihr, auf ihr ansuchen,
keine butter, undt brodt geben wollen.
Sie hat es ihr, mit pochen, schelten, und lästern, ab-
betteln wollen, vndt 2 hunden, butter und brot geben,
das kindt ist 1½ iahr altt, gewesen, am 9ten: Tage gestorben.
Der Balbirer gibt vor, er habe vor ein par
Tagen, neünerley holtz genommen, undt dem
kinde in die handt geben, einen zuber, oder gelte
mit waßer, darundter setzende. Alß nun
das kindt, die leichten höltzerlein, in die handt,
(unvermuhtendt) bekommen, undt fallen laßen,
wehren 6 stügklein hinein geplumpt,
so schwehr, alß bley, undt zu grunde ge-
sungken, das solte die prob sein, das
es 6 par böse dinger, wie sie es nen-
nen, bekommen, (ist aber superstitioß,
meines bedüngkens) in den leib, das
Arme unschuldige kindt, die übrigen
drey stügklein aber, wehren oben auf
dem waßer geschwummen. Gott erlöse
unß, von dem bösen, undt von allem unheyl!
Eine fuhre nach Zerbst geschigkt, Zerbster bier,
abzuholen. Gott gebe zu glügk!
On dit, qu'au cloistre, ou en l'hospital, il y
a dès sorcieres, au moins trois, dont l'üne
a failly gaster, il y a 10 ou 12 <ans> Georg Reichardt nostre
baillif, qui estoit alors Precepteür, de mes fils. perge
|| [[Handschrift: 257r]]
mais la frayeur, qu'il luy fist, la fit luy
oster lès tourmens de la teste, qu'il croyt,
qu'elle luy, ait occassionnè! Dieu vueille
pünir telles meschancetèz! soit en haut, ou bas degrè.
Mein kammerdiener, ist von Ballenstedt, wie-
derkommen, mit mühe, undt sorgen, wegen des großen
unerhört geschwinden, gewäßers! Die
Bude, undt Selgke, auch andere waßer,
haben sich mächtig ergoßen, undt schaden gethan,
in den feldern, an den dörfern, an dem, un-
eingebrachtem getreydig, undt gebeẅden, etcetera[.]
Mir ist auch zimblicher schade geschehen,
aufm Schloß zu Ballenstedt, an der Schäferey,
gebeẅde, an den außgerißenen Teichen,
an der Mühle, an dem uneingeerndten
haber, an Theilß breitten, so daß waßer
überschwemmet, und große löcher hinein
gerißen. Deus dedit; Deus abstulit, sit nomen
Dominj: benedictum.9 Meiner gemahlin Liebden sol zu
Ballenstedt, undt Padeborn, auch großer
schade, an gebeẅden, undt in feldern,
geschehen sein, zumahl da ihr haber, noch
gantz im felde in schwadten stehet. Patientia!
Die Schafe krongken, das Federvieh, stirbt
auch, insonderheit, die gänße. Miseria; per tutto!
A spasso; an die Mühle, undt kleinen weinberg.
<hanß Cohte, Peter banckkoch undt hanß der Bötticher, nur eine lerche.>
Post von Cöhten, mit den AntiDurrianis.
Gott gebe, zu gleichsahmen nachdrugk!
Es ist gestern, ein hase, einbracht worden, welchen
hagens von Biendorf, hunde, gefangen, vor
Poley, undt sie sollen mir ofte[!], zu nahe, hetzen.
Jst unrecht, undt strafbahr!
Die avisen geben: die erwüntzschte con-
firmation der Victorien, des Königß in Engel-
landt, seiner progreßen, stargken zufalß,
undt einzugs in Londen. Die Parlament(ar)ischen
wehren außgerißen. Printz Robert, be-
fünde sich auch, auf der nähe, mit einer
Schifarmada.
Jn Frangkreich, währet die unruhe noch,
der König, hette gerne declaration seiner Mündigkeitt[.]
Prince de Condè machet difficulteten, will zuvor-
hero declaration seiner unschuldt, haben,
Düc d'Orleans, interponirt sich. Cardinal Maz-
zarinj soll außgemustert werden.
Die Spannischen, haben Vuerne in Flandern
recuperirt, hoffen Duynkercken, oder La Bassèe
numehr anzugreiffen.
Die lottringher, wehren sich gegen den la Fertè
Seneterre, tapfer, gleichwol müßen sie endtlich cediren.
Der Kayser, will nach Prag kommen, undt
zuvorn, die Kayserinn, zur Königin in Ungarn, krönen
laßen.
Die Türgken moviren sich zwahr in Ungarn,
haben aber gleichwol vor Klein Comorrhen,
abziehen müßen. Der Kayser sucht alda friede.
Chur Brandenburg undt Pfaltz Neẅburg
tractiren annoch, es will aber zu keinem
Schluß, noch gedeyen. Der Kayser, hat Chur
Brandeburg vors kammergericht, zu Speyer ci-
tiret, wegen angefangenen krieges.
Man will auch, bey straff, vielen Margk,
lötiges goldes, die Thumbprobstey,
zu halberstadt, restituiret haben,
vor den Cardinal von harrach.
Die Züricher, in der Schweitz, haben auch
Streitt, mit den Fünff päbstischen orthen,
wegen des Turgaw, dörfte wol krieg causiren!
Der Bischof von Basel, ist gestorben.
Die Päbstische Fürsten, halten zu München,
undt die Evangelische, zu Stugkgardt,
(darundter auch Chur Pfaltz ist,) einen
convent, dörfte krieg außbrüten.
Jn Schweden, helt man behtTage, versam-
lungen, raysen, im schein, daß man, mit etwas
neẅes umbgehet.
Zu Lübegk, laßen sich, die tractaten
zwischen Schweden, undt Polen, numehr
wol an.
Der Könjg jn Polen, kömbt, in Preüßen,
die Cosagken, werden verfolget.
Duca de Jnfantado, welcher Spannischer
Gesandter zu Rom gewesen, extraordinarie
wirdt ViceRè in Sicilien.
Duca Farnese, gehet gesandter
vom Pabst in Spannien, zu gratuliren
wegen der neẅgeburtt, der iungen Tochter,
undt eine päbstliche geweyhete bett-
degke mittzubringen.
Viel Papisten, auss Böhmen, raysen nach Loreto.
Mein Sohn Victor, ist nachmittags von Deßaw
wiederkommen.
Die Sahle wächßt gewaltig, also
daß er<Sie> auch in die awen tritt, undt der
vogelsteller, zu stellen, abgetrieben worden
nach dem er heütte 1 schock, 5 vogel gefangen.
Mittwoch☿ den 17den: September 1651.
<Regen.>
Daß waßer der Sahle, ist noch eine elle, diese
Nacht gewachßen. Wil sich sehr ergießen.
Gott bewahre vor mehrerem unglügk!
hanß Eckardt, ist mit 2 faß, Zerbst[isch]en bieres,
von Zerbst wiederkommen. Klaget auch über
das große gewäßer, undt daß es, in dem
Rosenburgischen, Barbyschen, undt Cälbischen, großen
schaden gethan, an heẅ, getreydig, im felde, ein-
reißung der Thämme, undt dergleichen.
Solatium est miseris; socios habuisse malorum!
Zu Erxleben, zu Warmstorf, überall leidet
der iehnige, so getreydig im felde hat, schaden.
Alhier penetriret der Regen, durch die übel
bedegkte Scheünen, undt durch die diehmen, also:
das auch, das eingebrachte getreydig, schaden leidet.
Gott helffe überwinden, undt emergiren!
An der Stadtmawer alhier, beym Krumphalß,
ist ein groß Stügk mawer eingefallen.
A spasso, auf den höhen, die ergoßene Sahle in
den awen zu sehen, undt den vogelherdt
zu verändern.
haagen zu Biendorf, Krosigk zu Bösem,
undt andere, sollen große noht leiden,
am heẅ, undt getreydig, so noch im felde
stehen mag, wie auch Erlach, zu Aldenburgk.
Nachmittags, ist des Balbirers Söhnlejn,
begraben worden. Gott gebe ihm, die erbehtene
ruhe! undt an iehnem großem Tage, die herr-
liche Aufferstehung, zum ewigen Freẅdenleben!
Jst es bezaubert gewesen, (alß die Elltern,
undt ihrer viel, darvor halten) so gebe Gott,
daß es an den Tag komme, wol gestrafft, undt
das böse, gedempft werde!
A spasso nachmittagß wiederumb, da dann
die Sahle fast zusehens, noch gewachßen, undt die
Mühlgänge gehindert, auch die überfahrt
an der Fehre, sehr schwehr gemacht.
Am neẅen gebeẅde auf dem Schloße, da
|| [[Handschrift: 259r]]
meine Söhne, logiren, hat sich auch ein stargker riß,
eüßerlich, am gemaẅer, eraignet, welches wol
groß unglügk (da Gott in gnaden, vor seye!) cau-
siren dörfte. Gott gebe bäldiste remediirung!
reparation! verbeßerung! undt hülffsmittel!
perge
Donnerstag♃ den 18den: September 1651.
<21 lerchen, Albrecht Sekerka[,] Märtin lackay, Nickel Stalliunge.>
Post sacra peracta, & lectiones studiosas,
bin ich auf den neẅgelegten vogelherdt, inß Richters
gartten, spatziren gegangen, habe aber befunden,
daß daselbst so wol, alß in der awe, das waßer
eingerißen, undt also das vogelstellen verderbet.
Es ist heütte, noch sehrer gewachßen, als gestern.
Gestern habe ich den Rah[t] vorm berge, mit der
dissentirenden bürgerschaft, etzlicher maßen
verglichen, in einer collecte: oder contributions-
sache, der Fuhren des hofpredigers Menzelij
betreffende, heütte aber habe ich Einsideln,
mit Wartemßleben, durch commissarien
alß: Abraham von Rindtorf, undt Tobias Steffeck von Kolodey
Gott lob, verglichen, wegen der händel,
so undter ihnen, in Ungarn, undt Schlesien, vorgegangen,
als Sie truncken, undt uneinig gewesen. Der Gott
der einigkeit, wolle über ihnen, undt unß, schallten, und wallten!
Den Caplan Jonium, habe ich bey mir, gehabt,
undt 10 exemplaria von den AntiDurrianis,
vor daß Consistorium, undt andere geistliche
zugestellet. Gott gebe, zu nutzen!
Mein Sohn Victor, ist draußen, zu Zeptzigk,
undt an der Fuhne, gewesen, undt wiederkommen,
hat aber nichts geschoßen.
Einem kerll zugesehen, welcher nicht allein,
allerley gaükelspiel gemachtt, Sondern
auch, mit seinen gesellen, einen großen Crocodill,
2½ klafter lang, gewiesen, welcher zehen
Soldaten, alß man ihn geschoßen, sol umbs
leben gebracht h[ab]en. Jngleichem, haben sie
unß gezeiget, einen Parädißvogel, einen
Pelicanskopf: so die zahl seiner iahr, mit
Strichen, auf dem Schnabel, führet, nemlich
Fünffe, ein Jndiannischen Rabenkopff,
wie dann auch, ein iunger Basilißke,
welcher, so er lebendig wehre, undt einen
Menschen ansichtig würde, wegen seines
gifftigen Gesichts, ihme von Stund ahn,
zu Tödten vermöchte, (dem vorgeben nach)
|| [[Handschrift: 260r]]
dieser Basilißke, sol im lande zu Gülich, auß
einem haneney, durch eine kröhte sein außgebrü-
tet werden. Jch habe zwahr dergleichen dinge,
zum öftern, gesehen, dieweil es aber alhier, auf mei-
nem Residentzhause Bernburgk, eine raritet ist,
Alß habe ichs, aufzeichnen wollen.
Der gaügler hat auch ahrtige Spiel, undt veren-
derungen, auf der gaückelTasche gemachtt, allein
mit der kahrte, gefielen mir die transmutationes
so er geschwinde machte, am besten, wiewol Sie
nicht alle gleich, anstendig wahren.
Mit einem bogen pappier, machte er viel, undt
mancherley, artige verenderungen. Mit eyern,
mit nüßen, mit fädem[!], entzwe[y]schneiden, undt so
baldt wieder, zu ergäntzen, mit geldt verstegken,
in schnupTüchern, <zu verwechseln> undt herauß, wieder sobaldt,
partiren, undt andern händen, wahr er vix.
Sonderlich, wußte er auch, in der handt, endtlehnte
güldene ringe, an<vom> finger, an ein holtz, zu bringen,
wann daßelbe schon auf beyden ecken gehalten wurde.
Jtem: geldt, in der handt, zu verwandeln, Nägel,
in die Nase, zu stegken, schlößer, an der iungen
Maüler, zu legen, bier auß der Stirn, fließen zu
laßen, undt andere, lächerliche behendigkeitten. et cetera
<auch Mehl in weitzen, und weitzen in Mehl, geschwinde zu verwandeln.>
|| [[Handschrift: 260v]]
Sonderlich, wahr auch dengk: oder mergkwürdig, daß
er sich die hände, von zweene stargken kerlls, ließ
feste binden, so feste alß sie kondten, und gleichwol
zohe11 er die rechte handt, von sich selbsten, wieder
herauß, gar leichtlich, alß wolte er loß schlagen,
undt schob sie behende wieder hinein, in die
gebundenen strigke, wie zuvorn, also: daß
man sich billich darüber, zu verwundern, hatte.
Nachmittags, haben Meine Söhne, 15
lerchen, mit dem klebegarn, gefangen.
Freitag♀ den 19den: September 1651. böser/gefährlicher/schädlicher/unglücklicher/unglückseliger Tag (tatsächlich oder befürchtet)ꘉ böser/gefährlicher/schädlicher/unglücklicher/unglückseliger Tag (tatsächlich oder befürchtet)ꘉ Graphisch nicht darstellbares (spiralartiges) Symbol mit nicht ermittelter Bedeutung.[...]
<3 außm Stall haben 4 lerchen einbracht, vom streichen.>
heütte, ist die Sahle, in jhrer größe,
stehen b[l]ieben, undt ist wenig gefallen.
Man kan noch, mit der Fehre, nicht überfahren.
Avis von Ballenstedt, von großem schaden, des uner-
hörten Regenwetters, so zu Ballenstedt undt Padeborn,
geschehen, an den gebeẅden, wenden, undt getreydig.
Ein Sechtzigk gersten, ist Meiner herzlieb(st)en gemahlin Liebden zu
nichte worden, so auß mangel der Scheünen,
in hauffen, geleget werden müßen. Es ist
außgewachßen. Möchte noch zu mast, oder
Futter, (wann er getrogknet,) zu gebrauchen sein.
|| [[Handschrift: 261r]]
Jm Felde, seindt auch 12 Morgen Gersten, verdorben,
weil der regen, die härgker übereilet, daß sie ihn nicht
binden können. Am hafer, sollen noch 150 Morgen,
im felde liegen, in den Schwaden, so auch sehr außgewachßen.
Acht Morgen Erbßen im felde, seindt auch verdorben,
dergleichen henning Stammer, auch begegnet.
Diß alles ist Meiner gemahlin Liebden im Padebörnischen
wiederfahren. Man leßet in die pfarre daselbst
in die ställe, Scheüne, und auf die bödem[!] stegken,
waß zu Padeborn lieget, und guht ist, damit es nicht
auch verderbe! Meiner g Die Scheünen zu Ballenstedt,
seindt voll gebanßet, und kan nur ein ½ Sechtzig haber
noch hinein gehen, also daß das übrige Meiner gemahlin Liebden
endtweder in diehmen, oder in d[i]e Amptsscheünen,
(wo ferrne platz?) geleget we[r]den. Mir, wirdt
auch wol, nicht geringer schade, [g]eschehen sein, wie
denn aller enden, wegen des ungewöhnl[ich]en regens, klage ist.
Zu hartzgeroda, muß wol die hel[ff]te des getreydigß,
im felde, liegen bleiben. Die Teiche, seindt zu hartzgeroda
auch theilß außgerißen. Die Straffen Gottes, leyder!
wollen noch nicht aufhören. Der krieg zwischen Chur Bran-
denburg undt Pfaltz Neẅburg gehet auch noch stargk forth.
Die lottringhischen haben biß an Minden, gestraift undt die
Chur Brandenburgische Cantzeley veriagt. Zu Ascherßleben sollen
3 compagnien und zu Ermschleben 1 compagnie winterquartier haben, undt also
forth, im Fürstenthumb Halberstadt, welchen frustra 10 mille ThalerTh: davor offeriret.
Christopherus Janus, mein undterthan, so auß Schweden
wiederkommen, undt hofmeister, bey einem herren von Effern,
gewesen, hat mir undterthenig, zugesprochen, undt
vielerley recitiret. perge
<Nota Bene[:]> Jnflammation des yeux de Viktor Amadeus[.] Dieu le vueille
reguerir, par sa Sainte grace!
Samstag♄ den 20ten: September 1651.
<23 lerchen, Wartemßleben, Zacharias Trompter, undt Hans Georg lackay.>
<2 hasen, Carl Ursinus Fürst zu Anhalt[.]>
Doctor Mechovius, mein CammerRaht, undt Paulus
Luwdig, Secretarius, seindt von Zerbst, von des Fertzij
hochzeitt, wiederkommen.
Avis von Palbergk, undt den andern dörfern,
daß den armen leüttlin, viel getreydig, undt fast
die helfte an gersten, haber undt heẅ, durch
das regenwaßer, verdorben, umbkommen, undt
außgewachße[n.] Jst bedaẅerlich!
Jn der Stadt [B]raunschweig, sol sich die Ogker,
dermaßen, ergoß[en] haben, das die bürger, in den
haüsern, nicht [tr]ugken sitzen, undt auf den
gaßen, undt Märgkten zusammen, auf kähnen,
fahren. Zub sol eine wolgkenbrust,
gefallen sein, welche dieses plötzliche gewäßer,
verahnlaßet mag haben.
heütte ist unsere Sahle, umb eine elle hoch, gefallen.
Die wasser am hartz, sollen sich auch verloffen haben[.]
|| [[Handschrift: 262r]]
Gott gebe, fernere continuation! Des guten, undt wende
in gnaden ab! alles böse! Die Fuhren, können noch nicht transitiren!
Diese Nacht, ist dem Caplan Jonio, der kuhestall
eingefallen, hette bey nahe, seine kühe erschlagen,
welche numehr, dem wolff, (welcher ihm schon ein-
gefallen, undt gänße hinweg genommen) dörften
zu Theil werden. Bey Lorentz N[ic]kel vorm berge,
sol auch der wolff in der nachtt, [si]ch haben spühren
laßen, item: bey Meinen Schaafen, so im Schweinhofe
liegen. Nulla calamitas sola!12 Gott remediire in gnaden!
Præparatio ad Sanctam Synaxim, piis meditationibus, et
lectionibus, item: precibus assiduis, et cetera[.] Deus det; velle, & perficere!
Nachmittagß, zur vorberei[tu]ngßpredigt, so Er
Menzelius, der neẅe hofprediger, [zum] ersten mahl gehalten,
ex capitulo 10 ad Hebræos13, Gott g[ebe zu] nachdrügklichem
succeß! undt gebe dem donner, s[eine]s worttes, große krafft!
undt laße unß, mit aufrichti[gen], andächtigen hertzen,
zu seiner gnaden Tafel, Mor[gen] (gebe gott) undt allezeit, tretten!
O herre hilff! o herr, laß wieder [es] gelingen! Amen! Amen!
Der Allte Magister Marcus Fridericus Wendelinus,
mein gewesener Præceptor, in meiner iugendt,
an itzo aber, in die 40 iahr hero, Rector Gymnasij
Anhaltinj, zu Zerbst, hat sich, in der abendtstunde,
unvermuhtende alhier, præsentiret, undt angegeben.
Er ist ein sehr gelehrter, Frommer, Theẅrer Mann.
et cetera
Sonntag☉ den 21. September 1651.
<53 lerchen, undt 1 wachtel vom streichen, die Nachtt, Oberlender, Märtin lackay, undt Valtin Stallknecht, einbracht.>
Am heüttigen dankfFest,
vor die liebe Erndte, mit meinen Söhnen, undt
beyden Mittleren Töchtern, undt comitat, zur
kirchen, Er Menzelius, der neẅe hofprediger,
hat eine schöne [pr]edigt gethan, auß dem
13.[,] 14.[,] 15.[,] 16.[,] 17. [v]erßen, des 104. psalms14.
Postea, hat man die heilige communion gehalten,
deren ich, undt mein Sohn Victor, auch
beygewohnet. Gott gebe unß allen, zur
Sehligkeitt! undt wolfahrt!
Meine freundliche herzlieb(st)e [gem]ahlin, ist etwas unpaß,
<diesen Morgen worden.>
Gott wolle [es zur] beßerung schigken!
Extra zu Mit[tage] die Rindtorfinn, Ern
Wendelinum, [d]en hofprediger Menzelium,
Tobias Steffeck von Kolodey gehab[t.]
Postea hat [We]ndelinus abschiedt genommen,
undt ich habe ihn nach Cöhten, laßen führen.
Gott gesegene undt erhalte noch lange zeitt,
diesen frommen, hochgelehrten, aufrichtigen Mann!
Nachmittage, wieder zur kirchen, da der Caplan
Jonius, geprediget, undt fast nach der predigt, undt
gesprochenem Segen, die stiegen herab, von der Cantzel
|| [[Handschrift: 263r]]
gefallen wehre, weil die eine stuffe, undt die lehne
an der Cantzel, gebrochen. Gott lob! undt dangk! der
es noch also zum besten, geschickt hat, das er sein
Ampt, erstlich verrichten können, hernacher aber,
vor unglügk præserviret worden, wiewol er
heftig erschrogken, undt es lange hernach gefühlet. perge
Le malheür nous talonne, de près.
Mit meiner freundlichen herzlieb(st)en Gemahlin Liebden will es sich, zu einem
Fieberlein ahnlaßen. Sie hat diesen morgen
frühe, (forsan, ab esu hesterno, melonum) eine
Diarrhæam bekommen, darnach eine große Mattig-
keitt, weil ihr der schlaf interrumpirt worden.
Darnach, hat sich die kälte eingefunden.
Gegen abendt aber die hitze. Gott wolle
die beßerung, schigken, undt zu den medicamen-
tis, so Jhre Liebden vom Doctor Fischer, gebrauchtt, segen, undt
gedeyen geben! Das eßen, schmegkt Jhrer Liebden
nicht, undt alles ist ihr b[i]tter im Munde,
Mag, auß dem verderbten Magen, oder von
der Galle herkommen. Peut estre, qu'il y a eü,
quelque secrette alteration, et commotion. perge
Die beyden Jahns, haben sich auch bey mir, einge-
stellet, des gewesenen Caplans zu Ballenstedt, Söhne,
alß: Christopherus, undt Nathanael. perge
Montag☽ den 22ten: September 1651.
<12 lerchen die Nacht, Michel Sattelknechtt, Michel vorreütter, undt Wischers knechtt.>
Avisen von Erffurdt, daß wegen continuirlichen
Regenwetters, Freitag♀[,] Samstag♄ undt sonntages☉tages, Acht Tage,
die waßer daselbst, so groß worden, dergleichen
kein Mensch, gedengken will, wodurch auf
dem lande, so wol, alß in selbiger Stadt,
großer schade geschehen, das waßer, ist in etz-
lichen gaßen, zu Erfurdt so hoch gestanden,
das kein Mensch, zum andern, kommen können.
Viel keller, seindt überfüllet worden, auch
undterschiedene dörfer, im waßer, gestanden.
Man besorget, man werde ie mehr, undt mehr,
von größerem schaden, vernehmen.
Jnn Frangkreich, endert sich viel, der iunge
König, Ludovicus XIV. ist numehr mündig, undt
hat die Regierun[g], seines Reichs, angetretten,
Man hoffet, es werde sich alles vergleichen,
undt die König[i]n, sich auf ihr widdumb, zu
begeben, veruhrsachet werden.
Jn Engellandt, hat der König zwahr succeß,
allein das platte landt gewinnet er, undt hat
etwaß zulauff. hingegen, hat Cromwell die
Stadt, undt Schloß Sterling, occupirt, undt den
König, von Schottlandt, abgeschnitten. So haben auch
|| [[Handschrift: 264r]]
die Neẅen Regenten, die festen plätze, undt päße
in Engellandt, mehrentheils, besetzet, undt preßen
viel volgks, auß Londen, sich dem Könige, (welcher in
großer gefahr, versiret) zu opponiren. Cromwell
gehet ihm auch nach, Gott laße den König nicht,
in seine Tirnannische hände, gerahten. Fairfax,
undt andere Parlamentische, sollen nacher Rotterdam
endtwichen sein, dem Spiel, von ferrne zuzusehen.
Chur Brandenburg undt Neẅburg wollen inter Arma
undt zu Neüße, hinführo tractiren, worinnen, der
Graf von hatzfeldt, undt andere Chur: undt Fürstliche
Gesandten, sich sehr bemühen.
Hans Georg lackay, leßet mir heütte, (in schönem
wetter), 1½ Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: Rogken außse[en.] Gott gebe mirs,
undt den Meinigen, zu glück! [se]gen! undt gedeyen!
Meine Rähte, Doctor Mechovius, und [Pa]ulus Ludwig, haben
mir mündtliche relation abgeleget, von der Zerbsterischen
rayse, undt verrichtung.
Schreiben von Croßen, daß die Princeßinnen in Ungarn,
5 wochen am fieber krangk gelegen, undt sich wol
geduldet daselbst. Gott tröste! segene! undt stärcke sie!
undt dempfe allenthalben, alle wiederwärtigkeitt!
Die Leiptziger avisen, confirmiren, die venezianische
große Victoria, undt waßerSchlachtt, undt eroberung,
vieler Schiffe, galleren, Maonen, Stügke, gefangenen[,]
beütte, undt dergleichen. Jnterim hilft es doch, Candia, undt
|| [[Handschrift: 264v]]
Dalmatia, nicht viel. Es sollen auch, die Päbstlichen
undt Maltheser galleren, (unwißendt von diesem
Siege) die Türckische armada von Tripolj, geschlagen
haben, also: daß zu waßer, die Türcken, succumbiren.
Der Türckische Kayser, sol, mit seinem Primo
Vesier, von den Janitzschahren, stranguliret
worden sein, weil er, die Türgken, undt
Tartarn, den Cosagken, zu hülfe geschicktt,
wieder die Pollen, undt also, dem frieden, contra-
veniret, mit Pollen, mit der Wallachey, undt Moldaw.
Jn Ungarn, hat sich der Kayserliche General,
Grave von Buchhaim, wegen Klein Comorrhen,
an einer Ungari[sch]en Pallanka, Zigeth genandt,
gerochen15, undt [de]n Türgken, mit krieg, Feẅer,
undt brandt, [d]reymal mehr schaden gethan.
Gleichwol, hat der Bassa von Ofen, den Kayser
versichert, daß die vorigen hostiliteten, nicht
mit willen, des Türckischen Kaysers geschehen seyen,
undt das der Bascha oder Stadthalter16, zu
Canischa, derentwegen solte strafe leyden.
Dennoch trawet man nicht, zu Wien, sondern
man machet stärgkere gegen verfaßung.
Der Pabst sol gestorben sein, undt Cardinal Mazzarinj
nach Rom raysen, mit 90000 pistoletten, so ihme, die Köni-
ginn in Frangkreich, zur zehrung, mittgegeben.
König in Frangkreich, ist den 7. September dieses
1651. iahres, maiorennis worden, undt hatt eine zierliche
rede, in seinem Parlament zu Paris, gehalten, die Regie-
rung ahngetretten, undt seiner Fraw Mutter, die direction
im geheimen Raht, wieder übergeben. Düc d'Orleans, ist
darbey gewesen, cum applausu, Printz von Condè,
undt sein bruder, Printz von Conty, aber nicht. Der
gemeine Mann, hat sehr gefrohlogkt, darüber, wie
auch viel Geistliche, undt etzliche Noblesse. Er
sol baldt gekröhnet werden, undt zur armèe, gehen. perge
Barcellona, sollen die Spannischen, recuperiret
haben, undt fast gantz Catalogna. Sie gehen nun,
vor Perpignan.
Vor Turino, seindt auch, die Spannischen. Die hertzogin,
sampt ihrem Sohn, dem iungen hertzog von Savoya,
suchen, sich, durch die Frantzösische armèe zu mainteniren.
Die Päbstischen, undt reformirten Schweitzer, seindt
wieder einander, wegen einer elenden, allten,
verfallenen Cappellen, im Turgaw, so die reformirten,
an sich gebracht, undt eine kirche dahin gebawet,
da die Papisten, wol zehenmahl mehr pecciret. Jtem:
anderer nichts werdiger händel halber. Bern, Basel
|| [[Handschrift: 265v]]
undt Schafhausen, suchen sich, durch den außträglichen
weg rechtens, zu interponiren, welches auch der
interessirte orth, Zürich, beliebet, allein es schei-
net, die Römisch: Catohlischen orth, suchen, frembde
hülfen, undt die extrema. Gott beßere es!
Jn Engellandt, will der einzug des Königs,
in Londen, gar nicht continuiren, Sondern viel
mehr, daß er von vier armèen, umbringet seye,
undt das über 20000 independenten, undt
wiederTaüffer, alleine in der Stadt Londen,
in armis seyen. Gott bewahre ihn, vor unglügk!
undt daß er zurügkc kommen könne!
Es sollen zwahr, zweene Schiffe, mit furchtt-
sahmen Parlamentischen, zu Rotterdam ankommen
sein, aber Cromwell ist nach eroberung des
festen Casteels Sterlings (so keinen
Mangel gehabt, undt wol versehen gewesen,
nur, das die darinnen liegende hitlender
nicht fechten wollen, undt den Gouverneür
zur übergabe, zu unzeittig, gezwungen)
dem König, nachgefolget, wiewol etzliche
wollen, Cromwell seye geschlagen. Gott gebe es!
|| [[Handschrift: 266r]]
undt bewahre den guten König, vor verrähterey! unglügk!
undt bösen consiliis!
Jn Schweden, sol der Portughiesische gesandte, von seinem
Secretario, so ein Jesuit, betrogen, bestohlen,
undt ümb seine geheimste sachen, gebracht worden
sein. Derselbe Jesuit, ist mit solchen sachen, heimlich
nacher Lübegk, entrunnen.
Die Tractaten zu Lübegk, haben ein absehen,
auf Pollnischer seitten, auf der Cosagken krieges
außgang, undt auf Schwedischer, siehet man, wo
es mit dem Chur Brandeburgischen kriege, hinauß will?
Jn Schweden, ist des Admirals Flämingß
wittwe, eine geborne grävin Brahe17, mit ihren
kindern18, undt befreündten, in einer gallere
raysende, durch Sturm, umbgeworfen worden,
Man hat sie kawm noch gerettet, die übrigen
personen aber, seindt ertrungken. O Unglügk!
Die Cosagken, undt Tartarn, rüsten sich,
aufß neẅe, wieder Pohlen. Moldaw, undt
Wallachey, helt bestendig am Könige, undt der Cron.
haben solches auch, mit abordnungen, undt Præ-
senten, bestehtiget. Des Königs rayse, sol gewiß
vor sich gehen, nacher Preüßen zu. <Viel grosse, undt kleine, von der
armee sterben.>
Der ReichsTag, sol noch, im Maijo, intimiret werden.
heütte, ist die Sahle, mergklich gefallen, undt man
hat, die pferde, wieder angefangen, überzuführen.
Post, undt Victualien von Ballenstedt, auch
avis, daß der große schade noch etwas erträglich,
undt zu repariren, iedoch empfindtlich seye!
Dienstag♂ den 23ten: September 1651.
<16 lerchen, Ludwig Rober, Andreaß hetzler, Rindtorfs hänßgen. 26 kleine vogel, der vogelsteller, gefangen.>
<5 hasen, von der hatz. 1 hasen, Oberlender geschoßen.>
Schreiben von Wien, durch eigenen
bohten, in allerhandt anbringen daselbst.
Jn Oeconomysachen, laboriret.
Post sacra peracta, & expedienda expedita, bin
ich vormittagß, an die Mühle, undt ufer, gegangen,
die Sahle ist noch wenig gefallen.
Ein Schiff, ist mit 17 wispel getreydigß
durchpassiret.
Meine Söhne, haben mit dem klebegarn,
nur 6 lerchen gefangen.
Magister Menzelius ist wiederkommen, mit recommen-
dationschreiben von Meiner Fraw Schwester Liebden[.]
Mittwoch☿ den 24ten: September 1651.
<Nebel[.]>
<10 lerchen Hans Kohte cum sociis.>
Getraẅmet, daß ich, an einer kurtzen Tafel, geseßen,
mit beyden predigern, Doctor Bergio, undt Doctor Crellio,
undt viel mit ihnen geredet. Sie hetten auch noch
einen Geistlichen, bey sich gehabt. Zuvorhero aber, legte
|| [[Handschrift: 267r]]
sich, eine handt, mit 5 fingern, auf meine handt,
welche ich über dem hauptküßen, liegen hatte,
ich wachte darüber auff, siehe so fühlete ich
die 5 finger, auf meinen fingern, noch gar
eigentlich, endtsetzte mich ein wenig,
da vergienge, undt verschwande es. Quid hoc significat?
Jn die kirche, undt erste wochenpredigtt
des Menzelij (neẅen hofpredigers) so er kurtz
undt nervose, auß dem 125. psalm19, gethan.
Meine Söhne, wahren mit mir darinnen.
Gott gebe ferner segen, undt gedeyen, zu
der würgkung, des heiligen Evangelij.
Extra ist zu Mittage geblieben,
undter andern, der ander Menzelius, <Magister>
so gestern abendt, alhier ankommen, undt
allerley relation, von Strehlitz, gethan,
wie auß der Margk Brandenburg[.]
Er hat auch, seine anstöße gehabt, an der Margk,
undt bey Zerbst, mit umbwerfung der kutzsche,
alhier aber, auf 1 meile weges, von hinnen,
ist er, im Moraß, tief stegken blieben, undt
sehr eingesungken, biß man ihnen, außgeholfen.
Dulcia non meruit; qui non gustavit amara!
Nachmittagß, ist der digke, ungesunde, stingkende
Nebel, so vormittags, gewesen, wieder gefallen.
A spasso, in schönem wetter, in kleinen wein-
bergk. Die waßer, seindt, gar wenig, gefallen.
Meine freundliche herzlieb(st)e gemahlin, hat heütte gebeichtet, bey dem Otto
Gehse, pfarrer von Alßleben, so sie haben anhero holen laßen. Gott
gebe einträchtige, einmühtige undt friedtfertige gemühter!
Diese Tage, ist (einkommenem bericht nach) der itzige
pfarrer von NiederPeißen, gar eiferig mit unverstandt
worden, in dem er von unserm reformirten pfarrer von
Paschleben, in controversien überwiesen, undt überzeüget,
zwahr eigensinnig blieben, dennoch aber, sich dermaßen
alteriret, daß er Jesum dreymahl angeruffen, der
solte sein zeüge sein, das er nun, oder nimmer, wollte
zulaßen, daß ein Calvinist, bey eintziger Tauffe oder
Gevatterschaft sein, undt dieselbe vertretten sollte,
gestaltt er auch unlengst, zweene Gevattern, reijciret,
welche Ernst der Schengke daselbst, (mein gewesener
vogelsteller, undt Mußcketirer) <alhier in Bernburgk> gebehten gehabtt,
undt er es inhibiret, gleich alß ob er, in OberPeüßen,
(welches doch mein ist) auch zu gebiehten hette? da ich doch
wol, commendiren köndte, daß meine pawren, alhier oder zu
Palbergk müßte Taüffen laßen, undt predigt hören, wie
es der Oberhauptmann Curdt Börstel Sehliger, gar mit erbawung
einer neẅen kirche zu wirschleben vorgehabt, wann er der krieg nicht interrumpirt
|| [[Handschrift: 268r]]
hette? undt die OberPeißner, dahin hetten hingehen sollen.
An itzo, hat Krosigk in NiederPeüßen, kaum drey undertha-
nen, so wieder aufgebawet haben, der meynigen aber,
seindt viel mehr, welche billich, nicht zu deseriren, Sondern,
(pro posse,) auf den rechten weg, zu bringen. Die kirche sonst
zu Nieder Peüßen, liegt im Magdeburgischen Territorio, wie sie
es an itzo beschreiben, undt gezogen haben wollen?
<Graphisch nicht darstellbares (spiralartiges) Symbol mit nicht ermittelter Bedeutung.[...]> Donnerstag♃ den 25den: September 1651.
<21 lerchen, Albrecht Sekerka[,] Michel Ringk, lackay; Peter bangkkoch, haben 22 lerchen gestrichen.>
<38 kleine vogel.>
Geschrieben, nacher Croßen, undt Strehlitz.
Meine freundliche herzlieb(st)e gemahlin, hat heütte ihre communion, alhier gehalten.
Gott gebe zur einigkeitt, undt Friedlichem wolstande!
heütte haben Wolfgang Sutorius, undt Ludwig Rober,
einen wispel rogken, zu Zeptzigk außsehen laßen,
Gott gebe zu glügk! wachßthumb! undt gedeyen!
Meine wochenrechnungen, habe ich durchsehen.
Etwaß spatziren gegangen, vor: undt Nachmittagß. perge
Der Cantzler Milagius, hat gegen abendt, in transitu
eingesprochen, in unserm Gynecæo.
Avis: daß der Administrator von halle, mit Seiner Liebden gemahlin
undt Freẅlein Töchterlein, (von drey iahren altt) zu-
rügkd auß Mecklenburg wieder kommen, undt zu Deßaw,
auf das Nachtlager, eingesprochen, auch gar content gewesen.
Stammerische ahnbringen auß Ballenstedt, in puncto hæreditatis[,]
ehegelder, Schmugkgelder, undt schulden, der OberStammerischen
contra die NiederStammerischen, und andere cohæredes.
Freitag♀ den 26<ten:> September 1651.
<14 lerchen, Geüder der page, Hans Eckardt, undt der gärtner.>
<13 kleine vogel.>
Johann Schinckel, ein Bernburger kindt, (so sieder Gallaaßischer
Einquartierung, in der frembde, in Pommern, gewesen)
hat sich auch gestern, bey mir præsentiret.
Seltzam ist es, daß die Sahle ein 3 Tage hero,
ein wenig gefallen, die Fuhne aber hingegen wächßet.
Der Stadtvogtt, Johannes Georgius Albinus, hat umb dispen-
sation <ahn>gehalten, neün gevattern, zu seinem iüngstge-
bornen Söhnlein, zu bitten. (Sonst vermag, das Mandat,
daß man nur drey gevattern, bitten solle) wiewol
er nun, alß eine Amptßperson, andern gut exempel
geben sollte, So hat man doch, dißmahl, [...]<in> ansehung,
seiner dürftigkeitt, undt undterthenigen Confidentz,
ihme gratificiret. Wirdt er also, erbitten, gegen
den Sontag, wilß Gott! 1. Meine persohn.
2. Den Cammerraht, Doctor Mechovium. 3. Secretarium
Paulum Ludwig. 4. Die Amptmanns Reichardts,
haußFraw. 5. Den Amptßverwalter, zu Warmbstorff,
Johann Jacob Eisenberger. 6. Fraw Superintendentin.
7. Des Cämmerers Teichmanns Fraw. 8. Bürgemeister[!]
Joachim Döhring. 9. Der Cammermeister, Tobias
Steffegk von Kolodey, qui ne doit pas estre le dernier!
A spasso, auf den vogelherdt, spatzirt, wenig gefangen.
Der iunge Bährenreütt, hat sich wieder præsentiret.
Schwartzenberger, gehet nacher Deßaw. Gott geleitte ihn!
Conversatio, mit Hammeln, in cose, di momento.
Die bürger alhier, zu Bernburgk, haben etzliche
Tage lang, (alß man nicht mahlen können, noch
brodt haben,) theilß semlen, theilß geschrohten
brodt eßen müßen, darvon sie sich aber, in
erinnerung der Gallaaßischen hungerß-
noht, undt sonsten, nicht wol befunden.
Samstag♄ den 27ten: September 1651.
<Clemen haußknecht Nickel Stalliunge[,] Gärtneriunge. 29 lerchen.>
<3 hasen, Rindtorff gehetzt. 31 kleine vogel. 5 großvogel.>
Post von Ballenstedt, in Kohlmanns fastidiis.
1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: rogken, habe ich, abermal seen laßen.
Gott gebe, zu glügk! wachßthumb! undt segen!
Meine Söhne, undt Theilß Töchter, seindt hinauß, in die
weinberge, da die Trauben, sehr reiff werden.
Oeconomica undt rechnungen vorgehabt.
Es hat nachmittagß geregnet, alß Oberlender,
obgedachten wispel rogken seen laßen.
Doctor Fischer, ist bey mir gewesen, mit seinen
gravaminibus, wieder den Apotegker.
Ma femme sent encores, quelques trenchèes
au corps, depuis le jour de sa commünion. Mais
on a apprehension, que ce ne soyt la gravelle!
Dieu la vueille remettre, en ün estat souhaittable!
Sonntag☉ den 28ten: September 1651.
Diese Nacht, hat man alhier zu Bernburg, aufm Schloß,
einen stargken fall in der küche, wie auch einen,
auf meiner Söhne Taubenschlag, über ihrer kammer,
gehöret. Der kleine Carll, ist in der Nacht, auf-
gestanden von sich selbsten, schlafende, undt alß
er in die Thür der kammer kommen, hat er ange-
fangen zu weinen, da ihn dann, sein bruder,
undt der Præceptor, wieder zurechte gebracht.
Er hat sich aber geengstiget. Gott laße dieses
alles, nichts böses andeütten!
Jn die kirche, cum filiis, & tribus filiabus20, da
der neẅe hofprediger Menzelius abermalß eine gute
predigt, vormittags gethan.
Extra zu Mittage: die Rindtorfinn, Doctor Mechovius,
undt Tobias Steffeck von Kolodey gehabtt.
Nachmittagß, die gevatterschaft beym
Stadtvogtt Albino verrichten laßen, durch
Doctor Mechovium.
heütte, nach der vormittagßpredigt, in der Stadt,
so Magister Menzelius verrichtet, ist dieser Magister,
vom Superintendenten ordinirt worden. Gott gebe zu glügk!
|| [[Handschrift: 270r]]
undt Segen, auch zur außbreittung der warheitt!
Avisen: daß zu Brehmen, viel prodigia, sich sehen laßen.
undter andern, daß eine Nacht, die pfortte nach
Delmenhorst hin, sich selber eröfnet.
Jtem: das eine Fraw, getreydig getruck-
net, welches sich von sich selber, häuffig vermehret hette.
Ejn kindt, solte auch, viel seltzames dinges,
außsagen, undt prophezeyen.
Die Schweden, setzen der Stadt Brehmen, mit
heimlichen verfolgungen hartt zu. Königßmargk,
Eschken, undt andere Donatarij, bawen
stadtliche haüßer, undt Pallatia, in der geschenck-
ten Thumbherren gühtern, undt vexieren sehr,
den raht, mit verachtung, undt übermuth.
Dörfte endtlich, desperata consilia verahnlaßen.
Der Kayser, hat die me[d]iation der Staaden,
zwischen Chur Brandenburg un[d]t Pfaltz Neẅburg
verworffen, also daß ihre gesandten, abgezogen,
undt Jhre Mayestät sich der interposition undternommen.
Der König in Engellandt, sol von Cromwell
(leyder! Gott erbarme es!) gantz geschlagen sein,
undt 6000 Mann, verlohren haben. Die Schottische Ca-
vallery, ist zeittlich durchgegangen, das Fußvolgk im stich ge-
blieben. Wo der König hinkommen, weiß man noch nicht?
Schwartzenberger ist von Deßaw, wiederkommen.
Nachmittags in die predigt, des Diaconj Jonij; cum filiis.
Obrist leüttnant Lugk, hat mir zugesprochen.
Die Erffurter avisen gaben auch, daß in Frangkreich,
der Düc de Longueville vom<zum> König in Frankreich gefallen
wehre, undt also der Printzen parthey,
zimlicher maßen, geschwächt.
Mein bruder, Fürst Friedrich schreibt mir, von
Florentz, daß er mit dem Großhertzogk
undt deßen 3 Brüdern, wol daran seye,
habe auch kundtschaft, mit dem hertzoge
von Mantua, undt deßen Gemahlin,
gemachtt, gedengket nach Napolj,
Meylandt, Venedig, undt in Dalmatiam
zu raysen. Die venezianer hetten des Mocenigo
Victoria zu waßer, durch den General
Foscolo, verfolgen laßen, undt also
die Türgken, in forchtt, gebracht, daß
Sie ihre schiffe verlaßen, undt in eine
Jnsel, sich salviret, also daß die Christen
54 galleren, undt 17 große Schiffe, ohne
Schwerdt Streich erobert, darnach, die Jnsel
|| [[Handschrift: 271r]]
besetzt, undt die Türgken, sich zu ergeben <auß hungersnoht>, gezwungen,
also: daß Sie darüber, 11000 Türgken, zu Schklaven,
gemachtt, undt alle gefangene Christen, liberiret.
Der iunge Graf Banner, helt sich, bey
Meinem bruder auf. Der Pabst, wil baldt
sterben, sol die waßersuchtt, stargk haben,
oder heimlich gift, ihme beygebracht worden sein,
also das Sie ihm sein prognosticon, auf den
Frühling machen, diesem Jnnocentio X. perge Gott
gebe! daß er, undt iedermann, sich bekehre, undt
die warheitt, des reinen wortts Gottes, ergreiffe!
Plüsieurs, sont d'opinion, que ce Roy d'Angleterre
aye a souffrir, pour les pechèz ou malediction,
de son Pere & Grand Pere, & que cela arrive-
ra jüsqu'a la 4me. generation, pour quelque
Crime secret, düquel pourtant, comme cachè,
on ne devroit pas jüger, si asseurêment!
Et les evenemens sinist[r]es, d'üne cause
jüste, ne devroyent pas faire, si mal jüger!
Ce jour, n'a pas manquè, a m'estre penible,
tant a cause, dès tribülations ordinaires, qu'a
cause de beaucoup d'ennuy, que m'a apportè l'op-
position de Kohlmann, & les dispütes traversantes,
que ie rencontre, pour rebastir, ün bacq nouveau.
Zur kirchen, cum filijs, & filiabus.
Meine gemahlin, ist noch etwas unpaß.
Extra zu Mittage, gehabtt: die Rindtorfin,
den Tobias Steffeck von Kolodey undt hofprediger Menzelium.
Nachmittags, hat Magister Menzelius ge-
prediget. Der hofprediger, heißt Johannes
Menzelius, undt der Magister heißet:
Johannes Abrahamus Menzelius.
Jch habe mit diesem, nach der predigtt,
conversiret.
Der CammerJungker von Zerbst, Krahe,
jst anhero gekommen, Meine freundliche herzlieb(st)e gemah-
lin, zu gevatter, zu bitten, wiewol das
kindttaüffen geschehen, undt das kindt J Geörge
Rudolff genen[n]et worden, allein bey der
einsegnung, machen sie eigene ceremonien.
Die avisen, von Leiptzigk bringen:
Nota Bene
Nota Bene
Nota Bene Daß der Churfürst von Bayern, numehr im 79.
iahr, seines allters, zu Jngolstadt, gestorben.
habe also wieder einen bekandten Potentaten, verlohren.
So sol auch Chur Pfaltz, 12 gravamina undt
Contraventiones des friedenschlußes, haben eingegeben
undt umb assistentz die krayßStände zu Frangk-
furth, gebehten haben. Die Kayserlichen aber, halten
es vor sachen, so via juris, zu endtscheiden,
undt hemmen inndeßen, die evacuation Fran-
ckenthalß.
Jn Engellandt, sol der König, zwahr, zweene
Tage, große Niederlage, erlitten, den dritten
Tag aber, wieder den Cromwell, victorisiret
haben. Gott gebe! das das gute, wahr seye!
undt das böse fe[r]rne weiche! Die Parlament(ar)ischen
machen sich dadurch, einen anhang, in deme sie
eine declaration ergehen laßen, daß die iün-
geren brüder, mit den Elltisten, zu gleichen
theilen, gehen sollen. Pf[a]ltzgraf Ruprechtt
wirdt verfolget von den [Sp]annischen, bey
der Jnsul Madera.
König in Frangkreich ist mit [s]olenniteten,
Mündig, oder Maiorennis worden in seinem
14. iahr, seines allters. hat den Printzen
von Condè pardoniret, undt den Cardinal in
Jtalien, geschickt, auf des Pabsts ver-
muhtendes absterben, ein wachendes auge, zu haben.
Barcellona, haben die Spannier, noch nicht,
weil eine jntelligentz darinnen, entdegkt worden.
Wynoxbergen in Flandern aber, haben die
Spannischen, baldt nach eroberung Vuerne,
recuperirt, undt wollen sich nun, an Duynkirchen,
machen.
Chur Brandenburg undt Pfaltz Neẅburg,
seindt noch nicht recht verglichen, undt
werben immerforth.
Zu Embden, ist, ein Neẅerbawtes
außlauffendes Sc[h]i[f]f, im außlauffen,
umbgeschlagen, undt hat, 500 Menschen,
iung, undt altt, iämmerlich, ertrengkt.
Candia ist [en]dtsetzt, die blocquade auf-
gehaben21. Die [Ve]nediger, prosequiren ihre Victorien,
Jn Dalmati[a] sollen sie auch, einen Baßa22,
so 10000 Türgken, unferne von Clissa,
geführet, geschlagen haben.
Jn Polen, moviren sich noch, die Cosagken
undt Tartarn, wieder die Polen, undt geben
einander auß verbitterung, kein Quartier.
Der König in Polen, ist zu Marienburgk in Preüßen,
in der stille, zu waßer ankommen, hat undterwe-
gens zu Toren, undt andern vornehmen Städten,
zu verhütung vergeblicher beschwehrungen, undt
prachts, nicht einsprechen mögen, wie sehr
ihn die Magistratus auch genöhtiget, undt gebehten,
also das man fast zweifelt, ob er zu Dantzigk
einziehen werde.
Dienstag♂ den 30ten: September 1651.
<Wartemßleben[,] Zacharias Trompter, Michel lackay; 12 lerchen.>
<10 kleine vogel, gestern, heütte 17 perge>
Der Schweitzer Streitt, (stunde auch in gestrigen avisen,)
wehre durch falsche zungen, undt rapports endtstanden,
undt numehr fast beygeleget.
Die 12 mängel an der friedensrestitution,
darüber sich Chur Pfaltz gravirt befindet, seindt diese:
1. Daß er nur in genere in die possession der undterPfaltz
immittirt seye, es mangelten ihrn aber vornehme Stücke
undt gerechtsamkeitten darahn; alß: Frangkenthal
mit den Archiven, Stügken, undt Munition, item: andere
orth, so die Spannier noch besetzt halten, nemlich:
Simmern, Lautern. perge 2. Chur Pfaltz, hette von un-
dengklichen iahren, biß auf anno 1618 vermöge stadt-
licher Privilegien, undt von Kaysern, zu Kaysern, con-
firmiret, auch durch pacta corroboriret, viel leibei-
gene im Stift Speyer, undt andern benachtbahrten örtern,
welche Man ihm, an itzo, entzöge, undt vorendthielte.
|| [[Handschrift: 273v]]
3. Die Grafschaft Leiningen, (welche länger alß vor 100 iahren,
undt biß auf anno: 1618 von den Churfürsten Pfaltzgraven, zu lehen
gerühret) wehre vom Kayser Ferdinando II. in währendem
kriege, dem graven zu Leiningen, verliehen worden,
undt continuirte also, contra pacta conventa, & jn-
strumentj pacis tenorem! darinnen alle im kriege
vorgenommene veränderungen, cassiret würden. Dennoch
suchte, der itzige Jnnhaber, selbiger Grafschafft,
solcher lehen, als eines Reichslehens, renovation, beym Kayser,
Chur Pfaltz, zu mergklichem præjuditz.
<4.> Ungeachtet die Grafschaft Sayn, vor länger alß 400
iahren, undt biß anno: 1618 vermöge der lehen reversallen,
von Chur Pfaltz iederzeitt, zu lehen, entpfangen worden,
So hetten dennoch, Chur Cölln, undt Chur Trier, sich undter
währendem kriege, undterstanden, das Ampt Hohen-
berg, undt 4 kirchspiel in dem Ampt Grüßbergk
undterm prætext, das Sie lehenherren, mit der That, einge-
nommen, begehrten auch, daß Directum Dominium, der Chur
Pfaltz, noch nicht wieder einzuraümen. Über diß
undterstünde sich, die wittibe, etzliche lehenstügke
in Erb: undt Eigenthumb, zu verwandeln.
5. Chur Trier, vorendthielte Chur Pfaltz, das Directum
Dominium der dem Schengkherren im FriedensSchluß,
gegebenen Flegkensteinischen dörfer, welche der
Probst zu Weißemburg23, undter wehrendem kriege
eingezogen, Chur Pfaltz aber dieselben iederzeitt, von Chur
Trier, zu lehen, und die von Flegkenstein solche hinwiederumb
|| [[Handschrift: 274r]]
von Chur Pfaltz, zu Afterlehen, getragen, über daß, verweigerte
Chur Trier, auch den Churfürsten Pfaltzgraven, mit denen Stügken, so von
dem Stift Speyer, zu lehen rühren, zu belehnen, sondern berief
sich, auf die Frantzösische Protection perge
6. Chur Pfaltz hette anno: [16]18 undt von undengklichen iahren,
hero, zu haimspach, Sultzbach, undt Lauterbach, die leütte
Obrigkeitt, unstrittig gehabtt, alß aber selbige undterthanen
dem uhrallten herkommen, gemeß, zu entleistung der Endtschul-
digung citiret worden, hetten die Bischofliche Wormbsische
Beampten, ihnen zu erscheinen, verbotten, undt wolte über
diß, das ius Territorij, vor anno [16]18 an itzo erst, gestritten werden.
7. Jm Amptt Umbstadt (welches Chur Pfaltz undt daß
hauß heßen, gemein haben) wehre des Churfürsten herr-
vater, undt vorElltern, anno [16]18 in possessione exercitij
Religionis, der kirchen undt Schulen, sampt deren darzu
gewidmeten, undt von Chur Pfaltz erkauften Geistlichen
Gefällen, gewesen, aber Landgraf Geörge, wolte
es noch nicht völlig restituiren.
8. Der Chur Bayerische lehenbrieff über die Undter-
Pfaltz, wehre noch in Chur Bayerns händen, undt
müste billich zuvor caßirt, auch der neẅe lehen-
brief verglichen werden.
9. Dieweil der Königlich Spannische Gesandte zu
Münster, in seiner daselbst in druck gegebener Pro-
testation expresse meldet, daß sein König, Jhrer Kayserlichen Mayestät
die UndterPfaltz, geschencket, so wehre billich, Chur
Pfaltz auch hierundter, zu versichern.
|| [[Handschrift: 274v]]
10. Chur Pfaltz graviret sich inngleichem, daß er noch nicht
jmmittiret seye, in die Aempter Pargkstein, undt Bleyenstein,
in der OberPfaltz, welche Chur Bayern, niemalß inne ge-
habt, in dem Friedenschluß auch versehen, daß Chur Bayern, die
OberPfaltz, allein solcher gestaltt, wie selbige bißhero be-
seßen inne behalten sollen, undt gedachte Aempter, an
Pfaltz Neẅburg, nur biß zu Außtrag der Pfältzischen
Sachen, administratoris nomine inne zu haben, eingereü-
met worden, dannenhero <der> Chur Pfaltz, nach deme die
Pfältzische Sache durch den FriedenSchluß numehr ver-
glichen, erwehnte Aempter, ex capite Amnistiæ, et
Gravaminum zu restituiren, undt abzutretten.
11. Dero FrawMutter, herren Brüder, undt der Princeßin
Henriette, deputat, undt heyrathgeldt, weiln solches,
zu des Churfürsten sublevation versprochen, undt also
pars Restitutionis ist, urgiren Sie billich.
12. Jn dem FriedenSchluß, wehre verordnet, si quæ
feüda Juliacensia aperta esse, competentj vîa juris
evictum fuerit, ea Palatinis evacuentur24.
Nun hette Chur Pfaltz zu verschiedenen mahlen, umb
erkendtnüß, einer Kayserlichen commission zu erörterung
dieser Sache, dem FriedenSchluß gemeß, anhalten laßen,
aber biß dato, nichts erlanget. Der Kayserliche Legat: Vollmar,
lesset sich verlautten, dieser punkt gehöre mehr ad processum justitiæ, als
executionis. Man solle darumb heilbrunn nicht aufhalten, noch sich
|| [[Handschrift: 275r]]
selbst zu schaden, die evacuation Frangkenthal. etcetera
Es stunde auch, in gestrigen avisen, die alte Königinn
in Frangkreich, hette ihrem Sohn, einen Fußfall vor freẅden
gethan, undt ihme gratulirt zum antritt, in sein Regiment.
Der König aber, hette sie baldt wieder, freündtlich ge-
küßet, undt aufgerichtet, undt als Sie ihm, ein kleidt
vor 1800 Frangken machen laßen, zur künftigen
kröhnung, hats der König nicht haben wollen, sondern gesagt,
wenn er solte Meister wehrden, müste er ihme ein
kleidt, nach seinem kopf, undt willen, machen laßen.
Undter seinen ersten Decreten, hat er auch, die
Duella, undt Gotteslästerungen, bey hoher leibes-
Straffe, (rühmlich) verbotten.
<CammerJunker> Crahe, ist wieder forth, nachm frühestügk.
heütte gehet meine weinlese ahn, Gott gebe zu segen!
Der allte Sekerka, ist hinauß geritten, die inspection,
im Aderstedtischen weinberge, zu haben. Oberlender ist
auch mitt hinauß gelauffen, ihm an die handt zu gehen.
Die wintzer, trösten schlechtt! Deus providebit.25
hanß Christof wischer, ist nachmittags weggeritten.
Gleichwol, hat Gott gesegenet, daß endtlich,
in die: eEimer, Trettemost, gegen Morgen aber,
fkeltermoßt, gemacht worden. Gott laße es wol
gedeyen! undt gesegene unß, seine gaben!
