<Mois; a moy, malencontreüx coustümierement, non tousjours.>
| [Meilenm.] | |
| Von Ballenstedt, nachm frühestügk auf Gernroda | 1 |
| Von dannen, auf Güntersperge
über berge undt thal, undt außgewaschene wege, da man einen hundt kawm hiniagen |
2 |
| sollen, biß endtlich, auf Stollbergk | 1 |
| alda wir auch, kurtz vor der Stadt, am Schloßsa
hinundter, einen greẅlichen berg hinab wandern müßen. holtz, berg, thal, tieffe, undt endtlich Steinklippen, seindt heütte unsere anmuhtigkeitt, undt versaltzenes wildpreth gewesen. |
4 |
Jch habe zwar geritten, mit 4 oder 5 pferden
dennoch, mein theil empfunden. Die kutzsche aber hat
übel gefahren, undt kaum forthgebracht werden können.
Sie haben auch irre gefahren. Zu Güntersper- || [[Handschrift: 300r]]
ge ging dahin unser bohte, der allte Randthaner, kawm
die wege gewußt, undt uns übel geführet, von
wegen der außgewaschenen wege, undt das die
Bohten, mehrentheilß die fußsteige beßer,
als die fahrwege in acht <zu> nehmen pflegen,
zu Güntersperge sage ich, haben wir frische vorspann-
pferde genommen, welche unß auf Breitenstein
zu, (ob es schon umb ist) geführet. Der weg
war beßer, dadurch auf Stollbergk, zu kommen.
Von Ballenstedt auf Güntersperge hetten wir
auch nur sonst zwo meilen gehabt. Dieweil
es aber unmüglich, durchzukommen gewesen, alß
haben wir eine meile weges ümb, auf Gern-
roda zu, raysen müßen. Jst doch schlimm genung gewesen!
Patientia. Patientia. Patientia.
Zu Stollbergk bin ich, in einer schlechten herberge,
eingekehret. Sie klagen, über die kriegsruin.
Sonst, hats feine haüser zu Stollbergk, wiewol
wir, im finstern, dahinkommen, undt wenig sehen können.
Dieweil der grave abwesendt ist, nemlich: auf
dem begräbnüß, seines Schwagers, des Graven von Barby,
undt kein vorspann auch, vorgeldt, zu erlangen, weil nur
Kärner alhier wohnhaft, Alß muß ich nohtwendig,
zum Amptmann1 schicken, umb müglichste forthelfung.
Der Amptmann2, (zu deme ich Ludwig Robern geschicktt)
hat endtlich geordnet, daß in der Stadt, mir vorspann,
auf eine Tagerayse, gegeben werden sollten, oder
von den pawren, auß dem nechsten gräflichen
zugehörigen dorfe!
Mit difficulteten, hat man vier vorspannpferde
auß der Stadt Stollbergk, erhalten, undt auß dem
nechsten dorfe, noch zwey. Wir haben über hohes
gebirge gemußt, nach dem wir anfangs, bey
Rotleberode (alda die Schmeltzhütten des Silbers,
kupfers, undt eisens sein,) vorüber paßiret, undt
andere dörfer, liegen gesehen. Man hat mit den
bösen fuhrleütten, zu Stollbergk, viel händel
gehabtt, weil sie auf ihre StadtPrivilegia gepocht,
| undt weitter nicht, alß auf häringen, so
von Stollbergk gelegen, fahren wollen. |
2 Meilen[m.] |
Bey häringen, haben wir, in einem dörflein, gefüttert,
undt vorspann genommen.
| Von dannen, nacher Sonderßhausen | 1½ [Meilenm.] |
alda ich zwahr, (wegen erlittenen <un>gemachs) retirat
sein wollen, undt im wirtzhauß, verbleiben, Allein
endtlich, habe ich hinauff geschickt, mich anmelden zu || [[Handschrift: 301r]]
zu laßen, welches Graf Antonij Günther, sehr
wol gefallen, undt er ist zu kutzschen hinundter
kommen, mich zu bewillkommen, undt abzuholen. Er
ist ein wolqualifizirter feiner herr. Ohngefehr, ein
33 oder 34 iahr altt. hat wol peregriniret,
undt verstehet seine sachen wol. Gibt einen guten
Reütter, haußhalter, undt hofmann. Seine
gemahlin, ist eine geborne Pfaltzgrävin, der
Aeptißinn zu Quedlinburgk Schwester.
Die Aepti Fürstin von häringhen, ist auch an
itzo, zu Sonderßhausen, (aufm Jahrmarcktt,)
hehrkommen, undt hat neben vorgedachter gemahlin,
und einem Freẅlein von Hollach, mit unß
Tafel gehalten, zusampt andern cavallieren,
undt meinen Junckern. Man hat zum Trungk, <niemandt genöhtiget.>
Daß wetter, undt der
weg, seindt sehr böse abermals gewesen, durch
berge, undt tiefe wege, in starckem regenwetter.
Der höfliche Graff, ist mit Mir, hinauß geritten, in
sehr naßem, bösem wetter, ein stügke weges. Er hat
| Meilen[m.] | |
| mich führen laßen, biß nach Ebeleben | 2. |
undt einen vom Adel, Grießheim vom geschlecht, mitgeschickt. || [[Handschrift: 301v]]
Undterwegens, ist mir ein radt, an der kutzsche
etwaß wandelbahr worden, darüber ich, in
bösem wetter, undt wege, ein gut stücke
weges, zu fuße gehen müßen, weil meine,
vorahn gerittene leütte, so unachtsamb,
undt nachleßig, gewesen, daß sie nicht nach mir,
gesehen, sondern immer forth geritten, biß endtlich,
einer vom Adel, ein Marschalck von geschlecht,
Stallmeister des Graven von Ebeleben, sich über
mich erbarmet, undt durch seine Vigilantz,
meiner leütte (Abraham von Rindtorf cum sociis,) oscitantz, zuvor
kommen, undt mich im felde rencontriret, undt
gleichsam, meine füße auß dem tiefen Schlamm,
gezogen, daß ich also darvon reitten können, mit
einem guten klepper, des graven Ludwig Gün-
thers, deme an itzo, Ebeleben zugehöret, er aber,
zu Barby aufm begräbnüß, sich befinden solle.
Zu Ebeleben, hat mich dieser Marschalck wol
tractiret, undt accommodiret, daß schloß gezeiget, undt
daß iüngste Freẅlein, des graven Schwester3, mich an-
sprechen laßen, in dem ich die losamenter besichtiget,
| Meilen[m.] | |
| darnach vorspann mir gegeben, biß auf Volckaroda, | 2. |
welches hertzogk Ernst, von Saxen Weymar Liebden numehr
zuständig. Vor diesem, hatte es hertzogk Albrechtt Sehlig.
Die vorspann, so mir Marschalck gab, wahren
seines herren kutzschpferde. Nachmittags,
ist es etwaß beßer wetter worden, als es,
in die 4 oder 5 Tage hero, nicht gewesen.
Volckaroda lieget etwas auß dem wege,
iedoch hat man, (umb der vorspann willen,) einen
umbweg nehmen müßen. Ce voyage m'est penible!
Zu Ebeleben, speiset nicht allein Marschalck
mit Mir, sondern auch, meine Junckern, item:
Der von Grießheim, ein Schwedischer gewesener
leütenampt, (avec lequel, j'eüs dés dispütes,
touchant la cruautè exercèe, il y a deux ans,
en mon pays, de Jsrael Jsaacs, contre les soldats,
un peü sinistrement persuadèz, ou jmbüs) undt
ein bereütter.
Marschalck, ritte eine egke, mit mir, hinauß,
ein gut stücke weges, biß an die Volckarodische
gräntze, darnach, nahm, der redliche Allte, erfahrne
Cavaglier, seinen undterthenigen abschiedt.
Zu Volckaroda, ist nur ein Ambtschreiber, ein feiner
kerll, welcher gar außrichtsam, undt willig gewesen.
Er heißt: Eusebius Jäger, ist schon 12 iahr lang, in
diensten, des Weymarischen hauseß, undt auch mitt
zu Münster, undt Osnabrügk, (alß ein legations-
Secretarius,) mitt gewesen. Er hat mir viel
wißen zu referiren, von selbigen Tractaten,
undt auch von dieses Landes Düringen gelegenheitt.
Undter andern, sagte er, Er hette hertzogk Ernsten,
in diesen, 12 iahren, niemalß trungken gesehen,
undt lobte seine Mäßigkeitt, Gottesfurcht, undt
hochweyse Regierung, Sitten, undt anstaltt, rühmlich.
Nachm frühestügk, geritten von Volckaroda dem
| Meilen[m.] | |
| gewesenen kloster nach LangenSaltze | 2. |
Undterwegens, umbziehen müßen, wegen ergießung der Unstrutt, undt über eine
brügke, bey einem Städtlein, paßiret.
LangenSaltza, ist eine Stadt, so dem Churfürsten
von Saxen, zuständig, undt der General Maior
Trandorf, sol numehr Landßhaüptmann aldar
sein. Wir ritten, an der Stadt, hinweg.
| Meilen[m.] | |
| von dannen, nach Gohta vollends, | 2. |
Wegen bösen wetters, undt weges, auch umb-
raysens, undt ankunft, im finstern, gegen 6 oder 7 uhr,
habe ich mich nicht, anmelden lassen mögen. Bin derowegen,
|| [[Handschrift: 303r]]
in der vorStadt, in der herberge zum Schwartzen Mohren,
diesen abendt, (gleichsam unbekandt), verblieben, undt
die Stadt ist schon gesperret gewesen. Jch habe keinen
auflauff veruhrsachen mögen, zumahl da man
mit hußten, undt Catharris, befallen ist. Gott er-
halte unß, so wol als die hindterlaßenen,
bey guter frischer leibesgesundtheitt! undt seye
gelobt, daß man heütte kein sonderliches unglügk
gehabt, noch im finstern zu pferde gefallen!
Wie es leicht bey tage, undt bey nacht, gefährlich
in den digken gamaschen, (so gleichwol vor koht
undt regen, zu tragen, dienlich) hette geschehen können,
inmaßen mein fuchß etzlich mal, mit den Schen-
gkeln außgelitzschet, undt alß ein schwehres
pferdt, so wol von der rayse, alß sonderlich von dem
fall, den er mit mir, an einem Misthauffen,
zweymahl gethan, im dorf Sueroda, hindter
Gernroda, (so ich einzuzeichnen vergeßen) müde
worden, undt sich zimlich gerißen mag haben.
Jst sonst ein gutes dawerhaftes pferdt, Gott
bewahre mirs, vor unglügk! Jch bliebe
damals zu Sueroda drauf sitzen, ob es schon zwey-
mal nacheinander, in einem tiefen misthauffen fallen muste.
Er recolligirte sich aber, gar fein, dazumal, und erhub sich wieder. perge et cetera
Diesen Morgen, habe ich Röder, Meinen CammerJungker hinauf,
aufs Schloß zu Gohta, geschickt, mich anmelden, undt com-
plimentiren laßen. Der hertzogk Ernst, mein vetter,
hat dero Sohn, Stallmeister, Wangenheim, wieder zu mir
geschickt, mit mir reden, seine freẅde, über meiner an-
kunft, verkündigen, undt beklagen laßen, das ich daselbst
eingezogen, ist auch baldt hernacher, in person gefolget,
undt hat mich selber gar höflich abgeholet, undt in das
schöne Schloß, so Sie erbawet zu gedachtem Gohta, (so
vor diesem, Grimmenstein, geheißen, undt viel grimmes,
veruhrsachet, an itzo aber, friedenstain, genandt
wirdt) eingeführet, auf dero leibkutzschen.
Bey der tafel, zur Mittagsmalzeitt, hat sich befunden,
der hertzogk, die hertzoginn, zweene iunge herren, zwey
Freẅlein, meine drey Jungkern, undt 3 vom adel, des
hertzogs, alß: der hauptmann Vogel, ein Miltitz4, undt ein Joel<Jonas>.
Jch mußte allein, oben ahn, sitzen. Man trungk gar wenig.
Am nebentische, saß eine Jungfer, undt der Stallmeister
Wangenheim, nebenst andern.
Nachmittags hat mich der hertzogk herümber geführet, in
seinem schönen hauße, die vornehmsten losamenter,
kirche, schöne Bibliothecam, undt etzliche Rahtstuben,
mir gezeiget, wie auch, sein eigenes losament,
undt seiner Söhne, den Stall, Küche, Schlachthauß, etcetera
|| [[Handschrift: 304r]]
undt allerleyen satisfaction, mir gegeben, auch mit vielen
schönen, vernünftigen dißcurßen, mich underhalten.
Daß Ballhauß, wurde mir auch gezeiget.
Jch gienge darnach auch, zur hertzoginn, in ihr
feines zimmer, da wurden ihre kinder, 5 Söhne,
undt drey Töchter, zu hauffe gebrachtt. Gott segne Sie!
Nota Bene[:] discorso fra altrj, che il Duca Guigliermo riceveva
per anno più di 50 mille Taleri doppio tributo straordinario,
mà non poteva maneggiarlj convenevolmente?
così dissipa l'amore e la carità, de suoj sudditj.
Jtem: Nota Bene[:] hanno donato al Principe Augusto mille Talarj, liqualj
glj Duchi ci havevano imprestato al viaggio dj Münster & Osnabrück
ed jo, non ne sò niente.
Er zeigete mir auch, in seinem gemach, einen
schönes creützgefäß, mit golde versetzet,
welches der König in Frankreich hertzogk Berndt Sehlig
præsentiret gehabtt. Jtem: stücker von Elfen-
bein, schöne perspicilbrillen, undt andere sachen.
Jm großen Sahl, (welcher 100 ellen lang,
undt 40 ellen breitt,) wahren allerley
conterfect, nach Lebensgröße vieler Säxischer Churfürsten.
Jn der hertzogin gemach, sahe man auch, undterschiedene conterfect,
uhrwerck, undt andere hüpsche Sächelchen.
Wir sahen auch in einem zimmer, vielerley welsche
früchte, Pomerantzen, undt Citronen, auch viel andere baẅmlein.
Der hertzogk Ernst ist zweymal vormittags,
bey mir, gewesen, & nous nous sommes fort estocadèz,
en matiere de religion.
Alß er, mit Mir, spatziren gienge, durch
ein fenster, ahn eine zugbrügke, bin ich sehr
gefallen, weil es glatt gewesen, also: daß von
dem harten fall, aufs hindertheil des haüpts,
mirs, vor den augen, zu schimmern, angefangen,
hette auch leicht können, gar hinundter, in graben
fallen. Also seindt wir, täglichem unglügk,
undterworfen! Gott Lob, vor seine hülffe!
Wir giengen darnach spatziren, umb
den wall, auf den alltan, undt sonsten.
Nach der malzeitt, hat mein vetter, mich
wieder in Mein losament, begleittet, & il y a
eü dès rüdes dispütes longues, & diverses,
de la religion derechef.
Er sagt, er habe über eine million schulden,
in der theilung, auf sich, genommen.
Dispütes, qu'il allegue, avec Mademoiselle Eve,
de gratia universalj, m'impütant d'estre trop
de l'opinion de ceux de Heidelberg, &cetera
Nota Bene[:] Il a fort insistè, que ie devois permettre
a ses religionnayres, de bastir, ün Temple
à Bernbourg, afin d'èsmouvoir le Prince Jean,
a faire le semblable, c'est a dire a permettre
l'Eglise, qui y est desja, en quoy il y a
bien de la diversitè, & ce seroit ün eschan-
ge trop inèsgal, si tout doibt demeürer,
en l'estat, qu'il a estè l'an 1624. Selon
l'instrüment de la paix concluë?
Je me suis enfin declarè, apres plüsieurs
contestations, Que, si l'Electeur de Saxen,
concederoit le semblable aux refformèz en
ses villes, & pays, & luy, icy, & son frere a
Weymar, qu'alors, de ma part, i'y aviserois,
et que sans cela, i'avois assèz des Eglises
Lütheriennes, en ma Tetrarchie!
Der hofmeister Kötzschaw, undt der alte Valtin
bereütter, beyde gute bekandten, haben sich
præsentiret. So ist auch gegen abendt, ein
iunger Seckendorf, anhero kommen.
Viel conversationes undt conferentzen, mit
hertzogk Ernsten, gehabt, undt in die behtstunde gegangen.
hertzogk Ernsten, habe ich ein brieflein, an Meine
freundliche herzlieb(st)e gemahlin, nebst, einer Schachtel, mit einer
großen Citronat, zu bestellen, gebehten.
Postea gefrühestügkt, undt Oberhaüpt von
Arnstedt, hat mir zugesprochen.
Der vetter, ist baldt darnach, gefolget, undt
hat freundlich abschiedt, von mir genommen, auch mich hi-
nundter begleittet, biß ans pferdt, undt seinen
Stallmeister Wangenheim, mittreitten laßen,
nebst zweyen Tromptern. Er aber, ist in die
kirche, undt wochenpredigt, gegangen, nach deme
ich hinweg geritten gewesen.
Undterwegens, nach gepflogenem dißcurß, mit
Wangenheim, (welcher cornet, undter meines bruders,
Fürst Ernsts Sehlig leibcompagnie, vor Lützen gewesen)
habe ich ihn wieder von mir gelaßen, undt habe
die Trompter mittgenommen, vf 2 meilen, von Gohta,
allda ich, auf einem dorf, kalte küche halten wollen,
auch eingeritten, undt bey einer Stunde lang, meiner
kutzsche erwartett, allein durch unachtsahmkeitt
|| [[Handschrift: 306r]]
meiner diener, oder lacquayen, seindt sie forthge-
fahren, haben mir despect, undt hungerigen Magen
veruhrsachet, undt eine weile, (auß Mißverstandt)
vergebens wartten laßen, biß ich endtlich
ihnen gefolget, Sie eingeholet, sehr malcon-
tent, undt ungeduldig worden, undt nichts mehr
zu Mittage, eßen mögen, undt den einen Trompter,
wieder von mir, geschicktt, zu rücke, nach Gohta,
den andern aber, bey mir, behalten.
| Wir seindt in zimlichem bösem wege, heütte
von Gohta, nach Eisenach geritten etzliche rechenen es nur, von 2 oder 2½ meilen. perge |
Meilen[m.]
3 |
Jm wirtzhauß zum Stern, bin ich eingekehrt,
unferrne vom Schloße, darinnen, die allte hertzo-
ginn, wohnet, habe zu Jhrer Liebden geschickt,
Meine dienste, offeriren laßen, alleine, Sie
ließen sich endtschuldigen, sie wehren unpaß,
köndten mich auch nicht aufnehmen, weil
Sie es nicht vorhero gewußt hette, undt Sie
nicht mit leütten, versehen wehre. Jm rückwege,
möchte ichs ihr avisiren, So wolten Sie mich gerne sehen!
Sie kan vor sich selbst, weder sehen, noch hören, höret
aber etwas, durch einen Silbernen Trichter, dadurch eine Fraw
|| [[Handschrift: 306v]]
(derer Sie gewohnet) ihr einspricht, waß andere
leütte mit ihr reden, undt sie ist, die Cammer-
fraw, wie der hertzoginn dollmetzscherinn.
Führet also ein elendes leben! Sie ist, eine ge-
borne landtgrävin von heßen, landtgraf Moritzen
Sehlig Schwester, undt wittibe des allten hertzogs, hanß
Ernsts von Eisenach Sehlig den ich in Meiner iugendt, gesehen.
Sie hat keine Junckern, noch Jungfern, bey sich, sondern
nur diese Cammerfraw, vndt sol mit rechenpfennigen, gar
perfect, noch zehlen können.
J'ay veü auiourd'huy, ün homme a cheval nous costoyer,
soy disant ün serviteür dü Conte de Kirchbergk, et ün
Conseiller de la Düchesse, parent d'ün Conseiller dü Düc Ernst,
sans se nommer toutesfois. Mes gens, le tenoyent pour
honneste homme, et il fit semblant, de vouloir nous accom-
pagner, vers Eisenach. Mais il se perdist, de nous, a
üne heüre distant de là. Pas ün de nos Trompettes, ne
le cognoissoit. Cela m'est süspect, et ie le tiens, pour
ün Voleür, ou èspion. Dieu nous garde de telle Vermine!
Ein cornet, undt ein knecht sitzen alhier zu Eisenach,
an itzo, weil sie einen Quartiermeister, (deme der
knechtt, untreẅ worden) viermal durchschoßen.
Le Düc Ernst, a de revenü annüel, 30000 florins (Gulden)f. paye force
|| [[Handschrift: 307r]]
debtes, bastit, mais ne dèspend rien jnütillement. Il paye
tous les quarts d'an, ses gens, parfaictement, ne greve
point, son pays, mèsnage tresbien, ordonne de belles reigles,
a ses affaires, & est fort estimè, par tout l'Empire, a
cause de son bel ordre, prüdence, sage conduitte, & scavoir perge et cetera
la ou d'autres, font grande dèspence, & n'ont iamais assèz!
Le Düc Guillerme a double, triple, quadrüple, quintüple, tribüt & do-
nations, de ses süjets, souventesfois, iüsqu'a 50 mille ReichsthalerRthlr: de
sübside extraordinaire par an. Mais tout cela, se dissipe!
Baldt, nach deme Rindtorf, von der hertzoginn, wiederkommen,
schickte die alte Fürstin, den Secretarium, Melchiorn
Nähring, zu Mir, ließe mich compljmentiren, und sich
nochmalß excusiren, insonderheit aber bitten, ihr im
rügkwege zuzusprechen, undt es vorhero zu avisiren,
Sie hette gerne, meine intentiones penetrirt,
Mais i'ay payè, ce depütè, de monnoye ambiguë.
Sie hat auch sehr gewüntzschet, die allte confidentz,
freündtschafft, undt vertraẅligkeit zu erneẅern perge
so Sie mit Meinen Sehligen Elltern, gepflogen.
Dieser Melchior, dienet eigentlich, hertzogk Albrechts
Sehligs wittwen. Jst nur endtlehnet, von der alten Fürstin
zu dieser deputation worden. Sie hat einen Stock im
Schloße ein, den andern stock, hat hertzogk Wilhelm,
den dritten, hat hertzogk Albrechts wittwe, welche an itzo
zu Aldenburgk, sich auffhelt. Die alte Fürstin, sol noch
|| [[Handschrift: 307v]]
eine Adeliche Jungfer, von Witzleben, bey sich, haben.
Ein hohes Schloß, zur lincken, aufm berge, Wartem-
bergk genandt, haben wir, über Eisenach, gesehen.
Der Cornet, undt der knecht, sollen den Quartiermeister, in
der meinung, alß wolte er mit Spannischem gelde, durchgehen,
geschoßen, aber nicht tödtlich verwundet haben.
Werden also, vor halbe Straßenraüber geachtet,
weil ihnen, die execution, nicht anbefohlen.
Der quartiermeister gleichwol ist außenblieben,
wieder parolle, undt nicht wiederkommen. perge
Am heüttigen dato, geschahe die Nahmhafte Schlacht,
vor Prag, den 8. Novembris anno: 1620. Darvon ich
noch, dengkzeichen, so wol, alß Ehre entpfinde.
| Meilen[m.] | |
| Von Eisenach, nacher Margksuhl | 1. |
| Jst Sachßen Weymarisch. Von dannen,
nacher Frawensehe, welches heßisch ist, undt Landtgraf Herman, zugehörig. |
1. |
Diese beyde meilen, in wäldern, bergen,
undt Thälern, auch sehr bösen wegen, seindt
unsern pferden, sonderlich, dem übelen vorspann,
sehr sawer worden, undt schwehr ankommen, undt
wir haben zu FrawenSehe, in der Schengke, kalte küche, gehalten.
|| [[Handschrift: 308r]]
An beyden orthen, seindt sonst Schlößer gebawet.
| Meilen[m.] | |
| Von FrawenSee, nach Vach <im heßen,>
Jst eine Stadt, so nacher Caßel, gehörig ist. |
1. |
Die heüttige drey meilen, seindt so schwehr worden,
alß andere Sechße, wegen bösen wetters,
undt wege. Gott hat dennoch, gnediglich hindurch
geholfen, der seye gelobet, vor alle wolthaten!
Die kutzsche ist etzlich mahl, gantz stegken
geblieben, undt mit mühe wieder fortzubringen
gewesen.
Umb Eisenach, herumb, gibt es viel hopfen-
gärtten, undt ein stargker handel mit hopfen.
Es mag auch, auß den brennholtzfuhren,
viel geldt gelöset werden.
Umb Gohta, wahr schön getreydig, undt also
in Düringhen überall, biß das gebirge angieng.
Wegen der vorspann gibt es überall
große, undt mannichfaltige difficulteten. perge
Die pawren, haben wenig pferde, mehrentheilß
Ochßen, wormitt Sie alle arbeitt, verrichten,
sonderlich jn heßen. perge
Man siehet, hin- undt wieder, nicht allein, Eichen-
Fichten- undt Tannenbaẅme, Sondern auch viel wachol-
derstauden. J'en mange lés grains, sentant mal au dos!
Le Vent, m'est presque tousjours contraire!
Nach vielen großen difficulteten, so theilß der Ampts-
rentmeister zu Vach, theilß der Bürgermeister gemacht,
(in deme sie beyde, discrepant, wegen der vorspann
gewesen, undt die Stadt dem Amptt, nichts zu willen,
wißen wollen) bin ich endtlich, forthkommen, undt hat
der bürgermeister noch zu letzt, beßer als das Amptt,
hülfe gethan. Jch wehre zwahr gerne, in
die kirche gegangen, (zumahl, da ich eine reformirte
predigt hören können,) habe aber, (meinem ge-
brauch zuwiedera) auch noch diesen Sontag, avanciren
müßen, Sintemahl das böse wetter, undt der böse weg,
an itzo, gar nicht feyren, noch beßer werden wollen.
Gott verzeyhe mir alle sünde, undt undter-
laßung, undt<den> öffentlichen Gottesdiensts, undt
sehe meine privatgedancken, undt Herzseüftzerb,
mit gnedigen augen, väterlich ahn!
| Meilen[m.] | |
| Von Vach, nacher hinfeldt, ein Städtlein, im Stift Fulda
ein langweiliger, böser weg, im regen, geritten. |
3. |
Undterwegens, nicht allein berge, undt holtz, (mit
wacholdern, eichen, undt bircken erfüllet), sondern
auch, wüßte dörfer, gesehen, so noch reliquien vom kriege
außweisen.
| Meilen[m.] | |
| Nach vieler difficultet, wegen des vorspanns, bin ich endtlich ge- fördert worden, von hinfelden biß nacher Fulda |
2. |
Undterwegens, berge, holtz, bösen tieffen weg gehabtt.
Daß wetter, war auch regenicht, undt wiederwertig,
etwas mit schnee, vermenget. Undterwegens dörfer gehabt <undt klöster, zur seitten liegend gesehen. perge et cetera>
Nach gehaltener malzeitt, hat der Apt, erfahren, wer
ich wehre? mich willkommen heißen laßen, undt besuchen,
durch seinen Stallmeister5, da ich noch über tische saß
im wirtzhause, im Falcken, undt mich nicht beunruhigen
wollen. Gegen abendt, aber, ist der herr Apt, selber
zu mir kommen, zu kutzschen, undt hat mich abgeholet,
gar ansehlich, auf sein Schloß, alda mich wol logiret,
undt entreteniret, auch mit einer guten abendt-
mahlzeitt, tractiret. Bey der malzeitt wahr auch der
Thumbdechant, einer von Rindtorf, (meines Rindtorfs Bruder)
Jtem: ein probst, undt ein Vicarius, darnach meine
drey Jungkern, undt dann ein Medicus. Jch mußte
alleine, oben ahn sitzen, der Apt saße vorm tische, undt
es gab allerley gute gespräche. Der Vicarius bette
auch vor- undt nach der mahlzeitt lateinisch, undt laß
über der Tafel, die avisen, sonderlich, von des guten Königes
abentheẅerlichen errettung, auß der gefährlichen Crom-
wellischen Schlacht, undt wie er auß Engellandt, endtkommen,
davor billich, Gottes gühte, undt Allmacht, höchlich zu preisen.
Nach guten dißcurßen, undt nicht übermeßigen Trungk,
(weil ich davor protestiret, undt voller catharr undt
hußten bin) wanderten wir über eine weile, wieder
voneinander, mit gutem contento.
Der höfliche Apt, hat mich, in seiner kutzschen,
ein Stügk weges, hinauß begleittet, wie
auch meine kutzsche, mit vorspann versehen,
undt einen Trompter zugeordnet. Seindt wir
also, in vielem waßer, undt bösem wege,
| Meilen[m.] | |
| gezogen, biß nach Schlichter, | 3. |
im Hanawischen, undt haben den gantzen
Tag, mitt zugebracht, Es hat geregenet,
undt geschneyet, und ich habe immer geritten.
Eine meile von Fulda, kahmen wir, auf ein hüpsch
Schloß zu, Neẅenhof genandt, so dem Apt zugehörig,
undt mit guten Mawern, rundeelen, undt breitten
waßergraben, wol versehen. Darnach, kahmen wir
auf dörfer, berge, undt wälder, ferrner zu.
Gestern besuchte mich, Christoph Jahn, zu Fulda,
heütte kahm Nathanael Jahn, Perlepsch haußhalter,
zu mir nach Schlichter, von Eichenzell seinem guht, her. perge
L'Abbè, est mal, avec sa noblesse, qui vëut estre libbre,
et ne recognoistre, (a ce, qu'il se plaint) leur Prince, düquel, ils
sont, vassaulx, et süjets, ne distinguans, les biens libbres,
qu'ils ont en Franconnie, d'avec leurs biens feodaux,
& ne voulans rien contribuër, ainsy: qu'il en est tres-
mal satisfait, & se plaint, qu'il est trop chargè avec
ses süjets, desirant assistance de tous Princes, contre sa
noblesse rebelle, laquelle avec l'ayde des Swedois,
ne luy veüt plüs estre süjette, comme il vouldroit. Il
dit; quil a plüs de cent gentilshommes vassaulx, et
plüsieurs Contes, et Seigneürs, quj luy font serment,
de fidelitè, entr'autres, les Contes, de Hanaw,
de Castel, de Schwartzburgk, item: dès Princes, comme
l'Electeur de Saxen, en la Contè de Hennebergk, le Prince
de Hesse, & autres, mais lés Princes, ne iürent point, nj
font iürer, ains touchent, a la main, comme nous
faysons, avec l'Electeur de Brandenbourg & l'Abbesse de Quedlinbourg.
Il est assignè l'Abbè de Fulde, au Düc Philippe Iüles de
Holsace, Sergeant de Battaille de l'Empereur (nepheü de ma femme)
par l'Empereur sür 30000 a 40000 Gulden (florenus)f. mais l'Abbè le remet
a la journèe Jmperialle, pour voir, sj l'affaire est pratticable? etcetera
L'Abbè, est ün Baron de Graveneck, fort dü party d'Austriche,
bon Espagnol, mauvais François. Il est Zelè, en sa religion, & fort Pa-
palin, mais il se scait moderer, & accommoder, au temps, pretendant, qu'il est
bon, que nous ayions, les trois religions en l'Empire, puis qu'icelles ont dès
Chefs certains, & asseürèz, mais qu'il n'en faut souffrir nülle autre.
Il veüt aussy: que lés Princes, viennent en personne,
a la Diete Imperialle, que cela facilitera lés resolütions,
& deliberations, accroistra, la confiance, entr'eulx,
& ostera lés longueurs accoustümèes, parmy les
depütations.
Il est Chancellier de l'Imperatrice, & a accous-
tümè, d'assister, a son Couronnement.
Les armèes, Swedoyse, Imperialle, & de Hesse, ont
fort ruinè, ce pays, de Fulde, qu'on appelle de Buchaw,
(Buchonia) & il se plaint, de diverses occüpations, de ceste
Ville, et de tant de dèsgasts, & qu'il a estè prisonnier,
ünefois, (avant qu'estre Prince), dès Hessiens. Il a 50 ans.
Je l'estime homme sincere, et rond, mais plüsieurs iügent,
qu'il a l'hümeür Italien, peut estre, iügent ils, par passions!
Il fait bon visage, au Doyen, & l'autre derechef, a luy,
mais on tient, qu'au coeur, ils s'entrehayssent, s'entre
resistans secrettement, car il fasche au Doyen, de ce,
qu'en l'election, l'Abbè, (n'estant que Prieür ailleurs)
luy ait estè preferè, & l'Abbè; estant jaloux de son
authoritè, & scachant, que plüsieurs ayment le Doyen,
porte envie a l'autre. Mais ces mysteres, ne sont
pas cognüs pübliquement, et la noblesse ayde tant
qu'elle peüt a fomenter ce feü de jalousie cachèe!
Ainsy il y a de mesentendüs, par tout! Mundus, exercet,
Histrioniam!
Il hayt aussy Nathanael a cause qu'iceluy doit mal mèsna-
ger, pour son maistre, mais fort bien dans sa bource, & tenir
le party insolent, de la Noblesse, affin qu'ils se taysent,
lors qu'ils voyent, qu'il s'enrichit, dès dèspouilles de
son maistre. Cela me confia l'Abbè luy mesme,
& dist en oultre: Qu'a Francfort, on n'auroit rien
fait pour luy, contre la noblesse, ainçois, que tout
demeuroit en süspens.
Ce soir, m'ont voulü incommoder, dès gens yvres, qui ont
estè autresfois dès Officiers de guerre, mais i'ay diverty,
en ma lassitüde, telle compagnie biberonne, et dèsaggreable!
| Meilen[m.] | |
| Von Schlichter, nacher Steinaw | 1. |
Jst ein feines Schloß, undt Städtlein, aldar vor
diesem, meine Muhme, die von Hanaw, bey
dero vorigem herren, ihr leibgedinge gehabtt,
undt da sie auch ist geplündert worden, von Kayserlichen.
| Von Steinaw an der Straßen, nacher Salmünster | 1. |
ein Städtlein, so theilß Chur Maintzisch, theilß
einem von hutten, zugehörig, alda ich kalte
küche gehalten. Der alte 73-iährige von hutten,
(welcher mich in adolescentia gekandt) hat durch seinen iüngsten
Sohn6, mich beneventiren laßen, undt ihm befohlen, aufzuwarten,
mit Mir, biß nacher Hanaw, mittzureitten, auch sein gebrechliches
hohes allter, undt Schwachheit zu excusiren, mich in reditu zu sich bittende. || [[Handschrift: 311v]]
| Meilen[m.] | |
| Von Salmünster, nacher Gelhausen, Nachtlager,
graf von hanaw, ist Schutzherr, über diese ReichsStadt. |
2. |
Der Zentgrave zu Schlichter, wie auch Na-
thanael Jahn, sein Schwager, reitten auch
mitt, biß hanaw, wilß Gott! <Nathanael, ist Perlebsch
Vogtt zu Aichenzell.>
Auf heüttigen tag, hatten wir, zu Morgends,
frost, undt zimlich wetter, nachmittags aber,
wieder, unlustigen regen, undt die meiste zeitt,
bergichten, tiefen, morastichen, auch steinichten weg.
Es ist gar unlustig solcher gestaltt, zu raysen,
undt meine reittpferde fangen numehr ahn,
sehr müde, undt matt zu werden.
Es ist solcher gestaltt, weder zu gehen, noch zu fahren,
noch zu reitten, lustig, undt bequehm, & ie trouve
en moy mesme, üne lassitüde, ennuy, et resis-
tance extraordinaire & inüsitèe; Dieu me garde
de malheür, & de mauvayse rencontre d'ores-
enavant, avec tous ceux, quj m'ayment!
Avis: daß über 7000 Lottringhische Reütter,
herübern übern Rhein gewesen, mit vorwenden,
Sie wehren Gottes freünde, undt iedermanns
feinde, allein, die Rheinischen Churfürsten, undt das
gantze hauß Hessen, haben Sie wieder hinüber iagen laßen.
Zu Gehlhausen, hat man mir, noch ein Frühestügk
gegeben, undt der ChurPfältzische, undt hanawische
Amptmann, Capitain Wildt, hat mir zugesprochen,
undt mit Mir, gegeßen, nebenst meinen Dreyen
Edelleüten, undt deme von hutten7.
| Meilen[m.] | |
| Darnach forth, auf hanaw
durch Isenburgische berge, undt dörfer, bin ich, undterwegens paßiret, auch zur seitten, schlößer liegen laßen. |
3. |
Es hat wiederumb geregenet, undt jst übeler
weg, undt wetter gewesen.
Graf Friederich Casimir, von Hanaw, ein
regierender herr, (so bey die 20 Aempter hatt!)
ist mir, nebenst seinem bruder, grave Johann
Philipßen, entgegen kommen, auf ein Stügk
weges von hanaw, undt haben mich, in ihre
Stadt undt Schloß, eingeholet, gar magnifice. <auch mit Stügken salven schießen laßen.>
Hanaw, ist eine feste Stadt, mit außer-
wergken, wällen, undt gräben, nach Notturfft
versehen. Der Mayn, fleüßt daran hehr.
Jch habe das wortt Friederich Casimir, geben
müßen, dem Commendanten, Obrist Leütenampt Schützen.
Mit meinen bahsen, beyder herren Gemahlinnen Liebden
conversiret. Es wahren noch drey gräfliche Personen, vom hause hanaw, da!
|| [[Handschrift: 312v]]
nemlich der Landgrävin Sehliger Schwester, (welche einen graven von Solms Labach, erstlich, darnach einen graven von Wiedt, genommenc) item: ein freẅlein von Schwartzenfeldt, graven
Albrechts Sehliger Tochter, undt eine freẅlein Schwester, deß all-
hiesigen Graven.
heütte ist nach der Mittagßmahlzeitt, graf hanß
Philips, mit dero gemahlin meiner Muhme, wieder
abgerayset, auf sein Schloß Bobenhausen, zu, einer nöhtigen
conferentz, beyzuwohnen.
Der grave Friederich Casimir, hat zu Mittage
gefastet, pour ün malheür, qu'il a eü, il y a deux
ans, d'avoir tuè ün page d'Austriche, a ce jour,
& il a fait voeu, dejeüsner, tout ce jour, par semaine!
Jch habe viel dißcuriret, mit dem graven, wie
auch, mit Meiner bahse, chascün á part.
Vor abendts, seindt wir, in die behtstunde, gegangen.
Dem Obrist Leütnant Schütze, habe ich, das wortt, Sybilla
Christina, gegeben.
Més affaires, semblent aller, le pas d'èscrevisse.
Pacience! Pacience! Pacience!
Der Landtgrävin Sehlige Schwester, ist heütte nicht hieroben ge-
wesen, Sondern, Sie hat sich gestern, in dero hauß alhier zu
Hanaw, retiriret.
Daß Regenwetter, continuiret noch immerforth. Die wege
werden grundtloß. Gott helfe emergiren!
Der Grave von hanaw, hat in seiner OberMarg<Graft
schaft> Bußweyler, in die 16 Aempter, undt alhier
in der Grafschaft Hanaw, sol er in die 11<7> Aempter haben.
Il defere beaucoup, a Madame sa femme laquelle
a prüdemment regnè, apres la mort, de Monsieur son premier
mary, presque huict ans. Mais la libertè Hollan-
doyse, (qui se glisse dedans ceste ville da Hanaw, & par
le voysinage, dü Commerce, & par les habitans, de la nouvel-
le Ville, iolyement bastie, par les Flamends, fort privi-
legièz) ne permet pas, aux süjets, de tèsmoigner si
fort leur amour & obbeissance, a leürs süperieurs,
comme ils vouldroyent, et devroyent bien!
Le Conte est tousiours, en alliance avec les cou-
ronnes de France, et de Swede, quoy qu'avec respect,
envers Sa Majestè Jmperialle et tient bonne correspondan-
ce, avec les Electeürs, & Princes Voysins, Papistes,
et Protestans. Il se conserve bien, est bien servy,
et suivy, mais il a dès grandes debtes. Jl a voyagè
en France, Jtalie, Angleterre & les pays-bas,
parle ses langues, a estüdiè, est jovial, allegre, se scait
accommoder au temps, & personnes, scait maintenant de
|| [[Handschrift: 313v]]
plüs en plüs temperer, sa colere, & ses passions, est plüs
moderè, que sès freres, & comprend bien les affaires
d'estat, & la Politique.
Ses freres (comme on dit) ont tuè plüsieurs de sang
froid, entr'aultres, 40 soldats d'üne partie
de Franckenthal, laquelle ne leur faysoit rien.
& par là ont offencè le Commendeur Frangipane
tellement que le Conte aisnè a perdü luy mesme, inno-
cemment tout bon credit, chèz iceluy, avec mena-
ces, de mettre son pays, à feü & a sang. Mais
il espere, de se remettre, par l'entremise du Düc
François de Lorraine. Ce Frangipanj, Conte &
Grand Seigneür, d'Jtalie a donnè a la priere,
de ma Cousine, femme dü Conte, 3000 Achtheil
ou malder, de blèd, que la Contè devoit luy
contribuër, ce qui est üne grande courtoysie,
digne, d'estre bien mèsnagèe.
Sès freres, Jean Philippe & Jean Reinhardt
s'ont voulü entrebattre & entretuër sou-
ventesfois, si on ne les eüst separè? Ils prennent
facillement süjet, de quereller, des Officiers, & dès
gentilshommes, entr'autres le Comte Iean Philippe a donnè n'a gueres,
|| [[Handschrift: 314r]]
ün soufflet, a ün noble Hutten8, qui me porte à boire
maintenant icy, à Hanaw, comme Vassal, dü Conte,
& on a eü de la peine, a faire l'accord. Mais ie puis
dire, avec Verité, que le Conte Iean Philippe, s'est
monstrè fort discret & civil envers moy, dissimülant
toute fürie, boutades, & jalousie envers Madame
sa Compaigne, dont on l'encoulpe.
L'avoyne est fort chere icy, & nos chevaulx
n'en reçoyvent pas assèz, pour loyer de leurs grands
travaulx, mangeans aussy, dü foin pourry, nuysible!
heütte zu Mittage, hat man den willkommen, undt sonst
ein wenig getrungken.
Der höfliche Graf Friederich Casimir, hat mir ein
schönes pahr pistolen verehret, mit denen ich wol geschoßen,
quoy qu'il y a long temps, que ie ne me suis exercè
a tirer avec la pistole.
Vormittags, ließ er viel schöne, deützsche,
Türckische, Barbarische, Neapolitanische pferde,
mir vorreütten, durch seinen Bereütter.
Nachmittags, schoßen wir, mit <des graven, mir geschengkten> pistolen, auß meinem
gemach, in die 30 oder 40 schritt weitt.
Darnach, spielte ich, mit dem Graven, im schach.
Zu abends, hielte ich meine fasten, auß Devotion, undt
wegen meines hustens, nach dem ich meine Muhme besuchtt,
undt ihr cabinet besehen.
Der Obrist Leüttnant Schütz, hat mir, viel wichtige sachen, refereriret,
in publicis.
Der Graf von hanaw, ist heütte mit Mir, in die
reformirte predigt, in der kirchen, der Allten Stadt,
gefahren. Die Gemahlin, blieb, wegen unpäßlig-
keitt, zu hauße. Die Grävin von Solmß aber,
ließe sich darinnen, finden.
Nach deme, habe ich, zu Mittage, wie sonst vorhin, im
Schloß zu Hanaw, Tafel gehalten, undt ist der
Obrist Leutnant Knihe, (welcher den Graven von Bruch, oder
Falckenstein, im Duel erschoßen), auch mitt darbey
gewesen, zu Mittags, undt abendts.
Nach deme mich gestern, der Grave, mit einem pahr
schönen Pistolen, begabet, hat er heütte noch, einen
schönen, aufm Schnitt, versilberten degen, darzu gethan,
undt eine große Otter, welche in seiner Grafschaft,
gefangen worden, in der herrschaft Bußweiler.
Nachmittags, ist er mit Mir, zur Reformierten Fran-
tzösischen predigt, in die NeẅStadt, gefahren, alda wir,
nach gehörter predigt, singen, behten, undt examination
des Catechismj, daßelbe schöne gebeẅe, betrachtet,
und consideriret, wie es, in die Runde, gebawet, undt
zwey schöne kirchen, (in welchen beyden, geprediget
wirdt, nemlich, Frantzösisch, undt Niederlendisch, also:
|| [[Handschrift: 315r]]
das wegen einer Schiedewandt, oder mawer, keines
daß andere, verhindern kan undter einem dache hat,
oben auch, mit hangelwergk, undt vielem holtzwergk
darzu, ein gantzer waldt gehawen worden, tref-
lich verwahret, undt befestiget ist. Jn der mitten
stehen gantz keine Saülen, in den kirchen, nur an
den seitten der Mawern, wie zu leyden, in hollandt.
Auf den Thurm, sein wir auch gestiegen, undt haben
in die schöne Neẅstadt, hüpsche haüser, undt gerade
gaßen, auch gärtten, hinein gesehen. Darnach bin
ich mit dem Graven, nach seinem gartten zu,
gefahren, (darinnen wol in die drey fuder
wein, iährlich, ohne andere bluhmen, undt
Kraüterwergk, zu wachßen pflegen.) Es hat
auch waßerSpiel, undt Springbrunnen darinnen,
so aber, an itzo, nicht gangbahr.
Jm rückwege, habe ich, im Schloß, den großen
Sahl besichtiget, darinnen, die Luttrische predigt,
gehalten wirdt, der wahr, 55 meiner Schritt lang.
Jtem: besehen, einen andern, neẅen artigen Sahl,
(darinnen, an der degke, daß Anhaltische undt hanawische
wapen, zu besichtigen) so an itzo, gebawet worden.
Der Grave, hat auch, einen großen bähren, in einem haüß-
lein, welchen er, will hetzen laßen, al mîo ritorno.
Deliberationes secretæ, cum Comite et Comitissa,
wegen meines Progreßes.
Abschiedt genommen, von beyden, treẅhertzigk.
Diesen Morgen, in aller stille, bin ich aufgewesen,
undt habe den Obrist Leütnant Schütze, mein jntent
vertraẅlich entdegkt, der hat es helfen redlich
secundiren, Bin also stillschweigendt, im finstern
noch, außgeritten, nacher Frangkfurth zu, von Hanaw 2 <2 meilen>
in bösem, tiefem wege, undt regenwetter.
Die kutzsche, ist nachmittags nachgeschickt worden.
Zu Frankfurtt, bin ich, im Maulbeerhof, einquartirt,
weil Doctor Spina, undt herr Timpfel, theilß nicht
zu hause gewesen, theils nicht platz, zu lo-
samenten, vor mich gehabtt.
Baldt aber darnach, haben Doctor Spina, (mein
allter bekandter, de anno: 1614 von Padua
noch hehr) undt herr Timpfel Sachßen Weymarischer
Raht, undt Agent (auf erfordern) mich besucht.
Doctor Petrus Spina, ist Stadtmedicus alhier zu frankforth.
Der Grave von hanaw, ist 28 iahr altt.
100000 ReichsthalerRthlr: bahr, hat die Churfürstin
zu Heidelberg, von Caßel, auß, ihrem herren zubracht.
32000 ReichsthalerRthlr: hat der hertzogk von Lottringhen,
neẅlich ChurPfaltz, zu gevattergeschencken verehret.
Von den 13 anticipirten RömerMonaten, (so
500000 ReichsthalerRthlr: außtragen) bekömbt Chur Pfaltz,
auch einen guten partickel. herr Volmar
(Kayserlicher Gesandter) kriegt vor sich, 30000 ReichsthalerRthlr:
General Piccolominj, auch so viel, so alles schon assignirt.
Landtgraven Geörgen, zu Darmstadt, ist
diese Stadt Frangkfurth, mit 50000 ReichsthalerRthlr:
assigniret.
Es seindt Kayserliche Frantzösische Spannische, Schwedische
Churfürstliche undt andere legatj, allhier.
Gestern, ist der Pfaltzgraff, von Sultzbach,
bey dem frantzösischen legaten, Monsieur d'Avaugour
im Losament gelegen, undt splendide tractiret
worden. Gehet nach Duysseldorf. Landgrave
Ernst, sol gewiß Päbstisch worden, undt mit
Seiner gemahlin Liebden zur Meße, gegangen sein!
Proh dolor! Die Königin in Böhmen, fordert
iährlichen, von ihrem herren Sohn, 40000 ReichsthalerRthlr:.
Neẅlichst, seindt ihr, 12000 geschickt worden,
welche Sie weniger, als nichts geachtet. Freẅlein
Catherine, droẅet ChurPfaltz, mit abtrettung, dero Præ-
tensionen, an Chur Bayern.
Nach dem ich alhier, eine zeitlang gewesen, undt
die kutzsche, durch die Hanawische pferde undt
livrèe, hergeführet worden, ist ein Officirer, von
der Wache, in unsere herberge, ankommen, undt hat
im nahmen des rahts, kurtzumb wißen wollen,
wer ich wehre? undt ob ich nicht, ein Fürst von
Anhaltt, wehre, man solte nur, die nahmen recht
ansagen, Es ist aber, bey der ersten rede, gelaßen
worden, undt ich habe die kutzschpferde, wieder expedirt.
herr Timpfel, ist nachmittags wieder bey mir ge-
wesen. Il est tout plein, de bons offres, mais la rea-
litè, que j'attendois, de Fama, & de la Faye, m'a
manquèe, nonobstant : ses peines, & bons travaulx!
Alhier zu Frangkfurth, hats, in die 4000 Juden, in
ihrer Judengaße. Sie wuchern, mit der reichen Christen, geldern, unchristlich!
Doctor Spina, räht mir sehr, zum Venedischen Theriack, ein ½ quart
darvon, abends, oder morgens, bißweilen einzunehmen,
corroboriret den Magen, undt die partes interiores. Es
vermehret, das humidum radicale, wehret allem Gifft,
undt giftigen krangkheitten, undt steẅret dem durchfall,
undt vielen bösen zufällen. Er improbirt, den Balsamum
Vitæ, als zu hitzig, vor mich, undt meinet, die Fraw Landtgrävin
Sehlig zu Caßel, habe sich darmit verdorben. Suadirt mir auch, die Rosencon<servum.>
Il me dissuade fort & ferme, mon intention, d'aller à Heidel-
berg, 1. pource que l'Ambassadeur de l'Empereur Vollmar, y est, que tout sera
empeschè, en ces importantes deliberations, & qu'on n'aura pas
le temps de m'èscouter, en mès propos, nj de me traitter dignement.
2. Que l'Electeur Palatin, est fort miserable, qu'il ne paye
nülles pensions, qu'il a defalquè la moytiè de leurs gages,
(quoy que sans cela chetifs assèz) a ses serviteurs, Conseillers
et Domestiques. Qu'il est chargè, de l'entretien de Madame
sa Mere, a laquelle il faut, qu'il envoye par mois, mille
Dalers, à grand peine, (quoy qu'elle demande davantage,)
& ces mille Dalers, passent par les mains, du Docteur Spina.
Il a encores a donner a ses freres, & seurs, item: a payer dès
anciennes debtes, a tenir sa cour, la compagnie, & le regi-
ment de sés gardes, a redresser l'Academie, les Eglises, lés
èscoles, ayant desia plüs d'Ecclesiastiques, qu'il ne scauroit
entretenir. & estant fort mal accomodè, en sès baillages,
quj ne luy rentent presque rien. En somme, il semble, qu'on
ne veut pas estre, recerchè, ni visitè, et qu'on süborne de çà
de là, dès gens, qui doyvent empescher telles recerches[!].
D'aultres, m'ont conseillè le contraire, icy, a Fulde, &
ailleürs, & ont creü qu'il estoit bien solvendo!
Sic hæreo, inter spem, et metum, nec exitum reperire possum!
Car ie ne vouldrois pas volontiers, aussy me rendre süspect,
auprès des aultres, Potentats, qui ont l'æil fischè, sür mes actions.
Addesso, io vengo, in un vero tempo, di sospetto, in questj paesj!
Die evacuation von Frangkenthal, wirdt, zwahr verhofft, dennoch
aber, sehr schwehr gemacht. Non Vorrei spendere, il tempo, ne il danaro inutilmente!
<12 ThalerThlr: Ernst Dietrich Röder 24 ThalerThlr: Abraham von Rindtorf zu berechnen. <rest: 94 ducaten>>
Mit Doctor Spina, habe ich diesen Morgen, noch außführlich
geredet, in einem, undt dem andern. Er suadiret mir,
ferner, wie gestern notiret, undt extenuiret seines
Churfürsten media, undt intraden, über alle maßen, sehr, hingegen
multiplicirt er die Onera deßelben. Il me conseille,
d'aller a Duysseldorf, et y obtenir quelque chose, de mes iüstes
pretensions, car le ieüne Düc, a heritè, dès bonnes sommes,
& dès joyaulx, de Madame sa femme, dont il me pourroit
bien ayder, toutesfois il confesse, que maintenant, on aura
difficillement quelque chose, puis que le Conte Palatin de
Sultzbach y est allè avec sès pretensions, lequel on
y taschera de satisfaire, & de l'attirer, a la religion Romane.
Jterum igitur hæreo; et nodum in scirpo quæro!
Le bon Dieü me vueille dèsvelopper, de ce labyrinthe!
Nota Bene[:] Madame ma Cousine, à Hanaw, m'a fort aussy dèsconseillè, (avec prüdentes remonstrations,) le voyage,
á l'Electeur Palatin. J'ay escrit a ma femme!
herr Timpfel, fürstlich Gohtischer raht, undt Agent, ist wieder diesen
Morgen, zu mir kommen. Il n'a rien fait. Se plaint de la düre-
tè de quelquesüns. Il dit: que Docteur Spina est passionnè, pour
la mayson Palatine, & qu'il n'ose pas offencer, son maistre,
avec dès conseils preiüdiciables, a ses jnterests.
Doctor Spina, undt herr Timpfel, haben, <extra> mjt mir, zu Mittage,
gegeßen, & on a tenü, toute sorte dès discours! considerables.
Le Roy de Swede, & lès Princes sous luy, fürent sür le tapis,
& on blasma plüsieurs choses, selon la licence, de la langue!
Les juifs icy, emprüntent dü Magistrat, leurs deniers,
a dix, ou 12 pour cent, en prenans pour üsüre d'autres
pauvres gens, deux fois aultant. Si on s'en plaint?
les juifs icy, disent aux Senateurs, & aux aultres
riches : Monsieur, que voulèz Vous faire? C'est vostre
propre argent. Ainsy; il se faut contenter,
oultrageant le jüste, & donnant droict, au Pervers!
Ainsy les juifs, enervent la sübstance dès pauvres!
donnant par an, a 20, 30, 40 plüs ou moins, de florins (Gulden)f:
Schutzgeldt, & en dèsrobbans, cent fois aultant. perge
Doctor Spina, ist bestallter StadtMedicus, zu Frangkfurth,
undt hat auch heimliche bestallung, von Chur Pfaltz,
deme er gantz ergeben ist. Jedoch, gebraucht ihn auch
Chur Meintz, der hertzogk von Lottringhen, undt
andere Catohlische Römische Fürsten, alß einen berühmbten Doctorn.
Er wirdt, den 2. Februarij; 1652 (wilß Gott!) 60 iahr
altt, Er heldt, den Theriac, und<vor> ein herrlich universale,
Jtem: den Rosenzugker. Er verachtet, den Balsamum
Vitæ, alß ein allzuhitziges Medicament, so den calorem
nativum consumiret, undt der Landtgrävin Sehlig, den
rest, gegeben solle haben. Er helt auch gar viel, auf die
Fontanellen im Allter gebraucht, undt meinet, sie halten
auff, undt verzehren, die gesaltzenen flüße, sie voneinander
treibende, damit Sie nicht condensiren, undt catharros suffocativos machen.
Le Conte Palatin, Louys Philippe, a 7 baillages,
peü de revenüs, mais il mèsnage bien, tient bon
credit, et vit avec èspargne. Il a deux fils, et üne
fille, laquelle attend, grand heritage, de Madame sa Mere.
Il est en quelque mesentendü avec Monsieur l'Electeur son Nepheü,
ayans pour le partage dü pays dés pretensions reciproques.
Il a deux baillages, en la Marche de Brandenbourg,
pour iouir, a cause dès pretensions, qu'il a de Madame
sa femme. Son fils aisnè, a 15 ans, son second a 12.
Il lès nourrit, avec grand amour paternel, et
indülgence. Le Comte Palatin de Birckenfeld a 3 filles, (de feü
Madame la Düchesse de Deuxponts, fille de la Düchesse de Rohan)
dont la moyenne a de l'inclination cachèe, a la Religion
mais on les èsleve, ad crassos errores. Cès filles atten-
dent aussy l'heritage de belles richesses. Mais helas!
Le Düc de Deuxponts, & tous ces Princes, <& Contes> Circomvoysins,
ont presque la plüspart, (comme rencontre ün quidam)
dès revenüs de Prince, et dès debtes Royalles! &
mesme ont ils cela, de leurs Peres, & grands Peres,
lesquels en ün meilleür temps, que le Nostre, eüssent
peü, et deü payer, telles debtes. Le Conte de Nassaw
Sarbrügk, le Landgrave de Darmstadt, et plüsieurs
aultres, sont fort endebtèz. Le Landgrave oresdit, a
eü de l'Empereur üne assignation, de 50000 ReichsThaler, sür
|| [[Handschrift: 319r]]
ceste ville de Frangkfurth, mais elle ne l'a point
voulü accepter, disant: n'estre point obbligèz a re-
cevoir de telles assignationes, qu'ils se rendent envieux,
aux Seigneurs assignèz, et qu'ils livreront leür
portion, au Thresorier de l'Empire, Bleymann icy.
Piccolominj, est aussy assignè icy, mais cela n'a point
d'effect, car la ville ne veüt pas estre tant redevable!
Neantmoins, pour tèsmoigner leür affection, au
Prince Landgrave, leür voysin, il luy ont fait
ün beau present, de 12000 florins, le priant, de
l'avoir pour excüsè, en l'assignation süsdite.
Les 13 mois, de l'expedition Romaine, sont pour
la plüspart assignèz, de l'Empereur au Prince de Nassaw,
beau Pere de mon frere, au Düc d'Amalfij, au dit
Prince Landgrave, item: au Landgrave de Homburg,
au Düc Philippe Jüles de Hollstein, & a Madame
sa femme, & a tant d'aultres. Mais pour moy; il
n'y a point de nouvelles.
Le Düc de Wirtemberg, impose maintenant,
sür chasque teste, en son pays, soit riche ou pauvre
üne contribütion èsgalle, afin de payer <les Pensions de> ses debtes,
et affin de reparer sès forteresses, ce qui luy
doibt remporter üne somme immense, mais luy cause
bien aussy, dès plaintes, et de la jalousie!
Le Düc de Deuxponts, l'aisnè, a aussy, 6 ou 7 baillages.
Les Suisses Protestans, ont presentè a l'Electeur Palatin
pour sa bienvenuë, 6 a 8000 RixDalers, & estans
convièz pour Comperes, ils ont presentè deüx
grands Pocals, donnans plenipotence de l'Am-
bassade au Vieil Blawrer, serviteur de l'Electeur
ce qui a estè mal prins, de n'avoir deputè, ün
Ambassadeur exprés. Viel dißcuriret, mit dem Medico, Doctor Spina.
La fille puisnèe de Madame la Landgrave
defüncte, doibt attendre, ün grand heritage,
Mais son frere le luy dispüte, estant acquis,
de son Domaine, & non dès biens, propres, de la Mere.
La Ville de Francfort, est iolye, et bien bastie, sür tout,
vers le marchè dü Römer, la ou est, la mayson de Ville, & ou
on a acoustümè, d'èslire les Empereurs, mais la ville
de Nürenbergk, est bien a demy plüs grande. Toutesfois
Francfort, a cest avantage, qu'elle a meilleüre com-
moditè dès commerces, a cause dès belles foires, qui
y sont, deux fois, annuellement, & de la riviere dü
Mayn, qui la traverse, divisant Francfurt d'avec
Saxenhausen, & pas l'opportünitè de la navigation
car le Mayn entre dans le Rhyn, non loing de Mayence.
Es ist ein ReichsSchultheiß alhier, welcher der öberste im
Raht ist, undt ad dies Vitæ bleibet, die beyden
Bürgermeister aber, werden iährlich verendert,
undt sitzen sonst, über 40 Rahtsherren im Magistratu.
Der ReichsSchultheiß, ist vor allten zeitten,
vom Kayser gewehlet, undt installiret worden.
Der Raht aber, hat sich seidthero, mit 30000 ReichsthalerRthlr:
von dieser servitut loßgekauft, doch also, daß
er allezeitt noch, im nahmen des Römischen Kaysers,
eines ReichsSchultzen, selbst erwehlet, undt mehr
pro forma, maioris authoritatis gratia, alß in
realitate solches thut.
Ein Stügk wein, helt <7½ auch> 8 Eimer,<Ahmen,> sol an itzo,
118 biß 120 Gulden (florenus)f: <oder ThalerThlr:> gelten. Der wein ist Theẅer. Man
w rechnet alhier, nicht nach Eimern, sondern
nach Ahmen. Ein Ahme, thut 2 Eimer bey unß,
undt wieget 3 Ei Centner, helt 80 maß.
Solcher gestaltt, hielte der Eimer, nur 40 maß, dieselben
40 maß aber, seindt doch größer, als die unserigen,
undt machen zu Bernburg 64 maß oder zu Cöhten 72 maß.
Ein Fuhrmann alhier, muß in der Stadt, mit
einem pferde, wann man will, ein Stügk wein, von ei-
nem orth, zum andern, aufm Pflaster, führen, thut 24 zentner.
Sonst über Landt, mit 4 pferden, oder auch 3 ist die ordinarij last, 36 zentner.
Avis: daß der Kayserliche Gesandte, herr Vollmar, diesen abendt
wirdt nach höchst, undt also von Heidelbergk
wiederkommen. Der Churfürst wirdt von Meintz weg,
zu ihm, sich nacher höchst, verfügen, undt morgen (gebe gott)
auf Aschaffenburgk, sich erheben. Darnach
sol herr Vollmar, wieder anhero kommen.
Sonst, ist Monsieur d'Avaugour, von wegen der Kron
Franckreich, alhier, Graf Oxenstirn, von wegen
der Krohn Schweden, Doctor Oechßle von wegen Chur
Meintz, Doctor Krebs, undt der herr von Vorburgk,
von wegen Chur Bayern, Eu Bambergk, undt
Culmbach, haben auch Gesandten, alhier, von
Wirtembergk, sol heütte, einer, oder zweene erscheinen.
Pfaltzgraf Wolfgang Wilhelm von Neẅburgk,
fänget numehr ahn, den Tittul eines Churfürsten,
dem iungen Printzen von Bayern, zu disputiren.
Das Rinckaw, ist ein Ländlein, 6 meilen groß,
eine meile, undterhalb Meintz, am Rhein gelegen,
dem Churfürsten von Meintz zugehörig, daselbst der
beste weinwachß, sein soll. Es hat drey
Städtlein darinnen, undt viel dörfer, vndt hat
zu Lande, nur drey avenuën. Jst sonst inaccessible,
|| [[Handschrift: 321r]]
außer vom Rhein her, welcher sehr tief, d selbiger orthen,
sein soll.
Sonst wirdt auch der hochemer wein, (vom Ampt
Hochheim, so dem Mayntzischen Thumbcapitul zustendig,
also genandt) vor andern, hoch gepriesen.
Den Bacharacher wein, will man alhier
zu Frangkfurth, nicht vor so gesundt halten,
dieweil er in die glieder, schlagen thut,
undt nicht so lüstig, undt spirituoß sein soll.
herr Timpfel ist <vormittags> abermalß, bey Mir gewesen,
undt hat mir, obiges alles, referiret, auch noch-
malß, ad iter Hoechst gerahten. Gott helfe mir doch emergiren!
Da der Mayn, in den Rhein, kömbt, dißeyt der Stadt
Meintz, bey der ruinirten, Schwedischen Gustavus-
burgk, sol das waßer des Mayns, gar weiß,
undt des Rheins, grün sein, undt wie eine bundte
binde, oder FeldtZeichen, artig außsehen. Der-
gleichen erinnere ich mich, in Meine iugendt, auf
der Frantzösischen rayse, gesehen zu haben, da 1.
der Rhodanus durch den Lacum Lemannum, gehet,
item: <2.> da, (auch bey Genff,) die Rhosne, mit der
Arve sich coniungiret. Jtem: bey Lion, da die
Sosne, undt die Rhosne, in einander kommen, welches zwahr
nicht so mergklich ist, als vorige beyde exempel.
Es seindt im Raht alhier, aufm Römer (wie also, das
Rahthauß, genandt wirdt) 42 personen, alß 14 von
den Patricijs, oder geschlechtern, 14 von den vornembsten
bürgern, undt 14 von den handtwergkszunften.
Diese drey Genera haben ihre abgesonderte bängke.
Avisen: daß es in Frangkreich hart hergehet, undt
daß der Prince de Condè, in die Acht erklähret, undt
verfallen seye, wie auch, daß Parlament zu Bour-
deaux, abgeschaft, doch gleichwol, haben sie aldar,
die Spannier, weder sehen, noch hören mögen.
Jn Engellandt undt Jrrlandt, victorisiren, die
Neẅen Regenten, nehmen eine Stadt, eine Jnsel,
nach der andern, ein, undt die Schotten, wollen sich auch,
ihnen accomodiren. O Domine! in quæ nos reservastj tempora?
Der Bascha von Ofen, zeücht viel volgks zusammen,
undt macht den Kayserlichen in Ungarn, bange. Der Kayser,
leßet zu schönen balletten, undt Turniren, praeparatoria
machen, undt rüstet sich auch, gegen den ReichßTag.
Die grentzscheidung zwischen den Königlich Schwedischen
undt Chur Brandenburg sol numehr in Pommern, verglichen sein.
Die Spannischen, seindt in Picardie eingefallen, denen,
so dem Printzen von Condè, anhangen, luft zu machen.
Jch habe diesen Nachmittag, Doctoris Spinæ losament,
ein wenig besichtiget, Jnsonderheit undten den Sahl,
So dann oben, seine Bibliotheca, undt allerhandt
schöne bücher, gemälde, undt antiquiteten, von goldt,
Silber, undt metall.
Doctor Spina, dissuadirt mir, die warmen bäder, die-
weil dieselbigen hochschädlich, denen, so nicht viel
zuzusetzen haben. Er lobet, undter den weinen,
1. den hochemer wein. 2. darnach, den wein, so
umb Meintz herumb, wächßet. 3. Den Ringkawer.
4. Den Bacharacher, als welcher, lieblich zu tringken.
Er saget, hochem, <Hochheim,> wehre nur ein flegken, es wehre
aber an itzo, vor 30000 ReichsthalerRthlr: wein, daselbst
gewachßen, diesen letzten herbst, oder 220 Stügk
von ieglichem Stügk, bekömbt der Churfürst von Meintz,
4 Goldgulden (Goldflorin)f: zum extraordinarien acciß. <Vor 400000 ReichsthalerRthlr: wein, sol diß
iahr, im Rinckaw, gewachßen sein. perge>
Diesem Churfürsten von Meintz, gebornen von Schönborn,
Johann Philips genandt, auß der Rheinländischen Ritter-
schafft, sol die Stadt Franckfurth verehret haben,
zum willkommen, zweene lavoir, von silber vergüldt,
iedes 100 ducaten werth, item: 6 silber vergüldte
Schahlen, auch 100 ducaten wehrt, hette er also, 300 Ducaten
werth, entpfangen, ohne den gewöhnlichen wein, und haber, etcetera
Er ist drey Tage dazumal, alhier stille gelegen, in einem Privat-
hause. Wann er stirbt, undt kein Testament machet, So
|| [[Handschrift: 322v]]
nimbt daß Stift, oder das Thumbcapitul also dann alles
hinweg. Sonst kan er die mobilia vertestiren.
Worauf er auch, sein angebornes, Adeliches wapen,
stechen leßet, solches wirdt ihm nicht weggenommen,
worauf aber das Chur Meintzische wapen
stehet, solches nimpt das Thumbcapitul gleich
hinweg, nach seinem absterben. Also leßet er
auch, auf die vorgemeldete Schahlen, undt waß
ihm sonsten verehret wirdt, nicht das Chur-
sondern, sein angebornes wapen stechen.
Il tasche, d'enrichir, sès nepheüx, fils de son
frere, quj est baillif à Steinheim, ün de sès
Baillages, gueres loing d'icy, Est attentus ad
rem. Il a apprins, quelque chose de l'Electeur defünct,
de Baviere. Il veüt brasser, & introduire nou-
veau mèsnage! Il est fort pasle, mais de belle
presence, & de bonne mine, il a 47 ans, a desja
regnè, comme Evesque de Wirtzbourg, 8 ans,
et comme Archevesque, & Electeur de Mayence, 4 ans.
Jl vid avec pompe, et magnificence, ne laissant
pas, de bien mèsnager. Aussy tient on, qu'il a
par an, dès deux Principautèz, de revenü annüel,
|| [[Handschrift: 323r]]
maintenant, en ces mauvais temps, neantmoins,
500000 ReichßThalers, net. Jl est sage, expert aux
affaires, affectionnè a toute sorte de gens capa-
bles, sans distinction de la religion. Ayme l'inte-
gritè Allemande, & a conserver les droicts &
libertèz dès Princes de l'Empire. Ne se monstre
point partial, nj François, ni Espagnol, &
a üne bonne teste, capable a gouverner les af-
faires. En sa jeünesse, il a fait, dès dèsbauches
& a estè mesme, soldat, et Capitaine de Cavallerie,
sous le Düc <de> Fridlande. Il n'ayme pas le boire,
s'il n'y est, comme contraint? mais il ayme la so-
brietè, toutesfois, sans ostentation! Il doibt
estre, fort jovial, en compagnie. Jl a üne seur
marièe, laquelle doibt estre fort & ferme encores
Evangelique; mais nonobstant cela, il luy donne
(a ce qu'on rapporte) dès riches dons, annuellement,
affin d'avoir souvenance de luy! On craint, qu'il
ne vivra pas, long temps, tant a cause de sa com-
plexion natürelle, qu'a cause de l'envie & ja-
lousie, qu'il s'expose, par la conionction odieüse de ces
deux grandes puissances, & dignitèz de Wirtzburgk, &
de Majence, & par l'envie de sa Vertü, & franchise, en sès Conseils.
Son Predecesseür, a eü pension d'Espaigne. Celuicy,
n'y touche point. Son Predecesseür a estè aussy
ün Prüdent Prince, mais il a fort aymè, le boire!
Le Roy d'Espaigne luy faysoit remise de 20000
Philippes, s'il eust encores vescü, quinze iours,
mais la mort prevenant, le Roy retira a soy, &
a aultre üsage, cest'argent.
Le Düc et Electeur deffünct de Baviere, entra
au gouvernement de sa Düchè, n'ayant que de
18 a 20 ans. Toute sa Düchè estoit presque
venduë & engagèe. Le Düc Guillaume son Pere,
la luy quitta, comme par desespoir, estant tout
endebtè. Ce jeüne Prince Maximilian, alors,
ne scachant que faire, demanda conseil a ün sien
Confident, d'Augsbourg, Jlsung, lequel, deliberant
avec luy, l'affaire, trouva de si bons, & si beaux
expediens, pour reigler la cour, le conseil d'estat,
la chancellerie, la jüstice, la Police, la Venerie,
le mèsnage dès baillages, et aultres dèspendances
de l'Oeconomie, qu'il luy fist, abroger toutes süperflui-
tèz, & se reduire a l'èspargne, luy fist gouster le playsir
dès bons ordres, luy monstrant la pesanteür qu'apporte
le desordre en toutes choses, luy amassa en peü de temps
|| [[Handschrift: 324r]]
ün thresor jmmense, par cest ordre, & par dès nouveaux
revenüs dü sel, et de la chasse, qu'il donna a fer-
me, a la plüspart de sa noblesse, se reservant
ün petit coin, de sés grandes forests, le fit attirer
à soy, le brasser de la biere, & d'autres commerces,
& ainsy le delivra bravement, de sès debtes,
en retranchant tous excèz & süperfluitèz
dès personnes, & dès chevaux, a sa cour & mèsnage,
& en luy amassant plüs d'argent, qu'il n'eust pensè!
Le Chancellier de cest Electeur quj vivoit l'an
1620 a dit au Docteur Spina, que son Maistre, n'auroit
pas sellè ün seül cheval, contre son cousin, le Roy
Frideric V. sj l'Electeur de Saxen, n'auroit estè
le premier en armes, pour assister l'Empereur qu'alors,
son Maistre (qui aymoit plüs, a demeürer neütre,
qu'a se declarer partial!) comme Prince Catolique,
beaufrere, & proche Parent de l'Empereur Ferdinand 2 n'auroit
sceü faire, de moins, voyant la declaration precipitèe
de l'autre, non a s'interposer, comme il croyoit, ains,
a assister puissamment Sa Majestè Imperialle!
Le Roy Gustav Adolf de Swede, a cerchè a se rendre Monarque, en
Eürope, et plüs avant. Il a dèsgouste lès Principaux entre sès
süjets, les menant avec soy, a la guerre, par mèsfiance <qu'il avoit> d'eux,
& a la mayson il les a tourmentè, avec dès sübsides extraordinaires attirant
a soy, et en ses coffres, les meilleüres commoditèz, & sübstance. de ses süiets.
Son propre Cousin, le General Todt, fils d'üne fille
dü Roy Gustave le premier9, a dit luy mesme
tout cela, & que le Roy, estoit entierement insolent
après lès Victoires, (quoy que heroique, genereux,
& vertueüx!) mais doux, comme ün agneau, apres
lès dèsroutes, ou blessüres. Plusieurs Swedois, (quj
se vantent, d'estre dès estats libbres) ont estè
bien ayse, de la mort dü Roy, craignans üne trop
grande sübiügation & tyrannie. Car ils ne
veülent pas estre, trop dürement traittéz,
s'immaginans d'estre estats libbres, apres la
rejection violente dü Roy Christierne. perge et cetera
Comme le Roy Frideric, iadis de Boheme, mourüst
a Mayence de la peste, l'an 1632 peü avant
estre entrè en son logis, sa clochette d'argent
sonna deux fois, aux valets de chambre, dont
deux en fürent abüséz. Jl commença aussy fort
ressembler, a feü Monsieur l'Electeur Frideric IV. son
Pere, ce qu'il n'avoit iamais fait auparavant,
que peü de jours, avant sa mort, & Docteur Spina
dit; que c'est ün signe lethal, lors qu'on commen-
çe sür sa couche, a ressembler, a ün Pere, ou Mere, a
qui on n'a point dü tout, ressemblè, par le passè.
<28 ThalerThlr: mane Ludwig Röber zu berechnen.>
Avis: daß Timpfels zeittungen falsch seyen, von des
Churfürsten von Meintz, seinem aufbruch, undt von herrn Voll-
mars wiederkunft von heidelbergk, dieweil sich
die handlungen daselbst, gar schwehr ahnlaßen, auch
herr Vollmar gedroẅet hat, die Stände würden
Chur Pfaltz, die contribution von hailbrunn,
aufkündigen, wann er sich nicht accommodirte, dero
wegen dann, Chur Pfaltz, den Schwedischen gesandten,
umb interposition ersuchet, auf das instrumentum
pacis, undt den Nürnberger vergleich, sich beruffet,
undt allegiret seine unschuldt. So armiren auch, die
Schweden, zu waßer, undt zu lande, gewaltig, undterm
prætext, (als man meinet!) wegen Brehmen, in effectu
vielleicht aber, einen Neẅen krieg, in Deützschlandt, zu führen.
Es hat diese Nacht, undt Tag, gleich wie voriger Tage,
fast continuè geregenet, undt also ein 6 wochen hero, meist-
lich gewähret. Du lieber Gott! was will darauß werden?
Die wege werden, ie länger, ie tieffer, undt grundt-
loser. Je ne scay, de quel bois, faire flesche? Dieu m'assiste!
Ein Somnium habe ich, diese Nacht, gehabtt, daß die
hertzoginn von Schöninghen zu Meiner gemahlin, <nach Bernburgk> kommen wehre,
undt hette gesagt, in Meiner Præsentz: Waß mich doch an-
gienge, das ich diese Mühesehlige, undt unzeittige rayse thete,
ich würde doch nichts außrichten, Sondern nur, schaden undt gefahr,
davon zu gewartten haben!
Jch bin perplex! Man hat mir gerahten, mit dem Ordinarij
Marckschiff, so täglich von Frangkfurth nacher Meintz,
gehet, umb 10 uhr forthzuwandern. Siehe, so ist es, wieder
den gebrauch, alß ich hingeschicktt, umb 8 uhr, schon forth-
gewesen. Kein schiffer, will sonst fahren, wegen der
großen gefahr, dann das waßer, ist gar zu groß,
undt im rückwege, besorgen sie sich, nicht fortzukommen,
weil die pferde, nicht anlenden vndt ziehen können.
Also bin ich, wie gefangen, undt kan weder zu lande,
noch zu waßer, forthkommen. Gott helfe emergiren!
herr Timpfel ist heütte zu Mittage, mein gast gewesen, undt
hat sich zu allem guten anerbotten, nebst Doctor Spina.
Jch habe viel verworrene händel, mit dem vorspann, undt
landtkutzschern, welche ein unchristliches geldt fordern, auch
fast gar nicht, forth wollen.
Meine gedangken, gehen, baldt nach Meintz, baldt nacher
heidelbergk, undt Stuckgardt. Mais l'iniquitè de ces gens
là, m'accroche! Je ne scay, a quoy me resouldre!
Chur Pfaltz, kriegt Monatlich, auß den contributionen,
nacher hailbrunn, 7000 ThalerThlr: undt exequirt dieselben, wann
man in mora ist, darüber, die Frängkische, undt Schwäbische
Stände, sehr schwührig sein, undt abstellung begehren.
3000 ThalerThlr: sol er noch Monatlich, vom Kayser, bekommen, (über
selbige 7000 ReichsthalerRthlr:) alleine der Kayser ist etwas, in mora solvendj,
interim: werden die Gravamina, undt die abalienationes der
Gemühter, hin- undt wieder größer!
Man sagt von vielen Thätligkeitten der Frangkenthaler,
undt wie sie, die leütte rädelen, undt ermorden, item: wie
der Caßelische bohte, ertrungken? wie umb Nürnbergk
herumb, Straßenraubereyen, vorgehen, item: in dem
Speßhartt, unferrne hiervon, undt an vielen orthen?
Gott bewahre unß, vor unglügk! undt verderben!
Nacher Darmstadt, seindt vier meilen, nacher Meintz 4 große Meilen.
Incertus hæreo! quo me vertam? nescio!
Ein Landtkutzscher, begehret, von hier, nacher Stuckgardt,
etzliche so biß in 60 ReichsthalerRthlr: nacher Meintz, trawen
sie sich gar nicht forthzukommen, nacher Darmstadt,
will er 8 ReichsthalerRthlr: undt ein futter, vor die pferde, haben.
Also ist summa iniquitas, allenthalben.
Das waßer des Mayns, gehet in die Stadt, undt
wächßet zusehens, also: das man diesen Tag, von
5 waßerthoren, nur eines eröfnet.
Aulcüns, ne louent pas, le Leutnant Colonel Schütze, disans
qu'il a deux femmes, & mene üne vie dissoluë,
& encores qu'il a de l'esprit, si est ce, qu'il
doibt l'employer plüs, a seduire son maistre,
qu'a choses solides.
L'Electeur Palatin doibt estre fort indifferent, en matie-
re de religion, et estimer l'üne comme l'autre,
ayant faute de bons Conseillers & de moyens a <leur> entretien.
Avisen, daß das feẅer, in Frankreich, lichter lohe brennet.
Der Prince de Condè, mit zuthun des Printzen de Tarante,
armirt bey Bourdeaux, item: in Xaintonge, Piccardie
Burgundt. Erwartett Spannischen undt Englischen secours,
die Engelländer haben mit 80 Segeln, die Spannier
secundiret, Jarsey, undt andere Jnsulen, im Oceano
erobert, undt gehen auf Frangkreich zu, sich formj-
dables zu machen, undt ihre Neẅerbawte Republicq,
zu stabiliren. Die hertzogin von Orleans,
hat, auß anverwandtnüß, undt guter affection,
dem König, in Engellandt, 30000 Pfund (libra)℔ iährlicher jntraden,
abgetretten. Der König in Frangkreich, hat
zwahr auch, eine große macht beysammen, undt
einen gewaltigen anhang, bey gehorsamen undter-
thanen, undt vermeinet, bastant zur resistentz zu sein.
Der König in Portugall, leßet durch seinen
Sohn, einen einfall, in Castiglien thun, mit 15 mille Mann.
hingegen, ist Barcellona von den Spannischen
zu lande, gantz blocquiret. Zu waßer bemühen
Sie sich ebenmeßig.
Das ungewöhnliche Regenwetter, so in
Franckreich, ebenmeßig alle progreß ver-
hindert, sol die Spannischen, vor Duynkirchen,
hinweg getrieben haben.
Der hertzogk von lottringhen, hat noch 3000 Mann, umb
Trier, liegen, dieselbigen sollen den paß über die Mosel
nachm Elsaß zu, nehmen wollen, werden aber, durch
daß Landtvolgk, undt aufgebottene pawren, biß dato,
daran verhindert.
Jn Schweden, wirdt nicht viel, tractiret, weil sje
auch einen völligen ReichsTag daselbst zu Stogkholm, nach
dem Neẅen iahr, erwartten, undt es hat darinnen,
den 1⁄11 Novembris noch keinen frost, gethan gehabtt.
Die Pollnischen gesandten, seindt, von Lübegk, nacher
Warschaw, wiederkommen, undt man erwartett,
eines Pollnischen ReichsTages, im Januario, 1652 mit den
Cosagken, den gemachten frieden, zu bestehtigen.
Jn Mähren, wirdt ein LandtTag gehalten
Der Kayser, begehret vornehmlich: 1. Die
Außschaffung aller Uncatohlischen, ohne undterscheidt.
2. Ein subsidium, von 200000 Goldgulden (Goldflorin)f. zu Jhrer Mayestät freyen
Disposition. 3. Eine Summa, von 50000 Goldgulden (Goldflorin)f. zu bevorste-
hendem ReichßTage. 4. Etzliche ordnungen, in Lan-
deß; undt Regierungssachen. perge
Man schreibet, von vielen orthen, von dem vielen,
ungewöhnlichen gewäßer, regen, und ergießung.
Viel seindt der meynung, solche inundationes
in Deützschlandt, Frangkreich, Jtalien, undt
andern Königreichen, werden sehr große veren-
derungen, auch wol gar, das ende der weltt, ominiren!
<Ludwig Röber zu Frankfort, 14 ReichsthalerRthlr: zu berechnen.>
Docteur Spina, me conseille, les bains, dü Wildtbadt, & d'Embß,
item: le fango d'Abano, & l'üsage dü Theriac, & dü süccre
dès roses. Item: contre la gravelle, dès bains artifi-
ciels, dès clysteres, dü jüs de limons, de l'huile d'a-
mendres douces. Il dissouade, l'esprit de Vitriol.
Il conseille, a Viktor Amadeus contre l'inflammation des yeux,
dès diversions, a retirer lès deflüxions, item: enfin,
si l'amendement ne sürvient, dès fontanelles au bras.
Il dit, que la gravelle, l'attaint, lors que, il
boit de la biere icy, estant accoustümè au Vin.
Le Conte de Hanau me dit, que le General Baron de Hofkirchen, (qui a ès-
pousè sa Tante du Conte de Hanau c'est a dire la seür de Madame sa Mere,) a tuè
en duel, 25 hommes & entre iceux, dix innocens, mais qu'ün
d'eux luy est apparü en forme rèelle, qui l'a tellement estonnè,
& tourmentè, que maintenant, il s'amende, & evite les querelles.
Alhier zu Frangkfurth, sollen in die 7000 Seelen wohnhaft sein,
undt es liegen, in die 700 Soldaten, in garnison, darinnen,
undterm commando, des Obrist Leütnant Dewitz. Es ist teẅer
alhier, weil alle eßende, wahren, undt geträngke, auch
andere Sachen, mit accisen, undt imposten, (nach der Florentiner
exempel), beleget sein. Der Raht saget, er köndte sonst, die
gemeinen gebeẅde, Rahthaüser, kirchen, Schulen, häuser nicht erhalten
noch die besatzung, undt andere gemeine onera:
|| [[Handschrift: 328r]]
wann er nicht aufsätze machte? weil er zu wenig einkommens
hette, et talia!
Nachm frühestügk, undt a Dieu sagung, habe ich dem Doctor
Spina mein goldtbildtnüß, undt gnadendenarium verehret,
auch ihme sonsten offerte gethan, wie auch einen Rosenobel
Tranckgeldt inß hauß geschengkt. Je croy, qu'il est satisfait!
Man hat mir heütte frühe, das Thor eröfnet, zu Franc-
furt, undt zu Saxenhausen, dann sonst heütte behttag ist.
Bin also, mit anbrechendem Tage, in der stille aufgebrochen,
undt zwischen beyden Städten, über die Maynbrügke,
(welche 14 ioch hatt, undt gantz von Steine ist, auch mit
einem zollhause, versehen) geritten. 8 ThalerThlr: fuhrlohn dem vorspänner
| Meilen[m.] | |
| Von Frangkfurtt, nacher Langhe, einem flegken
gehöret dem Landtgraven von heßen, Darmstadt zu. |
1 1⁄2 |
| Von dannen, nacher Darmstadt die Fürstliche
ResidentzStadt, undt hoflager, Landgraf Geörgens |
1 1⁄4 |
| Facit | 3 Meilen[m.] |
wiewol Doctor Spina 4 meilen rechnet. Es ist
auch nicht gar unrecht, dieweil man 6 stunden,
über solchen dreyen meilen zubringen muß, undt
von ieglicher meile, umb 6 goldgulden oder 1⁄4 ReichsThaler, den
bohten, dieselben verlohnen.....
Der weg, ist im Sande, undt heiden, zimlich
gut, mehrentheilß aber Morasticht, undt voller
böser pfützen gewesen. Wir sejndt durch viel
wälder kommen, undt es hat ein wenig wieder geregenet,
damit wir nicht, auß der gewohnheit (vielleicht) kommen!
Der Landtgraf Geörge, ist mit seinem Sohn, Landtgrafen
Ludwigen, zu mir in die herberge kommen, mich abzuholen
splendide, undt hat mir, gar freundlich zugesprochen, auch
aufs Schloß, mich wol logirt, darnach privatim,
mit sich, undt Seiner gemahlin, <undt Sohne> undt Sohns gemahlin, nebenst
meinen Jungkern, allen dreyen, undt seinem Stallmeister
eßen laßen, auch allerley gesundtheitten zugetrungken,
sonderlich aber, eine große affection, zu mir, und meinem
hause, erwiesen, undt recht Treẅhertzigk gewesen.
Avis: daß der König in Engellandt, unbekandt durch-
paßirt, durch Franckfurth, nach dem Kayserlichen hofe zu
assistentz zu suchen.
Jch habe in heüttigem schönem wetter, und weil
ich zu eilen, abschiedt, undt vorspann gesuchtt.
Mit mühe, hat man mich, hinweg laßen wollen,
endtlich, habe ich, alles erhalten, undt noch eine
malzeitt, in der hertzoginn, oder Landtgrävin gemach, gehalten,
Nach derselbigen, abschiedt genommen, da dann, die
Töchter, mir vorgeführet worden, außer derer,
so dem Landgraven von homburgk zugefreyet worden,
Sie haben 12 Töchter, undt 3 Söhne gehabt,
6 Töchter, undt 2 Söhne, seindt noch darvon, am leben,
undt der eine Sohn, ist zu Sora, in Dennemargk
|| [[Handschrift: 329r]]
Er heißt auch Landgraf Geörge. Das eine freẅlein, ist,
auch neẅlich gestorben, darumb man, alhier, tief trawert,
wie ebenmeßig, umb Landgraf Johann, den bruder, dieses Fürsten.
Il donne par an, a ses freres, & cousins, de
60 a 70 mille Dalers. Le pays est fort ruinè, par les soldats.
sur tout dès françoys. Viel haüser, stehen öde.
Viel ägker, undt weinberge, ungebawet.
Der Landgraf Geörge, mit seinem Sohn, hat mich
ein stügk weges, hinauß, zu kutzschen begleittet.
Postea hat er mir, 2 geleittsleütte,
den Jägermeister, Bubenhausen, undt hauptmann
Engelhardt, zugeordnet, welche mit Mir,
| Meilen[m.] | |
| geritten sein, biß nach Zwingenbergk
alda man mich, in der kellerey, wol tractiret. |
2 |
Undterwegens auf Eberstadt zu kommen.
Postea, das Schloß Frangkenstein, auf einem
berge zur lingken, liegen laßen, undt
andere Dörfer. Den berg Melibocum gesehen. perge
Die bergStraße, ist schön, zu raysen, gehet
von Darmstadt, an, oder von Eberstadt biß nacher heidelberg.
Der hofmeister zu Darmstadt, heißt: härtingß-
hausen (deßen Sohn, so zu Caßel iustificiret worden,
weil er den Marschalck erschoßen)10 der Stallmeister Dörnbach,
undt sonst waren noch wol 6 oder 8 vom Adel da. Der Landgraf speiset
täglich 230 personen an seinem hofe. Vivit splendide.
Il a pension annuëlle, de 10 a 12000 Pfund (libra)℔ dü Roy d'Espagne
comme le Landgraf de Cassel la tire dü Roy de France, avec reserve
de leurs Privileges, religion, & Droicts de Prince. etcetera
Mais ces pensions, sont mal payèes!
Landtgraf Geörge, hat im anfang seiner Regie-
rung, ein Privilegium de non appellando erhalten, biß
auf 1200 Goldgulden (Goldflorin)☉f. zuvorn hats sein herrvatter nur auf 600 Goldgulden (Goldflorin)☉f.
gehabtt.
Il se plaint, de sa noblesse, qu'elle luy contrarie,
& qu'il craint, que le meschant exemple dés Anglois,
tirera apres soy, par tout, dès consequences pernicieüses!
<4 ReichsthalerRthlr: Ludwig Roeber zu Zwingenberg; zu berechnen.>
Nach dem wir von den geleidtsleütten, undt dem kellaer,
alhier zu Zwingenbergk, im Nahmen, ihres gnedigen Fürsten,
undt herren, wol tractiret worden, undt diesen Morgen,
ein gut frühestück bekommen, auch die kutzsche (deren
Teißel im einfahren gestern abendt im Thor, zu glück
gebrochen) repariren laßen, seindt wir wieder forth
gerayset, in bösem regenwetter, auf heidelbergk zu,
| Meilen[m.] | |
| Seindt<Jst> von Zwingenbergk, endtlegen. | 5 |
<Die vom adel gaben uns, das geleitte eine Meilenm. von Zwingenberg biß an die gräntze.>
Undterwegens, kahmen wir, auf Benßheim,
undt heppenheim zu,<im> Chur Meintzischen gebieht, numehr,
(weil Chur Meintz von Chur Pfaltz, die bergStraße, umb
undt vor 120000 ThalerThlr: wieder eingelöset hat) Jtem:
auf Weinheim, so Chur Pfältzisch wieder ist, undt andere
dörfer, etcetera auch berghäuser liegen sehen.
Die BergStraße, zu raysen, ist ein lustiger weg,
(wann es hüpsch wetter ist) wegen der schönen gebawten
weinberge an beyden seitten, item: wegen des feldt-
bawes, getreydigs, stehenden Nußbaẅmen, undt anderm
obst, auch wegen der varietet, so die wälder, auf den
bergen, (darahn man herzeücht) geben.
Jch habe mich hertzlich erfreẅet, Heidelberg, vor
meinem ende, noch einmal wieder zu sehen, in solchem Stande,
seines verj, & legitimj Possessoris. Gott erhalte ihn, fried-
lich, darbey! undt vermehre ihm, seinen gnadenSegen.
Dieweil es finster worden, zu meiner ankunft, ich
auch etwaß unpaß, an husten, Catharren, undt ermüdet,
einer von meinen nobilibus, Georg Ehrenreich freiherr von Roggendorf auch krangk
worden, (vom Sauffen, ohne zweifel, cum Darmstadinis,)
habe ich mich nicht wollen bekandt geben, undt
auflauff veruhrsachen, Sondern habe nur melden
laßen, es wehre ein herr von Roggendorf11 ankommen,
(wie es zwahr wahr ist) undt habe die comites i-
tineris nicht specificiret, ob schon die wachten,
an Thoren, undt an der Negkerbrügken, (darüber
wir gemußt) scharf inquiriret, gehabt.
Zum hecht, bin ich, jn der Stille <nahe an der Neckerbrücken> ejngekehret, weil der
Kayserliche Gesandte, herr Vollmar, in der besten herberge, jm hirsch,
mit seinen leütten, eingezogen ist.
<4 ReichsthalerRthlr: zu heidelberg, vor die Darmstädter trompter, undt kutzscher. Ludwig Röber zu berechnen.>
Avisen: daß Graf Martinitz, Cantzler in Böhmen, todes verblichen, auch
große betrübnüß, undt alteration, am Kayserlichen hofe veruhrsachet.
Er ist ein aufrichtiger, feiner herr, guter justitiarius, undt
mein guter bekandter gewesen, undt billich zu beklagen.
Gott gebe! daß seine Stelle, wol möge wieder ersetzet werden!
Der Kayser, samlet viel geldt, gegen den Reichßtag.
Die Landtgräflichen Darmstädtischen, Trompter, undt kutzschen,
habe ich mit 2 ducaten, wieder abgefertiget.
Ernst Dietrich Röder hinauf aufs Schloß, geschickt, Chur Pfaltz Liebden
meine stille anwesenheit, vermelden, meine gebührende
dienste præsentiren zu laßen, undt raht zu fragen, ob ich
also incognito zu bleiben, die nechsten freünde besuchen,
undt herr Vollmars expeditiones, undt importantzen, nicht
interrumpiren, undt etwa privataudientz haben,
(biß man weiliger,) oder, ob ich mich præsentiren sollte?
undt auf allen fall, gebehten, mit mir keine Ceremonien
zu machen. perge
G Le Landgrave, m'a aussy, en qulque sorte dissuadè ce
progrèz, se dèsfiant, que j'obtiendrois quelque chose, a cause
de l'estat miserable, & grandes charges, de cest Electeür.
Nota Bene[:] Le Vent au voyage m'a estè contraire iusqu'a hier, venant
plüsieurs jours, dü Sud, & me monstrant, toute une autre
route, que j'eüsse peü prendre, sj ie l'eüsse bien observèe?
Vorgestern, ist ein eintziger schöner Tag, auf dieser meiner
gantzen rayse, gewesen.
Der Churfürst, hat mir wieder complimentiren, und sich
höchlich endtschuldigen laßen, daß er nicht gewußt, daß
ich gestern alhier angekommen, der wirth, hette nur
einen zettel von einem herren von Roggendorf12 eingeschickt.
Er hette mich sonst gestern, hinauf bitten wollen. Jch solte
mich aber nur gedulden. Er wollte baldt iemandes zu mir
schicken. Ohne wehre es nicht, herr Volmar Kayserlicher Gesandte
wehre alhier, undt die Tractaten, wegen Franckenthal,
ließen sich sehr schwehr ahn!
Postea: hat er seine leibgutzsche, mit einem kammerJuncker
Walborn13, mir geschickt, mich abholen, undt sich endtschuldigen, zu
laßen, daß er im Raht, wegen vieler geschäfte, so der Kayserliche
Gesandte, herr Vollmar, gebracht, sein müßte, undt mich
nicht entpfahen köndte. Der Marschalck Landaß,
unser Wutenaw14, undt noch andere drey von Adel,
haben mich im platz entpfangen, undt hinauf in ein schönes
Losament, begleittet, aldar ich eine zeitlang ge-
wartett, biß endtlich, nach eilfe, der Churfürst
Pfaltzgrave, Carll Ludwig, zu mir persöhnlich,
con spada e cappa kommen, undt gar höflich, sich erbotten.
Darnach, bin ich mit ihm, zum Kayserlichen Gesandten, herrn Vollmar,
gegangen, ihm die handt gebotten, undt, alß die Churfürstin
in die Tafelstube, geführet worden, seindt wir alle 3
hinein gegangen, da ich dann die Churfürstin, undt die
beyden Princeßinnen, Mesdames, Elizabeth, und Sofie;
angesprochen. Man hat etzliche wenig sanitates getruncken
|| [[Handschrift: 331v]]
über der malzeitt, undt nach der malzeitt.
L'Electeur n'a qu'üne eglise Lütherienne icy, au fauxbourg, puis
a Oppenheim, puis a Umstadt, per pacta conventa.
Il n'a point le Privilege, de non appellando, sinon: de 2000
florins, & croyt, que cela ne vaut pas la peine,
de tenir ün hofgericht.
Sa noblesse & sès Vassaulx, luy contrarient,
estans, ou voulans estre tous francs.
Jl veüt restituër Franckendal<Hailbrunn,> pourveü qu'on
luy restituë Franckendal, & veüt accepter, le
tiltre, de Ertzschatzmeister, au lieu de ErtzTruchseß, sj
on luy donne satisfaction, en d'autres poincts,
touchant l'extradition, de l'obligation dès 13 Millions,
pour Bavieres, voulant; qu'on insiste a l'jnstrüment
de Paix.
Nachmittags habe ich herrn Vollmar, im Sahl, quittirt,
undt bin darvon gegangen, alß der Churfürst wieder
zukommen verzog. Jch gieng in mein losament,
undt ließ mich bey der Churfürstin, anmelden, welche
ich eine weile hernacher, besuchte, undt complimentirte.
Postea wieder hinweg gieng, undt zur malzeitt,
Sie hin undt her, führte, undt zu abends lange da bliebe.
herr Vollmar, gieng zu abendts, nicht zu Tische. Der
Oberste Lucas aber, undt seine leütte, blieben bey unß.
L'Electeur beüt ma santè, et celle de ma femme; courtoysement
|| [[Handschrift: 332r]]
il me voulüst accompagner là haut en ma chambre,
par force, mais ie le divertis, luy laissant aussy tousjours
et a Madame sa femme, le haut bout.
La Princesse Henriette, a eü trois tasches bleuës
l'üne au dos, l'autre au costè, & üne au pièd,
mourrant en dormant, d'üne fievre pestilentielle
& maligne, fort regrettèe de son mary & de
Madame sa mere. Tous ses thresors, reviendront icy.
heütte Morgen, bin ich bey dem Khayserlichen Gesandten, herrn Vollmar
gewesen, welcher gar schöne dißcurß, über eine stunde lang,
mit Mir, gehallten, undt sich gar wol offeriret, in meinen
desiderijs, alß: in causa Ascaniensj, item: wegen exemption der
Römerzüge, undt assignationes, etcetera etcetera <Il me donna le haut bout.>
Die Churfürstinn, habe ich zu, undt von der malzeitt,
abermalß geführet. Elle estoit triste, a cause de l'in-
disposition, de son fils, mais aultrement, de bon Discours.
Dem Churfürsten habe ich meine desideria, entdegket,
1. In causa Religionis. 2. In causa Ascaniensj. 3. wegen meiner
allten Prætensionen. Il s'est declarè courtois, mais
froid, & comme s'excüsant, avec tout. Neantmoins,
il faut tenter, encores de nouveau, la Fortüne. perge et cetera
Ô Dieu! Pourquoy, suis ie venü icy, comme cela.
Mit dem Cantzler Rochaw, habe ich mich auch besprochen, sonder-
lich, mit dem allten Schömberger, Amptmann zu Bacharach, undt raht.
Dieser Schömbergk, ist wol einer von den Elltisten be-
kandten, undt es seindt wenig Pfältzische diehner, noch am leben,
Doctor Camerarius, ist neẅlichst auch alhier todes verblichen,
undt hat sein grab, zu Heidelbergk gesucht, undt gefunden.
Mit dem Obersten Kotz, (welcher zu hailbrunn lieget)
bin ich auch bekandt worden. Der Oberste Lucaß, so
beym Gesandten ist, erweiset sich, sehr affectioniret.
L'Ambassadeur mesme le fait maintenant, ne m'ayant
bien cognü, au commencement.
Il dit: que lés François auroyent peü avoir üne bonne
Paix, avec l'Espagne s'ils eüssent Voulü? Car les Espagnols,
leür offroyent, á Münster, Porto Longone Casal, <la> Catalogne
entiere, pour 30 ans, Perpignan, avec le Contè de Roussillion,
& toutes les places de Conqueste, aux pays bas,
a perpetuitè. Jtem: permission, de secourir le Portügall,
sans bandieres ouvertes, de mesme que l'Espagne feroit
a sès amis, & allièz, & plüsieurs autres offres avantageüses.
Mais le Cardinal Mazzarinj, hayssant la paix, empescha
tout cela, & lés Mediateürs, de cès bonnes conditions, Messieurs
lés Estats, voyans aneantir cès propositions, se resolürent,
a avancer donc leur paix avantageüse, qu'ils avoyent
differèe. Maintenant les Êspagnols ont reconquis Porto Longone
avec plüsieurs aultres places, et ne donneroyent pas, la moytiè
de cès conditions, a ceste heüre aux François, s'ils les, en prioyent?
Le Prince de Condè, se va rendre Souverain, & emporter, üne piece
|| [[Handschrift: 333r]]
de la France, avec l'ayde dès Anglois, et Espagnols, si
lés Royalistes, n'y remedient? La France, a tousiours estè
contraire a la paix d'Allemande entrejettant, dès difficültèz.
L'Electeur Palatin m'a dit, qu'il n'a, que 8000 florins (Gulden)f: par an,
de Weyden, Pargkstein, & Pleyenstein, mais le Seigneur Vollmar
croyt: qu'il en tire 13000 florins (Gulden)f: voulant, qu'il l'engage
a l'Electeur de Bavieres, puis que les lieux là, ne sont
distinguèz nommêment, en l'instrüment de Paix;
d'avec le pays dü Haut Palatinat.
Der Churfürst, hat mir diesen abendt, durch seinen
Major<Obrist Leütnant> alhier Stockhemer, die ordre bringen, undt
wißlich machen laßen, nemlich: Christian, honoris causa.
Jch habe memorialia selber aufgesetzt, dieweil es
der Churfürst, also hat haben wollen.
Les Espagnols (dit le Sieur Vollmar) sont bons Parlamen-
taires Anglois, non pour approuver leurs meschantes
maximes, et Parricides, ains d'aultant, qu'ils ne scau-
royent faire aultrement, a cause de la navigation,
et dü commerce, et pour n'estre troublè aux thresors,
qu'il faut necessairement faire venir dés Jndes.
Le Roy d'Angleterre, va espouser Mademoyselle
d'Orleans, et le Düc d'yorck, celle de Longueville, seüle-
ment, pour avoir, a vivre, mais il y a danger de revolte de la
Foy, et qu'ils abalieneront entierement les èsprits des
Anglois, et dès Escossois, a reietter dü tout, leür Dominat.
<Schnee. Regen 10 ReichsthalerRthlr: Ludwig Röber zu berechnen.>
Jch bin, alhier, zu Heidelbergk, in die Schloßkirche, mit
dem Churfürsten vormittags, durch sein Gemach, gegangen,
predigt zu hören, undt Er Streitthagen, hat eine
feine vermahnung, undt Bußpredigt, auß dem
Propheten Jona, gethan. Je me suis derechef consolè,
& rèsiouy, d'entendre l'explication de la parolle de
Dieü, & de psalmodier, & prier Dieü, en son Temple, que
ie n'ay pas veü, en 33 ans.
Apres cela, i'ay eü, üne tresmaigre inesperèe froide, & reprocha-
ble resolütion, de Monsieur l'Electeur Palatin, secondèe, par les offices
charitables de ses Conseillers mesmes, de sa propre femme, & seur perge.
Cés gens, ne regardent, qu'a leürs propres jnterests,
mettans a costè: la charitè, la religion, le parentage, le
devoir, le respect, lès souffrances, pertes, dommages, & ce, qu'on
a fait, pour eulx, tant d'annèes, nj les obligations, de la main
de leürs propres Peres, ni toute bienseance! Pacience! par force!
Jch bin nachmittags, zu den Princeßinnen, Elizabeth, undt
Henriette15 , gegangen, ihnen, eine Visite zu geben, da Sie
mir dann, conterfecte undt rariteten, auch schöne gemälde,
von ihrer Schwester, Madame Louyse, gewiesen, so Sie
selber gemahlet hatt.
Si l'Electeur vouloit, ou pouvoit se sousmettre, au Parlement Anglois,
comme aussy Madame Elizabeth, ils auroyent la continüation de leurs
assignations, & traittemens, mais l'honneür, & la bienseance, avec
|| [[Handschrift: 334r]]
le proche parentage leür deffend, de recognoistre ce Parlement.
Ils sont aussy mèscontens dès Escossois, & ie trouve cès per-
sonnes Palatines, fort passionnèes, (& a bon droict), dü costè
de la famille Royalle, de la Gran Bretaigne. Dieu vueille
fleschir les coeurs discordans, & aneantir toute impie, &
dangereüse machination.
Der Churfürst, hat mir wieder, das wortt, oder die
Ordre geben laßen, durch den gesterigen Commendanten,
undt war: Ferdinandt heütte, wie gestern: Christian et cetera
<6 ThalerThlr: Ludwig Röber zu berechnen, in Stall, undt gartten!>
Hier á soupper, Monsieur l'Electeur discourroit beaucoup, avec
moy, á table, de sès affaires particülieres, au haut &
bas Palatinat, y mais notamment, (avec passion), de
la pacification, dès restitütions, qu'on luy devoit,
de l'affaire de Franckenthal, dès calomnies, qu'on luy
imposoit, et qu'on cerchoit son oppression, &cetera &cetera &cetera
Le Colonel Lucaß, & l'Escuyer de l'Ambassadeur estoyent
aussy a table, & i'avois peür, qu'ils entendroyent
nos discours, par fois, contradictoires.
L'Electeur dit aussy, qu'il aymeroit mieux, estre
sous le Pape, que sous la tyrannie dès Presbyteriens, &
qu'il n'acceptoit nül ministre trop addonnè, a cest ordre, de-
sirant de remettre tout, en l'estat; conforme a sés devanciers.
Il dit cela, avanthier, a disner, en presence, de l'Ambassadeur & en outre:
Pourquoy, Lüther, auroit si mal traduit la Bible Allemande? &
que ceste tradüction, estoit cause de beaucoup de changemens, en la chrétientè!
La Princesse Elizabeth, me dit hier, en la chambre de l'E-
lectrice, (discourrant & dispütant seüle avec moy)
qu'elle ne croyoit pas, que cest article estoit asseürè.
Que le Pape seroit l'Antichrist. Qu'on le pourroit
croyre, ou ne le croire pas! Que lès Papistes au-
royent èscrit dès livres, a l'encontre, & monstrè
le contraire, de ce que Pareus, & aultres Commenteürs
de l'Apocalypse veülent averer. Que Babel & l'i-
dolatrie, dont est parlè, denote le Paganisme, non
pas: le Christianisme. Que c'est üne grande
erreür, de s'attacher, a l'opinion, de certaines
personnes, qui ne sont pas èsgaux aux Apostres.
Elle est, de l'opinion de Docteur Bergius, en la Predestina-
tion, au franc arbitre, en la perte dü Saint Esprit,
& en d'autres erreürs Lütheriens & Arminiens.
Elle blasme Thülemeyer, (quoy qu'il soit attachè
aux opinions de Bergius) a cause de sès simples
presches, luy impütant, qu'il a fait tous ses ser-
mons, hors de la Postille de Scultetus, & quand icelle
luy manque, il est tout penaud, & n'en peüt plüs.
Elle ne confesse pas, d'avoir disputè avec Docteur Crellius,
a cause qu'il ne souffre nülle obiection, ni contra-
diction, ainçois dogmatize continuellement, mais elle
|| [[Handschrift: 335r]]
le tient, pour trop opiniastre, & austere en ses opinion[s.]
Elle ne se vouloit, ni pouvoit nüllement ressouvenir,
de la recompence promise á Crossen, a mon fils Victor Amadeus
pour le Voyage d'Hongrie.
Entr'aultres discours, elle me dit: Que ie ne
devois nüllement penser, que pour interest dü
Roy d'Angleterre, ou d'aulcün autre interest
particülier, Messieurs les Estats, ou nül autre
Potentat, bouleverseroyent leür jnterest d'estat,
denotant tacittement, (comme ie pouvois fort
bien comprendre) que l'Electeur Palatin ne se rujne-
roit pas, soy mesme, pour l'amour de moy, ou de mes
pretensions, que ie Voy estre mal prinses, au lieu
dü Gran mercy, que l'on m'en devroit icy rendre, et
mesme on me les explique odieüsement. Pacience!
Elle ne veüt pas, que ie croye, que l'Electeur aye
de l'inclination au Papisme, ou a d'autres erreurs,
comme on le calomnie, parmy les adversaires Papistes
& Lütheriens & que i'en doibs demander, sès ministres,
si ie ne veüx point croyre, ceste Veritè?
L'Electeur me dist: Que les Estats de l'Empire, sür tout, les
Saxons, luy auroyent estè grandement contraires, a Münster & Osnabrück
au traittèz, le contrequarrans, ou ils le pouvoyent faire!
comme aussy, ceux, dü Düc de Brunswig, et ce Tumbshirn,
Deputè d'Altenbourg. Il s'abbandonne fort, sür lés traittèz de Nürnbergk.
Il se plaint, que pour la BergStraße, l'Electeur de Mayen-
ce, luy a payè mauvayse monnoye, & luy a donnè
60000 Dalers, au lieü de 120000 luy prennant
plüs de Pays, qu'il ne devoit faire, & qu'on
luy racle, de çà de là, ses revenüs.
Il vouldroit, qu'on n'eüst jamais commencè
la guerre de Boheme, & la deteste, avec tout mauvais conseil.
Madame Elizabeth adjousta, louant ma Valeür & mes
deportemens; à table: Si tous eüssent fait, comme
Vous, nos affaires <en> seroyent bien en meilleur estat.
Mais a part, elle me dist: Qu'on n'auroit pas
trahy & vendü son Pere le Roy. Ie replicquay,
Si cela estoit, ainsy, les coulpables seroyent
obbligez a en rèspondre, non les innocens!
Jch habe das große faß, alhier zu heidelbergk besehen,
(so anno 1591 gebawet worden, undt ichs in meiner iugendt
auch gesehen) es heldt, 132 fuder weins, 3 Ahmen, undt
3 viertheil, ein fuder zu 10 ahmen, gerechnet, 18 fuß ist
die höhe, hat 24 reiffe, alles von holtz, 20 fuß ist die länge.
36 stuffen, gehet man hinauf. Jch habe oben auf, ein glaß
wein, außtringken müßen, undt Wutenawen, auch zugebracht,
des Churfürsten gesundtheitt, welcher es herümber gehen laßen.
Es war noch eine andere kufe, von 65 fuder darinnen,
undt viel ledige faß, biß in die 700 fuder, zu verwahren.
Das große faß aber, ist an itzo, auch leer.
Darnach, haben wir, den Sahl im digken Thurm besehen,
(den ich vor iahren, auch gesehen) undt wie im kriege, da-
rein geschoßen worden, alß auch anderwerts, vor meinem
gemach. Man repariret aber, die fenster, wie
auch den gläsern Sahl, undt was sonsten, brüchich, undt
bawfellig, undt mit Stügken, verderbet worden,
von den bergen herundter.
Die Churfürstinn, sol gerne auf die berge hinauf,
undt über weg, gehen, undt klettern, wie auch, der Churfürst.
Nachmittags in den Marstall, undt rüstkammer darauf,
gefahren, schöne pferde, undt etzliche zeüge zu besehen,
sonderlich, des Ragozzj verehrte zwey pferde, undt zeüg,
mit Türckißen versetzt. Postea: durch den alten
gartten, nach dem neẅen gartten am Schloß, zu,
die grotten, undt waßerwergk zu besehen, welche
gar artig gemacht sein, Jedoch siehet man
allenthalben, viel alteration, undt eine ver-
minderung, der alten glügksehligkeitt! Pacience!
Der Churfürst, hat interim, dem Gesandten, gute
gesellschaft geleistet, undt getrungken, contre son natürel:
gestaltt wir schon zu Mittage, zimlich angefangen.
Gegen abendt, hat mir der Kayserliche Gesandte, herr Volmar
eine visite gegeben, undt sich gewaltig offeriret.
Er ist, (seinem brauch zuwiedere) zur abendtmalzeitt, gegangen,
da dann noch mehr ist poculirt worden.
<2 ThalerThlr: pour le Valet de chambre.>
Das wortt so mir gestern abendt, der Churfürst ließ geben,
war: Leonora.
Gestern frühe, kriegte der Churfürst die traw-
rige avis: daß Printz Robert, sein herr bruder,
in der Spannischen See, Schifbruch erlitten, undt
nur selbviertef in einem bottchen, salviret worden
wehre, alle seine leütte, schatz, undt bagage,
so aufm Schiff, gewesen, auch theilß so ihn sal-
viret, wehren ertrungken, <in die 300 personen> er aber, auf
seines bruders, Prinz Moritz Schiff gebergt.
Sie wehren, mit 3 schiffen, zu Angra in Tercera
eingelauffen, 2 andere Englische Schiffe, wehren
von ihnen, außgerißen. Nulla calamitas, sola!16
Jch bin heütte, mit dem Churfürsten, zum Abgesandten
das geleidte zu geben, vormittags gegangen, undt wir haben
denselben, an des Churfürsten, leibkutzsche, begleittet,
undt unß mitteinander, aufgesetzt, undt mit großer
pomp, hinauß nacher hendtschuchsheim, durch die Stadt
gefahren. Jn dieser Stadt heidelberg, stunde alles
im gewehr, <so wol Soldaten, als bürger> undt es gienge alles magnifice zu, mit
fahnen, trommeln, undt dergleichen.
Zu hendtschuchsheim, wardt der gesandte vom Churfürsten,
|| [[Handschrift: 337r]]
undt von unß allen, biß an die Päbstische kirche, begleit-
tet, darnach gieng ich vo mit dem Churfürsten wieder hinweg,
in eines von Gengelß, behausung. Er aber der gesandte,
hörte meße, mit dem Obristen Lucaß, undt den Seinigen.
Wir hielten mahlzeitt, in fischen, undt lautter fastenspeise,
welche keinen mangel hatte, undt nach der malzeitt, undt
genungsahmen trunck, wurde der legatus dimittiret,
an die kutzsche, von mir, nebenst dem Churfürsten accompagnirt,
undt in allem kayserlich gehalten, weil in 30
iahren, keiner mag alhier gewesen sein, welcher
vom Kayser, ablegirt worden, undt so wichtige Sachen,
(daran dem gantzen Staat, Landen, undt leütten,
gelegen,) mag gebracht haben. perge et cetera als man vorgibt. perge
Also ist herr Volmar, Kayserlicher Gesandter, wol content
abgeschieden, undt nacher Benßheim, gezogen, perge et cetera
I'ay dit la Veritè a l'Electeur touchant mes
pretensions, a demy yvre, toutesfois discrettement.
Jm Marstall alhier zu heidelbergk, wie er an itzo
ist beschaffen, können nach der länge, in zweyen reyen,
102 pferde stehen, es stehen aber an itzo, in die
70 pferde würgklich darinnen. Das waßer
laüft auch nicht in dem Stall, wie vorzeitten.
Es wirdt aber repariret werden. Gestern sahe ich
auch noch den Sahl überm Stall, ungeendert. Sonst
mangelt viel, an nebengebeẅden.
heütte, wahren alhier, zu Heidelbergk, 200
Soldaten, undt 300 bürger, jm gewehr, am Margkt,
undt sonsten, alß der gesandte, mit uns, durchzog.
Gegen abendt, schickte der Churfürst seinen Stallmeister,
Monsieur de la Motte, zu mir, mich wegen der rayse
nacher Stugkardt, zu befragen, undt sich zu vergleichen. perge
Nach gehaltener abendtmahlzeitt, habe ich mit
dem Churfürsten geredet, undt abschiedt genommen. Il est
tres froid, en matiere de mes pretensions, & croyt,
qu'on l'ait plüstost desservy, que servy, & s'excüse!
Sonst hat er mich, biß in mein Losament, accom-
pagnirt, undt <stande, wie allezeit diese tage> meine gesundtheit, über tjsch, ge-
trungken, auch meiner herzlieb(st)en gemahlin, Söhne, undt Töchter.
Das iunge Printzlein, de von 3⁄4 iahren, Churfürstlicher
Printz Carlln, habe ich auch gesehen. Gott gesegene ihn!
L'Electeur Palatin m'a envoyè, ün fort maigre present,
par son Valet de chambre. Pacience! Ie ne l'ay osè refüser,
mais receü, comme üne pension, de mes fütüres pretensions.
Il me l'a offert, au lieü, d'une piece d'argenterie, quj
seroit difficille, a empacqueter, (60 Dalers).
L'Electeur s'est fort aultrement offert, a l'avenir,
si son estat s'amenderoit? Dilatoria! quis videt?
et videbit? Patientia! Der alte von Schömberg, nahm auch abschiedt.
Caub, wahr die Losung, so mir Elector, diesen abendt, geben ließ.
Der haußhofmeister Botzen, riehte auch, zur rayse,
nacher Stuckgardt, undt Leomberg. et cetera
Schömberg, offerirt sich wol, wie auch andere Rähte, mais ou
paroist l'effect? Ils craignent perdre, en donnant, a
d'autres, qui l'ont plüstost meritè qu'eüx! Pacience!
<12 ThalerThlr: Ludwig Röber zu berechnen.>
Diesen Morgen gefrühestügkt zu Heidelbergk, undt<darbey> der
Marschalck Landaß, der haußhofmeister Botzen, Monsieur Wutenaw17,
undt andere<Stockerem> <nebst meinen leütten> gewesen, darnach, hat der Churfürst noch einmahl
abschiedt von mir, genommen, undt mich, biß an die kutzsche,
begleittet, auch sehr excusirt, l'ün & l'autre etcetera
sür tout, il m'a priè de considerer, üne pauvre
vefue, Madame sa Mere, & les Orphelins, ses freres, &
seürs, (ce, qui m'a ésmeü, a pjtiè) s'offrant, a l'avenir!
Der Marschalck Landaß, ist mit mir, biß nach Rorbach,
eine halbe meile hinauß gefahren, undt die leibcompagnie
zu pferde, ist mir gefolget, ein stück weges, vor
der Stadt, alß ich mit der Churfürstlichen leibkutzsche hinauß fuhre.
<Nota Bene[:] Abentheẅer mit meinem Kästlein, mit geldt, so auß der kutzsche in heidelberg
gefallen undt unvermuhtende wieder gefunden worden.>
Monsieur Wutenaw accompagnirt mich, im nahmen des
| [Meilenm.] | |
| Churfürsten biß nach Senßheim <ein Städtlein>, lieget von heidelbergk
Undterwegens, auf Nußloch, Wiseloch, undt andere örther, zukommen, auch durch örther, so andern herren, (als bischof zu Worms, undt edelleütten), zugehören. |
3 |
L'Electeur a 8 Aempter, & 4 underempter, font, 12 baillages,
dont il ne tire, de rente annuelle maintenant, que 20000 Gulden (florenus)f:
au bas Palatinat. Les peages dü Rhyn ont rentè 100000 Dalers, autresfois,
|| [[Handschrift: 338v]]
maintenant, ils ne rentent, que 3000 florins. Il y a dés
baillages, quj rentent a l'Electeur 150 florins (Gulden)f: seülement, (a ce,
qu'on nous veüt persuader.) Il a 42 chevaux de carosse
& plüs de 70 chevaulx de selle, & davantage,
avec la compagnie de 50 harquebüziers. Il nourrit,
10 gentilshommes, 8 pags, 8 lacquays, a sa Cour, &
üne livrèe luy couste 6000 Dalers, donnant outre celle,
encores üne moindre par an. Maintenant, il a donnè,
pour le grand dueil, aussy, aux nobles, a chascün 50 Dalers.
Il a ün tambourin, pour le tambour d'airain, et
six trompettes, d'ordinaire, faysant üne grande dèspen-
ce, pour son petit revenü. Il est exact, en son mès-
nage, et il scait examiner ses contes diligemment.
Il ayme ceux, qui font dèspence <pour luy> avec leurs gages,
ün gentilhomme qui n'a que 80 Dalers & deux chevaux.
d'entretien & de gage, dèspendra avec cela, 3 ou 400
Dalers.
L'Electeur Palatin, se plaint fort, de l'inobedience
de sa noblesse, de mesme, que font le Landgrave de
Darmstadt, l'Abbè de Fulde, et d'autres. Est res,
periculj plena! et pessimj exemplj! Deus avertat omen!
Zu Senßheim, bin ich, von wegen des Churfürsten, accomo-
diret, undt tractiret worden. Jch habe aber, diesen abendt,
gefastet.
<Primo Advent:>
Jch bin heütte, den ersten Advent, nach eingenommenem
Frühestügk, (mit meinen Jungkern, undt Monsieur Wutenaw,
So dann, dem Schultzen, undt einem Capitain zu Senßheim),
<welche alle vor mir her gegangen, in bösem wetter, undt wege,>
in die predigt geritten, undt haben sie also noch
mittgenommen, an diesem reformirten orth, Gott Lob.
Postea: Monsieur Wutena, à Dieu gesagt, wie auch,
dem andern, undt forthgeritten, biß nach hailbrunn,
| [Meilenm.] | |
| so von Senßheim, endtlegen | 3 |
Jst eine ReichsStadt, undt an itzo, im
nahmen Chur Pfaltz, vom Obersten Kotz,
mit 800 Mann zu fuß, undt 70 pferden
besetzt, (biß FranckenThal evacuiret wirdt)
Sie lieget, am Neckar, <den wir passierten> war vorzeitten,
<in> der Union, undt hat guten weinwachß.
Der Oberste Kotz, kahm mir unweitt
vor der Stadt entgegen, mit ohngefehr, 10 pferden,
darundter viere seiner Officirer, wahren.
Ein radt, brach unß, morsch entzweyen, an
meiner kutzsche im felde, kurtz zuvor, ehe er
mir entgegen kahm. Cela m'incommode! et
m'empesche, au progrèz de mon Voyage. Pacience!
Berge, undt holtz, undterwegens gehabt.
I'ay donnè le mot, a Hailbrunn, Carll Ludwig.
Si l'Electeur Palatin, vouloit recognoistre, le
Parlement Anglois, il auroit sa pension annuëlle
assignèe dü feü Roy, ascavoir, 12000 Pfund (libra)℔ Sterling,
et Madame Elizabeth 8000 Pfund (libra)℔ Sterlings,
mais ils protestent, de ne pouvoir toucher, a cest
argent, ni de pouvoir recognoistre le Parlement
en quoy ils font genereüsement! <& ne scauroyent
par devoir de natüre, de conscience, ni par rayson d'estat faire aultrement,>
Diesen abendt, ist meine kutzsche, noch mit
mühe, herein gebracht, undt repariret worden.
Gott helfe doch, ferner emergiren!
Der Magistrat alhier zu Hailbrunn,
hat zweene auß ihrem Mittel, zu Mir, ab-
geordnet, undt 12 kannen wein, mit gra-
tulationen, undt Complimenten, mir præ-
sentiren laßen. Jch habe die Deputirte,
zur Mahlzeitt, behalten, wie auch, den
StadtMaior, Lichtenthal, einen Oberpfältzer,
undt pfarrers Sohn.
Jn der Stadt, Hailbrunn, sollen vor iahren
1200 wehrhafte bürger, gewesen sein,
an itzo kaum, 450 wegen der kriegsruin.
Der Oberste Kotz, hat mir vorspann bestellet.
Unser wirtshauß, ist: zum Schwartzen Adler.
