<harter frost. Stargk grundteiß, auf der Sahle.>
Somnium: wie ich zu Dresen[!], in einem wirts-
hauße Collation gehalten, undt darbey
viel zu corrigiren gehabt, auch von
undterschiedtlichen, corrigiret worden,
baldt wegen eßens, baldt wegen
tringkens, baldt sitzens, baldt
anderer wiedrigkeitten halber.
Alß ich nun vfgestanden, undt ein ge-
tümmel draußen gehöret, hette ich eine
Thür, zumachen wollen, weil die Stube
zwey Thüren gehabt. Es wehre aber
draußen, ein Toll weib, gewesen, so mich
ermorden wollen, dieselbe hette die Thür,
mit macht, auf<zu>ziehen wo<sich> undterstanden,
ich hingegen die Thüre zuzuziehen, undt wenn
es an dem gewesen, das die klingke zuge-
hen sollen, hette sie es aufgehalten. Jch hette
den beystandt umb hülfe angeruffen, Sie hetten
aber alle gemeinet, ich spottete ihrer, undt köndte
es wol alleine zumachen. Jn der mühe, erwachte ich;
undt gedachte an einen großen verfolger! Da hatte
ich, die influentz: Il ne vous poursuivra plüs! Nota Bene
Jn grimmiger käldte, in die kirche, cum liberis,
da der hofprediger Menzelius, die Neẅen
iahrs predigt, wol verrichtet, undt unß,
gratuliret. Gott erfülle alle gute Vota!
undt laße niemandt die käldte schaden,
sonderlich aber nicht, meinen kindern.
Es seindt mir, viel gratulationes geschehen.
Nachmittagß, iterum in die kirche, cum filijs,
da Er Ionius, unß viel gutes gratuliret,
Gott wolle es mit gnaden, wahr machen! undt
sein wortt, rein, undt lautter, forthpflantzen.
Jch habe die weine, in meinem keller, durch
Abraham von Rindtorf undt Tobias Steffeck von Kolodey auch Jakob Ludwig Schwartzenberger mit
zuziehung, Matz Silberdieners, visitiren laßen. et cetera
Faict ün Memorial pour Iakob Ludwig Schwartzenberger[.]
Das grundteiß, auf der Sahle, hat sich heütte gesetzt.
Das waßerradt, ist stehen geblieben, undt man
muß abermal das waßer, mit wagen, herauf führen.
Mein kammerdiehner, Ludwig Rober, ist von Poley
wiederkommen, dahin ich ihne gestern, erlaübet gehabt
undt er hat große gefahr, vor den wölfen, außgestanden.
Von Ballenstedt seindt Victualien ahnkommen, in
12 stunden lang, da man sonsten, 5 oder 6 stunden bedarf.
Item: eine regratulation von Schöninghen, welches
die hertzoginn, gleichwol selbst undterschrieben, wiewol
man ihren zustandt, böse, undt gefährlich, spargiret hat!
Gott wolle ihr ferner, mit gnaden, beywohnen!
undt unß allen gnedig erscheinen! perge
Hier a estè nè, ün fils, au jour, dü nouvel
an, a nostre meüsnier. Il a 10 filles, & point
de fils a ceste femme encores.
Rindtorf, hat einen vogel, gestern geschoßen,
SeidenSchwäntzgen genandt, so in sieben iahren
kawm einmal, sich sol sehen laßen.
Mein Sohn, Viktor Amadeus hat heütte, einen Andtvogel
geschoßen.
<2 hasen, Viktor Amadeus gehetzt. perge>
<Schnee, Froßt.>
Commissiones angeordnet, in des Großen Kersten,
sache, undt in andern verdrießlichen händeln!
Avis von Andreaß Koch, so vor 3½ iahren,
mit mir, undt meinen Söhnen, in hollstein,
gezogen, numehr aber außm Niederlande,
(da er dem Obristen Mario, der Königinn in Böhmen undt
dem graven von Stirumb1, successive gedienet)
undt auch auß Schweden, wiederkommen, daß der lieber Oberste
Mario, vor einem halben iahr, sehliglich verstorben.
Der Medicus, Doctor Fischer, ist bey mir, gewesen,
& il m'a confiè, beaucoup de bonnes choses,
des Principes, de l'Art de la Medicine.
Mais entr'aultres, üne grande altera-
tion de Vi[!] que ie ne puis point croyre
encores!
Jn die kirche, vormittage, cum filiis. perge
Meine Töchter, seindt wegen großer käldte,
undt daß man geförchtet, Sie möchten krangk
werden, (weil sie delicat, undt sehr Sommer-
haftig bekleidet) zu hause geblieben.
Extra zu Mittage, den hofprediger,
Menzelium gehabt.
Die Nachmittagßpredigt, hat müßen
eingestellet werden, weil der Diaconus Jonius,
seine allte krangkheit, am Schengkel
wiederbekommen. Gott wolle ihn restitujren.
Nota Bene[:] Jch erwachte diesen Morgen, in lieblicher
Harmonia: auß dem 128 psalm: Du wirst auch endt-
lich sehen: kindßkinder2, undt darzu, Jsraels sachen
stehen; in gutem fried' und ruhe! Faxit Deus Misericors! & Omipotens!
Andreas Koch, so mit unß, anno 1648 in hollstein wahr,
hat sich bey mir selbst præsentiret, undt referiret:
von des Obersten Mario Sehliger Tode, von der gewesenen
Regina Bohemiæ, vom graven von Stirumb3, vom
Schwedischen Ambassador Spiringk; von Schwedenreich,
vom Obersten Ferentz, im Saß von Gent, von
Norwegen, wo? undt wie? er gewesen, undt
gediehnet? perge <Von Fürst Johannsen, ein höflich schreiben,
gratulando.>
Schreiben von Madame, von Gohta, durch einen
expreßen lackayen. Sie gedengken, gegen
Mittwochß, (wilß Gott,) wiederzukommen!
Die avisen, von Erffurdt melden:
Daß alles, von Außlendischen Potentaten,
mit Legationen, dem Engellischen neẅen Parla-
ment, sich submittire, undt gleichsam, vor
ihnen, sich förchte! Res mira! außer
Frangkreich, undt hollandt, welche sich,
wieder die Engelländer, undt Spannier, stargk
rüsten, undt armiren. General Cromwell,
beütt seine Tochter4, durch Mittelßpersonen,
dem Könige ahn, So wolle er ihn, bey den
Königreichen, Engelland und Schottlandt, manuteniren. perge
Jn Franckreich, hat der König, viel volgk verloh-
ren, undt gute officirer. Cardinal Mazarinj aber,
wirbt stargk. herr omnes ist schwürig,
durch gantz Frankreich will die anlagen abge-
schaft haben, zu Paris haben Sie den Obersten
Financier umbbringen wollen, der sich dann,
kümmerlich salviret.
Zu Madrill, ist der Kayserliche ordinarij Ambassador
Marquis de Grana, und wenig Tage hernacher
zu Wien, sein Sohn, verstorben. An des
graven von Martinitz, stelle, ist der Fürst
von Lobkowitz, zum Böhmischen Cantzler, und an
des graf Schlicken, stelle, der Feldtmar-
schall grave von Buchheim, zum Kayserlichen kriegs-
rahts præsidenten, verordnet. Es ist
ein Currirer nach Rom, geschicktt,
vor Landgraf Friederichen, von heßen,
Darmstadt, den Cardinalshut, zu begehren.
Am Rhein, wirdt sehr inquiriret, wer
eigentlich, den anschlag auf die Festung
Ryßelsheim, habe machen helfen, es sitzen dest-
wegen, undterschiedtliche personen, gefangen. perge
Schreiben, undt gratulationes, von Deßaw,
Cöhten, undt Rotembergk; entpfangen.
Victualien von Ballenstedt, abermalß ahnkommen.
Nostre grand chien, (appellè Ladron) a fort hürlè
üne coupple de jours, en çá, sür tout, ce mattin,
a la cour, & cela n'at il point fait, par famine, ni
par la souffrance dü froid, ains par ün caprice
cachè, de sorte qu'on a estè contraint, a l'en-
fermer. Cela denote quelque chose, ou a moy,
ou a mon fils, ou a celuy quj l'a nourry. Le
bon Dieü, vueille divertir, tous mauvais
augüres, & presages, & plüs encores, tous malheurs!
car ie sens aussy, beaucoup d'alteration, en mès pen-
sèes, et prefigürèes propositions!
<Nix.>
Jn die kirche, cum liberis, vormittagß.
Extra zu Mittage, den CammerRaht, gehabtt.
Jtem: die Rindtorfinn. perge
Einenn hauffen, gratulationes, zum Neẅen iahr,
per Lejptzigk, entfangen.
Die avisen, haben sich auch, eingestellet,
& i'ay fait, dès nouveaux desseings! Dieü
les vueille benir! & fortüner!
Die avisen, bringen:
Das Doctor Luthers bildt, alß man von dem
greẅel der verwüstung, geprediget,
in einem Weymarischen dorf, geschwitzt,
undt wunderzeichen gethan, (ut ajunt!)
Jtem: daß der Kayser krangk, undt sehr
alteriret worden, wegen etzlicher unfälle, so
sich bey aufrichtung des Theatrj, zun Tur-
nieren, zugetragen, zu Wien.
Jtem: daß wegen der festung Rißelßheim,
(darauf der Landtgraf Fritz mit hülfe
der Lottringer, einen anschlag, wieder
seinen eigenen bruder Landgraf Geörgen gehabt)
scharf inquiriret wirdt, undt viel eingezogen.
Chur Meintz, hat sich in dieser Sache,
heroisch, undt aufrichtig erwiesen.
wie auch, die Stadt Frangkfurth!
Jn Engellandt, continuiren, die bösen
executiones, die absolute gewaltt deß
Cromwells, die erwarttung der legationen,
der Todt, des generals Ireton in Jrrlandt,
|| [[Handschrift: 386r]]
die progreßen aldar, der Engelländer, undt die
Tapfere resistentz der treẅen Jrrländer.
hingegen, sol Schottlandt, (außer der
wolmeinenden Geistlichen) mehrentheils,
Cromwellisch gemacht sein.
Jn Frangkreich, sol die Königliche armèe
etwaß geschlagen sein, iedoch, der Mazza-
rinj, (welcher zwar aufß neẅe bandj-
siret,) forthgehen, zum secours. Der
Printz von Condè, stärgkt sich, mit Spannischen secours,
will doch guht Frantzösisch bleiben.
Barcellona defendiret sich noch, gegen die Spannischen.
Die Frantzosen, auf der See, haben zwey Venezianische
undt ein Genueser Schiff, mit großem reichthumb,
undt vornehmen herren, erobert. Die restitution,
wirdt innstendig gesucht. Die gemeine zu Genua
tumultujret darüber, undt ermordet die Frantzosen.
Die banditen, in Abruzzo, handeln grawsam,
werden vom ViceRè von Napolj, verfolget, gesucht,
gedempft, undt gestraft. Der Pabst, will
Landgraf Fritzen, von Darmstadt, einen Cardinals-
hut geben.
Die Türgken suchen numehr, ein armistitium
bey den Venezianern, weil ihnen, eine provintz
in Arabien, abgefallen zu den Persianern.
Die Venetj aber, wollen vollkommenen frieden,
undt restitution aller abgenommenen örther
haben. General Fos<c>olo, sol die Jnsel
Tenedos erobert haben.
Ein Schwedischer Gesandter, ist zu
Madrill, herrlich angenommen, gehalten, undt
abgefertiget worden, mit præsenten.
Polen wirdt aufm ReichsTage zu Warschaw,
gewaltige laudes geben, ihrem Könige,
ihrer Tapferen Ritterschaft, item: Ianusio
Radzivil, auch andern so sich Tapfer, im
kriege verhalten, allein Chmielinsky
tractiret noch, heimlich, mit Tartarn,
undt Türcken, neẅe kriege.
Salmasius; ist auß Schweden, wieder
nacher hamburgk, kommen.
General Königßmarck sol unsinnig worden sein.
General hofkirchen, gehet zu Chur Brandeburg
undt Lottringen perge
Die waßerergießungen, sollen in Spannien
undt Frangkreich, schaden gethan haben,
sonderlich zu Bilbao.
<Die Lottringer, vagiren, noch umb Birckenfeldt,
herumb, undt an der Mosel.>
Nachmittags wiederumb zur kirche, in Magister Menzelij
predigtt, auß dem 65. psalm5.
Alß wir hinein zogen, fieng es ahn,
zu thawen. Alß wir herauß fuhren,
frohre es wieder, so hartt, daß auch
eißzapfen, an den dächern zu sehen, wahren.
Omnis subita mutatio, periculosa!
J'ay congediè, ce soir, mon fils Viktor Amadeus[.] Dieü le vueille
conserver, benir! & proteger. Le coeur, m'a fait
mal, a le quitter. Le bon Dieü; me le vueille rendre!
en santè, & bonne disposition! avec bonheür. perge
<Thauwetter.>
Mein Sohn, Victor Amadeus, ist heütte forth, im
Nahmen, der Heiligen Dreyeinigkeitt, die wolle ihn,
geleitten, glügk, Segen, undt succeß, verleyhen!
mit gesundtheitt fristen! auch sicher, durch die
Heiligen Engell hin: undt her, führen.
heütte gehet der liebe Sohn, auff Ballenstedt zu!
Mon petit Charles Ürsin, se plaint, d'estre
si fort vexè, en son logis, dès Phantosmes. et cetera
Dieu le vueille to delivrer! de ce tourment!
Die Schwester, Freẅlein Dorothea Bathildis,
ist von Cöhten, anhero kommen, undt hat sich
meiner wiederkunft, sehr erfreẅet. perge
Gott lob! undt dangk! allerseitß wolstandes!
der helfe unß ferner, mit gnaden!
Geörge Ackers, welcher vor 15 wochen,
mit Pfaltzgrave Ruprechten, in der Spannischen
See, schifbruch gelitten, undt vorgibt, er
habe müßen sein weib, undt kindt,
im elendt, in Engellandt sitzen laßen,
(weil daß Schiff sein, undt er des
Königes, Treẅer diehner gewesen)
hat sich præsentiret. Bittet umb beySteẅer!
undt hat mir vielerley referiret perge
Schreiben, von Plötzkaw, wie auch, von häringen,
von Meiner freundlichen herzlieb(st)en Gemahlin, & de sès Vastes desseins.
<gelinde wetter.>
Depesche, nacher Wirtzburgk; eine Andere,
nacher Ballenstedt. Gott gebe succeß, zu beyderley!
Jtem: nacher Plötzkaw, undt häringen! Gott wende
alle eingewurtzelte, böse Avaritiam, undt Prodigalitatem!
Am heüttigen postTage, seindt briefe geschrieben worden.
<gelinde wetter.>
<1 hasen, hetzen laßen.>
Der Hanß Schinckel, hat sich abermahl
wieder eingefunden, weil er zu Plötzkaw,
dilatorisch beantwortett worden.
Mein Carolus Ursinus, hat vor die numehr
6te vertrettung, seines Schengkelß,
undt vor erfrorne zehen, (salvo honore) den Balbi-
rer, hanß Wentzel Rohte, gebrauchtt.
Gott gebe, zu glügk! succeß! undt gedeyen!
A spasso vormittags, in gelindem wetter,
das eiß, auf der Sahle, zu sehen, den gartten,
undt andere örther, in der Oeconomia.
Briefe vom vetter Ernst Gottlieb, von Plötzkau
Jtem: vom Fürst Augusto daß der häringische bohte
mit ungestümb, hinweg geilet, undt also
die schreiben, an Meine herzlieb(st)e gemahlin, nicht mitgenommen.
Doctor Fischer, ist bey Mir gewesen.
Meine Freundliche herzlieb(st)e Gemahlin, schreibet, <abermals> von hä-
ringhen, an Mich, undt gedengkt, das Sie
verhoften sonntags☉tags, (wilß Gott) in der Stille, alhier
zu Bernburg zu sein. Gott gebe! mit liebe!
Schreiben von Ballenstedt, undt von Meinem
Sohn, Viktor Amadeus welcher in sehr bösem wetter, undt
wege, weitter gezogen. Gott wolle ihn geleitten!
Noirmont, ist von Rhosenburg6[,] Cöhten, undt Deßaw,
wiederkommen, ayant entamè, sès expeditions
resolüement, undt hat ein wildes Schwein,
vor geldt, mitgebrachtt. Ô Dieü, aydes moy!
Mein kleiner Carolus Ursinus, hat einen
stargken brustcatharr, undt hußten be-
kommen. Gott seye ihm gnedig! und erbarme
sich seiner, väterlich! Die geschwinde enderung
des wetters, undt der gesterige böse
Morgennebel, mögen auch darzu geholfen
haben. perge
Doctor Fischer, der Medicus, ist erfordert, undt
bey der malzeitt, behalten worden.
Le Docteur craint, que le petit, ait la fievre. Il a de la
chaleür, & sa poictrine, est remplie de catharres!
Dieü le delivre; de tot mal! & luy rende; sa santè!
par sa Sainte grace; et benediction!
Abermahlige post von Ballenstedt, daß Meine
herzlieb(st)e gemahlin, mitt Mühe, zu Gernroda, ankommen.
<Regen. Schnee.>
Mein Carolus Ursinus, hat diese Nacht, zwahr wieder,
heißerkeitt, röcheln, undt catharros, auf der brust,
gefühlet, iedoch, hat Gott noch gnade verliehen, es
zu überwinden. Er seye davor gelobet, undt gepreiset!
Daß waßer wächßet sehr. Gestern, ist
die Sahle 2½ ellen hoch wieder gewachßen.
Man fehret über die Reese, mit kähnen!
Jn die kirche vormittags cum sorore Dorothea Bathilde & filia Angelica.
Schreiben von Ratzeburgk gratulando.
Extra zu Mittage, gehabtt, die Rindtorfinn,
Doctor Fischern, Magister Menzelium, undt Tobias Steffeck von Kolodey et cetera
Mein kleiner Carll, jst zu Mittage, wieder recidiret,
Gott helfe, auß nöhten! undt krangkheitten!
Nachmittagß cum sorore, & filia Angelika wieder in die
kirche, undt predigt, des Diaconj Jonij;
<Frost.>
Mein kleiner, hat heütte in meiner kammer, geschlafen,
(damit er nicht, über den kalten gang des abendts
in die lufft gehen dörfte, undt hat zwahr, die
Nacht gehustet, iedoch leidlich. Gott helfe ferner, mit gnaden
zu voriger beßerung, undt völligen restitution!
Die Erffurter angekommene avisen, melden:
Daß der gelehrte Crocius zu Caßel, Landgraf Ernsten
zwahr, wol geantwortett, es hette aber nichts verfangen
noch helfen wollen, Sondern an der 3 Könige Tage,
Neẅes kalenders, wehre<hette> dieser Landgrave zu Cölln,
sampt seiner gemahlin, (alß der Churfürst die Meße
gehalten,) von dem Grafen zu Königßeck die arti-
culos fidei Catholicorum Romanensium, kniehende
ahngehöret, hernacher offentliche Profession, gethan,
darauf ihm viel glückwüntzschung beschehen, a
terræ huius seculj filiis, undt hat Chur Cölln,
selber, dißmahl, seine erste Meße celebriret.
Zu Rom, sol ein hertzogk von Lünenburgk,
alda revociren, undt siehet man, daß an itzo
bey manchen erhalten wirdt, waß man mit
kriegesmacht, nicht gewinnen, noch damit
durchdringen hat können. Proh dolor! Gott
erbarme es! undt steẅre dem Abfall, gnediglich!
Es sollen auch viel nobiles, undt Barones, folgen.
Aber, es heißt: sie wahren nicht von unß, etcetera
Sonst, wehren sie, bey unß, blieben! Patientia!
Es wirdt auch avisiret, alß wann die itzigen
drey gebrüdere Landgraven zu Heßen, vorhabens
wehren, Landgrave Wilhelmen an dem Kayserlichen hofe, zu
verklagen, das er ihnen, alß sociis fœderis, nicht auch
|| [[Handschrift: 390r]]
ihren Theil, geben wollen, an denen in wehrendem kriege,
eingehabenen contributionen, item: an denen, zur satisfaction
bekommenen landen, undt sol auch albereitt, am Kayserlichen hofe
ahnhengig sein, dergleichen puncten mehr, in der Feder,
sein mögen, der erfolg, ist Gott bekandt!
Jn Frangkreich, währet die Discordia noch, undt
kömmet numehr, ad extrema. Der König, hat den Cardi-
nal Mazzarinj, nicht allein berufen, ihme volck mitt-
zubringen, Sondern, schickt ihm auch noch, gelder, wor-
mitt das Parlament zu Paris, undt viel Printzen, übel
zufriedena, undt ahn alle andere Parlamenten, undt
Provintzien, ordre geschickt, den Cardinal, mit seinen
völgkern, nicht paßiren zu laßen, weniger vorschub
zu thun. Doferrne der König, sich nicht vorsiehet,
undt von dergleichen consiliis, ableßet, hat
er das exempel, an dem Könige in Engellandt,
wie es ihm, (etzlicher Frantzosen spargiren nach)
ergehen köndte? Der Printz von Condè, hat
viel favoriten, undt findet beystandt,
ist auch, dem Harcourt, gewachßen. Jm Sommer
dörfte man viel erfahren, so man an itzo
sich nicht einbildet. Es scheinet, der hertzogk von
Orleans, wolle auch wieder zu felde gehen,
undt vielleicht selbsten, dem Cardinal, sich oppo-
niren. Jns Königs läger, ist große Theẅrung, undt
|| [[Handschrift: 390v]]
viel pferde, müßen hungers sterben.
Jn Engellandt, seindt viel Ambassadeürs
ankommen, darundter auch die holländischen,
zu Londen glügklich arriviret. Allein, es werden,
biß zu ihrer wiederkunft, durch gantz hollandt,
alle Engellischen Schiffe angehalten, umb zu sehen,
wie sich, die tractaten ahnlaßen wollen, undt
ob man, zu einem verbündtnüß, oder kriege,
kommen werde? undt dörffte solcher gestaltt, die
handlung, von der See, wiederumb auß Italien,
durch die Schweitz in Teützschlandt, kommen,
aldieweil solche bißhero, durch hamburgk, auß
Italien kommen, et cetera
Die intention des hertzogs von Lottringhen,
sol noch in dem Elsaß, sich einzuquartieren, ge-
meinet sein. hingegen, hat der Frantzösische Gouverneür
zu Briesach, an alle umbliegende örther,
patenten geschickt, innhalts: daß er alle die
iehnigen, mit Feẅer, undt Schwertt, verfolgen
wolle, welche ihnen paß, oder vorschub, geben
würden, gleichwol geben die Lottringher vor,
daß Sie expreße ordre haben, sich an den Frantzo-
sen, nicht feindtlich, zu vergreiffen, alldieweil
|| [[Handschrift: 391r]]
ihr hertzogk mit Frangkreich, auf 6 Monat, einen
Stillestandt, geschloßen hette.
Die Currirer, welchen herr Vollmar, mit der Chur-
Pfältzischen, endtlichen resolution, nacher Wien, geschicktt,
Kayserliche ratification, abzuholen, ist wiederkommen. Seine
expedition ist noch, in geheim, doch wirdt die reolution
gar guht zu sein, verhofft, zumahl herr Volmar, bey
abfertigung des Currirs, solches vertröstet.
Zu Wien, haben sich, die Kayserliche Mayestät sehr unpaß
befunden, Gott verhüte des Todesfall<!>, Sonst
möchte es im Reich, zumahl itziger zeitt, einen
gefährlichen, bösen zustandt, gewinnen. perge
Extra zu Mittage, den Diaconum Ionium,
undt Jakob Ludwig Schwartzenberger gehabt.
J'ay fait dès depeches d'importance. Dieü, les benie!
& donne progréz! affin que la glace, ne l'empesche!
Daß grundteiß, gehet heütte abermal, auf der
Sahle, also: daß es, gar schwehr, überzupaßiren,
undt heütte noch eine stargke Scholle, (alß
meine leütte, undt pferde übergefahren) die Fehre
gestoßen, undt von dem Sail, herundter gerißen.
Will also, die überfahrt, abermals, gehemmet werden.
Jch habe meine kutzschpferde zum Theil, mit Meiner
Gemahlin, zum Theil, mit meinem Sohn, Victore weggeschickt.
Gleichwol muß man holtz, undt wasser führen, undt die
Oeconomy recht versehen! Patientia! Patientia!
<Frost. grundteiß.>
Schreiben von Meiner freundlichen herzlieb(st)en Gemahlin, das sie sich
noch müßten etzliche Tage, zu Quedlinburg undt
zu Ballenstedt, wegen ihrer privatsachen, aufhalten,
sich excusirende.
Paulus Secretarius, ist bey Mir, gewesen,
in jmportantissimis, vormittage.
Nachmittage, seindt undterschiedliche briefe
undt gratulationes zum Neuiahr, ankommen, von
Weymar, Caßel, Berlin, Dreßen[!], &cetera
Die avisen bringen:
Daß der Kayser, baldt nach Prag kommen solle.
Der Türgke movire sich stargk in Ungarn.
Duca d'Amalfy; solle an des verstorbenen
Marchese della Grana, stelle, gesandter,
der Kayserlichen Mayestät am Spannischen hofe werden.
Die Lottringhische armèe gehe in die Pfaltz,
undt vor Wormbß, alarmirende, die Rheinischen
Chur: undt Fürsten.
Die evacuation Franckenthals, hoft man noch.
Die Zürcher, seindt mit den Päbstischen Eidt-
genoßen, völlig verglichen.
Der anschlag auf Ryßelsheim macht viel verdacht.
Der König in Franckreich ist zu Poictiers, Seine armèe sol
geschlagen, undt der General Harcour, vom Prince
de Condè gefangen sein. Gleichwol, gehet des
Parlaments zu Paris, declaration forth, wieder den
Cardinal Mazzarinj, und seine bannisirung.
Derselbe, kehret sich aber, nicht darahn, Sondern
marchiret mit volck, nach Frankreich zu. Die Provintzien
in Frankreich sonderlich: Britannien, Normandie, undt
andere, thun dem Könige, ansehliche hülfen.
hingegen, will der Ertzhertzogk, dem Prince
de Condè zum besten, in Piccardie einfallen.
So stärgken sich auch, die Spannischen, an der Garonne.
Jn Engellandt, seindt etzliche Legatj, sonderlich
die Schwedischen, undt Staadischen, magnifice
zu Londen, vom Parlament, eingeholet worden.
Die Staaden zwahr, trawen den Engelländern,
nicht sehr, weil Sie ihre Schiffe, in hollandt,
verarrestiret, die Engellischen hingegen, ihnen,
reichbeladene Schiffe, abgenommen, undt gemacht,
daß der wollenhandel, in Spannien, ihnen
verbotten worden. Man vermeinet aber dennoch,
eine Freündtliche conjunction, undter ihnen.
Jn Schottland undt Jrrlandt, sol das Englische Parlament
mehrentheils, victorisiren, undt den Meister spielen.
Die Staaden, haben die Brandenburgischen völgker,
(welche der Cardinal Mazzarin an sich gezogen,
undt in Frankreich führen laßen wollen, welche auch
albereitt in hollandt, ankommen gewesen) von
einander lauffen, undt ihre Officirer, zu rede
setzen laßen, worümb sie, sie durchgeführet?
Dennemargk, observiret die Staaden,
trachtet, ihnen secours, contra Engellandt,
zu geben, undt helt credit, auf dem umb-
schlag, zum Kiel.
Schweden, hat guten friede, undt adulirt
die Engelländer. Dörfte aber mit Polen, kriegen.
Der König in Polen, sol Dantzigk belägern,
undt daselbst, große dissidia, zwischen dem
Raht, undt der bürgerschaft, endtstehen.
Mit den Coßagken, undt Tartarn, besorget
man, einen neẅen krieg.
Der Moßkowiter, armiret auch, leßet
viel munition, zubereitten.
Venedig, hat noch glück wieder den Türcken
im Archipelago, undt in Candia, General
Gil de haaß, ist an seinen wunden genesen, undt
hat den Usaim Bascha, vor Rettjmo, geschlagen.
Die kaufleütte zu Venedig, haben eine Compagnie7 aufge-
richtet, (nach dem exempel, der Oost: undt West:Jn-
dianischen im Niederlandt) undt schießen zusammen,
armiren 24 kriegesSchiffe. Die Signoria secun-
diret ihr vorhaben, mit etzlichen galleren, undt
anderm vorschub, in Levante, zu gehen, undt
dieselbigen Port, undt Meerhaven, dem Türgken,
unsicher zu machen, undt zu aufwendung großer
unkosten, denselben zu zwingen, auch reiche
beütten, auß selbigen Jnseln, undt Meervfern,
zu holen. Der gewinst darvon, sol der Com-
pagnie sein, nur behelt sich, die Respublica
den zehenden Theil, aller eroberten beütte, bevor.
<Die grossen waßer, ergießen sich, in Franckreich, Spannien, Niederlandt, Polen, undt anderstwo.>
J'ay depeschè a Ballenstedt, vers Madame,
& vers le Baillif.
<Käldte. Schnee.>
Am Bethtage, zur kirche, cum sorore; & filia Angelica.
Extra zu Mittage, die Rindtorfinn, Ernst Gottlieb
von Börstel, undt den hofprediger Menzelius gehabtt,
wie auch Jakob Ludwig Schwartzenbergern.
I'ay conversè, avec l'ün, et avec l'autre, sür
tout, avec le ieüne Börstel, revenü de France.
I'ay eü plüsieürs traverses, de çá, de lá!
Schreiben von Ballenstedt, mit Victualien.
Jtem: von häringhen, undt dann auch, von Wolfen-
büttel, von Meinem Sohn, Viktor Amadeus[.] Gott gesegene ihn!
Zu Schöninghen, krongkt die hertzoginn, noch
immerforth, undt man leßet niemandt zu ihr.
Gott erbarme es! undt seye ihr gnedig!
Mein Sohn, hat mir, die vier, mittgegebene
kutzschpferde, wiedergeschickt. Le cocher, est meschant!
Schreiben, undt Gratulationes, zum Neẅen iahr, von
Zerbst, Gottorf, Wolfenbüttel et cetera entpfangen.
Jn des Gymnasij zu Zerbst sachen, travagliiret,
undt zu travagliren, bekommen, wie auch sonst,
in andern Oeconomy: undt rechnungssachen.
Einen brief, von meinem Bruder, de dato,
den 26. December entpfangen.
Jn Cantzeleysachen, auch laboriret.
<Kälte. Regen. Schnee. Ungewitter.>
Ein Somnium gehabt, wie ich, mit Meiner gemahlin
gefahren, über viel waßer, undt enge brügken,
undt wehren andere bürgers weiber, bey unß
geseßen, auf der kutzsche, die hetten nur alle von
der Arca Nohe, mit meiner herzlieb(st)en gemahlin discurriret,
undt von großer verenderung. Wir hetten
|| [[Handschrift: 394r]]
disputiret lange, ob man trawren, oder nicht Traw-
ren sollte, weil wir gedächten nacher Nürnbergk, undt
an Kayserlichen hof, zu raysen. Endtlich, nach langem
gezängke, mit meiner herzlieb(st)en gemahlin, mit Tobiaß,
undt andern, hette ich stillschweigends, ein schwartzes,
ordinarij Trawerkleidt angezogen, undt hette
also raysen wollen, mich selber verwundernde, w<als>
ichs anhatte. Alß wir nun über eine schmahle
brügke, über einem tiefen See, gefahren, hette
ich die eine Fraw gefraget, ob wir nun
an die Archa Noe gedächten? undt derselbigen
vonnöhten hetten? wir wehren aber wol über
paßiret, doch mit gefahr, undt in ein schönes
hauß, undt Jnsel, zum ersten mahl ankommen,
die erste Tagerayse, an einem lustigen
schönen orth, undt hauß. Darüber, erwachte ich!
<Apres cela i'eüs üne inopinèe jnflüence, touchant le Roy d'Angleterre.>
Gestern, haben unsere winde, vor sich selbsten, einen
hasen, am weinberge, gegen dem Schloß über, dißeits
der Sahle, (welcher gantz inficirt, undt undterloffen
gewesen, gleich alß ob eine malignische krangkheitt
undter denen Thieren, regierte) gefangen.
A spasso zu fuß, vor Wolfgangskirche, undt meine Scheünen,
undt nach der Morgenkäldte fieng es ahn zu regenen.
Lamenti von Erxleben, wieder das Ampt Warmbstorf.
Briefe undt gratulationes, abermalß von Zerbst,
undt dann von Oldenburgk, en termes courtois. perge
hanß Bernds, bey mir gehabt, in jmportantzen.
Avis, von Caspar Pfau daß mein bruder, Fürst Friedrich vom 29. ⁄ 19. December
geschrieben: Wann er künftige campaigne, von<zu> Venedig,
thun sollte, würde Jhrer Liebden noch etwas nöhtig sein.
Der schluß würde ihm schwehr, weil er, ein corpo
á part zu führen, undt von der allten freyheit der
deützschen Regimenter, nicht eines haares breitt,
abzuweichen, oder nachzugeben, undt ehe die tractaten,
undt werbungen, gantz zu zerschlagen, gesinnet.
Dergleichen hette zwahr, noch kein eintziger
General gesuchtt, weniger erhalten, Jedoch,
dörfte die itzige Conjunctur, viel wirgken,
undt köndte er, auf solchen fall, auch andere gute
affectionirte leütte, desto beßer versichern,
gestaltt er, seine intention auf 3 Regimenter
zu Fuß, undt 1 Regiment zu Roß, (welches
letzte aber, schwehrlich acceptiret werden wirdt)
gerichtet hette, undt nur, mit 1000 der 2000
Fueßknechten, in dienst zu tretten, bedengkens
trüge, verhofte doch, in 8 oder 14 Tagen, mehr ge-
wißheitt, zu überschreiben. Er hette inmittelst
mit den Procuratoren (so neẅlichst gemeldet) sich be-
kandt gemacht, undt will Börstels zurückkunft,
|| [[Handschrift: 395r]]
in Rom erwartten. Er rühmet darneben, daß
er einen vornehmen prediger der religion, von Auren
genandt, bey einem kaufmann, im deützschen hause,
angetroffen, undt daß mein bruder, mitt 30 personen,
das neẅe weyhnachtfest aldar, mit predigten, undt
celebrirung des heiligen abendtmalß, gefeyret.
Die Luttrischen, hetten es, an der andern seitten,
des deützschen hauses, auch auf ihre arth begangen.
Mein bruder, vermeinet, mit Patre Fulgentio
so der reformirten religion gantz zugethaner
Capuziner sein soll, (er irtt sich aber, dann
er ist ein Münch, Serviterordens, in schwartzer
kleidung, mir sehr wol bekandt) undt der
bey Venezianischer Republicq, in den allerwichtigsten
geschäften, consuliret wirdt, kundtschaft zu
machen. Dieser Fulgentius, (welchen ich, annis
1613[,] 1614[,] 1623[,] 1624[,] 1634 sehr ofte
gesehen, undt mit ihm, conversiret) helt
große Correspondentz, mit unsern predigern zu
Genff, undt sein vorfahr, Pater Paulus,
(mir sehr wol bekandt, welcher auch meine
oration gemacht, so ich anno 1614 im collegio,
des hertzogs zu Venedig, undt geheimen Rahts, publice
gehalten) hatt, als der Hertzogk Priulj, zu Venedig
|| [[Handschrift: 395v]]
sterben wollen, einen reformirten prediger, zu demselben
gebracht, mit ihm zugleich, den hertzogk getröstet,
undt diese beyde, biß an seinen Todt, alleine
bey dem hertzogk verharret, daher auch
daselbst zu Venedig annoch, von vielen, (wiewol
inß geheim) die warheitt erkandt wirdt. perge
Schreiben von Madame, en termes froids.
<Froßt.>
Gestern abendt, umb 6 uhr, hat heinrich Rudolf
(auß Schwermuht,) sein eigenes hauß, in der
Stadt alhier, zu Bernburgk, anstegken wollen,
auch albereitt, ein bundt stroh angestegkt,
undt ahngefangen, es zum dache, hinundter
zu werffen. Es ist aber baldt gedempft,
von Schwartzenbergern, undt andern, so hinzugeloffen,
das fernere stürmen, mit klockenleütten, einge-
stellet, undt die person des furiosi in versiche-
rung genommen worden. Es hette ein groß unheil
darauß endtstehen können, undt die neben-
haüser, ia die gantze stadt ergreiffen,
weil sein bodem, voller Stroh gelegen. Gott
lob! undt dangk! das es noch also abgegangen,
undt dem unglügk in zeitten, vorgebawet
worden, der bewahre uns, undt unsere Stadt ferner, in gnaden!
Avis: daß der itzige König Casimirus in Polen,
daß dritte Poenalmandat, an die Dantzigker,
mit stargker citation, sich zu sistiren, ergehen
laßen, wegen der reformirten, restitution. Sie
bleiben obstinat, fahren forth, die Vacirenden
Geistlichen, undt Professoren stellen, mit
Lutheranern zu ersetzen, undt die kirchen
innezubehalten. Den außgang, wirdt die zeit lehren! perge
Die Mühle alhier zu Bernburgk, hat wegen
des eises, etzliche Tage, stille stehen müßen, undt
nicht mahlen können. Jst ein elendt!
<Käldte. Frost.>
Die leütte fangen ahn, alhier gehling krangk
zu werden, schwellen auf, sonderlich weibspersonen.
Es scheinet, alß ob, eine Seüche grassiren
wollte, unahngesehen der zimlichen käldte.
Gott wende in gnaden, alle straffen!
undt beßere, undt bekehre unß, durch
seinen liebmühtigen, liebreichen Sohn, in
kraft des Heiligen Geistes, nach Väterlicher gühte, Amen!
Jch habe den hofprediger Menzelium, aufm
Sahl, predigen laßen. Text: Dominica 2 nacher Epiphanias[.]
Extra: die Rindtorfinn, den CammerRaht, undt
Menzelium, gehabtt, zu Mittage.
Nachmittags, in die kirche, undt predigt, des
iüngeren Magister Menzelij, außm 65. Ψalm8, seine
andere außlegung, cum sorore, & filia Angelika &
filiolo. Gott gebe kraft, dem donner, seines
wortts! undt steẅre dem abfall!
Post nacher Magdeburg oder viel mehr, eine
Fuhre, dorthin, bestellet perge <Gott gebe, zu glück!>
Depesche, nacher Weimar[,] Erfurt undt Gotha. Gott gebe zu glück!
undt succeß! & me delivre de tout dèstourbier!
Ein Somnium gehabt, wie mir ein rechter
bagkenzahn, hohl, undt außgelöchert, <oben> außge-
fallen, undt ich ihn außgezogen, wiewol ich
auf der rechten seitte, an itzo keinen
solchen zahn, oben habe, sondern auf der lincken
seitte. Cela ne me presage rien de bon!
Dieu garde mès pauvres fils, de malheür!
& tous les miens!
Ein Amptschreiber <Iacob Burchardt Ludwig>, ist durch den Stadthalter Blumenthal
an Mich, recommendiret worden. Jn der überschrift,
wahr der Titul recht, innwendig aber stunde
nur, hochgeborn, undt wahr zwar an Fürst Augustum
auch darbey gemeldet: es wehre versehen, gehörte an Mich,
|| [[Handschrift: 397r]]
des Blumenthals Secretarius hette auch Bernburg da-
rauf gesetzt, aber nicht recht gewußt, daß also mein
Titul wehre, wie ers ihm gesagt, da es schon besigelt
gewesen. Blumenthal, hette es auch nicht recht ahngesehen,
sondern wehre darvon gefahren. Jch habe befohlen,
ihme dem Träger, den groben fehler, zu verweisen, undt
Blumenthal den brief wiederzubringen, auch ihme
daß er meinen Tittul nicht wüste, oder wißen wollte,
zu remonstriren, oder seinen unwißenden Secretarien.
Von Quedlinburg habe ich, eine Gratulation, zum
Neẅen iahr, bekommen.
Abermahlige händel, von Ballenstedt wegen Kohlmanns.
Avisen von Erfurdt: das der Printz von Condè, mit dem
hertzogk von Lottringhen, sich verglichen, daß dieser, dem
Printzen 4000 Mann, überlaßen, der Prince de Condè
aber, mit dem König, keinen friede schließen sol, es seye
dann hertzog von Lottringhen, mitt darinne begriffen.
Der König stärckt sich hingegen auch, maßen der Cardinal
Mazzarinj, mit 4000 Reüttern, undt etzlichen 1000 zu fuß,
albereit, ienseyt Sedan, undt am 3. Januarij styli novi zu
Espernay ahnkommen, deme dann die Spannischen undter Don
Stephan de Gamarra, undt die Condeische alte trouppen
undter dem Conte de Tavanes, nachgehen. Düc d'Orle-
ans, laviret noch, ist doch nebenst den Parlamenten
sehr übel zufriedenb, das der König den Cardinal wieder beruffen.
Jn Engellandt, ist man mit den Frembden Legatis
geschefftig, undt werden die kriegspræparatoria starck forth-
gestellet, nicht anders, als ob Sie die gantze welt beherrschen
|| [[Handschrift: 397v]]
wollten, Man erwartett, wie die Tractaten, mit
den Holländern, ablauffen werden, welche ebenfalß
starck armiren. Die Lottringhischen völgker, seindt
umb Landaw, undt Hagenaw, ahnkommen, aber
das Elsaß, undt die Schweitzer, richten 6000
Mann, undt wollen ihnen, weder paß, noch quartier
geben. Der Frantzösische Commendant, in Briesach,
hat auß den umbliegenden orthen, alle früchte
nacher Briesach, führen laßen, undt versprochen, solche
zu bezahlen. General Rosa ist sehr dißgustiret,
das die Lottringhischen ihme die Salva Guardien,
abgeschlagen, hat sich erbotten, wann man ihme
ein par Tausendt Mann zugebe, daß er auf Sie,
gehen, undt baldt außm lande sie bringen wollte.
Der Currier von Wien, ist mit der Kayserlichen resolu-
tion wiederkommen, welche herr Vollmar, an ChurPfaltz,
nacher Heidelbergk, überschicktt, in der letzten
conferentz aber, den Ständen zu Frangkfurth
vertröstung gegeben, das innerhalb 3 wochen,
Frangkenthal evacuiret werden sollte.
<Ein wildt Schwein von Deßaw.>
Post von Ballenstedt; undt briefe von Madame.
Briefe von Wien, Dreßden, Berlin, Croßen,
Darmstadt, undt andern orthen! <per Leiptzigk>
Von dem wunderbahren zustandt in Frangkreich, undt
das der Cardinal Mazzarinj, mit kriegesmacht hinein
gezogen, welches nicht allein, seine offenbtliche feinde,
(alß der Printz von Condè, undt Adhærenten) sondern auch,
der Düc d'Orleans, undt die Parlamenten, entpfinden.
Der König, undt die Königinn aber, manuteniren ihn.
Barcellona ist in angustiis.
Die Engelländer progrediiren, Sollen Jrrlandt
wie auch Schottlandt, undt die Jnseln Garnsey;
undt Jarsey, übermeistert, etzliche völgker
abgedangkt, undt theilß accisen abgeschaft haben.
Sie haben zwahr, die holländischen legaten,
pompose eingeholet, undt tractiret, dennoch aber
ihnen kurtze Tage gesetzt, worinnen sich zu resolviren,
undt den Schluß zu machen. <Spannische> Schwedische, undt
Dähnische Legatj, befinden sich auch, zu Londen.
Die Engelländer wollen frey durchn Sundt schiffen,
wie sie sagen, daß zu Königinn Elisabeth Seligen
zeitten, geschehen sein solle.
Die Staaden, opponiren sich, den Mazza-
rinischen Werbungen.
Prince de Condè hat den Düc de Guise seinen Antago-
nisten, durch intercession beym Könige in Spannien, ex
Custodia, liberiret, undt heroischer weise, zu seinem General,
|| [[Handschrift: 398v]]
leütenampt gemacht.
Das Engellische Parlament, hat denen zu hamburgk
sich aufhaltenden Engelländern verbotten, nicht, wie
vormals geschehen, ihre weyhnachtfest, mit<umb>
die zeit, wie die Hamburger, undt wir
alle thun, zu celebriren. Gibt nachdengken!
Die Polen, trawen den Cosagken nicht.
Der ReichsTag zu Warschow, wirdt viel auß-
hegken. Die Dantzigker suchen ihre händel
zu verkleistern, undt zu beschönen.
Die Lottringher, liegen noch umb
Worms, (denen ChurPfaltz, als Schutz-
herr, völgker geschickt) undt Frangken-
thal. Fünf Regiment der ihrigen,
haben den paß übern Rhein, begehret.
ChurMeintz, hat es ihnen, rotunde
abgeschlagen, als wieder den Frieden-
schluß, lauffende. Die Schweitzer
rüsten sich auch zur defension, undt
den Elsaßern, in der noht, zu assistiren.
Die Türgken streiffen sehr in Ungarn,
befestigen ihre gräntzen, undt dörften
wol einen krieg, in Ungarn, verahnlaßen.
Jn Dalmatia sollen sie schwach sein. In Candia
hat Usaim Bascha, schlechten succeß. Jn Arcipelago
hingegen macht General Foscolo, schöne beütten.
Zu revange deßen, sonderlich aber, daß einer Tür-
ckischen Kayserinn9, ihre intraden verderbet worden,
haben die Türgken, in Constantinopel, alle geborne
Venediger gefangen genommen, geplündert, übel
tractiret, undt auch dergleichen proceduren,
mit den Römisch Catohlischen pfaffen, vorgenommen,
die Griechischen aber, verschonet.
Der Großfürst in der Moßkaw, fordert
Schmolenßko, mit aller zubehör, wieder,
von Polen, undt verleßet sich, auf die assis-
tentz, der Tartarn, undt Cosagken.
Der Römische Kayser, fordert viel geldt,
undt 10000 Eimer wein, zum ReichsTage,
von seinen Erblanden. Gehet nach Lintz,
umb Regenspurgk, desto näher zu sein.
Theils meinen, Jhre Mayestät werden zuvor-
hero noch, auf Prag, kommen.
Der Spannische Ambassador hat eine sehr köst-
liche schöne Comœdie, undt Turnier, halten
laßen zu Wien, der iüngstgebornen Spannischen
Infantin zu ehren.
Der Sehlig verstorbenen Princesse Henriette Liebden
|| [[Handschrift: 399v]]
leütte, seindt zu Croßen, wieder ahnkommen, haben
daß hertzbrechende leidt, verneẅert, undt doch
noch etwas satisfaction mitgebracht, in deme
der Fürst Ragozzi, auß gutem freyen willen,
der Princesse Elizabeth, ihrer Sehligen Schwester
Liebden Treẅring, (welcher auf 4000 ReichsthalerRthlr: ge-
schätzet ist) wiedergeschicktt, undt andere
pretiosa mehr. Sonst sol der Fürst Ra-
gozzj, auß Ungarn, mit Seiner Fraw-
Mutter, nacher Siebenbürgen, gezogen
sein, undt alle schätze, auch was sonst die
Sehlige Prinzessin Henriette gehabt, undt ihr
von ihm selbst, verehret worden, (dem
Ungarischen gebrauch nach) mitgenommen
haben.
Secretarius Martin hangkwitz, ist von
Cöhten, anhero zu mir kommen.
hanß Eckardt, ist von Magdeburg wieder-
kommen, mit Fischwahren, fæliciter!
Mein Töchterlein, Maria ist heütte
sehr krangk worden. hat angst umb ihr
hertze gefühlet, sehr gehustet, undt der puls,
hat ihr geschwinde geschlagen. Sie hat hitze.
|| [[Handschrift: 400r]]
Gott beßere es, mit dem armen würmlein, undt
erbarme sich ihrer, in gnaden, väterlich!
Jn die kirche, cum sorore Dorothea Bathilde[,] filia Angelica & filio Carl Ursinus.
Extra zu Mittage, Doctor Fischern, undt Jakob Ludwig Schwartzenberger gehabtt.
Schreiben, undt aviß, vom Schwechhausen. perge
Jch habe heütte angefanghen, auf die
Post, zu schreiben, nach Croßen, Weymar, Italien.
Mit Doctor Fischern, auch viel geredet.
Mein Töchterlein Maria, ist noch zimlich krangk.
Sie mag, ein MagenFieber haben. Gott erbarme
sich, des armen würmleins! <undt schicke es baldt, zur beßerung.>
Mein Töchterlein Maria, ist noch sehr unpaß,
undt mein Sohn Carll, fänget auch ahn, zu krongken,
am haüptwehe, durchfall, undt dergleichen.
Gott beßere allen übelstandt! undt
helfe unß allerseitß, auß nöhten! undt Trübsalln.
Jacob Antony von Krosigk, (so auß Frangk-
reich wiederkommen) hat sich bey Mir, præsentiret.
Importantissima habe ich in landtsachen, expedirt.
Avis von Ballenstedt daß Meine Freundliche herzlieb(st)e gemahlin, heütte
nacher Plötzkaw, morgen (gebe gott) nacher Bernburgk, anhero zu
kommen, gedengket. Gott gebe zu glück, liebe! undt Friede!
<Nebel. Froßt.>
Der iunge Plato; ist bey Mir gewesen, seine
Noht, undt anliegen, mir zu klagen.
Gott wolle helfen remedia finden!
Avis von Deßaw, daß kleine
kinder, gählingen am Schlage, sterben!
Gott bewahre! vor mehreren landtstrafen!
On dit; que le Lieutenant Colonel Knoche èspousera
dans 6 semaines, la Damoyselle Freybergk[.]
Cela seroit bien tost apres la mort, de
sa premiere femme!
Abermahlige briefe, undt gratulationes, zum
Neuen iahr, von Gottorf, harburgk, Glügkßburgk;
undt Eütin. perge
Es ist heütte den gantzen Tag, vom Morgen
biß zu abends, ein ungewöhnlicher, Stingkender,
digker Nebel, gewesen.
<Käldte. gladteiß.>
Schreiben von Plötzkau von Madame, & rèscrit.
Doctor Fischern, bey mir, gehabt, extra zu Mittage,
item: Jakob Ludwig Schwartzenberger
Avis: daß zu Ballenstedt, der Schwartze Märtin,
des allten henning Stammers knechtt, alß er hinauf
gegangen aufs Schloß, oben geglitzschet, undt also-
baldt, sich Todt gefallen. Jst ein groß unglügk!
|| [[Handschrift: 401r]]
Man vermeinet, er habe den brustknochen entzwey
gefallen, undt die luftröhre erstigkt. <Gott mag es wißen!>
A spasso zu fuß, inß feldt, mittlerweile Meine
freundliche herzlieb(st)e Gemahlin, mit ihrer gesellschaft, fæliciter
von Plötzkau wiederkommen, nach deme sie 7 wochen,
von hinnen, nemlich Bernburgk; sich absentjret. perge
Gott helfe, zu Friede! liebe! undt einigkeitt!
Nota Bene[:] Alß Stammers alter leibknechtt, am Tage
Mittwoch☿ umbkommen, ist sein leibklepper, (welchen gedachter
knechtt gewartett) nachfolgende nacht, auch
umbgefallen, da er zuvorn, frisch, undt gesundt
gewesen. Jst ein Seltzahmes fatum!
<Käldte. Froßt.>
Daß grundteiß, gehet abermahl stargk.
Es hat der Superintendens, aufm sahl geprediget.
Extra zu Mittage, gehabtt, die Rindtorfinn,
Doctor Mechovium, den Superintendenten Platonem,
den Magister Menzelium, denn die
Jungkern, Witscher, undt Krosigk, so mit
Meiner herzlieb(st)en gemahlin kommen, mag ich nicht rechnen.
Krosigk, Lüdolf Lorentz nemlich, hat
auch nachmittages, abschiedt genommen.
<Käldte, postea Schlagkwetter, glatteiß.>
Jakob Ludwig Schwartzenberger bey mir gehabt, undt ihme Commissiones
aufgetragen, auch wegen meiner Oeconomy;
mit ihme, undt mit Wolfgang Sutorio, geredet. perge
Gott gebe zu gesegneten succeß!
undt zur erleichterung, Meiner großen laßt!
Post von Ballenstedt, mit 2 Rehen. perge
Von Leiptzigk, briefe, undt gratulationes auß hei-
delbergk, Durlach, Lauttern, Rügenwalde,
Anspach, Bareütt, Sigen.
Avis: daß die Administratorinn zu halle,
abermal eines iungen Sohns, (Gott gebe zu
glügk!) genesen.
<Ein digker Nebel, den gantzen Tag.>
Jch habe mit dem Christof Bärnreütt, meinem
Registratore, gewesenen hungarischen Secretario
geredet. Postea mit Jakob Ludwig Schwartzenberger
Ritorno del messo di Christian ernst Röder con prudente gusto.
Avis, vom hertzogk Ludwig, von Brigk, das sein
Söhnlein, Christianus Albertus Sehligen verblichen.
Jst billich zu beklagen.
Schreiben, vom Wendelino, entpfangen, lamentj giustj.
<Nebel.>
Auß den Leiptziger avisen, ist zu behalten:
Daß die Schweitzer, dem Elsaß, undt Schwaben-
landt, contra Lottringhischen einbruch, assistiren wollen.
Jn Frangkreich glühet noch die kriegesflamme.
Beyde partien, bewerben sich, umb Lottringische hülfe.
Cardinal Mazzarinj, hat Frangkreich traver-
sirt, mit 6000 Mann, unahngesehen aller inhibi-
tionen, wieder den willen der Parlamenter, undt
des Düc d'Orleans, undt aller seiner adversariorum,
undt ist zum Könige, zu Tours, oder Poictiers, gestoßen.
Prince de Condè, hat den Harcour geschlagen,
erwartett noch Spannische undt Engellische hülffe.
Die Engelländer, tractiren noch, mit den Staaden,
undt auch mit dem Schwedischen Gesandten. Jedoch,
siehet es einer ruptur, mit den Niederlendischen Provin-
tzien ähnlich, wo ferne nicht, die allzu
große pacientz der Staaden, undt die
bauchsorge zu den commercien, alle indig-
niteten verträget, undt überwindet?
Schweden, hette gerne den Sundt, undt wehre
auch gerne den holländern, in die haare
wegen der religion, <wegen der Städte Bremen undt Dantzigk,> wegen etzlicher zölle, undt
licenten, wegen des Sehgelstreichens et similia.
Der Kayser, will aufn 1. November, noch
einen ReichßTag haben, undt zuvor, nacher
Prag, kommen.
Der Ertzhertzogk, zu Brüßel, will eine
diversion, in Franckreich, machen.
Der Türgke moviret sich, Candia zu recuperiren.
Die Polen, befahren, einen Neẅen Cosackenkrieg.
Die restitution Franckenthalß, wirdt gehoffet.
Am heüttigen predigtTage, zur kirchen,
cum sorore, gezogen, da dann Er Menzelius
eine gelehrte predigt vom Antichristen,
auß der 1. Epistel Johannis10 gethan.
Ein kerll hat auß hollandt, ein Schaf
mittgebracht, mit 4 hörnern, welche
schön gladt sein, kreützweyse, übereinander gehen,
undt die wolle an diesem hammel, (welcher
von Mittelburgk, auß Zeelandt mitgebracht,
undt von einem Engelländischen Schaf[!] gefallen)
ist gar seyden perge <vndt schön ahnzugreiffen.>
Extra zu Mittage, den CammerRaht,
Doctor Mechovium gehabt, ohne die Ordinarios. perge
<1 hase hetzen laßen.>
J'ay èscrit a Brigk, Zerbst, etcetera[.]
Doctor Fischer, undt Jakob Ludwig Schwartzenberger extra gehabt, weil
Carll, undt beyde iüngste Töchterlein vnpaß.
Gott helfe wieder, zu voriger Gesundtheitt!
Nachmittags ist ein Stügk, von der Mawer,
undter unserm Sahl, eingefallen, inopinato!
Erlach, hat sich præsentiret, undt wegen
Gernroda, das ChurSäxische attestatum, in aula
Cæsaris, unß versichert, daß man nemlich,
anno 1624 ohne Eptißinn, <es> im poßeß, gehabt,
Ergo: ratione jnstrumentj pacis, nichts zu befahren. perge
<1 hase, von der hatz.>
Labores; in Oeconomicis perge gehabtt.
Sonsten gelesen, im Bartas, undt andern
schönen sachen. Gott gebe, zur beßerung! zur
erbawung, zur lehre, zum Trost, zur vermahnung.
Visite odieüse, donnèe, a ma seür, Dorothea Bathilde
A spasso, in tiefem wege, per pedes, gewandert,
durchn gartten umb unser hauß, herümb.
Einen pawren zu Palbergk besuchen laßen,
welcher visiones hat, undt krangk jtzt ist.
<Windig, doch gelinde.>
J'ay receü lettres de Crossen[.] <Ubi est charitas?>
Belle parole; e cattivj fattj;
Jngannano savij; e mattj!!
Post von Wirtzburgk; durch meinen bohten,
en termes assèz doux, & courtois.
Avis: von Palbergk, daß hanß
PfannenSchmidt, (welcher seltzame visiones,
gehabtt), anfängt zu rasen, umb sich, zu schlagen,
undt gleichsam beseßen, sich anzustellen.
Gott wende, in gnaden, alles unheyl!
J'ay envoyè dehors, Tobias Steffeck von Kolodey avec le baillif,
& Ludwig Röber pour dire, comment le paysande de Pal-
bergk, se gouverne, & comporte?
