<Etwaß froßt.>
Tobias Steffeck von Kolodeys bericht gehet dahin, es hette sich gebeßert, mit
hanß Pfannenschmidt, undt er hette iedermann, umb
verzeyhung, gebehten, da er einen, undt den andern,
mit seinem unreümischen humor, beleydiget hette,
auch hernachmalß fleißig gebehtet, undt gesungen,
alß ihm, der pfarrer, zugesprochen, und mittgesungen.
Gott wolle sich, des armen Menschen, in gnaden
erbarmen! Er schläfft nicht viel, undt hat allerley
affectus, es mag Schwehrmuht, mitt unterlauffen!
Jn die predigt, vormittagß aufm Sahl, Magistri Menzelij.
Extra: zue Mittage; die Rindtorfinn, Doctor Mechovium,
Tobias Steffeck von Kolodey undt Magister Menzelium gehabtt.
Den weg, so der bohte, nacher Würtzburgk (einem be-
richt nach) gelauffen, folgender gestaltt; so aber nicht der nechste:
| von Bernburg vf | Eißleben: | 4 meilen. |
| Erfurdt: | 10 Meilenm. | |
| Gohta. | 3 Meilenm. | |
| Schmalkalden: | 4 Meilenm. | |
| <Nota Bene: wirdt Mellerstadt, heißen sollen.> | Minderstadt: | 4 Meilenm. |
| Neẅstadt: | 2 Meilenm. | |
| Schweinfurth: | 4 Meilenm. | |
| Würtzburgk: | 5 Meilenm. | |
|
Summa |
36 meilen. |
<Zu 3 Groscheng: die meile gelohnt Michel lauschen, fac: 4 ThalerThlr: 12 Groscheng: darzu noch, 7 tage wartgeldt 14 Groscheng: geben müßen, weil man ihm nichts zu eßen, dorth gegeben.>
Avis von Hartzgeroda, von
Meines bruders, Fürst Friedrichs tractaten, mit den Vernezianern. perge
Nachmittags, wieder, in die kirche, undt predigt, des Jonij;
cum sorore, & Carolo Ursino.
Avis: von meines bruders, Fürst Friedrichs tractaten zu Venedig,
daß die religion zu hause, undt zu felde, in der Vene-
zianer gebiehte frey behelt, auch die absolute
vergebung der Officien, welches noch keinem General
wiederfahren. An itzo, disputiren sie den punct der
iustitz. Er hoft auch die condotta in friedenszeitten,
so wol als in kriegeszeitten, zu behalten, item: die werbegelder,
undterhaltung der völgker et cetera. Er hat 3000 Mann, zu fuß, undt
500 pferde zu werben, dem Senatui anpræsentiret. et cetera Deus fælicitet[.]
Avis: daß der hertzogk von Lottringhen, von einem
Graven, im Duel, zu Brüßel, erstochen worden seye1,
wehre eine große verenderung! undt alteration.
J'ay dit a Dieü, ce soir, á Noirmont.
Dieü le conduyse! & felicite mès propositions!
<Regen. Windt.>
Somnia insomnia, & horrifica gehabtt,
Jch, Meine herzlieb(st)e gemahlin, und Carll, alle drey.
Diesen morgen, hats einen stargken fall
gethan, zun haüpten, bey Meiner gemahlin. Gott
gebe, das es niemanden, auch Victorio Ama-
deo, nicht, böses ominire! noch bedeütte!
J'ay envoyè Jakob Ludwig Schwartzenberger a Ballenstedt &Harzgerode[.]
Avis von Palbergk; daß pfannenSchmidt
gestern stille gewesen, nicht mehr, wie zuvorn
behten, undt singen wollen. Er sol beseßen sein,
undt den pfarrer nicht mehr admittiren,
sondern wißen, wem er undterwegens ist,
zu ihm zu wandern. Gott erbarme sich seiner!
undt unser aller!
Schreiben, an Mich, undt gratulationes vom
Kayser, König in Dennemargk, von Curlandt[,]
Grätz, item: notification von halle.
Die avisen melden:
Daß der Kayser, baldt nach Prag, kommen werde, auf daß
längste im monat Junio. Die Mandata gehen
scharf auß, in den Erblanden, wieder die Uncatohlischen.
Die Venezianer, haben gut glück, undt progreß,
wieder den türgken. Der general Foscolo hat so viel
leütte gewonnen, in den Jnseln, von Levante, das er
hoft, ein gantz iahr, darmitt, krieg zu führen.
Ein 60 geschlechter, contribuiren gutwillig, zum
türckenkriege 200000 Ducaten. General Moce-
nigo, ist bandisiret, weil er kein hertz gehabt, die
belägerten, in Candiâ, zu endtsetzen.
Florentz, Modena, Parma, machen einen bundt
wieder den Pabst, wegen etzlicher usurpirten gühter.
Barcellona ist in angustiis, weil der Cardinal
Mazzarinj, die völgker, welche er dorthin, zum se-
cours schicken sollte, bey sich behelt, zum inner-
lichen kriege in Frangkreich. Die Parlamenter[,]
der Düc d'Orleans, undt die andern Printzen, haben
ihn, zweymahl bannisiret. Unerachtet deßen, hat
er gantz Frangkreich traversiret, biß nach Bourdeau
Poictiers, zum königlichen hofe, alda er mit ehren,
undt freẅden, sonderlich von der Königin, entpfangen
worden. Man saget, seine undt des Conte de Har-
cours trouppen, hetten den Prince de Condè, gantz geschlagen.
Engelland undt Spannien, wollen noch den Printzen
assistentz leisten. Die Jnseln, Garnsey, undt
Jersey, gehen verlohren, vor den König in Engellandt.
Die gubernatores aldar, haben sich, zur un-
nöhtigen übergabe, mit geldt, bestechen laßen.
Es stehet darauf, daß, unahngesehen vieler
repreßalien, undt affronten, so die Engelländer
den holländern, gethan, Sie dennoch, mit
ihnen, zu schließen, beliebung tragen dörften,
wegen ihres hohen jnteresse der commercien,
des fischfanges, undt der navigationen.
Jn Schweden, seindt die historienschreiber,
oder vielmehr, pasquillen macher, iämmerlich
hingerichtet worden, Vatter, undt Sohn2.
Der gesuchte Sußky aber zu Revel,
ist ex carcere endtrunnen, alß ihn der
mußkowitrische Legatus3, begehret.
Jn Polen, ists mit den Cosagken, unklahr.
Der König hat einen iungen Sohn, undt freẅde darvon.
türgken, Tattern, undt Chmielinßky machiniren.
Lottringen, grassiret zwahr, im Elsaß, undt
findet wiederstandt, grassiret<hat> aber ein
auge, auf die Frantzösischen motus.
<Windig wetter.>
Risposta: von Gotha Erffurt et cetera undt auß Düringhen.
Philipp Güder, ist von Wirtzburgk wiederkommen,
Gott lob! undt dangk! Der ihn geleittet! beschir-
met! undt durch viel mühesehligkeitten, mit
seinen zugeordneten, geführet hat,
Gott gebe mir ferner gnade! undt Segen!
Diesen morgen, ist der kleine Apoteker,
Geörge Böhme, auß seinem arrest, (darein
er, wegen unverantworttlicher außgestoße-
ner reden, wieder die hohe, undt niedere
Obrigkeitt, gerahten) endtwichen, undt auß-
gerißen, undt hat seine sache dadurch ärger ge-
macht. Gott wolle beßerung verleyhen!
Philipp Güder hat mir briefe mittgebracht, von
Chur Meintz, von dem Obersten Herrison, gar
höflich, Jtem: von Weymar, vom hertzogk,
undt Hertzoginn.
Post, von Deßaw, mit einem Frischling,
so 31 Pfund (libra)℔ mit hautt, undt haar, gewogen, pro 2 ReichsthalerRthlr:[.]
Hanß Eckardt, habe ich, diesen abendt, mit Com-
missionen versehen, nacher Magdeburgk et cetera wo
ferrne, wegen bösen weges, undt stargken windes, forthzukommen[.]
Der grawsahme Sturm, hat diese nachtt,
unser gebeẅde, alhier zu Bernburg sehr beweget,
undt erschüttert, Fenster aufgeschlagen,
gemälde, undt andere sachen, aufm Sahl
(unahngesehen man die Fenster zweymal
zugemachtt) herundter geschmißen,
undt ärger rumoret, als gestern.
Quid portendat? nescio!
Deus avertat mala! & mortes!
An den dächern, hats auch schaden gethan.
Jn die kirche, am heüttigen behttage,
cum sorore, & Carolo Ursino, & duabus filiabus4,
da dann der alte Menzelius, ex Hosea: capitulum 145
eine stadtliche bußpredigt gethan. Gott wolle
dieselbe wol in unsern hertzen, operiren laßen!
Jedermann klaget, über den gestrigen großen
windt, undt erdbeben, da wir, undt andere
undß eines überfalß der gebeẅde, vermuhten müßen.
Gott bewahre ferrner, mit gnaden!
Jch habe schreiben, von Fürst August undt von
Fürst Friedrich vom 16./26. Januarij; entpfangen.
Zwey Schlegel seindt herkommen, umb die Rephüner.
<9 Räphüner hodie[,] 2 Räphüner herj, die Schlegel, einbracht[.]>
Schreiben nacher Croßen, Gohta, hanover, etcetera[.]
Extra: zu mittage, beyde Schlegel, Christof
Wilhelm, undt Hanß heinrich, gehabt, undt
den hofprediger Menzelium. perge
Negromonte ist wiederkommen, von Harzgerode und Ballenstedt[.]
Gott gebe zu glück! undt succeß! Seine
verrichtung ist mediocre!
<3 Räphüner, vormittags. 3 Räphüner nachmittags.>
Jch bin, mit Carolo Ursino, undt beyden Schlegeln,
hinauß geritten, räbhüner zu fangen, deren
wir drey bekommen. Es wahr windig,
undt nicht so schön wetter, alß gestern,
auch der vogel badte sich, der blawfuß,
anstadt das er sollen rivieren, also
kahmen mehr Räphüner weg, die wir
sonst gefangen <hetten>, auch schon theilß gedeckt hatten,
Es ist wol alle tage, iagttag, aber nicht alle
tage, Fangetage, wie das JägerSprichworth lauttet.
Einen bohten, nach hanover geschickt. Gott
gebe zu glügk! undt succeß!
Extra zu Mittage, neben den Schlegeln, Paul Ludwig bey Mir,
gehabt, in publicis, & Privatis.
Eine Jungfer auß Dennemargk; hat sich, bey
Meiner freundlichen herzlieb(st)en gemahlin præsentiret. Jtem: eine
andere Fraw, welche auß Frankreich mag kommen.
Beyde begehren vorspann, eine nacher halle,
die andere nacher Quedlinburg[,] fuor di tempo!
Nachmittags ist mein Carll, mit den Junckern, undt
beyden Schlegeln, wieder draußen gewesen, undt Sie
haben, drey Räphüner, wiederumb gefangen.
<3 hasen hetzen laßen.>
Die beyden Schlegel seindt wieder hinweg.
Die Jungfer Wulfßdorfinn auch, welcher
ich habe vorspann, biß nach Halle geben müßen.
Doctor Fischern, habe ich, bey mir, gehabtt,
undt er hat Carolo Ursino, etwaß aufgelegt,
weil ihm sein knihe geschwollen. Gott
bewahre mir doch, dieß liebe< >kindt, wie
auch den andern, vor bösen zufällen. Jch
trage leider! sorge, ich dörfte beyde
Söhne, nicht lange mehr behallten.
Ach! waß würde mir daß, vor eine
unaußsprechliche pein, undt elendt sein!
Qui me servasti puerum; invenemque Virumque.
Nunc fer opem misero, Christe benigne, Senj!
Meine vier Fuder wein, (welche der Churfürst von
Meintz, zu Wirtzburgk, mir verehret) seindt
heütte glügklich, mit dem Oberlender, undt
Bötticher, wie auch, mit Philip Güdern, (welchen
ich ihnen, nacher Eißleben, entgegen geschicktt) ankommen.
Gott seye es gedangkt! der verleyhe gnade
daß mir seines segens, recht genießen,
undt deßen, nicht, durch verplemperung,
oder verfälschung, frustriret werden mögen!
Des allten Sekerka, Elltister Sohn, ist anhero
unvorsehens, auß dem Brandenburgischen kriege, kommen,
undt hat seine <verlebte> elltern, (so ihn todt geachtet,
weil er todtkrangk, zu Wehsel gelegen)
hertzlich erfreẅet. Wollte Gott! mein
Sohn Victor, möchte mich auch, so wol mit bäl-
dister wiederkunft, als glücklicher expediti-
on, undt guter, Frischer, leibesgesundtheitt,
sampt allem wolergehen, am leibe undt
gemühte, inniglich erfreẅen! Faxit Deus; Amen!
hanß Christof, von Wischer, (welcher ein
drey tage, auf seinen gühtern, mag gewesen
sein) ist auß dem Cöhtnischen, auch wieder arrivirt.
<Windig Regen.>
Jch habe hieroben Magister Enderling, predigen
laßen.
Extra zu Mittage, gehabtt, die Rindtorfinn,
der iunge Sekerka, Doctor Mechovius,
Magister Enderling, Magister Menzelius, Tobias Steffeck von Kolodey.
Nachmittags wieder in die Kirche, undt predigtt
des Diaconj Jonij; da dann die Schwester
Dorothea Bathilde undt Carolus Ursinus mittgezogen.
Doctor Fischer, ist abermals, bey Carolo Ursino
gewesen, nachmittages, wegen seiner
beyden geschwollenen Knihe.
Hanß Eckardt ist von Magdeburg mitt
Victualien, wiederkommen, (Gott lob!)
<Regen.>
Jn der Gernrödern Sache, hat unß,
Chur Saxen, eine gute recommendation,
undt attestation der warheitt, daß
nemlich: Gernroda, anno: 1624 keine
Eptißinn gehabt, undt wir in posses-
sione daselbst, gewesen, gegeben. Können
uns also numehr, beleghen laßen. Man hat
umb diese billigkeitt dem ChurFürsten demisissime, gedangktt.
Avis: daß gestern vorm berge, in Jllmers
hause, ein Schnaphahne aufm boden, ver-
stegkt, undt incarceriret worden. Noch drey
hetten die nacht, wieder alda einbrechen wollen,
wehren aber, durchgangen, alß man wach worden.
Aufm lande, undt in Stiftern, höret
man auch, von unfällen, undt hinwegreitten
der pferde.
Matz Bidersehe, undt Matz Röder, haben
sich wegen ihrer prætensionen, intempestive
ahngemeldet.
Die holländische Fraw, ist wieder forth.
Jakob Ludwig Schwartzenberger bey mir gewesen, zu Commissionen.
Des Trompters, Zachariæ, weib, wirdt
nur am Sontage krangk, inmaßen Sie
numehr, Fünf Sontäge, nacheinander
geschwollen, undt erkranckt. Jst seltzam,
mag wol zaüberey sein!
Discorsi mit dem Oberlender, von ihrer Seltzahmen
rayse, nacher Wirtzburgk; undt wie sie abgelauffen?
Gott lob! undt dangk! der sie gnediglich geführet,
bewahret, undt beschirmet hat, bey so seltzahmen
wiedrigkeitten. perge
Schreiben, von Chur Saxen, zum Neuen iahr, gar höflich,
item: von Stugkgardt, abermalß, von Hilpoltstein,
undt anderen orthen.
Die Avisen geben: daß Cardinal Mazzarinj,
in großem ansehen, zu Poictiers am Königlichen hofe
ist, undt das der Prince de Condè vom Grafen
von Harcour, geschlagen seye, wiewol er
sich, auf Spannische, undt Engellische hülfe
verleßet, undt den General Gromwell
selber in Frankreich zu ziehen, trachtet.
Die Lottringher, (so auch mit ihrem
hertzogk, undt mit Spannien, im bunde
der Printzen, begriffen,) hausen im Elsaß
übel. General Rosa, ist ihnen nicht bastant.
Düc d'Orleans, undt Düc de Longueville
suchen, sich zu stärgken, wieder den Cardinal.
Zu Londen, siehet es noch, einem kriege
wieder die holländer gleich, wegen vieler
repreßalien der Schiffe, undt anderer händel.
Die Engelländer haben die Jnseln Garnsey,
undt Gersey, numehr überwältiget, undt
auch das castell Dunbarton in Schottlandt.
Die Staden kauffen Duynkirchen, vom Könige
in Frankreich. perge <Spannien, protestirt dargegen.>
Dennemargk wirbt auch, undt trawet
dem friede nichtt.
<general Midleton in Engelland ist der harquebüzade, so ihm zuerkandt, endtronnen.>
Jn Pommern, wollen die VorPommern, den Schweden,
die MühlenAccisen nicht geben, weil es die Chur
Brandenburger in HindterPommern, abgeschafft. et cetera
Jn Polen, gibts motus intestinos, auf dem Reichß-
Tage zu Warschow, undt die Cosagken, undt
rebellische pawren, erregen neẅe motus.
Jn Ungarn, greiffen die Türgken aber-
malß stedte, undt schlößer ahn. perge
Jn Candia, haben etzliche Officirer6, wieder
den General Foscolo, mutiniret. Der
Persianer, sol auch in armis sein, contra Turcam.
Viel Venezianische Soldaten, in Candia sollen
gestorben sein, weil böse leütte, kalgk
undter das Mehl, darvon brodt gebagken
worden, gemenget. perge
Der Römische Kayser, sol seine rayse
nacher Prag, im Junio, (gebe gott) ahnzustellen,
gesinnet sein. perge <Umb Erffurdt, gibts ungewöhnliche Wölffe.>
Barcellona versiret in extremis, undt
ist innerlicher Zwytracht, undterworfen.
Die Jnsulen Virginiæ, opponiren sich, mit Macht
dem Engellendischen Parlament. perge
Doctor Fischern, bey mir gehabt, arcana zu lernen,
& quidem arcana, summe necessaria.
habe ihn auch extra zu Mittage behalten.
Jl m'a enseignè dès belles choses!
Altro diletto, ch'imparar, non truovo, oder pruovo7,
saget, der Jtalienische berühmbte Poet: Petrarca.
Jean Moustarde tant attendü, est arrivè, Dieü mercy.
Le bon Dieü, vueille bienheürer, mon propos!
Avis: daß umb Aldenburgk in Meißen
herumb, ein treflicher regen eingefallen,
welcher gantze dörfer, fast überschwemmet.
<Froßt. >
Avis: daß er zu Magdeburg mit der iungen hertzo-
ginn von Eütin, wieder schlimm geworden.
Gott wolle es beßern!
Gestern abendt, undt die nacht gar windig.
Ein Seltzahmes Somnium gehabt, vom Allten,
undt itzigen Kayser, wie Sie mir zwischen
Prag und Wien, auff einer Caleße beyeinander
sitzende begegnet, undt darnach, in der
ersten audientz, hette mich der allte Kayser
|| [[Handschrift: 411r]]
mit großer gravitet angehöret, undt mit dilato-
rischer antworth versehen, wie auch der itzige Cæsar,
wormitt ich aber malcontent, noch einmahl
audientz begehrt, undt schlecht abgewiesen worden.
Alß ich mich nun, bey den Rähten, Cammerherren, undt
andern beschwehret, daß ich mich, im zunehmenden
allter, mit sperantzen nicht mehr, wie vor
diesem, köndte abspeisen laßen, sondern
mein wesen, an itzo realiteten, erforderte,
undt im unmuht, nach vielen travaglien
außzurufen, mich auf bette geworfen, wehre
der itzige Kayser, zu mir kommen, hette mir
freündtlich zugesprochen, mich caressiret, ge-
hertzt, undt gebehten, allen wol aufzuneh-
men, undt daß hauß Oesterreich, nicht zu abban-
doniren, Sondern alles, der bösen zeitt, zuzuschreiben,
undt sich gewaltig gegen mir offeriret,
wie er inß künftige, sich so wol erzeigen wollte.
Darüber wachte ich auf, con impurità!
<Der Amptmann Georg Reichardt undt Philipp Güder haben sich præsentiret. et cetera>
Jn die wochenpredigt, mit Schwester, Dorothea Bathilde[,]
zweyen Töchtern, Ernesta, Augusta, undt Angelica,
wie auch mit Carolo Ursino. Menzelius a triomphè!
Extra: zu Mittage den iungen Ladislaum Sekerka, undt Jakob Ludwig Schwartzenberger[.]
Nachmittags den Kornführer von Zerbst gehabt, der promittiret mir, cose grandi!
<Vormittags schön wetter[,] Nachmittags regen.>
Am heüttigen postTage, ist zu schreiben.
Man hat, mit Oeconomysachen, immerforth zu thun,
viel mühe, undt arbeitt, viel verdruß,
außzugeben, undt wenig <freẅde> einzunehmen!
Muß nicht der Mensch, immer im Streitt
sein, auf erden? undt seine Tage seindt,
wie eines Tagelöhners, als hiob8 sprichtt.
Avis von Venedig, vom 23 Januarij; <2. Februarij;> das
die woche die Respublica, meinem bruder, Fürst Friedrich
ihre endtliche erklährung, habe wißen laßen,
welche er, auf alle, undt iede puncta hat
schriftlich begehret, undt darauf die
letzte recharge, thun will. Jhr
hauptdifferentz beruhet ohngefehr
auf 5 ThalerThlr: auf ieden Mann, so der
bruder, auß eigenem beüttel, nicht zubüßen
will. Die Zeitt, meinet der bruder, wehre
genungsam, wann die handlung, sich noch solte
verziehen, undt also, Die innstehende cam-
pagne, verseümet werden, waß meines
bruders, person anlanget, hat so wol er.
als die Republicq, die Generalwachtmeisters
|| [[Handschrift: 412r]]
charge, zu geringe gehalten, sonderlich, da ihme mehr
Gage, alß allen andern Generalspersonen, bewilliget
worden, daher Sie ihme, eine absolute Generalscharge
aufzutragen, resolviret haben, darbey leicht zu erachten,
das in respectu der werbung, solches <vornemlich> geschicht,
also wirdt in kurtzem, der gehofte Schluß, oder die
aufhebung der handlung erfolgen. Alle religions-
verwandten, haben ein zimlich auge, darauf
geschlagen, undt hat Pater Fulgentius, sonderlich
erinnert, so viel müglich, auf reformirte völgker,
undt gute Prediger, zu gedencken, damit andere
böse zungen, durch unsern guten wandel über-
zeüget, undt viel frommer hertzen erbawet,
auch endtlich der zwergk, so vom Padre Paolo
Sehliger, geführet, möchte gesucht, undt mit
Göttlicher verleyhung, erhalten werde.
Er schreibt darbey, mein Bruder, Fürst Friedrich diese
wortt: Gott wirdt das iehnige, was an Seel
undt leib, am zuträglichsten ist, väterlich beför-
dern, undt Mittel undt wege, darzu zeigen,
dem ich billich, in Christlichem gehorsam, folgen werde. perge
Ô Dieü! permets a més vrays amis leür hon-
neür, & accroissement, & a mes ennemis,
envoye honte! & confüsion! iüsgu'a leür conversion[.]
J'ay songè derechef ceste nuict, d'üne caresse,
& bayser tres ardent, que m'auroit donnè,
par deüx diverses intervalles, avec reprin-
ses intimes, en habit honneste, feü Ma-
dame la Landgrave, de Cassel, desirant
mon mariage, & a me vouloir aymer,
& enrichir. Je n'eusse sceü, que rès-
pondre, estant comme violentè d'accep-
ter tels beysers, doux, & forcèz!
J'ay depeschè derechef Jean Moustarde pour s'accommoder. perge
Ein iunger Steinbach, ist, von Krannichfeldt, anhero
kommen, mit briefen, a Madame.
<Froßt.>
Oeconomica zu tractiren, gehabtt.
A spasso in schönem wetter, wiewol es gefrohren.
Risposta von Gohta, gegen abendt.
Der hofmeister Gengel, ist gegen abendt,
en Ambassade, mit creditif, von
Zerbst anhero kommen, in der WalterNiem-
burgischen expectantz sache. Man dringet
auf meine resolution. Ce baillage ne doibt
renter, que 2000 Dalers, & n'a que 2 villages, & peü
de maysons. Jl a aussy 28000 Dalers, de debtes acconsenties
|| [[Handschrift: 413r]]
dessüs. L'Electeur de Saxe se monstre fort rüde, &
peü courtois, en ce poinct. Pacience!
<Froßt[.] böser/gefährlicher/schädlicher/unglücklicher/unglückseliger Tag (tatsächlich oder befürchtet)ꘉ>
Somnium: wie ich in ein groß bette, mich ge-
leget, undt Christof Mahler, (mein, vor iahren,
gewesener kammerdiehner Sehliger) mir
das Strohe und alles geschichtet, undt zu
rechte gemacht, zu meinem unwillen, undt
undangk. Meine Söhne, die elltisten
beyde, (darundter Erdtmann Sehliger gar
schön außgesehen, Victor wie sonsten)
hetten zu meinen füßen, ihre füße
legen sollen, undt als schlafen, darüber
wachte ich auf, undt observire dieses Somnium!
Jn manu Dej, sunt sortes meæ!
Gestern, habe ich gar ungewöhnliche Flüße,
in die augen, bekommen, also: das mir beyde augen,
sehr roht worden, undt inflammiret, contra morem solitum.
Avis, daß der Churfürst von Brandenburg nicht allein
dem Oberkämmerer Conradt von Borgßdorf, seine Ehren-
Aempter, genommen, Sondern ihm auch inhibiret keines ge-
führten EhrenTittuls mehr, sich ahnzumaßen, darüber
er sich, zu Tode, gegrähmet. O fortunæ instabilis; lusus!
Jst doch zu beklagen, als ein wolqualificirter Cavaglier[,]
|| [[Handschrift: 413v]]
religionsverwandter, undt mein gevatter.
Er hat auch lange, dem Churhause Brandenburg
(meines wißens) aufrichtig gediehnet, undt
keinen größeren Mangel gehabt, als das
er zur pomp undt spendiren, geneigt< >gewesen.
Es sol der grave von Naßaw, der
graf von Wittgenstain, beyde wolquali-
ficirte herren, undt religionsgenoßen,
wie auch der vornehme raht, Wesembeck,
(so zu Münster undt Osnabrück treẅlich die pacifica-
tion, undt Chur Brandeburgische jnteresse befördert)
der gelehrte qualificirte, Knesebeck,
der hofmarschalck herr von Pudlitz,
undt andere rähte, undt bediente
mehr, alle religionsverwandten, cassiret sein.
Solche reformation, gefället mit nicht!
J'ay expediè Tobias Steffeck de Kolodey à Regensburg & Erfurt[.] Dieu
le conduyse benignement, par sa sainte grace!
Nachmittags ist der hofmeister Gengel, (mit disgusto,)
wieder nacher Plötzkaw, verrayset, seines Fürsten
sachen, zu avanciren, undt die difficulteten zu removiren.
Der iüngere Schlegel, hanß heinrich, hat sich auch
præsentiret, in meinung, Fürst hans Geörgen, undt Landgraf
Fritzen, nachzufolgen, so in OstFrießlandt, wollen.
Landgraf Fritz, sol werben, vor die herren Staaden,
welche mit Spannien, brechen dörften.
Man sagt, Königßmargk habe Brehmen
mit list eingenommen, weil sie Schweden nicht
huldigen, noch eine Landtstadt sein wollen.
wehre schade, undt ein Füngkelein, zu ei-
nem großen Feẅer.
Noirmont est de retour, de sa petite mais
importante expedition. Dieü la vueille benir!
Avis: daß es mit dem pawer zu Palbergk
PfannenSchmidt, (Gott lob!) beßer wirdt,
nach dem er von der Docterinn9 zu Lebgin,
ein pülverlein, undt ein wäßerlein, gebraucht.
Gott gebe continuation! undt daß es mit
rechten stügken, zugehe! Er sol an itzo, gar
fleißig behten! perge und gar wenig fantasiren. perge
<Schnee. Froßt.>
Vormittags, hat Er Hesius, aufm Sahl geprediget.
Extra: gehabt, den CammerRaht, Doctor Mechovium, den
iungen Sekerka, den Hesium, undt Magister Menzelium.
Nachmittags ist hofmeister Gengel, content, von
Plötzkaw, wiederkommen, undt content abgeschieden.
Postea: in die kirche nachmittags cum sorore.
Ritorno del messo dj Hanover[.]
Einen gevatterbrief, vom Hanß Bernds bekommen,
zu einem iungen Sohn, welcher mit der Mutter
in ihrer 24stündigen angstproba, schon vor
todt gehalten worden.
Er Hesius, hat mir heütte referiret,
daß er einen 10iährigen Sohn habe, welcher
so hoch alß mein gemach ist, in der Schule
oben durchgefallen, undt auf die Füße
auf das estrich , zu stehen kommen, ohne ver-
letzung einiges gliedes. Jst ein mirackel
undt Gottes lob darinnen zu preisen!
<Käldte.>
<3 hasen,
Hans Balthasar Oberlender tirè.>
Depesche nacher Zerbster Bier. Sie müßen umb
raysen, auf Deßaw zu, wegen der lachen.
Pfaw, ist extra zu Mittage, bey unß ge-
wesen, gehet mit h CammerRaht Mechovio, nacher
Cöhten, auf die Zusammenkunft. Gott gebe zu glügk!
Der Diaconus Jonius wahr auch da, extra!
Depeschè ce soir, vers Fla Dieu benie, mès desseings!
Schreiben, an unß drey herren, in gesamptt, als
Fürst Augustus, Fürst Lud Johann Casimirn, undt Mich, wegen
beurlaubung, des Cantzlers Milagij, an Landtgraff
Herman, so differiret wirdt, wegen des Cöhtnischen convents.
Schreiben, von Croßen, Wien, undt Leiptzigk.
Die Avisen geben: daß die Staden stargk werben,
undt sich in alliantzen einlaßen, contra Engellandt,
weil die Parlamentischen ihre gesandten hochmühtig
tractiren, mit pasquillen sie beschmitzen, undt
in ihren losamentern, mit fenster einschmeißen
auch andern insolentzen, beschimpfen laßen,
auch die großen repreßalien, undt abnehmung
der Schiffe, nicht einstellen, sondern pro
imperio, die auf gutem wege, gewesene
Tractaten, ihnen vorschreiben wollen.
Malta braucht auch repreßalien contra
hollandt, auf anstiftung Landtgraf Fritzens
von Darmstadt, großprior von Malta, weil
Sie die undter ihnen gelegene, undt wieder
abgeforderte eingezogene comptereyen, nicht
alsobaldt, auf begehren, zu restituiren gesinnet.
Der alte Churfürst von Trier, mein gewesener
bruder, ist Todes verblichen! Gott genade!
Franckenthal, wirdt noch nicht evacuirt,
sondern exequiret, wie auch, die garnisonen von
Hailbrunn thun, undt sich bezahlt machen, par force.
Zum ReichsTage, macht man præparatoria.
Zu Wien, ist pro malo Omine alle das Feẅer-
wergk, so zur Kayserinn, künftigen niederkunft,
gemacht worden, im rauch, aufgegangen.
Der Abfall, vom Evangelio, wirdt groß.
Die Venezianer, reassumiren die Tractaten
mit dem Türcken, in hofnung, weil Sie dissidia
intestina haben, undt der Persianer in
Mesopotamiam undt Siriam, eingefallen
einen guten frieden, zu erlangen.
hingegen, tractiren die Türcken, mit den
Cosagken undt Tartarn, wieder die
(von Polen, welche auch motus intestinos
foviren, undt den König querelliren,
das er die Cosagken nicht zu ruhe gebracht.
Jn Frangkreich, sucht der König, den
Düc de Longueville, mit großen pro-
meßen, undt offerten, als: des Ampts
dü Connestable, des nechsten Sitzes,
nach den Königlichen geblüts Printzen,
undt des importanten gouvernements
dü Havre de grace zu gewinnen, undt
abzutrennen. Den Prince de Condè
|| [[Handschrift: 416r]]
(deme 5. Regiment, vom Harcour abgeschlagen)
hat man zu Libourne, ermorden wollen. Dieweil
aber, die conspiranten gefangen, undt iustificirt
worden, als hat diese heimtückische trahison
nichts gefruchtet. Der Cardinal ist bey
dem Könige in höchstem ansehen. Der Düc
d'Orleans wirbt eine considerable armèe
vor die Printzen. Spannien, hat ein wachsendes
auge darauf, sie zu secundiren, undt will
Duynkirchen, denen gerne laßen, so es nehmen,
undt mainteniren können, es seyen Staaden,
oder Engelländer, so es von Franckreich, kauffen.
Große prodigia, sollen sich zu Maselanen
Schluyß haben sehen laßen am himmel,
von reüttern, fußvölgkern, undt
Schifarmaden. Gott weiß, die bedeüttung!
Die Lottringher, haben übel gehauset,
bey den Pfaltzgraven von Zweybrügk, undt
von Birckenfeldt, aber wol im Simmerischen
Creützenachischen, undt Kayserslauttern.
Der Churfürstlich Brandenburgische Obercammerherr,
Borgßdorff, ist in ungnaden seines herren, gestorben.
Nemo; ante obitum, Beatus!10heißt es wol.
<Regen.>
Jch habe den Stadtvogtt Albinum, bey Mir,
gehabtt, allerley mir referiren zu laßen.
Postea: den Amptmann, Georg Reichardt bey mir gehabtt.
Ursul, unsere gewesene Waschmagdt, des Tromp-
ters Zachariæ weib, ist am Sontage, wieder
krangk worden, so baldt Sie über die Schwelle
gegangen. Mag wol etwaß überNatürliches
darbey sein. Gott wolle die boßheit, strafen,
undt entdegken!
<Windig.>
Jn die wochenpredigt des hofpredigers, cum
sorore & filio, eine schöne erklährung, ex
epistola 1. Johannis capitulum 3 ahnzuhören, vers 1[,] 2[,] 3 biß 411.
Tobias Steffeck von Kolodey ist von leipzig[,] Regensburg[,] Erfurt undt Magdeburg wiederkommen,
avec rèsponce dilatoire, & ambigüe.
<2 hasen, von der hatz.>
J'ay èscrit dès lettres importantes, à Braunschweig[,]
a Stuttgart & à Crossen[.] Le bon Dieü, vueille fortüner
mès intentions, & bons desseings!
Quien quiere, a Beltram,
Tambien quiere, a su can!
Schreiben von Viktor Amadeus Fürst zu Anhalt von Tecklenburg vom 12ten:
Januarij; item: von Chur Brandenburg sans tiltre
süffisant, de Comtè d'Ascanie, zum Neuen iahr. Ohi Bó!
Paulus Secretarius ist wiederkommen, von Wilschleben,
von hanß Bernds, gevatterschaft, so wol
abgegangen, Gott lob! der gebe ferner, seinen Segen!
J'ay respondü, a Viktor Amadeus Prince d'Anhalt vers Tecklenburg item:
i'ay escrit, a Anna Elisabeth Princesse d'Anhalt Comtesse de Bentheim & cetera & cetera & cetera[.]
Avis: daß die Päbstischen Geistlichen, zusammen
schießen, undt dem Kayser, helfen wollen, die
Ober: und Niederlausitz, vom Churfürsten,
von Saxen, umb, undt vor 84 Tonnen goldes, <zu>
redimiren, darumb auch die Kayserlichen gesandten12,
zu Dreßen[!], beysammen sein, nebenst der wahl
eines <Römischen> Königes, in vor des Kaysers Sohn,
auch dieselbige einlösung, zu urgiren.
So hat auch, ein Churfürstlich <Säxischer> allzukluger, Raht,
vor gewiß, spargiret, ich wehre nacher Rom,
zu meinem bruder, Fürst Friedrich gezogen, undt
man redet, gar ungleich, von etzlichen Apostatis.
Drey weltliche Churfürsten, halten es, mit
Oesterreich, drey Geistliche mit Bayern,
zu der wahl, eines Römischen Königes.
Graf Max von Wallenstein, ist zu Dreßen[!],
nebst Doctor Krahn, ins hauß, zu horchen.
Daß beylager, der Princeßinn von Dennemarck
mit dem Hertzogk von Altemburg sol auf Pfingsten vor sich gehen.
Die Theologische faculteten, Leiptzigk, Wittem-
bergk, undt Jehna, haben befehlich, sich mit dem
Calixto zu vergleichen, undt die Calixtiner,
zu dempfen, inmaßen auch zu Dreßen[!],
seine bücher verbotten sein.
<Regen.>
Secretarius Paul Ludwig ist bey mir gewesen, undt
hat Mir, viel undt mancherley referiret,
in publicis, et privatis.
hofmeister Einsidel, bey mir, gehabtt.
Lamentj, von den Hoymischen subditis,
wegen ihres brawhauses.
Mon petit Charles, a eü üne espece de
Düssentherie, hier, & aviourd'huy. Le
bon Dieu le vuille conserver; & delivrer,
de tout mal & inconveniens!
Die rähte seindt von Cöhten, wiederkommen,
Doctor Mechovius, undt Pfaw, mit guter hofnung.
Gott gebe den erwüntzschten effect!
Mein hofBalbirer, undt Geleidtsmann,
Hans Wentzel Rohte, ist von Wirtzburgk
undt Nürnbergk, Gott lob, glücklich wiederkommen[.]
hanß Eckardt, ist mit Zerbster bier, von
Zerbst, wiederkommen. hat mit mühe
zu Deßaw, wegen großen waßers,
undt sonst nirgendswo überkommen können.
<Schnee.>
Den hofbalbirer, oder Feldtschärer, Hans Wentzel Kohte
bey mir gehabt, derselbe hat mir
wunderliche sachen, von Nürnberg referiret. perge
Visites, bey denen, da ich, conversation haben kan,
im fürstlichen Gynecoeo, undt sonsten.
Victualien von Ballenstedt, entpfangen.
Jn Oeconomicis, undt hofhaltungssachen,
Ordinarie, undt extraordinarie zu schaffen gehabtt.
<Wenig Froßt.>
Ün quidam, a Nürnberg Simpliciste Insidiateur a prophetizè n'agueres,
Que la guerre, seroit cruëlle, & sanglante
pour Franckendal, entre cy, & l'an 1654
& que le Roi d'Espagne ne restitüeroit point,
icelle forteresse, comme on se l'immaginoit.
Extra zu Mittage gehabtt, die Rindtorfinn,
den ObristLeütnant Luck, Doctor Mechovium, Lüdolf Lorentz
von Krosigk, Diaconum Jonium, (welcher aufm Sahl geprediget)[,]
Tobias Steffeck von Kolodey undt den Magister Menzelium.
Nachmittagß, ist die predigt, eingestellet
worden, alhier zu Bernburgk, dieweil die
Krähmer, gegen Morgen dem iahrmarckt,
heütte die buden anfangen aufzuschlagen.
<Windig.>
Gestern frühe, hat meinem Carolo Ursino ge-
traẅmet, meine freundliche herzlieb(st)e Gemahlin, wehre
sehr krangk gewesen, darnach hette sie,
zweene Söhne, zwillinge, auf einmal
geboren. Cela se pourroit faire!
Secretarius Paul Ludwig ist bey mir gewesen,
me faysant, dès bons services.
heütte, ist iahrmarckt, alhier zu Bernburg[.]
Ein wildt Schwein, ist von Ballenstedt, ankommen,
so von hartzgeroda, erkäufet worden.
<Sturm windt, nacht, undt Tag.>
Geburtstag, Meiner herzlieb(st)e gemahlin, an deme
Jhre Liebden 49 iahr altt worden, undt numehr, in
das 50ste tretten. Gott gebe zu segen, zu
friede, undt eintrachtt, zur buße, undt
bekehrung, undt zur ewigen Sehligkeitt!
Philipp Güdern, undt auch den Amptmann
bey mir, gehabtt.
Ein glaser von Dampach, ist erschienen, welcher mir,
schöne gläser verkaufft.
Die Leiptziger avisen, geben:
Daß hollandt, über 14000 Schiffe, nebenst
Dennemargk zusammen bringet, contra
Engellandt, undt Schweden. Gott stehe
der gerechten bewusten sache, bey!
Die Spannier, haben hertzogenpusch, durch
practiken überrumpeln wollen. Die con-
spiranten aber, Jesuiter, undt andere,
seindt gefangen.
Dennemargk armirt, neben hollandt.
Jn Pommern, werben die Schweden,
undt die Pommerischen Stände, seindt schwürig.
Jn Polen, beförchtet man, viel orien-
talische rottirte völgker, alß Tartarn,
Türgken, Wallachen, Moßkowiter,
Moldawer. Der König, hat den undter-
Cantzler, caßirt, auf dem ReichsTag, zu
Warschaw, undt einen andern angenommen.
Frangkenthal, wirdt noch nicht resti-
tuiret, sondern sie fordern noch contributiones.
Der Kayser, will in Ungarn, Böhmen, darnach
gen Regenspurg aufn ReichßTag, raysen.
Die Venezianer, tractiren friede mit
dem Türgken, nach dem die ihme, den
secours, nacher Candia undt Canea, abge-
schnitten, undt den Persianer, auf den
halß, gehetzt. perge
Zu Clewe, sol es an der pest, sterben.
Dieu garde mon fils, Viktor Amadeus.
Jn Frangkreich, ist ein bluhtiger krieg,
undt die armes, in balance. Der König,
hat treffen gewunnen, undt verlohren.
Suchet die partie der printzen, zu schwächen,
undt die hertzoge von Bouillon,
undt Visconte de Türenne, von ihnen,
abzuziehen, durch große promiß. perge
Jn Engellandt, victorisiren die Parla-
mentischen noch, in Jrrlandt, Schottlandt,
undt wo sie sich nur hinwenden.
Jn Böhmen grassiren die wölfe, also das
einer, bey hellem lichtem Tage 21 menschen
beschädiget, bihs er, mit einem Meßer erwürget worden.
Diesen Nachmittag, alß mein Carolus Ursinus,
(noch in zimblichem winde) aufn iahrmargkt,
über die fehre, gezogen, hat er erfahren, das
des Superintendenten Magister Daniels Saxen, zu
Cöhten Sohn, (ein iunger Mann, undt feiner
prediger) bey Palbergk, mit seinem pferde
im reitten, den halß gestürtzt, undt
baldt Todt geblieben. Jst ein groß unglügk!
Gott genade ihm! undt unß allen!
Meine Kinder haben meiner herzlieb(st)en gemahlin
eine schöne Musica gebracht, diesen
abendt, auf ihren geburtsTagk
Gott segene die lieben döckchen, undt
leitte sie, zur warheitt!
J'ay songè d'avoir logè icy à Bernburg au poile
de feü Son Altesse monseigneur mon Pere, de bonne mémoire & Son Altesse au
mien. Comme elle fit donc l'honneür a moy,
de me donner familierement en pourpoinct üne
petite, & prompte visite, ie la suivis au pièd,
iüsqu'a son logis, ou ie loge a ceste heüre. Et
en y entrant, i'y vis mès deux freres, Ernest,
|| [[Handschrift: 420v]]
& Frideric, avec dès grands & longs Manteaux
de dueil, parler a Son Altesse laquelle estoit accom-
modèe de mesme, & parloit a eux, mon frere
Ernst, commença le propos, raccontant
(avec üne barbe rousse, quaree a l'J-
talienne) dès grands services, qu'il
avoit rendü, & alloit encores rendre
a l'Empereür, avec sa Cavallerie.
Mon frere Frideric seconda ce
discours, se vantant dès services,
rendüs, aux Swedois, & dès prouesses,
qu'il alloit encores faire, a la guerre.
Son Altesse lès èscuta attentivement avec
üne mine joviale, louant leür vertü,
& se tournant puis apres vers moy,
qui me tenois de loing auprès dü
fourneau, (tout honteüx de n'avoir
point aussy de monteau, comme les
autres, & de ce que Son Altesse n'avoit pas
fait semblant de me voir là)[.] Son Altesse
me fit donc üne mine Austere
|| [[Handschrift: 421r]]
& sembla me vouloir reprimander de ce
que i'avois enfouy mon Talent, & ne faysois
rien pour èslever, & accroistre ma mayson
& repütation. Et comme i'estois muet, a ne
scavoir rien dire, & avois peür, que Son Altesse
feroit entrer le Colonel Werder, Boden-
hausen, ou aultres principaux gentils-
hommes, (lesquels se tenoyent, devant
le poile, a ma sale) tous en grand dueit,
paresse, ie m'èsveillay. Si ce songe,
ne denote la fin de més travaulx,
& de ma Vie, ? ie ne me tromperay gueres!
Fiat Voluntas tua13! Domine!
<Gott bewahre meine Söhne!>
Avis: daß gestern der iunge Sachße,
noch wol zwey stunden lang, (nach
dem pferde fall an meiner gemahlin
Scheüne, zu Palbergk) gelebet, undt
schön gebehtet. Er hat auch alhier, ehe
er weggeritten, schöne Schriftmeßige
discurß, mit andern Geistlichen geführet,
undt sich etwas præsagiiren laßen!
Jn die kirche, cum sorore, & filiolo Carolo Ursino
am heüttigen Mittwoch.
Extra zu Mittage, den iüngern
Sekerka, gehabtt.
Jl y a eü grands malheürs, & scandales
consecütifs. Hier le bon ieüne ministre,
Sachße, a estè tüè par la cheüte d'ün
cheval renversè, près de la grange a Palberg.
Cès iours, passèz, on a trouvè ün enfant
exposè davant al porte de mon ministre
Aulique, qu'üne garce de soldats, y a
mis, pour impüter, au fils dü Ministre14, de l'avoir
fait l'enfant. Jceluy, le nie, & ne pouvant
estre convaincü, i'ay fait releguer, la
pütain secrettement avec l'enfant,
faysant donner, sa correction, au ieüne
homme, par le Süperintendant, & par le baillif,
affin d'eviter scandales. En 3me lieu,
on a trouvè ce mattin ün ioly enfant, <mas le>
mort & enterrè au champ, dü Cimetiere,
qu'on croyt, qu'üne autre meschante
garce, l'ait fait, & ie fay enqueste sür ce Crime!
<3 hasen.>
Es ist heütte postTag, undt ein verdrießlicher,
beschwehrlicher, böser Tag, vor mich gewesen.
Ô Dieu! gardes nous d'impacience, & de dèsespoir!
Aßeburgk, (den sein Schwager, Veltheimb
umlengst umbgebracht) sol nach dem Tode
gerungen, undt das 7. capitel Hiobs15, zu
guter letzte gelesen haben (mal appliquè!)
Ein Balbirer, des ChurPrintzen zu Dresen[!],
hat sich unlengst, die kähle abgeschnitten.
On croyt, a cause de la gande per-
secütion, & Pürgatoire, de sa femme!
Kohlmann, hat mich heütte, mit seinen
lügen, undt calumnien, sehr exagitiret!
undt ist selber anhero erschienen.
Philipp Güder, ist heütte nacher Deßaw,
wegen der weinpfähle, gesandt worden.
Man hat heütte, einen schregklichen avis,
bekommen, von einem Amptschreiber, auß
Böhmen, welcher sich selbst ermordet, dieweil
ihn sein herr, so hart tractiret.
Jtem: von des ChurPrintzen zu Dresen[!], seinem
Balbirer, welcher sich gleichßfals selber umbgebracht.
Lettres de mon frere, auquel la Repüblique de Venise
offre par an 8000 Dücats de Venise (,Ducati Venezianj,)
le Generalat sür sa milice propre, & qu'il doibt
dependre, dü Generalissime seülement.
Jl doibt depend<avoir> la religion & exercice d'icelle
libbre, pour soy, & pour sés regimens. Jl
doibt exercer la iüstice absoluement
sür son corps d'armèe. Son Advocat
Jtalien, l'a trompè, & fait dilayer,
lès resolütions. Jls luy offrent aussy,
de 4 en 4 ans, de meliorer sa pen-
sion. Jls ne luy veülent donner,
que 20 Ducati, pour homme, qu'il doibt
lever. Jl endemande 30 pour homme,
tout aussy tost. Jls ne luy veülent
donner lès 20 que lors, qu'il ammeinera
lès trouppes. Jls s'accorderont, mais
ils demandent caution de luy, & il en
demande d'eulx, par repütation.
Jl fauldra rompre, ou ployer. Jl
est près a empoigner, üne belle Fortüne!
Den Medicum; Doctor Fischer, extra zu Mittage, gehabtt.
Jl m'a raccontè, dès choses signalèes!
Depesche; von Deßaw, durch Philipp Güdern,
wegen der weinpfähle, undt anderer sachen.
Depesche nach Ballenstedt.
Oeconomica heütte expediret, wie Samstag♄ braüchlich.
Vorgestern, hat der ObristLeütnant Knoche, zu
Cöhten, mit der gewesenen hofiungfer,
Freybergin, sich copuliren laßen, undt nur
eine abendthochzeitt gehalten. Gott
gebe ihm, seinen Segen!
Den Tag, welchen der prediger Sachße, zu
Palbergk mit dem pferde gestürtzt, sollen
noch andere unfälle, mit fallen, undt hälse
brechen, zu Cöhten, Deßaw, undt anderst-
wo, sich zugetragen haben, also: das der-
selbige Tag, unglügklich gewesen.
Morgen, sol gedachter prediger, in Cöhten,
begraben werden. Memento morj!
Ein Bützaw, der Fürstin von Eüttin, hofmeister
ist anhero kommen, mit offerten, undt grüßen, vom
Hertzogk Hanßen, berichtet Trawrig, wie der
zustandt der Hertzoginn, übel bewandt, undt es mit der cur nicht
recht fortt will.
So ist auch der Trawrige bericht kommen,
daß numehr der ander Sohn, Fürst Johannsens Liebden
zu Zerbst auch Todeß verblichen. Gott tröste sie,
die hochbetrübten Elltern! und Großelltern!
Vormittags predigt, conjunctim,
auf unserm Sahl, gehöret.
Extra: zu Mittage, den von Bützaw,
die Rindtorfinn, Doctor Mechovium,
den iungen Sekerka, Tobias Steffeck von Kolodey
undt Magister Menzelium, (welcher ge-
prediget) gehabtt.
Nach der mahlzeitt, habe ich den
Hollsteinischen hofmeister, den von Bützaw,
in gnaden dimittiret, weil er zu eilen.
Cum sorore & duabus filiabus16, nachmittags
zur kirchen, in des Diaconj, predigtt.
heütte, am Sontag, Esto mihi, ists
iährig, daß wir, vor 27 iahren, zu Arns-
pörck, in hollstein, beylager gehalten.
Gott seye dangk vor seine gnade!
undt väterliche heimsuchungen! Er helfe
uns ferrner überwinden! perge
Die avisen, von Erfurdt, geben.
Daß die holländer, mit dem Parlament von
Engellandt, noch nicht einig, undt große auß-
rüstungen, zu waßer thun, da dann im haagen
ein überschlag, ist gemacht worden, wie stargk
Sie aufm Nohtfall, zur See kommen köndten?
Da sich dann befunden, das sie itzo, 172 Schiffe,
in der See an der handt haben, deren, daß geringste
24 Stück geschütz führet inngleichem seindt noch
80 ihrer Schiffe, in andern landen. Dennemargk
undtb gibt 54 Schiffe, vermöge der alliance,
innerhalb 4 Monath, können Sie noch, 100 Schiffe
zu 30 Stügken, bawen, undt außrüsten, undt
wann die herren Staaden wollen repreßalien
ertheilen, So erbieten sich die Amsterdammer
200 Schiffe, in die See, zu bringen, undt die
Admiralitet vermeinet, in zeit der noht,
ebenfalß über 900 Schiffe, zu lifern, welches eine
große Summa, doch geben die waßerkriege,
kurtze kriege, undt seindt die Schlachten,
am schrecklichsten, weil kein außreißen gilt.
Jn Frangkreich, macht sich, der Düc d'Orle-
ans, formidable, stärgket sich, mit völgkern,
Städten, undt ländern, so vom Könige abfallen.
Die Printzen, haben guten succeß!
Der Kayserliche Legat, herr Vollmar, tröstet noch zu
Frangkfurth wol, wegen evacuation der
Festung, Frangkenthal, wo geldt vorhanden?
Nun haben sich 40000 ReichsthalerRthlr: bahr, zu
Frangkfurth, befunden, so dem Kayserlichen
pfenningmeister, bezahlet ist, undt sol
ia die Kayserliche ordre, zur evacuation da sein.
Gott gebe verlangten effect!
Waß den ReichsTag anlanget, So
wollen die Churfürsten difficultiren,
die Stimmen, auf des Kaysers Sohn, zum
Römischen Könige, zu geben. Der Kayser
aber, will es versichert sein, ehe er den
ReichsTag außschreibet.
Anstatt des Churfürsten von Trier, so
verstorben, hat der Coadiutor, herr von
der Leye die Regierung, numehr angetretten.
Der Churfürst von Cölln, befindet sich, an
itzo, zu hildeßheim, hat im Staat Cölln,
dem Printzen von Lottringhen, die Regierung interim
aufgetragen.c Die Venezianer, haben
bißhero, gut glück wieder den Türgken, gehabt,
auch ihre leütte, wol bezahlt, kriegen zu fall.
