<2 Hasen, von der hatz.>
<Regenwetter zu abends.>
In Oeconomysachen, laboriret.
Meine pferde, undt Carl Ursinus hinauß reitten laßen,
undt hetzen.
Depesche importante, vers Cöhten.
Dieu la vueille fortüner! Ainsy soit il!
Schreiben, von Meiner Schwester, Liebden der hertzoginn
von Mecklenburg auß Schlesien.
Victualien, sonderlich getreydig auß Ballenstedt et cetera[.]
Gott laße die gerste zu Sahmen, wol gedeyen!
Es seindt, 10 wispel Ballenstedter maßes, welche
ich, von Hans Ernst Börstel erkauffe, undt ieden Wispel (Raum- und Getreidemaß)w:
gersten, mit 19 ReichsthalerRthlr: bezahlen muß.
Autrement, il ne vaut icy, que 16 Dalers.
<Windt. Schnee. Wehen. Drehen.>
Schreiben von Croßen, undt auß Franckreich.
Vetter Lebrecht, ist eilends, auß Frankreich avocirt,
darinnen große gefahr, undt confusion ist.
Der Oberkämmerer Borgßdorf, ist Christlich
gestorben, hat sich aller weltlichen, vor
diesem beliebter gedangken, endtschlagen.
Seine creaturen werden abgedangkt.
Der Churfürst hat in die 82 Aempter verpachtet,
allte diehner, abgeschafft, undt zu Cleve
wieder neẅ ahngenommen.
Gott der Allmächtige, leßet seine gerechte
Gerichte, an dem abtrünnigen Landgraf
Ernst von heßen, schon sehen, in dem ihm, sein
abfall, von der warheit, nichts hilfft, weil
der Kayser, generose vor den Landgraf
Wilhelm, billich, undt gerecht, gesprochen.
Ein großer luttrischer herr in Polen, pa-
trocinirt den Reformirten zu Dantzigk
auch billichmeßig, undt gerecht wieder
der Dantziger Lutheraner beginnen.
Also, kan Gott, die hertzen lengken.
Sonst wollen die reformirten alda, den
König in Polen, undt die luttrischen daselbst
die Königinn in Schweden, zu hülfe rufen.
Die grentzstreittigkeitten, in Pommern,
zwischen Schweden, undt Brandenburgk
sollen durch Chur Saxen, undt Braun-
schweig Wolfenbüttel, componiret werden.
J'ay songè la nuict, d'estre entrè
en Swede fort facillement mais couchant
la nuict, en la maysonnette d'ün
iardin, ie me trouvay destituè de lincueil
|| [[Handschrift: 426r]]
et üne hoste, qui avoit mis dans ceste cham-
brette plüsieurs exilèz avec moy de Boheme
& d'Allemaigne nous ennuya. Mais le jardin
estoit grand & spacieux. Le lendemain ie de-
vois voir la Roine, & estre receü avec honneur,
mais a cest instant, ie m'èsveillay.
Auparavant, ie songeay, d'estre allè
incognü a Constantinople, avec ün
Ambassadeur Jmperial fort content & satisfait
de la cour de Vienne. perge
Jn den Leiptziger avisen stehet, daß (unahngesehen
der harten antwortt, so die Engelländer den holländern
gegeben, undt repreßalien gebraucht, undt
darauf erfolgender starcken armatur, also
daß die Niederländer hoffen, über 1000 Schiffe,
in die See, zu bringen) dennoch hofnung, zu einem
vergleich, zwischen beyden Republiken, zu gelangen seye.
Der hertzogk von Lenox, in Schottlandt, sol
von den Preßbiterianern, abgewichen, undt
zu den Engelländischen Parlementischen getretten sein.
Das Parlament, stehet in accord, mit den Schotten.
König in Portugall, Spannien, Schweden, sol sich
ie mehr, undt mehr, dem Parlament, accommodiren,
wie auch die Printzen in Frankreich secours aldar suchen.
Jn Franckreich ist der krieg heftig. Die Printzen
suchen sich ie mehr, undt mehr, zu stärcken
auch mit Spannischem secours. Düc de Rohan,
defendiret Angiers, wieder den König.
Der König ist von Poictiers, nach Saulmür
gezogen. Düc d'Orleans, undt die Pariser,
wie auch viel provintzien in Frankreich wollen
vom Cardinal Mazzarinj, nichts hören.
Düc de Longueville, helt sich stille.
Barcellona gehet verlohren, weil es
mangel, an allem hatt, undt die Spannier
hingegen davor, endtsatz bekommen.
Die lottringischen völgker, hausen
in dem Elsaß, grawsam, brandtschätzen
die leütte, veriagen viel inß elendt,
achten keine Religion, plündern
die kirchen, die klöster, Spittäler,
schänden die Nonnen, undt weibsbilder,
machen daß viel leütte altt, und iung,
in die wildnüße lauffen, und verhungern,
auch sonst sterben, undt hausen, unchristlich.
General Rosa opponirt sich ihnen, so gut er kan.
Jn Polen, macht sich der König absolut, hat ohne der
Stände willen, den undercantzler cassiret, einen neẅen
erwöhlet, undt sich wegen des Cosagken krieges,
suspect gemacht. Gehet retenü, geheim, undt
resolut, in seinen consiliis. Jnterim: währet
der ReichsTag zu Warschaw noch, undt die gefahr
von den armaturen der Türgken, Tartarn,
Cosagken, Mußkowiter, Schweden. perge
Jn Ungarn, streifen die Türgken sehr.
Franckendal sucht noch neẅe contributio-
nes, undt deßen evacuation will, biß
auf den ReichßTag, außgesetzt werden.
Der Kayser sol nach Prag kommen.
Man suchet Chur Pfaltz anderwerts zu
contentiren. Chur Cölln kömbt nacher
hildeßheim. Chur Trier, wirdt begraben.
Oldenburg undt Brehmen, certiren noch,
mitteinander, wegen des zolls.
Der Uncatohlischen, sollen, in die 40000
noch, undter den NiederOesterreichischen sejn,
undt außgeschaft werden, daselbst, undt in
andern landen, da ihrer, noch mehr sein.
Der Alte fenestratus graf Schlawata Obrist
Cantzler in Böhmen, mein bekandter, ist begraben.
Der grawsahme Sturm, undt wirbelwindt,
hat nach der Mittagsmahlzeit, alhier schaden
gethan, sonderlich, an der garttenbrügke
mit umbwerfung der bohlen an gelendern,
undt mit greẅlichem wehen, undt drehen,
wie auch mit geschwinder vertunckelung
des himmels, undt verenderungen.
Gott laße es, nichts böses andeütten!
Jch habe das notificationschreiben, von Fürst Johann
von<von> Zerbst entpfangen, wegen seiner Liebden
Söhnleins absterben, auch wieder geant-
wortett, undt condoliret.
<Froßt.>
Am behtTage coniunctim, in die kirche.
Réponse de Cöhten, du Lieutenant Colonel Knoch <en bons termes.>
Graf hanß Moritz von Naßaw, ist
herrmeister worden. Sol zu Berlin, residiren.
herr von Pudlitz ist Thumbprobst, zu Brandenburg
worden. Der favorite, graf von Waldegk,
hat auch eine Compterey hinweg. Solches
alles wehre Fürstlichen personen, wol angestanden.
Mein kleiner Carolus Ursinus, hat einen dachß
gehetzt. <Extra zu Mittage, war Sekerka junior.>
heütte ist mit der Sahmzeitt, angefangen worden,
Gott gebe zu glück! Oberlender hat 6 Schefel (Scheffel)schfl:
wickfutter, am Dröblischen wege, außseen laßen.
Der allte hofmeister Einsidel, ist mit Rindtorf
verglichen worden, durch meine interposition
in einer langwierigen Schuldtsache, de
anno: 1629 her. Meine commißarien, so
ich darzu verordnet wahren: hofmeister
Sekerka, Doctor Mechovius, undt Wischer. perge
<Froßt.>
<3 hasen, hetzen laßen.>
Meine Tochter, Ernesta Augusta, ist krangk worden.
Gott beßere es, mjt ihr! <Jtem: Anna Sophia hat ein böß auge.>
Meine freundliche herzlieb(st)e gemahlin, ist nach Magdeburgk, gezogen,
die hertzoginn von Eütin, aldar, zu besuchen.
Meine Töchter, Lenörchen, undt Angelica, seindt
mitt, Jtem: eine Jungfer, zweene vom Adel,
eine Magd, ein page, ejn lackay, 2 knechte,
2<3> kutzscher.
Der Schelm, der Kohlmann, hat einen Kayserlichen
Notarium immatriculatum, in meine Cantzeley
geschickt, wieder daß Decret mit zeügen,
zu protestiren, undt sich über Vim publicam, so
ihme zu hoym, durch meine Commißarien, geschehen
sein solle, zu beschwehren.
Extra zu Mittage, den Medicum, Doctor Fischer,
undt den hofprediger Menzelium gehabtt.
Nachmittage, hat Hans Georg lackay 30 Schefel (Scheffel)schfl. gersten,
außseen laßen, weil es vormittage, wegen der
käldte, nicht sein können. Gott gebe segen! undt
gedeyen!
J'ay èscrit, a Crossen, a Paris, a Mag-
debourg; a Cleve, etcetera[.]
Die vorige Nachtt, ist ein wolf zu Zeptzigk
an der Scheüne, bey dem übel verwahrtem
Thorwege (mit hecke) übergestiegen,
undt hat ein Schwein, gewürget.
<1 hasen, hezen laßen.>
Jch habe dieser Tagen, den Jüden alhier zu Bernburg
vorhaltung Thun laßen, im consistorio, ob sie
möchten, in die kirche zu gehen, Gottes wortt
anzuhören, zu vermögen sein. Sie haben aber
nicht darahn gewoltt. O durities!
Der Allte 75iährige Muschwitz, (so
vor iahren, unser Furrirer gewesen, undt
9 züge in Ungarn, mittgethan) ligt numehr
Todtkrangk. Gott tröste ihn! Man hat sich sehr
bemühet, ihn mit Magister Enderling, zu ver-
gleichen, (mit deme er in 14 iahren, als doch
mit seinem pfarrer, undt Seelsorger, in wieder-
willen, undt unversöhnligkeitt, gelebet)
|| [[Handschrift: 429r]]
undt ihn wiederumb, in deßelben verschworne kirche,
undt Communion, vergebens zu bringen, dann es ist
ein allter, harter Mann, undt Soldat. Numehr
aber, hat es Gott gethan, was die Menschen nicht
thun können, undt hat ihm sein hertz, in dieser
krangkheit, erweichet, also: das er von sich
selbst, zu Magister Enderling geschickt, denselben,
umb verzeyhung bitten laßen, sich von freyen
stügken, mit ihme versöhnet, undt da ihm
Gott aufhelfen würde, in seine kirche,
wieder zu gehen, ahngelobet. Gott stärgke
ihn, in seinem guten vorsatz, undt seye gelobet,
undt gepreiset! in seinen herrlichen Thaten, und gerichten!
Mit meinen Töchtern, Ernesta Augusta und Anna Sophia leßet
sichs etwaß, zur beßerung ahn, Gott lob, undt
dangk, der wolle bestandt undt continuation geben!
A spasso, zuzuschawen, wie sie vormittags, abermahl
auf der Klipperbreitte, (mit hanß Geörgen) auß-
geseet, 30 - Schefel (Scheffel)schfl: gersten? Gott gesegene es!
Nachmittags, wiederumb dahin, 1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: gersten. perge
Gott gebe uns segen! glück! ein sehliges außkommen!
Risposta von Eichenzell dilatorisch. perge
Nachmittags wieder 21 Schefel (Scheffel)schfl: auf die Klipperbreitte.
Ein Birckhun, undt 15 großvogel von Aichezell.
Paul Ludwig Secretarium, bey Mir gehabt, in jmportantissimis[.]
Meine Tochter, Ernesta Augusta, ist diese
Nacht, undt heütte, am bauchgrimmen sehr
unpaß. Gott wolle es, zur bäldisten
beßerung, schigken!
Schreiben, von Meinem Sohn, Viktor Amadeus daß er
zu hartzgeroda glügklich, Gott lob, ange-
kommen, undt in ermanglung der geldtmittel,
seine fortüne, nicht poussiren können.
Pacience!
Johannes Ernestus Molitor, olim Monachus
et Sacerdos ordinis Sancti Benedictj, revocans,
so zu unserer religion sich begibt, von
den Pontificiis, & aliis, quj fermentum
Papisticum, habent, hat sich bey Mir,
præsentiret, undt contestiret einen
großen eyfer. Gott stärgke ihn, in
der warheitt!
Zu Zeptzigk, hat hans Geörge lackay
heütte 30 Schefel (Scheffel)schfl: Gersten, seen laßen,
vormittags, undt 4 Schefel (Scheffel)schfl: nachmittage, Jtem:
alhier, 6 Schefel (Scheffel)schfl: wickfutter. Gott laße es, wol gedeyen!
Meine freundliche herzlieb(st)e Gemahlin, ist diesen abendt noch
von Magdeburg nebst beyden Töchtern, wiederkommen,
Gott lob. Sie hat der blöden Hertzoginn von
Eütin, in ihrer cur aldar, die visite gegeben.
Jch habe noch ein alltes schreiben, de dato
Ham, vom 17. Februarij per Leiptzigk<Magdeburg> entpfangen,
von meinem Sohn, Victore Amadeo.
Er findet auch difficulteten, undt resistentzen!
perge
Er Marggravius, hat auf unserm Sahl geprediget[.]
Schreiben, vom Obrist leutnant Micrander. perge
Extra zu Mittage, gehabt die Fraw Rindtorfinn,
Doctor Fischer, den Medicum, den iungen Sekerka,
undt Marggravium, alß auch Tobias Steffeck von Kolodey und Magister Menzelium[.]
Nachmittags, cum sorore Dorothea Bathilde & filia Angelica, &
filio, Carolo Ursino, zur kirchen, in Jonij predigt.
Rindtorfen, habe ich noch zu Mittage, mit
vier kleppern, undt mit den windthunden,
zu Meinem Sohn, nach Ballenstedt, geschicktt.
Gott laße alles, wol überkommen!
Abermahlige depesche von Ballenstedt, vom
Knüttel, undt eine andere lose, vom Amptmann,
wie sich die Kohlmannische abgeschickte, übel comportiret.
Gott erlöse mich, auch von diesem übel!
<1 hase von der hatz.>
<Windig.>
Der Medicus, Doctor Fischer, ist diesen Morgen, bey
mir gewesen, undt hat mir, mit freẅden
ahngekündiget, das sichs, mit meiner
Tochter, Ernesta Augusta, nach gebrauchten
medicamenten, (Gott lob!) gebeßert.
Gott gebe! das es bestandt, habe!
2<3> Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: gersten, hat Hans Georg lackay,
heütte vor: undt Nachmittag, alhier zu
Bernburgk, am Dröblischen wege, auß-
seen laßen. Gott gebe, zu segen! undt gedeyen!
Mein Sohn Victor Amadeus, ist Gott lob
mit seinem comitat, gegen abendt, von
Ballenstedt, glügklich arriviret, undt
hat seine excursion, nacher Cleve,
Braunschweiger landt, Westfalen[,]
Heßen, Amsterdam, etcetera in kurtzer
zeitt, mit geringen unkosten, wol
vollbrachtt. Gott gebe ferrneren,
(noch beßeren!) succeß, glügk! undt Segen!
zu anfang, Mittel, undt Ende, alles guten Vorhabens!
umb Christi willen, Amen, Amen! Amen!
Jch habe briefe gewexelt, mit Obrist leutnant Micrander.
Jl m'a commüniquè de bonnes choses!
Die avisen von Leiptzigk melden:
Daß die Spannischen, undt lottringhischen, einen
ansehlichen secours, undter dem Düc de Nemours,
den Printzen, in Franckreich, zugesandt.
Düc de Longueville, wehre auch Printzisch worden.
Der König in Frankreich läge vor Angiers,
darinnen sich, der neẅe Düc de Rohan,
tapfer wehrete, undt wehren vornehme
leütte, schon davor, geblieben.
Barcellona hielte sich noch.
Die Parlament(ar)ischen Engelländer, hetten zwahr
den schein, mit den Staaden, zu zerfallen,
armirten auch stargk beyderseitß,
iedoch, vermeinten die Spannischen, es
wehre nur, ein Spigelfechten, undt
auf eine schädliche conjunction angesehen.
Der Kayser invitiret, durch
Legationes, alle Churfürsten,
auff dem ReichßTage, zu erscheinen.
Die evacuation Franckenthals
wirdt noch remoriret.
Die Engellender accordiren mit Portugall,
undt sollen auf den Sundt, ein dissegno
haben.
Der dähnische Reichßhofmeister,
Ulefeldt, hat Schutz, jn Schweden, erlangt.
Die venezianer, haben Candia wol
versehen, undt hetzen dem Türgken,
die Cosagken, auf den halß, an dem
Schwartzen Meer, mit großem
gelde, zu hülfe, etzlichen rebellischen Cosagken<Baschen.>
Jn Polen, förchtet man wieder, einen
Cosagken[-], undt Tartarnkrieg, in-
maßen überall, schrecken ist.
Die Türcken, streiffen auch,
aufs neẅe, sehr stargk, in Ungarn.
Ein vornehmer herr, zu Meylandt hat
den 12ten: Sohn, gezeüget, hat diesem nach,
befreyung erlanget, aller zölle, undt con-
tributionen, Accisen, undt Schatzungen.
Zu Napolj wirdt stargk geworben.
Zu Rom, macht der Pabst, neẅe Cardinäle,
undt favorisiret Spannien. et cetera
Man meinet, es sollen sich die motus intestinj, in Frankreich
dennoch legen, wenn nur der König, der Stadt Paris, sich
nähert, undt den Cardinal, etwaß endtfernet,
wiewol auch, der Düc d'Orleans, wieder denselben,
sehr verbittert ist.
Die heyrath, zwischen Bayern, undt Savoye
sol ihren forthgang gewinnen.
Der Savoysche Ambassadeur, Marchese
di Lullino, nachdem er pompose gelebet,
zu Wien, undt sonst von männiglich, wegen
seiner schönen qualiteten, gut lob erhalten,
ist mit disgusto, von dannen, abgerayset.
<Windig.>
Mir hat getraẅmet, in wehre von Meiner
herzlieb(st)en gemahlin, undt Von andern, animirt worden,
zu einem herrlichen, schönen, hohen gebeẅde,
wie ein Tempel, Sie hette eine Seüle
von weißem Marmel, daran aufgefüh-
ret gar in kurtzer zeitt, undt Hieroglifica
daran, mit rohtem porfir, eingeschnitten
künstlich machen laßen, Melchior Loys, hette
mich auch animirt, dergleichen zu Thun, ich hette aber
cunctirt, die weymarischen Fürsten, undt Schwartzburgischen
Graven, hetten auch Seülen daran aufgeführt, darüber erwachte ich.
Jch habe meinem Carolo Ursino, im Studieren,
zugehöret. Non vult cogi! Jngenium est
satis fælix!
Avis: daß der gute pfarrer Cordier, in der
Frantzösischen kirchen, zu Leyden, mit Todt abgangen,
welches mich dawert, weil er mein guter be-
kandter, undt der kirchen Gottes, sehr nütz gewesen.
Gott wolle, vor solchen riß, stehen!
Risposta vom herzog Friedrich von holstein en termes bons, & mauvais.
Der wolf hat abermal zu Zeptzigk vorgestern
im hofe, ein Schwein zerrißen, undt heütte
auf der gerichtsbreitte, einen hundt.
heütte hat Hans Georg lackay, seen laßen,
in die Fuhnebreitte, 9 Schefel (Scheffel)schfl: 2 Viertel (Hohlmaß)v: gersten,
undt in die Steinbruchsbreitte, 1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: 2 Schefel (Scheffel)schfl: 2 Viertel (Hohlmaß)v.
Gott gebe zu Segen! Vormittags geschahe
es, dann nachmittags kondte man, von
wegen des stargken windes, nicht seen.
Mein Sohn, Victor Amadeus, hat unß mit
lußt referiret, wie er innerhalb acht wochen
zeitt, 16 hofhaltungen, gesehen, Alß:
Schöninghen, Wolfenbüttel, Hanover,
Pickeburgk, Iburgk, Tecklenburgk,
Bentheim, Cleve, Paderborn, Caßel, Rotenburg[,]
|| [[Handschrift: 433r]]
Eschwege, Ebeleben, Sonderßhausen, Häringhen,
Hartzgeroda. Die wege seindt sehr böse ge-
wesen. Die waßer angelauffen, anfangs
käldte. Gott hat doch gnediglich durchgeholfen.
Sein Heiliger nahme, seye davor gepreiset.
Mein Sohn, hat darneben auch andere schöne
Städte, undt örtter, gesehen, in hollandt,
Overyßel, Gelderlandt, Westpfahlen,
Heßen, Braunschweiger landt, etcetera
wie auch, in den Clevischen landen. perge
Gott helfe ferrner, mit gnaden!
Jn die kirche, undt Passionpredigt, cum sorore,
& filiis, & 3 filiabus1. <J<ean:> Moustarde est arrivè. D. d. b. h.a>
Extra zu Mittage, Ernst Gottlieb von Börstel[,] den iüngeren Sekerka,
Doctor Mechovium, undt andere gehabt. <Responsum von Gotha de nül poids.>
Ludwig Röber ist von Magdeburg wiederkommen, con dineros!
Greẅliche zeittungen, auß Böhmen, erfahren,
von 6 personen, groß, undt klein, welche in einem
hof ermordet, durch einen hindterlaßenen hundt
aber, verrahten worden. Gott dempfe das übel!
Wegen Kohlmanns, bekomme ich heütte aber-
mahl, lose verdrießliche händel. Gott erlöse mich!
3 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: gerste, hat Hans Balthasar Oberlender, in die Steinbruchsbreitte,
1½ Wispel (Raum- und Getreidemaß)w:, hat Hans Georg Berger, zu Zeptzigk, seen laßen.
Gott gebe gesegnetes wachßthumb! undt gedeyen!
<3 hasen, Carl Ursinus gehezt.>
<Windig.>
Geschrieben, undt travagliiret.
Hans Georg lackay, hat 2 wispel auf die
Steinbruchsbreitte seen laßen. Gott gebe
zu glügk! wachßthumb! undt Segen!
Mein Carolus Ursinus, ist hinauß, hetzen
geritten, nacher Palbergk, undt Wedegast.
Hans Balthasar Oberlender, hat zu Zeptzigk 1½ Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: gersten,
seen laßen, Gott segene es, zu gedeyen!
Christophorus von Jehna, mein Consulent,
Syndicus von Zerbst, ist hehrkommen.
Gott suggerire, gute consilia!
<Nota Bene[:] des Churfürsten von Meintz, wirtzburger wein, anstegken laße[n.]>
Schwester Bathilde, ist gestern, undt
Tobias Steffeck von Kolodey ist heütte sehr krangk worden.
Gott wolle bäldiste beßerung verleyhen!
Conferentzen, mit Jehna.
A spasso, in regenwetter. Gott segene was geseet!
Oberlender, hat zu Zeptzigk seen laßen, 1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)wisp: 6 Schefel (Scheffel)schfl haber,
Hans Georg, 1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: haber ins Mittelgewende, 17 Schefel (Scheffel)schfl: gerste, in Steinbruchbreite.
Mit Jehna viel conferiret. Car il est actif!
<Somnium: von einer abermahligen Victoria Maritima contra Turcam!>
Mit Jehna abermalß frühe, conferentz gehalten,
darnach aber, ihn hinundter, in die Cantzeley geschicktt,
allerley mit den Rähten zu expediren.
Epistolas, ex Silesia, accepj, von den Hertzoginnen
zur Liegnitz undt Brieg[,] Jtem von Meiner Frau Schwester Liebden en termes
dilatoires, et timides, &cetera[,] Jtem: vom Hayneccio, auch
in terminis dilatoriis. perge La fortüne me contrarie!
Jn negocio religionis jmportantissima, von Chur Saxen,
einkommen, undt man wirdt sich mainteniren, avec
assistance de l'Electeur de Brandenbourg si on peut? Dieu nous assiste!
Sunt res gravissimæ, et Odiosissimæ, sed propter glo-
riam Dej, & charitatem proximj, non intermittendæ!
Deus in adjutorium nostrum, intendat! <Ernesta Augusta
ist wieder kranck.>
Iehna, undt Doctor Fischer, seindt von Plötzkaw, wiederkommen.
Le Chirürgien est revenü de Lipsie, m'apportant
dès medicamens, non commüns. Dieu les benie!
Tobias Steffeck von Kolodeys seine krangkheit, hat sich (Gott lob) gebeßert,
wiewol er unsägliche Schmertzen, vom Stein, gehabt,
Gott bewahre Mir ferner gnediglich, diesen Treẅen diehner!
Ne quæso, more judicis, quid egerim, quid dixerim, quid cogitarim <pondera,>
Peccata sed mea omnia; Tuo cruore, deleas!2
Venj Sancte Spiritus, Et emitte cælitus, Lucis tuæ radium,
Consolator Optime, Dulcis hospes animæ, Dulce refrigerium!
Sine tuo Numine, Nihil est in Homine, Nihil est innoxium,
Da salutis exitum! Da perenne gaudium!3
Predigen laßen, Magister Menzelium, aufm Sahle.
Extra zu Mittage: die Rindtorfinn, den iüngern
Sekerka, Magister Menzelium, Tobias Steffeck von Kolodey[,] Doctor Fischern,
undt auch, Christophorum von Jehna.
Nachmittagß, wieder zur kirche, cum filiis, <in Jonij concionem.>
Meine Tochter, Ernesta Augusta, ist abermals
unpaß, wie auch, Meine Schwester, Dorothea Bathilde worden,
Gott wolle es, zur beßerung, schigken!
Abermahlige molestien, in Kohlmanns sachen. perge
heütte hat Fürst Augustus, zwey Schiffe, mit 40 wispel
Gersten, zollfrey durchzupaßiren, begehrt, undt erhalten.
Er verkauft solch getreydig, nacher Magdeburg undt
von halle auß, hat er auch, einen zollfreyen paß bekommen.
<Froßt mane.>
Mondfinsternüß, von
4 frühmorgends ahn,b
in schönem Stillen wetter, zu aufgang biß der Mond undtergangen,
gegen Niedergang, undt die Sonne hervor gebrochen.
Gott laße solche Eclypsien, nichts böses, ominiren! und
bekehre unß von Sünden! undt Schanden!
Die leütte fangen ahn, zu krongken, und geschwinde
hinweg zu sterben, zu Leiptzigk, zu halle, Lebchin, und
anderer orthen[,] <auch zu Hamburgk[,]> zu Eißleben, regieren die kinderpocken.
Das ist auch seltzam, undt ominoß, das die waßer
alhier, auß der erden, stargk <hervor> quellen, also: das
man auch auf den höhen solches, in den kellern
|| [[Handschrift: 435r]]
entpfindet, nemlich, zu Waldaw, alhier auch
vorm berge, Jtem: in dem born vor Wolfgangskirche,
undt zu Zeptzigk im keller, auch in andern brunnen.
Undt klagen die leütte, auf den dörfern,
Poley, Palbergk, <Peißen[,]> Wirschleben, Dröble, etcetera sehr,
das sie fast in ihren kellern, nichts mehr er-
halten, noch vertheidigen können. Jn 30 undt
mehr iahren, wollen sich alte leütte dergleichen
nicht erinnern. Es sol Theẅrung ominiren. <Man
heißet solche Quellen, ohne das: hunger Quellen, ordinarie.>
Gott bewahre, vor mehreren landtplagen!
undt wende alles unheil, in gnaden, väterlich abe!
Gestern, habe ich abermalß verdruß
bekommen, in Kohlmanns Sache, von Ballenstedt.
Gott erlöse unß auch von dieser beschwehrung!
heütte seindt erst, Fürst Augustj, 40 wispel
mit Gawens Schiffen, zollfrey <durch>paßiret,
undt darüber noch, 19 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: verzollet worden.
Gott gebe mehrere incrementa! wo es unß nütze[,]
sehlig, undt gut ist?
Der iüngere Bärenreütt, (Gottlieb genandt)
ist bey mir gewesen, seine anliegen zu entdegken.
Ein ieder, hat sein creütz. Gott helfe übertragen!
Er Jonius, ist bey Mir gewesen, wegen seines Primogenitj.
Doctor Fischer dissuadiret, in die luft zu gehen, oder
zu reitten, diesen Tag, ohne erhebliche Noht, viel weniger
zu purgiren, zu Aderlaßen, oder einige Artzney zu
gebrauchen, wil man anders, seiner gesundtheitt,
keinen schaden thun, an solchen Tagen, da Finsternüße
einfallen. Er dissuadiret auch, raysen, seen, oder andere
sachen ahnzufangen, umb besorglichen unglügklichen
außgangs willen. Jch habe aber, doch in so schönem
stillen wetter, mich der zeitt gebraucht, nach
dem die Finsternüß sich verzogen, (weil sie
kawm über eine stunde lang, sichtbar gewesen)
undt in Gottes nahmen, deßen segen hoffende
seen laßen, alhier 14 Schefel (Scheffel)schfl: haber, durch Hans Georg lackay
undt zu Zeptzigk, durch Hans Balthasar Oberlender 2 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: 12 Schefel (Scheffel)schfl: haber.
Mit Jehna, habe ich viel conversiret.
Christof Wilhelm Schlegel, hat sich præsentiret,
mit einem Räphuhn.
Martin Nickel a estè a Brigk, pretend: 57 lieuës, de
chascüne 3 gros (Groschen)g: font: 7 Dalers, 3 gros (Groschen)g: item: trois
iours, pour attendre, font 9 gros (Groschen)g: chasque iour; 3 gros (Groschen)g:
Somme en tout, 7 Dalers, 12 gros (Groschen)g: qu'il a receü.
Jl conte ainsy: 9 lieuës a Wittembergk, 5 lieues (Meilen)l. a Torgaw,
2 lieues (Meilen)l. a Mülbergk, 3 lieues (Meilen)l. a Grossen hahn, 3 lieues (Meilen)l. a Künspergk[,]
2 lieues (Meilen)l. a Camitz, 3 lieues (Meilen)l. a Bautzen, 4 lieues (Meilen)l. a Reichenbach,
|| [[Handschrift: 436r]]
2 lieues (Meilen)l. a Görlitz, 5 lieues (Meilen)l. a Buntzel, 3 lieues (Meilen)l. a Kleinhahn,
2 lieues (Meilen)l. á Lignitz, 4 lieues (Meilen)l. a Neẅenmargktt,
4 lieues (Meilen)l. a Breßlaw, 6 lieues (Meilen)l. á Brigk. Font: 57 lieuës.
Schreiben von Rom, von Meinem Bruder, Jtem:
von Croßen, von Freẅlein Catherine Sofie.
Die avisen geben: daß den Spiering Schwedischen Ambassadeur
vorgehabter Audientz zu Londen, der Schlag
gerühret, undt er in hollandt, Todt gesandt worden.
Die Engelländer disgustiren, die holländischen legaten,
sollen auch schon, in die 90 reichbeladene Schiffe,
ihnen abgenommen haben, darauß nichts, anders,
als verbitterung, undt krieg, zu vermuhten,
wiewol etzliche vermeinen, der holländer Pacientz,
undt lust zu den Commercien, werde alles verbeißen,
undt einigkeitt verahnlaßen. Der kauf
mit Duynkirchen, dörfte noch vor sich gehen.
Die Geldrischen, Overyßeler, Ütrechter,
undt Frießländer, difficultiren die bey-
hülfen, zum Engelländischen krieg, weil sie
wenig darbey jnteressirt sein wollen,
undt gedengken, die laßt, den Holl: undt
Seeländern, alleine aufzubürden.
Die Staaden, haben dem Printzlein von Uranien,
seines herrn vatters compagnie, zum Neẅen iahr
verehret.
Der Kayser, gedengkt an den ReichßTag, im
November, oder October. perge
Man hat gewaltige Comedien, undt Faß-
nachtkurtzweile zu Wien gemacht, wie auch,
wirtzschaften[!], undt Pastorellen, mit unkosten.
Die Türgken droẅen Ungarn, undt wollen
eine große macht, in Dalmatiam wenden,
auch Candiam endtsetzen, alda Gil de haaß,
sich Tapfer helt.
Jn Frangkreich, ist der krieg heftig, der
Printzen, partie stargk, des Cardinals
Macht, beym Könige groß, des Visconte de
Türenne authoritet beym Könige schlecht,
des Königs selbst eigener respect sehr
gefallen. Barcellona ist in angustiis.
Die Schotten, sollen meistentheilß, wie auch
die Jrren, von den Engelländern, gedempft sein.
Jn Polen, zu Warschow, gibt es diversa
studia, diversa consilia. Der König, hat sich vorzusehen.
Zu Dantzigk, wehren, die dissidia annoch,
undt man will des Königs mandaten, nicht pariren.
Malta gebraucht auch repreßalien, wieder
die holländer, wegen ihrer eingezogenen
Comptereyen! <Die lottringer, grassiren noch im Elsaß.>
Jn Polen, ist der iüngstgeborne Printz, gestorben,
wie auch in Dennemargk.
<4 hasen, von der hatz. 2 Räphüner.>
Allerley anordnungen zu machen, gehabt.
Josue von Bethüne, ist mit seinem Sohn, ankommen,
sich zu præsentiren. Kömbt auß Schweden, will zum Kayser.
Jst ein treflicher lauttenist! Er sagt, die Roine Mere,
Marie de Medicis, hette ihn lernen laßen, bey dero
er, Sechß iahr lang gewesen. Jtem: bey der Königinn
in Schweden, hette er noch 1000 ReichsthalerRthlr: alle iahr.
Der Kayser, hette seinem camerade, Vignon, 1200 Kronen₶:
iährlich, offeriret. Mit dem hertzog von Lottringhen,
ist er wol bekandt. perge Er gedengket nach halle, von dar,
nach Wien. Seine beyden Söhne, ein großer, undt
ein kleiner, spielen auch gar wol auf der lautte.
Er hat eine invention, von einem seytenspiel
erdacht, welches er, Angelique nennet. Daßelbe
ist zwahr, wie eine lautte gemacht, mit seytten,
iedoch, klinget es, auf die arth, einer harffen. perge
Wir haben ihn, undt seine Söhne gehöret, undt
mit guter satisfaction, undt recommendation, wieder abgefertiget.
Mit Christophoro von Jehna, habe ich seria tracti-
ret, undt beßere sachen, als vorige ludicra.
Hans Balthasar Oberlender, hat 2 wispel, 12 Schefel (Scheffel)Schfl: haber,
seen lassen, zu Zeptzigk, Gott gebe zu segen!
Ein Gesandter von Krannichfeldt, ein Wurm von geschlecht
ist anhero kommen, undt Schlegel post cænam dimittiret.
Jn die kirche, undt wochenpredigt, cum filiis.
Extra zu Mittage, Doctor Fischer, Sekerka, Jehna, &cetera[.]
1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: 6 Schefel (Scheffel)schfl: gersten, hat Hans Georg lackay sehen
laßen, auf der langen breitte. Gott gebe zu segen!
Nachmittags, hat er wieder dorthin, laßen zwelf
Schefel (Scheffel)schfl: gersten, seen. Gott wolle es gleichsfalß gesegenen!
aufwachßen! undt wol gedeyen laßen!
Der priester von Alßleben, Er Otto, ist anhero
geholet worden. Meine freundliche herzlieb(st)e Gemahlin,
hat mit den theilß Töchtern, undt anderen,
gebeichtet, dann sie will Morgen (gebe gott) zur
luttrischen Communion gehen. Gott gebe, beßerung!
bekehrung! hertzens Andacht, undt leitte sie,
auß dem Jrrthumb, auf richtigere wege der warheitt!
Jehna, mein Raht, undt consulent, hat
diesen abendt, post peracta negocia, seinen undter-
thänigen abschiedt genommen, in meinung, Morgen
(wilß Gott,) nacher Zerbst, zu wieder kehren.
Gott wolle ihn geleitten! fristen! und erhalten!
undt mir viel dergleichen aufrichtige, erfahrne,
eyferige Christen, und wolqualificirte leütte beschehren.
<Reif. Frost. wie fast alle Morgen.>
Christophorus von Jehna, ist heütte forth, in Gottes geleitte!
Doctor Fischer, ist nacher Ballenstedt, herbatum! gezogen.
Avis: daß Cantzler Milagius, wegen seines Podagra,
wieder umbkehren müßen, da er zu Landtgraf Her-
manns Liebden (auf deßen ansuchen) gewoltt.
Meine freundliche herzlieb(st)e Gemahlin, hat heütte, ihre luttrische
Communion gehalten, undt alle vier Töchter, darzu
gezogen, Gott erbarm es, undt führe sie, auf beßern weg!
Gott gebe bekehrung, buße, reẅe, und abtritt, vom Jrrwege!
Dann Meiner gemahlin, nicht competirt, Meine
kinder, ihres gefallens, zu verführen. perge
Der leütenampt Schkele, Krosigks, zu
Erxleben Schwager, ist extra zu Mittage,
undt bey mir, gewesen. perge
Hans Balthasar Oberlender, hat zu Zeptzigk 6 Schefel (Scheffel)schfl: haber,
Hans Georg lackay aber, alhier, auf der langen
breitte, 18<6> Schefel (Scheffel)schfl: gerste seen laßen. Gott segene es!
La 4me. de més filles, est allè, a la Cene
secrettement contre mon grè, tout ainsy, que les
precedentes. Dieu les vueille convertir!
& divertir, de nostre Mayson, tous scandales.
Avis: daß gestern, die Niemburger, meinem Budefischer,
(weil er, billich dem herkommen nach, an iehnem ufer
sein Netze außgezogen) das Netze, undt den kahn
genommen. Jch habe wieder solches attentatum meine
beampten, protestiren, undt die sa ablata <zu> restituiren
sie gezwungen, cum minis, der Repreßalien.
Georg Reichardt ist vormittags, bey mir gewesen.
Mein page Wartemßleben, ist durch hülfe meines
giftöhls, undt des Nürnbergischen pflasters,
von seinem starren halse, undt schmertzen, in allen
gliedern, augenscheinlich, (vermittelst Göttlicher
gnade vor allen dingen!) gebeßert. Gott seye lob,
vor das gedeyen, so er diesen herrlichen Medica-
menten, gegeben, undt verleyhe fernere continuation
zu erwünschter gesegneten beßerung!
Er Marggravius, ist bey Mir, gewesen, seine
anliegen, zu entdegken.
A spasso, nachmittagß, in schönem wetter.
27 Schefel (Scheffel)schfl: Gersten, hat Hans Georg lackay, heütte auf
der langen breitte außseen laßen. Gott gebe, zu segen!
Mein Treẅer Secretarius, Paulus Ludwig, ist
sehr krangk worden, an Flüßen, SeittenStechen,
rügkenwehe, undt dergleichen, Gott wolle es beßern!
<1 Birckhuhn, 6 Räphüner, 2 großvogel.>
Schreiben, auß Meckelnburg von einer Milden Stiftung,
welche meine Fraw Schwester, der Studirenden Jugendt,
von ihren eingebrachten Ehegeldern, vermachen will.
Gott dangke Jhrer Liebden vor ihren guten willen, undt
gebe nur, daß solche Stiftung, de concedendis, seye!
Doctor Fischer, der Medicus, ist gestern abendt, von Ballenstedt
wiederkommen. Die Kohlmannische sache, ist noch arg.
Die Sahmzeitt, gehet fein (Gott lob!) von statten,
der liebe Gott, wolle unß hier, undt dorth, gesegenen!
Mein viehe stirbt alhier, zimlicher maßen! Gott
beßere es! undt strafe böse leütte, wo die es veruhrsachen?
Risposta von F. en bons termes, de N. J. de G.c &cetera[.]
J'ay fait parler a Noirmont, amplement, sür ses demandes,
puis qu'il commence a ressentir, ma disgrace, & sés faultes
commisses! Dieu luy vueille donner, vraye repentance!
18 Schefel (Scheffel)schfl: gersten, hat Hans Georg heütte, auf der langen breitte
außseen laßen. 6<10> Schefel (Scheffel)schfl: gersten<erbßen,>, hat Wolfgang
Sutorius, (alleine), zu Zeptzigk seen laßen. Gott
gebe zu Segen! glück! undt gedeyen! <& pünisse, le larcin!>
Geldt, undt Victualien, von Ballenstedt, erhalten.
Rien; sans peine, & difficültèz, apprehensions, &cetera &cetera[.]
A spasso, in schönem, lieblichem wetter!
Vormittagß, hat auf unserm Sahl, der hofprediger Menzelius
geprediget.
Extra, ist derselbe, zu Mittage, bey unß, geblieben,
wie auch der iüngere Sekerka, Magister Menzelius,
undt Tobias Steffeck von Kolodey alß auch, der vom Gyneceo, beschrie-
bene, Lüdolf Lorentz, von Krosigk, <item: Doctor Mechovius.>
Schreiben von Caspar Pfawen, undt avis, ex Jtalia,
von meines bruders, Fürst Friedrich vorhaben, nacher Napolj,
undt die Tractaten zu Rom, cum Venetis, zu reassumjren.
Nachmittags in die kirche, cum sorore, undt
zweyen Söhnen, auch zwo Töchtern4.
Postea: Krosigken, nacher Erxleben, undt
Wischern, nacher halle, dimittiret.
Man hat heütte, dem Allten, 83iährigen
vom Adel, Sixto, von Otterßdorf, eine collecte
auß den begken, auf sein innstendiges anhalten,
in seiner noht, undt hohem allter, gesamlet.
Er ist ein reicher wolhabender Mann, in Böhmen
gewesen, undter den Directorn damalß anno
1620 hat sollen, nach der Prager Schlacht,
decolliret werden, ist aber noch von der bühne erbehten
|| [[Handschrift: 440r]]
worden, von seinem vetter, einem Thumbherren.
Dieser Johannes Theodorus Sixtus, aber, ist eiferig,
unserer reformirten Religion, zugethan, gelehrt, er-
fahren, undt hat sollen zu Prag, neben andern vorneh-
men leütten, zu Prag, dazumahl endthaüptet werden,
ist aber, wie gemeldet, erbehten worden, wie gedacht,
als er albereit, auf der bühne gewesen.
Seidthero, hat er sich, im exilio, aufgehallten,
meistentheilß zu Pirna, undt zu Dresen[!].
Zu Pirna, hat er seinen größesten schaden,
erlitten, alß der Schwedische General
Banner, selbige stadt, mit stürmender handt,
eingenommen, undt plündern laßen, auf den sie
die exulanten, doch meistentheils, als ihren
zeittlichen Erlöser, ihre hofnung gesetzt gehabt,
aber iämmerlich, ihrer viel, frustriret worden sein[.]
<Frost. mane.>
<1 Rehe. 1 hase.>
Die Fraw von Thale, Wartemßleben Muhme,
ist anhero kommen, zu Meiner herzlieb(st)en gemahlin Liebden[.]
Briefe, undt zeittungen von Leiptzigk, inter
alia, daß der Cardinal Mazzarinj, in einem Tumult,
bey einem ballet, in der Königin gegenwarth, er-
stochen worden seye; quod vix, cum talibus circumstantijs, creditur!
Die Stadt Angiers, habe der neẅe hertzogk von Rohan,
Chabot, umb seines privatjntereße willen, dem König
in Frangkreich, ohne noht, übergeben.
Die Spannische völgker, hetten sich auch, undter
dem Düc de Nemours, zum endtsatz der printzen,
eingestellet. Visconte de Türenne, commandirte
numehr auch, eine Königliche armèe. Conte de Harcour,
wehre dißgustirt, weil ihme der Cardinal Mazzarinj,
alß Generalissimus, wie auch andere Mareschaulx
de France, vorgezogen worden wehren. Barcellona
hielte sich noch, vor Frangkreich, undt der Maréchal
de la Motte Haudencourt, thete sein eüßerstes,
undt bestes, wiewol er, (ohne secours,) nicht sub-
sistiren köndte.
Jn Engellandt, sähe es einem kriege ähnlich,
zwischen ihnen, undt hollandt, man armirte
auch gewaltig zur See, iedoch hoften ihrer viel
noch, auf ein accommodament. Der vergleich des
häringfangs, solte schon getroffen sein. Die
Schotten, undt Jrrländer, wehren subiugirt.
Die Staaden, opponirten sich, dem graven von
Oldenburgk, wegen des Wehser zolls, undt
nehmen sich stargk, der Stadt Brehmen ahn.
Die hanseeStädte, wollten auch, in die Engelländischen repreßalien
impliciret werden, wie auch Spannien.
Jn Mari Mediterraneo, gibt es, gewaltige
beütten, undt Seeraubereyen.
Der Türcke hat Canea abermals endtsetzt,
undt die Festung Candia, hart belägert. hingegen
hat General la Riva, alß Gouverneur, im Kö-
nigreich Candia, viel volcks, und Schiffe colligiret,
sich zu opponiren. Man will dem General Morosinj,
seinen proceß machen, weil er Canea, auß zagheitt,
endtsetzen laßen. Jn Dalmatia sol General Fosca-
rini gute progreß, undt feste castellen, erobert
haben, gleich wie general Foscolo, im Archipelago.
Der Türcke, sol in die 300000 Mann, in Ungarn,
stargk sein, undt händel machen, ob er nun aldar
kriegen, oder in Dalmatiam, gehen werde,<?> lehret
die zeitt. Der Kayser, gehet derentwegen, auf
einen landtTag, nach Preßburgk.
Jn Polen, sol sich der ReichßTag, re infecta zer-
schlagen haben, undt die Tartarn, und Cosagken, wieder armjren.
Frangkenthal, sol gewiß, evacuiret werden,
weil die gelder, numehr beysammen, undt alle
Conditiones, richtig, gegen erledigung heilbrunn.
Der gute Fürst Sigismundus Ragozzj, welcher die Prin-
cesse Henriette, gehabt, sol an kindßblattern, gestorben sein. et cetera
<Dem Gott genade! Jst zu bedawren, in seiner besten blühte!>
Die lottringhischen völgker, sollen sich etwaß zurügkd
nacher Straßburgk gezogen haben, hausen ärger, alß
Türgkisch, oder Barbarisch, mit grawsahmen unthaten,
alß ermordung kleiner kinder, schändung der
weibsbilder, undt schwangern weiber, seltzamer
plagen, die sie nicht allein den Männern, sondern
auch itztgedachten weibspersonen, undt kindern, umb
des schnöden geldes willen, anthun, undt andern
recht bestialischen, unmenschlichen proceduren.
Gott erbarm es! undt sehe darein! Sie sollen
baldt mit dem Könige, baldt mit den Printzen, tractiren.
perge
Die Contesse de Guebrian, hat durch etz-
liche bestallte Reütter, den General Maior
Charlevois, alß der derselbe auß Briesach, spatziren
gefahren, gefangen nehmen laßen, undt
nacher Philipsburgk führen, mit prætension,
Sie hette es, als die rechte gubernantinn
auf befehl gethan, Es seindt aber, über diesem
indigno attentato, ihre eigene officirer endtrüstet
worden, undt von ihr abgefallen, sie auch gezwungen,
den Charlevoy, wieder loß zu geben, undt
in die Festung wieder hin: zu liffern. perge
Ein Rehebock, ist von Ballenstedt, kommen.
Demnach, ich vernommen, daß hagen zu Biendorf, in
Meinem Territorio, am Samstag♄ hasen vfgehetzt, Alß habe
ich, meinen Söhnen, wieder erlaübet, in seinen gerich-
ten zu hetzen, da sie dann, einen hasen, ihm wieder
abgefangen, gleich wie er unß, am Sonnabendt gethan.
Jst eine species, erlaubter Repreßalien.
<Nachtfrost abermal. Windig am Tage. Schnee hagel>
Travagliirt, in allerley negociis.
Wischer, ist von hall wiederkommen, in terminis dilatorijs,
<gehet nacher Schwerin, ayant dit a Dieu, a moy.>
2 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: 6 Schefel (Scheffel)schfl: gersten, hat Hans Balthasar Oberlender alhier,
in die lange breitte seen laßen. Gott gebe zu Segen!
heütte nachmittage, seindt meine kleider
aufs neẅe, gelüftet, undt inventiret worden.
Vicissitudo omnium rerum, renovationem causat!
<Nacht Frost! wiederumb. Windt. hagel. Schnee.>
Schreiben von Jehna, von Zerbst, durch Hammelium,
wegen Quartiermeister undt das, das begräbnüß alda, den 30. huius: sein soll.
Doctor Fischern, den Medicum, habe ich bey mir, gehabt.
A spasso, nach dem sich das ungewitter geleget, vor abends.
Ludwig Rober, hat heütte, einen wispel Gerste, zu
Zeptzigk, seen laßen, gegen Peüßen, undt Oberlender alhier,
in das Mittelgewende, an der Gerichtsbreitte, 8 scheffel
Erbßen, Jtem: 1 Schefel (Scheffel)schfl: linsen dahin, Gott gebe an beyden orthen,
zu glügk! Segen! wachßthumb! undt gedeyen!
Donnerstag♃ den 25ten: Martij; 1652. <Mariæ verkündigung, sive potius,
Festum Conceptionis Christj.>
Die Wölfe continuiren schaden zu Thun, undter meinen Schweinen
zu Zeptzigk. Man kan ihnen, biß dato, keinen abbruch thun.
Sie haben auch zu Poley undt Palbergk, Schweine,
hämmel, undt pferde, niedergerißen. Gott helfe! daß
wir diß ungezifer, auch einmahl, tilgen mögen!
Jn die kirche vormittags, (da der hofprediger Menzelius
geprediget) cum sorore, et filiis ambobus, & tribus filiabus5.
Extra zu Mittage, über die Ordinarien6, den iüngern
Sekerka, Tobias Steffeck von Kolodey undt Magister Menzelium perge
Nachmittags, wieder zur kirchen, in des Diaconj Jonij
predigt, cum sorore, undt beyden Söhnen, auch einer Tochter. perge
Il Cirurgo, m'hà contato miracolj delle Virtù,
dell'empiastro, dj Nürnberg[.] <Jddîo, ne sia lodato, di talj pruove!>
Lüdolf Lorentz von Krosigk, ist wieder anhero kommen,
in meinung, unß lust zu bringen, undt nutzen zu schaffen,
mit der wolffsiagtt.
<3 hasen, von der hatz.>
<1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: 3 Schefel (Scheffel)schfl: Gersten, seindt geseet worden, zu Zeptzigk, Gott gebe zu segen!>
Meine Söhne, seindt hinauß geritten, mit Krosigk, undt
andern Jungkern, <als Rindtorff undt Einsidel> wölfe zu hetzen. <Sie haben aber nur, 3 hasen, gefangen.>
Philipp Güder, bey Mir gewesen. Postea Kornführer, von Zerbst.
Jch habe allerley geschrieben, undt gelesen.
<3 hasen, mejn Sohn, gehetzt.>
Secretarius Paul Ludwig ist bey mir, gewesen, allerley zu referiren.
Postea der Amptmann, Georg Reichardt in aliis rebus & negociis.
1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: gersten, hat Hans Balthasar Oberlender seen laßen, zu am Gottsagker,
Gott gebe, zu Segen, undt gedeyen!
Den Wolf hat mein Elltister Sohn, mit Krosigk, nicht
antreffen können, wiewol er den meisten Tag, wie auch
gestern, darnach geritten, undt hat davor, 3 hasen gehetzt.
Gestern sol<len> nach meiner Söhne abzug, alsobaldt
an den orth, da sie gewesen, fluchs hernach, die
wölfe sich haben sehen laßen, also, das daß glügk,
unß noch nicht, hat favorisiren wollen, in diesem stügk. perge
J'ay eü Tobias Steffeck de Kolodey auprès de Christian Heinrich de Börstel a cause
de la nonchalence, de Georg Friedrich de Börstel & Ernst Gottlieb de Börstel perge
Vormittags, aufm Sahl, hat Magister Menzelius geprediget.
Krosigk, ist zuvor noch hinweg, nach erlangter dimission.
Extra: zu Mittage, Fraw Rindtorfinn, der iunge Sekerka,
Tobias Steffeck von Kolodey undt der Magister. perge
Meiner herzlieb(st)en Gestern, ist Flößholtz ankommen.
heütte ist ein Schwedischer, gewesener Quartiermeister,
mit 20 zigeünern, ankommen, hat paß, undt quartier
umb sein geldt, erbehten, <wie in anderer Fürsten lande, auch geschehen.>
<Frost; mane.>
Die zigeüner, (so vorgeben, Sie haben sich bekehret, zum
Christenthumb) haben sich diese nacht, wolgehalten,
vor ihr geldt, gezehret, undt keine überlast gethan,
auch ein wächßernes kügelein, in eine Feẅersbrunst zu
werffen, hindterlaßen, so leschen soll. Solches ist aber, cum conditione,
acceptiret worden, wann keine magica, oder superstitiones, dahinder stecken.
heütte vormittagß, haben wir allhier zu Bernburgk
die erschreckliche SonnenFinsternüß, gesehen,
welche gegen 10 uhr, vormittagß, angefangen, undt
umb 12 sich geendet, die Sonne, ist biß auf ein
C: (welchen buchstaben, wie ein Mondviertheil
sie gemachtt) verfinstert worden, undt hat
wol 2½ wo nicht 3 Stunden gewähret.
Gott verhüte unglück! undt daß Sie nicht,
absterben hoher personen, gefängnüß,
Pestilentz, hunger, Tiranney, (wie etzliche
kalenderschreiber wollen) bedeütte! undt
Wende alles unheyl, gnediglich, von unß abe!
Es wahr sonst, schön hell, klahr, stille
wetter, also daß wir diese SonnenFinsternüß,
mitten am himmel über unserm Schloßplatz,
durch ein durchstochenes blawes pappier,
etzliche auch, in einem Niedergelegtem Spiegel,
theilß in einem Niedergesetztem waßer-
begken, gar bescheidentlich, sehen können.
Groß, seindt die wergk des herren!
wer ihr achtet? der hat eyttel lust darahn!
was er ordnet, das ist löblich, undt herrlich! undt
Seine Gerechtigkeitt, bleibet ewiglich. Ψalm: 1117.
Die Avisen, von Leiptzigk, melden:
Daß die lottringher, noch im Elsaß, graßiren, undt
dominiren, auch in Franckreich gehen wollen.
Frangkendal, bestehet auf der evacuation.
Der Kayser helt einen landtTag, zu Preßburgk, von
wegen der Türcken Streiffereyen, undt will dar-
nach, gen Prag, marchiren.
Jn Polen, hat sich der ReichßTag zerschlagen, umb
eines eintzigen landtbohten willen, welcher wieder
die formam deliberandj, protestiret. Die Moßkowi-
ter, suchen auch, alte prætensiones hervor, undt
wollen mit den Cosagken, undt Tartarn, colludiren.
Jn Ungarn, ist der gute Fürst, Sigismundus
Ragozzy, an pocken, gestorben, undt der segen aldar,
sehr abgegangen.
Die venezianer, hoffen noch, ihre<m> Mächtigen
Erbfeindt, gewachßen zu sein. Die Janitzscharen
undt Spahy zu Constantinopel, sollen an
einander gerahten sein, undt viel Tausendt,
<einander> ermordet haben, auf den gaßen. Jn Candia
undt in Dalmatia, hoffen die Venetj, noch progreß!
Jn Engellandt, gibt es auch dissidia. Dennoch
wollen Sie, mit den Staaden, noch friede machen,
unangesehen erlittener affronten, undt repressalien.
Jn Frangkreich, sol der Printz von Condè, vom Harcour
geschlagen, Angiers gewiß vom Könige, erobert sein,
wie auch, Pont de Cè. Der Cardinal wehre
heimlich außgerißen. Die Engelländer, undt Spannier,
kähmen den Printzen, zu hülfe. Barcellona
hielte sich noch, in summis angustiis.
Die Staaden, brächten, eine Mächtige armada
zwahr zusammen, wehren aber doch, in hofnung,
mit den Engelländern, zu pacisciren.
Der Churfürst von Cölln, hat zu Hildeßheim,
die huldigung, eingenommen, undt Meß gehalten.
Die 24 kaufleütte zu Venedig, welche wieder
den Türcken, excurriren wollen, können nicht
forth, weil ihnen, die holländer die Schiffe,
so sie gemeinet, nicht hüren, oder vermiehten wollen,
zur anrichtung ihrer Neẅen gesellschaft8.
Ein gefangener Christ, welcher den Kay-
serischen, einen anschlag entdegkt, auf etzliche
Ungarische Städte, so der Türgke, überrumpeln
wollen, ist, von ihnen, lebendig gebrahten,
undt ein Märterer worden.
Jn Jrrlandt, undt Schottlandt, spielen die
Parlamentischen, den Meister.
Die Königinn, in Engellandt, bemühet sich, ihren
Sohn Päbstisch, undt zum Cardinal, zu machen.
Cromwell imaginiret sich, er seye der iehnige,
der alle Monarchische Regierung, in kurtzem,
abschaffen solle, weil ein buch9, in Engellandt
gedrugkt worden, daß einer, der einen loẅen
im wapen, führet, (wie er thun soll) den
Pabst von Rom, veriagen, undt alle Monarchen
vertreiben solle, anno: 1656. Sed; non credo!
Der Grave von Oldenburgk, correspondiret
auch, mit den Parlamentischen, zu Londen. perge
Jn Schottlandt, halten sich noch viel prediger,
undt undterthanen feste, wieder die Engelländische
neẅe Regenten, undt wollen ihnen nicht undterthan
sein, unangesehen, Sie von ihnen überwunden,
undt hart tractiret werden.
Man moviret, dem kleinen Printzen von
Uranien, quæstionem status, wegen der herr-
schaft Bevergern, von Frangkfurth auß.
Der Kayser, continuirt, seine Reformation10
in den Erblanden, außer in Ungarn, da Sie
sich opponiren.
<Frost, sta mattina.>
Christian, von Wartemßleben, unser Page, ist heütte
forth, nacher hause zu raysen. Gott wolle ihn geleitten!
Sekerka den iüngern, nach halle, geschicktt.
Avis: daß hertzogk Moritz von Sachßen, Sohn
gestorben, undt groß Trawren zu Dresen[!], ver-
uhrsachet. Gott wolle, die affligirten, trösten!
Depesche, nacher Zerbst, bestellet, an Jehna.
Avis von Magdeburg das es sich aldar, mit der hertzoginn
zu Eütin, fein (Gott lob,) anleßet. Gott helfe
ferner, mit gnaden, zur beßerung! Die <3> Räphüner,
so dahin geschickt worden, seindt nicht überkommen. perge
Es stehet darauf, das diese Hertzogin, in kurtzem,
will anhero kommen, sich zu divertiren. perge
1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: 6 Schefel (Scheffel)schfl: gersten, hat Hans Georg alhier seen
laßen, hindterm Gottßacker. Gott gebe zu segen!
Meine freundliche herzlieb(st)e Gemahlin, ist zum ersten mal,
diß iahr, mit Mir, in gartten alhjer zu Bernburgk,
spatziren gegangen. Gott gebe zu glügk! die raysen
aber, nacher Kr Zerbst, Krannichfeldt, undt Magdeburgk,
(so theilß, im herbst, theils im wintter geschehen) werden
von Jhrer Liebden nicht mitt angerechnet.
Jn die kirche, undt wochenpredigt, vormittags,
mit Meiner Schwester, Dorothea Bathilde[,] mit beyden Söhnen, undt
zweyen Töchtern, Angelica, undt Anna Sophia. perge
Extra zu Mittage, habe ich den hofprediger Menze-
lium gehabt, undt in conscientziensachen, privatim
ihn consuliret, da er mir dann, die warheitt nicht verhehlet.
1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: 1½ Schefel (Scheffel)schfl: Gersten, inß Mittelgewende,
hindterm Gottsagker alhier zu Bernburg hat Hans Georg lackay
seen laßen, undt 1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: gersten zu Zeptzigk, in die Suhl-
breitte, hat Oberlender seen laßen. Gott segne beyderley!
Risposta von Zerbst, von Jehna, per expreßen. Die leichbe-
gengnüß, ist wol, undt gar eingezogen, abgegangen.
Münchhausen, von Kloster Litzke, ist Fürst hanßen zur lincken<rechten> seitte,
(ohne zweifel, als ein Abgesandter,) gegangen. Der Cantzler
zu Zerbst, aber zur lincken, sine dubio, auch, als ein Legatus.
Darauf seindt gefolget, die Rähte, undt Amptmann,
hernacher, die Fürstliche Gemahlinn, und Fürstliche FrawMutter,
dann, daß Adeliche Frawenzimmer. Nur Acht
vom Adel, haben die leiche des verstorbenen herrleins,
getragen, vier haben das Fürstliche Frawenzimmer geführet,
undt viere seindt Marschälcke gewesen, Außer
diesen, ist keiner vom Adel mehr gesehen worden.
Vor der Fürstlichen leiche giengen vier kriegsOfficirer, 2 Rittmeister[,]
ein Capitain, undt ein leütenampt, so nicht Nobilis. Alles gar retirat!
