Samstag♄ den 1. May; 1652.
<Walpurgis.>
Wir seindt in ängsten diese Nacht, von wegen der
Hertzoginn zu Eüttin, gewesen. Man hat billich,
vor Sie, gebehtet, undt gesungen. Gott der
Allerhöchste, hat auch endtlich gnade verliehen,
(der seye davor gepreiset!) daß sie sich, nach
vielen, Schwehrmühtigen gedangken, selbst
nicht beleydigen, noch beschädigen hat können,
Sondern endlich zu ruhe sich begeben. Gott
wolle ferner, seine gnade, undt Heiligen Geist, zur
beßerung, verleyhen! undt die bösen Geister,
ferrne weg treiben! umd Jesu Christj willen, Amen!
Elle a fort iürèe & blasphemèe, hier au
soir & la nuict, contre Madame Anne Sabine,
qui se disoit sa Mere, n'estant qu'üne Contesse,
& luy auroit dèsrobbè ses ioyaulx, entr'
aultres, l'anneau nüptial, ün Diamant,
avec ün laurier a l'entour, de grande Valeür
que c'estoit üne meschante, legere femme,
comme aussy la mienne, qui l'auroit precipi-
tèe en ce malheür, de la cüre de ce bourreau
dü Medecin, Doctor Haimburger, & que ma femme ne
|| [[Handschrift: 470r]]
la vouloit traitter, avec respect, estant seülement
üne Contesse, & rien plüs, & estoit si outrecuidèe, de la
vouloir envoyer, comme son esclave, a Eüttin. Qu'elle
avoit 6 chasteaulx Royaulx, en ce pays, auxquels
elle pouvoit bien habiter, suivant son bon playsir,
sans dèspendre, de la Volontè d'autruy, ni se
faire tracasser d'ün lieu, a l'autre.
Qu'elle voyoit auprés dü lict, d'üne de ses servan-
tes, ün homme noir, demandant qui c'estoit, &
les servantes, n'ont rien veü, ni apperçü.
Elle a dit aussy: Que devant neüf ans, elle
eüst desia envie, de se precipiter, par la fenestre,
& de se rompe en mille pieces, & monstra d'a-
voir eü envie, ceste nuict, de faire le sem-
blable, & de voler par la fenestre. Ainsy, on
a bien eü, a prendre garde, a elle.
On l'a ouy beaucoup parler seüle, comme s'il
y avoit des hommes avec elle? Le mal est,
qu'elle ne veüt souffrir, les servantes, pour
coucher, dans sa repütation. Et ainsy elle couche
seüle, & s'enferme seüle, dans sa chambre,
mais les filles1, ne laissent pas pourtant, d'y
entrer par fois, quand il est besoing, & quand elles
croyent, qu'il y ait dü danger, ou autre inconvenient?
A spasso, in schönem wetter, zu fuß, vorm eßen.
Schreiben von Croßen, von der Churfürstinn. et cetera et cetera
Die Hertzoginn, hat sich imaginiret,
Sie hette, daß Fieber, bekommen.
Jch bin nachmittags, mit Carolo Ursino hinauß,
auf meine breitten, geritten, den segen Gottes
anzuschawen. Gott gebe! daß ichs genießen möge!
Sonntag☉ den 2. May; 1652.
Jn die kirche, cum sorore, unica filia2, & filijs.
Extra: zu Mittage, gehabtt: die Rindtorfinn,
den hofprediger Menzelium, den Magister Menzelium
Diaconum numehr zu Ballenstedt, vndt Tobias Steffeck von Kolodey[.]
Die hertzoginn, ist heütte gar stille gewesen,
hat niemandt admittiren wollen, undt
vermeint, Sie hette daß fieber, Car hier
elle s'est estonnèe la nuict, des esprits
quj l'ont tourmentèe 3 heüres dürant,
estans a l'entour de son lict, avec flam-
beaux, & deüx gisans, dans son lict, et cetera[.]
Cela est horrible! Dieü la convertisse!
Elle dit, ne croyre pas, la resürrection dès
morts, & qu'elle soit morte, & resüscitèe trois fois.
Elle ne Veüt pas aussy, qu'on chante dès chansons
Ecclesiastiques, nj, qu'on face dés prieres, devant elle.
Chose deplorable! que Dieu vueille gracieüsement amender!
Nachmittags, in die kirche, cum sorore, & altera
filia3, & ambobus filiis. perge
Daß Spannien, mit dem Engelländischen Parlament,
eine alliance geschloßen, contra Franckreich.
Die Tractaten, zwischen Engelland undt
hollandt, fluctuiren annoch, in ambiguis.
Jn Frankreich wollen die Printzen durchauß,
die wegschaffung, des Cardinals Mazzarinj,
eher wollen Sie die waffen, nicht niederlegen.
Die königischen verlaßen sich darauff, daß
Sie vermeinen, der gemeine Mann, seye des
kriegens, undt contribuirens müde, undt
werde insurgiren, wie dann zu Bourdeaux,
albereitt destwegen, großer Tumult, endtstanden,
also: daß die Princeßinn von Condè, sampt dem Printzen
von Conty, auch andere sich darvon machen müßen.
Zu Wien ist beschloßen, der ReichßTag, solle auf
den 12ten: Octobrii forthgehen, undt die außschreiben
auff den 2. May, darzu außgefertiget werden.
Den 10. Junij; sol die Kayserliche rayse, nach Lintz, und Prag, forthgehen.
Die gehörige gelder, zur evacuation Francken-
thal, seindt außgezahlet, undt in Franckfurth,
bey dem ChurMeintzischen Directorio, deponiret,
dem Spannischen Ambassador auch der Schlüßel darzu
gegeben worden. So hat auch ChurPfaltz, ordre
nach hailbrunn, zum außzug selbiger garnison
gegeben, also das an der evacuation nicht zu
zweifeln. Zu Briesach, ist der tumult
durch wiederkunft des GeneralMajor Charlevois
gestillet. Des Administratoris zu Halle
Gesandten4, zu Wien, haben die lehen entpfangen,
aber landgraf Wilhelms gesandter, Krosigk
welcher wegen der primogenitur zwey iahr
lang, negocijret, ist unverrichter sachen,
vom Kayserlichen hofe, abgerayset, undt hat der
ChurPfältzische5, auch noch keine jnvestitur
erlangen können. perge
Die Hertzoginn, von Eüttin, ist diesen abendt,
wieder fein gewesen, undt hat sich alles gutes, gegen
mir, erbiehten laßen. Gott helfe ferner, zur beßerung.
& que Sathan puisse perdre son escrime!
Et ne nos inducas, in tentationem, sed
libera nos, ab omni malo!6
Montag☽ den 3. May; 1652.
<Windig.>
Nacher Croßen, habe ich wieder geschrieben.
Jn Oeconomicis, travaglijret.
Sonst auch, Commissiones ertheilet.
Die Hertzoginn, ist wieder gar stille gewesen.
Meine Söhne, seindt hinauß geritten, Nachmittags.
Schreiben vom Hertzogk hanß von Eüttin. perge
Die Avisen, von Leiptzigk melden:
Das (Gott lob! undt dangk!) numehr, die lang-
gewüntzschte evacuation Franckenthals
solenniter vorgegangen, undt ChurPfaltz
völgker, hinein gezogen seyen, auch hette
man, alß die Spannischen außgezogen,
gewaltig, mit Stügken, daselbst, undt
Festungen, von einer garnison zur andern,
gespielet, undt salve geschoßen, alß:
zu Speyer, Wormbß, Meintz, et cetera[.]
Gott wolle fernere gnade, undt segen geben!
Es continuiret, das die Kayserlichen vorge-
nommen, der ReichßTag aber im Octobri angestellet
werden, undt die außschreiben darzu schon im
wergk sein. Gott gebe zu Nutz, der Christenheitt!
Es continuiret aber auch leyder! das Chur
Pfaltz gesandter7 zu Wien, die lehen, noch nicht
erhalten, undt der heßenCaßelische Krosigk,
nach vielen geldtspesen, undt zweyiährigem
aufwartten, nichts vor seinen herren, außrich-
ten können. Patientia! Patientia!
Die Türcken, weil sie etzliche mahl in
Ungarn, gestrigelt worden, fangen numehr
ahn, gute wortt, zu geben, undt den frieden
zu halten.
Die Venezianer, tummeln sich auch, im
Archipelago, und gewinnen gute beütten.
Jn Polen, tumultuiren abermalß
die Cosagken. Der ReichsTag bleibet zerschlagen.
Die Tartarn, sollen, mit großem
verlust, wieder auß dem Königreich
China, geschlagen, undt getrieben worden sein.
Die Portughesen, leiden großen schaden,
im Sinu Arabico, da man ihnen, acht
große Schiffe abgenommen, undt etzliche
Städte, von Arabischer seitten.
Des Königs in Portugalls armèe, sol auch
|| [[Handschrift: 473r]]
in Spannien, in Estremadura geschlagen sein.
König in Portugall, tractirt eine heyrath
mit Frangkreich, und eine nähere alliance.
Barcellona wirdt vor verloren geschätzt,
weil kein secours von Frankreichs seitten, weder zu
lande, noch zu waßer, durchkommen kan,
undt allerley gebrechen, in der Stadt, sich eraig-
nen, sonderlich die Seüche, der Pestilentz, hingegen
in der Spannischen armèe, zufuhr, geldt, munition,
volgk, proviant, alles vollauff ist.
Grävelinghen, versiret gleichßfallß, in
angustiis, undt verhoft der Ertzhertzogk, mitt
ehistem, die übergabe.
Die Schantze Maerdyck, ist schon in Spannischen
händen, und von Frantzosen, gesprenget,
und verlaßen worden.
Der Ertzhertzogk hoft auch, Duynkirchen
baldt zu kriegen, mit hülfe der Engelländer,
weil wenig volck, undt mangel an holtz
darinnen. Cromwell will Grävelingen,
undt Duynkirchen, den Spannischen, hingegen
diese den Engelländern, helfen, Calais,
undt Bouloigne, wieder gewinnen.
Der Engelländischen tractaten, mit Hollandt, versiren noch
im cunctiren, undt ungewissen Terminis.
Jn Dennemarck, hütet sich auch der König,
undt hat einen herrenTag vor, damit
er sich recht so wol gegen die Holländer als
Engelländer, comportiren, undt keinen, nicht
auf allen fall, der ruptur, irritiren möge.
Schweden, will die Tractaten mit
Polen reassumiren, undt hat der[!] König
in Polen, die Königinn, zu gefattern ge-
behten, wiewol daß herrlein gestorben,
alß dieser Gesandte8 auf der rayse gewesen,
undt dennoch forthgezogen.
Zu Dantzigk, wirdt die wieder auf-
kommung, der reformirten, sehr behindert
(am königlich Pollnischen hofe), durch ihre Adversarios!
Die allte Königin, in Schweden, will
wieder herauß in Deützschlandt raysen,
vermuhtlich in Pommern, zu bleiben.
Die iunge Königinn hat auch progreß
vor, in ihre endtlegene länder, undt
Provintzien, maßen der König in Dennemarck
auch, nach dem herrenTage, in Norwegen,
zu saigeln, gedengket.
Jn Frangkreich, nimpt die unruhe nicht
ab, so lange der Cardinal subsistiret.
Hertzogk von Lottringhen, gehet mit
seiner armèe forth, zum secours der Printzen.
Unerachtet, dieses alles, marchiret
der König recta gegen Paris zu, umb zu
verhindern, damit nicht der Düc d'Orle-
ans, zum Protectore des Königreichs,
declarirt, undt angenommen werde.
Der Mareschal d'Hocquincourt
ist in ungnade, ob er schon schaden ge-
nung erlitten, weil er des Königs
armèe, also temerarie, newlichst,
in die Schantze gewaget, und verderbet.
Und sol der Mareschal de Turenne,
numehr alleine, die königliche armèe führen.
Zu Bourdeaux, seindt die Printzen, wegen
Tumults, des pöbels, endtwichen, dann Sie wollen
nicht leiden, daß die Printzen, mit Spannien,
so genaw sich verbinden sollen, undt Sie seindt des
krieges, undt vielen Contributionen alles müde.
Man will den König in Spannien, Todt sagen, wehre
an itzo, nicht guht. Diese zeittung aber, ist incertj rumoris!
Dienstag♂ den 4ten: May; 1652.
<Windig wetter.>
Hans Wenzel Rothe bey mir, gehabt.
Postea: Georg Reichardt den Amptmann.
Commissiones abermals vorgehen laßen,
wegen der Schuldt, damitt die Bärnreüttischen
wittibe, undt Erben, der Kohlischen wittwe
verwandt, die 100 ThalerThlr: nemlich, so Bürgermeister
Weylandt in vormundschaft Benedix Friederich
vorgeschoßen, undt von dieser Schuldt
absolviret worden, weil die halbe hufe
davor gehafftet. perge Gott lob, das alles
wol erörtert, undt transigiret worden.
Meine gesterige, undt heüttige darzu
verordnete Commissarien wahren, der
hofmeister Einsidel, Tobias Steffeck
von Kolodey, mein Aufwärtter, undt
Philipp Güder, Küchenmeister. perge Jnner-
halb iahres frist, wirdt die Kohlin, auf
vier termine, bezahlet. perge Gott erhalte
Friede! ruhe! undt einigkeit, in <der> Stadt,
und <im> lande!
Der Diaconus Jonius ist heütte extra zu Mittage,
auf erforderung, bey unß, gewesen. perge
Die Hertzoginn, ist heütte, zimlich stille
gewesen. Lieget zu bette. Wüntzschet ihre
pferde zu haben. Sehnet sich etwaß nach
Eüttin, undt höret doch etwaß gerne,
daß ihr herr wieder gesundt worden. Sie
will sonst niemandt vor sich laßen, undt
abhorriret in sonderheit, die conversation
meiner gemahlin, von dero sie deprecation
auf den knihen begehrt, wegen unrechter
titulirung, & talia vaga. perge
Die wolle, ist heütte, meinen Schafen,
abgenommen worden. Gott gebe zu segen!
Mittwoch☿ den 5ten: May; 1652.
Jn die kirche, am heüttigen BehtTage,
cum sorore, Dorothea Bathilde[,] unica filia9, & ambobus filijs.
Die hertzoginn, ist vormittags stille gewesen,
undt gebehten man solte sie heütte allein
laßen, undt die ankunft ihres geschmugks
undt ihrer pferde, befördern.
Nachmittags aber, hat Sie begehrt, ich solte
mit ihr, in den Stall undt keller gehen.
Extra zu Mittage, gehabt, <Fraw Rindtorffinn, undt> Doctor Fischern,
undt allerley, mit ihme, conferiret.
Postea: hat die hertzoginn sagen laßen,
Sie müste erst schlafen, daß wetter, enderte
sich, würde regenicht, undt Sturmicht, (wie es auch
sich anleßet) undt der Stall wehre, ohne daß,
ihr eigen. Sie köndte <doch> hinein gehen, wann sie wollte?
Schwester Bathilde, ist nach Plötzkaw
gezogen.
Meine Töchter, die beyden Elltisten, seindt
von halle, gegen abendt, glügklich wiederkommen,
mit ihrem Comitat, Gott lob! undt seindt
alda wol gehalten worden. perge
Donnerstag♃ den 6ten: May; 1652.
Correspondentzen gehalten, am heüttigen PostTage.
Jn Oeconomicis commissiones <an>geordnet.
Den Allten, SchützGeörg, bey mir gehabt,
welcher mir, utilia, in grentzsachen, entdegktt.
Jch habe mit der hertzoginn, eßen müßen,
wie auch, Carolus Ursinus, Sie hat sich höflich
erzeigt, dennoch aber, nach der malzeitt
exorbitante discurs gehabtt.
Schreiben, von Wartemßleben, von Hanover.
<Vorgestern, habe ich wieder ein Fohlen zu Zeptzigk bekommen.>
Post von Ballenstedt daß es aldar schneyet.
Conferenze, mit dem von Bützow, Jtem: mit Magistro Menzelio.
Freitag♀ den 7ten: May; 1652.
Doctor Fischer, ist bey mir, gewesen, hat mir
die Lunariam Herbam, frisch gebracht, solche
in meinen gartten, zu setzen. Gott gebe zu glück!
Die Hertzoginn, ist nachmittags, in den garten
gegangen, mit Bützow.
Mein Sohn, Viktor Amadeus ist hinauß geritten, die undter-
scheidung, im Dröblischen holtze, ahnzusehen, undt
zu observiren. Gott gebe, zum bestandt!
Jl semble, que dü costè, de Plötzkaw, l'on cerche
dés dispütes, mais droict, demeüre droict!
Gaw hat nachmittags in 5 schiffen, 2207 Schefel (Scheffel)schfl
hällisch maß, oder 2700 Schefel (Scheffel)schfl Bernburgisch maß,
durchgeschift, an gersten, undt im 6ten:
Schif, an haber, 16 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w und 2 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w rogken.
Die 2700 Schefel (Scheffel)schfl thun: 112 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w, 12 Schefel (Scheffel)schfl
undt 14 gute Groschengg: vom Wispel (Raum- und Getreidemaß)w thut: 18 ThalerThlr: 18 Groscheng:
Jtem: ein Schiff, daß 6te mit 16 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w haber, undt 2 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w rogken, fac: 3 ThalerThlr:[.]
Mit meiner herzlieb(st)en gemahlin, bin ich, gegen Abendt,
in gartten, spatziren gegangen.
Die Hertzoginn, hat laßen hofmeister Bützow,
undt Tobias Steffeck von Kolodey zu nacht, mit sich, eßen.
Samstag♄ den 8ten: May; 1652.
<Frost mane sicut herj, postea: bel tempo.>
Jch habe viel verdrießliche OeconomySachen,
gehabt, & j'apperçoy de l'infidelitè. Dieu la
vueille dèscouvrir! & pünir! & me pardonner,
mon jmpacience!
Darnach, bin ich mit Georg Reichardt in discurß, gerahten,
von allerhandt nohtwendigkeitten.
Postea: in gartten, undt zu meinen ædificijs,
spatziret, vor: und nachmittags wieder in hortum.
Daß der heßen Caßelische Gesandte, Krosigk,
zu Wien, in puncto Primogenituræ für seinen herren,
einen guten sententz erhalten.
Der König in Franckreich, thut sich wieder herfür,
Er sol nicht ferne von Paris, angelanget sein.
Zwischen Engelland undt Hollandt, wirdt baldt
eine beschloßene alliance, herauß kommen.
Waß bishero vorgegangen sein mag, sol nur,
zu stillung des Pöbels, in Engellandt (weil bey
wehrendem Englischen Kriege, in OstJndien, ihnen,
von den holländern großer schade geschehen)
angesehen gewesen sein. Printz Robert macht
gleichwol große beütten, undt theilet darvon,
[d]em Könige mitt. Zwischen Spannien, undt
[En]gellandt, ist auch eine alliance beschloßen,
|| [[Handschrift: 477r]]
dörfte wol Calais gelten.
Frangkenthal ist (Gott lob) von Spannischen
evacuirt, folgendes Tages ist auch, die Stadt
hailbrunn, von der ChurPfältzischen guarnison
quittiret, unst solcher gestaltt, verhoffentlich,
dem Römischen Reich, innerlicher friede, undt ruhe
geschaft worden, Gott seye davor, lob! Ehr!
undt dangk! gesagt, der vollende sein wergk gnediglich.
Zu Dreßden, werden allerhandt præparatoria
gemacht, zu bevorstehendem beylager
des hertzogs von Aldtemburgk, mit des
königlichen Printzen, in Dennemark hindterlaßener
wittibe, welches in bevorstehenden Pfingst-
feyertagen, seinen fortgang gewinnen solle.
Zu Briesach, gibt es wiederumb händel,
zwischen dem Charlevois, und Generalleütnant
Rose. Ein ieder sucht ejnen anhang. Vielleicht
dörfte Charlevois sich vor die Printzen, der
General Rosa aber, vor den König, erklähren,
undt solcher gestaltt, dem lande, einen gefähr-
lichen krieg, erwegken.
Der Raht zu Erfurdt, hat am Samstag♄ zuvor, ihren Wal-
purgisritt, oder außzug, zu roß, undt Fuß, in das nechste
Chur: Meintzische holtz gethan, so sonsten alle iahr beschehen,
aber in der kriegsunruhe, bey 20 iahren, nit gehalten worden.
<Jubilate!>
Mit unserer Ducissa, wollen sich, die Phantasiæ,
noch nicht recht verliehren. Deus in adjutorium intendat!
Ribuffo d'un luogo insperato. Pacienza!
Jn die kirche, conjunctim, vormittages.
Nachmittags wieder in die kirche, mit beyden
Söhnen, undt zweyen Töchtern10. perge
Postea, in gartten, avec Madame.
Darnach, habe ich, mit der Hertzoginn,
eßen müßen, welche zimlich fein sich erzeiget.
Gott helfe ferner, mit gnaden!
A Midy; Bützow, & Docteur Mechovius
mangeoyent, avecques nous, oultre
les aultres extraordinaires qui sont avec les nobles.
Montag☽ den 10ten: May; 1652.
Abraham von Rindtorf hat dimission, zu seinem Bruder11.
Gott gebe zu glügklicher expedition!
Ein füllichen, ist mir gestorben, undt
ein allter brauner Agker hengst,
über, undt über, also geschwollen, das
er auch wol umbfallen dörfte. Jst
abermalß Schade, undt unglügk!
Nachmittags ist die meiste hofpursche, zu Magistrj
Menzelij, hochzeitt, sonderlich, die Jungkern,
undt Jungfern, gegangen. Gott gebe ihnen, seinen
Segen! Er heyrathet Bürgermeister Sehsen Tochter. perge
Jnterim, bin ich gegen abendt, mit meiner
gemahlin, nacher Zeptzigk, undt gegen Palbergk
spatziren gefahren. Meine Söhne, seindt auch
mittgeritten, wie inngleichem, andere diener.
Die hußten, fangen wieder ahn zu re-
gieren. Meine Töchter, Angelica undt
Anna Sofia, seindt kawm genesen,
So ist Marichen sehr daran krangk
worden, wie auch mein Elltister Sohn
sehr hußtet. Jst wunder, in dieser
warmen zeitt. Gott beßere es!
Die Leiptziger ordinarien, bringen:
Daß Grävelingen, sehr von Spannischen
benawet seye, und deßen eroberung,
von ihnen, gehoft wirdt. Dennoch
aber, suchen die Frantzosen, auch, es zu endtsetzen,
undt solle der König in Frangkreich, durch
interposition des Königs in Engellandt,
mit den Printzen, vor Paris im accord stehen.
Den Cardinal suchen sie außzuschaffen, oder
doch an ein grentzorth, zu relegiren.
Das Engelländische Parlament, hat dem Printzen
von Condè, die gesuchte hülfe, platt abgeschlagen.
Jn Schottlandt, scheinet es, das alles sich
fast submittiret, außer der Conte d'Ar-
gille, oder d'Argail, zusampt dem predig-
amptt, welche sich, (nach vermögen,) dem
Engelländischen Parlament, opponiren. perge
Jn Jrrland sol auch daß Parlament
itztgedacht, progreß haben.
Mit den Staaden, besorget man <doch> noch,
eine alliance, unahngesehen, die Engel-
länder albereitt, mitt Spannien,
offensivè, und defensivè sollen geschloßen
haben, undt anahngesehen der Spannische
Ambassador im Haag, dargegen laboriret,
und die holländer und Jrrländer, auch stargk armiren.
Pfaltzgraf Ruprecht, macht große
beütten, zur See, undt schickt seinem vetter,
dem Könige in Engellandt, nach Paris statt-
liche Summen, an geldt, goldt, undt Silber,
|| [[Handschrift: 479r]]
zu seinem undterhalt, undt nahrung. perge
ChurPfaltz, ist erfreẅet, mit recuperation
Frangkenthals, welches in 32 iahren, seinem
Vero & Legitimo Domino, vorendthalten gewesen.
Der Spannische Gubernator, Frangipane, ist
mit Ceremonien auß: hingegen, der Churfürst
mit dero Gemahlin Liebden solenniter eingezogen,
hat den Spannischen Gesandten, Pater Sarria,
wie auch den Gouverneür, nebst andern
Officirern, bancquetirt, undt wol tractirt,
in sonderheit auch, den kayserlichen Obersten,
Lucas Spick, sie herrlich beschenckt,
seine völgker hinein ziehen laßen,
undt den abzug der Spannier, mit
Schiffen, undt wagen befördert.
Das Salve schießen auß Stügken,
undt Mußckeeten, ist bey solcher Freẅde
nicht vergeßen worden, wiewol die
Spannier darbey, nicht gar frölich gewesen.
Das gantze landt, dorth herumb, hat
sich sonst sehr content erzeiget, und correspondirt.
Gott helfe ferner, mit gnaden, das ein ieglicher
zu seiner befugnüß, gelange, auch Gott recht dangken!
loben! und preisen möge! vor seine gühte, und wolhaten!
Barcellona, sol noch nicht über gewesen
sein, wiewol es die Spannier vermeint in händen
zu haben, undt selbiger festung, hart zusetzen.
Tanger, sol der König in Spannien,
dem König in Portugal, an dem Stretto
dj Gibilterra abgenommen haben.
Die Venezianer, sollen friede, mit
dem GroßTürgken tractiren, interim
aber, ihre armaturen auch nicht einstellen.
Gil de haaß, helt sich wol, mit auß-
fällen, in der Festung Candia.
Jm Arcipelago, sollen die Türgken,
abermalß, 13 Galleren, eingebüßt haben.
Jn Polen, ist ein neẅer ReichsTag,
im Julio, determiniret. Der Chmielinsky,
sol wiederumb, mit den Tartarn, undt
Moßkowitern, heimlich conspiriren.
Die Kayserliche rayse, nacher Lintz,
undt Prag, sol im Junio, gewiß, vor
sich gehen, wie auch der ReichsTag, zu Re-
genspurgk, zu ende des Octobris oder zu anfang,
des Monats Novembris, vor sich, gehen solle.
Jn Ungarn, befahret man einen TürgkenKrieg,
wann die Venezianer, friede machen sollten?
Churfürst von Cölln, ist von Hildeßheim, (nach
entpfangener huldigung) gen Wolfenbüttel
gezogen, undt daselbst, vom hertzogk Augusto
splendide beneventirt, undt tractiret worden.
Von dannen, will er auch auf Zell, undt auf
Hanover, sich bekandt, und freünde zu machen.
<Zu Brisach, stehets noch, gar mißlich. et cetera>
Dienstag♂ den 11ten: May; 1652.
<Somnium: wie ich mit dem Kayser, geredet, welcher gantz mager, dürre, und kleiner worden.>
Jn Oeconomicis, zu schaffen gehabt.
Nach Croßen, geschrieben, et depesche, encor autrepart.
Den StadtVogtt, bey mir, gehabt. Jl m'a
fait ün petit treshümble service.
Mit meiner gemahlin, Liebden und Töchtern12, in gartten,
undt an den pfaffenpusch, spatziret.
Unsere leütte, seindt heütte
wieder auf die hochzeitt gegangen,
(post prandium) des Magistri! undt
heütte seindt die præsenten außgetheilet.
Travaglij; disagij; intrighj, contrastj!
Tra gli disagij; la Virtù s'affina!
Dulcia non meruit; qui non gustavit amara.
Mittwoch☿ den 12ten: May; 1652.
Jn die kirche conjunctim. perge
Extra zu mittage, gehabt, Doctor Fischer, Bürgermeister Döhring,
Bützaw, undt andere.
Die hertzoginn, ist nicht wol, in dieser hitze.
Mein brauner hengst, ist Todt. Pacience!
Georg Reichardt ist von Ballenstedt, wiederkommen.
On a estè contraint, de me tüer le bon
cheval, ancien, que i'avois a Zeptzigk,
Ainsy, ün malheür, talonne l'autre!
Soprapaese, è liberato, dopò 4 settimane,
di prigione. Jddîo, lo convertisca! Hà
fatto grandj promesse, se le osservasse?
Gegen Abendt, hats ein wenig geregenet,
undt die hitze abgekühlet.
Jch habe die Hertzoginn besucht. Sie
lag zwahr zu bette, undt klagte, über
häupt: undt hertzwehe, wahr aber doch,
in ihren dißcurßen, discret, undt Sittsam,
ob gleich bißweilen, jntervalla <darzwischen> kahmen?
Alß ich abschiedt von ihr nahm, sprach sie: Sie
wehre so gantz verlaßen, hette keine vff-
warttung, oder iemands, der sich ihrer sachen, an-
nehme, wenn mirs wol gienge, solte ich, an
|| [[Handschrift: 481r]]
Sie gedengken, undt ihrer nicht vergeßen. Diß
sagte sie, mit Sehnlichen wortten, alß wann sie
gantz von hinnen, scheiden wollte?
Victualien, von Ballenstedt, habe ich bekommen.
Donnerstag♃ den 13den: May; 1652.
<1 hase, von Poley.>
Jch habe meine briefe, undt Correspondentzen
befördert, sonderlich, in die niederlande,
dahin ich sie, mit gelegenheitt forthzusenden, willens.
heütte, hat sich niemands weitter, zu
Magistri Menzelij; hochzeitt, gefunden, weil solche,
in vorigen dreyen Tagen, (Gott lob!) glügklich
aufm Rahthause, alhier, in der Stadt Bernburgk,
vollbracht, undt vollendet worden.
Meine freundliche herzlieb(st)e Gemahlin, ist nachmittags,
mit beyden Söhnen, undt zweyen Töchtern13,
nacher Aderstedt, gezogen, herrnvettern Fürst
Augusto, undt dero gemahlin Liebden, zuzusprechen.
Monsigneur Bützow, wie auch, Wischer, undt der
iüngere Einsidel, haben mittreitten müßen,
nebst anderm gemeinem comitat, undt es sol
Schwester Dorothea Bathildis, abholung, bedeütten,
gestaltt Sie dann mitteinander, vor dem abendteßen,
an: unddt wiederkommen. Monsigneur mon Oncle, a estè quinteux!
Conversatio, mit Bützow.
La Signora Duchessa è stato stravagante hoggi.
Man hat große feẅer gesehen, gegen
Zerbst zu, undt undterschiedliche judicia
darvon gefellet. Gott bewahre, vor unglück!
Freitag♀ den 14den: May; 1652.
Avis: daß die gestrigen feẅer, von
dem Schilf hehrkommen, so in einem
Teich, hindter Wolfen, angezündet worden.
Bey der hertzoginn, bin ich vormittags
gewesen. Sie ist noch nicht recht wol.
Gott schigke es, zu gnediger beßerung!
Avis: von Häringhen, das die Fürstin
zu Sonderßhausen, eines iungen, aber
Todten Sohns, genesen. Also haben andere
auch ihr creütz, undt Trübsall. Gott
tröste die affligirten!
Abraham von Rindtorf, ist von Seiner
rayse wiederkommen, gestern abendt.
Ein Rohtwang, von hartzgeroda, hat
mir briefe auß Schlesien, von der Schwester
von Mecklenburg mittgebracht.
A spasso, in gartten, con Madama.
Es hat etwaß, gegen abendt, geregenet.
Der Caplan Jonius, ist Nachmittage, bey
Mir gewesen, 1. wegen, urgirung, der Belgischen
Collecten, 2. wegen eines bedengken, meines
Consistorij; in puncto propositj, sed non concessj
Divortij, etcetera etcetera etcetera[.]
Victualien, von Ballenstedt bekommen. perge
Bützow, Wischer, undt Einsidel junior,
seindt hinauß nacher Aldtenburgk, zu
Erlachen, diesen Abendt, zur recreation.
A spasso, mit Madame, und mit
Schwester Dorothea Bathilde in gartten, con disgusto.
Die Avisen von hamburgk, geben:
Daß der Großfürst, in der Moßkaw, die
Deützschen undt außländer, sehr perse-
quire. Sie sollen sich laßen umbtaüffen,
undt den Reüßischen glauben, annehmen,
oder keine dienstleütte mehr behalten,
bey hoher Strafe. Wo nicht, mögen
Sie auß seinem lande ziehen, undt alles
zu rücke lassen, darüber viel abfallen.
Der allte General Leßle sitzt gefangen.
Samstag♄ den 15den: May; 1652.
Der Secretarius Christophorus Bärnreütt, jst
bey mir gewesen, venant de Zerbst, & y allant.
hat mir auch schreiben, vom Syndico
Jehna, mitgebracht.
hofmeister Bützow, rayset heütte
auch nach Zerbst, darzu ich ihm pferde gegeben.
Daß in Frangkreich, noch alles, in großer
Confusion gehet. Die Printzen verharren
auf des Cardinals außschaffung, der König,
undt Königinn aber, wollen darzu nicht
verstehen, darüber wirdt das gute
Königreich, in grundt ruiniret, die un-
derthanen aber werden des Krieges müde.
Jn Engellandt, stehet es, in vorigen Terminis,
die Tractaten, mit Hollandt, helt man, vor
beschloßen, dann der hauptpunct, nemlich der
Engelländischen Prætension, wegen des in OstJndien,
zugefügten schadens, ist auf Erkendtnüß
endtweder des Cammergerichts, oder unpar-
teyscher kaufleütte, außgesetzet, es
|| [[Handschrift: 483r]]
möchte denn, die vermuhtete eroberung, Düyn-
kirchen, undt Grevelingen, von den Spannischen, viel
consilia endern, undt den Staaden wunderliche ge-
dangken erwegken, als welche dadurch, gleichsam
eingeschloßen werden.
Barcellona in Catalogna helt sich länger,
alß man vermuhtet, und weil dem<r> General
Haudencourt, in 500 Reütter, sampt 700
Mußcketirern in Barcellona gebracht,
alß zweifeln etzliche, ob die Spannier solche
bißhero geführte, kostbahre belägerung,
werden continuiren können.
Jm Elsaß währet der krieg, auch
noch, zwischen General Rosa, undt dem
Commendanten zu Briesach. Das Elsaß
wirdt darüber, sehr verderbet.
Daß beylager, des hertzogs von Alten-
burgk, mit der Princeßinn von Dennemark
sol auf Pfingsten, (gebe gott) zu Dreßden, ge-
wiß vor sich gehen. Er der hertzogk sol
auch schon der Princeßinn entgegen gezogen sein.
Mon frere, a veü Naples, est de retour a Rome
la ou il traitte avec l'Ambassadeur de Venise, & se
laisse repaistre, d'autres belles esperances.
Christian Heinrich von Börstel, ist bey
mir gewesen, abschiedt zu nehmen, weil er
in na inß Brehmer landt, verraysen will.
Bürgermeister Döhrings Sohn, <Johann Friederich> ist bey Mir gewesen,
abschiedt zu nehmen, weil er in die Nie-
derlande verraysen will, dahin ich ihm
recommendationes, mittgebe.
<Jch bin Bey der Hertzoginn gewesen, eine visite abzulegen.>
Avis: daß in der Bude, ein Seehundt
geschoßen worden, umb Untzeburgk
welches ein portentum. Jtem: daß
ein Stöer, in der Bude sich sehen laßen.
Jst gleichsfalß ominoß.
Vor Abends, haben alle drey herren,
FürstAugustus, Fürst Ludwig<Johann> Casimir, undt
Fürst Johannes, coniunctim, ein ahnzüglich
schreiben, an Mich, abgehen laßen, wegen
deßen, waß voriger Tage, der holtzhawer
halben, [...] in dem Dröblischen holtz, (umb
beßerer richtigkeitt, undt ahnweisung
willen) vorgegangen. Sie thun mir un-
recht, ohne Scheẅ, undt habens durch
einen Trompter, mir insinuiren laßen.
Jch habe es dißmahl, mit einem Recepiße beant- || [[Handschrift: 484r]]
wortett. Es sol aber schon weitter, die gebühr da-
rauf, verfüget werden, der Sachen Notturfft nach. perge
Sonntag☉ den 16den: May; 1652.
Jn die kirche conjunctim, vormittages.
Extra zu Mittage, die Fraw Rindtorfinn, den
CammerRaht, Doctor Mechovium, den Magister Menzelium,
undt Tobias Steffeck von Kolodey gehabtt.
Nachmittags wieder in die kirche, cum ambobus
filijs, et duabus filiabus, Ernesta Augusta,
& Angelica.
Johannes Antonius Puteus Neapolitanus,
<ein Sohn, eines Advocaten zu San Germano, im Königreich Napolj,>
eines Jesuiters, zu Cracaw bruder, (wie er
saget), hat sich præsentiret. Kan undter-
schiedliche sprachen, alß Jtaliänisch, Frantzösisch,
Spannisch, Lattrinisch. Will einen Sprache-
meister agiren, undt luttrisch <worden> sein. Jch
habe mit ihm conversirt, undt (dem ansehen nach)
jhn redlich befunden. Gott kennet aber die hertzen!
Jch habe ihn zwahr wollen nach Rheinßdorf, undt
nach Zerbst, recommendiret, allein man will es<weiß ich nicht,>
mit<ob man> ihm, <trawen, undt er> in erlernung der Sprachen, versuchen<begehret werden wirt>. et cetera
Die Hertzoginn von Eüttin, ist heütte zimlich
fein gewesen, undt hat auch die nachlaßung,
der heißen lufft, entpfunden. Gott helfe ferner!
Montag☽ den 17den: May; 1652.
Christoph Bärenreütt, ist von Zerbst wiederkommen,
mit recommendationen, vom Jehna, und Wendelino.
J'ay rèspondü de bon anchre, aux Princes
Augüste, Jean Casimir, & Jean, en l'affre[!]
dispütè, dü bois, a Dröble, & receü au soir, ün Recepisse.
hinauß bin ich geritten, mit meinen Söhnen,
inß Dröblische höltzlein, den streittig gemachten
orth, zu besehen, da dann die Mahlbaẅme,
die darein gehawene allte Creütze,
die gräben, etcetera undt waß aufeinander
gehet, indicia genug sein, das mir
unrecht geschicht. Sed Mundus vult decipi!
Bey der Hertzoginn, bin ich, vor abends, gewe-
sen. Sie wahr fein, undt gar höflich, gegen Mir,
nur das sie ihre hohe gedangken hatte.
Dienstag♂ den 18den: May; 1652.
<Windig, kühle, nach voriger Tage hitze.>
Mit Bützawen, gestern Abendt, Gott lob,
vormittags, mit Magistero Menzelio, den heidelbergischen
Catechiscum[!], cum explicationibus, & sententiis
sacræ scripturæ, wol absolviret. Gott
gebe ferner seinen Segen, zu seiner informa-
tion, undt education! undt erhalte ihn
bestendig, in der reinen warheitt! Amen!
Jch habe Ern Benjamin Gigelberger, abgefertiget, in die
Niederlande, in angelegenheitten, dem Ministerio, zum
besten, Gott gebe progreß! glück! heyl! gesundheitt! und Segen!
Ludolf Lorenz von Krosigk hat sich, hierher gemacht, (unahngemeldet,)
wie eine zeitlang her, sein gebrauch gewesen.
Male audit, propter scortationem Erxlebianam. perge
Die Avisen geben:
Daß Grävelingen, in extremis, versire.
Jtem: daß Duynkirchen, auch baldt folgen dörfte.
Engellandt, undt Staden, tractiren noch, doch
sollen sich die Staaden, zu einer ljgue defensive,
undt weitter nicht, erbotten, und erklähret haben.
Jn Frangkreich, brennet daß feẅer noch. Der König,
will den Cardinal, nicht erlaßen. Der
hertzogk, von Lottringhen, stellet sich, alß wolle
er, den Printzen, zuziehen, mit seiner Armèe.
Der ReichsTag, sol gegen den 1. November
inn Regenspurgk, vor sich gehen, undt der
Kayser, soll nach Prag im Junio, kommen.
<Die Stadt> Barcellona, helt sich noch, mit verwunderung,
undt der Marechal de la Motte <Haudencourt>, hat secourß,
hinein gebracht. Doch dörfte es endlich übergehen.
Nach der evacuation Frangkenthal, ist die
Stadt Hailbrunn, auch evacuiret worden, von Chur-
Pfältzischen völgkern, mit guter ordre, undt alles bezahlet.
Mittwoch☿ den 19den: May; 1652.
Jn die kirche conjunctim, gezogen.
Doctor Fischern, dimittirt, nacher Plötzkaw.
J'ay presentè a Monsigneur Bützow, quelques livres, de la Compagnie
früctifere, qui luy ont estè fort aggreables, sür tout,
ceulx de ma tradüction.
Ern Benjamin Gigelberger, habe ich nach den
Niederlanden, abgefertiget. Gott gebe zu glücklichem
succeß! undt erhebung der Collecten!
Meinem Fuchs, habe ich einen anstrich machen laßen.
Die hertzoginn, ist heütte wieder etwaß wunderlich gewesen.
J'ay envojè ün Decret, en Prince, à Erxleben, a cause
dü scandale Commis en icelle mayson.
Le soir, avant soupper, ie suis allè au jardin, avec Madame.
Donnerstag♃ den 20ten: May; 1652.
<Diese Nacht, habe ich, ein Somnium gehabtt: Jch wehre zu der Königinn in Böhmen, in ihr gewöhnliches gemacht, zu heidelbergk kommen, undt hette ihr sehr gratuliret ihre wiedereinkunft. Ein Oberster Kinsky, ein langer, grawer Mann, wehre auch im gemach gestanden. Die (genandte) Königinn hette mich sehr freündtlich entpfangen, undt caressiret, auch mir, Madamoyselle Apßle (welche vor iahren, anno: 1616 ihre Jungfer gewesen, mir bekandt) || [[Handschrift: 486r]] mir zur Ehr kurtzumb, geben wollen. Jch hette mich aber excusiret. So hette ich müßen, der Königinn, einen schönen rubinengeschmugk weisen, darinnen viel rubin, wie auf einem güldenen brustleibischen gewesen, vndt in der Mitten deßselben, <geschnitten> ein schöner Kopf in der Mitten mit einem geistljchen barätlein, alles in rubin künstlich, da mir einer gesagt, es solte Fürst Geörge zu Anhaltt, gewesener Thumbprobst zu Magdeburgk, sein. Die Königinn, hette solches alles, mit lust, angesehen. Darnach, mir wiedergegeben. Jch hette es aber Gottlieb Bährenreütt, aufzuheben, anvertrawet, undt wehre doch immer Sorgfältig, darneben gewesen, ob mir auch dieser Schatz, nicht fleißig verwahret, oder weil er zum eßen, oder sondt weggienge, gestohlen werden dörfte. Jn diesen gedangken, wachte ich auff. et cetera>
Der Amptmann von Ballenstedt, Martinus Schmidt,
ist bey mir gewesen, von der hochzeitt zu Warmstorf kommende.
Avisen von hamburgk: daß Grävelingen
in extremis versire, undt der General Marchese
Sfondratj, davor mit einer Stügkkugel, ver-
wundet worden. Neün Engelländische Schiffee[!],
wehren den Spannischen zu guht, vor Duynkirchen
ahnkommen. Der König in Franckreich wolte den
Cardinal nicht weglaßen, darauß groß übel, besorget wirdt.
Jn Barcellona, wehre secours ankommen, in deme der
Mareschal de la Motte Haudencourt, durch daß feste
Spannische läger, bey der nacht, sich durchgeschlagen,
ahn zweyen orthen alarm gemacht, undt nicht gar
viel armèevolgks verlohren, doch ein pferdt, undter seinem
leibe, nebst etzlichen Tapferen officirern, undt also
hette er einen glorieüsen einzug, in Barcellona
gehalten, mit 600 Mann zu fuß, 600 pferden,
undt vielen Sägken getreydigß, so er hinein gebracht.
Es dörfte diese belägerung, den Spannischen,
noch viel mühe, zeitt, undt blutt kosten, auch
sie sehr ruinieren, wo ferne Sie sich davor, opiniastriren.
Die Silberflotte, sol auch außen bleiben.
Der König in Spannien, wirdt abermal Todt gesagt.
Der ReichsTag, sol auf den 1. November gewiß
außgeschrieben sein, nach Regenspurgk.
Ob schon Frangkenthal restituiret ist, So
sol doch Homburg, Landstuel, hammerstein,
noch fest halten, weil der hertzogk, von
Lottringhen, dieselben nicht restituiren will,
ohne eine nahmhafte Summa geldes. Derowegen
bleiben noch die Schwedischen <deputirten>, in Franckfurt.
Es sol eine große dürre in hollandt sein.
Die Staden, sollen des hauses Naßaw, müde sein,
undt die meisten von ihnen, cassiren, auch nicht
|| [[Handschrift: 487r]]
das Printzliche Uranische wapen, in der Fahne von
der garde mehr leiden wollen. Man meynet, Sie
vergleichen sich gantz mit den Engelländern, undt
Spannien werde die alliance, mit dem Parlament,
brechen müßen. Die andern Provintzen, sollen
mit den General Staden, nicht einig sein, undt
auch der gemeine Mann, weil sie dem hause
Orange wolaffectionirt, undt keines weges,
independentisch sein mögen, hingegen die General
Staden, undt die province hollandt, gut Parlamentisch. et cetera
Viel förchten, es dörfte: Schweden, Dennemargk,
Oldenburgk, undt die hertzoge von Lüneburgk
zusammen sich coniungiren, die Stadt Brehmen,
zu attacquiren, undt zu belägern, welches
die Holländer, sonst wol verwehren köndten. perge
Die Türcken, continuiren noch, ihren krieg, contra
Venetos, Eine galeazza, sol hindter Corfû, von
18 Türckischen galleren, zugleich, sein angefallen,
undt bestritten worden. hat sich Tapfer geweh-
ret, biß das noch 3 andere galleazzen,
(nach langem gefecht), zu großem glügk, ohngefehr,
ihnen zu hülfe gekommen, undt Sie liberiret,
also: das die Türckische galleren, mit großem
verlußt, abgetrieben worden sein.
Conversatio mit hofmeister Bützowen.
Postea: mit Magistro Menzelio.
Mit Madame, zu abends, nacher Zeptzigk, spatziren
gefahren, zusampt zweyen Töchterlein14.
Freitag♀ den 21ten: May; 1652.
Jn der Erxlebischen inculpationssache, habe ich
zu Commissarien verordnet, Meinen Raht,
undt hofmeister, den von Einsidel, Jtem: den
Secretarium Paulum Ludwig, undt dann, den
Amptmann Reichardt. Es ist aber, vormittagß
niemandts erschienen, wiewol auch daßselbe
nicht groß begehret worden, Sondern nur
Schriftliche relation außführlich.
Der allte Philipp May, hat sich præsentiret,
er will mit Ern Benjamin, nacher Niederlandt zu.
Der hofmeister Bützow, hat heütte
eine gasterey, (undter dem Nahmen, eines
grasemahls) angestellet, undt meine kinder,
Jungkern, undt Jungfern, darzu, gebehten,
zur anzeige, seines dangkbahren gemühts,
vor erwiesene gnade, undt wolthaten.
Der Jtaliäner, ist von Rheinßdorff, undt Zerbst,
|| [[Handschrift: 488r]]
(dahin ich ihn recommendirt gehabt), wiederkommen, re infecta.
Man hat ihn, gar kaltsinnig, abgewiesen, undt kein labsall
gebotten. Jch habe ihn nacher Dresen[!], undt Altenburgk, meine
gemahlin aber, hat jhn, nach Krannichfeldt recommendirt.
Gott gebe ihm, dorthin, beßer glügk! weil er sehr
kleinlautt wirdt, daß er nicht undterkommen kan!
Köndte man einem, oder dem andern, inß hertze sehen,
undt dörfte trawen, so hülfe man gerne beßer!
Umb 11 uhr, ist Pleber, der Ambtschreiber, oder
Schößer von Erxleben, erschiehnen, hat im Nahmen
seiner Principalln, der Krosigke, ein Memoriale
eingegeben, vndt darauß, erhärten wollen,
alß, ob sie, ihren verliehenen gerichten, ein genü-
gen gethan, undt rite, mit relegation procediret,
darneben aber, nicht nöhtig gehabt, mirs zu avisiren,
über diß sich beschwehret, das ich ihnen, den hof
verbotten, undt sie so hoch beschimpft, gebehten die un-
gnade fallen zu laßen. Jch habe aber daran
noch kein sattes genügen, undt begehre die acta
von ihnen, zu sehen, undt zu wißen, ob? undt wie?
eigentlich verfahren worden. Sie protestiren
auch, daß ihre meinung nicht gewesen, mir einen
Termin zur verhör zu præfigiren, bitten, ihre simpli-
citet, nicht zu mißdeütten, da das recepisse etwas unrecht
geschrieben, oder stylisirt gewesen.
Jch bin diesen Abendt, bei der hertzoginn gewesen,
welche mich noch zimlich leiden mögen, undt er-
träglich, in ihrem zustande gewesen. Gott beßere es!
Mit Madame, in gartten, spatzirt la sera, da
unsere kinder, gar spähte, vom grasemahl seindt wiederkommen.
Avis: daß vetter Lebrecht zu Plötzkau von Cleve, ankommen.
Samstag♄ den 22ten: May; 1652.
Oeconomica vorgehabt. Rechnungen gesehen.
Discorsj; col maggiorduomo, Einsidel.
Spatziergänge, in den pfaffenpusch, vormittags,
alleine, undt mit Victore Amedeo, nachmittags,
mit Meiner freundlichen herzlieb(st)en Gemahlin
<Discorsj gehabtt, questa sera mit Hans Christoph Wischern.>
Mein Carl Ursinus ist zu abends, außgegangen, wachteln
zu fangen, sed frustra.
Sonntag☉ den 23ten: May; 1652.
<3 lächse gefangen[.]>
1108 Schefel (Scheffel)schfl hällisch maß, in 3 Schiffen, gibt Gaw
am zoll ahn, durchzupaßiren. Thun 57 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w 15 Schefel (Scheffel)schfl Bernburger maß[.]
Extra zu Mittage, gehabt, Fraw Helena,
Doctor Mechovium, Tobias Steffeck von Kolodey et cetera ohne Bützow, undt andere
ordinarios extraordinarios.
Jn die kirche vormittags, cum filiis, undt zweyen
Töchtern15, nachmittags, wieder cum filijs, und einer Tochter16.
Der Hertzoginn, pferde, seindt von Eüttin
ahnkommen, mit einem Stallmeister, 2 Einspän-
nigen, undt 1 lackayen, zusammen, 14 Pferde stargk.
Nach der predigtt, habe ich die Hertzoginn besucht, welche
gar fein gewesen, weiwol wiel von ihrer Liebden wunderlig-
keitt, gestern abendt, undt heütte frühe, gesagt worden.
Hanß Christof Wischer, hat seinen undterthänigsten abschiedt
genommen, in meynung, Morgen (gebe gott) zu verraysen,
nach dem Meckelburger lande zu, allda er zu
eines iüngeren herren, hofmeister zu Schwerin,
verordnet, undt mitt in Franckreich, ge-
schickt sol werden. Gott gebe zu glügk!
Der Stallmeister von Eüttin, einer von Tettaw,
hat audientz begehret, undt erlanget, auch
ein brieflein, von seinem herren, Hertzogk hanßen,
mir überlifert, welches eine höfliche antworth,
auf mein schreiben ist, gleichwol aber, an der
cur des Medicj, Doctor Fischers, so wol al anderer,
desperiret. Jl me donne aussy a entendre,
qu'a la recerche[!] de ma femme, il revoque sa femme
d'icy, chose malcourtoyse, & incivile de Malherbe. perge
Avis von Erffurt: daß Grävelingen, über seye, undt das
Duynkirchen auch baldt wieder Spannisch werden dörffte.
Krosigk Caßel heßischer Gesandter, hat zu Wien,
in puncto primogenituræ, für das hauß Casel, noch zimliche
verrichtung gehabt, ob ihm schon Kayserliche rähte17, zuwiedera gewesen.
Pater Valerianus, ist mit seinen conversions:vorschlägen,
gar schlecht abgefertiget worden, bey ChurBrandeburg und ChurPfaltz.
|| [[Handschrift: 489v]]
ob er schon von Chur:Meintz, undt Cölln, recommendationes
gehabt. Dann bey ChurBrandeburg hat er den bescheidt
erlanget, wenn er etwaß ahnzubringen hette,
solte er es des Churfürstlichen hofprediger ahnzeigen, welches
er aber nicht thun wollen, undt also ohne Audientz
darvon gezogen. ChurPfaltz hat eine statt-
liche ablehnung der beschuldigung halber, alß
wann Sie viel mit Papisten umbgiengen, nachm
Berlin geschrieben, also bleibet Pater Valerianus
Magnus, mit seinem ruhm, wol stegken, er hat
auch ein colloquium mit Doctor haberkorn, und etzlichen
Gießischen professoren18 gehalten, so gar schlecht,
und er selber gestehen müßen, er köndte
weder auß der Bibel noch auß den alten Concilijs
des Pabsts infallibilitet beweisen.
Jn Franckreich, dringen die Printzen, noch darauf,
daß der Cardinal außweiche, anders ist kein friede.
Unser Catzler Milagius, hat gute expedition, in
Heßen, gehabt, Jst auch zu Gohta, undt Weymar,
gewesen, undt wol beschenckt worden. Undter
andern, hat er, 12 inn: undt außwendig vergül-
dete Tischbecher, (so wohl 100 ThalerThlr: werth) undt
dann noch 2 pocal bekommen.
Der ChurBrandeburgische Oberkämmerer Borgkerßdorf
Sehliger, ist zu Berlin, stattlich begraben worden.
Montag☽ den 24ten: May; 1652.
Schreiben von Erxleben in dilatorischen Terminis. Dieu m'assiste!
Gestern abendt, hat Mein hofmeister Einsidel, ein
gastmahl in seinem hause, gehalten, undt darzu
die frembden, hofmeister Bützow, Stallmeister Tettaw,
wie auch Wischern, eingeladen, undt ihnen, gute ge-
sellschaft geleistet. Sein Sohn, der iüngere Einsidel, wie
auch Tobias Steffeck von Kolodey ist ebenmäßig darbey gewesen.
Jst wol aufgenommen worden. Gott gesegene es!
und behüte unß, vor Sünden, undt exceßen!
<Nota Bene:> Die große continuirende dürre, will
unß große Theẅerung, undt landtstrafe
ominiren. Gott bewahre davor in gnaden!
Die Geistlichen, haben auf den Cantzeln,
auch gestern, darvon gute meldung gethan,
undt zur wahren buße, anvermahnet. perge
Die Leiptziger ordinarien, confirmiren, daß iehnige
waß von Erfurdt, undt Hamburgk, eingelanget,
undt den Todt, des beklagten Tapferen Spannischen
Generals, Marchese Sfondratj, vor Grävelingen,
auch die vermuhtete eroberung, selbiger Festung,
undt daß 9 Engelländische Schiffe davor gelegen, undt wieder
abgezogen, weil ihrer, die Spannischen, nicht von nöhten,
undt gedencken, ohne sie, Duynkercken, wol zu gewinnen.
Zwischen Staden, undt Engellandt, wirdt noch der
Accord vermuhtet, wiewol die OrlogsSchiffe, sich
mehren, undt die Engelländer, den holländern,
in der See, hin: undt wieder, schaden thun:
Schottlandt, submittiret sich, meistentheilß,
wie auch Jrrlandt, darinnen Galloway
verlohren, nebst andern orthen.
Dennemargk, accommodirt sich auch, dem Parlament.
Der ReichßTag, gehet gewiß forth, den 1. November[.]
Die evacuation Frangkenthalß, erwegket
große freẅde, und zu Briesach hoft man auch ruhe.
Der Visconte de Türenne, hat ein scharfes
treffen, nebenst den königlich Französischen trouppen, auf die
Printzischen, bey Estampes gethan, undt sonderlich
viel Deützsche und Spannier überfallen,
darnach aber, seindt ihnen, die Pariser, zu
hülfe gekommen, undt haben ihm wieder viel
volck ruiniret. Beyde Theile, rühmen sich, der Victorie.
20000 lackayen sollen alleine sich rottirrn
in Paris, den Cardinal außschlagen zu helfen.
Der Hertzogk von Lottringhen, ist durch falsche
briefe verführet worden, hette sonst, zu rechter
zeitt, den Prientzen entsatz zugeführet.
Die Spannische Silberflotta, sol zu Calis Malis,
ahnkommen sein, undt in Westindien, etzliche völcker,
wegen staigerung der Müntze, sich empöret haben, contra Spannien.
Der glorieuse einzug des Marechal de la Motte
in Barcellona, durch daß Spannische läger, mit Macht
hindurch, wirdt confermiret, undt daß auch 4000
Sägke, mit getreydich hinein gebracht, hingegen
der ViceRè zu Neapolj, übel ahngesehen worden,
das er es nicht zeitlich, beßer belägert, welches
auß ambition, daß man ihme allein nicht die Ehre
gegönnet, geschehen sein soll.
Königs in Portugalls trouppen, sollen auch
eine schnappe in Castiglien, erlitten haben.
Die Türgken, haben eine verrähterey auf
die Festung Candia, vorgehabt, durch die Dal-
matier, welche ihnen ein Thor lifern sollen,
Jst aber entdegkt worden.
Printz Radzivil littawischer Feldherr sol
gestorben sein. Wehre schade!
Der Pollnische ReichßTag ist in Junium verschoben.
Tattaren, Cosagken, Moßkowiter, 7benbürger,
sollen contra Polen, zusammen conspiriren.
Graff Magnus de la Garde, sol Schwedischer Ge-
sandter, am Kayserlichen hof werden, wegen der Pommerischen lehen.
Chur Brandenburg undt Pfaltz Neẅburgk tractiren
abermal mitteinander, wegen der religion, in selbigen
Gülichischen landen, ob ein vergleich zu treffen,
in deme Chur Brandenburg alles in dem Stande (billich)
haben will, wie es anno: 1609 in dem Xantischen
vertrage verglichen? Pfaltz Neẅburgk aber,
fundiret sich, auf daß Münsterische instrumen-
tum pacis, undt will daßelbe dahin
ziehen, alß wehren alle vorige pacta an-
nulliret, undt in dem Stande, alles zu laßen,
wie es, von anno: 1624 hehr, gewesen. perge
Mein beste pferdt, der große fuchß, hat ein 8
Tage, nur her, sich mergken laßen, (nach dem an-
strich,) daß er die Schwehre noht bekommen, undt
schregklich <sonderlich heütte> von sich geschlagen. Gott bewahre
mir doch, das schöne, undt gute pferdt!
Mit dem Türgken, stehets auch nicht, zum
besten, wegen der lunge undt seines hustens.
Jst mein allter leibklepper.
Ces deux accidents, (a ce, que ie crains) me
denotent, quelque malheür! Dieu, nous en preserve!
benignement, par sa Sainte grace!
Meine Söhne, seindt krebßen vndt Fischen, gegangen.
Es hat sich der himmel fein bezogen, nachmittags, aber
wenig zu trüppeln, angefangen. Gott helfe weitter, in gnaden!
Dienstag♂ den 25. May; 1652.
Es hat (Gott seye lob, undt dangk gesagt)
diese nacht, gar schön geregenet, nach so langwie-
riger dürre, undt besorgtem Mißwachß.
Gott wolle ferner, seinen milden segen, über
unß, außbreitten! undt unß nicht verlaßen!
undt seine himmelische gühte, nimmermehr, von unß wenden!
Jch habe mit dem Amptmann, Georg Reichardt viel conferiret
in justitzien: Amptß: und OeconomySachen. perge
Avis: daß es vergangene woche, zu Halle
rechten schwefel geregenet hat. Die be-
deüttung, ist Gott bekandt. perge
Extra: jst zu Mittage, allhier gewesen, nicht
allein, der Stallmeister Tettaw, Sondern auch,
der hofprediger Menzelius.
Avis: daß es vor wenig tagen, drey meilen von
Prag, bluht geregnet habe. Seindt seltzame omina!
J'ay èscrit a Zerbst, a Monsigneur Wendelinus, a Jehna
& a George l'Archer, par Philipp Güder.
Die hertzoginn, ist heütte wieder, etwaß unlustig gewesen.
Avis von Ballenstedt daß daselbst auch große dürre seye, undt
in vorigen tagen, nicht geregnet hette. Gott wolle es beßern!
Mit dem Stallmeister Tettaw, habe ich viel conversiret. et cetera
Mittwoch☿ den 26ten: May; 1652.
<Nebel frühe.>
Post von Ballenstedt, undt wie daß kindt-
taüffen, bey Rödern zu Ermßleben, nomine Viktor Amadeus
meines Sohns, durch einen von hoym, wol ver-
tretten worden? Gott gebe zu segen!
Es schickt sich alles, zum abzuge, mit der hertzoginn.
Der von Bützow, ist bey mir gewesen. Jch habe sehr
gebehten, umb heüttiges, undt Morgendes Stillager.
Es hat aber nicht sein können. 1. weil expreßer
befehl vom Hertzogk Hanß da ist, sich nicht
länger, mit den angekommenen pferden, zu
saümen. 2. weil die Hertzoginn, zur ab-
rayse, sich numehr disponiren laßen, undt
andere intervalla baldt kriegen möchte.
3. weil die lufft, noch kühl, undt die
hitze, baldt einfallen möchte, da es nicht
gut raysen, undt der hertzoginn, an haüpt schädlich.
4. weil die PfingstFeyertage herbeyrügken.
5. weil sie unß länger keine ungelegenheitt
machen mögen, worwieder ich zwahr sehr protestiret,
undt ke von keiner ungelegenheitt hören wollen!
Dem von Bützow, (alß einem höflichen, wolqua-
lificirten Cavaglier,) habe ich, vor geschehene
auffwartung, meinen Töchtern, an hofmeisters
|| [[Handschrift: 493r]]
Stadt, undt vor gehaltene schöne reden, mein
bildnüß, undt gnadendenarium verehret, welches er sehr
wol ahn: undt aufgenommen.
Doctor Fischer, ist darnach auch bey mir gewesen.
Jtem: der Amptmann Reichardt.
Postea: Wolfgang, so nacher Ballenstedt soll.
Jch habe abschiedt genommen, von der hertzo-
ginn, nachmittags in præsentz meiner herzlieb(st)en gemah-
lin. Es hat zwahr exorbitantzien gegeben,
iedoch, alles, mit manier, noch zimlich. <Nota Bene La Düchesse a fort admonnestè ma femme, de persister, en la religion, en laquelle sa vocation
l'appelloit, c’est à dire en la religion Calvinienne,
ou refformèe, aultrement elle seroit malheüreüse. perge
Et cela elle disoit, avec ün zele extraordjnaire. perge
Mais elle estoit ün peü malcontente!>
Abschiedt genommen, von Bützow, Tettaw,
undt andern. perge
Nach der mahlzeitt, über eine weile, ist
die hertzoginn, (welche übel zu sprechen gewesen)
abgerayset. Gott gebe, zu glück! undt beßerung!
Daniel Cellarius von Magdeburgk, ist
alhier gewesen. Will Apoteker werden. perge Er
hat den Schwefel gesehen, welcher auf dem Margkt zu halle, gefallen.
Meine Söhne, seindt mit der Hertzoginn,
ein stügk weges, hinauß geritten, undt wiederkommen.
Sie gehet heütte auf Saltze. Gott geleitte Sie!
Donnerstag♃ den 27ten: May; 1652.
<himmelfahrtsTag.>
Am heüttingen Fest, vormittags, in die kirche, mit
zweyen Söhnen, undt zweyen Töchtern, Eleonora Hedwig und, Anna Sophia
da unß dann der hofprediger Menzelius, den
Tröstlichen Artickel, von der Himmelfahrt
Christj, undt vom Sitzen zur rechten Gottes,
gar schön außgeleget, undt wieder allerley
hæreses, undt abusus defendiret. perge
Extra zu Mittage, gehabt, die Rindtorfinn,
den Magister, undt Tobias Steffeck von Kolodey.
Sopra paese, è di nuovo ricevuto, in grazia,
dopò penitenza di 4 settimane, in carcere, e
dj dua, (non osando comparire al servizion, dj tavola.)
Jddîo, lo convertisca! immantinente!
Avis von Saltza, das die Hertzoginn alldar
glügklich angekommen, undt vol disponiret seye,
zum raysen! Sie hat auch, den hundt Ladron
wieder zu rügk, geschicktt.
Nachmittags, wieder in die kirche, mitt
beyden Söhnen, undt dreyen Töchtern19, in die
predigt, des Caplans Jonij.
Responsa von Jehna, undt Wendelinus.
Doctor Jonas Eucharius Erhardt, Kayserlicher Cammerge-
richts Advocatus undt Procurator, dienet der Stadt Zerbst,
zu Speyer, & on le sondera, en mes affaires contre Kohlmann.
Schreiben, an Nathanael Jahn mit der ordinarij Post, bestellet. perge
Avis: daß in hollstein, ein großer landtschade seye,
1. in dem vom frost, die blühte der obst: undt
mastbaẅme, (da die <Schweine>Mast ein großes zu, tragen
iährlich sonst pfleget, an büchen, undt Eichen, gantz
verdorben. 2. hernacher aber, die große dürre
eingefallen, undt daß getreydig zu nichte gemacht.
Gott helfe überall, mit gedultt, creütz ertragen!
A spasso, nach der Mühle, nachm Thamm, kunst, undt
gartten, auch andern gebeẅden. perge
Es hat, (Gott lob) wieder geregenet, heütte.
Samstag♄ den 29. May; 1652.
<Regen.>
Avisen von Erffurdt: daß zu Paris, 50000 Mann sich rüsteten,
ihren König einzuholen, den Cardinal aber, mit gewaltt zu verfolgen.
Der Hertzog von Lottringen, laviret hin, undt her, ungewiß:
welchem Theil er noch assistiren wolle?
Zwischen Engelland und holland, versichert man sich, des vergleichs.
General Rosa, undt die Briesacher, haben stillestandt gemacht.
Barcellona ist von den Frantzosen, zwahr endtsetzt, und biß
vf weynachten proviantiret, doch continuiret Spannien, noch die blocquade.
Chur Meintz, undt Chur Saxen, wollen in Mülhausen, zusammenkommen,
wegen des ReichßTages, undt Römischen Königs, wahl sich zu undterreden,
undt zu resolviren, ob Sie nacher Prag, ober Regenspurg in person, kommen wollen.
Sonntag☉ den 30ten: May; 1652.
<Domine Exaudj[.]>
Jn die kirche, conjunctim, eine schöne Trost:
undt lehrpredigt, vom Creütz und leiden, anzuhören.
Extra zu Mittage, gehabt: Tobias Steffeck von Kolodey[,] Menzelium
den Hofprediger, Magistrum Menzelium, Diaconum
zu Ballenstedt, undt perge
Nachmittagß, cum filijs tantum, zur kirchen, da dann
der Rheinschmidt, pfarrer zu Poley geprediget,
weil unser Diaconus Jonius, krangk ist. et cetera
Der Administrator von halle, hat unß
abermal auf einen landtTag, gegen vergange-
nen 24 huius, nacher halle, invitirt gehabt, in
Geistlichen, Polizey: undt iustitziensachen, zu deli-
beriren helfen, dieweil wir aber nicht, alß
seine landtStende, oder undterthanen, zu
tractiren, undt ein 70 iahr hero, ein anders
hergebracht, auch allemahl solche Citationes
ihnen wiedergeschicktt Alß ist auch dißmal
geschehen, weil unß ihre landtsachen, nicht angehen.
So haben wir Fürsten zu Anhaltt, auch ein Privi-
legium, vom Kayser, Carolo V. schon her, wann
die Stifter, sollten in welttliche hände gerah-
ten, oder secularisiret werden, (wie an itzo, durch
das Jnstrumentum pacis, zu Münster, und zu
|| [[Handschrift: 495r]]
Oßnabrügk, geschehen) daß wir alßdann, mit ihnen
unverwirret, undt keine gemeinschaft der lehen
recognitionen haben, mit ihnen (alß ohne daß,
freye Reichßfürsten,) haben sollten. Können unß
derowegen, mit nichten, weder vom Ertzbischof
selbst, noch vom Thumbcapittul, præiudiciren laßen.
Ohne ist es nicht, daß vor iahren, im Pabsthumb
die <uhr>allten Fürsten, unsere vorelltern,
sich bißweilen, in den kriegen, wieder, undt
vor die bischoffe, sich gebrauchen laßen, undt
bißweilen mit ihnen, umb mehrerer sicherheitt
willen, verbunden, undt confæderiret. Auß
solcher reciprocirten assistentz, (zumahl
da unser Fürstlich hauß, mächtiger gewesen,
undt zweene Churhüte Saxen, undt Bran-
denburgk, nebenst der grafschaft Aßcanien,
undt andern, (numehr leyder! entzogenen)
Aemptern, in poßeß würgklich gehabt,) haben die
hoffertigen Geistlichen, vor iahren, eine Protec-
tion machen, undt unß, alß ihre Clienten
tractiren wollen, auch etzliche wenige gehabte feuda
allzuweitt <zu> extendiren, undt unß, als subdites zu
t subiiciren, sich undterstehen dörffen, welches masculè
contradiciret, und bey Menschen gedengken, keine lehen
mehr gesucht, noch entpfangen worden. Was die compactata
|| [[Handschrift: 495v]]
anlanget, so wir mit dem Stift Magdeburg haben,
dieselben, werden auch nicht gehalten, auf Magdeburgs
seitten, Sondern gebrochen, ergo: seindt wie
auch nicht mehr daran verbunden, sonderlich
itziger zeitt, wie vorgedacht. Jn den Compacta-
ten, seindt sonst unsere iura wol beobachtet.
Man will unß aber davor, einen disputat,
an halß werfen. Ces voysins, nous ont
estè jadis, & nous sont encores nuisibles;
ut solent facere vicinj potentiores. perge
Fürst hanß zu Zerbst, will müntzen
laßen zu Zerbst, kleine sorten. Begehret
unsern consenß, welches wir gerne conce-
diren, damitt das Müntzregale erhalten,
undt in unserm hause, nicht præscribiret werde.
Jch habe auch gerahten, er möchte nicht
allein, kleine sorten, Sondern auch Ducaten,
undt Reichßthaler pregen laßen, wie
andere benachtbahrte Fürsten, Grafen,
undt Städte thun. Wollte Gott! die berg-
wergke am hartz, giengen recht, jm Schwange
undt geben zum Müntzen, außbeütte, an goldt, undt Silber!
Montag☽ den 31. May; 1652.
Avis von Plötzkaw, daß beyde iunge printzen von
Weymar, hertzogk Bernhardt, undt hertzog Friederichen,
daselbst ahnkommen, undt heütte zu Mittage, alhier
einsprechen wollen. Gedengken nacher Cöhten.
Avis: daß der ObristLeütnant Krosigk von Alßleben,
durch mein Territorium beym Lösewitzer pusch
durchgezogen, daßelbige armata manu,
violiret, mit vielen gewapneten, undt hinüber
in das Plötzkawische geschoßen, gefrefelt,
gescholten, trunckener weise, heütte, vor
Acht Tagen.
Die iungen hertzoge, von Weymar, seindt
gegen 9 uhr, ahnkommen, undt haben Schwechhausen,
undt ihren Præceptorem mittgebracht. Der
Stallmeister Dehnstedt, von Cöhten, wahr
mit den Cöthnischen kutzschpferden, auch
darbey, weil diese rayse eigentlich
gemeinet ist, den vetter, Wilhelm Ludwig
daselbst, zu besuchen.
Sie haben mit unß, Mittagsmalzeitt
gehalten, undt seindt darnach wieder
von hinnen, verrayset, nacher Cöhten. perge
Schreiben von Crossen, bekommen.
Die Avisen geben: daß Grävelingen, gewiß über,
undt Duynkirchen, benawet seye!
Die Staaden tractiren mit Engellandt, sub clypeo,
id est: mit einer flotte von 80 Schiffen, welche
undter dem Admiral Tromp, vor der Temß liegen.
Dennemargk, laviret auch noch, undt hat sich
so sehr, noch nicht accommodiret, dem Parlament,
alß man gemeint gehabt, sintemal es ihren
Schiffen, im Sundt, leßet frisch zoll geben,
undt achtet der Schiffer, undt kaufleütte
murren nicht.
Schweden, schickt einen gesandten, nicht
allein, nach Londen, Sondern auch, nach Constantino-
pel.
Polen, præparirt sich, zu einem Neẅen
reichßTage, weil theilß Cosacken, mit
den Tartarn, auf neẅe motus gedengken,
wiewol daßelbe eigentlich, wieder die
Wallachey, solle angesehen sein.
Mit der Päbstischen reformation, fähret
man stargk forth, in Böhmen, undt incorpo-
rirten landen, wie auch, in Oesterrich.
Der Türgke, sol wieder, im Venezianischen waßerkriege,
13 galleren, verlohren haben.
Die Stadt Barcellona helt sich noch, wirdt aber
schwerlich dem Spannischen Gewaltt, länger resistiren können.
Trino in Montferrat, ist auch von Spannien, belägert.
Der König in Spannien, ist wieder genesen, undt
dero Gemahlin, hat eine iunge infantin bekommen.
Der Cardinal Mazzarini, hat den festen
orth: L'Esclüse, hindter Genff, laßen einnehmen,
zu seiner dermahligen retirade.
Der Printz von Condè, hat Saint Denis, mit gewaltt,
eingenommen, der König in Frankreich aber, hats recupe-
riret, undt neütral gemacht. Es gibt heiße
Scharmützel, undt bleibet volgk, beyderseitß.
Viel meinen, der albereitt vorgegangene
verlust, Grävelingen, undt der besorgende
mit Duynkercken, nebst dem vielen innerlichen
kriegsbeschwerden, bluhtvergießen, contribuiren
undt überdruß des armen volcks, in Frangk-
reich, dörfte die vereinigung des Königs, mit
den Printzen befördern, und sie, die Frantzosen
sämptlich, klüger machen. Dennoch, will der
hochmuth, undt reputation noch nicht zulaßen,
daß die Königinn auf ihr leibgedinge, undt der
Cardinal auß dem Königreich, dimittiret, undt
verwiesen werde. Zu Briesach, ist Stillestandt;
nach deme der Conte de la Süse, von wegen der Printzlichen
|| [[Handschrift: 497v]]
undt der General la Rosa, von wegen des Königes,
lächerlich, ahneinander gewesen. Dann nach dem
der Rose, mit großer furie auf den andern
loß gegangen, undt der Conte de Süse
sich zu schwach, undt imparat gedeüchtet;
hat er angefangen zu rufen: Friede, Friede,
seine Soldaten aber, gnade, gnade!
über welche sich der la Rose, noch mehr, alß
über iehnen, erbarmet, undt also, den degen
eingesteckt, auch seine leütte, (so anfallen
wollen), zu rügke gehalten, mit vermelden:
er suchte der Soldaten undtergang nicht,
Sondern nur die rechten Rebellen seines
Königes, zu dempfen, undt zu tilgen. Wann
der la Süse andere ordre vom Könige brächte,
als er, der la Rose hette, wolte er gerne
andere anstaltt machen, und dem Könige,
pariren.
Der gewesene Oberkämmerer Borgßdorf, ist
mit großem pomp, undt Magnificentz, zum
Berlin zur erden bestattet, undt von 24 vom
Adeln zu grabe getragen, vier pferde ihm vor-
geführet, wie auch etzliche insignia ihme vorge- || [[Handschrift: 498r]]
tragen worden, sonderlich: der Thumbprobsthuet <oder Mütze>, der
güldene kammerherrenschlüßel, & cetera[.] Eine compagnie
zu roß, undt 22 compagnien zu Fuß, sollen auch, den
Conduct begleittet, undt mit salveschießen, die
letzte ehre gethan haben. Doctor Crellius, hat die
leichpredigt gehalten. Ohne die 3 gedchten
Trawerpferde, ist auch einer in einem küriß, vor
der leiche her geritten, wie bey Fürsten gebräuchlich.
Die Thumbprobstmütze, daß RitterCreütz,
Sein güldener Schlüßel, iedes ist, auf schwartzen
Sammeten küßen, von Edelleütten getragen worden,
wie auch sein wappen, von zweyen vom Adeln.
Die degk über den Sargk, hat von Schwartzem
Sammet, sein müßen, so Doctor Crellius bekommen.
Avis vom Doctor heher, auß Düringen,
daß er, die lehen, wegen BurgkScheidingen,
undt anderer, bekandten, undt unbekandten
örther, in unser gesampten Fürsten Nahmen,
vom Bischof von Bambergk, Melchior Otto,
(gebornen Voytt von Saltzburgk) solenniter
entpfangen, undt also selbiger actus wol abgegan-
gen, gleichwol die lehensträgerey, (so der Se-
nior gesucht,) nicht erhalten noch zur zeitt worden.
Jtem: hat er auch berichtet, was er bey dem Churfürsten
von Meintz (dahin ihn Fürst Augustus alleine ablegiret) außgerichtet!
