Donnerstag♃ den 1. Julij; 1652.
<Regen, mane.>
Man hat vorgestern, in die 6[,] 7 biß 8 todte läxe
in der Sahle, schwimmen sehen. Mag nichts guts anzeigen!
Jch habe nacher Croßen, geschrieben.
Labores, in Schwartzburgischen ahngelegenheitten, expediret.
Magister Menzelius ist neben hans Eckardt, von Zerbst, wiederkommen. Il
m'a apportè, tout plein de nouvelles!
heütte ist ein todter aufgefangen worden, welcher zu
Alßleben ertruncken, undt gekrebßet haben solle,
Jtem: ist in neẅligkeitt, auch einer zu Kalbe
ertrungken, wil also die Sahle tribut haben.
Gott genade, den armen Seelen!
Avis: daß das neẅlichste wetter, (so alhier
durch Gottes milde gnade, vorüber paßiret,)
zwischen Magdeburgk undt Saltza, einen lan-
gen strich, wie auch hindter Magdeburg das liebe
getreydig, iämmerlich zerschlagen, undt verderbet
hatt. Gott erbarme sich des elends, undt gebe
rechtschaffene Früchte der buße, unß! und unsern Nachtbarn!
Avis, daß zu halle 4 personen, undt 2 kinder
ertrungken. Man höret wenig gutes!
Nachmittagß, bin ich, gegen Pfuhle, Zeptzigk, undt
sonsten, meine felder zu besichtigen, hinauß geritten.
Avis: von Gröptzigk, vom Gebhardt Pariß
von dem Werder, daß ihn Gott, mit einem
iungen Sohn, erfreẅet, will jhn, aufn Sonntag☉tag,
taüffen laßen. Bittet, umb permission der
Musjck; welche ich ihm, (in der Stille) concedire.
heütte, ist Jahrmargkt alhier, zu Bernburgk.
Avis: daß es sich, mit dem herrnvetter Fürst Augusto, zwahr, (Gott lob)
bessert, die Fürstin zu Plötzkau aber, wehre
am husten, gar krangk? Gott beßere es!
<Donner, Regen, Nachmittags.>
Man hat heütte zu margktten, gehabt, allhier
zu Bernburgk.
Doctor Fischer, ist bey Mir, gewesen, hat mir erzehlt,
wie der gute allte 77-iährige herr, Fürst
Augustus, mit dreyen gefährlichen morbis
zu colluctiren gehabtt, zugleich, alß mit
dem calculo doloroso, mit dem Miltzwehe,
undt mit ergießung der galle, oder
gelben sucht, darzu baldt catharrj,
undt Asthma geschlagen wehren,
wenn man nicht præserviret, curiret,
undt præcaviret hette! Gott seye
gedangkt, vor seinen heilsahmen Segen!
undt helfe ferner fæliciter curiren.
Die Fürstin, undt vetter Lebrecht,
erholen sich auch (Gott lob) fein wieder!
zu Plötzkaw. Gott gebe zu segen!
Avis von Erffurdt: das der Lottringher,
vom Könige in Frangkreich, geldt genommen,
undt sich, von den Printzen, abgethan, welches
bey denenselben, wie auch, bey den Spannischen,
alteration erwecket. Zwischen Engelland
undt Hollandt, stehen die Tractatten, in
|| [[Handschrift: 525r]]
extremis, undt ehe der krieg, alß der vergleich, zu
vermuhten. Der Churfürst von Brandenburgk,
hat mit Graf Moritzen, undt einem Reütter, zu
Amsterdam, unbekandt einreitten wollen,
Es isr aber, verkundtschaft gewesen, und hat
der Rhat sie vor dem Thor, solenniter angenommen.
Jn Polen, siehet es noch gefährlich auß,
wiewol es diß iahr, so große Noht, noch
nicht haben möchte?
Das wetter, hat sich diesen nachmittag, mit
vielem donnern, undt stargkem regenen, sehr
erleichtert. Gott gebe, dienlich erndtewetter!
Zur heẅerndte, will es zwahr, wol dienen. perge
Der Regen, hat diese Nacht, continuiret, undt
unsere gebeẅde, zimlich beschädiget, undt durchge-
drungen, in vielen zimmern, im Schloße.
Finden sich also überall, commoda, et incommoda!
Ein Somnium habe ich gehabtt, wie ich in Engel-
landt gewesen, zu Londen, (mit Männiglichs verwun-
derung, das ich da hinüber traijciret) Alß ich aber
kawm außgestiegen, wehre mir das hertz schwehr worden,
undt ein Schwartz bärtig männlein, so mich gekandt,
(ob ich schon unbekandt sein wollen,) hette mich alsobaldt
|| [[Handschrift: 525v]]
beneventiret, undt mir fürstliche Tittul gegeben,
darüber ich erschrogken. Er aber, hette mich ge-
fraget, ob ich ihn nicht mehr kennete, wie in
meiner Jugendt, da er Capitain Spannier,
geheißen, und mir familiar gewesen,
nun aber endtlich ein Oberster worden
wehre? Andere aber, hetten mich vor ihm
gewarnet, undt vor Cromwells, inquisition.
Also hette ich, dem geschäftigen Spannier
zu thun gegeben, undt liederliche geringe
Sachen, vom schiffe, abtragen laßen, inn-
deßen, nach einem guten holländischen abfahrenden
Schiffe, mich ümbgesehen, undt umbhören
laßen, auch baldt eines gefunden,
darein ich geschwinde geseßen, meine
leütte, undt beste sachen, mittgenommen,
das übrige dem <noch> außen gebliebenen Spannier
überlaßen, undt also auß der angst
liberiret (vor dem Tirannischen Cromwell
undt andern jndependenten) darvon ge-
fahren, undt Gott gedangkt, darüber
ich baldt, erwachen thete, nach andern wenigen
somniis, was mir in hollandt, begegnet. etcetera
Jn die kirche, cum filiis, in stargkem regen, perge et cetera
Extra: den hofprediger, zu Mittage, cum Tobias Steffeck von Kolodey
Nachmittage, wieder in die kirche, cum filiis, & nobilibus.
Der Jahrmargkt, alhier zu Bernburgk,
hat heütte, ein ende.
<Schön wetter, wiederumb.>
Jch bin hinauß geritten, auf meine felder, allhier,
undt zu Zeptzigk, den segen Gottes, zu besehen.
Carolus Ursinus, war auch mitt.
Postea: in Oeconomij sachen, mit dem Amptmann,
mit Philip Güder, undt mit Wolfgang, geredet.
Ma femme est allè, par üne soudaine boutade,
ceste apres disnèe a Plötzkaw, desirant avec soy,
deux filles1, & mon fils aisnè, avec üne Damoyselle,
comme aussy le Medecin, Docteur Fischer. Dieu vueille
benir sés conseils bien intentionnèz, & confondre
tout conseil insensè! & pernicieux!
Hertzogk Manfredo, von Wirtembergk, meiner
freundlichen herzlieb(st)en Gemahlin, Schwester Sohn, jst gegen abendt,
anhero kommen, (wiewol er, zu Mittage, unversehens,
unbekandt, in der Stadtherberge gewesen) hat sich,
auß dem Gasthofe, <vorm berge durch einen vom Adel> anmelden laßen, undt ich habe ihn,
in meinem hause, beneventiret, nebenst Carolo Ursino.
Er hat mir briefe, von Leonbergk; undt Gohta, mitgebrachtt. et cetera
Meine herzlieb(st)e Gemahlin, ist noch zur Mahlzeitt,
wiederkommen.
Post von Ballenstedt, von mehr donner-
wettern, undt großem Regen. Gott be-
wahre vor unglügk!
Die Avisen geben:
Continuation, der verenderung, des hertzogs
von Lottringhen, undt das er gantz, auf des
Königs in Frangkreich seitten, getretten seye,
zur recuperation seines landeß, undt gegen
erlegung einer großen Summa geldeß.
Die Printzen, seindt darüber, sehr alteriret.
Bourdeaux suchet seine libertet.
Duynkirchen, wirdt vom Ertzhertzogk belägert.
Barcellona helt sich noch.
Die Engelländer, wollen den printzen assistiren.
Zwischen holland undt Engellandt stehen die
Tractaten, aufn fall, undt armiren beyde.
Dennemargk, hat ein Auge darauff.
Schweden, interponirt sjch, bey Frangkreich.
Jn Polen stehets gefährlich, wegen der Cosagken,
undt Tartarn. Die Deützschen völcker, seindt erlegt.
Das Dritte vfbott, ergehet.
Die Venezianer, haben mit den Morlacchj mi
zu thun, sie wieder die Türgken, in Dalmatia zu
defendiren.
Jn Schottlandt, progrediren die Engellischen Par-
lamentischen, immer forth! und occupiren, einen
orth, nach dem anderen.
Chur Pfaltz, undt Pfaltz Simmern, dissentiren.
Jn den gesterigen Avisen stunde auch:
Daß zu Dordrecht, in hollandt, das wetter,
in einen Thurm, eingeschlagen, darinnen viel
Feẅerwergk, pulver, Cartuschen, undt
granaten, undt dergleichen, gewesen, undt
hette den Feẅerwergker2, mit seinen Söhnen3,
erschlagen, auch sonst schaden gethan.
Jtem: zu Zürich, im Schweitzer landt, hette
das wetter auch, in einen pulfer Thurm geschlagen,
undt fast die gantze Stadt verderbet.
Gott bewahre, vor mehrerem unglügk!
Jn Schweden, wehre große Dürre, wie
auch in Polen, in Preüßen, undt anderstwo, undt
dahero, Theẅerung, undt hungersnoht zu besorgen
Jch habe vormittagß, in Schwartzburgischen angelegenheitten,
wieder, zu travagliiren, gehabtt.
Tobias Steffeck von Kolodey abgeschicktt, nacher Zerbst, auf
Matz Urlobs Sohnes hochzeitt. Gott gebe zu segen!
Den Amptmann, Geörge Reichardt, bey Mir, gehabt.
Mon fils Victor, a la ioue enflèe. Dieu le guerisse!
Christof Wjlhelm Schlegel, jst anhero kommen.
Meine gemahlin, hat, zum spielen, unsere iunge
herrschaft, undt freẅlein, instigiret, mit
dem hertzogk, lequel ne se soucie point, de cela,
car il a autres fois, rompü üne jambe! &
le dueil si proche, & si recent, devroit empescher
ou retarder, telle forcenerie!
Schreiben, von Caspar Pfawen. Risposta nacher Ballenstedt.
Vormittagß, in die kirche, am heutigen Behttage.
Nachmittagß, habe jch, mit hertzogk Manfredo,
im Schach, ein wenig gespielet. Mais voyant, qu'il
en devenoit saoul, bien tost, & qu'il aymoit
mieux, d'aller, vers ma femme, & mès filles, ie
le laissay aller. Mon pauvre fils, Victor,
a encores mal, a sa joue enflèe, & ne sort
point. Au soir, il est venü Vers moy, Dieü le guerie!
par sa Sainte grace!
Des Morgends, seindt die Rähte, zu mir kommen,
wegen Fürst Augusti in sachen, malam herbam, betreffend
ihr anbringen, zu thun, so Sie vom Cantzler Milagio, gehöret.
Cest' affaire, ne vaut rien dü tout.
Gegen abendt, a spasso, an Tham4, in gartten, Mühle. et cetera
<Regen.>
Es gibt viel Confusiones, wegen einer præcipitirten
reyse, nacher Wolfenbüttel. Gott bewahre, vor allem übel!
Jch habe auch sonsten, meine travaillen gehabtt,
wegen des verfluchten Gynecæj! Gott strafe<beßere> es!
J'ay èscrit, à Crossen, a Gohta, a Leonbergk.
Mes enfans, ont jouè, avec le Düc Manfredo,
de Wirtembergk, comme des enfans, a Meridie.
Gebhardt Pariß, von dem Werder, ist (be-
schriebener maßen) anhero erschienen.
Discorsj, mit dem hertzoge, undt le fer,
seinem Juncker, Ritter dü Saint Esprit. perge
Die vorgewesene rayse, hat müßen, wegen
vieler impedimenten, suspendiret werden.
Werder ist wieder weggerayset. Will sehen, ob er
sich, in die trawer, bekleiden kan?
Der Hertzogk, ist mit Victore Amedeo, hinauß hetzen geritten,
hat zu Palberg, kalte küche, gehalten, darnach ist Carll auch hinauß geritten.
Auf den Abendt, vor eßens, mit Madame, in
gartten, da es dann stargk angefangen, zu regenen.
Jch bin hinauß geritten, auf meine felder,
alhier, undt zu Zeptzigk Gottes segen, zu preisen.
Schreiben auß hollandt, bekommen, per Philipp May;
Christian heinrich von Börstel, ist bey Mir
gewesen, im nahmen seiner, undt Ludolf Lorenz von Krosigk
Erlachs, vor Ludolf Lorenz von Krosigk zu intercediren,
damit derselbe wieder zu gnaden angenommen,
undt zu raysen, admittiret werden möchte,
inmaßen er nacher Meckelburgk, vndt von
dannen, in Frangkreich zu gehen, gewillet.
Wolte aber gerne zuvorn, meine gnade haben.
Ie luy ay rèspondü la veritè, & sinceritè,
(nonobstant les faussetèz dü Gynecèe!)
Tobias Steffeck von Kolodey ist von Zerbst, wiederkommen, von
Matz Urlobs Sohnes, hochzeitt. perge et cetera alldar,
in des hofmanns hochzeitt<hause>, alles splendide, et pompose
angestellet gewesen, undt zugegangen! Ce lüxe,
& ceste dissolütion, consüme les nerfs dü pays! perge
Mais en Allemaigne on ne s'en veüt point dèsfaire.
Mit Madame, bin ich diesen abendt, nacher Palberg
gefahren, daselbst zu eßen, undt die erndte zu besehen.
Angelica ist auch mitt gewesen, wie auch, Carolus Ursinus.
<Regen.>
Jn die predigt aufm Sahl, welche der Superintendens,
Er Plato gehalten, undt ist extra hieroben, geblieben,
so wol, als die fraw Rindtorfinn, undt Tobias Steffeck von Kolodey. perge
neben dem hertzogk Manfredo, undt deßen leütten.
Nachmittagß, cum filijs, in die kirche, undt
predigtt, des Diaconj Ionij.
Johann Wilhelmsohn, ein Königischer vertrie-
bener auß Engellandt, so des Conte d'Arondelle
hofmeister gewesen, hat sich bey Mir præsentirt.
Gebhardt Pariß, von dem Werder, hat sich ein-
gestellet, undt ich habe heütte, abschiedt genommen.
Avisen von Erfurdt; das in 8 Tagen, 40 hollän-
dische Schiffe, genommen seyen worden, undt das
es auf der ruptur, bestehe.
Avisen, auß hollandt dergleichen, weil die Engel-
länder hochmühtig werden, undt den holländern,
über 200 Schiffe, abgenommen, sindt deme, <nur> die
Staadischen gesandten, zu Londen, gewesen.
hingegen, particulier aviß von Brehmen,
daß Engellandt, mit hollandt, gantz verglichen,
undt die holländer, mit Schimpff, alles nachgegeben hetten.
Die genandte Königinn in Böhmen, hat vetter hanß
Geörgen, im haag erzehlet, ihr Sohn, Pfaltzgraf Ruprecht
hette bey Guinea, 5 Engelländische Schiffe, mit 50 Tonnen goldes
beütte erobert, undt in salve gebracht, mit großem glück!
heütte Morgen, ist meine freundliche herzlieb(st)e gemahlin,
mit meinem Sohn, Victore Amadeo, undt zweyen
Töchtern, Eleonore hedwig, undt Angelica,
nacher Wolfenbüttel zu verraysen, forthge-
zogen, undt haben ihrer Schwester Sohn,
Hertzogk Manfredum von Wirtemberg,
auch dahin accompagnirt, pour traitter
ün mariage. Dieu les conduyse; & donne
sa benediction, a toute bonne œuvre!
Gebhardt Pariß von dem Werder,
Geörg Ehrenreich Baron von Roggendorf,
undt der Monsieur la Fer, beynebens
zweyen Jungfern5, seindt auch mitt. Jch
halte darvor, Sie werden heütte zu
Halberstadt, pernoctiren. Gestern,
hat der hertzogk, abschiedt von mir, genommen.
Sie seindt 33 personen, undt 28 pferde
in allem, mitteinander stargk. Der hertzogk
zeücht unbekandt dahin, alß ein Rittmeister
von Liebenhorst, davor er sich außgibet. Er
dörffte aber baldt, mit dem freẅlein, von
Delmenhorst, bekandt werden, zu Wolfenbüttel!
Jn den gesterigen avisen, stunde auch; von Erfurdt:
Das: Alß der hertzogk von Lottringhen, bey Vitrey, auf
den gräntzen ankommen, habe er sich, im Dißcurß vernehmen
laßen, Er hette numehr, seine dem Könige, gethane zusage,
erfüllet, undt wehre auß Frangkreich, marchiret, Er
wehre numehr, so frey, alß er vor diesem gewesen, möchte
numehr dem Könige, oder den Printzen, oder auch wiederumb
nach Flandern, den Spannischen zu, gehen, hat man
also auf selbiges procedere, achtung zu geben.
Zu Paris, ist großer alarm. Die Parlamentsherren
daselbst, sollen ihres Lebens, nicht sicher sein. Der
König, marchiret recta auf Paris, zu, undt
ist zu Saint Denis ankommen. Der gemeine Mann
in Paris, träget verlangen, nach dem Könige,
undt will vom Mazzarinj, nichts hören!
An Chur Sachßens ahnkunft, nacher Dres
Prag, fänget man ahn, zu dubtiren.
Die holländer, undt Engelländer, haben beyderseitß
scharf verbotten, daß man, von ihren Tractaten,
nichts wegschreiben solle. Der gemeine Mann,
in Hollandt, ist gantz schwürig, undt wüntzschen
den krieg, weil dem Staat, so viel Schiffe abgenomm[en,]
undt schaden zugefüget worden.
Der König in Franckreich, hat mit dem Hertzogk von
Lottringhen, gar einen geheimen accord, geschloßen.
Er Jonius, ist bey un<mir> gewesen, undt extra
zue Mittage, behalten worden.
Hammeln, ist auß der Margk auch wiederkommen.
Je souffre dü dam, ayant envoyè 10 chevaulx,
de carosse, maintenant, avec Madame, au
mitan de la moisson.
Die Leiptziger avisen, berichten:
Daß der gute allte Pfaltzgraf Johann Casimir,
des Generalissimi, in Schweden, hervatter,
todtkrangk seye. Gott beßere es, mit Ihrer Liebden!
Die ungewöhnliche dürre zeitt continuiret
in Schweden. Macht sorgen, zu Mißwachs.
Der Engellische Parlamentische gesandte Daniel Jßle,
ist zu Stogkholm, wol gehalten, beschenckt,
undt wol abgefertiget worden.
König in Dennemargk, fortificiret noch
mehr Coppenhagen, undt leßet eine Schif-
flotta außrüsten. Wollen auß hollstein,
wieder umbkehren, nach ihrem reich zu,
wegen der Engellischen undt holländischen großen
kriegespræparatorien. Der holländische
Resident, hat bey der Königinn in Dennemark audientz
gehabt, en passant, undt deroselben, des iungen
freẅleins halber, (worzu die GeneralStaaden
|| [[Handschrift: 531r]]
vor 3 iahren, gevattern gewesen,) die gevattergeschencke
[ü]berreichet, welche in zweyen güldenen Pocalen, einer
güldenen Schachtel, undt einer acte iährlich, mit
4000 Gulden (florenus)f. zu bezahlen, bestanden. Selbiger resident
hat auch die gefaßte resolution der holländer undt
Zeeländer, contra Engellandt, zu rühmen, gewußt.
Zu Barcellona, suchen die Spannier uneinigkeit
zu disseminiren. Der krancke beschädigte Vice-
Roy, de la Motte Haudencourt leßet sich in
einem Stuel herumb tragen, auf den gaßen
undt avenuën der Stadt. Stellet auf alles,
gute Ordre, undt bricht der Spannier vornehmen, pro posse.
Ein Venezianisch Schiff, der güldene hahn genandt,
ist in einem Sturm, durch unerfahrne Schifleütte
im Arcipelago, auf Schropfen, oder felßen, zu grunde
gegangen. Undt alß sie mitten im Sturm, durch
einen canonschuß, hülfe begehret, hat General
la Riva, ihnen sein boht zugeschicktt, undt den
herren Bragadjno, nebenst 40 personen erhalten,
in die 100 aber, seindt zu grunde gegangen.
Ein anderer General Barbarino genandt, ist
auch in diesem Sturm, mit seinen Schiffen, verschlag[en]
worden, undt als er allein mit seinem Schiff, gewesen,
von 13 türckischen galleren umbringet worden, biß
er endtlich, nach langem gefechte, 2 in brand gebracht, und sich erlediget.
General la Riva, ist numehr in Candia confirmiret,
hat succurs, undt bahrschaft dahin gebracht,
undt seinen antecessorem General Mocenigo er<abgelöset>,
welcher in 13 Tagen, nach Venedig, glücklich geschift.
Der Pabst, ist am Stein, sehr krangk gewesen,
siehet sich nach kriegßofficirern umb, undt
leßet werben, undt fortificiren, weil ihm
die zusammenkunft der Jtaliänischen Fürsten,
zu Florentz, verdächtig ist!
Zu Paris, ist wegen verübter insoletzen, undt
raübereyen vfm lande, verbotten, keine beütte
mehr, an vieh, und haußraht, in der Stadt,
zu verkauffen.
Zu Bourdeaux gibt es noch, tumult und aufruhr.
Der König, stärcket sich, undt gibt vertröstung,
zur endteüßerung des Cardinals Mazzarinj.
Der Lottringhische gesandte, Rousselet de He-
dival, ist nicht allein zu Stogkholm, wol
expediret, sondern auch, in Dennemargk wol
angenommen, undt tractiret worden.
Der Hertzogk von Lottringen, endtschuldiget
seinen abtritt, mit der großen uneinigkeitt,
welche er, nicht allein, in der Stadt Paris, sondern
auch an des Düc d'Orleans hofe gefunden, in dem
|| [[Handschrift: 532r]]
der eine, es mit dem Könige, der andere, mit den Printzen,
der dritte aber, mit keinem, halten wollen, sagende:
[W]er, solcher gestaltt, vf nichts gewißes, sich versichern
können, wann ihm dann von den Printzen, die ver-
[s]prochene gelder, noch nicht bezahlet, weniger die
Conjunction würcklich beschehen, alß würde ihn,
das er sein eigenes interesse beobachtet, niemandt
können verdengken.
Die zeittungen auß Erfurdt, werden auch bestehtiget.
Jn Polen, continuiret die gefahr der Cosacken.
Es kömbt auch avis, auß Schweden, vom absterben
des allten Pfaltzgraven Johann Casimirs Liebden
Sehliger, meines weylandt großen, treẅen freündes,
deme Gott genade! Jst im 67. iahr, seines
allters, an der Rohten Ruhr, undt andern accj-
dentzien, auß dieser weltt, geschieden!
Corvix von Ulefeldt, ist auch auß Pommern, zu
Stogkholm angelanget. Suchet schutz, contra Daniam.
General Axel Lillie, ist CammerRaht worden.
Jn Ungarn, machen die Türgken, wieder lose handel.
Es werden in Oesterreich, undt Böhmen, Mordt-
brenner außgeschickt, auf welche man inquiriret.
Zu Prag, erwartet man den Kayser. Zwey
Soldaten alda seindt stranguliret worden, weil
sie in die 20000 gülden <werth>, gestohlen.
Duræus, ist auß Schweden, mit dem Engellischen envoy[é]
wiederkommen. Zu Lübegk gehen die Tractaten
zwischen Polen, undt Schweden vor sich.
Der Tartarn einfall, ist mit 1000 mille
ducaten, von dem hospodar in der Wallachey
redimiret worden.
Ragozzi hat 40000 Mann, beysammen.
Die Türgken, irritiren die Deützschen.
Die holländische gesandten, werden zu Londen
bewachtt, undt die Violentzen der Engelländer,
continuiren. Dennoch, tractiren sie noch.
Ertzhertzogk Leopoldt Wilhelm, stärgket die
Printzen, in Frangkreich, mit 10000 Mann.
Alß der hertzogk von Lottringhen, mit dem
Könige, sich verglichen, ist ein anschlag vorhanden
gewesen, den Prince de Condè, undt Düc de Beau-
fort, gefangen zu nehmen, so gleich im läger
gewesen, undt sie dem Könige, zu überlifern.
Zu Münster in Westpfahlen, seindt viel
häuser, durch unglügk des pulvers <durch donner>, nieder-
geworfen, die meisten aber, beschädiget,
viel menschen umbs leben, gebracht, undt
sehr viel hart verletzet worden.
Ein Lackay der Königin, (so sich verlautten laßen, er
[m]üßte zwey personen, ihr zu gefallen, ermorden) ist in
des Prince de Condè pallast, gesehen worden. Alß
[e]r aber baldt vorm thor, ein pferdt bekommen,
[u]ndt außgerißen, hat man ihm nachgesetzt, ihn
in der Nacht ertapt, undt erschoßen, bey ihm ge-
funden: 2 Stillet, 2 granaten, 2 pistolen, mit
doppelten laüffen, undt ein zauberey buch.
Die Königlichen trouppen in Guienne sollen geschlagen sein.
Die GeneralStaaden haben fast- undt behttäge
angestellet, zu abwendung des angedroheten
grimmigen zorns Gottes, ihm in die Ruhte
zu fallen, buße zu thun, undt daß übel zu depreciren!
Duynkirchen, ist von Spannischen, blocquiret.
Der hagel, hat in heßen, die feldtfrüchte beschädiget.
Die Türgken, tactiren mit Venedig, sub clypeo,
undt wollen Sebenico belägern.
Kayserliche Mayestät, cum uxore, & Rege filio, seindt
solenniter zu Prag, beneventiret worden.
[]en, hertzogk Iulio heinrich zustendig, ist abgeb[]
[]lia ist ein aufruhr gewesen, kawm g[]
[]Frankreich tractiret mit den Printze[n]
[r]ahthauß zu Amsterdam, ist ab[]
Die Cosagken, haben vor Caminiec Podolßky [?]
7 Stürme, undt viel volck verlohren. [?]
Seindt auch wieder abgezogen dißmahl.
Die Engelländer, haben 100 kriegs- undt 6[?]
brandtschiffe, die holländer aber, 140
kriegsSchiffe, undt 16 brandschiffe, in der See [gelaßen.]
Dörften hart aneinander gerahten.
Engelländer fordern satisfaction 40
tonnen goldes, item: zur Versicherung: Briel,
Vließingen, Ramekens, etcetera undt alles [?]
waß sie weggenommen, zu behalten.
Er Benjamin Gigelßberger, hat mi[r]
zugesprochen. Jst auß hollandt, wiederkom[men]
iedoch ist successus itineris schlecht gewes[en]
Jehna, ist auch herkommen, undt habe
beyde extra hieroben, gespeiset.
Avis: daß mein undterthan, Sebastian Jahns [?]
so vor iahren, mein Amptschreiber zu Ballenst[edt]
[g]ewesen, postea Schwedischer, an itzo Ch[ur]
[brande]nburgischer Amptmann zu Gaterschleben) vor[gewesener]
[?]
Die Commission, wegen des Dröblischen holtzes, hat Milagius selber
abgeschrieben, dilation, auf vier wochen, gebehten, undt sich
mit raysen, undt Occupationen, endtschuldiget.
Interim (weil Jehna, in seinen privatis alhier ist)
habe ich ihn g erinnert, mit Schütze Geörgen, welcher
angekommen, das Dröblische holtz, undt den Streitt,
zu besichtigen.
Jch habe auch Jehna zugesprochen, von wegen seines
handelß, mit Nettelbegken, so zu Zerbst, vorgegangen.
J'ay èscrit a Nathanael Jahn[.] Dieu vueille seconder mon propos!
Er Benjamin, ist auch heütte wieder forth, nacher Rheinstedt. perge
Nachmittage, bin ich umb meine breitten, hin- undt
wieder, zu fuß, gegangen, undt habe Gottes segen,
angeschawet, umb genoß deßelben, zu bitten,
undt seine gühte, zu preisen!
Jehna, Rindtorf, Einsidel, undt Schütze Geörge, haben
die differentzien, im Dröblischen pusche, besehen, undt
meine jura erkennen müßen. Nota Bene: kein bescheidt von Commissarien, <zu erleiden.>
Diesen abendt, hat Jehna seinen undterthänigen abschiedt
genommen, undt will morgen nacher Zerbst, wiederkehren,
nach dem seine sache, contra Nettelbeck lis pendens worden.
Jch habe ihm auch, an Wendelinum, des Falckeniers
bücher mitgegeben, darvon zu judicjren perge.
<1 Rehe, von Ballenstedt.>
Den Amptmann, Georg Reichardt bey Mir gehabt, in Œconomicis.
Jehna ist wieder verrayset. Gott wolle ihn geleitten!
A spasso hinauß geritten, mit Carolo Ursino,
alhier, undt zu Zeptzigk, in die erndte, vormittags.
Nachmittags, in der hitze, geruhet, undt doch, mich be-
flißen, ohne Müßiggang, Gott, undt meinem Nechsten, zu dienen!
Avis von Ballenstedt, nebst einem Rehe, undt mehreren
specialien, wegen uhrplötzlichen abgangs zu Padeborn,
des Sebastianj Jahnj, Sehligen Ergo vive, memor lethj!6
Nach Wolfenbüttel, an Meine herzlieb(st)e gemahlin, undt Viktor Amadeus geschrieben
den Stadtvogtt Albinum, bey mir gehabtt.
Jch habe den Cantor Wagener von Jeßnitz, bey mir gehabtt
dieweil er ein Bernburgensis ist, undt in die 24 iahr
lang, alhier an der Schule, vor diesem, gewesen. Er
hat mir, seinen Elltisten Sohn, Johann Andreaß, re-
commendiret, welcher numehr, im 16. iahr, seines allters i[st.]
A spasso nachmittags, hinauß, nach Zeptzigk, undt
alhier, die Erndte zu besehen, undt den unordnun[gen]
pro posse, zu remedijren, geritten.
Schreiben, vom Bützow, von Eüttin. Omnia manent, in uno eodem quam state.
Discorsj, co'l Sekerka, co'l Hammeln, co'l Einsidel,
Rindtorff, e con altrj.
Philipp Güder, undt Senf Johann seindt bey mir gewesen.
Postea: der CammerRaht, Doctor Mechovius, welcher extra
zu Mittage, hieroben behalten worden.
Man hat, mit der Erndte, undt andern Oeconomij-
sachen, vollauf zu thun, gehabt.
Abraham von Rindtorff, mein Stallmeister, undt
CammerJungker, hat seinen undterthänigsten abschiedt genommen,
in meynung, nacher Weymar, zu ziehen, undt seine
privata, in Düringhen, contra: den Obersten Stejnbach,
zu treiben. Gott geleitte ihn! undt gebe ihm, succeß!
Jn abermahliger relation der Schwartzburgischen gesandten,
habe ich, zu travagliren, gehabt, weil undterschiedliche
Dubia, zu Rudelstadt, moviret worden. Gott gebe succeß!
Das Testament, der frawMuhmen Sehliger, sol, den 12. huius publiciret
werden, der Terminus, ist schon verstrichen. Secretarius Müller, wirdt
dem actuj, unserentwegen, beywohnen, auf Fürst Augustus præliminar geheiß!
Ils dependent, par semaine, 150 florins (Gulden)f. les Officiers, & gens restèz a
Krannichfeldt, C'est üne dèspence, en Prince!
Von Ballenstedt, ist haber anhero gesandt worden, undt
avis, das die lieben feldtfrüchte, mit gewaltt, reiff werden.
Gott gebe darzu, seinen milden Segen! und erwüntzschten
genoß! Zu erfreẅlicher wolfahrt, undt guten gedeyen!
Jch habe den Schmidt, undt Roßartzt7 von Bösem, bey meinem
Schönen fuchß, gehabt. Er tröstet aber, gar schlechtt!
Ein Somnium, habe ich gehabt, wie ich mit Doctor Brandt gere-
det hette, zwahr gnedig, undt familiariter. Er wehre
aber, in einem langen Schwedischen Habit, vor mir ge-
standen, gar reputirlich, undt gravitetisch, auch so groß
vor mir gewesen, das ich, wie ein zwerg, gegen ihm hi-
nauf sehen müßen. Ce songe ne me plaist nüllement!
Dieu me garde! et mes enfans, de secrettes menèes, & drogues
medecinales, mal preparèes, per tertium!
Mit Wolfgang Sutorius geredet.
Jn die kirche, vormittags, gezogen, mit Carolo Ursino,
undt 4 alhier gebliebenen Töchtern.
Extra: zue mittage, die Rindtorfinn, Tobias Steffeck von Kolodey. Der
hofprediger, undt meine kleine töchter, haben mit mir,
gegeßen, nebst den andern kindern, wie auch fraw
Ritzawinn, undt hofmeister Einsidel.
Nachmittags wiederumb, cum filiabus 4 & filio, zur kirche
undt predigt, des Diaconj, Ern jonij.
Postea, a spasso nel horto, e all' acqua.
Differenze; disparerj, sospettj, dispettj, rispettj!
<Regen.>
Avis von Wolfenbüttel, das alles daselbst, wol abgegangen,
undt das Morgen (Gebe Gott) der hertzogk Manfredo, mit
Meiner gemahlin Liebden hof undt Viktor Amadeus, hoffen wieder, alhier zu sein.
Schreiben auß Schweden vom Generalissimo Pfaltzgraven Carolo
Gustavo, welcher mir das absterben, seines lieben Sehligen
|| [[Handschrift: 3r]]
herrnvaters, Pfaltzgraven Johann Casimirs Liebden
(meines weylandt, wehrten, undt brüderlichen freündes,)
höflich notificiret.
Jtem: briefe, vom Nathanael Jahn undt von Meiner fraw Schwester
Liebden auß Schlesien.
Die Ordninarijen avisen geben:
Das die holländer undt Engelländer, den krieg undtereinander
anfangen, undt publicirt, auch undterschiedliche prisen, schon
einander, abgenommen. Die Staadische Gesandten, wehren
wieder zu hause arrivirt, undt die handlung zerschlagen.
Jn Schottlandt, wehren die Prædicanten, undt
viel gemeinen, gut Königisch, und wehren insurgiret,
wieder die Parlamentischen.
Die blocquade zu lande vor Duynkirchen, hette der
Ertzhertzogk quittirt, undt den Conte de Fuensaldagna
nacher Paris geschickt, mit 10000 Mann, zu hülfe, den Printzen.
Die Königlichen frantzosen, hetten mit den Printzlichen,
in den vorstädten, Saint Denis, Saint Antoine, Saint Honorè,
vor Paris, geschlagen, undt eine bluhtige Victoria
erhalten, also daß der Königlichen 1200 Mann, undt
60 officirer, geblieben, auch General Türenne selbst,
verwundet worden, der Printzlichen aber 3000 geblieben,
undt undter dem Prince de Condè, zwey pferde, undter dem Düc
de Beaufort, ein pferdt geschoßen, und die Tractaten reassumirt worden.
Die Printzlichen, hetten viel bagage undt munition
verlohren, undt kawm, von herr Omnis, zu Paris, erhalten,
daß man sie in die Stadt eingelaßen, undt ihnen die
retirade gegönnet. Sonst wehre alles capot gemacht worden.
Der hertzogk von Mantua, begehret Casal,
mit lieb, oder mit leyd, von den Frantzosen wieder.
König in Spannien, wirdt abermals todt gesagt,
undt daß ein großer aufruhr zu Sevillia, undt
in Andaluzia, wegen der vielen contributionen, wie
auch, in Peru, undt in America, endtstanden.
Der Papst, sol gar stargk werben.
Die Türgken seindt in Candia, bey der Erndte
überfallen, undt zimlich niedergemacht worden.
General Foscolo, tummelt sich im Arcipelago,
undt macht gute beütten, in selbigen Jnsulen.
General Foscarinj, findet zu thun, in Dalmatia
weil die Türgken, in selbigen provintzien, eine
große macht, zusammen bringen, wiewol
die Morlacchj, ihnen stargk resistiren.
An den Ungrischen gräntzen, rüsten sich auch
die Türgken, undt suchen unfriede, schicken
auch Mordbrenner, in Deützschlandt auß, denen
Sie 1 ReichsthalerRthlr: von ieglichem abgebrandten hause, verheißen.
Jn Polen, ist zwahr, das Königliche läger geschlagen,
undt die armen Deützschen, (welche Ritterlich gefochten)
ruiniret, weil die Polen außgerißen, auf welche
zwahr tapfer feẅer gegeben worden, sie aber
nicht zu erhalten gewesen, dennoch, hat der iunge
Chmielinßky (welcher die haüptfestung, undt
Schlüßel zum Königreich Polen, Caminiec Podolßky,
fünfmahl mit 200000 Mann, grawsamlich
angefallen, undt gestürmet, aber mannlich
alle mahl, von denen darinnen liegenden
Deützschen, abgeschlagen, undt ihr, zu nacht
eingeworfene große menge holtz, zu
außfüllung der gräben, das tages wieder
abgenommen, undt in die festung gezogen worden,)
wieder abziehen müßen. Alß er seine brautt
in der Wallachey, mit gewaltt zu holen, vermeinet,
hat der hospodar, durch gute wortt, die Tartarn,
von den Cosagken, abgesondert, undt den Tartarn,
zur Ritterzehrung 100000 ReichsthalerRthlr: verehret.
Also seindt Sie wieder darvon, in ihr landt
gezogen, undt haben den Chmielinsky, (welcher zu
schwach mit den Cosagken, wieder den Hospodar, sich befunden) deserirt.
|| [[Handschrift: 4v]]
Gleichwol, trawet man den Cosagken, undt Tartarn
in Polen nicht, undt wirdt die auf den 23. Julij an-
gestellte zusammenkunft, oder Reichßtag, zu Warschow,
etwaß licht geben. Die Poßpolite Rußenie zwahr,
so aufgebotten, hat nicht forthgewoltt, alß sie
gehöret, daß die Cosagken, wieder in ihr
landt gezogen. Jedoch, wirdt der ReichßTag, ihnen,
die wege, weisen.
Der Kayser, ist zu Prag, erwartett etzlicher
Churfürsten undt Fürsten, wiewol fast alle klagen,
das keinem, in seinen anliegen, geholfen wirdt.
Pfalz Neẅburgk, hat, auf dem landttage
zu hambach, 100000 ThalerThlr: von den Gülichischen
Ständen, undt 40000 von den Bergischen, erhalten.
Der Principe Borghese will Kayserlicher gesandter,
zu Rom werden.
König in Spannien, sol todt sein, undt große
alterationes, causiren.
Es stehet darauff, daß der Cardinal Mazzarinj,
das Königreich Frangkreich, reümen, undt friede
zwischen dem Könige, undt den Printzen, ge-
schloßen sein solle!
Die Dähnischen, undt Schwedischen Gesandten, sollen
dißgustirt, von Londen, abgeschieden sein.
Zu Constantinopel, sollen sich gespänste hören
laßen, hindter Sacræ Sofiæ kirchen, zum aufpacken,
undt außreümen, wie von Venedig, geschrieben wirdt.
Des General Foscolo, hauptgallere, alß sie forthge-
bracht werden sollen, haben die Ruderknechte, einen ahn-
schlag, mit forthzugehen, zum Türcken zu, gemacht,
undt 50000 Ducaten, mitt weg führen wollen. Es
hat aber einer, auß den bösen buben, die Sache ver-
kundtschaft, undt offenbahret, wovor er überflüßig
recompensiret, die andern aber, eingezogen,
zweene alsobaldt harquebusiret, 50 aber, in
ketten, undt eiserne bande, geschmiedet worden.
Viel hexen, undt zauberinnen, sollen in Ungarn,
entdecket undt verbrandt sein, auch ihrer noch
etzliche, eingezogen werden. Gott dempfe, das übel!
heütte ist ein urtheil einkommen, vom Schöppenstuhl
von Halla, wegen, eines Jnwohners, so sich zu Alden-
burgk, niedergelaßen, undt ein Eheweib, mit drey
kindern gehabt, daßelbe aber, malitiose verlaßen,
undt eine concubin gehabtt<lten>, 17 iahr lang, mit deren
er 6 kinder gezeüget, die Staupenschlag, undt relegation
ist ihme zuerkandt, (wo sein weib, so ihm folgen soll, nicht vor ihn bittet),
die concubin, (welche abermals partui vicina,) sol auch, landes verwiesen werden!
<Regen. Donner.>
Particular aviso von Dreßden:
Daß daselbst, in einem brahten, von drey tage altt,
bluht gesehen worden, item: in einem hirßebrey.
Jtem: bey der Sittaw, wehren kugeln, vom himmel
gefallen, Alß man dieselben aufgenommen, wehren
es wie Spinneweben gewesen. Bey Langenburgk8,
wehren 900 Schafe auf einmahl, in einer
herde, vom wetter erschlagen worden.
Der Churfürst von Saxen, beütt, den 4ten: Mann
auff, in seinem lande. Zu waß ende, ist unbewußt.
Der Caplan Ionius, ist extra, zu Mittage, bey
Mir gewesen.
Avis von Sanderßleben, das der alte Philip May,
plötzlich kranck worden, undt umb abholung meiner
briefe gebehten, weil er nicht weiß, wie es Gott, mit
ihme schicken möchte? Zu kloster Manßfeldt, hat ihme
die wirttin, nicht eine Suppe gönnen, oder geben wollen.
Also feindt, seindt unsere tiranische Nachtbarn, unß reformirten.
Derowegen, ist er wieder zu rück gelaufen, nacher
Sanderßleben, alda zu erwartten, wie es Gott, mit
ihme schicken möchte? Jst ihm also seine rayse, in die
Niederlande, übel bekommen, wie auch seinen raysege- || [[Handschrift: 6r]]
ferten, (unlengst), alß des Amptmanns von Ballenstedt, Sohn,
undt Ern Benjamin Gigelßberger, pfarrer zu Rheinstedt,
welche beyde, auch an itzo, an fibern, krangk darnider
liegen. Gott wolle es, mit allen dreyen, zur beßerung
schigken, undt heimliche Seüchen, abtreiben! Jch habe
hingeschickt, nach Sanderßleben, zu seiner erquickung,
undt die briefe wieder abzuholen. Gott gebe gedeyen!
undt wende alles unheyl gnediglich ab, von unß, undt
den lieben unserigen!
Gegen abendt, biß nach Neüne haben wir
vergebens, auf Meine herzlieb(st)e gemahlin, undt ihren Comi-
tat, gewartett, undt endlich gegeßen, in Gottes
Nahmen, undt zur ruhe, unß begeben. perge
Hanß Schingkel, ist ehrlich von mir abgefertiget,
undt mit guten recommendationen, versehen worden.
Gott gebe ihm, glück! undt gedeyen!
Schreiben, diesen vormittag, von Meiner gemahlin Liebden
bekommen, das Jhrer Liebden dero resolution geendert,
undt von heßen, auf Schöninghen zu, gegangen,
dahin die hertzoginn von Wolfenbüttel, mitt-
gezogen, undt Princesse Catherine von Croßen,
auch dahin kommen. Ergetzen Sie sich also, in anmuhtiger
Conversation, undt werden heütte kawm anlangen.
Gott gebe allerseitß, gesundheit, undt wolstandt!
Mittwoch☿ 21. Julij; Mit Carl Ursinus nacher Ballenstedt in stargkem regen undt
donnerwetter, <geritten> so unß bey Güsten überfallen und continujret.
Der Junge Einsidel, alß CammerJunker wahr mitt, item: 1 Kammerdiener
2 pagen, 1 Lackay, 1 knechtt, 1 Junkerdiehner. Der Magister Menzelius
fuhr auch mitt, auf dem pawerwagen. Kahm in spähter nacht ahn, <wegen bösen weges, umb 12 uhr mit unsern betten, und kalter küche.>
<[Epistre]Madame wegen ihrer ankunft, rayse nach Schöningen>
congreß, mit der hertzoginn von Wolfenbüttel Princesse Catherine
undt der hertzogin von Schöninghen.
Donnerstag♃ 22. Julij:
<geschrieben nach Bernburgk, mit dem wagen.>
Ernst Dietrich Röder zu mir kommen. Sein iüngstes Söhnlein, Viktor Amadeus pahte, ist gestorben.
Jn die kirche alhier, zu Ballenstedt, alda Er Peter Goht geprediget.
Zue Mittage, conversation gehabt, undt mit Mir, eßen laßen:
Meinen Sohn, Carolum Ursinum, die beyden Jungkern, Ernst Röder,
undt Einsidel, den Amptmann Märtin Schmidt, beyde pfarrer,
Ern Petrum, undt Magister Menzelium.
Gestern, undt heütte, bin ich, mit undterschiedenen
supplicationen, sonderlich, von benachtbarten, angefallen worden.
Am Sontage, ist Sebastiani Jahnj, begräbnüß, gar stattlich, celebriret worden,
undt viel leütte, seindt von Halberstadt, undt Quedlinburg darbey gewesen.
Justus es Domine! et recta sunt judicia tua! Gott wolle allen
rechtglaübigen, ein sehliches, Christliches, vernünftiges ende gnediglich verleyhen!
undt beschehren, umb Christj willen, undt vor bösem, schnellen tode bewahren!
Mein Carolus Ursinus, jst nachmittags, hinauß nacher Padeborn.
Man höret, von Mördereyen, abermalß, so im hartz, vorgehen. Gott
bewahre, die raysenden! undt die iehnigen, so in höltzern wandeln müßen.
Jch bin Reheblahten, <gegen abendt mit Rödern, Einsideln, undt 2 dienern> gegangen, aber umbsonst, ein Rehe ist
vermerckt, aber von mir nicht gesehen worden. Jch habe auch den Neẅen
angelegten teich, auff der rohten wiese besichtiget.
Schreiben von Bernburgk; von Wolfenbüttel &cetera der hertzogk
ist noch alldar<zu Bernburg>, erwartett, der seinigen, auß hollstein,
undt auß dem Lande zu Braunschweig. et cetera Ma femme est
cause de ce desordre. 100 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: getreydig, paßiren zollfrey
durch, in Gawens Schiffen, auf des Administratoris Nahmen.
<Regen.>
Rispostanach Bernburg, an Meine herzlieb(st)e gemahlin, an Tobias Steffeck von Kolodey etcetera vormittages perge
Es hat heütte morgen, mit dem Reheblahten, auch den
forstern, gar nicht gelücken wollen. Sie klagen,
man finde, undt sehe wenig Rehe, dieweil vor 2 iahren,
im tieffen schnee, viel Rehe, umbkommen, auch von den
wölffen, gefreßen worden.
Die Erndte, wirdt durch daß unbestendige wetter, auch
sehr geseümet. Jedoch, wirdt es der liebe Gott, wol machen.
Jch habe die gebeẅde, alhier, so Matz Cnüttel, repariren
laßen, besehen, so wol an der kirche, alß an dem hauße alhier
zu Ballenstedt, daran denn, wol gearbeitett worden.
Gott gebe! Das alles guten bestandt habe!
Abermahlige post von Bernburgk, wegen verenderung,
des hertzogs Manfredo, resolution, undt vorhabender
rayse meines Sohns, Victoris Amadej, anhero zu kommen.
Gott gebe zu glück! segen! undt succeß!
Mein Sohn Victor, ist zu Mittage anhero kommen, zur
malzeitt, undt hat Hammeln mittgenommen, undt nicht viel pferde.
Ernst Dietrich Röder, habe ich, nachmittags in gnaden, dimittirt, weil er
auffn Sontag, sein abgestorbenes Söhnlein, will begraben laßen.
Nota Bene[:] 20 ThalerThlr: von Quedlinburg auff blè, per Matthias Cnüttel
Mein Sohn Victor, ist hinauß Reheblahten gegangen, mitt
Einsideln, undt dem forster, undt ein par diehnern, sed frustra.
Jch habe den Amptmann, in gnaden, nacher Padeborn dimittirt <undt er will Morgen (gebe gott) nacher hartzgeroda, auf
hofraht Caspar Pfawens Tochter, hochzeitt, mitt Eisenbergern Amptmann zu Warmstorf.>
An die Aeptißinn zu Quedlinburg undt an die Reichß-
Stadt Goßlar, in abgesonderten civilsachen, geschrieben.
Jch bin heütte, vormittagß, in schönem wetter, auf meine
Aecker, (so hier zu Ballenstedt, zum Amptt, gehören, undt
guten theilß, bestellet sein) herumb geritten, den Segen
Gottes, im felde zu besichtigen, undt seine gühte zu preisen.
Er wolle unß, seine gaben, wol genießen laßen. perge et cetera
Avisen von Erfurdt, per hartzgeroda, das in Jta-
lien, undt andern Päbstischen orthen, groß frologken
endtstanden, über den erregten kriege, zwischen En-
gelland undt Hollandt. Von Rom wirdt berichtet, das
die Chineser heüffig zum Christlichen glauben, tretten, hingegen
in Jtalien, Frangkreich, undt Spannien, der Atheismus mit ge-
waltt, zunimbt. Jn der letzten rencontre bey Paris seindt
beyderseitß, viel vornehme herren todt blieben, undt beschädiget,
undter wehrendem solchen treffen, hat der Pöbel zu Pariß,
undterschiedliche haüser geplündert, Solcher tumult hat conti-
nuiret, also das männiglich zu seiner versicherung Strohezeichen
zur bezeigung, das er nicht Mazarinisch seye, tragen muß,
sonst wirdt er alsobaldt, vom Pöbel attaquiret. Die Parlamts-
herren, können kawm sicher, über die gaße, gehen, undt der Düc d'Orleans
hat viel hohe, undt vornehme Personen, auß Paris, geschaffet.
Jn Polen, wirdt es auch gefährlicher, dann die Cosagken undt Tartarn,
weitt herumb straifen, darumb auch, am Kayserlichen hofe, undt bey etz-
lichen Reichßfürsten schon von einem Defensionswesen, undt von be-
obachtung des OderStroms, gerahtschlaget wirdt, weil zu besorgen
es möchten die Cosagken, Tartarn, undt Türcken, endtlich durch
Pohlen, undt Schlesien, ferners herauß, in Ober- undt NiederSachßen,
straifen, also das es das ansehen gewinnet, das dem Römischen Reich,
von den Außlendischen Potentaten, der innerliche friede, nicht
gegönnet, Sondern das Reich, genöhtiget wirdt, an einem oder
anderm orth, kriege zu führen, sonderlich erwegket es
viel gedangken, das bereits, zu Prag viel außgeschickte
Mordtbrenner, welche alß bettler, Pilgram, undt Cavallier
theilß zu Roß, undt theilß zu fuß, umbher ziehen, undt feẅer
einlegen, die meistes auß Podolien, seindt gefährlich einbrachtt
worden, undt ist zu Brinn albereitt die kirche, sampt dem
Pfarrhofe, undt 22 schöner haüser, von eingelegtem
feẅer, abgebrandt. Man redet nochmalß stargk
darvon, daß Chur Meintz, ehistens in die Nachtbarschaft
kommen, undt mit Chur Saxen, persöhnliche conferentz hal-
ten, alßdann endtweder beyde zugleich, oder doch Chur Meintz
zue Kayserlichen Mayestäten verreisen werden.
Der Türcke, ist gewillet, mit der Republique von
Venedig, einen frieden zu schließen. <interim hat General Foscolo die Jnsel Zorzi d'Jschion geplündert, und weil Sie sich gewehret, die alten Männer niederhawen,
|| [[Handschrift: 9r]]
die stargken aber, auf die galleren, schmieden laßen. In Dalmatia wirdt der Türcken feldtzug eingestellet, weil die
drey Bassa, so ihn vorgenommen, selber uneins worden.>
Jn Ungarn, werden viel hexen verbrandt, und registrirt.
Der Pabst wirbt 8000 Mann, zur defension des kirchenStaadts.
An den gräntzen in Bosna, streiffen noch die Venezianer
undt Türgken, auf einander, undt thun schaden, wo sie können.
In Candia, ist den Türgken, von den Venezianern schade zugefüget,
undt in ihrer erndte, eingefallen worden.
Barcellona helt sich noch, haben proviantschiffe bekommen:
Die pest regieret, in selbiger Stadt, wie auch im Spannischen läger
draußen. Die Savoyschen, seindt auß Crescentino,
in die 1100 Mann stargk außgezogen, deren theilß bey
Spannien, theilß aber bey Venedig, sich haben undterhalten
laßen, die andern, seindt nach der Schweitz, convoyiret worden.
Die Parlamentischen in Engellandt, nehmen noch den holländern
viel schiffe hinweg, haben die abgesandten weg ziehen laßen,
undt fordern noch die Städte: Mittelburgk, Vließingen,
Briel, undt andere an der See, gelegene plätze. Die hol
Staaden sollen davor, 100000 pfundt Sterlings, præsentiret
haben, welches aber nicht ahngenommen.
Der Engelländische abgefertigte, Daniel Jßle, vor ist zu Stogk-
holm, stadtlich beschenckt worden, undt wieder abgerayset von
dannen, mit dem Theologo Duræo, und zu hamburg angelanget.
Caminiec Podolßky, ist von der Cosagken belägerung, wieder
quittiret, undt viel volcks davor, sitzen blieben. Die feinde haben
sich retiriret, theils: wegen undter ihnen, graßirenden pest
theils auch, wegen der Tartarn feyertäge, Man besorget aber,
Sie dörfften; mit hülffe der Türcken, wiederkommen.
Die halbe armèe der Pohlen, ist zwahr ruiniret, vom
Chmielinsky, die andere helfte, in 6 oder 7000 stargk, hat
sich über den Nieper, retiriret, undt seidthero mit der
lyttawischen Armada, coniungiret, zu welchen noch etz-
liche Regimenter, auß Reüßen stoßen, undt ihrem feinde
bastant zu sein vermeinen. Der iunge Chmielinßky
hat auß der Wallachey, umbkehren, müßen, mit
100000 Ducaten, contribution vom hospodar, da dann die
Tartarn, zu rücke gegangen, undt beyde Chmielinsky
vater undt Sohn, sich coniungiret, der festung Caminiec Podolsky
hart zugesetzet, undt sieben Stürme, davor verlohren,
darnach aber, mit verlust vieles volgks, abgezogen,
weil die festung, undter einem vornehmen Obersten, mit 5000
Mann, besetzet, undt überflüßig, proviantiret ist.
Die Türcken, haben wol eher, an dieser hauptfestung,
die köpfe gewaltig ding, zerstoßen. Der Pollnische
Adel, ist bereitt aufzuziehen. Jnnerliche unruhe,
undt pest, graßiren, im Königreich Polen.
Die hertzoge von Lüneburgk, seindt nacher Glückstadt,
zum Könige in Dennemargk, verrayset.
Die herrenStaaden, schicken 25 OrlogsSchiffe, nach dem
Sunde, umb der Engelländischen flotta, (welche mit eisen, kupfer,
holtz, pech, undt andern dergleichen wahren, in großer Menge,
beladen, auß Schweden, erwartett wirdt) aufzupaßen,
dann in verbleibung solcher flotta, den Engelischen schwehr fallen
würde, ihre flotta anderweitt, oder eine neẅe außzurüsten.
Zu Pariß, seindt in dem aufruhr des Pöbels, vorm Rahthause,
viel leütte, (so außreißen wollen) umbkommen, undt
wehre fast über den Marechal de l'Hospital außgangen.
Sie dringen noch, auf endtferrnung des Cardinals,
sol anderst friede werden. Jn Paris ist große thewrung.
Jn Schweden, ist auch der Pfaltzgrave Generalissimus
nach seines herrnvaters tode, krangk worden. Graf
Magnus, wirdt noch an Kayserlichen hof, geschicktt. Jn Schweden
ist ungewöhnliches heißes wetter, und dürre zeitt.
Zu Breßlaw, seindt viel feẅrige kugeln, über
selbige Stadt, geflogen, eine darvon ist niedergefallen
hat großen rauch, undt dampf von sich, gegeben.
Man hat auch am himmel, zweene <krieges>heer wieder
einander streittende gesehen.
Von dem Engelländischen undt holländischen kriege, ertheilten repreßalien,
undt macht, seindt alle avisen voll! General Tromp,
sol 98 schiffe haben, undt 11 Brandtschiffe, auf holländischer seitte.
General Blagke, auf Engellischer seitte sol 66 OrlogsSchiffe
haben, undt auch Brenner darbey. Sie meynen numehr
einander, offensive, undt defensive. Gott helfe dem gerechten!
undt strafe die böse gesjnneten! Die Engellischen Schiffe,
mögen beßer proviandtiret, undt mit geschütz versehen,
auch stärgker gezimmert, einen puff, außzustehen, als die Staa-
dischen sein.
Gegen Abendt, spatziren gegangen, mit Carl Ursinus in gartten, undt
in das forwergk nach dem ich ihm erlaübt gehabt, gen Riedern, zu reitten.
<Regen. (2 ThalerThlr: vor Carl Ursinus stifeln.)<per Ludwig Röber>>
Jn die kirche, alhier im flecken, gefahren, predigt
Ern Petrus Gohten anzuhören, undt der angestalten
communion, mit andachtt zuzusehen, zu singen, zu
behten, undt Gott zu loben.
Der textus wahr: Es seye dann eẅre gerechtig-
keitt beßer, alß der Schriftgelehrten, undt Phariseer.
So könnet ihr nicht, inß himmelreich kommen9, perge
Schreiben abermals von Bernburg bekommen.
Daß sie alle Gott lob, noch wol auff.
Daß die erndte wol von statten gehet.
Das hangkwitz da gewesen, weil er
RahtsCämmerer, zu Cöhten worden.
Daß Doctor Mechovius, auch nach hatzgeroda[!] auf die
hochzeitt kömbtt.
Das die Engelländer, einen currirer, den holländischen
abgerayseten Gesandten, nachgeschickt, mit
denen, aufs neẅe zu tractiren, undt die handlung
zu reassumiren. Dieser avis, kömbt von Cöhten.
Nachmittags, wieder zur kirchen, cum filijs, dadann
Magister Menzelius, alß Diaconus allhier zu Ballenstedt
geprediget, kom auß dem Spruche: kombt her zu Mir alle10, e[t cetera]
Avis von Rheinstedt, daß Er Benjamin einen gifttrungk au[f]
der Niederländischen rayse, bekommen zu haben, von Medicis, iudiciret wir[dt.]
Dahero er, undt seine comites itineris, Davidt Schmidt, und Philipp Mey, alle 3 <zugleich> kron[ken.]
Gott wolle es baldt, zur beßerung, schigken!
Alß ich dieses schreibe, gegen abendt, umb Sechß uhr,
erfahre ichs, daß der kleine Lampe, auf ein drehendt
creütz, vor dem schloßpförttlein, sich gesetzt, undt
alß daßelbige, Albrecht Sekerka, mein großer
page, <geschwinde> umbgedrehet, ist er herundter auf die Steine
gefallen, undt hat den lincken arm, mit großem
geschrey, zerbrochen, auch ein loch in kopf gefallen, auf die Steine.
Gott beßere diß unheyl! undt bewahre vor mehr unglügk!
Der Bader, hat erst in der Nacht, von Gaterßleben,
(alda er eine fraw in der cur hatt) abgeholet werden
müßen. Jnndeßen, ist Lampen, sein arm, (welcher
am wirbel des Ellnbogens entzweyen, undt gefährlich
zu curiren) sehr verschwollen. Gott verleyhe gnediglich,
erwüntzschte beßerung! undt wende ab die Symptomata!
Michel Ringken, habe ich nacher Frankreich verschickt,
Gott wolle ihn vor unglügk! plünderung, und ermor-
dung, gnediglich bewahren!
Er Peter Goht, ist zu mir kommen. Jch habe ihn zum frühe-
stück behalten. Darnach, bin ich mit meinen Söhnen,
undt comitat, wieder nach Bernburg gezogen, meine freundliche herzlieb(st)e
Gemahlin (Gott Lob) mit den kindern wol wieder findende.
J'ay fait mener, mon page Albert Sekerka, a la Cuysine,
pour avoir aydè hier, a la cheüte dangereuse de Lampe.
Schreiben, von halle, Leiptzigk, Croßen, Zürich etcetera
Die Leiptziger avisen, confirmiren die Erfurdter, undt sagen
hin- undt wieder, von großer ergießung, der waßer,
von seltzamen Visionen, in Schlesjen, vom blut in Böhmen,
von donnerwettern, so eingeschlagen, zu Zürich erschregklich,
& alibj, von Victorien, der Cosagken, undt Tartarn, vom kriege,
zwischen Engellandt undt hollandt, von des Königs in Frankreichs
Victorie, wieder die Prjntzen, von verenderung aber-
mals, des hertzogs von Lottringhen, so zu den Printzen,
wiederkehren will, undt dergleichen dingen.
Secretarius Paul Ludwig ist bey mir gewesen, publica, vorzutragen.
Postea: der Amptmann Georg Reichardt in Oeconomij- undt bawsachen[.]
Gestern, ist mein fuchß, viermal, wie in die
schwehre Noht, gefallen. Gott verhüte, mala omina.
Je suis en peine, & soing, pour Michael Ringk[.]
Dieu le vueille benignement preserver!
Abraham von Rindtorf, zugesprochen, welcher, (re infecta)
auß dem Lande zu Düringen, wiederkommen.
Mein fuchß, ist heütte wieder, <4 mal nider> in der Streẅ, gefallen[.]
Friederich holst: mein Sattelknechtt, thut darbey,
sein bestes, wer kan aber, vor unglügk, Gott beßere es[.]
A spasso, con Madama, in gartten, diesen abendt, perge
Philipp Güder, bey mir gehabt, in Oeconomicis, undt andern.
Notre bonne vieille, a este touchèe de l'Apoplexie,
en son aage, de 76 ans. Dieu la vueille gracieüsement
assister, & ne luy encharger davantage, qu'elle peüt
süpporter, la consolant, par son Saint Esprit! perge et cetera
Apres avoir perdü quelque heüre, sa parolle, & son ouye,
ella a recouvert tout cela, (par maniere de miracle,)
apres que ie luy avois envoyè, de l'eau de Vie d'or,
tresexcellente, n'ayant point a la main, de l'eau
Apoplectique de Crollius. Dieu soit louè, pour sa miracüleüse
delivrance, & benignitè gracieuse. Il nous vueille contj-
nuër ses benedictions, & bienfaits paternels!
Mein fuchß, ist heütte gar lustig gewesen, undt
hat keinen mangel mehr gehabt. Gott gebe lange!
Zu Abendts, mit Madame nacher Palbergk, auf
die Erndte, undt darnach, zu nacht aldar gegeßen,
Anna Sophie undt Carl Ursinus wahren auch mitt, im warmen stillen wetter.
Die Altfraw, Maria Kindin, hat wieder die sprache,
<gegen abendt> undt das gehör verlohren. Gott tröste Sie! undt
erbarme sich ihrer! undt unser aller!
<2 Hasen, Viktor Amadeus gehezt.>
Philipp Güder undt Jean Moutard bey mir gehabt. Gott gebe zu glügk!
Die Altfraw, hat diesen morgen, etwas wieder
die rede, undt das gehöre, recuperirt, wann es nur bestandt hette?
Briefe geschrieben, nach Croßen, Wien, undt alibj.
Diesen Nachmittag, ist Thomaß Preüßers, sein einige[r]
Sohn, so hüpsch gereyset gehabt, in Frangkreich,
Schweden, Niederlandt, begraben worden. Seine
krangkheit, oder todt, mag sein acceleriret
worden, von ungewohntem tringken, damit man
ihn übernöhtiget, auf einer hochzeitt! Schade!
Invitatio Fürst Augusti zum begräbnüß, gegen den
11ten: Augustj, der frawMuhme Sehliger, nacher Rudelstedt.
I'en commünique, á Dessaw, pour conformitè.
Die Altfraw, habe ich besucht. Sie redete zwahr,
undt hörete übel. Wahr aber vernünftig.
Es hat gegen abendt, stargk gedonnert, undt
geregenet, wie eben Carl Ursinus draußen gewesen, einen fuchß
außzugraben. Gott bewahre ihn! undt alle vor unglügk
wie auch, (Gott lob,) geschehen, alß er zu Palbergk ge-
wesen, undt daß wetter eine Scheüne eingeschlagen.
<Regen. platzregen, continue.>
Das stargke donnern, hat biß umb Mitternacht
continuiret. Es ist auch, bey dem wetterleüchten,
Schwefelgeruch gespühret worden. Der regen,
hat stargk angehalten, undt continuiret
noch. Macht unß, eine böse naße erndte. Gott erbarm es
undt helfe zur beßerung!
Man hat heütte viel ungemach, in den Ædificijs, gespühret,
undt es ist überall, satt zu repariren. Gott beßere es!
Mit der Altfraw, ist es gestern, Matthej, am letzten,
gewesen, heütte, sol es sich etwaß, (mit verwunderung) beßern.
Gott gebe überall seinen Segen! undt succeß!
Der Caplan Jonius, ist todtkranck worden. Jch
habe ihm, vom rohten, oder güldenen Aqua Vitæ
innerlich, undt vom Oleo contra Venenum eüßerlich
zu gebrauchen, geschickt. Gott gebe darzu seinen Segen!
Jean Moustarde, ist bey mir gewesen, la sera
ihn zu ablegiren, in importantzen. Gott gebe darzu segen!
forthgang! undt erwüntzschten exitum!
Das stargke Regenwetter, hat diesen gantzen Tag,
continuiret, undt ahngehalten. Gott erbarme
sich unser undt unserer armen undterthanen!
Philipp Güder, ist auch bey mir, gewesen, in Oeconomicis. perge et cetera
heütte hat sichs <etwas> wieder vfgeklehret, <baldt aber wieder geregnet.> Gestern wahr es
einer Sündfluth gleich. Gott seye unß gnedig! und barmhertzig!.
Man befindet, das meine gerste im felde, sehr außgewachsen.
Der liebe Gott, wolle uns sonst väterlich, ernehren! undt
mittel zu unserm, undt der unserigen Auffendthalt, beschehren!
umb Christi unsers lieben heylands, undt Emanuels11 willen, perge
Die gebeẅde, mawren, undt wände, fallen auch, hin- undt wieder
sehr ein, undt nehmen schaden. Omnia caduca; et transitoria!
Man höret, hier, undt dar wenig guts. Gott beßere es!
Schreiben auß Rom, von meinem Bruder Fürst Friedrich: Cerca l'ami-
cizia deg'l Orsinj, si congiunge co'l suo cugino Megapolitano hora
ammalata, dà auvertimo che l'Imperatore, vouol sempre citare
alle Diete Imperale il Seniore, e ciò, per havere ottenuto
il Privilgio della jnfeudazione, e per le dissensioni, e sottodivi-
sioni dj moltj, in casa nostra.
Avisen auß Erfurdt: daß die Victualien in Prag, theẅer
werden, undt der Kayser, baldt verraysen wirdt, nach Regen
spurgk zu, noch vor anfang des ReichßTages.
Die gefahr der Cosagken auß Polen, wirdt dermaßen
besorget, daß Jhre Kayserliche Mayestäten mit dem Chur- undt Fürstlichen
hause Saxen, deliberiren wollen, wie der OderStrohm,
zu defendiren? undt Könige in Polen, zu succurriren,
damit sie nicht gar, durch Polen, in Schlesien, oder in
die Margk, straiffen undt kommen mögen.
Jn Ungarn, siehet es auch einem Türcken kriege ähnlich
wiewol der Kayser, nicht uhrsach darzu gibet.
Jn Frangkreich, helt das Parlament zu Paris, <und die Printzen> den König,
vor des Cardinals, gefangenen. Wollen ihn liberiren.
Zwischen Engelland undt hollandt, helt man den krieg
vor einen Schein, undt hoffet noch friede. Die
Engelländer, mögen lindere seitten, aufziehen.
Gegen den 6ten: September sollen die ChurFürsten
zu Prag, erscheinen.
