<1 Schockßo: kleine vogel. 2 Hasen.>
<31 lerchen, der bangkkoch, der Stalliunge undt Rindtorfs iunge.>
Meine herzlieb(st)e gemahlin, hat mir etwas
entdegkt, von ihrer handlung, mit Jarlof Brandt,
kornhändler, undt mit Johann Bluhm, zu hamburgk
per henrich Köer. Gott gebe! daß Sie nur nicht
betrogen werde! comme les autres fois!
Jch bin, post expedita expedienda, auf den vogelherdt
in die Bornickerawe, gegangen, undt habe nur,
ein par kleine vogel, undt eine heydelerche, gefangen.
wiewol der vogelsteller, schon zuvorn, in die
27 kleine vogel, gezo gerückt gehabtt.
heütte ist es Gott lob, schön wetter wieder,
nach voriger Tage, regen, undt wechßelwetter,
zur gesegneten continuation der weinlese.
Schreiben von Hall, da mich der Administrator
zur abstatttung des Fehrgeldes, zu Agken,
vor Meine hofstadtswahren, astringiren will,
undter dem prætext, es wehre kein zoll,
Sondern nur, ein überfahrtsgeldt, und herkommen.
Avisen von Erfurdt: Daß zu Briesach, undt
Philipsburgk, die Frantzosen, tumultuiren,
theilß Königisch, theils Printzisch, sich erzeigen,
undt das landt, in contribution setzen. Kayserliche
Mayestät haben befohlen, man solle gewaltt,
mit gewaltt, abtreiben, dieweil solche proce-
duren, wieder den Friedenschluß, lauffen.
ChurBrandeburg bittet auch, der Kayser,
wolle die Königinn in Schweden, mit Pommern.
nicht beleyhen, biß Sie dem instrumento Pacis, ein völliges
genügen, præstire.
Den Düc d'Orleans, hat man, nur zu terriren
mit der Acht, undt dem crimine læsæ Majestatis,
gedroẅet, ihn vom Printzen von Condè abzutrennen.
Allein, es scheinet doch, der König in Frankreich wolle sich,
mit den Printzen, vergleichen, undt die Amnistj-
am publiciren.
Engellandt, undt hollandt, gehen aufeinander.
Nehmen einander Schiffe, wo sie können, und mögen.
Zu Prag, werden baldt Chur Meintz, Trier,
undt Pfaltz, erwartett. Mit Sachßen
undt Brandenburg ists noch zweifelhaftig. Je-
doch, sol Chur Brandenburg Morgen, (gebe gott)
zu Grüninghen, anlangen.
Die Præliminaria des ReichßTages, sollen
zu Prag, abgehandelt werden.
Man besorget, einen Türgkenkrieg, in Ungarn. perge
Adam heinrich, vom Ende, hat wiederumb an unsern
hofmeister Einsidel, seinen Ohm, geantwortett,
durch Giovannj Ferdinando Pozzo, Napolitano,
daß er ihn, nicht zum Sprachenmeister, undterzu-
bringen, beym iungen Graven, vermag, dieweil
solches eigentlich, in der vormünder Mächten, stehet.
Jch habe mit Puteo, geredet. Er ist 22 iahr, altt. et cetera
Samstag♄ den 2. October 1652.
<56 lerchen, Albrecht Sekerka, Zacharias Trompter, undt Friederich Sattelknechtt.>
Jch habe meine fohlen, laßen auß der weyde, zu Borgß-
dorf, (darein sie geschlagen gewesen) wiederholen.
Sie seindt aber, sehr Mager, undt elendt,
wieder heraußer kommen, undt übel gestanden,
unahngesehen ich, guht geldt, vor solche weyde,
gegeben. Ein schlecht Nachtbar: oder freündtStücke.
Ein Somnium, die Nacht gehabt, wie ich dem Kayser
zu Prag, die handt geben sollen, undt gerne
gewoltt, aber ich hette erstlich den handt-
schuech, nicht außziehen können, darnach
hette mir etwaß den arm undt handt
zurügka gehalten, undt hinderung eingeschoben,
das ich meine schuldigkeitt nicht ablegen
können, ob mich schon der Kayser selber gnedigst
bey der handt mit dem handtschuch, gefaßet,
darüber ich mich sehr geschähmet, bemühet,
undt anfangs vom Kayser gravitetisch ahnge-
sehen, hernachmalß aber, von denen darbey
stehenden ChurFürsten, ia endtlich von Jhrer
Mayestät selber, außgelacht worden, undt alß
ich lange weile zugebracht, biß ich Meine handt,
wieder frey gemacht, undt dem Kayser allererst hernach
|| [[Handschrift: 71r]]
biehten wollen, s wehren Jhre Mayestät zurückb gewichen,
hetten sich selber, vor den leütten, endtfärbet, undt gesagt:
Es ist nun schon guht. Die Cammerherren, eines theilß,
hetten Mich darnach auch gewaltig außgelacht,
undt mich confundiret, ob ich mich schon endtschuldiget.
Gegen Morgen, traẅmete mich darnach wieder,
ich wehre zu einem Ertzhertzogk kommen, derselbige
hette roht undter dem Antlitz, außgesehen,
undt viel Cammerherren gehabt. Alß ich nun
anfangs in einem gartten audientz bey ihm,
gehabt, hette der hauptmann, hans Ernst Börstel
auch etwaß darzu sagen müßen, undt als
ich ihm, wegen des Erthertzogs, unferne von
einem bawm, auch etwas sagen müßen,
hette Börstel, seinen hut baldt nach mir,
aufgesetzt, welches den Ertzhertzogk, undt seine
Cammerherren, ia auch mich selbst, verschmähet,
undt als ichs ihm verwiesen, hette er selbst da-
rauf gescholten, und es improbirt, gleich, alß ob es
andere, undt er selbst nicht, gethan hetten?
wehre so bleich worden, alß ein Todter, und hette
sehnlichen abschiedt, von Mir, genommen. Darnach wehre
ich mit dem Ertzherzog durch viel irrgänge, undt seltzahme winckel
in einen Pallast, zur rechten Audientz geführet worden,
|| [[Handschrift: 71v]]
darinnen hette mich, dieser Erzthertzog (welcher einen
braunen bartt gehabt, roht undt küpfericht undter
dem Antlitz außgesehen, undt nicht andern Ertzhertzogen,
ähnlich, undt lang von person geschienen) gar
Sawer angesehen, wann ich ihn Euer Liebden geheißen,
wann ich aber, Euer Liebden undt Durchleüchtigkeit gesaget,
daßelbe hette ihm gar wol gefallen. Nach
etzlichen discurßen, hette er mich, wieder licen-
tiiret, (nach der weise, undt mit den Ceremonien,
wie die Ertzhertzoge, zu thun pflegen) undt ich
wehre per multas ambages, undt vielerley
irrgänge, endtlich wieder, mit mühe, sorge,
undt unruhe meines gemühts, in mein losament
kommen, undt hette mich, durch die wingkel
undt irrwege, (ohne anderer leütte, hülfe,
raht, undt ahnweisung, nicht zu rechte finden
können. Jn dem ich aber, in meine stube, undt
ruhetstte, gehen wollen, dauchte Mir, ich hö-
rete einen lieblichen harmonischen gesang,
undt weyse, unsers 103 psalms1, auß dem
Lobwaßer, insonderheitt, diese wortt:
Undt in vergeßenheit, mit nichten stelle:
Was er dir guts, iemals bewiesen hatt! 2
|| [[Handschrift: 72r]]
Darüber erwachte ich wol content, in meinem gemüht,
undt kondte mich nicht besinnen, vieler anderer dinge
mehr, welche mir, sowol im ersten, alß anderm Trawm
vorkommen, undt vielleicht nachdengklich gewesen.
Der Jtaliäner, Giovanni Ferdinando Pozzo, hat sich
wieder, bey Mir præsentiret, undt umb recommen-
dation, ahn ferrnere orth, undt gelegenheit, gebehten.
Gott gebe! daß er wol undterkommen möge!
Jch halte ihn vor aufrichtig, undt daß er liebe zur
warheitt habe, encores qu'il est Italien, &
que son frere soit Iesuite. Dieü qui est
le scrütateür dès coeurs, & des reins, &
quj est le Dieu de Veritè, èsprouvera
mieulx, que nous, les jntentions, de ce jeüne homme!
& nous envoyera, au lieu, de tant de trompeürs,
ün honneste en nous contregardant, dès
griffes de Sathan, & de sès perverses machinations!
2 Schockßo: undt 10 kleine vogel, 5 heedelerchen.
Jch habe diesen Abendt, den Jtaliäner Pozzo, ab-
gefertiget, mit recommendation:schreiben, undt
mit gutem contento. Gott gebe! das es gelinge!
heütte ist die wintterSaht, zu Zeptzigk, beschloßen
worden. Gott gebe, zu Segen! undt gedeyen!
Sonntag☉ den 3. October 1652.
<1 Schockßo: kleine vogel.>
<44 lerchen, Hans Kohte, Hanß Eckardt, undt Caspar, der Gärtner.>
Jn die kirche, Conjunctim.
Text: von der wittwen Sohn zu Naim.3
Extra zu Mittage: die Rindtorfinn, Tobias Steffeck von Kolodey
undt der iüngere Sekerka.
Nachmittags cum sorore, undt beyden Söhnen,
undt einer Tochter 4, in Magister Menzelij predigt,
ex Apocalypsi Capitel 12 vers 12.5
<5 Mandel kleine vogel. 31 große vogel.>
<22 lerchen, Ludwig Rober, Andreas hetzler küchenschreiber, undt Toffel der neẅe knechtt und ReittSchmidt.>
Bürgermeister Döhring, ist bey
Mir gewesen.
Postea: Georg Reichardt, Amptmann. J'ay conversè de
beaucoup de choses, avec eux.
Nachmittage hat sich der Amptmann von Ballenstedt
bey mir, præsentiret. Wandert, nacher Deßaw.
Briefe von halle, Leiptzigk, <Zürich[,] Rom> Breßlaw, Prage.
Es continuirt, daß hertzogk Moritzen, zu Dresen[!]
gemahlin, in dem lecu puerperio, (mit
einem iungen Söhnlein) gestorben, undt
einen großen luctum, gegen daß,
nichts desto minder forthgehende beylager
gemacht: Es war eine liebe Dame, Meiner herzlieb(st)en
gemahlin bruders, hertzogk Philippi zu
|| [[Handschrift: 73r]]
Hollstein, Tochter, undt billich zu beklagen.
Die angestellte fröligkeitten, undt festiviteten, oder
Täntze undt Ritterspiele zu Dreßden, sollen numehr
mehrentheilß, eingestellet sein, undt das beylager,
gar Trawrig abgehen. Homo proponit! Deus disponit!6
Duynkirchen, ist gewiß über.
Von Barcellona, undt Casal, vermuhtet man
dergleichen, undt das die Spannier, La Bassèe,
die Engelländer aber, Calais belägern dörften.
Zu Paris, gehen die Tractaten forth. hertzogk
von Lottringhen, bleibt verglichen, mit den Printzen.
Der König, stärgkt sich. Cardinal Mazzarinj, ist zu
Sedan, will nicht weitter, mit vorwenden, er
erwartete einen paß, von Chur Cölln. Düc
d'Orleans, wirdt mit minis terriret.
Die holländische Schiffe, undter dem Commandeur
Ruitter, haben 15 Engellische reich beladene
Schiffe, darundter zwey convoyer, ertapt,
zwischen Frangkreich, undt Engellandt.
Vor Livorno, haben die holländer auch wieder
etzliche Engellische Schiffe, Victorisiret. Der
Witte Wittenß aber, hat den Blake, nicht
rencontriren können, wegen ungewitters, undt
das derselbe Sich, in die Engelländische Seehaven, retirirt.
hingegen continuirt es, daß die Engelländer, mit
Spannien sich conjungirt, Duynkirchen helfen
einnehmen, undt die gantze Frantzösische flotte
des Düc de Vandosme, (so zum en<t>satz kommen) ruiniret,
auch weittere progreß, contra Frankreich vorzunehmen
gewillet. Der Prince de Condè, hette
seine iährliche pension, so ihm Spannien
gibt, nemlich 300000 florins (Gulden)f: dem Düc de Lorrayne,
überlaßen. Hertzogk Ulrich, von Wirtem-
bergk, läge zu Pariß, krangk darnieder.
Cardinal de Réz, ritte hin: undt wieder,
in den friedenstractaten, sich zu jnterponiren.
Zu Prag, wehren Chur Meintz, Chur
Pfaltz, undt die Churfürstin von Bayern,
ankommen. Würden wol gehalten, undt
Chur Trier, würde auch erwartett.
Der Türcke ließe sich viel Tausendt
stargk, an den Ungarischen gräntzen, sehen.
Der Kayser, hetten den Venezianern
die werbungen in Deützschlandt abgeschlagen,
undt Sie sehr dißgustiret dadurch, weil
ihre Mayestät ihnen auch, den begehrten Paß, durch
dero Königreich Vngarn, zu lande, in
|| [[Handschrift: 74r]]
Dalmatiam, nicht gönnen wollen, besorgende die
Türgken zu irritiren.
Jn Candia, sol es noch, in vorigem wesen, stehen.
Gil de haaß, undt General la Riva, sich Tummeln.
Die Maltheser, sollen auch etzliche Türckische galle-
ren erobert haben, mit guten beütten.
Der Venezianer extraordinarium gesandter, ist
zwahr solenniter entpfangen worden, an der
Ottomannischen Pfortten, allein mit der frie-
denshandlung daselbst, will es noch nicht forth,
weil der Sultan minderiährig, die Türckische
regierung, an itzo Aristocratisch, undt von
12 vornehmen herren, bestellet sein soll,
auch zu Alcairo, undt Damasco, die Bassa
tumultuiren, wegen des Primo Visiers, arrestirung.
Die Cosagken, undt Tartarn, seindt wieder
in armis, werden heimlich, vom bandisirten
undtercantzler, Radziecofsky gestärgket,
undt hoffen gar assistentz, auß Schweden.
Die krangkheitten, halten noch ahn, in Denne-
margk, undt Schweden, wie auch in Am[...]
Der Allte Pfaltzgraff Johann Casjmir Se[hlig ist zu]
Stregneß in Schweden, solenniter beygesetzt [worden.]
< 30 kleine vogel.>
Die Weinlese, gehet zimlich, von statten.
Gott lob! der gebe ferner, segen! undt glügk!
Jch habe, etzliche Rechnungen durchsehen,
undt viel mühe gehabtt.
Jungfer Wirleben, ist auß der Graf-
schaft Schwartzburgk, wiederkommen.
<26 kleine vogel.>
<37 lerchen, Schneidergeselle Rindtorfs knecht, undt kücheniunge.>
heütte ist unser Sohn,
Victor Amadeus, 18 iahr altt worden. Gott
seye gelobet, der ihn biß dato gefristet!
Seine Allmacht undt gühtigkeit wolle
ihn ferner segenen, undt noch lange er-
halten, zu Gottes Ehren, der undterthanen
Trost! undt unserer Freẅde!
nebst Carolo Ursino, undt den andern
lieben kindern! Er nehme sie doch nicht
Mehr von mir hinweg, in der helfte, ihrer Tage!
Jn die kirche, am heüttigen behtTage,
[cum] sorore, undt zweyen Töchtern7, wie
[auch be]yden Söhnen.
Böser aviß von Deßaw, daß Mein Schwager
Fürst Johann Casimir, iämmerlich, von einem hawenden
Schwein, (nach welchem er geschoßen) überlauffen,
geschlagen, verwundet, undt zutretten worden.
Gott wolle es, mit ihme zur beßerung,
schigken, undt mehr unglügk, abwenden!
Jch dangke Gott, das mein Sohn Victor, (wie
vor, wahr!) nicht ist darbey gewesen. Solches
unheyl, hette ihn, eben so baldt betreffen können,
Sintemahl, vetter hanß Geörgen eben der<as>
gleichen Schwein, ahngelauffen. Er hat sich
aber baldt, (auf einen bawm steigende,)
salviret, undt gerettet, in eben derselbigen iagt,
nach dem er zuvor, seinen herrn vatter, (welcher
auf seinem Antlitz gelegen, undt vom Schwein
übel zertretten, undt zugerichtet worden, nach
dem er im schießen gefehlt gehabtt) liberiret,
dem Schwein, (welches ihm erst, ein Stügke
vom peltz gehawen) einen Tödtlichen Schuß
gegeben, undt es niedergefellet. Es hat fünf
Centner, undt 20 Pfund (libra)℔ gewogen. Man hat aber dar-
von, zu Hofe weder eßen, noch speisen laßen mögen,
undt ist den armen im Spittal, zu verzehren, gegeben worden.
Carolj Ursinj, itziger Præceptor, Magister Menzelius,
hat sich gestern abend, im hinundter gehen, in sein
losament, einen fuß vertretten. Leidet schmertzen
darahn, undt wirdt also Carl Ursinus' institution ge-
hindert. Jst abermalß ein unglügk!
Gott wolle es beßern!
<4 Hasen. 7 mandel kleine vogel.>
<25 lerchen, undt 1 wachtel hat Oberlender, Märtin, undt der bangkkoch, gestrichen.>
Gestern, haben Fürst Johann Casimirs
leütte, in allem gerechnet 154 Eimer,
wein, so Sie diese Weinlese über, in dem
Grenischen Weinberge, gewonnen.
Meine Söhne, Töchter, undt Jungfern,
wahren gestern auch, in meinen weinbergen,
spatziren.
Der Amptmann, Märtin Schmidt, ist von Deßaw
wiederkommen, alda er gewesen, undt referirt
mit mehreren umbständen, von dem großen
unglügk, welches meinem Schwager, Fürst Johann Casimir
am Montage (bedawerlich) begegnet.
Gott wolle remediiren! undt überwinden helfen!
auch vor ferrnerem unheyl gnediglich bewahren!
Cependant, c'est ün grand cas, que ce mesme iour,
assavoir, Lündy le 4me d'Octobre, a estè destinè
(contre mon grè, & contre mes oppositions equitables)
determinêment, au landtTag, ou a la Diete
Provincialle, affin d'èslever le condominat de
la landtschafft, qu'elle cerche a l'instinct,
de peü de nobles, & avec cooperation (inique
& aveügle) dès Princes Augüste & Iean Casi-
mir, mesmes, pour ruiner, eulx, & leür posteritè,
avec la nostre. Et ce landtTag, a este pübliè
desia, a Dessaw, au lieu mesmes, la ou Dieu
a voulü retarder l'effect, de tels prejüdices,
d qui visoyent principallement a ma ruine,
& a la destrüction de mes conseils jüstes, &
raysonnables. Ie ne puis doncques assèz
admirer les jügemens de Dieu, & adorer <en> sa
bontè, & Toutpuissance merveilleüse! Dieu
vueille meliorer l'estat deplorable, & rebastir
les masüres tombantes!
Avis von Hammeln, daß er zu Gohta, nicht
die erwüntzschte expedition, haben kan perge
Difficilia quæ pulchra videntur!8
Jn dje post, diversas Epistolas, aufgegeben.
Jn schönem wetter, nachmittags, hinauß spatzirt,
gegen den vogelherdt.
Die weinlese, wirdt (Gott lob, undt
dangk!) forthgetrieben, iedoch nicht, mit
solchem Nachdrugk, wie anfangß, weil unsere
kutzsch: undt wagenpferde, (so ohne daß,
vom heẅrigen Futter, geringe sein)
sehr ermüden, so ofte auf dem pflaster
in der Stadt, zu gehen, den bergk herauf,
laßtwagen mit Most, zu führen, undt die
Fehre, auß: undt ein zu fahren. Es faulet
auch, der weinwachß, sehr, undt gibt nicht
mehr, so viel, alß jn den ersten Trauben.
So werden die leser, auch müde, undt es gibt
derselbigen, immer weniger, weil Sje sich
satt genascht, undt gefreßen, in weintrauben,
undt lieber müßig gehen, oder andere
geringere arbeitt, verrichten, alß Sich
dermaßen antreiben, oder zwingen laßen mögen.
Nihil est, ab omnj parte; beatum!9
<5 mandel kleine vogel, der vogelsteller, gefangen.>
Die weinlese fortstellen laßen, wiewol nicht
so schön wetter gewesen, alß in vorigen Tagen.
Gott gesegene, undt gebe unß genoß, seiner
milden gnadengaben!
Den Amptmann, Georg Reichardt bey mir gehabtt.
Conversatio, mit Magister Menzelio.
Andere expedienda expedirt. perge
Travelmann, gräflich Teckelnburgischer
legatus, hat sich wieder præsentiret, gegen abendt.
Post von Grüninghen, daß der Churfürst
von Brandenburg schon auf Barby zu, über
die Elbe, forthgegangen, undt Princesse
Catherine, albereitt, vor 14 Tagen, von
Schöninghen, hinweg, auf Croßen zu
gegangen, undt es sich mit ihr gebeßert,
Gott lob! der gebe bestendige continuation!
Les Estats, de l'Eveschè de Münster, ont
donnè, a leür Evesque, & Prince en six mois,
128000 Dalers, & iüsqu'a l'hommage, au
terme, de 3 ans par mois 2000 Dalers, a
cause dès dommages soufferts, par la guerre.
Erlachs schwestern, (so in der Schweitz lange sich aufge-
halten) haben sich bey Meiner herzlieb(st)en gemahlin præsen-
tiret, undt viel zu erzehlen, gewußtt,
von dem General Erlach sehliger, von Hallwyl,
undt andern.
<4 lerchen, Zacharias Trompter, Friederich knecht, der Stalliung.>
<eine Schneppe, undt 30 Große vogel von Ballenstedt.>
Es hat gestern abendt ahngefangen, undt die
gantze Nachtt hindurch, auch heütte stargk
geregenet, undt also der schönen gesegneten
weinlese, einen starcken Stoß, gethan.
Jst also nichts vollkommenes, auf dieser Erden!
Patientia! vincit omnia! perge Gott
wirdt unß doch, unser bescheiden Theil geben!
und beschehren, waß uns sehliglich, undt guht
ist, umb Christj willen perge
Michael Ringk ist Gott lob, (nach langem verzug)
erschiehnen, con speranze! Pacienza!
Huio Otto pernicj arrecati, sono andatj,
per quelle lunghezze, in malhora!
Jch habe Sigmundt Levin Bock, heütte vormittags,
durch meine Rähte, in der Cantzeley mit Paßbruch, be-
leyhen laßen. Gott gebe zu glügk! undt Segen!
|| [[Handschrift: 78r]]
Er hat sich darnach, bey Mir præsentiret, undt nebenst
Travelmann, zu Mittage, mit Mir gegeßen.
J'ay derechef elabourè, üne depesche jmportante, que
le bon Dieu, vueille benir! & prosperer!
Apres disner, i'ay expediè Travelmann,
& Bock, tous deüx, l'ün d'ün autre façon
que l'autre. Il a demandè le Vassallage
en proprietaire, ce, que difficillement, ie
pourray, conceder, ainsy absolüement,
affin de ne prejüdicier, a mon frere absent
(au Territoire düquel, cela est situè),
nonobstant la Plenipotence, que j'ay en main.
<4 Haselhühner, undt 30 großvogel vom harz.>
Avis von Caspar Pfawen, daß er bey dem
Churfürsten von Brandenburg zu Grüningen, gewesen. Man
hielte davor, der ReichßTag würde vor dem
Frühling, schwehrlich, seinen fortgang erreichen,
undt daß zuvorhero zu Prag, das vornehmste, sonderlich
wegen des neẅen Römischen Königes, wie auch, wegen
des Römerzugs, würde verglichen werden.
Es stünde darauf, das Chur Brandenburg selbst,
auff den ReichßTag, ziehen dörffte! Von dem
|| [[Handschrift: 78v]]
Holländischen undt Engelländischen wesen, würde ambigue
geredet, diese undt iehne büßen ein. Graf Moritz
von Naßaw sol gesaget haben, die flotten lägen
gegeneinander, undt würde in kurtzem, müßen
dem ansehen nach, zu einem hauptstreich, kommen.
Das Man in Franckreich zwahr viel von Frieden,
redet, es erscheinet aber täglich, mehr krieg, die Un-
dterthanen, seyen des kriegens, undt Contribuirens,
müde, undt lieben ihren König, also: das vf
der printzen seitte, die Sachen, schlecht stehen.
Jn hollandt, undt Engellandt, sol es an
geldt undt volck, anfangen zu mangeln.
Jm Elsaß, seindt die Briesacher, undt der
Conte de la Süze, noch stargk wiedereinander,
Der Türgke, straift stargk, an den
Ungarischen, undt Crabahtischen gräntzen,
undt erwecket große Furchtt.
Die Polen, sollen von den Coßagken, wiederumb
geschlagen sein.
Chur Meintz, Chur Pfaltz, undt Chur Trier,
seindt zu Pilsen, beysammen gewesen, vermuhtlich,
|| [[Handschrift: 79r]]
eine Resolution zu faßen, weßen Sie sich, auf einen,
oder den andern punct in Prag zu resolviren, undt
seindt baldt darnach, mitteinander, nacher Prag,
gezogen, wie auch die Churfürstlich Bayerische wittibe,
daselbst, zusampt dem Chur Cöllnischen gesandten,
erschienen. Der Churfürst von Cölln, ist wieder
genesen. Es sollen wichtige Sachen, zu Prag,
obhanden sein, aber geheim gehalten werden. perge
Jn die Predigtt, vormittagß, conjunctim.
Extra zu Mittage, die Rindtorfinn, gehabtt,
Doctor Mechovium, den iüngeren Sekerka, den
hofprediger Menzelium et cetera
Nachmittags, wieder in die kirche, mit meiner Schwester,
undt beyden Söhnen, auch zweyen Töchtern10, der Cate-
chismj predigtt, des Diaconj Jonij; zuzuhören. Die
Englische Jungfer, wahr auch darinnen, da man
eben, von dem undterscheidt, des Abendtmalß des
herren, undt des greẅels der Päbstischen Meße,
predigte. Sie ist Päbstisch annoch, die Trowell.
Der Vogelsteller, hat heütte 57 lerch kleine vogel gefangen.
Der iunge Vrlob, Matz Urlobs Sohn, (welcher ein Academicus
gewesen, undt fein peregriniret) ist bey mir gewesen.
<49 kleine vogel. 1 hase, 30 große vogel.>
Aviß auß dem lande zu Meckelnburgk undt
Extract auß Magister Ioachimi Mencelij, hofpredigers
Meiner Frawen Schwester Liebden zu Strehlitz schreiben,
vom 24ten: 7bris 1652.
Auß dem Malchinischen See, hat ein großer
frembder, vorhin nie gesehener vogel, einen
großen armlangen Bärß, gefangen, mit dem-
selben, für der Stadt, auf ein hauß, geflogen,
undt ihn, verzehren wollen. Er ist aber, darüber,
von andern auch unbekandten vögeln, dermaßen
ahngefochten worden, daß er sampt dem Barß,
undt ihnen, herundter gefallen, da dann, der knechte
einer, herzukommen, undt den hut, undter die vögel
geworffen, daß sie darvon geflogen, undt den bärß
liegen laßen. Weil aber derselbe noch
gantz frisch, undt lebendig gewesen, befihlet
der herr, dem knechtt, er solle den Fisch, in die
küche, tragen, undt reißen laßen, welches, als
es die Magd thut, wirdt in des Fisches Magen,
gefunden: ein lebendiger krebß, der die Schehren
kreützweise, übereinander, geleget, undt in
der lincken Schehren, einen Funckelneẅen
|| [[Handschrift: 80r]]
gemüntzten Lübeckischen Schilling, gehalten.
Waß nun das bedeüttet, ist dem Allwißenden
Gott, alleine, bekandt, der wolle diß landt,
für Frembder herrschaft, behüten, undt alle
wolverdiente Strafen, in gnaden, abwenden!
Huc usque Menzelij frater perge
Schreiben, von Breßlaw, Wien, Prag, halle.
Leiptzigk, Rom, Stuckgardt, alda ein iunger Sohn.
J'ay èscrit a Dessaw, condolendo, par ün exprès.
Avis von Wolfenbüttel, diesen spähten abendt, daß her-
tzogs Manfredo von Wirtembergk hochzeitt, aldar
sol vor sich gehen den 31. October und solle nur
eine Abendthochzeitt, auch niemandt darzu
gebehten werden, alß Meine freundliche herzlieb(st)e Gemahlin,
undt dero Fraw Schwester, hertzog Manfredj
FrawMutter, Jtem: der grave von Oldenburgk.
Man wollte, kein großes wesen, machen. Ie
crains, pourtant, que j'en auray icy, de l'incommoditè!
Die Leiptziger avisen geben:
Daß zu Genff, umb eines capitains willen, ein
großer Tumult endtstanden, zwischen dem
gemeinen pöbel, undt den deützschen, also daß
herr Omnes gesindlein, ein Hauß stürmen, undt
|| [[Handschrift: 80v]]
anstegken wollen, darinnen deützsche iunge
herren gelegen, (Gott gebe! daß es nicht die vettern
von Plötzkaw, seyen!) Der Magistrat, ist
aber noch darzu kommen, undt hat es ver-
wehret, also: daß zwahr kein schade geschehen,
die Rädlinsführer aber, eingezogen worden,
gleichwol seindt die meisten deützschen, von
dannen, theilß nacher Italien, theilß nacher
Frangkreich zu, endtwichen.
Zu Wormß, hat sich der krayßTag, ahn-
gefangen, undt Frangkreich suchet wich-
tige postulata, daselbst, sich im
Römischen Reich, desto considerabler zu machen.
Zu Prag, ist Chur Pfaltz, mit der Chur-
fürstinn von Bayern, eingezogen, undt so-
lennissime, vom Kayser, undt König,
entpfangen worden. hat auch, audientz
gehabtt. So ist auch Chur Meintz, undt Chur Trier
ankommem. Werden alle wol gehalten, undt tractiret.
Zu Schweidnitz, undt Jawer, hat der Kayser,
undt der Böhmische König, den Evangelicis per-
mittirt, eine kirche zu bawen, nach dem FriedenSchluß.
Der Türgke macht händel in Ungarn, mit einfällen,
führet leütte hinweg, will die undterthanen hin: undt
wieder zum huldigen zwingen, undt man redet noch
immerforth, von einem Türgkenkriege, zumahl
da man nachricht hat, daß er sehr stargk ar-
mire, undt daß die Venezianer, friede tractjren.
Der General Foscolo, tummelt sich noch im
Arcipelago, hat aber umb obiger Tractaten
willen, undt daß der Bascia, von Alepo
rebellirt, undt mit 10000 Mannen, sich zu
felde begeben, etzliche Schiffe, abgedangkt.
Die Cosagken, Tartarn, undt Moßkowiter
sollen sich auch zu hauffe rottiren, in Polen, einzufallen.
Der Ertzhertzogk, ist nach eroberung Duynkirchen,
vor Saint Omer, undt vor La Bassèe, gegangen,
undt hat mehr völgker in Franckreich, geschickt.
Daselbst tractiret der König, noch immerforth
mit seinen Printzen, undt hat den Printz
Thomaso von Savoya an stadt des Cardinals
Mazzarinj, zum ministre d'estat, erwehlet.
Der Prince de Condè ist krangk. Der Düc
de Lorraine tractiret, sein landt wieder zu
bekommen, undt auch den Frieden, mit<im nahmen> Spannien.
Die Engelländer, nachdem sie die Frantzösische flotte,
(welche Duynkirchen, endtsetzen wollen) geschlagen,
undt diese festung, den Spannischen erobern helfen,
braviren numehr den König in Frangkreich,
undt wollen ihm den krieg, offentlich denun-
ciiren, wo ferne er nicht die Engellischen herren,
welche bey ihme, sich salviret, ihnen über-
lifert, welches sie innstendig urgiren.
Die Staadischen, undt Engellischen flotten,
liegen noch gegeneinander, nehmen einander
schiffe wo sie können, undt man vermuhtet
einen haüptstreich, darzu die hollender
geneigt, die Engelländer aber, suchen die
andern zu consumiren.
Dennemargk, stellet sich gut Parlamentisch.
Daselbst, undt in Schweden, sol noch die Seüche
graßiren, wie auch in Polen.
Casal im Montferrat, undt Barcellona
in Catalogna, schätzet man numehr auch,
in Spannischen händen.
Die Parlamentischen, wie auch die herren Staaden,
haben Manifesta gegeneinander, außgehen laßen.
Zu Paris seindt neẅe seditiones in der Stadt
gewesen, undt kawm gestillet worden,
in dem etzliche seditios geruffen:
Vive le Roy sans Compagnon! undt pappier auf
ihre hüte gestegkt, alß gut Königisch, das Strohe
aber, alß Printzisch, hinweg gethan. Der
Düc d'Orleans, hat inquiriren, einziehen, undt
das übel dempfen laßen.
<4 lerchen. hanß Kohte, Gärtner, Rindtorfs iunge.>
<5 hasen, Viktor Amadeus gehetzt, 1 Hasen, von Ballenstedt 23 kleine vogel alhier.>
Auf den vogelherdt, bin ich spatzirt.
Ein Tragoner, ist heütte vormittags, von Wolfen-
büttel, ankommen, undt hat Meine freundliche herzlieb(st)e gemahlin,
der hertzogk Augustus, mit demselben, schriftlich
invitiret, undt eingeladen, gegen den
30. October daselbst persöhnlich, auf dem
angesetzten Fürstlichen beylager, des hertzogs
Manfredj von Wirtembergk, mit Freẅlein
Iuliana von Oldenburgk, Delmenhorst, zu er-
scheinen. Es sol nur eine abendthochzeitt, undt nicht
viel wesens, werden. Meiner gemahl, hats auch
gestern abendt, spähte, die hertzoginn zugeschrieben.
Meine gemahl bedangkt sich der ehre, wil gerne (meo consenti-
ente) erscheinen, wo ferne Sie gesund bleibet, undt dero gelegenheit leidet[.]
<41 kleine vogel.>
Jn die kirche, conjunctim, zur wochenpredigtt.
Der Superintendens, Er Plato, undt Doctor Fischer, seindt
Nach<vor>mittages, bey Mir gewesen, undt extra
geblieben.
heütte endet sich, die liebe weinlese. Gott
wolle sie unß gesegenen, undt gedeyen laßen!
Paul Ludwig Secretarium, habe ich bey Mir, gehabtt, undt
de importantissimis, geredet.
Beyde Schlegel11, seindt herkommen, mit ihren Falcken.
Avis: daß hertzogk Moritz von Sachßen, alß er
sein zimmer, mit schwartzem Tuch, bekleiden laßen,
von seinem page bey nahe, erschoßen worden, in
dem derselbige, einen puffer, nach der Thür, an
ein ziel, gelöset, da eben von der andern seitte
unversehens, hertzog Moritz, gegangen kommen,
undt ihme die kugel, durch sein haar geflogen,
Man hat aber, den unvorsichtigen page, in
arrest nehmen laßen. <Gott lob! daß hertzog Moritz unversehrt
geblieben.>
Der grave von Waldegk (welcher ein Ertz-
iäger sonst ist) hat auch die büchße unvorsich-
tiger weyse, am pferde geführet, undt auff seinen
|| [[Handschrift: 83r]]
fuß, durch einen dornstrauch, reittende gestellet
Siehe! so zeücht sich der abzug, in dörnern loß, undt
schießet ihn durch seine große zehe, also: das
umb des kalten brandts, willen, dieselbe hat
müßen, neben andern zehen, abgenommen werden.
Jst ein bedawerliches unglügk! so dem Chur-
fürsten von Brandenburg (bey welchem er der
graf in diensten ist) sehr zu gemüthe gehet.
Gott wolle heylen, segenen, und fristen!
Antworth, von Deßaw, alda es sich (Gott lob)
mit meinem vetter undt Schwager, fein beßern soll.
Gott helfe ferner, zu völliger restitution!
Jntimation des landtTages, gegen den 25ten: huius
zu Deßaw, la ou on est precipitè, a le tenir.
Die weinlese, hat mir, 540 Eimer, 20 Maß (Raum- und Hohlmaß)m:
durch Gottes segen gebracht, alß:
| 64 Eimer,
235 Eimer (Hohlmaß für Flüssigkeiten)Eim:, 71 Eimer (Hohlmaß für Flüssigkeiten)Eim:, 31 Eimer, 137 Eimer, |
55 kannen,
43 kannen, 34 kannen, 3 kannen, 13 kannen, |
auß dem Aderstedtischen berge.
auß dem Zigelberge, auß dem Rahtsberge. auß dem Kochßberge. auß dem langen berge. |
|
| Summa | 540 Eimer, | 20 kannen. | et cetera |
Risposta vom Nathanael Jahn durch Martin Nickel Dieumercy!
(quoy qu'il y aye, dès dilations.)
Schreiben, nacher Rom, Venedig, Prag[,] Leipzig[,] Halle bestellet.
Meine Söhne, seindt mit beyden Schlegeln12,
hinauß geritten, Räphüner zu beißen, haben
aber nichts ahngetroffen. perge
Diesen Nachmittag, kömbt ein kerll herauf,
præsentiret seine dienste, dieweil er gehöret,
ich bedörfte einen kutzscher. Jn dem man nun
zu wercke ist, mir solches anzuzeigen, undt zu
berichten, gehet der ehrliche vogel, aufs
Forwergk; in den Stall, undt findet niemandt
darinnen, (weil das gesindlein im Felde zu thun)
nimpt dem Oberknechtt, einen schönen neẅen
Rogk, auß dem Stalle, sampt einem feinen
undterhembde, undt andern sachen, undt gehet also
der erbahre angegebene kutzscher, damit durch.
Man hat ihn zwahr verfolget, aber spähte,
doch endtlich, hat man ihn, zu Lattorff, ertapt.
Jch habe 123 citationes <undt
zum 124.
eine
addresse> zum landtTage
gegen den 25ten: huius einzukommen, undt den 26.
den landttag zu Deßaw ahnzufangen, mitt undterschrieben.
Gott gebe, zu Segen! glück! undt succeß!
<33 groß vogel von Ballenstedt 59 kleine vogel vom vogelherdt so Ernst gelifert. 15 kleine vogel, vom Didrich Werder.>
Auf den vogelherdt spatzirt, in feinem wetter.
Noch 4 nachgeschickter briefe, wegen des landt-
Tags, undterschreiben müßen.
Schreiben, von dem vor verlohren
geschätzten, Christiano Robero, auß
Trau in Dalmatia, bekommen, das er
daselbst, ein landt: undt Stadt Medicus
worden, von dem Raht geehret, besoldet,
undt wol undterhalten wirdt, auch
von der Signoria zu Venedig, 300 Reichßthaler,
iährlichen undterhalt, bekömbt, undt
undter des Truckseß Regiment erst gewesen.
Er beklaget sich noch, über Doctor Engelhardt,
Sehligen undt andere, so er meynet, die
ihn verfolget, undt rühmet Gottes gühte,
der ihn, durch unglück zu hause, in seinem
vaterlande, zu solchem glügk, in der fremb-
de, gerahten laßen. Ein Schotte, hat seinen
brief überbracht. Er beklaget sich auch, das
er so wenig schreiben bekommen. <Dieu Vueille, qu'il soit bon Medecin!>
Der bevorstehende landtTag, lieget mir sehr
im Sinn. Jch habe viel rationes, pro, et contra,
worümb ich nicht hin? undt worumb ich hin-
zuziehen, bewogen werde? je combats, en moy,
mesme, & mets en balance, le proffit, & le dommage!
Dieu me vueille ottroyer, üne souhaittable resolütion!
car j'ay rayson, d'estre perplex, en cest'affaire!
Beyde gebrüdere, die Schlegel13, haben diesen
abendt, abschiedt genommen, sich excusirende, das
Sie in den beyden Tagen, nichts fangen können,
undt wollen Morgen, (gebe gott) wieder forthwandern.
Gott geleitte Sje!
<1 Schockßo: kleine vogel. 5 Hasen, meine Söhne gehetzt.>
Gestern, wahr viehemargkt, allhier zu
Bernburgk. heütte gehet der Jahrmarckt ahn,
auf Galli Tagk.
J'ay permis a mes fils, de sortir, a cheval.
Die Avisen auß Erffurdt, melden:
Daß in Frangkreich, auf der Printzen seitten, es sjch gar
schlecht ahn leßet. Man gienge desperat, undt ermangelte
an gelde. Die Gemeinen würden hin: undt wieder
Schwürig, undt suchte der König, cunctando, obzusiegen,
undt die Printzen, außzumatten. Der Printz von Condè
|| [[Handschrift: 85r]]
ist bißher mehr im gemühte, alß am leibe, undt also für Me-
lanckoley, krangk gewesen.
Jn Engellandt, gehet es, in bißherigen Terminis. Man
wirdt (vermuhtlich,) baldt von einer SeeSchlacht, hören.
Das Beylager, zu Dreßden, hat numehr seinen forth-
gang gehabt.
Zu Prag, hoffet man nochmalß, es werde Chur
Saxen, nach vollendetem beylager, sich auch dahin finden.
Es mögen sonst die consilia, etwas langsam gehen,
undt dörfte wol diß iahr, auß dem ReichßTag, nichts
werden.
Jm Elsaß, gibts auch neẅe kriege, möchten doch
schwehrlich lange dawren, inmittelst, wirdt der landt-
Mann eüßerst ruiniret.
Die Venezianer, seindt, des krieges müde, undt
suchen friede von dem Türgken, zu erkauffen. perge
A spasso, in die Mühle, an die Sahle, undt sonsten in
gartten, post expedita negotia, spatzirt.
Meine Söhne, seindt über die Sahle, geritten, undt haben
5 hasen, einbrachtt, auch (en passant), den Margkt besehen.
Aviß: das die hertzoginn von Schöninghen, in ihrer an-
noch währenden Schwehrmuht, (undt raserey leyder! so
Gott beßeren wolle!) sich unvorsehens, auffgemachtt, undt
dem Chur Fürsten, von Brandenburgk; nachm Berlin, gefolget.
<30 kleine vogel, Ernst auceps.>
Cum sorore, in die kirche, auch 2 Söhnen, undt 2 Töchtern.14
Avis: daß Fürst hanß abermalß, einen iungen Sohn
bekommen. Gott gebe zu Segen! undt gedeyen!
Friederich holst, der Sattelknechtt, undt
Toffel heldt, der raysige knechtt, undt
Rheittschmidt, seindt vereydiget worden,
vormittagß, Gott gebe, zu segen! undt gedeyen!
Extra zu Mittage gewesen, die Rindtorfinn,
Tobias Steffeck von Kolodey[,] der iüngere Sekerka, undt hofprediger.
Post von Ballenstedt, pequeña!
Robert Anges, ein Schotte, (welcher vorzeitten dem
Manßfelder vor Deßaw, alß ein quartiermeister,
gediehnet, anitzo aber, viel iahr, in der
Venezianer diensten, <als Feldtwaibel, Capitain d'armes, &cetera> wieder den Türgken, sich
gebrauchen laßen, undt numehr abgedangktt)
hat sich bey mir præsentiret, undt allerley von
des Christianj Robers, (meines kammerdiehners
bruders) wolstandt undt herrligkeitt
zu Traw, wie auch von dem Türgkenkriege,
mir erzehlet. Ie l'ay expediè content!
Depesche bestallt, auf morgen (gebe gott) nacher Magdeburgk;
per havere danarj, per biade!
<43 großvogel, undt 1 haselhuhn, von Ballenstedt.>
Jn publicis, et privatis, habe ich travaglijret.
An Fürst Johannßen geschrieben, (gratulando.)
Es ist ein eigener bohte, vom Herdesiano, von
Croßen, ankommen, a cause dü mèscredit, de ma
femme helas! Die Churfürstin, schreibet mir
auch seltzame particularia von Chur Pfaltz,
undt daß Freẅlein Princesse Catherine
Sofie, wol überkommen seye, Gott lob!
Schreiben von Wien[,] Prag, Leiptzigk, Halle, etcetera
undt allerley besorgliche mortaliteten, Treẅer freünde.
Gott wolle alles unheyl! gnediglich abwenden!
undt einen ieglichen, zum SterbStündlein, bereitt machen!
Die Avisen bringen: daß der Kayser, die Churfürsten, Meintz, Pfaltz,
Trier, besucht, undt tractiret habe, auch bey ihnen hinwieder
malzeitt gehalten, undt gar vertraẅlich mit ihnen, gewesen seye.
Man redet abermalß, vom vffbruch, nacher Regenspurgk.
Venezianer, tractiren friede mit dem Türgken, undt
schicken einen gesandten, mit 400000 Ducaten, undt 40000
Zecchinj, nacher Constantinopel, wie auch, mit undterschiedenen
Türgkischen schönen kleidern, undt zeügen, den friede, zu erkauffen.
Jn Polen, graßiret die pest heftig, deßen alle krangken,
auch viel gesunde, umb sperrung der haüser, undt böser ordnung willen,
|| [[Handschrift: 86v]]
elendiglich zu Warschaw, undt anderer orthen, endtgelten müßen.
Die Polen, haben ein armes weib, zu Warschow, welches krangk
gewesen, keine handtreichung bekommen, undt sonst verhungern
müßen, undt darumb auß dem hause gegangen, brodt zu holen,
mit Schroht erschoßen. Chmielinsky Sohn, hat mit des
Hoßpodars, in der Wallachey15 Tochter, hochzeitt gehalten,
hat sich darnach wieder, nach Chrim zu, gewendet,
undt man trawet den Cosagken, noch nicht rechtt.
Zu Venedig, hat ein Alchimist, in der Signorîa Müntze,
goldt gemacht, biß auf 3 millionen, es hat aber den
stich nicht gehalten, Sondern, alß man es probiret,
im rauch aufgeflogen.
Casal, hat Camillo Gonzaga, mit seinen Span-
nischen völgkern, biß auf die Citadella den Frantzo-
sen, undt Savoyern, abgenommen. Die hertzoginn von
Savoya, hat dem Könige in Frangkreich, sagen
laßen, Sie müßte mit Spannien, tractiren, wenn
Sie keinen endtsatz bekähme?
Barcellona sol auch im accord stehen, mit Spannien.
Jn Frangkreich, tractiren, undt kriegen sie zu-
gleich. Prince de Condè ist krangk. Düc de
Lorrayne sol in einem treffen, geblieben sein.
Zu Paris, gibt es seditiones, undt factiones,
auch heimliche Pasquillanten, undt Aufwiegler.
Der Cardinal helt noch seine verborgene intelligentzen.
Jn Engellandt, ist das volgk, des krieges, undt der geldtpreßuren
Müde. Admiral Blacke, hat mit Wytte Wyttens, in
den Duyns, drey Tage geschlagen. Es mag beyderseits volgk
geblieben sein. Die holländer haben nicht victorisiren
können, weil 20 Seeländische Schiffe, im besten schlagen,
sich retiriret, undt von den holländern, nicht commandiren
laßen wollen, außer, wann der Admiral General
Tromp, darbey wehre. Dieser aber, will nicht forth,
er habe denn, einen ordentlichen Printzen, zum obergeneral.
Dennemargk caressirt die Parlamentischen, undt hat
ihre Schiffe, bey Elsenöer, vor den holländern gewar-
net, auf diese Feẅer geben laßen auß Cronenburgk,
iehne aber, undter seine protection, in den haven zu
Coppenhagen, genommen. Dennoch, haben die holländer,
zweene Engellische Schiffe, im Sunde, weggekriegt,
undt seindt mit der übrigen, ihrer flotte daselbst,
von OrlogßSchiffen, undt etzlichen CoffardySchiffen,
wieder darvon gefahren, nach dem vatterlande zu.
haben aber, einen Gesandten, zum Könige in Denne-
margk, ablegiret.
Jn Schweden, will der Spannische, wie auch der Staa-
dische Gesandte, den wintter über, bleiben, so auch
der Pollnische undterCantzler, Radziecofsky, undt der
Dähnische vertriebene Reichshofmeister, Ulefeldt.
Man wehlet neẅe Reichsrähte, an die stelle, der abgestorbenen.
Die Frantzosen, haben hammerstein, dem Lottringher
abgenommen, hingegen seindt die Lottringhischen
völgker, in ü in des herren von Flegkensteins, güh-
ter gefallen, undt haben geraubet, geplündert,
auch Städte, undt dörfer occupiret.
G Conte de Harcour, so in Briesach, hat den
König in Frankreich seine Treẅe versichern laßen,
undt gebehten, man wolle des Cardinals, undt
seiner feinde anbringen, wieder ihn, keinen
glauben, beymeßen.
Die Printzen in Frankreich fordern 1. die Amnistiam.
2. Restitutionem damnorum. 3. Coniunctionem
beyder Parlament zu Paris, undt Pontoyse. 4.
Außschaffung, frembder außländischer rähte.
Der König hingegen sucht 1. eine absolute
submißion, ohne bedinge. 2.
<14 kleine vogel, undt 3 drußeln, darvon 1 lebendig behalten.>
Jch bin hinauß hetzen geritten, undt habe
zweene hasen, einbracht, auch Zeptzigk besichtiget.
Ie trouve par tout, dü desordre.
Michel Ringk, ist von Magdeburg wiederkommen.
<5 endten, Johann Balthasar Oberlender geschoßen. 9 kleine vogel, der vogelsteller gelifert.>
Jn die kirche, mit der Schwester, undt beyden Söhnen,
wie auch, mit zweyen Töchtern.16
Extra zu Mittage, gehabt, den CammerRaht, Doctor Mechovium,
den iüngeren Sekerka, Tobias Steffeck von Kolodey et cetera
Apres disner, i'ay envoyè Tobie, á Plötzka. Dieu donne, bon süccèz.
Avis von Deßaw, das sichs (Gott lob!) mit dem Schwager, fein
zur beßerung, ahnlaße, undt er numehr aufgericht sitzen könne.
<15 kleine vogel, undt 2 zihmer, der vogelsteller Ernst gebrachtt.>
Philipp Güdern, habe ich bey Mir, gehabt.
Michael Ringk nach Magdeburgk mit getreydig abgefertiget.
Gott gebe zu glügk!
Er Hesius, hat sich vom Berlin auß, wieder præsentiret.
Jl ayme mieulx, de demeürer icy, avec moy, (nonob-
stant les beaux offres, qu'on luy a fait illecq)
qu'a changer. Dieu le vueille conforter, & conserver!
Die Rähte zum Berlin, welche ihn in das reformirte
Gymnasium, zum Rectorat, nomine Chur Brandeburgs beruffen,
seindt: der herr von Rahden, Doctor Tornaw Iuris Consultus,
Doctor Bötticher Medicus, undt Doctor Bergius Theologus perge.
Er hat bedengkzeitt, biß auf weyhenachten, genommen.
Interim, wolle Gott der herr, allenthalben Seine
wahre kirche, mit dienlichen leütten versorgen!
<15 kleine vogel, Auceps wiederumb. 55 großvogel von Ballenstedt.>
Paulum Ludwigen, bey Mir, gehabt, importantissima,
resolviret, undt ihn nebenst dem lehensSecretariat,
zum Consiliario ahngenommen. Gott gebe zu glügk!
Segen! undt gedeyen! lange zeitt, in langem leben,
friede, undt erquickung, unseres Staatß!
A spasso, in zimblicher frischer lufft, iedoch
schönem wetter. Die zihmer, oder Crammetsvögel,
wollen auf den vogelherdt, noch nicht fallen,
ob sie schon, ringß umbher, fliegen.
Risposta von Deßaw. Es stehet alda noch
paßlich. Vetter Hanß Geörge, continuirt die
Jagtten, undt hat in zweyen Tagen, 119 Schweine
gefangen. Der Schwager Fürst Johann Casimir,
beßert sich. Gott gebe bestendige beßerung!
1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: weitzen, 1 Wispel (Raum- und Getreidemaß)w: erbßen, 3 Rinder, 6 Schweine,
zur Mastung, undt 55 großvogel, seindt von Ballen-
stedt, ahnkommen.
Risposta dal castrato, e dal Duca Ernesto di Sassonia Gotha per il
mîo messo, spedito. Il Duca Ernesto di Sassonia a Gotha mi tratta non
da Cavagliero, mà, da banquiero indegnamente.
Ohj bo!
Samstag♄ den 23. October 1652.
<2 hasen, Abraham von Rindtorf.>
<8 zihmer, undt 1 klein vogel der vogelsteller gefangen.>
Secretarius Christoff Bärnreütt, ist bey mir gewesen,
allerley zu referiren.
Postea: habe ich die rechnungen revidirt.
hofraht Pfaw, ist bey Mir gewesen, undt ankommen.
Abermahlige Depesche, nacher Deßaw, <mit dem Furrierzettel.>
Jtem; nacher hecklingen, Wolf Thylo, von Trota,
zu beschreiben.
Man hat heütte viel händel undt vollauf zu
thun, gehabt, sowol wegen meiner rayse nach
Deßaw, als wegen meiner gemahlin, vorha-
bender rayse, nacher Wolfenbüttel, undt darvon
dependirenden rayse, der Schwester, Freẅlein
Dorothea Bathildis Liebden nacher herwaerden.
Avis: daß hertz Landgraf hermann
mit dero gemahlin Liebden albereitt zu Gohta
ahnkommen, vielleicht unseren landtTag
zu besuchen, undt seine Freẅlein Steẅer, zu fordern.
Graf Moritz von Teckelnburgk, undt
der Graf von hanaw, dörften mit
ihren Gemahlinnen, auch baldt folgen.
Die von der landtschafft, erregen, einen Concursum Creditorum.
hertzogk Manfredo von Wirtembergk
(künftiger braüttigam, zu Wolfenbüttel)
ist unvorsehens, diesen abendt, von Ze ankommen.
Jch habe böse post, von Zerbst, gekriegt,
wie auch von Speyer, in Kohlmanns sachen.
Gott wolle ihn, undt alle meine feinde
dempfen!
<Nebel.>
Jn die kirche, vor: undt Nachmittags, cum
sorore, undt beyden Söhnen, auch theilß Töchtern.17
Extra zu Mittage gehabt, den hertzogk Man-
fredo, die beyden Rähte, Caspar Pfawen,
undt Doctor Mechovium, die Rindtorfinn,
den iüngeren Sekerka, Tobias Steffeck von Kolodey, undt
des hertzogs Jungker.
Es hat aber keiner, in unserm eingeheitzten
gemach, mittgegeßen, alß die Fürstlichen personen. Die
andern, haben auf dem Sahl, gespeiset.
Nachmittage, wieder in die kirche, undt
Ernst Dietrich Röder, ist ahnkommen.
Krahe ist von Zerbst anhero kommen, mich zu
invitiren zu der Gevatterschafft.
Briefe von Croßen, J. S.c vom 16 ⁄ 26ten: October
undt sonsten mancherley Avisen.
Jch bin nacher Deßaw, auf den großen landtTag, gefahren,
habe Doctor Mechovium, undt Paulum Ludwigen meine Rähte
mittgenommen, wie auch Secretarien<um> Christof Bärnreütt,
vornehmlich aber, meinen Sohn, Carolum Ursinum,
So dann, meinen Raht, undt hofmeister, Einsidel, Jtem:
Ernst Dietrich Röder, undt Abraham von Rindtorf.
Zu Deßaw, habe ich meinen vetter, undt Schwager
Fürst Johann Casimir in paßlichem zustandt, ahngetroffen, iedoch Schwach,
wiewol bey guter vernunft. Gott beßere es!
Vetter Hanß Geörge, war auch aldar, undt
das Fürstliche Frawenzimmer, nebenst meiner Schwester.
herrvetter Fürst Augustus, wie auch Fürst Johannes, kahmen
auch dahin, wie auch die beschriebene landtschaft,
in großer frequentz. Gott gebe gesegnete consilia!
Landtgrave Friederich von heßen Caßel,
ist auch anhero, (unvermuhtend) kommen, von Dreßen[!],
la ou son Segretaire luy a iouè son argent, en se
sauvant avec le reste. Dieu garde; d'autre malheür!
Man hat heütte, von der Proposition, deliberiret.
|| [[Handschrift: 90v]]
Nemlich, post Vota, et Curialia.
1. de Modo, wie die Allgemeine Schulden, in die Antheile
zu vertheilen, nach proportion der Steẅern?
2. hindterstellige EheSteẅren einzubringen.
3. die Schulden, beym kriegswesen gemacht, zu tilgen.
4. die casus reservatos, undt künftige Freẅlein
Steẅern, ohne vermengung mit dem landtschaft-
wergk18, zu halten, undt zu erschwingen.
5. Anstaltt, wegen des gesindes, der Tagelöhner,
handtwergksleütte, undt Bettler, zu bedengken,
damit daß landt nicht damitt ferner graviret werde.
Darein incurriren, noch nebenpuncta, alß:
1. Wie die Stellen, im Außschuß, zu ersetzen?
2. ReichßTagesspesen. 3. Satisfactiongelder,
ahn 1158 ReichsthalerRthlr: seindt schon erlegt, undt werden
nochmalß gefordert. 4. die Vechtische garnison
muß verpfleget werden. 5. die bevorstehende
Römerzüge, muß man geben, undt alsobaldt
25 Monat, auf die dem Kayser, bewilligte 100 Mille
6. der modum zu bedengken, wie solche am be-
quehmsten, aufzubringen.
Jtem: ob noch mehrere puncta nöhtig, zu deliberiren?
Diß wahr der kern, der proposition. Jedoch wurde
alles mit mehrerem, deduciret.
heütte frühe giengen wir Fürsten sämptlichen
iung, undt altt, in die kirche, undt predigtt, des Superin-
tendenten Raumerj, welcher eine schöne predigt,
ex Apocalypsi Capitel 3 thate; undt den Text: haltt
waß du hast, das niemandt deine krohne nehme19 perge
wol explicirte, auch auf gegenwärtigen landtTag,
artig zu appliciren wußte.
Nach der predigt, undt wiederkunft, auß der
kirche, vom Gottesdienst, wurde ein wenig pausiret,
undt die proposition, schriftlich deliberiret.
Darnach, kahm man, auf dem großen Sahl,
zusammen, die Fürstliche herrschaft stunde oben, nemlich:
Fürst Augustus, Jch am nähesten, (weil Fürst Johann Casimir
unpaß ist, undt <uns> nicht beywohnen kan) darnach Fürst hanß,
postea: die iungen herren, als: Fürst Lebrechtt, Fürst hanß
Geörge, Fürst Wilhelm Ludwig, Carolus Ursinus
undt <vetter> Wilhemchen, meines bruders Sohn. Zur seitten,
gieng auß unsern Rähten, der Cantzler Milagius hervor
undt That eine schöne zierliche oration, an die haüffig
alda versamlete landtschafft, ihnen, die proposition desto
anmuhtiger zu machen, welche ihnen darnach überantwor-
tett, undt vom Obristen Werder, im nahmen der landtStende,
angenommen, auch von ihme, mit einer zierlichen (jedoch nachdencklichen)
rede, im nahmen der versamlung, beantwortett wardt.
Es wurde Mittagsmahlzeitt gehalten, wie gestern abendt,
außer etzlicher anderer, so heütte an die Tafel, gesetzt worden.
Der vetter Wilhelm Ludwig, (welcher gestern abendt,
undt heütte zu Mittage, mit unß, mahlzeitt ge-
halten, die beyden kleinen aber, haben mit dem
Fürstlichen Frawenzimmer, gegeßen) ist nachmittagß,
nach erlangter dimission, wieder verrayset. perge
Conversationes mit Fürst Augusto undt den Fürstlichen personen.
Jtem: mit Meinen Rähten, undt beampten.
Die iungen herren, haben mit Landgraf Fritz geschoßen,
undt den ballen geschlagen.
Mittwoch☿ den 27. October 1652.
Diesen Morgen, hat man Raht gehalten.
1. Wegen des vergleichs, der gräntzen zwischen Großen
Alßleben, mit dem Fürstenthumb Halberstadt.
2. Wegen ersetzung der RectoratStelle bey dem
gesampten Gymnasio zu Zerbst, undt die übrigen
Professiones, zu beobachten.
3. Wegen des ReichßTags beschickung, ist biß nachmittag
außgesetzt, wegen enge der zeitt, undt etzlicher requisiten.
4. Wie man sich, wegen angesonnener Correspondentz gegen
ChurBrandenburg undt begehrter Nachschickung halber
|| [[Handschrift: 92r]]
zu bezeigen?
5. Waß bey ChurBrandeburg in acht zu nehmen, so wol wegen
der Aßcanischen titulatur, alß wegen der Frosischen vorge-
schlagenen versur, mit Nachterstedt.
6. Wegen der nichtswürdigen Müntze, wie man solcher
loß zu werden, undt das böse geldt, auß dem lande, zu bringen?
Fürst Augustus, that die Umbfrage, undt wahren anwesendt
an rähten, in der session: 1. Cantzler Milagius 2. Obristleütnant
Knoche 3. Cantzler, Doctor Müller. 4. Mein Cammerraht, Doctor
Mechovius. 5. Monsieur Freybergk, hofmeister undt raht, alhier
zu Deßaw. 6. Doctor Schrigkel, Cantzler zu Zerbst. 7. der
hofraht Pfaw. 8. hacke hofraht zu Plötzkaw. 9. Licentiat
Keppe hofraht zu Zerbst. 10. Paulus Ludwig, mein raht.
Nach solcher umbfrage, der Rähte, fragte der
OberDirector consilij, Fürst Augustus den iüngeren Fürsten
nemlich: Fürst Johannes, erstlich, darnach mich, endlich
concludirte er, wie die Prothocolla außweysen!
undt gratulirte unß, die wolangelegte zeitt perge
Nachmittags, wardt der außgesetzte 3. punct,
wegen des ReichßTages, stadtlich deliberiret, iedoch
nicht gar zu ende gebracht, wegen etzlicher requisiten, so
der cantzler Milagius mit seinem Fleiß, undt Dexteritet,
zu ergäntzen, weile haben muß. Postea wurde auch
vom 6ten: punct, so heütte frühe außgesetzt, geredet
undt also ist der heüttige Tag, (Gott lob!) wol vollbracht!
< || [[Handschrift: 92v]] Der rügkfalßgelder, ist auch gestern <Nachmittage> geredet
worden, ob solche, auf Hertzogk Ernst, zu Gohta,
zu transportiren? wegen seiner authoritet,
guten credits, undt innehaltung. Er würde
unß können, per anticipationem, contentiren.>
Interim, seindt die iüngeren herren, (außer der
kleinesten) mit Landtgraf Fritzen, auf die Schwein-
hatz, heütte gezogen, haben den Tag, mitt zuge-
bracht, undt seindt gegen abendt, wiederkommen,
nach dem sie 6 wilde Saẅe gefangen, viel
mehr aber durchlauffen laßen.
Jch habe mich, vom abendteßen, absentiret,
meiner Diæt halben, wie auch Fürst Augustus gethan. perge
J'ay trouvè grande alteration en mon ürine,
& de celle de Charles. Ie ne scay, si cela proced[e]
de la chair de sanglier, dont nous mangeons
en quantitè, ou de la biere nouvelle Servestane[.]
Dieu nous vueille contregarder, de maladies!
& garder aussy mon pauvre Victor, avec ma Com-
paigne & autres enfans! Ô Dieu! exauce moy!
<1 ReichsthalerRthlr: Ludwig Rober>
Von Rantzow ahnbringen, der neẅen alliancen
|| [[Handschrift: 93r]]
mit dem NiederSäxischen Krayß, ist nur præliminar diß-
curß gepflogen, die Sache selbst aber, noch nicht ordentlich
consultiret worden.
Fürst hanß, hat mir auch, die annehmliche zeitung
referiret, daß numehr der Churfürst von Saxen, (nach vorigen
tergiversationen,) sich endlich resolviret, Jhre Liebden mitt
WaltterNiemburgk, zu beleyhen, in eventum defec-
tionis lineæ masculinæ Comitum Barbiensium.
Er hoft auch, unß andere, in die Mittbelehnschaft,
zu bringen. Sein CammerJuncker Marschalck,
ist derentwegen, noch zu Dreßen[!], zu sollicitiren.
Donnerstag♃ den 28ten: October 1652.
Jn die kirche, frühe am behtTage, dahin auch, Fürst Augustus,
Landtgraf Fritz, undt die iungen herren, Fürst Lebrechtt,
undt Fürst hanß Geörge, gekommen, in Raumerj predigtt.
Postea: ist Landgraf Fritz, mit den iüngeren herren, auf
die Jagtt, undt Schweinhatz, gezogen.
Zue Mittage, wahr bey unß, extrâ: undter andern,
der Teckelnburgische Abgesandte, Travelmann.
Man hat etwaß poculiret; undt allerley, dißcurriret.
Der vergleich, mit Chur Brandenburg ist subscribiret worden,
wegen avisirter ahnkunfft, des halberstädtischen Cantzlers Fromholdt zu Grüningen.
Nota Bene[:] Cæsius, est icy, cerchant üne quantitè de bois, de mon Cousin,
et Beaufrere, pour estre ammeinè, pour argent comptant, pour la Ville d'Amsterdam.
Jch habe Meinen vetter, undt Schwager, besucht, undt wol gefunden.
On dit: Que les Villes, se separent, d'avec la Noblesse,
& se reioignent, par l'entremise dü Prince Augüste, leür
Procüreür. Il m'a attacquè, ceste apres disnèe, pour cela,
en presence dü Prince Jean, lequel va doucement, en
ceste besoigne, mais avec finesse. Il a èsplüchè, le Prince Iean,
que la Noblesse, s'est resolüe, de payer, la 4me. partie, de
plüs, sür les Tribüts, c'est a dire: 7500 Dalers. Le Prince
Augüste, (comme fauteür des Estats, pour estre le Chef de
ceüx, quj bastissent ün estat en nostre Estat!) repliqua:
Que cela seroit beaucoup, & qu'il n'avoit pas pensè,
qu'ils consentiroyent plüs, de 3 ou 4000 Dalers. C'est:
pour leür monstrer le chemin, a transgredier, leür devoir!
Tout cela füt dit, apres disner. Car a disner, on
ne parla pas de telles choses, mais on fit la guerre
á Travelmann, qui vouloit avoir üne assignation
sür moy, a cause dés deniers Matrimoniaulx,
& ie luy repartis, en gausserie, plüsieurs galanteries,
par forme de raillerie. A table, a disner: estoit;
le Prince Augüste, Moy, le Prince Iean, Mon fils Charles,
mon nepheü, Guillaume, l'Ambassadeur Travelmann,
le Lieütnant Colonel Knoche, l'escuyer Pröke, le Conseiller Pfaw,
le Conseiller & Maître d'hostel, Einsidel, le Chancellier de Zerbst,
Doctor Schrigkel, l'escüyer de Zerbst, Monsieur Krahe, a nostre table.
I'expliquay aussy, apres disner, au Prince Iean, dès choses, quj
touchent la preseance, a la Diete Imperialle, & les tiltres, que
l'on donne a plüsieürs moindres, dont nous füsmes, en dispüte!
Mane, in Consilio, ist vorgenommen worden, der punct
wegen abschickung, aufn ReichßTag.
Man hat consultiret, <1.> die Quæstionem An? 2. die
personen, so zu ablegiren. 3. die Media. 4. die Zeitt
der abschickung. Man hat ponderiret, große Sachen,
so auf diesen Comitijs, zu expediren, die Execution
des Friedenß, die neẅe session, der Cron Schweden,
die Gernrödische neẅe Session, die Aßcanische
prætension, die Magdeburgische compactsache, die
Milingische Sache, die neẅen anlagen, undt
Römerzuge, &cetera Man hat auf Cantzler
Milagium geschloßen, undt auf remedia gedacht,
seine excusationes abzuwenden, 1. adversæ Valetu-
dinis, 2. Fürst Augusti hohen Allters, 3. Nachrede der verpraßung
der landesbeschwehrung, so in seiner absentz, uxorj
eius, obiiciret worden. 4. die angenommene Compromiß-
Sache, undt religionssache Chur Brandeburgs contra Pfaltz Neẅburg
darinnen Fürst Augustus pro Arbitro, erwehlet. Man will ihme
|| [[Handschrift: 94v]]
hoffmeister Freybergk adjungiren, wegen der Sprachen,
guter kunde, undt anderer guten qualiteten, damit
landtkinder auch zu etwaß gezogen werden möchten.
Licentiat Keppen, nachzusenden, wenn es Milagius, nach 6
Monaten, endern, undt wiederkommen wollte.
Die Media, von der landtschaft zu erwartten,
darinnen man, das beste hoffet, interim aber, von
den Cammern etwas herzugeben, Jch, undt Fürst Johann,
unß excusiret haben. Die legatos außzu-
staffiren, auf 6 Monat, richtige provision zu machen,
aufs künftige zu gedengken, mit Secretarien,
undt dienern zu versehen, undt Sie also, selbSechsße
oder Siebene, zu ablegiren, mit Miehtkutzschen,
oder mit eigenen kutzschen, Freyberg aber, mit 2 pferden,
da dann sein knechtt ein kutzscher sein, undt seine
pferde, einspannen köndte. Fürst Augustus will nichts,
auß den SenioratEmptern, hergeben, unange-
sehen von Mir, undt von Fürst hanßen, die pacta angezo-
gen worden. Losamenter zeitlich zu bestellen.
Creditifen zu verfertigen. Schrimpf sol cito:
Cæsaris abzugk notificiren, auch die Gernrödische
jnfeüdation, wie Sie stehet, Jtem: was die Churfürsten
|| [[Handschrift: 95r]]
zu Prag verrichtet, undt tractiret? Bey Chur Brandeburg
inquiriren, wegen selbiges aufbruchs. Communicatio, mit Saxen Gohta.
Abfaßung der jnstruction wirdt Milagio, committiret.
Bestehet 1. in befestigung des Friedens. 2. exequenda zu
erstatten, 3. reservata zu erledigen. 4. derFürstlichen herrschaft
desideria, adimpliren pro posse.
Die albereit gemachten Sextern, sollen verlesen werden,
biß die andern darzu kommen. Es wirdt auch erin-
nert, wegen meines bruders Fürst Friedrichs persöhnlicher erscheinung.
2000 ThalerThlr: equippage zum anfang, den legatis. Fürst Iohann Casimir
wirdt ersucht, Freybergk zu dimittiren. Secretarius
Kniche, wirdt von etzlichen gelobet, von andern
wegen seiner garrulitet reijciret, undt durch
ein jurament, ihn zu Vinculiren, gerahten.
Man sol auch die session, vor den Neẅen Fürsten
in acht nehmen, undt sich mit nichten, zurügkd setzen
laßen. Es wirdt auch erinnert, man solle zu vermei-
dung unkostens, hertzogk Ernst, gevollmächtigten,
unsere negocia auftragen. Die gräflich Ol-
denburgische Wehserzollsache, wirdt auch moviret, von Fürst
Johann, Liebden umb assistentz willen. In consessu wahren:
Fürst Augustus, Jch, Fürst hanß, Obristleütnant Knoche, Doctor Müller, Freybergk,
Doctor Mechovius, Doctor Schrigkel, Hacke, Caspar Pfaw, Licentiat Keppe, Paulus Ludwig. perge
Schreiben von Bernburg daß Meine freundliche herzlieb(st)e Gemahlin,
gestern aufgebrochen, mit hertzog Manfredo von Wir-
tembergk, auf selbiges Beylager. Mein Sohn Victor,
undt 4 meiner Töchter20, seindt mitt dahin gezogen.
Gott gebe, zu glügk! Segen! undt gedeyen!
heütte frühe, hat der Landgrave Fritz, undt
vetter hanß Geörge, drey Täxe, auf der Renn-
bahne, gehetzt, undt ist darnach wieder, auf
die Schweinhatz, gezogen, <hat aber nichts gefangen.>
Jnterim, habe ich erst, meinen vetter, undt
Schwager Fürst Johann Casimirs Liebden besuchtt,
darnach haben wir, wie vorgedacht, deliberiret.
Postea: habe ich die Visite, Fürst Johannsens Liebden
wieder gegeben, die Sie mir gestern gegeben.
Hanß Ernst auß dem Wingkel, ist bey mir gewesen,
wegen verseümter lehen, undt hat sich sonsten
gar wol erklähret.
Mès Valets ont eü hier, apres soupper, dès
grandes dispütes, avec les Valets, dü LandGraf Friedrich ie
ne scay, ce quj en sera, auiourd'huy a ce soir?
Apage Sathana! <Mais Dieu m'a exaucè a ce soir,
chassant les menèes de Sathan pervers, & addoucissant lés fougues.>
Diesen vormittag, ist der Landtgrave Fritz, wieder
hinauß gezogen, <Carolus Ursinus auch mitt, undt haben 1 Rehe, undt 2
Hasen gefangen.>
Unsere Rähte, haben sich, zusammen gesetzt, undt wegen des Reichß-
Tages beschickung, erst deliberiret. Darnach, seindt wir zusammen
kommen.
Meine gedangken seindt pos<auf> die propositionspuncten:
Ad 1. Nemlich: waß den modum ahnlanget, die allgemeinen
Schulden, in die Antheile zu vertheilen, nach proportion der Steẅern?
Responsum[:] die Eintheilung, undt Administration der landeßSchulden,
stünde wo nicht länger, iedoch auf 6 iahr lang, zu versuchen.
(Protestatio, wo nöhtig, in jure quæsito, wegen Meiner Real
assecuration solcher Patrimonialgelder, so ich an statt des hinge-
gebenen Ampts Plötzkaw, zu fordern, undt zu erheben, undt
Mich in der erlangten, præscribirten Poßeß, undt Manu-
tenentz, mit nichten, turbiren zu laßen.)
Ad 2. durch den restirenden überschuß, undt durch eine Neẅe
Ahnlage, nach der revision, welche von 6 iahren, zu 6 iahren,
zu wiederholen. Die restirenden Freẅlein Steẅern,
darauf einzutheilen, solche in 12 iahren, abzuführen. Durch solche
durchgehende revision, würde den unvermögenden, durch
die vermögende des gantzen landeß, geholfen, undt eine
vertraẅliche zusammensetzung, im lande, gestifftet.
Ad 3. gantze Communen, undt Städte, sollen gegeneinander liquidiren,
abrechnung halten, auch so viel müglich, compensiren, die Fürsten, die
Gastwirthe, undt Privatj aber, So wegen gantzer Communen, oder wegen des landes
|| [[Handschrift: 96v]]
ihr vermögen hergegeben, mit denen ist billich zu transigiren,
undt dieselben, auß einem, oder dem andern Antheil, oder auß dem
gantzen lande, zu contentiren, darzu dann eine Anlage
erfordert wirdt, so extraordinarie zu exigiren.
der 2. propositionspunct, wahr, die hindterstellige EheSteẅren.
der 3. die Schulden, beym kriegswesen, gemacht, zu Tilgen.
der 4. betrifft die Casus reservatos, undt künftige
FreẅleinSteẅren, ohne vermengung mit dem landt-
schafftwergk21 zu halten, undt zu erschwingen.
Responsum[:] wegen aufbringung der casuum reservatorum
insonderheit der FräuleinSteẅern, müste in rem præsentem
gegangen, undt revision der Steẅerrollen angestellet
werden, worauf das facit, von 6 iahren, zu 6 iahren,
zu machen. Wehre ein überschuß, wehre solcher zu den Fürstlichen
FreẅleinSteẅern, ahnzuwenden, das übrige aber, durch
eine extraordinariam collecte, zu erheben, ohne vermengung
mit den Steẅern.
Der 5te betrift die Anstaltt, wegen des gesindes,
der Tagelöhner, handtwergkßleütte, undt Bettler,
damit das landt nicht ferner damitt, graviret werde.
Responsum[:] gute haußwirthe, auß allen Antheilen, zu deputiren,
das wergk nach der Antheile gelegenheitt, vollendß einzu-
richten, undt pro posse, mit der Nachtbarschaft, sich zu conformiren,
inmaßen darzu albereitt, ein guter anfang, gemacht worden.
Auff die Nebenpuncta meine gedangken; zu eröfnen, nachfolgender maßen:
1. Ersetzung der Vacirenden Stellen, im Außschuß.
Responsum[:] Jn gleicher ahnzahl die vom Adel, auß den Antheilen, zu nehmen.
2. ReichßTagsspesen. Responsum[:] werden billich vom lande, exemplo
Vicinorum getragen, weil bey den Fürstlichen Cammern, kein vorrath,
undt inter casus reservatos die ReichßSteẅren begriffen. Die
kosten, sol man nach der revidirten Steẅerrolle, anlegen,
undt aufbringen.
3. die 1158 ReichsthalerRthlr: Satisfactiongelder betreffend Responsum[:] zu fragen
wohin? solche kommen, undt wenn solche a Svecis begehret?
Sonst müßte das landt solche doppelt aufbringen.
4. Vechtische garnison vndterhalt. <Responsum[:]> Jst billich, weil
es bewilliget worden, zu refundiren, undt wehre
prævia revisione der Steẅerrollen, durchgehends
ahnzulegen.
5. die bevorstehende Römerzüge. Responsum[:] Solche bewilligte,
müßten auch angeleget werden, wie vorgedacht, prævia
revisione Tributorum.
6. des Modj halber, wie solche am bequehmsten, aufzubringen?
Jtem: ob noch mehrere puncta, zu berahtschlagen? Responsum[:]
Stadt undt Amptt Bernburgk, in acht zu nehmen, bey dem
Modo, nach vorhergehender revision im lande. Dann außer
Solcher revision (gleichwol cum protestatione, daß auch dieselbe,
Meiner hoheitt, unpræjudicirlich, undt unabbrüchig sein solle!)
Man sich, in dem ruinirten Bernburgischen Antheil, zu keinem beytrag, verstehen kan. perge
Der Landtgrave, ist zu Mittage, wiederkommen.
Unsere iugendt auch mitt, undt haben noch Tafel
mitteinander gehalten.
Post Vor der mahlzeitt, habe ich noch meinen
Schwager besuchtt, undt Jhre Liebden zimlich disponirt
befunden. Gott stärgke! undt vermehre seinen Segen!
Travelmann, ist bey mir gewesen, nicht allein,
zu sollicitiren, umb seines herren, (in 17 iahren
schon, fällig gewesenen) eheSteẅren, zu Tecklenburg
Sondern auch, zu bitten, umb assistentz, undt inter-
cession, an Kayserliche Mayestät wegen der Wevelinghofischen
Pfarrsachen, da der Churfürst von Cölln, einen Päbstischen
pfaffen, de facto, eingesetzt, welches anno: 1624
nicht gewesen.
J'ay sceü, qu'entre les Nobles icy, on a fait üne
Loy, que ceux qui ne reviendroyent pas, estans
derechef citèz, devroyent payer, üne amende,
de 20 florins d'or (Goldgulden)☉f: av a la casse. Ainsy, jls pünissent
en Princes! Ils s'enquestent aussy, de l'ün
a l'autre, s'il n'a point dès griefs, a produire?
instigans, tantost l'ün, tantost l'autre, a lès manj-
fester, et a demander satisfaction. Puis en ayans assem- || [[Handschrift: 98r]]
blè ün comble de tels griefs, ils nous Veülent prescrire,
& nous contraindre, a leür donner de la satisfaction, &
contentement parfait, aultrement, ils ne veülent nülle-
ment condescendre, a aulcüne contribütion, ou sübside!
comme si tout consistoit en leür bonne Volontè? & non
en leür devoir, & obbeissance, convenable, & comme si
c'estoit a eülx, de prescrire dès Loix, a leurs Princes!
Les Villes, estoyent separèz d'eulx, en ayans leurs
gravames, (comme ils les nomment) particüliers, mais
maintenant, ils commencent, a se rejoindre, & ils
font mine, de nous vouloir braver icy; en ceste congregation.
On cerche aussy, a faire dès prejüdices, avec Leüch-
tembergk, (nonobstant més remonstrances) & a le laisser
preceder, a nostre mayson, quoy que i'aye precedè au
Prince de Leüchtenbergk, dernier de la famille mesmes,
& ünique, l'an 1636 au Couronnement de l'Empereur.
En l'affaire de la Contè d'Ascanie, on a dès conseils
püsillanimes, pernicieüx, & en partie, corrompüs.
Pacience!
Die jnstruction, (welche nacher Regenspurgk, auf
den ReichßTag, gehöret) ist vom Cantzler Milagio,
in vielen wichtigen ahngelegenheitten, stadtlich aufge-
setzt, tam in publicis, quam privatis, unsers hauses,
undt ich habe 3 Stunden zugebracht (loco cænæ) cum consilia-
riis meis, die sache zu belesen, undt in etwas zu erwegen.
<1 Ducaten Heinrich Friedrich von Einsidel 1 Ducaten dem Seltenreich. — 1 ReichsthalerRthlr: Ludwig Rober. — — 6 Groscheng: vor eine Schähre. <6 Groscheng: in klingbeüttel.>>
Zweymahl in die kirche, vor:
undt Nachmittagß, das erste mahl, conjunctim, mit der
übrigen Fürstlichen herrschaft, daß ander mahl, mit Fürst hanßen
alleine. Vormittagß, predigte der Deßawische
Superintendens, Raumerus, nachmittags aber, Albinus.
Avis: daß das iüngstgeborne Fraẅlein zu Caßel,
gestorben. Landgraf Fritz, erzehlete mirs, mit vermelden,
das ihme vor 3 oder 4 Tagen, drey blutstropfen,
auß der Nase gefloßen, welches ihm allezeitt
zu geschehen pflegte, wann ihm ein unglügk
bevorstünde, oder iemands auß seiner Freündt-
schafft, undt hause, abstürbe. Jst seltzam!
Nach der Nachmittagßpredigtt, habe ich,
gleich wie vor: also auch Nachmittags, meinem
vetter, undt Schwager Fürst Johann Casimir, die ge-
hörige Visite gegeben, undt ihre Liebden (gestallten
sachen nach) zimlich disponirt, befunden. <Gott helfe ferner gnädig!>
Jn der Schwester, Seiner Liebden gemahl gemach, haben
wir unß, vorm abendteßen, versamlet, undt
des Obersten Werders Tochter, hören in Seiner
gegenwartt, auff der kitarrha spiehlen, undt
|| [[Handschrift: 99r]]
schöne geistliche gesänge, undt Todtenlieder, mit lieb-
lichen melodeyen, singen, undt musiciren, gar auf eine
eigene anmuhtige, undt Andächtige arth.
Bey der Abendtmahlzeitt, hat sich herrvetter Fürst Augustus
absentiret, undt mich alleine, mit dem Landgrafen gelaßen.
Es seindt aber doch, die iüngeren Fürsten, darzu kommen,
undt man hat zimlich stargk, poculiren müßen.
Ô Dieu! delivres nous, de ceste servitüde, dü
boire, & pardonnes nous, tous nos pechèz, par
ta misericorde. Car nostre coeur, s'èsleve a toy,
et vouldroit, pouvoir cheminer, en droictüre!
